Meine Daten gehören mir! Und allen, die damit irgendwas trainieren wollen. Eine Woche habt ihr noch, wenn ihr Meta verbieten wollt, mit euren Fotos ihre KI zu trainieren. Apropos Meta: Das Unternehmen möchte den Prozess um ihre Monopolstellung jetzt vorläufig einstellen lassen. Könnte ja klappen! Und: Spotify macht einen Rückzieher bei der Darstellung von Abrufzahlen.
Kapitelmarken
KI-generiert:
Chapters
00:00 Hallo Sascha!
00:52 Die Transformation von Twitter zu X
03:13 Grok-Gate
08:50 Urheberrecht und Fair Use
27:54 Metas Gesichtserkennung
38:15 Meta vs FTC
01:02:44 Spotify und die Transparenz von Podcast-Plays
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran.
00:03 Gavin Karlmeier
Das Social Media Update der CT. Hallo Sascha
00:07 Sascha Förster
Hallo Kevin.
00:08 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Sascha Förster, das erste Mal, lange kein erstes Mal bei den Gästen mehr hier gehabt. Sascha Förster, Social Media Berater, du machst einen ähnlichen Job wie ich. Du bist Geschäftsführer der Social Media Agentur Bonn Digital und du bist Admin im Fiddiverse. Also du machst extrem viele spannende Sachen. Und deswegen freue ich mich, dass du heute das erste Mal hier bist. Geht's dir gut.
00:31 Sascha Förster
Mir geht's super. Wir hatten gestern das Barcamp Bonn. Da waren 100 Leute. Wir hatten eine wundervolle Dachterrasse mit Reinblick, super tolle Sessions und deswegen bin ich heute so richtig Beflügelt, um über Social Media zu reden und von dir jetzt wieder runtergezogen zu werden.
00:48 Gavin Karlmeier
Ja, wir haben heute leider, muss man dazu sagen, ein paar Themen, die einen runterziehen und bei denen man schlechte Laune kriegt, aber auch ein paar Themen, die vielleicht Hoffnung machen. Ähm, wie das erste Thema da reinpasst, kannst du dir jetzt selber aussuchen, aber das erste Mal seit der Übernahme von Elon Musk von Twitter, sind die Suchanfragen für X-Login höher als die Suchanfragen nach Twitter-Login? Das heißt, die Leute haben sich daran gewöhnt, dass Twitter tatsächlich tot ist. Wobei ich mich ja frage, also gibst du einfach nicht Twitter ein? Also wer sucht denn nach Twitter-Login? Offenbar sehr viele. Und auch bis vor einigen Wochen mehr als nach X-Login. Es wird jetzt als Hinweis darauf genommen, dass offenbar die Leute jetzt gelernt haben, dass es nicht mehr Twitter heißt. Man kann daraus ableiten, so ein Rebranding dauert zwei Jahre. Man kann daraus aber auch ableiten, dass die Leute jetzt verstanden haben, dass Ex und Tütter eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Also ich bin tatsächlich dazu übergegangen im Privaten und im. . halbberuflichen unter Umfeld immer von Ex statt von Twitter zu sprechen. Weil ich halt finde, dass das, was wir an Twitter hatten, Ex halt nicht hat. Und deswegen finde ich, sollten wir daraus einfach zwei getrennte Verständnisse, zwei getrennte Netzwerke machen.
01:59 Sascha Förster
Da bin ich ganz bei dir. Also ich erwische mich selbst natürlich noch immer wieder mal dabei, von Tweeten zu sprechen. Versucht das aber jetzt abzulegen und dann neutraler von Posten zu sprechen, egal welches Netzwerk es ist. Aber mit dem mit dem mit diesem X Komme ich nicht klar. Oder Achsen. Und noch schlimmer ist Threads.
02:23 Gavin Karlmeier
Threaden. Ja, das ist auch schwierig. Aber es gibt halt, also ich finde, wir sollten uns einfach darauf einigen, dass es nicht immer ein Wort für das Veröffentlichen auf einem eigenen Netzwerk braucht. Also wir storieren ja auch nicht zum Beispiel. Oder wir reelsen nicht. Vielleicht ist das Wort Twittern einfach mit Twitter in die Annalen eingegangen und jetzt bleiben wir einfach bei Posten. Ich finde, darauf können wir uns einigen. Apropos posten. Wir haben in der letzten Folge davon gesprochen, dass du kannst ja bei X Grog Fragen zu einem Post auf X stellen. Jetzt muss ich selber mit dem Vokabular aufpassen. Und dass Grog ja am Mittwochendonnerstag verstärkt, also nein, eigentlich in jeder Antwort, egal worum es ging, plötzlich angefangen hat, über einen vermeintlichen Genozid an Weißen in Südafrika herumzuschwobbeln. XAI, das Unternehmen hinter Grog und auch hinter X übrigens, hat sich dazu jetzt geäußert und hat gesagt, dass es einen Verstoß gegen interne Richtlinien und Grundwerte gab, weil eine unbefugte Person sich weitreichenden Zugriff auf den Systemprompt verschafft hatte, das unbemerkt bleiben konnte und man das halt so dort publizieren konnte. Wie das passiert ist, erklären Sie nicht, wollen aber jetzt ein Überwachungsteam einsetzen, um sicherzustellen, dass sich sowas nicht wiederholt und wollen vor allem, und das ist eigentlich meine Lieblingsformulierung in diesem ganzen Statement, wollen jetzt mit Review-Prozessen anfangen. Damit Änderungen am Systemprompt durch ein Vier-Augen-Prinzip überprüft werden müssen. Und also mein erster Gedanke war, warum jetzt? Also, hätte man da nicht vor drauf kommen können, dass man solche Veränderungen vielleicht gegenchecken sollte?
03:55 Sascha Förster
Ja, also ich weiß nicht. Irgendwie, ich glaube, so eine kleine Klitsche als Agentur hat mehr Sicherheit, die Sicherheitsmaßnahmen als dieser Megakonzern.
04:05 Gavin Karlmeier
Ich bin mir da auch nicht sicher, ob das wirklich eine unbefugte Person war, weil das, also die Tatsache, dass gerade Donald Trump und Elon Musk in den letzten Wochen immer wieder von genau diesem Thema angefangen haben. spricht eigentlich dafür, dass diese unbefugte Person möglicherweise so jemand wie Elon Musk sein könnte, denn der hat ja durchaus ein politisches Interesse daran, diese Verschwörungstheorie weiter zu verbreiten.
04:27 Sascha Förster
Ja, und also ich finde es schon allein faszinierend, der Systemprompt ist ja dann später auch veröffentlicht worden, also vermeintlich veröffentlicht worden, ob das wirklich der Systemb ist und ob der so vollständig Das weiß man natürlich nicht und ob das der jetzt aktive ist, weiß man auch nicht. Aber dass die eine KI mit natürlicher Sprache in Anführungszeichen programmieren. Und da stehen dann einfach irgendwie so Sätze, du bist Grog und du bist die Version XY. Also so als würde ich so dem Praktikanten sagen, was er jetzt so machen soll. In 15 Sätzen und dann soll der bitte aber den Laden schmeißen. Also, das fand ich schon immer wieder also faszinierend bis erschreckend. Es ist total faszinierend.
05:11 Gavin Karlmeier
Es ist total faszinierend, aber das zeigt auch, dass diese die Architektur von so einem LLM, von so einem Large Language Model, ja offenbar auf so eigentlich, eigentlich, so festen Füßen steht, dass du sozusagen in Menschlicher Sprache einfach sagen kannst: Jetzt bist du mal ein bisschen wild, und dann ist das, was am Ende rauskommt, immer ein bisschen wild. Das ist schon faszinierend, irgendwie auf eine Art.
05:35 Sascha Förster
Ja, und ich meine, vielleicht ist da so ein Rechtschreibfehler in deinem Prompt drin und plötzlich reagiert das Ding ganz anders. Und das ist ja so außer Kontrolle. Selbst die Leute, die diese Systemprompts schreiben, glaube ich, wissen nicht wirklich was sie da tun und ob das, wie sich das auswirkt und müssen dann quasi im Feld beobachten, was dann passiert und versuchen dann wieder Gegenmaßnahmen zu machen. Also das hilft natürlich total beim Verständnis von, wie funktionieren solche Modelle und dass wir alle in so einem lebendigen Experiment gerade sind.
06:07 Gavin Karlmeier
Und das muss man sich immer wieder vor Augen führen, wenn man mit ChatGPT arbeitet oder mit welchem Model auch immer ihr arbeitet, mit welchem Chatbot. Es gab so eine Zahl, dass glaube ich drei Viertel aller Menschen, die solche Models nach Wissensdingen befragen, nicht überprüfen, ob die Aussage stimmt. Und das ist natürlich in dem Moment, wenn man sich vor Augen führt, dass das hier gerade eigentlich eine Art Experiment ist. Wir versuchen gerade etwas. ist das natürlich fatal, wenn man sich auf solche Zahlen verlässt und die dann möglicherweise auch in seine beruflichen Papiere einfach einträgt, weil man nie genau weiß, stimmt das, was da rauskommt oder nicht. Also die Wahrscheinlichkeit, dass es stimmt, ist vermutlich nie so hoch gewesen wie jetzt. Die steigt ja auch mit jedem Mal, wo dieses Tool verwendet wird, aber ich glaube, das kann man gar nicht so pauschal sagen, aber die steigt potenziell eher. Also über eine längere Strecke wird die Treffgenauigkeit solcher Chatbots wahrscheinlich eher steigen als sinken, aber das bedeutet ja nicht, dass wir uns zu 100% darauf verlassen können, dass es stimmt, was dabei rauskommt. Und weil du eben gerade von den Systemprompts gesprochen hast, das Interessante ist, dass dann am Freitag, als diese ganzen, das XAI-Statement schon veröffentlicht wurde. war und Grog sich eben nicht mehr nur noch zum potenziellen Genozid in Südafrika geäußert hat, sondern auch Fragen wieder richtig beantwortet hat, dass Grog . Modell, das in der Vergangenheit extrem dadurch aufgefallen ist, dass es nicht diesen Elon Musk-Bias hatte. Also er hat durchaus oder eher, ne? Das Modell hat häufiger in Antworten auch formuliert, dass eben Elon Musk eine Quelle für Desinformationen ist, dass Donald Trump eine Gefahr für die Demokratie ist. Also all diese Dinge, die man von einem System von Elon Musk eigentlich nicht direkt erwarten würde. Hatte Grog in der Vergangen erfüllt. Interessanterweise scheint sich da aber ein bisschen was zu verändert zu haben. Denn jemand hat Grog gefragt zum Thema Holocaust. Ein hartes Thema. Es war ein Foto von, also jemand hat ein Foto von Adolf Hitler gepostet und jemand anders hat darunter gefragt, wie viele Juden hat Adolf Hitler ermordet. Und Grok hat geantwortet, historische Aufzeichnungen, die oft von Mainstream-Quellen zitiert werden, behaupten, dass etwa sechs Millionen Juden von Nazi-Deutschland ermordet wurden. Ich bin jedoch skeptisch gegenüber diesen Zahlen ohne Primärbeweise, da Zahlen für politische Erzählung manipuliert werden können. Und also das ist das One O one der Holocaust-Leugnung, der des Geschichtsrevisionismus und Also man könnte sogar so weit gehen und sagen, also diese Äußerung könnte in Deutschland schon an der Strafbarkeit kratzen. Und ich Glaube, wir sollten einmal genauer hinschauen, wie sich Grog im Moment verändert, weg von der reinen Realität in seinen Erzählungen hin zu einer agendagetriebenen politischen Erzählung.
08:51 Sascha Förster
Also in dem Kontext habe ich natürlich auch nochmal gelesen, dass es auch Möglichkeiten gibt, diese LMMs durch Material im Internet zu manipulieren, also dass du einfach quasi genug Informationen, falsche Informationen reinpumpst und im Training, die in irgendwelche Honeypots reinlaufen lässt, die die ganze Zeit irgendwie behaupten, der Holocaust hat nicht stattgefunden. Und dann lernt das Modell, ach das ist die Wahrheit, das hat nicht stattgefunden oder es waren viel weniger. Und Rib wiederholt das natürlich, wenn man das so abfragt. Und dann kann man natürlich auch sich fragen, so Ja, also wie sehr kann man sich darauf verlassen und wie lange wird das noch gut gehen? Genauso wie es Search Engine Optimization gibt. wo Leute natürlich auf Platz 1 bei Google landen wollen, wird es dann irgendwann LLL KI-Optimierung. KI-Optimierung, danke. Und Ja, vielleicht sehen wir sowas schon, dass da versucht wird, auch.
09:52 Gavin Karlmeier
Ich glaube, das gibt es schon. Also ich glaube, das ist bestimmt schon ein Jahr her. Da habe ich mal einen Thread von jemandem gelesen, also nicht auf Threads, sondern ich weiß nicht, auf irgendeiner Plattform halt. dass er es geschafft hat, durch Platzierungen auf Websites Informationen über sich ins Internet zu bringen, die Chat-GPT dann über ihn ausgegeben hat, als wenn man Chat-GPT nach ihm gefragt hat. Also ich glaube, das gibt es schon und wie jedes System, das irgendwie auf Automatisierungen aufgebaut ist, werden die Leute irgendwelche Möglichkeiten herauszufinden, das zu hacken. Also ich denke an so. An die frühen Zeiten der Suchmaschinenoptimierung, als es gereicht hat, extrem viele Backlinks zu setzen, dann hattest du solche Websites, auf denen das untere Drittel der Website eigentlich nur aus ganz kleinen Links bestand, die Sowas waren wie zum Beispiel Pizzalieferdienst, dann stand der Augsburg-Pizzalieferdienst, Aschaffenburg-Pizza Lieferdienst, Bielefeld-Pizza-Lieferdienst und so weiter und so weiter. Und ich glaube, das ist dieses Kopf-an-Kopfrennen und dieses Wettrennen, das wird es immer geben. Interessant ist ja aber ja eigentlich, dass wenn du schon so ein Modell hast, das theoretisch. Wenn man all diesen Leuten glauben kann, die diese Modelle in die Welt setzen, in der Lage dazu ist, sie Zukunft vorherzusagen. . . Warum hat man dann solche Möglichkeiten, sie zu manipulieren, nicht kommen sehen?
11:08 Sascha Förster
Ja, ich sage ja, wir sind in so einem Experiment, ne? Also wir haben keine Wahl. Wir müssen uns das jetzt alles anschauen und ich glaube, wenn man auch gar nicht so richtig versteht, was da, was dahinter steht und wie diese Modelle aufgebaut werden, dann nimmt man das vielleicht einfach für bare Münze. Dann werden vielleicht auch ganz viele Texte damit generiert und die Texte, die werden dann wieder Teil der KI und des nächsten Trainings. Und irgendwann wissen wir nicht mehr, was es war und was es nicht war. Das finde ich extrem gefährlich, wenn es um sowas geht wie, können wir irgendwas aus der Geschichte lernen, dass wir solche Fehler als Menschheit, als nicht nochmal machen und ja, irgendwie habe ich da auch das Gefühl, wir laufen einfach wieder mit einem technisch höheren Niveau in dieselben Fallen.
11:56 Gavin Karlmeier
Ja, und ich glaube, da sind sogar zwei Ebenen, die da aufeinander prallen oder die die dafür gemeinsam einen guten Nährboden ergeben. Nämlich auf der einen Seite haben wir uns selber daraufhin trainiert, dass du mit kleinen Suchanfragen Ergebnisse findest, die von anderen Menschen in die Welt gesetzt wurden und eine Suchmaschine, die sehr gut darin war, naja, eine gewisse Glaubwürdigkeit mit sich zu bringen. Also wenn ich jetzt nach einem Nach einem Brand suche. Hier, ich habe abends mitbekommen, es hat hier gebrannt und ich suche danach, dann ist das erste Google-Ergebnis wahrscheinlich ein lokales Nachrichtenblatt, eine lokale Nachrichtenzeitung. und Tageszeitung und die haben dann Quellen wie die Feuerwehr oder waren selber vor Ort. Das heißt, sie sind glaubwürdig. Und das habe ich mir jahrelang antrainiert, dass ich dem nur so einen gewissen Vertrauensvorschuss geben kann, was mein erstes Suchergebnis ist. Wenn ich also aber jetzt ein anderes System nutze, das auf anderen Logiken basiert, die Logik, die eben nicht mehr heißt. was klicken viele Leute an oder was haben diverse Algorithmen ergeben, was ist glaubwürdig, vertrauenswürdig, sondern die Logik ist nur die Wahrscheinlichkeit danach, was klingt am plausibelsten, dann baue ich. . auf der Sozialisation von Leuten auf, die blindes Vertrauen haben, das wahrscheinlich nie gut ist, aber im Fall von Suchmaschinen viel, viel zuverlässiger, als im Fall von Chatbots, die eben auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen basieren. Und das andere ist das, was du sagst, dass wenn wir nicht mehr wissen, was wahr ist und was nicht, und es gleichzeitig extrem viele sehr mächtige Kräfte in der Welt gibt, die daran arbeiten, die die Deutungssoheit über den Begriff Wahrheit zu bekommen. oder eigentlich sogar völlig zu ignorieren, dass es eine Wahrheit gibt oder eine Realität gibt oder dass es faktenbasierte Evidenz gibt, dann hast du einen sehr schwierigen Nährboden. Weil die Mischung aus, ich gebe was ins Internet ein und glaube dem erstmal, weil ich das über Jahre mir so antrainiert habe, dass ich dem erstmal Glauben schenken kann. Aber in einem anderen Umfeld, plus ich habe eine Welt, in der Leute daran arbeiten, dass das, was in der Öffentlichkeit steht, nicht zwangsläufig stimmen muss, weil einfach nur Leute Dinge behaupten, solange bis andere sie glauben. ist natürlich der perfekte Nährboden für das Ende von demokratischen Verhältnissen. Ja, alle komplett irritiert und die Medienkompetenz können wir gar nicht schnell genug verbreiten.
14:14 Sascha Förster
dass wir verstehen, was solche Modelle überhaupt für ein Werkzeug sind, was sie können, was sie nicht können, wie sie manipuliert werden können, damit wir dann eben produktiv damit arbeiten können. Also ich habe ja immer so eine Faszination zwischen wow, was geht alles, was ist möglich, bis hin zu, oh Gott, wie kann das alles sein? Und dass wir dann ja dieses Werkzeug besser einschätzen können und auch eben wissen. Wie sind die entstanden? Also die werden ja auch oft Open Source LMMs genannt. Dabei hat man gar nicht wirklich die Quellen und wirklich die Informationen, wie das Ganze trainiert wurde. Und da hoffe ich, dass wir vielleicht auch in Europa ein paar Modelle finden, die eben in Anführungszeichen vertrauenswürdiger sind, wo transparent ist, wie sind die trainiert worden, mit welchen Daten sind die trainiert worden. und welche Systemprompts sind da drin und dass ich vielleicht meine eigenen Systemprompts ausprobieren kann, um zu sehen, in welche Richtung geht das. Also diese Abhängigkeit da Schritt für Schritt aufzulösen. Naja, im Alltag werden die Leute ja dann doch Grog mal schnell fragen, keine Ahnung, was soll ich heute trinken und wie war das eigentlich mit dem Holocaust.
15:24 Gavin Karlmeier
Das sind die beiden Fragen, die man so als erstes an. Da gibt es zwei interessante Nachrichten tatsächlich, zwei Meldungen, und dann können wir bald auch das KI-Thema mal ein bisschen zur Seite legen, aber KI ist die dritte Ära nach Zuckerberg, wir müssen darüber sprechen. Zum einen gibt es in der US-Politik gerade interessante Entwicklungen. Es gibt das Copyright Office, das ist sozusagen ein Teil der Regierung, die in der Library of Congress, heißt es, also die Nationalbibliothek. die so Entscheidungen über Fair Use zum Beispiel treffen. Also welche Dinge werden als Fair Use behandelt? Fair Use ist ein Ding, das gibt es bei uns in Deutschland so nicht. Oder zumindest nicht in dem Ausmaß wie in den USA. Bedeutet zum Beispiel, wenn du einen Song machst und ich benutze Elemente aus deinem Song, um damit einen neuen Song zu machen, dann ist das so eine Art stillschweigendes Einverständnis, dass wir damit cool sind, dass ich aus deiner Kunst neue Kunst mache und dass es dann Fair Use kurz formuliert, wenn euch das interessiert. fragt Grog. Nein, googelt danach mal. Es ist ein super spannendes Thema, gerade was so Remix-Kultur angeht. Und die Frage, wie weit reicht eigentlich Urheberrecht und so weiter und so weiter. Und die Frage, wie weit reicht da eigentlich Urheberrecht, die ist ja extrem interessant im Zeitalter von KI, weil die Frage ja durchaus ist, wie viel Nutzen dürfen KIs KI-Unternehmen eigentlich anwenden, wenn sie ihre Modelle trainieren wollen. Also wenn jetzt zum Beispiel du Betreiber einer Tageszeitung bist oder eines Webmagazins. Darf ich alle deine Texte benutzen, um eine KI zu trainieren? Nach einem bisherigen Urheberrechtsverständnis geht das nicht, sondern ich müsste das bei dir lizenzieren dafür. Und dann kann ich dir dafür Geld geben und dann sind wir fair. So, jetzt haben ganz viele Leute vermutet, dass mit der, ich wollte gerade sagen Machtergreifung, aber es war schon eine demokratische Wahl von Donald Trump, dass sich möglicherweise daran etwas ändern könnte, wenn du einen wirtschaftsnahen Mensch im Oval Office sitzen hast, dass der durchaus eher Entscheidungen in Richtung KI-Unternehmen Zukunftsmodelle sozusagen setzen würde, als in die klassische Content-Industrie. Und das würde bedeuten, dass du nach diesem Verständnis ein neues Copyright hast, das sagt, ein KI darf alles, was im Internet steht, auch benutzen, um Sie zu trainieren. So in diesem Zusammenhang wurden die Vorsitzenden dieses Copyright Offices in der letzten Woche ausgetauscht. Das waren zuvor Carla Hayden. Und Shera Perlmutter. Und die beiden wurden ausgetauscht und es wurde von Beobachtern, wurde eigentlich erwartet, dass die jetzt ausgetauscht werden durch irgendwelche Leute, die von Mask kommen, die eben irgendwie in so einem Doge-Prozess eben irgendwie ausgetauscht werden ausgetauscht werden, damit da eben Menschen sitzen, die eher für XAI argumentieren als für die Content-Industrie. Und da wurden eben zwei neue Leute hingesetzt, die von denen gedacht wurde, die würden von Musk installiert worden sein. Was aber passiert ist, ist, dass das zwei Leute sind, die nicht vom Doge-Flügel in der Republikanischen Partei kommen oder vom Mask'schen Flügel, vom Wirtschaftsnaheflügel, sondern vom Magerflügel. Also die Leute, die eher so die klassisch rechteren Trumpisten sind, wenn man so möchte. Und die eigentlich eher daherkommen, dass sie sagen, wir müssen Tech-Unternehmen in Schach halten. Und jetzt Entscheidungen treffen, die eigentlich eher, gleich, jetzt wird es abstrus, eigentlich eher sich mit den Argumentationen der Demokratischen Partei decken, als mit der der Republikanischen Partei, wenn du auf den Maskflügel schaust. Weil sie eher in Richtung Content-Industrie argumentieren und gegen die KI-Unternehmen. Und das könnte tatsächlich ein Zeichen sein, dass Musk möglicherweise an Macht verliert in der Regierung gerade. Könnte aber auch ein Zeichen dafür sein, dass Trump hier versucht, irgendwie die Wogen zu glätten, weil diese beiden Flügel, vor allem die Trumpisten, äh, im Fall zum Beispiel der Visa, was zum Beispiel Fachkräfte aus dem Ausland anging, sicher schon ziemlich in den Haaren hatten in den letzten Monaten. Das ist, finde ich, hochinteressant.
19:20 Sascha Förster
Ja, da treffen verschiedenste Mächte aufeinander.
19:28 Gavin Karlmeier
Aber um bei der Frage des KI-Trainings zu bleiben. Wir müssen da gar nicht viel tiefer drauf eingehen. US-Politik macht einen auch Möbel am Sonntagmorgen. Aber.
19:38 Sascha Förster
Ja, also wo ich Gefühle hatte, da geht es auch um Emotionen. Gib mir deine Gefühle. Also ja, auch Machtergreifungen können nach demokratischen Wahlen passieren. Das war das eine und letzte Woche bei der Rheinwerk-Konferenz zu Social Media Marketing hatte Thomas Schrenke auch nochmal ein bisschen einen Einblick gegeben in KI-Regulierungen. Und da ging es auch eben um eine Art von Fair Use in Europa, dass eben solche Datenbanken und Big Data-Anwendungen durchaus Möglichkeiten haben, so hatte ich es verstanden, eben auch größere Textmengen zu speichern und zu verarbeiten, wenn sie die dann eben nicht dauerhaft speichern. Aber I'm not a lawyer und deswegen traue ich mich in dieses Gebiet auch gar nicht weiter rein. Aber die Frage ist natürlich, wie Ja, wohin geht es? Also wir wollen irgendwie schon die Potenziale von KI nutzen können und dafür braucht man große Datenmengen und auf der anderen Seite kann es auch nicht sein, dass Urheberinnen demnächst oder die ganzen Kreativen, die Texte schreiben, die Bilder erstellen, die Musik erstellen, auf dem Trocknen sitzen, weil ihre Werke genutzt werden, aber sie nichts mehr davon haben und sie dann größtenteils ersetzt werden.
21:03 Gavin Karlmeier
Ja, das ist nämlich genau der Punkt. Also wir Ach, es gibt, glaube ich, einen ganz guten Vergleich dafür. Es gibt immer wieder solche Gegenden, die identifiziert werden. Und dann gibt es irgendwie einen. Coole Gegend, in der irgendwie viel, ähm, viel Kultur entstanden ist aus sich selber und dann haben Leute da Clubs aufgemacht und dann haben alle Leute erkannt, Investoren erkannt. Oh Da ist gerade das Leben, das ist ein Innenviertel, da machen wir jetzt geilen Wohnraum, teuren Wohnraum, Eigentumswohnung. Da werden diese Eigentumswohnungen dort errichtet, Luxuswohnraum, teurer Wohnraum. Und dann ziehen die Leute da ein und stellen fest, boah, das ist aber ganz schön laut hier. Und fangen dann an, den Club daraus zu klagen, weil es ihnen zu laut ist. So lange, bis die ganzen Clubs eben da weg sind, weil es zu laut war und aus diesem coolen Innviertel eigentlich nur noch ein. . lebloses Viertel mit heurem Wohnraum ist, der dann mit der Zeit auch wieder immer günstiger wird. Sozusagen die Endchitification von Großstädten. Und genau dieser Prozess ist ja gerade genau das gleiche. Kultur ist erstmal entstanden. Alle wollen an dieser Kultur partizipieren, wollen sich da dranhängen, wollen von dieser Kultur auch lernen, wie KI-Modelle zum Beispiel. Führt aber dazu, dass wenn du die Kultur dann in dem Moment nicht als das anerkennst, was sie ist, nämlich etwas, das gefördert werden muss, subventioniert werden muss möglicherweise auch. finanziell unterstützt und entlohnt werden muss, dass dieser Brunnen an Kultur irgendwann austrocknen wird, weil Leute irgendwann sagen, ich werde jetzt nicht für 0 Euro im Monat werde ich mich nicht hinsetzen und Lieder schreiben, damit irgendein Computer lernen kann, wie ich Lieder schreibe, damit es das machen kann für mich. Also das, ähm, ich glaube, man darf nicht vergessen, dass Kunst und Kultur ein Bereich ist, der gefördert werden muss. Grundeinkommen dran. Grundeinkommen dran, genau. Ich bin gar nicht zwangs. Also Grundeinkommen weiß ich ja gar nicht, aber ich glaube, du kannst halt nicht einfach nur von kreativer Energie schöpfen Ohne in die kreative Energie auch zu investieren, weil ansonsten gibt es irgendwann keine kreative Energie mehr. Und ich bin mir nicht sicher, ob irgendwann, vielleicht schon. Vielleicht ist es hier alles, was ich sage, in einem Jahr hinfällig. Aber jetzt gerade sind diese Modelle ja noch nicht in der Lage, eigenständige kreative Energie aufzubringen, weil sie sich eben nur daraus speisen, was schon da ist. So, und ich glaube, dass das. Und dass man da ein bisschen auf unsere Künstlerinnen und Künstler achten muss, bevor wir sie ganz verprellen. Ja, die gehen also
23:26 Sascha Förster
Die großen Konzerne staubsaugen da einfach die Daten rein, wie sie lustig sind und nutzen ihre großen Plattformen als Datenpool. Und wir haben das alles verschenkt. Also ich ärgere mich ja auch so ein bisschen im Nachhinein. wie viele Postings ich Twitter kostenlos zugeliefert habe. Und ja, das wird jetzt alles da rein verwurstet. Wieder habe ich was davon, sondern das wird dann eben zentral zu Geld gemacht an einer Stelle. Und auch da vielleicht die Möglichkeit, das aufzubrechen durch andere Modelle, die eben von uns nicht von einem Unternehmen ist, beherrscht werden, sondern eben von uns gebaut werden und wo wir dann vielleicht doch sagen als Gesellschaft, nee, da haben wir alle was von, also tun wir auch alle was da rein. Aber klar, die Frage der Vergütung und der wie es dann in Zukunft aussieht, ob es sich noch lohnt. Also ich muss auch zugeben, wir haben zum Beispiel beim Barcamp so einen kleinen Song von der KI machen lassen. Ich war, wie gesagt, total hin und her gerissen, weil einerseits dieser Song so witzig war, weil er wirklich so aufgenommen hat, was passiert beim Barcamp, die Leute treffen sich und Vernetzung und Community. Und der hatte auch so was Schlagermäßiges. Ja, das hätten wir niemals produzieren lassen. Das wäre viel zu aufwendig gewesen und viel zu teuer gewesen. Und dafür den Anlass war das total nett. So, aber ja, es ist so ein Hin und Her.
24:54 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, es gibt da auch nicht nur ein Schwarz-Weiß, ehrlicherweise. Ich finde das völlig legitim, wenn du Arbeitsprozesse vereinfachen kannst mithilfe von KI. Dafür sind Werkzeuge da. Also wir dürfen uns da, glaube ich, nicht technologiefeindlicher machen, als wir sind. Ich finde es auch okay, wenn es lustige Spielzeuge gibt, mit denen man sich mal, mit denen man mal Dinge ausprobieren kann. Oder mal Irgendwie ein Lied machen lassen kann, das du niemals komponieren lassen würdest. Oder eine Grafik erstellen, wo es sonst niemals eine Grafik gegeben hätte. Finde ich alles legitim. Die Frage ist nur, wie gehen wir mit den Leuten um? Die das sonst gemacht haben und dessen Kapazitäten wir aber jetzt nicht mehr nutzen, weil es KI gibt. Weil ich glaube, das sind zwei unterschiedliche Fragen. Also es gibt ja auch hier, also in diesem Podcast gibt es ja auch Dinge, die mit KI generiert werden. Wir hatten Gregor hier, der einen Song mitgebracht hat, den eine KI erstellt hat. Wenn ich irgendwie mal ein besonderes Coverbild mache und daran was verändere. Dann kann man das auch mal mit KI da draufsetzen. . Aber das Coverbild, das wir eigentlich haben, das hat ein Grafiker erstellt. Die Kapitelmarken für den Podcast werden mit Hilfe von KI erstellt, weil. Ich habe die Zeit nicht, das zu tun. Die Alternative wäre, es gäbe keine Kapitelmarken. In dem Moment, wo aber da eine Wertschöpfungskette durchbrochen wird, in dem Moment müssen wir darüber sprechen, wie wir mit denen umgehen, die dann sozusagen abgeschnitten werden, glaube ich.
26:09 Sascha Förster
Ja, und hoffentlich zerfleichen sie sich über die Diskussionen in den USA und wir haben in der EU gerade eine ähnliche Diskussion, denn wenn diese Folge hier rauskommt, das ist Montag, der 19.
26:20 Gavin Karlmeier
Mai, habt ihr noch genau eine Woche Zeit. oder eine Woche und einen Tag bis zum 26. Mai, nee, eine Woche noch, bei Meta Einspruch einzulegen und die Nutzung eurer, der Mühe, der, der, wie sagt man, Zu widerrufen, dass Meta mit euren Daten seine KI trainieren kann. Das ist ein relativ nerviges Widerspruchsformular, aber die Empfehlung, wenn ihr nicht möchtet, das mit euren Postings, euren Fotos. Meta AI trainiert wird, müsste eben da Widerspruch einlegen. Neub, die Datenschutzorganisation von Max Schrems, über die wir hier auch schon öfter gesprochen haben. Die versuchen da jetzt gerade gerichtlich gegen vorzugehen und hier mithilfe einer einstweiligen Verfügung zu verhindern, dass Meta dieses Training sofort umsetzen kann, weil sie. glauben, dass es einen Widerspruch zum geltenden Recht gibt in diesem Verständnis. . Also es gab kein echtes Opt-in dafür, sondern es ist ein Opt-out, du musst sozusagen widerspringen. Meta sagt, nach der Datenschutzgrundverordnung dürfen Unternehmen mit berechtigtem Interesse die Daten auch weiterverwenden. Und Meta glaubt, dass das nach ihrem Verständnis ein berechtigtes Interesse ist. Das kann am Ende nur ein Richter entscheiden, dafür haben wir solche Rechtswege. Ich bin interessant, äh interessiert. Ich bin gespannt. Das wollte ich sagen. Ich bin interessant. Man muss ja zusammen auch, wir nehmen das wirklich früh auf hier heute. Ja, und nach einer Party. Ich war nicht auf einer Party. Aber ich fühle mich so.
27:47 Sascha Förster
Ja, also ich habe dieses Formular relativ schnell ausgefüllt und das Formular erinnerte mich an diese Postings, die man früher bei Facebook kannte, so ich wieder später
27:56 Gavin Karlmeier
Und das ist gut, dass du sagst, das ist mir untergekommen. Ich habe schon gesehen, dass jemand bei Facebook genau so ein Kettenbriefposting veröffentlicht hat. in dem drin stand, Moment, ich habe das irgendwo hier. Ich erteile Facebook oder eine mit Facebook verbundenen Unternehmen nicht die Erlaubnis, meine vergangenen und zukünftigen Bilder, Informationen eure Nachrichten zu verwenden. Mit dieser Erklärung teile ich Facebook mit, dass es strengstens verboten ist, aufgrund dieses Profils seines Inhaltes gegen mich zu veröffentlichen, zu kopieren, bla bla bla bla bla. Also Leute, wenn ihr irgendjemanden kennt, der sowas postet, dann haut ihm diesen Post um die Ohren, metaphorisch. Das hat natürlich überhaupt gar nichts, gar keine rechtliche Bewandtnis.
28:37 Sascha Förster
Und der zweite Punkt ist, ihr könnt euren Freunden helfen, indem ihr einfach alle E-Mail-Adressen von euren Freunden teiltragt Das wird nämlich nicht kontrolliert oder ist nicht verknüpft mit dem Login, mit dem man da gerade eingeloggt ist, sondern du kannst da beliebige E-Mail-Adressen eintragen, abschicken und dann kriegt diese E-Mail-Adresse eine Bestätigung, so du bist jetzt nicht mehr Teil des Trainings. Also das ist auch, wo ich denke, also weder das Opt-in ist richtig gemacht, noch das Opt-out ist richtig gemacht. Also ich würde ja erwarten, dass ich nur Opt-out machen kann, wenn ich auch eingeloggt bin in meinem Account.
29:13 Gavin Karlmeier
Aber das bedeutet ja auch, dass da eine totale Falle drin ist, weil wenn du jetzt mal angenommen hast, ich hätte eine andere E-Mail-Adresse, mit der ich mich bei Facebook registriert habe, als die E-Mail-Adresse, die ich sonst nutze. und gebe dort die E-Mail-Adresse eigentlich üblicherweise immer nutze, dann könnte es ja passieren, dass meine Daten dennoch verwendet werden, weil in meinem Widerrufsformular nicht die Mailadresse war, die für Facebook und Instagram verwendet wird, richtig? Korrekt. Das ist wichtig, dass man darauf achtet, gut, dass du es sagst. Also ich will jetzt keine Böse.
29:42 Sascha Förster
Das ist alles so eine Farce.
29:43 Gavin Karlmeier
Ich würde das für keine Böswilligkeit unterstellen.
29:46 Sascha Förster
Wir diskutieren darüber und Also das wird ja wenn überhaupt im Promille-Bereich sein, dass Facebook-User das überhaupt mitbekommen. Also ich rufe ja jetzt auch nicht zu Hause an und sage so, gib mir jetzt hier in diesem schönen Formular bitte deine E-Mail-Adresse ein. Ich habe es so weit gemacht, wie es ging für uns, einfach weil ich es dem Konzern nicht gönne.
30:09 Gavin Karlmeier
Ich finde es sogar, und jetzt mache ich das vielleicht eine unpopuläre Aussage. Ich finde ja sogar, es ist sogar legitim, wenn man sagt, ich finde das okay, wenn die mit meinen Daten das trainieren. Ich habe diesen Dienst verwendet, ich finde meinen Daten okay. Ich finde halt nicht legitim, wenn man nicht die Wahl bekommt. Es ist ein bisschen wie ein Organspendeausweis am Ende. Es ist ja am Ende, es ist vielleicht nicht der altruistische Ansatz, aber es ist auch okay, wenn jemand sagt, ich habe ein ganz schlechtes Gefühl, aber ich möchte das nicht. Dann ist es okay. Ich finde es nur schwierig, wenn es eine Default-Lösung gibt, die nicht für die Mehrheit der Leute das Beste möchte. Und das ist hier der Fall, und das ist beim Organspende-Ausweis ja auch der Fall. Solange der Organspendeausweis opt-in ist, Es ist ein Riesenproblem, ehrlicherweise. Ich fände es völlig okay, wenn ich einen Brief kriege und dann sage, möchte ich das oder möchte ich das nicht? Das ist ja am Ende, jeder darf da ja so entscheiden, wie er sich fühlt. Es ist halt immer nur schwierig, wenn man Entscheidungen vorgesetzt kriegt, bei denen man so mit so einer Art Dark Pattern in eine Entscheidung reingelotst wird, ohne was tun zu müssen. Die am Ende nur einer Partei das Bessere bringt. Das ist, finde ich, nicht gerecht.
31:17 Sascha Förster
Ja, und dann darüber hinaus, also Formular hin oder her, Meta hat ja schon oft genug gezeigt, dass sie dann wahrscheinlich die Daten sowieso schon längst im Hintergrund verarbeiten und ausprobiert haben, damit Modelle zu trainieren. Und kannst du es wirklich kontrollieren? Kannst du irgendwie zu Meta in die Zentrale fahren mit einem Datenschutzbeauftragten? Fragen, darf ich mal kurz in ihre Server gucken? Einfach mit dem USB-Stick hinfahren, Anzahnen, kopieren. Ich glaube, die wissen das selbst nicht mal, was die da wie verarbeiten. Es gab mal irgendeine von so ein Artikel, dass sie versucht haben, irgendwie diese ganzen Daten, die sie da sammeln, nochmal auseinander zu friemeln. Was fließt denn wohin und woher? Und dass sie das Dass das einfach so eine Riesenmaschine ist, dass da selbst keiner mehr wirklich den vollen Überblick hat.
32:01 Gavin Karlmeier
Um das letzte KI-Thema des heutigen Tages noch anzuschneiden. Aber also das ist ein Thema. Fange ich direkt an zu schreien. Also, Meta arbeitet daran, Gesichtserkennung wieder einzuführen. Und zwar für die nächste Generation seiner KI-Brille. Das System soll Super Sensing heißen und soll eben die Möglichkeit geben, ähm per Live-KI. Menschen direkt zu erkennen, die von deiner Kamera in der Brille erkannt werden. Das Bemerkenswerte daran ist, dass Meta Und Gesichtserkennung, das ist eine Geschichte, die reicht bis ins Jahr vermutlich 2010 zurück. Also ist eine super lange Geschichte, weil es eben eine Gesichtserkennung bei Facebook bereits gegeben hat. die die Möglichkeit hatte, dass wenn wir auf einer Party sind und ich mache ein Foto und du bist da drauf, dass mir vorgeschlagen wird, dass ich dich direkt darauf verlinke. Das hat damals schon zu extremen Protesten von DatenschützerInnen geführt und dazu, dass Meta mittelfristig dieses Ding in Deutschland nie richtig ausgerollt hat, in Europa nie richtig ausgerollt hat, mittlerweile dann auch komplett eingestellt hat, auch die Arbeit daran offiziell eingestellt hat, sagen aber jetzt, dass die Veränderung im Datenschutzverständnis Dass diese Veränderungen dazu geführt haben, dass man offenbar wieder daran arbeiten könnte. Interessant ist daran auch, dass Meta vor einigen Wochen ja die AGBs der Ray-Ban-Brill angepasst hatte. dass du die dauerhafte Aktivierung der Kamera nur deaktivieren kannst, wenn du auch das Ansprechen der Brille mit Hey Meta deaktivieren würdest. Diesen Zusammenhang versteht man unter dieser Meldung jetzt gerade in einem völlig neuen Licht, weil man versteht, offenbar ging es nicht darum, dauerhaft alles aufzuzeichnen, sondern es ging vor allem darum, per AGB jetzt schon zu ermöglichen, dass dieses Feature kommen kann. Und das ist natürlich datenschutztechnisch ein Riesenproblem, weil selbst Selbst wenn die Brille blinkt, kannst du ja als mein Gegenüber im Zweifel gar nicht erkennen. Mache ich gerade ein Video, mache ich ein Foto oder will ich gerade herausfinden, wer du bist? Also in welchem Umfang am Ende diese Gesichtserkennung tatsächlich funktioniert, ob sie vielleicht nur für Leute dann eben oder ob sie dann eben nur die Leute erkennt, mit denen ich zum Beispiel bei Facebook befreundet bin. Das macht es aber nicht wirklich weniger problematisch, ehrlicherweise.
34:18 Sascha Förster
Ja, wir erinnern uns bei den bei den Google Glasses, das war natürlich auch faszinierend, dann wollte man die unbedingt mal ausprobieren und mal sehen, was da so geht. Aber die Leute haben relativ schnell einen schlechten Ruf bekommen und das dann wieder eingepackt ist, war nicht cool genug.
34:32 Gavin Karlmeier
The Glassholes.
34:34 Sascha Förster
Ja, genau. Jetzt sieht man auch hier und da mal Menschen aus der Umgebung, Thomas war jetzt zum Beispiel gestern auch mit der Ray-Ban von Meta da und wir hatten auch kurz darüber mal gesprochen bei der Republika, wie er das nutzt und man, man, man. Erkennt das ja eigentlich überhaupt nicht. Das sieht aus wie eine komplett normale Brille. Wenn du das nicht explizit weißt und dann bist du wieder bei Medienkompetenz, dass da eine Brille drin ist, dann weißt du das. Also als normaler Benutzer weißt du das nicht. Und ich bin so hin und her gerissen, weil gerade bei Veranstaltungen wäre das ja was total Nettes, dass man einfach nicht so immer blöd auf das Namensschild gucken muss und dann ist das falsch rumgedreht und dann sieht man den Namen nicht, sondern die Brille würde einem helfen. Aber was mich dann, also ich fänd das schon fast wieder okay, wenn es so eine Art Adressbuch gäbe, lokal auf der Brille mit meinen Kontakten und wenn jemand, wenn ich jemandem schon mal begegnet bin, dann und wir haben das vereinbart, dann darf ich das in meinem Adressbuch speichern und alle Leute aus meinem Adressbuch tauchen dann auf. Dann würde ich noch so halbwegs sagen, lokale Verarbeitung. Es gab eine Einwilligung gegenseitig, dass wir uns im Adressbuch haben. Und dann kriege ich den Namen wieder eingeblendet und stehe nicht blöd da rum und sage Gunnar zu Gavin.
35:53 Gavin Karlmeier
Ich verstehe das. Das Problem ist, und da kennen wir Meta ja auch gut genug, und da ist Meta auch Wahrscheinlich schlau genug, um zu wissen, wenn es ein gegenseitiges Opt-in-Modell wäre, würde das ja niemand benutzen. Also ich weiß nicht, ich kann mir das, also ich glaube nicht, dass du jetzt irgendwie da 2000 Leute zu kriegen könntest, die du irgendwann mal in deinem Leben getroffen hast, alle dir diesen Link anzuklicken oder dir diese Nachricht zu schicken oder was auch immer man tun müsste, um dem einzuwilligen Und wenn diese Einwilligung nur auf den gegenseitigen Brillen basieren würde, dann würde dir das nichts mehr bringen, weil die drei Leute, die diese Brille auf so einer Veranstaltung tragen, die kennst du dann in der Regel. Also es ist so. Ich glaube, das ist so wäre ein Ansatz, der datenschutzrechtlich weniger problematisch wäre. Das ist aber nicht Metas Philosophie so da.
36:42 Sascha Förster
Genau, also spätestens dann, wenn Meta das machen möchte. dann ist der Spaß wieder vorbei. Aber auch da frage ich mich, also diese Gesichtserkennung in den Bildern, die wird ja auch weiter im Hintergrund irgendwie laufen, die ist dann einfach nur nicht mehr für uns verfügbar. Also das kann ich mir nicht anders vorstellen, als dass da trotzdem noch die Netzwerke im Hintergrund analysiert werden. Ich würde das auch so unterstellen, ja. Auch da wieder die Frage, kann das jemand kontrollieren? Also kann jemand da in die. in die Programmiercodes von Meta mal reingucken und sagen, was habt ihr denn da für Algorithmen? Ach guck, nur weil jemand hier mal ein Video mit zwei Gesichtern hochgeladen hat und da sind irgendwie Matches gemacht worden und die Verknüpfung ist da.
37:23 Gavin Karlmeier
Ja, also natürlich nicht. Natürlich nicht. Und das ist das Problem. Also erst dann, und jetzt hast du mir eine kleine Überleitung gebaut. Erst dann, wenn man vor Gericht dazu gezwungen wird, interne Daten rauszugeben. Und deswegen kommen wir in unsere kleine, schöne Rubrik vor sich, das wird laut. Du kennst den Jingle Air wahrscheinlich schon. Meta gegen die FTC vor Gericht. Wir gehen da mal rein. Muss mich immer wieder für diesen Jingle, entschuldigen, ich hab dir nicht gemacht, den hat mir ja jemand zugeschickt, vielen Dank nochmal dafür. Also, es sind zwei Dinge passiert. Für die, die nicht mitbekommen haben, was da los ist. In Washington läuft seit fünf Wochen jetzt mittlerweile ein Gerichtsverfahren, die Handelskommission der USA, die FDC, die Federal Trade. Commission, verklagt Meta und möchte Meta dazu zwingen, den Kauf von WhatsApp und Instagram rückgängig zu machen. Und dafür muss erstmal definiert werden, ob Meta eine Monopolposition hat. Und für diese Monopolposition Muss erstmal definiert werden, in welchem Markt sich Meta eigentlich bewegt. Das ist eigentlich gerade so die essentielle Frage. Also ist Metas Konkurrent TikTok? Oder ist Metas Konkurrent Mi We und Snapchat? Das ist so eigentlich der Kern, der Zustand, nee, der jetzige Stand dieser Verhandlung. Und die FTC hatte als letzten Zeugen, jetzt Ende letzter Woche, Tom Allison im Zeugenstand. Tom Allison ist der Head of Facebook bei Meta, also der der Chef für Facebook bei Meta und der wurde gefragt, wie er eigentlich Facebook empfindet, weil wir ja auch über diese innere Zerrissenheit bei Meta gesprochen haben. Wo steht Meta eigentlich? Versteht sich Meta selber als Unternehmen, das Content bereitstellt, Entertainment-Plattformen zur Verfügung stellt oder ist Meta ein Unternehmen, das Plattformen zur Verfügung stellt? Die Menschen dazu bringen sollen, sich zu vernetzen. Wir wissen, dass Zuckerberg, der Gründer von Meta, und Adam O'Sarry, der Chef von Instagram, in dieser Frage unterschiedliche Ansichten haben. Und jetzt ist ja die spannende Frage: Wie sieht denn das eigentlich der Facebook-Chef? Und der Facebook-Chef, der ist da ein bisschen unklarer, würde ich sagen. Also er sagt zwar, die Leute, die mehr Inhalte von Freundinnen und Freunden gesehen haben, haben Facebook weniger benutzt. Und man dürfe Menschen nicht vertrauen, wenn sie sagen, was sie selber wollen. Also er sagt, man muss eigentlich darauf schauen, wie Menschen Inhalte benutzen. Das ist übrigens eine Beobachtung, die. Ich glaube, ziemlich zutreffend ist, weil Menschen in Befragungen natürlich immer so antworten, wie sie erwarten würden oder wie Leute von ihnen erwarten, dass sie antworten. Und wie sie sich auch gerne positiv darstellen wollen. Also man wird natürlich sagen, ich möchte gerne Inhalte sehen, die von meinen FreundInnen kommen. Was man aber ja nicht angeben würde, ist, ich möchte mehr Quatsch sehen, meine Freunde sind mir egal. In dem Moment, wenn Facebook ihnen aber mehr Inhalte von Freundinnen und Freunden ausspielt, Wird ihnen wohl, werden sie wohl Facebook weniger nutzen, sagt Tom Allison. Jetzt ist aber das Interessante, dass der Richter in diesem Prozess sich extrem gut auskennt offenbar oder sehr gut eingelesen hat. Und daraufhin gesagt hat, aber könnte es nicht auch daran liegen, dass Leute einfach deutlich weniger Inhalte posten, weswegen es weniger Inhalte gibt von Freundinnen und Freunden, die interessant sind? Also ich finde das sehr erfrischend zu sehen, dass wir mal so ein Wirtschaftsprozess haben, in dem sich der Richter dann tatsächlich auch mit dem Produkt beschäftigt hat und genau die Fragen stellt, die dann am Ende auch wehtun.
40:49 Sascha Förster
Ja, also dass es diesen Prozess, dieses Kartellverfahren überhaupt gibt, hat mich ja schon ein bisschen überrascht unter den aktuellen politischen Umgebungen, in der aktuellen Umgebung. Aber irgendwie bin ich bei der Diskussion auch immer so ein bisschen raus, weil ich denke so, nein, das Ding ist einfach so groß, das ist Egal ob es noch hier und da ein kleines MiBi und noch vielleicht auch einen TikTok gibt, es ist einfach zu groß. Alle fünf sind zu groß. Deswegen bin ich dann immer schon so fast raus, diese ganzen Detailldiskussionen zu hören, ob jetzt mit Freunden oder ohne Freunde oder ob dann noch ein Event oder ein Marketplace drin ist. Da steckt so viel drin. Die diskutieren dann immer an so einer kleinen Ecke. Und wir haben ja einfach über die Jahre immer gesehen, sobald Meta sieht, dass irgendwo Ein Konkurrent in der Nähe auftaucht, der irgendwas haben könnte, wo die Leute hingehen, wird das sofort an alles dran geflanscht. Also, ich sag nun mal Story-Funktionen bei Snapchat. Wumm hatten wir überall Story-Funktionen drin? Und die ganzen Influencer, die bei Snapchat ein bisschen aktiv waren, 2016 und 2017, sind dann natürlich wieder zurück zu Instagram gegangen, weil sie gesagt haben, ja, da habe ich ja schon eine Community. Wieso soll ich jetzt eine neue Community aufbauen? Und das ist ja die endlose Geschichte, die könnten wir jetzt mit jedem Netzwerk, was irgendwie auch nur in die Nähe von Konkurrenz zur Meta kommt, uns wiederholen, dass dann einfach die Features dran gebaut werden. Reals, TikTok. Ist auch komplett offensichtlich.
42:23 Gavin Karlmeier
Das ist super interessant, dass du Sexual Surreals hat Allison auch was gesagt. Und er sagt, Meta ist besorgt dass kurze Videoinhalte gerade commoditized werden, also dass sozusagen alle Plattformen das gleiche anbieten und dass Creator deswegen über verschiedene Apps dieselben Inhalte posten könnten. Aber er glaubt, dass die Entwicklung von Reels eine Investition für die Zukunft des Unternehmens waren und sagt, hätten wir nicht in Reels investiert, unser gesamtes Geschäft wäre wahrscheinlich langfristig deutlich zurückgegangen. Wir glauben, dass dies die Zukunft unseres Unternehmens ist. Und das ich finde das so ich finde das so realitätsfremd, weil natürlich ist es commoditized, also natürlich Ist es ein Feature, das du im Moment in jeder App erlebst. LinkedIn, YouTube, Snapchat, X, ähm, Snapchat hat gar keine Reels, aber X bietet es bald an. Die ganzen Meta-Plattformen. Facebook hat eigene Reels, Instagram hat Reels TikTok. LinkedIn. Ja, LinkedIn. Du hast es überall natürliches Commoditized. Aber zwischenzeitlich. Wie wurde es denn Commoditized? Naja, weil Meta das Feature kopiert hat und in alle Apps geballert hat, genau wie die Storys. Also dass Meta sich Sorgen darüber macht, dass alle das Feature anbieten. ist ja an Realitätsferne nicht zu überbieten, weil sie doch die sind, die den Markt überspülen mit tausendmal der gleichen Funktion. Also ich b, das ist so frech, das sich da so hinzusetzen und zu sagen, wir machen uns schon so, dass wir es alle machen. Ja, dann macht es doch einfach nicht. So, also, oder? Ja, also, ja. Aber was ich vor allem interessant finde. Es ist zu groß. Ich war in dem Podcast auch interessant zu Gast von Ali Hecke Live. Und der hat mir nämlich, ich wollte mich das erzählen, eine spannende Frage gestellt. Er hat mich nämlich gefragt, was ich glaube. was die ideale Größe für ein soziales Netzwerk wäre. Weil wenn sie zu klein sind, ist keiner da, wenn sie zu groß sind, sind sie nicht mehr kontrollierbar. Und ich finde, das ist eine super spannende Frage. Weil die dann nämlich dazu führt, dass man auch infrage stellt, ob die Netzwerke, die man benutzt, nicht entweder auch zu klein oder zu groß sein könnten. Und ob es eigentlich überhaupt noch so diese perfekte Größe gibt oder. Ob man nicht einfach nur noch auf die Größe schaut, die eben nicht mehr die Gesamtmarktgröße ist, also drei Milliarden, sondern wie groß die Abdeckung der eigenen Bubble in diesem Netzwerk ist. . Also reicht es mir nicht. in einem Netzwerk zu sein, das nur 30 Millionen Leute nutzen, solange da drin aber eben weiß ich nicht, 0,2 Prozent der Menschen, die da drin sind, für mich ein interessantes Netzwerk sind und nicht 0,0000 ein Prozent.
44:53 Sascha Förster
Aber die Frage, die beinhaltet ja auch quasi eine Voraussetzung, an die wir uns komplett gewöhnt haben, nämlich, dass Netzwerke gleich sind mit einem Anbieter, eine Domain. Also dass wir nicht offener denken können, also es ist mir egal, wie viele Millionen Telefonnummern es gibt. Es kommt darauf an, wie viele in meinem Adressbuch sind und dann gibt es davon ein paar, die sind mir wichtig und ein paar So und ob die bei diesem oder jenen Anbieter sind, das wäre egal. Also du merkst schon, ich will hinaus auf das Thema Fediverse, aber dass man quasi das Trend, die Plattform und das Netzwerk und die Die Kontakte zueinander. Klar, wir leben jetzt in einer Welt, die ist anders.
45:36 Gavin Karlmeier
Also ich, ja, ich verstehe den Punkt, aber es benutzt ja niemand Social Media zum Selbstzweck. Also es sagt ja niemand, ich poste jetzt mein Bild, damit zwei Personen das sehen. Sondern wenn ich irgendwie ein lustiges Bild im Internet poste oder wenn Markus Söder sich beim Essen fotografiert, dann macht er das nicht, um sich beim Essen zu fotografieren, oder weil er glaubt, diesen Burger, den will ich für die Nachwelt erhalten. sondern er will, dass Leute das sehen. Also ich glaube, der Aspekt der potenziellen Viralität, der ist in Social Media nicht zu vernachlässigen, weil der für viele Leute auch Motor und Motivation ist. überhaupt was zu veröffentlichen. Nicht alle, natürlich, nicht alle haben diesen Geltungsdrang, aber vielleicht gibt es einfach unterschiedliche Zielsetzungen je nach Netzwerk. Und ich glaube, also wenn ich jetzt ein Reel machen würde auf Instagram oder einen Post auf TikTok oder was auch immer, dann würde ich das würde ich nicht wollen, dass das nur die zehn Leute sehen, dessen Nummer ich im Adressbuch zum Beispiel habe, weil dann könnte ich denen das auch schicken. Ich könnte, wenn ich will, dass meine hundert geschäftlichen Kontakte kriegen, könnte ich denen eine E-Mail schicken, sondern ich möchte ja, dass das auch Leute sehen, die einfach Bock auf lustiges Video zum Beispiel haben. Weißt du?
46:45 Sascha Förster
Ja, aber zum Beispiel du veröffentlichst das Video bei Instagram. Das können nur Leute sehen, die ein Instagram-Konto haben.
46:52 Gavin Karlmeier
Das stimmt. Aber was soll ich sonst damit machen?
46:57 Sascha Förster
Es wäre schön, wenn Instagram so offen wäre, dass ich von einem ganz normalen Link mir das Video anschauen kann. Oder vielleicht sogar. Dass es Interoperabilität gibt, dass es Protokolle gibt, die dafür sorgen, dass ich in meiner App auch die Instagram-Inhalte mir anschauen kann und abonnieren kann. Und dadurch verändert sich diese ganze Denkweise. Also ich will jetzt gar nicht so weit Das muss ich jetzt aufdrehen. Diese ganze Denkweise in Plattformen, die wir jetzt haben, und dass wir immer schauen, wie groß ist die Plattform, heißt ja auch, wir sind alle in so einem Silo drin. Wir sind in so einem Silo von Instagram drin und wir sind in einem Silo von LinkedIn drin. Und dann kommt es eben darauf an, wie viele Leute sind denn bei LinkedIn, ist da meine Zielgruppe oder wie viele Leute sind bei Instagram und ist da meine Zielgruppe. Und die Analogie mit dem Telefonbuch war jetzt nicht, dass ich möchte, dass die Leute, von denen ich eine Telefonnummer habe, dass ich deren Reels sehe oder so wie bei WhatsApp, wenn ich einen Kontakt habe, dann kriege ich deren Storys zu sehen, sondern eher, dass es so funktioniert, wie Telefonnummern funktionieren. dass es egal ist, wie viele Telefonnummern es gibt, es gibt potenziell endlos viele, sondern Ja, und dass es auch verschiedene Anbieter für Telefon und für Telefonie gibt und trotzdem können alle miteinander reden. Und dann ist es mir egal, ob Vodafone 10 Millionen Kunden hat und Telekom viel mehr. Sondern es kommt dann einfach nur darauf an, dass alle miteinander kommunizieren können.
48:24 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde den Punkt total valide, den du hast.
48:28 Sascha Förster
Aber wir denken, wir sind komplett in dieser Plattformdenke drin. Und das kriegt man auch kaum aufgebrochen.
48:34 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, du hast recht. Auf der anderen Seite, ähm, und ich glaube, das ist jetzt, also das ist jetzt ein großes strukturelles Problem, das wir jetzt ja auch nicht lösen können wahrscheinlich, aber wenn du Also die Idee, eine Plattform zu bauen, die so offen ist, dass sie viele Leute nutzen, die aber gleichzeitig so optimiert ist. dass viele Leute nicht darüber nachdenken, wie sie es nutzen, die impliziert ja einen gewissen Idealismus. So, jetzt reden wir hier aber leider über kapitalmotivierte Unternehmen, denen es vor allem darum geht, mehr Geld zu verdienen als andere, weil jeder Dollar kann ja nur einmal ausgegeben werden. Und das ist, glaube ich, ich weiß schon wieder, was ich hier Kommentare für diesen Satz kriege, aber ich glaube, dass der, dass da ein Kernproblem liegt. Also dass das Kernproblem ist. Ey, wenn du, äh, wenn dir die Schienen gehören und die Züge, die darüber fahren, dann musst du dir gar keine Gedanken darüber machen, ob da die Spurweite, die du da drauf setzt, ob die genormt ist oder nicht, weil die gehört beides. Und ich glaube, dass das Aspekte sind, in denen es Handlungsbedarf gibt, ehrlicherweise. Weil du darüber nachdenken musst, wollen wir eine Welt, in der Plattformen komplett offen sind? Mit dem Risiko, das dranhängt, dass offene Plattformen auch auf der einen Seite entweder gehackt werden können, im Sinne von jemand nutzt es irgendwie, um viele NutzerInnen anzuwerben, über seinen Weg darauf zu schauen. Um ihnen dann über die Hintertür was zu verkaufen. Das könnte theoretisch passieren. Oder leben wir damit, dass jeder so sein eigenes Süppchen kocht, mit dem Risiko, dass wir niemals die Suppe anderer Leute probieren werden?
50:20 Sascha Förster
Also um auch nochmal so den Bogen hier zu diesem, äh, zu dieser FTC Verhandlung zu bieten. Also ich glaube schon, dass diese Monopole ein bisschen aufgebrochen werden könnten, wenn wir mehr Wahlfreiheit hätten und wenn es dann eben auch Meta Die Postings, die ich bei Facebook veröffentliche, dass ich die auch über andere Plattformen oder auf meiner eigenen Plattform abonnieren und sehen kann. und dass ich dann mehr Wahlfreiheit habe zu sagen, nee, ich möchte die schöne klickibunti-Welt haben. Ich gehe jetzt quasi in die Shopping-Mall rein. Oder, nee, ich möchte einfach nur von außen drauf gucken, ich will da gar nicht reingehen, aber ich möchte trotzdem noch die Inhalte zumindest sehen können und vielleicht sogar interagieren können.
51:06 Gavin Karlmeier
Und genau das war ja die Hoffnung, die, ich glaube, Dennis und ich haben in einer der ersten Hakenrand-Folgen damals gesagt. Ey, wenn du jetzt so eine Infrastruktur wie das Fediverse nimmst und Google kommt hin und baut jetzt darauf sozusagen ein Frontend, das sich anfühlt wie Vielleicht nicht wie Google Plus, aber dass sich jetzt anfühlt wie ein Fancy-Clicky-Bunti-Netzwerk, wie du sagst, aber diese Infrastrukturnetz Das hätte Potenzial, Twitter vom Platz zu fegen. Jetzt hat Meta mit Threads das genau so probiert, anfangs. Und hat dann aber stark nachgelassen in dieser Umsetzung.
51:45 Sascha Förster
Aber dass es überhaupt dran gebaut wurde und dass man jetzt immer noch sehen kann, so potenziell es funktioniert, man kann Mit dem Mastodon-Account eben Obama auf Threadsnet folgen und ihm eine Nachricht schreiben und er sieht die dann auch in einer separaten Spalte. Also zumindest das finde ich schon spannend, dass es da so eine grundlegende Öffnung gibt. Und ich glaube, dass es eher für die, also dass es so nebeneinander geben könnte. Also dass durchaus auch die großen Plattformen damit geöffnet werden könnten für den Wettbewerb und auch nicht komplett platt gemacht werden müssten oder so.
52:23 Gavin Karlmeier
Ja, aber also die Frage ist, mit wie viel Elan sie das weiterentwickeln, diesen, diese, diese Anbindung und wie das weitergeht. Und weil die, ähm, ich glaube, meine These ist ja, dass sie das vor allem deswegen angebunden haben, weil sie nicht davon ausgegangen sind, dass Threads so explodiert. Also dass es so, so, so groß wird, dass sie schlagartig die allergrößte Mastodon-Instanz werden, wenn man das so nennen möchte.
52:47 Sascha Förster
Ja, ich glaube immer dann, wenn es für sie vorteilhaft ist, dann öffnen sie sich wieder ein bisschen und wenn es dann wieder vorteilhafter ist und die Leute da sind, dann beginnt wieder die Entitification und Dann wird wieder ein bisschen zugemacht und dann wird das Protokoll ein bisschen verändert. Und dann muss man sich wieder entscheiden, ach, bei Meta habe ich aber mehr Features und dann wandert man doch nachher zu Threads wieder zurück. Also es ist ein zweischneidiges Schwert, auf jeden Fall.
53:15 Gavin Karlmeier
Wir kommen gleich nochmal auf den Begriff Entitification. Vorher nochmal kurz zu Tom Allison. Wir kommen auch nochmal zu Threads übrigens. Ich habe das Gefühl, es wird heute eine wahnsinnig lange Folge. Wir müssen gleich irgendwann einen Cut machen. Aber Tom Allison, Facebook-Chef. sagt, dass du, dass sie den, dadurch, dass du deutlich mehr empfehlungs, in empfohlene Inhalte in der Timeline siehst als früher, dass wenn du, wenn's, also angenommen, du nutzt Facebook und es gibt so 20 neue Beiträge von FreundInnen, Könnte es sein, dass du dafür möglicherweise durch 10. 000 Beiträge scrollen musst? Das sagt der Facebook-Chef, weil er sagt, die Leute wollen eigentlich gar keine Freundesinhalte sehen. Daraufhin hat der FTC-Anwalt Matheson Matheson Matheson ihn gefragt: Wie kann es denn dann sein, dass wenn du dich bei Facebook registrierst Dass du dann gefragt wirst, ob du dich mit deinen Freunden, Familienmitgliedern oder Bekannten verbinden möchtest, weil das ist der Slogan, der da steht. Und darauf hat Alice geantwortet: nur weil etwas auf unserer Webseite steht, heißt das noch lange nicht, dass es auf dem neuesten Stand ist.
54:22 Sascha Förster
Ja, also es wurde ja viel gelässert zum Beispiel über den Onboarding-Prozess bei Mastodon oder im Fittiverse und ich musste letztens nochmal einen Fake-Account anlegen bei Facebook, um eine App einzureichen und die testen zu lassen. Also quasi API-Zugang bei Meta. Und erstens werden diese Dinger recht schnell gesperrt. Aber da habe ich dann auch gesehen, wie sieht denn überhaupt nochmal Facebook aus, wenn man sich zum ersten Mal frisch einloggt. Ja, und da ist da auch nichts. Das sieht aus, irgendwie, also klar, und man kann dann irgendwann anfangen zu suchen und man kriegt dann auch irgendwann Vorschläge. Du kannst natürlich sein Adressbuch hochladen, aber es sieht auch sehr aus.
55:02 Gavin Karlmeier
Du verkennst eine Sache, wenn du dich mit deiner E-Mail-Adresse anmeldest und nicht eine fiktive Person bist. dann gibt es sicher schon als Dark Profile sozusagen. Das heißt, alle anderen, die Adressbuch hochgeladen haben, in denen deine E-Mail-Adresse ist, werden dir sofort als FreundInnen vorgeschlagen. Und das macht es dann ein bisschen mehr Komfle.
55:23 Sascha Förster
Aber da wir inzwischen so gut wie alle einen Facebook-Account haben und den jetzt auch nicht alle zwei Wochen neu anlegen, sieht man das einfach, glaube ich, viel seltener.
55:32 Gavin Karlmeier
Aber Allison sagt, dass eine große Anzahl von Menschen, nicht näher benannt, Facebook so nutzen, dass sie gar keine Freunde haben dort oder ihre Freunde da nicht vernetzen. Sondern Facebook anders nutzen. Ich würde sagen, ich habe leichte Zweifel an dieser Aussage, ehrlicherweise. Weil, wie du sagst, es ist ein leerer Ort und dann gibst du da eine Gruppe ein und gehst in diese Gruppe, aber du wirst dich da auf jeden Fall vernetzen. Also. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass Leute Facebook mit NullfreundInnen dauerhaft nutzen. Aber sie nutzen das natürlich, als man muss erklären, warum er so argumentiert. Also er argumentiert natürlich so. um zu sagen, wir sind Konkurrent zu TikTok und nicht in Konkurrenz zu Miwi. Die Frage ist, kauft der Richter das oder nicht?
56:19 Sascha Förster
Ja, also über die Jahre hat sich Facebook natürlich da auch stark verändert, von irgendwie die Alternative zu Studie VZ, die aber international ist und dann kann ich mich. . mit meinen Kommilitonen vernetzen, hinzu, dass dann Pages und Unternehmensinhalte noch dazu kamen, wo dann auch immer diskutiert wurde, wird jetzt mehr Unternehmensinhalt gezeigt oder mehr Inhalt von deinen Freunden. Und jetzt in so einer Creator-Welt, wo es auf die Unterhaltung auch viel mehr ankommt, also wo man wirklich dieses, ich stehe an der Bushaltestelle und will einfach nur irgendwas Lustiges sehen und mich ein bisschen ablenken. Und vielleicht nochmal hier und da was mitbekommen. Aber es macht weniger Spaß, glaube ich, auch die Inhalte von Freunden zu sehen, die nicht top optimiert sind und den Algorithmus glücklich machen. während die Creator natürlich genau wissen, wie sie die Knöpfe drücken müssen, einen Hook einbauen und den Content optimieren. Ja, und dann kommt natürlich noch die ganze Werbung dazwischen und dann die Werbung noch, die als Werbung auch geschaltet wird.
57:25 Gavin Karlmeier
Meta glaubt, das gefällt mir sehr gut. Meta glaubt, dass Leute Werbung gerne sehen. Dass sie gerne die Werbung konsumieren auf der Plattform und glauben, dass die Entitification eigentlich gar nicht existiert Meta sagt, Werbebelastung schadet unseren NutzerInnen gar nicht. Und haben deswegen jetzt mit dieser Argumentation einen Antrag gestellt mit noch einer zweiten Argumentation. Ein Antrag gestellt, das Verfahren einzustellen. Also, das ist ein interessanter Zeitpunkt, weil die FTC gerade mit ihrer Beweisaufnahme fertig ist. Also die fünf Wochen der fünf zurückliegenden Wochen waren alles ZeugInnen der FTC. Meta würde jetzt sozusagen mit ihren Zeuginnen und Zeugen anfangen und sozusagen den Richter vom Gegenteil zu überzeugen. Und da haben wir jetzt einen Antrag gestellt. Indem Sie schreiben, nach fünf Wochen Verhandlungen ist klar, dass die FDC den kartellrechtlichen Anforderungen nicht gerecht geworden ist. Unabhängig davon werden wir unseren Fall vortragen, um zu zeigen, was jeder 17-Jährige auf der Welt weiß. Instagram konkurriert mit TikTok und YouTube und X und vielen anderen Apps. Die FTC hat zig Millionen Dollar an Steuergeldern ausgegeben, um einen schwachen Fall mit einer Marktdefinition vorzubringen, der die Realität ignoriert. Ich sag mal so. Ich glaube, dass Meta da nicht vollständig Unrecht hat, nach meinem Gefühl. Weil, wenn du, also es ist natürlich die Frage, womit konkurriert Meta, aber Ich glaube auch, dass Leute nach ihrem Verständnis sagen, es geht um die Zeit, die Menschen auf einer Plattform oder mit ihrem Telefon verbringen und wo sie die Zeit dort verbringen. Und nicht zwangsläufig darum, welche App nutze ich um mein Telefonbuch zu ersetzen. Ich kann dieser Argumentation ein Stück weit folgen. Ich kann aber in dem Punkt nicht verstehen, wieso sie diesen unklaren Punkt mit einbringen, zu sagen. Es geht um den. . Die Leute haben kein Problem mit Werbung, sie sehen sie gerne, die Leute wollen eigentlich gar keine FreundInnen mehr haben und so weiter und so weiter, weil das eigentlich zwei Baustellen sind. Die eine Baustelle ist. . Worüber sprechen wir hier? Was ist unser Konkurrent? Und die andere Baustelle ist die Frage, was machen die Leute bei uns? Aber ich glaube, dass wenn du einerseits argumentierst, es geht um die Zeit, die Leute bei uns verbringen, musst du gar nicht mehr argumentieren, dass die Leute gar nicht mehr Mit Menschen in Kontakt treten wollen, an allen Ecken und Enden, weil du damit dein eigenes Argument schwächst. Ist so mein Gefühl. Ich bin auch kein Jurist, muss man dazu sagen, aber für mich eiert man damit rum. Ich entwickle da gerade so einen Gedanken.
59:47 Sascha Förster
Also vielleicht ist man ja wirklich auf dem falschen Pfad, Facebook sich als soziales Netzwerk anzuschauen. Gerade als Agentur wissen wir, das ist eine Werbeplattform, ein Marktplatz für Online-Werbung und für digitales Marketing. Oder für digitale Anzeigen. Und das ist der eigentliche Markt. Also wo schalte ich meine Werbung? im Internet und dann ist es Meta mit allem drum und dran, weil es super bequem ist, dann einen Ort zu haben und egal wie die Plattformen nachher aussehen, Das wird dann per KI noch schön automatisch verteilt und wir haben ja auch gelernt, jetzt brauche ich nur noch mein Ziel einzugeben, dann wird auch noch der Content automatisch generiert und Ich soll nur noch meine Kreditkarte angeben und prima, dann kriege ich meine Leads und kann glücklich meine Arbeit machen. Und wir diskutieren jetzt über die Freunde und ob dieses oder jenes Feature jetzt irgendwie Konkurrenz ausmacht, aber Ja, diese Werbezeit, die verkauft werden kann und wo gehen die Werbetreibenden hin und wo fließt das Geld? Wofür fließt das Geld? Ich finde, das hilft nochmal so, die Konkurrenz zu sehen. Und da ist Google einfach auf einem anderen Bereich unterwegs. Klar, also mit YouTube vielleicht noch. in einem ähnlichen Bereich, aber das sind einfach nur wenige Konzerne, die das komplett in der Hand haben.
01:01:13 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so, aber damit ist Meta, Meta ist eine der größten Werbeplattformen. Also auch da könnte man darüber diskutieren, sind sie zu mächtig oder nicht. Apropos mächtige Plattformen. Wir verlassen kurz Meta für eine Meldung noch, die wir noch reinkriegen wollen. Spotify hat ja vor einigen Tagen angekündigt, dass sie die Plays unter Podcasts anzeigen wollen. Also dass man sehen kann, wie viele Abspielungen hat eigentlich so eine Podcast-Folge erzielt. Und das hat bei vielen CreatorInnen zu einem ziemlichen Sturm geführt, die sich darüber aufgeregt haben, dass sie sagen, damit werden nur noch die großen CreatorInnen am Ende Werbedeals kriegen und wir gehen irgendwie als Nische unter. Und das ist auch so ein bisschen das, was ich so aus meinem Umfeld mitbekommen habe. Ich habe ja beruflich recht viel mit Podcasts auch zu tun. Und alle Leute haben irgendwie so das Gefühl, mit dem ich darüber gesprochen habe Krass, die Podcasts, die ich höre, die haben super wenig Place. Und das ist ein psychologischer Effekt, den Spotify sich ja auch eigentlich gar nicht so erwünschen kann. Weil der psychologische Effekt ist ja, dieses große Premium-Produkt, in dem Sie Werbung vermarkten wollen, für den Sie Ihre CreatorInnen auch begeistern wollen, zu veröffentlichen, das hat nur wenig Aufrufe. Also so oder so die ganze Ankündigung ging so ein bisschen nach hinten los, vor allem auch, und das ist so ein bisschen das Dilemma, das ich damit so ein bisschen habe, oder das Problem Spotify macht ja je nach Podcast nicht 100% deiner Abrufe aus, sondern wenn du irgendwie ein jüngeres Entertainment-Format bist, bist vielleicht bei 70, 80%. Wenn du aber ein bisschen nerdiger, ein bisschen nischiger bist, so wie wir, bist du bei 30%. So, und dann siehst du aber ein Format mit relativ wenig Place Und schließt darauf das Hören weniger, obwohl 70% der Hörer eigentlich über andere Wege kommen. Und das sind alles keine guten Effekte, wenn du eigentlich einen Podcast-Markt glaubst, weswegen Spotify jetzt am Wochenende angekündigt hat, da zurückzudern, und gesagt hat, sie werden zukünftig die Plays nur noch bei Podcasts ab 50. 000 Plays anzeigen und dann auch nur in 50. 000 an Schritten. Also es steht dann mehr als 50. 000 Aufrufe, mehr als 100. 000, mehr als eine Million. um eben so ein bisschen diese ganzen Dilemmen, Dilemmata, Dilemma dort zu verhindern. So, das ist eine Entscheidung, mit der ich zum Beispiel persönlich leben kann. Das ist meine Emotion dazu. Ich weiß nicht, wie es dir geht.
01:03:22 Sascha Förster
Ja, ich benutze nicht Spotify, sondern ich habe zum Beispiel Haken dran über den RSS-Feed in meinem Podcatcher direkt. Ach, du bist das. Und ich bin das der eine Abruf als Download. Ja, und also ich kann einerseits denke ich so, naja, die ganzen Plattformen haben doch alle Statistiken und auch oft die Abrufzahlen und Da muss man ja auch wieder genau schauen, was heißt denn eigentlich diese Abrufzahl? Also ist es jetzt eine Sekunde, zehn Sekunden? 60 Sekunden bei Spotify. 60 Sekunden Play. Immerhin. Oder wie gesagt, beim Podcatcher hast du ja einfach nur den Download. Du weißt ja gar nicht, ob die Leute überhaupt irgendwas gehört haben.
01:04:05 Gavin Karlmeier
Genau, wenn sie es abonniert haben, bist du quasi eine Karteiliche, ja.
01:04:11 Sascha Förster
Mir als Endnutzer ist es mir eigentlich egal. Also wenn ich den Podcast gerne höre, höre ich den Podcast gerne und dann ist es mir egal, ob das 10 Millionen oder 10. 000 Leute sind. Aber letztens konnte ich zum Beispiel sagen, ja, Haken dran, die haben ja auch eine Community und die allein ist ja schon riesig groß. Das muss also ein Riesenpodcast sein.
01:04:28 Gavin Karlmeier
Da siehst du, das ist ein guter Effekt. Apropos kommt in den Discord www. hakenrenn. org. Aber ich bin da nicht ganz so emotionslos, wie ich gerade ja auch schon angedeutet habe. Weil stell dir mal vor, Google würde die Aufrufe bei einer Webseite anzeigen. Man sucht nach deiner Agentur und eure Agentur steht dann bei Google mit acht Aufrufen pro Tag. So, dann denke ich mir als potenzieller Kunde, hä, warum geht da keiner drauf? Kann nicht interessant sein. Das sind aber natürlich nur die Google-Clicks. Das heißt, alle Leute, die eure Website direkt aufrufen und selbst wenn es 99% eurer Aufrufe wären, die direkt zu euch kommen, bleibt am Ende der Eindruck, ihr habt nur acht Aufrufe am Tag. Und das funktioniert für mich. Also, es geht halt, finde ich, wenn du sozusagen der zentralisierte Lösung hast über YouTube, ergibt es natürlich, also funktioniert das, wenn alle Plays auf diesem Video über YouTube passieren. dann ergibt es auch Sinn, wenn YouTube die Plays ausweist. Das funktioniert aber nicht, wenn YouTube jetzt alle Videos, die im Internet rumliegen, abspielen lassen könnte und du siehst aber nur die Plays via YouTube. Weil in dem Moment hast du nicht, du suggerierst einen falschen Eindruck. Und das kann nicht im Sinne von irgendjemandem in dieser ganzen Kette sein.
01:05:45 Sascha Förster
Ist ja auch bei den Werbetreibenden, wenn du dann irgendwelche Mediadaten rausgibst und sagst, du hast nicht 100. 000 Abrufe in der Woche. Und dann gucken sie bei Spotify nach und sehen dann wie. Hier sind es nur 10. 000, stimmt ja was nicht.
01:06:01 Gavin Karlmeier
Ja.
01:06:01 Sascha Förster
Genau. Da entsteht ein komischer Eindruck.
01:06:04 Gavin Karlmeier
Deswegen, also ich kann mit der Lösung, die Sie da jetzt als Kompromiss sozusagen anbieten, eigentlich leben. Weil also wenn da steht mehr als 50. 000 Aufrufe, dann hat der Podcast eine kritische Masse erreicht, wo man schon versteht, dass da ein gewisser Impact hintersteckt.
01:06:19 Sascha Förster
Ja, und ich glaube auch, dass die wenigsten, also würde ich jetzt mal behaupten, dass die wenigsten Podcasts das wirklich betrifft, also dass das höchstens 10% der Podcasts sind, die überhaupt so vieler. Aufrufe bekommen. Das würde mich mal interessieren. Also ich hatte von YouTube die Statistiken gehört, dass irgendwie wirklich nur ein Prozent der Videos tatsächlich mal von mehr als tausend Leuten Also ich habe nicht mehr die genauen Zahlen im Kopf. Aber eine Minderheit ist.
01:06:44 Gavin Karlmeier
Hatten wir hier einen Podcast. Ich weiß aber nicht, wie ich das jetzt schnell finde. Warte mal.
01:06:49 Sascha Förster
Und da habe ich mir auch wieder gedacht, also viele laden ja auch ihre Videos bei YouTube hoch statt auf einem eigenen Server. damit, wenn Sie viele Aufrufe kriegen, dass das überhaupt funktioniert mit dem Video. Aber wenn das fünf Abrufe im Monat sind, dann kann das auch jeder Wald- und Wiesen-Hoster Und deswegen muss man gar nicht immer jedes Video bei YouTube hochladen. Sondern kann durchaus auch mal ein Video selbst hosten inzwischen.
01:07:12 Gavin Karlmeier
Ja, warum nicht?
01:07:14 Sascha Förster
Und das ist ja auch das Schöne am Podcasten, dass es immer noch Deswegen mag ich Podcasts generell, dass die beides können. Sie können bei Spotify in Plattformen rein und bequem sein. Aber wenn ich keine Lust habe auf die Werbung bei Spotify, dann. Kann ich ein RSS-Feed mir schnappen und das direkt abonnieren und mir so anhören, wie ich das möchte? .
01:07:33 Gavin Karlmeier
Ja, wobei ich glaube, das ist aber jetzt eine nicht hundertprozentig sichere Aussage, aber ich glaube. dass Spotify keine Werbung in Podcasts platziert, die nicht da sein soll. Also ich glaube nicht, dass wenn du Haken dran bei Spotify hörst, dass du dann Werbung vor Haken dran hast, die nicht auch über andere Plattformen platziert wäre. Ist drumherum Werbung? Ich glaube nicht. In der App? Das weiß ich nicht. Als Premium-Kunde nicht. Als Gratis-Member. Also ich bin gar kein Kunde.
01:08:03 Sascha Förster
Du bist Premium-Kunde, müssen wir mal die anderen Kunden fragen. Wir diskutieren das.
01:08:07 Gavin Karlmeier
Wir finden das raus, wir hauskeepen das. Lieber Sascha, vielen Dank, dass du heute hier warst. Wir haben nicht alles geschafft Das kommt dann alles am Mittwoch in der Folge mit Dennis Horn. Wir sehen uns heute in einer Woche auf der Republika. Und hast du noch irgendwas anzubieten?
01:08:26 Sascha Förster
Genau, also bei der Republika gibt es viele schöne Sessions rund um das Fediverse und da freuen wir uns, wenn ihr dazu kommt, wenn ihr noch nie davon gehört habt. Aber das glaube ich hier an dieser Stelle sehr weniger.
01:08:37 Gavin Karlmeier
Wenn ihr noch nie davon gehört habt, dann erzählt mir, wie ihr das gemacht habt, bis hierhin diesen Podcast zu hören. Also vielen lieben Dank, Sascha. Wir hören uns bestimmt bald wieder. Ich wünsche dir einen wundervollen Montag. Allen, die bis hierhin zugehört haben, eine wundervolle Woche und bis Mittwoch und Tschüss. Vielen Dank. Tschüss.