Alle Episoden

Folge 124 · 17. Mai 2023 · 40 Min.

Was muss eigentlich noch passieren?

mit Dennis Horn

Elon Musk äußert sich antisemitisch. Zum wiederholten Male. Diesmal geht es auf die Kosten von George Soros – der unter Verschwörungstheoretiker*innen ein beliebtes Feindbild ist. Und fragen uns: Ist das jetzt das neue normal?

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.

00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT. Grüß dich, Gevin. Hallo Dennis. So, Tag Nummer 2. Wir bade hier beieinander. Wir müssen heute auf das Vogelgezwitscher im Hintergrund verzichten, weil es draußen in Strömen regnete, den kompletten Tag.

00:19 Dennis Horn

Vielleicht können wir aber auch davon ausgehen, dass Vögel deswegen heute nicht zwitschern.

00:23 Gavin Karlmeier

Und vielleicht gucken wir auf den zwitschernden Vogel überhaupt, der es auch langsam aufgibt. Wir starten mit einem. Thema, das schwer im Magen liegt heute, leider. Es sind fünf Worte, mit denen wir heute einsteigen, aber in diesen fünf Worten steckt Zimtstoff. Ich habe heute dazu gelesen: lupenreine antisemitische Verschwörungsscheiße, verbreitet vom reichsten Mann der Welt an zig Millionen Follower, und das ist einer dieser Momente, in denen wir uns dann Gedanken darüber machen, wie viel Platz wir dem hier überhaupt einräumen. Aber es ist tatsächlich so zentral, dass wir damit einsteigen müssen, weil wir glauben, man muss diese Debatte führen. Diese fünf Worte, die Elon Musk getwittert hat. Lauten Soros erinnert mich an Magneto. Und für diejenigen, die im Marvel-Universum nicht zu Hause sind, wie mich, ich musste mir das ergoogeln. Magneto ist einer so der Superschurken aus den Marvel Comics. Kennst du die Marvel Comics?

01:18 Dennis Horn

Bist du da besser unterwegs als ich? Leider nicht.

01:21 Gavin Karlmeier

Und kann Deswegen seht uns kleine Feinheitenfehler bitte nach. Ich könnte es bei Star Trek besser als das, was jetzt kommt. Magneto kann Magnetfelder erzeugen, er kann elektromagnetische Pulse schießen. Und kann anderen Menschen seinen Willen aufzwingen. Und wer sowohl im Marvel-Universum als auch in der Antisemitismus-Debatte zu Hause ist, sieht dann noch einen Subtext. Magneto hat in den Marvel-Comics auch eine Vorgeschichte, und zwar als Holocaust-Überlebender. Die Menschheit verabscheut und an die Überlegenheit der Mutanten glaubt. And auf diesem Tweet Von Elon Musk gab es natürlich diverse Antworten. Eine kam von Brian Krassenstein, einem Journalist, der ihm geantwortet hat, Magnetoserfahrungen Während des Holocaust als Überlebender prägten seine Sichtweise sowie seine Tiefe und sein Einfühlungsvermögen. Und Soros, ebenfalls ein Holocaust-Überlebender, wird ständig wegen seiner guten Absichten angegriffen, die einige Amerikaner für schlecht halten, nur weil sie mit dieser politischen Zugehörigkeit nicht einverstanden sind. Ich würde es schärfer als Brian Krassenstein formulieren, was da passiert. Da kommen wir gleich noch zu. Aber was antwortet Elon Musk? Er antwortet Sie gehen davon aus, dass es sich um gute Absichten handelt, das sind sie aber nicht. Er will die Grundfeste der Menschheit untergraben. Soros hasst die Menschheit. So, jetzt zu diesem Mann: George Soros ist Börsenmilliardär, er ist Jude, er ist schon seit Jahren eine Reizfigur, er ist immer wieder Feindbild von Verschwörungstheoretikern, Antisemiten, Rechtsextremen. Und Elon Musk macht dieses Spiel hier natürlich mit, also sortiert ihn auch so ein als geheimen Strippenzieher einer weltweiten Verschwörung gegen die Menschheit. Das ist das klassische Bild auch der jüdischen Weltverschwörung. Benjamin Steinitz vom Bundesverband der Recherche und Informationsstellen Antisemitismus hat der Süddeutschen Zeitung gesagt, wir haben die Aussagen von Elon Musk mit Sorge beobachtet. Seine Äußerungen sind anschlussfähig für Verschwörungsmythen, die Mask damit hundertmillionenfach normalisiert. So, also das erstmal zu der Geschichte an sich. Wir kommen gleich noch zu einem interessanten Hintergrund, den die Nummer hat. Also wir beide müssen uns nicht irgendwie darüber streiten, ob das indiskutabel ist oder nicht, und wie wir das einsortieren. Ich habe mich so als. Als erstes gefragt, wo ist das Korrektiv hier? Ich habe dann natürlich direkt an Linda Jaccarino gedacht: jetzt kommt da eine andere Person, die ein Standing hat in diesem Unternehmen, wie keiner sonst, neben Elon Musk. Müsste die, die jetzt natürlich, auf deren Lippen jetzt natürlich wahrscheinlich viele gucken, sich zum Beispiel nicht äußern. Andere haben sich dazu geäußert und eigentlich, also spätestens das muss doch auch für alle, die da irgendwie noch dran festhalten, diesem Unternehmen Geld im Rachen zu schieben. nochmal ein Punkt für einen Schlussstrich sein.

04:19 Dennis Horn

Ich sehe das auch so. Also George Soros, wie du schon gesagt hast, ist ein Feindbild von Verschwörungserzählern, Verschwörungser. Theoretikern. Wenn du dir seinen Wikipedia-Artikel anschaust, findest du eine ganze Liste an Lügen, die die ganze Zeit sich als Desinformation durchs Internet verbreiten.

04:34 Gavin Karlmeier

Lügen aber nicht benannt im Wikipedia-Artikel, sondern in einem Abschnitt als Verschwörungs-Erzähler.

04:38 Dennis Horn

Genau, als Verschwörungserzählung über ihn. Einfach nur, damit man mal einen Überblick darüber kriegt, wie viel das ist. um Gefühl dafür zu kriegen, wie er als Figur taugt. Und was Elon Muskie ja macht, ist eine mal wieder eine antisemitische Trope in die Welt streuen, die er, wie du sagst, normalisiert. Und Ehrlicherweise frage ich mich korrektiv, ja stimmt. Ich frage mich, wo bleibt die Community Note beispielsweise unter diesem Tweet. Ich würde aber noch weitergehen, wo bleibt der Aufschrei? Also Dieses Weiterverbreiten von Verschwörungserzählungen geht fast immer Hand in Hand mit Antisemitismus, aber ganz selten ist der Antisemitismus So klar benannt wie hier in diesem Beispiel. Also das ist ein ganz offensichtlich antijüdisches Bild, das hier vermittelt wird, und das muss Folgen haben. Eigentlich müsste mindestens die ganze westliche Welt darauf mit Mit einer absoluten Wut reagieren. Und ich habe das Gefühl, dass das sehr wenig passiert. Ich habe das Gefühl, dass ich da relativ wenig zu lese. Ein paar Leute retweeten das, regen sich darüber auf, schreiben dazu. Elon Musk verbreitet hier Antisemitismus, aber dann endet die Debatte oft auch. Und ich bin da jetzt so langsam an dem Punkt, dass mir da das Verständnis zu fehlt. Also, ich finde, wir haben Elon Musk sehr, sehr, sehr viel durchgehen lassen auf Twitter. Mit durchgehen lassen meine ich auch, wir haben es hingenommen, dass dieser Mann JournalistInnen sperrt, dass er Tweets löscht, dass er in der Türkei in die Hand eines Autokraten spielt, damit vielleicht sogar die Wahlen mit manipuliert. Das hier sollte jetzt eigentlich wirklich der letzte Punkt sein, an dem wir sagen, das geht nicht mehr. Wir können diese Plattform so nicht mehr benutzen und diesen Mann noch reicher machen.

06:16 Gavin Karlmeier

Ist das schon ein Stück weit Normalisierung, die dann dazu geführt hat? Ich meine, wenn wir jetzt das, was er twittert, über die vergangenen Jahre so gesehen haben. Da waren ja immer wieder Memes bei, die sich klar dem libertär-rechtsextremen Spektrum zuordnen lassen, die einfach eindeutig, aus denen einfach eindeutige. . Codes gesprochen haben, auch mitunter antisemitische Codes, also das war klar erkennbar. Das kam ja immer wieder. So, und warum ist dieser Aufschrei nicht da?

06:48 Dennis Horn

Ich verstehe das wirklich nicht. Also ich kann dir die Frage leider nicht beantworten. Und die Frage, wie wir damit umgehen, wir beide jetzt hier zum Beispiel, die finde ich auch wichtig, weil wir. in der Vergangenheit immer unterschiedlich darauf reagiert haben. Solche Verbreitungen von Rassismen zum Beispiel. Also Elon Musk verbreitet sehr oft einfach nur rassistische Memes. Antwortet auf rassistische Tweets mit einem Correct oder sowas. Und oft entscheiden wir uns dazu, dass wir sagen: eigentlich ist das nicht der primäre Bestandteil unserer Berichterstattung.

07:20 Gavin Karlmeier

Inzwischen häuft sich das. Ja, oder auch weil wir mit dem klassischen journalistischen Gedanken hantieren, wenn wir das jetzt hier behandeln, wie sehr verbreiten wir das an der Stelle noch? Genau.

07:33 Dennis Horn

Ist eine Einzelfallentscheidung. Genau, es ist immer einfache. Ja, absolut. Ist so. Jetzt hatten wir aber letzte Woche die eine Episode, die ich alleine aufgenommen habe, bevor es mich dann auch krankheitstechnisch zerlegte. In der ich auf diese rassistischen Memes hingewiesen habe, die Elon Musk weiterverbreitet hat. Und habe da schon gesagt, ich habe das Gefühl, wir können das nicht mehr einfach nur hinnehmen als Liebhabertum als private Nutzung einer Plattform, wenn er auf solche Tweets antwortet, sondern ich finde, das ist eine politische Nutzung der Plattform, weil er normalisiert. Er normalisiert damit antisemitische Bilder. Und das ist nicht hinnehmbar.

08:09 Gavin Karlmeier

Wir können ihn aus meiner Sicht übrigens auch gar nicht mit keiner seiner Äußerungen als Privatperson betrachten. Er ist automatisch immer. In einem Kontext zu sehen, was er da äußert. Wenn er das als Privatperson machen möchte, dann muss er sich irgendeinen pseudonymen Rage-Account anlegen. Den er ja hat auch übrigens. Den wir aber kennen und damit ist auch der nicht mehr. Stimmt. nicht mehr dafür nutzbar. Aber jede sein, keine der Aussagen kann man trennen von seiner Position bei diesem Unternehmen und bei dieser Plattform.

08:41 Dennis Horn

Ja, das ist so. Und als der reichste Mann der Welt. Ich finde, das darf man nicht ganz übersehen. Früher haben diese, sind diese Verschwörungserzählungen. Oft aus dem Bild herausgerührt, eben nicht die reichsten Menschen der Welt zu sein. Und dass jetzt diese Person mit diesem Wohlstand sich genau auf diese Seite schlägt, macht es eigentlich noch weniger erträglich.

09:02 Gavin Karlmeier

Vielleicht noch ein interessantes Detail. Ja, das ist ein wichtiges Was im Hintergrund passiert ist. George Soros hat am Freitag offengelegt, das muss er, als Börsenmilliardär in seiner Position. unterliegt der Pflichten zur Offenlegung und dazu gehört er am Freitag, dass er seine Aktien von Tesla verkauft hat im Wert von 16,3 Millionen Euro. Er hat nicht eine einzige Aktie von Tesla behalten. Und dann gibt es noch eine zweite Geschichte: einen Antrag auf der jährlichen Aktionärsversammlung von Tesla. Da hat eine irische Investorin vorgeschlagen. Das Management von Tesla müsse das Schlüsselpersonenrisiko analysieren. Um kurz zu sagen, was dahinter steckt, ist, wenn sie damit durchkommen, dann müsste das Management von Tesla Bestimmte Personen benennen, wie eben Elon Musk, von denen Tesla übermäßig abhängig ist, und dann auch deren Verhalten in der Öffentlichkeit einbeziehen. Und das hat natürlich interessante Konsequenzen oder hätte dann interessante Konsequenzen für Tweets wie diesen und nicht nur für Tweets, die Tesla betreffen, sondern im Grunde für seinen gesamten Account. Und damit, wenn dieser Antrag durchkommt, hätte das auch Konsequenzen für Twitter und für das, wie er Twitter sich Oder wie er Redefreiheit interpretiert, das kann vielleicht seine Kurzschlussreaktion mit diesem Begriff Möchte ich das, was er da getwittert hat, nicht relativieren. Aber das kann vielleicht die Situation erklären, in der er dann diesen Tweet rausgehauen hat.

10:44 Dennis Horn

Tut es auch, stimme ich dir zu, tut es auch, zeigt aber einmal mehr. wie Präpubertär er tatsächlich ist, weil er immer von dem einen aufs Ganze schließt. Weil er hier anfängt aus einer kleinen, persönlichen Ich würde es Meinungsverschiedenheit nennen, weil 16 Millionen Dollar ist wirklich nicht viel für ein Unternehmen wie Tesla. Das ist wirklich kein großer Anteil.

11:11 Gavin Karlmeier

Zu mal ganz kurz, er selbst auch Twitter-Aktien verkauft hat in Milliarden, äh, Tesla-Aktien im Milliardenwert, um diesen Twitter-Kauf zu finanzieren.

11:20 Dennis Horn

Auch das ist richtig. Ja, also dass er da vom einen aufs andere schließt, zeigt, wie wenig reflektiert der Mann ist, wie wenig sortierter man ist. Und also Ich finde, dass diese Reaktion Teslas oder dieser Antrag, der da im Board war oder bei der Aktionärsversammlung. dass das eigentlich nur die privatwirtschaftliche Antwort auf den Gerichtsbeschluss ist, über den wir gestern gesprochen haben, der sagt, dass seine Tweets bezüglich Tesla weiterhin einem 4, 6, 8-Augen-Prinzip unterliegen müssen. Also ist eigentlich alles halb so wild. Elon Musk kriegt halt nur wieder einen Rage-Modus und fängt an, die ganze Welt zu verfluchen. Und diesmal sucht er sich ausgerechnet das Judentum dafür aus. Und das geht nicht mehr. Also ich finde das auch nicht mehr hinnehmbar. Wir uns sind natürlich ein bisschen die Hände gebunden. Also was können wir beide tun, außer uns weiter darüber zu beschweren, außer weiter in die Welt zu tragen? Leute, überlegt eure Initiative in die Plattform Twitter. Außer dahingehend zu beraten, zu sagen, dass das nicht mehr die Plattform ist, auf der man sicher ist, wenn man in einer freiheitsliebenden Welt leben möchte. Aber es ist geht nicht mehr.

12:31 Gavin Karlmeier

Wir haben ein bisschen Feedback bekommen, das auch zum Teil andockt an die Punkte, die wir gerade besprochen haben. André Kroll ist zuständig für Social Media im NDR. Er hat uns geschrieben auf Mastodon, eigentlich müssten alle Medien und Werbekunden der Plattform den Rücken kehren. Die Attacke gegen Soros ist ein erneuter Tiefpunkt. Leider ist die Plattform wohl noch too big to fail. Und zudem ist es ein Dilemma. Ein Rückzug bedeutet, den Hetzern die Plattform zu überlassen, seriöse Inhalte abzuziehen. Ich bin ratlos. Wir dampfen aber Auftritte ein. Er sagt, NDR 2 ist weg bei Twitter, Enjoy ist weg, das sind die Hörfunkwellen des NDR und wir fokussieren uns auf nachrichtliche Inhalte.

13:14 Dennis Horn

Ja, das passt natürlich in dieser ARD-Strategie, über die wir gesprochen haben. Auf Aktualität fixierte Twitter-Accounts sollen Bestand haben. Also man greift dem etwas, nimmt dem etwas, wie sagt man, greift dem voraus, sagt man es so. Das finde ich aber erstmal trotzdem eine richtige Entscheidung, weil das eine richtige Konsequenz ist. Und würde inzwischen auch dazu neigen, ihm zuzustimmen und zu sagen, wir müssen eigentlich alle da weg. Die Plattform ist ja nur so lange too big to fail, solange wir sie big machen.

13:43 Gavin Karlmeier

Ja. Was ist mit diesem Argument, das ich erstmal so falsch im Grundsatz nicht so falsch finde, zu sagen, wenn wir hier seriöse Inhalte abziehen? Überlassen wir die Plattform den Hetzern.

13:56 Dennis Horn

Ich hab das auch die ganze Zeit gesagt, ne? Ja. Ja, ich auch. Ich frage mich nur Kann man mit dem Argument wirklich alles rechtfertigen? Kann man mit diesem Argument wirklich jeden Zustand hinnehmen, einfach nur um zu sagen, äh, naja, lass sie doch. Also wir gehen ja jetzt auch nicht auf irgendwelche Nazi-Konzerte auf die Bühne, um zu sagen, dass das, was sie da machen, grundfalsch ist, einfach nur um den Nazis nicht die Bühne zu überlassen. Also vielleicht braucht es einfach irgendwann den Punkt, wo man Räume auch als verloren abgibt.

14:27 Gavin Karlmeier

Ja, also ich habe so darüber nachgedacht, wenn Twitter seinen Charakter so grundlegend ändert. Dann frage ich mich, ob dieses Argument, wir müssen da sein, dann überhaupt noch zählt. Weil denkt ihr das andersrum? Wir gehen ja auch nicht auf Plattformen wie Truth Social oder Gap AI oder wie die alle heißen.

14:46 Dennis Horn

Diesen Gap nennen es, weil da habe ich ein Beispiel zumit. Oh, bist du noch da? Ja. Habe ich ein Beispiel mitgebracht, zu dem wir gleich kommen werden.

14:52 Gavin Karlmeier

Ja, also da gehen wir ja auch nicht hin mit der Begründung, das können wir denen nicht überlassen. Wir müssen alle Plätze besetzen. Und vielleicht, da haben wir gestern kurz drüber gesprochen, da komme ich jetzt gleich auch nochmal zu, müssen wir einfach anerkennen, dass Twitter seinen Charakter so sehr verändert, dass die Plattformen die Relevanz und die zentrale Rolle, die es mal hatte, für den öffentlichen Diskurs auch einfach nicht mehr hat.

15:19 Dennis Horn

Stimme ich zu, würde aber noch einen draufsetzen wollen. Ja. Ich, das ist wirklich ein Appell jetzt von mir. Ich frage mich, warum ganz, ganz viele Figuren des deutschen Twitterversums eigentlich das alles gerade hinnehmen, ignorieren und da überhaupt gar keinen Augenmack drauf legen. Das wundert mich doch sehr arg. Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die reichweiten stark sind, die auf Twitter auch eine MultiplikatorInnenfunktion haben, die die Plattform einfach weiter nutzen. Und so langsam fehlt mir da so ein bisschen mein eigener Ansatz, das zu verstehen, warum sie das tun. Also einfach nur zu glauben, man sei zwar in der Minderheit, aber wir sind immer noch hier und wir lassen uns hier nur raustragen. Das ist für mich falsches Heldentum.

16:00 Gavin Karlmeier

Ich frage mich manchmal, ob das nicht ganz unterschiedliche Gründe hat. Also nehmen wir mal so verschiedene Bubbles. Nehmen wir mal die Wissenschaftsbubble, die auf Twitter sehr stark ist. Ob das sozusagen in einem Bereich außerhalb dieser polarisierten gesellschaftlich-politischen Debatte so sehr spielt, dass man das einfach nicht bemerkt und einem das egal sein kann tatsächlich. Und in anderen thematischen Bubbles ist es vielleicht anders. Es gibt vielleicht auch Leute, die MultiplikatorInnen sind. die Twitter nicht so nutzen, wie man ein soziales Netzwerk nutzen sollte, nämlich nicht als Einbahnstraße, ja, sondern die Twitter als Einbahnstraße nutzen. und da nur reinposten und denen das, was in den Kommentaren oder in den Antworten auf ihre Tweets passiert, denen das einfach gar nicht auffällt. Also dass es so sozusagen je nach Bubble unterschiedliche Gründe gibt, warum der Schmerz nicht so groß ist.

16:51 Dennis Horn

Ja, ich glaube, dass vieles davon stimmt, aber ich glaube, wenn du einen reichweiten starken Twitter-Account hast, und damit meine ich alles über, sagen wir, 50. 000 FollowerInnen. unterstelle ich dir das kleine bisschen Verantwortung, das mit dieser Reichweite kommt, genau zu wissen, was du da tust. Also ich verstehe das Argument voll, aber ich glaube auch wissenschaftliche Bubbles Könnten sich relativ leicht eine neue, ein neues Zuhause suchen, sei es Mastodon oder Blue Sky oder meinetwegen eine Facebook-Gruppe. Also einfach zu sagen, ich benutze Twitter nicht politisch, macht es nicht weniger politisch, Twitter zu benutzen.

17:26 Gavin Karlmeier

Wir haben über die Relevanz dieser Plattformen auch gesprochen und haben ihr eine sinkende Relevanz auch zugeschrieben. Leo hat uns geschrieben noch. Und ich lese das mal vor, weil da ein paar Interessante Punkte drin sind, die wir vielleicht auch nochmal durch dieses Feedback jetzt hier klarer benennen können. Also, ich arbeite in der politischen Bildungsarbeit zum Thema Online-Hate Speech und digitalisierte Gewalt. Und im Coaching von Community ManagerInnen gemeinnütziger Organisationen und in der Fortbildung von Fachkräften im Bereich Schule und Sozialarbeit. Eine Sache, die mich schon länger etwas irritiert, schreibt Leo, ist, dass ihr, damit man sie uns beide davon auszugehen scheint. Dass die User Experience für alle NutzerInnen tatsächlich schlechter wird, so wie für euch und für uns, also ihre Bubble, unsere Bubble. Und dass es Musks Interesse ist, alle NutzerInnen auf der Plattform zu halten und nicht zu vergraulen. Twitter bekommt so viel Aufmerksamkeit wie nie und die rechtsoffene Zielgruppe ist weltweit riesig. Es kann sein, dass er wirklich Millionen neue NutzerInnen ausgeht. diesem Spektrum gewinnt. Wenn ich mich für rechte Inhalte interessiere und ich früher oft von Wokies auf Twitter kritisiert wurde, dann wird meine User Experience wahrscheinlich real gerade besser. Weil die Aktivisten, die mich anblöken, weniger werden. Ich dachte, ich muss euch diese Gedanken einfach mal schreiben, weil ich sehe es aus einer anderen Sicht als ihr, selbst wenn das Ding für öffentlich-rechtliche und so weiter irrelevant wird. Wird es das dadurch ja nicht zwangsläufig für alle? Es wird auch genügend Rechte UnternehmerInnen geben, die gerade jetzt investieren. Und wenn das effektivste Campaigning-Tool, das wir hatten, Stadt Me Too und Black Lives Matter in Zukunft Anti-Woke-Virus-Kampagnen zu globalen Trends macht, ist es ein riesiges und gefährliches Problem, weil es letztlich nicht die zentrale Frage ist, ob links-grün versifte, in Anführungszeichen. Medienschaffende das Ding supporten. In den USA ist es wählerpotenzial der Rechtskarte. Bis zu über die Hälfte der Wahlberechtigten. Das sind krass viele Menschen, auch in anderen Ländern ist das ja nicht anders.

19:33 Dennis Horn

Ich stimme komplett Zu, ähnlicherweise. Genau. Ich habe das Gefühl gehabt, wir hätten das entweder gestern oder vorgestern auch schon mal so ein bisschen adressiert, weil ich auch diesen Eindruck habe. Ich glaube, dass Elon Musk da gerade sehr auf Publikums Phishing ist und sehr genau weiß, für wen es gerade die Plattform besser macht und für wen nicht. Ich glaube, die ganze Kommunikation, wie Elon Musk sich auf der Plattform gibt, mit wem in Elon mit wem Elon Musk in Interaktion tritt, wie Elon Musk stattfindet auf Twitter, spricht genau diese Sprache, wie das, was Leo da schreibt. Dementsprechend würde ich komplett zustimmen. Und ich finde das spannend, wenn man da mit reinwirft in diesen Topf diese Überlegungen von wegen. über die wir gestern gesprochen haben, dass womöglich die Leute, die hier adressiert werden, dass auch, also dass die alten, das alte Twitter Sehr bewusst verprellt werden soll. Also gerade mit Blick auf den Wahlkampf, gerade mit Blick auf die neue CEO, die auch eine im Kern konservativ-republikanische Person ist, habe ich schon das Gefühl, dass. wir genau das hier jetzt gerade beobachten und dass es einen rein US-amerikanisch fokussierten Blickwinkel da drin vor allem gibt. Also dass es vor allem darum gibt. Für das Publikum zu Hause interessant zu werden.

20:49 Gavin Karlmeier

Das haben wir ja gestern auch nochmal besprochen, wie sie auch in ihrem Gespräch mit Elon Musk, also Linda Jaccarino, immer gesprochen hat von this country. Genau.

20:56 Dennis Horn

So, und jetzt komme ich aber zu meinem wirtschaftlichen Gedanken. Wir haben nämlich in den USA tatsächlich eine größere Landschaft rechter sozialer Netzwerke. Wir haben sie gerade genannt. Truth Social ist eine. Die von Donald Trump gegründet wurde. Die ist jetzt nicht, wird nicht überrannt von NutzerInnen, aber Donald Trump nutzt sie als Kommunikationskanal, was dazu führt, dass eine Gefolgschaft dort auch stattfindet. Es gibt Gap Social, eine Plattform, die nur von Rechtsextremen eigentlich genutzt wird. Und die, und das ist nämlich spannend und deswegen hat sich das so alles in meinem Kopf zusammengeführt, die Newsletter an ihre NutzerInnen verschickt haben. Indem sie eine Karikatur von Elon Musk mit einem blauen, mit einer blauen Vogelnase aufgesetzt hat und ein ganz langes Statement darüber geschrieben hat, dass Twitter damit zu einer, äh, mit den Vorgängen in der Türkei zu einer Zensurplattform wird und dass das ein ganz gefährlicher Schritt für die freie Rede ist. Also ein kompletter Angriff gegen Twitter. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass da gerade so ein bisschen um den Markt gekämpft wird, derer, die jetzt mit Blick auf den Wahlkampf. in den USA auch meinungsprägend sein werden, nämlich wie wir gerade gehört haben, mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten. Und dementsprechend könnte es sehr spannend sein für Elon Musk, genau bei diesen Rechtsextremen, bei den Rechten, bei den Rechtsinteressierten eventuell auch schon.

22:10 Gavin Karlmeier

zu angeln, weil er genau weiß, das sind die Leute, die am Ende auch für ihn zahlen. Ich musste bei dem, was Leo geschrieben hat, musste ich an meine Formulierungen denken Ich hab gesagt, dass wir Twitter gerade dabei zusehen, wie es verzwert. Und ich würde Ich würde bei dieser Formulierung bleiben. Ich gehe bei allem mit, auch was in diesem Feedback steht. Und wir sprechen natürlich aus einer anderen, also aus einer bestimmten Perspektive. Der Twitter 1. 0 Perspektive und dem, was wir für Twitter halten. Und die rechte Bubble wird das natürlich mit Sicherheit ganz anders bewerten, gerade so Ähm, und ich glaube auch, dass wenn man sich diese Bubble anguckt, die Elon Musk hier anspricht, ganz offenbar, völlig egal, ob er das extrem berechnend macht, Oder dass aus seiner Haltung heraus sich nicht einfach nur konsequent ergibt. Das ist ein Markt. Das ist definitiv ein Markt. Die Zahlen geben aber gerade nicht wieder, dass Twitter wächst. Das stimmt. Sondern ich würde sagen, am Ende würde das, selbst wenn der Markt gut bedient wird und ein anderes Twitter, dann einen solchen Markt. Als Produkt auch gut bedienen wird in Zukunft und damit überleben kann, wird es trotzdem verzwärkt sein in der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer. Und der Anspruch, den wir Twitter immer zugeschrieben haben und den Elon. Mask ja eigentlich auch noch formuliert, nämlich hier eine Plattform für alle zu sein, den erfüllt diese Plattform eben nicht mehr, sondern sie geht in eine Nische, so groß sie auch sein mag. Sie fokussiert sich, um jetzt mal so die sachlichen Begriffe aus der Formatentwicklung zu nehmen oder so. Und damit ist Twitter global Betrachtet nicht mehr die relevante Plattform und aus meiner Sicht verzwärgt.

24:11 Dennis Horn

Ja, das stimmt.

24:12 Gavin Karlmeier

Aber genau das, also ich würde in der Argumentation komplett so mitgehen, das kann ein Geschäftsmodell sein. Aber ich habe Störgefühle bei der Frage, wirbt man da? So wie na wie so.

24:30 Dennis Horn

Vor allem wird man dafür andere Sachen als Kurbellampen und Konservenbüchsen. Exakt Astronautenfutter. Ja, ich stimme dir natürlich zu. Also jetzt gerade, oder das alte Twitter war eine Plattform für alle am Ende. Also die Rechten haben da stattgefunden. Die Linken haben da stattgefunden, die ganze große Mitte, die Gesellschaft im Ganzen hat dort stattgefunden, die Pornobubble hat da stattgefunden, die YouTube-Bubble hat dafür, also alle waren da. In dem Moment, wo Twitter und ein Tatort Der Tat. Und Gavin Carlmeyer. Aber die Entscheidung für Twitter eine Haltung einzunehmen oder eine Farbe anzunehmen. führt automatisch dazu, dass viele von diesen Beifangen, den du bislang mitgenommen hast, dass du den verlieren wirst. Und dann musst du verzwigen. Es kann aber sein, dass das kalkuliert ist, weil die Plattform nach Elon Musks Ansicht zu aufgeblasen war in der Vergangenheit. Das möchte ich gar nicht ausschließen. Gut.

25:32 Gavin Karlmeier

Haken dran an dieses große Thema, politische Ausrichtung und Wir kommen ein wenig zu den Funktionen und zu dem, was Twitter im Kern in der Bedienung ausmacht. Geschichte vom Platformer Newsletter, den wir hier öfter mal zitieren. Letzte Woche hat Twitter verschlüsselte Direktnachrichten eingeführt. Das war seit 2018 schon Thema. Es ist eine dieser Funktionen tatsächlich, die Elon Musk hier aus der Schublade geholt hat, um so Quick Wins wahrscheinlich zu erzielen. Und er hat eigentlich kurz nach der Übernahme, das war im November so etwa, da hat er begonnen, auch davon zu sprechen. Wir werden irgendwann hier eine Verschlüsselung auch einführen. Und die ist aber bei Twitter nur für Twitter Blue AbonnentInnen verfügbar. Also ein Vorteil an Funktionen, den man haben soll, wenn man dort das Abo abschließt. Elon Musk hat getwittert dazu zwischendurch mal so, dass es eine Funktion sein wird, die wird schnell an Raffinesse gewinnen. Und hat geschrieben, der Härtetest ist. Dass ich deine DMs nicht sehen kann, selbst wenn man mir eine Waffe an den Kopf hält. Ein fantastisches Bild. Nur ist es so nicht. Ja, also die Nachrichten sind nicht durchgängig verschlüsselt und das macht sie anfällig Für Man in the Middle Attacken. Und das Technische, also die technischen Details an dieser Stelle, die gehen zu weit beim Platformer Newsletter. Kann man das nachlesen? Aber Twitter selbst hat schon in einem Blogbeitrag gesagt, wir bieten aktuell keinen Schutz gegen Man-in-The-Middle-Angriffe. Wenn jemand, zum Beispiel ein böswilliger Insider oder Twitter selbst, als Ergebnis eines obligatorischen Gerichtsverfahrens eine verschlüsselte Konversation komprimitieren würde, Wüssten weder der Absender noch der Empfänger davon. Also es ist keine wirksame Ende-zu-End-Verschlüsselung damit. Das ist aber nicht. Das gesamte Ausmaß der Schwachstellen. Es gibt einen Sicherheitsforscher, Matthew Garrett, der hat dem Plattformer Newsletter erzählt, dass Auch darüber hinaus diese Funktion zu nutzen, er sagt, viel Vertrauen erfordert in Twitter. Er hat einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben und da kritisiert er eben diesen Ansatz zur Verschlüsselung. Ich gehe hier nicht in die Details, weil es wirklich: dann kommen wir hier mit öffentlichem und privatem Schlüssel und irgendwann explodiert uns der Kopf. Und der ist ja bei dem Thema eben schon explodiert, dass das keine Sicherheitsverbesserungen darstellt. Er hat gesagt, wenn ihr wirklich bombensicher verschlüsselt kommunizieren möchtet. dann nutzt bitte wie immer Signal oder WhatsApp. Das sind ja so die beiden Messenger mit der mit der besten gängigen Gängigen Messenger-Verschlüsselung oder die besten gängigen oder die gängigen Messenger mit der besten Verschlüsselung. Das Adjektiv an die richtige Stelle pushen. Und dann hat dieser Sicherheitsforscher einen kleinen Streit gehabt bei Twitter mit Christopher Stanley. Christopher Stanley war mal bei SpaceX und leitet jetzt das Team für die verschlüsselten DMs oder das Projekt bei Twitter. So, und der hat dann geantwortet, es wird bald ein White Paper veröffentlicht. Und ich habe unsere Implementierung von Trail of Bits prüfen lassen. Trail of Bits ist so eine Cyber Security-Firma, die solche Prüfungen macht. Und diese Leute sind knallhart, schreibt er. Und diesen Tweet hat Christopher Stanley kurz danach gelöscht. Weil, vielleicht, weil Twitter nach eigenen Angaben noch nicht mal einen Vertrag mit Trail of Bits hat überhaupt. Dieses Unternehmen will keine Stellungnahme abgeben, übrigens. Aber Plattformer schreibt: Twitter entlässt weiterhin Mitarbeiter. Die für die Beschaffung zuständig waren. Und deshalb gibt es mit Trail of Bits einfach noch gar keinen Vertrag für diese Prüfung. Also man kann ja zusammengefasst sagen. Also Twitter hat die Bemühungen, diese verschlüsselten Nachrichten zu prüfen. Mit diesem Tweet von Christopher Stanley überhaupt erst gestartet. So, und ja, also Elon Musk selbst hat ja mal getwittert: probieren Sie es ruhig aus, aber vertrauen Sie ihm noch nicht.

30:02 Dennis Horn

Ja. Gilt für so viel. Gilt für so viel.

30:05 Gavin Karlmeier

Oh Mann, ey.

30:06 Dennis Horn

Das ist super geil.

30:07 Gavin Karlmeier

Müssen wir da noch viel zu sagen? Es ist einfach eine unglaubliche. Ja, es ist vor allem wieder so ein Dilettanten, Dilettantengeschichte.

30:16 Dennis Horn

Ja, es ist so ein Marketing-Puff. Puff, das klingt nicht gut, aber du weißt, was ich meine. Ist ein Olaf-Scholz-Wort, Marketing-Puff, ne? Ist so ein bisschen wie der Doppelwumms.

30:26 Gavin Karlmeier

Ja, aber das ist so ein Negativ. Olaf Scholz nutzt solche Begriffe nur, wenn es positiv ist. Ja, das stimmt.

30:32 Dennis Horn

Aber was ich sagen will, so ein bisschen wie die Veröffentlichung des Quelltextes des Algorithmuses. der de facto nicht richtig veröffentlicht wurde und b auch niemandem etwas gebracht hat und c auch heute, wo niemand mehr drüber spricht. Also absolute Nullnummer. Genauso ist das mit der Verschlüssel der DMs am Ende auch. Also ich könnte mir auch vorstellen, dass dann irgendwann da oben drüber steht, ihre DMs sind verschlüsselt. Alle wissen, dass das nicht der Fall ist, aber naja, Hauptsache wird erstmal eingeführt. Also wir wissen ja auch, dass es diesen Toggle gibt, das einzuschalten, die Verschlüsselung der DMs, wo wir uns damals schon gefragt haben, warum sollte man das ausschalten?

31:06 Gavin Karlmeier

Ja, why though? Naja. Ist ja wie bei Telegram, ne? Also da muss ja extra so einen verschlüsselten Chat öffnen.

31:13 Dennis Horn

Ja, bei Threemar ist es doch so, dass ich deinen Code scannen muss, ne, um den privaten Key zu kriegen. Nee, das geht so.

31:19 Gavin Karlmeier

Aber ich glaube, dieses Code-Scannen, damit kannst du einfach nur in der App. nochmal hinterlegen, dass du diese Person wirklich getroffen hast und das einfach für dich noch sicherer ist in der Wahrnehmung. Aber dass es verschlüsselt ist, geht glaube ich auch so. Okay. Bleiben wir noch ein bisschen im Micromanagement. Wäre ganz geil, oder? Also Twitter Daily News postet. dass bald der Videotab in den Profilen und ein Miniplayer, damit du Bild-in-Bild gucken kannst, eingeführt werden. Außerdem Videotranskripte und Downloads und also genau Zitat aus diesem Account des Twitter Team arbeitet hart daran: eine Parität mit den Hauptstellen Hauptfunktionen von YouTube zu erreichen. Und ich würde gerne jetzt ein bisschen weitergehen, was da noch so alles kommt. Ich würde das gerne mal im Gesamten besprechen. Dann, Andrea Conway, unsere Freundin der gepflegten Funktionsscreenshots, hat Ein Screenshot gepostet, dass Listen ein großes Update bekommen. Auf dem Screenshot waren dann zum Beispiel angepinnte Listen und Trending-Listen zu sehen. Cool. So und dann hat Twitter bzw. die X Corporation ein Startup gekauft für einen zweistelligen Millionenbetrag. Vielleicht ist das das Geld, das von George Soros jetzt fehlte. Ach nee, das war ja bei Tesla, sorry. Und zwar ein Job-Matching-Tech-Startup. Lasky heißt das. Das ist der erste Deal dieser Art seit der Übernahme durch Elon Musk. Ist das, man muss da mal kurz reingehen und kurz sagen, A, ist das schlau, dass X, also Twitter, jetzt Unternehmen kauft? Ja, pass auf. 2021 gegründet dieses Start up mit Sitz in San Francisco, der hat sie das hat sich auf Recruiting spezialisiert Und der Typ, der das gegründet hat, der hat vorher schon mal ein Startup hochgezogen und hat ein Exit gemacht. Also es ist seine Strategie, das offenbar an große Unternehmen zu verkaufen. Twitter zahlt bar und in Aktien, schreibt Axios. Ähm, genauer Preis wurde nicht bekannt gegeben. Also man weiß im zweistelligen Millionenbereich. So, und da wird gemutmaßt, jetzt habe ich eben YouTube gesagt, dass hier Twitter ein bisschen auch gegen LinkedIn. Und was ist denn dann denke ich an die Alles-App. Also, das sind alles Moves, mit denen Twitter gegen alles bestehen will. Und wie passt das denn zusammen mit dieser Fokussierung, die wir eben besprochen haben?

33:46 Dennis Horn

Es ist so seltsam, weil Twitter auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Aber auf keiner so richtigen Fuß auf den Boden kriegt.

33:53 Gavin Karlmeier

Ja, und jetzt mal, also dieser Ansatz, der wirtschaftliche Ansatz, wenn wir jetzt diese ganze politische Diskussion von eben mal rausnehmen, wo wir sagen, ja, da kann sein, da konzentriert er sich auf die Rechte und so weiter. Das wirtschaftliche, die wirtschaftliche Ebene. Von Twitter. Die spielt doch auf einer Ebene, die nur funktioniert, wenn du alle ansprichst. Also diese aufgebaute-App, dieses Wee-Chat-Ding und so weiter, das widerspricht sich doch komplett.

34:18 Dennis Horn

Weißt du, was ich meine? Ja, 100 Prozent. Ja, verstehe ich auch nicht. Also vor allem, weil, also nehmen wir mal, also wir haben über eine TikTokisierung von Twitter gesprochen. Die For You-Page, die algorithmische Sortierung, die Empfehlungsalgorithmen, diese Videoplayer, das sind alles TikTok-Moves. die eine verhältnismäßig junge Zielgruppe ansprechen. Der Angriff auf YouTube ist eher eine ältere Zielgruppe. Gerade YouTube in den USA hat einen riesen Boom, gerade bei solchen Video-Assays, längere Videos, 15, 20 Minuten. Die fast journalistisch oder die journalistisch sind. Also, wenn ich mich nicht täusche, ist, glaube ich, im letzten Jahr der erste Pulitzerpreis an einen YouTuber verliehen worden.

34:53 Gavin Karlmeier

Kein Normalo lädt mehr YouTube-Videos hoch. Weil diese Plattform einfach mittlerweile so eine Latte hat an Qualität, die ich erfüllen muss, dass ich mich mit meinen normalen Nutzer-Handy-Videos Die lade ich in eine Story bei Instagram. Die lade ich noch nicht mal mehr in den Instagram-Feed. Richtig. Mich überhaupt nicht wohlfühle. So und das überhaupt nicht zu dieser Plattform passt. Das heißt. Allein zu betrachten, dass es hier um Videos geht, die man sich auf einem solchen Gerät anguckt, greift ja viel zu kurz.

35:24 Dennis Horn

Ja, total. Und wenn wir mal in diesem demografischen, äh auf dieser demografischen Karte bleiben und sehen, TikTok ist ein sehr junges Publikum, YouTube vielleicht so ein ähm sagen wir mal 20 bis 35 anakademisiertes Publikum. Diese Jobsuchenden, da ist nochmal ein völlig anderes Publikum. Gleichzeitig willst du die Listen stärken, was eigentlich nochmal ein anderer Use Case ist. Da ist keine Linie drin. Es ist keine Linie drin, wo man sagen würde, also Twitter möchte jetzt offenbar für die Jungen sein oder für die Medieninteressierten oder für die Rechten, das ist da auf dieser Funktionsebene nicht zu erkennen.

36:01 Gavin Karlmeier

Und das muss doch eigentlich miteinander einhergehen. Ja, 100 Prozent. Und das ist halt der Punkt, warum ich sage. Dass ich bei dieser politischen gesellschaftlichen Betrachtung, die wir ebenso debattiert haben, mir nicht sicher bin. Ob er bewusst das an der Stelle so verengt oder ob sich das nicht einfach nur, vielleicht bin ich da zu naiv, aber ob sich das nicht einfach nur aus seiner Haltung heraus konsequent ergibt und er nicht sieht, dass das seinem wirtschaftlichen, seiner wirtschaftlichen, in Anführungszeichen, Strategie, ich finde es ja keine, aber so diesem Part, wirklich widerspricht, weil das eine ohne das andere nicht funktionieren kann. Das würde stimmen.

36:44 Dennis Horn

Ich weiß aber nicht, wie clever Elon Musk als strategischer Unternehmensbesitzer tatsächlich geeignet ist. Also Kann ich dir nicht sagen, weil alle anderen Unternehmen, die er hat, immer eine sehr klare Linie gefahren haben, die er sich aber sicherlich nicht alleine ausgedacht hat.

37:02 Gavin Karlmeier

Und da sind wir wieder bei Linda Jaccarino und dem Konflikt, auf den das eigentlich zusteuern muss. So ist es. Anakademisiert, fand ich einen sehr schönen Begriff. Ich habe Studium abgebrochen. Ich auch. Und sind wir anakademisiert? Ja, ne? Ich fürchte, ja. Also YouTube, YouTube voll unser Ding. So Dann gucken wir noch auf die Konkurrenz. Meta hat Meta Verified eingeführt in Großbritannien. Also ähnlich wie Twitter Blue für einen Abo-Preis pro Monat 9 Pfund neunundneunzig wird es da kosten. Kann ich mir dann ein blaues Häkchen jeweils entweder für Facebook oder für Instagram reservieren? Ich muss mindestens 18 Jahre alt sein, amtlichen Ausweis irgendwie vorlegen. Um mich zu qualifizieren.

37:50 Dennis Horn

Und wenn ich dann von Meta zugelassen werde, bekomme ich die Verifikation per Post zugestellt innerhalb von sechs bis acht wenig Tagen.

37:58 Gavin Karlmeier

Die nach Angaben von Meta besser vor Fälschungen schützt. Unter anderem, weil die Konten besser überwacht werden. Man bekommt auch Zugang zu einem echten menschlichen Support, wenn es Probleme mit dem Konto gibt. Also hier ist sozusagen dieses Backing durch den Support ein ganz anderes, wenn ich so ein Verifikationshäkchen bekomme. Und auf den Erläuterungsseiten für Facebook und Instagram steht, dass sich NutzerInnen nicht nur bei Meta Verified anmelden. können, sondern auch ein Verifikationsabzeichen weiter beantragen können, wenn sie sind. Eine Person des öffentlichen Lebens, ein Promi Eine Marke und die Konto- und Eignungsanforderungen dafür erfüllen. Also, das wird es parallel weiterhin geben. Erstaunlich, ja. Ich bin gespannt, ob Meta hier in der Beschreibung einen Unterschied macht, ob man das erkennen wird. Fände ich eigentlich sinnvoll. Aber werden wir sehen. Total. Ja, ich bin auf jeden Fall auch gespannt. So. Und Blue Sky, der Code, nicht der Invite-Code, sondern der Quellcode ist jetzt public bei GitHub. Das heißt, wenn jemand richtig clever ist, kann er sich selber einen Invite-Code errechnen. Oh, weiß ich gar nicht, ob das da mit drin steckt oder so. Weiß ich auch nicht. Ob die Datenbank dafür mit Mit okayen Invite-Codes, die funktionieren, nicht irgendwo anders gespeichert ist. Kann auch sein, ja.

39:26 Dennis Horn

Ah, interessant. Wie bei Windows 95, wo man als CD-Key einfach nur 1111111 eingeben musste und der funktioniert hat.

39:31 Gavin Karlmeier

Das heißt, du liest dann in einer der nächsten Ausgaben hier Adressen von GitHub-Repositories vor, damit man das findet. Brillant, ja, das mache ich. Gut. Perfekt. Wir haben heute aus dem Clubraum der Akademie für politische Bildung gesendet. Es sieht sehr gediegen aus hier. Wir werden jetzt an den Weinkühlschrank gehen. Und uns da noch was rausholen.

39:58 Dennis Horn

Gedanken über die Politik machen.

39:59 Gavin Karlmeier

Ein bisschen Geld in die Vertrauenskasse werfen.

40:02 Dennis Horn

So ist es.

40:02 Gavin Karlmeier

Und morgen hören wir uns nicht. Morgen ist ein Feiertag. So ist es. Vatertag. Und wir sagen bis Freitag.

40:10 Dennis Horn

Wir senden aus dem Bollerwagen weiter. Bis Freitag.