Twitter – oder Elon Musk – hat am Wochenende den Algorithmus seiner Empfehlungstimeline veröffentlicht: Und dabei viele, viele Fragen aufgeworfen. Wir versuchen mal, das zu durchdringen. Und am Ende wissen wir alle, wie wir erfolgreiche Tweets schreiben. Oder?
Transkript
Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.
00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Eine neue Woche beginnt.
00:10 Dennis Horn
Eine neue Woche und ein Brett, das wir heute vor uns haben.
00:13 Gavin Karlmeier
Allerdings, ich habe an diesem Wochenende eine Push-Nachricht von meinem Handy bekommen mit einer Erinnerung. Weil ich sie ja gebeten habe, mich an etwas zu erinnern, an eine Frist, die am Freitag abgelaufen ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. Und das ist eine Neuigkeit. Es ist selten, dass ich mich so fühle. Und zwar geht es darum, dass wir uns haben erinnern lassen, dass am 31. März der Quelltext für den Empfehlungsalgorithmus von Twitter Veröffentlicht werden sollte.
00:47 Dennis Horn
Was passiert ist, aber nicht der erste Termin war, der im Rennen war. Also, es sollte eigentlich schon wesentlich früher passieren. Aber wenigstens diesmal hat man sich dran gehalten.
00:57 Gavin Karlmeier
So ist es Und dementsprechend liegt dieser Algorithmus jetzt so, wie er funktioniert, auf GitHub zu finden.
01:03 Dennis Horn
So, und das ist natürlich, also Twitter und dann The Algorithm ist der Account und der Name, das Repository, unter dem das zu finden ist, für alle, die GitHub-fähig sind. Und das ist natürlich jetzt am Wochenende schon ausgeschlachtet worden. Wir haben überlegt, ob wir noch eine Ausgabe einlegen am Sonntag, aber uns dagegen entschieden, was glaube ich ganz gut ist, weil wir jetzt so ein bisschen so eine Gesamtschau einmal uns geben können und es ist ein Brett. Womit fangen wir an?
01:36 Gavin Karlmeier
Ich Ich bin mir gar nicht so sicher, womit man anfangen kann. Also vielleicht fangen wir damit an, wie das Ganze orchestriert wurde, diese Veröffentlichung. Das fand ich nämlich bemerkenswert. Und zwar, wie du schon gesagt hast, ist das auf diesem GitHub-Account veröffentlicht worden. Gleichzeitig hat Twitter und Elon Musk gemeinsam angekündigt. dementsprechend nur Elon Musk eigentlich angekündigt, aber über mehrere Accounts, dass es einen Twitter Space dazu geben soll, wo sich Elon Musk den Fragen zu diesem Text stellt. Und was sich da auch herausgestellt hat während diesem Twitter Space war, er hat ihn nicht so richtig gelesen, bevor das Ganze dann losgegangen ist.
02:16 Dennis Horn
Den Algorithmus. Also, das ist ja was, was öfter schon mal man so gehört hat, eigentlich hat er nicht wirklich Ahnung davon. Also das haben ja auch Leute gesagt, es gab ja diese Szenen, weißt du, wo er gesagt hat, druckt mir, oder wo die Leute bei Twitter gesagt bekommen haben, druckt mal eure Codes aus. Und auch da hat sich irgendwie schon so ein bisschen zwischen den Zeilen immer gezeigt, er will das irgendwie sehen, aber so richtig die Peilung hat er auch nicht davon, was dann da steht.
02:41 Gavin Karlmeier
Genau, er hat da erzählt von Unregretted User Minutes. Das ist ja eine Metrik, die oder ein Wert, der ihm schon seit ganz langer Zeit wichtig ist, wo aber niemand so genau weiß, wie man das eigentlich messen möchte, außer mit Bauchstudien, was eine relativ schlechte Forschungsmethode oder Analysemethode ist, wenn man sie vergleichen möchte miteinander. Aber er hat gesagt. In dieser Schritt, die Veröffentlichung des Quelltextes des Algorithmuses ist der Weg oder der erste Schritt auf dem Weg Zur Erfüllung seines Planes, Twitter zum am wenigsten Gameable System, also das am wenigsten austricksbare System im Internet zu machen. Er will Twitter damit so robust aufstellen wie Linux. und sagt, das Ziel, das über allem steht, ist die Anzahl der unregretted User Minutes, also der unbereuten Nutzungsminuten auf Twitter zu maximieren.
03:36 Dennis Horn
Ja, soweit, so schief die Bilder.
03:38 Gavin Karlmeier
Richtig. Er hat auch selber noch gesagt, ganz kurz noch einen Satz. Er hat selber auch noch gesagt in diesem Twitter Space. Der Quelltext für diesen Algorithmus is overly complex and not fully understood internally. Also überkomplex und selbst intern nicht so richtig. Oder vollständig verstanden. Ich weiß nicht, ob er damit nur sich meinte, ehrlicherweise.
04:02 Dennis Horn
Ja, also dazu möchte ich sagen, erstens, er ist ja schon so zerpflückt worden, zwischenzeitlich. Und Mit Vorschlägen versehen worden bei GitHub, die auch so ein bisschen so einen Comedy-Charakter haben. Dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das intern niemand versteht, der sich länger damit beschäftigt hat. So sehr ist er außen innerhalb von 24 Stunden schon verstanden worden. Und das andere ist, also Ich habe zu diesem Space, ich habe das auch ein bisschen mitbekommen, ich habe gehört, er endete auch ganz abrupt. Kannst du dazu noch was sagen?
04:40 Gavin Karlmeier
Ja, also die Spaces funktionieren da so ein bisschen wie Clubhouse. Man kann die handheben und sich dann auf die Bühne bitten lassen und dann Fragen stellen. Und das war da auch so. Und da ist jemand nach vorne gekommen, also zum virtuellen vorne, und hat gesagt, er hat sich diesen Quelltext jetzt gerade mal so ein bisschen angeguckt, während er diesen Space gehört hat. Und hat da die Variable gefunden, ob der Autor des Tweetes, um den es geht, Elon ist. Also ist Elon als Variable And Elonaska darauf antwortet, I think it's weird. It's the first time I'm hearing this Also offenbar hat er nicht weit genug in die Dateien reingeschaut, um das selber zu finden. Er hat gesagt, er weiß nicht genau, woher das kommt und naja, er müsste jetzt auch eh. Und vielen Dank und tschüss. Und das war das Ende des Cases.
05:30 Dennis Horn
Es ist großartig. Also damit sind wir allerdings auch schon direkt inhaltlich bei der Frage, was verbirgt sich jetzt alles in diesem. In diesem Quellcode, nicht wahr?
05:42 Gavin Karlmeier
Ja, richtig. Also ich habe da drei Threads gefunden, die das Ganze versuchen, so ein bisschen zusammenzufassen. Ich würde dir mal so ein bisschen. paraphrasieren und du kannst ja mal kommentieren und Gedanken dazu äußern. . Also der erste Twitter-Tweet, der erste Twitter-Tweet, den ich dazu gefunden habe, kommt von einem User namens Varoslav. Der hat geschrieben, on the algorithm, some nuggets here. Er schreibt, offensive Tweets werden gedeboostet. Also Tweets, die als aggressiv gelten, werden quasi in der Reichweite gedrosselt. Stattdessen werden aber News und Images geboostet. Da würde ich gleich gerne mal kurz mit dir drüber sprechen. Dann ein D-Boost für Tweets ohne Text, für Tweets, in denen nur eine URL ist. oder nur ein Name steht. Also wenn ich dich jetzt mit Ad Dennis Horn oder Ed Horn, ich bin mir gerade gar nicht sicher, unter einem Tweet verlinken würde, ohne dazu zu schreiben, lol, guck mal. dann würde dieser Tweet von der Reichweite her gedrosselt werden durch diesen Algorithmus. Bimmelt die Glocke bei dir übrigens. Das fällt immer, wenn Ed Horn gesagt wird, glaube ich.
06:52 Dennis Horn
Es ist übrigens die Glocke. Die Glocke an den Hamburger Landungsbrücken, wo ich gerade mich in so eine hintere Ecke sozusagen den Barkassenparkplatz habe.
07:04 Gavin Karlmeier
Ich wollte gerade sagen, heißt es eigentlich Barkasse oder Barkasse?
07:08 Dennis Horn
Ja, also je nachdem, ob du bezahlen möchtest oder mit dem Schiff fährst.
07:14 Gavin Karlmeier
Kann man da auch mit Karte zahlen. Dann schreibt er ein D-Boost für etwas something called separate name text. Das hat er nicht weiter erläutert, was das ist Und ein Boost für alle Tweets, die aus dem Circle kommen und für Leute, den du folgst. Also wenn du jemandem folgst, gibt es obviously einen Boost. Schreibt er selber.
07:36 Dennis Horn
Was dazu jetzt zu sagen ist, das ist der Empfehlungsalgorithmus. Also wir sprechen hier über die For You-Timeline.
07:44 Gavin Karlmeier
Exakt, richtig. Ich möchte gern über dieses Boost von News und Images sprechen, weil ich das doch sehr spannend finde, dass da zum einen also Images Klar, da brauchen wir eigentlich nicht drüber reden, aber diese News-Geschichte finde ich spannend. Weil das eine Sache ist, die man immer wieder beobachtet hat, die aber zuletzt, glaube ich, auch oft als gefährdet galt. In dieser For You Timeline, weil Leute gesagt haben, sie sehen eigentlich nur noch Videos da drin oder nur noch Fotos darin. Dass jetzt hier aber ganz offensichtlich Punkte drinstehen, die einen Nachrichtencharakter eines Tweets identifizieren sollen und den Tweetern Belohnt ausspielen sollen, finde ich zumindest einen Hingucker wert.
08:25 Dennis Horn
Das ist in der Tat so. Ich meine, das unterstreicht das alte Image von Twitter. So als das Nachrichtennetzwerk Nummer eins. Auf der anderen Seite ist dann immer am Ende nochmal die Frage, wie wird das, also wie spielt das zusammen mit den anderen Faktoren? Also Keiner dieser Faktoren ist ja absolut, sondern das ist im Grunde am Ende ein System, das alles gemeinsam auswertet. Aber Ja, also zumindest ist das ein Zeichen dafür, dass hier erkannt wird, dass das ein zentrale, ein zentrales Nutzungsding von Twitter ist.
09:08 Gavin Karlmeier
Und bleiben wird vor allem. Ich würde dann, wir gehen einfach mal weiter zum nächsten Twitterer, der dazu etwas geschrieben hat, der versucht hat, das alles so ein bisschen auszuwerten und der hat die Boosts und Negatives mal gesammelt. Und vor allem mit einer Boost-Anzahl versehen. Der hat geschrieben, dass Peter Yang, ein Mensch, der solche Sachen macht, also er arbeitet als Product Engineer bei Roblox. Das ist so eine Art digitales Lego. Ich weiß nicht, ich glaube, das kann man so sagen. Ich glaube, man darf aber Lego nicht sagen. Stecksteine.
09:45 Dennis Horn
Wahrscheinlich nicht, aber wir, das ist ja hier eine journalistische Einordnung. Ach so.
09:53 Gavin Karlmeier
Also er sagt, geboostet werden, Replies mit einem Boost von Einer um eins, Faktor eins. Images und Videos mit dem Faktor 2. Trusted Circle mit dem Faktor 3. Das sind offenbar also so eine Art die Accounts, mit denen du am häufigsten in Kontakt trittst und mit denen du am ehesten verbunden bist, sozusagen. Dann Twitter Blue Accounts 2- bis 4-fach im Faktor, Retweets 20-fach und Likes 30-fach. Das heißt. Die Empfehlungstimeline, die For You-Timeline, ist ganz stark nach wie vor zumindest dem Stand, den wir da GitHub entnehmen können, sortiert nach Immer noch nach Tweets, die Menschen gefallen, denen du folgst und die Leute auch retweeten. Und da finde ich jetzt nochmal spannend, die Überlegungen mal mit reinzuholen. wir letzte Woche gesprochen haben und darüber gesprochen wurde, dass es womöglich passieren könnte, dass dort nur noch Twitter Blue Tweets zu sehen sind. Damit wären diese beiden Punkte einfach weggefallen. Also das hätte dazu geführt, dass du eigentlich liken und retweeten hättest können können, wie du möchtest, ohne dass es etwas ausgelöst hätte. Und dementsprechend finde ich das total spannend, dass nach dieser Version des Algorithmus, die hier zehnmal so wichtig, also Twitter Blue ist ja zwei bis viermal im Faktor und eben Likes 30-fach, so wichtig sind, wie einfach nur die Tatsache, dass es ein Twitter Blue-Account ist, der der Absender ist. Ja, also ich habe da mehrere Gedanken zu.
11:28 Dennis Horn
Das erste ist, wir diskutieren da ja immer. Unter der Prämisse, dass das, was da im Hintergrund im Einsatz ist, jetzt auch genau das ist, was veröffentlicht wurde. Und Da gibt es ja schon, also es ist ja schon eine Einschränkung, die wir da haben. Nämlich da ist. Zum Beispiel der Boost, über den wir die vergangenen Wochen mal gesprochen haben, für Tweets von Elon Musk, also dessen Reichweite alles andere übersteigt. Der ist da zum Beispiel schon nicht so drin, ne? Also, das ist mir jetzt in der Diskussion nicht so aufgefallen. Wo ist diese Geschichte? Du erinnerst dich Faktor 1000, ne?
12:11 Gavin Karlmeier
Ja, aber jetzt können wir plötzlich diese 1000 ziemlich gut einordnen. Ja, 1000 bedeutet, wenn Likes den Faktor 30 haben.
12:21 Dennis Horn
Ja, dann finde ich ganz ähm. Interessant, das ist ja alles Willkür. Das heißt, da geht man hin und Ein Team von Leuten hält mal so ein bisschen den Finger in die Luft und überlegt dann so, ja lass da mal 20 und da mal 30 sagen. So, und dann kann ich mir natürlich noch erklären, dass man das über die Zeit immer noch so ein bisschen justiert hat. Also dass man dann geschaut hat, was für. . Reaktionen gibt das, was für Auswirkungen gibt das, und dann hat man die Verstärkung bei den Von 25 auf 20 Prozent gesenkt oder irgendwie sowas. Und da finde ich ganz interessant, dieses System, also ich muss mich daran erinnern, wie Elon Musk gesagt hat, das ist auch irgendwie peinlich, also kann peinlich werden. Und dieses System, das ist ja absolut basic. Und die Systeme, mit denen wir es sonst mittlerweile zu tun haben, Die sind nicht so basic. Also die beziehen sich ja insbesondere auf die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer und agieren über deren Vorlieben. Das heißt, da gibt es eine Sammlung von von Eigenschaften, die mir zum Beispiel Meta bei Instagram oder Facebook zuschreibt, und auf Basis dieser Eigenschaften werden mir dann Inhalte ausgespielt, die mich auch inhaltlich interessieren könnten. Und wenn man so möchte, ist das, was bei Facebook und bei Instagram passiert, maschinelles Lernen. Und ein KI-System, das da im Hintergrund im Einsatz ist. Und das hier ist ein regelbasiertes System, so wie ich das sehe. Indem die Faktoren der Verstärkung und der Einordnung von Themen einfach hart im Code hinterlegt sind. Und das unterscheidet sich damit natürlich um Welten, von denen was wir in Social Media sonst sehen und von dem, was man eigentlich vermutet hätte
14:33 Gavin Karlmeier
Ja, ich stimme dir natürlich zu. Ich finde das aber gar nicht so überraschend, weil es diesen For You-Algorithmus ja wie lange jetzt gibt? Ein halbes Jahr oder so.
14:44 Dennis Horn
Eine algorithmische Umgebung bei Twitter gab es ja auch schon vorher. Da hätte man ja drauf aufsetzen können. Aber offenbar war die auch schon in diese Richtung gestrickt. Jetzt muss ich natürlich sagen, oder würde ich natürlich sagen, so zur Ehrenrettung von Twitter. die Profile und die genaue Ausgestaltung eines solchen in Anführungszeichen fortschrittlicheren Algorithmus, wie ich Ihnen gerade beschrieben habe. Also dafür muss Twitter oder müsste Twitter natürlich erst einmal die Daten haben. Und die hat es einfach nicht. Also Twitter hat nicht so eine Profilbildung und die Möglichkeiten, die Meta da eben zur Verfügung stehen. Und vielleicht ist das einfach auch. das, was möglich ist mit Bordmitteln.
15:27 Gavin Karlmeier
Ja, das glaube ich eben auch. Und Bordmittel ist halt auch das Wort. Ich glaube, das ist ja auch der Grund. Da können wir gleich auch nochmal kurz drüber sprechen. warum sie das jetzt eigentlich veröffentlichen. Aber um das schon mal so ein bisschen vorwegzunehmen, einer dieser Gründe ist, weil die Bordmittel kaum noch ausreichen, hier ordentlich zu debuggen, Fehler zu suchen und zu schauen, welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt. Man hofft jetzt so ein bisschen darauf, dass aus der Community Gedanken kommen, um das Ganze so ein bisschen cleverer auszulegen. Und unter dem Gesichtspunkt finde ich es sogar nachvollziehbar, mit dieser For You-Timeline anzufangen, weil das ein Punkt ist. An dem alle Leute oder an für den alle Leute vermutlich Gedanken haben, wie man ihn verbessern könnte. Den jetzt aber so offen zu legen mit diesem was du ja auch als peinlich genannt hast, oder was Elon Musk ja auch als peinlich genannt hat, diesem, naja, wir haben jetzt hier einfach mal den Faktor 30 hingeschrieben und dann mal sehen, finde ich auch trotzdem super erstaunlich, weil das so die die offene Flanke von Twitter zeigt, nämlich mangelnde Brillanz gerade. Es ist nicht so, dass man, also wenn du jetzt von irgendwelchen anderen Softwares, mit denen du ständig in Kontaktbiss, dessen Quellcode sehen würdest, würde ich unterstellen, gäbe es immer mal wieder so wow Momente oder solche Wo man so denkt, krass, dass das passiert unter der Haube, um mir dann ein Ergebnis anzuzeigen. Also eines dieser Beispiele ist vermutlich die Verarbeitung, wenn du ein Foto machst. wie viele Layer dieses Fotos im Telefon eigentlich erstmal verarbeitet werden und was da eigentlich alles KI-mäßig passiert oder Machine Learning-mäßig passiert. Ist ja super aufregend und spannend. Und wenn du das jetzt aber mal vergleichst mit dieser, in Anführungsstrichen, algorithmischen Sortierung, das ist ja nur ein, das ist ja nichts dagegen.
17:08 Dennis Horn
Ja, absolut. Vielleicht für die Debatte natürlich super interessant, weil man jetzt sozusagen ein Objekt und eine Klarheit eines Algorithmus hat, an der man sich festhalten kann. Das macht es natürlich einfacher, darüber zu debattieren, weil das Objekt, über das man spricht, jetzt an der Stelle so einfach ist.
17:30 Gavin Karlmeier
Ja, ja, voll. Aber wenn man nochmal auf diese Facebook-Geschichte halt daneben schaut und sagt, wir haben hier irgendwie als wichtigstes Kriterium in der Auswahl eigentlich die. inhaltliche Affinität zum Thema, um das es geht, um das Interessencluster. Und dann legst du daneben, was bei Twitter hier die Datenpunkte sind. Da ist Akash Gub da, der hat den Algorithmus von Twitter hier in einem Thread sehr, sehr kleinteilig auseinandergenommen. Und er sagt, es gibt nur drei Datenpunkte in diesem Modell hier. Und das eine ist das Engagement, also Likes, Retreats, Replies. Dann deine Nutzungsverhalten auf Grundlage von Mutes, Unfollows und Spam Reports, also wo gibst du negative? Negatives Feedback und den Follower-Graph, einfach nur um zu schauen, wem folgst du. Das sind die einzigen drei Datenpunkte. Und die haben ja wirklich gar nichts damit zu tun, wie du dich verhältst oder was dir gefällt, sondern am Ende nur Was likst du und was nicht?
18:25 Dennis Horn
Ja, exakt.
18:26 Gavin Karlmeier
Und das ist ja wirklich ein bisschen ein bisschen wenig. Bevor wir da weitergehen, ich würde ganz kurz, weil wir gerade in diesen Thread sind, noch zwei, drei andere Kleinigkeiten mit reinschmeißen, die ich da auch bemerkenswert finde. Zum Beispiel gibt es eine Reichweitendrosselung für Tweets, die Worte beinhalten die in keiner Sprache auftauchen. Also er hat hier geschrieben, making up words or misspelling hurts. Also wenn ein Wort als unknown language identifiziert wird dann straft das den Tweet massiv ab, was spannend ist, weil du quasi damit so Rechtschreibfehler ausmeerst oder verhindert, das führt dazu, dass deine Nutzungserfahrung von Twitter eine deutlich sortiertere ist, nehme ich an.
19:12 Dennis Horn
Ja, also da müsste man jetzt die Bibliothek im Hintergrund kennen, nach der das bewertet wird. Ich halte das nicht für schlau.
19:20 Gavin Karlmeier
Nee. Aber okay, interessant. Das auf jeden Fall. Dann gibt es eine Strafe für Tweets, die out of your network sind. Also die offenbar eine Art, die viele Replies erhalten von Menschen, die sich nicht in deinem Netzwerk bewegen. Auch das finde ich spannend, weil das so eine Art Vermutlich ist das übrigens der Punkt, an dem diese Hate Speech Impressions eingefangen werden sollen.
19:50 Dennis Horn
Ja, das ist das super interessant.
19:52 Gavin Karlmeier
Weil das ja dazu führt, dass wenn du einen Tweet hast, der zum Beispiel bei Telegram rumgereicht wird und alle Leute Fang an, ihn zu nutzen, um dich zu beleidigen als Absender, dann taucht der Tweet bei mir möglicherweise in der algorithmisch sortierten Timeline gar nicht mehr auf.
20:08 Dennis Horn
Ja, und gleichzeitig wird damit Viralität bestraft, die ich ja mit guten Tweets auch sammeln könnte, die also besonders viele Retweets einheimsen. Das heißt, wir haben hier. Ein Faktor, der eigentlich eine Filterblasenbildung verstärkt. So würde ich das interpretieren. Und wo jetzt ein bisschen monokausal gehandelt wird. Also man guckt sich jetzt diesen einen Case an, nämlich dass das Hate Speech sein könnte, was in der Analyse richtig ist. Und bestraft damit alle anderen Situationen, in denen ein solches Muster auch auftauchen könnte. Auch wieder schwierig.
20:51 Gavin Karlmeier
Ja, und wahrscheinlich nur, um das höhere Ziel zu erreichen, nämlich am Ende kommunizieren zu können, dass die Hate-Speech Impressions runtergegangen seien. Finde ich total spannend, weil man das von anderen sozialen Netzwerken tatsächlich anders kennt. Also dass du durchaus weißt, Instagram Stories, erzähle ich immer in meinen Seminaren, habe ich das immer mit drin. Du hast in Instagram Stories ja vier Möglichkeiten zu navigieren, nämlich zur nächsten Slide, zur vorherigen, in die nächste Story oder raus. Das sind deine vier Möglichkeiten. Und nur eine von denen hat eine klare Aussage, nämlich in die nächste Story zu gehen, weil das klar aussagt, diese Person möchte Storys gucken, aber deine nicht. Und alle anderen können sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. Und man muss davon ausgehen, dass Das auch so gehandhabt wird vom Algorithmus am Ende. Und hier haben wir jetzt den Beweis, dass es bei Twitter eben nicht so ist. Das ist schon ein starkes Stück tatsächlich.
21:43 Dennis Horn
Ja, und die anderen Algorithmen, vor allem die von Meta natürlich, wägen die verschiedenen Faktoren auch einfach gegeneinander ab. Also es gibt keinen, der automatisch erst einmal raussticht und alle anderen übertrumpft. sondern das ist ein sich gegenseitig regulierendes System. Und gegen diese Idee stinkt natürlich das, was wir jetzt im Twitter-Algorithmus sehen, ab.
22:09 Gavin Karlmeier
Voll. Und dann haben wir hier noch einen Punkt, den ich noch mit reinbringen möchte. Und dann können wir uns auch fast vom Inhaltlichen hier verabschieden, glaube ich. Um und zwar sagt auch Akash Gupta, um Misinformation is highly downranked. Es gibt so Labels, nach den Tweets Kategorisiert werden, die dazu führen, dass die Tweets eben nicht mehr vorgeschlagen werden. Dazu gehört zum Beispiel das Label Do Not Amplify. Über das haben wir schon mal gesprochen, vielleicht erinnerst du dich. Also quasi de facto Shadowban. Da gehören so Sachen wie not safe for work, also erotische Inhalte beispielsweise. Dann gibt es eben das Label Missinformation, Medical oder Generic, Civil, also nach allen möglichen Kategorien. Informationen, die dessen Formation verbreiten sollen. Und dann steht da ein Punkt dabei, der heißt einfach nur Ukraine Crisis Topic. Also auch Tweets, die sich mit der Ukraine auseinandersetzen, sind grundsätzlich erstmal abgestraft.
23:08 Dennis Horn
Das ist super interessant und auch hochproblematisch. Und ich finde übrigens auch die anderen Punkte, da überrascht mich, dass diese Labels da noch drin sind. Weil das ist ja ein Punkt, von dem Elon Musk gesagt hat, das darf gar nicht sein. Also der hat ja insbesondere sich in der Corona-Debatte positioniert. auch mit den Twitter-Files, die ja im Grunde so ein bisschen seine Sichtweise immer nochmal untermauert haben. Gegen all das, was da an Inhalten rausgelassen oder runtergerankt wurde, weil es nicht. Dem wissenschaftlichen Stand entsprach. So. Und jetzt ist hier so ein Label ja noch drin. Also da geht es mir noch nicht mal. Also wir können auch über ein runterranken des Themas Ukraine insgesamt diskutieren. Auch das ist hochproblematisch, weil Twitter hier natürlich die Inhalte steuert und sagt, welche Themen hier gewünscht sind und welche nicht. wenn ein solches Label zum Zug kommt und dann für Reichweiten sorgt oder nicht. Aber interessant finde ich, dass hier Labels drin sind. von denen er ja schon länger gesagt hat, das darf hier nicht passieren. Und ich meine, er hatte jetzt Monate Zeit, sowas ausmerzen zu lassen.
24:35 Gavin Karlmeier
Die Frage, finde ich, leitet genau zum nächsten Themenkomplex, über die in diesem Algorithmus drin hängt, nämlich die Frage. Von wann sind diese Daten? Also welches Bild sehen wir hier gerade? Und warum hat man sich auf die Vorbereitung, auf die Veröffentlichung, die so lange geplant und auch schon mal verschoben wurde? nicht besser vorbereitet. Also wie kann es sein, dass ein veröffentlichter Quellcode eine Variable mit dem Namen isEon der Autor? Warum gibt man sich dieser Blöße hin, wenn es doch die Möglichkeit gegeben hätte, das zu verhindern? Variante 1 Irgendeiner aus dem Team von Twitter hat sich gedacht, jetzt zeigen wir es mal ein und lassen das bewusst drin, Elon Musk wird es eh nicht merken. Variante 2 ist einfach Fahrlässigkeit.
25:24 Dennis Horn
Oder Variante 3, es ist wirklich der Gedanke, aber der naive Gedanke. hier Transparenz herzustellen und mit dem Erwartungsmanagement, das vorher auch betrieben wurde, also ihr werdet viel zu lachen haben, das wird peinlich sein, was ihr da seht. Den Gedanken zu haben, damit kann man das halt einfach abfangen. Also diese typische Late-Startup-Mentalität, die Elon Musk da so an den Tag legt.
25:56 Gavin Karlmeier
Ja, genau so.
25:59 Dennis Horn
Also er will da wieder so ein Startup draus machen, dann können wir uns das auch jetzt leisten. Ja, Moment, das steht aber das und das drin, ja, ist egal. Ich finde aber ganz kurz noch an der Stelle den Gedanken interessant. Du hast dieses Label Is Elon erwähnt, vielleicht. Vielleicht können wir das noch kurz mal ein bisschen weiten, weil das war ja eine Diskussion, die, oder vertiefen, das war ja eine Diskussion, die am Wochenende richtig stark geführt wurde. Wurde. Also die Leute, die sich den Quellcode angeguckt haben, die haben offenbar als erstes einmal STRG F eingegeben und dann Elon. Um zu gucken, ob irgendwo im Code draufsteht Und wir haben eben über diese Reichweitenverstärkung gesprochen, aber hier ist ja noch was anderes aufgetaucht, nämlich dass Tweets geprüft werden auf. Erstens sind die von Elon Musk, zweitens sind die demokratisch oder drittens sind die republikanisch und da gab es noch einen vierten power user genau Und da haben dann die Leute, die sich das angeguckt haben, zuerst erst einmal reininterpretiert, das ist ein Stück Code, das einen Umgang mit den Tweets vorsieht. Also wenn das von Elon Musk ist oder wenn das von Demokraten oder von Republikanern ist oder von Power Usern. Aber das war ja nicht so, sondern Twitter war dann sehr schnell zu sagen, nee, Moment, Moment, Moment, Moment. Das ist um zu messen. Ja, also wie stark kommen hier die Tweets von Elon Musk vor? Wie stark ist hier ein eine Schlagrichtung zu erkennen, in Richtung Power User, in Richtung demokratische, in Richtung republikanisch orientierte Tweets. Und diese Messung Wenn ich das richtig verstanden habe, sollte dafür da sein, um Änderungen an diesem Algorithmus dann zu prüfen. Ob die zu irgendeinem einer Schlagseite führen am Ende. Habe ich das so richtig zusammengefasst?
28:15 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe das auch so verstanden. Hab das aber, also technisch habe ich das auch so verstanden. So rein unternehmenstechnisch habe ich es nicht verstanden. Also Warum gibt es diese Unterteilung in demokratisch und republikanisch? Und dann sind wir wieder bei der Frage von eben, seit wann gibt es die denn? Also ist das nicht so gut.
28:38 Dennis Horn
Und wie genau wird diese Unterteilung getroffen? Weil ehrlich gesagt sind so vier Kategorien. Und dann in einer Debatte, die ja sehr viel differenzierter ist, also was heißt demokratisch, was heißt republikanisch Ist dieser Hufeisengedanke 50-50 so überhaupt angebracht? Also, das findet sich darin ja auch gar nicht wieder, und das ist ja fast noch peinlicher in dieser Naiven und einfachen Unterscheidungen, als diese Algorithmus struktur, wie wir sie eben beschrieben haben.
29:13 Gavin Karlmeier
Die Frage ist so ein bisschen, ist es tatsächlich auf den Tweet bezogen oder auf den Account, der diesen Tweet veröffentlicht hat? Selbst dann Kommen wir aber wieder zu dem Schluss, den du gerade ausgeführt hast. Ist das überhaupt sinnvoll, eine Ausgewogenheit um eine Ausgewogenheit herzustellen? Oder, und das kommt ja glaube ich auch noch dazu, oder gibt es hier schon eine Art Playbook nach dem Wertekompass von Elon Musk, der eine Art Verschiebung des Diskurses nach rechts? Impliziert. Also könnte es sein, dass hier der Begriff demokratisch auch gleichbedeutend ist mit Linksvogue, wie auch immer man das alles benennen möchte, und ist republikanisch hier eigentlich der Begriff rechtskonservativ außen. Das wissen wir alles nicht, aber wäre nicht überraschend.
30:07 Dennis Horn
Ja, das kommt auf die Kriterien eben an, nach denen das zusortiert wird in diese Raster, die wir da eben genannt haben. Dabei würde ich sagen. Also ich halte das ja für keine schlechte Idee, das zu messen. Also welche Änderungen am Algorithmus möglicherweise zu welcher Schlagseite führen. Aber wenn man das wirklich messen möchte. dann gibt man Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Vollzugriff auf die API.
30:31 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Haben wir noch nicht.
30:36 Dennis Horn
Nicht mehr.
30:38 Gavin Karlmeier
Genau, nicht mehr, ja, genau. Zwei Sachen noch. Das eine ist, Jack Dorsey findet die Veröffentlichung gut, hat er gesagt.
30:48 Dennis Horn
Also auf einem ganz hohen abstrakten Level, das sich nicht mit all den Punkten beschäftigt, die wir gerade besprochen haben, kann man das ja auch sagen.
30:55 Gavin Karlmeier
Ganz grundsätzlich, die Veröffentlichung ist ein guter Schritt. Ja, findest du wirklich oder findest du nicht, dass man das gar nicht voneinander trennen kann?
31:05 Dennis Horn
Was voneinander trennen kann?
31:07 Gavin Karlmeier
Also den grundsätzlichen Schritt der Veröffentlichung des Algorithmuses Kann man denen überhaupt getrennt davon betrachten, wie das Ganze jetzt hier aussieht? Was wir da eigentlich haben, welche Bedenken da eigentlich alle mitschwingen?
31:21 Dennis Horn
Nee, doch, ich finde schon, dass man das voneinander trennen kann. Also ich finde schon, dass man grundsätzlich sagen kann, es ist super, dass wir mal auf dieser Ebene darüber diskutieren können. Und ich glaube, dass die Angreifbarkeit und die verschiedenen Aspekte der Debatte. Ich glaube, dass Elon Musk das nicht bewusst war. Also ich glaube tatsächlich, dass er diese Startup-Denker hat. Ah komm, ich mach das jetzt und dann werden da Vorschläge bei GitHub eingereicht und dann wird das alles besser. Aber die Dimension, die all das hat, in der Konsequenz, politisch, gesellschaftlich. Die Perspektive, aus der heraus wir jetzt darüber diskutieren. Ich glaube, dass das gar nicht sein Punkt ist. Und ich glaube aber, dass es aus diesem Punkt heraus extrem gut ist, dass wir jetzt ein Diskussionsobjekt haben. Aus dem Verbesserungsgedanken heraus, den er pflegt, bin ich mir wiederum nicht so sicher. Gerade bei so Algorithmen, die so simpel gehalten sind, wie das jetzt bei Twitter der Fall ist, offenbar. führt das ja dazu, dass man manche Änderungen an diesem Algorithmus so oder so sehen kann. Und was er nicht veröffentlicht hat, mit diesem Gedanken, ja, weißt du, also im Grunde sagt er ja, komm, wir haben Wir haben tausende unserer Leute und hunderte Entwicklerinnen und Entwickler gefeuert. Und jetzt macht die Community das einfach. So, das ist ja das, was da eigentlich geschieht. Und wenn er das gut machen wollen würde. Dann müsste er dazu auch die Spielregeln veröffentlichen, nach denen solche Change-Requests angenommen werden oder nicht.
33:10 Gavin Karlmeier
Das muss man ja wissen. Guter Punkt, ja absolut.
33:12 Dennis Horn
Und was dort angenommen wird oder nicht, ist totale Willkür. Also halte ich dieses Modell, dass er da fährt. Das halte ich nicht für sinnvoll und nicht für gut. Das finde ich nicht begrüßenswert, weil das nichts verbessert am Ende. Die Willkür bleibt gleich, aber für die Debatte kann ich diesen Schritt nur begrüßen, weil wir jetzt eben wissen, worüber wir sprechen.
33:36 Gavin Karlmeier
Okay, ich stimme mich zu.
33:38 Dennis Horn
Den Unterschied würde ich machen.
33:40 Gavin Karlmeier
Ja, einverstanden. Wir haben am Wochenende aber jetzt nicht nur diese eine Frist erlebt, sondern auch eine andere Frist und zwar der 1. April, das war Samstag. Und das wäre eigentlich der Tag gewesen, an dem wir alle auch ich und auch du und auch viele andere unsere Legacy Blue Haken hätten verlieren müssen.
33:59 Dennis Horn
Ja, ich war überrascht über diese Erwartung. Weil ich die Kommunikation davor schon so wahrgenommen habe als an ab dem 1. April
34:11 Gavin Karlmeier
Ja, und das ist ja auch so, vor allem wenn man dann mal drauf schaut, wie eigentlich dieser Prozess aussehen müsste. Da haben wir ja auch schon mal drüber gesprochen, wie dieser Prozess aussehen müsste, damit alle ihren blauen Haken verlieren. Denn es ist nicht so, dass man einfach so einen SQL-Request schreibt und sagt, alle, die verifiziert sind, nicht mehr verifizieren. Dafür hätte man in dem Moment, als TutaBlue eingeführt wurde, wahrscheinlich hier einen anderen Tag setzen müssen. Es ist scheinbar so, dass es eine eigene Tabelle ist, in der alle verifizierten Menschen drinstehen und da steht dann drin, wer eigentlich ein Twitter Blue-Abo hat und wer nicht. Ah!
34:50 Dennis Horn
Also das heißt, da muss jetzt eine Crew von Leuten händisch durchgehen.
34:55 Gavin Karlmeier
Ja, exakt. Oder wie Elon Musk sagt. Wir geben Ihnen noch ein bisschen Zeit oder ein bisschen Grace, also Gnade, bis Sie sich entscheiden können oder bis Sie sich entschieden haben, ob Sie jetzt bezahlen möchten oder nicht. Hat jemand schon diese Entscheidung auch getroffen, nämlich die New York Times? Die hat öffentlich geschrieben, dass sie nicht mehr nicht dafür bezahlen wird. diesen blauen Haken zu haben. Wir haben da ja auch drüber gesprochen in unserer Episode am Freitag. Und daraufhin hat Elon Musk auf einen Meme-Tweet von irgendeiner Person geantwortet, oh okay, okay, we'll take it off then. Und hat den blauen Haken der New York Times gelöscht. Oder den goldenen Haken, ich weiß es gar nicht.
35:39 Dennis Horn
So, und das heißt ja, dass jetzt alle Leute hingehen können und ihren eigenen Account zu einem Fake New York Times-Account machen können, die schon verifiziert sind. Und dann so aussehen, als wären sie die offizielle New York Times. Also da ist jetzt Tür und Tor geöffnet.
35:54 Gavin Karlmeier
Ja, komplett richtig. Vor allem führt das aber dazu, dass wenn du die New York Times in der Twitter-Suche suchst, du jetzt erstmal die Accounts New York Times Tech, New York Times Theater. New York Times Arts, Foto, Books, Music, also alle anderen Unteraccounts findest, weil die alle noch verifiziert sind. Und die New York Times mit 55 Millionen FollowerInnen gar nicht mehr in der Suche auftragt, weil sie keinen Haken mehr haben.
36:14 Dennis Horn
Also ist Twitter weniger gut nutzbar für Leute, die interessiert sind.
36:19 Gavin Karlmeier
Kann man so sagen. Vor allem führt das natürlich zu einer Verschiebung, weil jetzt die New York Times als Einziger Account, den Lonhagen aberkannt bekommen hat, hast du hier eine absolute Ungleichbehandlung gegenüber anderen Medien. Also, das ist tatsächlich ein sehr expliziter Angriff auf ein Medienhaus.
36:38 Dennis Horn
Das kann man nicht anders machen. Könnte man da klagen als New York Times jetzt eigentlich?
36:43 Gavin Karlmeier
Ich kenne das amerikanische Rechtsmodell nicht, aber die bayerische Landesmedienanstalt könnte da vermutlich schon etwas bewerten. Wir haben ja diese Liste gemacht an Medien, die jetzt die Twitter Blue oder Verified Organization nicht abschließen möchte. Die Liste geht jetzt ein bisschen weiter, denn Mashable hat das auch mit ein paar Prominenten durchgeführt und mal gefragt, hey, wie sieht es eigentlich aus? Und hat auch geschaut. Was twittern die eigentlich alle? Da sind so Leute bei wie LeBron James, das Weiße Haus oder Ice T, die haben alle gesagt, die möchten für den blauen Haken nicht bezahlen.
37:19 Dennis Horn
William Shetner war auch dabei, ne? Ja, natürlich. Natürlich. Also es überrascht mich nicht und ich finde die Klarheit, mit der das jetzt geschieht, hochinteressant. Weil könnte ja auch sein, aber da haben wir ja schon drüber geredet, wir vermuten das eher so in den bei den KMUs und Den den Leuten, die gerne Influencer wären, so, ähm, die sich dann den Den blauen Haken kaufen. Und wenn das aber jetzt die, um die es geht, nicht machen, wie verhält sich Elon Musk dann strategisch? Also bei den Unternehmen hat er ja schon Hat er ja schon eine Ansage gemacht, die 10. 000 besten Werbekunden oder irgendwie so. Die bekommen den goldenen Haken zum Beispiel kostenlos, aber da fehlt mir noch eine Idee. wie mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dann umgegangen wird. Weil ich kann mir nicht vorstellen, dass er den Weg dann weitergeht, ohne zu versuchen, denen irgendeine Form von Incentive zu geben. Weil das ja doch Leute sind, die für diese Plattformen enorm wichtig sind.
38:34 Gavin Karlmeier
100 Prozent.
38:35 Dennis Horn
Oder bei den Unternehmen waren es die 10. 000 mit den meisten Followern. So war das.
38:40 Gavin Karlmeier
Ich stimme, aber die New York Times übrigens nicht. Spannerweise, 55 Millionen. Ich stimme dir natürlich zu. Auf der anderen Seite kann Elon Musk diese Incentive-Maßnahmen ja auch gar nicht so breit gefächert ausüben. Weil das ja bedeuten würde, dass plötzlich doch nicht mehr alle gleich sind, womit er die ganze Zeit ja eigentlich dafür geworben hat, dass Twitter Blue jetzt das neue Modell ist.
39:01 Dennis Horn
Ja, was schon an sich natürlich Makulatur war, aber du hast absolut recht. Also er kann dem nur beikommen mit einer Lösung, die dafür sorgt, dass sein Modell, das er da versucht zu installieren, völlig abwegig scheint.
39:17 Gavin Karlmeier
Ganz genau. Und du wirst mir ja niemandem erzählen können, dass ein LeBron James oder ein William Shatner nach so einer öffentlichen öffentlichen Bekanntgabe, wenn die jetzt plötzlich doch einen blauen Haken mit Twitter Blue haben, für den sie nicht bezahlt haben, dass sie das für sich behalten. Das ist ja völlig unmöglich. Das heißt, da kannst du gesichtswahrend nicht rauskommen. außer in Kauf zu nehmen, dass die Prominenten abwandern. Denn wenn sie sich hier nicht verifizieren lassen und dementsprechend eigentlich nur noch über FollowerInnen Masse überhaupt klarzustellen ist, dass sie das sind. Also dass ihre einzige Verifikationsmöglichkeit ist. Und demnach jeder mit vielen FollowerInnen eigentlich sich als jeder Prominente herausgeben kann. dann ist diese Plattform für prominente Personen nicht mehr attraktiv.
40:02 Dennis Horn
Und je mehr Leute jetzt eine Position in der Richtung beziehen und je mehr Organisationen das tun, desto weniger können eigentlich die Traute haben, im Anschluss diesen Schritt auch zu gehen. Und oder diesen Schritt zu gehen und Twitter Blue zu abonnieren. Das heißt Da entsteht jetzt eine ganz interessante Dynamik, möglicherweise.
40:23 Gavin Karlmeier
Ja, weil es jetzt so eine Gegenbewegung gab es ja so im, ich nenne es mal im Tütaversum. Das ist, glaube ich, kein Begriff. Aber schon länger, ne? Das ist halt, also in den letzten Tagen der API gab es diesen Dienst, mit dem du alle Blue-AbonnentInnen blockieren konntest. Oder es gibt auch jetzt immer wieder den Aufruf, und Jan Böhmermann hat das zum Beispiel öffentlich gemacht, dass alle mit Twitter Blue einfach knallhart wegblockiert werden. Das kann man natürlich durchaus so vertreten. Man kann sich damit auch so hinstellen und sagen, hier Alle, die Twitter Blue haben, sind für mich nur, ich weiß nicht, was hier so die Begrifflichkeiten sind, die da so vorherrschen. Ich sag mal, speichelecker, weg mit denen. Das kann man natürlich so vertreten, aber damit löst du halt so Wellen natürlich am Ende aus, weil die dann in der abgeschwächten Version genau diese Interpretation sind, die wir hier gerade aufgestellt haben.
41:10 Dennis Horn
Im Gegensatz zu Tesla und SpaceX Bestimmen bei Twitter die Kunden mit die Kultur und das zu ignorieren kann dann einfach ganz böse nach hinten losgehen.
41:22 Gavin Karlmeier
So ist das. Das fliegt einem um die Ohren. Ich habe noch drei Sachen. Wir fangen mit der Geschichte an, die einen wahrscheinlich am meisten ärgert. Es gibt ein Programm bei Twitter, bei dem immer wieder die MitarbeiterInnen gefragt werden, ob sie nicht einen Teil ihres Gehaltes spenden möchten für NGOs. Beispielsweise. Das Ganze wird über einen Drittdienstleister dann umgesetzt, sozusagen. Benevity heißt dieses Programm. Und das haben viele gemacht. In den letzten Jahren kamen da immer so ungefähr vier Millionen Dollar im Jahr zusammen. Und jetzt ist es so, dass dieses Dieses Programm auch dieses Jahr wieder lief und durchaus MitarbeiterInnen mitgemacht haben. Die NGOs allerdings gesagt haben, sie haben noch kein Geld bekommen, obwohl MitarbeiterInnen sagen, dass dieser Betrag bereits von ihrem Gehaltscheck abgezogen wurde. Das heißt, Twitter hat hier Spendenbereitschaft von MitarbeiterInnen genutzt, um Gehälter einzubehalten, hat aber dieses Spendenversprechen, das diese MitarbeiterInnen damit abgegeben haben, nicht umgesetzt.
42:24 Dennis Horn
Das ist Veruntreuung von Spenden, wenn so etwas hier dahinter steckt. Das ist böse. Also, da kann ich mir jetzt auch in den USA nicht vorstellen, dass es nicht strafbar ist.
42:37 Gavin Karlmeier
Also in Deutschland reicht es ja sogar schon, wenn du bei mal angenommen machst bei einer Veranstaltung mit, wo du 300 Euro Gage kriegst und du sagst, du möchtest die spenden und du führst dieses Geld dann eben nicht einem guten Zweck zu, dann in diesem Moment hast du schon ein Spendenversprechen gebrochen. Und das ist schon strafbar. Dementsprechend stimme ich dazu, ich glaube auch, dass sowas empfindliche Strafen mit sich bringen könnte
42:59 Dennis Horn
Ich habe gerade Veruntreuung von Spenden gesagt, das stimmt natürlich nicht, weil die ja noch nicht da angekommen sind und dann nicht für den Zweck zugeführt wurden. Aber ja, absolut richtig.
43:09 Gavin Karlmeier
Genau. Twitter sagt, man ist working on it. Na klar. Natürlich. Dann eine Jenga-Geschichte, die hast du mitgebracht, dass ein Video weiterläuft, wenn man die Timeline wechselt. Das ist fantastisch.
43:24 Dennis Horn
Mein Bruder hat mir das geschickt. Also du bist in der Timeline. Und Du klickst auf Video Start und dann gehst du da wieder raus, um den Kontext zu wechseln. Im Hintergrund läuft der Sound einfach weiter. Und in der neuen Timeline, in der du landest, startest du noch ein anderes Video und Mann, gibt es einen Spaß akustisch.
43:44 Gavin Karlmeier
Vor allem habe ich das auch schon mal beobachtet, konnte das aber nicht reproduzieren. Also ich hatte denselben Effekt, dass bei mir ein Ton läuft, den ich nicht nicht finden konnte, der auch nicht im Betriebssystem als abgespielter Ton dargestellt wird. Ja, ganz wild. Und noch eine kleine Geschichte zum Schluss, du erinnert sich an Harald Dürr, isländischer früher Startup-Gründer, Mitarbeiter von Twitter Der Mensch, der wegen seiner Behinderung von Elon Musk auch immer wieder beleidigt wurde. Die beiden haben sich dann ja offenbar ausgequatscht. Jetzt ist es so, dass wenn Haraldur etwas twittert.
44:17 Dennis Horn
Ja, also ausgequatscht, ich meine, Elon Musk hat vielleicht auch eingesehen, wenn er da jetzt so weitermacht, dann wird das sehr teuer für ihn.
44:25 Gavin Karlmeier
Richtig, wahrscheinlich ist das auch Teil der Wahrheit, das würde zumindest sein Verhalten erklären. Denn Harald Dürr twittert fleißig so über sein Leben und schreibt immer wieder Dinge. Und Elon Musk antwortet immer mit sehr freundlichen Nachrichten darunter, also wirklich immer so, dass man das Gefühl bekommt, die beiden sind doch eigentlich ein bisschen Buddies. Also egal, was Harald durchschreibt und wenn er nur eine These in den Raum stellt, sowas wie die meisten Streite können mit einem guten Map aus der Welt geschafft werden, schreibt Elon Musk einfach nur drunter. True. Also da gibt es so Kontaktaufnahmen. Und das Schöne ist, Haraldur ghostet ihn. Also er reagiert darauf nicht, er antwortet nicht, er liked es nicht, er lässt es einfach so stehen.
45:03 Dennis Horn
Ja, wie so der Stufen-Vollidiot in der Schule, der mal für irgendwas so richtig Ärger bekommen hat und weil der Ärger so hart war, wie er ihn noch nie erlebt hat, sich jetzt irgendwie so bei seinen bei seinen Stufenklassenkameradinnen und Kameraden einschleimt und es will aber keiner mehr was mit ihm zu tun haben und ignoriert das einfach. Es ist großartig.
45:25 Gavin Karlmeier
Ja, es ist wirklich großartig. Vor allem, wenn man sich dann überlegen muss, wie sich die Dynamik geändert hat von dem Moment, wo Hall Dürr quasi versucht hat, über Twitter Kontakt zu Elon Musk aufzunehmen, weil er wissen wollte, ob sein Arbeitsvertrag bei Twitter noch existiert. Und jetzt genau umgedreht ist, Elon Musk versucht hier irgendwie Süßholz zu raspeln und schafft es nicht.
45:48 Dennis Horn
Mit wahlweise einem einzelnen oder dann einfach gar keinen Tweets mehr Elon Musk in seinem eigenen Netzwerk komplett ausspielen. Das gefällt mir sehr.
45:58 Gavin Karlmeier
Ich bin mir sicher, wie wir das schaffen werden, wenn es hier weitergeht.
46:03 Dennis Horn
Dann sagen wir bis morgen.
46:05 Gavin Karlmeier
Bis morgen, Dennis.
46:09 Dennis Horn
Werbung.
46:10 Gavin Karlmeier
Moderne Arbeit findet heute überwiegend im Browser statt, doch die Sicherheitsmaßnahmen halten damit oft nicht Schritt. Browser werden zunehmend zu einem zentralen Angriffspunkt. Dort, wo Phishing, Schatten-IT und Datenlegs innerhalb von SAS-Anwendungen und Live-Sitzungen auftreten. Nordlayer hat deshalb den Nordlayer Browser entwickelt. Er vereint Transparenz, Kontrolle und Sicherheit direkt in den Arbeitsablauf, schützt ihre Unternehmensdaten und standardisiert die Sicherheit in Web-Apps, ohne zusätzlichen Aufwand für IT-Teams. Mehr Info auf Nordleier.
46:41 Speaker 4
com