Was hält TikTok auf? Und wieso kann X reihenweise gegen Gesetze verstoßen, ohne sich tatsächlich sorgen zu müssen? Ist es moralisch vertretbar, das Unternehmen einfach “Rücklage” bilden können, um sich für ihre eigenen Gesetzesverstöße zu wappnen? Und beginnt Gerechtigkeit da, wo Unrecht endet? Oder schon davor? Wir haben die großen Fragen.
Das alles heute mit dem Haken dran-Anwalt Chan-jo Jun.
➡️ 404 Media über das NVIDIA-Leak: https://www.404media.co/nvidia-ai-scraping-foundational-model-cosmos-project/
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Chan-jo Jun
Hallo Canjo. Grüß dich, Devin.
00:10 Gavin Karlmeier
Ich habe so lange darauf gewartet, das endlich sagen zu dürfen.
00:13 Chan-jo Jun
Ich habe so lange darauf gewartet, dass du das mal sagst. Du bist. Chanjo Dune, du bist Haus- und Hofanwalt von Haken dran. Du bist quasi unser juristischer Beistand und da bist du extrem gut drin, würde ich behaupten, weil das genau deine Themen sind. Ja, genau. Weil du da Erfahrungen drin hast, weil du dich ja eigentlich mit all diesen Leuten, über die wir hier immer sprechen, im Grunde schon angelegt hast, oder? Als Rechtsanwalt muss man natürlich.
00:37 Gavin Karlmeier
Denn ist wahrscheinlich gezwungen, ab und zu auf X noch nachzugucken, weil ich dort dann die Fragen beantwortet habe, die im Podcast aufgeworfen habe, obwohl ihr da ja eigentlich nicht mehr sein wolltet.
00:46 Chan-jo Jun
Ja, das ist wahr. Aber du hast doch eigentlich schon gegen alle relevanten Tech-Unternehmen einmal vor Gericht gestanden. Habe ich das so richtig zu gesagt?
00:53 Gavin Karlmeier
Außer TikTok. Ich warte noch auf TikTok, aber das kommt bestimmt noch.
00:56 Chan-jo Jun
Ja, ich glaube, das bietet sich jetzt in nächster Zeit an.
00:58 Gavin Karlmeier
Meter, Facebook, Twitter, X, natürlich. Aber TikTok, Telegram haben wir auch noch nicht vor Gericht gehabt. Das hat noch keiner so richtig geschafft. Muss man vielleicht auch nochmal nachholen. Aber ja, ähm Das ist ein Anliegen, aber da kommen wir bestimmt in die Details dazu, weil wir werden bestimmt darüber streiten. Darf man die das durchgehen lassen, dass die, die mehr Geld haben, einfach Rechte brechen? Dieses Thema hast du letzte Woche aufgeworfen. Würde ich gerne was dazu sagen.
01:23 Chan-jo Jun
Ja, sag das doch gerne mal, weil ich finde, das ist. Und sie und ich, wir waren uns da nicht ganz einig und viele Hörerinnen und Hörer haben ja auch auf diesen Punkt geantwortet, nämlich auf die Frage. . Ist es eigentlich legitim, dass es Unternehmen gibt, die sich irgendwie ein Konto einrichten, auf die irgendwelche Milliarden legen, weil sie genau wissen, dass, was wir nächstes Jahr machen, dass wir teuer werden vor Gericht, aber wir machen es Sollten es deswegen nicht lassen. Ist es eigentlich.
01:53 Gavin Karlmeier
Ja, es war eigentlich ganz toll. Du hast gesagt, das ist eine moralische Frage und dann war es so, ja, das muss sich jeder selbst überlegen. Und die sagte dann: Ja, ich habe es mir überlegt, ob man da über unterzeichnen kann. Und Als Jurist, ich war beim Joggen, als ich das gehört habe, ich bin stehen gewesen und sagte, ah nein, das darf doch nicht sein. Wobei es ist ein Fehlverhalten nicht von den Leuten, die da arbeiten, sondern. Vom Staat, von den Regulierern, denn die müssen dafür sorgen, dass es teurer ist, dass diese Rücklagen so hoch sind, dass es sich nicht lohnen kann, einfach das Gesetz zu brechen. . Und da sind wir genau beim Thema. Früher war es so, dass sich Unternehmen Orientiert haben, was sind die Regeln und dann halten wir uns so gut wie möglich daran, ohne dass wir jetzt mal nachrechnen, was kostet es denn, wenn wir uns nicht dran halten, vielleicht lohnt es sich. Aber wir wissen ja von Meter, die sagen, wir haben analysiert, in welchen Ländern Holocaust-Leugnung strafbar ist und wir unterbinden es nur in den Ländern, wo es auch wirklich verfolgt wird. Wenn es woanders strafbar, aber nicht verfolgt wird, ist es uns egal. Und genau so geht Metaphor, aber noch viel mehr natürlich Ex und Twitter. Das heißt, die Überlegen sich, was kann ich mir erlauben und ignorieren erstmal das geschriebene Gesetz. Und wir haben von Seiten des Rechtsstaats einfach viel zu lange naiv zugeschaut und nicht realisiert, dass das das Geschäftsmodell ist. Also kann man das eigentlich übersehen? Und entweder macht man es wie bei der DSGVO und auch beim Digital Service Act, dass man die Bußgelder hochsetzt oder man muss halt natürlich, nee, nicht zusätzlich, man muss natürlich auch flächendeckend regulieren. Die merken natürlich, dass bestimmte Rechtsverletzungen einfach nicht verfolgt werden. Und die User merken das auch, dass sie nicht verfolgt werden, weil die schlichtweg ignoriert werden.
03:25 Chan-jo Jun
Ja, ich frage mich so ein bisschen, weil diese Diskussion ist ja eigentlich nicht nur eine moralische, also auch vor allem eine moralische Verein, aber so im ganzen großen Bild gedacht. hängt da auch immer so der Vorwurf der Technologiefeindlichkeit dran, dass man so sagt, also ne, weißt du was ich meine? Das ist so der Vorwurf, gegen den man sich dann stemmen muss, wenn man sagen muss, das muss schärfer reguliert werden. Dann kommt als Antwort immer, ja, aber dann trauen sich die großen Unternehmen ja gar nicht mehr.
03:48 Gavin Karlmeier
Das hattet ihr am Freitag auch, weil ihr habt das als Abwägung aufgebracht und wie gesagt, naja, beim Datenschutz, das kam ein bisschen später das Thema, da sattet ihr, wie viel Datenschutz brauchen wir? Und wenn wir Datenschutz machen, dann ist das gegen die Offenheit, die Progression, gegen Ja, move fast and break things natürlich. Und das ist so schade, weil man immer so tut, als wäre das Recht ein Hinderungsgrund. Als wäre das Recht. Stünde im Weg gegen Innovation. Und ja, das kann manchmal so sein, aber jetzt wird es ein bisschen sehr philosophisch, wenn wir sagen, ohne das Recht kommen wir überhaupt nicht weiter und würden sich einfach alle an das Recht halten, dann hätte man auch keinen Vorsprung, wenn man sich nicht dran hält. Dann einen Nachteil. Und da müssen wir hinkommen.
04:27 Chan-jo Jun
Ja, und was so dieses philosophischen Aspekt angeht, ich versuche das hier immer, mich dem auch, also während ich spreche, mich dem in Gedanken zu nähern. Ist ja eigentlich dieser Grundsatz, den du besser kennst als ich, dass es Gesetze eigentlich immer nur an dem Punkt gibt, an dem es ohne Gesetz nicht funktionieren würde. Also, dass eigentlich in der Theorie ein Gesetz idealerweise ja immer nur Dann entsteht, wenn es wirklich nötig ist, nicht aber im vorauseilenden Gehorsam sozusagen, ne?
04:54 Gavin Karlmeier
Man könnte auch sagen, es gibt Es gibt ja Gesetzmäßigkeiten der Massen. Und gerade in Social Media gibt es Gesetzmäßigkeiten und jetzt muss man sich überlegen, sind die gut? Und in den meisten Fällen sind sie nicht gut, dass sich der stärkere, der lautere durchsetzt, dass die Algorithmen das pushen, was. Sauer macht, was Emotionen erregt und eben oft auch illegal ist. Und deswegen brauchen wir einen starken Staat an der Stelle.
05:18 Chan-jo Jun
Boah, das klingt so konservativ, aber wir brauchen tatsächlich ein Regulativ da drin.
05:22 Gavin Karlmeier
Wir können nicht einfach sagen, wir lassen das Ding laufen, weil dann haben wir das, das, was wir haben, dann haben wir genau das, nämlich, dass sich der Stärkere, der Lautere durchsetzt und die anderen sich verkrümeln.
05:33 Chan-jo Jun
Und aber das hat mit Technologiefeindlichkeit am Ende ja nichts zu tun, wenn man eher einem Wettbewerb, ne?
05:39 Gavin Karlmeier
Dankeschön, genau. Es ist nicht technologiefreundlich, wenn wir ein totalitäres anarchistisches System haben, wo sich nur die mit dem meisten Geld Und den besten Morddrohungen und dem dickesten Feld durchsetzen können. Das kann nicht die Demokratie sein. Die Demokratie lebt ja nicht davon, dass sich die meisten, die stärksten durchsetzen. Das ist immer so ein Missverständnis. Sondern das Demokratieprinzip sagt ja gerade, dass sich, dass die Schwächeren geschützt werden, dass es eine Balance gibt der verschiedenen Interessen. Die Mehrheitsabstimmung ist nur ein Teil davon und das wird immer missverstanden von den Leuten, die sagen, wir sind laut, wir sind das Volk, wir wollen uns durchsetzen und alles andere bei uns. Seite trampeln.
06:15 Chan-jo Jun
Trampeln. Was mich in den letzten Wochen so doll beschäftigt, weil es da jetzt so mehrere Fälle von gab. Ist so diese Te-Unternehmen, also Microsoft in Form von LinkedIn oder Meta, sogar in der Summe von 1,4 Milliarden Dollar Also das Tech-Unternehmen, wenn sie so merken, okay, wir können hier vor Gericht nichts mehr reißen, dass sie dann relativ früh einem Vergleich zustimmen, damit es das Verfahren nicht gibt, sie eine Summe bezahlen und am Ende aber sagen können, naja, unsere Schuld wurde ja nie bewiesen, wir haben alles richtig gemacht.
06:45 Gavin Karlmeier
Ja, macht Sinn, ne? Also als Unternehmensberater, wenn wir sagen, genau richtig gemacht, genau abwägen, wie viel lässt man zu, wenn es schlimm wird, vergleicht man sich irgendwo. Und die anderen Sachen lässt man so durchlaufen und die andere Seite, dieses Recht versucht durchzusetzen Den geht die Puste irgendwann aus. Weil wir kommen ja nicht dagegen an. Die Rechts, also ehrlich gesagt, vor zehn Jahren, vor neun Jahren, als ich angefangen hatte, mit Facebook vor Gericht zu streiten. Da haben wir sie noch auf dem falschen Fuß erwischt. Da wussten die nicht, oh, dass es da in Deutschland Gesetze gibt und dass die ganz anders sind. Da kam Mark Zuckerberg nach Berlin zum Townhall-Meeting und versuchte das zu erklären und zu beschwichtigen mit so Roundtables. Mittlerweile Haben die die Rechtsabteilung und du hast es ja auch selbst erlebt. Also, die sind clever, die wissen ganz genau, die analysieren das und der Gesetzgeber rennt immer hin und her. Hinterher. Vielleicht ist die Kommission diesmal schlauer mit dem DSA, das Rennen ist noch nicht ganz ausgestanden. Da könnte es vielleicht zum ersten Mal sein, dass da jetzt mal eine Power dahinter steht, die denen wirklich auch Einhalt gebieten kann, aber ich bin mir noch nicht sicher.
07:41 Chan-jo Jun
Aber müsste man nicht, wenn du sagst, wir brauchen einen starken Staat, starke Regulierer und so Ist es da nicht eigentlich total kontraproduktiv zu sagen, wir stimmen dem Vergleich als Staat zu, auch wenn das jetzt hier im Fall von Texas zum Beispiel wie bei Meta 1,4 Milliarden Dollar einbringt und die größte Zahlung eines Unternehmens an einen Staat überhaupt in so einem Vergleich? Oder wäre es nicht viel geschickter zu sagen, wir kämpfen das jetzt bis zum Ende, um auch der Welt zu zeigen, hier hat es einen Rechtsverstoß gegeben, weil eine Vergleichszahlung bedeutet ja nur, es gab keinen Prozess. Keiner ist schuldig am Ende, oder?
08:10 Gavin Karlmeier
Also ich glaube, bei 1,4 Milliarden würde ich sagen, okay, das hat auch ein Zeichen. Schlimm ist es, wenn die Sachen viel billiger eingestellt werden. Also und Also, insofern, die Sachen werden verfolgt, wenn sie mit einem Vergleich am Schluss enden und der Vergleich wirklich auch ein Zeichen setzt, kann ich damit auch ganz gut leben. Schlimm ist aber, dass ganz viele Sachen gar nicht verfolgt werden, weil wir nicht die Kapazitäten haben. Ähm Allein das, was du am Freitag diskutiert hast mit diesen 48 Stunden, was ist das für ein Wahnsinn, dass Fälle nach 48 Stunden einfach von selbst geschlossen werden? Das ist ein systematisches Versagen, da müsste man im Grunde genommen sagen. Wenn ihr diese Regel auch nur einen Tag länger habt, muss jeder Tag davon 500 Millionen Euro kosten, weil so eine Regel darf man nicht etablieren. Fälle, die nach 48 Stunden offen sind, müssen sich automatisch sich auf die Seite des Users legen und nicht auf die andere Seite. Und irgendjemand hat das ja so ausgedacht. Wenn es das wirklich gab, dass man sagt, nach 48, wenn wir nicht reagiert haben, wird das Ding einfach geschlossen. Was für ein Wahnsinn. Und da sieht man einfach, das System hat systematische Schwächen und früher gab es mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz Bußgeldtabbestände, die bei so einem systematischen Versagen bis zu 50 Millionen Bußgeld vorgesehen haben. Jetzt gibt es das nicht mehr. Jetzt sortieren wir das alles nochmal neu und dadurch bilden sich ganz, ganz viele Schlüpflöcher.
09:23 Chan-jo Jun
Das verstehe ich. Zu dieser Höhe der Strafzahlung, weil das so abstrakt ist, auch so besummen 1,4 Milliarden und so. Man kann das ja auf sich selber ummünzen und kannst überlegen, okay, du hast jedes Mal diese Kosten-Nutzen-Abwägung, wenn du einen Blitzer siehst. Wenn du dir überlegst, okay, da ist jetzt ein Blitzer. fahre ich jetzt 10 km/h zu schnell, kostet mich das ein 20, 30 Euro oder so. Naja, who cares, 30 Euro, dann fahre ich da halt durch. Also solange du halt, also nach meinem Ermessen. . Mein dem Gerechtigkeitsempfinden sagt, solange alle dasselbe zahlen, ist es nicht gerecht, weil nicht alle dieselben Möglichkeiten haben.
09:54 Gavin Karlmeier
Es ist ja so eine spieltheoretische Formel im Grunde genommen. Wie oft wird man erwischt, wie viel wird kontrolliert? Wenn man seltener erwischt wird, dann muss die Strafe entsprechend höher sein, damit derjenige, der. Sich überlegt, ob er den Verstoß begeht, kalkulieren muss mit einem höheren Eintrittsrisiko. . . Weil auf der anderen Seite sind eben auch Unternehmensberater, Mathematiker, die sich das durchrechnen und jetzt sagen, okay, wir werden nur jedes hundertste Mal erwischt, aber es kostet dann tausendmal so viel, wie wenn wir es einfach durchlaufen lassen. Danach richtet man sich aus, ob man das bezahlt oder nicht, wie bei einer Haftpflichtversicherung, die sich überlegt, prüfen wir die kleinen Fälle oder bei einem Kundensupport, der sich sagt, wir ignorieren die Leute, weil die klagen ja nicht. Wir ignorieren sie einfach, das ist immer noch billiger und wir reagieren erst dann, wenn ein Anwalt oder ein Gericht oder irgendwie die nächste Instanz Dort tätig wird. Das ist für mich immer sehr echt lästig, weil ich sage, ich schreibe den Leuten als Privatperson und danach das Gleiche nochmal als Anwalt und dann kriege ich, was ich haben will. Das ist zwar irgendwie befriedigend, aber. Dann wiederum total frustrierend. Warum muss man erst dieses Theater machen? Warum könnt ihr nicht gleich auf die Argumente reagieren? Und so funktionieren Social Media, also jetzt mal ein bisschen abgekommen davon.
10:55 Chan-jo Jun
Das ist schon in Ordnung. Das ist ja immer nur ein Podcast.
10:58 Gavin Karlmeier
Ah, es gibt sogar einen Podcast. Ich bin jetzt beim Video so gewohnt, dass die Leute ja nach drei Minuten nicht mehr zuhören. Also da fällt ja so die Zuhörerkurve.
11:06 Chan-jo Jun
Aber die hören alle bis zum Ende. Also bei Hakenrann hast du eine wahnsinnig hohe Durchquote. Also auch im Vergleich zu vielen anderen Podcasts sehr erstaunlich. Und das, obwohl wir dreimal die Woche und teilweise inzwischen bei einem Durchschnittslänge von einer Stunde sind, würde ich sagen.
11:20 Gavin Karlmeier
Das heißt, wir können jetzt totquatschen, wir können jetzt über Belanglosigkeiten reden. Und wir hören trotzdem zu, weil sie beim Gassi gehen keinen anderen Podcast dabei hören.
11:28 Chan-jo Jun
Hören zu, werden wir es nachher dich aber wissen lassen, dass wir uns ein bisschen verquatscht haben.
11:33 Gavin Karlmeier
Ähm, Mist, okay, nicht die in Spotify-Kommentare angucken.
11:37 Chan-jo Jun
Wobei ich die ja noch händisch freischalten muss.
11:39 Gavin Karlmeier
Achso, na dann, dann schalte nur die netten frei.
11:42 Chan-jo Jun
Es gab übrigens ein paar Fragen aus der Community an dich.
11:44 Gavin Karlmeier
Von Discord. Ich habe gestern, ich habe geschaut, ob da was drin war, aber ich habe den richtigen Kanal wahrscheinlich nicht gefunden.
11:50 Chan-jo Jun
Genau, aber es gab ein paar. Aber du hast sie gesehen. Ich habe das gescannt und eine der Fragen war: Ist der größte Unterschied zwischen Online gegen Offline? Unternehmen oder Verstößen, dass man Online-Verstöße viel, viel schlechter verfolgen kann oder anders gesagt Gesetze, die vor allem online stattfinden, viel schlechter durchsetzen kann als offline.
12:10 Gavin Karlmeier
Puh, das ist eine schlange Frage. Also, da setzt du nächstmal voraus, die Annahme, dass es tatsächlich schlechter funktioniert und dann die Frage, warum ist das eigentlich so? Ich glaube, ein Punkt ist die Internationalität. Wir haben es online damit zu tun, dass wir mit Unternehmen zu tun haben, die aus einem anderen Rechtssystem kommen. Allerdings, wir haben diese Internationalität auch bei Amazon. Und Wenn wir uns anschauen, wie gut hält sich Amazon eigentlich an Fernapsatzverbraucherrechte, ziemlich gut. Warum eigentlich schafft es Amazon bei Verbraucherrechten jede nationale Rechtsprechung, Gesetzgebung einzuhalten und Meta sagt, oh, das geht nicht, Datenschutz ist ja überall unterschiedlich. Natürlich, die werden jetzt argumentieren, ja, ja, die Plattform hat einheitliche Regelungen, wir können ja keine Grenzen setzen. Weil die Meinungsäußerungen so international sind. Aber in Wirklichkeit sehen wir, sie kümmern sich nicht drum. Und, und jetzt kommt die eigentliche Antwort Weil wir schlecht sind, es durchzusetzen. Weil wir im Grunde genommen für ganz Deutschland nur zwei Radarfallen haben. Wenn wir bei deinem Beispiel mit der Verkehrsüberwachung bleiben. Wir haben eine Internetwache pro Bundesland. Ungefähr so, als hätten wir eine Polizeidienststelle für Verkehrsverstöße und das für das ganze Bundesland. Und auch personell ist das einfach die Größenordnung.
13:21 Chan-jo Jun
Wir kommen nicht nach, weil wir es nicht ernst nehmen. Ja, und weil die Leute, die da auch sitzen, und das ist also wahrscheinlich ein großes Vorurteil, aber leider auch wahr, das sind jetzt nicht die Leute, die die ganze Zeit im Internet rumsurfen und sich dort aus. Also ich habe das Gefühl Wenn du mich eine halbe Stunde ans Internet lassen würdest, würde ich dir wahrscheinlich eine dreistellige Anzahl von Rechtsverstößen nach Hause bringen. Und frage mich, warum tun das alle, warum machen das nicht alle anderen so? Also du musst ja nur auf Einschläge-Websites gehen und findest Leute, die Straftaten gestehen. Du musst auf ganz normale soziale Netzwerke gehen und findest wahnsinnig viele, ich habe das hier schon mal erzählt Werbungen für Telegram-Chats von Leuten, die dort Waffen verkaufen, Falschgeld verkaufen, getürkte Spiele in südamerikanischen Ländern als Sportwetten anpreisen und so. Also
14:11 Gavin Karlmeier
Ich kann sagen, warum das nicht aufgedeckt wird, weil keiner danach sucht. Die Behörden, die dafür zuständig sind, reagieren erst auf Anzeige. Kein Mensch ist unterwegs und betreibt eine Fahndung oder Bestreifung des Netzes. Was verrückt das? Das ist irgendwie so so, als würde man sagen. Geschwindigkeitsverstöße ahnten wir erst dann, wenn sie auffallen durch einen Unfall oder wenn irgendein Privatsherif, Anzeigenhauptmeister, es uns meldet. Selbst gucken, was da los ist, brauchen wir nicht, wo kommen wir denn da hin? Das können wir ja gar nicht verarbeiten, weil dann passierte genau das, dann ist man in drei Stunden voll mit der Ermittlungskapazität für einen ganzen Monat.
14:47 Chan-jo Jun
Aber man müsste eigentlich digitalstreife fahren.
14:49 Gavin Karlmeier
Ja, natürlich. Und das wissen eigentlich auch die Regierungen, das wäre Zuständigkeit der Innenminister, das Polizeiaufgabengesetz entsprechend anzupassen. Die Innenminister zeigen ob die Justizminister, Justizminister zeigen, ob die Bundesjustiz oder runter ob die Landesjustizminister. Keiner will zuständig sein. Keiner zuständig fühlen will für das Problem. Dann weinen wir alle, wenn irgendwas ganz, ganz schlimm schief geht, wenn jemand so lange gedoxt und drangsaliert wird, dass nur noch ein Suizid, dann für die Person als Ausweg möglich erscheinen. Und dann sind wir im Nachhinein ganz betroffen. Ich komme jetzt gerade mit diesem Beispiel Kellermeier, weil ich habe gerade die Ermittlungsakte hier aus Wien und wir schlagen die Hände über den Kopf zusammen, was da alles schief gelaufen ist, aber Dazu kommen wir noch. Also, ich habe die Akte deswegen da, weil ich ja selbst betroffener war. Und jetzt eigentlich Zeit wird zu entscheiden, ob man das Ding jetzt Ergebnislos einstellt oder ob man noch einen Ermittlungsansatz sieht. Aber zurück zum Thema: Wir haben da einen Missstand, wir sehen die Sachen nicht und selbst wenn sie gemeldet werden, werden sie kaum verfolgt.
15:48 Chan-jo Jun
Das ist übrigens, das Doc, was du gerade angesprochen hast, schließt genau eine andere Frage aus der Community an. Wie du das sozusagen für dich selber sortierst. Also zum Beispiel, ob du viel Hetze erlebst in deinem Umfeld, ob du viel. hast online erlebst, dadurch, dass du diese Arbeit machst, auch Arbeit gegen rechts machst. Also viel ja eigentlich dich selber auch schon in die Öffentlichkeit stellst, bei der Leute auch sagen könnten, das gefällt mir jetzt nicht, was er macht.
16:12 Gavin Karlmeier
Ja, das findet statt und ich trage es nicht in die Öffentlichkeit, jedenfalls meistens nicht konkret und zeitnah, weil natürlich die Leute, die mir mal wieder eine Morddrohung schicken, umgang. Genau warten, oh, reagiert er drauf? Funktioniert das? Brauchen wir noch mehr davon? Und ja, das ist unfein, aber ich mache trotzdem weiter, wie man sieht. Ja, das gehört zum Business dazu. Also es ist leider so Aber ich denke mir bei solchen Sachen häufig, wie gut, dass ich nicht in der Politik bin, wie gut, dass ich nicht ein echtes, wichtiges öffentliches Amt habe. Das Boah, das muss man sich wirklich gut überlegen. Das sollte man nicht machen, wenn man einen niedlichen Hund hat und noch am Main-Gassi gehen will. Das ist schon krass und wir sehen ja immer wieder die Nachrichten von Kommunalpolitikern und anderen, die sagen, Ich mache nicht mehr weiter und ganz, ganz viele gehen gar nicht erst rein. Also ich würde gar nicht erst reingehen in die Politik.
17:01 Chan-jo Jun
Ja, verstehe ich. Aber eine Frage habe ich noch, bevor wir jetzt in die Themen gehen.
17:07 Gavin Karlmeier
Wir haben noch Themen auf der Liste. Ich habe auch nochmal notiert, aber erstmal die Frage.
17:11 Chan-jo Jun
Ich könnte stundenlang mit dir reden. Wie oft bringst du denn selber Dinge zu jetzt mal, äh, die, so Dinge wie Morddrohungen auf der einen Seite, klar, aber auf der anderen Seite Dinge, bei denen du das Fühle hast, da passiert jetzt gerade Unrecht, das du siehst. Bringst du das dann selber zur Anzeige? Oder also bist du selber jemand, der sagt, ich kann das nicht ertragen? Das ist sowas Wenn das sowas passiert?
17:31 Gavin Karlmeier
Selten, tatsächlich selten. Ich twittere oft, ich sage immer noch Twitter dazu. Ja, ist auch gut so. Ich werde manchmal gefragt, ist das strafbar? Und wenn ich dann jedes Mal sage, ich mache die Strafanzeige, dann würde ich nichts anderes machen als Strafanzeigen schreiben. Ich schreibe manchmal dazu, okay, das würde eine Staatsanwaltschaft prüfen, wenn sie davon Kenntnis bekäme und den Wink verstehen meistens genug Leute und dann kümmert sich jemand anders um drum.
17:55 Chan-jo Jun
Ich habe schon früher in Redaktion, äh, häufig an Redaktionen gearbeitet, bei denen ich dann immer auch darauf hingewiesen habe oder hingearbeitet habe dass man doch zumindest so Dinge wie direkte Gewaltandrohungen oder auch Holocaust-Leugnung in den eigenen Kommentarspalten, dass man das nicht einfach nur löschen muss, sondern dass man das tatsächlich auch zu einer Anzeige bringen kann, um auch. Einfach ein Zeichen für sich selber zu setzen, empfinde ich so. .
18:15 Gavin Karlmeier
Ja, absolut. Also dort, wo man selbst betroffen ist, dann ist man am nächsten dran, dann sollte man solche Sachen auch anzeigen. Es gibt manchmal auch interessante Anzeigen. Gut, manchmal werden wir als Einwälter auch beauftragt. Zum Beispiel gestern war die Nachricht, dass wir eine Anzeige in Thüringen gegen die thüringische AfD-Spitze erstattet haben. Wegen der Werbung für den Nationalsozialismus aufgrund eines Gedichts, welches selbst eigentlich ganz unverfänglich ist und aus dem 19. Jahrhundert stammt. Und das ist eine interessante Rechtsfrage, die wir auch öffentlich diskutieren wollen, weil die Verschiebung des Fensters, des Overtonfensters, sagt Ist natürlich genau die Strategie, die betrieben wird. Die Frage ist, wann der Staat eine Grenze aufzeigt und sagt, bis hier und nicht weiter. Und dazu müssen wir die Sachen An die Ermittlungsbehörden geben und ihn auch argumentativ darlegen, warum das Unverfängliche vielleicht doch strafbar sein könnte oder sollte Und das sind so Sachen, wo es tatsächlich darum geht, das Recht auch fortzubilden.
19:07 Chan-jo Jun
Oh, das ist super spannend. Und du hast auch Themen mitgebracht, hast du gerade erst. Ja, im Grunde nur
19:14 Gavin Karlmeier
Ich habe mir die Folge von Freitag nochmal angehört und die Stellen nochmal herausgenommen, wo ich stehen geblieben bin beim ersten Hören und mir dann eine Notiz draus. zu machen. Aber ein paar von den Sachen haben wir schon abgearbeitet. Also die moralische Frage, ob man sich für Geld über Gesetz stellen darf und ganz klar nochmal. Das darf nicht sein. Wir müssen das teurer machen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Rückstellungen so teuer sind, dass die Managers sich überlegen, vielleicht halten wir es doch lieber ans Gesetz. Und das ist so meine Mission. Ich bin leider ziemlich alleine damit, weil für die Einhaltung von Gesetzen oder die Unantastbarkeit der Menschenwürde und solche Sachen zu kämpfen, das hat keine Lobby. Es gibt ganz viel Lobby, und da kommen wir zum anderen Thema, wenn wirtschaftliche Interessen dahinter stehen. Auch ein Thema am Freitag. Die Bundesliga, die Sportverbände, die regen sich auf über ihre Urheber- und Übertragungsrechte, weil die verletzt werden. Bei solchen Sachen, da ist mal Geld und Lobbyismus und Interessenverbände da. Da wird sowas dann eingehalten. Und wir kennen das schon aus den Nullerjahren, als Ebay zum ersten Mal irgendwelche Markenfälschungen verkauft hat. Das wurde ganz schnell eingestellt, weil da Geld dahinter ist. Aber Urheberrechtsverletzungen wurden auch gut auf File Sharing, Napster und so weiter. H. Du kennst dieses Zeug. Das wurde verfolgt, aber Verleumdungen Falschnachrichten, Desinformationen, das wird nicht verfolgt, weil da kein industrielles Interesse dahinter steht. Und das ist schlimm, weil das eigentlich viel wichtiger ist, als ob jetzt Fußballrechte irgendwo Im Netz stehen, jedenfalls. Mir wäre das jetzt nicht so wichtig.
20:40 Chan-jo Jun
Ja, das ist so. Deswegen steige ich direkt mal mit einem Thema ein, weil ich das so, das führt uns gerade dahin. Du hast gerade Urheberrechte angesprochen und ich finde, dass die Frage des Urheberrechts und der Nutzungsrechte von Inhalten vermutlich, das sage ich jetzt als Rechtsleihe, vermutlich eine wahrscheinlich kulturelle Überarbeitung benötigt, wenn wir uns anschauen, wie gerade mit Urheberrecht auf der Welt gearbeitet wird. wird. Denn es ist jetzt gerade eine Recherche veröffentlicht worden von 44 Media, die ich auch in die Shownotes packe, weil es ein wahnsinnig spannender Text ist. Es gibt wahnsinnig viele geleakte Slack-Nachrichten aus der Slack ist dieses interne Kommunikationstool, so ein bisschen wie Teams. Aus dem Hause Nvidia, dem größten Unternehmen für KI-Chips, die selber offenbar gerade an Modellen arbeiten und selber ein Tool starten möchten mit dem Namen Omniverse, ein 3D-Weltgenerator. Und das Spannende ist, dass sie in dieser Recherche herausgearbeitet haben, dass Nvidia ein Scraping betreibt von etwa 80 Jahren an Videomaterial pro Tag. Das heißt, da wird ein Menschenleben, wie sie schreiben, an Videos jeden Tag in eine KI reingefüttert, damit diese trainiert werden kann. Es sind wahnsinnig interessante Screenshots in diesem Artikel, der wie gesagt in Shownotes ist, weil du so siehst, wie das Modell. . Figuren erstellt hat, als Anweisung erstelle einen Alien, der durch New York läuft, und du siehst einfach, dass er offensichtlich von Gollum und Avatar trainiert wurde. Das heißt, auch Hollywood-Filme wurden hier verwendet. Es wurden aber auch YouTube-Videos verwendet, und zwar 130 Millionen YouTube-Videos. Videos wurden hier verwendet, um die KI zu trainieren. Also es gibt einen ganz großen Datensatz und das erste Mal auch, dass wir so ein bisschen tatsächlich Einblicke bekommen. was alles in so eine so eine Video-KI hier gefüttert wird und genutzt wird, um sie zu trainieren. Und Nvidia selber sagt aber, das Urheberrecht schützt nur Ausdrücke, nicht aber Fakten, Ideen, Daten oder Informationen. Jedem Schnitt ist frei, sich Fakten, Daten oder Informationen aus einer anderen Quelle anzueignen und sie für eigene Äußerungen zu verwenden. Was eine wahnsinnig interessante Lesart ist, wenn es jedoch tatsächlich um produziertes Material geht, um Content, der genutzt wird.
22:49 Gavin Karlmeier
Ich übersetze mal kurz, Gavin. Das Trainieren mit allem, was verfügbar ist, ist im Augenblick legal. Deswegen sollten sie sich auch alle beeilen, bevor jemand da einen Riegel davor schiebt. Weil das Urheberrecht Ansetzt daran, die Idee ist frei, das, was man menschlich wahrnehmen und dadurch lernen und dann später vielleicht reproduzieren kann, das ist zunächst einmal erlaubt. Man darf sich inspirieren lassen. Damals hat man nicht damit gerechnet, dass das Inspirieren inspirieren lassen, durch trainierte Modelle erfolgen wird und dass auf diese Weise natürlich eine Reproduktion stattfindet, dass das Urheberrecht umgangen werden kann. Übertrag uns mal kurz auf Computerprogramme, du kannst Open Source Programme oder andere Software, die im Quelltext vorhanden ist, auch closed source Lesen, trainieren und einfach umschreiben lassen. Du kannst das Urheberrecht umgehen, indem du einfach sagst, ich habe doch nur die Inspiration genommen und daraus dann eine neue Ausprägungsform produziert, die dann wiederum nicht eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Und jetzt müssen wir uns überlegen, weil du hast die Frage aufgeworfen, wir bräuchten eigentlich neues Urheberrecht. Wollen wir, dass es so weitergeht, dass alles frei ist? Oder brauchen wir ein strengeres Urheberrecht? Und da sind beide Möglichkeiten denkbar. Weiß nicht, Kevin, hast du eine Idee? Soll das verboten sein? Oder setzen wir woanders an?
23:59 Chan-jo Jun
Ja, ich glaube, es ist eher eine kulturelle Frage, denn ganz oft, und da bin ich fast wieder bei diesem Rechtsgrundsatz, den ich da eben schon reingeschmissen habe, nämlich die Frage, wann braucht es Schärfere Gesetze, immer dann, wenn wir kulturell an eine Grenze stoßen, glaube ich. Die Frage ist: Ist die kulturelle Grenze damit erreicht, dass wir sagen, okay, wir kommen nicht weiter, wir müssen das jetzt gesetzlich zum Beispiel verbieten? So, damit würdest du de facto fast Technologie einschränken, weil du sagst, wir können diese künstliche Intelligenz, so wie wir gerade aufgestellt sind, nicht nutzen, sondern wir müssen die KI aus sich selber speisen lassen, was gerade noch nicht geht und so. Oder aber. müssen wir nicht eigentlich kulturell anders drauf schauen und müssen sagen, eigentlich ist alles, was in der Welt besteht, auch digital auslesbar und nutzbar. Also müssen wir nicht eigentlich nicht gesetzlich dagegen anarbeiten, sondern eben in unserem eigenen Gerechtigkeitsverständnis.
24:51 Gavin Karlmeier
Und wir kommen da an einem Punkt, an den ich ansetzen wollte aus der Freitagsfolge, nämlich als ihr darüber gesprochen habt. Ich glaube, für diese Folge muss man sich die Freitagsfolge nochmal anhören. Gute Gelegenheit. Hast du ja sowieso gesagt, wie soll man in der Woche hören, um zu sehen, ob dann die Kommentare funktionieren. Ich habe am Freitag darüber gesprochen, dass die Meta KI nichts wusste von dem Attentat auf Donald Trump. Und da ging es um die Frage: Haben die sich eigentlich beim Trainieren beschränkt oder bei der Ausgabe? Und deshalb muss man wissen, eine KI kann an drei Stellen beschränkt werden. Das eine ist: Was gebe ich ihr zu fressen? Das andere ist, welchen Prompt akzeptiere ich? Und das letzte ist, welche Ausgabe akzeptiere ich? Dafür gibt es quasi mehrere verschiedene Prozesse. Das heißt, wenn ich in Midjourney reingebe, mache mir eine nackte Frau, dann fängt er mir das sofort schon auf der Ebene an. Ab. Wenn ich aber sage, machen wir ein Instagram-Model am Strand und dann kommt was Nacktes raus, wird es später von der KI abgefangen. Aber in allen Fällen gibt es eine Constitutional AI, also ein Regelwerk, was bestimmte Ein- und Ausgaben verhindert. Und damit würde man Trumps Attentat, je nachdem wie man sie haben will, ob man es drin haben will oder nicht, falls es zu politisch ist oder nicht, abfangen, ohne dass man das Lernprogramm, ohne dass man das Training beschränken muss. Denn wie du da auch schon richtig gesagt hast, die KI muss ja, um das überhaupt einordnen zu können, wissen, dass es politisch ist. Das bedeutet wahrscheinlich Dass eine Ansatz darin besteht, lass sie erstmal alles fressen und lernen, aber verbiete bestimmten Output. Das könnte funktionieren und das ist mir zum Beispiel besonders wichtig, wenn eine KI Fake News produziert, dürfen wir uns nicht damit abspeisen lassen, dass sie sagt, naja, wir sind ja nur ein Abbild des Internets, wir haben einfach nur das, den Bias übernommen, der schon da draußen ist. Nein. Eine KI muss gesteuert werden. Und jetzt bin ich wieder der Regulierer, der sagt, wir dürfen nicht zulassen, dass die KI das abbildet, was sie gerne ansonsten mit ihren Algorithmen ausspuckt, sondern sie braucht Regeln.
26:45 Chan-jo Jun
Und Jetzt sind wir ja da aber auf einer gesetzlichen Ebene und du sagst, im Urheberrecht ist es bislang gar nicht verboten, zum Beispiel YouTube komplett abzugreifen, aber jetzt gibt es ja noch die Nutzungsrechte dieser Plattformen, die ja zum Beispiel das für sich selber verbieten. Also YouTube hat es in der KI stehen, dass es ein Verstoß gegen, äh, in der AGB stehen, dass es ein Verstoß wäre, Daten abzuziehen, um damit eine KI zu trainieren. Netflix, die auch hier groß abgezogen wurden, um die KI bei Nvidia zu trainieren, verbietet eigentlich Scraping in ihren AGBs. Und auch diese ganzen Datenpakete, die hier genutzt werden, wurden, also diese Datensätze, die eigentlich aus akademischen Gründen bestehen, also zum Beispiel dieser YouTube-Datensatz von 130 Millionen Videos, selbst dieses Paket hat in der eigenen Nutzungslizenz stehen, dass das nur zur akademischen Verwendung vorgesehen ist.
27:33 Gavin Karlmeier
Dann könnten wir sagen, dass wir solche Schranken zulassen oder nicht zulassen. In der Tat, also
27:38 Chan-jo Jun
Jetzt habe ich die unterbrochen, aber vielleicht beantworte ich die Frage, die du stellen wolltest, sonst bist du nochmal dran.
27:43 Gavin Karlmeier
Also man könnte jetzt entweder sagen, prima, das ist ein Ansatz und wir kennen das. Scraping-Problemen ja auch vom Europäischen Gerichtshof aus der Ryanair-Entscheidung, was es darum geht, darf eine Seite Ticketpreise von der Ryanair Seite abscrapen und dann sagte man, urheberrechtlich ist das erlaubt, aber Die Nutzungsbedingungen der Ryanair Seite müsste man auch nochmal anschauen. Also genau der Ansatz: gesetzlich zunächst einmal kein Verstoß. Aber die Hausregeln der Seiten, wo man Spritz McGraben unterwegs ist, die könnten das verbieten. Aber man könnte natürlich auch sagen, du darfst das nicht verbieten. Du musst so etwas zulassen. Das Urheberrecht sieht ja an bestimmten Stellen, zum Beispiel bei Zitatrecht oder bei Persiflage, bei verschiedenen Kunstformen, Fair Use in Amerika. Schranken der Schranken vor, dass also bestimmte Sachen erlaubt sein müssen. Und da könnten jetzt die einen sagen, ihr dürft den Datenschutz nicht verstecken, alles, was öffentlich zugänglich ist für Menschen, muss auch für eine KI zugänglich sein. Ich Habe da jetzt keine definitive Meinung. Das könnte eine Position sein, das zu liberalisieren oder man kommerzialisiert das, indem man sagt, Zugriff kann gegen Lizenz begrenzt werden.
28:50 Chan-jo Jun
Ich habe da auch keine finale Meinung zu, ich blob, ich bin auch nicht der richtige, deine Meinung zu haben am Ende. Aber, also abgesehen als Kreativer, der sagt, ich Bin mir nicht sicher, ob das so. . Also da bin ich, selbst da bin ich hin und her gerissen als Kreativer, weil ich auf der einen Seite sage, es ist doch jedem selbst überlassen, ob er seine Daten jetzt. . weitergibt oder nicht oder eben auch benutzt, benutzen lässt durch eine KI, sollte man also durchaus ermöglichen, dieses Hausrecht einzuschränken Auf der anderen Seite als Kreativer kann man, glaube ich, auch mit einer gewissen Altigkeit und einem gewissen Stolz auftreten und sagen, naja, das, was ich mir ausgedacht habe. Das kann ich mir immer wieder ausdenken im Zweifel, weil keine Idee ist die Ultima-Ratio-Idee. . Auf der anderen Seite. . . Also, ich bin ja in der Lage, mir immer wieder, da, wo das herkommt, ist noch viel mehr. Das ist, was ich sagen möchte. Und diese Eitelkeit, diesen Stolz, den kann man sich durchaus auch erlauben und kann sagen, soll die KI das doch nehmen, ihre Ideen werden nie so gut wie meine.
29:46 Gavin Karlmeier
Bis zu dem Punkt, wo die KI dann doch kreativ wird, weil sie ein bisschen mit Variationen ein bisschen würfelt und dann doch zu Sachen kommt, auf die man sich selbst gekommen ist. Und dann fragt man sich als Kreativer wirklich. Hätten wir das nicht früher verhindern müssen, hätte man nicht früher einen Schutz implementieren müssen. Ich glaube, es ist nicht verkehrt, dass wir an dieser Stelle gar nicht sagen, so und so muss es sein, sondern einfach nur dafür sorgen, dass jeder sich eine Meinung bilden kann. Und zwar auf einer. informierten Grundlage, die da zum Beispiel lautet, urheberrechtlich ist das momentan erlaubt, aber der Gesetzgeber könnte das anders gestalten. Also der bayerische Justizminister läuft immer rum und sagt, das Urheberrecht steht gerade vor dem Ende. Mit KI, wenn wir nichts unternehmen. Also der möchte eher eine restriktivere Regelung. Und ich glaube, die meisten Leute wissen noch nicht, was es bedeutet. Deswegen ist es eigentlich auch okay, erst einmal Neutral die Sachen zu präsentieren und zu sagen, überlegt euch, weil die Kreativen dürfen nicht glauben, dass sie in ihrer Kreativität einfach nur durch menschliche Überlegenheit immer geschützt werden.
30:41 Chan-jo Jun
Ja, das vielleicht ist das der der richtige Satz zu meinem Stolz. Sorry.
30:47 Gavin Karlmeier
Also immer wenn man Leute hört Seid ihr, ihr fühlt ihr euch bedroht von KI, glauben die Leute, das was ich kann, das kann nur ich, wie zum Beispiel Juristen. Und Juristen gehören also für alle Außer Juristen wissen, dass Juristen ersetzbar sind. Wir Juristen glauben aber, nee, da braucht man sieben Jahre Studium und Intuition und das Menschliche, die Emotionalität, aber ehrlich gesagt, der emotionale Teil zu verstehen, was will der Mensch wirklich? Das kann die KI am Schluss besser als der Mensch, als jedenfalls der juristisch gebildete Mensch. Also tatsächlich ist die Ja, es gibt verschiedene Vorausschwierigkeiten beim Anwaltsberuf, die juristisch die Rechtslage zu ermitteln. Das machen die Studenten und Referendare, das braucht auch manchmal nicht so viel Erfahrung. Aber zu verstehen, was der Mensch will, ist schwieriger, aber Das ist eigentlich die Stärke von Large Language Models, Kontext zu verstehen und rauszulesen, was ist eigentlich wirklich das, was den Menschen bedrückt. Will er gar nicht nur Geld haben, sondern nur gehört werden.
31:42 Chan-jo Jun
Ich stelle mir das immer so vor. Also ich bin ja, wie ich schon mehrfach heute habe, wahrscheinlich durchschimmern lassen, kein Jurist. Aber Ich stelle mir das immer so vor, wie dieses Trolley-Problem, ne? Also dieses, du stehst an der Weiche am Zug und würdest du das eine Leben zum Beispiel retten, um vier zu retten. Das ist jetzt natürlich sehr groß. Aber. Ich stelle mir die Arbeit vor Gericht ehrlicherweise immer so vor, Abwägungen, Entscheidungen. Aber wie schön, zu romantisch. Ja, weil die, weil ich habe das Gefühl, Dinge, in denen die Rechtslage klar ist. Also da bräuchtest du wahrscheinlich wirklich keine Menschen mehr. Also jemand, der jetzt vor versammelter Mannschaft jemand anderem eine Ohrfeige gegeben hat und der andere zeigt ihn an wegen Körperverletzung. Da ist in meinem Blick, wäre die Sache klar.
32:25 Gavin Karlmeier
Ja, Gavin, sorry, muss dich leider enttäuschen. Die meisten Fälle sind auch klar, wie zum Beispiel, wenn Meta sich weigert, KI-generierte Revenge-Porn von Leuten zu löschen. Wo die Sache doch eigentlich klar ist, und trotzdem brauchen die ein Oversight-Board. Und trotzdem wird das Ding erst vor Gichtern verhandelt. Also, wenn man sich dagegen wehrt, das ist total frustrierend, weil Leute kommen zu mir und sagen: guck mal, das wird hier mit. Verbreitet, behauptet, ist das nicht illegal? Ich sage, na klar ist das illegal. Da brauche ich keine fünf Minuten drüber nachzudenken, aber um die Illegalität festzustellen, musst du bitte 10. 000 Euro mitbringen, um Facebook durch alle Instanzen zu verklagen. Wenn du das Geld nicht hast, sorry, dann hilft dir dein Recht leider nicht. Das ist frustrierend. Also, und so sieht es natürlich auch bei Gericht aus, dass dort Fälle. Manchmal aufkommen, die eigentlich glasklar wären und schnell zu entscheiden sind, aber eine Seite ist halt nicht bereit, das Recht zu akzeptieren. Wenn du einen Elon Musk auf der anderen Seite hast, geht es nicht darum, dass er das Recht nicht verstanden hat, sondern einfach Seite, es ist mir egal.
33:22 Chan-jo Jun
Ist das eine Werbung für Rechtschutzversicherungen?
33:27 Gavin Karlmeier
Es ist eine Werbung, also tatsächlich, wie du richtig erkannt hast, man muss Geld haben, um das Recht durchzusetzen. Das Problem ist, die Rechtsschutzversicherungen bezahlen diese Prozesse auch nicht mit den tatsächlichen Kosten. Denn die würden meine Stundensätze nicht bezahlen. Diejenigen, die zum Beispiel sehr viel vor Gericht sind, nämlich diejenigen, die gelöscht wurden und ihre Accounts wiederherstellen wollen, diejenigen, die vielleicht auch mit Hetze ihr Geschäftsmodell betreiben, die haben in der Regel auch das Geld. teure Kanzleien mit den 10. 000 Euro zu bezahlen, während die Rechtsschutzversicherung sagen, wir bezahlen davon nur 1000 Euro. Sorry, das ist ja nur eine Kinkerlätzchen, kleine Sache.
34:01 Chan-jo Jun
Ja, ich verstehe.
34:02 Gavin Karlmeier
Da sind wir jetzt nicht nur bei den Plattformen, sondern auch bei den Beteiligten in der Situation, dass sich manche Leute das Recht leisten können und damit auch leisten können, am Meinungsdiskurs teilzunehmen oder nicht. Manche Leute können sich eben leisten, auch mal daneben zu hauen und dann mit einem Prozess Meta, Twitter, wen auch mir immer dazu zu bringen, den Account wieder freizuschalten. Denn das haben wir nämlich auch, denn der Meter gibt dort nach, wo er unter Druck gesetzt wird. Also, wenn dann jemand kommt mit einer großen Klage und sagt, ich prozessiere das durch, dann schalten die auch Accounts wieder frei, die vielleicht gar nicht unbedingt freigeschaltet werden müssten.
34:35 Chan-jo Jun
Okay, ich verstehe.
34:36 Gavin Karlmeier
Also eine Geldfrage.
34:37 Chan-jo Jun
Oh Gott, das ist unromantisch. Das ist unromantisch und frustrierend mal wieder. Aber es ist so, die Nachrichtenlage heute. Als hätten wir es uns gewünscht, wenn du hier bist, dass wir so Geschichten haben, von denen man von Hölskin auf Stöckskin kommt und das Ganze in deinem Sinne, denn in den USA Hat Google einen wichtigen Prozess verloren, in dem es ums Kartellrecht geht. Und dabei wurde Google als Monopol festgestellt. gelegt. Also ein Richter in Washington hat geurteilt, dass Google ein Monopol hat im Bereich der Suchmaschinen und bislang auch wie ein Monopolist gehandelt habe, um dieses Monopol zu bewahren. Und es wird jetzt vermutet, dass das Konsequenzen haben könnte für die weitere Durchsetzung der Arbeit, die Google so macht. Aber nur im Bereich der Suchmaschinen, nicht etwa im Bereich der Werbeplatzierung. Interessant ist nämlich der Auslöser, es geht hier um die Exklusivverträge, die Google mit Handyherstellern hat, wie zum Beispiel Apple oder Samsung. Also Google hat 2023 26 Milliarden Dollar gezahlt, um die. Vorausgewählte Suchmaschine in Webbrowsern zu sein. Und davon eben offenbar den größten Teil an Apple. Und es sieht ganz danach aus, als wäre das auf Dauer kein mögliches Modell für Google. Das können Sie so rechtlich nicht durchziehen. Interessant finde ich daran aber, um meine Einschätzung direkt mitzugeben, dass das in den USA passiert. Weil solche ähnlichen Verfahren wir ja eigentlich eher vom DMA, dem Digital Markets Act in der EU kennen, um eben dieses Wettbewerbsrecht irgendwie in den Griff zu kriegen.
36:05 Gavin Karlmeier
Also erstaunlich und schön, dass da nicht mehr was passiert. Kartellrecht ist so etwas, diese Nachrichten kommen immer so überraschend und groß, weil man sie nicht kommen sieht und dann kommt da die Nachricht, EU oder in Amerika hat ein Kartellrecht mal wieder zugeschlagen, weil es da Behörden gibt, die dafür zuständig sind, solche Sachen super machen. Solche Behörden sollten wir auch bei anderen Themen haben, systematische Bekämpfung von Fake News zum Beispiel, aber es gibt sie nicht. Also da sind wir im Kartellrecht noch besser aufgestellt. Das Google-Problem ist größer, als wir denken, also man fängt an mit den Suchmaschinen, wo es offenkundig ist. Bei den Handy-Betriebssystemen haben wir es genau das Gleiche. Android Steht ja unter Android, Open Source Lizenz, aber Google hat trotzdem ein ziemlich starkes Händchen drauf, um durchzusetzen, dass die Handys, die mit Android rauskommen, natürlich auch alle den Google-Lizenzvertrag haben und all, die Google-Apps drauf haben. Und diejenigen, die versuchen, einen Android mal ohne. Ohne Google zu betreiben, denn dann doch fest, dass die Operating Systems ziemlich viele Google-Lizenzen haben, die man eben nicht ganz frei benutzen kann. Also es ist wahnsinnig schwer oder fast unmöglich. ohne Zustimmung von Google ein Handy rauszubringen. Also ein Handybetriebssystem. Aber das nur am Rande.
37:13 Chan-jo Jun
Mary Garland, das ist der Justizminister in den USA, der hat gesagt, dieser Beschluss des Gerichtes sei ein historischer Sieg für das amerikanische Volk. Gibt es nicht eine Nummer kleiner, habe ich mich da gefragt. Ist es so, dass das Suchmaschinenmonopol, dass das, also dass jetzt viel verändern wird, dass das Gericht das festgestellt hat?
37:36 Gavin Karlmeier
Also irgendwie, ich benutze Google und ich fühle mich damit wahrscheinlich, vielleicht bin ich zu naiv und habe mich schon dem ergeben. Ich sehe irgendwie schlimmere Kartelle als das der Suchmaschinen, aber. Vielleicht hat uns Amerika gerade gerettet und wir wissen es nun nicht zu schätzen. Aber was wir auch sehen daran an dieser Partie Thetischen Formel. Politiker brauchen einen Anreiz, um mit etwas zu glänzen. Und einen Großen in die Knie zu zwingen, lohnt sich immer. Das ist sichtbar, habe ich ja auch gemacht, schafft viel Publicity. Das Thema Fake News zu bekämpfen, ist eines, mit dem man keinen Blumentopf gewinnt, weil du meistens genauso viele Leute hast, die die Fake News bekommen. verteidigen wollen, wie diejenigen, die sich freuen, dass sie begrenzt wird. Deswegen lassen die Leute die Finger davon. So wie Dorothee Baer, erinnerst du mich noch, die CSU-Digitalisierungsministerin, die wollte ja gegen Fake News mal vorgehen und die hat sofort den Schwanz eingezogen, nachdem sie ein Ein Bundesamt oder eine Bundesstelle dafür einrichten wollte gegen Desinformation, da traut sich keiner ran.
38:36 Chan-jo Jun
Das sind unpopuläre Themen.
38:38 Gavin Karlmeier
Du kriegst nämlich den Ärger von zwei Seiten. Du kriegst den Ärger sowohl von den Leuten, die von Fake News und Hetze leben, Als auch von denen, die meinen, dass dadurch die Meinungsfreiheit zu sehr eingeschränkt wird. Das heißt, du hast nur eine relativ kleine Lobby auf deiner Seite und kein Geld.
38:52 Chan-jo Jun
Deswegen wird das Problem nicht gelöst. Verdammt. Google hat übrigens eine ganz interessante Lesart. Die gehen zwar gegen die Entscheidung in Berufung. Sagen aber, dass das Urteil eigentlich zeigt, dass Google die beste Suchmaschine der Welt ist, aber dass man leider nicht die Erlaubnis hat, diese leicht zugänglich zu machen.
39:08 Gavin Karlmeier
Also als wäre das ein Argument für ein Kartell zu sagen, aber wir sind gut, weil wir sind immerhin der Größte. Wenn wir der Größte sind, dürft ihr uns nicht verbieten.
39:15 Chan-jo Jun
Okay, der Zickelschluss ist offenkundig. Ich finde das brillant, dass aber da offenbar das PR-Team sich überlegt hat, wie können wir diese Entscheidung, die vom Justizminister als historischer Sieg des Landes gefeiert wird, wie können wir die so uminterpretieren, dass es eigentlich Für uns das Gute ist.
39:33 Gavin Karlmeier
Und gar nicht schlecht gemacht, oder? Also zu sagen, wir sind gut, lasst uns in Ruhe, kann man auch so sehen.
39:39 Chan-jo Jun
Finde ich auch.
39:40 Gavin Karlmeier
Weil der Maßstab, wofür Kartelle und Begrenzungen da sind Darauf geht man gar nicht ein. Warum sollte man auch? Weil da würde man ja verlieren. Also du kannst dich nicht verteidigen mit dem, wo du dich vor Gericht verteidigst und sagst, wir sind gar nicht so gefährlich, sondern du nimmst einfach irgendwas anderes. Das so argumentiert man heutzutage.
39:56 Chan-jo Jun
Derailing heißt es dann. Ja. Von der Arbeit. Ich habe noch ein Rechtsthema heute. Du hast dir die Folge quasi gebacken. Die EU. hat das erste Mal ein DSA Verfahren, wie sie selber sagen, abgeschlossen, da würde ich gleich mit dir darüber diskutieren, ob das tatsächlich so ist. Denn TikTok Das Unternehmen, das sich noch nicht von dir verklagen ließ, hat sich verpflichtet, das TikTok Lite-Programm aus der EU zurückzuziehen. Und wir haben darüber gesprochen, es gibt ein paar Länder, Frankreich, Italien, gehören dazu, in denen TikTok Light eingeführt wurde. TikTok Lite war ein Tool, bei dem du TikTok-Videos guckst und dafür mit Rewards, also mit so Punkten belohnt, wie es diese Punkte konntest du in. de facto Geld umwandeln, also Amazon-Gutscheine zum Beispiel. Und also sie haben dieses Modell angekündigt oder diese Idee angekündigt, kurz nachdem die EU das DSA-Verfahren wegen TikTok, wegen Kindeswohlgefährdung eingeleitet hat oder Sorge, dass es eben Suchtmittel oder Suchtförderung durch TikTok geben könnte. Jetzt hat TikTok gesagt, okay, wir werden dieses Ding hier einstellen, woraufhin die EU die Untersuchung dieses Tools TikTok Light jetzt eingestellt hat. Thierry Breton, der Binnenmarktkommissar der EU, sagt Die verfügbare der Gehirnzeit junger Europäer ist keine Währung für soziale Medien und wird es nie sein. Wir haben erreicht, dass das TikTok-Light-Belohnungsprogramm, das sehr sichtig machende Folgen hätte haben können, dauerhaft eingestellt wurde.
41:23 Gavin Karlmeier
Tja, wir haben das Grundproblem nicht gelöst damit. Eigentlich, am Anfang des Jahres, ist jetzt Thierry Boutron losgerannt und sagte: Guck mal, wir haben jetzt eine Untersuchung eingeleitet wegen des Suchtpotenzials, wegen der Algorithmen. So, und jetzt sieht es so ein bisschen so aus, als hätte er dort nichts erreicht, aber wenigstens Schlimmeres mit dem Leitprogramm verhindert, denn das war noch gar nicht unser Problem, das Leitprogramm. Problem. Das ist ja noch gar nicht da. Wir haben ja ein anderes TikTok-Problem, was Sie erkannt haben. Und jetzt frage ich mich, hat er sich abspeisen lassen? Weil was wird aus dem Problem, mit dem die Untersuchung eigentlich eingeleitet wurde? Ist die jetzt auch tot? Ist das jetzt hier der faule Kompromiss? Weißt du das genauer, was aus dem Ursprungsthema wurde?
42:03 Chan-jo Jun
Nein, das kann ich dir nicht sagen. Also es gibt Es gibt offenbar ja auch mehrere eröffnete Verfahren gegen TikTok. Ich möchte nicht ausschließen, dass das am 22. April eröffnete Verfahren gegen TikTok Light nicht dasselbe Verfahren ist, dass das Algorithmus. .
42:16 Gavin Karlmeier
Könnte sein, dass noch anders läuft und er arbeitet hier eins nach dem anderen ab. Ich habe vorhin gesagt, ich bin noch nicht sicher, ob das Rennen Also ob das nicht doch noch was wird, weil die EU-Kommission hat mehr Wumms, die hat die Zuständigkeit für die Very Large Online Platforms. Die sind also nicht mehr in nationaler Hand, sondern da kümmert sich die Kommission drum. Und von allem, was ich so höre, auch von deutschen Behörden, da sind Leute, die. . kapieren zumindest das Problem, die sind ausreichend ausgestattet und die könnten jetzt zum ersten Mal wirklich einem Herrn Musk auch mal klar machen. Leute. . oder die bei Elon, die Gesetze sind hier nicht zur Zierde da, die müssen wirklich eingehalten werden und ansonsten kostet es 4% vom Jahresumsatz. Wir warten auf den Moment, wo man sagt Komm ihr nicht mit dem Quatsch mit 48 Stunden. Also hier ist ein ganzer Katalog an Quatschregeln, die ihr euch erlaubt hat, rauszunehmen, die aber ganz offenkundig systematisch gegen Gesetze verstoßen. Ich warte aber noch sehnsüchtig darauf und wir sehen so ein bisschen, in welchen Bereichen man zuerst durchkommt. Und jetzt kommen wir ein bisschen vom Thema ab, aber in der Hoffnung, dass es jemand interessiert. Wenn ich mit deutschen Regulierungsbehörden spreche, dann sehen die zum Beispiel, dass. die Unternehmen unterschiedlich kooperativ sind, und jetzt kommt die große Überraschung. Was glaubst du, Gavin? Welches Unternehmen ist am kooperativsten, die Sachen zu entfernen, die gemeldet werden von Behörden?
43:40 Chan-jo Jun
Soll ich raten? Ich würde behaupten, dass es inzwischen Meta ist.
43:43 Gavin Karlmeier
Und es ist nicht Meta, sondern es ist Ex. Oha. So, Meta hat Mitarbeiter, die die Sachen prüfen. Und sagen, da gebe ich euch recht, da gebe ich ja nicht recht. Hex löscht einfach alles. Und das steht jetzt natürlich im krassen Widerspruch zu dem, was User erleben, deswegen vorausgeschickt, das geht nur für die Meldungen, die wegen Jugendschutz Von deutschen Behörden kommen.
44:05 Chan-jo Jun
Das Zeug löschen die.
44:06 Gavin Karlmeier
Aber sobald die Beifang haben und sagen, hier haben wir noch ein bisschen Holocaust-Leugnung, dann sagt extra, dafür sollte ich nicht zuschneiden. Das darf es noch stehen. Das wäre illegal, aber es geht euch nichts an, also lassen wir es stehen. Das heißt, das, was sie machen, das, was wir uns hier erzogen haben, ist, Ex hat keine Kapazitäten, wie wir wissen, die haben ja ihre Moderationsteams also rausgeworfen. Also überlegen die sich eher mit Betriebswirten, wie reagieren wir? Naja Wenn eine Behörde zuständig ist für etwas und uns hässlich kommen können, dann löschen wir einfach alles ohne jegliche Prüfung. Und Meta prüft die Sachen genauer. Deshalb sind die. für Jugendschutzbehörden sogar schwieriger, weil man mit denen diskutieren muss. Keiner glauben, ich habe das auf Ex neulich gebracht und die sagen, alles Lüge und so weiter. Weil natürlich das Erleben, ein anderes ist, auch natürlich das öffentliche Eintreten, weil ihr noch ja, wenn du irgendwie hier gecancelt wirst, dann zahlen wir deine Kosten. Aber in Wirklichkeit sind die total angepasst, wenn es um Behörden geht. Dummerweise nicht für Falschnachrichten.
44:59 Chan-jo Jun
Ja, was aber so ein bisschen auch in das Bild passt, dass Elon Musk ja auch so auf öffentlicher Bühne zeichnet, dass er sich ja selber als sehr rechtschaffend bezeichnet oder gesetzestreu. womit er argumentiert hat, warum in der Türkei irgendwelche Twitter-Accounts und Oppositionellen kurz vor der Präsidentschaftswahl zugemacht wurden, weil er gesagt hat, dass es ist das Gesetz dort, wir müssen uns daran halten. Also es ist so ein bisschen immer nur so Halbwahrheiten, die man über Ex austauscht, aber man erinnert sich dann an eine andere Halbwahrheit und hat immer das Gefühl, na zu dieser passt es jetzt aber doch.
45:31 Gavin Karlmeier
Ja, das wäre das mit dem Nachvollziehen, was Elon Musk angekündigt hat, was später daraus geworden ist und was soll dabei rauskommen, dass er sich nicht daran hält, dass er nicht konsistent ist und lügt. Welch eine Überraschung. Aber anscheinend ist das in Ordnung. Man darf das.
45:45 Chan-jo Jun
Aber kommen wir nochmal kurz zu TikTok Light. Wenn TikTok sagt, wir gehen jetzt nicht den ganzen Weg mit euch, wir warten jetzt nicht, bis wir hier 15, 20 Prozent unseres Jahresumsatzes zahlen müssen. sondern wir stellen das Ding einfach ein. Ist es tatsächlich ein Sieg der Kommission an der Stelle oder ist das das europäische Pendant der 1,3 Milliarden Dollar Vergleichszahlung, um eben dieser tatsächlichen Verurteilungen als kindeswohlgefährdende Plattform oder süchtig machende Plattform zu entgehen, weil das hat die EU ja am Ende gar nicht ermitteln können.
46:18 Gavin Karlmeier
Ja, ein Vergleich hat immer auch einen Vorteil für denjenigen, der sich unterwirft, weil er erspart sich damit die Urteilsbegründung. Ich habe ja. Euch auch ein Verfahren im Zusammenhalt mit der Korrektivrecherche gegen eine Teilnehmer dadurch gewonnen, dass er im Grunde seinen Antrag zurückgenommen hat. Das ist nicht so schön, weil ich hätte lieber eigentlich statt diesem kurzen, dreiteiligen Vermerk eine ausführliche Begründung, warum ich im Recht war. Aber es ist jedem Jeder hat die Möglichkeit, meistens irgendwie das Spielfeld trotzdem noch zu verlassen oder sich zu einigen. Und darauf kann sich die andere Seite einlassen oder auch nicht. Und du hast völlig recht. Schöner wäre es natürlich gewesen, man hätte es durchgezogen und hätte dann eine Entscheidung, aber das hätte halt auch länger gedauert. Und effektiver ist es natürlich, wenn die sagen, wir kriegen, was wir haben wollen, nämlich dass sie das Programm zurückziehen. Insofern Das Ergebnis zählt, wir haben keine Begründung. Breton schlachtet es dann mit seiner Litigation PR aus, indem er so sagt, ich finde die Formulierung schön, dass die Aufmerksamkeit der jungen Menschen keine Währung ist, nicht käuflich ist. Hat was für sich.
47:20 Chan-jo Jun
Ja, ich stimme zu. Und es gibt noch eine Klage gegen TikTok. Und wir haben ja eben schon mal kurz über das amerikanische Justizministerium gesprochen. Die haben jetzt auch Klage eingereicht. Und zwar geht es hier um die Privatsphäre von Kindern. Also auch hier wird vorgeworfen, dass TikTok nicht so gut mit den Daten der Kinder umgeht, um damit nicht zu sagen überhaupt nicht auf diese Daten aufpasst. Es geht ja um Menschen unter 13, die in den USA nach Gesetzeslage theoretisch diese Netzwerke gar nicht verwenden dürfen. Das Justizministerium hat aber gesagt, seit zwei tausend neunzehn werden diese Regeln bereits verletzt und das startet jetzt gerade sozusagen dieses Verfahren.
47:58 Gavin Karlmeier
Es ist erstaunlich, dass man das so lange laufen lässt, obwohl man es eigentlich weiß. Also, warum eigentlich wird sowas nicht einfach abgeschaltet? Wieso sagt man nicht einfach, guck mal, die lassen Minderjährige zu, haben kein Tauglichen Jugendschutz. Bei Pornosaiten haben wir Age Verification-Systeme und so weiter und ansonsten hat man Strafbarkeit. Bei Online-Spielen Hat man das theoretisch? Gut, da ist es auch löchrig, wissen wir auch.
48:21 Chan-jo Jun
Wenn du nicht in Schleswig-Holstein wohnt, meinst du? Genau.
48:24 Gavin Karlmeier
Und hier lässt man im Grunde genommen alles einfach laufen. Eigentlich muss man sagen: Wisst ihr was? Wir schalten euch ab, kommt wieder, wenn ihr ein taugliches System habt. Bei AI-Regulierung scheint man da vorsichtiger zu sein. Also der Grund, das hattest du ja auch als Thema, dass die sich zurückhalten auf den europäischen Markt ist, dass der Ja, das Umfeld ist heute ein anderes. Also mit wir hatten die DSG VO 2018. Wir haben jetzt AI-Act und DSA und Die großen Unternehmen in ihrer Abwägung stellen gerade fest, jetzt einfach mit dem Rechtsverstoß, mit einem neuen Produkt rauszukommen, ist vielleicht heutzutage keine gute Idee. Man kann nicht einfach sagen, wir haben das doch schon immer so gemacht. Und deswegen sind die Vorsitzer gewonnen. Das heißt, hier wirkt Regulierung zum ersten Mal wirklich präventiv.
49:10 Chan-jo Jun
Und vor allem, also 2019 ist ja hier die Zahl, die genannt wird, seitdem TikTok gegen diese Regeln verstoßen soll. Interessant ist der Zeitpunkt 2019. In 2019 wurde Musically, was die Vorgängerplattform von TikTok ist, also de facto dieselbe Plattform, wurde diese Plattform. Für alle, die haken dann gerade auf YouTube schauen, man konnte gerade den Hund. Von San Jose.
49:33 Gavin Karlmeier
Guter Punkt, mal Werbung zu machen. Man hat einen Mehrwert von YouTube, wenn man hier das Bild dazu sieht. Also hier sind meine Füße und dahinter ist der Pudel. Der ist aber wie immer im Podcast-Modus, nämlich einfach Hinlegen und nichts tun.
49:47 Chan-jo Jun
So wie ich.
49:48 Gavin Karlmeier
Und das ist die Technikkamera mit dem fiesen Setup hier.
49:52 Chan-jo Jun
Wahnsinn.
49:52 Gavin Karlmeier
Immer lieber das aufgeräumte Bild.
49:53 Chan-jo Jun
Also es gibt auch Argumente für die Videoversion. Naja, auf jeden Fall 2019 wurde Musically wegen Datenmissbrauchs bereits verurteilt und es wurden Auflagen erlassen, um Kinderdaten stärker zu schützen. Aber eben in der Kleigeschrift heißt es, TikToks interne Systeme zur Identifizierung und Löschung von Kinderkonten sind ungenügend.
50:13 Gavin Karlmeier
Ja, und jetzt könnte man immer sich fragen, was ist zumutbar an Kontrolle? Und jetzt könnte man ja sagen, es wäre ja möglich. Man könnte sagen, wir können. . wirksam Kinder von Social Media Plattformen fernhalten, wenn man einfach nur eine wirksame Altersverifikation mit Postident-Verfahren und Hardware-Dongle. Also, das ist natürlich brutal, ja. Das ist vielleicht nicht zumutbar, aber was haben sie im Augenblick? Gar nichts. Also, du kannst dich mit irgendeiner Wegwerf-E-Mail-Adresse anmelden. Und anscheinend haben wir viel Respekt. Vor Plattformbetreibern und deren Interesse, ihre Plattformen grenzenlos ohne große Beschränkungen auszuweiten. Das könnte man durchaus anders sehen. Warum muss das so sein? Ich würde deswegen plädieren, also man Man müsste es über Geld regeln. Also wenn sich herausstellt, da ist ein Minderjähriger da und ihr habt das nicht verhindert, dann kostet einfach jede Nutzung des Minderjährigen euch 100 Euro pro Tag. Und das ist ein Schmerzensgeld, das können dann die Minderjährigen geltend machen. Hey, wenn die 18 werden, können sie dann einfach für die 5 Jahre minderjährige Nutzung oder wenn sie 13 werden, fürs Alte bis dahin Schadensersatz geltend machen. Das klingt ein bisschen verrückt, aber Da wollte ich vorhin noch ansetzen. Ich habe ja gesagt, es muss teurer sein, für die gegen Rechte zu verstoßen. Und das Problem ist, bei Urheberrechtsverletzungen. Da hat man teure Rechnungen. Eine Urheberrechtsverletzung kostet Lizenzanalogie. Wenn ich Falschnachrichten oder Racheporn zulasse, dann sind die Schmerzensgelder lächerlich. Das lohnt sich in Deutschland nicht. Es sei denn, ich bin Alex Jones und da habe ich dann 900 Millionen Schmerzensgeld. In Deutschland kriegt man nicht mal 1000 Euro für massenhaft verbreitete Falschinformationen. Weil unser Rechtssystem aus dem Jahr 1890 eben sagt, Schmerzensgeld gibt es nur in Ausnahmefällen. Und deswegen ist es billiger für eine Plattform, Falschbehauptungen über jemanden zuzulassen, als sie zu löschen. Weil kostet ja nichts. Und das sollten wir ändern. Das müsste anders sein. Das muss eigentlich so sein, dass man wenigstens das Geld abschöpft, was die Plattform damit verdient, dass eine falsche Nachricht verbreitet wird. Man kann ja im Grunde den Wert, die Monetarisierung eines Views Beziffern. Und ich kann das sagen, jeder View ist ein Euro-Wert oder jeder Like, jeder hunderte View führt zu einem Like. Das kann man ablesen und sagen. So und so 4% vom Umsatz, vom Werbeumsatz, muss hier als Schadensersatz bezahlt werden, weil du hier illegal mit Falschnachrichten Werbung oder Geld verdient hast. Das müsste abgeschöpft werden.
52:39 Chan-jo Jun
Ich könnte dir den ganzen Tag zuhören, wenn du sich so aufregst.
52:44 Gavin Karlmeier
Okay, ich kann doch ganz sachlich sein. Also pass.
52:47 Chan-jo Jun
Ja, vielleicht willst du jetzt saglich, denn wir haben eine Ex-Meldung heute zumindest der Vollständigkeit halber heute noch drin. Okay, was ist das? Und es ist eine Kleinigkeit, aber sie wird jetzt quasi dringlich. Und zwar gibt es schon länger die Pläne von Ex. Kalifornien den Rücken zu kehren. Grundlage war eigentlich ein von dem Gouverneur erlassenes Gesetz, bei dem Kinder, die ihre Geschlechtsidentität ändern wollen, dazu das Recht haben und damit, in dem Moment, wo sie diesen Wunsch äußern, bei ihren Lehrern und Eltern einen Prozess auslösen. Also sehr kompliziert, ich will es jetzt nicht zu verkomplizieren. Das allein aber hat Elon Musk dazu gebracht, zu sagen, damit sind Kinder, Eltern und Familien in Gefahr. Und deswegen ziehen wir uns aus Kalifornien zurück. So, das ist deswegen interessant zu wissen, weil wir kommen jetzt gleich dazu. Ex hat ja im Moment ihren Hauptsitz in San Francisco. Übrigens interessanterweise, ich war ja vorne ja da, ich habe ein Foto vor diesem Hauptsitz gemacht. Und jetzt ungefähr ein Jahr später schließen sie das. Ich habe vielleicht das Gefühl, vielleicht habe ich da auch ein bisschen was auslösen können. Na jedenfalls. Ich wird dieses Büro schließen und mittelfristig eben in Texas diesen neuen Hauptsitz eröffnen, auf diesem gleichen Campus, auf dem auch SpaceX sitzen und andere Unternehmen von Elon Musk. Ähm, haben aber gleichzeitig angekündigt in einer Mail von Geschäftsführerin Linda Ecarino an die Belegschaft, dass es bestehende Büros in San Jose in Kalifornien noch gibt, die erstmal genutzt werden können und ein neues Büro in Palo Alto eröffnet wird. Und Palo Alto ist wo? in Kalifornien. Also ich finde, also damit ist ja auch dieser komplette pseudomoralische Überbau, den Elon Musk dem verliehen hat, völlig hinfällig. Interessant ist aber, dass die New York Times recherchiert hat, dass seit der Übernahme durch Mask 2022 an das Unternehmen Schorenstein, was der Besitzer des Unternehmens ist, ein Immobilienunternehmen, ein Besitzer des Gebäudes, entschuldigung, In San Francisco, ne? In San Francisco, genau. Dass die seitdem keine Miete mehr bekommen haben. Also dass Ex immer noch keine Miete für den Sitz in San Francisco zahlt. Und jetzt könnte man ja theoretisch zu dem Schluss kommen, dass es vielleicht. auch andere Gründe gibt, warum sie diesen Sitz schließen.
54:51 Gavin Karlmeier
Und nicht diesen Sitz schließen. Also sie haben eine Räumungsklage und sagen jetzt, sie ziehen aus, nicht weil sie nicht Miete bezahlt haben, sondern weil sie irgendein politisches Statement damit verbinden wollen.
55:01 Chan-jo Jun
Das hast du jetzt gesagt, aber könnte so sein, ja.
55:04 Gavin Karlmeier
Und das ist eine Schlussfolgerung, die auf Fakten basiert und deswegen auch zulässig ist. Jetzt können wir abschweifen dazu, was darf man eigentlich sagen, was sind Meinungen, was sind Tatsachenbehauptungen, wenn ich jetzt nach Dieser Geschichte zur Schlussfolgerung komme. Elon Musk geht es gar nicht um Politik, weil sonst würde er ja wirklich Kalifornien verlassen, sondern hier geht es nur darum. Dass er verklagt wurde und einen Räumungstitel hat oder keine Miete bezahlen will, jedenfalls das Gebäude nicht mehr mag. Anscheinend hat er kein so gutes Verhältnis zum Vermieter. In San Francisco. Das kann man definitiv. So profan ist es, aber er schafft es trotzdem und Anerkennung dafür, das zu verbinden mit einer transfeindlichen politischen Äußerung, einem Statement damit zu machen, weil die Leute Die vielleicht sogar genau durchschauen, dass das Quatsch ist. Aber die zugänglich sind oder die gleiche politische Position vertreten, werden sagen: super, gut gemacht Die hinterfragen das gar nicht, weil Wahrheit, jetzt können wir wieder aufregen, ist nicht der Maßstab daran, welche Aussage valide ist oder legitim verbreitet werden kann. Solange sie in mein Konzept passt, ist es mir egal, dass sie falsch ist und auch erkennbar falsch ist. Ich trommel trotzdem dafür.
56:08 Chan-jo Jun
Ja, wir alle. Wir geben nicht auf. Johnjo, bevor wir hier aufhören, hast du noch etwas zu bewerben? Wo sollen die Leute hingehen, um mehr von dir zu sehen, zu hören, zu kriegen?
56:19 Gavin Karlmeier
Weißt du was? Ich bin ja stolz drauf, dass ich auf meinem YouTube-Kanal noch nie gesagt habe, bitte drückt die Glocke oder danke für ein Abo oder lasst ein Like da. Ich dachte, die Leute wissen das selbst. Und ich glaube, die finden mich auch selbst. Also, der Handel Anwalt Yun auf X. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass du mich grillst für die Frage: Warum bin ich noch auf X? Ich habe mir eine Antwort bereit gekriegt, habe sie auch schon wieder vergessen. Seither.
56:42 Chan-jo Jun
Sonst hätte ich jetzt gefragt, was die zurechtgelegte Antwort war.
56:45 Gavin Karlmeier
Dann muss ich mir eine neue austeilen oder so, ne? Wobei, du hattest ja die Diskussion mit Threats und da habe ich dann rausgehört, du bist ja auch noch nicht so glücklich mit. Also Jetzt könnte man sagen, weil ich es noch nicht, weil ich Threads noch nicht so gut finde. Und tatsächlich, also jetzt reden wir nicht über Ex, sondern über Threads, ich war früh auf Threads. bevor, also mit all den Workarounds auf Android, bevor es für die EU freigegeben war, hat auch am Anfang Spaß gemacht und dann haben sie uns rausgeworfen, aber ich habe gesehen, dass der User-Zuwachs oder die Reichweite, die man auf Threads bekommt mit politischen Inhalten viel, viel schlechter ist als so Blue Sky. Und natürlich auf X, wenn man schon den Vorsprung hat. Ich fand es einfach Zu mühsam bisher auf Threads mir diese Userbasis aufzubauen. Ich weiß nicht, Gavin, kann man das überhaupt aufbauen? Kommt man, kriegt man diese Netzwerke, wie sie früher auf Twitter waren? auf Threats zustande.
57:36 Chan-jo Jun
Nein, das nicht. Einfach weil Twitter viele, viele Jahre Zeit hatte, um dort verschiedene Communities sich ansiedeln zu lassen. Ich erlebe aber, dass ich bei Threads ein ganz viel durchmischteres und in Teilen auch größeres Publikum für Beiträge bekomme, als ich das bei Twitter zur besten Zeit hatte. Das ist schon so eine sehr subjektive Wahrnehmung, aber ich habe das Gefühl, damit erreicht man schon viele Leute gerade und einen großen Mainstream. Ich persönlich benutze immer noch gerne Blue Sky, weil da meine ganze Twitter-Bubble irgendwie hingegangen ist. Aber der Schluss ist immer derselbe, wenn man dieses Gespräch führt. Das alte Twitter fehlt uns allen und wir suchen eigentlich die ganze Zeit nur nach einem Substitut. Und ein bisschen davon habe ich eben bei Threads und ein bisschen davon bei Blueska und eben auch im Fediverse bei Mastodon. Auch da finden Dinge davon statt.
58:22 Gavin Karlmeier
Jetzt weiß ich, was meine bereitgelegte Antwort war. Und jetzt merkt man, wenn man danach sucht und sie konstruiert, ist sie vielleicht nicht so wahrheitsgemäß. Also die bereitgelegte Antwort war: Auf Blue Sky vermisse ich die rechten Trolls und die Gegner. Auf Blue Sky ist es zu bequem, zu freundlich. Da schreibt man etwas, man bekommt Zustimmung und ich gehe gern dorthin, wo es weh tut, wo man die kontroversen Diskussionen führt, wo man beleidigt wird. Und jetzt merkt man eigentlich, das ist das Quatsch, was ich erzähle. Ja, auf Ex finden, also kann man ganz heroisch sagen. Wir gehen dahin, wo es weh tut. Wir gehen dahin, wo die andere Seite auch unterwegs ist. Das führt natürlich zu mehr Interaktion. Also klar, die Reichweite ist auf Ex viel, viel höher. Und zwar gerade mit den Themen, wo auch die andere Seite mitdiskutiert, dass Retweetet und wir nennen es weiter retweeten. Das Unternehmen heißt ja immer Twitter International, Unlimited.
59:15 Chan-jo Jun
Vor allem auch in Europa ist es auch immer noch Twitter. Ja, das ist Twitter.
59:18 Gavin Karlmeier
Also nennen wir es auch so. Das ist ein Twitter-betriebene Portal. Wo X drüber steht, aber das ist immer noch Twitter.
59:25 Chan-jo Jun
Dead Naming, ein Danke, außer bei Twitter. Genau.
59:29 Gavin Karlmeier
Was haben wir noch? Jetzt gehe ich mal meine Liste noch durch, weil was aus deinem Freitagspodcastrecht überall noch.
59:37 Chan-jo Jun
Ich muss leider mit Blick auf die Uhr, genau.
59:39 Gavin Karlmeier
Ah, du hast.
59:39 Chan-jo Jun
Stimmt, wir haben keine Zeit mehr. Weißt du, was wir machen? Du kommst einfach nochmal wieder.
59:45 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Wir legen das alles in den Backlog und schauen, was bis dahin aufgelaufen ist.
59:49 Chan-jo Jun
Und das dauert jetzt nicht zwei Jahre, bis du wiederkommst.
59:52 Gavin Karlmeier
Du musst manchmal einfach anrufen oder schreib mir auf X.
59:55 Chan-jo Jun
Ja, schreib mir auf Axt ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ich habe jetzt deine Mailadresse, Janjo. Lass dich nicht mehr los. Das dauert jetzt nicht 315 Folgen. Aber dann sehen wir uns. Ich freue mich aber sehr, dass du heute da warst. Ich wünsche dir eine wundervolle Restwoche, allen Hakis da draußen auch. Wenn ihr euch über diese Folge austauschen wollt, könnt ihr das tun in den Spotify-Kommentaren, im Hagner-Discord, der nichts kostet, aber sehr viel bringt. haken dran. org oder bei YouTube unter diesem Video hier. Überall diskutiert mit uns, streitet mit uns. Und wenn ihr Fragen an Chanjo habt, es gibt im Discord ein Thread. Die sammeln wir fürs nächste Mal und dann machen wir das jetzt so im Quartalsrhythmus oder so. Prima, danke.
01:00:35 Gavin Karlmeier
Wie ist die Abschlussformel? Was? Tschüss. Tschüss, einfach nur Tschüss. Nichts mit die Glocke oder so.
01:00:45 Chan-jo Jun
Oder sagst du sowas wie mit rechtlichen Grüßen oder so?
01:00:49 Gavin Karlmeier
Oder so es, äh, bleibt gesund, bleiben Sie uns gewogen.
01:00:54 Chan-jo Jun
Tschüss.
01:00:55 Gavin Karlmeier
Bis dann. Tschüss.