Folge 381 · 27. Januar 2025 · 50 Min.
Schlechte Zahlen, Wahlmanipulationen und süße Winterstiefel
mit Dominik Hammes
Threads kriegt Ads, Musk kriegt kalte Füße (und Probleme mit seinen Schulden) und auf TikTok müssen sich Menschen in den USA nun Codes ausdenken, um über bevorstehende politische Probleme zu sprechen.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Dominik
00:08 Dominik Hammes
Grüß dich, Gavin.
00:09 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Dominik Hummel, den ich glaube ich nicht mehr vorstellen musste, weil es erst vor zwei Wochen hier. Dauergast, du hast es geschafft. Ich muss mir das nicht mehr vorstellen.
00:18 Dominik Hammes
Ich grüße alle, die mich kennen und meine Mutter an die Geräte zu Hause.
00:22 Gavin Karlmeier
Und du hast mir, ich bin leider übrigens immer noch am Kränkeln, ich huste mich hier immer noch.
00:26 Dominik Hammes
Tut mir sehr leid. Also du hast auch mein Beileid, ich verfolge es ja immer nur so aus der Ferne und Ich habe die Nachrichten gern geschrieben, wie stressig ist dein Leben gerade und er so, ich habe gerade die Folge neu aufgezeichnet und ich bin krank, kaha. So, okay, gut.
00:39 Gavin Karlmeier
Ich will gar nicht jammern. Ich will ja gar nicht jammern. Du bist doch ein Mann, du musst jammern. Aber warum wir heute sprechen, ist ganz wichtig. Weil sehr selten bekomme ich in meinem Leben 8 Minuten 30 Sprachnachrichten. Und so einen habe ich von dir bekommen.
00:55 Dominik Hammes
Zu was waren denn die 8 Minuten 30?
00:58 Gavin Karlmeier
Du hast Krieg mit Telegram-Bots angefangen.
01:01 Dominik Hammes
Ja, aber das waren noch keine 8,38, oder?
01:03 Gavin Karlmeier
Nee, du hast danach noch andere Dinge besprochen, die hergeben.
01:08 Dominik Hammes
Soll ich das hier vortragen? Es passt ja sehr gut hin.
01:11 Gavin Karlmeier
Erzähl mir mal die Geschichte, weil das ist so schön.
01:13 Dominik Hammes
Ich hole ein bisschen aus, wie wir alle, kriege ich auch auf WhatsApp da aber weniger, auf Telegram eben Bot-Nachrichten ab und zu. Hallo, also heute war wieder ein, hier ist dir alles, bist du sowieso. Und dann sind die so, ach nee, war es der falsche Name, die falsche Nummer, aber hey, wer bist du denn? Oder halt so geschäftliche, anfragen, Anfragen. Und ganz oft antworte ich tatsächlich, wenn ich Langeweile habe und dann schreibe ich sowas wie, tue ich so, als wäre ich Obi-Wan Kenobi und schreibe noch so Sachen, muss man eine Macht, also muss man von der bösen Seite wegkommen und sowas. Habe ich auch mal gescreenshottet. War ein großer Spaß, weil die sie ja lange mitgemacht haben. Meistens geben die irgendwann auf. Und hier war es jetzt so, es kam so einfach nur angeschrieben und nicht nur so ein Fragezeichen oder so geschickt. Und dann kam, wir sind von der sowieso GmbH in Deutschland, wir wollen dir ein Volltags- oder Halbtagsangebot machen. Und das fand ich halt auch so uninspiriert. Da habe ich einfach geschrieben, aber mit euch, gegen euch habe ich doch eh schon eine Klage am Laufen. Also auch innerhalb von Sekunden. Es kam mir sofort die Idee, weil ich das schon viel zu oft mache. Und dann kam erst nur okay. Und dann wurden die Chats gelöscht auf einmal. Die Chats waren auf einmal alle weg, das habe ich noch nie erlebt. Und dann habe ich geschrieben, haha, ich habe eh schon Screenshots gemacht, die jetzt beim Anwalt sind. Ist natürlich alles Quatsch. Und dann war der Account weg. Dann haben sie es nicht komplett entfernt. Und ich kann das nur jedem raten, wenn ihr da in die Interaktion geht. Also das Beste ist natürlich einfach blocken und reporten. Aber seid kreativ. Vielleicht sitzt manchmal doch ein Mensch da und kriegt kurz Panik und sagt vielleicht das nicht der beste Job, den ich haben kann. In der Regel wird das ja doch illegal sein, was da passiert.
02:45 Gavin Karlmeier
Das ist es. Kalte Akquise. Ich bekomme das täglich. Ich habe erst heute, habe ich dir geschickt, auch hat mir Rita geschrieben. Hallo, bist du Jack? Kriege auch schon die Jobs angeboten. Der Telegram-Spam ist echt crazy doll. Und was mich am meisten nervt an der ganzen Geschichte ist, wenn man AirPods nutzt. Die lesen einmal Push-Nachrichten vor. Und es gibt irgendeinen Bug bei Telegram. Da wird immer die erste ungelesene Telegram-Nachricht vorgelesen. Das heißt, wenn ich jetzt in einer Gruppe bin, vor so sechs Nachrichten innerhalb von zehn Minuten kommen, dann bekomme ich jedes Mal dieselbe Nachricht vorgelesen, nämlich Nachricht von Rita, hallo bist du Jack. Und das ist wahnsinnig stirend. Und ich dachte, weil wir, als wir gesprochen haben, war der Stand ja noch, dass du seitdem auch keine Nachricht mehr bekommen hast. Und dachte, das wäre jetzt der Hack, um aus dieser Misere rauszukommen, aber das ist dann oft mal leider.
03:33 Dominik Hammes
Verstehe ich auch nicht so ganz, weil man kann bei Telegram ja ohne Telefonnummer auch online sein. Und ich frage mich dann halt immer, wie schreiben die mich an, wenn ich mit meiner Telefonnummer drin bin. Ist das einfach nur Zahlen durchgezählt? Dann müssen es irgendwie mehrere Zentren sein, die das machen, weil in dem Zentrum, die werden mich wahrscheinlich auch geblockt und so sagen, ey, nee, nee, nee, nee, nee, auf gar keinen Fall. Der hat anscheinend zu viel Zeit.
03:52 Gavin Karlmeier
Ich glaube, sie gehen ja auch Gruppen durch. Also wenn du in irgendwelchen größeren Gruppen drin bist, dann wirst du darüber auch.
03:57 Dominik Hammes
Ich wurde auch neulich in eine riesige Gruppe wieder reingeballert, wo dann auch alle Accounts Bots waren und so getan haben, als wäre der Vorschlag richtig gut, der hier gemacht worden ist. Ah, ich habe schon so viel Geld damit verdient. Leute. Bauernfängerei, also da tut man den Bauern auch in dem Sprichwort nicht wirklich, nicht eine faire Perspektive, weil so blöd ist man doch wirklich nicht, nur weil man den Beruf hat.
04:17 Gavin Karlmeier
Es wird auch regelmäßig in so Kryptogruppen hinzugefügt. Telegram ist auf jeden Fall, finde ich, was das angeht, ziemlich hinterher. Also, nee, wie sagt man hinterher? Würde ja bedeuten, dass sie das versuchen zu lösen. Nee, so hintendran. Die sind hintendran, was Spam-Bekämpfung angeht.
04:32 Dominik Hammes
Wahrscheinlich haben sie auch keinen Bock. Also es wird auf jeden Fall zu wenig da moderiert und weggebannt, ja.
04:37 Gavin Karlmeier
Das ist so abgesehen von all den anderen Problemen, die Telegram so hat, über die wir hier schon öfter gesprochen haben. Ansonsten gibt es ein kleines Housekeeping, weil sich seit der letzten Folge etwas verändert hat. Wir haben über die Aktion des Zentrums für politische Schönheit gesprochen, die nach eigener Angabe eine Projektion des maskschen Hitler-Grußes aufschaut. die Gigafactory in Brandenburg geworfen haben. Daraufhin hatte die Polizei zunächst, das war der Stand bei der Aufzeichnung gemeldet, es gibt keine Hinweise darauf, dass es echt war, sondern hat. wohl Hinweise darauf eher, dass es eine Fotomontage ist. Und kurz nach der Aufzeichnung hat dann der Startschutz angefangen zu ermitteln, weil eben diese Projektion wohl doch echt gewesen sei, es auch Fotos der Projektoren gibt auf diese, auf dieses Werk in Grünheide. Und das Interessante ist aber, dass erst durch diese Ermittlungen des Staatsschutzes jetzt eigentlich, finde ich, die Aktion überhaupt einen Sinn bekommt. Weil der Sinn nun ist, also abgesehen davon, dass du Aufmerksamkeit für dieses Thema generierst, wo Thorsten auch meinte ja, aber belehrt das Menschen, wir wissen es nicht. Der Sinn der Aktion ist aber jetzt, wenn der Staatsschutz feststellt, dass die Projektion dieses Bildes das Darstellen eines verfassungswidrigen Symbols war. Dann haben wir schwarz auf weiß, dass nach deutscher Rechtsprechung diese Geste von Elon Musk tatsächlich ein Hitler-Gruß war. Und das halte ich für einen fantastischen Move. Ich weiß nicht, ob das Zentrum für politische Schönheit das so einkalkuliert hat alles, aber das wäre ein toller Outcome.
06:02 Dominik Hammes
Ja, und wir sind auch, ich glaube, wir sind beide auch d'accord mit, egal wie es war, dass sie sagen, ja, ja, das war immer der Plan. Also es ist völlig in Ordnung, wenn man sich das zuschreibt, auch wenn es vielleicht Zufall war. Das ist tatsächlich Eine Entwicklung, die zumindest, also schlimm wäre es natürlich, wenn es dann heißt, nee, war gar nicht so, also ist gar nicht ein Problem. Das Risiko besteht natürlich leider auch.
06:21 Gavin Karlmeier
Klar.
06:21 Dominik Hammes
Aber man muss sich damit beschäftigen, das ist schon mal gut. Ansonsten ist das ja alles eine sehr traurige Nummer. Also nicht die Projektion, sondern alles, was dahinter steckt.
06:30 Gavin Karlmeier
Apropos traurige Nummer. Ich will inhaltlich gar nicht da reingehen. Also über das, wo wir über Wert sprechen, weil das bringt nichts. Aber Elon Musk war live beim AfD Parteitag zugeschaltet. Wie gesagt, wir gehen inhaltlich da nicht rein. Was erwartet ihr da für eine Erkenntnisgewinn, ehrlicherweise? Aber Ich will so ein bisschen Metakritik, Meta-Medienkritik üben. Weil ich so ein bisschen darüber nachgedacht habe, was hat. Elon Musk eigentlich davon, sich auf den AfD-Parteitag zuzuschalten. Weil die Leute, die da sitzen, die werden eh alle sagen, dass die AfD, genau wie Musk sagt, die Rettung für Deutschland sagt. Also die wird er nicht überzeugen müssen. Aber die Aktion als solche, die reicht, um Medienecho zu kriegen, um damit nochmal Schlagzeilen zu generieren, die über. AfD hält Parteitag ab hinausreichen. Das heißt, der eigentliche Sinn der Aktion ist es, damit Schlagzeilen zu generieren. Und da frage ich mich doch, und damit. Will ich jetzt gar nicht die ganz großen Nachrichtenmedien, die versuchen, so neutral und faktenbasiert wie möglich Bericht zu erstatten, kritisieren? Aber viele andere, die in sozialen Medien darüber sprechen und sich darüber aufregen und das quasi nochmals ein Thema machen und der Aktion Reichweite geben, weil am Ende ist genau das ist, was Elon Musk damit bezwecken wollte. Also dass ihr zum Beispiel ein Spiegel darüber berichtet, weil es eine Sache ist, die berichtenswert ist, geschenkt, halte ich für deren Aufgabe. Aber ist es wirklich unsere Aufgabe, dass wir uns jetzt alle nochmal darüber aufregen, über eine Sache, die eigentlich eine total durchschaubare Nummer ist.
08:04 Dominik Hammes
Reichster Mann der Welt versucht, weiteres Wahlergebnis zu beeinflussen. Wäre eine gute Headline zum Beispiel. Für mich persönlich muss man nicht unterschreiben, aber wäre so eine Interpretation. Wenn man sich einen Wahlkampf einmischt, versucht man immer das Ergebnis zu beeinflussen. Das tue ich ja auch, wenn ich versuche, Leute von irgendwas zu überzeugen. Das ist normal.
08:19 Gavin Karlmeier
Das tust du auch, wenn du wählen gehst, übrigens.
08:21 Dominik Hammes
Genau, das tue ich auch, wenn ich wählen gehe, aber ich bin ja nicht der reichste Mann der Welt und ich spreche auch nicht vor Denen, auch so oder so nicht. Natürlich will er das. Also unabhängig davon, was er noch will, und dann ist man ja immer in dieser Ferndiagnose. Er ist ja auch immer ein bisschen Edge-Lord-Humormäßig und er weiß auch grob, wann was viral geht. Und da wusste er genau, ey, wenn ich da einfach nur da bin, fünf Minuten investiere, zwei, drei Sprüche bringe, die so edge-lauddy sind, wie man es von mir gewohnt ist, dann werden die wieder alle durchdrehen. Unabhängig von allen politischen Absichten, natürlich war das kalkuliert. Und die Frage ist, die du stellst, ist ja, sollten wir das überhaupt alle thematisieren? Ähm Da ist wieder die schwierige Sache Alle, die man mit der Frage erreicht, sind nicht so viele, als dass es nicht trotzdem passieren würde.
09:04 Gavin Karlmeier
Das ist wahr. Ja. Ich wollte es nur noch mal mitgeben, dass jede Reichweite am Ende, das ist das Ziel der Aktion. Es geht da nicht darum, wirklich inhaltlich Einfluss zu nehmen. Es geht nicht darum, nicht mehr. darum wirklich eine Veränderung herbeizuführen, sondern die Veränderung, die dadurch entsteht, passiert über Bande. Und die dürfen wir nicht einfach geschehen lassen, indem wir die Bande sind. Das ist nicht gut.
09:24 Dominik Hammes
Nee, man muss zumindest grob Impfstellungen beziehen, so wie wir es jetzt hier tun, weil da geht es ja nur um die Mechanismen gerade.
09:30 Gavin Karlmeier
Genau, mir geht es nur um Mechanismen. Mir ist sogar, also Dafür muss man sich ja gar nicht politisch positionieren, um zu sagen, es ist ein Problem, wenn der reichste Mann der Welt bei einer politischen Partei, egal übrigens welcher Strömung ehrlicherweise. Absolut. versucht, darüber Stimmenfang zu betreiben und am Ende Wahlkampfmanipulation. Also ob das eine ist, müssen Gerichte entscheiden, aber man kann das zumindest so lesen.
09:53 Dominik Hammes
Man kann es so lesen oder man könnte halt sagen, er macht Werbung für sich, weil er ist ja auch eine Person des öffentlichen Lebens und für seine Produkte wäre dann kapitalistisches Interesse. Könnte man auch so lesen, wäre auch nicht unbedingt cool.
10:05 Gavin Karlmeier
Man kann das Ganze noch ein bisschen weiter drehen, da kommen wir nämlich jetzt zu einer Recherche, die die Bundesdatenschau ans Tageslicht gebracht hat. Die Bundessdatenschau sind drei Datenwissenschaftler. die Tweets vom Bundestagsabgeordneten analysieren und schauen, welchen Impact hat das, was passiert da. So, und die haben hier, schreibt zumindest die FAZ. mal sich angeschaut, welche Reichweite die Tweets der AfD in letzter Zeit aufgebaut haben und wie viel sie eigentlich geschrieben haben. Und die FAZ schreibt. Elon Musk zeigt Wirkung. . . Die Reichweite der AfD ist auf der Kurznachrichtenplattform X geradezu explodiert, seitdem Musk die AfD offen unterstützt. Rund 60 Millionen Impressions hat die Partei mit ihren Kurznachrichten allein in den letzten zwei Wochen erreicht. und damit deutlich mehr als alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Interessant ist, dass die AfD dafür nur ungefähr 1100 Tweets brauchte, während die FDP zum Beispiel 1800 Tweets geschrieben hat. damit allerdings nur 17 Millionen Impressions generiert hat. 17 Millionen gegen 60 Millionen. Das ist ein ganz schön großer Unterschied. Und die Frage, die hier sich natürlich anschließt, ist die. ist eine technische Frage, nämlich die Frage, wie kommt es dazu? Liegt das A daran, dass sich das Publikum auf Ex so verändert hat, dass die Leute sich dafür interessieren? Oder liegt es möglicherweise daran, dass Ex eine Manipulation des Algorithmuses vorgenommen hat? Sie haben mit der Medienforscherin Katja Munios. . Munios, Munios gesprochen, Munios wahrscheinlich, die ist Research Fellow im Zentrum für Geopolitik, Geoökonomie und Technologie in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. . Und sie sagt, wir reden über künstlich hergestellte Reichweite. Viele kleine Steine schlagen auch viele Wellen. Und sie glaubt, dass. Die Aufgabe ist nun ist, die Manipulation einer künstlich erschaffenen Infrastruktur offen zu legen, indem man ein Frühwarnsystem entwickelt, weil es hier nicht darum geht, Zensur zu betreiben, sondern künstlich geschaffene Reichweite offenzulegen. Und diese, das muss man natürlich diskutieren, weil wir können in den Algorithmus, auch wenn er nach eigener Aussage ja Open Source ist, nicht reinschauen. Wir wissen nicht, ob diese Parteien tatsächlich algorithmisch gepusht werden oder ob, wie gesagt, das Publikum auf der Plattform so ein anderes geworden ist, ob polarisierende Inhalte nicht generell eh viel, viel mehr Reichweite bekommen. Ob die Reichweite, die Alice Weidel beispielsweise durch den Lifespace mit Musk bekommen hat, nicht schon dafür reicht, um die Sichtbarkeit ihrer Tweets und der ihr angeschlossenen Accounts zu vergrößern. Das sind ja alles so, also rein auch so von organischen Mechanismen vorliegende Gründe, die es geben kann. Aber diese Diskrepanz zwischen AfD und FDP finde ich doch schon sehr, sehr groß.
12:42 Dominik Hammes
Die ist sehr groß. Es ist natürlich schwierig, das von außen einfach nur zu bewerten, weil da kannst du tausend Argumente für und wiederbringen. Und deswegen ist diese Arbeit auch so wichtig, weil wir sind ja. Ich kann für alles Argumente bringen, aber wir brauchen ja Leute, die mit Datenanalyse umgehen können, die technisch auch mehr Ahnung haben. Bei der Sache mit dem transparenten Algorithmus Wie transparent ist der Algorithmus, der jetzt gerade läuft oder der, den man transparent raushaut. Also, das ist das alleine Problem. Aber was man maximal offenlegen oder erkennen kann, wenn man irgendwas offengelegt wird, wenn er denn vollständig dokumentiert ist, ist dieses, man kann den manipulieren. Also ganz billig runtergebrochen, stelle ich es mir als letztlich Kacknup so vor. Es kann ja auch wie ein Config-Fall sein, dass da steht, ja hier sind die und die Werte. Aber wenn ich da jetzt was anderes eintrage in den Werten, dann passiert halt das. Und damit hätte man dann eine Stelle, wo man ihn sehr einfach manipulieren kann. Es ist nicht so simpel, das ist mir absolut klar. Aber das Prinzip ist vielleicht Genau das Gleiche. Deswegen werden wir da so schnell auch keine Antwort kriegen. Also das gilt auch für alle Social Media Plattformen. Also wenn es einen Algorithmus gibt, eine Offenlegung ist immer eine komplizierte Sache und wie sehr man denen vertrauen kann. Sehr, sehr schwierig.
13:48 Gavin Karlmeier
Genau, es sind Black Boxen. Im Zweifel wissen ja nicht mal die Betreiber selber, gibt es ja genau, wie dieser Algorithmus funktioniert.
13:54 Dominik Hammes
Manchmal auch leider das, ja.
13:55 Gavin Karlmeier
So, aber was Sie ja sehr wohl wissen, ist, welche Signale sie stärker gewichten als andere oder was sie an händische Veränderungen in diesen Algorithmus hineingeben. Und dass wir allein diese Diskussion führen, weil eben die Datenlage das so zeigt, zeigt ja, dass wir ex genau das zutrauen müssen. dass wir Maske zutrauen müssen, dass hier eine Wahlmanipulation durch Reichweite beispielsweise möglich ist. Auszuschließen ist das nicht. Und das Problem ist, es ist auch nicht so leicht zu erforschen.
14:24 Dominik Hammes
Ja, und das ist so eine Sache, die gefühlt, wenn man jetzt nicht kritisch drauf schaut, einfach passiert, ohne dass man irgendwie was mitbekommen müsste. Es ist halt der Unterschied zu, es sind 100 Leute in einem Raum, aber einer hat ein Megafon. Also das sieht halt jeder und man hört es auch sofort. Und der hat als einziger Mano X, aber ist dann am lautesten, man hört die anderen nicht. Und so kann man sich das extrapoliert ungefähr vorstellen, wenn gar nicht so viele Leute dieser Meinung sind oder irgendwas teilen wollen. Und trotzdem sieht jeder.
14:52 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Oder stell dir vor, du bist auf einer Konferenz und jeder hat ein Mikrofon, aber deins ist ein Dezibel lauter als die alle anderen.
14:59 Dominik Hammes
Oder du bist Christian Goeth und hast eine Stimme, dass du keins brauchst. Also das passiert halt einfach. Aber ja, es ist einfach unfair oder meinst du es halt nicht an? Ach so, ja gut, dann werde ich, dann kann ich halt nichts dazu sagen.
15:10 Gavin Karlmeier
Dann halt nicht habe ich wohl keine Stimme. Aber interessant ist auch, schreibt die FAZ weiter, dass die Zahl der Likes eine ganz besonders große Diskrepanz aufbaut. Wir haben ja gerade festgefest. Festgestellt, dass die FDP auf Platz zwei mit den Impressionen liegt, indem sie 17 Millionen Impressionen mit 1800 Tweets bekommt. Diese Tweets haben allerdings nur 360. 000 Likes bekommen. Die Grünen haben für ihre Tweets 460. 000 Likes bekommen, die AfD etwa 2 Millionen. Also auch da sieht man einen deutlich größeren Vorsprung. Jetzt muss man auch dazu sagen, wir kennen das aus dem Wahlkampf zur Europawahl im vergangenen Jahr. dass die AfD auch dort mit großem, großem Abstand die erfolgreichsten Inhalte dort veröffentlicht hat und die größten Reichweiten aufgebaut hat. Und natürlich ist eine Partei, die streitbarer ist.
15:58 Dominik Hammes
Vorsichtig formuliert. Oder weniger Skrupel hat in der Art und Weise, wie man diskutiert und auch keine.
16:03 Gavin Karlmeier
Genau.
16:04 Dominik Hammes
Und man sieht halt, hier passiert nicht so viel bei den anderen, warum sollen wir uns diesen dieses Sprachrohr eben nicht aneignen, das ist wiederum sehr valide in meinen Augen, dass man einfach sagt, naja, warum soll man hier nicht Wahlkampf machen? Darf man ja. Und wenn man da der Erste ist und das konstant macht, baut man sich halt auch was auf. Das gilt bei denen genauso wie bei allen mit einem anderen Interesse, bei Creatern oder sonst was.
16:22 Gavin Karlmeier
Genau, was ich nur sagen will, wenn du eine Partei bist, die streitbarere Inhalte hat, dann ist es auch klar, dass das auf Social Media Plattformen von Algorithmen stärker belohnt wird, weil. . Beide Lager im Zweifel diskutieren. .
16:33 Dominik Hammes
Enragement creates engagement. Sorry.
16:37 Gavin Karlmeier
Schön. Aber das muss man sich alles mal anschauen, wenn man dann die Möglichkeit dazu bekommt, weil es eben nicht auszuschließen ist, dass hier Signale verstärkt werden, um weniger demokratiefördernde Parteien. Ich bin heute sehr vorsichtig, ich hau heute mal wenig, ich bin krank, ich habe keine Lust mal den ganzen Tag diskutieren zu müssen. Aber Ihr wisst ja, wie ich dazu stehe. Ich will nur sagen, das ist nicht auszuschließen, dass das auch noch begünstigt wird von Ex. So, und um das Ganze aber. Vorab offenbar ein bisschen einzunorden hat eine Veranstaltung stattgefunden, eine Bundesnetzagentur, die ja Digital Services Coordinator ist. nämlich ein sogenannter runder Tisch. Und da wurden alle Flops eingeladen, also alle Very Large Online Platforms nach Digital Services Act. Sehr kompliziert. Und das Interessante ist. teilgenommen haben, YouTube, LinkedIn, Microsoft, Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und X. . Das heißt, es hat jemand von X, dass wir da schon überrascht sind, die haben da teilgenommen, in der Pressemitteilung gibt es leider keine Hinweise darauf, ob sich irgendjemand auf irgendetwas kommt. Aber viele dieser Parteien wurden eben auch eingeladen, jetzt zum Beispiel einen Stresstest durchzuführen Ende Januar. Und am Ende geht es eigentlich vor allem darum. Verstöße gegen den DSA zu verhindern, kurzum Wahlmanipulation vorab zu verhindern und es eben auszuschließen, dass auf diesen Plattformen eben leichter Wahlmanipulation stattfindet.
18:03 Dominik Hammes
Das klingt alles sehr sinnvoll und ich bin überrascht, dass wirklich jeder dann von den Großen da war. Das macht mich stutze ich fast schon.
18:11 Gavin Karlmeier
Naja, man muss auch dazu sagen, also wenn da jetzt so ein Abgesandter von Ex hinkommt, der wird natürlich trotzdem da irgendwelche Lippenbekenntnisse bezahlen.
18:18 Dominik Hammes
Dasein ist ja so die absolute Minimalgeste, die man bringen kann, aber wir haben ja beide noch nicht mal gedacht, dass die denen ein Flugticket bezahlen, ne? Wenn sie es denn getan haben. Ich bin privat hier. Das wäre noch besser gewesen.
18:32 Gavin Karlmeier
Aber auch Facebook und Instagram waren auch da, die ja vorab schon gesagt haben, sie haben keine Lust mehr auf Zensur. Offenbar sehen das nicht alle im Unternehmen so. Und wahrscheinlich wird so eine Entscheidung, gehe ich jetzt zum runden Tisch der Bundesnetzagentur oder nicht, nicht zu Mark Zuckerberg hocheskaliert. Und der weiß es wahrscheinlich nicht. Wäre jetzt so meine These.
18:51 Dominik Hammes
Es gibt ja nur die zwei These. Entweder es ist ihm so unwichtig, dass er es gar nicht weiß und dass er auch intern damit d'accord ist. Oder er weiß es zwar, aber er ist so, naja, dahingehen ist ja jetzt erstmal das, wie du gesagt hast, man committet sich nicht, man sagt so nichts, ja und nein. Aber die sind erstmal ruhig, weil man gezeigt hat: Ja, wir sind gesprächsbereit, wir hören uns euch mal an. Nimmt von unseren Trilliardenumsätzen ja auch nichts weg. Also mach mal. Haben wir vielleicht wieder fünf Minuten länger Ruhe.
19:16 Gavin Karlmeier
Kann auch sein. Genau so könnte es auch sein. Auf jeden Fall finde ich aber, wie du auch schon sagst, die wahre Nachricht daran ist eben die rege Teilnahme an diesem runden Tisch, weil das doch immerhin Ob es jetzt ernst gemeint ist oder nicht, aber es zeigt zumindest, dass man sich mit dem Thema Bundestagswahl auseinandersetzt. Dass Leute dahin gehen, zeigt ja genau das. Und das ist ja eigentlich erstmal eine gute Nachricht. Ja. So Und dann müssen wir mal kurz nochmal über Ex und Elon Musk sprechen. Elon Musk hat es geschafft, mit Ex nochmal große Schlagzeilen zu generieren am Wochenende und ist damit sogar bis bei der Bild gelandet. Mit der Schlagzeile, Elon Musk ist unzufrieden mit dem Ex-Geschäft. Ich habe mal hier so ein bisschen Presseschau, ich habe ein bisschen zusammengesammelt.
20:06 Dominik Hammes
Ja, ich habe es schon gesehen. Was ich übrigens spannend finde, ist, dass der letzte Satz war, irgendwas muss ja die Originalquelle herkommen. Und ich würde damit tatsächlich immer anfangen, in dem Fall, weil eine E-Mail an die Mitarbeiter Die er geschrieben haben soll. Mein Punkt ist halt der, normalerweise war dich bei Maske auf dem Punkt, wo er sagt, und das ist wegen den anderen, also wegen irgendjemand anderem. Und der kam ja nicht. Deswegen war ich so: Was ist denn das für eine Pressemitteilung von ihm oder für ein Interview? Dann war es eine E-Mail intern, dann ergibt das natürlich so.
20:31 Gavin Karlmeier
Also genau. Es ist eine interne E-Mail, die dem Wall Street Journalist, die dem Wall Street Journal vorliegt. Von der Elon Musk aber sagt, sie ist gelogen, was dafür spricht, dass sie echt ist. Wahrheitsexperte. Und darin sagt er. Unser Nutzerwachstum stagniert, der Umsatz ist nicht beeindruckend, wir kommen kaum über die Runden. Und das Interessante ist aber, dass dieses sich beklagen, dieses Sich Beschweren bei Mitarbeitern, was auch immer die tun sollen. Weil er hat der Werbekundenindustrie gesagt, Leute, schert euch zum Teufel. Er hat quasi dafür gesorgt, dass das Unternehmen eine politische Schlagseite bekommen hat, die zwar jetzt im Nachhinein vielleicht eine für eine wie soll ich sagen, für eine Genesung der Umsätze sorgen könnte. Das war aber ja nicht immer absehbar. Das heißt, dass die Umsätze in den letzten Jahren so massiv runtergerasselt sind. war alles sein Verschulden und sein Verschulden in der Ausrichtung des Unternehmens und der öffentlichen Darstellung von ihm. Naja, auf jeden Fall hat er sich jetzt bei den Mitarbeitenden von X beklagt. Dass es gerade alles nicht so gut läuft. Das Ding ist, wir kennen keine Zahlen, weil Ex ist nicht börsennotiert. Aber wenn Elon Musk sogar an die Belegschaft schreibt, dann spricht das dafür, dass die nicht besonders gut sind. Jetzt kann man aber sagen, warum schreibt Elon Musk diese E-Mail? Hört ihr das übrigens? Das ASMA hat nur fortgeschrittener, es regnet aufs Dach. Warum schreibt Elon Musk jetzt gerade diese E-Mail an die Belegschaft? Weil eigentlich kann man ja sagen, er ist ja eigentlich gerade genau da, wo er sein will. Er hat mit dem Unternehmen seinen Einfluss massiv vergrößert. Er hat seine Macht vergrößert, sein Reichtum ist größer als je zuvor, er schmust mit dem Präsidenten, er hat Einfluss auf Wahlen überall auf der Welt. Warum sitzt er da und beschwert sich? Naja, interessant ist, das hat The Word dazu geschrieben, Word the Journal natürlich auch und das Handelsblatt hat dazu eine relativ umfangreiche Recherche auch geschrieben. Morgan Stanley, eine der Banken, bei denen X Schulden hat, die Elon Musk aufgenommen hat, um das Unternehmen zu kaufen. Morgan Stanley plant wohl in der kommenden Woche. . seine Schulden weiterzuverkaufen an andere, also die Ex-Schulden, weil man davon ausgeht, dass diese Ex-Schulden oder diese Schuldscheine, so ist ja glaube ich richtig, gesagt, diese Schuldscheine nur noch weiter an Wert verlieren. Also morgen Stanley glaubt nicht, also anders gesagt, wenn du jetzt angenommen, du nimmst bei mir 10 Euro Kredit auf, Und ich habe aber das Gefühl, bei dir läuft es finanziell nur noch schlechter. Diese 10 Euro wirst du mir nicht zurückzahlen können. Dann habe ich ja zwei Möglichkeiten. Entweder ich behalte den Schuldschein und hoffe, dass sie irgendwann besser geht. In dem Fall hier könntest du ja sogar dazu führen, dass ich mehr bekomme als diese 10 Euro, weil es ja um eine Investition sich handelt. Ich kann aber auch sagen, ich gehe zu einem irgendeinem Schlägertypen, sage, hier, du kriegst 7 Euro Mach mit diesem Schuldschein, was du möchtest. Nee, ich will 7 Euro dafür. So wäre das. Das heißt, ich habe die Möglichkeit, entweder ich halte dieses Schuldverhältnis oder aber. . Ich veräußere es. Und das scheint Morgen Stanley jetzt eben zu planen. Übrigens genauso wie die Bank of Americas und Barclays überlegen, diese Schulden jetzt weiter mit Verlust weiter zu verkaufen. Naja, und Mong Stanley will das wohl in der kommenden Woche machen und das scheint Elon Musk nicht so gut zu gefallen. Weiter schreibt er übrigens in der E-Mail auch, dass er davon ausgeht, dass. . es sich wohl noch weitere Investoren finden lassen durch den Einfluss, den er jetzt im Unternehmen hat und in dem, den er auch in der Politik hat.
24:19 Dominik Hammes
Ja, Geschäft läuft halt nicht. Ja, aber die Frage, und da bereite ich jetzt gerne jemanden, der sich mit sowas auskennt, weil Wirtschaft ist für mich so, ich Jedes Jahr verstehe ich ein bisschen mehr und kriege mehr Kopfschmerzen, aber ich erfasse es nicht wirklich. Weil besteht denn grundsätzlich die Gefahr, abgesehen von einem Bankrott natürlich, der für die Firma passieren könnte, wo er vielleicht theoretisch mit irgendwas gerade stehen könnte, natürlich, als jemand mit relativ vielen finanziellen Optionen. Oder könnt ihr Machtverlust alleiden da drin, weil eigentlich ist es nicht mehr börsennotiert, man kann sie mir eigentlich nicht einfach so wegnehmen, wenn ich das richtig verstehe.
24:56 Gavin Karlmeier
Genau, man könnte es ihm nicht wegnehmen, es sei denn, sie wären halt zahlungsunfähig, weil Teile dieses Unternehmens gehören eben anderen.
25:02 Dominik Hammes
Wenn er den Kredit nicht abbezahlen kann, quasi. Also die Firma.
25:05 Gavin Karlmeier
Genau. So, dazu wird es vermutlich nicht kommen. Die Frage ist, ob er irgendwann da nochmal Geld reinsteckt, privates Geld. Vielleicht sogar auch Tesla-Money. So, das ist ja alles nicht auszuschließen.
25:17 Dominik Hammes
Das ist vielleicht das Ding, dass er privat einfach nichts reinstecken will und holst dann von irgendwo, wo andere dann sagen, ey, das ist aber nicht so nett, ob das legal ist, weiß ich ja wieder nicht. Aber das finden wir nicht gut, was du da machst. Ist ja nicht dein Geld jetzt, so ganz alle. Da merkt man so, wie vorsichtig ich werde, wenn ich mich nicht mehr auskenne.
25:34 Gavin Karlmeier
Nein, also Natürlich müsste der Verwaltungsrat beispielsweise zustimmen oder Aufsichtsrat. Jetzt wissen wir aber, dass im Fall von Tesla zum Beispiel, das wird wahrscheinlich nicht passieren, weil da die Aktionäre aufs Dach steigen werden. Aber dass diese beiden Räte bei Tesla ihm ja sehr wohlgesonnen sind und ihm ein sehr, sehr, sehr umfangreiches, milliardenschweres Aktienpaket zugestanden haben. Also es gab ja dieses Geschenk über das wir hier auch öfter gesprochen haben. Das heißt, nee, wahrscheinlich müsste er sich darum irgendwann selber kümmern, wenn Ex zahlungsunfähig ist. Jetzt gab es aber auch die These, die ich mehrfach gelesen habe. Gut, rein theoretisch könnte das hier aber auch eine politische Vorbauleistung sein, um irgendwann eine Fusion mit Truth Social zu rechtfertigen, dem Kurznachrichtendienst, der ja Donald Trump gehört.
26:19 Dominik Hammes
Und da müssen wir ja jetzt, also ich will nicht für dich sprechen, aber ich habe das Gefühl, wenn sie das morgen machen würden, die würden einfach fusionieren, wenn ich so, ja und ist jetzt auch völlig egal. Also mittlerweile ist das auch völlig irrelevant geworden. Hätten sie das vor zwei Jahren nur gemacht, hätte ich so, oh Gott, oh Gott, oh Gott, aber jetzt?
26:36 Gavin Karlmeier
Echte Formsache. Im Zweifel würde es, glaube ich, dazu führen, dass viele Leute in Europa jedenfalls das tatsächlich, also dann gäbe es wirklich kein Argument mehr, dort zu bleiben. Habe ich schon so oft gesagt. Aber dann eh nicht mehr.
26:51 Dominik Hammes
Dieser Rubicon hat sehr, sehr viele Ausläufe. Es gibt kein Argument mehr, es gibt zwar wirklich kein Argument mehr. Auch dieser Rubicon ist überschritten.
27:01 Gavin Karlmeier
Liebe Grüße Aber ja, also das wäre natürlich auch eine Lesart, die da drin steckt. Weil ansonsten ist so ein bisschen unklar, was Musk mit dieser E-Mail bezwecken möchte, außer die Leute auf noch mehr Extreme Hardcore einzustimmen.
27:16 Dominik Hammes
Ja, die Sache ist halt, vielleicht ist das, ich weiß nicht, ich weiß wirklich nicht, wie er tickt, aber verlieren. Ich glaube, das fühlt sich für ihn halt auch wie verlieren an, wenn das nicht im Plus steht, wenigstens oder auf schwarze Null oder sowas, weil als Instrument ist es immer noch toll. Er könnte auch sagen, mir doch kackegal, ob wir da. Minus machen. Im Zweifelzahl refinanzi ich das, aber das funktioniert ja für mich super als Netzwerk. Aber ich glaube, da ist er zu sehr, naja, es ist ein Unternehmen von mir, ich will schon, dass ich da, egal wo das Geld herkommt, dass sich das refinanziert. Und ähm Da ist halt auch die Frage, wie viel Image hängt da dran, wenn das wirklich ein Problem wird? Für ihn, für ihn persönlich.
27:51 Gavin Karlmeier
Klar.
27:53 Dominik Hammes
Ich glaube, wenn mehr Leute sagen, dass sie blöd gemacht ist, ist ihm das völlig egal, aber. In den Spiegel gucken kann er dann vielleicht nicht mehr.
28:00 Gavin Karlmeier
Auch wahr. Also klar, diese Ego-Nummer spielt sicherlich auch eine Rolle und die wird aber Maske ja schon länger. am, wie sagt man, am Zahnfleischschnagen, so sagt man das nicht. Aber das wird ihn schon länger nerven, weil ihm ja schon länger klar sein wird, dass das Unternehmen wirtschaftlich nicht läuft, sofern es ihn dann tatsächlich beschäftigt.
28:21 Dominik Hammes
Vielleicht hat er auch nur eine E-Mail geschrieben, weil alle gesagt haben wir die Zahlen schlecht, musst du was machen. Dann schreibe ich halt eine E-Mail. Lass mich in Ruhe.
28:26 Gavin Karlmeier
Linda Greenor hat gesagt, kannst du nicht mal. Auf dich hören die. Genau. Wie so Eltern.
28:34 Dominik Hammes
Ja. Wenn ich streng bin, dann hört das Kind nicht auf mich. Das musst du machen. Apropos Eltern? Ja, bitte nimm Überleitung.
28:44 Gavin Karlmeier
Ne, ne, mach ruhig.
28:45 Dominik Hammes
Ne, ne, ich hatte nichts zu sagen. Ich hätte nur noch drumherum gedruckt, wir hätten Zeit verloren, du hättest verzweifelt geguckt und gesagt, wo kriege ich jetzt die Überleitung? Also apropos Eltern.
28:53 Gavin Karlmeier
Apropos Eltern. Eltern sind ja manchmal auch wütend. Das ist eine Überleitung aus der Hölle. Wer nämlich wütend ist, sind Leute aus Trumps Stab. Also aus dem Team Donald Trump. Weil Elon Musk, wie wir hier auch besprochen haben, das Projekt, wie heißt es, Stargate, glaube ich, ne? Scheiße nicht. Wirklich? Wie heißt es denn? Also wenn es Stargate gedacht wird. Warte mal. Nee, das Stargate. Stargate.
29:22 Dominik Hammes
Also wirklich G-A-T-E.
29:24 Gavin Karlmeier
Ja. Das ist das KI-Projekt von OpenAI, Oracle und der Softbank, die mit privater Investition 500 Milliarden Dollar investieren wollen in KI-Infrastruktur. Elon Musk hat darüber rumgepoltert, gesagt, die App das Geld eh nicht und bla bla bla, fand alles doof.
29:43 Dominik Hammes
Und offenbar gefördert werden, damit er und nicht XAI.
29:48 Gavin Karlmeier
Vor allem OpenAI, die ja sozusagen der Gegenspieler für Elon Musk sind. Und Musk hat deswegen rumgepoltert und offenbar sind die Trump-Verbündeten jetzt sehr, sehr wütend deswegen, weil Musk über die Strenge geschlagen hat. Es gehöre sich nicht, einen Präsidenten öffentlich zu kritisieren als sein Berater. Was vermutlich stimmt, ehrlicherweise. Also eine gewisse Loyalität nach außen muss man, glaube ich, schon wahren, gerade wenn man im Team des Präsidenten ist. Es sei höchst ungewöhnlich, dass ein hochrangiger Berater wie Musk die Initiativen eines Präsidenten öffentlich kritisiert. Und jetzt werden da auch in Trumps Team nochmal Debatten angestoßen, ob eine mögliche Ein mögliches Zerstreiten der beiden anstehen könnte.
30:32 Dominik Hammes
Ja, das ist, das ist der einzige Teil dieser ganzen Nummer, der für mich so ein bisschen Seifenoper ist, wo ich mich ein bisschen relaxed zurücklege, wenn die sich streiten, aber Also sie haben natürlich absolut recht, wenn du Berater bist, du gehörst halt zum Team, wenn du Kritik äußerst vielleicht erstmal intern, aber das passt halt überhaupt nicht zu Maske. Sind wir ehrlich? Wenn er das intern gemacht hat, hat er es quasi zeitgleich mit dem Öffentlichen gemacht wahrscheinlich. Oder den Ton ein bisschen anders gelegt.
30:57 Gavin Karlmeier
War doch intern, ich habe es ja auf meiner Plattform geschrieben.
31:01 Dominik Hammes
Ja, aber die Reaktion ist natürlich, ich meine, Trump selber hat wahrscheinlich gar nichts gesagt, ne?
31:06 Gavin Karlmeier
Ich glaube bisher nicht, nee
31:08 Dominik Hammes
Nee, also da wird wahrscheinlich auch nichts kommen, aber da muss man auch sagen, auch die Reaktion des Präsidenten, auch von einem anderen, wäre für mich so entweder gar nichts dazu sagen, weil muss ihn ja nicht ankratzen, dass jemand das blöd findet. Und auf der anderen Seite, wenn dann so, naja, dass dem das nicht gefällt, ist ja logisch. Hat ja wirtschaftliche Interessen, das ist ja okay, muss man nicht so ernst nehmen. Das wäre dann halt elegant, aber elegant und Trump in einem Satz, wir wissen alle, dass das nichts wird.
31:32 Gavin Karlmeier
Genau. Naja, auch Musk hätte einfach, er hätte, also die Leute hätten ja alle gewusst, wie Musk damit emotional umgeht, ohne dass er dazu hätte etwas sagen müssen. Dass er rumpolter, war natürlich kalkulierbar. Und es wird von vielen Leuten auch gemutmaßt, dass das von Trump kalkuliert wurde, um Musk nicht zu nah an sich herankommen zu lassen, sondern so nach dem Motto, die sollen sich mal alle schön untereinander ein bisschen in Schach halten. Übrigens genau dieselben. Ja.
31:58 Dominik Hammes
Ja. Nee, mach du.
32:00 Gavin Karlmeier
Klingt sozusagen das gleiche sagen. Aus dem gleichen Grund wird auch das Doge-Ministerium nicht direkt im Weißen Haus sitzen, sondern ein bisschen weiter runter in einem Backsteingebäude.
32:10 Dominik Hammes
Es gab doch, also bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege und du es merkst. Ich glaube, es gab Geschichten aus dem ersten Trump weiß noch, dass er sehr gerne Leute gegeneinander ausgespielt hat, um zu gucken, wie was dann passiert. Um zu gucken, wen finde ich denn dann besser, wen möchte ich fördern. Und hier fühlt sich an wie das auf größerer Ebene. So, ja, dann klappt euch mal um das Steak. Viel Spaß.
32:30 Gavin Karlmeier
Ja, so ist es. Und deswegen wird er dazu natürlich nichts sagen. Hochinteressant, auch ganz schwieriger Stil. Wie finde ich jetzt die Überleitung von Donald Trump zu Threats? Mir fällt nichts ein. Apropos nichts einfach in Threads. Nein, also wir wissen ja, dass ähm Bei Meta wird im Moment ziemlich viel umgebaut wird, um Donald Trump zu gefallen auf allen Netzwerken. Zum Beispiel eine Sache, die also Ich schieb die kurz vor, weil wir gerade bei Trump sind. Zuckerberg hat ja eine große Ankündigung, über die wir hier alle hunderttausendmal gesprochen haben gemacht, dass. . Zensur abgeschafft werden soll, es soll Meinungsfreiheit herrschen, man soll mehr über Dinge sprechen dürfen, die einen, die zur Überzeugung gehören und über seine eigenen Meinungen und Ansichten. Das gilt offenbar nicht. Wenn man etwas zum Thema Abtreibung posten möchte. Denn Anbieter von Abtreibungspillen werden im Moment gesperrt oder zumindest erheblich eingeschränkt, also geschadowband. weil sie eben darüber veröffentlichen, was sie eben machen. So, also Aid Access zum Beispiel, das ist eine NGO. die eben versucht, Zugang zu solchen Informationen, Medikationsinformationen eben zu bekommen. Und in dem Fall ist es hier ja medizinische Informationen, nämlich Informationen zum Thema, wie kann ich eine Schwangerschaft abbrechen. Die selber sprechen von Zensur, von Informationen, was Meta angeht. Das ist eine Lesart, die man da, wenn man im Zacherbergschen Zensurbegriff bleiben möchte, sicherlich anwenden kann, weil der hat damit die ganze Zeit argumentiert. Und das ist natürlich schon, also das passt natürlich voll ins Bild des Trump-Mindsets, aber auf der anderen Seite ist das halt. Ist das bigott. Man kann es nicht anders nennen.
34:24 Dominik Hammes
Ja, natürlich. Also es ist halt so freie Meinungsäußerung für alle, außer denen, deren Meinung uns nicht gefällt. Deshalb ist ja auch das, was sie anderen vorgeworfen haben vorher, aber da ging es dann, also diese politische Richtung, aber da ging es dann häufig um Dinge, die einfach verboten sind. Nö, also die Grenzen der Meinungsfreiheit sind immer eine schwierige Sache, aber ein legales Medikament zu bewerben Weiß ich jetzt nicht, warum man das einschränken sollte, wenn ich ehrlich bin. Ich verstehe natürlich, also das steht ja auch in den Quellen drin, dass zum Teil die Begriffe Abortion und so nicht benutzt werden, sondern irgendwie verkürzelt werden, weil die Moderations- Algorithmen leider nicht sehr intelligent sind. Deswegen sagen auch viele Leute, die das informativ tun, wenn sie zum Beispiel um Tötung oder Selbstmordes sich dreht sagen, die Unalived. Weil sie dann keine Probleme im Algorithmus bekommen. Dass das immer noch funktioniert, ist auch ein absoluter Witz natürlich. Also, wenn man das wirklich automatisiert auch alles rausfiltern lassen will, müsste man es ja einstellen. Aber dass man komplett sagt, nö, das müssen wir definitiv, wenn wir jetzt die Macht haben, wir wollen ja eh weg davon, dass das irgendwie geht. Naja, also ich verstehe, es ist sehr, sehr bedenklich und gefährlich.
35:38 Gavin Karlmeier
Ja. Um bei diesem Algo-Speak kurz zu bleiben, ich schiebe mal kurz noch ein anderes Thema. Wir springen heute ein bisschen. Es gibt einen wahnsinnig spannenden Longread von Taylor Lawrence, über die wir schon öfter gesprochen haben. Eine Internet-Journalistin, eine, die auch das Buch extremly online geschrieben hat. über die Geschichte des Internets sozusagen oder des neuen modernen Web 2. 0, wenn man es so hat, glaube ich, seit 20 Jahren keiner mehr gesagt, aber über das Social Web und die Zusammenhänge digitaler Kultur. Und die hat einen TikTok-Trend. ähm durchrecherchiert, nämlich die Cute Winter Boots. In den USA gibt es gerade bei TikTok überall die Verwendung, weil du gerade Alguspeak gesagt hast, ne, also Abortion abzukürzen oder auch hier sehen wir das oft, dass Sex zum Beispiel nicht als Sex benannt wird, sondern dass dann eine Sechse einfach nur zu sehen ist oder dass irgendwelche Begriffe total unleserlich geschrieben werden, dass irgendwelche Sonderzeichen verwendet werden. Eben um den Algorithmus auszutricksen. Und genau das machen jetzt gerade Menschen in den USA, die den Begriff Cute Winter Boots benutzen, um damit zu warnen. vor der Einwanderungsbehörde, dessen Abkürzung Immigration and also deren Name ist Immigration and Customs Enforcement, kurz Eis. Und die Cute Winter Boots brauchst du, um das Eis zu bestehen und um im Eis zu bestehen. Gleichzeitig belohnt der TikTok-Algorithmus Begriffe, nach denen gesucht wird, wenn du shoppst, also Produkte. Das heißt, der Begriff Cute Winter Boots wird gerade extrem viel angezeigt in den USA, sind aber fast immer politische Themen, auch wenn sie eben durch solche Codes eben verschlüsselt werden. eben nicht ganz klar ist, worum es eigentlich geht. Auf der einen Seite gibt es hier viele Tipps von Menschen, die erklären, wie man sich benehmen soll, wenn du zum Beispiel von der Immigrationsbehörde eine Razzia erlebst beispielsweise, solche Dinge werden dort erzählt mit dem Titel, hier sind ein paar Sicherheitstipps, wenn ihr in euren Cute Winter Boots rausgeht. Gleichzeitig gibt es aber auch Menschen, die benutzen den Begriff Cute Winter Boots für Waffen. Da hat ein anderer Influencer sozusagen darüber gesprochen, er benutzt statt Waffen den Begriff Pew-Piu, P-E-W-P-E-W. Weil auch das Wort Pistols oder Guns kannst du nicht verwenden natürlich. Auch das würde algorithmisch kassiert werden. Und auch da gibt es eben Leute, die sagen, man braucht Cute Winter Boots, damit man auf dem Eis nicht ausrutscht. Finde ich eine ganz, ganz spannende Entwicklung. Es ist so ein bisschen, weißt du noch, also aus dem Geschichtsunterricht maximal, während der Prohibition. Haben die Leute in den USA, also Alkohol, aber haben die Leute in den USA in den Orten, in denen Alkohol verboten war, ja angefangen, Long Island Eistea zu trinken. Ein Eistee, der eigentlich nur aus Alkohol bestand. der aber eben als Eistee auf der Karte stand. Also es hat eine lange Geschichte, solche Codes zu verwenden. Ehrlicherweise besteht diese Geschichte aber, oder funktionieren diese Geschichten auch fast immer nur dann, wenn du politische Repressionen befürchten musst, wenn du die Wahrheit sagst.
38:31 Dominik Hammes
Das ist ja, also das wird ja immer auf beiden Seiten stattfinden. Also die Sache des Doublespeaks auf der, ich glaube es war Orwell. Aus der Perspektive von der staatlichen Kontrolle und auf der anderen Seite natürlich auch, jeder muss den Code halt kennen. Und das wird sich auch immer weiterentwickeln, wenn jetzt hier die Winterboots zu verbreitet sind und die das dann selber nutzen, dann wird es woanders hinwandern. Dann wird auch das Medium irgendwann sich ändern. Das passiert halt jedes Mal. Das ist tatsächlich. Auf eine gewisse Art und Weise Krieg auf Social Media gerade halt ohne physische Gewalt. Um die geht es zwar im Endeffekt häufig. Aber hier versuchen die sich alle gegenseitig auszuspielen. Hat man ja auch in den, ich weiß nicht mehr, wo das war. In diesem Einland gab es ja diese sehr starke Protestbewegung vor zwei, drei Jahren. Die dann Taktiken ausgetauscht haben, wie man besser protestiert, dass man die Tränengrasgranaten besser in einmal voll mit Wasser tut, dann sind die neutralisiert, solche Sachen, die Treffen organisiert. Es findet halt auch hier statt und es macht auch immer ein bisschen unruhig zu sehen, dass es gerade notwendig wird. Und ja, also ich glaube, Sorge ist bei jedem gerade dabei, der in die Nachrichten guckt. Von daher.
39:42 Gavin Karlmeier
Man muss eine Sache allerdings dazu sagen, dass es gerade gleichzeitig oder nee, seit Jahren ja auch schon in der politischen Rechten Usus ist, mit Codes zu arbeiten. Dass es Emojis gibt. Wir erinnern uns an die an das Kiwi-Emoji beispielsweise oder an das Milch-Emoji für diesen Rohmil-Trend, der ja am Ende auch nur eine rechte Erzählung war. Das Kugelschreiber-Emoji, das von Holocaust-Leutnern verwendet wird. Also Es gibt halt genau solche Codes eben auch in politischen Extremlagern. Logisch. Aber eben nicht nur, sondern eben auch auf Leuten, die oder auch für Leute. die sich und dass es macht, das finde ich noch bedrohlicher. Also weißt du, wenn du verfassungsfeindliche Inhalte veröffentlichen möchtest, dann brauchst du Codes, weil die sind verfassungsfeindlich. Dieses Beispiel hier allerdings zeigt, dass Leute einfach nur versuchen, sich zu schützen vor Repressionen durch den Staat, weil sie möglicherweise als nicht mehr erwünscht gelten, weil sie aus einem anderen Land kommen. Und wenn du dafür Codes verwenden musst, dann kannst du nicht mehr von Demokratie sprechen.
40:48 Dominik Hammes
Das ist eben der Punkt. Also die Codes musst du immer dann benutzen. Ja, deswegen gibt es ja auch Saying the Quiet Part Out Loud, wenn du zu der vom System quasi dazu gezwungen wirst, wenn du keine andere Wahl hast, wenn du dich ein bisschen verstecken musst. Und ich komme damit gut klar, wenn rechtsextreme Leute, die verfassungsfeindlich sind, kurz benutzen müssen, weil sie ansonsten gesellschaftlich halt konfrontiert werden mit ihrer. Verfassungsfeindliche Meinung. Und wenn aber Leute ihre wegen ihrer Existenz das tun müssen, dann haben wir ein Problem.
41:17 Gavin Karlmeier
So sehe ich das auch, ja. Ja, das ist sehr besorgniserregend. Und ich hätte, also wir haben alle befürchtet, dass sowas passiert, wenn der Präsident wieder Trump heißt. Dass das eine Woche nach Amtseinführung schon soweit ist, macht wirklich große Sorgen vor allem, was da jetzt noch kommt. Also das ist der, wie sagt man, der Marsch in den Faschismus. Ich weiß, ich glaube, so sagt man das nicht, aber so meinen.
41:47 Dominik Hammes
Kann man ja ab jetzt so sagen.
41:48 Gavin Karlmeier
Ja, ist ein geflügeltes Wort, das ich am 27. Januar 2025 in die Welt gesetzt habe.
42:00 Dominik Hammes
Wir wollen über Threats sprechen, wie man es nimmt, aber wir reden über Threats.
42:03 Gavin Karlmeier
In den USA und Japan werden Werbungen auf Threads eingeführt. Wir wussten, dass das im Januar 2025 passiert. Wir haben so ein bisschen gedacht, ob möglicherweise kann sich das verschieben, weil das Steam jetzt gerade Community Notes neu erfinden muss. Aber nee, die Werbung kommt mit einer Handvoll Marken, wie Mosseri selber sagt. Er sagt, wir wissen, dass es viel Feedback dazu geben wird, wie wir anzeigen, gestalten sollen und stellen sicher. Dass sie sich wie Threadsbeiträge anfühlen, die für sie relevant und interessant sind. Was das Schlimmste auf der ganzen Welt ist, dass sich die Werbung nicht anfühlt wie Werbung.
42:34 Dominik Hammes
Solange sie sich nur anfühlt, aber man immer noch klar unterscheiden kann, weil es dabei steht, ist es nicht so schlimm.
42:39 Gavin Karlmeier
Also die werden mit einem Sponsored-Label vermerkt, die Werbungen.
42:43 Dominik Hammes
Ja, weil, also darf ich kurz die alte Fernsehanekdote erzählen? Bitte. Kinder sind nicht blöd. Kinder haben früher schon verstanden, das Werbung, das muss ich mir nicht angucken, weil das hat ja kein Logo um. Da ist ja kein Logo. Dann hat Martell irgendwann ein Logo eingeblendet, ein eigenes. Das Martell-Logo in der Werbung, ja. Wogegen es ja keinen, glaube ich, kein Gesetz gibt, vielleicht mittlerweile schon, aber es gab eine Phase in den 80er, 90er Jahren, da hat Martell einfach ein Logo eingeblendet. Spielzeug haben natürlich eh hingeguckt, aber die konnten das nicht mehr so leicht unterscheiden. Krass. Ja, also nicht, dass ich in Urban Myth jetzt nochmal verbrate, ich werde das im Hintergrund nochmal gegen solchen Aspekt, aber es klingt auf jeden Fall so, als würde diese Taktik funktionieren. Ich wollte damit nur sagen, dieser Kampf von wir müssen Werbung deklarieren und wir sind da und ich bin uns auch einig, dass das eine sinnvolle Regel ist. Aber wir wollen natürlich, dass die Leute möglichst gar nicht drüber nachdenken, bevor sie draufdrücken. Ob es Werbung ist oder nicht, weil es das leichter macht. Dieser Kampf, der findet immer statt.
43:46 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Und wir haben das hier irgendwann, oder weiß ich auch nicht mehr. Ich sag's nochmal Ich finde das ja legitim, wenn du dich als Plattform dazu entscheidest, Werbung zu platzieren, um dich zu finanzieren. Ich finde, das ist als solches noch nicht verwerflich. Die Frage ist, a, wie wird ausgewählt, wem welche Werbung angezeigt wird? Da ist ein Faktor für Probleme. B. Wie viel Werbung wird platziert? Auch das ist ein Faktor für Probleme. Und C. Wie geht man damit um, dass Werbung Werbung ist? Weil wenn wir uns daran erinnern, dass so ein ganz klein eingeblendetes Add daneben steht, das reicht natürlich nicht. Es muss klar erkennbar gekaufte Sichtbarkeit gekauft werden, es muss eine Fläche sein, wie sagt man, so ein Billboard. Das muss erkennbar Werbung sein, dann ist es okay. Wenn ich daran denke, wie damals die Google-Suchergebnisse ausgesehen haben, dass du links die Ergebnisse hattest und rechts so kleine grüne Fenster, wo Werbung drin waren. Das stört mich ja nicht. Damit kann ich leben. Und dann doch habe ich einen Adblocker. In dem Moment, wo Werbung und Inhalt allerdings verschwimmen miteinander, wird es ein Problem. Und ich hoffe, dass der Test, den Sie jetzt hier ankündigen, nicht dazu geschaffen wurde, um möglichst unsichtbar werden zu lassen, dass es Werbung ist.
45:02 Dominik Hammes
Also der Text, den wir hier vorliegen haben, der klingt für mich auch so, wie wir wollen, dass er sich an Werbekunden richtet. Also nicht Also es gibt natürlich auch immer, wenn man jetzt eine Pressemitteilung rausgehauen hätte für Datenschützer, dann würde es sich natürlich völlig anders lesen, wenn es um eine Stellungnahme in der Hinsicht geht. Aber Nichts davon hat mich überrascht, aber in der extremsten Auslegung davon ist es natürlich problematisch. In der normalsten bin ich so, ja, das sieht halt dann aus wie ein normaler Post und das steht ganz klein irgendwo. Das kennen wir einfach aus dem Alltag, das kennen wir aus Zeitungen und Online-Journalismus auch schon ewig. Da mache ich mir relativ wenig Sorgen, weil wir alle wussten, es kommt und es wird sich einpendeln irgendwann. Wenn man die politische Lage jetzt mal ausklammert, finde ich das alles nicht so schlimm. Aber natürlich muss man auch hier aufpassen.
45:49 Gavin Karlmeier
Jupp.
45:50 Dominik Hammes
So ist das.
45:51 Gavin Karlmeier
Und dann habe ich noch eine Meldung und dann machen wir und sagt zu, weil ich merke, dass meine Stimme nicht mehr mitmacht. Schonen Sie sich bitte. Ja, das mache ich. Das geht dann hier. Wir brauchen Sie noch. Ja, wir haben noch ein bisschen was zu tun bis zur Wahl. Und zwar gibt es. vom Business Insider ein paar Untersuchungen dazu, wie sich eigentlich diese ganzen Aufrufe zum Meta-Boykott nach Zuckerbergs Ankündigungen auf die Plattform auswirken. . Spoiler, offenbar gar nicht. Also, das Engagement ist stabil, die In-App-Umsätze und die weltweiten Downloads sind sogar gestiegen. Das heißt, auch die DAOs, schreibt der Vice President von AppTopia, ein Marktforschungsunternehmen. Thomas Grant schreibt, die Daten der täglich aktiven NutzerInnen, der DAOs, zeigt, dass die Nutzung zwar zunächst zu sinken begann. Aber seit dem TikTok Verbot gab es eine Trennwende und seitdem ist das Ding eigentlich wieder genauso wie vorher.
46:48 Dominik Hammes
Überrascht ist, glaube ich, niemand. Wenn man denkt, wie lange das ja auch bei Twitter gedauert hat. Und da muss ich halt erst auch das Gefühl auf der Plattform ändern, bevor es da irgendeinen Massenexodus geben kann. Also wir offen ist es natürlich nicht, aber klar, wenn die Dinge schlimmer werden, das ist die alte Frosch-Wassergeschichte zum einen und zum anderen Das steht, glaube ich, bei deinem Text, dass halt die Nachrichten ansonsten so krass waren und dann ist TikTok wieder da und alles, keiner hört da mehr hin. Das ist einfach zu viel. Zu viele Nachrichten.
47:21 Gavin Karlmeier
Ja, das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Was auch eine Rolle spielt, ist natürlich, haben wir ja auch schon drüber gesprochen, das Meta zu. relevant ist für die fürs Kontakthalten, für den öffentlichen Diskurs, für die öffentliche Meinung, für Öffentlichkeit, für Themen, die gerade gesellschaftlich relevant sind. Trotzdem Finde ich, dass so gar kein Impact nach solchen Ankündigungen auch eine Form der, also das kann auch schon frustrierend wahrgenommen werden, weil man so das Gefühl hat, haben wir denn von Twitter gar nichts, wir haben nichts gelernt. Also es ändert nichts.
47:58 Dominik Hammes
Das sind ja auch nochmal andere Leute, die es benutzen. Dem musst du das nochmal neu beibringen. Also da sind ja auch viele ältere Generationen dabei, wenn es jetzt um Facebook geht. Weißt du die ganz jungen Leute, die benutzen es auch wieder, aber von denen habe ich ja noch weniger Ahnung als von den alten. Und ich glaube. Ganz ehrlich, Instagram ist so das unpolitischste Medium im ganzen Konzern. Da wird einfach durchgescrollt. Und es sind halt rein für die meisten Leute ist Instagram ein rein visueller Unterhaltungsinhalt. Und bei Twitter ging es früher immer auch um Politik, da ging es immer um Inhalte, weil es einfach Sätze waren, so blöd es klingt, das hat sich einfach so entwickelt. Und Facebook Das ist so ein schwerer Lasttank, bis sich da irgendwas bewegt. Ich glaube, das haben die selber auch schon häufiger gemerkt, wenn sie selber was verändern wollten. Und dann waren die Nutzer waren so, nee, da klicke ich jetzt nicht drauf, den Button kenne ich noch nicht. Das wird einfach. Bis das wirklich jemand merkt. Also genügend Leute, dass da man wirklich die Nadeln ausschlaggibt, das wird einfach dauern oder muss noch krasser werden. Leider.
49:00 Gavin Karlmeier
Ja, dann muss es wohl noch krasser werden. Und ich bin mir sicher, wir werden das hier wohl begleiten, lieber Dominik. Ich freue mich jedes Mal, wenn du hier bist. Vielen Dank für deine sehr klugen Einschätzungen, Gedanken. Ich hoffe, die waren so klug. Auf mich haben sie klug gewirkt, das reicht bis hierhin erstmal.
49:16 Dominik Hammes
Den Anschein erwecken, das kann ich gut.
49:19 Gavin Karlmeier
Das bleibt man im Studium. Fake it till you make it. Vielen Dank, dass du da warst, lieber Dominik. Ich wünsche dir und allen, die bis hierhin zugehört haben, eine wundervolle Woche. Wir hören uns hier wieder am Mittwoch. Ich glaube dann mit Dennis Horn. Und richtig aus. Und ich freue mich drauf und jetzt trinke ich erstmal einen Fanchel Tee. Prost