250 Folgen Haken dran! Das ist dreimal das Saarland oder sieben Fußballfelder! Und heute haben wir die ganz große Achterbahn der Gefühle. Von Elon Musk, der seinen Laptop nicht gestartet kriegt, zum Supreme Court, der versucht, die USA zu streamlinen ist alles dabei. Let’s go, Arte-Browser auf und hop!
➡️ Leseempfehlung: Das Social Media-Watchblog braucht kein neues Twitter https://www.socialmediawatchblog.de/warum-die-hoffnung-auf-einen-twitter-nachfolger-vergeblich-ist/
➡️ Streamtipp (eventuell): Die Arte-Doku “Elon Musk und die Twitter-Übernahme” https://www.arte.tv/de/videos/117797-000-A/elon-musk-und-die-twitter-uebernahme
➡️ Haken dran unterstützen – oder mit der Haki-Community ins Gespräch kommen könnt ihr hier: http://www.hakendran.org
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Dominic. Grüß dich, Gavin. Na, wie sind die Vibes?
00:13 Dominik Hammes
Ich war mal beteiligt an einem Projekt, wo eine Printzeitschrift gestartet werden sollte. Der Arbeitsname war Vibes. Von daher, ähm, die Vibes wurden damals nie realisiert und sind jetzt müde, meine Damen und Herren. Das ist 2024 und wir sind alle sehr müde. Die Vibes sind müde.
00:30 Gavin Karlmeier
Es gab mal tatsächlich auch das, also. Es gibt ja in Köln-Express, den kennst du sicherlich. Der ist ja ein Boulevardblatt, deutlich unpolitischer als andere Boulevardblätter. Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und sage, also das ist halt so ein typisches Boulevardblatt, das so niemandem was tun will. Das ist halt einfach so, also irgendein Nasan Eckes hat eine Instagram-Story gepostet und die macht einen Leben.
00:57 Dominik Hammes
Liegt beim Friseur und tut keinem weh.
00:58 Gavin Karlmeier
So, so genau. Und die haben mal versucht, einen jungen Ableger zu starten als Print vor ziemlich genau zehn Jahren, würde ich sagen, mit dem Namen Extra. Und die Idee war, dass die extra gratis verteilt wird. Und was aber passiert ist, dass eigentlich die Bahnhöfe, die Bahnsteige komplett voll waren mit auf dem Boden liegenden Extras, die niemand haben wollte. Irgendwann Fotos sind angestellt.
01:23 Dominik Hammes
Ja, das ist aber auch ein typisches Problem, ne? Wenn du irgendwie den Leuten das extra noch in die Hand drückst und noch auslegen lässt, dann hast du einfach nur Papiermüll generiert, ja. Das habe ich extra gemacht, ja.
01:35 Gavin Karlmeier
So, von extra zu ex, ich weiß nicht, wie wir da hinkommen. Nee, ich möchte mit dir kurz beim Meta anfangen. Und zwar geht es um eine Geschichte. Bei der ich glaube, dass wir sie gemeinsam hier aufgedeckt haben. Ich bin mir aber nicht sicher. Und zwar geht es um die. Ich komme echt, ich nehme es mir nicht persönlich, aber ich komme durcheinander. Oh, übrigens. Ich komme wirklich durcheinander, aber eigentlich muss ich noch was ganz anderes erzählen. Das hier ist Folge 250 von Haken dran. Ich bin froh, dass ich beteiligt sein darf. Was ist denn das für eine geile Zahl? Jetzt nochmal genauso viel und dann haben wir schon die halbe tausend.
02:07 Dominik Hammes
Ja, also vor allen Dingen, ich komme ja hier immer als jemand, mit der schon dicke Zahlen im Podcast-Bereich gewohnt ist, aber nochmal in der Geschwindigkeit ist das schon krass.
02:16 Gavin Karlmeier
Ja, schaffe ich.
02:18 Dominik Hammes
Ja, sicher. Wenn du so weitermachst, dann wirst du bald Deutschlands zahlenstärkster Podcast sein, in spätestens fünf Jahren.
02:25 Gavin Karlmeier
Das Problem ist ja, was jetzt von der Zeit erscheint, zweimal täglich. Da müssen wir hin. Haken dran stündlich.
02:34 Dominik Hammes
Stündlich. Einfach vorlesen, was Elon Musk mal wieder gepostet hat. Und dann einfach zehn Minuten lang Kopf schütteln.
02:41 Gavin Karlmeier
Komm, lass uns doch mit dem Elon Musk-Thema anfangen, weil das so kurios ist. Also, wir haben ja irgendwann auch.
02:46 Dominik Hammes
Ich weiß egal, welches du jetzt meinst, es wird schon stimmen.
02:50 Gavin Karlmeier
Weil, also Ich habe ja eigentlich aufgehört, über jeden Tweet zu sprechen, den Elon Musk so veröffentlicht hat. Und heute habe ich direkt zwei mitgebracht, über die wir sprechen müssen. Und der eine ist der, bei dem ich am ehesten das Gefühl habe, das ist so. Also eine absolute WTF-Geschichte. Und zwar hat Elon Musk einen Post veröffentlicht am vorgestrigen Sonntagabend unserer Zeit, in dem es lautet: Ich habe einen neuen PC-Laptop gekauft. Das ist PC-Laptop schreibt er so. Und kann ihn nicht verwenden, es sei denn, ich erstelle ein Microsoft-Konto. Was auch bedeutet, dass ich der KI Zugriff auf meinen Computer gebe, Ausrufezeichen. This is messed up. Früher gab es eine Option zum Überspringen der Anmeldung oder Erstellung eines Microsoft-Kontors. Ja, und das ist halt das Problem, so Community Node schreiben dann drunter, hat jemand Readers Added Context, es ist immer noch möglich, die neueste Version von Windows zu installieren, ohne ein Microsoft-Konto zu haben. Und Leute haben ihm das alle versucht zu erklären. Er hat es nicht hingekriegt, dann hat irgendjemand einen Screenshot gemacht, der Chat-GPT fragt, wie das funktioniert. Und es relevant, also es ist nicht ganz super unkompliziert, aber es sind halt. Bist du noch da? Ja. Hörst du mich noch? Dominik?
04:11 Dominik Hammes
Du warst ganz kurz für mich weg, entschuldige.
04:13 Gavin Karlmeier
Na jedenfalls hat er einen Screenshot von ChatGPT hier eingeblendet, wie das funktioniert. Und dann schreibt Elon Musk auch darunter. This is not cool auf Microsoft, weil ihm das zu kompliziert ist. Und das ist also bisher ist das erstmal eine hochkuriöse Geschichte. Er schreibt auch hier: Community Notes is failing here. This option no longer exists, was nicht stimmt. Weil es also offenbar möglich ist, du musst auswählen, ob du einen Computer privat oder geschäftlich nutzt, vielleicht hört. Also ich unterstelle ja Elon Musk Haki Ich erkläre es kurz. Und wenn du auswählst, dass du den Computer geschäftlich nutzt, kannst du eine eigene Domäne auswählen und somit umgehen, ein Microsoft-Konto erstellen zu müssen. Und diese eigene Domäne kannst du auch in dem Moment selber erstellen. Das ist der Weg, wie du Windows auch ohne Account nutzen kannst.
05:01 Dominik Hammes
Also, es gibt wieder so viel zu entpacken bei der Nummer. Ja, alter Mann kriegt seinen Rechner nicht eingerichtet. Also, das ist die einzige Zusammenfassung oder die einzige Überschrift, unter der ich den Artikel dazu schreiben würde. Und das, was in dem Post drinsteht als Chef von Ex, ist ja quasi zwei Behauptungen, von denen wahrscheinlich keine stimmt. Also, das mit der KI könnte in der AGB irgendwo drinstehen, da bin ich kein Experte, aber klingt ein bisschen unwahrscheinlich.
05:29 Gavin Karlmeier
Ja, ich b ja, ich stimme zu. Und also das geht ja natürlich noch weiter
05:37 Dominik Hammes
Also es hört ja nie auf, son setzt er nicht 250 Folgen mittlerweile.
05:42 Gavin Karlmeier
Denn ich f also Erstmal steht es einem Tech-CEO, nee, Tech-Unternehmensbesitzer, steht es wahnsinnig schlecht zu Gesicht, mit so einer relativ kleinen Lapalie nicht Google zu bemühen. Sondern das irgendwie bei Ex zu veröffentlichen, um Welle zu machen.
05:57 Dominik Hammes
Aber ist erstmal typisch. Entschuldigung, ich kann ja nicht mit dem ernsten Gesicht die Rolle von Maskane nehmen. Ne, aber ist ja bei ihm klar, also muss die Antwort auch bei X liegen und nicht bei Google. Das ist wahrscheinlich die Denke dahinter.
06:13 Gavin Karlmeier
Das stimmt wahrscheinlich, ja.
06:14 Dominik Hammes
Vielleicht wäre er bei Reddit schlauer geworden. Vielleicht sollte man einfach mal fragen, wann kommt denn das Betriebssystem X? Das es ja schon gibt, ne? Ich habe doch X-Window für Linux oder sowas. Das sind die Oberfläche.
06:26 Gavin Karlmeier
Oh, stimmt, ja, das stimmt, ja, ja. Das war wahrscheinlich eine, boah, jetzt sag ich was, das mir gehausgibt wurde, aber wahrscheinlich so eine Wie sagt man eine KDE-Distribution oder solche Begriffe fallen in der ist gleich.
06:38 Dominik Hammes
Also ich glaube, X war nur eine GUI, aber ich lasse mich auch sehr gerne auskippen, weil Linux ist so ein Ding, das hat mein Papa mal eine Zeit lang gemacht.
06:45 Gavin Karlmeier
Ja, beinahe auch.
06:46 Dominik Hammes
Sehr viel Suse, sehr viel Suse-Kartons zu Hause.
06:48 Gavin Karlmeier
Red Hat, wir hatten Red Hat über uns rumstehen. Wir waren ein Red Hat-Haushalt.
06:55 Dominik Hammes
Welches Auto fahrt ihr? Red Hat oder Suse?
07:00 Gavin Karlmeier
Oh Gott, ich weiß nicht, ob da jetzt noch irgendjemand relaten kann. Ich glaube, da fliehen wir alle gerade.
07:05 Dominik Hammes
Ist schon ein bisschen nerdy, gebe ich gerne zu. Aber es geht nur darum, es wäre logisch, in der Denke von Musk wirklich die Antwort auf seiner Plattform zu suchen. Wenn er immer sagt, Ex muss ja quasi die Menschen ersetzen, also alles ersetzen, dann wäre es logisch, aber es riecht einfach nur nach Inkompetenz auf jeder Ebene.
07:23 Gavin Karlmeier
So, der zweite Punkt ist. Du konntest und kannst auch je nachdem, wie du es benutzt, auch nicht. Also versuch mal, dich auf Twitter zu bewegen ohne Account übrigens. Oder auf X. Also das, was er hier unterstellt, was er gerne hätte, bietet er selber ja überhaupt nicht an. Das, finde ich, ist auch nochmal eine Melodie, die dazu gehört. So, und jetzt ist drittens eine Sache, die noch passiert ist. Satya Nadella, das ist der CEO oder Satya Nadella, ist das CEO von Microsoft. Und der hat bekannt gegeben, dass Microsoft Azure, das ist, ich will es nicht zu kompliziert, man auf jeden Fall, Microsoft geht in der Partnerschaft mit einem KI-Unternehmen ein. Das ist ein Tweet, den er veröffentlicht hat. Eigentlich nicht der Rede. Hätten wir ihn niemals erwähnt, weil es eigentlich zu legal ist.
08:06 Dominik Hammes
Auch zu technisch, ich glaube, es ist Cloud Computing, was es so ist, im weitesten Sinne.
08:10 Gavin Karlmeier
Exakt, ja. So, Elon Musk hat jetzt darunter geantwortet. Satya. Ich möchte I don't mean to be a pest, schreibt er. Aber bitte erlaube es den Leuten, einen neuen Windows-Computer einzurichten, ohne einen Microsoft-Account zu erstellen. Diese Funktion verschwindet, wenn der Computer im WLAN verbunden ist. Ich möchte mich nicht anmelden und es erlaubt es nicht, eine Work-E-Mail-Adresse zu benutzen, aber ich habe nur Work-E-Mail-Adresses. Das schreibt er öffentlich darunter. Und damit ist er nicht nur. Sorry, man muss das lustig finden, weil das ist einfach wirklich nur noch hochgradig skurril, wie du hier so ein Person. Das ist so, du kennst zufälligerweise den Geschäftsführer von irgendwie einem wichtigen Unternehmen. Oder von einem Bürgermeister. Genau. Du kennst den Bürgermeister in deinem Ort und du kriegst ein Knöllchen und du rufst den Bürgermeister an, um ein Problem mit deinem Knöllchen zu lösen. So ist das.
09:02 Dominik Hammes
Du eskalierst direkt nach völlig unruhend. Ist ja noch viel schlimmer. Also du rufst ihn ja quasi auf dem Marktplatz an mit Freisprechanlage.
09:12 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Ja, richtig.
09:13 Dominik Hammes
Das ist das Problem. Du stellst dich im Megafon vor das Rathaus. Ja, ich meine, das passiert ja täglich wahrscheinlich, dass Leute sagen, ey, kannst du da mal was machen? Weil sie wissen, es kriegt ja keiner mit.
09:23 Gavin Karlmeier
Ja, und er ist ja. Naja, er nutzt natürlich auch diese Öffentlichkeit.
09:28 Dominik Hammes
Ja, klar, aber irgendwie muss ich es ja fast schon respektieren, dass es ihm anscheinend scheißegal ist anscheinend, was andere Leute denken, aber es ist auf einem Level, der zu hoch ist. Das ist der Punkt.
09:38 Gavin Karlmeier
Ja, und das, genau. Generell ist es einfach eine so seltsame Geschichte. Aber keine Elon Musk-Geschichte kommt ohne die andere Elon Musk-Geschichte aus, die dann wieder schlechte Laune macht. Weil Elon Musk wieder einmal eine Verschwörungserzählung weiterverbreitet hat, die aber, und das, also wie gesagt, auch sowas, eigentlich gucken wir da nicht mehr drauf, aber ich möchte das zumindest mal kurz erwähnt wissen. Ähm, und zwar hat Elon Musk nämlich geschrieben, dass ähm Associated Press, eine Nachrichtenagentur, eine große Big Psy-op ist. Die Psy-Ops, das sind, also das ist eine Grundlage von Verschwörungserzählungen, die unterstellt, dass wir eigentlich alle die ganze Zeit nur noch manipuliert werden und Dinge glauben sollen, die nicht stimmen und und wir eigentlich dauerhaft gegaslightet werden. Ungefähr so Funktioniert das gerade, äh, diese Verschwörungstheorie. Und Elon Musk unterstellt jetzt, dass eine große Nachrichtenagentur eigentlich eine der Fädenzieherinnen einer solchen Psy-Op sei. Und Viele Leute haben darunter geschrieben, dass sie hier, also da wurde mit Begriffen rumgeworfen wie Drogen induziert oder Psychosen oder also was da alles schon für pathologische Urteile gefällt wurden, um zu erklären, warum Elon Musk solche Thesen aufstellt. Und ich möchte aber, dass, deswegen bringe ich das mit, weil mir das eine Angelegenheit ist Das ist hier ganz offensichtliches Stock-Whistling, um Leute zu erreichen, die genau solche Verschwörungserzählungen glauben oder weiterverbreiten. Und von denen gibt es im Internet extrem viele. Und ich will einfach nur nochmal sagen, wir machen es uns so einfach, ihn als verrückt oder als krank oder als drogenabhängig oder was auch immer darzustellen und damit Erklärungen für solche Aussagen zu zu suchen. Weil dieser Post natürlich auch eine unglaubliche Anzahl von Menschen erreicht, muss man darüber sprechen, bevor es, naja, niemand tut, ehrlicherweise.
11:33 Dominik Hammes
Also, einerseits steht, also jeder von uns möchte die ganze Zeit eine Ferndiagnose von Elon Musk erstellen. Gleichzeitig fühlt sich keiner in der Lage, und Ferndiagnosen sind halt auch nicht cool und auch falsch, einfach wissenschaftlich. Und wir sind auch keine weder Psychiater noch sonst was. Aber Fakt ist nun mal, wie du sagst, dieses Sype ist eine Dog Whistle. Und selbst warum auch immer er es postet, so kommt der Post halt an. Und das ist das Wichtigere in dem Moment. Und das Schlimme ist natürlich, es gibt diesen Begriff. Das kommt ja von Psychological Operations und gerade die USA haben das in der Vergangenheit vermutlich auch schon mal gemacht. Und das macht es natürlich nur schlimmer, weil es attraktiv aussieht für eine Verschwörungstheorie, wenn es einen Wikipedia-Beitrag hat. Und auch mir ist aufgefallen, der schreibt Psy-Op so oft. Also wenn ich jetzt eine Suche machen würde auf Ex und nur noch, was hat irgendwas Max zum Psyop getwittert. Oder gepostet. Ich will nicht wissen, wie viele es sind.
12:27 Gavin Karlmeier
Ja. Nee, will man nicht. Will man nicht. Muss aber wirklich, man kann das auch, ähm, wir fangen ja hier so an, dass so Es gibt so Hakenanfolgen, da reden wir gar nicht mehr über Twitter, ne? Oder über Ex, weil einfach so viel passiert und wir so viele Themen haben und manchmal ist es ja auch albern. Aber man darf auch nicht ganz müde werden, dass das nach wie vor einfach eine große Bühne ist, die dieser Mann einfach gekauft hat und jetzt nutzt, um solche Erzähl zu verbreiten.
12:53 Dominik Hammes
Naja, hat halt das, was vorher mit Twitter zu seinen besten Zeiten ein sehr gesundes demokratisches Milchum war, langsam in Fortchan verwandelt.
13:02 Gavin Karlmeier
Ja, also er ist zumindest auf dem Weg dahin.
13:06 Dominik Hammes
Ja, natürlich, ich tue so, als wäre es schon passiert, aber das ist ja das Ding: dieser Übergangsbereich, in dem wir uns befinden, ist ja der Schlimmste eigentlich. Weil einige Leute es immer noch komplett ernst nehmen und viel noch darauf passiert und deswegen seriöses neben dem Kram steht. Und das kommt dann auch noch vom Chef.
13:22 Gavin Karlmeier
Ja, so. Naja, oder weil es Leute vielleicht auch gar nicht merken, ne? Also weil sie gar nicht verfolgen, was Elon Musk so macht Dazu passt ganz gut, das ist meine Leseempfehlung für heute. Das Social Media Watchblog hat eine Ausgabe herausgegeben mit der Überschrift. Fast niemand braucht ein neues Twitter. Nee, die Überschrift ist, warum die Hoffnung auf einen Twitter-Nachfolger vergeblich ist. Und ich zitiere ein Stück daraus. Sie schreiben nämlich. Auch wir trauen dem alten Twitter hinterher. Es war nicht nur wirklich lustig und bereichernd, sondern auch praktisch, so vielen Entscheidern folgen zu können, deren mehr oder weniger relevante Takes. fast von selbst journalistische Inhalte generierten. . Journalisten wie wir neigen dazu, den gesellschaftlichen Einfluss von Twitter im Nachhinein zu unterschätzen. Ein Teil der Relevanz entstand im Wechselspiel mit Medien, die aus Tweets Geschichten machten. Vielleicht ist es endgültig Zeit, uns einzustehen, dass sich die Welt weitergedreht hat. Text ist nicht tot, aber eine Nische. News allein sind kein Produkt, das skaliert, sondern bestenfalls Beifan. Unsere ersten Jahre im Netz waren geprägt von Foren und Blogs, von Text. Das hat nichts mehr mit der Plattformwelt von heute zu tun und die meisten Menschen brauchen kein neues Twitter. Sie wollen nicht lesen, sondern sehen und hören.
14:33 Dominik Hammes
Ja, das macht mich insgesamt sehr traurig, weil ich nicht wirklich widersprechen kann, aber es auch nicht schön finde.
14:39 Gavin Karlmeier
Ja, also so ging es mir nämlich auch. Man liest das und also ehrlicherweise wäre ich jetzt 20 oder 21 und würde mit Internet anfangen, wie ich das damals getan habe. Also ich habe Früher angehört, aber so mit Internetinhalten. Ich würde ja auch nicht anfangen, kurze Zeilen zu schreiben. Sondern ich würde anfangen, auf TikTok zu veröffentlichen. Ich würde Videos machen. Vielleicht Reels. Aber ich würde auf jeden Fall im Hochkanten-Kurzvideo-Format denken, wenn ich jetzt anfangen würde. Das heißt. Vielleicht stimmt das, was sie schreiben. Vielleicht ist Kurznachricht einfach pure Nostalgie von uns. Wahrscheinlich nicht. Also es gibt viele Gründe, warum Kurznachrichtendienste weiterhin Existenzberechtigung haben. Aber vielleicht nicht im Mainstream.
15:23 Dominik Hammes
Das ist der Punkt, glaube ich. Weil zum einen weißt du ja genau, wie ich das mal im Journalismus gerne ein Ticken schärfer formuliert, als man es meint. Damit die Nachricht auch ein bisschen besser gehört wird. Aber das Wort, die meisten, also meisten, in dem Satz, die meisten Menschen brauchen kein neues Twitter, das ist, glaube ich, das wichtigste Wort. Also, das im Englischen sagt man schön, das ist the heavy lifting in dem Satz. Und das ist smart geschrieben, muss man wirklich einfach mal loben. Sie wollen nicht lesen, sondern sehen und hören, ist ja direkt der nächste Satz, ist ja losgelöst vom ersten, aber inhaltlich natürlich geht es um die meisten Menschen immer noch. Und ich sehe immer noch ein Eine Zielgruppe, aber die ist halt nicht mehr wie früher. Twitter war halt ein Phänomen, das eine Breitenwirkung erreicht hat, die man natürlich in Deutschland auch mal gerne überschätzt hat, weil bei uns sehr viele Meinungsmacher da waren. Aber zahlenmäßig war es halt nicht viel.
16:06 Gavin Karlmeier
Immer, äh, war immer irrelevant, zahlenmäßig. Also ich habe in einer meiner so, ich habe so eine Präsentation, das wollte ich sagen. Und in dieser Präsentation habe ich so ein, oder ich glaube, ich habe das. Ah, ich hab das im Nachsitzen schon mal erzählt, im Livestream. Dass ich habe da sozusagen so eine Momentaufnahme aus 2001. 18 war es, glaube ich. Und zu diesem Zeitpunkt hatte Facebook 23 Millionen tägliche NutzerInnen in Deutschland, was jeder vierte Deutsche ist und jede vierte Deutsche. Und Twitter 600. 000. Tägliche NutzerInnen. Das ist eine Relation von Nordrhein-Westfalen zu Stuttgart. Also einfach, das ist, da, da, da ist ein Riesengefälle drin. Und wir haben aber immer das Gefühl gehabt, also wir, die auf Twitter veröffentlicht haben, dass da die Öffentlichkeit stattfindet. Und das war ja nie so, sondern das war immer nur unsere Simulation der Öffentlichkeit, die wir sonst auch in anderen Zusammenhängen durchaus so, glaube ich, erlebt haben.
17:03 Dominik Hammes
Ich gebe das mal doch mal in Zahlen, die man vielleicht auch versteht. Das ist noch nicht mal das ganze Saarland. Ich darf das als Saarland davon sagen.
17:10 Gavin Karlmeier
Das Saarland ist ja so groß wie drei Fußballfelder, oder?
17:13 Dominik Hammes
Nee, nee. Also es geht ja nicht um die Größe, es ging ja um die Einwohnerzahl, das ist eine knappe Million.
17:18 Gavin Karlmeier
Wirklich?
17:19 Dominik Hammes
Ja, also zuletzt. Das ist sehr ein schrumpfendes Bundesland, glaube ich, aber jetzt muss ich natürlich live wieder recherchieren, weil.
17:27 Gavin Karlmeier
Ich hätte mehr gesagt. Ich hätte gesagt, dass da mehrere Millionen leben schon.
17:32 Dominik Hammes
Mehrere Millionen. Ne, es sind 990. 509.
17:36 Gavin Karlmeier
Das heißt, wenn wir alle jetzt, also ich weiß, ich weiß nicht so genau, wie viele wir alle jetzt. Aber angenommen, wir alle wären jetzt so 12. 000 Leute und wir alle würden jetzt ins Saarland ziehen, könnten wir das Saarland über die Millionengrenze wuppen.
17:50 Dominik Hammes
Also ich sag's mal so. Ich bin ja bei einigen Podcasts beteiligt und ich zähle den hier jetzt einfach mal frecherweise für heute dazu.
17:56 Gavin Karlmeier
Nee, das kannst du, weil du bist, glaube ich, der nach Dennis die Person, die am häufigsten in diesem Podcast zu hören ist.
18:01 Dominik Hammes
Das ehrt mich.
18:02 Gavin Karlmeier
Und zu Recht auch. Also desehrlich nicht zu recht, sein Du bist zu Recht, so auf dir zu hören. Das würde ich sagen.
18:08 Dominik Hammes
Das ehrt mich dann zweimal Aber ich glaube, jede Produktion, zumindest zur Spitzenzeit, würde das Saarland. Also wenn wir immer die Gesamthörerschaft nehmen, würde das Saarland über die Millionen bringen. Natürlich, ich weiß, der beschneiden sich auch ein paar, aber trotzdem, es ist halt nicht viel. Nicht mal 10. 000. Das ist ja echt krass.
18:25 Gavin Karlmeier
Warum macht das allein dann nichts?
18:30 Dominik Hammes
Das ist ein weites Feld, bevor ich jetzt da anfangen müsste. Da können wir noch eine Stunde drüber reden.
18:35 Gavin Karlmeier
Grill dran, das Saarland-Update. Oh.
18:38 Dominik Hammes
Schwenker dran einfach.
18:39 Gavin Karlmeier
So, Schwenker dran, das Saarland-Update. Eine Sache noch zu Ex. Und zwar haben wir ja hier über dieses Gerücht gesprochen, dass das Gmail, also das kursiert ist auf Twitter und auch immer noch kursiert. dass Gmail eingestellt werden soll, das Google inzwischen selber widerlegt hat. Jetzt häufen sich aber offenbar die Hinweise nach einem Tweet von Elon Musk, aber auch von Leuten, die darüber sprechen. Dass ähm ex gerade an einem eigenen Mail-Dienst arbeitet mit dem Namen. Na, rate mal.
19:12 Dominik Hammes
Ja, komm Ich habe es ja auch schon gelesen. X-Mail.
19:15 Gavin Karlmeier
X-Mail, natürlich X-Mail. Das Problem ist, es gibt schon mehrere Dienste, die X-Mail heißen. Aber offenbar ist das in Arbeit.
19:24 Dominik Hammes
Naja, ich meine, das wird ja intern gepitcht worden sein. Ich meine, der Satz war bestimmt, ich meine, was ist eine E-Mail mehr als eine größere Twitter-Post?
19:36 Gavin Karlmeier
Also, warum ich die Geschichte mitbringe. Ich möchte mit dir eine Internetzeitreise machen.
19:43 Dominik Hammes
Das mache ich jeden Tag, Alter. Ich mache jeden Tag auf und denkst du, warum ist nicht mehr 1999? Gut.
19:49 Gavin Karlmeier
Es gab mal Facebook Mail. Du konntest eine at facebook. com-Mail-Adresse haben und die E-Mails, die dort hingegangen sind, landeten direkt in deinem Facebook-Postfach. Das war eine verrückte Zeit, weil man, also ich hoffe, also wenn irgendjemand, der uns da draußen hört, bitte meldet euch, wenn das irgendjemand von euch wirklich genutzt hat. Auch für E-Mail, weil irgendwann wurde es natürlich gesunsettet, wie man sagt, eingestellt, dieses Feature, aber den Versuch Diese Verzahnung von E-Mails und sozialen Medien oder sozialen Netzwerken, den gab es schon mal und der ist schon einmal gescheitert. Liebe Grüße.
20:27 Dominik Hammes
Ja, es gab ja auch, es gibt eigentlich für jedes Produkt, ich weiß nicht, ob man das heute noch machen würde, aber für jedes Produkt gab es auf jeden Fall mal den Willen. E-Mail-Fähigkeit reinzuprogrammieren. Also ich glaube, das ist heute noch so, bei allen Kindles kannst du, die haben eine eigene E-Mail-Adresse.
20:43 Gavin Karlmeier
Ach wirklich?
20:44 Dominik Hammes
Ja. Kann sein, dass man die erst einrichten muss, aber man kann jedem Kindle einfach eine E-Mail schicken und dann kann man es auf dem Kindle direkt lesen. Ist ja eigentlich eine Komfortfunktion. Und früher, als Bluetooth noch nicht super funktioniert hat und Cloud Computing und alles, als man den veröffentlicht hat, war das der beste Weg, irgendwie schnell mal ein Dokument dahin zu schicken.
21:02 Gavin Karlmeier
Das glaube ich immer noch, ja. Ja, finde ich geil. Also vor allem, das Ding ist ja, dass das ganze Themenfeld E-Mail. Sich immer wieder, obwohl da natürlich viel daran gearbeitet wird, Google zum Beispiel jetzt mit Emote Reacts ja E-Mails anreichert und so.
21:16 Dominik Hammes
Sind mega gut, anstatt endlich mal dieses Scheiß 70er-Jahre-Protokoll zu reformieren. Ich glaube, es gibt auch schon längst Vorschläge dafür, die einfach nicht durchgesetzt werden, weil es so ein Riesenaufwand ist.
21:27 Gavin Karlmeier
Und es ist aber irgendwie ja auch charmant. Also es funktioniert ja. Ja. Es hat natürlich auch Fallstricke, die man dann quasi auf Client-Seite lösen muss, wie zum Beispiel dieses unglaubliche Spam-Problem. Datenschutz. Datenschutz. Also es gibt einige Probleme. Aber das ist halt ein Protokoll, bei dem man sagen muss, das ist einfach, das ist etabliert und gelernt. Die Leute haben das akzeptiert, dass es das gibt. Und die E-Mail, also die E-Mail hat sogar den E-Postbrief überlebt. Was heißt denn hier sogar?
22:01 Dominik Hammes
Dass es das Fax wahrscheinlich überleben wird. Und dafür nicht vergessen, in Deutschland immer noch relativ am Leben und in einigen asiatischen Ländern auch noch Sehr stark. Ich glaube, in Japan war das, wo man noch sehr viel mit Faxmaschinen macht.
22:13 Gavin Karlmeier
Japan ist übrigens auch eines der Länder in dem Blue Sky wahnsinnig stark. angenommen wird. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. Ansonsten einen kleinen Gucktipp. Ich habe es selber noch nicht gesehen, aber es wurde mir jetzt im gestrigen Dienstag sehr, sehr, sehr häufig zugehört. spielt. Es gibt jetzt eine Art-Dokumentation, die ist ein Einkauf aus den USA, also eigentlich eine amerikanische Dokumentation, mit dem Namen Elon Musk und die Twitter-Übernahme und sie geht 90 Minuten, was Also ist insan für so eine Art Doku. Und bin wirklich gespannt, worum es da geht.
22:48 Dominik Hammes
Ja, also ich bin auch gespannt, was sich hier Herkunft, das lustig, Regie James Jacoby, Land USA, Jahr 2023, Herkunft, ZDF.
23:00 Gavin Karlmeier
Naja. Also ich bin, ich bin auf jeden Fall, also oh. Du hast das gehört, sonst hätte es niemand gehört. Ich habe diesen Link angeklickt und. Wenn man auf den AT-Link klickt, startet direkte Doku, wenn ihr das auch wollt. Der Link ist hier in den Shownotes versteckt.
23:15 Dominik Hammes
Bei mir ist nicht direkt Stahl, aber wahrscheinlich anderer Browser drin.
23:18 Gavin Karlmeier
Ja, ich benutze den Art Browser. Wir steigen direkt. Wir gehen rüber zu Meta. Und wir fangen mit der Frage an, wie geht es denn Threads so? Ähm, Mad Navera hat sich da dem mal angenommen und sich die Zahlen angeschaut und er sagt, die täglichen Downloads auf iOS von Threads Haben jetzt das Dreifache erreicht von dem, was X gerade erlebt. Das heißt, die Threads, Download-Raten steigen und steigen und steigen. Er schreibt zwar, schwanken zwar, aber sie sind immer über X. Und er stellt die These auf, dass sich das jetzt auch bei den monatlich aktiven NutzerInnen früher oder später bemerkbar machen wird. Jetzt muss man natürlich dazu sagen, dass. . Also der Markt, was die X-App angeht, vielleicht etwas gesättigter ist als bei der verhältnismäßig neuen App-Threads. . Aber das Dreifache der täglichen Downloads finde ich schon stark bemerkenswert nach wie vor.
24:13 Dominik Hammes
Ja, ich meine, das ist ja einfach ein klassisches Aufholrennen. Ohne dass man jetzt sagen würde und dann kommt wieder die Sache ins Spiel, braucht man noch Microblogging slash textbasierte Kurznachrichtendienste. Wenn das jetzt, es ist nicht epochal. Also man hat nicht auf einmal den Tisch leer gefegt und gesagt, alle anderen Apps können eigentlich sich abmelden. So ist es auch wieder nicht. Aber ich finde, wäre ich jetzt Meteor, würde ich sagen, das ist ein gutes Fazit, kein Mega-Fazit, aber damit kann man weitermachen.
24:41 Gavin Karlmeier
Ja, und wenn jetzt noch die unregretted User Minutes steigen, dann wäre alles gut.
24:46 Dominik Hammes
Die beste, wirklich, also wenn man wirklich darauf wert legt, dann muss man einfach aus dem Internet raus.
24:54 Gavin Karlmeier
Dann fängt Meta jetzt an, die, also hier steht Apple-Steuer, habe ich da hingeschrieben, aber das ist natürlich weder eine Steuer noch. Also, ist ein irreführender Begriff, aber diese kleine Gebühr, die Apple erhebt auf alle Zahlungen, die du in der App über das Zahlungssystem von Apple leistest. Diese 30 Prozent, die gibt Meta jetzt an die Werbetreibenden weiter. Und Meta empfiehlt deswegen diese Boosted Posts, also das ist ja das einzige echte Werbemodell, das du am Handy buchen solltest. Alles andere ist Also es gibt glaube ich auch Möglichkeiten, richtig Werbung am Handy zu schalten, aber man macht es einfach besser nicht. Aber das Boosted Post-Prinzip, also das heißt, du kaufst dir Reichweite auf einen Post, den du schon hast, bei Zielgruppen, die du auswählst. Oder schon mal ausgewählt hast, die kannst du eben direkt über die App machen. Wenn du das tust, ist es aber 30 Prozent teurer, als wenn du es direkt in dem Business Manager tust.
25:53 Dominik Hammes
Ich habe eine Frage diesbezüglich, eine Verständnisfrage. Das heißt, für mich als Anwender einfach, wenn ich in der App drin bin, über iOS, kostet es 30 Prozent mehr als überall sonst über Meter. Bedeutet aber doch auch Dass Apple mehr Geld bekommt als vorher. Richtig. Weil die ja davon wieder 30% abziehen.
26:14 Gavin Karlmeier
Ja, ich weiß nicht, ob die wirklich jetzt exakt 30% draufschlagen. Weil dann bekommt Apple ja 30 Prozent von 130 Prozent, was ein anderer Betrag ist als 30% von 100%. Das ist mein Punkt. Ja. Also so tief bin ich jetzt in die mathematische Recherche nicht reingegangen.
26:30 Dominik Hammes
Mir ging es einfach nur darum, dass Apple einfach nur da sitzt und sagt: Na, mal gucken, ob das für euch funktioniert. Und bis dahin kriegen wir mehr Kohle.
26:35 Gavin Karlmeier
Das ist ja bei UT Premium genauso. Also, wenn du UT Premium am Handy abschließt, zahlst du 17 Euro dafür. Was immer, also 12,90 Euro ist schon zu viel, aber 17 Euro ist wild.
26:49 Dominik Hammes
Macht das immer schön über euren Google-Browser und Vielleicht ist es dann irgendwann auch mal nochmal ein Euro günstiger als überall sonst.
26:57 Gavin Karlmeier
Ja, das wäre in der Tat schon. Ja, aber du hast natürlich vollkommen recht. Apple profitiert davon am meisten von dieser Lösung, abgesehen davon, dass die Leute es halt nicht mehr tun. Also entweder die Leute hören auf, dieses Prinzip, also dieses Produkt einzukaufen, was schlecht für das Unternehmen ist, oder Apple verdient mehr Geld, was nicht das Ziel der ganzen Übung war.
27:18 Dominik Hammes
Wobei es Meta halt herzlich egal sein kann. Also da stehen sie ja nicht direkt in Konkurrenz, die wollen nur, dass ihre Buchhaltung stimmt und dass der Preis auch der Preis ist.
27:27 Gavin Karlmeier
Der Preis ist der Preis. Die Regels sind die Regels. Richtig. So, es gibt ja diese Trending-Topics, die bei Leuten schon ausgespielt werden, bei Threads, über die wir schon gesprochen haben. So, und jetzt hat hier einer mal einfach einen Screenshot gepostet und hat so geschrieben, Meta schreibt, wir werden politische Inhalte entpriorisieren und Threats sagt einfach nur Good luck! Und du siehst so, wie auf Platz 1 ein Nachricht ist über einen US Air Force-Soldaten, der sich selbst das Leben genommen hat, mit einem politischen Hintergrund. Dann einen Chairman der Republikanischen Partei, der zurückgetreten ist. Dann die Geschichte um den Gefangenenaustausch um Alexei Nawalny. Also, du merkst, alle Geschichten sind natürlich maximal politisch.
28:15 Dominik Hammes
Ich glaube, die vierte ist die einzige, die es nicht wirklich, also gar nicht ist, und die fünfte ist dann Elon Musk und ähnlich. Ich glaube, das ist sogar lustig. Das ist, könnte sogar das sein mit dem Computer.
28:25 Gavin Karlmeier
Oh ja, das ist genau, das ist die mit Windows.
28:27 Dominik Hammes
Ja, aber die ersten drei sind komplett politisch.
28:30 Gavin Karlmeier
Exakt. Und das zeigt ja halt, dass, also sie können tun, was sie wollen, aber die Leute werden diese politischen Inhalte weiter verbreiten. Und ich habe da richtig viel drüber nachgedacht, über dieses endpolitische Threads im Instagram. Weil ich habe so ein Gefühl und das Gefühl ist, dass der erste Reflex von Entscheiderinnen und Entscheidern in Medienhäusern sein wird, sie wollen uns nicht, dann lassen wir das. Und meine Gedanken führen aber dazu, dass es eigentlich ja Dadurch, dass du nicht mehr empfohlen wirst, aber geteilt werden kannst, diese endpolitischen oder die ent die entpolitierten Der Versuch der Entpolitisierung der Plattform eigentlich so richtig eine Motivation sein muss zu sagen, dann machen wir es jetzt erst recht, in der Hoffnung stark geteilt zu werden, weil wir auf die Empfehlungsalgorithmen nicht mehr zählen können. Aber wir verlassen nicht diese Plattform.
29:20 Dominik Hammes
So habe ich auch die erste Reaktion von vielen wahrgenommen. Also gerade natürlich Leute, die auch im Wahlkampf natürlich sind. Und das ist ja auch ihr gutes Recht, die Plattform zu nutzen, die dann gesagt haben, ey, wenn ihr mir folgen wollt, ich stehe da und da und dafür, macht es jetzt, weil danach seht ihr mich vielleicht in der Timeline nicht mehr wieder, bla bla bla. Und das gleiche gilt aber auch für Politjournalisten und Aktivisten, da habe ich das mehrfach gesehen. Fand das sehr positiv, weil nichts davon war irgendwie auch eine Attacke an Meta oder so. Einfach nur so, ey, wenn die das unterdrücken wollen. Wir machen trotzdem weiter und folgt mir etc. pp. Das war zumindest so ein kurzer Sprung, wahrscheinlich in Reichweite sogar für Politik Und ich weiß auch nicht, ob das bei Thread so gut funktionieren wird wie bei Instagram. Es ist natürlich anekdotisch. Und der Plural von Anekdote ist auch nicht Datensatz, sondern da sind halt drei Geschichten dann am Schluss. Schön. Hab ich geklaut von James O'Brien. Funktioniert im Englischen viel besser. The plural of anekdote is not data.
30:23 Gavin Karlmeier
Aber es ist ein schönes Bild.
30:25 Dominik Hammes
Ja, ja, definitiv, ist auch sehr wichtig, dass man sich das vor Augen fühlt. All meine Freunde sagen aber, das ist so. Aber in meiner Beobachtung, also rein anekdotisch, wie gesagt. Entweder ist es, wenn ich Werbung, wirklich Hashtag Werbung, benutze, weil es einfach mal vorkommt bei mir, dass irgendwas werbefinanziert ist, was auf meinem Instagram-Account passiert. Oder weil ich irgendwas zur Politik geteilt habe, was eben auch passiert, weil es mich nicht kalt lässt oft. Danach bricht meine Reichweite ein. Das kann ich an mehreren Beispielen einfach belegen. Das kann nur mein Account sein, aber vielen anderen geht es auch so. Und wie gesagt, anekdotisch. Und da funktioniert es auf jeden Fall sehr gut.
31:03 Gavin Karlmeier
Aber weißt du, was ich glaube? Also da ich will jetzt nicht anfangen, das Metalied zu singen, weil ich glaube, sie würden genauso argumentieren. Aber Ich nenne mal ein Beispiel. Also, also ich also früher haben alle immer gesagt, wenn du einen YouTube-Link auf Facebook postest, dann performt der nicht, weil die Leute, weil Facebook nicht will, dass du die Plattform verlässt. Das ist als Logik sinnvoll. Ich glaube aber, dass sie gar nicht manipulativ vorgehen, weil was passiert? Der Algorithmus, zumindest bei Facebook, früher. hat ja selber eine Art Page Rank oder bei Facebook hieße Edge Rank erstellt. Also er hat Domains nach diversen Kriterien bewertet, wie Google das auch tut. Dazu gehört Aufrufbarkeit, Zugriffsladedauer. Wie sagt man, wenn eine Website am Handy gut ausgespielt werden kann? Da gab es ein Buzzword, das man früher immer haben. Responsive? Ja, genau. Responsive Design. Also all diese Dinge, die fließen damit rein. Jetzt hat Facebook aber noch eine Metrik, die Google natürlich auch hat, immer anders, nämlich wer klickt da drauf und wie lange bleiben die Leute da drauf. weil du bei Facebook in einem In-App-Browser bist und sehen kannst, was machen die Leute dort. So, und gerade die Domain YouTube. com war ja eine Domain, die von wahnsinnig vielen Leuten bei Facebook genutzt wurde, die dann auch ich weiß ich nicht, sich dabei gefilmt haben, wie sie durch ein Zoo laufen. Kleine Reminiszenz. Wie sie durch ein Zoo laufen. Und das hatte dann drei Aufrufe und dann haben sie das bei Facebook gepostet, ohne Text dazu und mit dem Link im Antext da. Und auch da hat dann niemand drauf geklickt. Und wenn das viel passiert ist, dann haben natürlich Postings, die youtube. com als Domain, als Verweis nutzen, weniger Aufrufe erzielt als andere Links, weil andere Domains irgendwie sehr stark angeklickt wurden. weiß ich nicht, irgendwie was für Nachrichtenseiten zum Beispiel oder sowas. Und das ähnliche kann natürlich, also bis hierhin glaube ich, soweit nachvollziehbar. Und dasselbe kann natürlich auch mit Hashtags passieren, dass der Hashtag Werbung einer ist, der dazu führt, dass Inhalte einfach weniger Performance erzielen und dementsprechend der dann bei dir auch weniger performt, obwohl du eigentlich nur ein Hashtag benutzt hast, weil das Buzzword Werbung dazu führt, offenbar, dass Leute damit weniger interagieren, also drosselt der Algorithmus direkt die Reichweite auf diesen Postings.
33:28 Dominik Hammes
Klar, also das ist eine logische Begründung und wie gesagt, das ist eine Anekdote. Also ich finde nur die Kombination interessant. Das eine ist Werbung. Und ich glaube auch, dass der Algorithmus einfach lernt, die Leute haben keinen Bock auf Werbung. Vielleicht zeige ich ihnen das dann weniger, weil das ist ja keine Werbung für meine Plattform und keine gebuchte Werbung, sondern eine Werbung, von der wir gar nichts haben. Also habe ich überhaupt keinen Grund, ihnen das zu zeigen. Und auf der anderen Seite, Politik ist dann wieder ein größeres Fragezeichen. Aber auch da, der Algorithmus kann es gelernt haben, die Leute mögen das gar nicht. Ich glaube, da steckt halt in der Begründung, ob sie stimmt oder nicht, auch ein bisschen dahinter. Wir wollen, dass die Leute auf Instagram eine gute Zeit haben. Das soll so eine politikfreie Zone sein, bla bla bla, die es natürlich nicht wirklich gibt. Ja, aber ich verstehe den Gedanken. Das ist dieses alte, warum muss immer alles politisch sein? Weil die Leute sich nicht schlecht fühlen wollen und ich verstehe die Emotion. Sag ich mal.
34:23 Gavin Karlmeier
Das ist dieses am Abendessen mit der Familie, die Eltern, die hochkonservativ wählen und man selber als linker Jugendlicher und die Mutter dann sagt: Och, lass uns doch jetzt nicht über Politik reden, ist doch so ein schöner Abend.
34:34 Dominik Hammes
Das ist einfach eine komplette Episode von mir ein Specker sofort.
34:38 Gavin Karlmeier
Ja, ich war jetzt bei Loriot, aber das du bist ja auch südlicher Aufgabe. Gewachsen ist nicht.
34:44 Dominik Hammes
Ja, aber die Schnittmenge funktioniert in dem Fall. Es würde sich nur anders anhören. Das ist einmal wunderschönstes Hochdeutsch, das andere ist wunderschönstes Saarländisch. Aber im Endeffekt ist es das gleiche. Da schwätze ich mir jetzt nicht drüber. Ist jetzt gut. Geh auf die Straße. Geh demonstriere.
35:00 Gavin Karlmeier
Ich habe eine Meldung mitgebracht. Nee, alles gut. Die nicht direkt aus dem unmittelbaren Handlungsbereich, aber doch aus dem Zuhause eines alten Bekannten dieses Podcasts. Stammt, nämlich Dennis Horn, der ja zu 1 Live gegangen ist, weil 1 Live angekündigt hat. Grüße auf jeden Fall, der angekündigt hat, also der Sender, nicht Dennis jetzt, am morgigen Donnerstag die Facebook-Seite einzustellen. Das ist in der Tat hei, denn da muss ich kurz privat werden, mein Lebenswerk endet dort. Also ich habe so viele Jahre an dieser Facebook-Seite. Bitte? Ach so. Ich habe so viele Jahre an dieser Facebook-Seite herumgedoktert und so viele schlechte Witze dort publiziert, dass ich zumindest hier an dieser Stelle so ein kurzes. Gefühl der Andacht einmal platzieren wollte. . .
35:45 Dominik Hammes
Okay, ich dachte, du liest jetzt deine zehn liebsten Wortspiele vor aus der Zeit. Das wäre natürlich auch sehr schön gewesen.
35:50 Gavin Karlmeier
Nee, aber ich könnte. Also einige fallen mir noch ein. Zum Beispiel, wie ich ein. Wie ein Foto. Oh Gott, nee, das kann ich nicht.
35:58 Dominik Hammes
Aber rettest du die Daten irgendwie aus persönlicher.
36:01 Gavin Karlmeier
Ich würde gerne, aber ich kann das. Also wenn irgendjemand weiß, wie man alle Bilder auf einer Facebook-Seite speichern kann. Dann sag Bescheid, weil ich weiß es nicht. Vielleicht schreibst du einfach Zuckerberg mal an. Hey Marc. Please help me to save my Lebenswerk.
36:17 Dominik Hammes
Ja, brauche ich dafür eine E-Mail-Adresse. Ja, ich meine, das Schlimme ist ja, ich hoffe, Sie kriegen es gut hin, die Seite zu löschen. Ich war ja auch unter anderem Ich weiß, es ist erzähl wieder heute viel zu viel von früher. Aber wir sind heute auch freier Social Media Arbeiter irgendwann mal. Jeder war mal Social Media Manager und sowas. Und habe deswegen immer noch Rechte für diverse Facebook-Seiten, wo ich längst nicht mehr arbeite. Ich habe auch irgendwann mir mal die Mühe gemacht und versuche, mich da überall abzumelden. Es gibt Seiten, da kriege ich das einfach nicht hin. Weil ich dann der letzte Admin für das Projekt bin und das Projekt existiert nicht mehr und man hat nie die Facebook-Seite gelöscht und ich sitze da und bin so, ich kann sie ja jetzt nicht löschen für die anderen. Das gehört mir ja nicht.
36:59 Gavin Karlmeier
Da mache ich mir nicht so Sorgen bei Ihnen. Aber ich fände es schon, also ich bin auch gespannt, ich weiß nämlich nicht, ich habe auch mit niemandem von Ihnen darüber gesprochen, aber ich bin gespannt, ob Sie die tatsächlich löschen. Weil das finde ich tatsächlich, wenn ich ein wie sagen die jungen Leute, ein bold move jungen Leute Ja, entschuldige mal. Weil die hat ja auch eine, also wirklich, die werden da ja schon natürlich sinkende Reichweiten erfahren, aber jetzt auch nicht, also die sind da jetzt nicht völlig irrelevant mit dem, was sie tun. Und den Leuten wird das wahrscheinlich nicht sofort, aber dann doch irgendwann auffallen, dass da nichts mehr passiert, was dafür spreche ist zu löschen. Auf der anderen Seite Ist das halt auch wirklich ein Archiv, weil da seit 2009 wirklich auch tagesaktuelle Dinge be und verarbeitet wurden?
37:51 Dominik Hammes
Ja, ich würde sie auch lieber entpublizieren, oder wie das heißt in dem Fall, damit sie einfach nicht mehr öffentlich ist und man nicht mehr liken kann und keine Beiträge mehr sieht oder sowas oder alle Follower entfernen und sowas. Ich verstehe aber die Entscheidung, ohne dass ich die offizielle Begründung und auch die internen, kenne ich auch nicht. Aber immer wenn ich auf Facebook bin. fällt mir auf, dass die einzigen Dinge, die noch gut laufen, entweder von Fans, weil es Fanseiten sind, irgendwie gut gemanagt werden, wie auch ein gutes Reddit-Forum eben. Oder sehr viel Arbeit drinsteckt, da wirklich die Moderation der Kommentare sauber zu halten. Und das Ich glaube nicht, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung da funktioniert, wenn man nicht gerade eine Meme-Seite ist, die irgendwie wüsste noch damals in den 80ern 8, Kinder von heute verstehen das alles nicht mehr. Das kriege ich leider alles vorgeschlagen. Es ist einfach so anstrengend, auch dass Leute gerade meiner Generation auf diesen Blödsinn reinfallen, immer noch. Aber da sind dann alle Emojis der Welt vertreten und 700 Kommentare. Also ich verstehe, warum es passiert, ich finde es noch nicht schön. Und die verdienen dann irgendwie auf ihrer Seite vielleicht nochmal Geld mit Werbung. Ich habe keine Ahnung, wie deren Refinanzierung aussieht. Aber es ist entweder sowas, was ich als recht wertfrei empfinde, oder es ist halt echt viel Arbeit. Wenn man nur eine Nachricht veröffentlicht, weißt du ja genau, was passiert. Also ich sage immer, wenn jemand, der unsere Berufserfahrungen gemacht hat, über die Dauer eine Facebook-Seite sieht oder irgendeine Seite sieht im Internet. das Thema sieht, das gerade publiziert wird, groben Feeling für die Community hat, kann die ersten zehn Kommentare vorschreiben. . Sogar den ersten, den man löschen muss.
39:33 Gavin Karlmeier
Hundertprozentig. Hundertprozentig. Natürlich kommt bei 1 Liver noch dazu, dass sie als junge Marke eine gewisse Disruption natürlich vorleben müssen und dazu gehört auch, wenn das Nutzungsgefühl. . . In der Community ist, Facebook interessiert niemanden mehr und ich glaube auch für Leute in NRW um die 20 mag das auch viele auch zutreffen, dann ist es natürlich auch an sich schon das richtige Statement zu sagen, dann machen wir das auch nicht. Sondern wir konzentrieren uns eben auf Instagram, TikTok, whatsoever.
40:03 Dominik Hammes
Also ich finde, dass die voll 30-Jährigen nur posten und sagen, ey, wann spielt er wieder? This is how you remind me, dann würde ich auch sagen Nee, danke.
40:15 Gavin Karlmeier
Ja, so ist es. So, und dann gibt es noch eine Geschichte, das ist die, die ich am Anfang schon mal versucht habe zu erzählen. Und wenn dann sind wir irgendwie bei Elon Musks Versuch, sich bei Windows einzuloggen, gelandet. Und zwar die Geschichte, bei der ich mir nicht sicher bin, ob wir beide sie hier schon mal zusammen erlebten oder sezierten. Und zwar ging es um die Webscrapingfirma Bright Data. Das ist ein Unternehmen, ähm, bei dem du sozusagen Informationen bekommen und offen da auch kaufen kannst. Zumindest ist das jetzt die Schlagzeile, auf die ich mich jetzt beziehe. die öffentlich einsehbar sind. Also wie viele FollowerInnen hatten eine Instagram-Seite, wie viele Postings haben die veröffentlicht, wie viele FollowerInnen hatten sie vor einem Monat, bla bla bla. So, gleichzeitig hat die Firma Bright Data aber eben auch einen Nutzungsvertrag. Wenn du dich nämlich, wenn du dich nicht bei Instagram einloggst, dann hast du einen Meta-Nutzungsvertrag. Und auf dieser Grundlage hat Meta dieses Unternehmen verklagt, weil sie gesagt haben, also. Ihr habt einen Vertrag und gegen den habt ihr verstoßen, weil ihr unsere Nutzungsdaten weiterverkauft. . Bright Data hat gesagt: Nee, nee, nee, nee, nee, alle Daten, die wir hier öffentlich zu Geld machen, sind die, die öffentlich einsehbar sind, ohne sich bei euch einzuloggen. Und damit gilt dieser Nutzungsvertrag nicht für die Daten, die wir hier gerade monetarisieren. Und ich habe hier in dem Podcast auch schon gesagt, das ist so eine Geschichte, die sich so anfühlt, als wäre von vornherein absehbar. Da kannst du vor Gericht keinen Erfolg mit haben, sondern da versuchen Metas, ähm, versucht Metas Loyal Team, äh, ne, wie heißen die? Legal Team, so, Legal Team hier so ein bisschen mit den Säbeln zu rasseln, um das Unternehmen einzuschüchtern. Naja, jetzt ist es so, dass das Gericht entschieden hat, dass Meta keine ausreichenden Beweise dafür hat und schon gezeigt hat, naja, es könnte sein, dass es hier nicht so gut läuft, deswegen Meta die Klage jetzt zurückzieht. Kleines Update, also an der Stelle. Gut, lassen wir glaube ich einfach so stehen. Okay, das war offenbar keine Geschichte, die wir gemeinsam besprochen haben.
42:15 Dominik Hammes
Ich glaube nicht, aber die lässt mich emotional auch relativ kalt.
42:18 Gavin Karlmeier
Okay. Dann eine Geschichte, die dich vielleicht nicht so kalt lässt. Eine Geschichte, die so ein bisschen Blick darauf wirft, was in den USA gerade passiert. Wir haben ja hier bei Haken dann immer mal wieder auch naserümpfend über irgendwelche Bundesstaaten gesprochen, die irgendwelche anderen Jugendschutzmarkt. Maßnahmen einführen von sehr sinnvoll, wie weiß ich nicht, dass Eltern Zugriff auf Accounts haben können oder regulieren können oder zumindest die Einverständniserklärung abgeben sollen, bis hin zu nicht so ganz sinnvollen wie Instagram muss alle fünf Minuten warnen, dass du dein Handy abschalten sollst, weil Nacht ist und du unter 18 bist. War ja alles dabei und das sehr, sehr fragmentiert. Und jetzt ist es so, dass es einen Reddit-Nutzer gibt, der sich im Star Trek Subreddit eingeloggt hat. Bist du Trekky? Ja, ja, definitiv. Ja, na klar. Okay. Dann weißt du es vielleicht, es gibt, wenn du dich beim Star Trek Subrated Einloggst, da gibt es eine Nutzungsregel, an die du dich halten sollst und die lautet einfach nur, du kannst es vielleicht ahnen, die lautet be nice. Und vielleicht ist es auch kein Star Trek Insider. I don't know. Ich bin wirklich kein Tricky. Und dieser Typ. hat aber einen Charakter einer Serie als Soyboy bezeichnet, was eine Beleidigung ist. Und deswegen wurde er aus dem Subreddit verbannt. Und was er dann gemacht hat, ist, eine Klage gegen Reddit einzureichen, weil es ein texanisches Gesetz gibt, das es Social Media Unternehmen verbietet, Beiträge oder Konten zu löschen. als wenn also wenn der Grund für die Löschung ein eigener Standpunkt ist, eine Meinung. Ein Gesetz, das es nur in Texas gibt. So und das wird jetzt der Supreme Court ab kommenden Montag verhandeln. wird sich mündliche Argumente anhören und wird darüber diskutieren oder entscheiden, ob dieses texanische Gesetz verfassungskonform ist. Und wird gleichzeitig auch ein Gesetz aus Florida überprüfen, nachdem es Plattformen nicht erlaubt ist, die Konten von politischen Kandidaten zu sperren. Das heißt, es wird jetzt grundsätzlich mal darüber gesprochen, wie weit reicht eigentlich staatliche Entscheidungsgewalt gegen soziale Netzwerke, also wie viel Regulierung kann eigentlich vom Staat kommen? Und wie viel ähm wie viel Zersplitterung oder wie hier der Washington Post schreibt, Splinternet, ähm, ist eigentlich. Du brauchst immer ein Wort. Wie viel Splinternet bedarf es eigentlich und gibt es eigentlich und kann es hier eigentlich geben? Also sie schreiben hier die Washington Post. In der Mangelung bundesstaatlicher Vorgaben gibt es in roten Bundesstaaten, also in republikanischen, Gesetze, die es Unternehmen erschwert, Inhalte aus ihren Diensten zu entfernen. Während es in demokratischen Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York Transparenzmaßnahmen gibt, die Unternehmen sogar ermutigen, gewalttätige oder schädliche Beiträge zu entfernen. Und das soll jetzt eben ein für alle Male durch den Supreme Court so ein bisschen Gestreamlinet werden. Oh Gott.
45:19 Dominik Hammes
Es ist ja wirklich ein riesiges, riesiges Problem oder eine Problematik, sagen wir mal. Wo es ja auch um das, was ich immer wieder gerne anspreche, wenn ich hier, wenn, wenn irgendwelche Online-Medien so groß werden, dass sie eigentlich eine staatliche Funktion einnehmen geht. Und dann muss der Staat ja zumindest irgendwann Stellung beziehen zu dem, was da passiert. Und das passiert jetzt endlich mal. Andererseits ist natürlich diese absurd komische Seite, wie das zustande gekommen ist, dass irgendein Typ jemand anderlich beleidigen durfte auf einem. Richtig dämliche Art und Weise, muss man auch dazu sagen. In einem Star Trek-Forum. Also, wenn dabei ein gutes Gesetz rumkommt, dann fühle ich mich als Fan sehr bestätigt. Und wenn nicht, dann schüttel ich einfach nochmal im Kopf. Gleichzeitig habe ich wirklich Angst. Wir wissen ja alle, was das Durchschnittsalter des Supreme Courts angeht, weil die jüngsten Leute sind ja immer, glaube ich, noch alle älter als ich. wie das mit dem Verständnis in Sachen Internet aussieht. Das ist ich hoffe einfach, dass Sie sich sehr gut beraten lassen.
46:16 Gavin Karlmeier
Also angesichts der Kongressanhörungen. Durch übrigens jüngere als die Leute im Supreme Court sitzen, in den letzten Jahren muss man dazu sagen, ja, das kann ich dem Wunsch nur anschließen.
46:31 Dominik Hammes
Also, sowas darf man, wenn man keine Ahnung vom Thema hat, und das ist ja halt. Gar nicht schlimm. Das ist ja kein moralisches Vergehen, keine Ahnung zu haben. Ich habe von den meisten Sachen keine Ahnung. Dann muss man sich aber Zeit nehmen, das irgendwie rauszufinden, wenn man so eine wichtige Entscheidung trifft. Und die ist, glaube ich, nicht zu unterschätzen. Das musste ihnen wirklich jemand erklären, wie weitreichend das ist. Denn die Frage, ob hier jemand einfach wild jeden beleidigen darf. Ohne dass das, weil das von deren Meinungsfreiheit gedeckt ist. Ich meine, es sind die USA, es ist definitiv möglich, dass die Entscheidung so aussieht. Oder ob man die Institutionen, also Reddit etc. , denen die Macht gibt, zu, auf ihrer Plattform zu zensieren, das könnte den Amerikanern halt wirklich den falschen Hals. rutschen, wobei es halt in meinen Augen auch keine Zensur ist, weil ja keine staatliche, wirkliche staatliche Seite. Bei uns ist es ja aus, bei uns gab es doch damals. Ich erinnere mich an einen Fall, da hat jemand im Fußballforum jemanden beleidigt und der Seitenbetreiber wurde deswegen belangt, obwohl er es nicht selbst war. Deswegen hat er natürlich angefangen, dann zu löschen, was ja sein Hausrecht und auch seine Verpflichtung irgendwo war. Und dann haben Leute geschrien, das ist ja Zensur.
47:39 Gavin Karlmeier
Ja, das ist übrigens natürlich keine Zensur. Zensur findet immer am Start statt. Habe ich ja auch schon mal. Das ist so ein Hagen-Dran-Evergreen. den ich gar nicht müde werde, immer wieder zu betonen.
47:53 Dominik Hammes
Du hast heute auch irgendwann mal was gesagt, was ich gedacht habe, das müsste hoffentlich im Discord aufgegriffen werden. Ich habe es mich 20 Sekunden nach wieder vergessen, dass es sehr, sehr witzig war. Ich hoffe, das wird noch ein geflügeltes Wort. Ich muss die Folge vielleicht doch nochmal hören. Mach das mal.
48:07 Gavin Karlmeier
Mach das mal. Ein Download mehr, Dominik. Schön. Jetzt habe ich aber auch vergessen, was ich sagen wollte. Achso, nee, aber diese Zersplitterung über verschiedene Bundesstaaten, das ist halt. Also, das ist ein bisschen.
48:23 Dominik Hammes
Wenn wir irgendwann da sitzen und EU-weit bessere Regeln haben im Sinne von, sie greifen gleich in allen verschiedenen Nationen als die USA in ihren einzelnen Bundesstaaten, dann wird das irgendwann sehr beschämt.
48:33 Gavin Karlmeier
Das ist wahr. Auf der anderen Seite dürfen wir uns da auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen mit unseren Ministerpräsidenten-Konferenzen.
48:41 Dominik Hammes
Oh ja, gerade in Sachen Bildung. Das ist ja eine gute Überleitung, fällt mir gerade auf.
48:46 Gavin Karlmeier
Zu TikTok? Ja, das war. Denn es geht um eine Studie, die die Landesanstalt für Medien NRW veröffentlicht hat, mit dem Namen Challenge Accepted. Und der ist um die Ich liebe das, muss man dazu sagen. Also, ich liebe, eigentlich ist das so, dass da müsste man mal so ein, naja, für ein Buch bin ich leider oft zu faul, aber so Namen von Studien von Anstalten. Ist einfach, das ist einfach geil. Die haben immer.
49:16 Dominik Hammes
Ich nenne persönliches Chuck Norris Witzebuch.
49:18 Gavin Karlmeier
Ja, hundertprozentig, genau. Es ist einfach super. Weil die haben immer so, man macht sich immer darüber Gedanken, wie so eine, äh, wie die heißen kann, die Studie.
49:27 Dominik Hammes
Und wenn es zitiert wird, catchy Name.
49:30 Gavin Karlmeier
Genau. Und die, und da reicht es dann nicht, wenn die irgendwie einfach nur. wie gefährlich es TikTok heißt, sondern die muss dann heißen Challenge Accepted. Finde ich aber eher, also irgendwie finde ich es auch charmant, weil da machen sich halt Leute Gedanken, wie man das irgendwie ein bisschen catchy kriegt.
49:46 Dominik Hammes
Ich habe leider Anekdoten dazu.
49:49 Gavin Karlmeier
Ja, bitte.
49:51 Dominik Hammes
Zum Thema. Wir sollten es erstmal, glaube ich, vortragen, was da so vorkam.
49:55 Gavin Karlmeier
Ach, zu dem Thema. Ich dachte zum Namen Studien. Nee, nee, wirklich zum Thema ausnahmsweise. Und zwar. Und das Ergebnis der Studie ist, ein Drittel aller Challenges ist potenziell schädlich und sind sie einmal im Umlauf, verbreiten sie sich schnell. Okay. Aber das Ergebnis ist, dass 65% aller untersuchten Challenge-Videos harmlos sind. Also Tanz-Challenge, Singchallenge, sowas, ne? Also das, was Sagen wir mal, euer zehn Jahre älterer Arbeitskollege für Vorstellung hat, wenn er hört, dass ihr TikTok benutzt, was er glaubt, dass ihr euch dann anguckt, so, Tanz- und Sing-Videos. Aber ein Drittel der Videos zeigen potenziell schädliche und ein Prozent der Challenge-Videos zeigen potenziell tödliche Challenges. Das Ergebnis dieser Analyse ist, Videos mit negativen Inhalten sind nicht zwangsläufig erfolgreicher oder haben eine höhere Reichweite. Aber es gibt theoretischer die Regulierung schädlicher Inhalte, was bedeuten soll, dass Dinge, die halt eben potenziell tödlich sein können Eigentlich weniger stark verbreitet werden sollten. Sie schreiben aber, wird ein Video nicht früh genug oder ausreichend reguliert, lässt der Algorithmus durchaus zu, dass sich so ein solches Video innerhalb weniger Wochen stark verbreitet. Was Jetzt ehrlicherweise auch nicht ganz überraschend ist, aber wenn diese Studie das ergibt, dann zeigt es ja, dass es offenbar passiert ist. Und sie schreiben auch, dass hier ist es, 60 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen 60 Prozent der Befragten kommen in Kontakt mit Inhalten, die bei ihnen Unwohlsein verursachen. Und 10% der Jugendlichen, die befragt wurden, kommen täglich in Kontakt mit Videos, die wie war die Formulierung Unwohl sein verursachen, was finde ich eine sehr vorsichtige Formulierung noch für diese Inhalte ist. Und Sie haben dafür ein Beispiel genannt, nämlich. Die sogenannte Momo-Challenge, bei der Teilnehmernehmerinnen und Teilnehmer gefährliche und selbstverletzte Aufgaben durchführen sollen. . Und 20 Prozent der Befragten kannten diese Momo-Challenge. Was für die der, wie sagt man, Lackmustest ist dafür, ob sie tatsächlich mit diesen Inhalten in Kontakt kommen.
52:09 Dominik Hammes
Ja, das klingt auch recht dramatisch tatsächlich, weil so dieses Simon-Says-Prinzip, was wir hier haben, ich habe die Momo-Challenge jetzt noch nie gesehen, also stelle ich es mir einfach vor, dass das irgendein Filter ist oder eine Figur oder ein Video, wo man dann drüber spricht oder einen Text einblendet oder KI-Stimme. Heute machen wir mal trinken wir mal diese Flüssigkeit oder sowas. Das ist natürlich wirklich düster und ich glaube, der Unterschied zu wie wir sozialisiert worden sind im Internet und TikTok, ist ja, man lockt sich in TikTok ein und der Algorithmus macht Vorschläge und eins davon ist dann das. Und bei uns hieß es so, ey, hast du schon von Rotten. com gehört. Ja, ja, klar. Und dann musst du ja aktiv draufgehen und nicht entscheiden. Und dann gehst du nie wieder drauf oder suchst es dir aus, nochmal drauf zu gehen. Und bei TikTok ist es halt so, hier, hier ist dein Algorithmus. Guckst du ja an. Das ist ein Problem. Und zum anderen, ich habe ja aufgrund meiner Studienfläche relativ viele Lehrer im Bekanntenkreis. Deswegen kenne ich zahlreiche Geschichten von TikTok-Challenges. Deswegen waren überraschend wenig Beispiele hier in dem. Aber ich die Besen-Challenge, wo es darum geht, einem anderen einen Besen in den Popo zu rammen. Ich bezweifle, dass das je erreicht worden ist, aber allein der Vorgang ist natürlich sehr schädlich. Und dann, darüber darf man dann, glaube ich, trotz Sachbeschädigung wenigstens ein bisschen lachen, geht es darum, wirklich komplette Toiletten aus der Wand zu reißen. Ist natürlich überhaupt nicht schön, aber wenigstens kommt dabei hoffentlich niemand krass zu Schaden.
53:34 Gavin Karlmeier
Und hat vielleicht zur Folge, dass die Schulklos, die seit 1972 nicht mehr renoviert wurden, endlich mal einen neuen.
53:40 Dominik Hammes
Also, wenn es irgendeine positive Sache von diesen furchtbaren Sachen gibt, weil das ist wirklich, wirklich schlimm für alle Beteiligten. Dann vielleicht die, dass Schulen, die so ein bisschen lethargisch geworden sind, wirklich aktiv werden müssen, weil dann muss, da muss man was tun. Ach so, das erste Stockwerk steht unter Wasser oder was? Naja, gut. Dann ist er halt so, ne? Das geht an sich.
54:02 Gavin Karlmeier
Ich leite das, was ich jetzt sage, mal wieder mit dem Satz an, den ich gefühlt in jeder Folge. Mir ist aufgefallen, dass ich mich da sehr mit häufe, dass ich diesen Satz sage. Aber Ich gehe ja für Medienkompetenzschulung in neunte Klassen. Das heißt, ich treffe 15-, 16-Jährige, teilweise auch 14-Jährige und spreche mit denen darüber, wie sie das Internet nutzen. Und meine erste Frage ist immer, was ist eure Bildschirmzeit? Und da kommen dann so Werte raus wie also Tagesdurchschnitt 13, 14 Stunden Und Platz 1 der Apps ist wirklich mehrheitlich, zum Großteil bei allen Schülerinnen und Schülern ist wirklich TikTok auf der Eins. Mit vier, fünf, sechs Stunden am Tag TikTok. Und die Leute wissen nicht, was sie sich da angucken. Die gucken einfach und sagen danach, ja, bisschen Fortnite, bisschen Minecraft, bisschen Fußball, bisschen Formel 1, was auch immer.
54:47 Dominik Hammes
Das sind aber auch die Wunschthemen, die sie dann nennen.
54:50 Gavin Karlmeier
Genau. Ja, ganz genau. Weil alles andere wischen sie halt weiter. Aber du musst dir ja nur mal überlegen, wie viele Videos du in vier Stunden sehen kannst, wenn diese Videos, die du weiterwischst, wenn du die mitzählst. Du bist relativ schnell bei einer unglaublich großen Zahl. Und dass der Algorithmus es dann nicht schafft, da nicht auch Inhalte auch durchrutschen zu lassen. ist, finde ich, liegt fast auf der Hand. Die Frage ist aber in der Tat, ob man da dann nicht ein anderes Prinzip braucht, weil du solche Challenges bist, die ja vermutlich relativ schnell algorithmisch erkannt werden können, zum Beispiel Durch die Tatsache, dass sie eben mit einem Hashtag markiert sind, um überhaupt als in diesen Hashtag, in diesen Challenge-Empfehlungsalgorithmus reinzurutschen. dass da schon reguliert werden muss. Also da muss man sagen, da ist tatsächlich das Unternehmen in der Pflicht. Und natürlich sind da auch die Lehrerinnen und Lehrer und auch die Eltern in der Pflicht, damit umzugehen, dass nur weil ein Kind jetzt gerade sieht, wie sich jemand, ich möchte es gar nicht sagen, was sie da so machen, nur weil jemand irgendwas Giftiges zum Beispiel zu sich nimmt, dass man das nicht sofort nachmachen muss Weil das ist natürlich, also das fühlt sich an wie ein No-Brainer, aber auch das muss natürlich erstmal vermittelt und erzogen werden.
56:01 Dominik Hammes
Ja, vor allen Dingen ist, glaube ich, ich möchte jetzt nicht pauschal irgendwie eine ganze Generation von Eltern verurteilen. Das wäre auch Blöd.
56:09 Gavin Karlmeier
Aber richtig ist das, weil offensichtlich das Wissen darüber fehlt, was da passiert. Nicht nur die Eltern, sondern auch der Lehrkräfte, die bereit dann auf, was da passiert.
56:18 Dominik Hammes
Ja, sie wissen nicht, was da passiert. Und es gibt ja gute Gründe, dem eigenen Kind ein Telefon zu geben. Ich sage bewusst Telefon in dem Zusammenhang. Weil es gibt ja verschiedene Optionen. Immer noch. Und natürlich gibt es auch Gruppenzwang und hier und da, aber immer wieder der ganz basale Fakt: WhatsApp ist ab 16. Was da vorher passiert, sind die Eltern erstmal haftbar. Das ist, glaube ich, eine Formulierung, die ist ganz gut, wenn man die wieder mal gehört hat. Stimmt. Und es sind Teenager. Man kann sich doch ausmalen, was man selber in dem Alter da geschrieben hätte. Nicht, dass das gut wäre, aber es ist halt eine Entwicklungsphase.
56:55 Gavin Karlmeier
Ja, und es ist auch wichtig, dass es eine Entwicklungsphase gibt, die mit Rebellion und Aufstand und eigenen Räumen zu tun hat. Aber diese eigenen Räume sind nämlich genau das Ding. Was für Jugendliche interessant ist, ist das, was die Eltern nicht verstehen und was die Erwachsene nicht verstehen. Und jetzt hör dich doch mal in deinem Umfeld um, nicht nur bei den Lehrerinnen und Lehrern, weil die sind sogar vielleicht noch sensibilisiert, aber bei. allen anderen, vielleicht sogar denen, die Kinder haben und frag doch mal, wie viel Zeit verbringst du auf TikTok? Da wirst du ganz, ganz viele Leute haben, die sagen werden, nee, das ge, das gucke ich mir nicht an, das interessiert mich nicht, ach Und dann haben sie Argumente, ja, das ist diese chinesische App oder da wird doch nur gesungen und getanzt. Und natürlich haben die alle damit recht, aber in dem Moment, wo du Kinder hast oder mit Kindern arbeitest. . Wird es für die erst so richtig interessant, wenn sie genau wissen, dass sie dich da nicht antreffen werden?
57:41 Dominik Hammes
Und das ist, glaube ich, der Hauptunterschied zwischen dem Fernseher, denn bei uns ja omnipräsent war und dem Smartphone, weil selbst wenn man nur ins, wenn selbst wenn das Kind damals schon ein Fernseher im eigenen Zimmer hatte, was ja früher definitiv nicht Standard war. Wenn die Eltern dann reinkommen, Tür aufrein, sehen sie sofort, was läuft. Und auch jetzt so im Wohninnen im Wohnzimmer ist, ja, denn die gucken unfreiwillig sehr viele Folgen Power Patrol und zum 50. Mal Frozen. Das ist halt so. Und dann wissen sie auch grob, was das ist. Und Louie, neuerwings. Und nichts davon ist auch schlecht. Aber sie wissen eben grob, worum es sich handelt. Wenn TikTok nur einen großen Fernseher lief und zwischendurch kommt dann ein Momo um die Ecke und sagt, ja, jetzt zünd doch mal was an, würden die Eltern schon sagen, was ist das denn?
58:23 Gavin Karlmeier
Ja, natürlich, genau.
58:28 Dominik Hammes
Wir kommen uns echt, ich komme mir so alt vor, ne? Es ist schlimm dieses Jahr, aber es ist leider auch richtig so darüber zu reden, fürchte ich.
58:34 Gavin Karlmeier
Ja, weil das Problem mit den Challenges ja aber auch ist, dass die setzen ja auf ein Momentum und dieses Momentum kriegen. Wir alten nur mit, wenn es zu spät ist, wenn wir nicht selber mit unterwegs sind.
58:50 Dominik Hammes
Oder so Oder fünf Stunden am Tag so tun, als werden wir 16 und TikTok so benutzen und das ist das kann ja niemand wollen.
58:56 Gavin Karlmeier
Nein, das nicht, aber ganz ehrlich Ey, guck mal, also ich persönlich, ne? Ich arbeite mit sozialen sozialen Medien und ich versuche trotzdem so wenig Zeit wie möglich mit TikTok zu verbringen. Aber ich weiß, dass das Teil meiner Arbeit ist. Ich weiß, dass es wichtig ist zu verstehen, was da gerade so passiert. So, und das irgendwie funktioniert das, obwohl ich nicht die ganze Zeit dort abhänge. Und das möchte ich, glaube ich, auch von den Eltern und Leuten, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, immer im Umfeld erwarten. Weil, wie du schon sagst, ein Lehrer sagt, ich habe noch nie ferngesehen. Dann können die SchülerInnen denen sonst was erzählen. Das ist, glaube ich, ein Problem. Man muss, man darf nicht sich völlig abhängen lassen von denen, weil sonst ist man halt abgehangen.
59:43 Dominik Hammes
Ja, das ist absolut richtig. Ich habe ja auch bin in der gleichen Bredouille, nicht im Sinne von, dass ich meine, du musst ja in dem Fall auch Kinder aufklären und Eltern aufklären und Lehrer aufklären. Den Job habe ich ja Gott sei Dank nicht. Aber ich arbeite und lebe hier im Internet. Und ich vermeide TikTok auch, weil ich Angst vor der habe. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe Angst vor der App. Weil die auf ein erwiesenermaßen süchtig machen kann. Und macht ja sämtliche Social Media Apps machen, ja. Ich hab ja hier irgendwann einen Podcast meine Bildschirms bei Instagram gesagt und das war auch viel zu viel Und davor habe ich echt so ein bisschen Angst. Von einer App, die bewiesenermaßen Depressionen fördern kann und auslösen kann. Und gleichzeitig denke ich mir so, es ist halt die dickste Reichweite da, vielleicht sollte ich mich doch nochmal aktiv damit beschäftigen, weil es beruflich sinnvoll wäre.
01:00:33 Gavin Karlmeier
Ja, aber ich weiß, weiß man aber ja auch nicht. Also klar. Am Morgen vorbei sein. Nee, das auch, aber so klar, auf der Zahlenebene hast du recht, aber so rein inhaltlich wirst du da die Leute vielleicht auch gar nicht erreichen, die du woanders erreichst. Und wenn du die Leute da erreichst, also ist Reichweite die einzige Metrik oder geht es mir auch darum, nachhaltig Publikum aufzubauen bauen. Also da hängen ja noch ein paar Sachen.
01:00:58 Dominik Hammes
Das Problem, als ich mal damit rumexperimentiert habe, waren eben viele von den Leuten, die sowieso schon zu meinem Publikum gehören, schon da. Und wenn die die anderen Apps dann verlassen. Was ja bei Twitter zum Beispiel passiert ist, weil das war nun mal meiner Hauptplattform und ich habe ja nirgendwo die gleiche Reichweite bisher Nicht, dass ich das jetzt aktiv vorhabe. Ich habe einfach nur Dinge, über die man nachdenken muss, wenn man da arbeitet.
01:01:20 Gavin Karlmeier
Wie nimmst du dir das vor, bis zur nächsten Folge?
01:01:24 Dominik Hammes
Bin ich dann TikTok-Influencer?
01:01:26 Gavin Karlmeier
Ja, wärst du denn? Boah, wir sind schon bei einer Stunde, sehe ich gerade.
01:01:31 Dominik Hammes
Ja, hallo, mein Name ist Dominik Hames, ich mache hochberuflich Podcast.
01:01:35 Gavin Karlmeier
So, ich habe noch eine Meldung und den Rest schieben wir auf die nächste Folge. Das ist alles nicht so wichtig. Aber eine Sache habe ich noch, die eine Kleinigkeit ist. Und zwar haben ehemalige Trick Twickler, Twitter-EntwicklerInnen angekündigt, eine neue App an den Start zu bringen mit dem Namen Particle. Und die ich lese dir mal vor, was so die Logline von denen ist. Also Particle. Bringt dir ein optimiertes, personalisiertes, multiperspektivisches und wunderschönes Nachrichtenleserlebnis Mit dem du dich schnell informieren kannst über die Nachrichten, die dich interessieren. Mit Particle verstehst du mehr und schneller und kannst dich mit einer Kurzzusammenfassung auf den neuesten Stand bringen oder tiefer gehen und erfahren, wie sich die Geschichte im Laufe der Zeit entwickelt hat. Also es wird eine KI-gestützte Nachrichtenlese-App sein, mit der es einen Überblick gibt, aber auch ein Deep Dive mit dem Namen Particle von ehemaligen Twitter-EntwicklerInnen. Wir springen jetzt mal ungefähr so ein Jahr zurück. Als ehemalige Instagram-EntwicklerInnen eine KI-gestützte Nachrichten-App an den Start gebracht haben mit dem Namen Artifact, die übrigens mittlerweile eingestellt ist. Das war meine erste Assoziation.
01:02:49 Dominik Hammes
Es klingt aber auch, wenn wir hier in die Formulierung weitergehen, nämlich dass man mit Verlagen und Autoren zusammenarbeiten möchte, die dann fair entlohnt werden sollen, erinnert mich das auch mal sehr an Mask und Substack. Also Es ist wieder der gleiche Dunstkreis wie Dinge, die wir schon hatten. Also es fehlt so ein bisschen neben, vielleicht wird es ja die beste App der Welt, wobei man sagen muss, die beste App der Welt wird immer scheitern. Aber es fehlt so ein bisschen der Twist oder das Gadget, das es besonders macht bisher, aber es ist ja auch nur eine grobe Beschreibung, wir haben ja noch nichts gesehen, kein Screenshot, kein Keine GUI, kein gar nichts.
01:03:25 Gavin Karlmeier
Nee, es gibt nichts. Also es gibt eine closed Beta, man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen. Ich habe das getan. Aber ich also bin gespannt, ich glaube halt, es wird genau diese Artifact-Vibe – eine App, die ich übrigens sehr vermisse, weil ich sie sehr gerne benutzt habe.
01:03:41 Dominik Hammes
Was ich vermisse, ist Flatter.
01:03:43 Gavin Karlmeier
Weil das, oh, da haben wir hier schon mal drüber gesprochen. Das war diese Micropayment-Geschichte, oder?
01:03:47 Dominik Hammes
Ja, ja. Ich glaube, das habe ich wahrscheinlich ich sogar erwähnt, aber ich finde es immer noch das beste Prinzip, dass sich jeder ausgedacht hat, was dann leider gescheitert ist.
01:03:54 Gavin Karlmeier
Ja, das haben wir mal sehr, sehr lange seziert mit Dennis in Folge. Ah, okay, perfekt.
01:03:59 Dominik Hammes
Dann habe ich es vielleicht einfach gehört und gedacht, ich war dabei im Nachhinein.
01:04:02 Gavin Karlmeier
Das ist aber auch immer so. Dominik, es ist immer ein großes Fest, wenn du dabei bist. Vielen, vielen Dank. Ich freue mich aufs nächste Mal, ehrlicherweise.
01:04:10 Dominik Hammes
Sehr gern. Einfach fragen, wie immer.
01:04:12 Gavin Karlmeier
Ja, das werde ich. Und alle, die bisher gehört haben, vielen Dank erstmal auch an der Stelle. Ich freue mich aufs nächste Mal. Ähm, ihr könnt in den Hagen dran-Discord-Chat kommen unter hagendrann. org und könnt dort auch die Möglichkeit nutzen, diesen Podcast auf andere Wege zu unterstützen, mit monatlichen Zahlungen zum Beispiel oder einmaligen Zahlungen oder einer liebgemeinten E-Mail oder einem Spotify-Kommentar. Alles geht.
01:04:34 Dominik Hammes
Oder eine Zimtschnecke.
01:04:36 Gavin Karlmeier
Oh, auch toll. Oder einem Kaffee. Vielen Dank. Hier geht es weiter am Freitag und wir sehen uns, hören uns bald wieder, Dominik. Bis bald, vielen Dank.
01:04:46 Dominik Hammes
Macht's gut. Ciao.