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Folge 135 · 5. Juni 2023 · 32 Min.

Irritiert von der Irritation

mit Dennis Horn

Kommt das twitter-eigene YouTube? Außerdem sprechen wir über die Studie von Luca Hammer und Martina Schories, die ihr übrigens unter http://vogel.rip einsehen – oder euch in der aktuellen Ausgaben des ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann vorlesen lassen könnt.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich Gevin. Hallo Dennis, nach Berlin. Aus Berlin nach Berlin, ja. Genau. Bist du schon heiß? Ich bin schon heiß. Morgen, also heute, wenn ihr das hört, beginnt die Republika. Und wir freuen uns, euch zu sehen, wenn ihr auch in Berlin seid und auf der Republika seid. Morgen, Dienstagabend, 20 Uhr Stage One, Haken dran live.

00:32 Dennis Horn

Und wenn ihr vorab Spoiler haben wollt, sprecht uns an, wir rennen hier die ganze Zeit rum. Wir verraten alles. Zumindest so viel, wie wir schon, wie wir schon verraten können.

00:42 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also, ich glaube, ein Stück Anarchie gehört dazu, vielleicht so viel wie Stage One noch nie gesehen hat. Das ist das Ziel, genau. Wir müssen als erstes sprechen heute über Freitagabend, über das ZDF-Magazin Royal. Twitter war das große Thema dort. Ich würde ja auch sagen, die die Leib- und Magen-Plattform von Jan Böhmermann, nicht wahr?

01:10 Dennis Horn

Ja, würde ich auch so sagen. Und ehrlicherweise habe ich nur darauf gewartet, dass früher oder später das zum Thema gemacht wird. War überrascht, dass es doch so lange gedauert hat, weil Jan Böhmann ja auch einer der ersten prominenten Figuren war, die es geschafft haben, Mastodon zum Thema zu machen. Und meine These ist auch, dass wir nicht so sehr über Mastodon als Twitter-Konkurrenten sprechen würden. Hätte Jan Böhmermann nicht sehr früh das Thema darauf gebracht. Also dementsprechend eigentlich längst überfällig, dass er das Thema gebracht hat und gesetzt hat, aber jetzt war es soweit.

01:40 Gavin Karlmeier

So, und das Ergebnis der Sendung, kurz zusammengefasst, seit Elon Musk bei Twitter am Ruder ist, hat die Meinungsvielfalt abgenommen auf der Plattform. bezogen hier natürlich auf Deutschland, das war so das Studienobjekt. Die rechte Bubble twittert mehr als je zuvor. Es gibt eine Verdopplung bei den antisemitischen Tweets, Hate Speech-Accounts. Haben ja die Amnestie bekommen und Twitter ist mit Twitter Blue zu einer Zweiklassen-Plattform geworden. Und für das ZDF-Magazin Royal Haben Luca Hammer, der auf der Republika ja auch über Twitter sprechen wird, die Ergebnisse da auch vorstellen wird, und Martina Schoris mal geschaut, wie hat sich das deutschsprachige Twitter verändert. Seit der Übernahme. Und ja, mal vielleicht so ein bisschen ausgeführt, was ich eben schon so zusammengefasst habe. Also erstmal So, Accounts aus kleineren Communities ziehen sich zurück, twittern weniger oder gar nicht mehr. Der Anteil an Tweets aus der Gruppe vorwiegend rechter Accounts steigt und insgesamt Hat die Zahl der deutschsprachigen Tweets auch abgenommen. Also da gab es im April eine Messung, dass 20% weniger Tweets veröffentlicht wurden im April 2023 als im April 2020. vor zwei Jahren und die Bubble, die aus vorwiegend rechten Accounts besteht Hat jetzt im April 64% mehr Tweets veröffentlicht als noch vor zwei Jahren. Und das basiert alles auf einer Auswertung von etwa 90 Prozent aller deutschsprachigen Tweets im Zeitraum von Ende 2020. Bis Anfang 2023, das waren 1,3 Milliarden Tweets, die in dieser Analyse mit aufgenommen wurden.

03:46 Dennis Horn

Ich finde das tatsächlich ganz, ganz beruhigend, irgendwie auf eine Art, dass das, was unser Bauchgefühl, das, was unsere Beobachtungen auf der Plattform eh alles so schon unterstellt hat. Dass sich das tatsächlich in den Zahlen widerspiegelt. Dass man das Gefühl hat, irgendwie ist es weniger geworden, lässt sich dadurch bestätigen. Wir haben das Gefühl, der Diskurs ist stark nach rechts gerutscht, das lässt sich mit den Zahlen bestätigen. Und dass auch die Rechten mehr geworden sind, oder zumindest die Äußerungen rechter auf Twitter mehr geworden sind, lässt sich auch durch die Zahlen bestätigen. Und das zeigt so ein bisschen, manchmal stimmt das Bauchgefühl bei sozialen Medien eben dann doch und hilft vielleicht auch dabei, für sich selber eine Konsequenz zu ziehen.

04:30 Gavin Karlmeier

Ja, also hat im Grunde all das bestätigt, worüber wir das letzte halbe Jahr hier auch so gesprochen haben, wo man ja manchmal auch Erstmal nur dran fühlen konnte. Und wenn ihr jetzt nachlesen möchtet, die ganze Studie gibt es unter vogel. rip. Nochmal ausführlich zum Nachlesen. So. Es gibt noch eine zweite interessante Studie, da haben Forscher vom Center for Countering Digital Hate, CCDH. bei Twitter konkrete Tweets gemeldet mit Hate Speech. Und zwar waren das Tweets von einhundert Accounts von Twitter Blue AbonnentInnen und die haben dann vier Tage später nochmal nachgeschaut, und 99% dieser Tweets waren immer noch abrufbar. Es wurde kein einziger Account gesperrt. Und das ist deshalb interessant, weil Twitter-Richtlinien gegen Hate Speech hat, die wurden im April sogar nochmal aktualisiert. Und da steht zum Beispiel drin, du darfst andere Menschen nicht direkt aufgrund ihrer Rasse, ethnischen Zugehörigkeit, nationalen Herkunft. Kaste, sexuellen Orientierung ihres Geschlechts, ihrer Geschlechtsidentität, ihrer religiösen Zugehörigkeit, ihres Alters, einer Behinderung oder einer schweren Krankheit angreifen. Und The Daily Beast schreibt über diese Studie, dass die Tweets, die da gefunden wurden, auch eindeutig gegen die Richtlinien der Plattformen verstoßen und Twitter die Inhalte auch noch fördere, weil das ja alles Twitter Blue Accounts sind. Da gab es ein Thread als Beispiel. Da waren fast 100 Tweets in den Antworten von nicht verifizierten Nutzerinnen und Nutzern, aber die am höchsten platzierte Antwort sozusagen über diesen fast 100 Tweets war die von einem Twitter Blue-Nutzer. Der darin zu Gewalt gegen Migranten aufgerufen hat. Und dieses CCDH, dieses Center for Countering Digital Hate, Das ist kein Unbekanntes. Die haben schon mal eine Studie gemacht, die hat Ergebnis unter Elon Musk Tweets, die LGBT-Personen mit Grooming in Verbindung bringen, also damit gezielt Kontakt mit Minderjährigen aufzubauen, sprunghaft angestiegen sind und zwar um 119 Prozent seit der Übernahme. Und diese Studie hat dann herausgefunden, dass es fünf große, gewichtige Twitter-Accounts gibt, die für die ständige Verknüpfung verantwortlich waren, also von LGBT mit Grooming. Und die haben jährlich über sechs Millionen US-Dollar an Werbeeinnahmen für Twitter generiert Laut dieser Studie. Also auch das zeigt nochmal, welches Problem mittlerweile diese Neuausrichtung von Elon Musk geworden ist.

07:26 Dennis Horn

Ja, und ist es nicht so wahnsinnig frustrierend, dass alle Studien, die wir hier so mitbringen und so Zahlen und so, dass die nie überraschen, dass das alles so einfach nur immer wieder bestätigt, wie schlimm es tatsächlich geworden ist. Also dass wir eigentlich uns die ganze Zeit nur bestätigen lassen, dass wir alle das Gefühl haben, es ist total das Moloch geworden.

07:45 Gavin Karlmeier

Ja, ich bin erstmal so bei dir, das ist ja gut, dass man die Zahlen jetzt hat. Und dass sich das jetzt so niederschlägt, aber wer nutzt das jetzt wofür? Also Das k also, ich meine, wir haben über diese dieses Verfahren des Bundesamts für Justiz gesprochen. Wir müssen bald auf den Digital Services Act gucken. Und das sind ja alles jetzt mögliche Varianten, gegen Twitter auch vorzugehen deshalb. Zumindest hat man es jetzt schwarz auf weiß dafür und muss da nicht nochmal forschen. Wir wissen es.

08:19 Dennis Horn

Ja, das ist richtig.

08:22 Gavin Karlmeier

So und mitten in diesen Vorgängen hat Twitter seine wichtigste Managerin für dieses Thema verloren. Al Irwin hat. ihren Job gekündigt als Trust and Safety Chefin. Das hat sie der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt und die hatte diesen Job erst seit November, seit der Übernahme durch Elon Musk, und ihr Vorgänger als Trust Safety Chef war Joel Roth, der Twitter da ja verlassen hat. Elon Musk seitdem auch immer wieder scharf kritisiert. Und das Wall Street Journal schreibt jetzt, dass auch der Leiter für Markensicherheit und Anzeigenqualität, Brand Safety and Ad Quality, A. J. Brown, weg ist. Und zwar direkt nach dem Rückzug von El, habe ich eben gesagt, Ella Irvine, hat er bekannt gegeben, dass er auch geht, sie war seine Vorgesetzte. Und das Wall Street Journal schreibt: der Grund für den Rückzug der beiden war der Umgang Mit der Content-Moderation und da ging es im Detail wohl um diesen Film, über den wir letzte Woche gesprochen haben: What is a woman? Du erinnerst dich, ne? Da haben wir drüber gesprochen, dieser Film von The Daily Wire, dieser wie du hast immer die Einordnungen parat, dieser konservativen Website.

09:40 Dennis Horn

Ja, konservativ ist fast noch untertrieben, würde ich sagen. In dem Beispiel des Films kann man aber, glaube ich, sehr klar sagen, dass es einfach ein transfeindlicher Film ist, eine Art ähm Naja, eine matschige Argumentationsmasse für Leute, die Argumentationshilfen brauchen, um mensfeindlich zu argumentieren. So werde ich das mal zusammenfassen, ja.

10:03 Gavin Karlmeier

So, und dann haben wir darüber gesprochen, wie Jeremy Boring, der Mitgründer und Mit-CEO von The Daily Wire. gesagt hat, Twitter schränkt die Sichtbarkeit dieses Films ein oder hat das angekündigt, weil in dem Film Misgendering auftauche, also eine falsche Anrede für eine Person, was die Geschlechtsidentität angeht. Und du erinnerst dich daran, wie wir diese Entscheidung von Twitter für recht seltsam hielten. Weil sie ja zu dieser auch politischen, gesellschaftspolitischen Neuausrichtung von Elon Musk nicht wirklich passt. Und siehe, da Elon Musk sagt: Da haben Twitter-Mitarbeiter Fehler gemacht. Und die einzige Einschränkung bestehe darin, dass Inhalte zu dem Film nicht neben Werbung platziert würden. So, also Das heißt, tatsächlich scheint das nicht aufgefallen zu sein und da hatten Ella Irwin und A. J. Brown eine Ja, sagen wir mal, Twitter klassischere Haltungen zu diesem Film und sind auch wegen dieser Entscheidung von Elon Musk jetzt gegangen.

11:18 Dennis Horn

Ja, ich finde das erstaunlich. Auf der anderen Seite folgerichtig in der klassischen Twitter-Argumentationsstruktur. Dass einfach am Ende immer nur Köpfe rollen, egal wo ein Fehler gemacht wird. Das ist schon mal die eine Beobachtung. Die andere Beobachtung ist, dass immer, wenn wir solche Dissonanzen identifizieren, immer das Gefühl haben, irgendwo gibt es einen Reibungspunkt. Es ist ein bisschen wie bei Monopoly, wo immer die Bank gewinnt. Hier gewinnt am Ende immer Elon Musk. Und das ist ja auch, also das ist eine ganz, also auch nichts Neues, auch nichts Überraschendes. Finde aber sehr erstaunlich, dass am Ende tatsächlich jetzt da jemand über diesen Film stolpert, über den wir letzte Woche gesprochen haben. Das hätte alles vermutlich sowohl für Twitter als auch für Elon Musk, als auch für die Leute, die den Film Sehen wollten oder was auch immer, deutlich sang- und klangloser über die Bühne gehen können als jetzt so, wo auf dieses ganze Thema so viel Öffentlichkeit gelegt wird. Wir sind da ganz schnell bei so einem Streisand-Effekt, finde ich. Ja, erstaunlich irgendwie.

12:18 Gavin Karlmeier

Und vor allem, wenn da immer Köpfe rollen, ne? So jedes Mal, dann werden ja die Leute, die in den Positionen sind, immer schlechter.

12:25 Dennis Horn

Stück für Stück, oder? Ja, auf jeden Fall. Sie werden aber auch immer günstiger für Töter. Ja.

12:32 Gavin Karlmeier

Übrigens. Ja, also es gibt jemanden, der heißt Neil Truman, der hat das Brand Safety Institute mitgegründet, was, glaube ich, der Werbewirtschaft in den USA nahesteht. Und der hat jetzt zu der ganzen Geschichte gesagt, das sorgt bei den Werbetreibenden wieder für mehr Sorgen. AJ Brown zum Beispiel, das war jemand, der in der Werbebranche richtig respektiert war, auch und Da kündigt sich nochmal ein Stück Arbeit mehr für Linda Jaccarino auch an, ja, so das Vertrauen wiederherzustellen damit.

13:12 Dennis Horn

Ja, ich finde auch das erstaunlich. Also natürlich ist Unruhe immer schlecht, wenn du als, wenn du möchtest, dass Kunden zu dir kommen und. und Geld in dich stecken, aus welchem Grund auch immer. Also am Ende sollen ja Leute das Produkt kaufen, nämlich Werbeflächen. Aber mich irritiert eigentlich vielmehr, dass die Werbeindustrie nicht stärker davon irritiert ist, dass so ein Film da ohne Problem hochgeladen werden und verbreitet werden kann, sondern dass die Werbeindustrie eher davon irritiert ist, dass jetzt davon deswegen jemand entlassen wird, weil man sich. unternehmensintern nicht ganz einig ist. Also ich finde, die Brand Safety Initiative oder wie du wie sie hieß, die hätte eigentlich schon einen Schritt vorher sich mal über ihre Sorge Gedanken machen müssen, finde ich.

13:56 Gavin Karlmeier

Ja, auch wir sind irritiert von der Irritation.

14:01 Dennis Horn

Das finde ich fasst unseren Podcast insgesamt ganz gut zusammen.

14:09 Gavin Karlmeier

Linda Jaccarino wiederum bringt jetzt noch jemanden von NBC Universal mit. Einer ihrer, wie Twitter Daily News schreibt, Top Lieutenants and Advisors. Ben Arrok. Joe Ben Arrok heißt er, glaube ich. Und der wird bei Twitter auch eine eine Senior Rolle ausfüllen, Senior Business Operations. Das heißt, sie bringt da noch ein bisschen Leute mit An Bord, wie man das ja auch so macht in so einer Position. Mal schauen, welche Auswirkungen das hat. Ja, ich glaube auch, dass es ein relativ üblicher Move ist, wenn nur in so eine so eine CEO oder

14:49 Dennis Horn

Director-Position kommst, dass du dann, wenn du ein Team hast mit Leuten, denen du vertrauen kannst, dass du dann auch mal jemanden mitbringst. Erstaunlicher ist aber, dass Leute sagen, ja, ich komme mit. Weil wie wir schon festgestellt haben, für Linda Jaccarino könnte das ohne für sie einen Karriereknicks zu bedeuten, die letzte Station sein, dass sie irgendwann sagt, für andere nicht. Genau, für andere aber eben nicht.

15:10 Gavin Karlmeier

Währenddessen macht Elon Musk weiter mit seinem Free Speech Um Doing, hat in dieser Woche einen weiteren Politiker zu Gast in einem Twitter Space. Nämlich Robert Francis Kennedy Jr. Oder wie manche ihn einfach nennen: RFK Jr. oder Bobby Jr. Dieser Mensch hat vor zwei Monaten bei der Wahlbehörde in den USA bekannt gemacht, er will bei der Präsidentschaftswahl in den USA für die Demokraten antreten. Und vordergründig sieht das jetzt so aus, als hätte Elon Muskie jetzt nach Ron DeSantis, der das ja bei den Republikanern versucht, jetzt eben einfach so so einen Demokraten auch zu gasten. Ich lese dir mal kurz aus der Wikipedia vor über Robert Francis Kennedy Jr. US-amerikanischer Rechtsanwalt, Autor und ehemaliger Umweltaktivist. der außerdem als Impfgegner und Verschwörungstheoretiker in Erscheinung tritt. Er betreibt die Organisation Children's Health Defense, die neben typischen Positionen von Impfgegnern, auch andere Verschwörungstheorien verbreitet, zum Beispiel zu Covid-19 oder über den Great Reset. Und er ist bei Querdenkern übrigens in Berlin aufgetreten. Vor einer Weile hat sich gegen ein 5G-Mobilfunknetz ausgesprochen und Bill Gates angegriffen. Wegen der Chips im Kopf.

16:35 Dennis Horn

Ja, also das, wir haben da ja, als die Ron DeSanta Space-Nummer war, schon kurz darüber gesprochen, dass das womöglich passieren könnte. Dass Elon Musk in dem Atemzug auch gesagt hat, er würde niemanden wählen, den er nicht in einem Space persönlich interviewt hätte. Oder der zumindest einen Twitter Space gemacht hat. Und aus der Ferne, also wahrscheinlich braucht man so ein bisschen das Bild aus der Ferne, um so ein bisschen ein Gefühl dafür zu kriegen, was da passiert. Robert F. Kennedy Jr. ist eine Person, die unterstützt wird von Steve Bannon und Alex Jones. Also das sind beides Namen, die vor allem in Trump-Wahlkämpfen eine große Rolle gespielt haben. Es gibt Konstellationen, in denen Roger Stone eine Rolle spielt. Der Mensch, der den Wahlkampf von Donald Trump gemacht hat. Also was man hier für ein Gefühl bekommt, ist, dass er so diese Rechts. d m rechtsneokonservative, wahrheitsfeindliche, milliardärsgeprägte Bubble. Versucht hier das Wahlsystem so für sich und ihre Zwecke zu nutzen, dass man einfach versucht direkt links und rechts die gleichen Schäden anzurichten, sodass früher oder später es eigentlich egal ist, wer die Wahl gewinnt. Und das ist natürlich, also Demokratie zersetzen durch und durch, das ist katastrophal. Und dem jetzt so eine große Bühne zu bieten, ist.

17:52 Gavin Karlmeier

Das ist einfach schrecklich. Die Verschwörungsmilliardäre sind wieder am Start. Also, ich hab, als ich das über diesen Politiker gelesen habe. Habe ich gedacht, ach guck mal, es gibt ja auch bei den Demokraten Republikaner.

18:07 Dennis Horn

Ja, aber das ist ein bisschen halt das Problem dieses Wahlsystems dort oder des politischen Systems in den USA. Du entscheidest dich halt für ein Lager und dann hast du da im Zwölffel dieselben Haltungen wie das gegnerische Lager. Das ist leider so.

18:22 Gavin Karlmeier

Also, äh, der Eishersteller Ben and Jerry's ähm macht das nicht mehr mit Vielleicht nochmal eine ganz interessante Geschichte, weil ja zuletzt mit Group M zum Beispiel so ein ganzer Vermarkter gesagt hat, da gehen wir doch wieder rein. Es gibt nach wie vor Unternehmen, die da auch sehr deutlich Abstand von nehmen. Ich lese mal kurz vor aus der Pressemitteilung von Ben <unk> Jerry's dazu. Das Geschäftsmodell von Ben <unk> Jerry ist basiert auf der Idee, dass jede Entscheidung, die wir treffen und jeder Dollar, den wir im Laufe unseres Tagesgeschäfts ausgeben, eine Gelegenheit ist. . unsere fortschrittlichen Werte zu fördern. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, alle bezahlten Werbeausgaben auf Twitter einzustellen Wir haben die Entwicklung bei Twitter nach dem Kauf der Social Media Plattformen durch Elon Musk mit großer Sorge verfolgt. Hassrede hat dramatisch zugenommen, während die Moderation von Inhalten so gut wie nicht mehr vorhanden ist. Zusätzlich zu den Veränderungen auf der Plattform, die zu einer Zunahme von Hassrede geführt haben, hat Musk selbst gefährliche antidemokratische Lügen und Hassrede gegen weiße Nationalisten verbreitet. Die Plattform ist zu einem bedrohlichen und sogar gefährlichen Ort für Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund geworden Darunter schwarze, transsexuelle, schwule Frauen, Menschen mit Behinderungen, Juden, Muslime und so weiter. Das ist nicht nur unverzeihlich, sondern auch schlichtweg ein schlechtes Geschäft. So, also hier noch mehr jemand, der die Dinge sehr klar auch auf den Punkt bringt.

19:54 Dennis Horn

Ja, auch gut, hoffentlich mehr davon. Man muss bei Ben und Jerry so ein bisschen dazu sagen. Ich empfinde, also ich. Das bleibt ein richtiger Schritt und die guten Dinge werden schlechter, nur weil man sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln sieht. Bei denen ist das aber natürlich auch stark on-brand. Also Ben and Jerry's gehört jetzt zum Unilever-Konzern, das heißt, es ist einfach ein sehr Ein Konzern, die nicht nur Marken haben, die, ich sag mal, gesellschaftlich Gutes tun, aber bei denen ist es deswegen on-brand, weil sie sehr viel für NGOs spenden und Kooperation mit NGOs eingehen, mit Greenpeace zusammenarbeiten. Also Ben and Jerry tut sich einfach auch durch solches Engagement stark hervor. Deswegen passt das auch ganz gut. Ich würde mich mehr darüber freuen, wenn dasselbe jetzt. Beispielsweise der komplette Unilever-Konzern tun würde.

20:42 Gavin Karlmeier

Ja, das ist so eine dieser neuen Organisationen, wie so auch Patagonia und so, ne, die Dann auch direkt ein bisschen was Gutes für die Welt tun wollen. Wir müssen ja eh immer auch aus Werbegründen und journalistischen Gründen uns direkt wieder distanzieren. Wenn wir irgendwelche Firmennamen hier nennen. Ich esse eh lieber Nogatchok, sag ich. So. Wir spielen noch ein bisschen Jenga. Was war das? Man konnte Ende der Woche keine Profile mehr laden.

21:09 Dennis Horn

Ja, genau. Also du konntest keine Tweets auf Profilen zumindest mehr sehen. Also, wenn ich auf ein Profil draufgegangen bin, habe ich dort keine Tweets mehr gesehen. Ganz normale Synchronisationsprobleme zwischen Atlanta und New Jersey.

21:22 Gavin Karlmeier

Wie immer. So. Und dann The Good Wife ist eine Paramount-Serie, ein Anwaltsdrama, und das bekommt einen Spin-Off, das Elsbeth heißt Carrie Preston in der Hauptrolle, die eine Anwält spielt, die Elsbeth heißt. Deswegen heißt die Serie so. Oder? Ja. Und die hatten mal den Account für dieses Spin-Off The Good Fight, haben den dann aber umbenannt und jetzt wurde der neu reserviert von. Irgendwem, der in die Bio reingeschrieben hat, US Army Veteran und so. Und dieser Account war dann jetzt kurzzeitig affiliated von Paramount Plus.

22:07 Dennis Horn

Ja, und das ist geil, ne? Also da geht jetzt das Chaos richtig los, wenn jetzt Accounts versehentlich falsch assoziiert werden, weil es in einer Tabelle noch drin steht. Also man muss mal schauen, ob irgendwo so ein Affiliated Account meine These ist. so ein affiliated account irgendwo sich löscht und wenn man den dann neu registriert, dass er sofort wieder diese das Häkchen bekommt. Das ist natürlich geil, ne?

22:30 Gavin Karlmeier

Das ist irre. Ja, gut. Aber wir haben lange darüber gesprochen, dass all die Dinge auch mit unterhändisch gepflegt werden und all die Kraft der Content-Moderation geht vielleicht jetzt in solche. Dinge rein. Wir wissen es nicht genau.

22:42 Dennis Horn

Wir wissen es nicht.

22:44 Gavin Karlmeier

Es gibt jetzt mehrfach-Affiliate-Accounts auch.

22:48 Dennis Horn

Ja, also ich habe das gerade mal gecheckt. Ich kann das nicht verifizieren, sondern es gibt nur diesen Screenshot. von diesem Twitter-Account, der auch sehr viel Bullshit und auch sehr viel rechten Kram twittert, der aber sehr viel Reichweite bekommt. Dementsprechend kann ich nicht einschätzen, ob das ein Fake ist. Oder ob es stimmt. Wenn es ein Fake sein sollte, würde ich aber nicht ausschließen, dass das noch kommt, ehrlicherweise. Ja, ja.

23:10 Gavin Karlmeier

Also mehrere große goldbehagte Accounts können sozusagen Affiliates sein Für einen blauen, ne? Genau, da sind wir nämlich wieder funktionieren, weil er sowohl zu Paramount Plus als auch zu CBS gehört, oder irgendwie so.

23:26 Dennis Horn

Ja, genau. Da musst du dir mal vorstellen, stell dir mal vor, du, also jetzt mal so rein fiktiv gedacht, du wärst jetzt freier Journalist und veröffentlichst regelmäßig bei vier oder fünf größeren Medienorganisationen. Dann kriegst du alle diese HRD. Oh Gott. Oder bis Titelthesen, Temperamente, die ja irgendwie von vier oder fünf verschiedenen Landesrundfunkanstalten produziert werden. Dann hast du dahinter das Logo vom MDR, vom WDR, vom, ich weiß gar nicht, welches alles produziert, auswendig ehrlicherweise, aber du verstehst den Punkt.

24:00 Gavin Karlmeier

Affiliate Gamification nennen wir das. Genau. Und dann haben Blocklisten nicht funktioniert.

24:11 Dennis Horn

Ich arbeite nicht mit Bloglisten, ich kann es nicht so richtig, äh, nicht richtig einschätzen. Aber man kann ja quasi externe Blocklisten importieren oder die eigene Blockliste exportieren bei Twitter. Also ich kann dir zum Beispiel alle Accounts, die ich blockiert habe, schicken und du kannst das dann importieren. Und das scheint nicht so zuverlässig zu laufen. Und teilweise melden auch Leute, dass Leute sagen, 90 Prozent der Leute, die ich blockiert habe, sind weg. Ich glaube nicht, dass ich 90% der Accounts gelöscht habe.

24:44 Gavin Karlmeier

Ja, also übrigens auch wieder eine zum Teil einfach sicherheitskritische Funktion, weil man Menschen draußen haben wollte, die die einem Hass geschrieben haben oder so. Und dann wäre, wenn auch die Blocklisten nicht mehr funktionieren. Tür und Tor offen, ne?

25:07 Dennis Horn

So ist es.

25:09 Gavin Karlmeier

Ja, wir sind gerade über ein Thema.

25:11 Dennis Horn

Wir sind gerade über ein Thema drüber gerutscht.

25:13 Gavin Karlmeier

Ja, X-Video, wollte ich gerade.

25:16 Dennis Horn

Hast du deswegen drüber gerutscht, gesagt? Erzähl. Ich dachte, du kommst jetzt zu deiner geilen Überleitung, dann wollte ich dich nicht stören, sorry. Nee, das war sie schon. Und zwar sieht es danach aus, also die Quelle, auf die wir uns hier beziehen, ist eine sehr schwierige Quelle, denn ein Journalist kann man, glaube ich, nicht sagen. Ein r f lauter Rechter. Jemand, der eine Rune in seinem Twitter-Namen hat und der für AOAN, One American News Network, arbeitet.

25:48 Gavin Karlmeier

Das ist eine schlimmere Version von Fox News, nicht Fox.

25:51 Dennis Horn

Ja, genau, genau. Das sind quasi die, also wenn du den Wikipedia-Artikel liest, der fängt an mit. Die politische Ausrichtung des Senders ist rechts- bis rechtsextrem. Da weißt du schon, was da passiert. Das könnte aber tatsächlich für die Geschichte, die wir da haben, als Quelle hilfreich sein. Denn es geht um Taka Carlsen. Und wenn diese Quelle Informationen über Taka Carlsen hat. Vielleicht ist das gar nicht so unzuverlässig. Und die sagen, Kreise von Takar Carlsen erzählen so ein bisschen über das, was jetzt so passiert ist in diesem ganzen Deal mit Fox News, die ihn weiterhin bezahlen, obwohl er eigentlich keine Sendung mehr macht. Und die Tatsache, dass er jetzt angekündigt hat, auf Twitter zu veröffentlichen. Und zwar ist es wohl so, dass dieser Vertrag, den Tucker Carlson mit Fox News hat Twitter nicht als Competitor in Erwägung gezogen hat und deswegen auch nicht aufgeführt hat. Dementsprechend darf er, obwohl er weiterhin bezahlt wird und Angestellter ist von Fox News, wohl auf Twitter exklusiv Dinge veröffentlichen. Was schon mal allein spannend ist. Spannend ist aber auch der Punkt, der danach kommt, dass diese Videos, die Taka Carlson für Twitter produziert, nicht direkt bei Twitter hochgeladen werden, sondern auf der Plattform, die Elon Musk hier plant, den dem YouTube Konkurrenten Ex-Video. Also offenbar plant Elon Musk hier eine eigene Videoplattform in Twitter zu etablieren, die extra für solche längeren Videos da ist.

27:09 Gavin Karlmeier

Und die wird eben Ex-Video heißen.

27:14 Dennis Horn

Also, wir sind da wieder in dieser Welt der vielen kleinen Veränderungen gleichzeitig. Also so langsam verstehe ich nicht mehr, wohin das hier führt, aber naja, wir lassen das hier mal liegen, das könnte nochmal ein Thema werden.

27:26 Gavin Karlmeier

So, und jetzt enden wir mit Blueska. Wir haben heute über. . Das war so viel Ernstes heute schon wieder, oder? Ein bisschen, ja. Also je weiter Je weiter Twitter nach rechts rutscht, desto weniger Spaß macht das, muss ich auch so ein bisschen sagen.

27:41 Dennis Horn

Das ist leider so.

27:44 Gavin Karlmeier

Wir enden mit Blue Sky. The Intercept hat einen interessanten Artikel. geschrieben über den wirtschaftlichen Hintergrund und das Geschäftsmodell von Blue Sky Also wir gehen jetzt nicht den ganzen Artikel durch, aber ein paar interessante Punkte waren da drin. Erstmal, Blue Sky ist eine PBLLC. P B steht für Public Benefit und das ist eine recht neue Geschäftsform oder Gesellschaftsform in den USA. Und die ist für Unternehmen gedacht, die einen allgemeinen oder spezifischen öffentlichen Nutzen fördern wollen.

28:24 Dennis Horn

Ist das so etwas wie die GmbH?

28:26 Gavin Karlmeier

Ja, also mich hat das auch daran erinnert, ne? Gemeinnützige GmbH. Und Jay Graeber, das ist die CEO von Blue Sky, sagt. Wir haben uns für die PBLC entschieden, weil sie erstens schnell zu gründen war und zweitens, weil diese Gemeinnützigkeit bedeutet. dass Aktionäre uns nicht verklagen können, wenn wir die Mission über den Profit stellen. So, und was ist die Mission? Das ist natürlich die Entwicklung und Förderung dieses dezentralen Protokolls, des AT-Protokolls. Und des Ökosystems drumherum, die haben jetzt auch in diesem Artikel, sagen die nochmal, dieses Dezentrale, was da ja noch gar nicht so richtig drin steckt, kommt. Also haben sie jetzt nochmal gesagt, das wird bald kommen. Ja, und eben des Ökosystems mit anderen sozialen Netzwerken, die dann auf diesem Protokoll aufsetzen. So. Und dann stand in dem Artikel noch, wie plant Blue Sky eigentlich Geld zu verdienen. Und das war ganz interessant. Emily Leo ist auch aus dem Blue Sky-Team, hat gesagt. Wir werden in ein paar Wochen einen Blogbeitrag veröffentlichen zu unseren Monetarisierungsplänen und dann werden wir mehr dazu sagen. . Und Paul Frazy, das ist ein Entwickler bei Blue Sky. Der hat angedeutet, dass das Unternehmen möglicherweise eine Art kostenpflichtige Abo-Komponente in Betracht zieht, was auch immer das konkret heißt, und auch um Werbung ging es da.

29:57 Dennis Horn

Wie ist das mit A, Gemeinnützigkeit zu vereinbaren? Also ich glaube, das deutsche Finanzamt würde das sofort kassieren. Frage 2. Ja, wir machen erstmal Frage 2. Frage 2 ist nur, wie ist das mit Dezentralität zu vereinbaren, wenn du ein kostenpflichtiges Abo-Modell auf der Plattform hast?

30:15 Gavin Karlmeier

Ja, die würde nur auf einer Plattform funktionieren, die auf dieses Protokoll aufsetzt. So habe ich das verstanden. Übrigens die Werbung auch. Also, wenn du dann da rausgehst und irgendwie anderen Client nutzt, also ist so ein bisschen wie klassisch Twitter und dann ein anderer Client, der die Werbung ausschließt. Da bin ich dann gespannt, ob dann zum Beispiel so Client-Anbieter dafür eine Kompensation Zahlen müssten oder so. Und ich glaube, man muss sehen, dass hier also der Begriff der Gemeinnützigkeit vielleicht Sich ein bisschen unterscheidet, also wie die Definition ist. Aber ich würde auch sagen, es muss dann nicht alles gemeinnützig sein, sondern du guckst dir dieses Protokoll an und das ist der Zweck. Aber das verbietet eben nicht, an anderer Stelle mit Werbung umzugehen. Weißt du?

31:04 Dennis Horn

Ja, verstehe.

31:04 Gavin Karlmeier

So würde ich sagen.

31:05 Dennis Horn

War das in Deutschland auch so? Wissen wir das? Wissen wir nicht, ne?

31:08 Gavin Karlmeier

Das weiß ich nicht, aber ich glaube einfach, da ist auch einfach der Begriff Gemeinnützigkeit Der führt dir in die Irre, ne? Also bei uns stellst du dir dann so Einrichtungen vor, die weit weg von jedem kommerziellen sind. Aber weiß ich nicht, vielleicht sowas wie der ADAC, weißt du? Ist ja auch irgendwie ein Verein, aber trotzdem gleichzeitig hochkommerziell.

31:31 Dennis Horn

Ja, ich verstehe. Ach, gespannt. Aber Vereine müssen ja auch nochmal, wenn sie, oder? Müssen Vereine nicht auch als gemeinnützig anerkannt sein? Das weiß ich gar nicht. Voll die Laien hier sprechen über Vereinsrecht. Also, Vereinsrecht ist wirklich ein heißes Eisen, du. Naja, Haken dran eV ist auf jeden Fall morgen wieder da. Genau. Bis morgen. Bis morgen.