“We’re betting on people!” ist das neue Versprechen von Meta. Dem Unternehmen, das sich in den letzten Monaten vor allem dadurch präsentiert hat, eher “on AI” zu betten.
Aber vielleicht ist die Doppeldeutigkeit in dem Slogan auch Absicht?
Apropos Absicht: Was beabsichtigt Wedium eigentlich – Deutschlands Antwort auf TikTok? Wir haben länger mit Johannes Meissner, einem der Gründer von Wedium gesprochen und dabei bemerkenswerte Aussagen bekommen. Vor allem auf die Frage, wieso Wedium eigentlich nicht dezentral aufgestellt ist.
Und dann ist da noch die größte Krise, die digital-aufgestellte Medienunternehmen gerade erleben: Kommt Google Zero? Einige Zeichen der Zeit stehen nicht gut für suchmaschinenoptimierten Content – zum Beispiel, dass selbst Reddit, einer der größten Profiteure der KI-isierung von Google den eigenen Deal mit dem Suchriesen in Frage stellt.
Kapitelmarken
KI-unterstützt
- Hallo Dennis!
- Metas Slogan "We're betting on people"
- Meta-Brillen und neue Content-Regeln
- Meta und Gewerkschaften
- Facebooks TikTok-isierung
- Facebook Verified: Eine Hakenschlacht
- Rückzug der RKC-Klage gegen Meta
- Verhaftung eines Meta-Managers
- Metas StoryKit: KI-generierte Kindergeschichten
- Interview mit Wedium: TikTok-Alternative aus Deutschland?
- Google Zero – und Reddits möglicher Rückzug
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich Gevin. Hallo Dennis. Es ist Montag, es ist Ende Juli. Wir sitzen bei Grauen 24 Grad vor der nächsten Hitzewelle und bringen eine neue Episode Haken dran an den Start.
00:20 Dennis Horn
Und also ich habe es im Vorgespräch dir schon gesagt, ich sage es jetzt allen Hakis da draußen auch. Also, wenn wir alle Themen, die wir uns vorher haben Heute vorgenommen haben, besprechen, dann sind wir bei neun Stunden wahrscheinlich. Es ist so viel passiert. Wir müssen da jetzt mal so ein bisschen durchfriemeln, aber wir haben auch ein bisschen Exklusivkram heute dabei. Wir haben ein exklusiv geführtes Interview dabei. Wir haben Metameldungen, bei denen du dir an die Stirn fährst und sagst, wie kann das alles noch wahr sein? Und wir haben Spannendes von Reddit. Also heute ist was los auf jeden Fall.
00:49 Gavin Karlmeier
Du bist ein Teaser-Monster. Nicht schlecht. Wenn die Teaser-Monster sind. Wir beginnen diese Ausgabe mit Meta und mit einem Werbevideo. Mark Zuckerberg hat ein kurzes Video gepostet, das ich würde sagen, ein bisschen Nostalgie ist. Also Menschen, die mit Instagram, WhatsApp, Facebook und der Ray-Ban-Brille Schöne Momente festhalten. Konzerte, Snowboarder, lachende Kinder, ruhige Musik. Ob es euch gerade genauso geht, I doubt it. Und dazu die Bildunterschrift. Während man in die nächste KI-Welle eintrete, glaube man weiter daran, dass die Zukunft für alle da sei und im Voiceover dann so ein Satz, dem man sich merken sollte, vielleicht nennt uns Optim. Das klingt fast nach John Lennon
01:38 Dennis Horn
Es ist aber auch so ein bisschen dieser Apple Super Bowl-Spot.
01:41 Gavin Karlmeier
Ja, also nennt uns Optimisten, nennt uns Träumer, nennt uns, wie auch immer ihr wollt, wir setzen auf die Menschen. Das ist nicht Menschen-M-E-T-T-I-O-N.
01:53 Dennis Horn
Wir setzen auf Menschen. Ja, das ist dieser Satz, dieses We're betting on people. Und ich das ist so ein Marketinggelaber. Aber angesichts der Tatsache, dass MetaAirst vor einigen Wochen 8000 Menschen entlassen hat, um sie durch KI zu ersetzen oder um ihr Geld in KI-Entwicklungen, Rechenzentren, Innovation und so weiter zu
02:15 Gavin Karlmeier
Ja, und wobei der Entlassung angeblich auch noch KI mitentschieden hat.
02:18 Dennis Horn
Und das ist es halt unfassbar zynisch. Und ich finde aber, wir sollten uns dieses Zitat sehr, sehr gut merken, weil dieses We're betting on people In seiner Zweideutigkeit übrigens auch wahnsinnig interessant ist, weil sie eben auch all ihr Geld damit verdienen, dass sie auf Menschen wetten. Aber gleichzeitig dieser Satz in sich auch als Als Maßstab dienen muss für jede zukünftige Entscheidung, wenn du sie ernst nehmen möchtest. Und Zuckerberg zitiert es ja auch selber immer jetzt in seinen Postings of Threads: We're betting on people. Und ey, Meta, dann fang doch auch mal an damit.
02:50 Gavin Karlmeier
Ja, und du hast die Entlassungen gemeint, also das Video kommt raus im selben Monat, in dem es auch diese Entlassung gegeben hat, in derselben Woche, in der OpenAI ein KI-Modell aus einer Testumgebung hat ausbrechen lassen. Im selben Jahr, in dem MitarbeiterInnen der Abteilung Applied AI bei Meta die Arbeitsbedingungen mit einem Gulag verglichen haben, Naja, so. Und dann kommt der Vergleich, den das Video und damit Meta am Ende selbst zieht, auf die Menschen zu setzen, das sei genau dasselbe, was Facebook schon vor 22 Jahren gemacht habe. Ja. Ja. Und gut. Was soll man dazu sagen? Look where we are now. So und Fortschön berichtet das Fand ich noch ganz interessant. So als Einschätzung über dieses Video zitiert Marketingfachleute, die sagen, das Video geht auf keine der eigentlichen Fragen ein, natürlich nicht. Es zeigt Menschen, denen es gut geht, aber nicht, was mit mir passiert, wenn diese Technologie in die Plattformen eingebaut wird, die ich benutze. Und sie sagen aber auch. Das könnte funktionieren. Also KI gilt als künstlich und nicht echt und Nostalgie macht das Gesamterlebnis wieder menschlich, auch wenn das Produkt dahinter komplett KI gesteuert ist.
04:03 Dennis Horn
Also klar, man muss sich jetzt gerade irgendwie das Narrativ so, man stellt fest, ich versuche das mal jetzt als weiterer Marketing-Experte, den das Fortune Magazine vergessen hat, anzufragen.
04:14 Gavin Karlmeier
Marketingbeobachter Natürlich musstest du jetzt gerade Narrativ suchen, weil die Stimmung
04:21 Dennis Horn
sich schon gegen KI wendet. Du merkst schon, abgesehen von den von den Unternehmen, von denen, die irgendwie auch da drin einen Mehrwert sehen, gibt es ganz, ganz viele Leute, und das siehst du in nahezu jeder Kommentarspalte unter jedem KI-generierten Inhalt, warum dieser AI-Slob, was soll das, warum sieht man hier nur noch so einen Mist und so. Also du hast schon eine Stimmung gerade, ich will nicht sagen, das ist die Mehrheit der Menschen, aber es gibt einen lauten Teil in der Gesellschaft, die gegen KI wettert. Und Meta muss diese Leute natürlich weiterhin bei der Stange halten, weil wenn die gehen, weil sie zu viel Slop sehen. Dann kommen die auch erstmal nicht mehr wieder. Wir wissen aus dem aus dem ersten Semester BWL oder aus jeder kaufmännischen Ausbildung Einen Kunden zu halten, nee, einen neuen Kunden zu gewinnen, kostet so viel wie sieben Kunden zu halten. Nee, andersrum? Ich weiß es auch nicht. Meine kaufmännische Ausbildung ist lange her. Aber du weißt, was ich sagen will. Es ist sehr viel teurer, neue Menschen zu gewinnen, als die, die man hat zu halten. Also musst du jetzt irgendwie das Narrativ so setzen, dass du sagst, hey, wir als Company, wir sind eigentlich für euch da, wir stehen in eurem Dienst, we're betting on people. Das Problem ist halt nur, dass Meta halt nicht in einem Silo lebt, auch wenn sie es gerne so hätten, sondern sie Sie leben in einer Welt, in der es Berichterstattung gibt. Und diese Berichterstattung schaut Meta auf die Finger. Und diese Berichterstattung kriegt mit, wenn Meta 8000 Menschen entlässt, wenn sie eine KI dafür einsetzen, die alle sozialen Komponenten wie Behinderungen wie. irgendwelche sozialen Rahmenbedingungen komplett ausgehen. Die Menschen kriegen das natürlich mit. Das heißt, wenn das jetzt hier der neue Claim werden soll, we're betting on people. Dann muss Meta sich ganz schön ins Zeug legen, dass das auch tatsächlich so wahrgenommen wird. Ansonsten ist es eine leere Phrase, dummes Gelaber und nichts wert.
06:04 Gavin Karlmeier
Vielleicht bleiben wir mal bei den Negativthemen, mit denen sich Meta gerade herumschlagen muss und kommen zur Brille Wir haben hier schon häufiger über den ersten Fall einer Datenbrille gesprochen, wie man sie damals noch genannt hat, die Google Glasses und deren Träger, die Glassholes. Und die Brillen von Meta haben inzwischen auch einen Spitznamen. Perversenbrille, Predator Glasses. So, es gibt ein ganzes Genre an den Start gebracht von Leuten, die filmen, wie sie fremden Menschen Streiche spielen, Servicekräften im Supermarkt, Leuten an der Kasse, Fahrgästen im Zug und noch ein unangenehmeres Genre. Männer, die Frauen im Fitnessstudio oder auf der Straße anmachen und dabei filmen. Und die Frauen wissen davon nichts. Und Meta verbietet das jetzt auf Instagram. Adam Mossari hat in einer Story gesagt, wer Inhalte postet, die Menschen ausnutzen und belästigen. Wie viele dieser Videos mit Anmachsprüchen, sagt er, dem nehme man die Inhalte runter. Man wolle nicht, dass Leute heimlich Videos von anderen Menschen aufnehmen, sie belästigen und das dann auf der eigenen Plattform Veröffentlichen. Jetzt hat Business Insider nachgeschaut, mindestens zwei große Accounts von Pickup Artists mit jeweils über einer Million Followern waren danach deaktiviert. Meta hat auch bestätigt, genau deshalb. Und das ist ja interessant, ne? Das eigene Produkt hat Menschen ermöglicht, sich so zu verhalten, dass das Unternehmen jetzt mit einem Inhalteverbot irgendwie reagieren muss und Moderationsmaßnahmen. Also hört auf uns mit unserem eigenen Produkt in ein schlechtes Licht zu Also wir reden ja viel über diese diese Brillen und welches auch da Marketingproblem Meta damit bekommt und wie sie es gerade irgendwie deichseln müssen.
07:39 Dennis Horn
dass die Brille jetzt gerade, dass es nicht umschlägt. Also sie sind gerade an allen Fronten, dass sie verhindern, dass die eigene, dass die Wahrnehmung, die Außenwahrnehmung des eigenen Unternehmens, Produktes. . Dass das kippt. Und auf der einen Seite machen sie dieses We're betting on people, auf der anderen Seite machen sie jetzt hier diese Moves, die zweifellos überfällig und richtig sind, auch wenn die Frage natürlich vorher gestellt werden muss, hätte man nicht irgendwie anders mit dieser Brille arbeiten müssen, weil dass sowas passiert, das war ja nahezu erwartbar. Ähm, ich finde es aber interessant, zu abzuwarten, ob das jetzt bei diesen beiden Accounts bleibt, ob es bei dieser einen Ankündigung bleibt oder ob wir da tatsächlich Konsequenz feststellen, die du, und jetzt wird es interessant, Dennis. natürlich nicht an Computer outsourcen könntest, weil du da menschliches Gespür für brauchst, um zu beobachten, weiß diese Person, dass sie gerade gefilmt wird. Und das wäre ein Rückschritt von der eigentlichen Ankündigung, vielmehr auf automatisierte Verfahren statt auf Menschen in der Content-Moderation zu setzen.
08:36 Gavin Karlmeier
Ja, also sozusagen der Schritt der Technologie zu weit sorgt dafür, dass man an anderer Stelle on people betten muss.
08:43 Dennis Horn
Ja, ganz genau. Also das finde ich interessant. Und wir wissen auch, dass Meta ja, ich glaube, ich unterstelle da niemandem etwas Falsches, maßlos überfordert ist mit der Contentmoderation, mit Account-Sperrungen, wie wir sie ja hier auch schon ziemlich gut beleuchtet haben und so weiter. Also würde ich doch schon mal hier zur Diskussion stellen, ob das tatsächlich funktioniert. Oder ob Adam Mossarry da nicht den Mund ein bisschen vollgenommen hat.
09:08 Gavin Karlmeier
Ja, da können wir ja mal genauer drauf eingehen, auf die Content-Moderation und die Fragen, die sich an dieser Stelle jetzt stellen, weil sie fangen erst an, an dieser Stelle. The Verge bringt das ganz schön auf den Punkt. Was ist mit Accounts, die obdachlose filmen? Man nur so als ein anderes Beispiel. Geht man da genauso vor? Was ist mit Leuten, die heimliche Süchtiger aufnehmen? Ist es Belästigung, wenn ein Mann Frauen im Fitnessstudio filmt, sie aber nicht anspricht? Also wie werden die Ja, ist es, ne? Aber wie werden jetzt die Grenzen für die Moderation gezogen? Was ist, wenn jemand heimlich filmt und belästigt? Das aber ganz einfach. Altmodisch mit dem Handy tut, also ohne Brille, ist das denn eigentlich eine Frage der Technologie? Also all diese Fragen und wie verhält man sich da jetzt in der Moderationspolicy? Die Frage hat The Verge dann auch Meta gestellt. zum Beispiel, ob gefilmte Personen bei Meta die Löschung irgendwie beantragen können oder könnt ihr mir oder uns mal die Richtlinie rausgeben, nach der ihr da jetzt eigentlich handelt? Von Meta keine Antwort.
10:10 Dennis Horn
Ja, was sollen sie auch sagen? Weil du hast ein Riesenproblem, dass ich glaube, dass wir immer wieder hier seit Minute 1 beobachten. Dass diese immer wieder beschworene Free Speech Absolutist-Weltanschauung, dass die natürlich Schwächen hat. Dass du nicht sagen kannst, ey, es ist nicht alles Rede und es ist vor allem nicht alles freie Rede. Und du hast aber jetzt hier, und da wird es interessanter ist, weil jetzt jetzt da wird es pikant, du hast ja plötzlich ein Interesse von Meta, das über den Altruismus hinausreicht, der über Demokratie-Sicherstellung hinausreicht, nämlich Aus Metaperspektive das wirtschaftliche Interesse, diese Brillen nicht zu verbrennen. Heißt also, wenn Meta jetzt sehr konsequent ist Dann muss man ihnen leider auch an der Stelle vorwerfen, das sind sie nicht, weil Sie das Problem als Gefährdung für die Gesellschaft und für das Miteinander wahrgenommen haben, sondern weil sie das als Gefährdung für die Verkaufszahlen der Brille wahrgenommen haben.
11:03 Gavin Karlmeier
Das müssen sie sich leider gefallen lassen. Ich würde gerne ja mal irgendjemanden von Ray Bann dazu hören, ob da schon irgendwie recherchiert wurde, wie die jetzt mittlerweile darauf gucken.
11:13 Dennis Horn
Da kann ich ein bisschen was zu sagen, weil wir ja mit Thomas Riedel, einem ausgewiesenen Brillenexperten, in unserem Haken dran Discord Wir machen gleich Werbung, dafür haben. Und der sagt, dass, also, wir haben hier die These aufgestellt, dass es ja jetzt diese Ray-Ban-Brillen, die zwar auch von Luxotika produziert werden, Aber nicht Ray-Ban gelabelt sind, dass sie möglicherweise auch ein Versuch sind, sozusagen Ray Ban aus der Schusslinie zu nehmen. Er sagt aber, die Meta-Ray-Ban Glasses sind die bestverkauften Brillen, die Ray Ban hat. Heißt also, so rein aus einer wirtschaftlichen Perspektive würde man jetzt nicht zwangsläufig sagen, dass Ray Ban da irgendwie jammern sollte.
11:51 Gavin Karlmeier
Okay, aber möchte man das für die Marken gesund? Das ist eben genau die Frage. Selbst wenn bei schlechtem Markenimage noch viel mehr verkauft werden als vorher, ist vielleicht die Bredouille.
12:02 Dennis Horn
Ja, Brillouille.
12:04 Gavin Karlmeier
Brill. Willst du, weil wir gerade bei der Brille sind, den kleinen Brillen-Nachhak an dieser Stelle unterbringen?
12:13 Dennis Horn
Ja, ich habe aber vergessen, was das ist. Wenn du hier durch die Folge führst, ich bündel mit.
12:18 Gavin Karlmeier
Ja, kannst du dich an die Funktion Conversation fokussieren?
12:22 Dennis Horn
Ja, da kann ich ein bisschen was zu erzählen. Und zwar Conversation Focus, haben wir drüber gesprochen, ist eine Funktion, die die Brille bietet, die on Device auf der Brille Gespräche lauter macht über die eingebauten Lautsprecher. Heißt also, wenn wir beide uns unterhalten, kann ich das einschalten und du wirst für mich lauter, weil es eben verstärkt wird dadurch. Meta hatte angekündigt, dass es dafür Rate Limits gibt, also dass du dafür zahlen musst, wenn du mehr als eine gewisse Anzahl an Stunden, ich glaube drei oder fünf Stunden Varnes 3 nutzen möchtest, danke. Und selbst wenn du halt sind es eine 15 Stunden. Und da hatten mehrere Tech-JournalistInnen die Frage gestellt, Moment hier mal, Meter. Wenn das Tool on device stattfindet, warum sollten wir jetzt dafür zahlen? Es ist so ein bisschen wie die im Auto verbaute Sitzheizung, man muss ein Abo abschließen, damit sie funktioniert. Seid ihr euch sicher, dass ihr diesen Weg gehen wollt? Und Meta hatte damals gesagt, ja, wir erwägen das, wir überlegen. Jetzt sagt Meta, nee, wollen wir offenbar doch nicht. Sie haben angekündigt, dass die Rate Limits erstmal ausgesetzt werden und dass es diesen Versuch der Abonnementgebühr nicht geben wird. Aber dass es trotzdem mittelfristig einige Premium-Funktionen auf Abonnementbasis geben soll. Ist so ein bisschen die Frage, welche das werden.
13:27 Gavin Karlmeier
Und vielleicht auch wieder diese, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. Ich finde, an der Stelle muss man auch darüber sprechen, dass die Nummer eine Barrierefreiheitsdimension hat. Also es gibt Menschen, die schlecht hören können. Und für die ist es nicht irgendwie eine Spielerei, sondern wirklich ein Hilfsmittel. Und dann sind drei Stunden, also drei Stunden im Monat ohne dieses Abo, sind sechs Minuten am Tag. Ich glaube, Menschen hören mehr als sechs Minuten am Tag. Und das ja. Kann man sich überlegen, ob man das möchte, sich so verhalten, wenn man on people bettet? Ähm, Nachhaks wie diese gibt es in unserem Discord und ich finde, du solltest jetzt Discord-Werbung machen.
14:07 Dennis Horn
Auf www. hackmann. org sind über 2300 Menschen, die sich die ganze Zeit über solche Themen hier austauschen, die Ahnung haben, die lustig sind, die aber auch viel mehr Sachen covern können, als wir es hier. in diesen paar Stündchen Podcasts in der Woche, die schon relativ viel sind im Vergleich zu anderen Podcasts, aber trotzdem nicht genug, abbilden könnten. Und deswegen lade ich euch alle herzlich dazu ein, weil es keinen Eintritt kostet. Es macht wahnsinnig viel Spaß, sind wirklich tolle Menschen da und für mich ist das immer noch mein Safe. www. hakenladen. ort kommt alle vorbei.
14:35 Gavin Karlmeier
Werbung Ende. Nächstes Thema.
14:38 Dennis Horn
Hast du eigentlich den Screenshot noch gesehen, Dennis? Wegen People Betting und diese weil das ist auch eine Form von Nachhake, eigentlich. Ist nicht schlimm. Ich erzähle das mal. Jane Wong berichtet das, dass Meta ihre Catering-Dienstleiste austauscht. Das war früher, nämlich Flagship. Und das wird jetzt so Dexo. Sind halt so Dienstleister für unternehmensbetriebene Kantinen. Und diese werden jetzt eben ausgetauscht, weil Flagship, das Unternehmen, das vorher getan hat, protestiert haben, weil sie eine Gewerkschaft gründen wollten. Und wir haben hier, deswegen ist es eine Form von Nachhak, vor einigen Wochen über die Unionizing von Meta gesprochen und das Meta selber weitgehend ungewerkschaftlich organisiert ist. Das ist aber eben sub Und eine von denen waren eben die Kantinen zum Beispiel. Und das ist, wir haben es ein bisschen gejinkt dadurch, aber dass Meta jetzt ein Unternehmen austauscht, weil das alte Unternehmen gewerkschaftliche Strukturen ist. Touren aufbauen wollte, ist leider auch nicht we're betting on people.
15:45 Gavin Karlmeier
Ich merke, wir haben uns diesen Satz jetzt schon gemerkt. An anderer Stelle müssen wir übrigens mal über den Namen von Unternehmenscaterern sprechen. So Dexo klingt auch direkt, als hätte ich irgendwie so ein bisschen Magenschmerz. Es gibt es in Deutschland so einen Caterer, der heißt Eurest. Ich kann doch nicht so ein Caterer sein, dann Rest schon im Namen.
16:05 Dennis Horn
Vor allem das ist bestimmt ein Wortspiel aus ein Kofferwort aus, euer Rest. Also alles, was übrig bleibt, landet im Fleischwolf.
16:12 Gavin Karlmeier
Und deswegen nur 4 Euro am Tag. Nächstes Thema, und das ist wild. Ich schmeiße jetzt hier ein paar Entwicklungen und Themen zusammen, weil ich irgendwie finde, dass das Was macht. Also, Facebook-Chef Tom Allison hat angekündigt, dass die Plattform noch in diesem Jahr eine neu konzipierte Nutzererfahrung testet. Bei der ein Teil der NutzerInnen in dem Moment, in dem sie die App öffnen, in ein Vollbildvideo geworfen wird. Das heißt, intern Immersive Video. Haben wir auch schon mal gehört, diese Bezeichnung, erinnere ich mich? Wir haben in irgendeiner Episode schon mal drüber gesprochen. Und es ist. Ich formuliere es mal vorsichtig.
16:49 Dennis Horn
Wie TikTok, oder? Sehr vorsichtig.
16:53 Gavin Karlmeier
Also, es gibt noch keine Beispiele darüber, wie genau das aussehen soll, aber ich kann es mir bildlich vorstellen, weil ich es einfach schon kenne. Der Test soll erst in Ländern mit ausgeprägter Video-Vorliebe stattfinden, wie es heißt. Was auch immer das sein soll.
17:06 Dennis Horn
Ich sagte das, welche Länder sind. Das sind die Länder, die einfach ein flächendeckendes 5G-Netz haben, bei denen es nicht wehtut, wenn die ganze Zeit Videos laufen. Würde ich sagen.
17:14 Gavin Karlmeier
Und dann vielleicht nächstes Jahr auf die USA ausgeweitet werden. Und der klassische Newsfeed soll als eigener Tab erhalten bleiben.
17:24 Dennis Horn
Ich muss ein bisschen ausholen, glaube ich, für meine Emotionen, die da dran hängen.
17:28 Gavin Karlmeier
Lass mich noch kurz noch ein bisschen was hinzufügen, bevor du ausholst. Also, Meta sagt: Video sei der Ort An dem Gespräche stattfinden, Communities entstehen und langsam auch der Handel in Gang komme Also übersetzt heißt es, alles wofür Facebook mal gebaut wurde, passiert jetzt woanders.
17:48 Dennis Horn
Ich habe übrigens dazu ganz kurz am Wochenende erfahren, was ich nicht wusste. Also wir haben ja hier schon mal über WhatNot gesprochen. Eine Livestream-App, bei der du sozusagen Teleshopping machen kannst. In Hochgarn, auch mit so einem Feed und dann können Leute Dinge verkaufen und verkaufen. Kannst du das kaufen? Und ich habe erfahren, und ich wusste das nicht und wir haben es hier auch nicht abgebildet, glaube ich, dass eBay das auch anbietet, dass es in der Ebay-App eine Funktion gibt, die heißt eBay Live, bei der man live gehen kann, um Dinge zu verkaufen.
18:11 Gavin Karlmeier
Wow, QVC, Internet.
18:13 Dennis Horn
Ja, genau. Ebay Live. Meet me on eBay Live. Ich freue mich auf dieses Rabbit Hole. Ich werde mich jetzt die nächsten Tage da irgendwann, glaube ich, mal drin. Verlieren.
18:24 Gavin Karlmeier
Direkt nach der Stories-Funktion in Excel. Genau. Ja, jetzt hol aus, bitte, deine Emotionen, weil ich bin wirklich so bafflich noch gar nicht an der Stelle der Emotionen.
18:38 Dennis Horn
Wir müssen über Facebook generell sprechen. Was ist Facebook? Und ich glaube, diese Frage kann bei Metagrade niemand beantworten. Und das bemerkenswert, weil wir vor zwei Jahren, würde ich behaupten, ungefähr zwei, zweieinhalb Jahren, über den großen Facebook-Reboot gesprochen haben, der so nie gekommen ist.
18:53 Gavin Karlmeier
Ich sag dir, ich gebe dir eine Antwort. Was ist Facebook ein Gemischtwaranladen?
18:57 Dennis Horn
Ja, aber das war Facebook immer. Nur, dass dieser Gemischtwarnladen auf einem Teil oder einer Art USB aufgebaut war, die Facebook nach Facebook nach wie vor mehr hat als Als alle anderen, nämlich diese symmetrische Freundschaftsfunktion und die Tatsache, dass du halt Freunde hast.
19:16 Gavin Karlmeier
Aber das hat man ja zurückgefahren.
19:18 Dennis Horn
Das hast du zurückgefahren, das heißt, du hast diesen Teil des USPs schon verloren. Aber dennoch ist Facebook die App, bei der ich mitkriege, wer Geburtstag hat. Ich gehe in Gruppen um mich Lokal oder in kleinen Interessensgemeinschaften zu vernetzen. Also Facebook hat schon immer viel mehr diese Kontaktkomponente, nach wie vor finde ich, als Instagram oder TikTok. Vor allem, wenn du auf TikTok schaust, ist TikTok halt eigentlich das anonyme Gegenteil von Facebook. TikTok lebt ja davon, dass mir alle Inhalte angezeigt werden, scheißegal, wer sie gepostet hat. Und das hat Facebook eigentlich. . Zwar auch schon aufgelöst. Wir wissen, 30% der Inhalte im Newsfeed kommen von Leuten, mit denen ich nicht vernetzt bin und denen ich nicht folge, aber 70% dann eben doch noch. Klar, die Leute posten immer weniger, aber auf Facebook jetzt die Wette zu setzen, Instagram links zu überholen, was die, was die junge Zielgruppe angeht, in Anführungsstrichen, und was die diesen Schritt in diesen in diese zweite Ära, die Zuckerberg damals beschworen hat. Wir haben ja immer über Zuckerbergs Epochen gesprochen, dass die erste Epoche, die der Vernetzungen und der Freundschaften ist. Die zweite der des Entertainments, die dritte der der synthetischen Inhalte. Und dass Facebook als App weitgehend oder als Netzwerk weitgehend in der ersten Epoche hängen geblieben ist, während Instagram so langsam in die zweite sich reingemoggelt hat, finde ich interessant, weil Eigentlich verlierst du damit die Leute, die deswegen noch bei Facebook sind, weil sie das schätzen. Weil sonst wären sie längst bei Instagram oder TikTok. Und die jetzt aufzugeben, plus eben diesen Reboot, über den wir vor zweieinhalb Jahren gesprochen haben, bei dem du eigentlich genau auf diese Vernetzung gesetzt hättest, und gesagt ist, wir haben viel mehr Local Communities und sie haben das ausgerollt in Großstädten wie Austin und Texas. Offensichtlich nicht besonders erfolgreich. Und jetzt das einmal so komplett umzuwerfen. . Ich glaube, das ist der Sargnagel für Facebook, würde ich behaupten.
21:03 Gavin Karlmeier
Ja, und warum und vielleicht auch für Instagram? Also warum verwische ich ohne Not diesen USP, den Instagram mit den Reels ja? Und da ist man ja auch die letzte Zeit schon Weg gegangen, das immer weiter auszuweiten und irgendwie zum Gemischtwarenladen zu machen. Wie ist deine These?
21:24 Dennis Horn
Wir haben im Prozess zur Zerschlagung Metas oder der Rückgängigmachung, wir will erinnern uns zwischen der FTC und Meta. in der es darum ging, muss der Facebook, muss der Instagram und WhatsApp-Kauf durch Meta rückgängig gemacht werden, haben wir erfahren, dass in den ersten Jahren das ganze Unternehmen darauf aufgebaut war, Dinge aus Instagram zu lernen, die man in Facebook einbaut, weil Facebook Marx Baby war. Und ich weiß nicht, ob das noch so ist, weil eigentlich hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass Marx Baby inzwischen eher anderswohl steckt. Aber so ein bisschen scheint man Facebook einfach hier nicht kampflos überlassen zu wollen, was erstmal richtig ist, weil das ist nach wie von Riesennetzwerk. Ich weiß halt nur nicht, ob dieses Sich wegkonzentrieren von den Sachen, die jetzt gerade noch ein Unterscheidungsmerkmal darstellen, ob das so geschickt ist.
22:13 Gavin Karlmeier
Das halte ich auch nicht. Halte ich auch nicht für geschickt. Ich mache das Bild mal noch ein bisschen größer. Es kommen zwei weitere Apps dazu. Seller, das ist eine eigene Craigslist-artige App, so für Marketplace- Verkäufer, auch Kleinanzeigen von Facebook, sozusagen.
22:32 Dennis Horn
Der Facebook Marketplace ist ja in Facebook drin, gerade. Ja.
22:35 Gavin Karlmeier
Und der funktioniert in den USA extrem gut.
22:38 Dennis Horn
Ja, der funktioniert sehr gut.
22:40 Gavin Karlmeier
Ja, also mit KI-geschützter Angebotserstellung, gemeinsamen Posteingang, Bestandsverwaltung. Das ist die eine App, Seller, und die andere ist Forum. Schon Anfang des Jahres gestanden, da haben wir auch schon mal kurz drüber gesprochen. Eigener Bereich für Facebook-Gruppen mit Nicknames, also Reddit. Also das heißt, Facebook klont gerade TikTok. Craigslist und Reddit gleichzeitig.
23:02 Dennis Horn
Oder aber Facebook bricht sozusagen, zerschlägt sich selber, schickt alle Sachen, die gerade funktionieren, in eigene Apps, hofft, dass die stark werden, um aus Facebook das neue TikTok zu machen. Würde im Umkehrschluss.
23:16 Gavin Karlmeier
Oh, glaubst du das?
23:17 Dennis Horn
Ja, offensichtlich.
23:19 Gavin Karlmeier
Okay.
23:19 Dennis Horn
Aber ich weiß nicht, ob das funktioniert.
23:22 Gavin Karlmeier
Das weiß ich auch nicht. Ich möchte dir übrigens von, also es gibt einen Tweet, über den ich so viel gelacht habe wie über keinen anderen. Ich weiß leider wirklich nicht mehr, von wem er war. Da war Ebay zu sehen und zwar in so einem Browser mit minus 30 Prozent, also so ganz rausgezoomt und so. Da stand da drüber einfach Ebay-Kleinanzeigen.
23:50 Dennis Horn
Das ist ja lustig.
23:51 Gavin Karlmeier
Das ist mein Humor. Entschuldige. Dann möchte ich noch einen noch einen Punkt reinbringen, nämlich die Verifizierung. Also, Verifizierungshäkchen in deinem Profil bei Facebook. Bisher brauchtest du für ein kostenpflichtiges Abo, Meta Verified. Und jetzt gibt es Facebook Verified, ein kostenloses Abzeichen, das du bekommst, wenn du einen kurzen Video-Selfie-Abgleich machst. Zu deinem vorhandenen Profilfoto. Es gibt eine Begründung dafür von Meta. Es wird nämlich laut MetaDank KI immer einfacher Inhalte, Profile und Nachrichten zu erstellen. Ach was. Und deswegen soll man sich sicher sein können, dass hinter einem Profil, und das ist ja eine völlig neue Idee, eine echte Person steckt. Zunächst im Marktplatz, dann bei Facebook Dating, dann in Gruppen, dann im Profil, später auch im Newsfeed. Und schön, das Klangedruckte, ein solches Abzeichen bedeutet nicht. Schreibt Meta, dass Facebook diese Person unterstützt oder ihre Vertrauenswürdigkeit garantiert. Das heißt nur, da hat jemand ein Selfie gemacht. Zum Abgleich. Selfie-Video.
25:11 Dennis Horn
Das kennen wir natürlich von LinkedIn schon, dieses Feature. Und dass es auch dadurch mehrere Verifizierungen gibt. Und hey, wenn sich jemand mit Verifizierungshaken auseinandersetzt, dann ja wohl der Podcast. Podcast mit dem Namen Haken dran. Wir wissen, dass du bei LinkedIn dafür Persona nutzt. Meta scheint das hier selber durchzuführen. Das heißt, sie sammeln die Daten, du musst dich aber nicht mit einem Pass verifizieren, was ich interessant finde, aber auch lobenswert gleichzeitig, wobei die Frage natürlich ist, wie lange bleibt das so oder wird die Passverifikation nicht irgendwann noch dazukommen? Du wirst natürlich eine Hakenschlacht bekommen dadurch, weil es gibt die blauen Häkchen. Die jetzt gerade bedeuten, du bist entweder VIP, also aus irgendeiner Grund irgendeinem Grund gefährdet für impersonation, oder aber du zahlst 11 Euro 99 Euro, 12 Euro 99 Euro, je nachdem für Meta Verified. Und es gibt das Weiße hin. Häkchen, dass sie darum sagt, du bist bei Facebook Verified verifiziert als echter Mensch. Warum heißt das alles verified? Das macht mich wahnsinnig. Wenn ich eine Sache an einem Silicon Valley neben den offensichtlichen Sachen verändern könnte, wäre das, dass sie null Effort in die Benennung ihrer Produkte stecken. Das macht mich rasend. Aber wird es irgendwas, wird es, also ist das ein Testballon dafür, dass das überall passiert? Ist es der Versuch, dass es irgendwann einen Clean Feed gibt, in der nur noch Inhalt von verifizierten, also Menschen, auftauchen, ist das irgendwie einfach nur der Versuch der Zufriedenstellung der Leute? Oder ist es, we're betting on people?
26:46 Gavin Karlmeier
Ist das ein Konkurrenzblick auf LinkedIn vielleicht auch in irgendeiner Form, dass man da sieht, da funktioniert es auch anders?
26:53 Dennis Horn
Möglicherweise auch das. Ich glaube, es ist eine Mischung was allem. Es ist halt vor allem diese Verzweiflung, nicht gegen den AI-Slot anzukommen. Ich ja. Ich sag mal so: zum Thema automatisierte Verifizierungsverfahren. Meta hat geglaubt, ich sah einen Computer, als ich mich gefilmt habe für die Verifizierung, weil ich gesperrt wurde.
27:16 Gavin Karlmeier
Gut, wir beobachten das weiter. Ich mag den Begriff Hakenschlacht. Sollten wir jemals eine Gameshow machen mit diesem Podcast, könnten wir sie so nennen. Boah. Weil wir machen uns Gedanken über unsere Benamsungen.
27:28 Dennis Horn
Nächstes Jahr der Republika, die Hakenschlacht So Malsehen.
27:35 Gavin Karlmeier
Wir ziehen die Roben an. Rechtsthema bei Meta, an Jugendliche aus Florida bekannt aus den Akten, ähm, dieses Prozesses als RKC.
27:46 Dennis Horn
Und aus Haken dran, wir berichteten.
27:48 Gavin Karlmeier
Und aus Haken dran, wir waren dran, hat seine Klage gegen Meta zurückgezogen. wenige Tage bevor die Auswahl der Jury beginnen sollte. Also nochmal zum Hintergrund Das ist jemand, der sagt, er sei durch Instagram und andere Plattformen süchtig geworden und geschädigt worden. Er hat mit acht Jahren angefangen, Social Media zu nutzen. Und hat dann argumentiert mit Funktionen, über die wir in letzter Zeit hier viel gesprochen haben. Du auch mit Eva, jetzt letzte Ausgabe noch, wie Infinite Scrolling und Autoplay. Alles so Funktionen, die zwanghafte Nutzung fördern, egal ob man da jetzt das Label Sucht draufklebt oder nicht.
28:25 Dennis Horn
Übrigens auch die Funktion, die Meta jetzt bei Facebook ausrollen möchte.
28:30 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Und hat unter anderem Angstzustände und Schlafmangel da erwähnt. So, und da standen vier Unternehmen in der Klageschrift ursprünglich: Meta, YouTube, Snap und TikTok. Es gab im Juni einen Vergleich mit YouTube und TikTok, mit Snap kurz vor dem Prozessbeginn. Und damit stand am Ende Meta als einziger Beklagter da und jetzt hat RKC zurückgezogen. Meta sagt ohne jede Zahlung Die Sprecherin des Unternehmens sagt, die Vorwürfe hätten auch von Anfang an keinen Bestand gehabt, und dieses Ergebnis zeige, dass man sich weiter gegen unbegründete Klagen wehren werde. Sein Anwalt sagt etwas anderes. Er sei angetreten, um Social Media Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen und Veränderungen anzustoßen, und das habe er erreicht. Angesichts eines wochenlangen geschworenen Prozesses wolle er das Kapitel aber abschließen.
29:19 Dennis Horn
Wir erinnern uns an den KGM-Fall. Das war ja der erste große Fall in dieser Reihe, bei der auch eine Jugendliche, über die wir gesprochen haben, geklagt hat. Das hier wäre der zweite große Fall gewesen und übrigens auch ein Fall, bei dem Zuckerberg und Musseri hätten aussagen müssen. Als Video voraussichtlich haben wir darüber gesprochen, aber immerhin wir hätten sie angehört in dem Fall. Dass er jetzt rückzieht angesichts des Prozesses und alles, was danach auf ihn einprasselt, ist menschlich natürlich super nachvollziehbar. Zu 100 Prozent. Weil wir wissen, wie im KGM-Fall Meta auch wirklich im Müll, und zwar wortwörtlich, im Müll der Klägerin gewühlt hat um irgendwie zu diskreditieren, was ihre Ansprüche und aber auch ihre Sorgen, ihre Probleme, ihre Ängste am Ende waren. Das heißt, für RKC persönlich betrachtet ist das sicherlich der richtige Schritt für die Gesamtgesellschaft hätte man sich natürlich da gewünscht, dass es hier zu einem zweiten Urteil innerhalb eines halben Jahres gekommen wäre. Aber wie gesagt, ich kann das 100% nachvollziehen, dass einem dafür irgendwann die Kraft fehlt.
30:21 Gavin Karlmeier
Ja, zu der Story gehört etwas, das TechCrunch berichtet, nämlich die geplante Verteidigung von Meta. Die firmeneigenen Daten würden zeigen, dass RKC im Schnitt nur wenige Minuten am Tag auf Facebook und Instagram verbracht hat und die Behauptung, die Mehrheit seiner Accounts sei erst entstanden, nachdem er sich in Anwalt genommen hatte. Also das gehört zum Gesamtbild dazu, wobei auch dazu gehört, dass das ein einer von mehreren hunderten Fällen ist, bei denen jetzt so ein bisschen geguckt wird, wie gehen Jurys mit dieser Art von Vorwürfen um. Es gibt 3300 solcher Klagen in Kalifornien vor Staatsgerichten, weitere 2600 vor Bundesgerichten. Unternehmen für Unternehmen haben hier einen Vergleich gefunden, mit denen die Klagen, bevor überhaupt irgendwie eine Jury mal urteilen konnte. Also kein Urteil, kein Präzedenzfall, man kauft sich das irgendwie ein. und nimmt gleichzeitig denen, die darüber entscheiden, irgendwie so einen Richtwert, an dem sich alle irgendwie orientieren könnten. Und auch das ist hochinteressant, dass wir hier in einer Zeit stecken, wo die Unternehmen um jeden Preis verhindern möchten, dass es irgendeine Form von Präzedenzentscheidung vor Gerichten gibt dazu,
31:46 Dennis Horn
Und das zieht sich ja gerade durch durch die Tech-Welt. Wir haben ja über den Enthropic-Fall in der Folge mit Chon-Ji-yun am letzten Mittwoch gesprochen, dass Enthropic ja einen Vergleich mit Urhebern gefunden hat in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. damit sie eben auch da nicht vor Gericht gezehrt werden. Da ging es darum, Trainingsdaten hätten sich aus urheberrechtlich geschütztem Material bedient, ohne Rechte daran zu haben. Wie du schon sagst, genau das ist die Strategie. Es darf nicht zum Urteil kommen, weil ein Urteil, wie wir es im KGM-Fall ja auch gesehen haben, natürlich auch zu einer massiven Berichterstattung führt. Viel mehr als ein außergerichtlicher Vergleich, wo man, oh, die haben sich vorher geeinigt, der kriegt jetzt ein paar hunderttausend. Dollar oder eine Million oder eine Ruhe. Auch da, natürlich aus Marketing- und Unternehmensperspektive nachvollziehbar. Für uns als Gesellschaft hätte man sich einen anderen Ausgang gewünscht. Ja.
32:35 Gavin Karlmeier
So. Und wir bleiben noch kurz bei einem juristischen Thema, das ich kurz und sachlich halten möchte. Ich glaube, weil es Das sehr verdient, die New York Post berichtet, dass ein Engineering Manager von Meta festgenommen wurde. Der hatte an LinkedIn-Profilen. Inzwischen gelöscht, auf dem stand, er würde bei Meta an digitalen Erlebnissen für Kinder arbeiten. Und der Vorwurf ist, er habe versucht, sexuelle Nachrichten mit einer vermeintlich 13-Jährigen auszutauschen. Ist angeklagt wegen Verbreitung obszönen Materials An Minderjährige und Gefährdung des Kinderwohls und er hat bei der Verlesung der Anklage auf nicht schuldig Meta hat ihn freigestellt und angekündigt, mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren. Aber der Teil, der hier auch ganz interessant ist an dieser Geschichte, das Ganze war keine Polizeiaktion. Es war eine Lokvogelaktion einer Bürgerinitiative, ähm, Predator Poachers Long Island nennen die sich, die potenzielle Sexualstraftäter entlarven möchte. Und die haben den Mann vor seiner Wohnung angesprochen. knapp zwei Stunden mit ihm geredet, ihn gefilmt und das Video anschließend auf Instagram veröffentlicht und die Polizei kam erst dazu, nachdem er gestanden hatte. Also im Grunde selbst Justiz mit Kamera, die sich auch dieser Elemente der digitalen Viralität bedient. Und egal wie eindeutig der Fall am Ende sein mag. Das ist eine Gruppe, die Content produziert, die aber nicht ermittelt, nicht gerichtsfest ermittelt, niemandem gegenüber Rechenschaft ablegt und wenn sie daneben liegt, gibt es keinen Mechanismus, der das irgendwie korrigiert und die Reichweite ist trotzdem da. Das fand ich eine hochinteressante Geschichte.
34:21 Dennis Horn
Ja, wir haben solche Content-CreatorInnen auch in Deutschland, die so auf Jagd. von solchen Menschen gehen. Das ist, ich glaube, ein Riesenproblem in vielerlei Hinsicht. Einerseits, weil Dass das überhaupt möglich ist, wissen wir, ist eine Schwäche von Meta, dass es möglich ist, dass ein 13-jähriges Mädchen einfach so mit einem erwachsenen Mann Kontakt aufnehmen kann, ist ein Sicherheitsrisiko, das Meta eigentlich längst gelöst haben wollte, das sie aber offensichtlich noch nicht gelöst haben. Ähm, das zweite Problem, was ich daran sehe, ist, dass das eigentlich in der Verantwortung von Strafverfolgungsbehörden liegt, so ein Solche Fälle offenkundig zu machen und irgendwie vor Gericht zu zerren. Das passiert aber zu wenig. Also, das ist ein Ärgernis, dass das diesen Weg gehen muss, weil man sonst gar keinen hat. Das ist nicht zufriedenstellend. Übrigens, kurz der Vollständigkeit halber dazu gesagt, wir haben relativ lange in der Vorbereitung, also ich und Menschen im Discord, die Hakis, damit gehadert, die Geschichte mit reinzunehmen, weil sie exklusiv bei der New York Post ist, die so ein bisschen als Revolverblatt gilt. Mittlerweile gibt es aber eben auch dazu Äußerungen von Meta, also sie gilt als eigentlich bestätigt dadurch. Deswegen haben wir darüber gesprochen, der Vollständigkeit halber sei das dazu gesagt.
35:44 Gavin Karlmeier
So. Ein, zwei Sachen haben wir noch zu Meta, dann machen wir den Sack zu. Story Kit. Heißt noch eine neue App von Meta, eine KI-App zum Geschichtenerzählen. Und da finde ich, wird es jetzt dystopisch.
35:59 Dennis Horn
Jetzt ist es wirklich.
36:00 Gavin Karlmeier
Nine to five Mac hat diese App im App Store entdeckt und Meta hat gegenüber Tech Runs bestätigt. Ja, wird in ausgewählten Ländern getestet, wie war eben die Formulierung.
36:11 Dennis Horn
Ich wollte gerade sagen, mit Geschichtsbegeisterung.
36:14 Gavin Karlmeier
Mit besonders großer Begeisterung für Geschichten. Und man wolle mal sehen, wie das bei den Eltern ankommt. Und wenn ich sage bei den Eltern ankommt, heißt das, Eltern, die keinen Bock mehr haben, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Wenn die freie Zeit steigt, dann scheint die App gut anzukommen. Also was macht sie? Sie erfindet Kindergeschichten auf Basis von KI. Und auf Basis von Figuren, Schauplätzen, irgendwelchem Input, irgendwelcher Musik, die man da reingibt, also du kannst zum Beispiel ein Foto von deinem Lieblingsspielzeugtier machen. Plüschtier oder von einer Person, um sie zum Leben zu erwecken. Und gibt es so ein paar Infos, wie so die Welt dieser Geschichte aussieht, was für eine Botschaft am Ende rauskommen soll. Zum Beispiel ist es okay, keine Zeit mit seinen Eltern zu verbringen. Damit sich da irgendwie Werte einbauen lassen, ohne dass es wie eine Standpauke wirkt. Und dann steht im App Store zu dieser Story Kit-App der Satz, sie müssen kein einziges Wort selbst schreiben. So, und Meta betont natürlich, ist alles drin, Sicherheitsfilter, keine sozialen Funktionen, nur für Nutzer ab 18. Und die Autorin bei TechCrunch schreibt dazu und bringt es ganz gut auf den Punkt: endlich hat ein Technologieunternehmen einen Weg gefunden, die älteste Freizeitbeschäftigung der Menschheit auszulagern, dem Gebrauch unserer Fantasie.
37:44 Dennis Horn
Ich habe genau den gleichen Gedanken gehabt. Das ist das Ende der Fantasie. Und es vermittelt halt von vornherein den Wert, das liegt ja über allem. Den Wert an das Kind, man muss sich nicht selber ausdenken, wir haben KI. Das ist ja etwas, was vermittelt wird. Also Kreativität ist ein Modell der Vergangenheit, weil wir haben einen Computer. Und man muss ja auch ein bisschen fragen, welche Notwendigkeit es dafür gibt, weil ehrlicherweise kannst du mit allen bestehenden Sprachmodellen genau das schon so machen Also, wenn ich ein Foto von einem Kuscheltier mache und dazu schreibe, denke ich dir eine Geschichte zu diesem Kuscheltier aus und vermittle mir den Wert, warum Teilen wichtig ist, dann werde ich diese Geschichte kriegen, ob sie gut ist oder nicht, ob sie bei MetaAI besser wäre, würde ich generell mal anzweifeln. Aber es ist so wahnsinnig düster und traurig, weil das so, es vermittelt halt wirklich direkt ins Kinderzimmer, KI löst alle unsere Probleme selbst, dass dieses Kruscheltichen nicht sprechen kann. Und ich das. Ich will nicht innovationsfeindlich gelten oder technologiepessimistisch oder so. Aber das ist wirklich nicht nötig.
38:46 Gavin Karlmeier
So.
38:47 Dennis Horn
Finde ich.
38:49 Gavin Karlmeier
Ich habe keine Lust mehr auf Meta.
38:51 Dennis Horn
Das ist okay.
38:53 Gavin Karlmeier
Ist okay, wenn wir weitergehen und und rübergehen zu zwei weiteren Themen, über die wir noch sprechen wollten. Und da blicken wir ein bisschen auf die Welt außerhalb von Meta, vielleicht auch außerhalb der ganz etablierten Social Media Welt. Wir kommen zu Vedium. Ich habe kurz ein Interview geführt.
39:16 Dennis Horn
Ja, ich habe, ich kann ja mal ein bisschen auswählen. Und zwar haben wir. im Januar schon mal mit Wedium gesprochen, mit Johannes Meysner, einem der Gründer. Für die, die sich nicht erinnern, Wedium ist eine App Aus Berlin, die TikTok ähnlich ist, die an diesem Freitag, am 31. Juli, in den offenen Vollzug ging wird, wollte ich gerade sagen.
39:36 Gavin Karlmeier
Und ich habe auch das Wort erwartet gerade, lustigerweise.
39:40 Dennis Horn
In den offenen Vollzug geht. Wir haben auch schon darüber berichtet, dass sie ein paar Partnerschaften eingegangen sind mit der Zeit, mit Korrek, dass sie eine größere Warteliste haben. Also diese App wird starten, sie ist sehr TikTok-esk und wir haben natürlich einige Fragen. Und vor allem als Leute, die wir hier in diesem Podcast. . Podcast sind, haben wir auch einige Fragen, in denen wir uns fragen, warum? Also, was ist die Idee? Warum brauchen wir einen TikTok aus Deutschland? Warum nicht, warum nicht dezentral gedacht? Warum isoliert? Und wie geht eine App wie Redium, die halt TikTok angreift damit um, dass wir uns in einer Umgebung befinden, in der ein Social Media Verbot vor der Tür stehen könnte? Also Was machen wir mit den jungen Leuten, die bei TikTok Teil der Zielgruppe sind, hier aber explizit gar nicht mitgemeint sind? Und wir gehen rein, wir haben ein paar, ich habe so ein paar Antworten auf Fragen mitgebracht, die ich da gerade reingeworfen habe. Und wir können die dann gemeinsam anhören und darüber sprechen. Denn ist passt dir das?
40:34 Gavin Karlmeier
Das passt mir.
40:35 Dennis Horn
Gut. Ich habe Johannes nämlich als erstes gefragt, dass wir zuletzt am 16. Januar gesprochen haben. Ihr könnt euch das übrigens auch anhören. Ich reiche gleich, während der Ton läuft, nach wann, welcher Episode das war. Aber vor allem die erste Frage, was ist seitdem passiert und wo steht das Unternehmen Redium jetzt? Und wir hören da mal rein.
40:52 Speaker 4
Unsere Presse kam ja erst dann im März, als wir die Beta gelauncht haben. Da hatten wir dann plötzlich ganz viel. Interesse, unter anderem auch von der Tagesschau und von der FAZ und von der Zeit und und so weiter. Das war total schön. Da waren wir plötzlich also in aller Munde und haben auch ganz viel. Follower für unsere Waitlist gezogen, die sich mittlerweile gefüllt hat auf 15. 000 Leute, mit denen wir in intensivem Kontakt sind und die wir jetzt alle dann am 31. 7. mit rüberholen wollen in die offene App. Wir sind konstant zwischen App-Entwicklung, Weiterentwicklung. zwischen Recruiting, wer passt noch zu uns, wen brauchen wir? Brauchen wir zuerst Community Management oder brauchen wir Entwicklung, Coding, wir müssen die App erst bauen und eigentlich alles. Und wir brauchen aber auch Investoren. die uns dann unterstützen. Wir brauchen mehr Geld. Wo kriegen wir das her? Wir müssen selber noch mehr mit reinlegen. Wir haben ein Entwicklerteam von zweieinhalb Fulltime Entwicklern, Full Stack Developern die gerade coden, wir haben ein Community Management am Start, weil wir wissen, dass es richtig heftig losgehen kann. Der eine Gustaf ist von Reddit und der war schon schon was uns blüht möglicherweise weil er den launch und die geile kurve von reddit auch miterlebt hat wir überlegen gerade was schaffen wir noch alles in die App, die dann ausgeliefert wird und was muss jetzt erstmal warten?
42:49 Dennis Horn
Das ist die Aussage. Ich finde interessant, dass genau diese Abwägungen natürlich nachvollziehbar sind, wenn du so ein Ding startest. Weil du denkst, okay, stecken wir mehr Kohle in die Entwicklung oder müssen wir die Content-Moderation stärken gerade und wovon müssen wir eigentlich ausgehen?
43:05 Gavin Karlmeier
Ja, also, ja, ich habe gar nicht so viel hinzuzufügen. Das klingt sehr nach den Nach den Entscheidungen, die man da so treffen muss an der Stelle. Ich habe gerade vor allem so Überlegungen, die so mit der Größenordnung des Unternehmens zu tun haben. Also umso unverständlicher, wenn ich das so höre. Ähm ist für mich, mit welchen Themen sich Unternehmen wie Meta bis heute schwer tun, die einfach ungleich viel mehr Kohle haben.
43:33 Dennis Horn
Ja, mit Sadweidium aber auch den Vorteil, dass sie bisher null NutzerInnen haben, anders als Meta, muss man dazu sagen. Also wenn nur 3,5 Milliarden Menschen irgendwie im Zaum halten musst, dann wird es, glaube ich, nicht leichter. Ich will Meta nicht in Schutz nehmen. Du musst mit Geld auf Content-Moderation schmeißen, damit das funktioniert und kannst nicht einfach sagen, wir blenden das aus. Aber es ist natürlich überschaubarer, wenn du 15. 000 Menschen auf der Warteliste hast wie Redium und ich. 3,5 Milliarden. Ja, übrigens, was ich nachreichen wollte, die Folge hieß: Nicht ärgern, nur wundern, sagt Oma mit Dennis Horn am 16. 01. 2026, Folge 526. Du warst dabei, erinnerst du dich?
44:13 Speaker 4
Ich erinnere mich.
44:14 Dennis Horn
Dunkel. Ich habe natürlich auch der Vollständigkeit halber gefragt. Was ist denn jetzt, wer ist denn da Investor? Also wenn du von Investoren redest, dann wollen wir auch ein bisschen dazu ein bisschen was lernen. Und wo kommt das Geld her? Das ist immer so eine spannende Frage. Übrigens der Vollständigkeit halber, auch das habe ich eben nicht dazu gesagt. WIDEM arbeitet komplett mit Passverifikation. Das heißt, du kannst auch dort, so wie bei W Social, nur veröffentlichen, wenn du dich mit einem Personalausweis verifiziert hast, womit Ich persönlich, wie ihr wisst, so ein bisschen Bauchweh habe. Und ich glaube, viele andere auch, aber das ist eben eine der Wetten, die man jetzt gerade eingeht, um herauszufinden, was funktioniert eigentlich, wenn man ein Gegenangebot setzen möchte. Hast du noch Gedanken, Dennis, oder kann ich weitermachen? Nein. Gut, danke. Mach weiter.
44:56 Speaker 4
Tatsächlich haben wir also Investoren gefunden. Wir haben gerade drei spannende Investoren. Wir haben einen Investor aus dem persönlichen Bereich, Family and Friends. Wir haben einen Investor Aus Brüssel, der sich für europäische Datensouveränität stark interessiert. Wir haben jetzt ein Investorenteam aus München noch und viele andere haben wir kontaktiert. Die größeren VCs sind alle noch so in Wartestand. Die sind erstmal sehr entspannt und haben uns da jetzt noch nicht unter Druck gesetzt. Also das wäre bei VCs mit Sicherheit anders. Wir haben aber natürlich ein Konzept. wie wir auch an Geld kommen wollen. Wir wollen Werbung möglich machen. Wir sind ja selber eine Werbeagentur, kommen aus einer Werbeagentur und haben auch aus diesem Grund ja auch diese App so konzipiert. Also erstmal dazu, was wir vorhaben. Wir wollen monetarisieren, aber erst natürlich, wenn es sich lohnt für Werbekunden, wir rechnen damit, dass wir gegen Ende des Jahres, vielleicht schon im Herbst, quasi mit ersten Werbekunden starten können. Wir wollen Werbung möglich machen, weil wir auch glauben, dass es wichtig ist, auch Creator zu bezahlen, den wir im Übrigen einen 50-50-Deal anbieten, also 50 Prozent. Prozent unseres Netto-Werbe Umsatzeseinkommens wollen wir mit Creatern, aber auch mit Medien teilen, die ja auch Content-Lieferanten sind, den wir dringend brauchen. Ohne Creator haben wir das Gefühl, gibt es kein großes Netzwerk. Die müssen wir anlocken und gewinnen.
46:36 Dennis Horn
Ist das so? Dennis.
46:40 Gavin Karlmeier
Also, ich würde erst mal sagen, dass so große Plattformen, wie wir sie jetzt mittlerweile haben, also TikTok, Instagram durchaus gewachsen sind ohne Creator dieser Größe, die dann irgendwann entstanden sind. Ich weiß nicht, ob das so pauschal sein muss.
47:01 Dennis Horn
Ja, aber die sind gewachsen in einer Umgebung, in der es keine Alternativen gab. Also.
47:08 Gavin Karlmeier
Oder? Also, naja, also schon Instagram und TikTok sind Beispiele dafür. Dass sie gewachsen sind in einer Umgebung, in der sie Lücken genutzt haben, die andere ihnen lassen. So. Also Instagram ist mit dieser Foto-App-Lücke, weil vorher gab es Keine gescheite Möglichkeit, irgendwie sowas im Smartphone zu machen. TikTok ist was war denn die TikTok-Lücke?
47:36 Dennis Horn
Also ich würde sagen, der For You-Algorithmus war eigentlich.
47:38 Gavin Karlmeier
Der For You-Algorithmus defeat, ne? Also die haben immer irgendwie hat die bestehende Social Media Welt. Eine Lücke gelassen, in die sich diese Apps dann reingesetzt haben und erstmal auf Größe, Viralität, Wachstum gegangen sind, bevor dann sowas entstanden ist wie. wie eine Creator Economy, weißt du?
47:58 Dennis Horn
Ja, klar. Aber jetzt gibt es die Creator-Economy halt, die es da in der Form und in der Größenordnung ja auch noch nicht gab. Und ich frage mich so ein bisschen, ich bin da so ein bisschen hin und her gerissen. 6-7 habe ich gerade gemacht, für die, die das Video nicht sehen.
48:12 Gavin Karlmeier
Ich habe es gesehen und habe widerstanden, es direkt zu sagen.
48:16 Dennis Horn
Weil du auf der einen Seite siehst du halt, wie das nicht funktioniert, dieser War for Talents, wie X das zum Beispiel auch gemacht hat, die gesagt haben, hey, wir geben euch was ab, hey Mr. Beast, hey Marcus Brown lieb, kommt doch zu uns. Die haben es ausprobiert und haben gesagt, ja, aber nicht für 50 Dollar. So klappt das nicht, Kollege, und deswegen ist YouTube nach wie vor so big in business, weil die Monetarisierung so gut funktioniert. Du verdienst ja Deutlich mehr, mit einem verhältnismäßig weniger aufrufestarken Video bei YouTube, als es bei TikTok oder bei Instagram der Fall wäre. Klar, die sind auch länger, die sind auch aufwendiger, also das Konzept ist auch ein bisschen anders und die Leute haben auch mehr Werbung da drin, aber So rein aus der CreatorInnen-Perspektive lohnt sich einfach YouTube im Moment sehr stark. Wenn du jetzt aber ein Gegenangebot machst, musst du diesen, du kannst ja nicht sagen, wir bauen hier unsere eigenen CreatorInnen. Sonst siehst du es halt, wie es bei Wein zum Beispiel war. Es gab Leute, die sind überwein zu Talents geworden. Aber die wenigsten von denen Sind auf Wein geblieben, sondern die sind dann von Wein in andere Netzwerke gegangen, weil sie dort Geld verdienen können. Und jetzt aber ein Netzwerk in Deutschland zu starten, das quasi in einen bereits bestehenden Markt eindringt, Funktioniert das? Also könntest du jetzt quasi ein Netzwerk starten, mit dem du sagst, scheiß auf alles? Wir machen einfach mal Oder musst du einfach sagen, wir investieren in Anreize für CreatorInnen zu uns zu kommen? Ich kann das nicht beantworten, ich weiß es nicht.
49:37 Gavin Karlmeier
Aber ich also ich hätte mal gesagt, so eine Creator Economy ist Eine Folge von Reichweite, aber nicht ihre Voraussetzung. Das wäre meine These. Also, dass du musst diese Umgebung haben, damit Creator sich in irgendeiner Form überhaupt erstmal dafür interessieren. Andersrum läuft es nicht.
49:57 Dennis Horn
Das stimmt. Aber wie entsteht die Reichweite? Also, wo kommt die her?
50:03 Gavin Karlmeier
Ja, das ist schon der Social-Effekt, ne? Also Leute möchten da sein. Da muss ihnen die Plattform was bieten. Und da haben bisherige Plattformen vor allem Lücken ausgenutzt, die andere ihnen noch gelassen haben.
50:15 Dennis Horn
Und deswegen ist die Frage so spannend Reicht es, ein Blue Sky Klon wie W Social zu haben? Reicht es ein TikTok Klon zu haben, wie Willium das jetzt hat? Also Ist das USP genug zu sagen, wir sind in Berlin und nicht in Singapur? Es reicht das als Argument zu kommen. Und dann auch zu erscheinen, obwohl du dich mit dem Pass verifizieren musst und nicht, weil du dich mit dem Pass verifizieren musst. Weil Passverifikation habe ich bei Facebook ja jetzt auch. Also, ja, ich habe ihn auch gefragt hier zum Thema, ich habe noch zwei Themenkomplexe, die ich ansprechen möchte. Das eine ist eben die Frage des Social Media Verbotes und was macht ihr, weil. Gerade TikTok anzugreifen in einer Welt, die passverifiziert ist und volljährig, ist extrem schwierig, wenn TikTok vor allem auf junge Menschen setzt, zumindest auch in der Art, wie man Marketing betreibt und wie man die Leute dazu bringen will. Also wenn du dir die linearen Fernsehwerbespots von TikTok anschaust. Da geht es nicht darum, wie du irgendwie lecker einen Kuchen backen kannst, sondern da geht es darum, wie du dich auf Chemieklausuren mit TikTok vorbereiten kannst. Die Zielgruppe ist also sehr, sehr, sehr deutlich in dieser Ausrichtung. Und die ist nicht 40. So, mal gucken, was er gesagt hat.
51:25 Speaker 4
Also wir starten jetzt mit der App ab 18 und fangen gleichzeitig eine Eltern-Kind-Beta an. An, mit der wir experimentieren wollen. Weil es gibt diese zwei Seiten. Das eine ist dieses Schutzbedürfnis der Erwachsenen und das andere ist das Freiheitsbedürfnis der Jugendlichen. Da einen guten Ausgleich hinzubekommen, ist tatsächlich nicht einfach. Wir haben in dieser Eltern-Kind-App vor, dass wir den Einstieg der Jugendlichen und Kinder über die Eltern machen. Also ein Elternteil hat sich verifiziert und meldet dann Kinder an. Und je nachdem, wie alt dieses Kind ist. Die Eltern geben dann auch das Alter der Kinder an. Je nachdem, wie alt das Kind ist, gibt es Einstellungen, die sich daran. . anschließen. Aber ansonsten haben wir quasi Einstellungen per Default drin, die man bei anderen Plattformen erst einstellen muss. Bei uns sind die quasi per Default. Tatsächlich haben wir das Gefühl, dass dieses Angebot, was wir da machen, im Moment für freiheitsliebende Jugendliche und Kinder nicht wahnsinnig attraktiv erscheint. But for Eltern einfach sehr, sehr attraktiv er shined. And that is uns as Eltern mega wichtig Und wir haben das Gefühl, dass möglicherweise Eltern, denen quasi die mentale Gesundheit ihrer Kinder am Herzen liegt, das gerne aufgreifen und dann sagen, okay, also entweder gar nichts oder. . . Du gehst hier auf Social Media, wo wir das so ein bisschen steuern können, wo es Einstellungen gibt, die ich auch mit steuern kann.
53:05 Dennis Horn
Wir haben TikTok zu Hause ist das. Und zwar in jederlei Hinsicht. Mama, darf ich TikTok? Wir haben TikTok zu Hause.
53:15 Gavin Karlmeier
Sehr schön, ja.
53:18 Dennis Horn
Also ich mag, was ich möchte ihm zugute halten, dass die Selbsteinschätzung, dass das für freiheitsliebende Jugendliche, wie er sie nennt, nicht besonders attraktiv sein wird. Würde ich zu 100% mitgehen.
53:29 Gavin Karlmeier
Ja, er hatte, das war auch genau mein Gedanke in dem Moment. Also, ich hatte auch so ein Ja, aber wer will das denn? Dann sagte er
53:36 Dennis Horn
Gleichzeitig aber übersieht er, glaube ich, einen Punkt These, dass freiheitsliebende Jugendliche sich nicht zwangsläufig dann dem unterwerfen, sondern dass sie Wege finden werden. Ich glaube, viele Eltern wollen das nicht wahrhaben, aber wir wissen nicht alles, was unsere Kinder tun. Glaube ich. Ich weiß auch nicht. Also, wir wissen ja von Meternetzwerken, von TikTok, dass es diese Eltern-Accounts, Snapchat, überall schon gibt. Ich finde auch interessant, dass sie ja per Default Einschränkung machen. Der ist ja sehr ins Detail gegangen. Das sehr gekürzt. Wir haben fast 40 Minuten geredet. Ich versuche das mal alles nochmal begleitend aufzuschreiben, dass wir das irgendwo noch festhalten können. Aber. Er sagt zum Beispiel, dass per Default Menschen unter 15 auf Redium ab 13 nur 30 Minuten am Tag die App nutzen können und dass sie, glaube ich, um 22 Uhr deaktiviert wird. Also solche Regeln, die halt so.
54:35 Gavin Karlmeier
Also, auf jeden Fall interessant. Ich habe so gerade darüber nachgedacht, wie würde sich eine Gesetzgebung, wenn sie jetzt käme. auf so eine Idee auswirken. Also wäre dann die Idee komplett fein, weil bewegt sich eh innerhalb einer Gesetzgebung? Oder ist man dann zusätzlich noch betroffen und denkt sich, ja, toll. Oder also
55:02 Dennis Horn
Also nach dem Vorschlag der Europäischen ExpertInnenkommission wäre ja ein Social Media Verbot unter 13 vorgesehen. Das haben sie hier mit berücksichtigt. Damit könnte man das wahrscheinlich, das wäre wahrscheinlich vereinbar. Die Frage ist in der Tat, ob diese elterliche Aufsicht, diese Supervision, die vorgeschrieben wäre, ob die ausreichend, ob der ausreichend Genüge getan ist, wenn man sagt Wir könnten den Account abschalten als Eltern.
55:28 Gavin Karlmeier
Ja.
55:29 Dennis Horn
Oder ob es vielleicht eine Watch History für die Eltern gibt. Das wäre ja fürchterlich. Kein Kind will das. Nein, wirklich nicht. Wir haben TikTok zu Hause. So und dann habe ich ihn, und jetzt wird es ein bisschen spicy. Ich habe ihn nämlich gefragt, warum denn nicht dezentral? Also Wir haben Infrastruktur für Interoperabilität und er hat eine längere Antwort gegeben, die ich deswegen einmal geteilt habe. Wir hören erstmal die erste Hälfte, dann können wir darüber sprechen und dann hören wir die zweite Hälfte.
55:56 Speaker 4
Da ist jetzt einiges los und ich finde das wahnsinnig toll. Warum haben wir das Gefühl, dass unsere Lösung die bessere ist? Zum einen haben wir das Gefühl, dass die Geschichte, dass Europa. quasi souverän sein soll und seine Daten selber kontrollieren soll, die wird mit dem AT-Protokoll oder auch mit dem Fediverse nicht eingelöst. Es ist nämlich so aus unserer Sicht und auch aus der Sicht von Experten dass ein offenes Protokoll dazu führt, dass Daten ja quasi an mehreren Stellen gehostet werden, sich verteilen quasi. Also niemand hat die Daten. Und das über das AT-Protokoll natürlich, wenn man auf dem AT-Protokoll baut, wie Eurosky, auch Daten in die USA wandern. Dort entgleiten sie aber der EU-Rechtsaufsicht komplett. Und das Recht auf Löschung deiner Daten, wie im DSGVO, festgehalten, kann damit gar nicht mehr eingehalten werden. Deswegen zögern noch, auf das AT-Protokoll aufzusetzen, was natürlich einerseits toll wäre, weil man hätte plötzlich Access von 40 Millionen Usern, aber man hätte eben auch diese Nachteile. der problematischen Speicherung von Daten eben auch im Ausland, im unerreichbaren Ausland.
57:14 Dennis Horn
Was glaubst du denn das, was ich darauf ihm geantwortet habe?
57:18 Gavin Karlmeier
Das weiß ich nicht, aber ich kann dir sagen, was ich gerade darauf antworten würde. Ich zögere noch ins Internet zu gehen und Dinge auf eine Website zu stellen, weil Menschen im Ausland diese Website lesen können, sich das alles runterziehen. Könnten und damit dem deutschen oder europäischen Rechtsraum entgreifen könnten. Ist doch so wie bisher alles.
57:34 Dennis Horn
Ich habe gesagt, das ist die Idee des Internets. Genau das war meine Antwort. Weil die Idee des offenen Internets ist halt, dass du halt. Dass alle Leute auf alles zugreifen können. Und das bewusst nicht einzubauen, kann natürlich Teil deiner Idee sein, zu sagen, wir machen hier einen geschützten Raum. Entschuldigung, aber es entzieht sich der Grundidee des Internets.
57:57 Gavin Karlmeier
Naja, also ich finde ja schon, dass man diesen Zustand kritisieren kann. Weil, wenn jetzt zum Beispiel Unternehmen, Organisationen überlegen. Wie kann ich meine Social Media Arbeit besser aufstellen? Und sollte ich mal überlegen, einen Schritt weg von Facebook, TikTok, keine Ahnung, zu machen und lieber ins Fediverse gehen? Dann werden sich Unternehmen genau diese Frage stellen. Ist ja egal, ob das Internet schon so ist. Da werden Rechtsabteilungen sagen, oh, das ist aber gefährlich, ist nochmal andere Qualität als das Internet, weil. So, und dann hast du irgendwie einen langen Katalog mit juristischen Fragen. Ich finde, das muss man schon beachten. Und das sind auch Fragen, die zum Beispiel Diejenigen, die das Fediverse oder das LT-Protokoll voranbringen wollen, sich stellen müssen. Definitiv. Und gleichzeitig finde ich die Verkennung, dass das Internet so funktioniert. führt dazu, dass ich mir die Fragen, die ich mir dann irgendwie stellen müsste, gar nicht richtig stelle. Also genau was er beschreibt, ist ja, wie das Internet ist. Also du Und offenbar haben wir doch seit 30 Jahren einen Umgang des Rechtes damit.
59:14 Dennis Horn
Ja, der leider, wenn du dir soziale Medien anschaust, halt nicht so ist, wie wir ihn uns wünschen würden.
59:19 Gavin Karlmeier
Ja, ja, ja, das stimmt.
59:21 Dennis Horn
Aber klar.
59:24 Gavin Karlmeier
Aber es ist ja, ich möchte damit nur sagen, das scheint ja kein Ding der Unmöglichkeit zu sein, das zu betreiben.
59:31 Dennis Horn
Deswegen ja, will einfach nur also das was mein Empfinden aber ist Ich finde das auch am Ende legitim zu sein, das hier ist unsere Idee. Wir machen das so. Absolut. Ich bin nur sehr gespannt, wie das Publikum das auffasst, vor allem die Leute, die so die so Internet-Hardliner sind. So weißt du, die halt genau diese Idee des Internets so gerne so vertreten. Und das ist, da kommen wir zum zweiten Teil seiner Antwort. Weil ich habe ihn ja ursprünglich gefragt, warum macht ihr das nicht dezentral? Er hat schon gesagt, wir haben das überlegt, aufs AT Protokoll zu gehen.
01:00:05 Speaker 4
Das andere ist, dass wir noch keinen Weg gefunden haben, jetzt im Fediverse oder auch auf Eurosky. Monetarisierung laufen kann. Es war gerade Cannes und früher hat man dort, ich habe auch Preise gewonnen in Cannes für Kreativität. Super toll, das will niemand mehr sehen. Jetzt ist in Cannes der gesamte Strand voll mit Big Tech. Da ist Amazon, da ist Meta, da ist Google. Aber für Kreativität interessiert sich im Grunde dort niemand mehr. Es geht jetzt um Kohle, es geht um Cash. Und das ist das, was im Fattiverse nicht verstanden wird und auch bei Eurosky nicht verstanden wird dass wir bei Social Media auch über Kohle reden müssen, weil es ein riesengroßer Markt ist. Wir haben einen Creator-Markt, der ist weltweit mittlerweile bei 250 Milliarden Dollar. Und der soll bis 2030 auf 500 Milliarden Dollar wachsen. Der ist schwer dynamisch. Wir fühlen das auch, dass einfach mehr und mehr Geld in Social Media wandert, weil es Targeting verspricht, weil es Effizienz verspricht dadurch, weil es viele Möglichkeiten gibt der Darstellung, Bewegtbild, aber auch Stills. Geschichten erzählen, Storytelling, was früher im Film möglich war, aber das ist alles am zurückgehen und am Absterben und jetzt ist Social Media ganz groß. Also das nicht mitzudenken, diese ganze Bubble Das Geld einfach draußen zu lassen aus deinen Überlegungen ist für uns keine Lösung. Und deswegen haben wir das Gefühl, etwas, was keine Monetarisierung möglich macht, wo es nichts zu verdienen gibt, kann nicht skalieren, weil Marken und Creator nicht teilnehmen und nicht eingeladen sind. Und deswegen. wird das Nischenprodukt bleiben.
01:01:58 Dennis Horn
Dennis, was glaubst du Shots fired? Was glaubst du, habe ich darauf geantwortet?
01:02:04 Gavin Karlmeier
Das weiß ich nicht. Ich kann dir auch jetzt wieder meine Emotion, aber soll ich das mal sagen?
01:02:09 Dennis Horn
Ich kann ja sagen, meine Antwort war: ich kenne sehr viele Menschen, die das ein bisschen anders sehen.
01:02:15 Gavin Karlmeier
Ja, ja, okay, okay. Oh Mann, also okay, wo fange ich an? Ich finde, dass er schon einen Punkt macht. In so einer Grunddiagnose. Also, klar, weder Mastodon, Fediverse noch Blue Sky haben in irgendeiner Form sowas wie eine funktionierende Creator-Ökonomie. Es gibt nichts dahinter gesetztes, was du brauchst, um zu wachsen und auch um Unternehmen und Organisationen anzulocken, die wachsen möchten. Die müssen auf Dinge gucken wie Reichweite. Funktionsfähigkeiten im Hintern, die brauchen irgendwelche Tools, die da andocken. Die können nicht im Browser irgendwelche Dinge eingeben. Und natürlich, sobald Geld eine Rolle spielen würde, bräuchtest du irgendeine Infrastruktur, die da drunter liegt. Und ich finde auch, dass die Beobachtung stimmt, dass alternative Plattformen solche Fragen gerne auf später vertagen. Also da geht es um das Protokoll, da geht es um den Idealismus. Aber du kannst dich an die ersten Episoden von Hakendran erinnern, wo ich dann auch mir immer anhören müsste, ich hätte das Fediverse nicht verstanden. Aber ich glaube, es gibt Menschen, für die das Fiddiverse aus diesen Gründen keine Alternative ist, weil dort Dinge fehlen. Und weil wie immer bei Open Source niemand offenbar im Team zu sein scheint, der einmal die Frage gestellt hat, ja, okay, aber. Sieht das geil aus? So, also, ja, also all diese Fragen werden nicht betrachtet, dann irgendwie, weiß ich nicht, ähm Ist die Finanzierung chronisch prekär?
01:03:57 Dennis Horn
Du kannst sofort weitermachen. Ich will dich nur ganz kurz vor sehr vielen Reaktionen schützen, dass das eine Referenz auf die Anfangszeit dieses Podcasts war und mittlerweile vieles halt wirklich sehr gut. Geil aussieht. Ein Schubende.
01:04:11 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde, es wäre mitunter auch noch ein Weg zu gehen, trotzdem. Also, das Problem habe ich weiter.
01:04:17 Dennis Horn
Ja, die Frage, die sich ja eigentlich stellt, glaube ich, ist. Was möchtest du hier substituieren? Und möchte das Fediverse, will das das nächste TikTok sein?
01:04:28 Gavin Karlmeier
Genau, da wäre ich jetzt ran. Genau, da würde ich jetzt hin. D, da finde ich, unterliegt er halt einem, also erstmal so, ich verstehe, was, was er sagen möchte. Ich würde gleichzeitig, da war ich ja eben bei sagen, diese Kausalkette finde ich Quatsch. Also es ist genauso oft andersrum gelaufen. Erst war die Reichweite da, dann die Creator-Ökonomie. Ich finde, die ist die Folge von Reichweite, die ist nicht die Voraussetzung für irgendwas. Und wenn ich, weiß ich nicht, die Wachstumsschübe von Blue Sky oder so, die hatten ja nichts mit Monetarisierung zu tun. Sondern mit dem Zahlensender oder anderen Dingen. So, und dann finde ich, er hat, und das ist dein Punkt, er unterliegt einem Kategorienfehler. Also das Fediverse, wenn es das in Anführungszeichen Fediverse so überhaupt gibt, geht es ja nicht so. Es versteht die Geldfrage nicht falsch. Es lehnt sie einfach ab. Die Geldfrage ist nicht das Ziel. Und wenn er sagt, es wird sonst ein Nischenprodukt bleiben, dann wird es Feliwöchst sagen, ja, ist egal. Es ist für die, die das so wollen, und ich finde das als Geschäftsargument für Willium ist völlig legitim so, aber ich finde als Kritik am Fediverse geht es so am Selbstverständnis vorbei, zumal ich auch den, äh, und das jetzt als letzter Punkt. Den Begriff der Monetarisierung hier ein bisschen sehr eng gefasst finde. Natürlich, er ist Werbeexperte, dann sieht er Markenbudgets und Creator-Ökonomie. Aber entschuldige, Signal hat über 100 Millionen Nutzer ohne jedes Werbemodell. Es gibt öffentliche Finanzierungen, es gibt Abos, es gibt Stiftungsfinanzierungen, Mitgliedermodelle, keine Ahnung, mit denen man viel schaffen könnte, wenn Leute hinter einem Produkt wirklich stehen, so wie er sich ja auch wünscht, dass Menschen hinter Wedium stehen. Also, das finde ich so ein bisschen wegdefiniert, so die Konkurrenz. Ich finde. Da würde ich mir einen breiteren Blick auf den Begriff der Monetarisierung wünschen und der würde übrigens dann am Ende theoretisch auch mit dem Fediverse und Bluescar zum Beispiel einhergehen können.
01:06:29 Dennis Horn
Ja, ich finde, die Frage des Kategorienfehlers, man darf sich weiß nicht, ob es ein Fehler ist oder ob es einfach ein anderer Blick darauf ist der genauso ist, wie du sagst. Die Frage ist ja, was erwarten wir von diesem neuen Netzwerk? Und deswegen, glaube ich, auch lohnt sich der Vergleich manchmal. Ich finde generell. Dieses alles in einen Topf zu schmeißen und alles ist Social Media und dann müssen wir diese Sachen auch miteinander vergleichen können, ist wahnsinnig unfair jedem einzelnen Ansatz gegenüber. Also sowohl zu sagen, wir vergleichen jetzt Das idiverse mit Redium, was haben diese Apps denn gemeinsam außer, dass Menschen da selber Content hochladen können und sich folgen können? Nichts. Also es gibt diese, oder Mastodon, nicht das Fediverse im Gesamt, aber Mastodon und Uridium. Da gibt es keine großen Übereinstimmungen, außer dass sie eben in dieselbe Gattung fallen. Das ist wie wenn du jetzt anfängst, Hunde mit Katzen zu vergleichen und Muss dich dann entscheiden, was du besser findest? Und ich glaube, viele Leute können das. Ich glaube halt, es ist ein unfairer Vergleich.
01:07:26 Gavin Karlmeier
Naja, aber es kommt ja schon irgendwo her, also ich kann schon verstehen, woher der Vergleich kommt, weil wir aus einer Zeit kommen, in der die ersten Plattformen, die in diese Richtung gegangen sind. Erstmal alles unter sich begraben haben. Also es gab ja die Zeit, da waren gefühlt bei Facebook alle. Es gab ja die Zeit, dann sind alle irgendwie zu Instagram. Und wenn dann das nächste kam, dann war alles so. Und das ist ja mit TikTok vorbei. Das war ja die letzte Plattform, die das in dieser Breite überhaupt geschafft hat. Das kam ja danach nicht wieder. Das heißt, wir sind alle in irgendeiner Form, wie sagt man in der Wissenschaft, geprimed. Das haben wir als Standard im Kopf. So. Und das wenden wir natürlich automatisch in unseren Denkmodellen irgendwie an. Aber so eine Plattform wird nicht mehr kommen, aus all den Gründen, die wir schon gesprochen haben. Allein schon dem Grund, dass, und da widerspreche ich mir jetzt vielleicht so ein bisschen selbst, von eben, dass es keine Lücken mehr gibt. Ich weiß nicht, ob es noch so die Größen sieht man ja vorher nicht. Aber ob es noch diese großen Lücken gibt, die einem die Plattformen irgendwie lassen, dass man da was anderes noch reinstellen kann und da gehen dann ganz viele Nutzerinnen und Nutzer plötzlich hin. Das wird wie Weiß ich nicht, ob das überhaupt noch so möglich ist. Aus der Zeit kommt das, die Vorstellung, dass alles, was neu ist, immer automatisch auch für alle dann direkt da ist.
01:08:42 Dennis Horn
Hättest du 2017 die Lücke für TikTok denn gesehen? Weil ich glaube, auch da hätten wir gesagt, die Lücke sehe ich nicht.
01:08:55 Gavin Karlmeier
Ja, du hast recht. Deswegen sagte ich das gerade.
01:08:59 Dennis Horn
Wahrscheinlich nicht. Ich glaube, man sieht diese Lücken nicht. Und die Frage ist ja, und dann sind wir bei der ganz großen grundsätzlichen Frage, die ich ganz am Anfang zu diesem Videoteil hier auch schon mal. gestellt habe, ist, wir sind in Deutschland Lücke genug, um ein Angebot zu machen, das ich an einem anderen Angebot, nämlich TikTok, vom Design her und von der Idee her Orientiert oder reicht es nicht als USP, um Leute zu motivieren? Wir werden das weiter beobachten, wir bleiben da dran, am Freitag geht's los. Also Erstmal interessant, sich das anzuschauen. Ich finde die Diskussion, ob das jetzt oder ich finde die Motivation hinter dem Netzwerk zu verstehen, erstmal auch ganz gut, um es zu verstehen. Aber wir Schauen wir das weiter an. Ich finde das interessant auf jeden Fall, dass sowas aus Deutschland kommt, weil so häufig haben wir sowas gefühlt nicht in Deutschland.
01:09:50 Gavin Karlmeier
Das ist wahr.
01:09:51 Dennis Horn
So. Jetzt sind wir schon voll tief in der Zeit, aber schaffen wir noch kurz über Reddit zu sprechen, Dennis.
01:09:57 Gavin Karlmeier
Ich denke schon, dass wir kurz Zeit über Reddit zu sprechen haben. Warte, ich muss mir nur meine Notizen. Ich habe mich so da jetzt ranges.
01:10:04 Dennis Horn
Wir haben uns reingeschopft.
01:10:08 Gavin Karlmeier
Wirklich, warte, ich bin jetzt gleich so weit. Also es geht um Reddit und Google, um einmal zu sagen, wie viel komplex wir da sind. Ja, bitte.
01:10:18 Dennis Horn
Apropos Google, wir werden natürlich auch noch über die Google DMA-Strafe sprechen. Das machen wir dann. Aber halt wirklich, auch da bist du wieder da, gemeinsam am Mittwoch.
01:10:28 Gavin Karlmeier
Also jetzt erstmal Reddit und Google. Das Wall Street Journal berichtet, dass Reddit darüber nachdenkt, Google den Zugriff auf die eigenen Inhalte zu sperren. Für KI-Zwecke. Der Hintergrund ist, Reddit hat 2024 einen Vertrag geschlossen. Der Google erlaubt, die Inhalte zu nutzen. Und dieser Vertrag hat einen Wert von rund 60 Millionen Dollar pro Jahr. Der läuft jetzt aus. Beide verhandeln über eine Verlängerung. Und Reddit prüft gerade, ob sich das überhaupt noch lohnt. Soweit, so normal. Und jetzt kam dieser Bericht raus vom Wall Street Journal und die Reddit-Aktie ist deutlich gefallen. Je nachdem, wie du es zählst, um rund 6 bis 9 Prozent. Und es gibt ein Beratungsunternehmen, das warnt das Reddit bis zu 500 Millionen Dollar. An KI-Lizenzeinnahmen verlieren könnte. So, das ist jetzt eine Zwickmühle, eine klassische. Also, wir haben oft genug darüber gesprochen, die Sichtbarkeit von Reddit. In Google ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Reddit ist eine der sichtbarsten Domains, Reddit. com in den USA überhaupt. Und gleichzeitig leidet das Unternehmen unter, wie so viele, sinkendem Traffic von der Suchmaschine, weil Leute die Suchmaschine einfach gar nicht mehr verlassen. Die Antwort steht ja schon da. In dem KI-Teil der Suchergebnisse. So, und Steve Huffman, der Chef von Reddit, hat das im Earnings Call, wie er heißt, so schön formuliert: es gäbe keine künstliche Intelligenz ohne echte Intelligenz. Und die komme von Reddit.
01:12:08 Dennis Horn
We're betting on people.
01:12:09 Gavin Karlmeier
We're betting on people. Und so wie Reddit denken viele gerade darüber nach. Das Wall Street Journal. Schreibt das USA Today, Reuters Politico, The Economist und People Inc. alle überlegen, ob Oder wie sie mit Google überhaupt noch weitermachen. Und vielleicht noch die Zahlen als Hintergrund und dann schauen wir uns an, was wir davon halten. Die sind brutal. Wenn du Sommer 2025 mit Sommer 2026 in diesem Jahr vergleist, USA Today minus knapp die Hälfte beim Suchtraffic. Politico minus dreidzwangs, CNN, minus fünfundzwanzig, Business Insider, minus über fünfundachtzig. Und interessante Ausnahmen, Guardian und die BBC sind im Plus. So, und da sagt der Chef von USA Today, Mark Reed, sagt. Es ist an der Zeit, Stellung zu beziehen und zu sagen, genug ist genug. Man bereite sich auf eine Zukunft ohne Einnahmen aus Google Traffic vor.
01:13:09 Dennis Horn
Das ist Google Zero. Wir haben da auch immer wieder schon drüber gesprochen und immer wieder so befürchtet, dass es kommt. Und es sieht so aus, als wäre es bald da, weil eben die KI über sich die Leute wegdrängt. Ich will erst über Reddit sprechen und dann können wir über Google sprechen. Weil im Fall von Reddit ist es so interessant, weil Reddit ohne diesen Google-Deal, der ja einerseits eingebracht hat, dass die KI von Google mit Reddit-Daten gefüttert wird, andererseits aber offensichtlich die Reddit-Sichtbarkeit dadurch massiv ansteigt, weil Google weiß, dass sie dadurch bessere Inhalte kriegen für ihre KI wiederum. eigentlich ein Deal war, der Reddit überhaupt erst bis zur Börsengangsfähigkeit gebracht hat. Also ohne dieses Wachstum der letzten Jahre, wenn du dir anschaust, wie hat sich die Reddit-Zugriffe, wie haben sich die Reddit-Zugriffe in den letzten Jahren verhalten, Es gibt einen massiven Anstieg der Zugriffe seit diesem Deal. Deswegen ist es wahnsinnig interessant, dass Reddit überlegt, da auszusteigen und zu sagen, naja, vielleicht ist Google Zero so sein Problem, dass sie davon nicht mehr so stark profitieren, dass wir uns da rausziehen. Wäre aber für Reddit, glaube ich, also für mich als Reddit-Nutzer schön, weil das so ein bisschen wieder so ein bisschen ein bewusstes Downsizing wäre, aber aus Reddit-Perspektive kein guter Schritt, wenn du an den Aktienkurs zum Beispiel denken möchtest. Wäre so meine Analyse.
01:14:26 Gavin Karlmeier
Würde ich mitgehen.
01:14:27 Dennis Horn
Deswegen interessant, dass Steve Huffman, der sich sonst jahrelang gegen seine eigene Community gestellt hat, jetzt überlegt, vielleicht sogar wieder zurück zu back to the roots zu gehen mit Reddit.
01:14:37 Gavin Karlmeier
Ja, und wenn wir jetzt mal auf Google gucken, ich finde die Phalanx der Unternehmen, die dort sich nun äußern, und das ist ja nur die Spitze des Eispahrs, also wenn du auch hier in Deutschland in die Branche reinhörst und was die sich für Gedanken machen, wie man auch strategisch jetzt von Google, aber auch von den Social Media Konzernen als Mittler wegkommt und sozusagen wieder den eigenen Zugriff auf das Publikum bekommt, dann finde ich, ist das ein Punkt. an dem sich Google selbst ernsthaft Gedanken machen muss. Also Google sagt ähm Die KI-Funktionen würden jede Woche Milliardenklicks ins Web zahlen und man zahle inzwischen über 200 Verlagen Geld für den KI-Zugriff. Ich finde es übrigens auch ganz interessant, dass Unternehmen, das sich sehr viele Jahre Gegen das Leistungsschutzrecht gewährt hat, also Geld für Links. Dort funktioniert es jetzt plötzlich. Also Leistungsschutz recht schlechte Idee. Hier reden wir über Content Cloud. Natürlich völlig anderer Schnack, aber hier ist was in Gang gekommen. Und es gibt übrigens eine Lösung, die Die hat mich so am meisten fasziniert, das Time Magazine. Das arbeitet so daran, dass es jetzt seinen Werbekunden hilft. ihre Botschaften direkt an die die Crawler der der KI-Systeme durchzureichen. Also das sind dann sozusagen Anzeigen. die die eigentlichen Leserinnen und Leser gar nicht sehen, aber die die Crawler der Sprachmodelle finden sollen und die dann darüber ausgespielt werden. Und der CEO von Time sagt, es gibt jetzt irgendwie zwei Zielgruppen sozusagen. Und man überlege, wie kriegt man die Bots als sekundäres Projekt Publikum irgendwie hin und so bespielt die nochmal speziell auch mit Werbung.
01:16:34 Dennis Horn
So genannt Native Slop Vertising.
01:16:42 Gavin Karlmeier
Werbung für Maschinen produzieren.
01:16:46 Dennis Horn
Vielleicht ist es clever, vielleicht ist es verzweifelt, wir sind schon lange an dem Punkt, wo zum Springer-Konzern dann irgendwie Immobilien scout.
01:16:52 Gavin Karlmeier
gehört und absolut ja gut und und um fair zu sein vor den digitalzeiten natürlich auch all diese dinge schon Kleinanzeigen und keine Ahnung, da war ja auch viel von dem drumherum ein wesentlich größeres Geschäft für die Verlage und da habe ich auch schon für mein einjähriges Abo der Neuesgräbenbrocher Zeitung irgendwie einen Wasserkocher dazu bekommen. Oder das ist es ja Gab's alles vorher.
01:17:16 Dennis Horn
Ja. Hast du wirklich?
01:17:20 Gavin Karlmeier
Nein, aber als Beispiel.
01:17:21 Dennis Horn
Aber ich erinnere mich, klar. Wo man sich dann entscheiden musste, ob man jetzt die sechs Flaschenöffner oder das Jahresabo einer anderen Zeitung dazu haben möchte.
01:17:29 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Ja, oder diese großen Verlagsbeigaben von der Zeit, irgendwie der Zeitshop und die Reisen, wo du dann mit Ijoma Mangold vor Ägypten eine Woche auf dem Kreuzer bist oder so.
01:17:40 Dennis Horn
Wirklich? Du kannst mit dem dann die Zeit da verbringen?
01:17:42 Gavin Karlmeier
Ja, ja. Oh Gott.
01:17:47 Dennis Horn
Das wusste ich nicht. Aber auf jeden Fall, warum ich das so unbedingt heute noch besprechen wollte, ist, weil das so ein absolutes, so ein Warnsignal ist. Weil uns das in Deutschland auch sehr bald einholen wird. Auch wir werden Google Zero feststellen, auch wir können uns nicht mehr auf Suchmaschinentraffic verlassen. Selbst Reddit, das Unternehmen, das am stärksten vermutlich in den letzten zwei Jahren davon profitiert hat, einen Deal mit Google eingegangen zu haben.
01:18:09 Gavin Karlmeier
Google Zero, haben wir das so erklärt, den Begriff? Ich glaube schon öfter hier genannt. Okay, nennt das seit Jahren so. Also der Moment, in dem die Google-Suche einfach. Aufhören, Traffic zu liefern.
01:18:20 Dennis Horn
Genau. Und wir können einfach davon ausgehen, dass wir das irgendwann hier auch erleben werden. Und wir müssen uns jetzt alle, die in Medienhäusern sitzen. genau überlegen, worauf setzen wir unseren Content-Schwerpunkt, worauf setzen wir unsere Vermarktungsstrategie, damit wir nicht darauf angewiesen sind, dass wir heute in der Regel irgendwie zwei Drittel des Content Traffics, wenn nicht sogar mehr, über Suchmaschinen zugespielt wird. Und damit meine ich auch Google News und Google Discover. Weil auch diese Teile von Google werden sich mit Sicherheit irgendwann immer stärker KI fokussiert sein. Und damit auch immer weniger für euch als Traffic-Quelle funktionieren. Wir müssen uns alle jetzt überlegen, wie schaffen wir Direct Traffic zu uns, wie schaffen wir wiedergehendes Publikum für uns. Wie können wir Leute motivieren, uns als ihre Nachrichtenmarke wahrzunehmen? Und ganz ehrlich, mit einem Button in jedem Artikel, wo drinsteht, fügen Sie uns als Ihre Lieblings-Google-News-Nachrichtenquelle hinzu. wird es nicht getan sein. Das ist nicht die Lösung für diese Traffic-Krise. Und alle, die sich in den letzten fünf Jahren darauf ausgeruht haben oder zehn Jahren und gesagt haben, Google bringt uns den Traffic. Wir können davon leben und sich nicht überlegt haben, wie kann man nachhaltig Publikum daraus bilden. Die werden alle auf die Nase fallen. Das ist ganz, ganz bitter für den Journalismus, weil das jetzt gerade eine wichtige Einnahmequelle ist, die dann wegfallen wird.
01:19:34 Gavin Karlmeier
Boah, da ist mir aber was wichtig zu sagen jetzt. Also es gab ja die Zeit, in der man durchaus mal anders argumentiert hat. Also da ist ja Google und man muss das irgendwie nutzen.
01:19:42 Dennis Horn
Das ist auch immer, das stimmt auch immer noch.
01:19:45 Gavin Karlmeier
Es gab ja aber zu der Zeit schon die Leute, die gesagt haben: Nee, nee, das ist alles Teufelzeug. Wir müssen hier ganz ohne Social Media und alle anderen. Und die könnten sich natürlich jetzt bestätigt fühlen. Das finde ich auch schwierig. Das ist auch schwierig.
01:20:00 Dennis Horn
Ja, das ist auch schwierig, weil ich nicht sage, hört auf mit SEO. Das ist nicht das, was ich damit meine. Und ich sage auch nicht, ich sage nicht, hört auf, euch auch anders mit Traffic zusammenzusuchen. Auch Social Media Traffic ist aber irgendwann eingebrochen. Weil wir beobachtet haben, dass alle diese Partner, diese sogenannten Partner in Big Tech, immer so lange Partner waren, bis sie uns nicht mehr gebraucht haben, als den deutschen Journalismus. Das gab es an so vielen Stellen.
01:20:22 Gavin Karlmeier
Es gibt immer Zeichen der Zeit und die gilt es sehr sauber zu beobachten. Und wer im Moment darauf guckt, und ich meine, was wir jetzt besprechen, ist Absehbar seit zwei, drei Jahren, so in der Deutlichkeit, der müsste eigentlich an der Stelle jetzt schon sehr viel besser vorbereitet sein auf das, was da kommt. Und offenbar gibt es ja Verlage, bei denen die Zahlen ganz gut aussehen. Und man könnte mal überlegen, was machen die
01:20:46 Dennis Horn
Ich finde den Business Insider-Einbruch aber tatsächlich erstaunlich.
01:20:50 Gavin Karlmeier
Ja.
01:20:50 Dennis Horn
85% hast du gesagt, ne?
01:20:52 Gavin Karlmeier
Ja. Boah. Je nachdem, wie man halt vorher da rangegangen ist und ob Auch die Strategie, die man mit Google geführt hat, vielleicht auch eine absehbar sehr kurzfristige war, weil man da irgendwelche Mechanismen lieber ausgenutzt hat, statt guten Journalismus zu machen. Und ein paar Mechanismen hinzuzufügen. Ich meine, das gehört auch dazu.
01:21:13 Dennis Horn
Was übrigens auch absehbar kurzfristig ist, ist der Zeitabstand, bis wir beide wieder zusammen eine Folge aufnehmen. Nämlich am Mittwoch. So ist es. Danke, dass du hier warst, Dennis.
01:21:25 Gavin Karlmeier
Danke, dass du hier warst und mein Gast warst. Mich sehr gefreut
01:21:29 Dennis Horn
Bis Mittwoch. Hab eine schöne Woche, passt auf euch auf und schaut mal bei Campfire vorbei, da ist gerade ein bisschen was los. Ist schön. Danke euch. Macht's gut. Tschüss.
01:21:37 Gavin Karlmeier
Tschüss.