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Folge 310 · 26. Juli 2024 · 45 Min.

Digitalrandale in der Hochkultur

mit Lorenz Meyer

Das Innenminsterium sperrt Chanel, wir müssen über (oder in?) Verschwörungen sprechen und über einen Mann mit dem Namen Nick Pickles.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT Hallo Lorenz.

00:08 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Mein Gast heute ist Lorenz Meyer, Journalist, Medienkritiker. Das sind zumindest die Dinge, die sein Verlag über ihn schreibt. Er ist Internetkoryphäre. Er ist Sprachmonstrum, er kann alles und ich freue mich sehr, dass er heute hier ist.

00:25 Lorenz Meyer

Danke, gerne. Es ist mir eine große Ehre.

00:28 Gavin Karlmeier

Habe ich deinen Beruf damit gut zusammengefasst? Steht Sprachmonstrum auch auf deiner Visitenkarte.

00:33 Speaker 4

Sie sind nicht in einer Verfassung, in der es Ihnen ansteht, mir hier jetzt zu sagen, was ich heute denken sollte.

00:39 Lorenz Meyer

Ja, das beantwortet hoffentlich die Frage. Ja, also hoffe ich, wie vielleicht darauf reagieren soll. Sorry, schon mal an die Hackis draußen. Ich habe mir hier so ein Interface gekauft und ich bin gerade wie so ein glückliches Kind, was hier auf Knöpfe drückt.

00:53 Gavin Karlmeier

Eieiei. Ich habe auch so Knöpfe hier, aber die drücke ich jetzt mal nicht. Das macht so ganz komische Dinge. Ja, aber also Sprachmonstrum, kannst du damit leben oder nicht? Das war die eigentliche Frage. Ich will sie eigentlich gar nicht.

01:05 Lorenz Meyer

Ja, es ist ja eine fantastische Einschätzung. Und jetzt zu Weihnachten erscheint auch mein neues Sprachmonstrum-Buch. wo ich tatsächlich in 20 klassische Schriftsteller hineingeschlüpft bin und deren Stil nachgeahmt habe, was echt heftig war, weil ich musste mir die ganzen alten Klassiker nochmal reinziehen, Thomas Mann und so weiter.

01:26 Gavin Karlmeier

Boah, also die kompletten Buddenbox nochmal durchgerackert.

01:30 Lorenz Meyer

Also, ich habe in die Bodenbruchs reingeguckt, das ist eine unlesbare, es ist ein ganz wertvolles Letter.

01:37 Gavin Karlmeier

Du sprichst ja mit jemandem, der zumindest mal angefangen hat, vergleichende Literaturwissenschaften zu studieren. Und die Bumboks waren so ein bisschen, das waren so, das war ungefähr das, was für die Szenen von Reinhard Messner der Mount Everest waren. Also das ging nicht.

01:53 Lorenz Meyer

Ja, ich kann es verstehen. Ich habe wirklich quer durch alle Literaturgattungen, alles irgendwie wenigstens mir oberflächlich reingefiffen.

02:02 Gavin Karlmeier

Ja, ich freue mich drauf. Ich werde es lesen.

02:04 Lorenz Meyer

Das wird ein tolles Werk.

02:09 Gavin Karlmeier

Vielleicht erzählst du uns ja mal exklusiv etwas im Stile einer Biografie von Walter Isaxon. Ein Text überhaupt man oder so. Ich würde mich freuen.

02:18 Lorenz Meyer

Ja, genau.

02:21 Gavin Karlmeier

Steigen wir mit dem Housekeeping ein. Und zwar muss ich, also, das ist nicht wirklich ein Housekeeping, aber das beschäftigt mich die ganze Zeit. Und zwar haben wir ja in der letzten Haken-Dan-Episode über ein Interview gesprochen, das Elon Musk Jordan B. Peterson gesprochen hat. Ich will das jetzt nicht alles nochmal im Detail auseinandernehmen. Hört gern nochmal in die Episode. So ungefähr ab Minute 35 sprechen wir über dieses Thema. Mir geht es um was anderes und zwar geht es um die mediale Rezeption zu diesem Interview. Denn was Elon Musk da ja sagt, ist, er möchte sich nicht ein Personenkult hingeben, er ist nicht mager, er ist. mag, also er ist nicht Make America Great Again, sondern Make America Greater. Und dementsprechend spendet er auch nicht, wie die Presse erzählt hätte, Geld an Donald Trump, sondern er hat ein Pack gegründet, ein Super Pack, das ist ein Modell, das benötigt wird, also ein Unternehmen sozusagen, eine Mittelinstanz, der du größere Summen spenden kannst als direkt Politikern und Parteien in den USA. Weil die Wahlkampffinanzierung in den USA stark reguliert ist. So, das ist erstmal das Setting. Und was aber passiert ist, ist, dass diese Aussagen von Elon Musk von den Medien genutzt werden, von vielen Medien. Ich habe es bei NTV gelesen, ich habe es bei. bei Focus Online gelesen, ich habe es bei diversen Medien gelesen, daraus gemacht haben, dass diese Berichte über die Wahlkampfspenden von Elon Musk und Donald Trump von ihm selber bestritten werden und wohl nicht stimmen demnach Da würde ich sagen, Punkt 1 erstmal, wenn wir eins von Elon Musk gelernt haben, sorry, ich muss mich kurz in Rage reden, Lorenz, ich hoffe, das ist okay. Erstens, wenn wir eins von Elon Musk gelernt haben, ist. Dass nicht alles immer stimmt, was er sagt, und nur weil es eine Medienrecherche gibt und er sagt, es stimmt, nicht heißt das nicht, dass die Medienrecherche nicht stimmt. Zweitens Hat er niemals gesagt, dass die Summe nicht stimmt oder dass er nicht Geld spendet, damit Donald Trump gewinnt, sondern er sagt, er spendet das Geld nicht an Donald Trump. Was faktisch richtig ist, weil er diesen Superpack gegründet hat, dieses Unternehmen, das eben in der Mitte steht. Das heißt, er hat gar nicht bestritten, dass es um 45 Millionen Dollar im Monat geht, sondern er sagt nur, es stimmt nicht, dass er Geld an Donald Trump spendet. Womit er recht hätte, was aber den Fakt nicht verändert, dass er 45 Millionen Dollar im Monat dafür aufbringt, um den Sieg von Donald Trump zu ermöglichen. Also ich bin da ein bisschen ratlos, weil offenbar diese ganzen, diese Medien, von denen ich gerade spreche, Ja, offenbar dieses Interview mit Jordan Peterson auch gesehen haben, aber daraus ein anderes Learning gezogen haben. Ach, ich werde emotional Da muss man dazu sagen, dass du, lieber Lorenz, ja auch für Bildblock schreibst und dementsprechend Medienschelte, da bin ich bei dir an der richtigen Adresse, richtig?

04:48 Lorenz Meyer

Ja, ja, ja, absolut. Wobei Amerika ist sicherlich nicht mein Business. Aber vielleicht sagen wir doch, vielleicht sage ich doch noch mal ein paar Sachen zu diesen Packs und den Superpacks. Das finde ich nämlich hoch hoch spannend. Die wurden ja in den 40er Jahren gegründet als eine Antwort der Gewerkschaften. Den Gewerkschaften hatte man verboten, sich in den Wahlkampf einzumischen. Und dann haben die Gewerkschaften diese PEC-Geschichte irgendwie durchgesetzt, dieses Political Action Committee. Und dass das jetzt so pervertiert wird, dass es jetzt nur noch diese Superpacks gibt, wo sich halt irgendwelche Einzelpersonen und Unternehmen zusammenrotten können. Und im Gegensatz zu den Packs, die es am Anfang gab, gibt es hier, es gibt wenig Überwachung, es gibt keine Ausgabenlimits. Also die können unbegrenzt. Geld für politische Werbung rausballern. Keine Offenlegung, jedenfalls eine sehr, sehr reduzierte Offenlegung. Und ja, es ist halt kein Wunder, dass da so Sachen wie diese National Rifle Association, glaube ich, NAA, NRA, die ganzen Gewehrleute da, der amerikanische Schützenverein. Ja, dass die haben irgendwie vor 20 Jahren haben die schon irgendwie 12 Millionen da reingesammelt und verteilen denn das nach Gutdünken Also, Amerika, du liebe Demokratie.

06:18 Gavin Karlmeier

Also, was mich halt vor allem daran so stört, ist, und dass ich also mir geht es nicht darum, über Medien zu schimpfen, Passi. Das ist nicht mein Auftrag. sitzt auch selber auf diesem Ast. Also, das ist mir schon klar. Aber wir müssen so ein bisschen genauer werden darin, Elon Musk zu lesen. Und wenn er sagt, ich halte nichts von Personenkult und bin nicht mager, sondern mag und ja, ich habe ein Pack gegründet, dann Dann entspricht er das bislang immer noch dem, was die Washington Post-Recherchen oder Wall Street Journal, Entschuldigung, die Wall Street Journal-Recherchen eigentlich aufgedeckt haben. Nur, dass er versucht, es so darzustellen, als würde es nicht stimmen, weil er sich auf einen Punkt stürzt. Der fehlinterpretiert wurde. Weißt du, also das ist so, dass ist.

06:59 Lorenz Meyer

Aber ein Dementi sieht anders aus.

07:00 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Das ist kein Dementti von ihm gewesen, dass jetzt deutsche Medien, also auch amerikanische, aber dass viele Medien da jetzt sozusagen reinlesen wollen. Ja, sorry, da muss ich mich kurz aufregen.

07:11 Lorenz Meyer

Kann ich verstehen. Kann ich verstehen.

07:13 Gavin Karlmeier

Gut, vielen Dank. Das ist nett von dir. Dann habe ich so ein zweites Houskeaving, das ist mir so ein Follow-up. Und zwar ging es ja in der letzten Episode auch darum, dass Leute offenbar nicht in der Lage waren, dem Account von Carmela Harris. Ich habe gelernt, dass sie Carmala ausgesprochen wird. und will das gerne hier weitergeben. Also jetzt nicht Kamala und auch nicht Kamala, sondern Carmeler, wie das Komma. Harris Wurde ich sehr, sehr oft darauf hingewiesen seit der letzten Episode. Naja. Auf jeden Fall, dass Leute nicht in der Lage waren, ihr zu folgen. Das ist eine Geschichte, die haben wir schon einmal erlebt, als es um die Frau von Alexei Navalny ging damals. Denn auch ihr Ex-Account konnte, irgendwann Julia Navalny, konnte Nicht mehr gefolgt werden, weil die Anzahl derer, die ihr gefolgt sind, binnen kurzer Zeit so hoch war, dass das automatisierte Netzwerk dahinter einen Täuschungsversuch oder Betrugsversuch gewittert hatte. Und deswegen bin ich so ein bisschen dabei, auch wenn ich immer gerne mit dabei bin, irgendwo, äh, und da kommen wir kommen wir gleich auch noch zu, immer wieder bei Ex das Böse zu vermuten und viele Dinge zu lesen, die vielleicht auch vielleicht auch überzogen sind, weiß ich nicht, bin immer gerne mit dabei, die Plattform, ihr wisst es, zu kritisieren und ihr auf die Finger zu schauen. Glaube ich, dass hier tatsächlich genau derselbe Fall passiert war, dass Kamala Harris einfach Von so vielen Menschen innerhalb von kurzer Zeit Followings bekommen hat, dass Ex vermutet hat, dass das ein Spamangriff auf ihren Account ist und deswegen das nicht mehr ermöglicht hat. Trotzdem muss man dazu sagen, dass das System eigentlich so agil sein muss, dass auch erkannt werden muss, dass wenn beispielsweise ein Account gleichzeitig extrem oft erwähnt wird, was hier auch der Fall ist, dass man durchaus Auf den Schluss kommen könnte, dass sie gerade eine Person großen Interesses ist und deswegen auch viele Followings hinzu generiert. Also es hätte durchaus Methoden gegeben, das einzufangen. Nicht zuletzt auch händisch. Man hätte natürlich auch händisch eintragen können, okay, sie ist jetzt Präsidentschaftskandidatin oder designierte Präsidentschaftskandidatin, sie muss ja noch bestimmt werden oder gewählt werden. Da werden jetzt viele Leute kommen, die ihr folgen, also schalten wir mal dort diesen Automatismus ab. Das hätte ja auch passieren können, wenn da Leute sitzen würden, die so einen Job machen würden.

09:39 Lorenz Meyer

Genau, hätte passieren müssen. Das ist ja nicht zu viel verlangt. Das ist jetzt gerade das Thema der Welt und der Trafficbringer überhaupt. Also sie können wirklich nicht sagen, dass sie das in irgendeiner Weise überrascht hätte. Nein.

09:51 Gavin Karlmeier

Nein, und man könnte halt Also man muss auch die These aufstellen, dass das Gleiche bei republikanischen Kandidaten so vielleicht nicht passiert wäre. Auch diese These muss man nach den letzten Monaten und Jahren Ex, wie es gerade ist, aufstellen können. Tatsächlich ist es aber so, und das ist eigentlich der Grund, warum ich jetzt darüber spreche, weil. . Der Kongressabgeordnete Jerry Nadler, ähm der hat jetzt an X ein offizielles Informationsgesuch gestellt im Namen des Kongresses der Vereinigten Staaten, dass dies doch bitte zu untersuchen sei. Und hat jetzt Informationen von X angefordert, warum Leute nicht in der Lage waren, Kamala Harris zu folgen. Also auch da gibt es jetzt so erste, wir wollen das mal überprüfen von politischer Seite.

10:37 Lorenz Meyer

Ja, werden wir mal sehen, womit Sie sich rausreden, wenn Sie es überhaupt beantworten.

10:43 Gavin Karlmeier

So, so ist es. Ich habe gerade gesagt, so in so einem Nebensatz, dass ich ja hier keine Verschwörungen aufstellen will. Und im nächsten Satz möchte ich das tun. Nicht so richtig, aber es gibt einen Ex-Account, der heißt The Antifa-Turtle, also die Antifaschistische Schildkröte. Und dieser Account hat was Interessantes gefunden. Und zwar hat er in der API von X eine Gruppe von sogenannten Protected User gefunden. Also Accounts, eine Liste von Accounts, die. Offenbar, denen es erlaubt ist, die Terms of Service, also die Nutzungsbedingungen von Ex, zu brechen, ohne dass ihnen Konsequenzen drohen. Und die Liste, die diese Person hier gepostet hat auf Twitter. Die oder auf X, die liest sich relativ eindeutig. Also, da sind so Namen bei wie Anne Wokness, Donald Trump natürlich, Team Trump, Elon Musk AOC Man kann das nicht anders sagen. Andrew Tate ist dabei. Und gleichzeitig steht da drin, dass diese Leute in der Lage sind, eine Wortliste zu benutzen, die für sie erlaubt ist. Liste, die da steht, ist Kann man nicht vorlesen. Die besteht wirklich nur aus mindestens politisch inkorrekten, wenn nicht sogar absolut indiskutabel rassistischen Wörtern. Und gleichzeitig endet diese Liste damit, dass alle diese, dass alle Accounts auch protected sind, wenn ihnen denn gefolgt wird von Elon Musk von Lips of TikTok. von Andrew Tate oder von Donald Trump. Also die Leute, denen sie folgen, ne, Donald Trump ist gar nicht dabei, Entschuldigung, aber Doge Designer ist dabei. Das heißt, all diese Accounts, denen diese angesprochenen Accounts folgen, sind eben auch von all diesen Maßnahmen ausgenommen. Das Interessante ist, also wie gesagt, erstmal ist das jetzt hier nur. ein Leak oder eine Quelle, die wir haben. Man muss es also stark mit Vorsicht behandeln Warum das Ganze so interessant ist, ist, dass kurz nachdem dieser Account das gepostet hat, wurde dieser Account von Ex gesperrt. Und darunter steht, X sperrt Accounts, die gegen X-Regeln verstoßen. Eine Sache, die zumindest was zur Meinungsfreiheit angeht. Bislang nicht so oft passiert ist, dass Accounts deswegen gesperrt wurden und wenn dann immer relativ willkürlich, aber trotzdem ausgewählt Und wenn Accounts gesperrt wurden, vor allem größere Accounts, denen gerade eine gewisse Aufmerksamkeit zugekommen ist, dann lag das häufig auch nicht daran, dass diese Accounts beispielsweise Desinformationen verbreitet hätten. Und ich finde, das ist so ein bisschen. Ich weiß nicht, ob man das schon das Barbara Streisand-Syndrom nennt, aber den Barbara-Streisend-Effekt. Aber dadurch, dass das erst gesperrt wurde, ist diese Geschichte. Für mich irgendwie auf eine Art interessant. Will aber dazu sagen, solange wir hier keine zweite Quelle oder gar Beweise haben, ist das so ein bisschen in der Welt der Verschwörung, die aber Ex so halb bestätigt hat durchs Sperren.

13:37 Lorenz Meyer

Absolut. Und wenn jemand gut ist, darin Verschwörungstheorien zu bedienen, dann ist es wirklich Ex und Elon Musk.

13:45 Gavin Karlmeier

Ja, naja, und vor allem sozusagen das Abziehbild solcher Theorien ja auch zu sein. Also man spielt ja auch gerne damit, dass man irgendwie zum Beispiel einem Geheimenclub angehört. Dazu gehören gerade diese Leil, Entschuldigung. Diese Laseraugenprofilbilder, die so ein Elon Musk gerade bei sich benutzt und so, der macht das natürlich auch, um damit zu spielen, dass solche Verschwörungen. So existieren.

14:09 Lorenz Meyer

Genau, es geht um Provokation, kontroverse Inhalte, provozieren, Reaktionen hervorrufen. Ja genau, da spielt er ja mit allem. Alles, was er in die Hand bekommt, sarkastische Bemerkungen oder Memes oder was es auch immer ist.

14:28 Gavin Karlmeier

Elon Musk hatte neulich, hatte übrigens auch neulich erst, obwohl wir gerade über das Sperren von Accounts sprechen, ne, hatte neulich erst einen Tweet gepostet oder einen. sieht, in dem er geschrieben hat, dass Accounts die Inhalte posten, die Child-Exploitation zeigen, also am Ende Material, das Gewalt oder Missbrauch an Kindern zeigt. Dass diese Accounts automatisch gesperrt werden until the post is deleted, schreibt er. Das heißt, dass wenn du Material hochlädst, das eben zum Beispiel CSAM, also Material, das sexuelle Gewalt an Kindern zeigt, Dass dein Account nur so lange gesperrt ist, wie du selber diesen Post wieder löscht. Und das ist absolut nicht so, wie man als Plattform damit umgehen sollte. Vor allem nicht, ein Gedanke noch, vor allem nicht In dem Thema, von dem Elon Musk gesagt hat, dass das die oberste Priorität hat, sobald er Ex übernimmt. Ja, ja. Nein, das ist ein.

15:24 Lorenz Meyer

Genau.

15:25 Gavin Karlmeier

Was haben wir noch? Ich mag, wie du heute so richtig resigniert bist wegen der Themen. Heute ist aber auch ein bisschen düster, ich weiß. Ich möchte mit dir noch ganz kurz, es ist im Moment übrigens wahnsinnig viel Twitter und Ex. Wir hatten viele Wochen und Monate, da haben wir da gar nicht drüber gesprochen, das war viel Meta, viel TikTok. Aber im Moment ist gerade da wieder viel los und ich glaube, dass es da durchaus einen Zusammenhang zum Wahlkampf gibt in den USA.

15:51 Lorenz Meyer

Ja, das wird es auf jeden Fall. Es benutzen ja doch viele Leute jetzt wieder so als ja, wir kommen ohne diese Nachrichtenquelle nicht aus und was oft ja dann doch wieder Quatsch ist, weil ja klar, es gibt da viele Informationen, aber wir Man muss ja wieder so viel filtern dann, um dann auch irgendwas rauszubekommen, was auch tatsächlich stürmt. Ja, okay, aber das ist so meinsäufzahlen.

16:18 Gavin Karlmeier

Es gibt nämlich eine neue Figur, die so ein bisschen auf dem Schachbrett der Ex-Führungsriege auftaucht. Und diese Figur heißt Nick Pickels. Klingt ein bisschen wie ein Name, den man sich ausgedacht hat. Der kommt aus Yorkshire und war früher Musikfotograf, hat früher Bands fotografiert, arbeitet jetzt aber schon seit 2014 bei Twitter. Ist also schon ein alter Hase. Und ist seit ähm letztem Jahr, also seit ich habe hier eine kommende Zahl stehen, aber seit Juni Nee, seit vergangenen Monat, Entschuldigung. So, seit vergangenem Juni arbeitet er bei Twitter als Head of Global Government Affairs. Also er ist sozusagen der Verbindungspunkt zwischen dem Netzwerk und Regierungen. So, und das interessante ist, dass über ihn gesagt wird, dass er sozusagen die rechte Hand von Linda Jaccarino geworden ist. Obwohl wir auch wissen, dass Musk und Jaccarino mittlerweile gar nicht mehr so eine gute, so einen guten Vibe miteinander haben, was daran liegt, dass. Offenbar Musk sich mehr davon versprochen hat, wenn Jaccarino kommt. Während Jaccarino sich wahrscheinlich gedacht hat, mein Job wäre deutlich einfacher, wenn du mal ein bisschen den Mund halten würdest, lieber Elon Musk. Das entspricht so ein bisschen der Rolle, die er, die Nick Pickles hat, die der Nick Clegg hatte, der auch Nick hieß. Über den haben wir gesprochen. Nick Clegg war jemand, den hatte Linda Grino von NBC schon mitgebracht, damals von ihrem früheren Arbeitgeber. Spannend ist aber, dass diese Rolle, über die wir hier sprechen, Head of Government Global Affairs, dass diese Rolle im Moment bei X de facto auch die Leitung der Unternehmenskommunikation ist. Also der Mensch, der mit Regierungen spricht, ist auch der Mensch, der die komplette Kommunikation des Unternehmens verantwortet unter Jaccarino und auch nur ihr untergeordnet ist. Und es ist aber wohl, es gibt wohl Hinweise darauf, dass Nick Pickels ziemlich, also was das politische Mindset angeht. ziemlich nah an Elon Musk dran ist, dass er sehr libertäre Ideale vertritt. Und es sieht wohl, äh oder es gibt wohl Spekulationen in Kreisen, wie es heißt. dass Nick Pickles an Jaccarinos Stuhl sägen könnte. Also dass der möglicherweise in Frage kommen könnte, der nächste CEO von X zu werden. Und deswegen müssen wir mal kurz diesen Namen einmal kurz uns einprägen, denn er wird uns wohl nochmal unterkommen.

18:36 Lorenz Meyer

Ja, ich meine, so sprunghaft und also so impulsiv, sage ich mal, wie Elon Musk ist kann man das ja, wenn der der irgendwie begegnet, irgendwie am Kaffeeautomaten, hat gerade schlechte Laune, dann feuert er sie und sagt, verklagt mich doch auf eine Abfindung.

18:56 Gavin Karlmeier

Sorry, ich bin ein bisschen erkältet übrigens. Deswegen huste ich mir so eins zusammen. Ich mag wirklich, was du heute für einen nihilistischen Blick auf die Dinge hast.

19:06 Lorenz Meyer

Ja, nach so vielen gemeinsamen Folgen. Ich kann jetzt die Masken nicht mehr aufrechterhalten.

19:12 Gavin Karlmeier

Ich lerne jetzt den echten Lorenz kennen.

19:15 Lorenz Meyer

Das ist jetzt der echte Lorenz.

19:20 Gavin Karlmeier

Ist das nicht sogar dein Handle gewesen?

19:22 Lorenz Meyer

Ja, genau. Das habe ich von einem ganz unbekannten Böhmermann abgeguckt. Kennt aber keiner.

19:29 Gavin Karlmeier

Nee, sagt mir auch nichts. Ich weiß gar nicht, also jetzt wo wir hier so ein Vibe haben.

19:35 Lorenz Meyer

Ja, jetzt sag nicht, du hast noch was mit Twitter.

19:39 Gavin Karlmeier

Ja, doch. Ich habe schon noch eine Sache zumindest. Das Problem ist, Lorenz. Also, ich wäre willens, auch einzelne dieser Geschichten auf die nächste Episode zu schieben. Das Problem ist, du kommst in der nächsten Episode ja nochmal, weil wir heute nur so ein bisschen Zeit zusammen haben und gesagt haben, dann nehmen wir uns das nächste Mal noch ein bisschen mehr Zeit. Zeit.

19:56 Lorenz Meyer

Das heißt, genau, du kannst ihm nicht entgehen.

19:59 Gavin Karlmeier

Du kannst sagen, möchtest du das heute hören oder möchtest du es in der Folge vom Montag hören?

20:04 Lorenz Meyer

Ja, also in Anbetracht nachdessen, dass du knapp mit der Zeit bist, lege ich mir das. Nee, in großer Vorfreude legen wir uns das auf den Montag dann.

20:14 Gavin Karlmeier

Also die meisten dieser Geschichten, eine Ex-Geschichte muss ich trotzdem heute erzählen, weil die ist. Aber die spielt sich in Deutschland ab und die spielt sich nicht direkt, es geht nicht direkt nur um Ex, es geht um mehr. Und zwar. Kennst du Jenny Erpenbeck? Die ist sozusagen Kollegin von dir, wenn man so möchte.

20:31 Lorenz Meyer

Ja, die schreibt aber richtige Literatur.

20:34 Gavin Karlmeier

Ja. Genau. Und der Ex-Account von Jenny Erpenbeck hat am Mittwochmittag einen Post abgesendet mit den Worten Ein Anruf aus Wien teilt mir mit, dass Elfriede Jelinek gestorben ist. Ein Symbol der europäischen Kultur. Ich bin sehr traurig. Es gibt allein an dieser Geschichte schon zwei Fehler. Denn der erste Fehler ist, dass Elfriede Jelinek nicht gestorben ist. Und der zweite Fehler daran ist, dass Jenny Erpenberg gar keinen Ex-Account hat, sondern irgendjemand hat offenbar einen Ein Ex-Account im Namen Jenny Uppenbacks erstellt und eben diese Falschinformation in die Welt gesetzt Zum Glück hat diese Falschmeldung nicht so schnell seine Runden gemacht, weil Pia Janke, das ist die Leiterin des Elfriede Jellinecks Forschungszentrums in Wien. sie angerufen hat, also die Jenny Erpenbeck, und gesagt hat, ich habe mit Jelinick geredet, sie lebt. Also, das heißt, diese Information stimmt einfach nicht. Die Frage ist, also da stecken viele Fragen drin. Die erste Frage ist natürlich, das ist jetzt so spezifisch Hochkultur, wer sollte. Also warum sollte man genau darüber diese Informationen verbreiten? Was ist da passiert, ist die erste Frage.

21:53 Lorenz Meyer

Ja, ich verstehe es weder in die eine Richtung, nämlich in Richtung Jenny Alpenbeck nicht, und dann auch in Richtung Friedrich Jellinek, das ist ja beides Hochkultur. Und naja, okay, die eine ist Literatur-Nobelpreisträgerin, die Frau Jellinek. Da kann man, ja, vielleicht hat irgendeiner so eine klammheimliche Freude dran, dass er denn diese Falschmeldung hochjatzt und dass denn irgendwie über irgendeine Agentur sich denn über die gesamte Welt verteilt.

22:23 Gavin Karlmeier

Aber glaubst du, das war der Versuch zu zeigen, wie schnell sich Falschinformationen über X verbreiten, weil Verifizierung von Accounts nicht mehr möglich ist?

22:34 Lorenz Meyer

Ja, also wenn man jetzt guten Willens ist, also es kann natürlich auch einfaches Randalieren sein. Digitalrandale in der Hochkultur. Oder von irgendeinem Witzbold, ich weiß nicht, Mitglied der Partei und Drei Bier zu viel. Und dann sitzt er da mit Martin Sonneborn und Sibylle Berg und Du warst vorhin mit den Verschwörungstheorien, jetzt, ich habe noch eine gut irgendwie. Und dann heißt es: ja, was machen wir denn da Feines? Und ja, ich weiß es nicht.

23:09 Gavin Karlmeier

Also ich b also warum ich so ein bisschen da so irritiert bin, ist, weil die Figuren, um die es hier geht, sind so spezifisch gewählt. Dass ich mir einrede, dass man hier gezielt versucht hat, nicht so einfach nachzu aufweisbare Falsch-Accounts in die Welt zu setzen, die im Zweifel zu Figuren gehören oder die zu Menschen gehören, die das auch nicht ohne weiteres überprüfen, bevor die Falschmeldung Wellen schlägt. Also für mich fühlt sich das an wie der Versuch, eben diese Falschmeldung in die Welt zu setzen und nachher zu sagen, seht ihr auf Access Verifikation der Accounts nicht möglich. Ich finde aber, und da bin ich jetzt bei meiner Kritik, das ist natürlich ein bisschen easy. Also natürlich kann ich mir solche Figuren suchen, die keine Internetfiguren sind. Und kann über deren Fake-Accounts Falschinformationen verbreiten. Und jede Wette, das wäre auch vor sechs, sieben, acht Jahren genauso gegangen, weil das eine Jenny Erpenbeck auf Twitter keinen blauen Haken hat. Das hätte ich auch früher für möglich gehalten.

24:14 Lorenz Meyer

Weißt du, was ich meine? Absolut. Ja, ja, ja. Ich habe jahrelang, da habe ich Ulf Poschert gegeben, irgendwie. Aber jetzt habe ich den Account an irgendeine andere Knalltüte übergeben, damit ich nur auf Twitter bin.

24:27 Gavin Karlmeier

Es gab ja viele solcher Beispiele, vor allem wenn es so eine satirische Überholung der Figuren gab, wie Harald Schmidt zum Beispiel. Von Rob Vegas betrieben wurde, der Account. Und er ist riesengroßer und jahrelang glaubten Leute, dass er Harald Schmidt auch. . Medien haben immer wieder drauf reingefallen und haben einen Tweet von Harald Schmidt für Bahn Münze genommen, Artikel daraus zu ziehen. Olas oben reingeschrieben hatte. Ja, genau. Ich hatte auch mal so einen Fake-Account. Ich kann aus Legal-Gründen kann ich jetzt leider nicht sagen, welchen Promi ich da gemieden.

25:00 Lorenz Meyer

Gut, der Papst vergibt dir alles. Der Papst ist da gar nicht.

25:03 Gavin Karlmeier

Ja, ich war der Papst. Also das war ja eine Spielart auf Twitter. Und ich habe aber das Gefühl, dass diese Spielart ihre Unschuld verloren hat und deswegen heute so nicht mehr möglich ist. weil wir inzwischen so einen sensiblen Umgang mit Richtigkeit von Daten haben. Und dabei, das ist ein Thema, das ist unwesentlich von Twitter, finde ich. Das betrifft alle. Also wenn ich beispielsweise an einen, sagen wir, an einen Fernsehsender denke. Nehmen wir mal ein ganz bekanntes Beispiel. Das ist, vielleicht, du könntest das wahrscheinlich besser erzählen als ich, aber der Krieg der Welten. Dieses BBC-Hörspiel, das in den. 30ern lief? 50ern? 60ern?

25:47 Lorenz Meyer

Wann war das denn? Hm, müsste ich auch erst googeln.

25:51 Gavin Karlmeier

Wir machen da hier live. Live-Recherche. Also, das war ein Hörspiel, das in der BBC lief und das so anfing und produziert wurde, dass man den Eindruck bekam, dass dieses Hörspiel gerade echt ist. Und Leute haben eben dieses Hörspiel gehört und haben dann das Gefühl bekommen, dass das eben gerade wirklich passiert Weißt du, also dass die BBC gerade vom Ende der Welt berichtet und die Leute sind deswegen in Aufruhr gewesen und waren irritiert deswegen.

26:20 Lorenz Meyer

1938 übrigens, wie aus der Pistole geschossen.

26:22 Gavin Karlmeier

1938?

26:24 Lorenz Meyer

Ja, zum Beispiel.

26:26 Gavin Karlmeier

Und egal, dass du es schneller recherchiert hast als ich, obwohl ich hier die ganze Zeit live gegoogelt habe. Aber naja.

26:34 Lorenz Meyer

Du hast doch die ganze Zeit parallel geredet. Aber ich weiß, dass das läuft bei dir sowieso rum und.

26:39 Gavin Karlmeier

. Das war nicht die ganze Zeit so. Das ist in einer separaten Spur, ne?

26:43 Lorenz Meyer

Genau. Zwischendurch machst du noch eine Schachpartie und noch irgendwas Drittes. Naja, was ich sagen will.

26:51 Gavin Karlmeier

Dieser Mechanismus fühlt sich heute unmoralischer an als 1938 und auch als 2011, finde ich. 2011 war sowas irgendwie witzig, die Leute sozusagen so ein bisschen das Publikum.

27:06 Lorenz Meyer

Genau, man konnte über den Streich lachen und jetzt ist es einfach nur noch bitter irgendwie. Weil die gesamte Thematik einfach nur noch bitter ist. Weil diese ganzen Streiche sind ja alle, die Realität hat diese Streiche ja längst eingeholt. Also die Realität ist ja viel bitterer als der schlimmste Streich sein kann, weil die echten Accounts sich Sachen herausnehmen können, die die Parodia übersteigern. Also das ist, also man kann als Parodist verzweifeln, weil du kannst es einfach die Wirklichkeit gar nicht mehr überzeichnen.

27:42 Gavin Karlmeier

Und das ist nämlich, glaube ich, genau das Ding. Dieses überzeichnende Wirklichkeit hat ja damals mit dem Stilmittel der, naja, man hat überzeichnet, indem man dem Bild. Konturen oder Linien hinzugefügt hat, die da nicht waren. Also indem man die Wahrheit gebeugt hat. Weil die Welt war nicht wirklich zu Ende, es klang nur so wie ein Hörspiel, wie eine Nachrichtensendung der BBC, es war aber ein Hörspiel. Und dieses Verschmelzen von Realität und Fiktion, das hat deswegen so gut funktioniert, weil man das eben nicht dauerhaft auch Heute passiert es aber durch die politische Rechte vor allem dauerhaft, dass man versucht, Realität und Fiktion aufzuweichen oder die Grenze dazwischen aufzulösen. Und dass Dinge, die eigentlich nicht wahr sind, so lange als Wahrheit behauptet, bis Leute das glauben. Bis Leute völlig völlig unüberprüft und völlig grundlos auch vier Jahre später in irgendwelche Fernsehkameras sprechen, ins Mikrofon und sagen, die letzte US-Wahl wurde manipuliert. Und das ist ja genauso ein Beispiel, finde ich. Es gibt ja keine Beweise für diese Behauptung, die einfach so in die Welt gestellt wurde, damit man einen Grund hat zu behaupten, dass eigentlich Donald Trump der richtige Präsident gewesen wäre, 2019. Nee, wann war das? 2021. Und wie bin ich eigentlich darauf gekommen? Ich habe mich da jetzt so reinget. Achso, wegen Jellinik. Und ich finde, dass man Sagen muss, sozusagen, ich zeige euch jetzt mal, wie einfach die Manipulation geht, indem ich das mache, ist für mich nicht mehr der beste Weg, um das zu tun. Weil es so einfach ist. Wir alle könnten das tun und mit ein bisschen Glück würden die Leute das glauben. Vor fünf Jahren war das cool und hat funktioniert. Heute macht die Realität das permanent. Falschinformationen in die Welt zu setzen. Und wenn ich anfange, mich dieses Mittel zu bedienen, dann mache ich am Ende das Gleiche, was alle anderen auch machen. Ich desinformiere. Und ich habe das Gefühl, dass wir damit nicht weiterkommen Wenn wir das alle die ganze Zeit tun, um uns gegenseitig einfach nur irgendwelche Exempel zu statuieren.

29:42 Lorenz Meyer

Nein, überhaupt nicht. Also, und zwar weder im Sinne der Aufklärung noch im Sinne der Satire. Als Satire funktioniert das eben auch nicht mehr

29:51 Gavin Karlmeier

Genau, ich glaube, genau. Und das betrifft übrigens ganz viele Bereiche, dass die Satire als reine, durch das reine Spiegeln von Dingen Nicht mehr funktioniert, weil die Realität so selber schon so überzeichnet ist, dass man nichts mehr überhöhen kann, ohne unglaubwürdig zu werden.

30:08 Lorenz Meyer

Ja, stimmt.

30:09 Gavin Karlmeier

Wir sind einer Meinung. Gut, und wir sind heute ganz philosophisch, Lorenz. Soll ich uns mal wieder in die Realität holen?

30:18 Lorenz Meyer

Ja, bring uns mal wieder irgendwas, irgendwelche ätzenden Fakten.

30:24 Gavin Karlmeier

Lass uns kurz über TikTok sprechen. In Großbritannien muss TikTok eine Geldstrafe und schreiben. Bitte?

30:30 Lorenz Meyer

Hattest du gestern schon diese Dänemark-Sache besprochen auch?

30:35 Gavin Karlmeier

Das weiß ich nicht. Welche Dänemark-Sache?

30:37 Lorenz Meyer

Irgendwie, dass Dänemark zurückrudert mit der Digitalisierung und und gegen TikTok irgendwie vorgehen will. Und so ein Bündnis? so ein Bündnis gegründet hat mit Nichtregierungsorganisationen. Das ist ganz spannend. Die Ideen haben so ein bisschen so den, die sind so ein bisschen verkatert. Die waren eigentlich die Vorreiter der Digitalisierung. Und die Schulen sind ganz toll ausgestattet mit iPads und die Kinder werden da schon irgendwie mit einem USB-Anschluss im Bauchnabel geboren. Und das ist alles ganz fortschrittlich. Und Ja, und jetzt ist es so, dass sie so denken, ja scheiße, die sozialen Kompetenzen sind vollkommen hinüber. Die Kinder können nicht mehr irgendwie ihren Namen schreiben oder so. Jetzt ist es so, jetzt will man die Technik wieder so ein bisschen zurückführen, zurückholen aus den Schulen und will da wieder ein paar Bücher und Atlanten hinräumen und die iPads irgendwie auf den Boden schmeißen und zertreten. Und gleichzeitig sagt man, wir wollen uns dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 nicht auf TikTok und Co. rauf dürfen. Fand ich einen super spannenden Ansatz. Ja, einen super spannenden Ansatz. Und ja, jetzt versuchen Sie da irgendwas auf den Weg zu bringen. Also Regierung und diese NGOs zusammen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Selbst wenn Sie es nicht durchbekommen, wird es aber vielleicht mal TikTok und Co. dazu veranlassen. Sich mal ein bisschen am Riemen zu reißen und wenigstens mit ein paar Sachen ihnen entgegenzukommen.

32:18 Gavin Karlmeier

Also es ist, ähm, es ist, wir haben ähnliche Themen hier schon öfter besprochen, weil es diverse amerikanische Bundesstaaten gibt, die auch so ein General Mindestalter für Social Media fordern. Und es gibt ein anderes Land, das das ganz massiv gerade fordert, und das ist Frankreich. In Frankreich wurde im Februar eine Studie veröffentlicht. die eben sagt, welche Auswirkungen Social Media auf junge Gehirne beispielsweise haben oder auf Minderjährige, wie groß die Abhängigkeit ist. Von sozialen Netzwerken und vor allem das Potenzial für größere Abhängigkeiten. Und Macron hat, als er die Neuwahlen ausgerufen haben, als ein seiner primären Wahlprogrammsgründe seiner Partei, die haben Nämlich gesagt, dass sie auch das fordern, ein wirksames Verbot von Social Media für Menschen unter 13 oder 15, je nach Netzwerk. Das, was daraus wurde, wissen wir noch nicht. Also es sind alles erstmal so Pläne und eventuell wird das kommen. Ich glaube aber, dass dieser Trend, dass der international grassieren wird, nämlich die Prüfung, weil schon jetzt ist es ja so, Instagram ist ab 13 nach eigener AGB, dass viele dieser Netzwerke. Sich wirklich wirksame Methoden zum Schutz der Jugend überlegen müssen. Wir wissen, dass die EU bei TikTok im Moment ein größeres Überprüfungsverfahren und Kontrollverfahren laufen hat nach dem DSA, um eben zu überprüfen, ob TikTok genug tut. um Abhängigkeiten von Jugendlichen zu verhindern oder einzuschränken. Und genau das ist auch so ein bisschen die Brücke zum Thema, über das wir jetzt sprechen wollen, Denn die britische Regulierungsbehörde, die erst Offcom, die hat jetzt 2,2 Millionen Euro Strafe verhängt an TikTok, weil der Konzern nicht genau erklären konnte. was er tut, um Kinder zu schützen. Also es gibt ein Gesetz dort in den UK, sogenannte Kindersicherung. Family Pairing, also die Möglichkeit, dass eben Eltern für Jugendliche Sicherheitsstellungen, Sicherheitseinstellungen vornehmen können, Bildschirmzeit festlegen können und so weiter. Und das haben sie bislang noch nicht so richtig umgesetzt und dieses Gesetz in Großbritannien schreibt eben auch vor, dass TikTok dazu einen Transparenzbericht schreiben muss, so wie es in der EU eben auch tun muss. Das haben sie dort aber nicht getan. Die hatten den Auftrag, diesen Bericht bereits am 4. September zu veröffentlichen. Das ist nicht passiert, am 1. Dezember wurden sie erneut gebeten, den zu veröffentlichen. Da hat TikTok gesagt, ja, alle Daten, die wir bisher so bereitgestellt haben, die waren nicht korrekt. Wir prüfen gerade, was die Ursache für die Ungenauigkeiten ist. Und am 14. September hat dann die Ofkommen eine richtige Untersuchung des Falles eingeleitet. Also das, was jetzt gerade hier bis hierhin geendet ist. Und am 28. März, also sieben Monate nach Ende der eigentlichen Frist, hat das Unternehmen dann Daten geliefert, die aber unvollständig waren. So, und deswegen gibt es eben jetzt diese Geldstrafenzahlung gegen TikTok. Ich kann mir vorstellen, dass das bei TikTok vielleicht so die ein oder andere Vorsicht auslöst, weil das bedeutet, okay, offenbar machen die alle ernst und wenn die EU Ähnliches tut, die hat ein deutlich schärferes Schwert als Großbritannien. Haben wir ein Problem. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass man sich gedacht hat, naja, es ist nur Großbritannien und es sind nur zwei Millionen Euro. Das nehmen wir doch in drei Tagen wieder ein.

35:33 Lorenz Meyer

Ja, genau. Deswegen, man muss mit diesen Strafen eskalieren. Das muss wirklich einfach wehtun. Und solange die 2 Millionen einfach ins GART drücken und noch von der Steuer absetzen. und sich sagen, naja, meine Güte, das ist irgendwie die, das sind die Werbeeinnahmen von einer halben Stunde oder so. Ja, so, so lange wird sich da nichts tun. Aber es ist ein schöner Anfang, ne? Also man muss jetzt, man muss jetzt wirklich langsam

35:59 Gavin Karlmeier

Mehr quälen, es hilft alles nichts. Ich stimme dazu.

36:03 Lorenz Meyer

Der Schmerz. Es muss der Weg durch den Schmerz gehen.

36:07 Gavin Karlmeier

Und das Problem ist, dass du Unternehmen nur dann wehtun kannst, wenn es ans Geld geht. Es gibt keinen anderen Weg, ein wirtschaftlich motiviertes Unternehmen, einem wirtschaftlich motivierten Unternehmen Schaden zuzufügen, außer zu sagen, ihr könnt kein Geld verdienen.

36:23 Lorenz Meyer

Ja. Ja, genau. Also weiter so. Und ja, ein bisschen dumm von UK, da kann man wieder nur an den Brexit erinnern. Sie hätten da schön mit Power drauflegen können, wenn sie noch in der EU wären. Aber nun gut. Wer nicht zu uns gehören will.

36:40 Gavin Karlmeier

So, so ist es. Ich hab so eine Geschichte mitgebracht, Lorenz. Und bei der Geschichte muss ich sagen, die. Also, das kann passieren, möchte ich direkt vorweg schicken. Und zwar hast du ja vielleicht mitbekommen, dass das Innenministerium und Nancy Faeser als Vorsitzende des Innenministeriums Das islamische Zentrum Hamburg verboten hat und damit auch mehrere Social Media Kanäle. Jetzt war es aber so, dass als die Menschen, die dort bei den Sicherheitsbehörden arbeiten, dieses Verbot durchsetzen wollten und eben bei den sozialen Netzwerken, ich weiß nicht, ob man das hört, hier ist gerade sehr laut ein Flugzeug vorbeigeflogen, als diese Sicherheitsbehörden eben dieses Verbot durchsetzen wollten und eben an die Drittplattform herangetreten sind und gesagt haben, hier diese Accounts sind in Deutschland nun nicht mehr. Aufrufbar, hat man offenbar vermutlich einen Tippfehler gehabt und zwar hat man nicht eingegeben youtube. com slash channel slash und einen längeren Code sondern youtube. com slash channel, also man hat ein n vergessen, slash duded. Was also deswegen passiert ist, ist dass für einige Stunden der YouTube-Account der Modemarke Chanel aus Deutschland nicht abrufbar war.

37:56 Lorenz Meyer

Das ist total lustig eigentlich. Das ist eine schöne Geschichte.

37:59 Gavin Karlmeier

Ich finde daran vieles interessant. Ich finde zum Beispiel interessant, dass YouTube offenbar nicht mal die Links überprüft, bevor sie die Copy and Pasten. Sondern dass sie sagen, okay, Chanel scheint in Deutschland nun verboten zu sein. Das muss stimmen. Und ich finde daran aber auch interessant, dass das offenbar, also dieser Tippfehler passiert ja nur, wenn du das abtippst von Hand. Jetzt kommt aber hinter diesem Channel am Ende, kommt so eine. 30-stellige Kombination aus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Zahlen. Und ich, also, warum wird das von Hand abgetippt? Ich verstehe das nicht.

38:36 Lorenz Meyer

Ja, wenn ich Chanel wäre, würde ich jetzt auch wegen Diskriminierung klagen und würde sagen, Louis Vuitton und Prada müssen auch verboten werden.

38:47 Gavin Karlmeier

Aber bitte nicht Gucci.

38:50 Lorenz Meyer

Okay, nee, sorry, das können jetzt die Leute gerade nicht sehen. Du hast so einen Gucci-Trainingsanzug an, ne?

38:55 Gavin Karlmeier

Ich also Wenn der nicht teuer wäre, fände ich das witzig, mir so einen aus Scherz zu kaufen. Er ist mir aber leider, also der ist nicht im Bereich des Bezahlbaren. Aber stell dir mal vor, ich würde hier im Gucci-Trainingsanzug sitzen, Lorenz.

39:12 Lorenz Meyer

Das wäre cool, ja. Ich dann auch irgendwie. Und dann machen wir so die Hackendorn-Rapper. Ich will so eine 2-Kilo-Goldkette im Wert von 120. 000 Dollar haben. Natürlich nur leihweise irgendwie.

39:28 Gavin Karlmeier

Kette dran, das Rap-Update.

39:32 Lorenz Meyer

So, jetzt bitte wieder ein bisschen ernst.

39:34 Gavin Karlmeier

Ja, Entschuldigung, Lorenz, ich habe noch eine Geschichte zum Schluss heute. Und zwar gibt es Veränderungen, was den Deal zwischen Reddit und Google angeht. Also wir wissen schon länger, dass Reddit und Google einen Deal geschlossen haben. Teil dieses Deals ist beispielsweise, da haben wir schon super oft drüber gesprochen, dass der Chatbot Gemini von Google, dass der sich auf Trainingsdaten aus Reddit-Posts näheren nähert. Nerd, trainieren lässt. Das heißt, du findest Reddit-Antworten, wenn du nach Dingen suchst, da sind schon lustige Dinge passiert, da haben wir alles mitbekommen, soweit so, okay. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt dieses Deals, über den bislang noch nicht gesprochen wurde. Und zwar gehört zu diesem Deal offenbar auch Dass Reddit, also wenn du nach etwas suchst und dahinter Reddit schreibst, was sehr viele Menschen tun, die sich zum Beispiel etwas Teureres anschaffen, also wenn du nach einer Kamera, nach einem Kühlschrank, einer Waschmaschine oder einem iPhone suchst. oder dem Telefon, dann gibst du den Namen des Produktes ein, dahinter Reddit. Und das machen so viele Leute, dass einer der Top-Google-Vorschläge bei egal welchem Produkt ist, inzwischen, dass dahinter dir vorgeschlagen wird, Reddit zu schreiben. Und es ist offenbar so, dass wenn du das jetzt tust bei Bing, DuckDuckGo, Quant, also bei alternativen Suchmaschinen, die nicht die Indizierung von Google benutzt. Dass du keine Ergebnisse mehr siehst, zumindest keine aktuellen Ergebnisse. . Also bei DuckDuckGo ist es zum Beispiel so, dass wenn du nach etwas mit Zeit. reddit. com suchst Dass du insgesamt nur noch sieben Links bekommst. Und du kriegst angezeigt, wir würden ihnen gerne eine Beschreibung zeigen, aber die Webseite erlaubt es uns nicht. dass du also keinerlei Auswertung mehr bekommst. Das heißt, dass Reddit alle Suchmaschinen außer Google offenbar ausgeschlossen hat, was offenbar Teil dieses Deals ist.

41:14 Lorenz Meyer

Ja, man sieht, das ist nicht gut, wenn einzelne Firmen so eine große Macht haben.

41:21 Gavin Karlmeier

Naja, vor allem, also selbst wenn da kein Geld bei fließt, müsste man jetzt nochmal detaillierter darüber nachdenken, ob da Gelder fließen. Aber selbst wenn da kein Geld fließt. Ist das ja ein wahnsinnig interessanter Deal, weil für Reddit macht das vermutlich einen nicht wirklich großen Unterschied, denn sie werden den Großteil mit Riesenabstand ihres Traffics über Google generieren. Für Google macht das allerdings einen großen Unterschied, weil sie damit alternativlos sind für all die jungen Menschen, die eben nach Inhalten suchen, die eben bei Reddit passieren. Und das finde ich interessant, dass man hier jetzt so eine Art Also, das kennt man sonst aus der Musikbranche, dass man so Exklusivitätsstils abschließt, dass man sagt, mein Album ist jetzt für eine Woche erstmal nur bei Tidle. Oder ich spiele jetzt, wenn ich dies aber auch noch am Ring spiele, kein anderes Festival. Dass solche Deals jetzt auch bei Google offenbar passieren, finde ich. Ein bisschen beängstigend, weil Google mit seiner Marktmacht nicht in der Lage sein sollte, das eigentlich offene Internet so einzuschränken, dass man sagt, ich möchte nicht, dass andere Leute dich sehen. Das ist das. Schlimm.

42:32 Lorenz Meyer

Das passt auch nicht in die Google-Firmengeschichte, die sie so erzählen und die sie so leben wollen. Das passt doch gar nicht zum Unternehmensgeist.

42:46 Gavin Karlmeier

Du meinst das Unternehmen, das eigentlich immer sich dafür eingesetzt hat? Naja, früher hatten sie mal den Slong Don't Be Evil. Aber es wird wohl auch einen Grund haben, warum sie das irgendwann abgeschafft haben. Also, ja, ich also ich Ich finde, das ist und das macht Google ein bisschen uncool. Nicht, dass Google sich jetzt in der Vergangenheit sich damit hervorgetan hat, besonders cool zu sein, aber es nimmt so, es zeigt so, wie viel wie. Was so dicke Polster und Schultern und Ellenbogen man sich gerade aufbaut, gegen andere Suchmaschinen, die halt gerade mal einen Bruchteil des eigenen Marktanteils irgendwie sind.

43:23 Lorenz Meyer

Ja, es ist absolut unsouverän. Genau. Es ist absolut unsouverän, wenn da der Panzer sich sich nochmal eine weitere Panzerschicht anschafft irgendwie und und drumherum sind da nur so kleine Kinderschubkarren.

43:36 Gavin Karlmeier

Also ja, irre. Irre und Frech. Ja. Okay, jetzt damit sind wir, glaube ich, für heute zumindest durch, weil wir ja ein paar Sachen auf Sonntag geschoben haben, wo du wiederkommst, lieber Lorenz.

43:47 Lorenz Meyer

Ja, Wahnsinn. Ich verspreche auch dieses Effekt nicht mehr, das Effektgerät nicht mehr zu benutzen.

43:54 Gavin Karlmeier

Ich verspreche das. Allen, die das hören, ich verspreche das. Oh Leute, jetzt haben wir gar nicht darüber gesprochen, dass Elon Musk wieder gegen Mark Zuckerberg kämpfen möchte.

44:04 Lorenz Meyer

Ach ja, genau, da bin ich auch dafür. Nur zu, ja, was für ein Trashtyp. Es ist ein Troll, es ist einfach unglaublich. Diese Ja, es ist also ein Kind. Leider haben es, wenn Kinder so große Macht bekommen. Eltern, passt auf auf eure Kinder.

44:21 Gavin Karlmeier

Zuckerberg hat einfach nur darauf geantwortet, are we really doing this again? Also machen wir das jetzt hier schon wieder?

44:29 Lorenz Meyer

Das ist auch wirklich so genervt, kann man auch nur gucken. Augenroll-Emoji.

44:35 Gavin Karlmeier

So, lieber Lorenz, vielen Dank, dass du heute da warst. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns da am Montag bevorsteht. Dann noch nihilistischer, dann noch düsterer, dann noch Nein, so viel schlechte Laune hatten wir ja gar nicht.

44:47 Lorenz Meyer

Nein, so wird das nicht gehen. Nein, nein. Jetzt am Montag kommen die richtig tollen Knöller.

44:53 Gavin Karlmeier

Ich freue mich drauf.

44:53 Lorenz Meyer

Ich verstehe es.

44:55 Gavin Karlmeier

Danke, Lorenz. Tschüss. Und allen anderen vielen Dank, dass ihr bis hierhin zugehört habt. Wir hören uns hier wieder am Montag. Mein Gast ist dann Lorenz Meier. Überraschung. Falls ihr Lust habt, euch anzuschauen, was so in der Welt passiert und wie die anderen Hackis so drauf sind, findet ihr dazu Infos im hakenden Discord, einem großen Chatroom, der umsonst zu nutzen ist. der wahnsinnig gut dabei hilft, sich mit anderen zu vernetzen. Hakenbann. org ist die Website. Vielen Dank und bis Montag.

45:22 Lorenz Meyer

Tschüss ihr Lieben.