Social Media. Bewiesenermaßen nicht schlecht für die Psyche, sondern nur für die Gesellschaft. Jedenfalls im Fall von X. Apropos Fall von X, darum geht es auch heute wieder. Hehe.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis.
00:08 Dennis Horn
Heute sind wir fit und im Power-Modus.
00:10 Gavin Karlmeier
Ja, denn die Sonne scheint, es sind 25 Grad. Guten Morgen, hier ist Katrina and the Waves und Walking on Sunshine.
00:17 Dennis Horn
Nein, auch bei mir liegt es an dieser Studie vom Oxford Internet Institute.
00:22 Gavin Karlmeier
Das hat noch nie irgendjemand gesagt, dass eine Oxford Institute Studie dazu führt, dass man sich fit und wach fühlt.
00:29 Dennis Horn
Pass auf. Das OII, wie wir Freunde es nennen, sieht keinen Beweis dafür, dass die weltweite Verbreitung von Social Media Mit weitverbreiteten psychologischen Schäden verbunden ist. Okay Ja, also es ist so. Die haben untersucht in 72 Ländern die zunehmende Nutzung von Facebook. Hat die in irgendeiner Form das Wohlbefinden verändert? Es gibt ja mehrere Länder, die denken sogar über Gesetze nach, zum Schutz der NutzerInnen, was so psychologische Schäden angeht. Und das Oxford Internet Institute hat der BBC jetzt gesagt, es wird allgemein angenommen, Social Media sei schlecht für das Wohlbefinden. Die Daten, die wir zusammengestellt und analysiert haben, zeigen das nicht.
01:24 Gavin Karlmeier
Okay, na dann. Aufwachten. Alle Bildschirmzeitfeatures.
01:28 Dennis Horn
Alle Bildschirmzeitfeatures ausschalten.
01:32 Gavin Karlmeier
Jetzt ist es egal.
01:33 Dennis Horn
Ab jetzt ohne schlechtes Gewissen jeden Tag Haken dran. Wir sprechen zu Beginn über ein neues Level der Kontrolle. Für alle, die bei X Werbung schalten. Wir wissen, das ist der wichtigste Punkt für dieses Unternehmen. Nachdem so viele Werbekunden abgesprungen sind, deshalb kündigt X jetzt neue Möglichkeiten an, für die Markensicherheit. Mit einem schönen Blogbeitrag von der Leiterin der Abteilung Markensicherheit, das ist Eliana Thierry. Und dieser Blogbeitrag beginnt unter anderem mit dem fantastischen Satz. Pass auf, in den letzten neun Monaten hat X Innovationen hervorgebracht vom Wert eines ganzen Jahrzehnts.
02:16 Gavin Karlmeier
Okay. Also ehrlicherweise und also ich glaube, man man tut da niemandem Unrecht. Auf ein Twitter-Jahrzehnt gerechnet mag das stimmen. Ich wollte gerade sagen, wessen Jahrzehnt? Also, Twitter hat sich in den letzten zehn Jahren jetzt auch nicht zwangsläufig durch das Einführen neuer Funktionen hervorgetan. Aber die Frage ist, wo setzt man den Maßstab? Ja, absolut.
02:41 Dennis Horn
Mehr als 1900 Werbetreibende würden jetzt dieses Tool nutzen, mit dem man verhindern kann, dass die eigenen Werbe anzeigen. In der Nähe zu sehen sind von unerwünschten Begriffen oder unerwünschten Nutzer-Accounts und dieses Tool hat nach Angaben von X eine Wirksamkeitsrate von 99 Prozent. Und jetzt führt X weitere Funktionen ein, aber vor allem erstmal eine Vertiefung einer Partnerschaft, nämlich mit Integral Ad Sciences, die dazu führen soll, dass X den Werbekunden bald einen Achtung, erstklassiges geprüftes Inventar anbieten kann. Es war wirklich so ein Thema, das ist ja so völlig außerhalb meines Horizonts. Ich musste googeln. Inventar nennt man manchmal auch den Ad Space. Das sind sozusagen alle Werbeflächen, die an Werbetreibende verkauft werden können. Das ist sozusagen das Inventar von X.
03:35 Gavin Karlmeier
Hier, das haben wir alles für euch.
03:37 Dennis Horn
Und da geht es also um eine garantiert sichere und wirksame Werbefläche. So, ähm. Dann rollt X die sogenannten Empfindlichkeitseinstellungen aus, die Sensitivity Settings. Das funktioniert so, dass du als Marke festlegen kannst, wie dein Empfindlichkeitslevel ist. Also Relaxed zum Beispiel ist das Niedrigste, da erscheinen deine Werbeanzeigen nicht in der Nähe von gezielter Hassrede und explicit Sexual Content. Relaxed is about coming soon. Weil man gerade noch nicht in der Lage ist, sexuellen Content ausfindig zu machen, vermutlich. Und die anderen beiden Stufen. Heißt ein Standard, da kommt dann übermäßige Obszinität dazu. Außerdem unnötige Gewaltszenen. Und konservativ ist die dritte Stufe. Da kommt noch einfache Obszinität, Spam und Drogen obendrauf. Was ist einfache Obszünität?
04:29 Gavin Karlmeier
Oder ist das tatsächlich eine quantitative Angabe?
04:31 Dennis Horn
Ja, das ist eine gute Frage. Ein Foto von einem Penis ist okay, aber zwei bitte nicht. Keine Ahnung.
04:39 Gavin Karlmeier
Keine Ahnung.
04:40 Dennis Horn
Es ist wie immer alles vage. Einfach habe ich jetzt dazu gemixt, weil das einfach im Vergleich zur übermäßigen Obszynität, die schon in der Standardstufe rausgefiltert wird.
04:52 Gavin Karlmeier
Und wir reden dann nicht nur von Bildern, sondern wahrscheinlich auch von sprachlichen Inhalten.
04:57 Dennis Horn
So würde ich das verstehen. Und X sagt, das ermitteln wir über maschinelles Lernen. Also, da gehe ich von unter 99% Wirksamkeit aus an dieser Stelle. Ja, ja. So, dann gibt es noch eine erweiterte, verbesserte Blockliste für Schlüsselbegriffe. Und das war's dann. Okay, und was bewerten wir das?
05:16 Gavin Karlmeier
Erstmal nehmen wir das so hin, weil also solange ich keine Ergebnisse sehe, spüre in Zahlen auch feststelle Ist das erstmal nur more of the same? Es gab immer wieder solche Ankündigungen in Richtung Brand Safety, Kooperationen, die X angekündigt hat, irgendwelche Bemühungen, eine neue CEO, die vom Werbemarkt kommt. Und so einen richtig heftigen Impact auf plötzlich steigert sich beispielsweise die Qualität der angezeigten Werbeanzeigen oder einen völlig anderen Umgang mit Unternehmen, einen klareren Support. an mit Menschen für Menschen als Angebot, die irgendwelche Probleme erleben. All das spüren wir nicht Dementsprechend bin ich sehr vorsichtig, da jetzt eine Besserung rauszulesen, nur weil mal, wie da eine Ankündigung daherkommt. Ich sehe einfach mal so, ja. Auch wenn Linda Jaccarino hier von einem Wie hat sie es genannt? Auf jeden Fall von was von einem großen Schritt, jedenfalls.
06:12 Dennis Horn
Ja, ich sehe so Linda Jaccarino so vor meinem inneren Auge, wie sie die letzten Wochen da jetzt saßen, eigentlich drei Sachen gemacht hat. Erstens, sie hat irgendwie gefühlt jedes große Unternehmen wahrscheinlich mal angerufen und mit dessen CEO gesprochen, na, wie geht's dir und so weiter, willst du nicht Werbung schalten? Zweitens, sie hat dieses Projekt hier auf die Spur gebracht und drittens, sie hat irgendwelche Tweets von Elon Musk erratisch repostet.
06:35 Gavin Karlmeier
Ja, ja, genau. Und das hat sie mit dieser Ankündigung ja hier auch gemacht. Also sie hat wortwörtlich geschrieben, diese Ankündigung unterstreicht unser Engagement bei It's the Brand Safety. X hat in den letzten neun Monaten alle seine werbetreibenden Kontrollen und Partnerschaft mit Drittanbietern aufgebaut. Aha. Ja, gut. Auch ganz komische Formulierung irgendwie.
06:54 Dennis Horn
So, wo wird in den Empfindlichkeitseinstellungen kein Halt gemacht? bei russischer Propaganda. Das steht da irgendwie nicht mit in der Liste. Und das ist ein Thema gerade bei X. Das hat vor einer Weile schon Hannah Herbst gepostet. Das ist die Redaktionsleiterin des ZDF-Magazin Royal, der Jan Böhmermann-Show. Und Hanna Herbst hat ein Video angehängt, einen Bildschirmmitschnitt von ihrem Smartphone, wie sie einen Beitrag bei X postet. Und der sich dann innerhalb von Sekunden in den Druckos mit pro-russischer Propaganda füllt. Und dann hat Daniel Laufer, der arbeitet für Kontraste, dieses Politmagazin. dazu einen sehr interessanten Thread veröffentlicht, der zeigt, dass diese ganzen Links im Anhang über Server einer russischen Firma laufen. Und der Postillon führt jetzt in einem Thread die Medien auf, unter deren Beiträgen diese Propaganda landet. Oder wie der Postillon schreibt, Medien, denen es offenbar egal ist. Weil sie die nicht ausblenden.
07:59 Gavin Karlmeier
Ja, genau, da muss dann der Fancyber ja auch dazu sagen, man kann es nicht löschen, man kann es halt ausblenden, aber also.
08:04 Dennis Horn
Ja, da würde ich gleich nochmal mit dir drüber sprechen, genau über diesen Punkt. Also erstmal, das sind der Stark. Der Weserkurier, die Taz, der Spiegel, Bildfokus, Tagesschau. Heute Berliner Morgenpost, Handelsblatt, Mitteldeutsche Zeitung, Nordwestzeitung, Heise Online, Saarbrücker Zeitung. Und die Liste will der Postillon gegebenenfalls noch fortführen. So und Also, ich finde das ja ganz interessant, weil mit dieser Möglichkeit Antworten auszublenden in Ex Die wurde ja noch unter der alten Führung von Twitter eingeführt. Und damit hat sich. so ein bisschen das Verhältnis verändert in meiner Beobachtung bei X. Also früher hat man Antworten nie den Accounts zugeschrieben, unter denen sie erschienen sind. Jetzt, wo die reine Möglichkeit besteht, ist sozusagen, äh, also wird diesen Medien jetzt der Fehler zugeschoben, das nicht auszublenden. Nur als Beobachtung interessant, dass sich da das so gewandelt hat, der Blick darauf.
09:06 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde es ein bisschen unfair, um ehrlich zu sein. Ähm, weil eben die Plattform Twit, ich nenne sie weiterhin Twitter, ich hoffe das ist okay für dich. Ich hab's jetzt zwei Wochen probiert, ich krieg's nicht raus. Dieses Dieses Netzwerk funktioniert so nicht. Also du kannst nicht Kommentare moderieren und löschen, du kannst ausblenden, du kannst antworten, du kannst blockieren. Und mehr geht nicht. Das heißt, eigentlich ist diese Plattform schon immer so aufgebaut, dass jede Antwort auf einen Tweet immer auch ein eigener Tweet ist, den halt dann eben nur die Leute sehen, die auch dem anderen Account folgen oder auf den Tweet klicken, aber. Es ist eigentlich ein Tweet der Person, die ihn geschrieben hat. So war das ja früher in der Logik, bevor es diesen strukturierten Aufbau gab. Ganz früher gab es eine Timeline, und wenn du was geschrieben hast und ich dir antworten wollte, habe ich einen Tweet at Horn geschrieben. Und daher kommt das, glaube ich, dass man auch heute das eigentlich immer noch nicht so bewerten soll, dass das Nicht-Ausblenden eine unterlassene Moderationsleistung ist. Hinzu kommt, glaube ich, aber auch, dass es diesen Medienhäusern und da bin ich, glaube ich, wirklich auch in der Formulierung des Postillions, mit der Postillion-Formulierung sogar fast einverstanden. Es ist mittlerweile ein bisschen egal geworden, weil diese Plattform eine Abladestelle geworden ist und alles, was hier passiert, ist Naja, es ist halt eh nicht mehr sauber, was man so an Inhalten findet. Dementsprechend. Ja, gerade in den Antworten. Ja, genau, gerade in den Antworten.
10:30 Dennis Horn
Also, vielleicht ist es einfach wirklich, es ist alles egal geworden. Ja, und ich habe noch darüber nachgedacht, ob nicht eigentlich in Elon Musks Interesse sein müsste, diese Ausblendenfunktion einfach wieder abzuschaffen.
10:41 Gavin Karlmeier
Ja, hundertprozentig. Ich will ja auch die Blockfunktion abschaffen. Was für mich ja, also für mich, ich würde es begrüßen.
10:48 Dennis Horn
Benjamin Lepple ist Ökonom und schreibt bei X: Wie hat sich eigentlich die Followerschaft der AfD seit der Twitter-Übernahme entwickelt? Sie ist so stark gewachsen, plus 15 Prozent, wie seit Jahren nicht mehr. Er weiß darauf hin. Korrelation ist keine Kausalität. Da spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, unter anderem mit Sicherheit auch der Umfrageanstieg der AfD in dieser Zeit. Aber bei den anderen Parteien sieht die Entwicklung wie folgt aus. Die Union verbucht kleine, ich höre mich an wie Jörg Schönborn. Die Union verbucht kleine Zugewinne, die im Rahmen des langfristigen Trends auch liegen. Die Linke und vor allem die Grünen mit über 5000 verlieren spürbar FollowerInnen. Kannst du vielleicht noch was über die Followerwanderung sagen?
11:45 Gavin Karlmeier
Ja, ich würde es nicht auf das Umfragehochschieben. Das Umfragehoch findet, das ist jetzt eine sehr steile These, weil ich bin kein Politforscher, kein Wahlforscher und auch kein Stimmungsbildforscher. Stimmungsbildhauer, sondern ähm ich bin ja, ich bin ja nur irgendein Jemand.
12:04 Dennis Horn
Ein einfacher Arbeiter im Weinberg des sozialen Netzwerks.
12:09 Gavin Karlmeier
So, ja, exakt. Ich würde es nicht auf das Umfragehochschieben, weil das Umfragehoch vor allem ja offenbar bei Wechselwählern jetzt gerade zu spüren ist oder durch Wechselwähler zu spüren ist. Und dementsprechend sind das nicht alles sofort Fans der AfD. Auch Leute, denen man dieses Attribut Protestwahl zuschreibt, sind nicht automatisch Fans der AfD. Viel spannender finde ich, dass Leute, die Fans der AfD sind, jetzt gerade eher Gründe verspüren, zu Twitter und Sex zu kommen.
12:38 Dennis Horn
Genau.
12:39 Gavin Karlmeier
Also ich glaube, so wird eher der Schuh draus. Der Stiefel, hätte ich fast gesagt.
12:43 Dennis Horn
Und ich glaube, das ist das, worauf Benjamin Lepple da vielleicht aufmerksam machen wollte. Also interessanter kurzer Einblick. Andere Medien streichen die Segel, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Australien verlässt X zu großen Teilen. Da werden nur noch vier größere Accounts übrig bleiben. Und drei Gründe nennt ABC. Für diesen Abschied. Das sind die toxischen Interaktionen auf X, das sind die Kosten für die Präsenz und das sind bessere Interaktionswerte mit ABC-Inhalten auf anderen Plattformen. Und David Anderson ist Geschäftsführer von ABC, der hat gesagt, die toxischen Interaktionen hätten unter Elon Musk zugenommen. Mehrere hochrangige ABC-JournalistInnen haben Twitter verlassen, nachdem sie da harsch beschimpft worden waren. Und die Verifikationsprogramme von X, die würden es auch einfach kostspielig machen. Und damit ist jetzt ABC nach NPA und PBS im April war das die dritte große öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Die sich von X zurückgezogen hat, bei ABC zumindest größtenteils. Und da ist noch ganz interessant: NPA und PBS haben Twitter verlassen, nachdem Elon Musk sie als Staatsmedien gebrandet hatte. Wir erinnern uns. Und damals hat ein ABC-Sprecher im April gesagt, nee, wir haben nicht vor, denen zu folgen und Twitter auch zu verlassen. Jetzt ist es doch passiert, zumindest zu großen Teilen. Ich finde es schade, dass wir davon nach Australien schauen müssen.
14:21 Gavin Karlmeier
Ja. Für solche Geschichten. Weil inzwischen sich doch echt die Frage stellt, was wir was. Wir singen immer das gleiche Lied, Dennis, ne? Und du auch. Wir singen das Lied ständig, aber was wollen wir denn da gerade eigentlich noch? Ihr hört in den letzten 20 Folgen, ihr werdet es fünfmal von uns hören. Die Plattform X ist unkontrollierbar, die Plattform X ist unzuverlässig, die ist nicht vertrauenswürdig, die Plattform X strotzt nur so vor Wie will ich es nennen? Also, wenn den Leuten bei Facebook eine toxische Diskussionskultur in den letzten Jahren übel aufgestoßen ist, dann sollten sie längst von ex die Segel gestrichen haben. Und Ich finde es schön, dass wir darüber berichten können, dass es solche Geschichten gibt. Aber ich würde mir wünschen, dass wir mehr davon auch zumindest in unserem Wirkungskreis erleben würden. So.
15:16 Dennis Horn
Und wie läuft sonst so die Umstellung? Bei X wurden im Code zuletzt rund 17. 000 Zeilen hinzugefügt. Aber rund 600. 000 entfernt. Und also die Ex-Fanboys loben diese Situation. Ich bin mir ja nicht so sicher, weil wenn man auch einfach Dinge streicht und nicht mehr braucht, ne? Ist ja nicht direkt eine Verbesserung am Code.
15:38 Gavin Karlmeier
Nee, und genau das ist auch so, dass das war ja, als Elon Musk angetreten ist, hat er sich ja auch den geschriebenen Code der EntwicklerInnen des letzten Monats, glaube ich. ausdrucken und vorliegen lassen, als wäre es irgendeine Art Qualitätsmerkmal, viel Code programmiert zu haben. Im Gegenteil gilt es ja sogar so, wenn du ein Programmierer bist, eine Programmiererin und du schaffst genau das erwünschte Ziel mit viel weniger Code, dann spricht das eigentlich eher für dein Programmieren und nicht für deine Faulheit. Also ich diese Annahme, nur wer viel codet, würde auch viel gute Arbeit leisten oder wer viel Code auch löscht. Leistet gute Arbeit. So funktioniert das ja alles nicht. Du gehst ja auch nicht am Ende, du schraubst ein Auto auseinander und guckst, wie viele Schrauben da drin sind und sagst, das sind fünf Schrauben zu wenig. Du hast ja gar nicht richtig gearbeitet. Ich mache nur gute Arbeit, wenn ich Code ausdrucke.
16:29 Dennis Horn
Was ist denn das überhaupt? Code ausdrucken. Ja, das ist dir das geil. Also, naja. Ich habe auf meinem iPhone Testflight installiert. Das ist so eine App von Apple, in der man ja so im Fall. . Fliegen. Genau, genau. Ich wollte, bevor ich nach New York fliege, wollte ich erstmal testen, wie das ist, nach New York zu fliegen.
16:48 Gavin Karlmeier
Da guckst du neun Stunden lang, da wählst du New York aus und hast du neun Stunden lang kein Internet.
16:54 Dennis Horn
Ja, sogar 18, weil es ging ja noch zurück.
16:57 Gavin Karlmeier
Ach ja, natürlich.
16:58 Dennis Horn
Also da gibt es auch regelmäßig eine Beta-Version von X. Also man kann in Testflight so Beta-Versionen von Apps ausprobieren. Ex Beta heißt sie, aber neben ihr das Logo ist das alte Twitter-Logo in blau. Und Twitter hat es ja immer erlaubt, Tweets einzubinden. Auf der Website, im Fernsehen und so weiter. Und dafür gab es Vorgaben. Wie muss das denn aussehen? Der Vogel, die Nutzernamen und so weiter. Und die Seite dazu gibt es noch immer. Komplett durchdekliniert mit allen Twitter-Vorgaben, Screenshots, Grafiken und so weiter. Du hast mir den Link geschickt. Ich habe ja immer so ein bisschen so, ach, das ist schön. Hier halte ich mich gern noch auf. So.
17:41 Gavin Karlmeier
Ja, also da sind halt überall echt noch der Blaue Vogel. Am liebsten ist eigentlich der Beispieltweet. der dir gezeigt wird. Von Jack Dorsey ist es. Genau, von Jack Dorsey Just Setting Up My Twitter vom 1. März 2006. Das ist der Beispieltweet, den man sieht, wie man das so einbinden kann. Der andere Beispieltweet ist, dang it Twitter, give us an Edit Button. Oder hi Twitter, what are you grateful for?
18:06 Dennis Horn
Dieses Unternehmen hatte mal so schönen Humor.
18:09 Gavin Karlmeier
Ja.
18:09 Dennis Horn
Jetzt hat es nicht mal mehr den Vogel Naja. Funktionen und Emotionen. Wir gucken mal, was sonst noch so neu ist. Ex hat ein Problem behoben. Nämlich, dass in Pop-ups die vollständige E-Mail-Adresse und Telefonnummer angezeigt wurde.
18:28 Gavin Karlmeier
Ja, da habe ich Emotionen zu.
18:31 Dennis Horn
Also erstmal, die Vorgeschichte ist, dass bei irgendeinem Twitch-Streamer oder Streamerin oder so oder halt bei irgendeinem Livestream Die haben da irgendwie in ihrem eigenen Twitter-Account geblättert und dann ging so ein Pop-up auf. Wir haben folgende Daten von dir. Bitte nochmal bestätigen. Und es war einfach komplett zu lesen.
18:49 Gavin Karlmeier
Das ist so geil, ne? Ah, also ich sag mal so, ne? Selbst Fortnite hat einen Modus, den du aktivieren kannst, damit du anonym bist und Leute nicht sehen, welche E-Mail-Adresse du hast Diverse Banking-Apps haben die Möglichkeit, dass du einschaltest, dass man nicht sieht, was du da machst. Es gibt wirklich super viele Apps, die so eine Art Privacy-Mode haben. damit nicht öffentlich einsehbar ist, welche Daten so von dir liegen, wie viel Geld du auf dem Konto hast oder welche Handynummer du hast oder so. Die App, die gerne möchte, dass sie in solchen Streams aber ständig verwendet wird und die sich auch darum kümmert, gerade in dieser Bubble eine Rolle zu spielen. Die denkt da nicht drüber nach, das kann man ihr nicht vorwerfen, aber diese Pop-Push-Up-Nachricht, auf der alle deine privaten Daten stehen, die völlig aus dem Nichts auftaucht, das ist doch indiskutabel. Das ist so wild, oder?
19:42 Dennis Horn
Also wo warum auch? Ja. Naja. Ich bin in so einer Mailingliste und da kriege ich so eine Oldschool-90er-Mailing-Liste, weißt du? Wie man das mal war. Und da kriege ich regelmäßig eine Erinnerungs-E-Mail, dass ich drin bin in dieser Mailingliste und hier auch nochmal zur Information dein Passwort. Ehrlich? So im Klartext. Im Klartext.
20:08 Gavin Karlmeier
Völlig verrückt.
20:11 Dennis Horn
So, dann möchte X mehr Menschen dazu bringen, Listen zu nutzen und zu folgen, um die Interaktionsraten zu steigern. Und jetzt experimentiert X experimentiert X damit. Listen in den Suchergebnissen zu zeigen, um auch darüber NutzerInnen zu entdecken und ihnen zu folgen, die regelmäßig zu bestimmten Themen posten.
20:34 Gavin Karlmeier
Ja, also es ist halt ein Schritt zu einer funktionierenden Suchfunktion, also why not?
20:38 Dennis Horn
Ja, why not? Aber die Frage, ob Nutzerinnen und Nutzer in der Breite wirklich Listen benutzen. Natürlich nicht. Und auf diese Frage hat weder Elon Musk noch das alte Twitter-Team eine Antwort, habe ich, fühle ich.
20:52 Gavin Karlmeier
Ja, ist natürlich nicht. Also das sind alles so Features für Power UserInnen. Und ich glaube sogar, dass das Nutzen von den Listen anderer Leute noch viel mehr ein PowernutzerInnen-Feature ist, als eigene Listen zu erstellen. Dementsprechend Nee, also eigentlich nicht mal ein Emotionchen.
21:12 Dennis Horn
So, dann noch ein kurzer Blick zum Schluss auf zwei unserer anderen. Lieblingsorte im Internet, erstmal Threads der Business Insider berichtet, Threats-Beiträge erhalten bei fast 90 Prozent der Marken mehr Likes als auf Twitter, obwohl sie deutlich weniger FollowerInnen haben.
21:33 Gavin Karlmeier
Mastodon meldet stärkere Impressionen, stärkere Click-Through-Rates, Threads, meldet stärkere Interaktionen. Also, hey Ex, ist da noch jemand da bei euch?
21:45 Dennis Horn
Ja, und nicht vergessen, Hacker News. Sagt Twitter ist nur noch, oder Ex ist nur noch Peripherie.
21:51 Gavin Karlmeier
Genau. Also ich habe das Gefühl, dass man bei Twitter so ein, also es gibt nur zwei Ansätze gerade. Der eine Ansatz ist, es ist immer noch das bewusste Downsizing, der Wunsch danach, eine Plattform für eine Klientel, für eine Zielgruppe, für einen eine Art Publikum zu sein und alle anderen sind wirklich egal. Oder man kriegt das gerade selber nicht so richtig mit, wie alles durch die Hände gleitet, was eigentlich mal der Kern war, um den es hier ging. Also man hofiert einzelne CreatorInnen mit völlig willkürlichen Überweisungen von Geldbeträgen während der das Gros der Leute eigentlich gar nicht mehr so richtig mitkriegt, ob sie jetzt eigentlich noch gerade online sind oder nicht, auch kaum noch Interaktionen verspüren. Also wenn ich ein Ex schreibe, das ist jetzt schon länger her, dass ich eingeschrieben habe, also ein Post, also ein Tweet, also ein kurzes. Nachricht, so ein Microblog-Artikel. Mehr Synonyme fallen mir nicht ein. Also wenn ich da was schreibe, dann kriegt auch das kaum noch Interaktionen. Und ich habe das Gefühl, dass das so ein bisschen auch an den Algorithmusänderungen liegen kann. Na klar, aber so oder so, man, man, es entgleitet gerade, habe ich das Gefühl. Es entgleitet der Community, nein, es entgleitet die Community. Und die Plattform braucht darauf Antworten, völlig unabhängig davon, ob es ihnen wichtig ist, eine Rolle in Europa zu spielen oder nicht. Wenn sie sich da nicht drum kümmern und sie keine Rolle mehr in Europa spielen, dann werden sie ein Problem haben.
23:19 Dennis Horn
Also, ich finde, wenn du eine Everything-App machen möchtest, müsste es eigentlich auch zwingend eine Everybody-App sein.
23:27 Gavin Karlmeier
Aber was weißt du nicht? Ja, das ist so, finde ich. Ich finde auch, wenn du anfängst, Features zu bauen, die den Weg zu einer Everything-App ebnen sollen. Dann kannst du A nicht die alten Features vernachlässigen und b sollten die überhaupt erstmal funktionieren.
23:46 Dennis Horn
Also du hast eben gefragt, ist da noch jemand? Nee, weil die Leute sind jetzt bei Miss Key und Lemmy. Also damit werfen wir nochmal einen kurzen Blick ins Fediverse, unser Unser Lieblingsausflugsort. Eigentlich so ein bisschen unsere Diaspora, wenn wir sagen. Unsere Diaspora, so. Miss Key ist ebenfalls eine mögliche Twitter-Alternative, hat die Marke von 600. 000 Accounts überschritten. Und wenn es so weitergeht wie zuletzt So in diesem Tempo, dann könnten es bis zum Ende des Jahres eine Million werden.
24:18 Gavin Karlmeier
Ja, das ist geil.
24:19 Dennis Horn
Und irgendwo bei dieser Marke sieht sich auch Lamy, obwohl die offiziellen Zahlen oder die Zahlen, die so in Statistiken auftauchen, kleiner sind. Irgendwo ich habe eben, glaube ich, zwischen 400 und 500. 000 gesehen. Das ist sozusagen das Reddit des Fediverse So, und das heißt, hier steuern wir darauf zu, dass ein zweiter Dienst dort nach Mastodon ebenfalls diese Größe erreicht von über einer Million. Außer natürlich, Threats ist jetzt irgendwann auch mal dort am Start, wie versprochen. Aber das sind doch erfreuliche Zahlen.
24:53 Gavin Karlmeier
Ja, und auch voll geil, weil ausgerechnet mit Lemmy jetzt halt dieser Reddit-Clone da an den Start geht.
24:58 Dennis Horn
Auch ein guter Moment, ne?
24:59 Gavin Karlmeier
Ja, ganz genau, wollte ich nämlich gerade sagen. Also das ist genau die Antwort auf die, die Mastodon als hatte als Twitter. eben so einen Moment, naja, also wie es das Gegenteil von Momentum hatte. Ja, übrigens, ganz kurz, Houskeeping schiebe ich hier an der Stimme ganz kurz ein. Ja, sag mal. Ich habe ja gestern nach diesem Stellvertreterkrieg, hattest du gesagt, Strohmann.
25:22 Dennis Horn
Strohmann war das Gott. Und hatten wir nicht schon mal einen Moment vor 100 Ausgaben oder so, wo du schon mal nach dem Wort Strohmann gesucht hattest? Das kann echt sein, ja. Voll das Déjà-vu, das ist uns doch schon mal genau so passiert. Was ist denn mein Problem mit dem Wort Strommann? Das weiß ich auch nicht. Vielleicht ist es ein Strommann nur, dass du das immer vergisst.
25:39 Gavin Karlmeier
Vielleicht muss ich mal den Strom anschalten. Naja, was ich sagen wollte, Lemmy nutzt jetzt genau dieses Unmomentum, das Reddit sich in den letzten Jahren. Wochen und Monaten genau aufgebaut hat, indem sich Steve Huffman, das CEO, ja, eigentlich von Woche zu Woche hangelt, indem er die Community weiter verprellt. die das Twitter eben damals aufgemacht hatte, als Elon Musk übernommen hatte und das Mastodon und und die Activity Pub-Angebote eben nutzen konnten, um diese Lücke zu schließen. Eigentlich übrigens genau auch das, was Threads beim Start genutzt hat, übrigens, nur halt zu einem anderen Zeitpunkt. Finde ich mega gut. Ich würde mir wünschen, dass es sich rumspricht und alle weg von Reddit gehen und zu so einer dezentralen Reddit-Alternative wechseln. Mich würde es super freuen, ich bin super gespannt. Ich werde mich da jetzt registrieren bei Lemmy
26:31 Dennis Horn
So, und eure beiden Strohmänner verabschieden sich, sind morgen wieder da.
26:35 Gavin Karlmeier
Ich habe noch eine Kleinigkeit, so da kannst du was zum drüber nachdenken. Oh, das Ende immer gut. Ja genau, ist was Philosophisches für den Donnerstag? Es sind große Worte von einer großen Philosophin unserer Zeit, Linda Jaccarino.
26:49 Dennis Horn
Linda Jax, ja.
26:51 Gavin Karlmeier
Linda Jacks, sie schreibt. Wir bauen alle gemeinsam Ex. Ich möchte, dass der Beitrag der Community dazu beiträgt, dass die automatische Übersetzung unseren zentralen Treffpunkt im New Yorker Büro zu benennen, in dem sich alle unsere Gäste und Mitarbeiter versammeln können. Der Name dieses öffentlichen Bereichs wird eine tägliche Erinnerung daran sein, warum X existiert und an die Menschen, denen wir dienen. Ihr alle. Ist eine Abstimmung und du kannst es jetzt aussuchen. Wie soll es heißen? Exile. Expression, Townsquare oder NYX?
27:27 Dennis Horn
Oh Gott, das ist alles so. Das ist alles so ein Es ist halt so ein Bravo Screenfun-Humor. Boomerwort wird Das ist ja noch nicht mal auf Dead Joke-Niveau.
27:39 Gavin Karlmeier
Nein, das ist nichts clever. Ich würde es Ihnen aber wünschen, dass es NYX ist, damit sich alle jeden Tag daran erinnern, wie uninnovativ und unkreativ Ihre Chefin ist. Wir in Deutschland sagen, hier ist nix. Es gibt in Bonn eine Kneipe. Ich habe ja in Bonn studiert, wäre gelogen, aber in Bonn und die hieß das Nix. Und das wurde so geschrieben, Ende, nix, der war immer Donnerstagskaraoke. Ja, siehst du? Da habe ich immer, du trägst keine Liebe in dir von echt gesungen.
28:05 Dennis Horn
Dann fliegen wir mit Testflight am Donnerstag nach New York, um im Nix Karaoke zu singen. Meinst du, die haben echt?
28:13 Gavin Karlmeier
Finden wir raus. Ich würde dir aber auch versprechen, wenn wir hier 500 Folgen machen, das sind Versprechen, das nehme ich jetzt einen ab, dann machen wir eine Party. Und dann singe ich für alle, du trägst keine Liebe in dir. 500 Folgen. Das ist nicht mehr lang hin, zwei Jahre.
28:29 Dennis Horn
Ja, gut, bis dahin haben wir auch die Heiserkeit von der Walter-Isacsen-Lesung überwunden. Überwunden. Na gut.
28:38 Gavin Karlmeier
Die müssen wir noch planen, ne? Bis morgen. Bis morgen.