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Folge 262 · 27. März 2024 · 1:08 Std.

Die Entpolitisierung beginnt

mit Torsten Beeck

Wir machen den großen EU-Wurf und schauen auf DMA, DSA und Todd B.. Außerdem scheitert Musk mit seiner Klage gegen das CCDH und Meta macht ernst mit den unpolitischen Timelines.

➡️ Lesetipp: Netzpolitik über den Stand der Interoperabilität: https://netzpolitik.org/2024/interoperabilitaet-von-messengern-holpriger-aufbruch-von-der-insel/

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Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Thorsten Herr Gavin. Ich habe mir ja irgendwann angewöhnt, meine Gäste immer vorzustellen, deswegen kann ich damit jetzt nicht aufhören. Aber du warst schon mal hier, du bist sozusagen jetzt schon völlig, wie sagt man, assimiliert. Du bist Thorsten Weg, du bist Teil der Chefredaktion von Heise, hast du letzte Mal mich korrigiert, habe ich mir hoffentlich richtig gemerkt und Chefredakteur. Der CT. Ist das so richtig? Ja, ja, das passt schon alles. Gut, Gott sei Dank. Letztes Mal hattest du mich noch so, hattest du es noch ergänzt und da dachte ich mir, beim nächsten Mal war ich es richtig. Und dann habe ich mir nichts aufgeschrieben, habe es mir aber offenbar über all die Monate einfach behalten können. Wir bleiben übrigens beim Hauskeepen und beim Richtigstellen. In der letzten Folge mit Nora haben wir hier so ein bisschen rumgeeiert. Und das wurde mir dann auch ehrlicherweise direkt im Internet zum Verhängnis ein bisschen rumgeeiert, weil mir nicht ganz klar war, was jetzt eigentlich Wie es eigentlich technisch aussieht, wenn jetzt eine große Fettiverse-Instanz, wie zum Beispiel Threads von Meta sich entscheidet, im Fidiverse zu föderieren und damit dort aufzutauchen. Was bedeutet das eigentlich konkret für die Daten, für die Postings? Und habe gesagt, wenn sich da jemand auskennt und sich erbarmen würde, mir eine Sprachnachricht oder eine Information zukommen lassen, so bitte täte er es doch oder sie. Und ich musste gar nicht so weit suchen, das Gute liegt so nah, denn unter den Hakis ist im Haken dran Discord-Chat. Eine Empfehlung übrigens an der Stelle für alle von euch, auch ihr könnt gerne in den Haken-Discord-Chat kommen. Es ist wie eine große Chatgruppe, eine große Familie. Stellt euch vor, ihr hättet eine Familie von 750 Leuten, die alle sich auch für Social Media interessieren. Klingt toll, ne? Aber es macht wirklich Spaß.

01:46 Torsten Beeck

Ja, bin ich mir nicht überhaupt so sicher, aber gut.

01:48 Gavin Karlmeier

Auf jeden Fall hat Defined Nerd dort geschrieben. Bezüglich Daten auf anderen Servern, egal ob man von Kopieren, Spiegeln oder Abbilden spricht, es ist immer kopieren. gelöscht wird, kommt eine Information, dass der Post XYZ123 gelöscht werden soll. Ob das aber lokal auf den anderen Instanzen dann auch passiert oder nicht, kann der Quellserver nicht kontrollieren. Deswegen die Einschränkung durch Meta. Und die Vokabeln mit es wird nur gespiegelt kommt normalerweise von dem, wie er schreibt oder sie, Gaslighting mit den BenutzerInnen eingeludt werden sollen. Es gilt einmal was im Internet, potenziell immer im Internet. So zum Kontext. Es ging darum, dass Meta eine Warnung rausschickt, dass wenn du deine Inhalte im Fiddiverse teilst, dass es sein kann, dass, wenn du es löscht, es dann auf anderen Servern eben nicht gelöscht wird. Und damit haben wir jetzt auch die Antwort. Alle Instanzen kopieren alle Inhalte, die angezeigt werden.

02:41 Torsten Beeck

Ja.

02:42 Gavin Karlmeier

So ist das. Starke Emotionen bei dir.

02:47 Torsten Beeck

Ja, also dieses irgendwie einmal im Internet, immer im Internet, da bin ich ja immer so ein bisschen, das wage ich ja mal so ein bisschen zu bezweifeln, aber ja, potenziell ist es dann irgendwie im Internet.

02:58 Gavin Karlmeier

Aber, oh, nicht sicher, ob ich das hier schon mal erzählt habe. Es gibt ein Tool, und jetzt weiß ich auch nicht mehr, wie heißt das nochmal, ich muss es eben raussuchen. Es gibt ein Tool. Mit dem man, und ich habe vorher noch gesagt, heute wird es eine kurze Folge, lass mal kurz halten und so, aber es fange ich an zu schwadronieren, aber das will ich kurz sagen. Es gibt ein Tool. Mit dem man ein Selfie von sich macht, ins Telefon PIMEICE heißt das, P-I-M und ein Ice wie die Augen. com. Dort machst du ein Selfie von dir mit dem Handy. Und dieses Selfie wird genutzt, um mit Hilfe von künstlichen Intelligenzen Bilder von dir, die im Internet öffentlich abrufbar sind, und zwar nicht in sozialen Netzwerken, aber auf allen möglichen Webseiten, zu finden. Und ich habe das gemacht und ich habe Partyfotos von mir gefunden, von denen ich gehofft hätte, dass es sie nicht gibt. Weil du dann in solchen Bildergalerien von 150 Fotos natürlich irgendwo drinsteckst. Bilder, von denen du vielleicht gar nicht weißt, dass sie existieren. Aber dieses Tool findet das alles, einfach nur eben über diese Bilderrückwärtssuche. Es ist mega beeindruckend.

03:59 Torsten Beeck

Ja, wahrscheinlich auch nicht so hundertprozentig legal in Deutschland, aber beeindruckend ist es allemal, ja.

04:06 Gavin Karlmeier

Und da merkt man aber tatsächlich, vieles ist für immer im Internet. Spannend aber in der Tat, denn es gibt auch Dinge, die man relativ gut aus dem Internet verschwinden lassen konnte. Also wenn ich zum Beispiel darüber nachdenke, dass es Lieder gibt aus den Nullerjahren Nachdem ich mir seit Jahren die Finger absuche. Ich glaube, das sagt man so.

04:26 Torsten Beeck

Ja, die Finger absuchen, das ist ein stehender Begriff. Ja, im Ruhrgebiet sagt man das so.

04:32 Gavin Karlmeier

Das ist einfach, also es kann durchaus, es ist möglich, dass Dinge aus dem Internet auch verschwinden.

04:37 Torsten Beeck

Ja, ist mir letztens auch tatsächlich bei Musik so gegangen. Ich weiß gar nicht mehr, was es genau war. Aber da war es auch so, dass die einfach die älteren Platten einfach nicht bei Spotify oder Apple Music oder so zu finden waren. Einfach im Zweifelsfall, weil der Verlag nicht mehr existiert oder sich niemand darum gekümmert hat. Also es verschwinden durchaus Sachen, die nicht archiviert werden.

05:02 Gavin Karlmeier

Ja, deswegen gut, dass es so etwas wie archive. org gibt, die ja genau das tun wollen, das Internet archivieren, sozusagen. Und auch super spannend, letzte Anekdote, und dann gehen wir wirklich rein. Ich weiß nicht, ob du das Phänomen vom Most Mysterious Song of the Internet kennst oder of the world. sogar. Das ist ein Lied, das auf einer Mixkassette aus den 80ern, das dort aufgetaucht ist. Und die Person, die es gefunden hat, hat Reddit damit beauftragt, diesen Song zu finden, weil sie nicht weiß, wie der Song heißt. Und diese Suche läuft jetzt schon seit vielen Jahren, weil einfach nicht klar ist, was das für ein Song ist. Es ist so ein New Wave. 80s Gitarrensong, der so ein bisschen Joy Division nicht daherkommt, der offenbar in den 80er Jahren beim NDR im Radio gespielt wurde, aber niemand weiß, wie dieser Song heißt. Da gibt es jetzt eine neue Fährte und wenn ich darüber erzähle, kriege ich schon eine Gänsehaut. Das sind so die Rabbit-Holes, mit denen ich so meine, das sind die letzten Gedanken vom Einschlafen, die ich habe.

05:58 Torsten Beeck

Aber im NDR wird doch alles archiviert.

06:00 Gavin Karlmeier

Da muss es doch jemanden reden, der ins Archiv steigt. Nee, das absolut. Also diese Suche ist wirklich, wirklich groß. Also guckt euch das an, Mysterious Song of the World oder ungefähr so heißt es. Das ist unglaublich. Da suchen hunderte, tausende Leute suchen danach, haben auch schon alle möglichen Musiker in dieser Zeit angefangen. gefragt und der DJ, der diese Sendung moderiert haben soll, wurde gefragt und alle. Und es gibt jetzt eine neue Fährte einer Band und ich bin so richtig hockt. Also naja.

06:28 Torsten Beeck

Kannst du dann ja mal berichten, wenn der gefunden wurde? Wenn der gefunden wurde, wirst du das mitkriegen, Thorsten. Ja, ich habe da ehrlich gesagt noch gar nichts von gehört. Ich fühle mich gerade so ein bisschen ausgeschlossen und uncool. Also Leute

06:39 Gavin Karlmeier

Ähm, hört euch meinen anderen Podcast, der seltsame Song im Internet an. Rabbit Holz mit Gavin. Es wäre schon Ich würde das gerne machen, weil eine Rabbit Holz mal offenlegen. Aber es würde auch ein Psychogramm möglich machen, von dem ich nicht möchte, dass Leute das erstellen können. Okay. So. Wir müssen über Meta sprechen, denn bei Meta. . Beginnt die Entpolitisierung. Also wir haben ja schon immer wieder hier darüber gesprochen, das war ein tausendfach Thema, dass Instagram und Threads in allen Orten, an denen Inhalte empfohlen werden. keine politischen Inhalte mehr platziert werden sollen. Sprich, politische Inhalte sollen nicht mehr empfohlen werden. Und das bedeutet vor allem hier Inhalte von Parteien, Regierungen, aber wie Meta auch schreibt, Eben Inhalte, die eine größere Gruppe von Menschen oder die gesamte Gesellschaft betreffen. Also eine super schwammiger Politik betreffend Es ist jetzt so, dass bei den ersten Leuten, vor allem in den USA, deutschsprachig ist mir das noch nicht untergekommen, aber auch da wird es jetzt gerade ausgerollt und bald kommen. dieser Screenshot, äh, diese Einstellungsmöglichkeit aufgetaucht ist, dass du politischen Content von Hand sozusagen weiterhin einschalten kannst, wenn du das möchtest. Du musst also quasi per Opt-in dich entscheiden, dass politischer Content nicht limitiert wird. betrifft aber vor allem eben nur Menschen, denen du nicht folgst. Und wie gesagt, das taucht jetzt bei Leuten das erste Mal auf. Und Andy Stone, das ist ein Metasprecher, der hat The Verge erzählt, dass sie jetzt seit letzter Woche anfangt, diese Einschränkung von Reichweite tatsächlich auch auszurollen. Es wurden aber bislang noch keine Benachrichtigungen verschickt, also die NutzerInnen im Zweifel haben davon noch gar nichts mitbekommen, es sei denn, sie hören Haken dran.

08:16 Torsten Beeck

Was auf die meisten natürlich zutrifft. Natürlich.

08:21 Gavin Karlmeier

Gefühle, Gedanken?

08:24 Torsten Beeck

Ach ja, ich bin ja nun mal Journalist und wenn man das so in Verbindung bringt mit so Umfragen, die insbesondere in den USA immer wieder zutage bringen, dass Leute sich hauptsächlich auf Social Media Plattformen informieren, dann finde ich das irgendwie beunruhigend. Wenn am Ende nur noch Creator Inhalte vermitteln. Ich finde es beunruhigend, wenn alles nur noch Entertainment ist. Ich würde mir schon wünschen, dass nicht nur politische Inhalte, sondern einfach insgesamt gesellschaftlich relevante Inhalte auch eine Oberfläche bekommen können. Und das war ja auch immer eine Chance für Einzelpersonen, aber auch für Journalisten und für Medienhäuser Sichtbarkeit auf diesen Plattformen zu bekommen, in dem Debatten angestoßen worden sind. Das ist nicht immer im positiven geendet. Einfach weil dieses ganze Thema Emotionen werden halt belohnt, weil Emotionen Interaktionen auslösen und das nicht unbedingt qualitativ hochwertige Nachrichten befördert. Das ist ein grundsätzliches Problem, und dieses Problem haben die Plattformen schon sehr lange und spätestens seit dem letzten Trump-Wahlkampf. Aber ich bezweifle sehr, dass es eine Lösung ist, dafür zu sorgen, politische Inhalte gar nicht mehr anzuzeigen. Zumal ich mir auch gar nicht so sicher bin, wie gut dann tatsächlich diese Filter sind. Und tatsächlich zu definieren, was denn jetzt politischer Content ist, am Ende ist das irgendwie alles, außer Schminkttipps. Ja, ja, also das ist natürlich ein Riesenproblem.

10:03 Gavin Karlmeier

Ich denke mir vor allem, dass diese Formulierung, dass politischer Inhalt von Menschen, denen du nicht folgst, eingeschränkt wird. halt diese Verbabbelung oder Echokamerisierung ja noch nur viel, viel Ärger verstärken wird. Arga verstärken wird, Dollar verstärken wird. Also dass es eigentlich immer mehr zu einer Umgebung wird, in denen ich halt nur das mitkriege, dass Menschen um mich rum publizieren, von denen ich schon weiß, wie sie so drauf sind. Das kann in deinem Fall als Journalist jetzt muss das nichts bedeuten, weil du dir wahrscheinlich eine relativ ausgewogene oder naja zumindest verhältnismäßig ausgewogene Timeline zusammengebaut hast über die Jahre.

10:46 Torsten Beeck

Ich will auch immer nur hören, dass Leute meine eigene Meinung bestätigen.

10:50 Gavin Karlmeier

Auch klar, mache ich auch so. Aber Das ist, glaube ich, für Leute, die in einer Radikalisierungsspirale schon drin sind, glaube ich, noch viel schädlicher.

10:59 Torsten Beeck

Ja, das glaube ich auch tatsächlich. Ich bin grundsätzlich eher Sketch, was diesen Begriff der Bubble angeht. Weil ich glaube, dass vor 20 Jahren die Leute auch nicht die TAZ abonniert haben und dann, um ihr Weltbild nochmal abzuklopfen, eine Frankfurter Allgemeine daneben gelegt haben. Also das Gab es schon auf missenweise immer. Und ich glaube, dass grundsätzlich die Leute eher mehr Quellen gelesen haben in den letzten zehn Jahren. Aber dieser Prozess, der könnte tatsächlich zumindest an den Rändern Die Problematik eher noch verstärken.

11:34 Gavin Karlmeier

Ja, ich stimme zu. Ich habe aber ein Aber mitgebracht. Und zwar stimmt das klar, dass du früher, du hast dann halt entweder die Bild-Zeitung abonniert gehabt oder die. Fatz oder die Fatz.

11:46 Torsten Beeck

Kann man nicht abonnieren. Die muss man immer jeden Tag kaufen.

11:49 Gavin Karlmeier

Beim Bäcker für 1,20. Ist das wirklich so? Kann man nicht abonnieren? Echt? Ich glaube, die Bild gibt es nicht im Abo. Boah, das wusste ich nicht. Das ist ja, das ändert ja alles.

12:01 Torsten Beeck

Ja, deshalb muss die Bild jeden Tag wieder am Kiosk überzeugen. Ach, krass.

12:06 Gavin Karlmeier

Na gut, dann, also entweder hast du dir jeden Tag beim Bäcker halt eben die Bild gekauft oder du hast halt die Frankfurter Allgemeine im Abo oder die Frankfurter Rundschau im Abo gehabt oder was auch immer. Und darüber hast du dich natürlich informiert, ein Stück weit auch gebildet und hast dir auch dein Wertekorsett und dein Meinungskorsett auf dieser Grundlage gebildet. Und irgendwann wurde es einem vielleicht mal zu bunt, da hat man die Zeitung gewechselt oder man selber hat sich irgendwie, wurde eben zu dem Konservativen, der man nie wählen wollte, und ist dann zu einer anderen Zeitung gegangen oder so. Also diese ganzen Prozesse gab es immer. Aber damals gab es das Korrektiv der Gesellschaft viel mehr als heute, glaube ich, weil du heute These, ab jetzt These, weil du heute dir, wenn du zum Beispiel ein Hardliner bist, Also früher hatte mein Onkel zum Beispiel irgendeine Schwobeleien erzählt, dass irgendjemand mich über Chips in der Waschmaschine abhört. Und dann haben alle gesagt, ja, ja, aber das ist der Onkel, lass den mal erzählen. Jetzt ist es so, dass dieser Onkel ganz viele Leute im Internet findet, die ihm das auch bestätigen. Und diese gegenseitige Verstärkung führt dazu, dass sie sagen, naja, wir wissen es ja, und die Familie erzählt Quatsch, die mich als den Schwurbler abtun. Und durch diese gegenseitige Verstärkung hat baut er sich sozusagen eine parallele Realität auf, die eine andere ist als die tatsächlich wahrheitsgebundene Realität. Und durch diese, ich glaube, das sind alles keine Begriffe der Soziologie, die ich hier verwende. Also es ist alles so. Aber was halt passiert ist, dass du eben nicht mehr dieses Korrektiv deines Inner Circles hast, sondern dir quasi deinen eigenen, du suchst jetzt deine eigene Familie aus, damit du eben Leute hast, die deiner Meinung sind. Und ich glaube, dass das eben ein stärkerer Effekt ist als vor 20 oder 40 Jahren.

13:49 Torsten Beeck

Ja, das bestreite ich ja auch gar nicht. Ich sage ja auch, an den Rändern ist das sicherlich schon jetzt ein ganz großes Problem. Das sehen wir ja auch in den Diskussionen und in den In denen, was wir so als Spaltung irgendwie wahrnehmen, das bestreite ich ja auch gar nicht. Ich sage ja nur, dass dieses Diese Vorstellung davon, dass jemand so einen festen Kanon an immer gleichen Informationen zugespielt bekommt, den hat er ja Weder auf Facebook noch auf Twitter noch auf irgendeiner anderen Plattform war das halt immer so, dass man nur Inhalte von einer Plattform bekommen hat. Aber diesen Verstärkungsprozess durch Gruppenbildung und eben, dass eben auch Spinner irgendwo dann doch auch noch einen anderen Spinner finden. Gar keine Frage. Das gibt es, und wie gesagt, ich sehe das auch durchaus als Risiko dass wenn man dann erstmal nur noch über nur noch Informationen bekommt von Leuten, denen man jetzt schon folgt, auf welchem Weg man da auch immer hingekommen ist. Dass man eben gar keine Alternativen mehr angeboten bekommt.

14:53 Gavin Karlmeier

Was ich übrigens auch hochinteressant finde, ist, dass das jetzt so jetzt losgeht, eben bei Instagram und Threads eben mit diesen politischen Inhalten. Dass aber die gleiche Ankündigung für Facebook ja schon seit, ich glaube, Juli 2021 bekannt ist Ähm und mir gar nicht klar ist, wie da der Stand ist, ob das sofort eingeführt wurde oder ob das auch jetzt erst losgeht, weil darüber nicht so richtig gesprochen wurde. Ich kann es dir nicht sagen. Ich kann auch aus meinem Nutzungsverhalten nicht so richtig ableiten, ob es politische Empfehlungen gibt dort oder nicht.

15:23 Torsten Beeck

Also die Sichtbarkeit von politischen Inhalten ist ja, glaube ich, schon vor knapp zwei Jahren oder so. Auf Facebook reduziert worden. Und ja, offensichtlich hat das jetzt keinen großen Empörungssturm hervorgerufen, außer von ein paar Journalisten, die das nicht so cool finden. Ich glaube, dass Insgesamt die meisten Newsmedien das auch an ihren Zahlen sehen können.

15:50 Gavin Karlmeier

Ja, das ohne dass ich da ins Detail gehen kann, ist auf jeden Fall der Fall. Ja. Okay, wir wandern langsam von Meta zu Ex rüber mit einer kleinen Tesla-Meldung. Klingt geil, aber Tesla schaltet jetzt nach sechs Jahren Pause erstmalig wieder Werbung bei Facebook und erstmals überhaupt Werbung bei Instagram. Und das ist natürlich wahnsinnig interessant, finde ich, wenn man das mal so in Verhältnis dazu setzt, wie wichtig Tesla für Elon Musk ist und wie wichtig Elon Musk für Tesla ist, Und wie wichtig Ex für Elon Musk ist und damit vielleicht auch, wie wichtig Tesla für Ex sein könnte, wenn sie dort Werbung schalten, oder wie eben unwichtig sie dann eben auch dort für Tesla sind. Wenn man sieht, dass sie ihm jetzt auch bei Metawerbung schalten. Das war ein sehr komplizierter Schachtelsatz, aber ich glaube.

16:46 Torsten Beeck

Ja, ich bin kurz ausgestiegen, glaube ich, aber ich weiß, was du meinst. Okay.

16:50 Gavin Karlmeier

Vor allem die Leute, die diesen Podcast auf 1,8-fache Geschwindigkeit hören, für die ist das eine besondere Herausforderung. Waren das Menschen? Viele. Ich glaube die meisten, ne, die meisten, aber viele. Mir wird das sehr oft gespiegelt, dass Sie diesen Podcast hier schneller hören, außer die Solo-Episoden von mir, weil ich da offenbar schneller spreche, wie es heißt.

17:09 Torsten Beeck

Okay, ich versuche es mich kurz zu fassen.

17:12 Gavin Karlmeier

Machbar.

17:13 Torsten Beeck

Ja, dieses ganze, also man sieht halt daran vor allen Dingen, dass Tesla unter Druck ist. Also ich glaube In den letzten Jahren war Tesla ja quasi legendär dafür, dass sie im Grunde genommen überhaupt nichts für Marketing ausgegeben haben, weil sie gar nicht genug Autos bauen konnten, um den Bedarf zu befriedigen. Aber so momentan sieht es ja so aus, dass vor allen Dingen in China der Druck deutlich steigt, was so die Preise angeht. So BYD und solche Marken massiv Tesla unter Druck setzen und offensichtlich ist es notwendig, auch jetzt in Marketing zu investieren. Dass das jetzt auch auf Metaplattformen stattfindet, ist, glaube ich, eine rein rationale Entscheidung. Also keine Ahnung, TikTok ist groß geworden, weil sie sehr, sehr viel Werbung auf Instagram geschaltet haben. Das muss man dann einfach, das kann man ja sehr, sehr gut messen und dann entscheiden, ob das eine gute Idee ist, auf diesen Plattformen zu sein, dass Elon Mars jetzt nicht unbedingt so scharf darauf ist. Wahnsinnig viel Geld auf den Plattformen von Max Zuckerberg zu lassen. Das wird im Zweifelsfall ihm seinen Marketingchef mal erklärt haben, dass das dann doch notwendig ist, vermute ich.

18:22 Gavin Karlmeier

Wenn er ihm denn glaubt.

18:24 Torsten Beeck

Ja, gut. Vielleicht fällt ihm das auch irgendwann auf und dann sagt er, hören wir jetzt mit auf, das heißt ja jetzt auch nichts. Was heißt das schon, die Schalten-Werbung auf Instagram? Eine Million, zehn Millionen, 100 Millionen ist ja schwer einzuschätzen. Aber dass nun Facebook immer noch sehr, vor allen Dingen in einer älteren, kaufkräftigen Autokaufgruppe. relevant ist und Instagram einfach eine unglaublich große Plattform ist, da kommt man halt am Ende ja nicht dran vorbei.

18:53 Gavin Karlmeier

Eigentlich müsste man, also die These, ich habe gerade im Kopf diese These mal durchgespielt, dass Elon Musk nicht weiß, dass Tesla jetzt Werbung auf Instagram schaltet. Und dass er das jetzt irgend, also irgendjemand müsste ihm das ja mal auf Ex mitteilen, dass Tesla jetzt ja mal auf Instagram schaltet. Das könnte doch eine ganz schöne Community-Aktion sein. Kramt nochmal den alten Ex-Account aus.

19:17 Torsten Beeck

Ja, aber der ist doch ein ziemlicher Kontrollfreak. Der wird schon genau wissen, wohin die Marketingspendings so gehen.

19:25 Gavin Karlmeier

Ich weiß es nicht, aber also ich kann mir das nicht vorstellen, dass das über seinen Tisch gegangen ist. Jemand, der seinen Werbekunden, die wichtig sind, einen Schert euch zum Teufel, entgegenruft, jetzt mal sehr verniedlicht übersetzt, der, ich glaube, dem ist Geld nicht immer das Wichtigste.

19:46 Torsten Beeck

Nee, das ganz bestimmt nicht. Aber ja, wie gesagt, der ist im Zweifelsfall ja auch, der will ja auch Geld verdienen am Ende. Und wenn man auf den Plattformen Geld verdienen kann, indem man Leute dazu kriegt, die Autos zu kaufen. Kann der da beim Zahlzahl auch mitleben. Ja, wahrscheinlich hast du recht.

20:06 Gavin Karlmeier

Wir bleiben bei Musk und wir bleiben beim Geldausgeben, zumindest auf eine andere Art, und zwar geht es um eine sogenannte Slap-Klage. Slap Klagen, das sind ein Akronym, eine Strategic Lawsuit Against Public Participation. Also es ist eine Klage, die man also ganz verkürzt gesagt, du erhebst Klage gegen, reichst Klage gegen jemanden ein oder etwas. Und einfach nur, weil du mehr Geld und mehr Ressourcen zur Verfügung hast als das Gegenüber hoffst du, dass dieser zermöbende Gerichtsprozess zum Einlenken oder zur Aufgabe des Gegenübers führt. Und als so eine Klage wurde jetzt eine Klage, die Ex. eingereicht hat vor einiger Zeit, über die wir hier auch gesprochen haben, abgewiesen. . . Und zwar ging es um die Klage gegen das Center for Countering Digital Hate, CCDH. Das ist eine gemeinnützige Organisation, über die wir hier leider schon sehr oft sprechen mussten. Nicht leider, weil sie nicht etwa gute Arbeit leisten, was sie tun. sondern leider, weil Elon Musk sie sehr häufig versucht hat zu diffamieren, als antisemitischer Verein beispielsweise oder als schädlicher Verein, Und dieser Center for Countering Digital Hate, die haben einen Report veröffentlicht, wie sie es immer wieder tun. Die machen Analysen von sozialen Netzwerken. um herauszufinden, wie hoch der Anteil von Hassrede dort ist. Und dieser Report, den Sie über X veröffentlicht haben, der Ex natürlich nicht in einem guten Licht hat dastehen lassen, hatte dazu geführt, dass X Klage eingereicht hatte gegen das CCDH. Und diese Klage haben sie vor allem auf der Grundlage eingereicht, dass diese Scraping von Daten Wir erinnern uns, Elon Musk hatte, oder X zumindest, in meinem Kopf ist das immer eine Personalunion, aber Ex hatte damals eine Zeit lang auch diese Rate Limits eingeführt, damit niemand mehr die Tweets abscrapen kann, aus Angst vor KI-Bots beispielsweise, aber eben auch aus Angst vor solchen Reportings hier, vor solchen Berichten. Und diese Schachtelsatz, Schachtelsatz, Schachtelsatz. Ich weiß nicht mehr, wie ich ihn angefangen habe, aber ich habe ihn in etwa so angefangen, dass ich sagen wollte, dass diese Klage gegen das CCDH vor allem auf der Grundlage passiert ist, dass X gesagt hat Dieses Durchwühlen von X eigenen Daten sei ein Verstoß gegen die Datenschutzlinien, auch gegen die Richtlinien von EX selber. Und deswegen haben sie versucht, eben dort Schadensersatz einzuklagen. So, in Millionenhöhe übrigens. Und der Richter hat diese Klage jetzt abgewiesen, Charles Breyer heißt dieser Richter in Kalifornien. Und seine Formulierung. Zum Abweisen dieser Klage ist bemerkenswert, denn der Text liest sich wie folgt. Manchmal ist es unklar, was einen Rechtsstreit antreibt. Und wenn man nur zwischen den Zeilen einer Klage liest, kann man versuchen, den wahren Zweck eines Klägers zu erahnen. In anderen Fällen geht es in einer Klage so unverschämt und lautstark um eine Sache, dass dieser Zweck nicht zu verkennen ist. In diesem Fall geht es darum, die Angeklagten für ihre Äußerungen zu bestrafen. Und das ist jetzt eine Übersetzung. Hier geht das Wort Äußerung war im Englischen vor allem Speech. Ein Wort, das wahrscheinlich nicht versehentlich gewählt wurde, sondern sehr bewusst, weil hier gesagt wird Kurz gesagt, es wird hier der Mensch, der sich selber als einer der Aposteln der freien Rede selbst definiert. versucht, andere Leute einzuschränken, weil sie eben genau das tun, freie Rede ausüben. Denn was hier passiert ist, ist, dass eben gar nicht klar war, wo eben dieser Schaden entstanden sein soll. für den es einen Schadensersatz eben geben soll. Und der Richter hatte in seiner Begründung auch gesagt, also es ist X hat es versäumt, Verluste auf der Grundlage technologischer Schäden geltend zu machen. Also kurz gesagt, es ist einfach nicht nachgewiesen worden, an welcher Stelle irgendwo finanzielle Verluste für Ex entstanden sein sollen. Und deswegen wird diese Klage einfach auch nicht weiterverfolgt.

24:00 Torsten Beeck

Ja, das ist natürlich auch der technologische Schaden. Worin soll der liegen? Am erhöhten Stromverbrauch der Server, weil mehr Abrufe entstanden sind. Das dürfte sich tatsächlich finanziell einigermaßen an Grenzen halten. Dieses ganze Thema Scraping oder Harvesting, das ist ja spätestens seit Cambridge Analytica irgendwie ein Thema. Es ist natürlich extrem unangenehm, wenn jemand, der sich permanent hinstellt und sagt, das ist hier der einzige Ort auf der Welt, wo man noch wirklich freie Rede leben kann und wo man offen sprechen kann, ständig Leuten, die ihnen, die ihm nicht in den Kram passen, den Mund verbietet oder gegen sie vorgeht oder sie bannt. Insofern alles ein bisschen unangenehm und es ist ja ganz schön zu sehen, dass ein Richter das erkannt hat, dass es eben nicht darum geht, einen echten Schaden irgendwie wieder gut zu machen, sondern am Ende einfach jemanden mundtot zu machen.

24:59 Gavin Karlmeier

Ja, also damit ist diese Klage sozusagen als Slap-Klage eingeordnet worden und wird gesagt, Bringt dir gar nichts, Leute. Finde ich schön, weil damit auch dieser Report des CCDH ja eigentlich ein weiteres Mal bestätigt ist. CCDH hatte damals als Resümee Rausgezogen, dass Musk mit X mittlerweile einen Safe Space für Rassisten geschaffen habe. Und ich finde, das ist ein schönes Bild dafür. Ein schönes Beispiel dafür, dass man sich zwar mit Macht und Geld vielleicht manchmal auf der sicheren Seite wähnen kann, dass man aber damit nicht an allen Stellen eines Rechtsstaates zwangsläufig weiterkommt. Ein kleiner Trost.

25:40 Torsten Beeck

Ja, ich finde das tatsächlich, ich glaube, das ist tatsächlich auch was, was in den letzten Jahren, wo die Kompetenzen auch bei den Gerichten auch bei den Behörden zugenommen haben und das Verständnis für diese Plattform gestiegen ist. Also wir haben irgendwie in den letzten zehn Jahren vor allen Dingen auch in Deutschland Das Hamburger Landgericht ist da irgendwie legendär für, wo man irgendwelche Urteile gelesen hat und gedacht hat, okay, waren die schon mal im Internet? Insofern ist das ja ganz erfreulich, wenn sich dann da Menschen mit beschäftigen, die sich auch inhaltlich so tief da rein nörden. Dass sie auch verstehen, was da gerade passiert und dass es am Ende vor allen Dingen darum geht, Wissenschaftler oder unabhängige Institutionen auf der Plattform den denen das immer schwerer zu machen, Daten zu erheben, die die ja nicht passen Ja, voll.

26:40 Gavin Karlmeier

Also das wäre jetzt eigentlich so der schöne Appell, der da hätte daraus entstehen können. Dazu kann man aber in den USA, gerade in den USA natürlich Unternehmen nicht zwingen, aber dass man sagt. Scraping ist nicht das Problem, Leute. Wir brauchen ein Grundsatzurteil, dass das beispielsweise nicht zwangsläufig das Scraping, aber doch zumindest den Zugang aus akademischen Gründen beispielsweise oder um solche Reports zu erstellen. Doch zumindest nicht so massiv einschränkt, wie Ex das tut.

27:09 Torsten Beeck

Ja, da muss man ja tatsächlich sagen, da hat Meta, nachdem es man sehr nervös wurde. Durch den Cambridge Analytica Vorfall tatsächlich auch eine ganze Menge getan, zumindest wissenschaftlichen Institutionen, Universitäten, Forschern Zugänge zu geben. die unter klaren Bedingungen eben auch einen Zugriff auf öffentliche Daten ermöglichen und wenn man sich da an die Regeln hält, man das tatsächlich nutzen kann. Twitter war halt immer sehr, sehr offen und man konnte bei Twitter einfach im Grunde genommen ja alles abgreifen, außer DMs. Das war immer eine wahnsinnig gute Chance, auch nicht nur solche Analysen in Richtung Hate Speech oder oder irgendwie der ganzen politischen Sphäre zu machen, sondern eben auch Verbindungen unter Nutzern und sowas sichtbar zu machen. Das war für Wissenschaftler, ist für Wissenschaftler natürlich ein wahnsinnig spannendes Feld, auch auf verschiedenster Disziplinen.

28:13 Gavin Karlmeier

Voll. Eine andere Geschichte aus der Welt von X ist die folgende, ein weiteres Beispiel, warum man auf dieser Plattform einfach nicht mehr sicher ist. Ich kann das eigentlich jedes Mal sagen. Ich brauche eigentlich so ein Jingle, warum du auf Ex nicht mehr sicher bist. Teil 262. Und zwar ist es wie folgt, dass du, wenn du einen Link bei X postest, dann wird unten drunter ja mittlerweile angezeigt, wohin dieser Link führ. Das war ja ganz lange irgendwie klein versteckt im Bild unten. Jetzt steht es unter dem Bild unten. Und diese Domain, die da angezeigt wird. ist nicht zwangsläufig die Domain, auf die du klickst, wenn du auf diesen Link klickst, sondern was dort passiert, dass das tatsächliche Ziel eines Links . angezeigt wird. Das heißt aber nicht, dass da nicht im Zweifel ein Link zwischen sein könnte, der dich weiterleitet. Ganz einfach gesagt, ich erstelle jetzt eine Website, die heißt torstenistorf. de Und die führt aber zu google. com. So. Und dann poste ich das. Bitte? Raffiniert. Raffiniert. Das perfekte Verbrechen. Und dann poste ich das und dann sehen die Leute alle, dass da einfach nur google. com steht, klicken da drauf. werden aber eigentlich zu mir weitergeleitet. Und damit ist es möglich, eine Art, hier in dem Beispiel war es, ein Kryptoscam zum Beispiel zu verstecken oder aber auch einfach irgendwie die Leute auf beispielsweise ähnlich aussehende Seiten zu locken, wenn denn dahinter ein Redirect liegt. Und das ist Tatsächlich ziemlich gefährlich. Also, du kannst die Leute dazu bringen, etwas anzuklicken, das die Leute nicht anklicken würden. Und ich finde, das ist so ein fatales Versäumnis und so eine durchschaubare Sicherheitslücke. Dass ich mich doch frage, wie sowas denn noch entstehen kann. Also, mir ist schon klar, dass da viele Leute offenbar überfordert sind, inzwischen im EntwicklerInnen-Team von X. Aber sowas darf doch nicht passieren, oder?

30:11 Torsten Beeck

Naja, das passiert halt, wenn man irgendwie die Hälfte des Personals vor die Tür setzt und nur noch mit Mühe und den ganzen Laden am Laufen hält. Also das ist natürlich wirklich ein bisschen peinlich tatsächlich. Aber ich glaube, das ist einfach ein Resultat der, ich sage mal, ganz neutral der Personalpolitik der letzten zwei Jahre.

30:33 Gavin Karlmeier

Ja, wahrscheinlich ist das tatsächlich so.

30:36 Torsten Beeck

Aber ja, das ist irgendjemandem durchgerutscht, ne? Also da hat man gesagt, ja, man will, dass die URL da angegeben wird, aus Transparenzgründen, was ja total sinnvoll ist. Und weil man selber vermutlich auch die eine oder andere Umleitung nutzt, auch zum für Tracking-Zwecke oder so Ist das vermutlich erstmal keinem aufgefallen oder ist es irgendjemandem aufgefallen und hat gesagt, ach komm, ist doch egal.

31:00 Gavin Karlmeier

Also das, das mache ich jetzt nicht auf hier, die Box.

31:04 Torsten Beeck

Ja, genau. Ja, es soll umgesetzt werden, es gibt ein Timing dafür, es wurde umgesetzt, fertig.

31:12 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich ist das so.

31:13 Torsten Beeck

Ja, also das wird genau so wird es gewesen sein, oder? Im Zweifelsfall. ist es halt einfach auch ein schlechtes Ticket, das in der Technik gelandet ist. Also zeigt die URL an, auf die der Link führt, wurde umgesetzt.

31:32 Gavin Karlmeier

Und also grundsätzlich ist die Idee dahinter ja gar nicht doof. Also man kann schon verstehen, wo es auch herkommt. Also wenn ich jetzt einen Bitly-Link zum Beispiel poste, dann bringt das niemandem etwas, wenn da Bitly angezeigt wird. Aber ich glaube, dass es braucht irgendeine Art der Sicherheitsüberprüfung dazwischen. Oder es muss dahinter stehen, wird weitergeleitet von Bitly. Das wäre ja auch nicht so das Problem.

31:54 Torsten Beeck

Nee, genau. Aber das ist halt, ein Tod muss man halt sterben. Also, wenn da so ein Short-URL-Service zum Beispiel davor ist, dann bringt das genau, was du sagst, dann bringt einem das gar nichts. Das heißt, man löst die URL dahinter auf und zeigt das halt an. Aber wenn dazwischen irgendwas ist, das diese Weiterleitung unterbricht oder eben halt auf einen Telegram-Account oder sowas führt, Dann ist es halt nicht so gut. Das hätte man aber vielleicht mal ausprobieren können.

32:23 Gavin Karlmeier

Ja, aber es wurde einfach nicht getestet.

32:24 Torsten Beeck

Ja, ich glaube, nee, ich glaube, das sind so die Dinge, wo irgendjemand dann sagt. Ja, gut, aber das betrifft ja nur ein Millionstel von den Links, die auf der Plattform sind. Das vernachlässigen wir jetzt erstmal, das machen wir dann irgendwie nächstes Jahr mal, wenn wir Zeit dafür haben.

32:41 Gavin Karlmeier

Das ist wirklich so. Weil dieses In Relation stellen, das macht Musk ja beispielsweise auch immer, was so die Reichweite von Hate Speech zum Beispiel angeht. Also er sagt ja immer. Naja, das gibt zwar mehr Hass, aber dafür sehen die Leute ihn nicht mehr. Und das ist aber am Ende ist das ja eine Mogelpackung, weil wenn am Ende nur noch 20. 000 Leute den Hass lesen, dann haben trotzdem noch 20. 000 Leute Hass gelesen. Also dieses In Relationsstellen zur Masse bringt nichts. Und das klingt total plausibel, was du sagst.

33:11 Torsten Beeck

Ja, wobei man natürlich auch immer irgendwie sagen muss, das sind ja irgendwie Wirtschaftsunternehmen. Und die müssen natürlich irgendwie priorisieren, was machen sie zuerst. In diesem Fall finde ich, ist das was, was ein Sicherheitsthema ist und wirklich, also das Scam Tür und Tor öffnet, das darf man nicht runter priorisieren. Aber natürlich sind alle Plattformen damit konfrontiert, dass die Menge an Scam, an Hate Speech, an Dingen, die man nicht auf der Plattform haben will. Riesengroß ist, aber natürlich verhältnismäßig zu der Gesamtheit der Inhalte klein ist. Also, das wird auch auf anderen Plattformen so sein. Wenn man sich alle Inhalte anguckt, dann stellt man fest: naja, gut, so schlimm ist das alles nicht. Und da Content Moderation, wir sprachen letztes Mal darüber, Geld kostet, muss man sich halt entscheiden, wie viel Geld will man dafür ausgeben, bis es irgendwie wehtut. Und da ist es dann halt wieder gut, dass genau solche wissenschaftlichen Organisationen, Universitäten, Forscher sich das genau angucken und dann eben auch Druck auf die Plattform machen. Weil, wenn man ehrlich ist, ohne Druck von außen passiert auf den Plattformen gar nichts, weil das kostet Geld.

34:21 Gavin Karlmeier

Ja, und das ist wahr. Ich finde halt nur, dass das so, also das sind halt so Dinge, die du. Man hätte es ja nicht verändern müssen. Also offenbar wurde das ja irgendwann eingeführt und falsch anders eingeführt, weil dieses Problem taucht ja jetzt offenbar neu auf. So, zweite Beobachtung daran ist, dass ich auch das Gefühl habe, dass du zwar immer im Wettkampf mit diesen Zweifel Scammern bist, also die sind ja immer einen Schritt schneller, vermutlich, und versuchen auch immer dich schneller irgendwie auszutricksen. Das liegt in der Natur der Sache. Aber du kannst halt diesen Kampf nicht von vornherein als verloren framen, weil dann Ist seine Plattform halt unsicher. Und Sicherheit sollte halt schon oberste Priorität haben, auch wenn sie Geld kostet. Absolut. Und wenn alles nichts hilft, dann gibt es ja immer noch die EU. Die EU hat jetzt zum Beispiel wieder ein Verfahren eingeleitet, die sind gerade fleißig dabei. Also Thierry Breton lässt nichts anbrennen und es vergeht ja keine Woche, ohne dass er irgendwelche anderen Untersuchungen startet. Diesmal geht es um Alphabet, also dem Unterunternehmen hinter Google, Apple und Meta und es geht um die Verpflichtungen Für einen gerechteren und offeneren digitalen Raum, wie er sagt. Das ist in vielen Punkten ein bisschen klein. Also zum Beispiel, wie wird man durch den Google Play Store gelenkt, Ist so einer der Punkte, die da untersucht werden. Oder auch ist dieser neue Auswahlbildschirm für einen Standardbrowser bei iOS, der eingeführt wurde vor Monat ungefähr, mit der aktuellen iOS-Version ist der konform mit den Richtlinien nach dem DMA Digital Market Act. Spannend ist aber, dass damit jetzt auch eine Untersuchung beginnt, die Metas Bezahlmodell für die Freiheit von individualisierter Werbung. auf den Prüfstand stellt. Also das ist eine Sache, gegen die ja die Verbraucherzentrale NRW auch schon mal vorgegangen ist. Weil viele sagen also diese Umsetzung, dass du eine Möglichkeit haben musst, die sozialen Netzwerke so zu benutzen, dass auch Werbung angezeigt wird, die eben nicht nur individualisiert ist. Die muss umgesetzt werden. Meta hat sich aber dazu entschieden, dass du dafür bezahlen musst für diese Maßnahme. Und ob dieses Pay-Our-Consent-Modell, ob das so legitim und legal ist, das überprüft die EU jetzt gerade. Und es gibt sehr viele Anzeichen darauf, dass das ein. Problem sein könnte. Nicht zuletzt das Anzeichen, dass Meta letzte Woche den Preis dafür halbiert hat.

36:59 Torsten Beeck

Ja, ich, wobei ich auch, da bin ich immer so ein bisschen, also Da stellt sich so die grundsätzliche Frage, sollten Privatunternehmen-US-Privatunternehmen oder chinesische Privatunternehmen Solche Plattformen überhaupt kontrollieren? Ich finde, das ist eine etwas größere Frage, die hintersteht. Am Ende bieten bietet Meta einen Service an, der erstmal für die Nutzer nichts kostet. Und ich finde es jetzt auch nicht so abwegig, dass Die dafür Geld nehmen, wie auch immer dann der zusätzliche Service aussieht. Und die Frage ist halt dann, ist die Regulierung richtig? Also, wenn diese Plattformen nicht nicht Plattformen in dem Sinne sind, sondern eigentlich Internetinfrastruktur, dann müssen sie halt eben auch wie Infrastruktur reguliert werden, also eher wie Stromnetze. Und dann muss die EU sich mal Gedanken über die Gesetzgebung auch machen, weil das ist ja offensichtlich so, dass dann auch die, zumindest das Wording der Gesetze, jetzt nicht so ganz klar ist. Und dann ein Unternehmen zu zwingen, den Service quasi kostenlos anzubieten oder für das Unternehmen zu schlechteren Konditionen, finde ich, dann auch tatsächlich ein minimal abwegig.

38:25 Gavin Karlmeier

Also ja, ich bin mir da nicht so sicher. Also wenn ich dich richtig verstehe, dann sagst du, ob die EU ein amerikanisches Unternehmen überhaupt regulieren soll.

38:35 Torsten Beeck

Du stellst es in den Raum und Nee, also dass die anfangen, die zu regulieren, finde ich richtig und gar keine Frage. Ich finde das vollkommen richtig, dass die EU da was tut. Ich bin mir nur nicht so ganz sicher, ob sie es in die richtige Richtung tun, ob sie mit dem, was sie. was sie da gerade machen, wirklich erfolgreich sind, weil einem, also keine Ahnung, wenn Meta jetzt ein, weiß ich nicht, Autos bauen würde und die Autos sind kostenlos, wenn man Werbung auf dem Display hat und die Autos ohne Werbung kosten dann Geld, da würde er auch würde man vielleicht auch sagen, naja gut, das ist halt nun mal der Deal.

39:15 Gavin Karlmeier

Ja, verstehe ich. Ich glaube, hier betrifft es aber eben vor allem die Möglichkeit, das zu benutzen, ohne dass du sozusagen. Dass dein Nutzungsverhalten ausgewertet werden kann, um die Werbung anzuzeigen. Also ganz einfach gesagt, dass du in einem Auto nicht ausschalten kannst, dass dein Standort genutzt wird, um die andere Werbung anzuzeigen. Das würde hier gegen diesen DMA offenbar verstoßen, zumindest in der Lesart vieler. Und ob das tatsächlich der Fall ist, das wird jetzt eben dort von der Kommission und überprüft. Und ich glaube, das ist eine, ist in der Tat eine spannende Frage, weil du hier ja über Bereiche sprichst, die ja weit über die über die Kaufzahlen eines Autos zum Beispiel hinausreichen. Also wir sprechen hier über eine Anzahl von Menschen, 300, 500 Millionen Leute Es gibt kaum Dinge im öffentlichen Leben, die so viele Menschen betreffen, die aber so verhältnismäßig unreguliert sind.

40:12 Torsten Beeck

Ja, absolut, deshalb sage ich ja. Also grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass da, dass da viel mehr Regulierung passieren muss, weil diese Plattform eben viel eher wie Infrastruktur funktionieren und dann auch entsprechend so reguliert werden müssen. Ich glaube, dass man momentan da zwar Druck ausübt und das funktioniert ja auch, es passieren ja auch Dinge. Aber sie passieren halt immer so genau an der Grenze dessen, was irgendwie so geht, was man ja bei Apple auch sieht. Also die Öffnung des App Stores ist zwar jetzt theoretisch da. De facto ändert das erstmal überhaupt nichts, weil es auch überhaupt nicht in Apples Interesse ist. Und weil die Anbieter von Apps oder die auch ein Marketplace anbieten könnten, unter den Bedingungen, wie Apple sie momentan eingeführt hat, vermutlich nicht wirklich am Ende damit davon leben können. Und da versucht man natürlich, also ich verstehe sozusagen die Sichtweise von Apple an der Stelle. Ich verstehe auch die Sicherheitsbedenken sogar, die real sind. Aber am Ende die Art der Regulierung ist halt immer so ein Katze-und-Maus-Spiel. Und man versucht dann irgendwie von Seiten der Unternehmen und Google oder Alphabet ist da absolut das Gleiche. Natürlich irgendwie nicht. zu sehr diesen diesen dieses Ökosystem, das man sich da aufgebaut hat, aufzumachen.

41:38 Gavin Karlmeier

Ja, na klar. Also und gerade im Fall von Apple ist es ja auch ein Teil des kompletten Geschäftsmodells und des Erfolges, dass man so ein Closed Shop ist und sagt, wir nennen das Ökosystem und wir sind deswegen, du musst ein iPhone haben, um iMessage zu benutzen. Ähm, im Fall von Meta ist aber ja die Frage sogar nochmal eine andere, nämlich ist es okay zu sagen, ja, du kannst, wenn du willst, erfüllen mit den EU-Richtlinien, du musst dafür eben nur bezahlen. Und ich bin super gespannt, wie das ausgeht, weil ich habe da Also, ich habe da ein Bauchgefühl, aber ich bin halt weder Anwalt noch Volksrechtler. Wie sagt man das?

42:15 Torsten Beeck

Ich weiß nicht, du bist Volksrechtler, heißt es garantiert nicht. Aber ja, ich finde das auch total spannend. Ich finde auch den Blick darauf, ich finde es vor allen Dingen interessant, Dass man bei der EU überhaupt anfängt hinzugucken und nicht einfach das mitzumachen und zu sagen, naja, gut, das sind halt US-Konzerne, da kann man eh nichts machen, sondern da entsteht schon Druck und man sieht ja auch, dass zum Beispiel in Kalifornien gerade eine Menge im Bereich Privacy und sowas passiert und dass da durchaus die EU auch als ein gewisses Vorbild gilt und insofern gucken, ich glaube, da gucken viele ziemlich genau hin. wie wie sehr sich da auch die EU und die Europäische Kommission da wirklich durchsetzen kann Und dafür ist glücklicherweise auch der Markt EU viel zu groß, als dass die US-Konzerne das ignorieren können. Am Ende werden die sich schon irgendwie damit auseinandersetzen müssen, inwieweit sie ihre Produkte so bauen, dass sie auch in der Europäischen Union gesetzeskonform sind. Wichtig ist dabei einfach, dass es gute Gesetze gibt. Und bisher finde ich das alles eher so ein bisschen halbgar.

43:22 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem, da stecken zwei ganz spannende Sachen drin, die du sagst, finde ich. Das eine ist in der Tat, das hier ist eine Art Prototyp dafür, wie es funktionieren kann, wenn sich viele Staaten zusammenschließen und Länder und sagen, wir alleine, wenn Deutschland alleine sagen würde, Meta muss hier beispielsweise werbefrei sein. Würde Meta sagen, ja gut, kleiner Markt, so verhältnismäßig. Aber wenn die EU kommt und die EU als Gesamtes betrachtet wird, dann hast du eine unglaubliche, eine unglaubliche Argumentationsbasis, auf der du loslegst Und das zwingt natürlich die Unternehmen dazu, sich zu verhalten, weil wenn die EU sagt, naja, entweder ihr macht ja jetzt ein USB-C-Slot in eure iPhones oder wir verkaufen sie nicht mehr, dann ist das für Apple plötzlich ziemlich wichtig. dass sich da was tut. Und das andere, was da eben drin steckt, finde ich, ist so ein bisschen auch die Bedeutsamkeit von der EU. Für unser Leben alle. Ich glaube, das ist gerade in einem Europawahljahr übrigens eine Sache, die man mal sich so vor Augen führen muss. Die EU als Idee, die ist in vielerlei Hinsicht sicherlich nicht zu Ende gedacht. Aber ich finde, dass sie an diesem Punkt, gerade was so, wir denken mal Dinge als Gemeinschaft und eben nicht jeder für sich, Dass das sehr, sehr gut funktionieren kann und eigentlich eine tolle Parabel darauf ist, warum zum Beispiel Isolationspolitik nicht unbedingt die beste Idee ist. Weil sie eben. einem selber so ein bisschen die Argumente wegnimmt im Vergleich zu anderen globalen Playern.

44:51 Torsten Beeck

Ja, insbesondere dann, wenn man es so mit supranationalen Konzernen zu tun hat, wo noch nicht mal ganz klar ist. mit welcher Entität man eigentlich in einen Rechtsstreit gehen könnte und all diese ganzen Dinge, die da dranhängen. Und ja, auf jeden Fall. Also Ich glaube, das ist gute Werbung für die EU, dass man auch da tatsächlich offensichtlich auch kompetentere Menschen hat. Die sich mit den ganzen Themen der Regulierung beschäftigen. Also ich denke nur an Günter Ed Oettinger. Als der noch EU-Kommissar in dem Bereich war, da hatte ich Schleudertrauma vorm Kopfschütteln. Oder Axel Voss. Ja, der war auch nicht schlecht.

45:30 Gavin Karlmeier

Und das andere, was du sagst, stimmt aber natürlich auch. Natürlich schauen da jetzt andere Märkte auch drauf, weil wenn die EU das jetzt verkacken sollte an der Stelle und sich tatsächlich zum Beispiel als. wie sagt man immer, zahnloser Papiertiger, wird er es glaube ich sogar gehandelt, herausstellen würde, würde das den. . den Unternehmen hier, den Playern wird wahnsinnig groß, also wahnsinnig viel Fahrwasser geben, zu sagen, naja, offenbar, nicht mal die große EU kriegt uns eingefangen, na dann können wir ja machen, was wir wollen. Und in den USA, die sowieso viel regulierungskritischer sind, ja, ohnehin.

46:06 Torsten Beeck

Ja, ich glaube, dass die Gefahr liegt unter anderem auch daran, dass man sich so die falschen Battlezones sucht. Also zum Beispiel das ganze Thema der Interoperabilität von Messengern ist dabei, finde ich, total spannend, weil offensichtlich die da passiert was mit dem Digital Markets Act. Die Anbieter sollen gezwungen werden, dass auch Cross-Plattform-Nutz-Nutzung ermöglicht wird. Es scheint aber kein großes Interesse bei den Anbietern, vor allen Dingen bei den kleinen Anbietern zu geben. Es scheint aber auch kein großes Interesse bei den Nutzern zu geben irgendwie. Insofern Da weiß ich nicht, ob man da so in die richtige Richtung läuft und ob man davon da wirklich auch Leute überzeugen kann, dass da das Richtige passiert. Ich würde einfach mal vermuten, dass es gar nicht so viele Leute gibt, die sagen: Ja, also wenn ich nicht Threamer, Signal, WhatsApp und iMessage in einem Tool nutzen kann. Dann gehen meine Bürgerrechte den Bach runter. Ich bin mir da nicht so sicher. Natürlich gibt es da diese Login-Effekte. Und wenn man erstmal, wenn, also WhatsApp ist so groß, weil WhatsApp so groß ist, gar keine Frage. Aber ich glaube, wenn ich das richtig verstanden habe, wollen die kleinen, also so Signal oder so, aus verschiedenen Gründen überhaupt keinen Datenaustausch schaffen. Und dann wird das halt alles so ein bisschen unangenehm.

47:31 Gavin Karlmeier

Ja, da gibt es einen ganz tollen Text bei Netzpolitik, den ich auch mal in die Shownotes als Lesetipp packe. Weil sie nämlich genau diese Herausforderung sozusagen gerade auch darstellen. Denn also klar, die großen Anbieter werden gezwungen, interoperabel zu werden und de facto betrifft es nur zwei und die sind beide auch noch im selben Haus, nämlich WhatsApp und den Facebook Messenger. Das sind die einzigen Messenger-Dienste, die vom DMA als sehr große Plattform wahrgenommen werden oder gelistet sind. Wenn aber die jetzt dazu gezwungen werden, sich als interoperabel darzustellen, dann zwingt das natürlich nicht die Kleineren dazu, wie Threema eben. das auch mitspielen zu wollen, sondern es ist eben nur der Zwang dieser Möglichkeit. Und klar, wenn die sagen, aus Sicherheitsgründen zum Beispiel oder aus anderen Gründen zum Beispiel auch aus Log-in-Effekten, wie du sie gerade angesprochen hast, theoretisch. Wenn sie dann sagen, ja, das machen wir aber nicht, weil wir uns damit im Zweifel auch unsere eigene Nutzerschaft vergraulen. Oder eben, weil sie sagen, na, wir sehen da jetzt ein großes Sicherheitsrisiko für uns zum Beispiel, dann Dann in der Tat bringt es gar nichts, weil am Ende schafft dann WhatsApp eine Schnittstelle, die nicht abgerufen wird, oder zumindest nicht von vielen abgerufen wird. Also Netzpolitik schreibt, dass der Messenger Matrix das anbieten möchte, diese Interoperabilität mit WhatsApp. Jetzt bin ich aber zum Beispiel jemand, der ich habe sehr viele Messenger-Apps auf meinem Telefon und ich kannte Matrix überhaupt nicht. Habe ich auch noch nie gehört. Also, und klar, das bringt dann halt am Ende auch nicht so viel.

49:05 Torsten Beeck

Ja, ach, das sind ja, also das Problem wird vermutlich auch bei den kleineren Anbietern sein, dass die halt klare Zielgruppen haben mit einem klaren Versprechen, also zum Beispiel Datenschutz, oder wir sitzen irgendwo auf den französischen Antillen und geben die Daten nicht raus und hier seid ihr viel sicherer als auf allen anderen Plattformen. Und in dem Moment, wo man da irgendwie APIs schafft, A, kostet das auch denen Geld, die müssen das auch betreiben. Und B braucht man dann im Zweifelsfall halt ja auch deren hauseigenen Apps nicht mehr. Und irgendwo werden da ja schon auch Geschäftsmodelle hinterliegen. Also ob man diese Apps verkaufen will oder ob man auch sich überlegt hat, wie man zukünftig innerhalb dieser Apps Geld verdienen will. Die haben da sicherlich auch den einen oder anderen Gedanken, dass sie im Zweifelsfall lieber die kleine feste Zielgruppe monetarisieren, als jetzt sich ins offene Meer zu werfen.

49:58 Gavin Karlmeier

Klar, auch nachvollziehbar. Wer nicht als so ein großer Player gelistet wurde, obwohl er von vielen Leuten offenbar genutzt wird, ist er Telegram. Und was Telegram angeht, gab es in den letzten Tagen ziemliches Chaos in Spanien. Also ich sag mal so, in Spanien sollte Telegram verboten werden. Zumindest der Zugriff darauf. Und zwar ging es da ganz konkret darum, dass drei Medienunternehmen, ich habe die irgendwo sogar aufgeschrieben, welche drei das sind. Tja, ah hier. Atris Media, Mediaset und Movie Star. Die haben dort Urheberrechtsverletzungen identifiziert. Jetzt haben die Behörden dort versucht, Kontakt zu Telegram aufzunehmen, haben aber diese dieses Unternehmen nicht erreicht, weil es auf den, das Unternehmen sitzt, auf den britischen Jungferninseln und die haben sich nicht geäußert, sind nicht in Kontakt getreten und irgendwann hat es dem Richter gereicht. und hat beschlossen, dass der Zugriff auf Telegram in komplett Spanien verboten wird. Jetzt betrifft es aber in Spanien eben nicht nur sechs Mannequin, sondern 8,5 Millionen Menschen, die Telegram benutzen. Was dazu geführt hat, dass wenige Stunden später sich wahnsinnig viele Leute aufgeregt haben, VerbraucherschützerInnen gesagt haben, die Maßnahme sei unverhältnismäßig und so weiter und so weiter. Und daraufhin hat der Richter, wie sagt man, Kehrtwende eingelegt und hat gesagt, also dass wir nehmen jetzt von der Blockade wiederum Abstand, es gibt jetzt einen Beschluss. Dass diese Sperre eben nicht kommt und hat selber gesagt, na, es war schon eine überzogene unverhältnismäßige Maßnahme. Und deswegen gehen wir da jetzt erstmal belassen wir es jetzt erstmal dabei.

51:38 Torsten Beeck

Ja, Netzsperren haben ja bisher in der Vergangenheit meistens eher so mittelgut funktioniert. Und das ist natürlich auch so ein bisschen, wie sagt man, mit Ich wollte sagen, mit Spatzen auf Tauben schießen, aber du weißt, was ich meine. Mit Kanonen auf Spatzen, aber.

51:56 Gavin Karlmeier

Mit Spatzen auf Tauben schießen.

51:58 Torsten Beeck

Also Netzsperren sind im Zweifelsfall ja nie wirklich sinnvoll. Man kann die umgehen, VPNs, Proxy-Server, Tor-Netzwerk, keine Ahnung. Man trifft Millionen Nutzer, von denen halt ein Bruchteil irgendwie möglicherweise, also die haben ja jetzt auch keine terroristische Verschwörung da geplant, sondern halt urheberrechtliche Probleme angemeldet. Und ehrlich gesagt, das ganze Thema Filtern und Sperren. Das funktioniert halt nicht, alleine schon einfach, weil das Internet so gebaut ist, wie es gebaut ist und weil Nutzer im Zweifelsfall auch einen Weg finden, wenn ihnen das Produkt wichtig ist. Aber es ist doch ganz schön, dass irgendwie offensichtlich nach diesem richterlichen Beschluss da doch nochmal irgendwie jemand sich informiert hat. Auch wenn ich gar nicht sagen will, dass das nicht eine gute Idee wäre, gegen Urheberrechtsschutz, äh urheberrechtliche Verstöße vorzugehen. Also als jemand, der auch selber Inhalte schafft, ich finde es schon nachvollziehbar, dass Unternehmen versuchen dagegen vorzugehen, nur mit einer grundsätzlichen Sperrung einer ganzen Plattform geht es halt deutlich übers Ziel hinaus. Also dann schießt man mit Tauben auf Spatzen.

53:13 Gavin Karlmeier

Ich finde, klar, also Verbote sind ähnlich der Weg, vermutlich, weil das, wie du schon sagst, die Leute sich einen Weg suchen. Ich glaube zwar nicht, dass 8,5 Millionen Leute sich in VPN installiert hätten. Aber klar.

53:26 Torsten Beeck

Nee, vermutlich nicht. Aber das gibt, also dass das natürlich der Plattform massiv geschadet hätte, ist ja gar keine Frage. Also, dass die hätten halt wahrscheinlich 95 Prozent ihrer Nutzer verloren. nur das ist halt eben das ist halt eben wieder die frage ist das halt jetzt eine ist ist telegram eine plattform die auch inhaltlich Verantwortung trägt, ist Telegram-Infrastruktur. Also die Telekom ist ja auch nicht dafür verantwortlich, wenn ich Mich am Telefon zu einem Verbrechen verabreiere, dann muss man das halt anders regulieren. Und ich bin mir da auch tatsächlich nicht so sicher, ob da immer so ganz verstanden wird, wie das so funktioniert. Insbesondere da. wo auch von der EU, auch von den Regierungen gefordert wird, dass der Datenschutz gewährleistet wird, sprich auch Verschlüsselung aktiv ist und sowas. Im Zweifelsfall können die Plattformanbieter überhaupt nicht wissen, was in diesen was auf ihren Plattformen passiert. Das ist ja tatsächlich auch ein technisches Thema. Und insofern weiß ich dann auch nicht so richtig, wie man die dafür verantwortlich machen will.

54:38 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde nur, dass gerade dieser Sonderstatus den Telegram genießt als vermeintliche Blackbox, die nicht zu erreichen ist. doch schon sehr interessant ist. Also wir erinnern uns damals an so Geschichten wie Attila Hildmann, der in Deutschland polizeilich gesucht wurde und längst nicht mehr im Land war. aber über Telegram immer noch seine FollowerInnen hatte und mit denen er da kommuniziert hat. Also da gibt es schon, finde ich, einen spannenden Punkt, der in dieser Geschichte drin liegt Der aber damit auch nicht so richtig befriedigend beantwortet gewesen wäre, wenn man die Plattform verboten hätte. Und zum Thema Netzsperren übrigens, ich habe mich da heute mit jemandem drüber unterhalten, wegen dieser Sperre. Und hab dann mal mir angeschaut, so es gibt einen Wikipedia-Eintrag, der sammelt was in Deutschland als Also auf welche Seiten aus Deutschland der Zugriff beispielsweise gesperrt ist. Da gibt es einige Seiten, die aus Jugendschutzgründen zum Beispiel nicht erreichbar sind, weil sie eben. . unklar sind, wie dort mit den Leuten umgegangen wird, die dort vor der Kamera zu sehen sind. Da sind aber auch so Sachen dabei wie Russia Today, dass der russische Staats Nachrichtendienst und Nachrichtendienst ist falsch. Nachrichtenplattform. Entschuldigung. Und das ist ja in der Tat interessant, dass wenn man versucht, auf diese Domain zu gehen, dass du einfach wirklich so dead end, einfach da, keine Meldung und nichts, sondern es gibt einfach keine Möglichkeit darauf zuzugreifen. Das finde ich schon bemerkenswert. Also das scheint also gerade so, was so die Sperre auf DNS-Ebene angeht, also die eingegebene Domain wird nicht mehr zur IP-Adresse umgewandelt. dass die offenbar ja ein sehr einfacher Weg ist, einen direkten Zugriff einzuschränken, auch wenn das natürlich nicht dazu führt, dass diese Server nicht mehr erreichbar sind.

56:28 Torsten Beeck

Ja, also lokal oder national ist das ja auch durchaus möglich. Also das ist ja auch, ich will ja auch gar nicht sagen, dass das totaler Schwachsinn ist, das zu tun. Also wenn es da einen rechtsstaatlichen Prozess zu gibt und eine richterliche Anordnung, bin ich da total fein mit. Ich bin auch Ich finde das auch total sinnvoll, dass Messenger-Dienste im Zweifelsfall im Fall von eklatanten Rechtsverstößen Terrorismus, Mord, weiß ich nicht was, Nutzerdaten irgendwie rausgeben müssen. Die Frage ist halt, ist das wohl bei Urheberrechtsverletzungen kann das nicht beurteilen, was für eine Form das war. Wenn die da irgendwie, weiß ich nicht, ganze Filme oder ganze Zeitungen oder ganze Inhalte, Massen irgendwie gespiegelt und angeboten haben, dann kann das ja auch durchaus sinnvoll sein. Trotzdem dann die ganze Plattform zu sperren, finde ich dann doch ein bisschen drüber. Und die das, also dieses Thema Netzsperren. Das ist ja, solange das in, also ich finde ja, so ein Wikipedia-Artikel liest sich ja im Zweifelsfall wie eine Empfehlungsliste für Zwölfjährige. Aber ich am Ende umgehen kannst du es ja trotzdem. Das ist halt die Frage des Willens. Bei Telegram Was du eben sagtest, so dass man da, dass man da sich so unerreichbar gibt, das ist ja eh so ein bisschen. Tricky, in der gerade in der aktuellen weltpolitischen Lage, das ist ja, glaube ich, wenn ich das richtig im Kopf habe, eine russische Gründung und die sitzen irgendwo ganz weit weg, hattest du gerade gesagt. Politische Jungfern-Insel. Und also wer da so richtig die Kontrolle über diese Plattformen hat, das ist ja auch nicht so ganz klar, wenn ich das so richtig sehe

58:11 Gavin Karlmeier

Vor allem ist das von den gleichen Gründern gemacht worden, wie VK, was so das russische Facebook ist, wenn man so möchte. Und da gibt es durchaus Verzahnungen bis in die in die Regierung.

58:24 Torsten Beeck

Ja, und wer dann da Daten absaugen kann, das kann man sich ja auch ungefähr vorstellen.

58:31 Gavin Karlmeier

Ja, also das in der Tat sehr sehr interessant. Vielleicht ist Telegram dann eben nicht der perfekte Kanal für Alles.

58:39 Torsten Beeck

Nee, ach ja, ich weiß nicht. Auf Telegram sah es ja während der Pandemie so ein bisschen so aus, als ob sich da alles trifft, was irgendwie. so minimal durchgeknallt ist, wäre halt ganz, also wäre ja ganz spannend zu wissen, wem die da so ihre Daten gegeben haben. Also ich will jetzt auch hier keine eigenen Verschwörungstheorie. Terrorien. Theorien verbreiten. Territorien heißt es. Aber die Tatsache, dass es da einen russischen Einfluss gibt, genauso wie es bei TikTok einen chinesischen Einfluss gibt, finde ich jetzt nicht unbedingt beruhigend. So ist es.

59:15 Gavin Karlmeier

Es gibt übrigens, wo wir gerade so beim Löschen waren, eine Überleitung aus der Hölle und wahrscheinlich auch die letzte Meldung für heute. Es gibt eine Empfehlung von Todd B. Todd B, ich habe versucht herauszufinden, wie sein Nachname ist. Todd B taucht überall im Internet als Todd B auf. Todd B ist Product Lead für die YouTube Homepage und die Recommendations seit 2014. Also der ist jemand, der bei YouTube durchaus was zu sagen hat, würde ich sagen. Und Todd B hat jetzt per X-Tweet-Post XET eine Empfehlung abgegeben. Und zwar sagt er, YouTuber. Löscht nicht eure Videos. Es sei denn, ihr habt wirklich einen sehr, sehr guten Grund dazu. Wenn du ein Video löscht, löscht du die Verbindung deines Kanals zu dem Publikum, das dieses Video gesehen hat. Wenn du dein Wachstum maximieren möchtest, halte deine Videos öffentlich oder setze sie auf ungelistet, wenn es denn sein muss. Und das finde ich eine sehr interessante Empfehlung. Also da kann man jetzt mal hier, wenn unter die an die Social Media ManagerInnen und VloggerInnen, die uns hier zuhören, direkt sagen, das ist mal eine Empfehlung, mit der man arbeiten kann. Denn offenbar. ist es so, dass wenn ein Video gelöscht wird, auch die Leute, die es gesehen haben und deswegen ähnliche Videos von dir angezeigt bekommen, dass diese Verbindung dann verschwindet und du keine Videos mehr vorgeschlagen kriegst von dieser Person. wenn du nur dieses eine Video gesehen hast, das dann gelöscht wurde.

01:00:39 Torsten Beeck

Ja, also erstmal finde ich es mega cool, wenn man nur mit so einem kurzen, mit so einer Abkürzung bekannt ist und man nur Tod B ist. Vielleicht bist du auch einfach Todd-B.

01:00:48 Gavin Karlmeier

Eigentlich bist du auch Tod B.

01:00:50 Torsten Beeck

Aber ja, ich meine, das ist, ja, ich finde, diese Empfehlung ist irgendwie logisch. Würde ich jetzt einfach mal so sagen. Ich würde auch als YouTuber irgendwie nicht anfangen, meinen Back-Katalog quasi zu löschen, weil natürlich sind da Signale, die die Plattform nutzen, um neue Videos. auszuspielen. Insofern liegt das ja irgendwie auf der Hand. Ich vermute, dass das einfach auch mal für alle Plattformen grundsätzlich gilt, weil wenn man der den Plattformen quasi Signale wegnimmt, die man irgendwann mal erzeugt hat mit Content, dann fällt es den Plattform schwerer, neue Nutzer anzusprechen. Und man zerschneidet halt diese Verbindungen. Aber ich meine, ist das denn tatsächlich ein reales Problem? Oder beziehungsweise setzen sich dann irgendwie YouTube Creator hin und löschen erstmal alle Videos von 2018 bis 2022, um dann nur noch die neuen Sachen zu haben?

01:01:47 Gavin Karlmeier

Nee, das glaube ich nicht. Aber es gibt ja durchaus Leute, die anfangen, zum Beispiel, also doch bestimmt so MusikerInnen, doch das auf jeden Fall, die sagen, ich lösche alles und dann ist nur noch das neue Video da. Von das glaube ich schon. Aber ich finde interessant, dass diese ganzen Empfehlungssignale, dass die offenbar keinerlei Gedächtnis haben in dem Moment, wenn ein Video gelöscht wird. Weil es ja durchaus auch hätte sein können, dass für diese gelöschten Videos immer noch sozusagen ein Vermerk gibt in dieser Datenbank, die sagt, der hat ein Video von diesem Kanal gesehen, das gibt es zwar nicht mehr, aber offenbar interessiert er sich für diesen Kanal. Also es ist klar. Aber es ist trotzdem überraschend, finde ich.

01:02:25 Torsten Beeck

Ja, das stimmt. Das könnte man denken. Ich glaube, an der Stelle wird manchmal dann auch ein bisschen klar, dass die Plattform dann doch auch nicht jede. . theoretisch denkbare Informationen speichern, weil sie das auch gar nicht müssen und weil sie das auch gar nicht brauchen. Also die Vorstellung, dass irgendwie jeder Jede Mausbewegung auf der Plattform aufgezeichnet wird, um danach irgendwelche Rückschüsse zu ziehen. Das ist einfach gar nicht so. So viele Daten brauchen die gar nicht, um dir gute Videos auszuspielen. Ich weiß trotzdem nicht, ob Ja, wenn ich jetzt ein Video habe, das mir nach zwei Jahren total peinlich ist und das auf YouTube ist und ich lösche das, ja, dann ist das halt so. Aber wenn ich dann noch danach 100 Videos gemacht habe, die total gut angekommen sind. dann wird das vermutlich jetzt den Algorithmus auch nicht dazu bringen, dass er den Leuten gar keine Videos mehr ausspielt.

01:03:17 Gavin Karlmeier

Das nicht, klar. Aber stell dir vor, du hast jetzt so einen Mega-Hit. Und da ist irgendein handwerklicher Fehler drin und das haben auch schon zwei Millionen Menschen gesehen. Dann würde das Löschen dieses Mega-Hits dazu führen, dass diese zwei Millionen Leute nicht mitkriegen, wenn du ein neues Video machst.

01:03:32 Torsten Beeck

Ja, okay. Ähm, da bin ich operativ nicht mehr so tief drin. Könnte ich theoretisch das Video austauschen?

01:03:40 Gavin Karlmeier

Äh, nein. Okay. Zumindest nicht, zumindest, also es gibt Menschen, die das können, die meisten Menschen können das nicht. Was muss ich dafür tun? Ich glaube, einfach sehr wichtig sein für YouTube. Okay.

01:03:53 Torsten Beeck

Also das geht nur, wenn man mal nachfragt und die dich schon kennen. Verstehe. Ja, wie gesagt, also ich finde, das ist ein sinnvoller Tipp, und ich glaube, diesen Tipp kann man aber auch tatsächlich für alle Plattformen gelten lassen. Also, ich glaube, das gilt auf Facebook genauso. In dem Moment, wo ich auf Facebook Ich glaube, sogar das Unsichtbarstellen oder auf Privatstellen und so wird einen Einfluss darauf haben, wie die Ausspielung von Content in der Zukunft funktioniert. Also wenn ich alle meine Weiß ich nicht. Wenn ich alle die letzten zehn Jahre alle auf Privatstelle, dann wird das einen Einfluss darauf haben, wie meine zukünftigen Inhalte an andere Nutzer ausgespielt werden. Spannendes Experiment eigentlich mal.

01:04:36 Gavin Karlmeier

Ja, kannst du ja aber machen. Auch, ich habe nicht so viel bei YouTube. Aber also, das Einzige, was ich bei YouTube. Also der Gott. Ich habe tatsächlich alle meine Videos bei YouTube auf Privat gestellt.

01:04:49 Torsten Beeck

Ja, siehst du?

01:04:51 Gavin Karlmeier

Deshalb erreichst du da auch niemanden mehr. Ja, das ist so. Das hat aber bei mir vor allem, also ich sag mal, inhaltliche Gründe. Da war Content, das ist jetzt nicht so schlimm, wenn Leute das nicht mehr sehen, sage ich mal gut.

01:05:04 Torsten Beeck

Ja, ach, das muss einem doch auch nicht unangenehm sein. Da gab es so Diskussionen so vor 10, 15 Jahren drüber, wie wird das alles sein, wenn die Arbeitgeber zukünftig sehen, dass du Partyfotos auf Facebook hast. Nee, das ist nicht schlimm.

01:05:19 Gavin Karlmeier

Aber, also ich hatte zum Beispiel, ich hab so Videos, ich hab mal ähnlich Inzwischen wäre das übrigens wieder, bei TikTok wäre das wieder ein Riesentrend. Es gibt Leute, die machen genau damit Content. Aber ich habe mal ein Video gemacht, wo ich versucht habe, mit 10 Euro mit dem Pizzataxi nach Hause zu fahren. Also gesagt habe, ich brauche eine Pizza Margherita in die So- und so Straße und so und so, kann ich mitfahren. Und dann habe ich das als selbst versucht. Und solche Welt. Hat das funktioniert? Bei der dritten Pizzeria, ja.

01:05:45 Torsten Beeck

Ich finde, ehrlich gesagt, das klingt nach einem total guten Konzept. Toll, ne? Guck mal, da könntest du jetzt anstatt zum Quatsch zu machen und Podcasts aufzunehmen, könntest du jetzt bei TikTok groß sein.

01:05:55 Gavin Karlmeier

Ja, ich Idiot. Selber schuld. Dafür gibt es diesen Podcast jetzt ja auch bei YouTube, weil YouTube das jetzt unterstützt. Und die erfolgreichste Folge hat auch ganze fünf Aufrufe dort.

01:06:05 Torsten Beeck

Okay, es tut mir leid. Entschuldigung, dass ich gelacht habe. Aber fünf ist tatsächlich ganz schön scheiße.

01:06:11 Gavin Karlmeier

Fünf hast du vier von dir. Ich höre mich selber nicht bei YouTube. Ich höre mich selber bei dieser. So, bevor wir jetzt hier verquatschen, ich wollte eigentlich mit denen auf Funktionen und Emotionen spielen. Das machen wir jetzt, glaube ich, nicht mehr aus Zeitgründen, aber ich habe eine Funktion mitgebracht, bei der ich. deine Emotionen hören möchte. Und zwar gab es ja immer mal wieder Meldungen, dass bei Microsoft, das ist kein Social Network, aber eine Meldung, die ich bei dir als ganz gut aufgehoben empfinde. Das Notepad unter Windows, der Editor, bekommt jetzt eine Rechtschreibprüfung.

01:06:45 Torsten Beeck

Ja, das finde ich grundsätzlich sinnvoll. Ich überlege gerade, wann ich wohl das letzte Mal das Notepad offen hatte. Es muss auf jeden Fall schon eher so 20 Jahre her sein. Insofern Schön, dass da was passiert und Microsoft in ihre Produkte so intensiv investiert. Mir wäre es in der Tendenz lieber, dass Sie zum Beispiel den Copilot zu einem benutzbaren Programm machen würden, als jetzt am Notebook rum zu. Frickeln.

01:07:16 Gavin Karlmeier

Es gibt jetzt bei Paint auch schon AI-Features. Also kannst du auch in Microsoft Paintstück.

01:07:22 Torsten Beeck

Notepad ist jetzt kurz vor Photoshop.

01:07:25 Gavin Karlmeier

Und Notepad ist kurz vor. Word.

01:07:28 Torsten Beeck

Ja, quasi. Im Grunde genommen kann man das in Zukunft brauchen, auch kein Word mehr. Wieder was gesprochen.

01:07:33 Gavin Karlmeier

Mit dem ganz großen Vorteil, dass es sich nicht alles kaputt verschiebt, wenn man Bilder einfügt, weil man keine Bilder einfügen kann.

01:07:39 Torsten Beeck

Ja, ja, wenn man einfach in so einer nur Textebene, ist das ein stabiles Programm, da kann man nichts sagen.

01:07:46 Gavin Karlmeier

So. Stabiles Programm war auch die letzte Stunde. Lieber Thorsten, vielen lieben Dank, dass du hier warst. Sehr gerne. Ich hätte dich gerne wieder hier. Ich habe bestimmt die Gelegenheit, dich wieder einzuladen.

01:07:57 Torsten Beeck

Ja, sehr gerne. Und lass mich wissen, wenn ich wieder unqualifizierte Kommentare abgeben soll.

01:08:04 Gavin Karlmeier

Also unqualifizierte Kommentare habe ich heute keine gehört. Vielen lieben Dank. Wenn euch das eingefallen gefallen hat, kommt in den Hagenrann-Discord unter hagenrann. org und macht euch eine schöne Woche. Wir hören uns hier am Freitag wieder, dann mit Martin Fehrensen.

01:08:20 Speaker 4

So, ich freue mich sehr. Hat es endlich geklappt. Tschüss zusammen. Bis Freitag. Tschüss.