Elon Musk hat FOX News ein langes „Interview“ gegeben … ein Gespräch geführt. Und es ging dabei um KI, Twitter und eine Liebe zwischen ihm und Tucker Carlson, die gerade erst anfangen könnte. Außerdem sprechen wir über die POSSIBLE-Konferenz und über die neue Instanz des ZDF.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich Gevin. Hallo Dennis. Wie ist die Lage? So ganz gesamt gesellschaftlich betrachtet?
00:14 Dennis Horn
Ja, also sagen wir mal so deine heute. Ja, ich bin ein bisschen, ich hab, also ich hab mehr Zeit mit Tucker Carlson und Elon Musk verbracht, als das glaube ich für die. für das Seelenheil eines europäisch-demokratisch ausgerichteten Menschen gesund wäre, aber es ist den Umständen entsprechend ganz gut.
00:34 Gavin Karlmeier
Das wollte ich doch hören. Also, wir haben ja gesagt, wir kämpfen uns durch, damit ihr das nicht tun müsst. Und das machen wir doch direkt zu Beginn, weil dann haben wir es auch einfach hinter uns. Ja. Also vielleicht starten wir mal mit dem Punkt, der jetzt am häufigsten zitiert wurde und über den ich am häufigsten gelesen habe. Wir haben ja gestern diese Nummer vorgeschoben mit Die Regierung hatte Full Access on Twitter. Da kommen wir gleich nochmal zu. Eine ganz andere Geschichte hat, finde ich, die meisten Schlagzeilen verursacht, und das ist Elon Musks Erzählung darüber wie er jetzt einen eigenen KI-Chatbot schaffen möchte. Und sein Plan ist, einen Chatbot zu erschaffen, der maximal wahrheitssuchend ist. Hat auch direkt einen Namen dafür, den hören wir jetzt gleich. Und der versucht, die Natur des Universums zu verstehen. Wir hören mal rein, vielleicht kurz zu Beginn.
01:33 Speaker 4
I'm gonna start something which I know you could call truth GBT or uh a maximum truth seeking AI that tries to understand the nature of the universe. And I think this This might be the best path to safety in the sense that an AI that cares about understanding the universe is unlikely to annihilate humans because we are an interesting part of the universe.
01:56 Dennis Horn
What the fuck, ey? Und das ist wirklich nicht das Absurdeste, was in diesem Interview passiert, kann man schon mal hinterher schicken. Aber also da sind schon ganz viele spannende Sachen drin. Alle stürzen sich natürlich auf dieses offensichtlich von ihm improvisierte Truth. GPT? Oder glaubst du nicht, dass es improvisiert ist?
02:13 Gavin Karlmeier
Ja, weiß ich nicht. Also Katrin hat uns bei Mastodon geschrieben. Wenn True GPT mal kein Doc-Whistle ist, dann weiß ich ja auch nicht mehr. Und das erinnert ja schon stark an Truth Social und ist irgendwie so ein Begriff, der so in der libertären Szene in den USA ja schon irgendwie eine Rolle spielt. Ich weiß es auch nicht.
02:31 Dennis Horn
Ja, ich würde das gerne mal so ein bisschen in das Gesamtgespräch einfügen, weil er immer wieder diesen Begriff der Wahrheit aufbringt und auch der Wahrhaftigkeit. Also ich glaube, das findet beides statt. Er sagt auch im Laufe des Gesprächs, also bevor wir gleich wirklich zu Twitter kommen, aber sagt er auch, dass das eigentliche Ziel von ihm ist, Twitter zur wahrhaftesten Plattform überhaupt zu machen oder akkuratesten Plattform. Dass das schon so Das zumindest das offen erklärte Ziel ist. Und was ich ganz spannend finde, ist, dass er auch in diesem Interview, in diesem AI-Blog, das Interview ist eigentlich zweigeteilt. Die eine Hälfte behandelt eigentlich seine Sicht der Dinge auf die Auf die künstliche Intelligenz und die Bedrohung, die von ihr ausgeht. Nämlich zum Beispiel die komplette Vernichtung der Menschheit. Also er sagt, die KI als solche ist ungefähr so gefährlich. wie Flugzeuge, die nicht mehr kontrolliert werden.
03:23 Gavin Karlmeier
Ja, alte These, er hat ja auch mal zusammen mit Stephen Hawking und anderen, da haben wir ja schon drüber gesprochen, das ist einen offenen Brief unterschrieben.
03:29 Dennis Horn
Ja, es war Steve Watson hier übrigens.
03:31 Gavin Karlmeier
Auch, auch, aber Stephen Hawking war auch dabei.
03:34 Dennis Horn
Na jedenfalls bei diesem alten damals, ja. Ach, okay. Auf jeden Fall stellt er den Begriff der Wahrheit, der Truth, stellt er einer Sache gegenüber, was er Chat-GPT ankreidet. nämlich die politische Korrektheit. Und er sagt, in dem Moment, wo Chat-GPT und OpenAI auf politische Korrektheit in der Formulierung achten, handeln sie untruthful. Und ich finde, das ist ein ganz spannendes kleines Schaufenster in die Gedankenwelt, in den in den Wertekosmos von Elon Musk, der auch ein bisschen besser verstehen lässt, warum er so handelt wie er handelt. Weil er tatsächlich glaubt, dass eine Formulierung aus Vorsicht anderen Menschen gegenüber, also jede Form der politischen Korrektheit, rührt ja immer aus einer Achtsamkeit oder einer Einem Bewusstsein darüber, mit wem man eigentlich spricht oder wer das hören könnte. Und er hält das für Lügen. Oder zumindest für unwahr. Und ich finde, also das, ich finde, da steckt schon wahnsinnig viel drin, was man so verstehen kann, um Elon Musk als Wesen zu verstehen. Und ich würde, also nach der Logik ist, glaube ich, auch jeder Spielfilm gelogen, weil die Menschen halt, die da handeln, nicht das erleben, von dem sie erzählen, was sie erleben.
04:53 Gavin Karlmeier
Also, das ist so ein bisschen diese zugrundeliegende Haltung, dass das, was man sagt, keine Konsequenzen hat, allein auf der Wortebene. Also, mich erinnert das manchmal an die Bild und die Welt und Menschen wie Damals Julian Reichelt, Don Alfonso, die haben auch immer ein wenig in diese Richtung, also zumindest habe ich die Haltung darin immer so gesehen. Dass die nicht anerkennen, dass Worte eben zu etwas werden können. So und ähm Das liegt da hier irgendwie gefühlt auch drin. Weißt du, was ich meine?
05:40 Dennis Horn
Ja, absolut, zu 100 Prozent. Also diese, diese, die, ich glaube, der große Konflikt, der da drin besteht, ist nicht. grundsätzlich nur der zwischen einem autoritären und einem liberalen Werteverständnis, sondern viel weiter noch die Frage, ob Freiheit Da endet, wo die Freiheit anderer beginnt, oder ob sie da weitergeht. Und ich finde das, ich glaube.
06:05 Gavin Karlmeier
Und also bewegt sich diese Grenze, die du gerade beschreibst. Auch im Raum der Worte und nicht nur der Taten.
06:14 Dennis Horn
Ja, genau.
06:15 Gavin Karlmeier
Also man kann an anderer Stelle auch darüber sprechen, ob diese Anerkennung, dass Worte verletzen können und etwas tun können und etwas daraus werden kann, auch zu weit gehen kann. Da gab es eine sehr spannende Episode mal vom Zeit-Föhnen-Podcast über Political Correctness und die These von Lars Weißbrot darin ist, dass das Zeichenpolitik ist. Und damit zu weit geht und nicht die eigentlichen Probleme löst. Aber hier sind wir sozusagen am anderen Ende des Spektrums.
06:48 Dennis Horn
Ja. Genau. Und ich finde es auch ganz spannend, dass er an anderer Stelle, also relativ dazuhängend, aber auch erzählt, dass er der sich eigentlich wünscht, dass KI stärker reguliert ist, weil jemand wie er sich sehr gut mit Regulationen auskennt und er sagt selber, jemand, der Autos herstellt. muss sich an die meisten Regularien halten, die man sich vorstellen kann. Und das wird nur noch getoppt von Raumfahrzeugen. Und das baut er ja auch. Und dementsprechend ist er eigentlich ein großer Fan von Regulation und auch wenn die in Nordamerika, Europa und China so unterschiedlich sind, sagt er, dass er Once in a Blue Moon nur den Sinn, die Sinnhaftigkeit von Regulation überhaupt in Frage stellt. Was eigentlich zu dem Schluss führt, dass wenn wir Elon Musk dazu gesetzlich zwingen würden, sich zum Beispiel ähm der politischen Korrektheit zu fügen. Dass er die dann nicht mehr in Frage stellen würde, wenn ich das richtig verstehe.
07:47 Gavin Karlmeier
Das war ja auch immer seine Argumentation, er hält sich in allen Ländern an die Gesetze. Können wir jetzt in der EU in Deutschland gerade infrage stellen. Also da lernt er die Gesetze ja wahrscheinlich in den kommenden Monaten und Jahren kennen, wie wir bereits wissen. Aber tatsächlich war das immer seine Linie, die er gezogen hat. Das heißt, er erkennt keine gesellschaftlichen Konventionen an, die es möglicherweise gibt, und die in diesem Konzept der Political Correctness ja stecken, sondern allein. rechtliche Interventionen. Und selbst da übrigens ja auch nicht vollständig. Dazu kommen wir gleich vielleicht nochmal, weil er hatte ja bei Tucker Carlson auch darüber gesprochen. Über den vollen Eingriff, Zugriff der Regierung, ja, und die bewegt sich ja in einem rechtlichen Rahmen Und da selbst da akzeptiert er es ja doch nicht so, oder? Er versteht das Konstrukt nicht. Aber mach erstmal weiter.
08:40 Dennis Horn
Genau, zu Twitter kommen wir gleich. Auf jeden Fall würde ich. Nochmal, also er versucht einzuordnen, wie es eigentlich zu dieser ganzen Geschichte kam, dass er an OpenAI beteiligt war, beziehungsweise sogar den, wie er sagt, die Idee, das Konzept und den Namen eigentlich reingegeben hat und auch das Geld. Und auch alles andere möglich gemacht hat. Also im Grunde, wenn das stimmt, was er erzählt, wäre er, ist er OpenAI gewesen. Bis er es irgendwann verlassen hat. Und er erzählt eine Geschichte, wie er darauf gekommen ist, dass es eine Art, also damals war das ja offenbar, eine Organisation, die absolut nicht profitorientiert war. Und die künstliche Intelligenz entwickelt hat, um ein Gegengewicht zu Google zu setzen. Und er erzählt von einem Treffen mit seinem damaligen guten Freund Larry Page, von dem er auch sagt, dass die beiden mal gut miteinander befreundet waren. Ist der Gründer auch? Ich bin mir gar nicht sicher. Aber er war auf jeden Fall CEO von Alphabet und dementsprechend so der Chef von Google, wenn man das so verkürzen möchte.
09:43 Gavin Karlmeier
Nachdem ist es auch der Page-Shrank benannt.
09:46 Dennis Horn
Ist das wirklich so? Ach krass. Wenn Mind is blown. Mehr als nach 40 Minuten Taker Carlson. Egal. Auf jeden Fall erzählt Elon Musk davon, dass Google ja als grundsätzliches Ziel eine große künstliche Intelligenz ausgibt, die eigentlich Die ganzen Prozesse, wie Suchmaschinen ja eigentlich ersetzen sollen. Und dass das so das ausgewiesene Ziel ist. Er gibt dem auch einen Namen, den habe ich gerade nicht parat, aber der ist auch gar nicht so wichtig. Ähm, und er sagt, er hat mit Larry Page darüber gesprochen, und Larry Page konnte seine Sorgen, die Elon Musk hatte, dass künstliche Intelligenz imstande sei, die Menschheit zu vernichten, weil er als Beispiel, was ich übrigens ein Sehr smartes Beispiel finde ich, glaube ich, ist aber nicht von ihm, weil er sagt, wir müssen uns das so vorstellen wie das Verhältnis zwischen Menschen und Schimpansen. Wir sind schlauer als Schimpansen. Und könnten jederzeit Schimpansen ausschalten, weil wir genau wissen, wie das funktioniert. Und derzeit sind aber die Menschen das schlauste Wesen, das es gibt. Und wenn es jetzt ein schlaueres Wesen gäbe als die Menschen Wäre dieses Wesen dazu imstande, eben dasselbe mit den Menschen zu tun, wie das, was die Menschen mit Schimpansen tun?
10:58 Gavin Karlmeier
Ja. Captain Obvious, aber die Frage ist ja, ob KI zusammen solchen Wesen werden könnte.
11:04 Dennis Horn
Das würde ich auch sagen, ja. Aber er sagt auch, die Intelligenz steckt dann eben in Datenzentern und eben nicht mehr in Wiesen. Naja. Und auf jeden Fall hat er das so alles Larry Page geschildert. Und dann ist folgendes passiert. Ich finde diesen Ausschnitt. den wir jetzt hören, bemerkenswert, weil der nicht nur zusammenfasst, wie was da passiert ist im Gespräch zwischen Elon Musk und Larry Page, sondern auch, was passiert ist zwischen Elon Musk und Taka Carlson, die offenbar Chemie haben.
11:30 Speaker 4
Wir hören da mal rein. And then at one point uh I said, well what about, you know, we're gonna make sure humanity's okay here. Um and and and um uh and then called me a speciist. Did he use did he use that term? Yes. And there were witnesses. I th I wasn't the only one there when you called me a species. And so I was like, okay, that's it. Uh I've yes, I'm a speciist. Okay. You got me. What are you? Yeah, I'm fully a species. Um
12:06 Dennis Horn
Das ist besonders, oder? Wie die beiden beiden.
12:10 Gavin Karlmeier
Also, ja, das war ja ein bisschen zu erwarten. Also, ich habe ja schon überlegt, gestern, ob ich das überhaupt Interview nenne. Oder einfach Gespräch. Weil Interview sowas Journalistisches impliziert.
12:22 Dennis Horn
Ja, ich glaube, eine Sache zu beobachten, die ich auch aus privaten Verhältnissen kenne. Und zwar habe ich das Gefühl, dass Elon Musk so ein, du hast es mal, glaube ich, Fähnchen im Wind auch genannt. Ja. Ich glaube, das ist der auf zwischenmenschlicher Ebene. Also der passt seine Worte, aber auch seine ganze Art sehr stark seinem Gesprächspartner an. Und das haben wir im BBC-Interview ja schon das Gefühl gehabt, der ist irgendwie sympathisch und der Die beiden hatten ja, waren jetzt auf jeden Fall nicht auf Kriegsfuß. Die hatten natürlich Momente, die ein bisschen journalistischer waren, weil es ein journalistischeres Gespräch waren und wo die der eine mal einen Zug gemacht hat oder mal der andere einen Zug gemacht hat. Aber hier in dem Gespräch hat man das Gefühl, dass Elon Musk sich voll darauf einlässt, worauf Tucker Carlson reagiert. Er testet immer wieder mal so an. was eigentlich zündet und nutzt das dann als Plattform, um mit den Menschen gegenüber klarzukommen. Das ist wahrscheinlich ein urmenschlicher Reflex. Ich glaube nur, dass das wahnsinnig unangebracht in diesem Setting ist.
13:23 Gavin Karlmeier
Sehe ich auch so, aber das wird die Viewer von Tucker Carlson natürlich nicht stören, weil das nicht deren Anspruch ist. Ja, genau. Ja, sehe ich auch so. Müssen wir vielleicht kurz diesen Begriff Speciesist erklären?
13:39 Dennis Horn
Hätte ich jetzt auch noch gemacht. Ich habe die Definition gerade offen. Also der Speziäzismus ist eine Weltanschauung, nach der der Mensch allen anderen Arten überlegen ist und daher berechtigt sei, deren Vertreter nach seinem Gutdünken zu behandeln. Yeah. Also es ist quasi Rassismus, aber auf Gattungsebene, wenn man so möchte. Ich verstehe. Und das also ja, das ist ein seltsamer Moment, der da passiert, weil der wenig tatsächlich also Das beantwortet ja nichts, außer dass Elon Musk merkt, dass Taka Carls in diesem Moment lustig findet und dann darauf rumreitet. Ja, ich bin schuldig, ich bin 100% Spezizist. Aber ich also ganz eigenartig. Und das fasst so ein bisschen die Stimmung zusammen. Also wir haben auch noch ein paar andere Momente, die auch in diesem AI-Blog passieren. Zum Beispiel spricht Elon Musk dann davon, dass er zwar eine sehr wissenschaftliche Ansicht der Dinge hat. Aber er weiß ja auch, mit wem er da spricht, und sagt unser Sätze direkt danach wie we might have a soul or we might not have a soul. Das Gegenteil von einer wissenschaftlichen Ansicht der Dinge ist, sondern eigentlich eine sehr spirituelle Sichtweise. Ist vielleicht eine agnostische, wenn man es positiv formulieren möchte. Das ist kein Interview, um deine Frage zu beantworten. Gar nicht. Es gibt noch einen anderen Moment, und da hatte ich so das Gefühl, jetzt verlässt es ihn und die beiden total, weil die beiden haben sich dann darüber unterhalten, wozu denn AI auch im Positiven imstande wäre. Und dann fängt Elon Musk an, so zu schwärmen davon, dass es ja auch ganz tolle Gemälde gibt, die einen berühren können und die einen quasi stunnen, also lämmt. zurücklassen können und dass man das Gefühl bekommt, die sind toll. Und dann hat die Regie in dem Moment auch solche Gemälde eingeblendet, damit man so ein Gefühl bekommt, das ist so ein, also ich habe kurz meinen Körper verlassen, als ich das gesehen habe. Woraufhin Taka Carlsen ihm die einzig logische Frage stellt, ob, wenn das möglich ist, ob man dann überhaupt noch Gerichtsprozesse durchführen könnte in einem Jahr oder ob alles, was innerhalb unserer Macht steht, eigentlich Auch in Frage zu stellen sei.
15:41 Gavin Karlmeier
Gut, das ist aber jetzt die klassische Diskussion, die wir gerade erleben, zu synthetischen Medien, generativer KI.
15:47 Dennis Horn
Ja, das ist genau die Antwort darauf, aber die Frage eben auf diese Kunstgeschichte. Woraufhin Elon Musk mit folgendem Satz antwortet, ich lese dir vor, also nee, ich übersetze dir. Es ist unser Schicksal zu entscheiden, ob wir ein gutes Schicksal haben oder nicht, ob unsere Zukunft besser sein wird als die Vergangenheit oder nicht.
16:08 Gavin Karlmeier
Ja, das habe ich hier auf meinem Kalenderblatt für heute stehen auch.
16:13 Dennis Horn
Ich war auch. Also, das ist so ein Moment, also wenn ihr auch nur fünf Minuten Zeit habt, dann springt an dem Ende dieses KI-Blocks des Gespräches. Hört euch das an, es macht was mit einem. Es hat was fast Hypnotisches. Man hat das Gefühl. Man hört ja gerade einem Menschen beim Entdecken des Denkens zu.
16:33 Gavin Karlmeier
Beim Entdecken des Denkens, aber. Ja, genau. Noch nicht beim Denken. Was hat er eigentlich zu der Geschichte gesagt, über die wir gestern gesprochen haben und die wir jetzt schon zweimal angeteased haben hier? Also die Regierung hatte vollen Zugriff auf die Daten bei Twitter und der Nutzerinnen und Nutzer?
16:49 Dennis Horn
Ja, also den Ausschnitt, den wir gestern gehört haben, der ist quasi vollständig, aber Taker Carlson fängt dann an noch sehr darüber zu sprechen, dass das ja auch bedeutet, dass ReporterInnen ja DMs verschicken und dass das ja schlecht wäre, wenn die Regierung darauf Zugriff hat. Und naja, also richtig, mehr erfahren wir nicht. Also vor allem die Frage, die du gestellt hast, ob es damit nicht vielleicht einfach nur bedeuten könnte, dass diese äh, dass dass diese Reportings, nach denen man zu denen man gesetzlich verpflichtet ist, also die Herausgabe von einzelnen privaten Daten Ob damit das gemeint sein könnte, das beantwortet er nicht so richtig. Was er aber sagt, ist, dass er das als Anlass nutzt, um nochmal zu bewerben, dass es jetzt bald verschlüsselte Direktnachrichten auf Twitter geben wird. Also, das ist quasi der Anlass für ihn, darüber überhaupt zu sprechen.
17:37 Gavin Karlmeier
Ja, das habe ich übrigens mitbekommen. Er hat gesagt, wahrscheinlich bald in diesem Monat, aber hoffentlich nicht später als nächsten Monat. Aber so ehrlich war er mit seinem Zeitmanagement noch nie.
17:51 Dennis Horn
Ja, das stimmt. Aber sonst, also so richtig beantwortet hat er die Frage, wie doll dieser Zugriff der Regierung auf die M's eigentlich ausgesehen hat. Das bleibt er uns nach wie vor schuldig. Er sagt aber auch, dass er keine direkten Anfragen jetzt von Leuten bekommen hat, ob ihre Nachrichten davon betroffen waren oder auch keine Beschwerden. von Regierungen, aber er sagt auch, dass er glaubt, dass die Leute sich nicht mehr trauen, ihm zu schreiben, weil er das alles tötern würde. Und Auch das, finde ich, ist eine sehr spannende Aussage, dass er eigentlich in der Öffentlichkeit auch sagt, dass er jedes Vertrauen bei allen Menschen, die irgendwie vertrauenswürdig sein könnten, längst verspielt hat. Weil er eigentlich eh über alles öffentlich spricht.
18:36 Gavin Karlmeier
Ja, also da hat er wenigstens was erkannt. So ist es. Was gab es noch in diesem Interview? War noch irgendwas, was wir? Hier besprechen müssen.
18:45 Dennis Horn
Ja, also der ganze Twitter-Blog, da sind noch zwei, drei spannende Sachen. Zum Beispiel räumt er ein, dass aus finanzieller Sicht der Kauf von Twitter nicht besonders smart war. Und sagt danach auch, dass das Unternehmen jetzt nur noch die Hälfte wert sei im Verhältnis zu dem, was er bezahlt hat. Und er sagt dann auch, dass solche Momente eigentlich sich in seinem Leben häufen und dann lachen die beiden wieder und haben sich lieb und dann gucken sie sich tief in die Augen und fangen an sich zu küssen. Kann sein, dass das Letzte da, dass ich das ein bisschen dazu gedichtet habe. Aber diese, diese, was er nicht sagt, ist, warum. Twitter diesen Wert verloren, dieses Geld verloren hat oder diesen Wert verloren hat, die Hälfte des Wertes einbüßen musste. Ich glaube, dass er diese Frage für sich selber auch gar nicht beantworten kann. Ich glaube, dazu ist er Ich glaube, das würde viele Dinge seines Egos nachhaltig vernichten. Er spricht aber auch darüber, dass er 80 Prozent des Unternehmens entlassen hat. Und ich habe dir mitgebracht als kleinen Soundschnipsel, weil ich die Art und Weise, wie er darüber spricht, doch sehr spannend finde. Wir hören da mal kurz rein.
19:54 Speaker 4
So eighty percent left Uh yes. So uh I mean a lot of people voluntarily Sure, sure.
20:01 Speaker 5
But but it's eighty percent are gone from the day you took it. That's correct, yes. So how do you run the company with only twenty percent of the staff?
20:08 Speaker 4
Uh it turns out uh you don't need uh that all that many people to run Twitter.
20:12 Speaker 5
But eighty percent? That's a lot.
20:15 Speaker 4
Um yes. Uh over I mean, if you're if you're not trying to run some sort of uh glorified activist organization, uh with with uh and you don't care that much about censorship, then uh you can really let go of a lot of people, it turns out.
20:34 Dennis Horn
Also das, was Tucker Carlson da so witzig findet und das, was Elon Musk da Zensur und aktivistische Organisation nennt, das ist Contentmoderation. Also, was wir da gerade gehört haben, ist, dass Elon Musk sagt, naja, wenn du, wenn es dir völlig egal ist, was auf deiner Plattform inhaltlich passiert, dann brauchst du nicht so viele Menschen, die dort arbeiten.
20:56 Gavin Karlmeier
Es ist natürlich verfälschend. Na 100 Prozent. Also, wir wissen ja jetzt von den 8000 sind noch 1500 übrig. Das heißt, 6500 mussten gehen und es haben ja nicht 6500 in der Content-Moderation gearbeitet.
21:08 Dennis Horn
Ist so, richtig. Auch dass Twitter besser funktioniert denn je, das sagt er auch irgendwo in diesem Interview, ist natürlich auch gelogen. Also wir haben ja nicht umsonst jeden Tag irgendeinen anderen Fall von Jenga, wo wir beobachten, dass die Plattform auseinanderfällt. Das ist alles nur eine total verschönte, beschönte Darstellung. Aber auch hier, er weiß genau, vor welchem Publikum er spricht. Er spricht vor erzkonservativen Fox News-Zuschauern und davon auch noch der rechte Rand, nämlich die, die Taker Carlson schauen. Und für die ist natürlich Content-Moderation Zensur und Aktivismus am Ende. Aber das ist eine wahnsinnig bittere, einseitige, schreckliche Darstellung, wie er davon spricht. Ich halte das für sehr bemerkenswert, um eines meiner Lieblingswörter hier mitzubringen. Er sagt auch später in diesem Interview, dass er gedacht hat, dass Twitter zu führen sehr einfach ist, weil man versucht ja nicht Autos oder Raketen zu bauen. Und allein diese, dass er diese Relation aufstellt, zeigt schon, dass er nichts von dem verstanden hat, was er da eigentlich tut.
22:11 Gavin Karlmeier
Ja, da haben wir ja schon öfter drüber gesprochen. Also Die Einsicht, die ihr eigentlich haben müsst, es ist einfach ein komplett anderer Markt und man kann auf einem, ich sage jetzt mal dieses Wort Meinungsmarkt in Anführungszeichen. Also wo es nicht um Güter geht, nicht so hantieren, wie er es eben von Tesla an SpaceX gewohnt ist.
22:34 Dennis Horn
Das ist wahr. Und das Problem ist, dass er aber nicht so richtig versteht, dass das, was er da jetzt gerade tut, eventuell noch immer viel größere Strahlkraft haben könnte, als ein Auto zu bauen. Ja. Eine Kleinigkeit noch, die auch für alle Social Media ManagerInnen, die uns hören, ganz interessant ist. Elon Musk gibt auch ein paar Tipps, wie man so ein Wie man so ein soziales Netzwerk wie Twitter befüllen könnte, weil er sagt, naja, dass die New York Times nonstop Inhalte veröffentlicht, er hat Wie er selber sagt, metaphorisch als Durchfall bezeichnet, weil da die ganze Zeit Inhalte veröffentlicht werden und Zillion Tweets a day, sagt er. Und er sagt: Naja, wie viele große Geschichten am Tag gibt es? Zehn oder so? Das soll doch reichen. Das ist sein Vorschlag. Also einfach nur noch 10 Tweets am Tag als New York Times, dann wird alles gut. Ja. Er hat nichts verstanden.
23:23 Gavin Karlmeier
Wir schließen es damit ab, oder?
23:25 Dennis Horn
Ja, bitte. Es ist wirklich, ich bin mein Gehirnismache davon.
23:30 Gavin Karlmeier
Jetzt müssen wir aber, jetzt wird es emotional nochmal hart. Vielleicht müssen wir jetzt loben. Elon Musk? Sagen wir mal Twitter.
23:38 Dennis Horn
Okay.
23:39 Gavin Karlmeier
Also, Twitter führt neue Kennzeichnungen ein für Tweets, die gegen die Regeln. verstoßen die Richtlinien von Twitter. Also Twitter hat ja schon immer gelegentlich dann Tweets eingeschränkt, also Content-Moderation, sie geschieht offenbar weiterhin. Und eingeschränkt heißt, sie werden schwerer auffindbar gemacht, weniger sichtbar gemacht. Und diese neuen Kennzeichnungen werden diese Maßnahmen transparent machen. Und die werden unter Tweets erst einmal erscheinen, die gegen die Richtlinien für Hass Bei Twitter verstoßen. Twitter schreibt: die Einschränkung der Reichweite, auch bekannt als Sichtbarkeitsfilterung, ist eine unserer bestehenden Durchsetzungsmaßnahmen. Die es uns ermöglicht, über den binären Ansatz online zu lassen oder runternehmen, bei der Content-Moderation hinauszugehen. Wie andere soziale Plattformen waren wir jedoch in der Vergangenheit nicht transparent, wenn wir diese Maßnahme ergriffen haben. So, und diese Maßnahme wird nur auf Tweet-Ebene implementiert. Das heißt, es gibt keine Auswirkungen auf den kompletten Account. Und wenn man dann irgendwie der Meinung ist, Twitter hat das fälschlicherweise eingeschränkt, dann kann man Feedback geben. Und Twitter plant, dass man dann diese Entscheidungen darüber anfechten kann. Keiner sagt, wie das geschehen soll, vor allem mit den 1500 Leuten, die ja keine Content-Moderation mehr machen. Wir haben gerade darüber gesprochen. Und das soll auf andere anwendbare Politikbereiche ausgeweitet werden, was auch immer das dann wiederum heißt.
25:19 Dennis Horn
Ja, das ist wahnsinnig vage alles. Aber ich weiß, warum du loben erwägst, weil die Tatsache, dass nicht willkürlich Tweets verschwinden, nicht mehr sichtbar sind, sondern wir erkennen, wenn sie eingefangen werden von Algorithmen oder womöglich sogar doch vielleicht Personen, ist natürlich eine Entwicklung in die richtige Richtung. Also wir sind ja auch, wir warten ja immer noch darauf. Dass dieser Profilstatus tatsächlich ausgerollt wird, dass man dann auch sehen kann, ob irgendeine der sanktionellen Maßnahmen, die es da geben könnte, ob die auf den eigenen Account angewendet werden, das begrüßen wir ja auch.
25:59 Gavin Karlmeier
Ja. Also, mir geht es so, ich finde diesen Ansatz überraschend nuanciert. So, für all das, was wir zuletzt so von Elon Musk gesehen haben. Und es gibt auch Lob von einem früheren Oder von dem früheren Leiter des Produktmanagements bei Twitter, Edward Perez, der gesagt hat, das ist also Das schätzt er, dass Twitter versucht, diese Schritte jetzt zu unternehmen. Aber das finde ich noch interessant: Twitter sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass das das Ende der Diskussion ist. Also, ich denke, es wird Dritte geben, die mehr Details wissen wollen, die mehr zu den Kriterien auch wissen wollen, sagt er. Und das stimmt natürlich. Also, er wird damit in eine Transparenzdiskussion laufen. Leute wollen, dass da die Verantwortung auch irgendwie klargemacht wird, wie wird damit umgegangen, ja, was sind dann die Kriterien, nach denen das stattfindet? Und Da ist er direkt dann wieder umkämpften, in der hart umkämpften Debatte der Content-Moderation.
27:08 Dennis Horn
Ja. Und in dem, wo er gerade noch, das, was er gerade noch Zensur genannt hat.
27:13 Gavin Karlmeier
Ja. Es gab eine weitere Änderung direkt in der Richtlinie für Hassinhalte bei Twitter. Wir verbieten es, andere, so hieß es bisher. Mit wiederholten Verunglimpfungen, Tropen oder anderen Inhalten anzusprechen, die darauf abzielen, negative oder schädliche Stereotypen über eine geschützte Kategorie. Zu entmenschlichen, zu erniedrigen oder zu verstärken. Dazu gehört auch die gezielte Verwechslung von Geschlechtern oder die Verunglimpfung von Transgender-Personen. Und dieser letzte Satz Der ist entfernt worden vor gut zehn Tagen. Also man kann den im Internetarchiv noch sehen. Ansonsten ist er runter. Und GLAD, dass die weltweit größte Organisation, die sich ansetzt für LGBTQ-Menschen hat, reagiert darauf. Und sagt, diese Entscheidung ist das jüngste Beispiel dafür, wie unsicher Twitter für Nutzer und Werbetreibende gleichermaßen ist. und das bringt Twitter noch mehr aus dem Gleichschritt mit TikTok, Pinterest und Meta, die alle ähnliche Richtlinien beibehalten In der Zeit, in der die Antitransgender-Rhetorik im Internet groß ist
28:28 Dennis Horn
Ja, und das ist so ein ganz seltsamer Zeitpunkt, diese. Also du hast gesagt, jetzt wahrscheinlich innerhalb der letzten zehn Tage. In den USA ist gerade die gesellschaftliche Debatte gerade ein ganz Unangenehme, weil da eben die Lager der Rechten, muss man eigentlich sagen, der transfeindlichen, eben auf die tatsächlich liberalen treffen. Und das alles gipfelte in einer Kampagne gegen Bud Light, gegen die Biermarke, die mit einer Transperson geworben haben. Und das ging so weit, dass Kid Rock Den kennst du vielleicht noch, der hat ja All Summer Long gemacht, dass Kid Rock ein Video von sich veröffentlicht hat, wo er mit einer Maschinenpistole, mit einem Maschinengewehr auf eine Palette Bud Lightbier schießt und Mittelfinger in die Luft hebt. Da ist Kid Rock jetzt angekommen. Da ist Kid Rock angekommen. Vielleicht war er da auch schon immer, ich würde mich nicht wundern, der ist schon, also der hat schon so einen Redneck-Status auch in meinem Kopf vorher gehabt. Aber das ist die Diskussion, die es da gerade gibt. Und ausgerechnet jetzt darin, das quasi zu legitimieren oder eine Absolution für Transfeindlichkeit zu bieten. Auf der wichtigsten Plattform für Meinungsfreiheit, wie Elon Musk sie nennt, ist natürlich fatal, weil Hass keine Meinung ist. Punkt. Ja.
29:49 Gavin Karlmeier
So schließen wir das ab, das Thema, oder?
29:52 Dennis Horn
Ja, bitte. Das macht einen auch nur wütend.
29:54 Gavin Karlmeier
Wir kommen nochmal zum Thema Medien. Also fangen wir nochmal mit Elon Musk an. CBC Aus Kanada hat darauf bestanden, sie sind weniger als 70 Prozent regierungsfinanziert. Und Elon Musk schreibt, also haben wir das Label korrigiert. Und jetzt steht bei deren Account 69% Government Funded Media.
30:20 Dennis Horn
Dieser Mann wird bald 52 Jahre alt und findet das lustig.
30:24 Gavin Karlmeier
Und CBC schreibt, unser Journalismus ist unparteiisch und unabhängig. Etwas anderes zu behaupten, ist falsch. Aus diesem Grund pausieren wir unsere Aktivitäten. Und das waren die ersten. Dann zählen wir jetzt noch den schwedischen Rundfunk dazu, Sveriges Radio. Hat entschieden, nicht mehr auf Twitter aktiv zu sein. Da sagt das Management, das hat nichts mit dieser Label-Diskussion zu tun. Grund sei, dass sich die Plattform verändert und für das Unternehmen an Bedeutung verloren habe. Wie schätzen wir das ein?
31:00 Dennis Horn
Also, ich finde eine Sache daran sehr, sehr, sehr fatal. Und zwar also Wie kann das sein, dass du, dass Elon Musk hier eigentlich völlig willkürlich einfach die Schachfiguren vom Brett runterschieben kann, indem er einfach nur provoziert in seinem Humorkosmos? Also dass er, also wir können gleich nochmal kurz zum schwedischen Rundfunk kommen, aber diese dieses Beispiel von CBC macht mich so ratlos. Weil das jetzt gerade so ist, dass er alle Medienhäuser, die ihm irgendwie gefährlich werden können oder die ihm auch nicht gefallen, ja einfach nur so lange provozieren muss, bis sie sagen, zu Recht auch, ja, dann finden wir halt nicht mehr hier statt. Und das ist irgendwie, fühlt sich irgendwie auch nicht richtig an.
31:49 Gavin Karlmeier
Ja. Oder? Also, ich empfinde das ja gar nicht wie die Schachfiguren vom Brettschieben, weil Das sind ja Entscheidungen dieser Unternehmen und Organisationen, die sie aus gutem Grund. Treffen. Also jetzt speziell hier beim Radio aus Schweden. Ich finde ja, das ist ein ganz schön geiler Mittelfinger. gar nicht Bezug auf diese Label-Diskussion zu nehmen, sondern zu sagen, und das haben wir ja ehrlich gesagt, das haben wir ja hier auch schon festgestellt, so ein großer Conversion-Treiber für Die Medienhäuser ist Twitter mitunter gar nicht, oder in vielen Fällen gar nicht. Einfach zu sagen, ja, sorry, aber diese Plattform ist auch für uns einfach nicht wichtig. Tschüss. Ja, das ist geil.
32:37 Dennis Horn
Das ist schon ein geiler Mittelfinger. Ja, das ist ein geiler Mittelfinger, wenn er denn tatsächlich nichts mit den Kennzeichnungen zu tun hat. Die beiden Geschichten so ein bisschen voneinander trennen, glaube ich.
32:47 Gavin Karlmeier
Aber dann mach mir nochmal deinen Punkt klar, weil ich finde ja, das ist ja die Entscheidung Aller Einzelnen da jetzt zu gehen.
32:55 Dennis Horn
Ja.
32:56 Gavin Karlmeier
Und was für mich aus deiner Argumentation spricht, ist eigentlich eher doch wieder die Trauer darüber, dass Twitter dann einfach doch an Relevanz nachlässt, weil wir es ja auch zur Nachrichtengewinnung genutzt haben. Selbst, oder?
33:05 Dennis Horn
Nee, ich bin mir nicht sicher, mir geht es gar nicht um Relevanz dabei. Also natürlich auch ein bisschen, weil Relevanz der Grund ist, warum da alle irgendwas machen so. Aber in dem Beispiel von CBC ist es ja so, dass Elon Musk es lustig findet. Da halt jetzt hinzuschreiben, 69% regierungsfinanziert und ha ha ha ha ha haha. Und die sagen, ja dann sind wir halt weg, wir finden es nicht witzig. Ciao. Und dieser Reflex, der Rein theoretisch könnte der ja von Elon Musk auch einfach instrumentalisiert werden. Das macht er jetzt mit all denen, die ihm nicht gefallen
33:37 Gavin Karlmeier
Ja, aber die werden ja, also dann bin ich wieder bei meinem Relevanzpunkt, wenn Twitter so relevant nicht mehr ist, das wird ja mittlerweile auch in Frage gestellt, ne? Ob das noch dieser Treiber für die öffentliche Debatte so ist, wie es das vor kurzer Zeit noch war. Dann macht das ja nichts, wenn sie weggehen. Weil die können ja woanders veröffentlichen und werden ihnen damit immer noch gefährlich.
33:58 Dennis Horn
Ja, natürlich stimmt das. Also und deswegen finde ich auch, dass das schwedische Beispiel wirklich ein schönes Exempel ist von, naja, wir brauchen dich halt auch nicht, Elon Musk. Aber das, was am Ende hängen bleibt, als als Geschichte Elon Musk schafft, ist, dass der was kanadischer Broadcasting-Dienst von Twitter geht. Also er vertreibt die Leute. Und das ist Ist eigentlich, also deswegen ist es viel besser, proaktiv zu gehen, bevor Elon Musk die Möglichkeit hat, das sozusagen zu machen, zum Gewinner zu werden darüber.
34:32 Gavin Karlmeier
Jetzt findet in Miami gerade die Possible 2023 statt. Das ist eine Marketingkonferenz. Elon Musk ist da. Ich ziehe die Schultern hoch, wenn ich den Namen Possible höre. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Und ähm Hat dort erzählt, dass traditionelle Medien über Twitter negativ berichten würden, weil sie um die gleichen Werbegelder konkurrieren. Also da hat er. Immer noch nicht verstanden, dass ja die Diskussion gerade sich vor allem um öffentliche Medien dreht, wo es gar nicht um Werbegelder geht und zweitens, dass Redaktion und Werbeabteilung getrennt sind.
35:10 Dennis Horn
Ja, das ist ihm alles, glaube ich, auch viel zu kompliziert.
35:14 Gavin Karlmeier
Hat er übrigens auf dieser Konferenz auch gesagt, dass Twitter einen Rekord hatte bei den Nutzungszahlen. Und zwar bei diesem neuen Kriterium, Unregretted User Time. Ja. Gestern all time high. Gibt zwar erst seit ein paar Tagen das Kriterium, aber all time high.
35:36 Dennis Horn
Er hat das Kriterium ja schon vor ein paar Monaten ausgerufen. Ich frage mich nur, es ist völlig unklar, wie das erhebbar sein soll.
35:44 Gavin Karlmeier
Absolut.
35:44 Dennis Horn
Also woher möchte Twitter denn wissen, dass meine Zeit jetzt gerade, dass ich das nicht bereue? Also, das ist wirklich eine Metrik, die fliegen würde einem im ersten Statistikssemester, würde dir das um die Ohren fliegen?
35:58 Gavin Karlmeier
Aber läuft alles. Und währenddessen, um hier jetzt nicht die komplette deutsche Medienlandschaft zu schelten, dass sie bei Twitter sich nicht bewegt. Das ZDF hat seinen Mastodon-Account an den Start gebracht und das sieht nach einem ordentlich aufgezogenen Account aus, also der voll ausgestattet ist, wo man sich ganz offenbar Gedanken gemacht hat, wie man ihn bespielt. Und was da alles passiert. Herzlichen Glückwunsch!
36:24 Dennis Horn
Ja, absolut. Auf eigener Instanz, richtig?
36:26 Gavin Karlmeier
Ja.
36:26 Dennis Horn
Ja, das ist fantastisch. Auch von mir, also super. Mit einem orangenen Haken. Wie sich das gehört.
36:33 Gavin Karlmeier
Ja, wie sich das gehört. Und vielleicht ist das die positive Variante von Twitter verlassen, einen Fokus auch darauf zu legen, was man stattdessen machen könnte. Wenigstens ein Medium.
36:49 Dennis Horn
Ja, also ich bin natürlich gespannt, ob da jetzt ein bisschen was nachzieht, ob da jetzt auch andere. ZDF-Produkte auf dieser Instanz stattfinden. Also ist die Frage.
37:00 Gavin Karlmeier
Sagen wir mal, andere öffentlich-rechtliche Häuser Wie schön wir drumrum tänzeln um unsere Auftraggeber?
37:06 Dennis Horn
Nee, ich meine tatsächlich auf der ZDF-Instanz, ob da jetzt so frontal zum Beispiel einen eigenen Account auf der ZDF ist. Ja, das natürlich. Also meine Frage ist, ist das das Ende des Prozesses oder der Anfang?
37:16 Gavin Karlmeier
Ja, ich hoffe sehr auf der Anfang. Und so wie der Account aufgesetzt ist, wirkt es auf mich jedenfalls, sagen wir mal, Hoffnungs. Voll. Ja, ich freue mich. So, letzte Geschichte für heute und die ist super spannend. Und damit schließen wir im Grunde eine Klammer auch zu dem Thema, mit dem wir angefangen haben. Jetzt will Reddit. Für seine API bezahlt werden. Also, Reddit hat mitgeteilt, es plant jetzt Unternehmen für den Zugang zur API, also zum Application Programming Interface, da wo Twitter auch irgendwie den Vorhang zugezogen hat, bezahlen zu lassen. Und das ist super spannend. Erster Impuls ist, man hört das und denkt, aha, hat Twitter hier schon wieder? Irgendwie ein Trend gesetzt, so wie bei diesem, wie Meta mit dem Abo-Modell für den blauen Haken nachziehen will. Aber es geht hier um etwas anderes. Und das ist ganz interessant. Steve Huffman ist Gründer und Geschäftsführer von Reddit. hat in einem Interview gesagt, der Datenkorpus von Reddit ist wirklich wertvoll und wir können den nicht kostenlos an ein paar der größten Unternehmen der Welt weitergeben. Und worauf spielt er hier an? auf die großen Sprachmodelle. Das ist eins der ersten großen Beispiele dafür, dass jetzt ein soziales Netzwerk Geld verlangt um so Systeme wie ChatGPT oder wie heißt es bei Google Bart, um diese KI-Systeme draußen zu halten, Damit die nicht einfach die Daten und die Inhalte abgreifen können, um ihr Sprachmodell zu trainieren. Und in diesem Licht finde ich das sehr interessant, wie Elon Musk mit seinen AI-Vorhaben und der Paywall auch bei Twitter umgeht.
39:10 Dennis Horn
Ja, total. Vor allem, weil das so, das wird ja Schule machen. Die Leute müssen ja viel mehr, also mit den Leuten meine ich so, große Player so ein bisschen auf ihre Daten achten jetzt. Und das ist ganz witzig, weil eigentlich waren das früher die Leute, die darauf achten mussten, mussten, dass nicht die Unternehmen. an ihre Daten rankommen. Jetzt gehen viele Menschen ihre Daten einfach in die Hand dieser Unternehmen, die jetzt darauf aufpassen müssen, dass andere Unternehmen, die nicht als Grundlage nehmen, um. Trainingsmodelle daraus zu entwickeln. . .
39:38 Gavin Karlmeier
Man nennt das, wenn man diese Daten so von außen abgreift, Scrapen. Und scrapen war schon immer ein Problem für die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer, die ja Auf diesen Plattformen, also Facebook zum Beispiel, in so einem Zwischending zwischen Privatheit und Öffentlichkeit unterwegs sind, also irgendwie für ihre Freunde gepostet haben, aber theoretisch auch Mit ihren Inhalten einfach öffentlich waren. Und da gab es ja dann auch durchaus Nutzerinnen und Nutzer, die so ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurden. Ich erinnere mich an. Dieses Mädchen, das irgendwie auf einem Schulausflug, dieses Selfie am Holocaust, nee, in Auschwitz, in Auschwitz, ähm im Konzentrationslager im früheren und dieses Selfie da gemacht hat. was ja so richtig Empörungen hervorgerufen hat, und die das aber ja mit dem Gedanken, ich poste das hier Für meine Freundinnen und Freunde veröffentlicht hat, und das ist jetzt keine Aussage darüber, ob man So ein Foto schießt in Auschwitz oder nicht und das veröffentlicht, natürlich nicht. Aber da wurde eine Person. Die ein Privatmensch ist in eine Öffentlichkeit gezerrt, wo vielleicht die Fallhöhe nicht ganz so angebracht ist.
41:01 Dennis Horn
Oder auch Tessas Geburtstagsparty damals.
41:04 Gavin Karlmeier
Ja, so, und das waren so Einzelbeispiele. Ja, so. Und jetzt sind aber ja Unternehmen hingegangen, die haben diese Daten von außen einfach gescraped, also alle möglichen Informationen über Nutzerinnen und Nutzer. Abgezogen, indem Sie einfach Automatismen geschaffen haben, die die Website ausgelesen haben von außen. Und das war natürlich immer schon eine Gefahr für die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer. Aber den Plattformen egal. Jetzt, wo es um das Training der großen Sprachmodelle geht und Das Geschäftsmodell, da ist es plötzlich nicht mehr egal. Ganz interessant. Noch so als Nebenbei-Aspekt zum Thema Privatsphäre und Datenschutz.
41:46 Dennis Horn
Ja, finde ich. Finde ich sehr wichtig und sehr spannend. Also, dass eigentlich alles, was wir ja auch produzieren, also das ist so das Leistungsschutzrecht des kleinen Mannes. Alles, was wir produzieren, kann ja auch, also jetzt nicht gegen uns verwendet werden, aber es kann verwendet werden, solange wir das in die Welt setzen. Und wenn wir darauf nicht aufpassen, wer soll das tun? Nur die, die damit Geld verdienen.
42:09 Gavin Karlmeier
Und ich finde einfach am Ende ganz interessant, dass sich jetzt der Kontext ändert, unter dem wir, also mitunter ändert, nicht nur, aber mitunter ändert, unter dem wir diese Api-Sperren und das Hochziehen der Mauern um diese einzelnen Dienste herum betrachten, der auch einfach mit ganz anderen Sachen zu tun hat, als nur mit der Frage, wie sehen die neuen Geschäftsmodelle der Plattformen aus und wir müssen die Nutzerinnen und Nutzer zahlen lassen.
42:40 Dennis Horn
Ich frage mich, also Elon Musk wird ja dieses Problem auch bekannt gewesen sein. Es wurde ja sogar schon gerüchteweise gemunkelt, ob es nicht einfach nur die Abschirmung gegen OpenAI sein könnte. warum er das nicht öffentlich macht. Also das wäre ein viel besserer Grund in der in der Kommunikation gewesen, warum man 125. 000 Dollar für einen API-Zugriff nimmt. Einfach zu sagen, wir möchten nicht, dass unsere Daten extern weiterverwendet werden. Also das wäre ja, hätte er ja auch ins Narrativ gepasst, wenn er sich sogar zu Fox News, einem der größten amerikanischen Nachrichtensender, setzt. Und vor den Gefahren von künstlicher Intelligenz warend, dann ist das ja schon seine Geschichte.
43:23 Gavin Karlmeier
Er hätte die Leute auf seiner Seite Aber da komme ich nochmal mit meiner These, ist wirklich das, was wir an Inhalt bei Twitter selbst finden. So wertvoll für ein großes Sprachmodell im Gegensatz zur Wikipedia, zu Artikeln, zu sprachlich korrekten, also verlässlich sprachlich korrekten Inhalten.
43:47 Dennis Horn
Weißt du, was ich meine? Ja, hundertprozent, natürlich. Aber ihr also Bei Reddit ist es ja, denen geht es ja offenbar schon so. Eine Kleinigkeit haben wir noch, bevor wir gehen. Wenn ihr Twitter öffnet, also manche von euch machen das ja auch schon seit langer Zeit nicht mehr, legitim. Aber wenn ihr jetzt Twitter öffnet, dann bekommt ihr jetzt so eine Frage, ob ihr den neuen AGBs zustimmen möchtet. Und da steht eigentlich nur eine andere Sache drin als sonst, und zwar, weil diese AGB ist nicht mehr zwischen euch und der Twitter Incorporated geschlossen werden, sondern der Ex-Corporation. Aber, und das finde ich spannend, nicht in Europa, wenn sie in der Europäischen Union den EFTA-Staaten oder dem Vereinigten Königreich wohnen Bilden diese AGB einen Vertrag zwischen Ihnen und der Twitter International Unlimited Company, einem irischen Unternehmen. Also das heißt, die X-Corp ist nur der amerikanische Arm. Oder das Mutterunternehmen.
44:43 Gavin Karlmeier
Ja, oder er hat für seine ganzen Vorhaben, sagen wir, das klassische europäische Modell noch nicht geändert.
44:51 Dennis Horn
Ja, genau.
44:52 Gavin Karlmeier
Vielleicht kommt das irgendwann noch nach.
44:53 Dennis Horn
Ja, oder auch das. Aber ihr könnt dem zustimmen jedenfalls. Müsst ihr aber gar nicht, weil ich glaube, ihr wird stillschweigend als zugestimmt angenommen.
45:02 Gavin Karlmeier
Wir nehmen stillschweigend als zugestimmt an, dass wir uns morgen wiederhören.
45:06 Dennis Horn
So ist es bis vorhin.