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Folge 142 · 15. Juni 2023 · 20 Min.

Neue Fronten gegen alte Gegner

mit Dennis Horn

Was will Jack Dorsey von Elon Musk? Oder mit Elon Musk? Und was hat Walter Isaacson und die EU damit zu tun?

Übrigens: Den Podcast „Den Vogel abgeschossen – Elon Musk vs. Twitter“ findet ihr hier.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Hallo? Ja, du musst nicht Pre-Roll, oder? Ach ja!

00:12 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das lassen wir so drin. Ja, gut. Diese Folge wird euch präsentiert von Den Vogel abgeschossen, Elon Musk vs. Twitter. Ein Podcast, den wir euch. nicht nur ins Herz legen, weil wir ihn hier präsentieren, sondern weil der auch einfach wirklich viel Spaß macht und weil wir ein paar Informationen, über die wir hier im Podcast sprechen, auch aus diesem Podcast wiederum raus extrahiert haben. Ihr könnt euch den Werbefrei bei Amazon Music anhören oder auch sonst anderswo, wo ihr Podcasts hört.

00:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Grüß dich Gavin. Hallo Dennis. Dass ich dich überhaupt erreiche heute und wir miteinander sprechen können, hat vielleicht auch damit zu tun, dass du nicht so viel bei Reddit abhängen kannst, oder?

00:45 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ich kann einfach nicht meine. Ich kann nicht prokrastrinieren. Ich weiß immer nicht, wo die Erste in diesem Board sind. Aber bei Reddit weiß ich jetzt ganz vorne, jedenfalls das erst.

00:55 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, also Wir gucken heute gebannt auf den Reddit-Streik. Der sollte bis gestern, bis zum Mittwoch laufen, wenn ihr das hört. Aber viele ModeratorInnen bei Reddit planen, ihn auf unbestimmte Zeit auszuweiten. Da haben wir schon drüber gesprochen. The Word schreibt darüber nochmal. Die ModeratorInnen sagen, Reddit bewege sich nur mikroskopisch. Also, die sollen wohl einen Zugang wieder bekommen, die ModeratorInnen, zu einem beliebten Tool für die Datenarchivierung. Das sei aber ein Zugeständnis gewesen, noch vor dem Streik, in dem es ja eigentlich um die Kosten für die API geht und seit dem Start dieses Blackouts eben keine Bewegung mehr. Und mal so als Beispiel, da sind gerade so Subreddits geschlossen wie AWR, also AWW, mit mehr als 34 Millionen Abonnenten. Music hat mehr als 32 Millionen, Funny, Videos hat mehr als 26 Millionen. Und NBA bleibt auf unbestimmte Zeit auch weg zum wichtigsten Zeitpunkt in der Saison. Also, das finde ich schon Schon hochinteressant.

01:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das ist so ein bisschen wie der AutorInnenstreik im Drehbuchbusiness, der sich dann aufs ganze Showgeschäft auswirkt. Das ist schon krass, und mir ist auch aufgefallen in meiner normalen Nutzung des Internets, also jetzt nicht die Reddit-Nutzung. wie einfach dadurch, dass Reddit unbrauchbar ist, auch wirklich weite Teile des Internets, wie ich es nutze, nicht brauchbar sind. Also sei es mal eine Recherche zum Thema Fotografie zum Beispiel oder eine Recherche zum Thema Softwarefragen oder auch irgendwelche totalen Nischen Dinge, die kann man einfach nicht lesen, weil ich zumindest sehr oft bei Google-Suchen einfach Reddit dahinter schreibe, weil ich weiß, da kriege ich Leute, die sich damit auskennen. Und das findest du gerade alles nicht, weil du immer auf so einer Box landest und einfach nur steht, dass dieser Subreddit derzeit privat ist. Und das ist schon wirklich ein signifikanter Einschnitt in das Internet. Und wenn du dann aber dagegen die Aussage des Reddit-CEOs legst, der sagt, naja, das wird schon vorbeigehen, wir müssen das nur durchstehen, hier, diesen Streik, dann siehst du einfach, da sind die Fronten so krass verhärtet, dass ich da auch glaube, das wird noch ein bisschen dauern, bis das tatsächlich hier. Vorbeigeht.

02:56 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, also Titus Blome twittert dazu sehr treffend. Ich finde diesen Reddit-Streik unglaublich spannend, weil wir immer davon reden, vor allem in Bezug auf Musk-Twitter, dass eine Plattform immer nur ihre UserInnen ist. Aber Reddit ist eben die erste, die es geschafft hat, sich ausreichend zu organisieren, um das sichtbar zu machen. Finde ich eine sehr gute Beobachtung.

03:17 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

100 Prozent und zeigt einfach, wie tatenlos wir einfach gerade zusehen, was da bei Twitter passiert. Also, du hättest ja auch hier einfach nur, wenn die 50 größten Accounts der Welt, meinetwegen, oder sagen wir, sagen wir, nur die deutschsprachigen. Ihren Account für einen Monat auf privat gestellt hätten, hätte das für Twitter einen Effekt gehabt. Wenn Sie gesagt hätten, wir twittern jetzt einen Monat nicht Das hätte einen Effekt gehabt. Stattdessen tun wir alle gar nichts und sagen, ja, ja, aber ich habe ja immerhin auch einen Mastodon-Account, als würde das wirklich das Problem lösen. Also ich habe das Gefühl. Wir nehmen das einfach gerade alles so hin, wir sind sehr bequem geworden und denken, naja, solange meine Bubble noch da ist, können wir es ja kollektiv scheiße finden. Aber das ist halt kein Widerstand, kein Protest. Kommen wir mal zu Twitter.

04:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Vielleicht noch mal kurz zu Linda Jaccarino. Schöner Artikel bei Gismodo zu ihrem langen und etwas weirden. Thread, den ich vorgestern hier auch vorgelesen hatte. Linda Jaccarino macht deutlich, schreibt Gismodo, dass sie sich nicht an Musks inkohärenter Vision für die Social Media Plattform stoßen wird. Und sie habe ihre Absicht verraten, Twitter auf ähnliche Weise zu führen wie Musk seit seiner Übernahme vor einigen Monaten, zumindest in Worten Und vertrat Musks Ansicht, Twitter zum neuen Marktplatz zu machen, während sie gleichzeitig um das Konzept der freien Meinungsäußerung auf der Plattform herumtanzte. Ich finde das eine ganz gute Beobachtung, dass sozusagen diese weirde, wo man gar nicht weiß, was will sie eigentlich sagen, das gibt eigentlich einen Vorgeschmack auf wie könnte sie arbeiten. Sie wird sich nicht festnageln lassen von irgendeiner Seite, um ihrem Chef da weiter zu gefallen.

04:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ja, ja, total. Finde ich auch eine ganz, ähm ganz schöne Lesart, auch überhaupt von ihrem Text dieser offene Brief, der eigentlich gar nicht offen war, sondern jetzt eben auch halt einfach bei Twitter gelandet ist, den hat, verdammt, ich kriege gerade nichts, wahrscheinlich auch The Verge, aber ich bin mir nicht sicher, kommentiert mit dem Mit dem Text, sie fährt zwar das Schiff, aber es ist immer noch Musks Schiff. Und ich finde, genau das ist diese Beobachtung, wie man diesen Brief eben auch lesen kann, dass sie schon sehr genau weiß, wie da eigentlich die Hierarchien liegen und dass sie zwar jetzt womöglich die Geschäfte führt. Aber es sind nicht ihre eigenen Geschäfte. Und das ist eine Art, wie man den CEO-Begriff eben auch interpretieren kann, der ein bisschen abweicht davon, wie andere Leute ihn vermutlich für sich ausgefühlt hätten. Aber wahrscheinlich genau das, was Maske auch braucht.

05:44 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, und was ihr überhaupt dieses Überleben in diesem Unternehmen sichert, glaube ich. Die Front, die wir da erwartet hatten, die es da eigentlich geben müsste, macht sie vielleicht einfach gar nicht auf. So. Ja, so ist es. Was ist eigentlich aus den Twitter-Coins geworden? Es war März. Ich habe auch noch die Diamonds erst recht. Also es war März, da sah es ein bisschen so aus, als Stunden, die kurz vor der Einführung, so als Micropayment-System auf Twitter. Dann hat man seitdem nicht mehr so viel dazu gehört. Und wir wissen nicht, woran es liegt. Also ist das ein strategischer Gedanke? Meistens klammern wir den aus, wenn wir über Elon Musk sprechen. Oder hat es irgendwie Probleme gegeben, durchaus möglich. Und Walter Isaacson, das ist der Mensch, der die Steve Jobs-Biografie geschrieben hat und jetzt auch eine über Elon Musk. Schreibt, war jetzt in einem Twitter Space und hat dort über das, was er aus den Gesprächen mit Elon Musk, über Micropayments bei Twitter herausgefunden. Hat so ein bisschen gedroppt. Und er sagt, dass Elon Musk sich vor Monaten mit Tim Cook getroffen habe. Ich weiß nicht, ob das dieses erste Treffen war, so direkt nach der Übernahme, wo es mal kurzzeitig Beef gab. Auf jeden Fall gab es da die Zustimmung von Apple. Für In-App-Käufe, sagt Walter Isaxon.

07:11 Speaker 4

What jobs believed is that subscriptions are great, but they can't be the only thing. You also have to have what I call paper drink, meaning, all right, you want this particular uh song, you want this poem, you want this podcast, you pay 99 cents for it as Steve did. And that's what job that's what Elon is about to do with Twitter, which is to make uh easy payment systems for you know, quick payments. You gotta get through the Apple toll gate to do it 'cause Apple doesn't allow in app purchases as you know. But that's why he was really meeting with Tim Cook

07:46 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

So, so beschreibt er das. Also, dass das Apple Toll Gate, durch das Elon Musk hier vielleicht schon durchgekommen ist. Oder vielleicht auch nicht, weil wir haben so ein paar Signale, dass das im Hintergrund trotzdem irgendwie weiterschwelt. Und die kommen von Jack Dorsey und jetzt verbinden wir mehrere Themen miteinander, über die wir hier die letzten Tage gesprochen haben. Es gibt eine App aus dem Dunstkreis von Jack Dorsey, die. Apple nicht mehr im App Store sehen möchte, wenn sie so bleibt. Die heißt Damis. So, und da geht es um ein, ich glaube, Bitcoin-Micropayment darin. Ähm und Jack Dorsey gefällt das nicht, ja, dass Apple das nicht möchte und Elon Musk Schreibt dazu, wenn Apple gegen die ganze Welt antritt, dann wird Apple auch die ganze Welt gegen sich haben. Das ist kein siegreiches Szenario. Und auf diesen Tweet von Elon Musk antwortet Jack Dorsey: Indeed. So. Und wir fragen uns, ob es daran liegt, dass Jack Dorsey so distanziert und vorsichtig war in diesem Interview, über das wir gestern gesprochen haben.

08:58 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ob da nicht jetzt so eine Art, sich eine Armada gegen Apple nochmal versucht aufzutun. Ja. Ich also Das ist ein ganz seltsames Thema. Also, diese Damis-App ist quasi der Zugang, den Jack Dorsey nutzt, um Noster zu benutzen. Und Noster ist das dezentrale Netzwerk, auf dem Jack Dorsey mehr veröffentlicht als auf seinem eigenen. Und da kannst du eben quasi für Posts mit Bitcoins bezahlen. Und Apple sagt, dass diese Bezahlung quasi vorbei an den In-App-Kaufmodellen gegen die Regeln des App-Stores verstößt. Wenn man da jetzt noch ein Thema reinholen will, nämlich die politische Ebene, dass das Siteloading womöglich noch in diesem oder nächsten Jahr kommen könnte. Also die Möglichkeit, Apps auf dem iPhone zu installieren, die nicht im App Store liegen. aufgrund einer EU-Richtlinie. Es stellt sich so ein bisschen die Frage, warum man diesen Kampf hier jetzt gerade nochmal aufmacht. Ist es nur, um öffentlichkeitswirksam am Ende sich als Sieger über Apple darstellen zu können? Oder ist es hier wirklich die Möglichkeit oder die Vision, eine Front aufzumachen gegen Apple, um jetzt schon an diese. . ein paar Prozent, 30% eben dran zu kommen, die Elon Musk eigentlich gar nicht teilen möchte. Und die ja so wenig teilen möchte, dass er jetzt ja diese 30% am Ende für die NutzerInnen aufschlägt. Ich finde, das ist ein ganz, ganz spannendes Themenfeld, weil man da das Gefühl hat, da tut sich, tut sich etwas, was so Grüppchenbildung genannt werden könnte.

10:27 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, aber da müssen, also zu diesem Grüppchen müssten sie sich doch dann eigentlich Epic noch dazu holen, oder? Hundertprozentig. Und also wenn wir jetzt nur über Twitter und diesen Dunstkreis sprechen, dann finde ich das ja fast schon eine unselige Grüppchenbildung. Also Elon Musk sowieso und Jack Dorsey, wo ich gerade das Gefühl habe: mit allem, was er macht, verrät er auch das, was er vorher gemacht hat. Und ähm die die Community der er eine oder die Communities, um denen er eine Plattform gegeben hat Ah, das gefällt mir alles nicht.

11:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Nee, das ist irgendwie ganz seltsame.

11:08 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das ist keine Aussage über das Marktverhalten von Apple, die ich damit treffen möchte. Aber Ja, naja.

11:16 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also das ist ein super heißes Thema, diese In-Hab-Käufe, weil sie eben genau diesen Leuten immer ein Dorn im Auge war, die von dieser Infrastruktur ja eigentlich am stärksten profitiert haben. Also Epic hatte ganz, ganz lange sehr weit vorne die umsatzstärksten Apps dauerhaft im App Store. Vor allem, wenn du da noch die ganzen Unternehmen dazu nimmst, die an Epic dranhängen. Und die wollten eben diese 30% nicht teilen, bis sie Fortnite komplett zum Beispiel von allen iOS und MAC-Geräten verbannt haben. Spotify führt diesen Kampf die ganze Zeit und. Ich frage mich, ob es da, wie du das auch schon sagst, ob das tatsächlich der wirkliche Painpoint ist, der jetzt Jack Dorsey und Elon Musk zusammenschweißt. Oder ob das eigentlich nur ein, wie sagt man, ein Schaukampf ist, der eigentlich ein ganz anderes Problem offenbaren soll. Wir bleiben noch mal kurz beim Geld.

12:11 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ergänzung noch von Mashable zu den Kosten für Direktnachrichten. über die wir gestern gesprochen haben. Diese Änderung wird wahrscheinlich zu Problemen für Journalisten führen, schreibt Mashable, die Twitter Blue nicht abonniert haben, weil die ja oft. Für ihre Recherchen Direktnachrichten an Accounts schicken, denen sie nicht folgen. Oder weil sie um Erlaubnis bitten, bestimmte Inhalte aus Tweets verwenden zu dürfen und so weiter und so fort. Das ist ein guter Punkt, in der Tat, wollte ich noch ergänzen. Ja, finde ich auch gut. Und wir müssen ansonsten über eine Funktion sprechen, die ich an Twitter in den letzten Jahren sehr geschätzt habe, und zwar die verborgenen Antworten. Ganz am Ende des Kommentarthreads. Da gibt es dann immer ja nochmal so einen Link mit weiteren Antworten. Wir haben auch schon mal hier im Podcast darüber gesprochen und sie gelobt. Und Oder? Also ich finde, die sortieren ganz zuverlässig den Bullshit weg von so Accounts, von denen ich eh nicht lesen möchte.

13:12 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, zumindest war das damals so, als man sich nicht für 8 Dollar nach oben kaufen konnte.

13:17 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja. So, und Twitter Daily News an Elon Musk Tendenziell gewogener Account schreibt über diese verborgenen Antworten, im Rahmen der Transparenzinitiative sollte Twitter klären, wie dieser Filter funktioniert. Verifizierte Konten und sogar Antworten des ursprünglichen Absenders eines Tweets, unter dem diese Antworten da landen, werden manchmal ohne klaren Grund über diesem Filter ausgeblendet. Und Elon Musk antwortet, er looked da jetzt mal into it. Und das stimmt mich nicht besonders froh, weil man ja jetzt schon die Argumentation kennt, die da folgen wird, nämlich dass das irgendein verborgener Shadowban aus dem alten Code ist, der da im Einsatz ist.

14:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, und vor allem so ein bisschen, weil da ja auch die Frage drin liegt, wie weit, also welche Aussage von Elon Musk ist wichtiger, dass jeder alles immer veröffentlichen kann oder dass Freedom of Speech nicht die Freedom of Reach bedeutet? Weil wenn man anfängt, an diesem Code rumzuschrauben, dann wird man früher oder später zu erkennen, dass es kommen, vielleicht brauchen wir das ja alles gar nicht. Und dann wird Twitter wieder ein noch unangenehmerer Ort, als es ohnehin schon ist.

14:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Maxim Martyanov, der als Entwickler bei Twitter arbeitet, schreibt dazu, dieser Filter basiere auf Regeln im Twitter-Code, die die folgenden Namen tragen. Conversation Section Low Quality und Conversation Section Abusive Quality und verspricht mehr Transparenz dafür, wann einzelne Accounts mit diesen Etiketten belegt werden. was wieder zu mehr Diskussionen führen dürfte. Also ich habe da nicht viel Hoffnung, was dieses Thema angeht.

14:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, man ist da wieder in dieser Frage, wie viel ähm Transparenz kannst du als Plattform in der Moderation eigentlich tatsächlich gewährleisten. Ich finde, das ist eine total spannende, auch moralische Diskussion und Frage. Weil du auf der einen Seite zu dem Schluss kommst, wenn du alle deine Zaubertricks offenlegst, sind es keine Zaubertricks mehr. Dann ist das alles stark angreifbar. Auf der anderen Seite kann man natürlich auch schon nachvollziehen, dass wenn man sagt, also wenn hier die Reichweite von Tweets auf Grundlage inhaltlicher Kriterien eingeschränkt wird, automatisiert. Dann sollte man doch zumindest nachher nachvollziehen können, warum das passiert ist. Also, ich kann das ein Stück weit schon verstehen, diesen Wunsch nach dieser Transparenz da Aber das ist halt im Bereich der Contentmoderation immer eine Gradwanderung, bei der du in eins der beiden Extreme fallen musst, würde ich behaupten.

15:40 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja. Ja, ich glaube, man muss auf so einem relativ high-level einfach seine Regeln bekannt geben, wie die aussehen und nach denen dann handeln. Und auf diesem hohen Level brauche ich Transparenz. Und was aber ja gemacht wird, ist die kleinen konkreten Umsetzungen zu kritisieren und dem Framing von Zensur zu geben. Was natürlich Quatsch ist. Und da ist einfach der Fehler gemacht worden bei den Plattformen bisher, dass sie dieses High-Level und die Grundregeln nicht geschaffen oder nicht transparent kommuniziert haben. und wenn man jetzt auf so einem auf so einer Code-Ebene das irgendwie auseinandernimmt Kann man das immer in der einen oder anderen Richtung interpretieren? Und es bräuchte irgendwas, worauf man das zurückführen kann. Und das war eben nicht möglich, weil das ja trotzdem am Ende irgendwie auch willkürliche Entscheidungen dieser Plattformen jeweils waren.

16:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Komplett, ja. Genau.

16:39 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Mada Aflak arbeitet noch für Twitter 2. 0, schreibt sie in ihrer Bio. Ich glaube auch die ist eine. Kurzzeitbekannte hier im Podcast mal gewesen und die hat ein interessantes Konzeptvideo gepostet, wie Twitter Transparenz reinbringen könnte, was Medienanhänge angeht. Also Fotos, Videos zum Beispiel. Und das sieht so aus, dass du auf dieses Foto klickst und dann Metadaten siehst. Also wann wurde es geschossen, wer hat es gepostet. Womit wurde es kreiert? Also mit einer Kamera oder mit Stable Diffusion oder Photoshop, mit welcher Version und so weiter. Und das sind nicht die normalen Metadaten. die in so einem Foto sind und die auch gefälscht werden können, sondern das basiert auf dem C2PA-Standard. Das ist eine Idee, ein Standard, der so funktioniert, dass solche Medien, also Fotos, Videos und so weiter, Während ihrer gesamten Reise, so schreibt Mada Aflak das in einem Artikel, den sie auf Medium veröffentlicht hat, Herkunftsinformationen mit sich tragen. Und jede Bearbeitung wird dann erfasst Jede Informationen signiert. Und da ist der Gedanke hinter diesem Standard dann, dass so ein im Grunde fälschungssicherer Datensatz entsteht, der dann jedes Foto, jedes Video auf seinem Weg begleitet. Also eigentlich beschreibt sie in ihrem Text nur diesen Standard und in ihrem Video, dass Twitter eben diese Informationen daraus anzeigen könnte und weist darauf hin, damit das funktioniert. Müssten Plattformen, KI-Tools, Bildbearbeitungssoftware an einem Strang ziehen, diesen Standard einhalten. Dafür bräuchte es vielleicht auch Beobacht, Regulierung. Die das vorschreibt. Und ich bin mir nicht sicher, ob wir an so einen Punkt kommen werden, weil keine Plattform wird sagen, wir nehmen jetzt auch nur noch diese Medien an. Sondern du kannst auch jedes gescreenshotte Shoppte JPEG natürlich weiter reingeben. Aber Interessanter Gedankengang, den ich mal reinbringen wollte. Also es ist nicht so, als beschäftige sich bei Twitter niemand mit elementaren Fragen, aber auch so ein bisschen wie Blue Sky. Man versucht es technologisch zu lösen. Und mit jedem Schritt, den man macht, immer zu sagen, Content-Moderation brauchen wir nicht.

18:53 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Geht alles technologisch. Ja, stimmt. Das ist, glaube ich, das größte Problem mit diesem Standard. Du wirst halt nicht. Du müsstest das komplette JPEG-Format verändern. Also jedes Foto, das gemacht wird, müsste diesem Standard ja gerecht werden. Und das ist, glaube ich, ein Brett, das doch ganz schön dick ist zu bohren. Ich glaube, da hat Twitter nicht auch noch Kapazitäten für. Auf der anderen Seite, wer weiß das schon. Also, ähm. Vielleicht fängt Twitter ja doch damit an, jetzt irgendein neues Konsortium zu gründen. Also grundsätzlich auch, wie stimme ich dir zu, mega geile Idee. Gefällt mir auch eben nicht, einfach nur diese Exif-Daten zu nehmen, sondern tatsächlich sich an so einen neuen, fälschungssicheren Standard heranzutasten. Aber solange nicht jedes Foto, das aufgenommen wird, diesem Standard entspricht, ist es nur eine schöne Idee. So.

19:40 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Und ansonsten haben wir noch Elon Musk, der schreibt, es gibt bald eine Funktion, mit der jedes Video in jede mögliche Sprache übersetzt wird, was auch immer das konkret heißt, im Ton oder nur irgendwie in so einem Transkript. glaube ich ja eher dran. Wir werden sehen, wollte es mal genannt haben. Da wird also weiter am Micromanagement gearbeitet und die größere Idee Vielleicht finden wir sie morgen.

20:04 Speaker 5

Das würde mich stark wundern, denn es ist. Aber wir versuchen es trotzdem, wie immer. Bis morgen. Bis morgen.