Twitter bekommt eine neue CEO – und damit löst Elon Musk sein Versprechen ein, seine Rolle im Unternehmen kleinerzuschrauben. Wir fragen uns: Wie klein? Und: Wer ist das?
Außerdem sprechen wir über Tucker Carlson und seine Ankündigung, seine Show zukünftig bei Twitter stattfinden zu lassen – und der damit verbundenen Frage, welche Rolle Twitter in diesem Geschehen eigentlich einnimmt.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich Gavin. Hallo Dennis.
00:08 Dennis Horn
Da sind wir zurück.
00:09 Gavin Karlmeier
Ja, da hat es uns das erste Mal zerlegt. Und die goldene Frage danach, wie das jetzt ist mit dieser gauischen Normalverteilung. Wenn zwei Menschen jeden Tag etwas miteinander tun, ob es dann genau 120 Tage dauert. Bis sie das erste Mal gleichzeitig krank sind.
00:24 Dennis Horn
Hast du das geklärt irgendwie?
00:25 Gavin Karlmeier
Nee, leider nicht. Aber ich würde es einfach mal jetzt so ungeprüft als Fakt festlegen.
00:30 Dennis Horn
Ja, okay. Können wir machen. Ist gut. Also, ähm Ist belegt.
00:38 Gavin Karlmeier
Also wir haben es ja wie sagt man empirisch belegt.
00:47 Dennis Horn
Und wenn es jetzt passiert, dann sind es ja schon 200%. Also, das ist unser Mathematiklevel, mit dem wir unterwegs sind. Ich glaube, wir kennen uns mit Twitter besser aus.
00:55 Gavin Karlmeier
Keine Überraschung, glaube ich, auch.
00:59 Dennis Horn
Ich muss ganz ehrlich sagen, wir haben ja das ganze Geschehen letzte Woche trotzdem verfolgt. Und also schon bei Tucker Carlson habe ich gedacht, ei, ei, ei, ei, ei. Dann bei der Nachricht über die neue CEO, mit der wir gleich auch beginnen werden. Ja, also besseren Zeitpunkt hätten wir uns fürs Fehlen auch nicht auswählen können.
01:21 Gavin Karlmeier
Ich finde ja, es ist damit erwiesen, dass Elon Musk Haki ist. Wir haben das ja schon öfter. Absolut. Er hat offensichtlich darauf gewartet, so ein bisschen wie die Geier, die gekreist sind über dem Aas. Wir sind in diesem Bild das Aas und er hat nur darauf gewartet, bis das Bein hinkt, um quasi auf uns drauf zu fallen und über uns herzufallen. Ja, die Bilder sind noch nicht so stabil, da müssen wir erstmal wieder reinkommen.
01:45 Dennis Horn
Ja, absolut. Vor allem du, das ist ja dein Job hier. Wir haben jetzt den Menschen, der dumm genug ist, CEO von Twitter zu werden, um Elon Musk mal zu zitieren. Diesen Namen müssen wir uns merken. Er heißt Linda Jaccarino. Jaccarino ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern, 60 Jahre alt und seit Jahrzehnten in der Werbebranche tätig. Das ist. übrigens der erste Punkt, an dem ich aufhorchte mit den 60 Jahren, weil das ja so ein Alter ist, wo man sagen kann, da mache ich das jetzt nochmal drei Jahre oder so. Und wenn es furchtbar schief geht, also Stichwort dumm genug CEO von Twitter zu werden, dann geht man eh in Rente, weißt du?
02:30 Gavin Karlmeier
Ja, wir haben ja schon mal, also wir können ja mal direkt darüber diskutieren, warum sie es wird. Da kommen wir gleich wahrscheinlich noch ausführlicher zu, aber auch Warum es jemanden braucht. Wir haben ja ganz am Anfang, als Elon Musk diese Abstimmung gestartet hat, haben wir gesagt, es gibt eigentlich nur drei Varianten, warum er eine CEO einstellt. Punkt 1, er braucht einfach jemanden, den er vorschicken kann. Also der sozusagen eine ausführende Person ist. Möglichkeit zwei, er weiß, wie schlimm es um Twitter bestellt ist und braucht einen Bauernopfer sozusagen, also jemanden, den er unter den Bus schmeißen kann, weil er selber merkt, es funktioniert nicht. Oder Möglichkeit drei, dass er tatsächlich glaubt, dass es zu viel gerade ist und er möchte einfach nur technische Infrastruktur zur Verfügung stellen. Das sind ja die drei Varianten, richtig?
03:16 Dennis Horn
Und genau, und interessanterweise würde sie in alle dieser drei Thesen reinpassen. So, und jetzt erarbeiten wir uns das mal Stück für Stück, wer sie ist, warum sie vielleicht die Richtige ist hierfür, auch über diese Thesen hinaus. was sie zu tun bekommt, und wir müssen auch ein bisschen darüber sprechen, wie sie politisch zu verorten ist. Oh ja. Aber fangen wir mal mit diesen Jahrzehnten in der Werbebranche an, die ich gerade genannt hatte. Linda Jaccarino kommt Von einem Medienriesen, nämlich NBC Universal. Zu diesem Unternehmen gehören einige der größten Fernsehsender in den USA. Peacock gehört dazu, ein Streamingdienst und Universal, das wir als Filmstudio aus Hollywood kennen. Und sie war bei NBC Universal. War, weil sie tatsächlich direkt jetzt das Unternehmen doch verlässt. Zuständig Für das globale Werbegeschäft. Und ihr wird zugeschrieben, dass sie dort das Werbegeschäft digitalisiert hat, den Anzeigenverkauf. Und damit nicht nur NBC Universal umgekrempelt hat, sondern die gesamte Werbeindustrie auch zu Veränderungen gedrängt hat. Linda Jaccarino war Absolventin der Pennsylvania State University 1985, war danach in unterschiedlichen Führungspositionen bei Turner Broadcasting auch bis 2011. Und dann jetzt eben zuletzt bei NBC Universal und gilt als eine der mächtigsten so im Werbegeschäft bestens vernetzt. Vor allem mit diesen ganzen großen Unternehmen, eben, von denen sehr viele ja abgesprungen sind bei Twitter aus Brand Safety-Gründen, wegen Elon Musks erratischem Verhalten auch und auch seiner Aussagen, das waren ja mit auch Gründe und dabei ist ja Werbung aber gleichzeitig Der wichtigste, die wichtigste Einnahmequelle für Twitter. Und jetzt geht es eben zentral darum, diese Kunden zurückzugewinnen, diese Unternehmen als Werbekunden für Twitter zurückzugewinnen und im ersten Schritt natürlich erstmal deren Vertrauen. Und da ist es natürlich gut, einen Menschen vorschicken zu können. dem diese Unternehmen auch vertrauen. So, das erstmal vorab gesagt und ich finde schon allein diese Positionierung von Linda Jaccarino ganz interessant, weil es ja zeitweise so aussah, dass Elon Musk Dieses Werbegeschäft egal zu sein scheint und eher auch auf die Suche geht nach anderen Einnahmequellen. Also ist diese Personalie jetzt auch schon mal ein bisschen an Eingeständnis Nee, Werbung ist hier schon zentral. Also das würde ich erstmal festhalten.
06:13 Gavin Karlmeier
Das finde ich nämlich auch extrem spannend, weil wir halt, also diese Entscheidung, da jetzt jemanden hinzustellen, der nicht zum Beispiel Politisch geprägt ist, wie wir beide das ja ganz lange so prognostiziert haben, dass da ein CEO kommt, der irgendwie im politischen Game mitspielen könnte. Wir haben immer wieder Sebastian Kurz da als als Beispiel reingeschmissen. Sondern sich jemand zu suchen, der sehr nah am Business dran ist, und damit eigentlich vermutlich gar nicht so eine große inhaltliche politische Einflussnahme plant als CEO. Also sie ist ja dann wirklich die Person, die ja auch nach außen das Unternehmen repräsentiert, sondern eben jemand, der so Das erinnert mich so ein bisschen an die Verpflichtung damals des Apple-CEOs nach Steve Jobs. Also in der Phase, bevor Steve Jobs wiedergekommen ist. Das war ja der ehemalige CEO von PepsiCo, also von einem Limonadenhersteller. Und das war eben auch jemand, der so weggearbeitet hat und der sehr nah an den Märkten war und auch verstanden hat, wie so Marktdynamiken funktionieren. Das war im Fall Apple die schlechteste Entscheidung, weil das Unternehmen so nicht funktioniert. Aber hier im Beispiel Twitter kann ich mir vorstellen, dass das eine sehr kluge Entscheidung ist. Spannend finde ich daran aber vor allem, dass es ja offenbar eine Person zu sein scheint. die Elon Musk einstellt, weil sie Dinge weiß, die er nicht weiß. Und das ist doch sehr ungewöhnlich für sein bisheriges, ich sag mal Personalgeschehen, was man so erlebt hat in dem Unternehmen. Also, so wie er sich dort in dem Unternehmen verhalten hat, war das doch sehr Also eigentlich vor allem so, dass er da vor allem Leute reingesetzt hat, die das tun und das sagen, was er hören und sehen möchte.
07:56 Dennis Horn
Das könnte jetzt mit ihr ein wenig anders laufen. Wir müssen gleich auch mal darüber sprechen, wie gut sie wohl miteinander zurechtkommen mögen. So, auf jeden Fall passt das Firmenprofil auch zueinander. Linda Jaccarino hat bei NBC Universal. Ein Team geleitet von rund 2000 MitarbeiterInnen. Das passt genau zur Größe von Twitter. Und seit Sie 2011 dort Angefangen hat, hat sie mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Werbeumsätzen generiert, schreibt sie selbst bei LinkedIn. Und NBC Universal hat jetzt am Freitag auch bekannt gegeben, sie wird den Konzern nach zwölf Jahren eben mit sofortiger Wirkung. Verlassen.
08:37 Gavin Karlmeier
Ich darf ganz kurz, bevor wir da reingehen, nur so einen kleinen Gedanken, ne? So Leute, die so Zahlen bei LinkedIn veröffentlichen, setzen die sich hin und rechnen das einfach mal so aus Spaß alles zusammen, was so die letzten zwölf Jahre passiert ist.
08:49 Dennis Horn
Ich glaube, das hat ihr Team eh gemacht und das stand ihr irgendwie eh zur Verfügung. Aber also die Frage finde ich gut, weil das leitet uns jetzt auch zu so einem. Letzten Restgedanken, über den ich auch noch habe. Du hast gerade gesagt, möglicherweise ein kluger Schachzug. Ich habe noch so ein bisschen so einen Restgedanken, was hier auch passiert sein könnte. Und den würde ich gerne einmal kurz ausführen Linda Jaccarino war so in den vergangenen Monaten eine der wenigen Menschen, die sich für Elon Musk ausgesprochen haben in der öffentlichen Debatte. Sie hat gesagt, er kann Werbung auch lernen. Ja, ich denke, wir können es ihm beibringen, hat sie gesagt. Und sie hat dann die Werbebranche auch ermutigt, Teil dieser Lösung zu sein, und gesagt, dass sie nicht gegen ihn wetten würde. Die haben auch geschäftlich übrigens zueinander gefunden. NBC Universal hat vor kurzem noch verkündet, es gibt einen Deal mit Twitter für die Olympischen Spiele 2024. Da haben wir, glaube ich, auch mal kurz drüber gesprochen. Über diese Sportdeals. Und Linda Jaccarino hat sich aktiv um diesen CEO-Posten bei Twitter auch bemüht. Sie hat Bekannten, Freundinnen und Freunden erzählt, sie will ihn haben. Damit wurde sie zitiert, unter anderem bei der New York Times jetzt Übers Wochenende. Und dann war Elon Musk bei ihr zu Gast auf dieser Possible Werbekonferenz in Miami, über die wir hier auch gesprochen haben. Sie hat ihn dort interviewt. Ist in diesem Interview recht überschwänglich geworden und hat dann danach, ich habe mal so ihre Twitter-Timeline durchgeguckt, wann sie getwittert hat und so weiter, danach begonnen, wie wild zu twittern. Darüber, wie begeistert sie auch von dieser Partnerschaft NBC und Twitter ist für die nächsten Olympischen Spiele. Und ich habe mal einen Ausschnitt mitgebracht von dieser Possible Werbekonferenz. Ihren letzten Worten hier nach dem Interview mit Elon Musk. Wir hören mal rein.
10:53 Speaker 4
So I think what we heard today is some really um important and profound things. First of all Elon has committed to being accessible to everyone for continual feedback. He's also opened up himself to also participate. in the new transparency and safety rules that they posted yesterday. Just remember, right? Freedom of speech doesn't mean freedom of reach. And if freedom of speech, as he says, is the bedrock of of this country, I'm not sure there's anyone in this room Who could disagree with that? Could I get a round of applause for that? But I want to be clear. The path here today wasn't without um a lot of chatter because this guy is here there's always a lot of chatter but I believe if this is a marketing conference For marketing executives that influence culture in this country. It is the responsibility of everybody in this room. To offer a helping hand and to say how can we help? How can we make it better? So I say we're open for solutions and uh you got a man who's committed to try his best not to tweet after 3 a. m. Um, but open to your feedback and I'd like to really thank everyone who's spending their time here today.
12:28 Gavin Karlmeier
Ja, das ist ganz schlimm. Ist das schlimm? Wir haben ja jemanden, der steht für freie Rede, wie kein anderer. Können wir dafür mal klatschen? Das fühlt sich so ein bisschen so an, als wäre sie so. Also als wäre sich von da schon eigentlich in diesem Mindset gewesen, dass ich diesen Posten haben möchte.
12:44 Dennis Horn
Ja, ganz genau. So, und das ist mein Take. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht zufällig nur eine kluge Entscheidung ist. Und sie gleichzeitig nicht einfach einen Move gemacht hat, das werden zu wollen, und mit ihm umgegangen ist, wie dieser BBC-Journalist im Interview mit Elon Musk und viele andere auch. die ihn einfach als Fähnchen im Wind so behandelt haben, wie er behandelt werden muss, um zu ihrem Ergebnis zu kommen, Ich frage mich, ob das nicht ein ganz billiger Move hier gewesen ist.
13:21 Gavin Karlmeier
Also ist deine These, Jaccarino könnte so eine Tasche-Hinterherträgerin sein wie Esther Crawford seinerzeit. Ja. Ich will das nicht ausschließen. Wir wissen nicht, wie lange die beiden sich schon kennen, welche Gespräche es schon gab, welchen Weg es genommen hat, um sie auf diesen Posten zu bringen. Vielleicht erfahren wir das irgendwann noch. Das wäre natürlich hochinteressant. Ob er sie sich ausgesucht hat oder umgekehrt. Ich würde das auch nicht ausschließen, weil wir beide ja auch die These haben, dass du an Elon Musk nur herankommst. Wenn du dort bist, wo er ist.
13:56 Dennis Horn
Ja, exakt. Du hast eine Möglichkeit, mit ihm zu sprechen, und du hast in diesem Moment gute Argumente, die für ihn überzeugend klingen. Und das kann sie gut, glaube ich. Und das muss nicht heißen, dass das inhaltlich falsch ist. Aber meine These wäre, dass sie das hier einfach sehr geschickt auch angestellt hat.
14:17 Gavin Karlmeier
Ja, das würde ich, das glaube ich auf jeden Fall. Nachdem die beiden da aufeinandergetroffen sind, liegt es ja auch nahe, dass. früh, also spätestens zu diesem Zeitpunkt feststand oder zumindest in Erwägung gezogen wurde, dass sie die Person sein könnte, die da in Frage kommt. Es kann aber natürlich auch einfach nur sein, dass Elon Musk Angetan von ihrer Expertise oder ihrer ihrer Art, sich zu artikulieren war und dem, was sie gesagt hat, natürlich angetan war, plus der Tatsache, dass sie ganz offensichtlich von ihm begeistert ist. Das aber alleine finde ich ja schon überraschend, dass sie so begeistert von ihm ist.
14:53 Dennis Horn
Ja, also bei dem, was ich jetzt von ihr gelesen habe. was sie hervorhebt und wie sie ihn findet Glaube ich, dass sie das Gesamtbild von Elon Musk im Kopf hat, das er das vergangene Jahrzehnt ein wenig geprägt hat. Also wenn man nicht so hinter die Kulissen guckt, wie wir das tun. Und die Ergebnisse sieht, die er mit PayPal und SpaceX zustande gebracht hat, zum Beispiel. Also sie hat jetzt bei LinkedIn was gepostet. Und schreibt, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich eine neue Position als Chief Executive Officer bei Twitter antrete. Und jetzt kommt eben der Punkt. Die Vision von Elon Musk, eine bessere Zukunft zu schaffen, hat mich schon lange inspiriert. Jetzt freue ich mich darauf, diese Vision auf Twitter zu übertragen und das Unternehmen gemeinsam zu verändern. Das Feedback aller ist vital für die Zukunft von Twitter und ich bin für all das da. Lasst uns bitte das Gespräch am Laufen halten und Twitter 2. 0 gemeinsam aufbauen. Und dieser eine Satz, die Vision von Elon Musk, eine bessere Zukunft zu schaffen, hat mich schon lange. inspiriert. Die spricht für mich so ein bisschen so diese Sprache, alles klar, das ist das Bild von vor Twitter, das sie hier auf ihn projiziert in bei dem er ja vor allem für Menschen, die sich nicht näher mit ihm beschäftigt haben, denn so ein gewisses Unwohlsein gab es möglicherweise schon länger mit ihm, wenn man da mal genauer drauf geguckt hat. Aber für Leute, die sich nicht näher mit ihm beschäftigt haben. Hatte er ja tatsächlich dieses Visionärs-Image so. Und das ist das, was sie hier so ein bisschen rauskehrt.
16:35 Gavin Karlmeier
Was ja spannend tatsächlich ist, ist ja die Tatsache, dass sie ja tatsächlich jetzt in einer, zumindest Theoretisch, in einer Position ist, in der sie mitgestalten kann und auch ihn quasi auf das festnageln kann, was er sagt. Also sie kann sich da hinsetzen und sagen Ich bin jetzt hier die ausführende Kraft, ich soll dieses Unternehmen gestalten, ich will das Unternehmen auch prägen. Natürlich in dem Sinne, in dem er angetreten ist, zumindest offiziell, warum er das Unternehmen übernommen hat, nämlich Um einen Marktplatz des Internets zu schaffen oder einen Ort für Freirede und kann ihn auf all das festnageln. Was spannend sein wird, ist die Frage, in welcher, ähm, mit welcher Konsequenz das am Ende passiert. Also Auch da muss man ja nochmal so Dinge aufwerfen, wie: Was ist denn jetzt mit Content-Moderation? Deswegen finde ich es auch spannend, nochmal darüber zu sprechen, wer sie eigentlich genau ist und wo sie herkommt und wie auch ihre politischen Positionen sind.
17:29 Dennis Horn
Ja, lass dazu gleich nochmal kommen. Ich möchte noch ein bisschen zu dem bleiben, was bei dem bleiben, was sie fachlich auszeichnet, Kara Swisher. Sehr geschätzte Tech-Journalistin aus den USA auch, schreibt zu Linda Jaccarino: werbe stark und beliebt. Für sie ist es ein CEO-Job, es geht also aufwärts für sie. Sie kann Arschlöcher offensichtlich tolerieren, seit sie In den Medien ist. Super Ding. Und im Gegensatz zu vielen Tech Bros kann Elon gut mit weiblichen Führungskräften zusammenarbeiten, schreibt Kara Swisher. und verweist auf Gwyn Shotwill, die Präsidentin und CEO von SpaceX, unter der Dieses Unternehmen ja relativ ruhig geführt wurde dann und vom Start-up zum Weltmarktführer geworden ist für diese kommerziellen Satellitenstarts. Mhm. So, und das finde ich eine gute Einschätzung. Also warum hier die Wahl auch auf sie am Ende gefallen sein könnte, nicht nur Fachlich bezogen auf Linda Jaccarino, sondern auch eben in Verbindung mit Elon Musk. Und jetzt zu dem, was sie tun wird. Also, sie wird CEO. Elon Musk selbst sagt, er wird CTO für Produkte, Software und System Operations, also das, womit er sich, sagen wir mal, die vergangenen sechs Monate auch vorwiegend beschäftigt hat. Mhm. Und das bedeutet, dass sie sich dann als CEO im Grunde ausschließlich aufs Anzeigengeschäft konzentrieren wird. Dafür ist sie qualifiziert. Und die Frage, die aber hier bleibt, ist: wie viel Handlungsfreiheit wird Elon Musk ihr lassen?
19:17 Gavin Karlmeier
Ja, komplett.
19:18 Dennis Horn
Ja, auch man weiß, mit Loyalität ist es bei Elon Musk nicht so besonders weit her. Und vor allem, wenn du dir das jetzt in so einem wie nennt man das, in so einer Hierarchie anguckst. Dann hast du sie als CEO, unter ihr ist Elon Musk als CTO, aber über ihr ist auch Elon Musk. als Eigentümer von Twitter. Und also ich kann mir halt nicht vorstellen, dass er sich da komplett raushält. Und andererseits, das Modell SpaceX spricht ja auch eine Sprache.
19:51 Gavin Karlmeier
Ja, ja, voll. Und er hat ja auch angekündigt, dass er eigentlich früher oder später für alle seine Unternehmen eigene CEOs einstellen möchte. Die Frage ist aber in der Tat, was sollen die machen? Also sucht er eine Person, die am Ende die Steuererklärung unterschreibt und das Personal auswählt und entlässt? Also Braucht er eigentlich nur eine gut bezahlte Assistentin? Oder will er tatsächlich sich selber zurücknehmen aus dem Unternehmen? Und wenn er sagt, er möchte vor allem für technische Infrastruktur, war, glaube ich, in seinem Tweet ungefähr so die Formulierung, ne, Plattformen zuständig sein, dann klingt das ja noch nicht so richtig danach, dass er ein bisschen loslässt, sondern eher danach, dass er jetzt jemand kommt, der neue Aufgaben übernehmen kann, wie du sagst, Anzeigengeschäft. Ich bin total gespannt. Ich bin auch total gespannt, ob er auch anerkennt, wenn da eine CEO ist, dass die auch in der Öffentlichkeit eine Rolle einnehmen wird. Was am Ende bedeutet, dass Kommunikation vom Unternehmen Twitter nicht mehr über den Twitter-Account at Elon Musk funktionieren kann. Das wird alles super, super spannend, die nächsten Tage und Wochen. Also ihr Amtsbeginn ist, glaube ich, in sechs Wochen, richtig?
20:54 Dennis Horn
Das war zunächst so geplant. Also die Frage ist auch, ob das so bleibt, weil NBC Universal ja jetzt schon gesagt hat, dass sie mit sofortiger Wirkung raus ist. Das Timing ist auch nicht so schlau gewesen, weil in den USA jetzt die Upfronts anstehen. Und am Montag, glaube ich, bei NBC Universal. Und das hat wohl nicht so gute Laune gemacht hinter den Kulissen, wie man hört. Aber ich glaube, das wissen wir noch nicht. Es kann gut sein aus meiner Sicht, dass wir von ihr da jetzt schon früher auch was hören werden. Und gleichzeitig dieser Vergleich, den ich gerade zu SpaceX gezogen habe, gleichzeitig frage ich mich, ob der hier so tragend ist, weil SpaceX ein Unternehmen ist. das klassisch in der Wirtschaft beheimatet ist, Twitter ein Unternehmen ist, das mit Öffentlichkeit spielt, so und Bei SpaceX hat man es, glaube ich, leichter, sich im Hintergrund zu halten. Man muss, um den Job dort zu machen, nicht in der Öffentlichkeit stehen und Statements abgeben. Da macht man einfach Business im Hintergrund. Und all die Unternehmen, die Elon Musk bisher groß gemacht hat, waren ja eher solche Unternehmen. Und jetzt ist er natürlich in diesem Öffentlichkeitsumfeld das erste Mal. In einem für ihn fremden Feld unterwegs, da haben wir ja öfter schon drüber gesprochen. Und das wird sich natürlich auch hier auf Ihren Job. Auswirken. Also die Frage ist, wie ruhig kann sie ihn führen, wenn sie Elon Musk mit an Bord hat, der immer querschießt. So, da bin ich sehr gespannt, wie das laufen wird. Voll, total schwer anzuschätzen.
22:35 Gavin Karlmeier
Super schwer anzuschätzen, weil es auch kein Playbook für solche Fälle gibt. Also, dieses Öffentlichkeitsgeschäft, wie du es nennst, ist ja ein Business, von dem es gar nicht so viele Beispiele gibt. in dem am Ende auch irgendwie ein Autokrat steht, der sich mal dann jemanden dazugeholt hat. Es gibt wenig historische Beispiele, glaube ich, für sowas. Deswegen super spannend, vor allem in der Konstellation mit einem Elon Musk, der mit dem Begriff Autokratia eigentlich noch umschmeichelnd beschrieben ist.
23:06 Dennis Horn
Und an der Stelle wird es, glaube ich, interessant, mal über das Politische zu sprechen. Linda Jaccarino war während ihrer Zeit bei NBC Universal auch als Expertin im Weißen Haus gefangen. Und zwar sowohl bei Joe Biden als auch bei Donald Trump. Sie war im Rat Des Präsidenten für Sport, Fitness und Ernährung ab 2018 für zwei Jahre, das heißt unter der Regierung Trump. Sie war Vorsitzende der Ad Council, das ist eine gemeinnützige Werbegruppe, der sie seit 2014 auch angehört, zu der auch Zu der sie zusammengetrommelt hat, die Geschäftswelt, Behörden und NGOs für eine Impfkampagne, in der auch der Papst übrigens aufgetreten ist. Gleichzeitig hört man aber, dass sie und Elon Musk politisch auf einer Wellenlänge liegen, der es ja mit dem Impfen nicht so hatte und auch Verschwörungstheorien zu Covid-19. Veröffentlicht hat. Sie folgt bei Twitter unter anderem, ich lese dir mal ein paar Namen vor, Michael Shallenberger, Barry Weiss, Matt Tai B, das sind die Twitter-Files gerade, aber auch Ron DeSantis, Joanne K. Rowling, Mae Musk, Giorgia Miloni, Richard Grinnell, Mike Pompeo und Lips of TikTok
24:34 Gavin Karlmeier
Das ist eine Reihe, die macht die Leute, die man auf Twitter so kennt, die nicht diesen Leuten folgen, sehr wütend. Und das auch vollkommen zu Recht.
24:43 Dennis Horn
Das ist so. So, und Demokraten sind eher Mangelware, also zumindest in der aktiven Politik, bis auf AOC. Und gleichzeitig flippt das libertär rechtsextrem blau behagte Twitter aus. Da habe ich sowas gelesen wie Linda Jaccarino. Ist eine Girl-Boss-Feministin, die unglaublich pro-Impfung und pro-Juden ist und sogar unironisch Beepock sagt. Ich könnte mir keine schlechtere Wahl vorstellen. Als Zitat eines Tweets, den ich da gelesen habe, das bringt Leute auf die Palme, weil das offenbar. nicht das pure Rechtsextreme Libertäre ist, was sie sich da so vorstellen. Und Linda Jaccarino schreibt auf LinkedIn, dass sie eine der Vorstandsvorsitzende des Weltwirtschaftsforums ist. Sie hat den Vorsitz der Task Force zur Zukunft der Arbeit, ist Mitglied im Lenkungsausschuss der Medien, Unterhaltungs- und Kulturindustrie. und engagiert sich für die Initiative Value in Media und das Weltwirtschaftsforum ist vor allem bekannt ja für das Treffen in Davos, das Verschwörungstheoretiker ja als eine der Wurzeln allen Übels auf der Welt betrachten kann. Genau. Also sie ist. Wie soll man das zusammenfassen? Ich finde politisch recht gut, republikanisch zu verorten. Aber vielleicht im alten republikanischen noch nicht von Verschwörungstheorien durchsetzten Spektrum.
26:18 Gavin Karlmeier
Kann man das so sagen? Ich würde das auch klassisch konservativ, aber eben nicht rechtsextremer Extrem einschätzen. Also gut, sie folgt Lips auf TikTok. Was das genau bedeutet, wissen wir nicht. Wir haben jetzt auch nicht gescannt, wie oft sie deren Tweets liked, beispielsweise. Das kann natürlich sein, dass da eine gewisse Sympathie für dieses Lager besteht, aber Im Grunde von dem, was du gesagt hast, würde ich auch zustimmen, das ist eher die klassische, wie nennt man das? Eher so wirtschaftsorientiertes Republikanertum. Und ich finde das sehr spannend, so eine Person zu haben, die so streitbar ist, dass alle Seiten sich gleichermaßen über sie aufregen können. Weil das so ein bisschen auch ist, was Elon Musk einmal angekündigt hat. Er hat gesagt, idealerweise finden alle seine Entscheidungen gleich doof. Und also das waren nicht genau seine Worte, aber sinngemäß natürlich. Und das finde ich einen spannenden Outcome dieser ganzen Geschichte, dass da jetzt eben keiner ist. Der irgendwie für Elon Musk ein Crowdpleaser ist oder einen Fanservice. Dennis, du musst mal kurz weitersprechen. Ich muss mal ganz kurz hier an die Tür, ja?
27:23 Dennis Horn
Ja, geh mal ganz kurz an die Tür. Und ich spreche kurz weiter und äußere einmal kurz meine Vermutungen, wie es jetzt weitergehen könnte. Also, ich glaube, sie kommt jetzt an Bord in den kommenden Wochen. Es wird eine Weile lang ein Onboarding geschehen. Das gehört ja wohl dazu, auch wenn sie Twitter schon so ein bisschen genauer beobachtet hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie jetzt schon die ersten Gespräche führen wird mit den großen Unternehmen. Man ist da wahrscheinlich schnell beim Telefonhörer und unterhält sich darüber, wie es weitergehen könnte, wie Vertrauen aufgebaut werden kann. Das wird sie mit Elon Musk besprechen. Und ich glaube, was so perspektivisch passieren könnte. Das wäre jetzt so meine These und ich bin gespannt erstens, ob du wieder da bist.
28:12 Gavin Karlmeier
Ja, ich bin wieder hier.
28:14 Dennis Horn
Und zweitens, ob du da mitgehst, meine These wäre, dass mit ihr die Gesamtsituation auch in etwas ruhigeres Fahrwasser geraten könnte. Und wir sagen wir mal in weiteren fünf Monaten, wenn die Übernahme dann also ein Jahr her ist, nicht mehr den. Schrecklichen Status haben, den wir im Moment haben. Was das fürs Werbegeschäft selbst und für die Überlebenschancen von Twitter selbst bedeutet, keine Ahnung, da traue ich mir keine Prognose zu, aber ich glaube, so die Wie gibt sich das Unternehmen öffentlich? Ich kann mir schon vorstellen, dass es mit ihr eine etwas andere Richtung nehmen könnte.
28:57 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, ich würde mitgehen. Und zwar aus zwei Gründen. Der eine Grund ist, sie ist sehr doll alte Welt. Also wenn du siehst, dass sie allein in ihrem letzten Unternehmen zwölf Jahre angestellt war. Oder da ja auch in Führungsposition war, aber trotzdem, zwölf Jahre Unternehmenszugehörigkeit ist eine ganz schön lange Zeit fürs Mediengeschäft Für die heutige Zeit, für den ganzen Trubel, den es in den letzten Jahren ja auch gegeben hatte, finde ich das doch eine sehr erstaunliche Konsistenz, die doch für eben solche für einen sehr besonnenen oder überlegten Führungsstil spricht durch und durch. Deswegen würde ich, was das angeht, würde ich zustimmen Man weiß aber natürlich nicht, wie es da hinter den Kulissen aussieht. Also wie ihre Haltung zu Twitter Blue ist beispielsweise. Das sind alles so Sollbruchstellen, wenn sie sagt, ich finde das Quatsch. Dann könnte es relativ schnell zu einem zu einem Clash führen. Das würde sie natürlich erstmal nicht öffentlich machen, weil sie Unternehmenserfahrungen hat und weiß, dass man sowas hinter verschlossenen Türen klärt. Aber ich glaube, es kann noch ganz schön viele mögliche Sollbruchstellen in dieser Konstellation Yakarino Mask geben. die wir gerade noch nicht absehen können, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sie die Antritt mit den Worten, Maske kann Werbung lernen, also genau weiß Der Mann ist nicht perfekt in dem, was er tut, aber dass sie sich dann ja trotzdem über ihn hinwegsetzen können muss in ihrer Rolle. Und das finde ich, da gibt es ein Potenzial für Streit Und da bin ich sehr gespannt. Also, die ruhigen Fahrwässer funktionieren, glaube ich, nur dann, wenn die beiden sich aufeinander einlassen können.
30:34 Dennis Horn
Wenn meine These am Ende aufgeht, ist das keine gute Nachricht für unseren Podcast. Ich möchte so ehrlich sein. Aber das gucken wir dann auch zu gegebener Zeit, oder?
30:47 Gavin Karlmeier
Ja, also bis Oktober, bis es ein Jahr her ist, werden wir, glaube ich, noch nicht die große Ruhe erleben können.
30:54 Dennis Horn
So. Um euch direkt zu beruhigen. Machen wir einen Haken dran an Linda Jakarino für heute. Und einen großen Punkt für deinen Bruder an der Stelle, der sich immer freut, wenn du das sagst. So. Die Türkei hat gewählt. Und wir kennen die Ergebnisse noch nicht. Wir nehmen auf am Sonntagabend gegen 9. Und Twitter hat auf Anforderungen der türkischen Regierung. kurzfristig und vorübergehend bestimmte Inhalte blockiert. We have taken action to restrict access to some content in Turkey today. hat Twitter am Samstag veröffentlicht. Ich finde das eine sehr zurückhaltende, interessante Formulierung. Ja, und Anlass ist die Parlaments- und Präsidentschaftswahl gestern am Sonntag, wenn ihr das hier hört, gewesen. Man erfährt aber nicht den konkreten Anlass für die Sperren. Man weiß auch nicht, um welche Inhalte es geht und für wie lange blockiert wird. Twitter betont Man würde die von einer Blockade betroffenen Nutzerinnen und Nutzer informieren, dass alles geschehe im Einklang mit den Firmenrichtlinien. Und außerhalb der Türkei seien diese Inhalte, welche auch immer gemeint sind, weiter sichtbar So, und jetzt ohne weitere nähere Informationen liegen natürlich Spekulationen in verschiedene Richtungen nahe. Da gibt es einen US-amerikanischen Blogger und Journalisten, den haben wir hier auch schon mal genannt, Matthew Iglesias. Der auf Twitter geschrieben hat, dass die Sperre durch die Regierung veranlasst worden sei und damit darauf ziele, die Opposition bei der Wahl zu zensieren. Er hat keine Belege dafür geliefert. Und hat eine Spitze gegen Elon Musk noch verteilt. Er habe der Anfrage entsprochen, was später doch bestimmt auch mal ein interessantes Twitter-File sein könnte. Und Elon Musk hat ein bisschen dünnhäutig reagiert und hat geschrieben: Did your brain fall out of your head, Iglesias? The choice is have Twitter throttled in its entirety or limit access to some tweets. Which one do you want? So reagiert er darauf. Und viel mehr über die Hintergründe wissen wir noch nicht. Aber es ist schon interessant, wie das, das habe ich auch in einem Tweet gelesen, ich habe leider vergessen, von wem er kam. Es ist interessant, wie das Free Speech Twitter jetzt Inhalte zensiert, was dem angeblich zensierenden Twitter damals so nicht eingefallen wäre.
33:38 Gavin Karlmeier
Ja, das ist nämlich genau, das trifft es auch sehr gut auf den auf den Kopf, sagt man das so. Punkt, danke. Den Nagel auf den Kopf so. Weil da jetzt wieder diese zwei Welten aufeinander pallen. Auf der einen Seite eben diese freie Rede über alles, die immer wieder, was immer wieder glorifiziert, erzählt, weitergetragen wird. Und auf der anderen Seite aber diese Befolgung, strenge, strikte Befolgung nationaler Rechte. Wie wir immer sagen, Elon Musk fügt sich sehr oft irgendwelchen Gesetzen. Oder nutzt zumindest dieses sich nationalen Gesetzenfügen immer mal wieder als Vorwand, um solche Entscheidungen zu treffen wie die hier Und ich finde, das ist in der Tat eine neue Qualität. Also, wir haben im Fall Indien über ähnliche Entscheidungen gesprochen Aber früher war es so, dass wenn die Türkei den Zugriff auf Twitter einschränken wollte, dann haben sie das gemacht, indem einfach die Domain twitter. com ins Leere laufen musste, weil sie keinen Einfluss auf die Inhalte auf der Plattform hatten. Und jetzt erleben wir aber eine Plattform, die quasi die Hände aufhält und sich freut, wenn die Regierung da eine Richtlinie reinlegt oder eine Forderung. Um die dann am Ende umzusetzen. Und das ist halt, hat mit freier Rede ja überhaupt nichts zu tun. Das ist ja das ist Zensur, und das ist vor allem einfach die Ausführung von Zensur auf Staatsauftrag. Und das ist genau das, was er eigentlich dem alten Twitter immer vorgeworfen hat. Also im Fall Pandemie beispielsweise. Hat er immer wieder gesagt, oder im Fall Bidenwahl, hat er immer wieder gesagt, die die Regierung oder politische Interessensgemeinschaften, wer auch immer, konnte eine E-Mail schicken an Twitter und Twitter hat gespurt. Und das tut Twitter jetzt gerade hier vor einem autokratischen Regime. Also, das ist doch absurd.
35:31 Dennis Horn
Ja, es ist vielleicht auch ein sehr viel Also mit viel mehr Hutzpe eine Unterscheidung treffen zwischen dem, was in den USA passiert. Klammer auf wichtig, Klammern zu. Und dem, was irgendwo im Ausland passiert. Klammer auf. Naja, machen wir da halt die Gesetze egal. Klammer zu.
35:51 Gavin Karlmeier
Ja. Ja. Ja, ist ätzend. Also. Nee, sag ruhig mal.
35:58 Dennis Horn
Nee, ich wollte gerade das Thema beenden, deswegen lieber du nochmal.
36:02 Gavin Karlmeier
Nee, ich wollte sagen, es gibt ja immer mal wieder auch Tweets, die aus Europa oder aus Deutschland auch Auf Grundlage der Das Netzwerk durchsetzungs nicht erreichbar sind. Und das hat aber ganz oft immer andere Gründe als hier in diesem Beispiel. Und das Ärgerliche ist aber, dass ich genau weiß, dass wenn du Elon Musk konfrontieren würdest mit dieser Argumentation. Er diese beiden Fälle nebeneinander liegen würde. .
36:29 Dennis Horn
Es hat nicht nur andere Gründe, es entscheidet auch keine Regierung, sondern ein Richter.
36:34 Gavin Karlmeier
So, ja. Ja, genau.
36:36 Dennis Horn
Gut, also mangels weiterer Informationen zu dem, was da überhaupt gesperrt wurde, müssen wir. . An der Stelle aufhören, sonst kommen wir ins Spekulieren und kommen zu einem weiteren Thema. Also, da habe ich ja letzte Woche schon gedacht: doof, dass wir nicht senden, in Anführungszeichen, aber er sendet wieder. Tucker Carlson ist zurück auf Twitter, was passiert da? Was ist da passiert?
37:02 Gavin Karlmeier
Also mir ging es genauso, dass ich gedacht habe, das wäre jetzt eigentlich genau unser Anlass gewesen, darüber zu sprechen. Es ging so weit, dass Elon Musk sich genötigt gefühlt hat, ein Statement zu veröffentlichen, was auf Grundlage öffentlicher Berichterstattung eher selten passiert. Aber was passiert ist, war folgendes. Wir haben ja darüber auch gesprochen, dass Tucker Carlson bei Fox News entlassen wurde. dass wir gemutmaßt haben und uns auf Gerüchte und Spekulationen gestützt haben, die gesagt haben, das ist scheinbar zwischen Tucker Carlson und Elon Musk Absprachen oder zumindest Gespräche gegeben habe. Und kurz nachdem wir das gesagt haben, zwei Tage später, postet Tucker Carlson auf seinem Twitter-Kanal ein drei Minuten langes Video, in dem er zum Beispiel so Dinge sagt wie ich zitiere hier eine Übersetzung der Tagesschau. Auf grundlegendster Ebene sind die Medien, die ihr konsumiert, eine Lüge. Also solche Sätze sind diesem Video gefallen. Mit der Überschrift We're Back und kündigt an, dass seine Sendung, so wie man sie kennt, aus seinem Studio, dass er sich in seine Wohnung hat bauen lassen, während der Pandemie, um weiterzusenden. Also da steht dieses Studio, dass das wiederkommt, diese Show, aber auf Twitter.
38:14 Dennis Horn
Ja, um ganz kurz um da einzuhaken, was auch deshalb interessant ist, weil Tucker Carlson in seinem Vertrag mit Fox News eine Klausel hatte. die es ihm gegen Zahlung von, ich glaube, 25 Millionen Dollar überhaupt erlaubt, zu einem Konkurrenten oder woanders hinzugehen, Als zu Fox News und zu senden, vor zweitausendfünfundzwanzig nach der Welt. Das heißt, genau, nach der Präsidentschaftswahl, das hatten wir ja auch kurz schon zitiert hier, als wir darüber gemutmaßt haben, was fand denn da in diesem Gespräch zwischen Elon Musk statt und Tucker Carlson. Letzte Woche. Und das heißt, er nimmt jetzt damit in Kauf, diese Vertragsstrafe zahlen zu müssen.
39:09 Gavin Karlmeier
Ja, ja, ganz genau. Also es ist wahrscheinlich eine Auslegungssache und ich könnte mir auch vorstellen, dass sich die Gerichte damit beschäftigen müssen, ob Twitter ein Konkurrenzprodukt. für Fox News ist. Weil das die Formulierung ist, die immer wieder gefallen ist, die in Konkurrenz zu seinem Arbeitgeber stehen. Und naja, auf also ich bin mir da nicht so sicher, ob ein eigener Twitter-Account das so tut, nach dieser Nach dieser Ansicht. I don't know. Spannend finde ich aber, dass Elon Musk einen Tweet veröffentlicht hat, ein Statement, in dem er geschrieben hat, dass er. klarstellen möchte. Ich möchte klarstellen, dass wir keinerlei Abkommen unterzeichnet haben. Taka unterliegt denselben Regeln und Belohnungen, Rewards, wie alle Content Creator auf unserer Plattform. Mit Belohnung, Meiter Abonnements und Werbe, Einnahmen, Beteiligung. Und er sagt auch, auf dieser Plattform können Menschen Anders als in der Einbahnstraße des Rundfunks interagieren, Kritik üben und alles, was gesagt wird, widerlegen. Und natürlich wird alles irreführende Community-Notes erhalten. Ja, das also erstmal dieses immer wieder Verschwörungserzählung davon, dass die dass die Medien Kritik wie sagt man kritikresistent sind mein gott wir müssen es wieder täg machen denn ich habe schwachstürme Also, dass klassische Medienkritik unfähig sind, so wollte ich das sagen, mit dem Zusatz, hey, es wird der Community Notes geben. Gleichzeitig nutzt er diesen Tweet aber auch, um Tucker Carlson zu retweeten und ihm damit seine Reichweite nochmal von 100 39 Millionen FollowerInnen schön nochmal draufzustempeln.
40:46 Dennis Horn
Ja, und er hat nochmal in dem Zusammenhang dafür geworben, dass natürlich auch jeder andere Zum Beispiel Left-Wing Journalists, wie er sie so klassisch nennt, natürlich auch bei Twitter als Creator tätig werden könnte. Nicht wahr?
41:04 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
41:06 Dennis Horn
Also, ich finde hier zwei Punkte ganz interessant. Der erste Punkt ist die Verantwortlichkeit von Twitter für Inhalte, die auf dieser Plattform stattfinden. Elon Musk. Also, wenn es im Hintergrund einen Deal gegeben hat, die Frage könnte zum Beispiel sein: Wahlt denn eigentlich diese 25 Millionen Dollar? Zahlt Elon Musk die ihm oder zahlt Tucker Carlson die selbst? Ich kann mir auch vorstellen, dass er mit dem, was er da jahrelang bei Fox News gemacht hat, das Geld auch eher auf der Tasche hat. 100 Prozent, klar. So. Aber wenn es irgendeine Form von Deal gibt im Hintergrund, zum Beispiel eine wie auch immer geartete Exklusivitätsverpflichtung, du kommst jetzt zu Twitter und du darfst jetzt erstmal nirgendwo anders auftreten mit dieser Show. Dann ist Twitter nicht mehr die Plattform und der Infrastrukturanbieter, auf den sich diese Unternehmen ja so gern zurückziehen. Meta macht das ja genauso, Google auch. Sondern in diesem Moment wird Twitter selbst zu einem Inhalteanbieter und kommt damit auch in eine ganz andere Verantwortung, nämlich in eine inhaltliche Verantwortung für das, was dort gesendet wird. Es ist deswegen ziemlich klar und auch ein klassischer Tech-Industrie-Move, zu sagen, wir stellen hier nur die Plattformen. Tucker Carlson ist willkommen, aber alle anderen dürfen natürlich auch kommen. Das würde ich hier erstmal als Hintergrund mit reingeben.
42:35 Gavin Karlmeier
Ja, ich könnte mir sogar tatsächlich vorstellen, dass es keinerlei Absprachen gibt. Also dass auch solche Punkte wie die Übernahme dieser Strafzahlungen oder Exklusivitätsdeals, dass es das alles gar nicht gibt, sondern dass einfach die beiden im Gespräch gesagt haben hier, also was natürlich sein könnte, wäre eine Absprache im Sinne, wie wir es von Twitch kennen. Das gesagt wird, Takka Carlsen, komm doch zu uns. Im Gegenzug geben wir dir auch für fünf Jahre hundertprozentige Werbeeinnahmen unter deiner Videos. Also weißt du, solche reinen Gewinn abhängigen oder umsatzabhängigen Absprachen, die jetzt nicht zwangsläufig auf Geldfluss reduziert sind, der dazu führt, dass Taker Carls überhaupt erstmal zu der Plattform kommt. Sondern eher ein Anreiz, so wie er auch hier von Belohnungen spricht.
43:24 Dennis Horn
Ja, das verstehe ich. Und dann würde ich aber im nächsten Schritt, das wäre der andere Punkt, den ich hier noch reinbringen würde. Sagen, wenn es so eine Absprache wirklich gar nicht gegeben hat, lassen wir mal kurz diese zusätzlichen Anreize, die du genannt hast, außen vor. Also wenn es so eine Absprache gar nicht gegeben hat. Ist das realistisch, dass die beiden ein Gespräch führen mussten, in dem Elon Musk, Tucker Carlson, sagt, hey, ich hab gesehen, du wurdest gefeuert. Denk doch mal darüber nach, du könntest das doch auch einfach bei Twitter machen. Wir haben hier so ein Subscription-Programm. Das kann ich dir empfehlen, aber jetzt ziehe ich mich wieder zurück und du entscheidest selbst und musst auch selbst auf alle Buttons klicken. Und warum sollte jemand wie Tucker Carlson dann zu Twitter gehen und nicht zu YouTube? Weißt du, was ich meine? Oder ist, ähm, weil er sich. Der wird bei Twitter auf jeden Fall den Guidelines entsprechen, bei YouTube aber möglicherweise nicht Geschichte, dass ihm das so unsicher war. Das kann ich mir vorstellen. Dann sagen wir mal, okay, Twitter. Ich denke jetzt laut. Ja, denk mal laut, ist gut. Aber dann sagen wir: Okay, Twitter ist es so. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass die beiden im Grunde ein Werbegespräch führen, auf dem Elon Musk ihm nur das sagt. Was eh auch auf der Website zu finden ist.
44:44 Gavin Karlmeier
Wir wissen ja nicht, was gesagt wurde. Wir wissen nicht, ob Elon Musk ihm irgendetwas von Plänen geschildert hat. Wir wissen nicht, ob es vielleicht Erzählungen darüber gab, wie eigentlich die Verteilung politischer Lager unter den Twitter Blue-AbonnentInnen aussieht. Also denen, die de facto die einzigen sichtbaren Kommentare unter diesen Videos schreiben werden. Also ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie dieses Werbegespräch angereichert mit. Diversen Daten und Fakten und Anreizen und vielleicht auch einer inhaltlichen Vision seitens Elon Musk für Twitter angereichert war, indem so Sachen gesagt wurden wie Hey, Truth Social funktioniert nicht. Wir bilden aber hier gerade das neue Zuhause für die amerikanische Rechte, fürs Neokonservative, fürs. Republikanische. Und plötzlich fühlt sich Takar Carlsson wie jemand, der nicht einfach nur angeworben wird. Sondern der mitgestalten kann und der das Gefühl hat, hier Teil einer eines Movements zu sein für ein neues rechtes Amerika. Das will ich gar nicht ausschließen, ehrlicherweise.
45:49 Dennis Horn
Aber in dem Moment, in dem es im Hintergrund irgendwelche Anreize gibt als Versprechen, sagen wir, du wirst unser Power Creator und dir geben wir 2% mehr.
45:57 Gavin Karlmeier
Ja.
45:57 Dennis Horn
Von den nicht vorhandenen Werbeeinnahmen.
46:02 Gavin Karlmeier
Auch das wird sich ja vielleicht bald lösen.
46:04 Dennis Horn
Das mal als anderes Thema. Aber weißt du, was ich meine? In dem Moment wird das doch zu einem Deal. Aber den kann natürlich ihm wahrscheinlich jetzt niemand nachweisen, nicht wahr?
46:13 Gavin Karlmeier
Ja, ganz genau. Bei Twitch gab es ja diesen einen Leak, der das ja erst überhaupt öffentlich gemacht hat, dass es Creator gibt, die einen, die einen größeren Share kriegen als andere. Es ist dieser War for Talents, der ähm, der läuft. Und auch ein Tucker Carlson ist am Ende nur ein Content Creator. Und ob der jetzt auf Fox News oder auf irgendeiner Streaming-Plattform oder auf Twitter Exklusiv veröffentlicht, spielt für den erstmal gar nicht so eine große Rolle. Für die Plattformen kann das aber entscheidend sein. Und dass der jetzt als jemand, also mit seiner Größe, jemand von seinem Kaliber, jetzt mal unabhängig davon, wofür er inhaltlich steht, ist immer ein unglaublicher Schritt für eine Plattform. Weil die ganze Plattform sich in diese Richtung bewegen könnte. Also ich kann mir vorstellen, dass das für Twitter hier mal so aus der Überlegung, was hat Twitter eigentlich davon, dass er hier ist, und welche Anreize könnten sie ihm auf der Grundlage bieten? Twitter hat extrem viel davon, zu wissen, dass die ganzen Leute, die im Zweifel die sind, die auch Twitter Blue abonnieren, dass die jetzt hier zu Twitter kommen müssen, um Taker Carlson zu sehen.
47:23 Dennis Horn
Ich hatte noch, bevor diese Linda Jaccarino Nachricht rauskam, hatte ich letzte Woche noch so kurz diesen Gedanken. Ja, kann man so machen, aber gleichzeitig ist natürlich dieser Zuschnitt auch auf ein bestimmtes politisches Spektrum eine Verzwergung dieser Plattformen am Ende. Und wenn Elon Musk irgendwann sagt, ich habe zwar die vierundvierzig Milliarden dafür ausgegeben, aber das Ding ist jetzt nur noch irgendwann 15 Milliarden wert, Und mit der Zielgruppe im Kleinen funktioniert es dann aber, dann kann er sagen, er hat Twitter gerettet.
47:54 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
47:55 Dennis Horn
So, aber was für einen Twitter hat er da gerettet?
47:59 Gavin Karlmeier
Kein gutes. Und da muss man dazu sagen, ehrlicherweise vielleicht sogar genau das Twitter. Von dem er von Anfang an geplant hat, dass er das haben möchte. Also wir haben ja schon ganz am Anfang darüber gesprochen, welche politischen Beweggründe könnte Elon Musk denn haben? Weil, also rein wirtschaftlich Der Kauf war nicht wirtschaftlich motiviert. Weil der Preis war zu hoch. Die Einnahmen sahen nicht danach aus, als ob er das irgendwann wieder einspielen könnte. Es muss ja eine. ideologische, ideelle Motivation gegeben haben. Und es gibt ja diese Geschichte von diesem von diesem transfeindlichen Meme, das gesperrt wurde, das für Elon Musk so ein bisschen das Stein des Anstoßes war. Und Ich könnte mir schon vorstellen, dass das sich so ein bisschen auch, also wir sind total im Bereich der Spekulation gerade, ne? Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass diese Verpflichtung, die vielleicht auch gar keine Verpflichtung ist, aber dieser Schritt, das Tucker Carlsen hier veröffentlicht, Dass das genau das ist, was Twitter braucht, um das Twitter zu werden, von dem wir von Stunde 1 an befürchtet haben, dass es das werden könnte.
49:08 Dennis Horn
Ich finde es gruselig. Na gut. Übrigens, eine letzte Anmerkung dazu. Dieser ganze Komplex: Elon Musk und Linda Jaccarino und Tucker Carlson und so weiter. Ich habe die besten Gedanken dazu und interessantesten Anmerkungen tatsächlich in den vergangenen Tagen bei Blue Sky gelesen. Muss ich mal so sagen. Da ist die ganze Menge früherer Leute aus den großen Tech-Konzernen, die jetzt wesentlich offener sprechen. Joel ähm, Joel Roth, ähm, Alex Damis, der frühere Sicherheitschef von Meta, ähm, äh, Casey Newton der Journalist vom Plattformer Newsletter, also ich lese da sehr viele interessante Gedanken und das hat, was diese Beobachtung angeht, für den Moment, muss man natürlich auch sagen, Entfaltet Blueska bei mir eine recht große Relevanz. Finde ich ganz interessant, diese Beobachtung.
50:12 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, wie dir das.
50:14 Dennis Horn
gingen jetzt die letzten Tage, aber da fand ich diese Plattform sehr stark.
50:17 Gavin Karlmeier
Ist super spannend, ist aber auch so ein Ding, der bei diesem Thema Liegt das sogar nahe, dass man da viel erlebt? Die Frage ist, wird es das auch zum Beispiel während der US-Wahl sein? Also im Wahlkampf werden wir da über Blue Sky Dinge bekommen, die wir früher sonst bei Twitter bekommen hätten? Das wird sich noch zeigen oder ob es vielleicht doch Mastodon wird oder ich komme direkt zum nächsten Thema. Oder ob es vielleicht P92, P92 wird. Oder Barcelona. Oder Barcelona. Es gibt nämlich News zu Metas textbasierter Textbasiertem Twitter-Klon. Ich weiß nicht, ob der Name so passt. Und zwar finde ich es spannend, es wird eine separate eigene App geben. Und es wird in Instagram integriert sein. Lustigerweise, ich weiß nicht, ob du auch sofort die gleiche Assoziation hattest wie ich.
51:10 Dennis Horn
Die IGTV.
51:10 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Und das hat bei LGTV überhaupt nicht funktioniert. Also auch bei IGTV war das ein totaler Krampf, sodass IGTV immer kleiner gebacken wurde. Anfangs war es die App in der App, du musst es aufs Profil gehen und auf den IGTV-Button gehen oder auf den IGTV Hauptbutton bei dir auf der Startseite, um in diese kleine eigene App zu kommen, die du auch getrennt installieren konntest. Und dann irgendwann waren die IGTV-Videos auch in der Timeline. Und dann irgendwann hießen sie auch gar nicht mehr LGTV-Videos. Das finde ich, also das hat ein paar Fragezeichen immer ausgelöst, ob das so wirklich die beste Entscheidung, aber Well, well.
51:47 Dennis Horn
GTV muss ich ganz kurz erzählen. Wurde gestartet mit einem großen Event, das zeitgleich stattgefunden hat in San Francisco und London. Und da hat Meta und Instagram, die haben einen Haufen JournalistInnen und CreatorInnen nach London eingeladen aus Europa. irgendwo ins Hippe Stadtviertel und dann hatten die da so vertikale Monitore aufgehängt und wollten dann dort ganz groß Die den Start von IGTV und die Vorstellung, die Keynote, übertragen. Und dann hat aber leider die Leitung nicht funktioniert. Und dann standen in London alle so im Dunkeln.
52:34 Gavin Karlmeier
Gutes Omen auf jeden Fall. Es war ein super Omen, ja.
52:37 Dennis Horn
Es war ein bisschen, also eigentlich so die Die misslungenste Tech-Vorstellung direkt nach dem Blue Screen bei Windows 98 Also fantastisch.
52:52 Gavin Karlmeier
Ich war ja GTV-Fan sogar so ein bisschen. Wirklich? Ja, ich habe auch damals immer dafür geworben, dass man doch endlich mal wirklich tolle Inhalte in Hochkant produziert. Und hatte deswegen den Ruf Gavin Vermachung. Ich hatte lange den Ruf Gavin Vertikalmeier. Das war nur dein Name. Tja. Ja, heute können wir es mal verraten, endlich. Na, jedenfalls. Schreibt hier Mad Navera, auf den ich mich beziehe, wie so oft, dass. die Namen, die du in der neuen Plattform nutzt, identisch sind mit deinen Instagram-Handles, dass auch die Verifizierungen übernommen werden. Und dass deine FollowerInnen eine Benachrichtigung bekommen, dass sie dir auf der neuen Plattform folgen können. Was bedeutet, dass du nicht dein Netzwerk mitnimmst. In diese neue neue App. Das finde ich finde ich doch sehr spannend, weil das einen, und da muss ich jetzt mal einen kleinen Bogen machen. Ich habe die These, dass Instagram Stories beispielsweise Wir erinnern uns 2016, Instagram hat gesehen oder Facebook generell hat gesehen, Snapchat ist gerade das Ding, alle machen diese hochkanten Videos, die nach 54 Stunden weg sind. Wir wollen das auch. Erst wollten sie es kaufen, dann hat Snapchat gesagt, nein. Und dann haben sie gesagt, gut, dann machen wir das halt auch. Und ich glaube, der Grund, warum Instagram Stories so erfolgreich geworden sind gegen Snapchat, war der Vorteil des bestehenden Netzwerkes. Im Snapchat musste ich mir das erstmal aufbauen und ich konnte auch nicht nach Rihanna suchen, sondern ich musste wissen, dass sie Bad Girl Riri heißt, sonst habe ich sie nicht gefunden. Und diese Schwierigkeit mit dem mit dem fehlenden Netzwerk auf der neuen Plattform, die nehmen sie hier mit. Und ich frage mich warum. Warum ist es nicht. Wäre es nicht einfacher zu sagen, das ist einfach gesünd mit Instagram? Also hat man ganz gezielt hier offenbar sogar die Überlegung. Sich abzuheben von Instagram und ein eigenes Netzwerk zu bauen, das eher neben Twitter existieren soll, als neben Instagram.
54:47 Dennis Horn
Und selbst da würden ja solche Effekte eine Rolle spielen. Also ich möchte mir nicht ausmalen, wie wichtig das auch für Mastodon war in den vergangenen Monaten, wie viele Konvertiertools es da gab. Ja, also so Feddy Finder und solche Dinger, dass ich einmal durchsuchen konnte in unter den Leuten, denen ich bei Twitter folge, wer wirbt da für einen Mastodon-Account und dann das ähm automatisch rübergetragen wird. Das spielte ja selbst da eine Rolle. Und ja, interessanter Gedanke.
55:22 Gavin Karlmeier
Ja, also viel mehr News gibt es auch nicht. Also Meta wendet sich wohl gerade jetzt schon an InfluencerInnen und Prominente. um sie als Early Adopter in dieser App zu holen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir gefragt werden, ist, glaube ich, relativ gering leider. Aber ich kann ja mal sagen, also unsere Legacy bei Blue Sky, die war gut. Vielleicht hilft das hier als Anreiz, wenn Meta und zuhört.
55:47 Dennis Horn
So. Und dann hast du noch ein bisschen Algorithmus mitgebracht.
55:52 Gavin Karlmeier
Ja genau, ich habe in unseren Ablaufplan, der nur noch kleine SMS war, reingeschrieben, Gavin Erfahrungsbericht, haha. Ich habe was festgestellt an mir und ich weiß nicht, ob es dir auch so geht. Du benutzt Twitter ja noch passiv. Mir macht Twitter in den letzten, ich würde sagen, so ungefähr in der letzten Woche, vielleicht letzten zwei Wochen, keinen Spaß mehr. Die algorithmische Timeline ist de facto nicht nutzbar für mich. Da ist nur noch Müll, ich sehe dort nur noch Videos, ich bekomme dort nur noch Inhalte, die ich überhaupt nicht zuordnen kann, warum sie mir angezeigt werden. So Fail-Videos wie im YouTube von 2009, irgendwelche Leute, die mit dem Auto in Wasser fahren, beispielsweise. Leute, die ich nicht kenne. Also diese Timeline ist unbrauchbar. Gleichzeitig erhalten meine Tweets null Reichweite. Also egal was ich schreibe und selbst Tweets, von denen ich überzeugt bin, dass sie zumindest früher mal so Naja, vielleicht 30 Likes geholt hätten, liegen jetzt so bei 3. Und das lässt sich nicht anders erklären, als dass die algorithmische Timeline-Erfahrung der Leute, die mir folgen, genauso ist wie bei mir.
57:04 Dennis Horn
Also, interessant, meine Beobachtung war in den vergangenen zwei, drei, vier Wochen Also wie ich Twitter noch benutze, ist ja, ich recherchiere für diesen Podcast hier und gucke zwischendurch mal, was Leute twittern, also so ein bestimmter Satz. An Accounts, Matt Navara hast du gerade zitiert, Casey Newton gehört dazu, Elon Musk natürlich und so weiter und so fort. Und was für mich absolut nicht mehr brauchbar ist. ist das Nachverfolgen von Diskussionen, wofür Twitter für mich auch immer ein sehr wichtiger Ort war. Also was ist unter einem Tweet zu finden und jetzt werden halt dort erstmal die blau behagten Accounts hochgerankt? uns sind zuerst zu sehen und es ist halt der ganze rechte Scheiß dabei.
57:53 Gavin Karlmeier
Hundertprozentig.
57:55 Dennis Horn
Es ist nichts mehr damit anzufangen, was vorher mal ein wirklich ein Quellinteressanter Debatten war. ist einfach komplett unbrauchbar geworden und damit auch so eine der letzten Funktionen für mich, die irgendwie relevant waren, auch gestorben.
58:11 Gavin Karlmeier
Ja. Kidna auch absolut genauso. Also Diskussionen unter Tweets braucht man nicht mehr reinschauen. weil da wirklich nur noch wirklich nur noch Rechte sind, die widersprechen, die trolen, die relativieren, genau. Also da findet keine Diskussion mehr statt. Und es geht da auch nicht mehr um Meinungsaustausch oder um Meinungsbildung meinetwegen, sondern da geht es wirklich nur noch um Stenkern. Und da frage ich mich auch ehrlicherweise, ist den Leuten das wirklich 8 Dollar im Monat wert, dass sie Da einfach nur jetzt so, ich weiß auch nicht. Also, ich finde, das ist eine spannende Beobachtung, weil ich doch zuletzt immer noch der war, der hier, glaube ich, im Gegensatz zu dir Immer noch sehr oft gesagt hat, ich benutze das noch, mir macht das noch Spaß, ich erreiche dort die Leute, die das lesen wollen, was ich mache und so. Und das ist mir abhanden gekommen in den letzten zwei Wochen, sodass ich angefangen habe. dämliche Beobachtung als Instagram-Story zu posten. Und das ist einfach nur so eine Reflexion, einfach wie ich mich verhalte und was das gerade macht. Also ich eröffne Twitter viel seltener als früher. Twitter war immer die Nummer 1-App in meiner Bildschirmzeit. Und jetzt gerade ist sie nicht mehr mehr Top 4. Also, das hat sich schon stark geändert und das finde ich doch einen Gesprächspunkt auf jeden Fall.
59:28 Dennis Horn
Dafür sitzt irgendwo in Deutschland ein blaubehagter Zyprum. Und hat deine Nutzungszeit übernommen.
59:38 Gavin Karlmeier
Ja, also ich sag mal so: Ich habe gestern und vorgestern mehr Zeit mit Lieferando verbracht als mit Tütern.
59:47 Dennis Horn
Gavin, das für heute. Also ich hoffe, eine Stunde entschädigen euch für. Die Krankheitsphase in der vergangenen Woche. Es geht aufwärts bei uns beiden. Ich hoffe, morgen stimmlich bei dir sogar noch ein bisschen besser als heute. Und wir haben morgen eine Überraschung, oder? Wir haben morgen eine Überraschung.
01:00:05 Gavin Karlmeier
Ja, aber dazu morgen.
01:00:07 Dennis Horn
Bis morgen.
01:00:08 Gavin Karlmeier
Bis morgen.