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Folge 54 · 6. Februar 2023 · 30 Min.

Ist DAS das Ende von Social Media?

mit Dennis Horn

Wie quasi alle Fragen, die man in Schlagzeilen so findet, kann man auch diese hier mit „Nein!“ beantworten. Es gibt allerdings Menschen, die das anders sehen – sprechen wir heute drüber. Genauso wie über Neuigkeiten zur API, über Goldene Haken und über T2 – und das ist kein Auto.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:05 Gavin Karlmeier

Guten Tag, Gavin. Hallo Dennis

00:09 Dennis Horn

Neue Woche.

00:10 Gavin Karlmeier

Eine neue Woche beginnt und wir müssen vorher den Disclaimer unterbringen. Es ist, glaube ich, noch nie so viel Zeit verstrichen zwischen unserer Aufzeichnung. und dem Erscheinen dieser Episode morgens um 6 Uhr. Es ist jetzt Sonntagmittag, kurz nach zwölf. Und ich bin gleich mit Robbie Williams verabredet, den ich sehr schätze. Schöne Grüße an dieser Stelle.

00:32 Dennis Horn

Das ist aber so eine so eine parasoziale Verabredung. Er ist nicht mit dir verabredet, aber du mit ihm.

00:37 Gavin Karlmeier

Ich glaube, er wird mich sehen. Und deswegen müssen wir ein bisschen früher ran. Ich habe mitgebracht einen Artikel aus der Zeitung.

00:49 Dennis Horn

Aus der gedruckten Zeitung.

00:51 Gavin Karlmeier

Aus der gedruckten Zeitung eingereicht.

00:54 Dennis Horn

Das ist gut, weil die sind dann wenigstens noch weniger aktuell als wir.

00:57 Gavin Karlmeier

Das ist richtig. Und eingereicht hat ihnen mir mein Redakteur, Christoph, von der WDR Service Side. Und man weiß ja. Wenn Redakteure dir schreiben, dann setzt du es besser mal um. Und es ist ein Pamphlet über das, was jetzt bei Twitter passiert. Und was das für die sozialen Netzwerke insgesamt bedeutet. Geschrieben von Philipp Bovermann, der im Vöilleton der Süddeutschen Zeitung arbeitet. Dort ist es am Wochenende auch erschienen. Ich möchte dir mal vorlesen. Ja, bitte. Und ich habe so dieses Gefühl, Satz für Satz fällt uns die Kinnlade jetzt weiter runter. Ich habe ein bisschen gekürzt zwischendrin, aber der Sinn bleibt so erhalten. Die Reste der Idee einer wirklich offenen Sozialen Weltöffentlichkeit, die mal das Kernstück der Social Web-Utopien war, kann man auf Twitter besichtigen. Ist Musk etwa ein bisschen dumm? Ist er ein rechter Aktivist? Die Antwort könnte profaner und unendlich viel trauriger sein. Wahrscheinlich ist er einfach nur genauso süchtig nach der Aufmerksamkeit, die seine Aktionen unzweifelhaft erzeugen, wie all die Leute, die er nun digital bewirtschaftet. Man sollte als Dealer nie sein bester Kunde werden, lautet eine Weisheit, an die der Twitter Power User Elon Musk sich nicht hält. Nie hat er mehr Reichweite, mehr Engagement, mehr Reibung erzeugt als heute. Er ist der stinkreiche Hobbywinzer, der täglich dem Bart im Wein. Das Bild, das er abgibt, ist die riesenhafte Vergrößerung all der Social Media Junkies, zu denen weite Teile der Weltbevölkerung im Verlauf der vergangenen 10, 15 Jahre geworden sind. Als sie sich zu großen und kleinen Influencern entwickelten, dieser verbissene Wunsch, lustig und interessant gefunden zu werden, dieser fortwährende Lärm Weil man sein eigenes Hauptprogramm ist mit echten Zuschauern, voll auf Sendung. Musk besitzt die Maschine, aber sie ist es, die ihn kontrolliert und aussaugt. Wie ein wandelnder Beweis für die gebrochenen Versprechen der Social Media Ära stürzt Musk das, was davon noch übrig ist, ins Chaos. Und so geht sie zu Ende, wie sie es verdient hat, als Meme, ein trauriger Witz für die wenigen Eingeweihten, die anderen süchtigen Das größte Kommunikationsexperiment der Geschichte, verdampft im Strom der Likes die Masken noch aus dem Untergang zieht.

03:15 Dennis Horn

Ich stelle mir gerade vor, dass so jemand uns gerade am Montagmorgen halb sieben Völlig verschlafen hört und sich dann erstmal auch durch zweieinhalten Süddeutsche für Ton quälen darf. Für dich, lieber Hörer, liebe Hörerinnen waren diese letzten zweieinhalb Minuten.

03:29 Gavin Karlmeier

Also ist vielmehr schwer, an mir zu halten. Was ist mit Philipp Bochermann da passiert?

03:36 Dennis Horn

Also ich finde ja, das ist sprachlich ist das schön, ne? Das macht Spaß. Es ist fantastisch. Es ist schön geschrieben. Aber es ist so falsch. Ja, also da stecken ja eigentlich drei Thesen gleichzeitig drin, denen ich fast allen widersprechen würde. Ich würde aber mit der einen These anfangen, weil die mir in den letzten Wochen und Monaten am häufigsten untergekommen ist. Nämlich die These, Elon Musk macht das nur, um seine eigenen Aufmerksamkeit eine größere Bühne zu bauen, die ihm dann auch noch selber gehört. Das finde ich ist stark verkürzt und total vereinfacht, weil das unterstellt, dass es tatsächlich nur um die Plattform selber geht. Also nur darum. Also wir können sehen, dass es nicht stimmt daran, dass er die Plattform umbaut. Also wenn er, wenn diese These stimmen würde, hätte sich Twitter nicht verändert, außer der Tatsache, dass alle nur noch mit Elon Musk zu tun hätten. Also eigentlich wie deine Twitter-Erfahrung. Aber für alle anderen verändert sich Twitter. Wir reden hier 40, 50 Minuten am Tag darüber, was sich alles ändert. Und das liegt so ein bisschen daran, dass da ein größerer Anspruch hinterliegt. Es gibt ja auch diese These, dass dieses Sperren eines. . Satire-Accounts, in Anführungsstrichen, ein Zünglein an der Waage war für Elon Musk zu sagen, da muss eingegriffen werden, als es nämlich darum ging, dass ein transphober Witz veröffentlicht wurde oder transfeindlicher Witz veröffentlicht wurde. und Twitter eben gesagt hat, bisher noch nicht weiter und diesen Account gesperrt hat. Und Elon Musk sagte in dieser Erzählung, dass. . Dass das jetzt zu weit eingreife und man etwas tun müsste, um Twitter zu stoppen als Marktplatz. Und diese Erzählung, dieses Narrativ von diesem Kämpfer der eigenen Freiheitsinterpretation. Halte ich für deutlich schlüssiger und auch in jedem Verhalten und jeder Äußerung der letzten Wochen und Monate für viel stärker wiedererkennbar, als einfach nur die These, dass er sich da seine eigenen Reichweiten erkaufen möchte. Mir ist es zu einfach zu sagen, er wurde irgendwie gehänselt und deswegen hat er jetzt 44 Milliarden Dollar ausgegeben.

05:37 Gavin Karlmeier

Das ist fürs Feuilleton erschreckend eindimensional.

05:40 Dennis Horn

Genau.

05:40 Gavin Karlmeier

So, auch wenn die Worte schön gewählt sind.

05:44 Dennis Horn

Die zweite These, die ich da drin erkannt habe, ist eigentlich die größte, nämlich die These, dass Social Media vorbei ist. Weil ich doch, also das Ding ist ja, also da möchte ich auch ein süddeutsches Zitat herleiten, nämlich aus dem Interview mit Jan Böhmermann. der in der Süddeutschen gesagt hat, vorher sind wir für Wen anders anschaffen, für saudische Prinzen anschaffen gegangen, jetzt gehen wir für Elon Musk anschaffen. Aber solange Elon Musk meine Tweets nicht benutzen darf, gehört Twitter immer noch uns. Das ist so ein bisschen dieses Narrativ, das wir hier auch schon mal aufschauen. aufgemacht haben. Die Idee Twitter ist größer als das Unternehmen und das gilt für jedes soziale Netzwerk. Die sozialen Netzwerke sind immer nur so gut, wie viele Menschen es benutzen und wie die Menschen es auch benutzen. Google Plus zum Beispiel war ein total cool gemachtes, schön designtes soziales Netzwerk, hat sich aber niemand für interessiert und dementsprechend ist es Idee soziales Netzwerk gescheitert. Das heißt, dieser Elfenbeinturm von dem aus man sagt, Social Media ist tot, weil der Autor dieses phötonistischen Textes das Gefühl hat. Social Media ist tot, ist noch nicht die tatsächliche das tatsächliche Schwert, das er jetzt gerade fallen lässt oder die Axt, die er fallen lässt, weil das sind immer noch Milliarden Menschen, die es halt einfach benutzen.

07:01 Gavin Karlmeier

Also vor allem Er hatte ja ganz offenbar das Gefühl, das ist schon immer tot. Also das, naja. Du hast gesagt, da ist noch eine dritte Geschichte drin.

07:11 Dennis Horn

Ja, die dritte These ist, dass das das Ende der Ära Musk ist. Aha. Und das sehe ich also auch nicht, dass sein Experiment gescheitert ist und Elon Musk jetzt gerade stürzt. Ehrlicherweise habe ich das Gefühl leider nicht. Also ich habe nicht das Gefühl, dass er. Dadurch, dass er Twitter gerade umbaut und verändert und vielleicht auch erstmal ungünstig verändert und auch erstmal ein bisschen ins Straucheln gerät, dass das dazu führt, dass ein komplettes Imperium daran zugrunde gehen könnte.

07:40 Gavin Karlmeier

Also, ich hab, ähm, als ich das las, habe ich gedacht: Ach, guck mal, der Klischee-Feuilleton-Redakteur, der, also jetzt geht's auf die Person, aber da ist irgendwie so ein Schema drin, das. In den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mal wieder so aufgepoppt ist, der unbedingt zur Zeitung wollte. Wütend ist, dass die Zeitung stirbt und seinen Hass auf Social Media, in seine Artikel über Social Media gießt. Und damit leider meistens falsch liegt.

08:06 Dennis Horn

Ja, das kann man so lesen, stimmt. Also würde ich sogar mitgehen, dass das eine mögliche Interpretation ist. Es könnte aber auch wirklich einfach nur sein, dass das ein Bauchgefühl ist. Dieses meine Leute benutzen kein Instagram mehr, meine Leute benutzen kein Twitter mehr, dementsprechend scheint es das Ende von Social Media zu sein.

08:23 Gavin Karlmeier

Im Völton darf man so denken, ne? Das ist, glaube ich, die einzige.

08:26 Dennis Horn

Vielleicht ja. Vielleicht ja. Ich finde das halt nur gerade in einer Welt, in der es darum geht, dass viele Menschen zusammenkommen. Also seine These, dass Social Media ja eigentlich eine Utopie öffentlicher Meinungs-Gestaltungsfreiheit sei Die würde ich gar nicht zwangsläufig mitgehen, sondern Social Media ist eigentlich erstmal ja nur darüber definiert, dass es eben viele Menschen miteinander vernetzt. Und das passiert auch bei TikTok. Also der Vorwurf, die TikTokisierung von Instagram, die in der Überschrift dieses Artikels steht, sei ein Anzeichen für das Ende von Social Media, ist ja genauso eindimensional. Es ist einfach nur eine Veränderung.

09:06 Gavin Karlmeier

Ich habe am Wochenende einen Podcast gehört.

09:08 Dennis Horn

Ja. Haken dran, hoffentlich.

09:10 Gavin Karlmeier

Auch von Heise. Die haben verschiedene Podcasts so rund um die CT herum. Der ist jetzt schon ein paar Wochen älter. Da haben die auch nochmal über die Form der Monetarisierung von Twitter gesprochen. Ich fand ganz interessant, da sagte einer von denen Er findet das so krude, dass die zahlen sollen, die da reinschreiben wollen. Weil er nutzt diese Plattformen so passiv und er würde Geld dafür zahlen, das alles lesen zu dürfen. Das fand ich nochmal, irgendwie fand ich das interessant. Hab mich nochmal so in dieses Gedankenspiel gebracht, wird hier überhaupt das Richtige monetarisiert? Also er musste ja schnell an Geld kommen und vielleicht schließt Elon Musk so Von dem eigenen Aufmerksamkeitsverhalten und ich finde, da trifft Philipp Bofermann in diesem Feuilleton-Kommentar schon irgendwie Ein Punkt, zumindest teilweise, dass Elon Musk ja trotzdem so dieses Aufmerksamkeitsding hat. Und da hat er dann aus dieser Aufmerksamkeitserwägung heraus entschieden, wie er Twitter monetarisiert, aber so diese Frage, die, die es nutzen und lesen. Da irgendwie abzukassieren, fand ich fand das schon auch nochmal interessant.

10:29 Dennis Horn

Ja, verstehe ich auch. Ich finde auch den Blickwinkel natürlich auch spannend. Und wie gesagt, der Text auch toll geschrieben, also das unbenommen. Das, was du sagst, finde ich spannend, weil ich darüber am Wochenende bei Mastolon eine ähnliche Diskussion hatte, wo ich so ein bisschen eher so offene Gedankenfetzen reingeschmissen habe nach dem Motto, wenn jetzt jeder Punkt von Twitter monetarisiert wird, Gilt dann überhaupt noch der Satz, wenn du nicht zahlst, bist du das Produkt? Ist das dann überhaupt noch der Fall oder ist es jetzt eher so, dass es tatsächlich eine bezahlte Plattform sein wird? die über kurz oder lang ohnehin hinter eine Paywall rutscht. Also ich halte das gar nicht für ausgeschlossen, finde dem die Frage von dem Kollegen von der von Heise aber super richtig. Ich glaube, die Antwort ist aber Elon Musk will einfach an das Geld, an das er kommt. Und die Leute, die bei Twitter schreiben, sind die, die bei, die eine stärkere emotionale Bindung an die Plattform haben. Als die, die dort einfach nur konsumieren und die wissen, naja, ansonsten gehe ich zu Instagram, da kriege ich die Screenshots der besten Tweets eh gesammelt.

11:31 Gavin Karlmeier

Noch jedenfalls.

11:32 Dennis Horn

Ja, das stimmt.

11:33 Gavin Karlmeier

Und mit dieser Diagnose sprichst du natürlich auch über uns beide.

11:37 Dennis Horn

Ja, natürlich.

11:38 Gavin Karlmeier

Wenn man mal ehrlich ist. Aber wir müssen das Feueton enttäuschen. Es wird nicht das Ende der Social Media Ära sein, weil es parallel weiter an anderen sozialen Plattformen gearbeitet wird. Die Wyatt hat einen interessanten Artikel veröffentlicht über Gabor Celle, spricht man ihn, glaube ich, aus. Oder Sally, keine Ahnung, der sich Schöner szenischer Einstieg in diesen Artikel. Mitte 2021 für 15 Dollar ein Molleskin-Notizbuch gekauft hat, um Ideen für neue Startups zu skizzieren. Und er hatte auf die erste Seite geschrieben: T2. Und T2 wissen wir, heißt natürlich Twitter 2. Seine Ideen für eine bessere Version von Twitter. So. Und also das ist uns untergekommen heute. Ich finde das ganz interessant. Also, der Kerl hat selbst schon Startups gegründet und an Google und Twitter verkauft, bei beiden Unternehmen dann auch gearbeitet. Und hat diese Ideen dann erstmal liegen lassen, weil sein Gedanke war, 2021, er kriegt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eh nicht von Twitter weg. Wir haben ja schon mal darüber gesprochen, wie eng die Bindung auch Des Teams an dieses Unternehmen immer war. Und dann kam Elon Musk, und jetzt verfolgt Gabor Sally, Sally, ähm, Celle, diese T2-Idee weiter. Er hat eine Mitgründerin, Sarah O, die vorher bei Facebook war, im Security Team, User Security, auch für Twitter gearbeitet hat und jetzt haben die beiden eine Angel Investor Finanzierung über knapp anderthalb Millionen Dollar. Ähm, und ich glaube, neun Mitarbeiter insgesamt und ziehen jetzt, wenn ich das richtig verstanden habe, Twitter nochmal neu hoch, so wie es sich. vor 15 Jahren angefühlt hat. Kann man das so sagen?

13:45 Dennis Horn

Ja, das kann man so sagen. Ich glaube, die Formulierung, die sogar in dem Text stand, war, es soll sich anfühlen wie das 2007er Twitter mit einem Vibe, den die Plattform unter Elon Musk nicht mehr habe. Das ist so die These. Der Arbeitstitel im T2 soll so nicht bleiben, heißt es in dem Text. Ehrlicherweise glaube ich, wenn das jetzt schon in der Welt ist, dann wird es am Ende auch so heißen. Aber wenn man auf T2 oder T2 Punkt Social geht, dann kann man sich das auch schon anschauen, wie das aussieht. Und es sieht wirklich aus wie Twitter früher, vor allem vorneweg mit einer öffentlichen Timeline. Das gab es ja ganz am Anfang bei Twitter tatsächlich mal, so eine Public Timeline.

14:21 Gavin Karlmeier

Und jetzt bei Mastodon?

14:23 Dennis Horn

gibt es die zumindest instanzenweit. Und ja, also es hat tatsächlich so ein bisschen dieses Handhabe des frühen Twitters. Das ist eine süße Idee, ist auch eine Liebhaberidee, aber es ist halt vor allem verkennt das, dass der große Erfolg von Twitter eigentlich erst gekommen ist, als es sich eben nicht mehr so angefühlt hat wie das 2007er Twitter.

14:46 Gavin Karlmeier

Also die haben jetzt so einen idealistischen Moment bei T2, weil sie sagen, man braucht so eine kritische Masse, um wachsen zu können. Das sind 5000 Leute. Und die sagen jetzt so im Frühjahr wird es soweit sein. Und was ich ganz interessant fand Also im Moment ist die Zahl der NutzerInnen wohl noch zwei oder höchstens niedrig dreistellig. Das heißt, da geht noch nicht viel, es wird viel diskutiert, wie auf jeder neuen Plattform, erstmal über die Plattform selbst. Und dann fand ich ganz interessant, dass T2 eine Authentifizierung der Nutzerinnen und Nutzer verfolgt. Also nicht irgendwie für 8 Dollar, so wie bei Twitter Blue. Aber die wollen die Identität bestätigen, um auch hier Desinformationen einzudämmen. Irgendwie sagen wir mal kommunikative Angriffe auf diese Plattformen, Bots und so weiter. Und das ist noch so ein bisschen im Ungefähren. Also, die denken darüber nach, also im Moment ist es einfach, weil du kommst nur auf Einladung rein. Wer jemanden kennt, der jemanden kennt. Und das ist ja in dieser niedrigen Userzahl noch recht okay. Und später Wird dann darüber nachgedacht, das abzugleichen mit Konten in anderen sozialen Medien oder tatsächlich über die IDs? Dieses Konten in anderen sozialen Medien, das fand ich hochinteressant. Weil wir ja auch schon über die schwierigen Authentifizierungsprozesse dort gesprochen haben, für das blaue Häkchen. Aber gleichzeitig kann ich mir nicht vorstellen, Dass so dieses Yet Another Dingsbums funktioniert, weil wir haben ja in der Geschichte der großen Social Media Dienste immer gesehen. Es funktioniert, wenn du so ein Kompliment schaffst, ne? Also Komplementärangebot schaffst. Also irgendwas anderes, was eine Lücke füllt, die noch nicht geschlossen ist und eine Lösung für Leute schafft. Die es noch keine Lösung gibt. Und das war bei Instagram der Fall, das war bei Snapchat der Fall, das war bei TikTok der Fall.

16:57 Dennis Horn

Und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum Clubhouse ja gescheitert ist. Exakt. Weil Clubhouse es nicht geschafft hat, ein echtes Netzwerk zu bilden. Sondern es war halt eine Funktion, die man mal genutzt hat, die sich abgenutzt hat und die vor allem aber die ganze Zeit darauf gefußt hat, auf andere Netzwerke zu verweisen. Also wenn ich dir eine Privatnachricht schicken wollte, hat mir Klappers angeboten, dich bei Instagram hinzuzufügen.

17:17 Gavin Karlmeier

Also wir notieren oder reihen das jetzt ein in die Liste dieser ganzen Konkurrenzangebote, die gerade entstehen, post-Hive T2 und so weiter.

17:27 Dennis Horn

Ja.

17:28 Gavin Karlmeier

Und werfen aber einen wohlwollenden weiteren Blick darauf, weil wir das so schön runtergesizt, twitterhaft wie früher finden.

17:38 Dennis Horn

Ich habe mich auf die Warteliste gesetzt, sag ich mal.

17:41 Gavin Karlmeier

Sehr gut. So, jetzt kommen wir im Alltagsgeschäft wieder an.

17:45 Dennis Horn

Na endlich.

17:46 Gavin Karlmeier

Und werden gleich einen frohen Reigen Nochmal in unserer Funktionsbetrachtung haben, was ist neu, was funktioniert jetzt schon wieder nicht. Aber wir starten noch einmal mit dem größten Thema der vergangenen Tage. Das ist die API von Twitter. Da nochmal der Friendly Reminder: Am Donnerstag geht's vorbei. Und wenn ihr zum Beispiel nochmal, also wenn ihr noch bei Twitter seid und nochmal so einen automatischen Suchdurchlauf vielleicht führen möchtet, wer von eurem Twitter-Kontakten ist auch bei Mastodon? Dann wäre jetzt der Zeitpunkt dafür. Es gibt Tools dafür. Move to Don, es gibt dieses Tool von Luca Hammer und das wir schon öfter erwähnt haben und noch viele weitere. Macht nochmal so einen Abgleich, bevor es einfach ab Donnerstag oder Freitag nicht mehr geht.

18:28 Dennis Horn

So. So ist das.

18:30 Gavin Karlmeier

Als Reminder. So, jetzt haben wir Post bekommen. Von Maximilian, richtig?

18:37 Dennis Horn

Richtig.

18:38 Gavin Karlmeier

Der sagt: Da gibt es nochmal so einen Punkt. Vielleicht zur Ehrenrettung dieses Gedanken, die API nicht so ganz frei rumlaufen zu lassen?

18:47 Dennis Horn

Ja, nämlich die grundsätzliche These der Datensparsamkeit, die dem natürlich auch zugrunde liegen könnte. Zu sagen, die Serverkapazitäten sind ähnlich. Und wir wissen auch, das Geld von Twitter ist offenbar stark endlich. Und die Überlegung, dass du dass das Unternehmen Twitter ja durchaus auch sagen könnte, wir fahren den API-Zugriff runter, um eben etwas die Serverkapazitäten einzusparen und auch die Menge. An Daten auf dem Server einzusparen. Als kleinen weiteren Gedankenimpuls in diese Richtung.

19:18 Gavin Karlmeier

Ja, also er sagt, wir hatten ja diese Beispiele, der Spiegel, die Tagesschau, das seien mit Sicherheit so die wenigen positiven und eine ganze Menge automatisierter Tweets mit irgendwelchen Spar-Spot-Accounts sind vielleicht jetzt auch nicht So sinnvoll, wenn es darum geht, irgendwie die Serverlast klein zu halten. So, da sage ich dann immer, das ist dann wieder eine Frage der grundlegenden Perspektive. Sehen wir Twitter wirklich als ganz normales Unternehmen, dass jede Entscheidung frei treffen kann und das ist ja, klar, de facto rechtlich auch ist. Oder erkennen wir an, dass diese Plattform eben für die öffentliche Debatte So wichtig ist, dass wir über Regulierung bei manchen Fragen reden müssten.

20:02 Dennis Horn

Ja, und genau, und Regulierung heißt in dem Fall aber ja auch, wie geht das in die andere Richtung, wie viel Wollen wir als Gesellschaft eigentlich in diese zur Verfügungstellung einer Infrastruktur auch investieren? Bisher ist das nicht allzu viel. Aber theoretisch kann man das natürlich diskutieren, wenn man sagt, das ist eigentlich nicht nur ein Unternehmen, sondern eben tatsächlich eine Grundlage.

20:25 Gavin Karlmeier

Wir haben einen Post auch bekommen von Peter, der nochmal speziell so zur Wissenschaft und zu deren Zugang zu Twitter über die API schreibt, dass da auch der Digital Services Act der Europäischen Union einiges regeln würde. Und er glaubt, so einfach darf Twitter da auch gar nicht die Axt anlegen. Ist ja selbst auch nicht so super fit, aber ich höre raus, auch aus unserem Gespräch, vielleicht tauchen wir da nochmal ein bisschen tiefer ab. in dieses Thema.

20:56 Dennis Horn

Ja, würde sich, glaube ich, mal anbieten. Zumal auch jetzt ja die Ankündigung kam, relativ frisch. Da wolltest du wahrscheinlich als nächstes hin. Das ist offenbar. laut Elon Musk auf Grundlage von als Reaktion auf Feedback wird Twitter eine einfache, eine Light, Ride-only-API für Bots aktivieren, die gute und kostenlose Inhalte bereitstellen.

21:20 Gavin Karlmeier

Ja, also for bots providing good content. Was heißt das? Was zum Teufel heißt das? Also er hat vor ein paar Tagen getwittert, dass die API missbraucht wird. Bei Botscammern und Meinungsmanipulatoren. So, deswegen jetzt 100 Dollar pro Monat. Dann kamen 8 Dollar pro Monat. Wer Twitter Blue hat, darf auch hier botmäßig über die API rein.

21:44 Dennis Horn

Genau.

21:44 Gavin Karlmeier

Und jetzt kommt, nee, wird frei sein. For Bots providing good content. Was zum Teufel? Wo ist die Grenze? Was will er jetzt? Was?

21:53 Dennis Horn

Vor allem alles auf Grundlage von Pepito the Cat, über den wir schon gesprochen haben. Der Bot, der die Videos und Bilder der kleinen Katze, die durch die Katzenklappe klettert, automatisch twittert. Das scheint offenbar gut genug zu sein für einen ganz gratis zu wandern.

22:06 Gavin Karlmeier

Katzen sind good Content, also meine F

22:11 Dennis Horn

Aber was ich daraus lese ist, also er sagt ja, providing good content that is free, dass er offenbar für all, also so sehe ich das, ne? Das ist jetzt Mutmaßung, wir wissen das nicht. Aber ich lese daraus, dass alle Bots die automatisierten Content in Twitter reinstecken, der aber nicht dazu genutzt wird, um daraus Geld zu generieren, also nicht zu monetarisieren. Dass die durchaus diesen Zugang bekommen. Das heißt, der Kölner Dom ist sicher. Der Don Dong Dong Dong Dong Account. Der Big Ben auch, genau. Ja, das ist. Aber Accounts, die jetzt dauerhaft Paywall-Artikel veröffentlichen, vermutlich nicht.

22:49 Gavin Karlmeier

Das ist, ich finde das interessant, das ist jetzt eine Frage, wie wir diesen Satz von Elon Musk semantisch interpretieren. Also meint er damit Die Accounts, die kein Geld machen im Sinn haben. Oder sagt er, es ist frei für alle Bots, die good Content providen.

23:07 Dennis Horn

Oder das, auch wirklich.

23:09 Gavin Karlmeier

Wir wissen es schon wieder nicht. Es ist Komm, nächstes Thema. Also, kleiner Nachtrag zum goldenen Haken. Da ist er. Ja, wir haben über den goldenen Haken gesprochen. der für 1000 Dollar im Monat zu haben sein wird für Organisationen, also NGOs, Medienhäuser, Unternehmen. All das. Und 50 Dollar nochmal zusätzlich pro Account, der denen dann zugewiesen sein wird. So, also das dann, weiß ich nicht, in meinem wäre dann irgendwie ein goldener Haken drin und daneben das WDR-Logo oder irgendwie sowas.

23:46 Dennis Horn

Ich glaube, der WDR hätte den goldenen Haken und du hättest den blauen Haken und das WDR-Logo, glaube ich. Bin mir nicht sicher.

23:53 Gavin Karlmeier

Oder so rum. So, und jetzt ist es aber so, dass der goldene Haken ja zum Teil schon so nach gut dünken Accounts verliehen wurde. Ich glaube, irgendwie vom ZDF habe ich bei ein paar den goldenen Haken gesehen. Andere Medienhäuser haben weiter den blauen. Keine Ahnung.

24:05 Dennis Horn

Ja, also man kann sagen, zum Beispiel WDR Aktuelle Stunde hat den blauen Haken, WDR Aktuell hat den goldenen Haken.

24:10 Gavin Karlmeier

Aha. Ist klar, nee, völlig klar. Logisch. Erscheint mir logisch. Und das heißt, den haben jetzt schon einige. Und es wird aber bald passieren, dass wer diese 1000 Dollar pro Monat nicht zahlt, den goldenen Haken verlieren wird. So, ist unklar wann. Aber da wird es so laufen wie mit den legacy blauen Haken entfällt alles.

24:36 Dennis Horn

Die also nach dem alten System verifiziert wurden und deswegen möglicherweise aber nicht unbedingt beachtenswert sind.

24:45 Gavin Karlmeier

Mastodon, der Hort der Korrektheit, hat uns schon darauf hingewiesen, es sind weiße Haken mit einem Klämmerchen dahinter. Außer man hat den Dark Mode am Computer eingestellt, dann sind es natürlich schwarze Haar-Leute.

24:58 Dennis Horn

Ich fand süß, weil also ich habe nur darauf gewartet, ich bin total überrascht, dass das bis jetzt gedauert hat.

25:04 Gavin Karlmeier

Ja, bei Mastodon warte ich auch immer nur auf Korrekturen.

25:07 Dennis Horn

Nein, also diese Kritik an der Formulierung blauer Haken, die ist natürlich ja.

25:15 Gavin Karlmeier

So, jetzt der Funktionsreigen. Womit fangen wir an? Die Geburtstagsballons sind zurück.

25:22 Dennis Horn

Ja, auf Android offenbar. Ja. Ähm, kommen die wieder? Es gibt keine offizielle Stellungnahme von der Kommunikationsabteilung von Twitter in Form von Elon Musk, aber es gibt Menschen, die in der Android-App Diese Ballons wieder entdeckt haben. Ich bin total gespannt, ob ich welche bekomme.

25:40 Gavin Karlmeier

Ja, bis zu meinem Geburtstag sind es noch neun Monate, nee, elf Monate ist es. Ich warte noch ab, aber in elf Monaten wird meine Twitter-App ja eh so aussehen wie bisher. Also werden sie wahrscheinlich da sein.

25:52 Dennis Horn

Richtig.

25:53 Gavin Karlmeier

Dann sind unter einigen Tweets Geschenke-Icons aufgetaucht. Das ist geil, ne?

25:59 Dennis Horn

Also neben dem Lesezeichen.

26:02 Gavin Karlmeier

Ist das bald überhaupt noch Platz für neue Icons irgendwie? Ist das?

26:05 Dennis Horn

Also neben dem Lesezeichen und dem Viewcount und dem bisherigen Symbolen gibt es jetzt dieses kleine Geschenk und dieses Geschenk spielt so ein bisschen in dieser Award. Es gibt nämlich die Möglichkeit, Twitter Coins zu verschenken auf Grundlage eines Tweets. Und Zwar kannst du auswählen, wie viele, 120, 250, 1000 und die kannst du entweder schicken oder sogar anonym verschicken und dann bekommt der andere diese Coins oder die andere. Cool. Okay.

26:33 Gavin Karlmeier

Ich kann es kaum erwarten. Kann man machen. So, dann tauchen langsam vermehrt bearbeitete Tweets in den Timelines auf.

26:43 Dennis Horn

Vermehrt ist ein großes Wort. Also im englischsprachigen Raum gibt es durchaus ja schon Accounts, die ja schon länger machen. Aber es gibt jetzt einen deutschsprachigen Account, den jemand gefunden hat, der Tobias sonst nämlich geschickt. Vielen Dank. der einen Tweet bearbeitet hat. Ja.

27:01 Gavin Karlmeier

Und es ist meine Lieblingsgeschichte. Von diesem Wochenende. Da hat sich jemand versucht anzumelden für Twitter Blue, was dazu führte, dass sein Account gesperrt wurde.

27:17 Dennis Horn

Wegen einem Regelverstoß.

27:19 Gavin Karlmeier

Länger ist diese Geschichte natürlich auch nicht, aber es ist sehr schön. So.

27:25 Dennis Horn

Und vor allem das Geld ist halt weg.

27:27 Gavin Karlmeier

Ja, ja, ja, ja. Also irgendeiner hat darunter gemutmaßt, vielleicht auch nur so lange, wie die Identität geprüft wird oder so.

27:33 Dennis Horn

Ah, aber da oben steht ja, dein Account ist permanent gesperrt. Ja.

27:39 Gavin Karlmeier

So, besser kein Geld einwerfen, weil nachher geht die Fahrt wirklich los. Und dann noch von Wie heißt er? Stefan Rahsdorf, ist das nicht so ein bekannter Klimaforscher auch? Ich habe das jetzt nicht nachgegoogelt.

27:54 Dennis Horn

Wir sind mal wieder perfekt.

27:56 Gavin Karlmeier

Super vorbereitet, der.

27:58 Dennis Horn

Deutscher Klimaforscher, Ozeanograf und Paläoklimatologe.

28:02 Gavin Karlmeier

Wir müssen uns nicht vorbereiten, wir haben einfach fantastisches Allgemeinwissen.

28:06 Dennis Horn

So ist es.

28:06 Gavin Karlmeier

Und Stefan Rahmstorff hat getwittert über diese Analysefunktion bei Twitter, wo steht Updated Daily.

28:16 Dennis Horn

Ich könnte das reproduzieren, bei mir ist es auch so, wenn man in die Twitter Analytics geht, dann hast du sonst immer so einen Überblick über den letzten Monat bekommen. Also deinen Top-Tweet des Monats, deine Top-Erwähnung, deinen Top-Medient-Tweet, also wer folgt. dir mit den meisten FollowerInnen aus dem letzten Monat neu und so. Und im Februar steht da einfach nur: Sie haben diesen Monat noch nichts getwittert. Höchste Zeit. Regelmäßige Tweets im Laufe des Monats führen zu mehr Interaktionen. Und mehr Infos gibt es auch nicht. Das heißt, offenbar wird dieses Tool nicht mehr mit Daten gefüttert. Ich sage dir eine These, ich glaube, das hängt mit dem ViewCount zusammen. Denn dieses Tool, dies Analytics-Tool, hat auch überhaupt keine Interaktion oder größtenteils keine Interaktion ausgewiesen, sondern zählt auch nur in Impressions. was vermutlich die gleiche Metrik ist wie der ViewCount, rundet diese aber immer auf und ab. Und ich könnte mir vorstellen, dass das insofern mit dem ViewCount zusammenhängt, als das die Datenlast einfach irgendwann zu groß geworden ist, an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Metriken unterschiedlich darzustellen und man sich einfach entschieden hat, dieses alte, diesen alten Microservice Twitter Analytics, einfach abzunabeln. Oder ist es ein Fehler?

29:29 Gavin Karlmeier

Oder könnten Widersprüche in den Zahlen auftauchen?

29:33 Dennis Horn

Auch das kann ich mir sehr gut vorstellen.

29:35 Gavin Karlmeier

Ja, okay. Wir beobachten es weiter.

29:38 Dennis Horn

Definitiv.

29:39 Gavin Karlmeier

Jetzt haben wir auch schon alles durch, nicht wahr?

29:41 Dennis Horn

Ich glaube ja. Oder hast du noch einen Ass im Ärmel?

29:44 Gavin Karlmeier

Nee, ich habe keinen Ass im Ärmel.

29:45 Dennis Horn

Pinocchio hatte ja immer einen Ast im Ärmel.

29:50 Gavin Karlmeier

Hat den dann so rausgeworfen? Nein. So. Es war mir an, also so in privaten Laber-Podcasts sagt man ja auch am Ende immer, war schön. Es war mir ein Vergnügen, hat sehr viel Spaß gemacht, mit dir zu sprechen.

30:03 Dennis Horn

Es hat nicht erfüllt.

30:04 Gavin Karlmeier

Ja, ich schätze das immer sehr. Bis morgen, Richard.

30:09 Dennis Horn

Bis morgen.