Heute gibt’s einen ganzen Stapel Studien und soviel sei verraten: Sie werden euch nicht gefallen. Aber pünktlich zum Wochenausklang sehen wir heute in allem dunklen etwas gutes – und wenn es nur die Motivation ist, etwas besser machen zu können.
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Transkript
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00:01 Intro
Haken dran.
00:03 Nicola Balkenhol
Das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Nicola.
00:08 Nicola Balkenhol
Hallo Gavin.
00:09 Gavin Karlmeier
Ich stell dich kurz vor, für die wenigen, die nicht jetzt schon beim Namen sofort wussten, wer du bist. Du bist Nicola Balkenhol, die Leiterin Multimedia bei Deutschlandradio.
00:19 Nicola Balkenhol
Habe ich das richtig gesagt? Ja, die Abteilung heißt komplizierter, Multimedia Online.
00:24 Gavin Karlmeier
Na, so viel komplizierter war es auch nicht. Und ich freue mich, dass du heute dabei bist, weil wir in beruflichen Kontexten schon öfter was miteinander zu tun haben und hatten. Jetzt aber die Gelegenheit haben, mal gemeinsam über das Internet zu sprechen, weil ich glaube, dass dich das als Leiterin online, wie ich gerade ja, wie ich gerade am eigenen Leib feststellen musste, weil das ja ein Thema ist, das dich sowieso stark umtreibt und Twitter euch als Haus auch ganz stark umtreibt. Richtig?
00:51 Nicola Balkenhol
Ja, genau so ist es. Danke, dass du mich eingeladen hast. Genau, mein Thema ist eh das Internet.
00:58 Gavin Karlmeier
Und eher eigentlich weitestgehend euch von Twitter verabschiedet. Und ich hatte die Charlotte damals auch hier zu Gast, als es gerade Aktuell war, jetzt ist die spannende Frage, wie viel ist es jetzt so, ich würde sagen, drei Wochen her, vom Bauchgefühl her. Gibt es schon irgendwelchen Nachklapp dieser Entscheidungen?
01:15 Nicola Balkenhol
Naja, der Nachklapp ist, also wir haben erstmal geguckt, wie reagiert die Welt auf das kleine Deutschlandradio und das war überschaubar. Das war eine gute Mischung aus. Ja, finden wir gut, verstehen wir die Gründe, es gibt auch viele Gründe dafür. Bis hin zu manchen auf Twitter X, wo man ja nie weiß, was sind das für echte Menschen oder. Oder nicht, die kübelten dann, geht weg, ihr seid eh der öffentlich recht hinein, Staatsfunk. Wir sind froh, wenn ihr weg seid. So, Davis, das war die Bandbreite und im Deutschlandradio selbst hat das natürlich nochmal heftig dazu geführt, dass wir uns darüber austauschen, diskutieren. Tja, X ist es nicht, aber was ist es denn?
02:03 Gavin Karlmeier
Und? Gibt's einen Zwischenstand, was es ist?
02:06 Nicola Balkenhol
Naja, auch unsere Internetwelt ist nicht anders als die, die du mit deinen vielen Gesprächspartnerinnen und Partnern hier im Haken dran besprichst. Wir haben dieselbe Auswahl und müssen genauso konstatieren. Da ist eine Vielfalt, das diversifiziert sich, irgendwie müssen wir damit umgehen. Algorithmusgetrieben ist schwierig, kommen wir bestimmt auch noch mal drauf. Politisch keine politischen Themen ist für so etwas wie Deutschland. Undenkbar, was sind denn politische Themen und nicht politische Themen? Also, dass da heute fällt. Also irgendwie so ein bisschen von dem Ahlen werden wir uns angucken und echt ausprobieren.
02:46 Gavin Karlmeier
Ich hab, äh, es ist so lustig, dass wir da jetzt drauf zu sprechen kommen, weil ich merke im Moment eine so starke Veränderung meiner eigenen Nutzung wieder. Also ich für alle, die das nicht mitbekommen haben, die Ich fasse das nochmal zusammen. Also als Threads im Sommer so für diese zwei Wochen aus Europa erreichbar war, hatte ich wirklich das Gefühl, das ist für mich die Erlösung. Es ist jetzt, da ist jetzt der Punkt, wo ich ah. Leute erreiche, die ohne jetzt nochmal einen ganz neuen Aufbau einer Community zu erleben und B aber mich auch irgendwie so austoben kann. Und jetzt bin ich aber eher an dem Punkt, dass ich selber merke, dass Threads bei mir nur noch einen Stellenwert einnimmt in der Veröffentlichung. meiner Gedanken im Sinne von da kommen, landen jetzt die Dinge, die anderswo gut gelaufen sind. Einfach wegen dieser super starken Algorithmisierung der Inhalte. Und das führt bei mir am Ende dazu, dass mein Output Nummer 1 Kanal gerade tatsächlich wieder Blue Sky wird. Und ich merke einfach, dass Blue Sky gerade das Momentum. stark für sich nutzt mit sehr klugen Entscheidungen, sehr vielen geschickten Überlegungen. . Also ich habe das Gefühl, die könnten gerade wenn sie es jetzt richtig machen, könnten sie es werden.
03:56 Nicola Balkenhol
Ja, also ge dein Gefühl teile ich. Also meine Nutzung ist auch so, ich poste nicht so viel, aber für mich ist Blue Sky echt die bessere, der bessere Feed, dem ich da folge, also ich habe so ein bisschen geguckt, wem will ich denn folgen. Das, was mich interessiert, erwischt ja viel besser. Shreats, nö, gar nicht. Also das ist ja auch so, also Interaktion ist das eine, aber ich finde Shreds zu beliebig für meine Nutzung. Ich krieg das nicht scharf gestellt.
04:30 Gavin Karlmeier
Ja, das verstehe ich. Und ich bin gespannt, ob Meta das noch hinkriegt. Also Profilschärfung ist eine gute Idee. Und glaube ich überfällig. Ich habe aber ein bisschen Sorge, dass die Profilschärfung hier so ein bisschen gerade in die falsche Richtung geht, wenn wir auf die Entwicklung der letzten Woche schauen. So ist Ruhe. Ich muss übrigens eine Sache sagen und zwar gab es ja bei Haken dran. Immer wieder solche Situationen wo wir die Hakis gebeten habe, die Leute, die uns zuhören, gebeten habe, doch mal zu erraten, wo ich bin. Und heute haben wir wieder so eine Situation, weil ich nehme aus einem Auto auf. Das ist lange nicht passiert. Und ich befinde mich gerade auf einem Parkplatz, der zu einer Tankstelle gehört und ich blicke auf ein sehr, sehr, sehr übergroßes Schild einer Glücksspielkette namens Löwenplay mit einem riesengroßen Löwen drauf und befinde mich in der Nähe einer Autobahn. Das sind die Tipps, die ich gebe und ich bin mal gespannt, ob irgendjemand Geogesser-mäßig erraten kann, wo ich mich befinde. Die Auflösung gibt es dann in der Folge am Montag. Hast du schon eine Idee?
05:30 Nicola Balkenhol
Nee, im Löwen wie?
05:31 Gavin Karlmeier
Löwenplay?
05:33 Nicola Balkenhol
Ne, keine Ahnung.
05:34 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, ob es eine Kette ist oder ob das hier so ein kleiner Familienbetrieb ist. Und bevor wir so richtig einsteigen, habe ich noch eine Kleinigkeit. Es gibt eine neue Social Media-App. die, äh ich stelle ja hiermit, mit großer Landschaft neue soziale Netzwerke vor und bin dann auch immer der Einzige, der sie benutzt. Und das bleibt dann auch Ganz oft so, wie im Fall Spill beispielsweise vor einigen Wochen. Oder dieses Netzwerk, dessen Namen ich jetzt schon wieder vergessen habe, bei der man sich darüber definiert, welche Domains man registriert hat. Tja, schade. Auf jeden Fall gibt es jetzt eine neue, die heißt Quiver. Q-U-I-V-E-R. Quuiver. Und die funktioniert genauso wie B Real. Also du kriegst jeden Tag eine Benachrichtigung zu einer gewissen Uhrzeit. Und diese Benachrichtigung ist aber ein Prompt, also nicht wie in der KI, sondern eine Aufforderung an mich. eine einen Text zu schreiben und zwar ist heute der Text, welches Buch hatte einen großen Impact auf dich? Gib uns einen Satz, gib uns in einem Satz wieder, worum es in dem Buch geht. Also so wirklich wie Twitter und Be Real, wenn Be Real und Twitter ein Kind kriegen würden. Das ist Quiber.
06:40 Nicola Balkenhol
Ach, das ist ganz witzig. Also ich kenne das ja aus so Call to Actions, die man schon mal in Workshops macht. Wenn man Menschen kennenlernen will. Ach, das finde ich gar nicht so schlecht.
06:53 Gavin Karlmeier
So ein bisschen wie, ach, wie heißt es denn? Es gibt es an der Website. Die kannst du so für Workshops nutzen, genau für dieses Onboarding am Anfang eines Workshops. Und dann hast du da so Fragen wie, nimm deinen Schlüsselbund raus, welcher dieser Schlüssel ist der besonders und verwendet 10 Uhr davon. Ja genau, so und genauso fühlt sich das ein bisschen an. Quiver. Ähm, ich bin mal gespannt, ob sich das durchsetzt. Ich war jetzt ehrlicherweise, also ich war schon an Tag 1 zu faul, da was reinzuschreiben. Das ist ja ein schlechtes Zeichen. Naja.
07:23 Nicola Balkenhol
Ja, wem teilst du das denn dann da mit?
07:27 Gavin Karlmeier
Ehrlich, also bei mir steht da jetzt drunter, wenn ich das schreibe, würden das 161 Leute lesen. Und ich glaube, jetzt gerade ist es noch eine Public Timeline, also alle Leute, die es benutzen. Das wird sich natürlich ändern, wenn es ein paar Leute benutzen. Aber jetzt gerade bin ich noch so einer von 161 Benutzern, offenbar.
07:44 Nicola Balkenhol
Ach, wie niedlich.
07:45 Gavin Karlmeier
Ja, ne? Also mein Download hat schon mehr Serverkosten generiert, als die App wahrscheinlich in den nächsten Monaten einnehmen wird, aber naja. sei es drum. Und ein anderes kleines Housekeeping, weil wir auch immer wieder auf die EU-Regulierungen schauen. Es gibt jetzt einen Beschluss, weil ja Einsprüche erhoben wurden und Fragen gestellt wurden seitens der Unternehmen. hinsichtlich einzelner Dienste, bei denen nicht ganz klar war, ob sie unter den DMA fallen, unter den Digital Markets Act der EU. Und da ist jetzt ein Beschluss, dass iMessage, Bing und Edge nicht groß genug sind, um unter den DMA zu fallen. Und das finde ich eigentlich sehr bemerkenswert, weil iMessage A in den USA das Ding für die Kommunikation ist. B, hier aber offenbar die Unternehmen jetzt davon profitieren, nicht so groß zu sein. Also gerade bei Bing könnte ich mir vorstellen, dass Microsoft da mit einem lachenden und einem weinenden Auge sitzt. Weil auf der einen Seite müssen sie jetzt deutlich weniger regulieren als zunächst befürchtet, auf der anderen Seite ist es aber jetzt auch das Zeugnis, dass diese Suchmaschine wirklich wahnsinnig egal ist.
08:46 Nicola Balkenhol
Ja, weißt du, was ich mich gefragt habe, was sind denn die zugrunde liegenden Daten oder auf welcher Basis wurde das denn entschieden?
08:56 Gavin Karlmeier
Also es gibt ja diese Formulierung der sehr großen Plattformen, das sind die NutzerInnen-Daten. Und es spielen, glaube ich, hier zum Beispiel im Falle von iMessage oder sicherlich auch im Falle des. . Edge Browsers spielt sicherlich eine große Rolle, wie hier NutzerInnen definiert wird. Denn bei iMessage könnte man ja sagen, erstmal alle, die ein iPhone haben, sind potenziell NutzerInnen. Und dann wäre das auf jeden Fall eine Very Large Online-Plattform, ein Flop. Aber vermutlich hat man hier auch auf sowas wie monatlich aktive NutzerInnen geschaut. Also weiß ich nicht, können wir gerne housekeepen zum nächsten Mal. Das ist aber so meine These. dass das durchaus schon eine Rolle spielt, wie viele Leute von aktiv Gebrauch machen.
09:37 Nicola Balkenhol
Ja, das glaube ich auch. Ich habe nämlich genau dieselbe Intuition wie du. Ich habe gedacht, iMessage?
09:42 Gavin Karlmeier
Glaube ich nicht.
09:43 Nicola Balkenhol
Bei den beiden anderen kann ich es nicht so richtig einschätzen, aber iMessage muss seine Riesenbasis haben.
09:48 Gavin Karlmeier
Aber ist beim Edge Browser ja genauso. Also wenn du jetzt gerade an einem Windows-Rechner sitzt, hast du vermutlich den Edge-Browser installiert. Der übrigens glaube ich, und jetzt mache ich mich fast unbeliebt, glaube ich. Aber ich glaube, der ist deutlich besser als sein Ruf. Ich glaube, der taugt. Ich benutze ihn nicht, aber jedes Mal, wenn ich mich mit ihm auseinandergesetzt habe, war ich dann doch überrascht.
10:06 Nicola Balkenhol
Ich nicht.
10:10 Gavin Karlmeier
Hat er nicht auch Chromium als Grundlage? Also ist das nicht am Ende auch Chromium da, ne?
10:15 Nicola Balkenhol
Also ich finde nur ehrlich, vielleicht ist es auch Vorurteil. Nee, ich halte die Klappe.
10:22 Gavin Karlmeier
Ja, aber ein wahrscheinlich legitimes Vorteil. Ich meine, wir sind, wir kommen vom Internet. Alles ist besser als das.
10:28 Nicola Balkenhol
Ja, stimmt.
10:30 Gavin Karlmeier
Wir haben eben kurz schon darüber gesprochen, welcher Kurznachrichtendienst wird es denn jetzt eigentlich? Dass so ein ähnliches Gespräch, wie ihr da offenbar führt, führt die BBC intern auch. Denn die BBC hatte im Juli 2023 ja eine eigene Mastodon-Instanz gestartet, social. bbc und das zunächst als Experiment für ein paar Monate. Und wollten schauen, wohin wird das eigentlich was passiert. Und jetzt kommt eine Meldung über die Geräte Jetzt kommt die Meldung, dass dieser Versuch für weitere sechs Monate fortgesetzt werden wird. Denn Sie schreiben, bislang haben wir in der Testphase rund 60. 000 Follower auf unseren sechs Testkonten gesammelt. Klammer auf, dazu gehören so Konten wie. Research and Development, Radio 4, Radio 5, bewusst aber noch nicht so Sachen wie BBC News, sondern eben tatsächlich eher diese kleineren Dinge, um auszuprobieren. . . Sie schreiben, wir haben rund 60. 000 Follower gesammelt und mussten nur sehr wenige Antworten auf unsere Inhalte moderieren. Erfreulicherweise waren die meisten Kommentare und Rückmeldungen positiv. und begrüßten sowohl unser Interesse als auch die Art und Weise, wie wir die Dinge eingerichtet haben. Wir hatten ein wirklich ermutigendes Maß an Engagement Das heißt, Antworten erneute Posts und Likes und haben bei einigen gleichwertigen Beiträgen bei Mastodon deutlich höhere Engagement-Zahlen als bei X und Twitter gesehen. Insbesondere wenn man die relative Größe der verschiedenen Plattformen bedenkt. Und das hat ja Heise seinerzeit ähnlich berichtet und ich kann mir das auch sehr gut vorstellen, dass klar, du jetzt erstmal eh mehr Interaktionen in Relativen Zahlen holst, weil die Leute, die zwar weniger insgesamt sind, aber die Leute, die dann da sind, die freuen sich auch über die Inhalte. Aber ich finde auch interessant, dass du auch am Ende auch in absoluten Zahlen ja auch schon offenbar einen signifikanten Impact auslöst über diese Fair diverse-Kanäle. So dass man hier sagt, naja, das lohnt sich dann jetzt irgendwie doch, dass wir weitermachen.
12:19 Nicola Balkenhol
Ja, weißt du, was ich daran noch interessant finde, ist nicht so sehr die schieren Zahlen, die sind jetzt auch nicht übel, aber sondern eher so ein anderer Gedanke, der mich auch immer wieder auf Mastodon zurückgucken lässt lässt, also wieder neu gucken lässt. Das ist so ein, also ich habe kein gutes Wort dafür. Ich sage da immer Clubgedanke. Das ist wirklich so ein guter Austausch zwischen Nutzenden und denen, die da Inhalt auf so einer Plattform verbreiten, also in unserem Fall dann eben Deutschlandfunkinhalte. Und ich, also ehrlich, das gilt ja auch für Zeitungen, Zeitschriften, worum geht's denn? Ich will doch nicht nur Engagement in Zahlen, sondern ich will doch sozusagen Ja, Commitment ist vielleicht zu viel gesagt, aber ich will doch markentreue. Ich will doch, dass die Leute wirklich was mit uns anfangen können und auch ein Gefühl entwickeln dafür, wofür wir stehen. Und im Zweifel auch mal sagen können, ja, wenn diese Deutschen Funkinhalte weg werden, da würde mir was fehlen Und da kann ich mir Mastodon echt gut vorstellen.
13:38 Gavin Karlmeier
Ich verstehe hundertprozentig, was du meinst. Also es ist ja, ich mache ja viel so, es ist für dich jetzt wirklich keine Überraschung, aber ich mache ja viel so Entwicklungen von Podcasts. Und was ich da fast immer predige ist, naja, also plakativ früher hatte man glaube ich gesagt, know your fights. Also wisse, mit wem du dich vergleichen möchtest, zu sagen, ich mache jetzt ein Nachrichtenformat, das es sofort mit der Tagesschau aufnehmen möchte, ist natürlich abstrus. Aber wenn du es schaffst, eine Nische zu finden, in der du glänzen kannst, dann wirst du relativ schnell einen relativ festen Community-Stamm aufbauen, mit dem du auch in Interaktion trittst, weil du ja. eine Stimme sprichst, auf die diese Leute immer gewartet haben. . . Und das ist hier ja so ähnlich. Die Community bei Mastodon ist wahnsinnig eingeschworen, vor allem deswegen. weil sie sich über etwas definieren, nämlich darüber, dass sie sagen, wir brauchen keinen multimilliardenschweren Konzern, der mit . Fokussierung auf User Experience und auf am Ende damit auch auf Werbetauglichkeit der eigenen Nutzer optimiert. ist und dementsprechend auch so handelt, sondern uns geht es hier um was anderes, nämlich um einen tatsächlichen Austausch, auch tatsächlichen Echtzeitaustausch der frei von jeglicher algorithmischen Sortierung ist. Und diese, das, das schweiß die Mastodon-Community, die Fediverse-Community im Ganzen, glaube ich, so stark zusammen, dass es auch für viele Leute, die neu in dieser in dieser Welt sind, erst einen Moment braucht, da irgendwie anzukommen, so wie es auf jeder guten Party auch einen Moment braucht, bis man ankommt. Das ist aber, wenn man dann dort ankommt, ist es aber ein Bund, der deutlich länger hält als so ein loses Follower-Innen-AbsenderInnen-Verhältnis, wie man das beispielsweise jetzt bei Twitter oder Instagram hätte.
15:17 Nicola Balkenhol
Ich glaube auch, also was finde ich gut zu unseren Inhalten passt, ist dieses am Inhalt entlang sich austauschen. Und nicht wegen eines Eugorithmus. Also das ist das nochmal zusammengefasst, letztlich, was du gerade gesagt hast.
15:32 Gavin Karlmeier
Ja, aber das ist schon noch ein Aspekt weiter sogar, ich stimme dir zu, weil es natürlich viel, viel mehr wert ist, wenn Leute einen Inhalt sehen und damit interagieren, nicht nur weil irgendeine Instanz, aber hier in einer anderen Wort, in einer anderen Wortverwendung als klassisch bei Bei Mastodon, sodass nicht irgendeine Instanz entscheidet, das könnte ein Inhalt sein, mit dem ich interagieren möchte, sondern das ist ein Inhalt, an dem ich vorbei scrolle und dann interagiere ich. Trotzdem, obwohl es niemand sagt, dass ich das tun sollte. Das ist eine viel, viel wertvollere Interaktion und am Ende auch eine nachhaltigere. Und das führt halt dazu, dass die Leute dann auch öfter dableiben, länger dranbleiben. Und das merke ich ja auch. Also ich muss dazu sagen, dass ich meine Mastodon-Aktivität, ich kann da nicht so viel Zeit verbringen, wie ich das gerne hätte, weil ich glaube, die Leute dann auch entsprechend alle kennenzulernen, wäre noch viel wertvoller. Aber die Zeit, die ich dort verbringe, die ist, wie Elon Musk sagen würde, unregretted. Also da passiert schon viel Diskussion, viel wirklich inhaltsschwangerer Austausch, viel mehr als das bei Twitter ehrlicherweise.
16:35 Nicola Balkenhol
Zum meisten Zeit denkbar mal. Das erinnert mich wirklich an Gans am Anfang bei Twitter. Wo man auch mal Menschen in echt kennengelernt hat dann.
16:44 Gavin Karlmeier
Ja, oh Gott. Alle, die uns zuhören, die mal beim Kölnesterin waren, ganz liebe Grüße. Also das Kölner Twitter-Treffer. Da habe ich viele Leute kennengelernt. Zum Beispiel meine Friseurin. Habe ich da kennengelernt.
16:56 Nicola Balkenhol
Ach, das ist ja süß.
16:57 Gavin Karlmeier
Sehr witzig. Und bis heute halte ich ihr die Treue.
17:00 Nicola Balkenhol
Das ist ja nett. Ja, aber so war irgendwann mal Twitter.
17:04 Gavin Karlmeier
Genau. Ja. Und das hat sich ein bisschen verloren. Und ich könnte mir vorstellen, dass wenn man so, gibt es bestimmt, jetzt, oh Gott, das pflicht mir um die Augen, wenn ich das sage, aber. Wenn es einen Mastodon-Stammtisch im Ruhrgebiet gäbe, dann würde man mich da vielleicht auch mal antreffen. Vielleicht machen wir das. Der alte Hakendran-Mastodon-Stammtisch. Der muss ja dezentral sein auch noch.
17:27 Nicola Balkenhol
Dann findet er doch wieder im Internet statt. Oder im Ruhrgebiet, das ist ja auch irgendwie dezentral.
17:33 Gavin Karlmeier
Das ist wirklich so. Oh mein Gott. Du hast komplett recht, das Ruhrgebiet. ist das dezentral as it gets ehrlicherweise. Es liegt aber auch ein bisschen daran, dass man sich im Ruhrgebiet so ein bisschen immer darauf ausgeruht hat, zu sagen, aber wir sind doch. Wir sind auch eigene kleine Städte. Dafür sind wir aber eine Region, die so groß ist wie Berlin. Ja, das stimmt zwar, aber ihr seid nicht so wichtig wie Berlin. Naja, wir müssen zu unangenehmen Themen kommen. Und zwar gibt es eine Erhebung, eine Studie, eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben von DAS Netz, der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, HateAid und den neuen deutschen MedienmacherInnen. Die sind nämlich alle Teil des Kompetenznetzwerkes Hass im Netz. Und die haben eine Studie durchgeführt mit dem Namen Lauter Hass leiser Rückzug. Und die schreiben mehr als die Hälfte aller InternetnutzerInnen. Bekennt sich aus Angst vor Hass im Netz seltener zur eigenen politischen Meinung und beteiligt sich weniger an Diskussionen. . Besonders für junge Frauen und sexualisierte Übergriffe in den sozialen Netzwerken sind sexualisierte Übergriffe in den sozialen Netzwerken Alltag. Auch Personen mit sichtbarem Migrationshintergrund und queere Menschen sind dort vermehrt, Gewaltdrohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Das ist so erstmal die Eröffnungsleihen dieser Studie. Und das ist natürlich eine unglaublich. schwer zu ertragende Realität, wenn man bedenkt, dass es halt einfach bedeutet, dass es die diese oft beschworene Meinungsvielfalt, die man sich dann eben immer im Internet wünscht, dass es die nicht geben kann, weil andere von ihrem Verständnis von Meinungsvielfalt in einem übergriffigen, gewaltsamen, in einer gewaltsamen Art Gebrauch machen.
19:10 Nicola Balkenhol
Es ist die Hölle. Ehrlich, ich finde es die Hölle. Ich habe das gesehen und gedacht, boah, ich gucke nicht hin, was natürlich Quatsch ist. Und hab dann auch so ein Schlenker überlegt, den da viele machen. Vielleicht kommen wir da gleich noch drauf, nämlich zu sagen, früher ohne Social Media, da ist Frauen schon auch immer Blödes passiert und so. Also, das hat eine Durchdringung gewonnen, finde ich, die wirklich überdimensional ist. Also überdimensional im Sinne von Das betrifft ganz viele. Du gehst so durch die Welt und guckst auf Menschen und überlegst dir, du hast es auch schon abgekriegt. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es stimmt.
19:59 Gavin Karlmeier
Ja, ja, also hier sind ein paar Zahlen in der Studie, das macht es leider nur noch schwieriger zu ertragen. Fast jede zweite Person, also 49 Prozent der Befragten. Wurden schon einmal online beleidigt. Ein Viertel der Befragten wurden mit körperlicher Gewalt und 13 Prozent mit sexueller Gewalt konfrontiert. Davon sind besonders häufig betroffen Angaben mit sichtbarem Migrationshintergrund, junge Frauen und Menschen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung. Und fast jede zweite junge Frau, also 42 Prozent, haben schon mal ungefragt ein Nacktfoto erhalten. Und da fragt man sich dann ja doch, ob, also wir müssen da auch über Regulierung von Netzwerken sprechen, weil das alles in der Verantwortung derer sind, die Gastgeber der Party sind am Ende. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass es vor allem um die Leute geht, die diesen Hass nach außen tragen, die diesen Hass vorleben, die hassen. Das sind die Leute, denen man an den Kragen muss, aber es geht auch darum, ein sicheres Umfeld zu schaffen, einen Safe Space zu schaffen. Und diese sozialen Netzwerke sind das ganz offenkundig alle nicht. Und da können die Netzwerke mit noch so vielen tollen Reaktionen kommen wie Jugendliche kriegen jetzt Viertelstunde eine Push-Nachricht oder Wir empfehlen keine politischen Accounts mehr. Das hier sorgt am Ende dafür, warum Leute sich im Internet nicht wohlfühlen und nicht die falschen politischen Meinungen, die ihnen vorgeschlagen werden beispielsweise.
21:25 Nicola Balkenhol
Das stimmt sowas von. Ich würde gerne zwei Aspekte noch ergänzen. Während ich das so las, dachte ich an zwei Gruppen. Mit einer habe ich ein bisschen mehr zu tun, Community Management. Da haben wir neulich dieser Tage drüber gesprochen. wie wir mit bestimmten Meinungsäußerungen im Internet umgehen, wie wir herausfinden, wie die gemeint sind. Es gibt da ja KI-Tools, die helfen, Kommentare vorzusortieren. Und wie wir alle wissen können, KI, keine Ironie, keine schwierigen Positionen und tatsächlich hatte das Social Team oder das Community Management da eine solche Äußerung neulich mal verborgen und die Person, die dazu gehört, meldete sich dann das landete bei mir und wir haben überlegt wie kann man denn sozusagen herausfinden, erstens, was meinen Menschen, indem man sie fragt, ja, aber kann man bei großem Kommentar aufkommen das wirklich machen? Und zweitens, wie kann man verhindern, dass man mit Inhalten als
22:39 Speaker 3
Community Management konfrontiert wird, die man wirklich nicht sehen will.
22:44 Nicola Balkenhol
Und ich erinnere mich, ich habe mal eine ganz kleine Weile auch im Nachrichtenbereich im Fernsehen gearbeitet und da habe ich Agenturbilder gesehen und die habe ich jetzt noch im Kopf. Und natürlich geht es um Community Management. All das, was da an Bildern an Links, die in Kommentaren stehen, auch nicht aus dem Kopf. Also überlegen wir gerade, das hatten wir bisher noch nicht, aber überlegen wir gerade, ob wir sozusagen Verlinkungen verbieten sollen in unseren Kommentaren, weil das ganz einfach dazu führt, Dass Menschen Inhalte sehen müssen, die sie nicht sehen wollen und die sie auch wirklich verfolgen. Das ist eine der eine Aspekt. Der zweite Aspekt. Die KI kann ja auch nicht für die Plattformen ordentliche Filter, also nur eine Vorfilterung machen. Sondern da müssen ja immer wieder Menschen entscheiden. Und diese Menschen, da gab es ja gerade in letzter Zeit wieder nochmal eine Fokussierung drauf, was passiert da eigentlich mit denen, wie geht es Gehen die da eigentlich mit um? Die kriegen ja sozusagen alle posttraumatische Belastungsstörungen. Nein, nicht alle, aber viele. Was ist das eigentlich? Wie kann man damit überhaupt umgehen? Man kann doch nicht ernsthaft Menschen solchen Dingen aussetzen.
24:04 Gavin Karlmeier
Ich habe ganz, ganz, ganz viele Emotionen zu dem Community Management Thema, weil ich das immer wieder erlebe, Community Management in Redaktion vor allem, aber auch in Unternehmen und in allem, was irgendwo dazwischen liegt. Also alles, was irgendwie so eine So Personal Branding oder eben personalisierte Brands oder was auch immer sind. Also alle, die irgendwie so auftreten, dass es eine Community zu managen gibt. Das Community Management fast immer Also bei uns, also bei euch ganz offensichtlich jetzt in dem Fall nicht und bei vielen anderen Redaktionen eben auch nicht, aber immer noch sehr oft auf die leichte Schulter genommen wird. Und wenn ich Teams sehe, bei dem Community Management entweder A, im Zeitpunkt der Veröffentlichung gar nicht mitgedacht wird oder B dann so ein bisschen auf die Schultern von studentischen Hilfskräften ausgelagert wird oder als Einstiegsposition im Team wahrgenommen wird. dann kann man nichts anderes attestieren, als hier werden die falschen Prioritäten gesetzt. Weil das ist einfach eine absolute Also A, bist du als Community Management, bist du ein Sprachrohr des Unternehmens. Egal welches Unternehmen du bist. Es ist hat die gleiche Wirkung auf die Leute, die es lesen, was du dort zum Beispiel mitkommentierst oder welche Entscheidungen du triffst, wie eine öffentliche, wie eine, eine ö veröffentlichte Pressemitteilung zum Beispiel. Weil du wahrgenommen wirst als Marke, die Marke spricht. Und wenn die Marke spricht und hier beispielsweise einen einen Nutzer beleidigen würde zum Beispiel, dann würde es die Marke tun. Die Trennung zwischen, da saß jetzt gerade jemand und hat das getan, die wird im zweiten, dritten Schritt sicherlich vorgenommen, aber anfangs erstmal nicht. Man denkt sich, was ist das denn jetzt hier für ein Quatsch? Und das andere Problem in dem Komplex auf die leichte Schulter nehmen ist, glaube ich, auch, dass die. . Der Umgang mit Teams, die Community Management betreiben, dass der oft sehr technischer Natur ist. . Es wird so überlegt, welche App benutzen wir dafür. welche Schichtzeiten brauchen wir dafür, aber es, was nicht dabei vorgesehen wird, das was du eben ansprichst, wie gehen wir eigentlich dann damit um, wenn die Schicht zu Ende ist. Also machen wir eine richtige Supervision, indem wir da psychologisch ausgebildetes Personal einmal im Monat beispielsweise für zwei Stunden kommen lassen und dann unterhalten wir uns darüber, was wir da eigentlich erleben. Weil ganz ehrlich, wenn nur sieben, acht Stunden am Tag dich mit Hass und Hetze auseinandersetzt, das macht, egal wie robust du bist, das macht glaube ich immer was mit dir. Also das kannst du gar nicht ausblenden. Und damit sprechen wir jetzt hier wirklich nur über einen professionalisierten Umgang. Da ist jetzt noch nicht mitgedacht, wie betrifft es eigentlich beispielsweise mal eine Influencerin oder eine Person, die in der Öffentlichkeit steht und dort ihre ihre Inhalte ganz unweigerlich mit ihrem persönlichen Leben verknüpft. Denn alle Angriffe, die sie dort erlebt, sind dann auch immer direkt Angriffe ihr selbst gegenüber. Und ich habe das Gefühl, dass wir da ganz, ganz lange alle die Augen vorzugemacht haben, dass das eben auch etwas ist, das in den Gehirn der Leute am Ende auch verarbeitet werden muss.
26:58 Nicola Balkenhol
Ja, das glaube ich auch. Das hat sich natürlich auch geändert. Es ist sozusagen immer schlimmer geworden, kann man wirklich so sagen. Und wir sind vielleicht nicht schnell genug da mitgewachsen und manche glauben immer noch genau das, was du gerade beschrieben hast. Und da würde ich sogar noch ein bisschen spitzer formulieren. Ich halte das für fahrlässig und für menschlich wirklich Jenseitig, das geht nicht. Also da wäre ich sehr explizit.
27:24 Gavin Karlmeier
Ja, das finde ich auch gut so. Vor allem, wenn du dir überlegst, das ist dann so die Einstiegsposition. Das heißt, du setzt da in der Regel Personal hin, Menschen. Personal macht es fast so steril. Menschen hin, die neu in dem Beruf sind und die glauben, okay, das ist jetzt, also Das ist es jetzt also, das ist jetzt mein Medienberuf. Also da trittst du ja nicht nur deren Passion und Leidenschaft mit Füßen, die die Bereitschaft. . irgendwie sich einzubringen, sondern du trippst auch das Feuer direkt aus, das irgendwie mal zu einer Begeisterung für das Produkt am Ende hätte werden können. Das ist fahrlässig, ja, das stimmt.
27:58 Nicola Balkenhol
Ja, das tust du und also wirklich, ich finde, man darf es nicht unterschätzen. Du setzt Menschen Inhalten aus, die ihr Leben lang mit sich tragen.
28:08 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr. Ja, ich glaube, wir sind uns da einig. Und fatal ist es dann, wenn du halt den nächsten Schritt gehst und siehst, dass eben das, was in der Studie eben so die Überschrift ist, 57 Prozent der Befragten sagen, dass sie aus Angst vor Hass seltener die eigene politische Meinung im Internet veröffentlichen. So, jetzt wissen wir, dass die Kommentarspalte bei Facebook beispielsweise, jetzt mal ganz pauschal gesprochen, gilt sicher nicht für alle, aber wenn ich so eine ganz klassische Facebook-Kommentarspalte mir vorstelle. dann findet da sehr viel Häme, sehr viel Zorn, sehr viel Verachtung statt. . . Und das sind aber sehr oft Inhalte, die eher eher aus dem rechten Spektrum kommen als aus der anderen Seite. Und dass hier dieser Trugschluss, den man da oft obliegt, sagt man das so? Dieser Trugschluss auf jeden Fall, dem man da zieht. Aufsitz, Dankeschön. Dieser Trugschluss, dass man sagt, so denken alle, dass das ja nicht mal nur diese berühmten 1% der erreichten Personen sind, die überhaupt noch kommentieren. sondern von denen ja sogar auch nur noch die, die offenbar kein Problem eben damit haben, sich mit Hass und Hetze auseinanderzusetzen. Und das auch eher, sind auch eher nicht die Menschen, die sich jetzt für pro-demokratische Strömungen einsetzen, ehrlicherweise. Also das kann man, glaube ich, schon so stark pauschalieren, dass da eben dieser, dass dieser Trugschluss, den man dann erlebt, dass der nur immer, immer, immer schlimmer wird, ehrlicherweise. Und dass man immer mehr das Gefühl bekommt. Es gibt eigentlich nur noch Leute, die so denken, weil man eben von der Kommentarspalte oft aufs große Ganze schließt.
29:40 Nicola Balkenhol
Das finde ich eine gute Einordnung, dass du gesagt hast, dass es ja wirklich nur ein sehr kleiner Bruchteil von Menschen, die sich da überhaupt bewegen und davon wieder nochmal. Bruchteil. Das geht, glaube ich, oft im allgemeinen Empören unter.
29:56 Gavin Karlmeier
Ja, ja, auf jeden Fall. Und man kann sich davon auch nicht freimachen. Also. Ich krieg davon auch schlechte Laune, wenn ich morgens so die Nachrichten checke und dann versehentlich auf Kommentare klicke, weil ich vergessen habe, dass sich das Internet in den letzten zehn Jahren verändert hat. Und dann scroll ich durch die Kommentare und dann macht es mich doch wieder wütend. Das ist doch schon, also auch da brauche ich dann, wie gesagt, diesen zweiten, dritten, diese zweite, dritte Hirnwindung, bis es mir tatsächlich einfällt, dass es jetzt nicht So ist. Wie komme ich jetzt zum nächsten Thema? Ich glaube, es liegt fast auf der Hand. Also, es gibt eine Analyse darüber, wie. politische Parteien eigentlich bei TikTok unterwegs sind. Also diese Untersuchung wurde von dem Politikberater Johannes Hilje untersucht, ZDF heute hat die veröffentlicht. Und es geht darum, dass auf TikTok und YouTube die AfD mit einem riesengroßen Abstand die größte Reichweite mit Inhalten erzielen. Und das gilt für fast alle Netzwerke. Also bei Facebook haben sie die größte Anzahl der Abonnenten, sie haben bei Instagram die größte Anzahl der Interaktionen und eben bei TikTok mit großem Abstand die meisten Impressionen Ihrer Videos, die Zahl, die hier angegeben wird. 430. 000 Impressionen, während die FDP beispielsweise auf 53. 000 Impressionen gekommen ist. Im gleichen Zeitraum, Januar 2022 bis Dezember 2023 Und mein erster Gedanke war, dass es sehr bemerkenswert ist, weil die FDP doch gerade während des letzten Bundestagswahlkampfes extrem aktiv auf TikTok gewesen ist. Offenbar, sobald der Wahlkampf vorbei war, jegliche starken Aktivitäten einfach eingestellt hat, während die AfD weiter gefeuert hat aus allen Kanälen, um eben dort für Stimmung zu sorgen.
31:38 Nicola Balkenhol
Ja, ähm, der ähm jetzt fällt mir gerade der Vorname nicht ein. Der Herr Hilje, der ist auch Johannes, genau, ähm, in einem meiner Feeds und da hat er noch ein bisschen erläutert, und das fand ich auch ganz interessant. Da hat er nämlich auch darauf hingewiesen, neben der Tatsache, dass natürlich die AfD viel auf TikTok macht, hat sie es natürlich auch leicht mit ihrem zugespitzten Unsinn, den die da gerne mal verbreiten, sozusagen Emotionsspitzen zu erzeugen. Und das führt natürlich dann ziemlich schnell bei den Algorithmen dazu, dass die sich verstärken. Und selbst wenn die FDP oder die Grünen oder sonst wer, eine andere Partei, stärker da unterwegs wären, würden sie wahrscheinlich so eine. so eine Reichweite so schnell nicht hinkriegen, weil sie einfach nicht so viel dummes Zeug verbreiten.
32:37 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich ist das natürlich, also das spielt natürlich auch eine Rolle, dass Alles, also um Reichweite zu erzielen, musst du emotionalisieren und wenn deine ganze Politik darauf ausgelegt ist, Wut auszulösen, dann ist das, Wut ist. . Finde ich immer eine der einfachsten Emotionen, die du im Internet auslösen kannst. . Wut und Angst am Ende auch. Das sind die Emotionen, die kannst du relativ schnell adressieren, vor allem wenn du anfängst, die Dinge, wie sie sind, nicht ganz klar darzustellen, sondern dich auch auf eine Verkürzung einzulassen. Und da ist die AfD natürlich vorne mit dabei, ehrlicherweise. Also die AfD verbreitet. sehr viele Inhalte, bei denen man das Gefühl bekommt, hier geht es einfach nur um Zorn. Und was der AfD natürlich auch in die Karten spielt, ist die Art und Weise, wie in sozialen Netzwerken Inhalte verbreitet werden. Denn jeder, der mit deren Inhalten nicht d'accord ist, und im Zweifel darunter einen Kommentar schreibt, hilft Ihnen. Das ist leider so. Ja, das ist ein großes Problem.
33:33 Nicola Balkenhol
Was zieht man denn jetzt für einen Schluss daraus, habe ich mich gefragt, während ich das so las. Also Gavin, du berätst ja auch Social Media Menschen. Was Wie würdest du Parteien beraten?
33:43 Gavin Karlmeier
Also ich habe das Gefühl, dass die meisten Parteien ihre Social-Media-Aktivitäten, so ein bisschen so wie viele Redaktionen, ihr Community Management, halt so als so ein kleines Gimmick noch verstehen nach wie vor. Also ich finde das sehr ärgerlich, dass sich andere Parteien und es geht ehrlicherweise ja gar nicht nur um Parteien, es geht ja auch um alle irgendwie, die an Demokratieförderung gelegen ist. Und ich nenne das ganz bewusst Demokratieförderung, weil alles, was die AfD tut, eben nicht demokratieförderlich ist. Dass wir gut beraten werden und mehr Gedanken darüber zu machen, wie man dem irgendwie Inhalte entgegensetzen kann. So, hier in dem Beispiel sind natürlich nur Parteien gegeneinander verglichen worden. Und wenn aber du siehst, dass die anderen Parteien. nicht mal zusammen, also SPDC, so FDP Linke, die hier so danach genannt werden, direkt in der Liste, die alle zusammen nicht mal die Hälfte der Impressionen auf TikTok erzielt, dann ist die Antwort nicht nur eine starke Verkürzung, sondern Die schlafen. Und das ist das Erste, was man ändern muss. Überlegt euch eine zeitgemäße Strategie, eine zeitgemäße Kampagne für eure Kanäle und nicht eine, die zum Beispiel kanalübergreifend ist. Wenn dieselben Inhalte bei Instagram, YouTube Facebook und TikTok funktionieren, dann sind sie wahrscheinlich auf allen Kanälen schlecht. Also das kann man, glaube ich, so verkürzt sagen. Und die AfD macht das eben genau richtig, weil sie Also aus ihrer Sicht natürlich richtig, weil sie es A schafft, eben wie du sagst, mit stark emotionalisierenden Inhalten, die Leute berührt, ob gut oder schlecht. Aber sie berührt. Das hilft schon mal, weil sie aber auf der anderen Seite eben auch nicht den Fuß vom Gas nimmt, was sie die Veröffentlichungskultur betrifft. Also in diesem ZDF-Heute-Text wird ein. Rechter Kampagnenmanager zitiert mit dem Satz, man hat 90 Minuten am Tag ein Fenster in deren Gehirn, in das man reinsenden kann. . Und wenn das die Art und Weise ist, wie hier, man kann es nicht anders sagen, gekämpft wird. dann muss man sich da verteidigen wissen. Und die Demokratie muss sich da verteidigen. Und da sind leider alle, die für Öffentlichkeitsarbeit in den Parteien verantwortlich sind, jetzt an und auf aufgerufen, sich dem entgegenzustellen und zu sagen, wir müssen was tun. Weil das, also, das kann ich mir nicht anders erklären als mit David geschlafen.
35:55 Nicola Balkenhol
Großartige Philippika. Ja, also finde ich wirklich genau richtig. Ich finde auch deinen Aspekt mit dem Demokratiefördern von Parteien wichtig. Und zwar, dass die Politikwissenschaft. Die Ex in mir, die Parteien aggregieren doch gesellschaftliche Willen, Äußerungen, Meinungen. Und wenn sich eben die Öffentlichkeit vom Marktplatz ja schon lange. in die Kneipen oder wo auch vor dem Internet Menschen sich öffentlich ausgetauscht haben, Zeitungen natürlich verschiebt Richtung Internet, Social Media, dann muss ich doch da mitgehen, auch in meinem Selbstverständnis als Partei. Also da ehrlich fehlen mir ein bisschen 99-Fändige zum Mark, um mal einen dämlichen Spruch zu bringen, wieso das bei SPD, CDU, CSU, FDP, Linken so lange braucht da was zu machen.
36:57 Gavin Karlmeier
Ja. Ja, absolut richtig. Und ich meine, ich glaube, wir haben da auch ein kleines kulturelles Dilemma, weil beispielsweise der Antifaschismus in Deutschland als solcher fast immer auch irgendwie als. . äußerst links geframed ist. Wenn wir uns aber mal anschauen, dass Antifaschismus eben auch bedeuten kann, ihn in seinen Ursprüngen schon zu bekämpfen. Und du dir anschaust, dass in den letzten Wochen und Monaten in Deutschland über zwei Millionen Leute auf die Straßen gegangen sind gegen die Pläne der AfD. Dann zeigt es ja, es gibt Mehrheiten dafür. Und diese Mehrheiten, die müssen jetzt einfach nur entsprechend mal gebündelt und verstanden werden von den Parteien. Und das können sie, glaube ich. Ich glaube, dass es in jeder Partei junge Leute gibt, die auch verstehen, wie TikTok funktioniert. Es gibt zum Beispiel bei der Linkspartei einen Menschen, der Mir fällt der Name gerade nicht ein. Ich reiche das nach, ihr findet ihn auch garantiert auf allen hier verbundenen Kanälen. Das ist ein junger Typ. Der erklärt einfach nur Volkswirtschaft auf YouTube und auf TikTok und auf Instagram. Alles auf jedem Netzwerk so, wie es der Kanal braucht. Und das ist eine hervorragende Arbeit, weil diese volkswirtschaftlichen Zusammenhänge zu erklären. Das kommt zu kurz, das passiert zu wenig und du siehst auch an daran, wie das Angebot angenommen wird, eben nicht nur von Leuten, die irgendwie der Linkspartei nahestehen, sondern. von wirklich einer breiten Mehrheit an Leuten, die ihm auch in Einzelteilen widersprechen, auch in den Kommentaren. . . Aber sie setzen sich damit halt auseinander. Zeigt halt, dass wenn diese ganzen Kräfte, die in den Parteien stecken, halt für die Parteien genutzt würden, dann sähe diese Statistik hier schon mal ganz anders aus.
38:30 Nicola Balkenhol
Genau. Und Punkt. Also, welche Partei hört Haken dran nicht zu? Wäre ein großer Fehler.
38:38 Gavin Karlmeier
Ja, so, ich bin gespannt, ob da etwas passiert. Also nächstes Jahr um die Zeit will ich hier nicht den gleichen Monolog. halten müssen.
38:48 Nicola Balkenhol
Ich drücke uns die Daumen.
38:49 Gavin Karlmeier
So es gibt leider noch eine Studie und die wird leider auch nicht gefallen. Und zwar ist es eine Studie der UCL, das ist die Universität von London und der University of Kent. Und die haben etwas durchgeführt. Und zwar haben sie versucht, den Algorithmus von TikTok so ein bisschen zu verstehen. Und haben sich als ein junger Mann ausgegeben, der an Inhalten über Männlichkeit und Selbstverbesserung interessiert ist. Und was passiert ist? Die ganze Zeit waren die Inhalte, die ihm so angezeigt wurden, relativ unverfänglich, aber nach fünf Tagen Fing der Algorithmus an, offenbar ihn zu verstehen oder einen Inhalt zu verstehen. Und plötzlich gab es von jetzt auf gleich einen vierfachen Anstieg der frauenfeindlichen Inhalte auf der ForU-Page. So, und das ist, also es ist halt echt krass. Also von 13% der Videos, die eben frauenfeindliche Inhalte beinhaltet haben, spricht die Studie her von 56% innerhalb von fünf Tagen. Und darunter sind Videos, in denen es um Objektivierung der Frau, sexuelle Belästigung und die Diskreditierung von Frauen und die Schuldzuweisung für Männerprobleme gehandelt haben. Und das schlägt in die gleiche Kerbe, ehrlicherweise, die Verstärkung von kleinen Strömungen zu einer zu einer gefestigten Meinung innerhalb von wenigen Tagen oder wenigen Inhalten. Aber das zeigt auch so ein bisschen, dass diese Algorithmen offenbar doch einen maßgeblichen Anteil auch an der an der Radikalisierung am Ende haben, weil genau diese Mechanismen am Ende Radikalisierung sind.
40:19 Nicola Balkenhol
Weißt du, was ich gedacht habe? Mein geringer TikTok-Kom Zoom hätte mich fast dazu gebracht, zu denken, das geht noch schneller. Dass es am Ende fünf Tage gedauert hat, finde ich fast schon lang. und alles andere ist ja ist die Hölle, wie entstehen da Menschenbilder. Ich meine, wir hatten ja kürzlich auch in allen Social Kanälen ziemlich weitergereicht, jedenfalls Also in meinen Bubbles, diese Diskussion über diesen Podcast von den zwei Kerlen, die der Stern hatte darüber geschrieben, die den vierzehnjährigen Sohn der Autorin sozusagen gedanklich beeinflussen und immer mehr Richtung Populismus bis hin zur AfD führen. Und das ist ja ein kleines bisschen so ähnlich. Also ich habe mir da wirklich gedacht, wie willst du dafür sorgen als verantwortliche Eltern, dass deine Kinder solchen Inhalten nicht ausgesetzt werden? Das ist ja wirklich unmöglich. Und dann kommst du wieder, Gavin, mit Gründen Plattformregulierung. Aber ich bin da nicht optimistisch. TikTok-Regulierung Das ist ja ein echt fettes Brett. Die EU gegen TikTok, wie hochwahrscheinlich ist es, dass solche Studien zu Action bei der EU führen?
41:50 Gavin Karlmeier
Ja. Klar, also stimmt, was du sagst, aber irgendwo muss man anfangen und also die am Ende, wenn die Plattformen Demokratie zersetzend als Demokratie zersetzend verstehbar ist, dann sollte sie aus der EU einfach nicht erreichbar sein. So, auch das muss man muss man mal so sagen. Und klar, in dem Beispiel von dem Podcast, da hätte keine Plattformregulierung der Welt irgendetwas getan. Und was ja auch passiert ist, auch das muss man dazu sagen, dass deren Account bislang nur auf TikTok gesperrt wurde. in den letzten Teilen. Also diese beiden Podcaster hatten einen TikTok-Account, auf dem sie ihre Inhalte so entsprechend kanalspezifisch aufbereitet haben und dessen TikTok-Kanal wurde mittlerweile gesperrt. Also vielleicht scheint da doch eine gewisse Sorge seitens TikTok vor der EU zu bestehen.
42:40 Nicola Balkenhol
Ja, das wusste ich noch nicht und das stimmt mich jetzt geradezu überschwänglich.
42:44 Gavin Karlmeier
Gut. Ha, das. Na, wenigstens das. Es gibt, wir sind heute, wir sind heute stark zahlenmäßig unterwegs, ne? Man muss glaube ich auch, also ich weiß nicht, ob wir es hier erwähnen müssen, dass Joe Biden jetzt auch einen TikTok-Account hat. Ja, weiß ich nicht. Aber viel spannender finde ich, es gibt eine Studie des Pew. Research Centers, PEWE und ähm, wie wieder Piu Piu. Und es geht um den Nachrichtenkonsum der Gen Z. auf sozialen Netzwerken. Und Matt Navera, den der quasi sozusagen Teil der Schattenredaktion dieses Podcasts ist, der hat einen schönen Satz geschrieben, der hat nämlich geschrieben, die Social Media Plattformen sind mit den Nachrichten durch, aber die Gen Z noch nicht. Weil die benutzen Social Media als eine ihrer Hauptquellen für Nachrichten. Also hier wird zum Beispiel gesagt dass die Social Media NutzerInnen in den USA zu 30% ihrer Nachrichten über Facebook beziehen, 25% über YouTube, fast 20% über Instagram. Das ist einfach eine wirklich sehr, sehr große Zahl, die so ein bisschen dafür spricht, dass das, was so in den letzten, ähm in den letzten Tagen hier so vor allem Thema war, dass das so ein bisschen an der Lebensrealität der NutzerInnen auch vorbeigeht
43:59 Nicola Balkenhol
Ha, also da hast du die richtige erwischt. Ich war mal Dotterfunk-Nachrichtenredakteurin. Ja, und ich würde zu dem, was da über Social ausgespielt wird, in diesem Zusammenhang kaum als Nachricht nennen oder andersrum gesagt. Was sind eigentlich Nachrichten? Ja, und was empfinden Zum Beispiel Menschen in der Gen Z als Nachrichten. Und was entsteht daraus für ein Weltbild? Also ne, ich mach mal ganz grob: Nachrichten, die der Deutschlandfunk sendet und für wichtig hält, die sollen im weitesten Sinne Staatsvertrag Dazu dienen Meinungsbildung, Willensbildung, damit wir wählen können, Demokratie stärken. Und was findet die Gen Sie für eine Nachrichten da? Was gerade der angesagte
44:49 Gavin Karlmeier
Puder ist oder ja, ich bin mir da nicht so sicher, ehrlicherweise. Also das ist schon, also. Ich habe das Gefühl, ich erzähle das hier ständig, aber ich erzähle trotzdem nochmal, ich gehe also in neunte Klassen auch und schule da Medienkompetenz. Das heißt, ich gehe dann vorne in 9. Klasse und spreche mit ihnen über ihren Umgang mit Social Media und mit Journalismus. Und in vielerlei Hinsicht gibt es da eine große Wissenslücke, was die Art und Weise betrifft, wie die Plattformen ihnen zum Beispiel Inhalte ausspielen oder wie sie sich dort verhalten oder wie sie mit Datenschutz umgehen. Aber da kann man denen keinen Vorwurf machen. Die sind 15 Jahre alt, das sind Kinder am Ende. Also fair. Also, die benutzen das, weil es einfach ist zu benutzen. Gleichzeitig Benutzen diese Leute aber, ähm, diese, diese Jugendlichen, mit denen ich da zu tun habe, äh, fast alle kennen die Tagesschau auf TikTok Sie folgen ihr nicht, aber sie kriegen immer diese Inhalte angezeigt. Fast alle wissen, dass die Tageschau auch auf Instagram unterwegs ist. Das heißt, es gibt schon einen, oder fast alle sind zum Beispiel super informiert über den Ukraine-Krieg weil sie diese Informationen über Social Media bekommen haben und bestimmt natürlich auch in der Schule thematisiert wurden. Und so ich glaube, da gab es viele Berührungspunkte. Aber es gab einfach viel. eben auch viel Bildung von Kenntnis von Nachrichten über Social Media in deren deren Leben. Und das, also ich bin da ein bisschen optimistischer als du, muss ich sagen. funktionieren kann, sich über Social Media mit Inhalten auseinanderzusetzen, die eben nicht einfach nur lifestylig sind.
46:22 Nicola Balkenhol
Ja, das höre ich gerne, weil mich das natürlich auch positiv stimmt, aber mal eine Frage. Wenn denn, was du neulich ja auch in diesem Podcast diskutiert hast, zu Recht, immer weiter an der Verbreitung von politischen Inhalten geschraubt wird. Ja, ähm, wie viele politische Inhalte oder nachrichtliche Inhalte kommen denn überhaupt noch an bei den Nutzenden?
46:50 Gavin Karlmeier
Das kann ich dir so leider nicht beantworten. Da gibt es keine tolle Zahl zu. Aber ich würde das gerne mit was anderem beantworten, nämlich mit so einer Art Appell. Also ich glaube, der größte Fehler, den wir machen könnten, jetzt gerade, der in Zeiten der Entpolitisierung Metas zum Beispiel. Wäre sich geschlagen zu geben als Medienabsender, zu sagen, ja gut, dann lassen wir es halt ganz. Weil das am Ende, das, also am Ende gibst du damit ja der grundsätzlichen Aussagerecht, die NutzerInnen bei uns wollen eh keine Nachricht mehr gucken, ja, weil dann keine mehr da sind. Aber nur weil keine mehr algorithmisch empfohlen werden, heißt es ja nicht, dass sie nicht trotzdem Leute erreichen. Und Leute erreichen, die sie über anderen Weg vielleicht nicht bekommen. Weil die Leute, der eins steht fest, die 15-Jährigen, die da vor mir sitzen und die Tagesschau. . auf TikTok bekommen oder vielleicht sogar auf Instagram auch mal gesehen haben, weil irgendjemand das teilt, mit dem sie, äh, dem sie folgen. Nur weil das irgendwann nicht mehr da ist, würden die nicht plötzlich anfangen, den Fernseher einzuschalten.
47:47 Nicola Balkenhol
Finde ich ein gutes Argument übrigens. Kauf ich.
47:50 Gavin Karlmeier
Gut. Ach Gott sei Dank. So, wir kommen in unsere Rubrik. Ich kann aber glaube ich, ich kann das mal probieren hier mit dem Jinglewetter. Ich drücke noch mit den.
47:59 Speaker 3
Knopf.
48:00 Gavin Karlmeier
. Funktionen und Emotionen. Funktionen und Emotionen, das Spiel ist ganz einfach. Ich lese eine Funktion vor und wenn du Emotionen hast, dann kannst du schreien. Mir ist etwas untergekommen, und zwar etwas, über das wir hier noch nicht gesprochen haben und das ich jetzt zum ersten Mal in Frei Wildbahn so gesehen habe und total überrascht war. Und zwar habe ich einen Artikel von DWDL gesehen bei Facebook. Liebe Grüße. Bin großer DWDL-Fan. Und darunter stand, nur Personen, die dieser Seite seit mehr als 24 Stunden folgen, können kommentieren.
48:32 Nicola Balkenhol
Ja, witzig.
48:33 Gavin Karlmeier
Das ist geil, oder?
48:35 Nicola Balkenhol
Ja, witzig. Interessante Idee, finde ich gut. Kaufe ich auch.
48:38 Gavin Karlmeier
Super, ne? Also, das würde ich mir, glaube ich, für fast alle Punkte im Internet wünschen. Ich würde mir auch wünschen, dass, das habe ich auch schon mal irgendwie, glaube ich, hier schon mal erzählt, dass bei YouTube bei den Kommentaren. hinter dem Namen in so einer kleinen Zahl angezeigt wird, wie viel Prozent des Videos der Kommentierende eigentlich gesehen hat. Weil du, wenn du wüsstest, okay, der hat nur 2% des Videos gesehen, dann weißt du, dessen Meinung ist wahrscheinlich nicht so wertvoll, wie jemand, der das ganze Video gesehen hat.
48:59 Nicola Balkenhol
Das stimmt und noch ein Gedanke, der mir dabei kommt. Eigentlich könnten Kommentare auch nach X Stunden wieder verschwinden. Weil die sind nicht überzeitlich wichtig.
49:10 Gavin Karlmeier
Ja, das wäre gut. Das ist eine schöne Idee. Also das kann man mal. Da muss man ja auch jemand was machen.
49:17 Nicola Balkenhol
Komm, wir bauen das.
49:18 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Facebook schlägt jetzt vor, dass du, wenn du Reels guckst und du scrollst du durch die Reels, dass irgendwann zwischendurch dir Gruppen angezeigt werden, die dir gefallen könnten.
49:28 Nicola Balkenhol
Boah, gebt mir auf den Nerv.
49:30 Gavin Karlmeier
Ist aber so, das ist der letzte Streuung, der Facebook hat die Gruppen. Lassen wir ihnen das.
49:34 Nicola Balkenhol
Ja, stimmt.
49:36 Gavin Karlmeier
Und Meta, also es gibt Leute, ich weiß nicht, ob jemand von euch da draußen dabei ist oder ob es dir vielleicht auch so geht. die bei Facebook einen annoying Chirp Sound festgestellt haben, wenn sie durch Facebook scrollen, immer wieder. Und Meta hat drei Tage gebraucht, um zu identifizieren, wo das herkommt, hat es aber jetzt gefunden und behoben.
49:54 Speaker 3
Das ist ja süß.
49:57 Gavin Karlmeier
Das Pätzchen bei Meta. Genau. Da ist Larry der Vogel gelandet. Instagram testet jetzt Karussell-Postings im Reels-Stream. Wir könnten das kennen von TikTok beispielsweise. Ja. Gut. Hast du noch Emotionen dazu? Ja. Gut. Instagram, oh, das, doll. Pass auf, das ist, wie man sagt, eine pikante Meldung. Instagram benachrichtigt jetzt das Gegenüber. Wenn du von einer DM ein Screenshot oder eine Screenrecording machst.
50:33 Speaker 3
Bah! Wie fies!
50:37 Gavin Karlmeier
Ich finde es ganz geil, ehrlicherweise, weil das ist eine Sache, die kennen wir von Snapchat schon, da war das auch immer so, wenn jemand einen Screenshot gemacht hat. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine, also das ist, glaube ich, aus Datenschutzgründen eigentlich eine ganz gute Maßnahme, weil DM Screenshotten gehört sich eigentlich nicht. Auch wenn viele Leute es natürlich tun und das vor allem gerade so im Dating-Kontext, glaube ich, eine Rolle spielt. Aber eigentlich gehört sich das nicht.
51:00 Nicola Balkenhol
Ja, du hast recht. Und trotzdem fies.
51:03 Gavin Karlmeier
Ja, total fies, natürlich, vor allem, weil es nicht vorher angezeigt wird, dass sie das tun. Also der Typ.
51:08 Nicola Balkenhol
Dann ist passiert.
51:11 Gavin Karlmeier
Also eine Person, ich weiß nicht mehr, ob es ein Typ war, ehrlicherweise. Die Person, die das gepostet, hat, diese Nachricht war, dass jemand ihr dieser Person eine Nachricht geschrieben hat, in der nur drin stand, warum hast du davon einen Screenshot gemacht? Und so kam halt raus, dass sie eine Benachrichtigung bekommen hat davon. Ja, krass. Finde ich auch. Dann erlaubt Instagram jetzt das Sortieren von Kommentaren nach For You-Sortierung, also algorithmische Sortierung von Kommentaren. Oder nach Meta-Verified, also dass du nur noch verifizierte Accounts angezeigt bekommen kannst per Knopfdruck, wenn du das möchtest.
51:45 Nicola Balkenhol
Ja, why not? Das kann vielleicht helfen, Müll zu. trennen.
51:53 Gavin Karlmeier
Recycling bei Instagram. Genau. Dann Instagram testet jetzt ob es sinnvoll ist Die Anzahl von Hashtags unter einem Post auf 5 zu beschränken gibt schon Leute, die können nicht mehr als fünf Hashtags unter einem Post setzen.
52:08 Nicola Balkenhol
Ja, mach doch. Also ich meine, was soll das mit den vielen Hashtags? Das ist ja sowieso meistens, will ich damit irgendwie den Algo füttern.
52:16 Gavin Karlmeier
Ich find's gut auch. Also ich finde es genauso wie du, also macht keinen Sinn, diese Steckschlacht. Dann arbeitet Instagram an einer Möglichkeit, dass du Kommentare per DM teilen kannst. Also wenn du einen Kommentar siehst, bei dem du denkst, mein Gott, ist das dumm. Dann könntest du mir das schicken und dich bei mir darüber aufregen, Pat Direktnachricht.
52:34 Nicola Balkenhol
Ja, oder boah, guck mal, ich hab einen tollen Kommentar gefunden, Gevin.
52:39 Gavin Karlmeier
Oder guck mal, ich habe einen tollen Kommentar geschrieben, wie schlau ich bin.
52:42 Nicola Balkenhol
Ja, stimmt! Das ist meine Funktion.
52:45 Gavin Karlmeier
So, ne? Kann aber am Ende auch dazu führen, dass man natürlich so Mehrheiten sucht. Hey, könnt ihr das mal alle liken? Ich habe das Gefühl, dass so. Aber mal sehen. Und Instagram führt jetzt Filter für DMs ein. Wenn du ein Profil hast, das als Creator-Profil gelistet ist, also meins beispielsweise ist das, und ich gehe auf die DMs, dann habe ich da jetzt oben rechts einen Punkt, der heißt Filtern und ich kann sie sortieren nach Ungelesen. Unbeantwortet, gekennzeichnet und Personen, denen ich folge.
53:12 Nicola Balkenhol
Ist doch bestimmt praktisch, oder?
53:14 Gavin Karlmeier
Das finde ich super. Vor allem, also ich, also ich kann ja mal, also jetzt unangenehme Wahrheiten mit Gavin Karlmeyer, Folge 614. Ich bin sehr, sehr, sehr schlecht im Beantworten von Nachrichten. Also ich habe jetzt gerade, während wir sprechen, 44 ungelesene WhatsApp-Nachrichten. Und ich habe auch 29 ungelesene iMessage-Nachrichten. Und also alle, die noch auf eine Antwort von mir warten, sorry Leute, es kommt noch. Und mir hilft das total, weil wenn ich jetzt eine Story bei Instagram poste. Dann werden darauf ja so 6, 7, 10, 15 Leute vielleicht reagieren. Und dann verschwinden die Nachrichten, die ich noch beantworten muss, ins Nirvana. Und wenn ich die jetzt mir wieder zurückholen kann über so einen Filter, das ist natürlich super. Okay, er ist offenbar eine private Emotion.
54:02 Nicola Balkenhol
Nö, nö, also ich komme da gut mit. Ich brauch das nicht, aber ich komm da gut mit.
54:06 Gavin Karlmeier
WhatsApp. arbeitet daran, Benutzernamen in der App zuzulassen. Damit kann man Leuten eben nicht nur schreiben, wenn man deren Telefonnummer hat, sondern auch deren Benutzernamen.
54:17 Nicola Balkenhol
Und das ist ganz gut, wenn man jetzt nicht unbedingt Leuten sofort seine Handynummer geben möchte, nur weil das ist meins, das ist meins, ich will's haben. Ich mach da immer Umwege, um meinen Namen und so nicht anzugeben, ne? Und damit wird WhatsApp für mich wirklich schön. Schwer handelbar. Also super, ich bin dafür.
54:36 Gavin Karlmeier
Gut. Also Dings hier, ähm Telegram unterstützt es ja schon, aber ich finde es auch erstmal eine gute und richtige Richtung. Ich finde, ich glaube da auch keine Bauchschmerzen mit. Und dann jetzt kommt, also es wird immer nischiger zum Ende hin. Bei TikTok gibt es jetzt einen KI gestützten Kreativassistenten, den man direkt aus Adobe Express aufrufen kann, als Add-on. Das heißt, wenn nur bei Adobe Express Inhalte baust, kannst du das mit dem KI-Tool von TikTok tun und die sogar direkt mit TikTok-Informationen zu aktuellen Hashtags füttern.
55:09 Nicola Balkenhol
Ja sag mal, arbeiten die ja zusammen?
55:12 Gavin Karlmeier
Ja, offenbar. Also ich habe eher das Gefühl, dass es eine Möglichkeit gibt, eine Art Plugin. zu installieren in diesem Adobe Express und eben eins davon ist eben dieses TikTok-Ding. Ob da jetzt besonders viel Bereitschaft seitens Adobe bestand, weiß ich nicht. Aber ja, das so ist es.
55:31 Nicola Balkenhol
Merkwürdige Verflechtung, finde ich.
55:33 Gavin Karlmeier
Nicht die einzige, über die wir heute gesprochen haben.
55:36 Nicola Balkenhol
Stimmt.
55:37 Gavin Karlmeier
Liebe Nikola, danke, dass du heute dabei warst. Das war mir ein großer Spaß. Ich werde dich nochmal einladen, wenn du nichts dagegen hast.
55:43 Nicola Balkenhol
Danke, dass du mich eingeladen hast. Und nein, ich habe nichts ergeben. Auch mir hat es Spaß gemacht.
55:47 Gavin Karlmeier
Sehr gut. An alle anderen, die uns gerade zuhören. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin zugehört habt. Wenn euch das gefallen hat, kommt. in die kommt in die Gruppe, wollte ich gerade sagen. Kommt in die Gruppe. Wir haben einen Discord-Chat, bei dem alle Haken dran-Ultras sich austauschen und die, die es gerne wehren. Den könnt ihr kostenlos besuchen unter hakenran. org. Und wenn ihr euch denkt, naja, kostenlos finde ich nicht so toll, ich würde gerne Geld ausgeben. Dann tut das auch unter auf Hagendran. org, da gibt es Patreon oder Steady, ich freue mich drauf. Hier geht's weiter am schon Wochenende. Am Montag. Mit einem Gast, den ich jetzt noch nicht verrate, aber auf den ich mich sehr freue. Vielen Dank, liebe Nikola, und vielen Dank alle. Schönes Wochenende.
56:23 Speaker 3
Tschüss.