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Folge 154 · 3. Juli 2023 · 1:09 Std.

Das große Finale von Twitter?

mit Jannis Schakarian

Und es hat Boom gemacht. Die Infrastruktur bröckelt und vielleicht wäre das alles vermeidbar gewesen. Ob durch bessere Managemententscheidungen, gezahlte Rechnungen oder eine bessere Programmierung ist dabei unklar… aber vielleicht sogar auch egal?

Waxy über das Selbst-DDoSing: ⁠https://waxy.org/2023/07/twitter-bug-causes-self-ddos-possibly-causing-elon-musks-emergency-blocks-and-rate-limits-its-amateur-hour/⁠

So sieht THREADS aus: https://twitter.com/oncescuradu/status/1675067988104429568

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Jannis. Hallo Gavin. Ich erkläre das nochmal, für die, die letzte Woche nicht gehört haben, vermutlich interessiert euch heute ein bisschen mehr worüber wir sprechen als in der letzten Woche. Deswegen, Dennis ist im Urlaub. Dennis hat sich offenbar einen sehr, sehr geschickten Zeitpunkt überlegt, um in den Urlaub zu verschwinden. Und deswegen haben wir jetzt seit einer Woche wechselnde Gäste und ich freue mich, dass ausgerechnet du heute dabei bist, lieber Janis Schakarian. der also Journalist, Internetversteher der frühesten Stunde, das Netz füreton. Und du hast auch einen richtig regulären Job bei einer sehr großen Medienmarke, richtig?

00:45 Jannis Schakarian

Ja, da bin ich auch und kümmere mich um Podcast. Früher musste ich noch mehr mich um Social Media kümmern und hab euch auch deswegen immer gehört, weil ich immer dachte, okay, Elon Musk explodiert gleich und ich muss dann dem Intendanten sagen, wir müssen sofort Twitter verlassen. Und äh Dann habe ich den Job gewechselt und musste dann erstmal so abschalten, dass ich das so viel ruhiger hören konnte, ohne zu sagen, Hilfe, Hilfe, wir müssen da sofort weg und jetzt gucke ich mir das so ein bisschen von daher. Von der Seitenlinie an und es hat nicht mehr direkt was mit meinem Job zu tun, weil da war ich Podcast.

01:18 Gavin Karlmeier

Aber du bist ja immer noch journalistisch tätig und deswegen berührt dich das Thema, über das wir heute sprechen, wahrscheinlich dann doch wieder. Weil du am Wochenende de facto, so wie alle anderen, auch nicht mehr hättest recherchieren können, wenn du gewollt hättest. Ich also man muss dazu sagen, also erstmal müssen wir ein ganz großes Jenga rufen. Es ist das passiert, worauf wir immer gewartet haben. Danke. Der ganze Turm ist zusammengeklappt und ich weiß nicht so genau, wo wir anfangen sollen. Also, was ist. Der Stand, wir nehmen das hier gerade auf am Montag, äh, Sonntag, Entschuldigung, Sonntag, 2. Juli, 21 Uhr. Und wir hatten ein Wochenende im Grunde ohne Twitter hinter uns, richtig?

02:01 Jannis Schakarian

Ja, bei mir, also ging es immer wieder, aber ich war auch unterwegs, deswegen ist es mir gar nicht so aufgefallen, sondern ich habe als erstes dann diesen Tweet von Elon gesehen. Ähm, wir haben gerade so viel Datenscraping und führen deswegen so Rate Limits ein. So, das war so, wo ich dachte, aha, okay, wird eine interessante Folge heute, darüber zu sprechen. Und dann nahm es ja darauf erst so richtig seinen Lauf.

02:28 Gavin Karlmeier

Ja, ich, also der Tweet, lass uns genau, lass uns doch mal einsteigen. Also ich habe seit Samstagmittag das Problem gehabt, dass ich nicht mehr richtig auf Twitter zugreifen konnte. Und ich habe Also ich war eh mit Familie beschäftigt und so und dachte, naja, ist ja auch nicht so schlimm. Und habe das wirklich so als Thema geparkt, dachte, naja, Tschüter ist halt nicht erreichbar. Business as usual inzwischen. Und dann kam dieser Tweet von Elon Musk. Ich glaube, der kam erst ein bisschen was später. Der kam noch nicht direkt mit den Ausfällen. Und in diesem Tweet stand drin, um dem extremen Level an Data Scraping, also zum Beispiel das Auslesen von Daten, die bei Twitter rumliegen. für als Training für KIs beispielsweise und der Systemmanipulation Herr zu werden, haben wir ein paar temporäre Limits eingeführt. Verifizierte Accounts sind darauf begrenzt, 6000 Postings am Tag zu lesen, nicht verifizierte Accounts 600 Posts am Tag zu lesen Und neue nicht verifizierte Accounts, 300 Postings am Tag. Und dann, da habe ich erstmal gedacht, wow, weil, also Punkt 1 ist, bei solchen Dingen kann man Elon Musk nicht trauen. Also, da reden wir gleich drüber, was die tatsächliche Ursache ist für diesen für dieses Auseinanderbröseln. Und als zweites habe ich dann gedacht, also

03:45 Jannis Schakarian

Also, ich war so, okay, jetzt habe ich das Gefühl, jetzt wird es wichtig, was hier passiert. Also, mein erster Gedanken, was war dein erster Gedanken? Dachtest du, 600 Posts am Tag, ist es viel oder wenig?

03:58 Gavin Karlmeier

Das ist super wenig. Super, super, super wenig. Und was ich als erstes gedacht habe, war: Jetzt ist ein Tabubruch passiert, denn unabhängig davon, ob es einen Angriff von außen auf Twitter gibt oder nicht, in welcher Form auch immer, das gesonderte Behandeln von Menschen, die für Twitter bezahlen, im Konsum der Inhalte. Da haben wir ganz früher schon mal als Schreckenszenario drüber gesprochen. . Das ist eine Veränderung der Wahrnehmung von Twitter und den Inhalten, die dort liegen. Die mit diesem Marktplatz des Internets, wie Elon Musk es immer wieder genannt hat, nichts mehr zu tun hat. In dem Moment, wo du dafür bezahlen musst, mehr lesen zu dürfen als die, die nicht dafür bezahlen. Und ob es temporär ist, ist völlig egal. In diesem Moment baust du hier eine Ungleichbehandlung auf, die nicht mehr hinzunehmen ist.

04:45 Jannis Schakarian

Ja, und es ist, also es ist eine Paywall sozusagen. Es ist nicht mehr ein, wir haben auch ein Premium-Feature, wo du mehr Features bekommst, sondern es ist eine Paywall, um überhaupt unendlich viel lesen zu können. Und mir ging es auch, dass ich sagen: Moment, 600 Posts ist eigentlich viel. Zuerst wenn wir denken, 600 Tweets am Tag, das liest doch nur Gavin. Aber die reden ja immer von Views und eigentlich sind es ja Impressions. Das heißt, wenn ich nur einmal durch die Timeline scroll, dann habe ich ja schon an 50 Tweets vorbeigescrollt, so ungefähr.

05:18 Gavin Karlmeier

Oder lass es 20 sein, ne?

05:20 Jannis Schakarian

Und wenn ich das dreimal am Tag mache, dann bin ich sofort bei diesem Limit.

05:24 Gavin Karlmeier

Ja, und ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Ich glaube, es sind ja nicht mal die Impressions, es sind nicht mal die Views. Also, das würde ja keinen Sinn ergeben, wenn es tatsächlich technische Gründe hast. Das ist tatsächlich, was ich abrufe, ne? Das wäre meine These. So, und jetzt kommen wir direkt zu einem ganz wilden. Wir springen heute ein bisschen da so quer rum, aber ich glaube, das ist ganz genau so, wie wir es auch erlebt haben und wichtig, um das gesamte Bild zu finden. ziehen. Es ist auch völlig unklar, wie das erhoben wird. Es wird zwar von pro Tag gesprochen, aber es gibt Leute, die sagen, im neuen Browser funktioniert es. Wenn ich es auf dem iPad mache, habe ich gar keine Probleme. Dann gibt es Menschen, die geschrieben haben: ich habe 24 Stunden gewartet, es geht immer noch nicht. Das habe ich jetzt auch mehrfach gelesen. Das heißt, es ist vermutlich nicht wahr, dass du wirklich limitiert bist. Aber wenn, dann genau auf die Abrufe, nämlich auf das, was deine App zieht. Und du kannst ja mal so lange scrollen, bis es lädt bei dir. Das sind locker 70, 80 Tweets jedes Mal. Wenn du jetzt mal angenommen, du machst das. dreimal am Tag, dann bist du schon bei 80 mal 3, bist du bei 240. Und wenn du dann noch ein bisschen mehr liest oder auch auf ein Thread klickst oder Antworten liest. dann hast du die 600 sofort erreicht. Also es ist wirklich nicht viel. Und es betrifft ja auch deine eigenen. Also wenn du auf dein eigenes Profil gehst, sind das ja auch Postings, die du liest.

06:37 Jannis Schakarian

Stimmt, es geht ja tatsächlich um, welche Tweets werden geladen und also machen wir uns nichts vor, ne, so eine Paywall zu bauen, das macht man nicht von einem Tag auf den anderen. So und so wie es hier oder wie Elon Musk es verkauft, war das ja so eine Notfallmaßnahme, weil sie so viel Traffic sehen oder den Traffic nicht handeln können und deswegen ziehen sie jetzt das mal schnell ein. Also, dass diese Paywall, wenn es denn wirklich dauerhaft eine sein soll. nicht sofort richtig funktioniert, überrascht mich dann gar nicht so sehr, weil es war wahrscheinlich so eine Hilfe, unsere Serverbrechen zu sagen, was können wir denn machen? Ach, wir spielen mal hier an diesem Rate Limit herum.

07:12 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Und ähm Was ich so witzig finde, das ist mir erst gerade aufgefallen, als ich das hier so alles nochmal gesammelt habe, viele berichten ja, in Tweetag, im alten Tweetag funktioniert es, weil dieses alte Tweetag. als ursprünglich mal externe Software irgendwann gekauft wurde, de facto einen API-Zugriff zu Twitter nutzt, der nicht der klassische Weg ist. . Das heißt, im alten Tweetag kannst du offenbar mehr Tweets lesen. Obwohl du verschiedene Streams hast. Das heißt, du kannst 5, 6, 7, 8 Listen nebeneinander haben und kannst mehr Tweets laden. Im neuen Tree-Tag und dem, was eben auf Twitter basiert, ist es nicht so. Denn das neue Tree-Tag sind de facto. . kleine einzelne twitter. com Embeds. Das heißt, wenn du das neue Twitter Tweet Deck benutzt, weil du es ausprobierst oder weil du Twitter Blue bezahlst und es toll findest. Dann hast du Pech gehabt. Also das ist schon, also da siehst du schon in der Tat, wie du sagst, das ist so ein bisschen übers Knie gebrochen. Und wir haben so ein paar Gedanken gesammelt dazu, bevor wir gleich versuchen auf die Suche des Ursprungs der Ursache zu gehen. Dennis hat mir aus dem Urlaub geschrieben, also so groß ist das Thema, dass er in seinem Urlaub diesen i-Message-Chat geöffnet hat. Er hat geschrieben, das ist das Knacken im Gebälk der Infrastruktur, das für in einigen Monaten vorhergesagt war. Und The Verge, ein Tech Magazin, über das wir hier auch schon öfter gesprochen haben, die haben das so ähnlich geschrieben, dass mehrere führende EntwicklerInnen bei Twitter immer davon gesprochen haben, dass es so Indikatoren gibt, ab wann es noch x Monate gibt, bis diese Infrastruktur nicht mehr funktioniert. Und es gab so einen Zeitpunkt, wo gesagt wurde, das wäre jetzt ein Punkt, nämlich diverse EntwicklerInnen, die nicht mehr arbeiten, Wartungsprozesse, die nicht mehr durchgeführt werden. wo gesagt wurde, es dauert jetzt noch sechs Monate, da fällt es auseinander. Lustigerweise war das gestern vor sieben Monaten. Also es ist tatsächlich, es ist einen Monat länger gegangen, aber es war so ein bisschen darauf, es war absehbar, dass sowas früher oder später passieren muss. Samuel hat übrigens geschrieben, wir haben das hier so in etwa sogar prognostiziert bei Haken dran. Ich konnte das nicht mehr so richtig rekonstruieren, aber ich nehme das natürlich gerne an, dass wir diese These aufgestellt haben, dass sowas irgendwann passieren wird.

09:25 Jannis Schakarian

Würde ich auch machen. Einfach, ihr habt es schon immer gesagt.

09:28 Gavin Karlmeier

Ja. Also, Mike Drucker, der hat bei Twitter drei Theorien aufgestellt, woran es liegen könnte, was passiert ist. Er hat geschrieben, These 1, Twitter is D-Dossing itself. Erklär mal gleich, was es bedeutet, because Elon is an idiot. Oder T S2, Twitter is losing service after the company ignored bills because Elon is an idiot. Oder These 3, Twitter hopes to force people to pay because Elon is an idiot. Also übersetzt Entweder Twitter führt hier gerade auf sich selber Angriffe aus, weil Elon ein Idiot ist, oder Twitter verliert Serverkapazitäten, weil das Unternehmen keine Rechnungen mehr bezahlt, weil Elon ein Idiot ist. Oder Twitter möchte die Leute dazu zwingen zu bezahlen, weil Elon ein Idiot ist. Diese These, ich würde gerne mit These 2 anfangen, mit den Rechnern, die nicht bezahlt sind.

10:21 Jannis Schakarian

Das war auch die erste, die mir begegnet ist, weil der 1. Juli ja wohl auch der Stichtag für diese Einigung mit den Google-Servern war und so. Und dass es dann hieß, okay, ähm. . Irgendwas bezahlt Twitter wieder, habt ihr am Freitag noch gesagt, da hätten sie sich geeinigt. Aber vielleicht nicht so viel oder Google lässt sich nicht weiter auf der Nase rumtanzen. Und das war so die erste Theorie, die so ein bisschen Flügel hatte, zu sagen, oh, anscheinend haben sie nicht genug bezahlt und deswegen müssen sie jetzt diese Rate Limits einführen, weil sie eigentlich gar nicht mehr so viel ausliefern können, gar nicht mehr so viele Kapazitäten haben.

10:57 Gavin Karlmeier

Ja, ich kann ja was abgewinner These. Dagegen spricht so ein bisschen, dass eigentlich Linda Iacarino, die CEO von Twitter oder von der X-Corporation. . angekündigt hat, dass sie mit Google Einigungen gefunden hat, dass die Rechnungen bezahlt werden und dass alles Ergebnisse eines Stresstests waren. In der geprüft wurde, wie Twitter ohne Google Cloud auskommt. Und das Ergebnis war gar nicht, also müssen wir diese Rechnungen bezahlen. Deswegen, ich kann jetzt was abgewinnen, ich halte die aber nicht für so wahrscheinlich. Ich würde sagen, plausibel. Aber nicht mit Sicherheit der richtige Weg. Es gibt aber einen Aspekt an dieser These, der spannend ist Und der führt uns gleich direkt zu These 1. Und zwar war Teil dieser Einigung mit der Google Cloud dessen Ergebnis auch war, dass Twitter jetzt diese Rechnungen bezahlt, auch dass Google weitere Zugriffe auf Inhalte von Twitter bekommt, um sie in ihren Suchergebnissen anzuzeigen. Also für Leute, die nicht bei Twitter eingeloggt sind. Sprich, in dem Moment, wo Twitter zum Beispiel Entscheidungen trifft, die das verändert, wäre diese Einigung in Teilen jedenfalls hinfällig. Jetzt ist aber diesen Zusammenbruch und dieser Entscheidung, Twitter oder Tweets nur noch in gewisser Anzahl für die Leute sichtbar zu machen, um Cyberkapazitäten zu bündeln. Jetzt ist dem aber etwas vorausgegangen am Samstagvormittag. Und zwar die Entscheidung, dass Tweets auf twitter. com, auch wie Elon Musk schreibt, temporär nur noch generell für Menschen sichtbar sind, die eingeloggt sind. Also es gab schon relativ früh Meldungen, dass du mit einem privaten Fenster oder eben im Browser, wenn du nicht eingeloggt bist. Gedanken dazu

12:49 Jannis Schakarian

Ja, das, also das ist ja eigentlich ein riesiger Schritt, ne? Also zu sagen, wir. Wir sind der Marktplatz der Meinung und so. Und dann zu sagen, nein, du brauchst auf jeden Fall einen Account, um das mitlesen zu können, um hier mitlesen zu können, verändert es schon Ganz enorm. Jetzt kann man sagen, gutes Recht von Twitter, zu sagen, du brauchst halt einen Account, wenn du hier dabei sein willst. Ich weiß, Twitter hat es auch, also über die letzten Jahre immer mehr angezogen, wie schnell man sich einloggen musste und so. Aber dass es jetzt quasi gar nicht mehr möglich ist, führt ja auch dazu, dass sich Twitter eben nicht mehr einfach so verlinken kann, irgendwo und sagen wollen: Hier liest es mal, guck mal wie Elon Musk hier twitterte, sozusagen und dann klicke ich drauf und kannst halt nicht lesen. Und es macht es viel schwerer, so eine Debatte nachzuverfolgen. Und würde ich sagen, widerspricht diesem, wir wollen einen öffentlicheren Marktplatz der Meinungen sein ganz stark.

13:49 Gavin Karlmeier

Total, ja, und es ist auch ein Schritt, der der Twitter halt noch stärker in eine Isolation führt. Das, also das alleine wäre ja schon für viele ein Grund gewesen, auch für mich nochmal zu sagen Für uns JournalistInnen, für Creator, für Leute, die Inhalte erstellen, damit sich viele Menschen sehen wäre das eine Entscheidung, die eher dagegen spricht, dort stattzufinden. So, ähm, fairerweise muss man dazu sagen, dass viele andere Netzwerke, für die man Inhalte erstellt, Instagram, Facebook. dass die ähnlich arbeiten. Also auch dort bekommst du relativ schnell die Erinnerung, dich doch bitte einzuloggen. Bei Twitter war das immer Bestandteil des Spiels, dass für alle sichtbar ist, was da passiert, dass das öffentlich ist. Spannend finde ich, dass diese Entscheidung eben auch am 1. Juli gefällt wurde, an dem Tag, an dem diese mögliche Frist mit Google ausgelaufen wäre. Das heißt, man hätte hier schon eigentlich gegen diese Vereinbarung verstoßen, wenn man sagt, Google hat keinen Zugriff mehr auf diese Tweets, weil eben. von öffentlich keine Einsicht mehr ist. Und dazu habe ich einen ganz spannenden Text gelesen. Den müsste ich hier mal eben raussuchen. Wo habe ich ihn denn? Ah, Johannes Reus hat das auf LinkedIn geschrieben. Das ist der Gründer von Systrix. Die machen so SEO-Software. Vielleicht kennst du die. Und der hat einen längeren Post geschrieben und ich würde dir da gerne ein Stück draus vorlesen. Unabhängig von den Folgen für Twitter hat dieser Schritt direkte Auswirkungen auf die Auffindbarkeit von Tweets in Google, denn auch Google ist einer dieser Datascraper. Schaut man sich bei Google an, welche Inhalte in den letzten Stunden indiziert wurden, sieht das schon seltsam aus. Geht man etwas tiefer in die Analyse, wird das Problem offensichtlich. Twitter leitet auch den Googlebot auf einen Login-Prozess weiter. Die Folgen sind bei einzelnen Accounts bereits klar zu sehen. Es gibt keine Daten mehr, die Google indexieren kann. Das betrifft auch neue Inhalte und High-Profile-Profile, die häufig neu gecrawled werden. Auf Dauer wird es, so Twitter das Vorgehen nicht ändert, alle Tweets und Inhalte von Twitter betreffen. In Deutschland hat Twitter Deadset einen Sichtbarkeitsindex von 125 Punkten, in den USA sogar 176. So richtig bis zum Ende durchdacht scheint dieser Schritt nicht zu sein.

15:48 Jannis Schakarian

Jetzt muss man sagen, auch hier hat Elon gesagt, auch das sei nur eine temporary Emergency Issue oder Measure, also so eine zeitweise Notfall-Einführung dieses Features. Mal gucken, ob das stimmt oder nicht. Was ich hier interessant finde, ist, dass es für Google ja dann tatsächlich auch zum Problem werden konnte. Also die Twitter-Daten sind für Google eigentlich sehr, sehr wertvoll. Ich weiß noch, es gab jahrelang immer das Gerücht, ah, könnte nicht Google mal Twitter kaufen, weil Google mit den eigenen Social Networks immer so daneben liegt, die könnten nochmal Twitter übernehmen. vor allem für diese Echtzeitdaten, dieses es passiert was, diese News getriebenen Dinge, dass die schneller bei Google auftauchen und man sie sie dort schneller findet, plus eben das, was immer noch viele Prominente auf der Plattform oder Persönlichkeiten auf der Plattform verbreiten. Dass ich das auch über Google überhaupt finden kann. Und das ist für beide Seiten von enormem Interesse. Also auf der Google-Ergebnissuche habe ich ja teilweise so eine extra Leiste mit Tweets, die mir dann angezeigt werden bei bestimmten Suchworten und so. Das ist für Twitter auch enorm wertvoll, da stattzufinden und umgekehrt für Google auch. So, das hat Elon hier wohl aus Versehen auch noch mit abgeschnitten.

17:08 Gavin Karlmeier

Die Frage ist tatsächlich ja so ein bisschen, was war der Initialmoment zu entscheiden, dass du von außen nicht mehr auf Tweets zugreifen kannst? Also was war der das. Was war der Grund für diese temporären Notfallmaßnahmen, wie Elon Musk sie hier genannt hat? Also, dieses Data Scraping mag sein, aber ist das nicht ein bisschen kurz gedacht, weil das gab es ja immer und die Tweets waren ja immer öffentlich. Also, ich glaube ihm das nicht, dass das der tatsächliche Grund ist.

17:38 Jannis Schakarian

Deswegen, ähm, wir kommen gleich noch zu der anderen Theorie, aber deswegen habe ich. . finde ich das immer noch interessant, ob nicht tatsächlich bei dieser Google-Einigung dann Paar-Server weniger bei rausgekommen sind und sie deswegen sich überlegen mussten, okay, wie Machen wir, wie kriegen wir es hin, dass wir weniger Tweets ausliefern, dass wir weniger Server brauchen und deswegen vielleicht diese zwei Maßnahmen ergriffen hat. Weil es wirkt für mich schon so, Als ob es ähm hier kurz vor der Insolvenzverwaltung ist und man irgendwie versucht, dann allen Ecken und Händen Kosten zu sparen und zu sagen, wie können wir unsere Serverbilden ein bisschen kleiner kriegen? Ah, vielleicht Ja, schicken wir alle auf einen statischen Login-Screen oder so.

18:24 Gavin Karlmeier

Ganz genau, ja, so fühlt sich das nämlich in der Tat an. Kommen wir mal zu dieser These, zu dieser anderen These, dieser D-DOS-Attacke, über die wir eben gesprochen haben, weil die, finde ich, in totalem Kausalzusammenhang zu dieser Meldung steht. Und zwar gibt es EntwicklerInnen, zum Beispiel Sheldon Shang. hat es auf Infidiverse gepostet. Es gibt ja die Beobachtung, dass in dem Moment, wo du zu diesem Login-Prozess geführt wirst. Dass Twitter, also die Software auf Twitter, einen Loop durchführt, weil dieser Login-Prozess immer wieder aufgerufen wird und gleichzeitig aber versucht, weitere Tweets zu laden. Diese Tweets werden aber nicht gefunden und die wiederum lösen weitere Login-Prozesse aus. Und das wiederholt sich so lange, wie du auf dieser Seite bist. Und wenn das sehr viele NutzerInnen gleichzeitig tun, dann führst du de facto eine D-Doos-Attacke aus. D-Dos-Attacke haben wir ja schon mal erklärt, muss man sich so ein bisschen so vorstellen, wie alle Leute versuchen gleichzeitig ins Kaufhaus zu rennen und das Kaufhaus gibt dann irgendwann nach. Ist das eine gute Beschreibung für eine Diddle's-Attacke?

19:28 Jannis Schakarian

Ja, es gab, ja, ich glaube, das ist es. So viele Leute kommen gleichzeitig, dass man es nicht oder so viele Anfragen kommen gleichzeitig, dass man es eben nicht mehr nicht mehr beantworten kann. Und so wie es aussieht, schickt sich Twitter eben diese An dann diese Anfragen selber.

19:44 Gavin Karlmeier

Genau. Das ist die These. Und das wiederum hat am Ende dazu geführt, dass Twitter am Ende reduzieren musste, wie viele Zugriffe man überhaupt erstellen kann, um dem Herr zu werden. Das passiert. aber ja ein erster durch und jetzt da bin ich nämlich bei diesem kausalzusammenhang den ich gerade angesprochen habe damit das aber geht also damit die software auf twitter diesen fehler auslöst Muss man ja vorher schon die Entscheidung getroffen haben, dass du immer den Login-Screen gezeigt kriegst, wenn du einen Tweet aufrufst.

20:15 Jannis Schakarian

Ja, also äh, da wird mir die Timeline auch nicht ganz klar, aber ich finde es, also äh, du hast mir diesen Artikel geschickt. wo auseinanderklamüsert wird und wo man auch so beeindruckende Videos sieht, wo man diese ganzen Anfragen visualisiert kriegt. Und ich musste so lachen, weil Elon schiebt das ganze Jahr auf. Hier, wir haben so viele Anfragen von Scrapern und KI. Und deswegen mussten wir das alles treffen. Und dieses Elon Musk fühlt sich von der KI gejagt und macht deswegen alles dicht. Und merkt gar nicht, dass er das selber ist, der sich diese Anfragen stellt und sich selber in die Knie zwingt. Und irgendwie denkt, ich habe hier total wertvolle Daten, alle wollen die haben. Will nur sein eigenes Twitter-Sie eigentlich haben.

20:59 Gavin Karlmeier

Ja, entweder er merkt es nicht oder er würde es niemals zugeben. Wir werden diesen Artikel waxy. org, hat diesen Sachverhalt einmal sehr geil zusammengefasst mit Videos und so, werden wir in den Shownotes verlinken. Ich könnte mir vorstellen, dass Elon Musk das niemals zugeben würde, aber dieser Text und auch dieser Tweet, über den wir gesprochen haben, dieser Post, ist überschrieben mit es ist Amateurstunde, it's amateur hour. Ja, also ich versuche mal diese Timeline zu rekonstruieren. Aus irgendeinem Grund, vielleicht aus dem Grund, dass du, dass es weniger Serverkapazitäten gibt, Mutmaßungen. muss Twitter regulieren und muss sagen, wir müssen die Zugriffe reduzieren. Entscheidet sich dazu, diese Login-Wall davor zu setzen, damit Leute, die nicht eingeloggt sind, keine Tweets aufrufen, um die Server-Requests kleiner zu halten. Da drin wird aber dieser Fehler ausgelöst mit dieser Endlos-Schleife, diese DDoS-Attacke. Darauf reagiert Twitter mit diesem Rate Limit zu sagen, dass du nur noch 600 Tweets sehen kannst und am Ende funktioniert eigentlich gar nichts mehr. Und dann sind wir nämlich bei dieser Auflistung, über die wir gerade gesprochen haben. Es gibt diese drei Theorien, die Mike Drucker geschrieben hat. Twitter DDOST sich selber, Twitter hat Server verloren, weil sie keine Rechnungen bezahlen. Oder Twitter zwingt Leute dazu zu bezahlen. Alle drei Thesen könnten dann stimmen. Sie sind alle drei plausibel und das könnte eine Timeline sein. Und alle drei Thesen enden mit Elon ist ein Idiot. Das Problem ist so ein bisschen, dass das alles dann am Ende darauf zurückzuführen ist, dass das zu wenig Ressourcen gibt in der Entwicklung und zu wenig Geld. Also für oder Berechnungen nicht bezahlt werden. Denn dieser Fehler hätte durchaus repariert werden können mit diesem Loop. Vermutlich, wenn du da Leute gehabt hättest, hättest du den sogar relativ schnell identifizieren können. Vermute, ich bin kein Entwickler. Aber diese Dinge, die hier zusammenkommen, das ist doch schon alles sehr wild. Wie gesagt, wir bewegen uns hier im Bereich der Mutmaßende. Wir wissen nicht, was bei Twitter passiert ist und Elon Musk ist dort keine vertrauenswürdige Quelle. Aber Es gibt doch einige Indizien dafür, dass das so tatsächlich alles hätte eintreten können.

23:14 Jannis Schakarian

So klingt es jetzt sehr, also für mich erstmal plausibel, wie du es zusammengepuzzelt hast. Zumindest wäre es eine mögliche Erklärung. Lass uns doch noch ganz kurz über diese dritte These sprechen, dass Elon tatsächlich Leute dazu bringen will, für Twitter zu bezahlen. Und da bin ich wieder an dem Punkt, wo ich diese Strategie von Twitter überhaupt nicht verstehe.

23:34 Gavin Karlmeier

Weil, ähm,

23:36 Jannis Schakarian

Am Anfang ging es darum, ja, die Leute sollen mehr bezahlen und jetzt kam mit Jaccarino ja eigentlich wieder jemand, der gesagt hat, nein, das wirkliche Geld liegt in der Werbung. Wenn du aber viel Werbung schalten willst, dann müssen die Leute ja möglichst lange und möglichst viel Zeit mit deinem Produkt verbringen, damit du ihnen dann immer wieder Werbung dazwischen ausspielen kannst. dann ist es ja total bescheuert, wenn du ihnen nach 600 Tweets sagst, jetzt ist Schluss. So, also auch das passt überhaupt nicht zusammen. Ja, also eine Strategie gibt es glaube ich bei Twitter nicht.

24:11 Gavin Karlmeier

Ja, das also ich würde ich glaube, zu dieser These würde ich gerne sagen dass wenn du überhaupt einmal die Entscheidung triffst als Elon Maskier im Falle eines Problems der Krisenkommunikation zu sagen, aber wir bevorzugen unsere zahlende NutzerInnen. dann ist das natürlich den zahlen der NutzerInnen gegenüber ein fairer Move, was aber die tatsächliche Kommunikation ist, die hängen bleibt, ist ja. . Ihr könntet mehr Inhalte sehen, wenn ihr jetzt dafür bezahlt. Also Elon Musk versucht hier aus einem Notfall, wie er es nennt, in Emergency. versucht er auch noch Kapital zu schlagen. Und das macht ihn natürlich hier nochmal angreifbarer als sowieso schon, weil dadurch ja überhaupt erst der Verdacht entstehen kann. Willst du hier nur Anreize setzen, warum wir bezahlen sollen? Also es ist auch wahnsinnig ungeschickt an dieser Stelle, auch wenn es natürlich nachvollziehbar ist. Also, I don't know. Ich finde es ein bisschen schwierig, dass du hier so hier direkt zahlende NutzerInnen bevorzugen willst, weil du, wie du eben am Anfang ja auch gesagt hast, plötzlich es veränderst von einem, es gibt auch Premium-Funktionen zu einer De facto Paywall. Das geht nicht. Nicht, wenn du so ein transparenter, offener Marktplatz für alle sein möchtest.

25:24 Jannis Schakarian

Und die Konsequenz ist, dass wieder die Suchanfragen nach Blue Sky und Mastadon quasi durch die Decke gegangen sind und die Leute wieder nach. . Alternativen gesucht haben. . Also sei es nur, weil es down ist oder ob sie wirklich durch diesen Move so verärgert waren. Aber das sehen wir ja immer wieder solche Spikes. Elon Musk macht was besonders doofes und dann kommen wieder mehr. Ich sehe auch auf meinem Mastodon-Account jetzt seit den letzten drei Tagen immer mehr Follower dazukommen und dachte, was ist denn los? Ich habe doch eigentlich gar nichts gehört. Getrötet. Wo kommen die denn her? Und hab mir das dann damit erklärt.

26:03 Gavin Karlmeier

Gerade im Blue Sky-Beispiel, auch das finde ich sehr bemerkenswert, dass auch Blue Sky dadurch starke Ausfälle hatte. Also ob es nur an der Registrierungsspitze lag oder ob BlueSky auch technische Probleme hatte, ist nicht klar bislang. Aber es gibt Screenshots von Menschen, die nichts mehr posten könnten bei Blue Sky. Und das ist auch ein denkbar schlechter Zeitpunkt gewesen, denn am Wochenende ist auch die Android-App von Blue Sky gestartet. Was jetzt dazu geführt hat, dass der Registrierungsprozess vorerst ausgesetzt ist, auch wenn du einen Invitecode hast, um dort auch Herr zu werden. Also. Das Prinzip Jenga, das Bild des zusammenfallenden Turmes, wenn du unten einen Stein rausziehst, das wird hier noch größer gezogen. Wir müssen ins Bigger Picture auf Jenga-Ebene. Also Durch, also am Ende hat dadurch, dass Elon Musk entschieden hat, Tweets von außen nicht mehr sichtbar sein zu lassen und ob es darüber eine Ebene gibt, unklar, dazu geführt, dass auch Blue Sky nicht mehr funktioniert, so richtig. Also posten war am Wochenende nicht möglich. Der Popular with Friends-Feed funktioniert gar nicht. Also es ist total wild, irgendwie.

27:06 Jannis Schakarian

Ja, und sie konnten, also und sie mussten die Registrierung abschalten. Das heißt, Blue Sky konnte am Ende von diesem Twitter-Outtage nicht profitieren, was irgendwie neue Nutzerzahlen angeht. Ja, sie sind immer noch in der Klaus Beta und man braucht sowieso einen Invite, aber ähm Sie haben jetzt dadurch nicht Nutzung dazu gewonnen und ich wollte dich jetzt schon noch einen Blue Sky-Invite-Code fragen, aber es lohnt sich ja gerade nicht.

27:27 Gavin Karlmeier

Das ist so lustig, weil du bist auch nicht der Erste, der das hier on-air direkt Tut.

27:33 Jannis Schakarian

Ja, ich dachte, das ist der Lohn, wenn man hier als Gasthaus ist, dass man eine Blue Sky in Wald kriegt. Ja, ist es auch.

27:39 Gavin Karlmeier

Ist es. Ist geil. Ich fühle mich auch gleichzeitig so ein bisschen wie so ein Dealer. Weil ich immer mit so Codes mag. Auch auf der Republika-Bühne haben wir ja auch einverschenkt. Sehr schön.

27:51 Jannis Schakarian

Ja, mal gucken, ob man sie irgendwann dann wieder gebrauchen kann.

27:55 Gavin Karlmeier

Wir haben noch so ein paar andere Geschichten, die so da mit reinfließen in dieses wilde Wochenende. Linda Jaccarino hatte mal angekündigt übrigens. Das passt ganz gut. gut, die akkurateste Quelle für Echtzeitinformationen zu sein. Das war in ihrem großen offenen Brief, war das sogar der Eröffnungssatz, die Ankündigung Twitter ist, möchte das sein. Und dazu hat der Nutzer Konspirador Nord Tenio geschrieben, vielleicht fangen wir damit einfach mal an, dass man überhaupt die Posts von Leuten sieht. Finde ich genau das richtige Statement. Auch Jack Dorsey hat sich geäußert. Es fühlt sich so ein bisschen an wie nach so einer Bundestagswahl, wo man einfach nur so abklappert, was haben die wichtigen Stimmen gesagt. Jack Dorsey hat gesagt, Twitter zu. Betreiben ist hart und ich wünsche diesen Stress niemandem. Ich vertraue, dass dieses Team hier die Besten, das Beste tut, was sie können Es ist einfach, diese Entscheidung aus der Ferne zu kritisieren. Und er fühlt sich hier auch selber schuldig, aber er weiß, dass Twitter das Ziel erreichen wird, das es sich vorgenommen hat. Aber er hofft, und da ist die kleine Spitze am Ende, dass man früher oder später auf einen Zensurresistenten, auf ein zensurresistentes, offenes Protokoll wie Nostar umsteigen wird. Auch hier nochmal bemerkenswert, dass er hier nicht etwa sein eigenes AT-Protokoll vorschlägt, sondern eben das Nostar, das er zwar viel benutzt, aber nicht gebaut hat.

29:13 Jannis Schakarian

Ja, also ich meine, an dem Statement sind mehrere Sachen komisch. Also zu sagen, Running Twitter is hard. Er hat es ja selber ausprobiert, aber ja 50 Prozent. Also er war ja gleichzeitig Twitter-CEO und CEO von Square, seinem Bezahldienstleister, also so sehr kann es ihn damals gar nicht ausgelastet haben. Und auch dieses irgendwie auf die offenen Protokolle, aber dann schlägt er wieder ganz andere vor. Auch das scheint mir wenig zielgerichtet von Herrn Dorsey.

29:42 Gavin Karlmeier

Ja, auch Joel Roth hat sich übrigens geäußert. Das war früher der Head of Trust and Safety bei Twitter, bis er von Elon Musk ehrlicherweise mit den unmenschlichsten Methoden vom Hof getrieben wurde. Und der hat geschrieben, für alle, die das hier weiterverfolgen, er hat es übrigens auf Blue Sky gepostet, nicht auf total logischerweise Das ist nicht einmal das erste Mal, dass sie das komplette System zerstört haben, indem sie mit dem Rate Limiter Around gebumbelt haben. Es gibt einen Grund, warum dieser Limiter einer der am meisten abgesicherten internen Systeme war, die wir bei Twitter hatten. Damit rumzuspielen, ist der einfachste Weg, Twitter kaputt zu machen.

30:24 Jannis Schakarian

Das wäre jetzt auch nochmal so ein Indiz für meine These, äh, man hat hier irgendwie mit Mit Bordmitteln mal schnell versucht, so eine Paywall einzuziehen, die eigentlich gar nicht unterstützt ist, sondern man hat halt irgendwo ein paar Zahlen im Code geändert und nicht daran gedacht, was die vielleicht noch bewirken.

30:41 Gavin Karlmeier

Ja, das ist so, ne? Und auch Esther Crawford hat sich geäußert und Esther Crawford war eigentlich relativ wohlgesonnen, Twitter ging über die ganze Zeit. Sie war früher Product Lead, wir haben schon sehr oft über Esther Crawford gesprochen. Und Esther Crawford hat geschrieben, Hybris plus kein Widerstand minus Kundenempathie minus Daten gleich eine großartige Möglichkeit, Milliarden in Brand zu setzen. Und auch wenn das ein bisschen kryptisch geschrieben ist, fühlt sich das doch schon an wie ein ziemlicher Seitenhieb gegen ihren alten Arbeitgeber.

31:13 Jannis Schakarian

Ja, bei sie ist ja da auch, glaube ich, ziemlich hochkant auf ihrem eigenen Schleim ausgerutscht und rausgeflogen.

31:20 Gavin Karlmeier

Das war tatsächlich exakt so, ja. Aber wie gesagt, in der Vergangenheit hat sie sich immer sehr wohlwollend und positiv gegenüber geäußert, jetzt aber diesem Unternehmen einfach vorzuwerfen, dass man sich hier widerstandslos und empathie befreit. Und ohne jegliche Datengrundlage einfach nur auf Mut getrieben verhält, um Milliarden im Einzusetzen, doch sehr bemerkenswerte Äußerung auf jeden Fall. Ich will aber mit dir nochmal über diese andere Entscheidung treffen, die ja dem Ganzen vorausgegangen ist, nämlich diese Entscheidung nicht mehr öffentlich zu sein de facto. Also die Entscheidung, dass Twitter nicht mehr oder dass Tweets nicht mehr sichtbar sind, wenn du nicht eingeloggt bist. Weil ich glaube. dass das mehr ist als nur ein temporärer Notfall. Ich glaube, dass diese View-Begrenzung, das werden wir in den nächsten Tagen vermutlich schon wieder erleben, dass das zurückgefahren wird, dass wir Twitter wieder uneingeschränkt nutzen können, wenn wir eingeloggt sind. Aber ich glaube, diese Entscheidung, alles hinter die Login-Mall zu setzen, die kam nicht zwangsläufig von jetzt auf gleich. Vielleicht kam sie schneller als geplant, aber ich könnte mir vorstellen, dass da ein bisschen System hintersteckt. Denn Elon Musk könnte Interesse daran haben, die Leute erstmal zum Login zu bringen. Das E, klar, das, wie gesagt, sehen wir am Instagram-Beispiel. Aber auch daran, so ein bisschen Close-Job zu sein, ein bisschen stärker. um noch stärker dieses Gefühl zu generieren. Hier sei eine Community unterwegs, die sich sicher fühlen darf, die alles äußern kann, die tun kann, was sie möchte. Und das übrigens lustigerweise auch ein Prinzip ist, das wir von Truth Social kennen, dem sozialen Netzwerk, dem Twitter vermutlich in den USA am gefährlichsten geworden ist. Und das ist das Netzwerk, das Donald Trump mal gegründet hat.

33:07 Jannis Schakarian

Ja, und gleichzeitig könnte man noch einen anderen Blickwinkel anwenden, wenn man jetzt so in Marketing denkt, in so einem Funnel, zu sagen, ne, ich will Leute am Ende eigentlich dazu bringen. dass sie für einen Dienst bezahlen, dann ist der erste Schritt ja schon mal sie dazu zu kriegen, sich da anzumelden und einzuloggen. Dann habe ich plötzlich Ihre E-Mail-Adresse und kann Ihnen dauernd schicken. Übrigens mit Twitter Blue wäre alles noch schöner. Und Sie haben sich dann schon ganz anders bekannt. Ich habe dann schon direkteren Kontakt. Also ich mache damit auch diesen diesen Marketing-Trichter größer, wo ich sie versuche, irgendwie dahin zu schubsen, doch irgendwann mal zu bezahlen.

33:45 Gavin Karlmeier

Ja, klar, also unter so einer Upselling, unter so einem Upselling. Selling-Gesichtspunkt 100% auch. Aber ich glaube auch rein inhaltlich ist das natürlich so von wegen dieser diesem Prinzip Wir gegen den Rest der Welt. der hier manchmal so ein bisschen mitschwingt, ist es natürlich total gut zu verkaufen, zu sagen. Entweder du bist dabei oder du bist es halt nicht. Ja, okay. Ich dachte, das löst mehr aus. Aber ich finde spannend, dass du auch jetzt schon feststellst, wie gesagt, dass Google keinen Zugriff mehr hat. Dass auch das Chat-GPT nicht mehr auf Tweets zugreifen kann. Das wird Elon Musk, glaube ich, besonders gut gefallen. Und was ich an dieser Geschichte auch sehr, sehr schön finde. Unser Haus- und Hofanwalt Chanjo-Jun, den haben wir ja auch schon, mit dem hatten wir schon öfter zu tun. Der hat ein Thread geschrieben auf Twitter und das ist einer der wenigen Tweets, die ich am Wochenende lesen konnte. Und er sagt, das könnte rechtliche Konsequenzen haben. Twitter beschränkt den Leistungsumfang im Bereich der Hauptleistungspflicht, nämlich der Sichtbarkeit von Tweets. Das ist eine Vertragsänderung, die eine ausdrückliche Zustimmung der NutzerInnen erfordert. Vergleichbar mit dem Giro-Konto, bei dem plötzlich nur noch X Überweisungen inklusive sind, oder der Telefontarif, der von Flat auf ein begrenztes Volumen eingeschränkt wird. Die Reaktion darauf wäre eine Klage auf Leistung oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung. Möglich wäre auch eine Kündigung von Twitter Blue Oder UWG durch Mitbewerber. UWG haben wir hier, glaube ich, schon mal drüber gesprochen. Das ist so ein, ähm, das ist das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Ah. Ja, also Mitbewerber oder die Verbraucherzentrale könnten jetzt sagen, Moment hier mal, liebe Twitter, ihr verstoß sie gerade gegen das Wettbewerbsrecht.

35:26 Jannis Schakarian

Aber das würde das nur gelten, wenn ich für Twitter Blue bezahle? Zumindest stärker, weil dann habe ich ja wenigst im Spiel. Ansonsten würden Sie ja sagen, äh. . War vorher kostenlos, jetzt kriegst du halt immer noch kostenlos weniger.

35:41 Gavin Karlmeier

Das hat er in seinem Thread auch adressiert, diese Frage. Und offenbar nicht. Also offenbar könnte es auch schon reichen. Also es muss nicht immer Geld fließen, damit ein Vertrag entsteht. Es würde auch reichen, wenn du Daten angibst. Also je nach Sichtweise könnte es sein, dass du in dem Moment, wo deine Daten der Preis sind, den du zahlst, dass da schon ein Vertrag zustande gekommen ist.

36:03 Jannis Schakarian

Okay, nächste Sammelklage Incoming.

36:08 Gavin Karlmeier

Oder auf Deutsch, Anzeige ist raus. Genau, Anzeige ist raus. Taylor Lawrence hat dazu übrigens geschrieben, mit jedem Schritt. den Elon Musk geht, versucht man genau das Gegenteil von dem zu machen, was TikTok zum Erfolg getrieben hat, sehr beeindruckend zu sehen.

36:25 Jannis Schakarian

Da muss ich tatsächlich noch dran denken, als du oft gezählt hast, bei welchen Netzwerken man sich auch sofort einloggen muss. Das war bei TikTok ja ganz lange nicht so. Also inzwischen ja muss ich mich auch relativ schnell einloggen und mir einen Account machen. Aber ganz lange konnte ich, sogar wenn ich die App installiert habe, ewig erstmal TikTok surfen, ohne mir ein Profil zu machen. Und auch die waren öffentlich sehr gut einsehbar und teilbar. Und Twitter versucht ja an allen möglichen Stellen TikTok zu kopieren, um vermutlich um auch so zu wachsen wie TikTok. Und dann sollte man sich, glaube ich, eher die TikTok-Wachstumsphase angucken, was sie da so richtig gemacht haben.

37:06 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Total. Also dass du bei TikTok zum Beispiel die Videos herunterladen konntest halt für einen super geschickten Move. Weil du eben relativ schnell in allen Kamera-Rolls dieser Welt, auch von Leuten, die gar keine Apps installiert haben, außer WhatsApp, ein TikTok-Logo platziert hattest.

37:21 Jannis Schakarian

Ja, mein Camera Roll ist immer auch noch voll davon, obwohl ich TikTok inzwischen gelöscht habe, aber es ist eine andere Geschichte.

37:32 Gavin Karlmeier

Übrigens auch archive. org und auch Nitter, das ist ein Tool, wo du quasi bislang immer den, also alles was hinter twitter. com in der URL gekommen ist, einfach dran kopieren konntest, nitter. org slash und dann hast du es da dran gesetzt und konntest die Tweets trotzdem sehen und konntest sie auch trotzdem teilen und alles. Sind jetzt nicht mehr in der Lage, neue Tweets zu archivieren. Das heißt, archive. org steht auf einem Stand. Und kann nicht weiter scrapen. Und das ist tatsächlich so für den Erhalt des kollektiven Gedächtnisses auch fatal fürs Internet. Also bislang konntest du bei archive. org Tweets einfach nachlesen, Twitter-Accounts nachlesen, das steht jetzt gerade Und auch, also Elon Musk will das natürlich auch so, aber für das Internet ist es ein ganz dunkler Tag.

38:20 Jannis Schakarian

Fürs Internet ist es ein dunkler Tag und in meinem Kopf feuert gerade noch sowas ab, als Donald Trump so viel als Präsident getwittert hat. Da ging es doch darum, dass seine Tweets eigentlich auch alle archiviert werden müssen und zwar auch in der Library of Congress oder so. Und ich weiß gar nicht, ob Biden noch aktiv hier twittert. Also es gibt auf jeden Fall noch einen Account. Also, wie ist es mit diesen Archiven, die ja irgendwie äh aktuell gehalten werden müssen, so von offiziellen.

38:50 Gavin Karlmeier

Oh, ich mag, wie du denkst. Ich höre da noch eine Klage Incoming. Was ich mich gefragt habe, aber da müsste man wirklich als Jurist drauf schauen, aber nur so als Gedankenimpuls, ob Twitter versucht, damit irgendwelche Regularien zu umgehen, weil sie de facto nicht mehr öffentlich sind. Also in Australien ist ein Prozess am Laufen. Die EU startet den Digital Services Act in sechs Wochen. Also es gibt durchaus mehrere Nationen, mehrere Rechte. Rechtgeber? Nee, wie sagt man das denn? Gesetzesgeber? Ja, mein Gott. Die da auf der Hut sind gegen Twitter. Und ich habe mich gefragt, ob da vielleicht auch eine Wahrheit drin liegen könnte. Aber auch das liegt im Bereich der Mutmaßung. Wer übrigens auch sich daran stößt, und das finde ich sehr bemerkenswert, ist GAP. Kennst du Gap GAB?

39:45 Jannis Schakarian

Nee.

39:46 Gavin Karlmeier

G A B ist eine Art also in der Eigendarstellung ist es eine ein Netzwerk, ein soziales Netzwerk. Für die radikale Meinungsfreiheit.

39:55 Jannis Schakarian

Ah, das war auch so wie Truth Social, ne?

39:58 Gavin Karlmeier

Das war eine von denen. Also in der Wikipedia steht direkt im Anbieter, da wird vorgeworfen, Rassisten und rechtsextremen eine Plattform zu bieten. Das steht noch im Intro. Also und das findet auch statt. Also Gap hat als Logo zum Beispiel in den E-Mails auch diesen Paper the Frog, der ganz oft so auch als Code verwendet wird.

40:16 Jannis Schakarian

Ich hatte sie erfolgreich verdrängt, ja.

40:19 Gavin Karlmeier

Genau, und die haben eine Mail geschickt an, also ich bin, ich sag mal, aus journalistischen Recherchegründen habe ich dort unter einem Decknamen einen Account und bekomme deren Newsletter deswegen. Und dieser Newsletter ist überschrieben mit Twitters extreme Position zerstört das offene Netz und greifen knallhart diese Entscheidungen auch an. Und das glaube ich gar nicht so sehr, weil sie sich hier irgendwie positionieren wollen, sondern weil sie natürlich gegen Twitter schießen wollen. Aber die Leute, die auf dieser Plattform unterwegs sind, sind das. . perfekte Zielgruppe Publikum für Twitter. Das sind Leute, die eben diese radikale Meinungsfreiheit über alles stellen, weil sie sich vermutlich auch rassistisch äußern möchten. Und dementsprechend finde ich es sehr spannend, dass man hier so eine Kampagne jetzt fährt, um direkt Twitter anzugreifen. Das hatten wir hier schon mal als Beispiel, interessanterweise. Also deren Öffentlichkeitsstrategie oder Marketingstrategie ist jetzt gerade, sich gegen Twitter zu stellen, um die eigenen NutzerInnen nicht an Twitter zu verlieren. Und da muss man dazu sagen, wenn Twitter es geschafft hat, vor allem interessant für die Leute zu werden, die sonst sich auf Plattformen rumtümmeln, die, wie Wikipedia sofort schreibt, als Plattform für Rassisten und Rechtsextremen gelten. Dann haben wir genau das, hat er genau das erreicht, was wir von vornherein befürchtet haben, wozu der irgendwann landen könnte.

41:36 Jannis Schakarian

Ja, und gleichzeitig ist es ja interessant, wenn er auch in dieser Bubble sozusagen irgendwann den Gegenwind bekommt, zu sagen, Entschuldigung, du hast uns hier Meinungsfreiheit versprochen. wobei, äh oder Redefreiheit, ähm, die, das hältst du ja gar nicht ein. Also dass wir ja merken, dass er dieses Versprechen eigentlich nicht einlöst und dass es er dieser rechten Bubble auch irgendwann mal auffallen könnte. Über sowas dann. Wir regen uns da an anderer Stelle meistens drüber auf, dass er die Redefreiheit eigentlich nur dann Durchsetzt, wenn es a die USA betrifft und b Dinge, die ihm angenehm sind, die er gerne sagen möchte und W, es geht gegen ihn. Aber das dann weiterzudrehen und zu sagen, naja, entweder absolut, aber du machst hier noch viel mehr Willkür damit. Und vielleicht kommt es damit auch in seiner Fanbase irgendwann an. Weiß nicht, ob die auf Gap ist, wahrscheinlich noch nicht.

42:39 Gavin Karlmeier

Kann ich auch gar nicht so beurteilen. Aber du hast natürlich recht, wenn jetzt diese Leute anfangen, sich da auf der Ebene zu zerfleischen, zu streiten. Dann wird es natürlich richtig corny am Ende. Ich würde gerne mit dir kurz nochmal, wir bleiben immer noch bei dieser Themenwelt, Twitter ist kaputt und so. Mal ganz kurz über die Perspektive Aus dem Journalismus sprechen, wie Twitter als Recherchemedium am Wochenende dadurch auch plötzlich versagt hat. Und wir haben dann eine Sprachmacht bekommen von unserem lieben Kollegen Florian Grigorzig, der beispielsweise den WDR 36-Podcast hostet.

43:18 Speaker 4

Also als Journalist ist dieses neue Zeichenlimit jetzt ein absoluter Game Changer oder Game Breaker in dem Sinne. Weil ich jetzt zum Beispiel im Augenblick gar nicht mehr auf Twitter gehe, einfach aus Angst, was ist, wenn jetzt heute Abend oder morgen irgendwo eine Ahlage ist, irgendwo passiert irgendwas. Irgendwas Breaking News und dann habe ich mein Twitter Limit aber schon erreicht und kann dann diese Plattform einfach nicht nutzen. Die ist einfach immer noch, auch seit der Übernahme von Musk, immer noch. Die schnellste Möglichkeit, Nachrichten aus jeder beliebigen Ecke dieser Welt und vor allen Dingen auch Bilder, die sich verifizieren lassen, aus jeder Ecke der Welt zu bekommen. . Wenn ich aber das überhaupt nicht mehr nutzen kann, dann bringt mir das gar nichts mehr. Kann man jetzt sagen, ja okay, dann kann man halt wieder Fernsehen schauen, Breaking News, Radio, was weiß ich Aber auch die Leute, die da arbeiten, sind ja genauso darauf angewiesen, auf Twitter an diese Nachrichten zu kommen. Und das wird, glaube ich, die Art und Weise, wie Journalismus gemacht wird, fundamental ändern.

44:06 Gavin Karlmeier

Und das natürlich dann nochmal eine ganz spannende Dimension, weil du dann plötzlich bei der Frage bist, also funktioniert Twitter als Recherche-Tool damit noch und gleichzeitig auch Sollte ich da meine Inhalte dort noch veröffentlichen? Eine Frage, die ich hier schon oft genug gestellt habe, aber die man hier nochmal, glaube ich, aufbringen muss.

44:23 Jannis Schakarian

Ja, ich glaube, es hat, es hat tatsächlich zwei Seiten. Dieses, ähm Wie gut kann ich dann da noch recherchieren, wenn ich dauernd an so eine, an so eine Wand stoße? Ich meine, damit könnte Elon Musk dann endlich doch wieder alle Journalisten dazu bringen, sich einen blauen Haken zu kaufen. damit sie wieder 6000 Tweets lesen können. Aber was Flo hier anspricht, dieses gerade in Lagen, ne, also das ist so Keine Ahnung, irgendwo ist ein Erdbeben oder irgendwo passiert was und man verfolgt dann den Hashtag dazu, dann rauschen da natürlich locker. irgendwie 600 Tweets mal eben durch, wenn ich versuche herauszufinden, was ist da eigentlich los und dann vielleicht auch noch herausfinden will, gibt es da jemanden, mit dem ich gerne sprechen würde und versuche, Dinge zu vers verifizieren. Dafür ist dann Twitter sehr schnell unbrauchbar.

45:15 Gavin Karlmeier

So. Ja, und also da sieht man auch, und das finde ich eigentlich das Allerspannendste, sieht man auch, wie wenig geschickt diese Entscheidung, also Wir wissen nicht genau, ich kann das nur nochmal sagen, wir wissen nicht genau, was alles dazu geführt hat, die Entscheidung zu treffen, die Anzahl der Tweets, die wir sehen können, einzuschränken. Aber wir wissen, die Entscheidung wurde ja getroffen, dass an der Stelle die Serverkapazitäten begrenzt werden müssen. Und die Entscheidung, das so zu handhaben. Natürlich schwierige Zeichen raus. Also, was wären die Alternativen gewesen? Eine Alternative wäre durchaus auch gewesen, okay, dann sind wir halt zwölf Stunden nicht erreichbar, dafür arbeiten wir jetzt mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden. Das hätte eine Möglichkeit sein können. Aber diese halbe Lösung führt eben genau zu solchen Sorgen, zu solchen Assoziationen und vor allem, glaube ich, zu einem nachhaltigen Vertrauensbruch. Weil wir jetzt wissen, das kann jederzeit passieren, dass wir auf Tweets nicht zugreifen können, das kann jederzeit passieren, dass wir Tweets auch von außen nicht mehr aufrufen können. Und damit hat sich Twitter ein weiteres Loch ins Knie geschossen, weiterhin eine Plattform zu sein, die für JournalistInnen wichtig ist, ehrlicherweise.

46:30 Jannis Schakarian

Ja, und gleichzeitig wird auch jetzt der Exodus nicht erfolgen, weil er das ja wieder so geschickt mit dieser Einschränkung, ja, es ist erstmal nur temporär versehen hat. Und du weißt nicht, heißt dieses zeitweise zwölf Stunden, 14 Tage oder zwei Jahre? Aber es ist nicht so, dass man das Gefühl hat, okay, Twitter. hat uns jetzt klare Regeln gegeben und die können wir jetzt verstehen und unter denen wollen wir hier nicht mehr mitspielen, sondern es ist so, ja wir probieren hier gerade mal was aus, mal gucken, ob das so bleibt oder nicht. Und ja, ist jetzt gerade ein bisschen unangenehm, aber vielleicht wird es auch wieder besser, vielleicht lassen wir es nicht mehr so, auch so, vielleicht wird es auch noch schlimmer, aber man kann sich einfach nicht auf Twitter verlassen. Punkt. Und trotzdem probiert man es, weil es irgendwie im noch im Muscle Memory und im Workflow drin ist.

47:17 Gavin Karlmeier

Ja, ja, voll. Also das ist so ein bisschen das Problem. Und die Frage ist, wie geht es damit weiter? Wir wissen es nicht. Also es gibt Alternativen. Eine mögliche Alternative, da sprechen wir gleich nochmal kurz drüber, könnte Instagram Threads werden. Aber auch da, wir setzen da jetzt gerade sehr viel Hoffnung in eine Plattform, bei der wir noch nicht mehr wissen, welche Dynamik sich dort ergibt. Und im Fall von Blue Sky haben wir ja gesehen, ist das eine sehr, eine sehr. . . Ich sag mal, eine Erfahrung, die sich so anfühlt wie nach sechs Cola. Also, ne, es ist alles sehr wild und bunt. Dennis zitiert er immer gerne diesen Text, in dem gesagt wurde, es ist die Fuckaround-Energie. wo der Agenturchef nicht da ist und alle toben sich mal aus. Und so fühlt sich Bluesguy an. Im Fiverse hast du, finde ich, noch eine sehr sehr starke Themenfokussierung, also Tech-Themen funktionieren dort gefühlt deutlich stärker als diverse politische Nischen. Und die Recherche ist auch dort nicht ganz so einfach, wie es im Fall Twitter immer wieder der Fall war. Also so richtig Alternativen gibt es gerade noch nicht.

48:27 Jannis Schakarian

Sollen wir, äh, sollen wir direkt über Instagram Threads sprechen?

48:31 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe noch zwei oder eine Kleinigkeit hierzu Die ich sehr bemerkenswert finde. Und zwar habe ich mal unter diesem Tweet, bei dem, und ich war nicht der Einzige, es gibt auch mehrere Tweets dazu, die ähnliche Beobachtungen gemacht haben, Titus Blome beispielsweise auch. Wenn du dich angemeldet hast für die Community Nodes, also für das Modell, das in Deutschland kollektive Anmerkungen heißt Dann kannst du auch sehen, welche kollektiven Anmerkungen die Leute unter einen Tweet geschrieben haben und die bewerten. Also die. diese Community Notes, die es quasi nicht geworden sind. Und unter diesem Tweet von Elon Musk mit den 600 Views pro Tag häufen sich die Hassnachrichten. Also Menschen, die hier schreiben, wir, die Freiwilligen von Community Notes, strongly disagree, also wir widersprechen stark dieser Handlungen. Elon hat versprochen, Twitter zu einem sicheren Hafen für freie Rede und Unbiased Information zu machen. Freiheit und Wissen sollten hier für alle möglich sein und nicht nur für die, die dafür bezahlen. Gleichzeitig haben auch sehr viele Leute einfach untereinander, es gibt viele, die einfach nur geschrieben haben, fuck you, Elon. Einen hat jemand geschrieben, tell us the truth. Ich bin so down mit dieser App. Also es gibt so, plötzlich sind die Community-Nodes auch gleichzeitig zu so einem Art, zu so einer Art Gruppentherapie geworden für Leute, die sich austauschen darüber, was eigentlich alles kaputt ist mit Twitter. Das finde ich doch eine sehr. Sehr lustige, äh, sehr lustige Form des Protestes.

50:04 Jannis Schakarian

Aber bis jetzt hat noch keine dieser kollektiven Anmerkungen die Hürdige. genommen hilfreich genug bewertet zu werden, um darunter auch angezeigt zu werden, oder?

50:14 Gavin Karlmeier

Nee, tatsächlich nicht. Es steht ja immer noch Hilf mit Vorschläge für kollektive Anmerkungen. Übrigens hat Elon Musk selber auch getötet, dieser Tweet hätte den Rekord für den meistgesehenen Tweet gebrochen mit 510 Millionen Views inzwischen. Man muss dazu sagen, das ist Quatsch, weil es gibt mehrere Tweets, die auch schon ein oder zwei Milliarden Views generiert haben. Also auch da muss man sagen, er hat leider mal wieder gelogen. Okay. Jetzt kommen wir zum Thema. Lass uns gleich zu Freds kommen. Ich habe noch zwei, drei andere Themen für Twitter generell. Und zwar Ah, ich habe sogar noch eine E-Mail, die wollte ich auch noch vorlesen. Lass uns das noch schnell machen. Ja, immer Hammer. Wo habe ich die denn? Ich habe die gelöscht. Janis, überbrück mal kurz. Ich muss nur diese E-Mail mal eben finden.

51:01 Jannis Schakarian

Dann gab es noch, wo wir schon bei ViewCounts und so sind, es sind irgendwo Nutzerzahlen durchgesickert. Und zwar, dass Twitter inzwischen 528 Millionen NutzerInnen hat. Und das stand in dem Werbetext. bei dem diese Möglichkeit auch Jobpostings auf Twitter teilen zu können, beworben wurde. Das war jetzt kompliziert auszugedrückt, aber ihr habt ja schon mal darüber gesprochen, dass man so LinkedIn-artig auch Jobs auf Twitter bewerben. sollen können, vor allem als Organisation mit goldenem Haken und so. Und an die, oder da ist jetzt so ein so ein Werbescreen aufgetaucht. Hier poste doch deinen Job auf Twitter so ungefähr und da stand drauf und erreiche 528 Millionen Nutzerinnen und mögliche Mögliche Kandidaten für deinen Job genau und das wären mal wieder Nutzerzahlen, die wir irgendwie von Twitter selbst hätten vorausgesetzt. Da hat nicht nur irgendjemand einen Dummy-Text reingeschrieben oder was Altes kopiert.

52:05 Gavin Karlmeier

Wissen wir natürlich nicht. Ich finde, das ist eine gefährlich akkurate Zahl. Also hätte man geschrieben über 500 oder unter 550 Millionen oder sowas. Über 520, meinetwegen wäre das ein bisschen vager gewesen als diese sehr genauen 528 Millionen NutzerInnen. Ich werde mir das aber merken, diese Zahl. Die werden wir jetzt öfter mal vermutlich gegen Twitter verwenden können. Ich habe diese E-Mail übrigens gefunden. Und damit können wir auch wirklich einen Sack auf das Thema Twitter ist kaputt machen. Und zwar kommt die von Sebastian und er schreibt, immer wieder wefte die Frage auf, warum so viele noch Twitter nutzen. Und ich habe mir darüber Gedanken gemacht, die ich gerne mit euch teilen möchte. Neben ein wenig Journalismus und Fotografie besteht meine Bubble hauptsächlich aus Feuerwehr- und Katastrophenschutz. Ähnlich wie Medizin und Wissenschaft ist auch diese Bubble noch auf Twitter aktiv. Das liegt aus meiner Sicht zum einen daran, dass es keine wirkliche Alternative gibt. Zum anderen setzen sich viele normale Nutzer nicht so intensiv damit auseinander, wie Mask die Plattform verändert. Würde ich übrigens zustimmen. Für normale Twitter-Nutzer dürfte sich das Nutzungserlebnis nicht sonderlich verändert haben. Zumindest nehme ich das bei mir selbst so wahr. Rechtsruck merke ich auch wenig, auch die algorithmische Timeline ist noch gut nutzbar. In der internationalen Katastrophenhilfe sieht das aber wieder anders aus, wenn man sich beispielsweise das Erdbeben in der Türkei anschaut. Haben wir hier viel drüber gesprochen. Ich beschäftige mich beruflich noch etwas intensiver mit Veränderungen auf Twitter als normaler Nutzer. Zum Beispiel die API-Sperre, weil das zu Einschränkungen in unserer Krisenkommunikation führt. Erst die aktuelle Einschränkung, das Häufigkeitslimit, führt zu allgemeiner Aufmerksamkeit. So sagt der stellvertretende Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg. Für die Warnung und Information der Bevölkerung ist die Situation bei Twitter eine absolute Katastrophe. Und das finde ich einen sehr spannenden Blickwinkel, nämlich die Frage, wie geht eigentlich der Katastrophenschutz jetzt gerade mit sowas um? Und nochmal, das was jetzt gerade passiert, ist nicht das erste Mal, dass was kaputt ist, aber es ist wirklich einer der stärksten Fälle, in dem was kaputt ist. Und oder das signifikanteste kaputt sein seit Seit der Übernahme. Und ich finde, dass das jetzt gerade eine Zäsur ist, ehrlicherweise. Ich habe das Gefühl, jetzt gerade verschwindet das letzte bisschen Vertrauen, das Menschen noch in Twitter haben können. Ich will Twitter nicht schon wieder hier totreden und nächste Woche sind alle wieder zurück. Ich glaube nicht, dass alle Leute. jetzt gehen, aber das vergessen wir nicht. Also ich glaube auch, das vergessen die normalen NutzerInnen nicht, dass es hier zu einem sehr großen Ausfall gekommen ist, mit sehr schwerwiegenden Entscheidungen, die dazu geführt haben.

54:32 Jannis Schakarian

Ja, das und also gleichzeitig finde ich es interessant, weil wir in Deutschland ja immer gerätselt haben, gibt es überhaupt normale Twitter-Nutzer oder sind da nicht eh nur Journalisten und Politiker und das ist so eine winzig kleine Bubble? Aber es ist dann doch, man merkt dann jetzt doch, wie viel größer es ist, welche Communities es gibt, die sich eben. . da geformt haben und nur da so einen Austausch auch vor allem dann einen internationalen Austausch haben. Ihr habt ja auch schon von Wissenschaftlern geredet oder Ärzten oder jetzt hier im Beispiel Katastrophenschutz. Die sich halt darüber vernetzen und sowas rüberzuheben, bleibt halt schwierig, aber wenn es rein technisch einfach nicht mehr funktioniert, dann habe ich nochmal einen ganz anderen Anreiz. diesen Move weg von der Plattform zu wagen, als wenn ich nur sage, naja, der neue Chef ist mir nicht so sympathisch und irgendwie hat der was Blödes entschieden. Aber wenn es dann einfach nicht mehr funktioniert, dann erfüllt es auch seinen Zweck nicht mehr.

55:28 Gavin Karlmeier

So ist das. In der Tat. Und eine Kleinigkeit am Ende noch, die vielleicht ein bisschen wie eine Petitesse wirkt. Aber Elon Musk hat ja vor einiger Zeit schon angekündigt als Hauptmetrik für den Erfolg seiner Plattform, man muss das so sagen, die Unregretted User Minut auszurufen. Also Minuten, die Menschen mit der Plattform benutzen, ohne sie zu bereuen. Und man nutzt dafür jetzt die Nutzersekunden, User Seconds, die auf Grundlage der Phone-Screen-Time, die iOS oder Android generieren. Und er sagt selber, die ist schwierig, schwierig auszutricksen. Jemand, James Stevenson, hat darauf gefragt, heißt das, das wird jetzt die zentrale Einheit, um zu erheben wie das Engagement auf Twitter aussieht, Elon Musk hat gesagt ja.

56:17 Jannis Schakarian

Also wie er dann davon die Unregrettedness genau berechnen will, wie er merkt, dass ich das dann hinterher toll finde, ist mir auch noch nicht so klar. Und ich frage mich die ganze Zeit, also okay, kann man machen, eher Nutzungsintensität vielleicht nutzen oder Nutzungsdauer, wie lange sind die Leute auf der Plattform? Wie viel Werbung kann ich Ihnen dementsprechend ausspielen? Gleichzeitig frage ich mich, ist es nicht auch einfach nur, dass man sich eine neue Währung sucht, um neue Erfolgsmeldungen zu verlautbaren zu können, weil man dann immer sagen kann, ist wieder ein All-Time-High seit Beginn der Messung und die Messung hat halt vor acht Stunden angefangen. Deswegen Hat man sie gerade neu eingeführt und schon wieder haben wir da also einen neuen Rekordwert erzielt. Das frage ich mich so ein bisschen, wenn jetzt die Nutzerzahlen nicht unendlich weitersteigen.

57:10 Gavin Karlmeier

Komplett berechtigt, das wird nämlich dazu kommen. Ja, ja, hundertprozentig werden wir das erleben. Okay, ich glaube, das war's mit Twitter. Wir haben noch so zwei, drei Meldungen von drumherum, aber hast du noch irgendwas? Ansonsten haben wir jetzt eine Stunde am Stück über Twitter gesprochen. Eieieieiei.

57:24 Jannis Schakarian

Ja, nee, lass uns weitergehen. Vor allem haben wir jetzt schon dreimal Threads angeteased, ganz meisterhaft haben wir dann einen Cliphanger gesetzt. Dabei so viel gibt es auch gar nicht.

57:34 Gavin Karlmeier

Aber lustigerweise haben wir das gleiche gemacht, was Instagram am Wochenende damit auch gemacht hat. Threads angeteas.

57:41 Jannis Schakarian

Richtig? Genau, die tatsächlich war die Android-App ganz kurz im Store verfügbar, also im Google Play Store. Und man hat so ein paar Screenshots gesehen. Ich glaube, die hatten einen jetzt auch nicht überrascht. Die sahen so ähnlich aus, wie man sich das vorgestellt hat. Sahen, fand ich sehr schick aus, aber also so vor Hundert. Alles so ein bisschen runter in dieser Instagram-Optik, aber trotzdem gut lesbar.

58:10 Gavin Karlmeier

Ich schmeiße mal den Twitter-Thread, wie Thread aussieht, auch in die Shownotes. Es kann aber sein, dass ihr es nicht lesen könnt, aus Gründen, die wir nicht zu verantworten haben. Ich finde, es sieht mega modern aus. Es sieht wirklich fantastisch gut aus. Also, das sage ich jetzt nicht noch, weil wir alle die ganze Zeit darauf bauen, sondern ich bin tatsächlich überrascht, wie schick das aussieht. Also so designtechnisch fand ich jetzt die Sachen, die Instagram sonst so gestartet hat, nicht immer so brillant. Ansonsten wenig Überraschung, aber tatsächlich das erste, so richtig offizielle Zeichen, dass das kommen wird und dass es Threads heißen wird, ist nämlich, weil die App für ein paar Stunden im Android App Store abrufbar war.

58:53 Jannis Schakarian

Und jetzt hast du ausgegraben, der Name Threads ist aber nicht neu.

58:57 Gavin Karlmeier

Genau, das ist uns damals, glaube ich, völlig untergegangen und also ich wusste das nicht, es gab mal eine Instagram Companion App, mit der man zum Beispiel Nachrichten schicken konnte oder auch Fotos schicken konnte oder auch zeigen konnte, wo man gerade ist. Und auch das hieß schon mal Instagram Threads und das war mir gar nicht klar.

59:15 Jannis Schakarian

Ja, stimmt. Das war so eine Messaging-App, die man eine Zeit lang haben konnte. Und ich finde, da steckt schon ganz viel drin, an dieser Hoffnung, die man so an Meta quasi knüpft. dass sie das Fidiverse von hinten aufrollen, dass man denkt, ja, aber bei Instagram ist es ihnen auch ganz oft einfach überhaupt nicht gelungen. Also ganz viele Kopien. Haben nicht funktioniert. Sie hatten mal Slingshot, glaube ich. Ich weiß gar nicht, ich glaube, die sollte da mal Snapchat kopieren oder so. Dann hatten sie auch sowas wie IG-TV, was nicht funktioniert hat. Ähm, also es gab schon mehrere Versuche, sowas ranzuflanschen, was da nicht geklappt hat. Und es gilt ja für ganz Meta.

59:56 Gavin Karlmeier

Also es gab auch mal Facebook hieß es Moments oder so. Also so eine App, wo du quasi FreundInnen hinzufügen konntest und dann wurden deine Fotos automatisch mit denen geteilt. Ja genau, Facebook Moments. Also, ähm, und das, also es gibt Dutzende von solchen, mir fallen die leider alle nicht mehr, weil die auch wirklich alle irrelevant waren. Ich habe die auch nie benutzt, aber es gab wirklich viele verschiedene Apps von Meta, die einfach gescheitert sind. Dementsprechend, du hast natürlich recht, wir denken alle, also nicht wir, sondern die Leute im Fidiverse sind auch sehr skeptisch gegenüber diesen Entwicklungen. Aber es gibt viele Leute, die legen viel Hoffnung in diesen Twitter-Klon. Und das kann aber auch sein, dass es einfach scheitert.

01:00:42 Jannis Schakarian

Ja, und trotzdem, also ich lege da auch immer noch große Hoffnung rein, auch darüber, ne, was wir gerade gesprochen haben, wie können es eigentlich solche Netzwerke schaffen umzuziehen und das kann natürlich besser funktionieren, wenn du schon einen Instagram-Account hast und dann eben dir das nicht nur dafür machst, sondern da eben Also, ne, dann nicht nur die Wissenschaftsbubble-Bubble sagt übrigens, wir treffen uns hier auf diesem Mastodon-Server, äh, science. social oder wie auch immer. Und dann gehst du nur dafür dahin, sondern wenn du das in deinen Instagram-Usage, in deine Instagram Umgebung mit einbinden kannst und da die Leute schnell wiederfindest könnte das natürlich enorm helfen Und gleichzeitig ist auch manchmal ist ja hier im Podcast sind kritische Worte gegenüber Mastodon gefallen Ich finde aber diese Idee des Videos und also und spezieller des Protokolls, Activity Pub, wie auch immer da genau die Unterscheidung ist, ist ja auch egal. Aber. Da steckt eigentlich so viel drin von dem, was wir uns lange erhofft haben. Es gab ja mal die Forderung hier, der Facebook-Account muss mitnehmbar sein und man soll von einem Netzwerk ins andere umziehen können. Und man dachte sich immer Ja, aber wie soll Facebook und Meta sowas denn jemals umsetzen? Also auf welchem Protokoll soll das denn passieren, dass ich plötzlich meinen Facebook-Account woanders mit hin. . also Das waren so EU-Regulationsvorschläge und man dachte sich, Alter, wart ihr schon im Internet? Und jetzt gibt es mit ActivityPub eben ein Protokoll, was das möglich machen würde. Und Meta geht da sogar freiwillig hin. und geht damit rein. Also da steckt so meine große Hoffnung, dass man damit so ein bisschen einen Geburtsfehler des Social Webs sozusagen korrigieren kann und dem auch so ein offenes Protokoll mitgibt. was dann plötzlich ganz viel ermöglicht, dass sich solche Dienste untereinander unterhalten. Und deswegen ist, glaube ich, auch die Hoffnung auf dieses Instagram-Threads so groß.

01:02:48 Gavin Karlmeier

Ja, ich glaube, ich stimme dir komplett zu und habe dem wenig hinzuzufügen. Eine Kleinigkeit nur, ich habe bei mir, wenn ich im Browser Instagram öffne. Jetzt eine Unterteilung in zwei Timelines, nämlich in Für Dich und Gefolgt. Und es ist nicht nur exaktes Wording, das wir von Twitter kennen sondern das ist auch exakt die Mechanik, die wir von Twitter kennen, die wir ehrlicherweise ja auch so ein bisschen von TikTok schon kennen, die bei Instagram aber lange auf sich warten ließ. dass die jetzt bei mir sogar im Browser groß und prominent angekommen ist. Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin. Ich weiß nicht, ob es alle auch bekommen haben. Aber mir ist das doch zumindest aufgefallen.

01:03:28 Jannis Schakarian

Ja, im Browser habe ich es noch nicht gesehen, aber das ist ja auch was, womit Instagram zwischendurch mal auf die Schnauze gefallen ist. Sie hatten die Karte. Er hat zum Boykott aufgerufen. Dass sie da verstärkt Empfehlungen in deinem normalen Feed hatten und man die so gar nicht haben wollte. Den Discover-Feed oder Tab haben sie zwischenzeitlich ja abgeschafft. Also ja, du findest ihn immer noch über die Suche, aber den gibt es so nicht mehr. Und damit haben sie jetzt wahrscheinlich wieder einen Weg gefunden, das abzubilden und auch dafür zu sorgen, dass man wieder neue Inhalte entdeckt.

01:04:05 Gavin Karlmeier

Ja, es bleibt spannend. Es war aber ein düsteres Wochenende. Wir haben noch eine kleine Meldung zum Schluss. Auch düster. Auch düster. Der 1. Juli war nicht nur der Stichtag für Twitter, um seine Rechnung zu bezahlen, sondern auch der Stichtag für die Reddit-API in die Kostenpflicht. zu rutschen und dementsprechend war der 1. Juli der Tag, an dem Apps wie Apollo ihr das zeitliche gesegnet haben. Und Reddit hat sich dazu auch geäußert und hat auch selber angekündigt, nun hart durchzugreifen. Es wurde angekündigt, dass die Communities, die derzeit immer noch aufgrund des Protestes Für die, die sich erinnern. Reddit hatte angekündigt, wie Twitter auch die API kostenpflichtig zu machen und damit alle Drittanbieter-Apps eigentlich sozusagen für tot erklärt. Und das hat zu einem großen Protest der Community geführt, die dann ihre Communities, die Subreddits, alle auf Privat gestellt haben, sodass sie nicht mehr Durchsuchbar waren beispielsweise. Ich fühle mich erinnert. Und Reddit hat angekündigt, diese zwangsläufig oder diese geschlossenen Communities zwangsweise zu öffnen. Also sozusagen aufzubrechen. Im Moment sind das immer noch über 2200 Subreddits, meldet der Standard. Und die Moderatorinnen und Moderatoren, die dafür verantwortlich sind, aus dem Stand des Moderators zu entheben. Und das ist natürlich ein super schwerwiegender Eingriff in die freie in die Freiheit derer, die dort auf dieser Plattform agieren.

01:05:38 Jannis Schakarian

Ja, und es ist für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass Twitter eigentlich seinen, äh, Twitter sage ich schon, dass Reddit seine eigene Community nicht versteht. Also sich mit, also Man wusste schon vorher, leg dich nicht mit Reddit an und das gilt für Reddit selber irgendwie gleich zweimal. Und ähm, ähm, der CEO heißt. Steve Huffman, richtig, oder so nicht? Also ich finde, er und Elon Musk leisten sich da gerade schon ein Wettrennen, wer ist der dümmere CEO? Weil ich sagen würde, der ist nicht geeignet, dieses Unternehmen irgendwie zu führen oder an die Börse zu bringen, weil er jetzt hier so viel kaputt gemacht hat und zwar auch unnötig kaputt gemacht. Also allein mit schlechter Kommunikation. Weil bei diesem AP-Pricing, der Apollo-Entwickler hat ja selber gesagt, an sich kann ich das alles nachvollziehen, können wir alles gerne machen. Aber sagt mir halt früher Bescheid als nur 30 Tage vorher. Ich bräuchte eigentlich ein halbes Jahr oder Jahr, um das umzusetzen, um die Abos abzuwickeln und so weiter. Und dann kommt dieser ganze Bereich der Moderatoren dazu, die auf diese Tools angewiesen sind, mit denen sie kostenlos in ihrer Freizeit dafür sorgen, dass deine Plattform so gute Inhalte hat, für die alle sie loben. Und das machst du alles kaputt, mutmaßlich in Vorbereitung für den Börsengang und zerstörst damit irgendwie öffentlich Dein ganzes Image und das, was eigentlich deinen Wert offiziell ausmacht. Also, ähm, das ist schon nochmal ein ganz eigener, großer Fail für sich, wie man so schnell sowas verspielen kann. Und gleichzeitig ist es natürlich auch bitter, weil der Protest am Ende natürlich nichts gebracht hat, sondern die Plattform hier jetzt, wie du gesagt hast, mit dem Bereisen rangeht und sagt, wir machen hier alles wieder auf. Aber ich glaube, man hat eine Menge Goodwill sich hier verspielt.

01:07:30 Gavin Karlmeier

Ja, und auch eben wirklich zu einem Bruch zwischen Community und Netzwerk geführt, der früher oder später ja schon dazu führen kann. Dass du Platz für etwas Neues machst. Völlig unnötigerweise. Also, eigentlich genau wie wir es bei Twitter auch gerade erleben. Ich glaube nicht, dass so ein Instagram-Twitter-Klon. um mal in dem Beispiel zu bleiben, dass das vor drei, vier, fünf Jahren solche Erfolgsaussichten gehabt hätte wie jetzt gerade. Und das nicht, weil die, weil sich die Plattform so stark verändert hätte, das natürlich auch, aber auch weil die Leute einfach so genervt sind. Dass es eine Bereitschaft gibt, abzuwandern. Und das ist halt das Schlimmste, was du tun kannst. Deine am Ende deine Kunden zu verprellen

01:08:13 Jannis Schakarian

Ja, wer vergrault seine Community am schnellsten? So ist es. Das ist weiterhin der Wettlauf zwischen Twitter und Reddit.

01:08:21 Gavin Karlmeier

Okay, das war's. Ich würde nochmal, ich versuche es nochmal zusammenzufassen. Für die, die bis hierhin gehört haben und jetzt schon wieder vergessen haben, was los war, Twitter ist kaputt. Django, Django, Jenga, XXL. Wir wissen nicht, was los ist, wir sind super gespannt, wie es weitergeht, wir machen hier weiter. Morgen hier mit Ösk Inan. Und mit der werde ich dann auch weiter darauf schauen, wie eigentlich gerade diese Lage so ist bei Twitter. Janis, vielen Dank, dass du dir diese extrem lange Zeit genommen hast. Und ich wünsche dir einen schönen Wochenstart.

01:08:56 Jannis Schakarian

Ja, vielen Dank. Den wünsche ich den ganzen Hörerinnen und Hörern auch. Schön, dass ich hier mal da sein durfte. Den ganzen Hakis natürlich. Danke, ich wollte es gerade sagen, wir sagen Hakis. Ich wünsche den Hakis auch einen guten Start in die Woche und freue mich hier auch mal. mit meinem Haken geentert haben zu dürfen oder so ähnlich.

01:09:15 Gavin Karlmeier

Oh. Immer wieder gerne, unser Schiff steht hier immer offen. Tschüss.

01:09:21 Jannis Schakarian

Ciao.