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Folge 644 · 23. Oktober 2026 · 1:07 Std.

Vorsätzlich ineffektiv

mit Dennis Horn

Wir treffen uns heute an der Soundbar jeder Vernunft, um über Fehler zu sprechen. Männer, die auf Fehler starren, quasi.

Dabei geht es aber nicht nur im Fehler, sondern auch um deren Folgen – Meta wurde größten, jemals gegen einen Techkonzern verhängte, Strafe verdonnert und muss wegen des Cambridge Analytics-Falls etwa 25 Milliarden Dollar zahlen.

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Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Grüß dich, Gavin! PHP-Lücke und der Tag der Serveradmins
  2. 25 Milliarden Dollar: New Mexico verurteilt Meta wegen Cambridge Analytica
  3. Joel Kaplan verlässt Meta
  4. Facebook startet jetzt auch in Deutschland mit Reels
  5. WhatsApp/Meta AI: Eigennützige Prompt Injection
  6. Metas KI-App Muse wird anzüglich
  7. Norwegen will KI-Brillen an öffentlichen Orten verbieten
  8. Ray-Ban Meta: Brillen zeichnen ohne „Hey Meta“ auf
  9. Oversight Board: Meta versagt bei der Wahlintegrität
  10. Nachhak: Metas Geschäftsbedingungen und das Scraping von Verlagsseiten
  11. Nachhak: Wie lang ist eine Haken-dran-Folge?
  12. Nachhak: CapCut-Suchvorschläge und TikToks Antwort
  13. TikTok blockiert Suchen nach Peptiden
  14. Nikita Bier: Threads und Bluesky als „Anti-Missbrauchssystem“ von X
  15. Musk will nur noch „ästhetische“ Werbung auf X
  16. Funktionen und Emotionen
  17. Versöhnlichkeit des Tages

Transkript

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00:00 Dennis Horn

Grüß dich, Gavin.

00:01 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis. So

00:03 Dennis Horn

und liebe Hakis, wir hoffen, ihr hattet ein paar entspannte Tage seit unserer letzten Episode. Wenn nicht, arbeitet ihr beruflich möglicherweise als Server-Administrator. Zwei kritische Lücken in PHP, der Skriptsprache, auf der ein Großteil des Webs läuft, vom Blog über Nachrichtenseiten bis zu WordPress-Onlineshops. Und so weiter. Und Angreifer konnten und können, wenn diese Lücke noch nicht gefixt ist, damit ohne Anmeldung aus der Ferne eigenen Code auf Servern ausführen. Also Im Zweifel die Website übernehmen, Datenbanken abgreifen, diese Dinge und weil Details vorab durchgesickert sind, war der Zeitdruck riesig. Warnstufe 3, orange beim BSI. Webserver im Zweifel vom Netz nehmen, bis das Update gefahren ist. Da haben einige auch ich hab's gemerkt. Ich hatte so ein Abo bei einer großen Regionalen Zeitungen, was ich mir genommen habe, weil ich nur einen Artikel brauchte, so ein Test habe. Das wollte ich wieder kündigen. Und ich konnte nicht kündigen.

00:59 Gavin Karlmeier

Ich zahle gar nicht 10 Euro für das Harald-Schmidt-Interview, keine.

01:02 Dennis Horn

Ja, es waren 4 Euro. Es waren 4 Euro. Dann konnte ich nicht wieder kündigen, weil das Ding lief auf PHP, war runtergenommen.

01:10 Gavin Karlmeier

Aber man muss einmal dazu sagen, also ich habe das auch bei uns im Discord-Werbung später. als Screenshots geteilt, also egal von welchem großen Dienstleister, du siehst überall ein Peak in der Off-Time. Also ob es Google ist, ob es Shopify ist, ob es Amazon, also AWS ist. Alle hatten so einen ganz kurzen Moment, in dem sie mal kurz, mal ganz kurz die Batterien abgeklemmt haben, um dieses Problem zu beheben. Und ich finde interessant, wie die Hoster, wie unterschiedlich Hoster reagieren. Also ich kann jetzt zum Beispiel sagen, das ist den Hoster Ionos. Gibt, bei denen es die, ich würde sagen, mindestens fragwürdige Geschäftspraktik üblicherweise gibt, dass du auf deiner PHP-Version verweilst, während du upgraden kannst. Und wenn deine PHP-Version zwei Jahre alt ist, dann kostet das Geld. Das heißt, wir müssen regelmäßig ins Backend und gucken, ob das noch aktuell ist. Und die haben das Update jetzt aber auch nicht kostenpflichtig eingespielt. Hetzner hat offenbar relativ zügig reagiert, aber All-Inkle-Hosting Hat wohl relativ lange gar nicht kommuniziert und reagiert, was natürlich fatal ist, wenn du ein großer Hoster bist.

02:12 Dennis Horn

Absolut. Und ich dachte so, das ist zum Start in dieser Episode nochmal ein guter. Guter Moment und ein guter Tag, nochmal die Arbeit der Serveradministratoren zu loben, die an dieser stillen Jobs im Hintergrund im Internet haben, aber sich darum kümmern, regelmäßig den Karren für uns alle aus dem Dreck zu holen.

02:28 Gavin Karlmeier

23. Oktober, Tag der ServeradministratorInnen. Du kannst Freitag nicht ohne IT schreiben. Aber ich will noch kurz dazu sagen, das ist nicht so, dass alle gehackt wurden. Sondern warum die Websites offline sind, ist, um zu verhindern, dass man gehackt wird. Und was ich auch dazu sagen will, ich könnte mir vorstellen, dass diese Lücke ohne. Agenti-Coding und ohne KI-Services und so vermutlich niemals aufgetaucht wäre. Die These können wir, glaube ich, mittlerweile aufstellen. Was als Learning aber daraus zu ziehen ist, finde ich. Dass sich über Computersicherheit, IT-Sicherheit, Cybersicherheit Gedanken machen noch nie so wichtig war wie jetzt, egal ob du ein Riesenkonzern bist oder ein kleiner Mittelständler, der einen kleinen Webshop auf der eigenen Webseite betreibt.

03:10 Dennis Horn

Also sie wäre ohne KI niemals so aufgetaucht, aber sie wäre ohne KI auch niemals so dringend zu beheben gewesen. Weil man halt in wahnsinniger Geschwindigkeit dann irgendwie die Exploits programmieren kann, die Die Orte, die man angreifen könnte, finden kann. Ja, alles wie ein Katalysator.

03:28 Gavin Karlmeier

Ja, nur in Deutschland zum Glück ist die Gefahr nicht so groß, weil alle damit beschäftigt sind, ihre KI-Agenten auf 298 Gigabyte AfD-E-Mail-Leak. Anzusetzen und deswegen alle Tokens aufgebracht sind.

03:38 Dennis Horn

So, es ist fast ein Jahrzehnt her, der Skandal um Cambridge Analytica und Facebook. Wir erinnern uns daran bis zu Wir waren dabei. Da sind bis zu 87 Millionen Facebook-Profile unrechtmäßig abgegriffen worden und genutzt, um damit Wählerprofile zu erstellen.

03:56 Gavin Karlmeier

Ist das nicht ein Sond von Max Giesinger?

03:58 Dennis Horn

Ja.

04:00 Gavin Karlmeier

Einer von 87 Millionen.

04:02 Dennis Horn

Nee, das ist, äh, ich muss noch 87 Millionen Facebook-Profile fertigstellen, bevor ich.

04:08 Gavin Karlmeier

Ah, von Mercedes Bensko.

04:12 Dennis Horn

Die betroffenen NutzerInnen kamen natürlich von überall und ein paar hunderttausend von ihnen aus dem Bundesstaat New Mexico in den USA. Und dort soll Meta jetzt eine Milliardenstrafe. Bezahlen und zwar so viel Geld, dass es scheppert. 25 Milliarden US-Dollar plus 15% Zinsen pro Jahr, bis alles bezahlt ist. Und der Richter in New Mexico begründet das ziemlich deutlich: die schiere Zahl vorsätzlicher Verstöße, die Dauer, die Beteiligung der Führungsspitze und auch die Aufklärung in der Zeit danach, die, Zitat , Vorsätzlich ineffektiv war. Und Meta habe die Kosten niedrig halten und keinen Präzedenzfall schaffen wollen für spätere Untersuchungen. Und denen hat es jetzt natürlich möglicherweise erst recht. So , um das Bild zu vervollständigen, Glück im Unglück, es sind nur fünfundzwanzig Milliarden US-Dollar, weil die Jury mehr als dreizig Millionen einzelne Verstöße gegen das Verbraucherschutzgesetz in New Mexico gezählt hat. Und pro Verstoß sind bis zu 5000 Dollar drin. Das wären rechnerisch rund 220 Milliarden Dollar gewesen.

05:18 Gavin Karlmeier

Das sind ewig.

05:21 Dennis Horn

Naja, also jetzt leben wir ja schon eine ganze Weile mit diesen Zahlen. Es gibt immer mal wieder Strafen, die Big Tech auferlegt werden. Man wird dann so müde und denkt so, ja, alles irgendwie dasselbe. Aber um das mal einzuordnen, die bisher größten Strafen gegen Tech-Konzerne lagen bei rund 5 Milliarden Dollar. Das war die FTC-Strafe gegen Facebook von 2019, übrigens auch wegen Cambridge Analytica. Oder die 4,34 Milliarden Euro der EU-Kommission gegen Google, wegen Android. Also das ist hier ungefähr das Fünffache.

05:51 Gavin Karlmeier

Ich hab da drei Gedanken zu. Drei Dinge, die ich da aufmachen möchte.

05:55 Dennis Horn

Ich zähle mit.

05:56 Gavin Karlmeier

Bitte nicht. Der erste Punkt ist. Wir haben vor, ähm, ich kann genau sagen, wann, am 28. August habe ich hier eine Solo-Folge aufgenommen, die ist Präzedenz Evil, weil es darum ging, dass Meta unbedingt den Präzedenzfall vermeiden möchte. Da gab es den prominenten Fall. Dass Meta sich mit 29 Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt hat, um nicht den Präzedenzfall zu schaffen im Fall des versäumten Jugendschutzes, wie die Staaten es Meta unterstellten, und es viele Hinweise darauf gibt, dass das vollkommen zurecht passiert ist. Und haben dort eine Vergleichszahlung von, wie viel waren es? 17 Milliarden Dollar erzielt, von denen aber nur 70% zu zahlen sind. Also ungefähr 13 Milliarden Dollar. Das heißt, diese Bundesstaaten, und ich glaube am Ende waren fast alle Bundesstaaten eben außer New Mexico dabei auf der Seite, der Vergleich den Meta mit fast allen Bundesstaaten, außer New Mexico erzielt hat. war geringer als das hier und hat im Rahmen dieses Vergleiches, in dem es eigentlich um Jugendschutz ging, diese kleine Cambridge Analytica Geschichte Klein, in Anführungsstrichen, mitunter gejubelt. Nur New Mexico hatte bei diesem Vergleich nicht mitgemacht, weil dieses Verfahren bereits lief zum Thema Cambridge Analytica.

07:08 Dennis Horn

Und haben gesagt, Hold my beer.

07:09 Gavin Karlmeier

Genau. Bedeutet also, wir wissen genau, warum Meta alles darum gegeben hat und auch einen zweistelligen Milliardenbetrag gezahlt hat, um diesen Vergleiche zu erzielen, weil Meta eben genau gewusst hat, wenn alle Staaten uns verklagen. Dann war möglicherweise war es das. Da hätten wir uns nicht rausfinden können. Hinzu kommt, allein die Verstöße, die er New Mexico hier gezählt hat. An Fehlern, die dann jeweils geahndet wurden. Die Zahl ist 43 Millionen. 43 Millionen Verstöße, die jeweils unter einer Geldstrafe von 5000 Dollar liegen. Deswegen, da kommen diese 220 Milliarden Dollar her. Und wenn das alle Bundesstaaten erzielt hätten oder erreicht hätten, hätte Meta das Genick gebrochen. Deswegen finde ich es sehr bemerkenswert, dass New Mexico hier stabil geblieben ist und gesagt hat, wir ziehen jetzt hier diesen Vergleich, dieses Verfahren durch, damit Meta sich eben nicht aus der Schlinge ziehen kann mit so einem Frage. Einem dämlichen Vergleich am Ende und dann viel weniger zahlen muss, viel weniger Strafe erlebt und möglicherweise eben auch keine festgestellte Schuld auf Seitenmetas gibt, wie das ja jetzt der Fall ist. Also wir können jetzt sagen Ein Gericht hat entschieden, dass Meta hier mindestens fahrlässig gehandelt hat, oder wie du gerade sagt, sogar bewusst Harmlos? Oder wie war die Formulierung?

08:21 Dennis Horn

Das war das Zitat des Richters, vorsätzlich ineffektiv.

08:25 Gavin Karlmeier

So, vorsätzlich ineffektiv. Tolle Formulierung. Das kennt man nicht.

08:28 Dennis Horn

Ja, weil sie auch auf so viel zutrifft. Das gilt ja auch für alles, was wir bisher so über Werbungen besprochen haben, die eigentlich nicht den Richtlinien entspricht. Missbrauchsdarstellungen, die man so hinnimmt, weil Kosten-Nutzen-Rechnung.

08:42 Gavin Karlmeier

So, Gedanke 2. Das hier ist die größte jemals verhängte Strafe gegen einen Tech-Konzern. Und da fragt man sich so ein bisschen. Warum die EU da in dieser Liste nicht so viel mitspielt. Also, du hattest eben gesagt, die größte Strafe auf Platz 3 ist sie, glaube ich, jetzt, ist die Strafe der EU-Kommission gegen Google. Das war 2018. Also auch das ist super lange her. Die EU hätte die Möglichkeiten, hätte die Mittel und auch wenn der Cambridge Analytica-Fall es jetzt hier vielleicht nicht ist für die EU. Muss man schon mal so nach Brüssel schielen und sagen, hey Leute, wollt ihr nicht vielleicht dann doch mal überlegen, ob solche Dinge da nicht vielleicht mehr wehtun, als auf Ausbesserung zu hoffen?

09:22 Dennis Horn

Ja, und da klaffen die markigen Worte Die man da in der EU mitunter wählt und das, was jetzt am Ende in der Liste steht, äh, klafft einfach auseinander.

09:33 Gavin Karlmeier

Genau. Und das Dritte, was ich interessant finde, ist, dass ausgerechnet dieser Cambridge Analytica-File jetzt so groß wird, weil der halt relativ lange her ist. Was vielleicht ein bisschen Hoffnung macht, dass all die Dinge, über die wir hier in nahezu jeder Folge Haken dran berichten. Vielleicht früher oder später dann auch dazu führen, dass Menschen, die Straftaten begehen, dafür dann auch Verantwortung zeigen müssen.

09:54 Dennis Horn

Zumindest habe ich so den Eindruck, wir haben ja lange darüber gesprochen, so irgendwie Strafen sind nur ein Kostenfaktor für diese Unternehmen, irgendwie so eingepreist. Aber bei 25 Milliarden plus Zinsen wird dann doch vielleicht eine Bilanzposition mal draus. Das, ähm, Genau, das macht Hoffnung allerdings.

10:12 Gavin Karlmeier

In den aktuellen Earnings hat Meta von Bargeldreserven in Höhe von knapp 80 Milliarden Dollar. Milliarden Dollar gesprochen.

10:19 Dennis Horn

Na, da sind ja zwei so Strafen zusätzlich noch drin. Also allerdings Kommt der Satz, der am Ende natürlich bei Gerichtsberichterstattung wieder alles einreißt. Meta ist nicht einverstanden, geht in Berufung. Und das wird also noch dauern.

10:36 Gavin Karlmeier

Ach was.

10:38 Dennis Horn

Was ist noch los bei Meta? Joel Kaplan geht, das berichtet Axios. Kaplan war mehr als 15 Jahre lang Metas wichtigster Mann in Washington, zuletzt Chief Global Affairs Officer. Und davor war er mal stellvertretender Stabschef im Weißen Haus unter George W. Bush, hat bei Facebook dann das US-Politikteam von Grund auf aufgebaut. Und er gilt als derjenige, der Meta den Draht zur Trump-Regierung so gelegt hat. Und war intern, schreibt Axios, auch so einer der lautesten Verfechter, von dem, wie Mark Zuckerberg auf Redefreiheit blickt. Auch wenn er damit im Unternehmen unpopulär war. Und er hat das Geschäftsmodell mit personalisierter Werbung auch gegen Regulierung verteidigt. Der bleibt jetzt noch bis nach den Midterms und bis ins Jahr 2027 übernehmen sollen, DINA Powell McCormick, das ist die Präsidentin von Meta und C. J. Mahoney. Das ist der Chefjurist, der war unter Donald Trump stellvertretender Handelsbeauftragter. So, und das lässt sich lesen, genau, Joel Kaplan geht, die Linie bleibt.

11:47 Gavin Karlmeier

Die Frage ist ja vielmehr, was Joel Kaplan jetzt macht. Also, wandert der zurück ins Weiße Haus? Wird er da gebraucht? Ist das so ein so ein Revolving Door Prinzip, das eigentlich das eh alles nur noch ein Dunstkreis ist, sowohl diese Global Affairs Menschen in Unternehmen auf der einen Seite als auch Die Menschen, die in der Regierung arbeiten und wird das jetzt so eine wird es dadurch noch mehr Nähen geben? Weil Scheldef. Joe Caplan wird jetzt Teil dieses neuen AI-Rates. Bislang ist er da nicht angekündigt und es gibt da schon Namen, aber Den soll es ja geben. Trump möchte ja sowas installieren. Würde das möglicherweise zu noch stärkeren Unternehmensnähe führen seitens der Regierung, als es sowieso schon eh der Fall ist. Weil wenn einer, der 15 Jahre lang bei Meta Lobbyarbeit geleistet hat, auf Regierungsseite wechselt, dann wird er ja nicht sein Telefonbuch löschen, sondern der will ja durchaus diese Drähte heiß halten. Super interessant. Das ist eine ganz interessante Personalie.

12:42 Dennis Horn

Der Zeitpunkt einen Monat vor den Mitterms oder ein paar Wochen davor ist auch einfach interessant.

12:48 Gavin Karlmeier

Absolut. Ja, wir warten jetzt mal ab, wie es läuft.

12:51 Dennis Horn

Und schauen uns in der Zeit die einzelnen Angebote von Meta an, was sich dort tut. Johannes Mirus hat uns im Discord einen Screenshot geschickt von der Facebook-App.

12:59 Gavin Karlmeier

Liebe Grüße.

13:00 Dennis Horn

Liebe Grüße. Links unten jetzt der Reals Tab und die normale Timeline erst auf dem zweiten Tab. Und das ist doch der Test, über den wir hier schon gesprochen hatten. Meta lässt die Facebook-App bei manchen Leuten jetzt direkt im Reals-Feed starten, statt dem klassischen Newsfeed, aber es hieß zuletzt als Test erstmal in Indien. Und die USA vielleicht nächstes Jahr, aber der Screenshot von Johannes ist auf Deutsch. Also sieht es so aus, als wäre das jetzt auch hier angekommen. Der Haken dran-Discord ist das Ohr auf den Gleisen der Social Media. So ist es, wollte ich sagen.

13:31 Gavin Karlmeier

Das ist es. Wir haben

13:33 Dennis Horn

dran, ne, Discord-Werbung, Haken dran Werbung jetzt.

13:37 Gavin Karlmeier

Hey Leute, wir gucken wieder.

13:41 Dennis Horn

Schaltet mal rein. Discord-Werbung jetzt.

13:43 Gavin Karlmeier

Auf www. hacknant. org findet ihr einen Discord-Kanal. Discord, für die, die es nicht kennen, ist wie ganz viele WhatsApp-Gruppen gleichzeitig, aber. Anstatt, dass man sich dort mit den Eltern, dem Fußballverein oder den anderen Kita-Eltern herumschlagen muss, gibt es dort ganz viele tolle Menschen, die lustig sind, schlau sind, sich für diese Themen interessieren, für die ihr euch hoffentlich auch interessiert. Weil ihr schon eine Viertelstunde in diesem Podcast hier hängt. Und deswegen könnte ich mir vorstellen, dass das was für euch ist. Kommt vorbei auf www. hakenrand. org, der Website, auf der ihr übrigens auch Tickets für unsere Live-Show am 8. Dezember im Kölner Tourista Rama bekommt. Einem alten Kino. Indem wir weiß ich noch nicht machen. Also kommt vorbei. Entweder da oder im Discord oder am besten beides.

14:22 Dennis Horn

Ja

14:22 Gavin Karlmeier

Ende.

14:23 Dennis Horn

Ich habe das Geheimnis gelesen, was wir da auch machen, was sich verbirgt in deinen Blue Sky-Antworten.

14:29 Gavin Karlmeier

Hast du gelesen?

14:30 Dennis Horn

Ja, hab ich gelesen.

14:31 Gavin Karlmeier

Und? Was ist dein Gefühl?

14:32 Dennis Horn

Ja, fand ich gut. Habe ich schon wieder vergessen, weil es ist ja ein Geheimnis, aber fand ich gut.

14:37 Gavin Karlmeier

Für die, die nicht wissen, worum es geht, hört in die letzte Folge.

14:41 Dennis Horn

So. Hier eine Geschichte, die ich wirklich also Ein bemerkenswerten Vorgang finde. Die Datenschutzfirma

14:49 Gavin Karlmeier

Robin Alexander hat eine neue Catchphrase. Jetzt wird es kleinteilig, aber auch interessant.

14:56 Dennis Horn

Ja, das ist bei uns immer hinten raus im Podcast. Kommt dann noch. So, die Datenschutzfirma REDCT hat sich die Hilfeseiten von WhatsApp angeschaut. Und zwar alle. 545 Seiten,

15:08 Gavin Karlmeier

von Hand,

15:09 Dennis Horn

von Hand, auf die das Hilfecenter von WhatsApp verlinkt, und auf achtzig dieser Seiten. Steckten insgesamt 102 Textblöcke oder wie wir Germanisten sagen, Absätze, die man als Mensch nie zu sehen bekommt. Die waren nur für eine KI lesbar, nämlich für den Support-Chatbot von WhatsApp. So, und die meisten davon waren harmlos, das waren irgendwie Begriffserklärungen und so. Zwei aber nicht. Auf der Seite, die erklärt, wie man sein Konto löschen kann, stand für die KI als Anweisung: nicht empfehlen, sich an eine Datenschutzbehörde oder Aufsichtsbehörde zu wenden. Und auf der Seite zum Melden und Blockieren stand für die KI als Anweisung: sobald jemand einen Anwalt, eine Klage oder ein Gericht erwähnt , Bitte keine Datenschutzgesetze, wie die DSGVO nennen, auch dann nicht, wenn der Nutzer selbst danach fragt.

16:03 Gavin Karlmeier

Das ist so krass.

16:04 Dennis Horn

Das steht in der Datenschutzerklärung von WhatsApp, die auch Menschen lesen können, ein bisschen anders. Da steht, man kann sich bei der irischen Datenschutzbehörde beschweren. Das ist ein Recht aus der Datenschutzgrundverordnung. Das kann kein Chatbot aushebeln, aber er kann eben dafür sorgen, dass man an der Stelle an der man vielleicht davon erfahren sollte, nichts davon erfährt, wenn man um Hilfe bittet. So, Wired hat gefragt, WhatsApp, was ist denn da los? Und das Unternehmen Meta sagt, das waren Anweisungen für den Support-Chatbot, die durch einen Fehler auf den Seiten gelandet.

16:36 Gavin Karlmeier

Immer diese ganzen Fehler. Mann.

16:39 Dennis Horn

Das ist ja, war das ein PHP-Fehler oder was ist da passiert? Also inzwischen.

16:43 Gavin Karlmeier

So ärgerlich.

16:44 Dennis Horn

Inzwischen sind sie weg, verschwunden zwischen dem 15. und 18. Oktober, um fair zu sein. Also, dass ein Unternehmen nicht möchte, dass sein Chatbot irgendwie Rechtsberatung gibt, ist nachvollziehbar und ihm das irgendwie als Anweisung gibt. Aber sozusagen, es gibt eine Aufsichtsbehörde. Das ist ja keine Rechtsberatung. Das ist eine Information.

17:03 Gavin Karlmeier

Aber ich würde einen Schritt vorher eingreifen.

17:05 Dennis Horn

Ja, ja.

17:06 Gavin Karlmeier

Ich finde, dass du in also Ich weiß gar nicht, von welcher Seite ich komme. Ich versuch's mal. Ein Chatbot sollte nicht im Sinne des Unternehmens argumentieren, wenn du dich mit ihm informieren möchtest, wie du möglicherweise dein Recht nutzen kannst. Wenn die Rechtsformulierung ist, die Datenschutzerklärung muss eine Datenschutzbehörde angeben, dann verhalte ich es entweder für unlauter. Wenn nicht sogar nach meinem Gerechtigkeitssinne für illegal zu sagen, wir weisen aber unseren Chatbot an, diesen Passage komplett zu ignorieren Auch wenn du danach gefragt wirst, und den letzten Teil finde ich so interessant, weil wenn du, wenn du zum Beispiel in Kundenhotlines bist und da anrufst Dann gibt es, angenommen, du bist bei einem Mobilfunkdienstleister und du rufst sie an und fragst: Gibt es einen besseren Tarif für mich? Dann gibt es rote, gelbe und grüne Wechsel. Grüne Wechsel sind diejenigen, die im Sinne des Unternehmens sind. Gelbe Wechsel sind die, die du nur bekommst, wenn du danach fragst. Und rote Wechsel sind die, die gar nicht möglich sind, weil sie für das Unternehmen sogar schädlich werden im Fall. Und das hier ist ja eine rote Anweisung in der Logik. Und das halte ich für over the top ohne Ende.

18:18 Dennis Horn

Ja, ich verstehe, was du meinst. Was ich meinte, war, du setzt damit eine Technologie ein, von der du weißt, dass sie manchmal Dinge sagt, die über das Ziel hinausschießen. Und wenn du an der Stelle sozusagen möchtest, also es ist Quatsch, dass ein Chatbot eine Rechtsberatung gibt, die sich dann gegen das Unternehmen wendet. So, und das könnte ich verstehen, wenn man sozusagen weiß von seinem Chatbot, er verhält sich manchmal so. Ich gebe ihm hier eine Anweisung fürs Alignment. Aber natürlich geht das, was hier passiert. Ist völlig over the top. Also müssen wir gar nicht drüber streiten. So. Genau. Ich habe so gedacht, also Nach drohenden 25 Milliarden US-Dollar Strafe wäre ich ein bisschen vorsichtiger mit Material, das man sammeln könnte, um demnächst nochmal zu belegen, dass Meta vorsätzlich ineffektiv mit den Rechten seiner Nutzer umgeht.

19:12 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Und ich finde, das Prompt Injection ist halt ein Thema, das uns schon beschäftigt hat, das uns jetzt gerade wieder beschäftigt und das uns in Zukunft noch extrem beschäftigen wird. Weil Meta wird A nicht das einzige Unternehmen sein, das sowas macht. Und B, das hier wird nicht der letzte Fall sein, den wir in dem Bereich erleben. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wenn du Dinge mit KI zusammenfassen lässt. Weil am Ende ist das ja hier auch eine Möglichkeit, wie du an dieses Ergebnis kommst, dass da auch irgendwo ein Hinweis drinstecken könnte, wie. Computer diesen bitte zusammenfassen sollen. Jetzt wissen wir, dass Zusammenfassung mit Hilfe von KI tatsächlich schon problematisch ist. Da gibt es einen relativ aktuellen Versuch, den wir hier nicht besprochen haben, aber jemand hat wie war, ich versuche es mal zu erklären. Harry Potter konntest du relativ gut reproduzieren, das Buch, mit Hilfe von Chatbots. Jetzt gab es aber den Versuch, dass sie zwei Zaubersprüche im Text dieses Buches versteckt haben. die PDF, ihre PDF, ihre Veränderte hochgeladen haben und sich alle Zaubersprüche von Harry Potter haben ausgeben lassen. Und diese beiden Veränderten tauchten nicht auf, weil Chatbots dazu neigen. In Anführungsstrichen faul zu sein. Also sie greifen dann eher auf Trainingsdaten zurück oder auf eigene Erwartungen. Sie gehen davon aus, ach, ich kenne das, dann muss ich das jetzt nicht nochmal durcharbeiten, um Tokens zu sparen. Und das sind alles Dinge, die uns möglicherweise auf die Füße fallen, wenn wir uns zu sehr darauf verlassen, mit Hilfe von Technologie nicht mehr lesen, denken oder arbeiten zu müssen.

20:41 Dennis Horn

Ja. Wobei die Unternehmen hätten es gern. Meta zum Beispiel hat im vergangenen Monat News gestartet, seinen KI-Assistenten. Und der hatte sehr schnell mehr als fünf Millionen Downloads. Das sind schon

20:58 Gavin Karlmeier

zehn, haben sie jetzt bei den anderen.

20:59 Dennis Horn

Mittlerweile zehn, ah guck. Wyatt und auch Mashable haben dann im Anschluss ausprobiert: Muse schreibt auf Nachfrage sehr explizite Sexnachrichten. Und Meta hat damit kein Problem. Also Metasprecher hat gesagt, naja, Muse ist eine App ab 18 und blockiert deswegen kein legales Verhalten von Erwachsenen. Das Alter wird geprüft über das Geburtsdatum, über die Verknüpfung auch mit den anderen Konten bei Meta und wenn das nicht eindeutig ist, dann per Kreditkartenprüfung. Und jetzt der Punkt, auf den Mashable hinweist, genau diese Art von Sprache ist auf Instagram und Facebook aber verboten. Die Gemeinschaftsstandards untersagen das, also explizite Beschreibungen von Erregungen, sexuellen Begegnungen, Genitalien. Es gibt Es gibt queere Menschen oder SexarbeiterInnen, die auch seit Jahren berichten, dass ihre Beiträge irgendwie gelöscht oder runtergerankt werden. Deshalb gibt es ja auch so Algo-Speak. Weißt du, wenn Sex irgendwie mit GGS geschrieben wird, hinten raus?

21:59 Gavin Karlmeier

Und Dollarzeichen und Eurozeichen.

22:00 Dennis Horn

Ja, so. Also die hauseigene KI darf das, die Menschen auf den hauseigenen Plattformen aber nicht. Schön.

22:07 Gavin Karlmeier

Ich finde interessant, dass Meta sich dann aber so verteidigt und sagt: Nee, das ist works as intended. Erwachsene haben Autonomie über ihre Sexualität. Hat Meta gesagt. Aber dann halt eben nicht, wenn sie sie selber ausleben möchten auf der Plattform, sondern dann wirklich nur bitte zusammen mit Chatbots. Ich würde sagen, und das ist jetzt vielleicht ein Hot Take. Das ist so ein bisschen ein Fall, den wir hier auch schon häufiger beobachtet haben, ohne jetzt ein explizites Beispiel nennen zu wollen. Man weist ein Unternehmen auf einen Fehler hin und der einfachste Weg ist zu sagen: Nee, nee, das ist Absicht, it's not a bug, it's a feature. Weil das kann ja nicht beabsichtigt sein. Die Frage ist natürlich: ist das nur bei Erwachsenen so? Was passiert, wenn Teen-Accounts versuchen, Muse in so einen Bereich zu schieben? Ich schätze, das wird uns bald auch nochmal runterkommen. Wir können es leider nicht testen, weil wir haben keinen Zugang zu Muse.

22:57 Dennis Horn

We're not amused. Norwegen will KI-Brillen an bestimmten Orten vorübergehend verbieten. Das hat der norwegische Digitalisierungsminister angekündigt, Torger Mikaelsen. Gemeint sind zum Beispiel Parks, Strände. Museen, Einkaufszentren, öffentliche Veranstaltungen und Orte für Kinder, also Schulen, Kitas, Spielplätze und Orte, an denen Privatsphäre besonders zählt. Also so Arztpraxen, Fitnessstudio, Umkleide mit Dusche und so weiter. Und es wird noch geprüft, ob Unis auch dazugehören. Und gleichzeitig kein Komplettverbot, weil privat und dort, wo man niemanden ohne Zustimmung filmt, sollen die Brillen erlaubt bleiben. So, und jetzt soll das Gesetz so schnell wie möglich ins Parlament. Es gibt eine Expertengruppe parallel, die an einer dauerhaften Regelung arbeitet, und Torgi Michael Elsen sagt: man will keine Gesellschaft, in der Menschen fürchten müssen, heimlich gefilmt zu werden. Und interessant finde ich ja so den gefühlten Ansatz, erst stoppen und dann gründlich debattieren. Weil normalerweise das ja andersrum läuft. Erst die Technik überall und dann Diskutieren wir, weil uns auffällt, da fällt uns jetzt was vor die Füße, weißt du? Oder auf die Füße.

24:04 Gavin Karlmeier

Ich finde das total interessant. Zum einen genau der Punkt, den du sagst, better safe than sorry. quasi der Gegenentwurf ja zu Move Fast and Break Things ist, zu sagen, wenn wir nicht sicher sind, dann gucken wir uns das erstmal an, juristisch, gesellschaftlich. Bevor wir sagen, macht einfach mal erstmal. Das entspricht aber auch so ein bisschen, oder das widerspricht ein bisschen dem grundsätzlichen Rechtsprinzip, das wir hier auch schon mal auseinandergenommen haben, dass ja Gesetze eigentlich nur dann nötig sind, wenn. kein anderes Mittel mehr greift, idealerweise. Wir haben ja in der letzten Episode so ein bisschen über Freiheit gesprochen und darüber, wie, wie man, wie freiheitlich man eigentlich das miteinander gestaltet und dann darüber gesprochen, ob das jetzt legitim ist, in U-Bahnen laut TikTok-Videos zu hören. Das ist hier erstmal ein interessanter Vorgang, weil der so ein bisschen genau uns an diesen Punkt stößt, an dem wir darüber diskutieren, wollen wir uns eigentlich erstmal alles durchgehen lassen und währenddessen überlegen, ob das klappt oder wollen wir erstmal Dinge prüfen und dann entscheiden, ob wir es zulassen. Ist es Opt-in oder Opt-out? Finde ich interessant. Und interessant finde ich, dass Norwegen offenbar ein völlig anderes Rechtsempfinden hat als Österreich, weil da gab es jetzt aktuell die Geschichte. Dass ein Junge seine Smart Glasses in der Brille tragen wollte, LehrerInnen das verbieten wollten, die Eltern dann vor Gericht gezogen sind und damit recht bekommen hat und der Junge halt seine Brille weiterhin tragen darf in der Schule. jetzt aber vom Bildungsministerium angekündigt wurde, auch über ein Verbot zu diskutieren, jedenfalls. Also da trifft dann vielleicht sogar Exekutive und Judikative aufeinander.

25:41 Dennis Horn

Ja.

25:41 Gavin Karlmeier

Total interessant. Also, dieses, wir sind gerade in einem Prozess, jetzt mal so, wenn wir mal aufs ganz große Bild schauen, wir zoomen mal raus. Wir sind gerade in einem Prozess, der gesellschaftlich nicht so oft passiert, wie wir gemeinsam aushandeln und makeln, wie wir miteinander leben wollen. Und ich finde, die Brille ist ein kleiner Teil davon, der eigentlich so die gesamte Frage der dauerhaften Überwachung nicht durch Unternehmen oder Staaten, da findet es natürlich auch statt und die Prozesse haben wir auch, aber untereinander. diskutiert. Finden wir es okay, dass Leute Dashcams in Autos haben? Damit hat es möglicherweise schon begonnen. Finden wir es okay, dass meine Uhr alles mithört und zusammenfassen kann, was wir besprochen haben? Finden wir es okay, dass ich eine Kamera mit mir rumtrage und alles filmen kann? Das sind Diskussionen, die hatten wir vor 30 Jahren einfach noch nicht. Und jetzt sind wir live dabei, wie wir gemeinsam zerren an beiden Enden.

26:33 Dennis Horn

Ja, gleichzeitig stört mich ein wenig, dass das damit schon wieder so vergesellschaftet und individualisiert wird. Also, egal, ob du das jetzt für den einzelnen Nutzer und wie er sich zu verhalten hat oder als Regel für die ganze Gesellschaft betrachtest, weil damit schon wieder Big Tech so ausgenommen ist. Also die Frage Finden wir das okay, aber unter welchen Voraussetzungen die bei diesen Unternehmen für die Daten, die damit erzeugt werden, gelten müssen? Und das fällt dann schon wieder so komplett raus. Ich finde es Wahnsinn, wie diese Unternehmen immer wieder aus der Verantwortung entlassen werden Auch indem an so einer Stelle ausschließlich, ich überziehe das jetzt, aber über das Verhalten der Nutzerinnen schon wieder diskutiert wird. Weißt du? Was natürlich eine Rolle spielt, gar keine Frage.

27:20 Gavin Karlmeier

Das ist aber am Ende die gleiche Frage wie diese Freiheits-Sicherheits-Frage. Am Ende sind Unternehmen ja, auch wenn wir das manchmal nicht so erleben und auch wenn sich das gesellschaftlich und politisch in den letzten Jahren verändert hat, auch Teil der Gesellschaft. Also es gibt ja nicht die Entität Unternehmen als Wesen, das ist keine natürliche Zahl, sondern das ist eine Sammlung von Menschen. Und Menschen treffen dort Entscheidungen. Wenn ich jetzt persönlich, wenn angenommen, es hätte nicht Meta die Idee einer Kamerabrille gehabt, sondern ich, Gevin Karlmeyer und würde die verkaufen und Leute würden die dann bei mir kaufen. Dann würdest du ja am Ende auch darüber diskutieren, was machen Menschen damit? Also wie viel Eigenverantwortung trauen wir uns zu oder wie viel Macht oder wie viel Autorität müssen wir staatlich einsetzen, weil wir feststellen, diese Brille richtet mehr Schaden an, als dass sie hilft. Und B müssen wir aber natürlich auch darüber diskutieren, darf ich diese Brille verkaufen? Also auch das ist Teil dieser Verhandlung. Und das müssen wir hier, glaube ich, erstmal für uns klar machen, was wir eigentlich wollen. Weil am Ende, wenn es ein Verbot gibt, das diese Brillen an öffentlichen Orten komplett verbietet, dann tust du dem Unternehmen da am meisten weh, wo es dem Unternehmen eben wehtun kann, nämlich am Geld. Weil die Leute werden sie nicht mehr kaufen, wenn sie sie nicht nutzen dürfen.

28:33 Dennis Horn

Passend dazu, ein Besitzer von Rayban Meta-Brillen berichtet auf Reddit, dass drei verschiedene Brillen Gespräche aufgezeichnet haben, ohne dass jemand Hey Meta gesagt hat. Also da sind die Aufnahmen und Transkripte in der MetaAI-App aufgetaucht, obwohl die Funktion Antworten ohne Hey Meta ausgeschaltet war. Und es gibt ein paar andere Nutzer, die Ähnliches berichten. Android Authority sagt auch wenige Berichte, selbst nicht reproduzierbar, kein Hinweis auf ein flächendeckendes Problem und Meta antwortet auf Nachfrage Das Problem wurde behoben.

29:07 Gavin Karlmeier

War ein Versehen.

29:09 Dennis Horn

Was genau das Problem war und was mit den ungewollt aufgezeichneten Daten dann passiert ist, dazu nichts.

29:16 Gavin Karlmeier

Ich würde sagen, das ist bewusst ineffektiv. Vorsätzlich ineffektiv.

29:21 Dennis Horn

Vorsätzlich ineffizient. Naja, also Ich war hier so, naja, es ist ja auch so, dass Alexa und Google ab und zu mal hinhören, weil sie offenbar in der Sprache um sich herum. Ich weiß, ich mache es trotzdem immer. Ich ignoriere es immer. Es tut mir leid.

29:34 Gavin Karlmeier

Ich piep das.

29:36 Dennis Horn

Weil sie offenbar in der Sprache um sie herum irgendwie so das Kommando wahrgenommen haben, obwohl es nicht da war. Da habe ich auch

29:42 Gavin Karlmeier

gemacht.

29:43 Dennis Horn

Genau, also das passiert, wenn ich Fernsehen gucke mit der Soundbar unten drunter, regelmäßig, und dann bleibt der Fernseher so Zehn Sekunden leiser, weil er irgendwie denkt, ich habe Google Gemini angesprochen oder so. Ich hätte jetzt gesagt, das gehört als Fehlerkennung zur Technik dazu. Wäre meine erste Vermutung.

29:58 Gavin Karlmeier

Das wäre auch meine Vermutung. Ich habe, um das direkt dazu zu sagen, auch eine Soundbar, die in der Lage ist, einen Sprachassistenten auszuführen. Ich habe das deaktiviert, dieses Feature.

30:06 Dennis Horn

Ja.

30:06 Gavin Karlmeier

Und das Mikrofon kannst du bei manchen Soundbars auch tatsächlich hardware-technisch ab. Clipsen. Also nicht mit einer Zange, sondern mit dem Knopf. Aber das Mikrofon ist dann einfach, wird nicht mit Strom versorgt. Und das fühlt sich bei mir auch besser an, weil. Es reicht das schon, dass der Fernseher mithört. Ich habe vor ewigen Wochen hier mal angekündigt, dass wir über LG-Fernseher sprechen. Und dann haben wir es nie gemacht. Aber die Kurzfassung ist LG-Fansseher hören nachweislich alles mit, was man bespricht. Und das auch, wenn sie ausgeschaltet und im Standby sind und teilweise auch wirklich extrem genau in ihren Aufzeichnungsmöglichkeiten. Ich packe euch da mal einen Link in die Shownotes, falls ihr euch für das Thema interessiert. Aber das wäre jetzt so das erste, was ich sagen will. Das zweite, was ich sagen will, ist, ich habe den gleichen Gedanken, versehentliches Einschalten. Das ist natürlich ein Problem, aber lässt sich nicht verändern. Die Frage ist allerdings, ob du. Deaktivieren kannst, dass deine Sprachaufnahmen verwendet werden, um diesen Assistenten zu verbessern. Was du bei vielen tun kannst, ich glaube bei den von dir angesprochenen Amazon-Tools geht es nicht mehr. Also du kannst, glaube ich, nicht mehr deaktivieren. Ich habe das Gefühl, wir haben darüber gesprochen. Bei Apple zum Beispiel kannst du das einschalten, da ist sogar Opt-in

31:14 Dennis Horn

noch.

31:17 Gavin Karlmeier

Ja, stimme ich dir zu, ist natürlich trotzdem ein Dilemma und ein Problem, weil in dem Moment du ja sogar die NutzerInnen entmündigst und da ist dann Big Tech verantwortlich. Weil da sind Menschen nicht mehr in der Lage, Entscheidungen darüber zu treffen, welchen Inhalt sie aufzeichnen und welchen nicht, weil das auch Von sich aus aktiviert wird. Und wir sprachen auch darüber, dass ja diese Menschen, die annotieren, also die aufschreiben, was man sieht, um die KI zu trainieren. Dass die ja auch Bildmaterial von Menschen bekommen haben, die nicht wussten, dass sie filmen. Da hatten wir durchaus pikante, intime Momente, über die wir hier gesprochen haben. Und das sind alles Dinge, die muss Big Tech beseitigen. Unabhängig von der Frage, wollen wir diese Kameras erlauben? Glaube ich.

31:55 Dennis Horn

Welches Getränk nimmst du an der Soundbar?

32:01 Gavin Karlmeier

Eine Clubmate.

32:04 Dennis Horn

Ich habe überlegt, es gibt in der Altstadt eine Sonderbar, es gibt die Barcelona, aber es gibt noch irgendwo eine Soundbar.

32:11 Gavin Karlmeier

Das stimmt, könntest du auch machen. Soundbar. Und ja, ich muss darüber nachdenken, ob mir da noch witzige Sachen zu einfallen.

32:20 Dennis Horn

Ich nenne sie die Soundbar jeder Vernunft.

32:24 Gavin Karlmeier

In Kölnfall war ich früher immer richtig gerne in der Scheinbahn. Die war toll. Ich weiß nicht, ob es sie noch gibt. Da habe ich wirklich viel Zeit verbracht in der Scheinbahn.

32:30 Dennis Horn

Der ist jetzt die Offenbar geworden.

32:33 Gavin Karlmeier

Fände gut, wenn du eine Bar aufmachst, die Bar heißt und du kannst nicht mit Karte zeigen.

32:41 Dennis Horn

So, wir kommen zum Oversight Board. Metas eigenes Aufsichtsgremium hat am Dienstag einen Ungewöhnlich deutliches Statement veröffentlicht. Es spricht von wiederkehrenden Versäumnissen bei der Wahlintegrität. Es geht um zwei Fälle konkret. In den USA hat Meta jetzt vor den Midterms konnten politische Aktivisten gesperrt. Unter anderem den Instagram-Account der No-Kings-Proteste, wir sprachen darüber.

33:05 Gavin Karlmeier

Haken dran, haken wir dran.

33:07 Dennis Horn

Und in Brasilien hat Meta Werbekonten von Präsident Lula eingeschränkt, wegen angeblichen Betrugs, mitten im Wahlkampf. Und das gab Vorwürfe der Wahlbeeinflussung, weil Die Bolsonaro-Konten, da lief alles weiter ganz normal. Und das Oversight Board fragt: Warum hat das so lange gedauert? Warum waren solche Konten nicht im sogenannten Cross-Check-System? das vor automatischen Fehlentscheidungen schützen soll. Und die Forderung des Oversight Boards ist jetzt, Meta soll messbare Kennzahlen veröffentlichen, wie gut seine Maßnahmen zur Wahlintegrität denn so funktionieren. Und nicht nur sagen, wir haben so und so viele Konten gelöscht. Und der letzte Satz hat es dann in sich, Meta habe 2025 mehr Meinungsäußerungen zulassen und weniger Fehler machen wollen. Und das versprochen. Und das Unternehmen sagt, das Oversight Board habe da noch einiges zu tun.

33:59 Gavin Karlmeier

Ach was.

34:00 Dennis Horn

So

34:00 Gavin Karlmeier

Also ich finde das interessant, weil das halt so zusammenfasst, worüber wir in dieser Woche eigentlich die ganze Zeit gesprochen haben. Am Montag mit Finn Kröger haben wir relativ lange genau über diesen Einfluss. . gesprochen. Dann haben wir am Mittwoch über den No-Kings-Fall gesprochen. Also wir hatten immer wieder genau diese Fälle. Und jetzt hast du eben in Brasilien an diesem Sonntag die Stichwahl zwischen Lula und Bolsonaro. Und dass du, oder das ist ja der Sohn von Bolsonaro, Bolsonaro. Und dass Meta jetzt sozusagen von einem brasilianischen Gericht gezwungen wird, Lula und Bolsonaro gleich zu behandeln. Und dass dieser Vorgang überhaupt notwendig ist, dass du sagen musst, wir müssen euch hier dazu zwingen, zwei gleich zu behandeln, Meta hat übrigens gesagt, ja, machen sie. Und dass das Oversight Board auch nochmal gesagt hat, also wir machen uns Sorgen, dass unser Unternehmen die Wahlintegrität beschädigen könnte. Ist eine Dimension und eine Ordnung, bei der wir eigentlich, finde ich, demokratisch nicht einfach darauf warten können, dass Meta nachher sagt: sorry, war ein Fehler eine Woche zu spät. Also wir sind hier in der heißen Phase eines sehr, sehr für ein Land sehr, sehr wichtigen Wahlkampfes, kurz vor der Stichwahl, die möglicherweise entscheiden könnte über die weitere Ausrichtung, politische Positionierung, geopolitische Ausrichtung Ordnung der Region im Fall von Brasilien. Wir wissen, Bolsonaro ist rechtsextrem. Sein Vater ist ein Rechtsextremer. Lula ist ein eher links der Mitte verortbarer. Das heißt, die beiden stehen da gegeneinander. Das ist nicht eine kleine Sache. Das ist nicht eine Entscheidung zwischen zwei sehr ähnlichen KandidatInnen. Das ist wichtig. Und wenn ein Unternehmen sich einmischt und selbst wenn es nur ein Prozent Unterschied macht durch die Art, wie es vorgeht, kann das ja schon die Geopolitik verändern. Und da zu sagen, dass es ein Fehler und Versehen war, das ist nicht glaubwürdig, wenn das halt immer wieder in die gleiche Stoßrichtung geht. Wenn es immer wieder genau die gleichen Die gleichen politischen, wie soll ich sagen, Richtungen einnimmt.

36:03 Dennis Horn

Und die politischen Richtungen derer, die bei denen davon auszugehen ist, dass die Regulierung der Plattformen nicht so heftig wird.

36:16 Gavin Karlmeier

Absolut.

36:18 Dennis Horn

Das gehört natürlich auch dazu.

36:19 Gavin Karlmeier

Wir wissen, dass in der letzten Amtszeit des brasilianischen Präsidenten Ex zeitweise nicht erreichbar war wegen Regulierung. Und ich würde sagen, das sind alles Dinge, die wir nicht unterschätzen dürfen und die wir nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen und dass das Oversight-Board jetzt so deutlich wird und sich so klar Also, dass allein der Begriff Wahlintegrität in der Überschrift fällt. Es sollte ein Warnsignal sein, dass wir als Gesellschaft nicht einfach so hinnehmen dürfen. Ich verstehe nicht, warum wir da nicht viel, viel mehr drüber sprechen. Weil jetzt gerade ist es halt Brasilien und das ist aus europäischer Perspektive weit weg. Aber die nächsten Wahlen kommen ganz bestimmt. Und ein Unternehmen, das Positionen einnimmt, darf als kritische Kommunikations und Infrastruktur eigentlich so nicht weiter bestehen. Nicht so unreguliert, in Anführungsstrichen, wie es gerade de facto ist. Ich bin ganz zornig deswegen. Weil Demokratie funktioniert halt nicht, wenn du halt einen Don Elon Musk hast, der 300 Millionen in die Einrichtung pumpt. Meta, das nachweislich versucht, die öffentliche Meinung zu verändern und damit das Wahlergebnis zu beeinflussen.

37:26 Dennis Horn

Es ist ja eine rote Linie, die sich durch Haken dran zieht. dort nicht das passiert, was passieren müsste. Seit vielen Jahren. Und dann sind wir auch wieder bei der EU und ihren Strafen und so weiter. Lass uns die Energie nehmen in Das, was jetzt kommt, weil es wird jetzt kleinteilig, aber nicht weniger interessant.

37:46 Gavin Karlmeier

Sehr gut.

37:49 Dennis Horn

Wir haben ein paar Nachhaks. Und wir beginnen mal mit Meta und den Verlagen.

37:56 Gavin Karlmeier

Also wir sprachen darüber, dass Meta die Geschäftsbedingungen angepasst hatte und darin Passagen waren, die darauf schließen ließen, dass alle Unternehmen, die Business Accounts betreiben, also da reichten Business Manager , Das Einverständnis aussprechen, dass Meta die eigene Website, also unabhängig der Meta-Inhalte, crawlen darf und oh, da hat ein Vögelchen jetzt.

38:19 Dennis Horn

Ja, habe ich auch gerade gehört.

38:20 Gavin Karlmeier

Toll, der Frühling ist schon.

38:21 Dennis Horn

Schon Frühling.

38:23 Gavin Karlmeier

Und diese Inhalte nutzen darf, um ihre KI zu trainieren. Dass dieses Crawling und Scraping auch außerhalb Der Meta-Umgebung erlaubt ist. Und dann hat Meta zurückgerudert, hat diese Passagen verändert, hat gesagt, hier bleibt alles so wie es ist. Und dann hat aber das Ne Man Lab sich das mal angeschaut, wie eigentlich diese neue Formulierung aussehen, hat RechtsexpertInnen beauftragt. Und die sagen, selbst die sprachlichen Änderungen beseitigen nicht die Sorge, dass Metahin weiterhin weitreichende Berechtigungen zum Scraping bekommt. Also die Unternehmen, die Business Deals mit Meta haben. Also ein Werbekonto, normales Businesskonto, das kein Geld kostet, aber eben eine Geschäftsbeziehung ist. sind möglicherweise alle schon, naja, Einverständniserklärungen dafür, dass Meta alles crawlen darf, was du auf deiner Webseite stehen hast. Was total interessant ist. Weil alle anderen KI-Unternehmen sich entweder nehmen, was sie möchten, oder Lizenzdeals abschließen. Diese Lizenzdeals sind für viele Medienunternehmen eine wichtige Einnahmequelle geworden. In den USA gibt es viele dieser Fälle. Hier in Deutschland haben wir den Deal zwischen Axel Springer und OpenAI. Wir haben häufiger schon über solche Fälle gesprochen. Deta jetzt aber sagt, Moment mal, wir haben ja schon Verträge mit den ganzen Unternehmen, dann müssen wir die einfach nur umschreiben und nehmen uns, was wir wollen und dürfen das streng genommen sogar. Finde ich ganz, man muss da vorsichtig drauf schauen und möglicherweise sollte das dazu führen, ich bin heute so agitativ unterwegs, will ich eigentlich gar nicht sein, aber es sollte in Medienunternehmen dazu führen, sich genau zu überlegen, Ob man unter diesen Gesichtspunkten nach eigener juristischer Einschätzung noch in der Lage ist, überhaupt Angebote auf Metaplattformen anbieten zu dürfen.

40:06 Dennis Horn

Ich fand toll, dieser eine Rechtsexperte, den Neiman Lab zitiert von der Cornell Law School, James Grimmann, der gesagt hat, die Formulierungen darin sind so weit. Dass man mit einem LKW hindurchfahren kann. Hat mir sehr gefallen.

40:22 Gavin Karlmeier

Auch gut. Das führt aber jetzt dazu, dass der BDZV, da weißt du wahrscheinlich besser, wofür es steht.

40:28 Dennis Horn

Äh, Bund Deutscher Zeitungsverleger.

40:30 Gavin Karlmeier

Danke. Ähm, dass die dieselbe, dass die schon einen Brief veröffentlicht haben, eine Pressemitteilung, um sozusagen die Mitglieder und auch alle drumherum in Deutschland mit dieser Herausforderungen zu konfrontieren.

40:45 Dennis Horn

So. Das nächste Nachhak ist ein Blick ins Haki Variat. Nick Bohle hat nachgemessen. Danke dafür nochmal. Die Folge von Montag war die viertlängste. Im gesamten Hakiverse, sagt er.

40:57 Gavin Karlmeier

Ja, Ralf sagt erstmal.

40:59 Dennis Horn

Und Rasibo hat gesagt, Drittlängste. Und jetzt müssen wir hier mal ein bisschen ähm Ein bisschen drauf eingehen, weil Nick Bohne fragt, warum denn die Angaben je nach Quelle ein paar Sekunden abweichen und ob das am Podcatcher liegt? Und vielleicht liegt da der Grund drin, oder?

41:17 Gavin Karlmeier

Ja, also es gibt mehrere Faktoren, die weich sind in der Episoden. Es ist toll, dass wir jetzt hier auf so einer Ebene unterwegs sind. Was ist kanonisch, was nicht? Sind Krankmeldungen Episoden oder sind sie Episoden, die nicht in der Episodenlistung auftauchen? Antwort sind sie übrigens nicht mit der einen Ausnahme der Wasser-Keller-Meldung aus dem Jahr 2024. Das ganze Haki -Verse ist einfach wirklich mittlerweile groß geworden und es ist auch faszinierend, weil es wird ja auch immer größer mit drei Folgen die Woche. Und da gibt es dann die Frage. Eben weiche Faktoren, die schwierig einzuschätzen sind. Ich kann das mal ein bisschen aufklären. Also, es gibt eine Episodenlänge, die vor der Veröffentlichung ist. Die ist in der Regel, nicht immer, aber in der Regel. Aber vielleicht auch nicht mehr in der Regel. Ab und an. Sieben Sekunden kürzer als die tatsächlich im Feed sich befindliche Episode. Woran liegt das? Am Intro. Das Intro ist sieben Sekunden lang und wird im Anschluss an die Episode angeflanscht. Wie wir Experten sagen. Dann gibt es die weichen Faktoren Werbung. Wir haben im Podcast Werbespots. Auf diese kann ich nochmal direkt dazu sagen: auf die haben wir keinen Einfluss. Wir wissen nicht, wer hier wirbt. Wir haben gar nichts damit zu tun. Es läuft alles über Heise, liebe Grüße ans Mutterschiff, die kümmern sich um alles. Was gut ist, weil wir dadurch eine echte redaktionelle Trennung haben und hier möglicherweise eben auch über Unternehmen berichten, die bei uns Werbung schalten. Ohne dass wir irgendetwas darüber wissen. Das soll auch so sein. Und diese Werbespots sind dynamisch platziert. Bedeutet, ich entscheide beim Upload, an welcher Stelle diese Werbung kommt. Es gibt so grobe Rahmenbedingungen, wo sie laufen muss, in welchem Teil der Episode, aber ich sage nur, hier wäre doch ganz gut. Und wenn es gut läuft, landet die dann auch da. Das ist auch nicht immer der Fall, muss man direkt dazu sagen, weil der Ad-Server dazwischen möglicherweise diese sieben Sekunden vom Anfang ignoriert. Also das macht es kompliziert. Die Werbespots sind in der Regel 15, 30 oder 45 Sekunden lang. Wenn aber zwei Werbespots drin sind, die bei dir und bei mir unterschiedliche sind, was durch die dynamische Werbeplatzierung passiert. Haben wir beide Episoden, die im Zweifel eine Minute 37 kürzer ist als die beim anderen oder umgekehrt. Und dadurch kann es passieren, dass wenn du hier auf Sekundenebene unterwegs bist. du höglicherweise Verschiebungen hast, unterschiedliche Lesarten. Ich überlege, ob wir vielleicht mal so eine Art Canonical Längenguide rausgeben. Was ist unsere Episodenlänge? Inklusive Intro abzüglich Werbespots.

43:46 Dennis Horn

Ja, das würde ich sagen, ist es, oder? Also die Nettolänge.

43:51 Gavin Karlmeier

Die Nettolänge, genau, die Nettolänge. Plus inklusive Intro. Weil auch das ist interessant, die ersten 167 Episoden sind, nachdem wir zu Hause gekommen sind, sieben Sekunden länger geworden. Denn die hatten, das waren die, die wir zusammen gemacht haben, stimmt, hatten kein Intro, haben das aber jetzt.

44:07 Dennis Horn

Müsste man dann nicht sagen, ist die Nettolänge ohne Intro kanonisch?

44:11 Gavin Karlmeier

Möglicherweise. Das aber jetzt auseinanderzubasteln. Vielleicht findet sich jemand.

44:18 Dennis Horn

Ich freue mich daran, wenn aus diesem kurzen Drei-Minuten-Talk hier irgendwann in 20 Jahren eine Masterarbeit wird, die das nochmal auseinandernimmt und sich darauf bezieht.

44:26 Gavin Karlmeier

Ich freue mich, dass Dr. Nick Bole und Dr. Rasibo unsetwegen Doktors geworden sind.

44:31 Dennis Horn

Ja, genau. Und der nächste Nachhak , vielen Dank. So, ganz wichtig, vielen Dank, weil das ist ein Also ich finde es fantastisch. Erstmal, dass ihr beide das macht, aber ich finde es eine, ich bin ja so ein Zahlen-Nerd, weißt du? Ich kann mich da, also wer archiviert kann sich und das mag, kann sich auch reinschrauben und das mache ich sehr gerne. Das ist fantastisch.

44:59 Gavin Karlmeier

Ich stimme zu 100% zu und ich finde es so geil, dass das, was wir hier erschaffen haben, zu so einem Nerdism geworden ist, dass es die Möglichkeit gibt, wenn du möchtest, das so unendlich groß zu denken. Was wir immer noch nicht haben, an der Stelle kleiner kleiner Community-Aufruf, liebe Hakis, wenn sich irgendjemand von euch befähigt oder motiviert fühlt. Dieses Haken dran First Set umzusetzen. Ich würde alle Transkripte zur Verfügung stellen, um so eine Art Bot zu bauen, wenn wir das erste Mal Begriffe verwenden, die hier noch nie aufgetaucht sind. Bananenbrot zum Beispiel.

45:32 Dennis Horn

Mhm.

45:33 Gavin Karlmeier

Gut.

45:34 Dennis Horn

Oder wann war das erste Mal das Wort Nachhag, das ja irgendwann auch aus dem Discord uns angetragen wurde hier?

45:40 Gavin Karlmeier

Das kann ich mir sogar beantworten.

45:42 Dennis Horn

Das wissen wir auch, ja, ja. Der nächste Nachhak führt uns zu einem Thema zurück aus unserer letzten Ausgabe.

45:49 Gavin Karlmeier

Die Älteren werden sich erinnern.

45:50 Dennis Horn

Die Älteren erinnern sich. Wir hatten exklusiv über die Jugendschutzprobleme der Schnittsoftware von TikTok berichtet. CapCut.

45:58 Gavin Karlmeier

Das stimmt.

46:01 Dennis Horn

Im Video auf 4T und YouTube habe ich gerade so ein Handzeichen gemacht, damit du redest.

46:06 Gavin Karlmeier

Ja, mache ich gerne. Also, wir haben über diese Suchvorschläge bei CapCut gesprochen, die nicht nicht nur jugendschutztechnisch problematisch sind, sondern möglicherweise sogar politisch und sogar möglicherweise strafbar. Wir haben darüber berichtet und tatsächlich haben wir auch eine Presseanfrage gestellt und TikTok Capcut hat mir versprochen, dass nach Aufzeichnung dieser Episode mir eine Antwort zu schicken, die wir jetzt hier in die Episode schneiden.

46:30 Speaker 3

Hier ist jetzt der Given Us the Zukunft. Aber wenn ihr das hört, immer noch aus der Vergangenheit, ich nehme das hier ein paar Stunden später auf. Wir haben eine Antwort bekommen und die Antwort lautet Hey, bitte gebt uns noch ein bisschen Zeit. Wir müssen das noch auflösen, analysieren, untersuchen und werden die Antwort dann im Podcast am Montag nachreichen. von TikTok, aber sie kümmern sich darum, sie haben sich damit auseinandergesetzt und wir hatten tatsächlich einen ganz guten Kontakt. Also Gehen wir davon aus, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Und ich finde, das ist auch ein ganz gutes Zeichen, dass solche Dinge, die uns dann auffallen, tatsächlich was verändern können. So, und jetzt gebe ich wieder zurück ins Studio.

47:10 Gavin Karlmeier

Ja, bemerken Sie , oder, Dennis?

47:13 Dennis Horn

Kann ich dir nicht sagen, weil ich die Antwort noch nicht gehört habe. Ich habe eher jetzt so die Frage: Was zählt jetzt als netto, wenn wir im Nachhinein noch das Statement reinstellen?

47:20 Gavin Karlmeier

Das Statement gehört zu netto, weil das zur Episoden gehört. Was interessant ist aber, finde ich, dass als diese Episode online gegangen ist am Mittwochmorgen, ja schon die Suchvorschläge nicht mehr da waren. Also schnell reagiert und das bringt mich zu dem Punkt, dazu zu sagen, dass es vielleicht wirklich hilft, wenn ihr Dinge feststellt, die Missstände in sozialen Netzwerken sind. wenn die Anfrage eben nicht von der Privatperson kommt, sondern von uns. Deswegen schickt uns gerne alles, was ihr findet. Wir schrauben uns rein, wir haken nach, wir nehmen das auseinander und schaffen es vielleicht so, das Internet so einen besseren Ort zu machen.

47:57 Dennis Horn

Und wir bleiben noch kurz bei TikTok. Die Plattform hat begonnen, auch andere Suchanfragen zu blockieren, nämlich nach bestimmten Peptiden. Nach Semaglutid, nach BPC hundert sief7, nach Retatrodit.

48:10 Gavin Karlmeier

Wenn ihr auch gedacht habt,

48:11 Dennis Horn

die Pokémons habe ich noch nicht auf der Liste. Peptide sind Ketten aus Aminosäuren. Insulin gehört dazu, auch Abnehmmittel und darunter sind auch nicht zugelassene Substanzen. Die in den USA gerade gehypt werden, unter anderem von Krankheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Ich habe gedacht, wenn der andere sich Kriegsminister nennt, kann man ihn noch Krankheitsminister nennen, oder?

48:31 Gavin Karlmeier

Sehr gut, ja.

48:32 Dennis Horn

So, angeblich helfen diese Peptide bei allem, vom Abnehmen bis zur Wundheilung. Aber es gibt keine Belege dafür, natürlich nicht. So, also blockiert. TikTok bestimmte Suchanfragen. Aber die Suche nach Peptiden allgemein liefert weiter jede Menge Videos. Gelöscht wurde davon offenbar nichts und wer den Namen so ein bisschen abwandelt, findet weiter alles. So, und das war dann ein bisschen wie bei der CapCut-Recherche. Erstmal so TikToks eigene Suchvorschläge bieten die Varianten sogar schon an, bevor du irgendwie fertig getippt hast.

49:02 Gavin Karlmeier

Ich habe so ein paar Fragezeichen trotzdem bei dir geschickt. Also es ist so, wir haben in den letzten Wochen festgestellt, dass Leute verstärkt danach suchen, sich informieren, um dann diese Mittel zu nehmen, die halt, wenn ich es nicht verstehe. Wenn ich es richtig verstehe. Entweder nicht nützlich sind oder eben vielleicht sogar gefährlich, wenn man das falsch einsetzt Jetzt ist aber ja eigentlich in der Regel der Fall gewesen, dass Tech-Unternehmen jetzt sich nicht gegen die eigene Regierung stellen, zumindest in den USA. Warum Sie jetzt in den USA sich hier aber gegen den Gesundheitsminister stellen, auch wenn er falsche Health Claims ausspricht , Finde ich doch irgendwie interessant. Also fast schon überraschend, oder?

49:44 Dennis Horn

Ja. Und fehlt mir ehrlich gesagt gerade irgendwie eine. Irgendwie der Anhaltspunkt, das einzuschätzen, aber genau das war auch mein Gedanke. Hm. Ja.

49:54 Gavin Karlmeier

Ja. Ich glaube übrigens, dass Semaklutid und Retratutit. Bei Haken dann First Set auch landen würden.

50:01 Dennis Horn

Absolut. Absolut. So, wir gehen rüber zu X. Nikita Bier, der Produktchef, hat am Samstag eine kleine Theorie gepostet. Und rund eine Million Abrufe dafür bekommen. Und die geht so. Letztes Jahr dachte er, Threats sei eine existenzielle Bedrohung für X. Das war die Zeit, wo Meta das mit voller Wucht auch auf den Markt gepusht hat. Und dann habe er gemerkt, dass Gegenteil passiere, Threads stärke X, denn wenn Mark Zuckerberg etwas ankündigt Stehen darunter auf Thread die unhöflichsten und toxischsten Kommentare im Internet, schreibt Niki Tabi.

50:41 Gavin Karlmeier

Zweifel? Ich wollte gerade meinen Zweifel hier anmelden schon mal.

50:45 Dennis Horn

Absolut, können wir gleich. Es ist notiert. Ich komme drauf zurück. Auf extra Gegen seien die Leute begeistert. Wie die Menschheit vorangebracht wird. So, und seine Schlussfolgerung ist Thrax, Thrax, oh mein Gott, Threats und Blue Skies.

51:03 Gavin Karlmeier

Thracks finde ich sehr gut. Ich weiß

51:06 Dennis Horn

nicht zum Frühstück gerne Thrax von Kellogg.

51:08 Gavin Karlmeier

Thrax? Ich dachte, das wäre dieses grüne Ding, als das sich Markus Söder mal verkleidet hat.

51:12 Dennis Horn

Also, Threads und Blue Sky hätten einige der schlimmsten Menschen im Internet unter Quarantäne gestellt. Diese Apps seien quasi das Anti-Missbrauchssystem von X. Ich lasse das mal kurz wirken.

51:28 Gavin Karlmeier

Also, das ist ja wie so oft, ne? Ich nehme, versuch das mal kurz, ich fange hinten an und dann kommen wir wieder nach vorne. Wenn du in der Position bist, dass du Maskwashed bist im Kopf und sagst , Was wir sagen, ist das Richtige und die Wahrheit und fliegende Auto sind das Ding und kauft Alan Tesla und whatever. In der logic Stimmt das möglicherweise, weil wenn alles Mask-Fanboys sind und die gegenseitige Bestätigung das ist, was du dir wünschst im Internet, dann kannst du durchaus sagen: Hey, wir haben mit Threads und Blue Sky die Leute, die hier vielleicht Probleme mit allem hätten, was wir tun, weggeschafft. Das ist eine interessante Lesart für die Leute am Ex verlassen, weil es nur noch Musk-Fanboys sind und die keinen Bock mehr haben.

52:10 Dennis Horn

Das habe ich auch gedacht. Wenn du auf X nur noch irgendwie Begeisterung für Milliardäre wie Elon Musk siehst, dann ist das nicht irgendwie Antimissbrauchssystem. Sondern eher der Umstand, dass alle anderen gegangen sind.

52:20 Gavin Karlmeier

Ja, ganz genau. Das ist die Botschaft. Er hat natürlich recht, dass auf Threads sich auch wirklich, also mich nervt Threads mittlerweile, fairerweise auch, aber so aus dem Community-Sinne her, weil egal welchen Witz du postest, Und ich mache das ja manchmal, dass ich so Quatsch poste. Erklären mir Leute, dass das nicht stimmt, was ich sage.

52:38 Dennis Horn

Ja, absolut.

52:39 Gavin Karlmeier

Warum das nicht stimmt, was ich nicht stimmt.

52:41 Dennis Horn

Weil das einfach außerhalb deiner Bubble gelandet ist.

52:43 Gavin Karlmeier

Und das passiert da die ganze Zeit, weil ich bei Threads interessanterweise. Ich habe auf keinem Netzwerk so viele FollowerInnen wie auf Threads.

52:51 Dennis Horn

Ja?

52:51 Gavin Karlmeier

Ja. Ich kann dir nicht sagen, warum. Aber ist so.

52:55 Dennis Horn

Ja, also ich habe noch so gedacht, ich nehme das als Muster wahr in Ähm in der extremen Rechten, sag ich mal, das im Dort gezielt das, was man selbst macht, man den anderen vorwirft.

53:18 Gavin Karlmeier

Ja, klar. Das ist genau, das ist klassische, eine klassische Strategie.

53:22 Dennis Horn

Und das habe ich hier gelesen. 100 Prozent. Das habe ich da auch irgendwie so reingelesen.

53:27 Gavin Karlmeier

Ich habe eine Sache an diesem The Post von Nikita Bier übrigens, die ich sehr interessant finde, die auch im Discord jemandem auffiel, weil ich kann ja auch jetzt gleich sagen, wem. Der Vollständigkeit halber möchte ich natürlich den. Stefan führt das auf. Liebe Grüße, Stefan. Nikita Bier schreibt: When Meta puts its full weight behind something by injecting the app into Instagram, it's DEF CON 5. Und jetzt gibt es die DEF CON-Stufen, das ist die Defense Readiness Condition der amerikanischen Streitkräfte. Und DEF CON 5. Ist die niedrigste Warnstufe die sogenannte Friedenszeit, minimale Einsatzbereitschaft? Das heißt, er meinte damit eigentlich Es sei die höchste Warnstufe. Die höchste Warnstufe ist aber DEF CON 1, dass es Nuklearkrieg hat begonnen oder steht bevor. Er sagt also, als Meta die ganze Power da reingesetzt hat. hat Frieden geherrscht, was der damit nicht sagen wollte. Oh

54:21 Dennis Horn

mein Gott. Mein Kopf explodiert.

54:23 Gavin Karlmeier

Ja, ist okay.

54:23 Dennis Horn

Wir verlassen Ex, aber ich möchte noch kurz erzählen, Elon Musk selbst schreibt, Werbung auf Ex soll künftig einem, Zitat, vernünftigen ästhetischen Standard entsprechen. Wer Anzeigen schaltet, die, Zitat, hässlich schrill aufdringlich sind oder übertriebene Versprechen machen, werde ausgeschlossen. Er hat nicht erklärt, was dieser Standard sein soll. Und wer Werbung auf Ex gesehen hat in letzter Zeit, weiß, da ist Luft nach oben.

54:48 Gavin Karlmeier

Also ich finde es interessant, weil tatsächlich bedeutet das ja, dass Sie von den wenigen Werbeeinnahmen, die Sie jetzt schon haben, noch. . eigentlich alles abkapseln wollen, weil Werbung sieht schrecklich aus. Wir haben in unserem Discord, heute ist viel Discord-Werbung, aber hey, ohne den Discord wären wir nicht hier. Gibt es einen Channel, der heißt Werbung aus der Hölle, in dem wir sowas sammeln. Und ich würde behaupten, 85% der Werbung, die man dort findet, sind Ex-Screenshots, weil das eben alles so schrecklich ist und so dämlich und so ah. Aber wer Elon Musk kennt und wer diesen Podcast hört, tut das. Das hier ist eine Backdoor, um Werbung, die vielleicht nicht in die eigene Weltanschauung passt, ausblenden zu können, weniger ausspielen zu können, verbieten zu können, sperren zu können, indem man sagt, ah, die ist leider zu ugly. So würde ich das lesen.

55:33 Dennis Horn

Was sich schön willkürlich dann entscheiden lässt.

55:38 Gavin Karlmeier

Weil es so ein weiches Kriterium ist.

55:42 Dennis Horn

Apropos Willkür und weiche Kriterien, wollen wir noch ein paar Emotionen streuen?

55:46 Gavin Karlmeier

Ja.

55:48 Dennis Horn

Funktionen und Emotionen.

55:52 Gavin Karlmeier

Das war's. So schnell habe ich auch nicht erwartet.

55:56 Dennis Horn

Ich habe gedacht, wir müssen es ja, weil sonst gibt es Schelte. Zu Recht. Bei Blue Sky kann man jetzt einstellen, dass die eigenen Beiträge nicht mehr im Discover-Feed bei Leuten auftauchen, die einem nicht folgen.

56:08 Gavin Karlmeier

Ich finde das nicht schlecht. Du auch nicht? Doch?

56:15 Dennis Horn

Ja, ich hab so, ich also.

56:18 Gavin Karlmeier

Denn ich kurz Standby.

56:19 Dennis Horn

Ja, ich weiß nicht. Ich habe nicht so viel Emotionen. Ich finde die andere Seite ja viel wichtiger, dass ich einstellen kann, was bei mir landet. Es mag aber. Gründe geben, warum man das so machen möchte. Also wenn ich irgendwie ein spezielles Thema habe, was mir am Herzen liegt und ich möchte nicht in diese Toxizität geraten so ohne jeden Preis, ohne Not, so die manchmal drin ist, wenn Beiträge andere verlassen, aber ich möchte mein Profil auch nicht schließen. Ich kann schon kann das schon verstehen.

56:55 Gavin Karlmeier

Vor allem, weil Es gibt ja keine irre ich mich vielleicht, aber es gibt ja keine privaten Profile auf Blue Sky. Und private Profile sind wichtig. Auf jeder Plattform, weil du vielleicht manchmal Inhalte teilen möchtest, die du nur mit einer ausgewählten Gruppe von Leuten teilen möchtest. Und wenn es das nicht gibt, dann schränkt das möglicherweise für Leute die Funktionstauglichkeit vom Bluska ein. Und damit stellst du immerhin sicher, dass es nicht mehr algorithmisch vorgeschlagen wird. Es kann natürlich trotzdem repostet werden, aber wenn du jetzt das Problem hast, dass du aus irgendeinem Grund ständig in irgendwelchen Algorithmen landest und dadurch vielleicht viel Schrott einfach in deinen Replies bekommst, Finde ich das ein tolles Feature. Also nicht schlecht.

57:36 Dennis Horn

Ja, aber wichtig ist der Zusammenhang, den du herstellst zur Architektur dieser Plattformen. Weil auch Blue Sky ja Teil der Atmosphäre ist, AT-Protoll, und damit Teil eines offenen Netzwerks und insofern ist dieser Haken, den du da setzt. An die anderen Apps auch nur eine Bitte.

57:53 Gavin Karlmeier

Klar, ist nur eine Robots. txt.

57:55 Dennis Horn

Genau. Und am Ende kannst du mit dem LKW durchfahren. Genau, die können sich daran halten, aber müssen es nicht. So, dann Pinterest. Pinterest hat einen Filter eingeführt, mit dem man in der Suche weniger KI-generierte Inhalte angezeigt bekommt. Less AI-Content.

58:13 Gavin Karlmeier

Ich habe mich darüber schon mit jemandem unterhalten, weil die Meldung ist schon ein paar Monate oder Wochen, Wochen, ja. Wochen alt. Wir haben die immer die ganze Zeit vor uns hergeschoben. Aber Pinterest ist eine Plattform, die ja sehr interessant sich entwickelt. Pinterest, für die, die das nicht so gut kennen, Ist ja so eine Mischung aus Bildersuchmaschine und Social Network mit der Möglichkeit, eigene Listen zu bauen und so Moodboards zusammenzustellen und so. Und Pinterest leidet vermutlich am allerstärksten von allen als soziale Netzwerke eingestuften Apps. unter AI Slop. Viel stärker als viele, viele andere Netzwerke. Und ich kenne mehrere Menschen, die aufgehört haben, Pinterest zu nutzen, die vorher sehr regelmäßig Pinterest nutzten, die die jetzt aber keinen Bock mehr haben, weil da nur noch Schott ist. Sie sagen, was bringt mir denn ein Kleidungsvorschlag, was bringt mir eine Interior-Inspiration, was bringt mir eine Hochzeitsinspiration? wenn nichts davon real existiert, wenn alles irgendwie so sich ausgedacht wurde oder konstruiert ist. Pinterest kommt da aber nicht so richtig gut gegen an, ist nicht so gut, die zu identifizieren und sie hat halt jetzt diesen Button, der einfach nur sagt, weniger AI-generierter Content. Nicht keiner, weil sie das nicht versprechen können.

59:19 Dennis Horn

Ja, das wäre meine Frage gewesen. Das ist das Erwartungsmanagement, ja.

59:22 Gavin Karlmeier

Genau, und ich schätze, dass sie Hier vor allem so Dinge nutzen wie Synth-ID und Wasserzeichen, also die offensichtlichsten Dinge, weil man das eben sonst einfach noch nicht gut nachweisen kann und vielleicht auch immer schlechter nachweisen können wird. Mir wurde aber schon berichtet, dass dieser Button dazu führt, dass man immer noch extrem viel Slop in der Suche findet.

59:43 Dennis Horn

So, und bei Threads kann man jetzt, wenn man einen Beitrag mit nicht interessiert, wegklickt. Als Grund angeben KI generiert. Also ich finde das in der Zusammenschau bemerkenswert, weil die Plattformen bauen ja KI -Tools ein, mit denen man KI-Inhalte erzeugen kann und gleichzeitig Knöpfe, mit denen man sie wieder los wird.

01:00:08 Gavin Karlmeier

Stimmt. Ich finde das vor allem deswegen interessant, weil sie damit offenbar anerkennen. Und da gibt es schon mehrere Hinweise jetzt bei Meta darauf. Vielleicht anerkennen, dass es möglicherweise Menschen gibt, die weniger Lust auf KI-generierten Content haben, als sie glauben. Möglicherweise.

01:00:27 Dennis Horn

So, Threads rollt einen ausgebauten Fotoeditor aus. Layouts, Hintergründe, Overlays, Reihenfolge ändern und man kann einen Post auch auf ein Bild legen. So ein bisschen hat so Instagram.

01:00:42 Gavin Karlmeier

Facebook-Vibes, wo du diese Bodenkacheln damals nutzen konntest.

01:00:46 Dennis Horn

Absolut. Ja, kann man jetzt immer noch. Ich mache das noch regelmäßig, weil es erzeugt mehr Aufmerksamkeit auf einen kurzen Spruch oder so. Aber hat auch so Instagram-Vibes, so ein bisschen mit, wo du die in Bilder eingebauten Beiträge aus irgendwelchen Kurznachrichtendiensten siehst.

01:01:00 Gavin Karlmeier

Das stimmt. Nur, dass du die bei Threads dann wiederum nicht als Screenshot sehen möchtest, eigentlich.

01:01:05 Dennis Horn

Aber du hast wenig Emotionen dazu, merke ich.

01:01:07 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde es irgendwie, weiß ich nicht. Ich finde, Threads ist halt keine Fotoplattform.

01:01:14 Dennis Horn

Das sehen viele Creator anders.

01:01:15 Gavin Karlmeier

Die sollen den Mund.

01:01:16 Dennis Horn

Also, ich finde Wahnsinn, wie unterschiedlich diese Plattform interpretiert wird.

01:01:20 Gavin Karlmeier

Ja. Wie nimmst du denn zu jetzt mal?

01:01:26 Dennis Horn

Irgendwie erstaunlich groß und für meine Herangehensweise, wie ich so eine Plattform nutze, wahnsinnig nutzlos.

01:01:36 Gavin Karlmeier

Ja, das nehme ich hin. Das ist okay.

01:01:39 Dennis Horn

Ja. So, komm, einen habe ich noch, einen letzten. Instagram testet Links in Live-Videos. Also sowohl zu externen Websites als auch Zu WhatsApp. Und das ist laut Instagram gedacht fürs Einkaufen, Live-Shopping. Also

01:01:55 Gavin Karlmeier

ich dachte, wenn ich so viel stehe. Kann ich live.

01:01:59 Dennis Horn

Versuch nochmal so und so viel, habe ich gedacht.

01:02:01 Gavin Karlmeier

Ja, also ich Die Frage ist halt, A, wird das ein Instagram Plus Feature? Womöglich. Die zweite Frage ist, wenn ich jetzt einen Livestream starte. Will ich die Leute aus der Livestituation rausschmeißen? Oder gibt es da eine Möglichkeit, während des Livestreams auch noch einen Browser zu öffnen? Habe ich da ein Splitscreen? Also, da stellen sich doch ein paar Fragezeichen auf an der Stelle, finde ich.

01:02:28 Dennis Horn

Wollen wir so offen enden.

01:02:30 Gavin Karlmeier

Ne, ich hab noch eine Versöhnlichkeit, bevor wir gehen.

01:02:31 Dennis Horn

Na, siehst du. So.

01:02:35 Speaker 4

Versöhnlichkeit des Tages.

01:02:39 Gavin Karlmeier

Und zwar, die ist so richtig, richtig knacken aktuell, weil die kamen, während wir aufgenommen haben, kamen diese Meldung rein und ich dachte, das nehmen wir direkt dazu. Ist ein bisschen Medien, fühlt sich an wie Mediengossip. Aber ist es nicht. Und zwar hat die Zeit, die Zeitung Die Zeit, einen Podcast über den Block-Prozess gemacht. Wir erinnern uns, Christina Block. ist im Moment vor Gericht. Es geht um mutmaßliche Entführung der eigenen Kinder aus Dänemark und so relativ kompliziert. Und sie hat einen Podcast darüber gemacht, die Zeit und vor allem eine Zeitjournalistin. Und der heißt House of Block, das wollte ich sagen. Und es gab da den wirklich, wie ich finde Sch unfassbaren Fall einer Hausdurchsuchung bei der Zeitjournalistin zur Sicherstellung der Rohaufnahmen der Interviews, die diese Journalistin mit den Kindern und auch anderen Betroffenen in diesem Prozess. Geführt hat. Das ist so ein krasser Eingriff von Staatsgewalt auf die Pressefreiheit, dass man das, also eigentlich, auch da frage ich mich, warum wir nicht alle darum, warum die Spiegelaffäre so groß war und das hier nicht. Weißt du, also weil das ist Ein ähnlicher Fall. Ein Gerichts sagt, ja, die hat doch mit denen gesprochen, als Journalistin. Hat also ein Gespräch geführt unter dem Vorwand, das hier findet vertraulich statt, vielleicht sogar in Teilen anonym oder pseudonymisiert. Und dann kommt das Gericht und sagt, das krallen wir uns, wir holen das ab. Jetzt aber hat das Landgericht Hamburg entschieden, diese Interviewaufzeichnungen dürfen trotz Sicherstellungen nicht ausgewertet und angerührt werden. Das heißt, sie dürfen sich nicht mal. Wer weiß, ob das vielleicht schon zu spät ist, aber sie dürfen sich auf Seiten der Rechtsbehörden nicht einmal angehört werden. Und das halte ich für eine Versöhnlichkeit, weil die Wahrung. Von der Freiheit der Presse in unserer Gesellschaft. Und das sagen wir nicht nur, weil wir selber journalistisch arbeiten, sondern auch, weil wir die Funktion von Presse in der Demokratie als so wichtig erachten. Darf nicht angekratzt werden, auch nicht in so einem vermeintlich kleineren Fall, weil es keine Staatsaffäre am Ende ist. Das ist eine gute Nachricht, dass hier so schnell eine Entscheidung getroffen wurde. Und die sich eben für die Pressefreiheit ausspricht, auch wenn sie möglicherweise im eigenen Interesse der Gerichte vielleicht zu einem schnelleren Ende eines Prozesses geführt hätte.

01:04:57 Dennis Horn

Eine Entscheidung, die auch damit zu tun haben dürfte, dass es sehr laute und sehr deutliche Worte im Grunde aus der gesamten Medienlandschaft, Gewerkschaften, auch der Politik zum Teil gab, dass das nicht sein kann, was da passiert ist.

01:05:10 Gavin Karlmeier

Absolut. Und das finde ich doch sehr versöhnlich und das ist eine gute Nachricht. Mit der gehen wir ins Wochenende und freue mich. Wir haben diese Folge schon morgens aufgenommen.

01:05:20 Dennis Horn

Ja.

01:05:21 Gavin Karlmeier

Abgesehen von dem kleinen Clip, den ihr in der Mitte gehört habt, der kam nachmittags. Wenn ihr da keinen gehört habt, hat TikTok die Deadline gerissen. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Wir haben am Montag einen Gast, da freue ich mich total drauf. Also Muss ich kurz ausholen. Mein Freund Lukas ist unser Gast. Lukas betreibt eine Social Media Agentur und ich baggere seit Jahren an Lukas rum, sag ihm, komm doch mal vorbei, weil du hast. Ahnung, du arbeitest täglich damit. Du produzierst Content für die größten Fernsehproduktionen des Landes. Und er war immer so: Ah, ich weiß nicht, was soll ich dazu sagen und ob ich mich so wohlfühl und sicher fühle. Und dann hat er mir geschrieben: Ich glaube, ich fühle mich bereit. Und jetzt kommt Montag Lukas und ich freue mich sehr darauf und mal gucken, wie es wird.

01:06:02 Dennis Horn

Sehr schön. Weißt du übrigens, wann wir uns wieder hören? Am 11. 11. Ich zieh mir eine Papnass auf und dann wird's toll. Mit

01:06:10 Gavin Karlmeier

der Rude North? Ja, ja, das ist was Schönes. Also dann hören wir uns wieder, wenn es Kamelle gibt und wir alle hören uns schon am Montag wieder. Habt ein schönes Wochenende, passt auf euch auf und bleibt am Ende besten zu Hause. Es soll nicht durchgehend regnen. Tschüss.

01:06:25 Dennis Horn

Tschüss.