Musk hat seinen Prozess verloren – und muss seine Tesla-Tweets immer noch einem qualifizierten Augenpaar zeigen, bevor sie veröffentlicht werden. Außerdem trifft sich Elon Musk mit dem ehemaligen Arbeitgeber seiner neuen CEO. Warum, wissen wir nicht. Aber das ist ja nichts neues.
Wir senden heute vom Starnberger See – von den Tutzinger Radiotagen. Sollte es also nach Urlaub, Wohlfühlkulissen und Luftkurort klingen, tut es uns natürlich leid.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Dennis Horn
Grüß dich, Gavin.
00:07 Gavin Karlmeier
Hallo Dennis.
00:08 Dennis Horn
Wo erwische ich dich heute?
00:10 Gavin Karlmeier
Neben dir. Ich sitze direkt neben dir und das ist eine Premiere in 100. 000 Folgen gefühlt. Ja. Und wir schauen gerade auf einen See. Auf den Starnberger See. Ja, ein Boot schwimmt dort.
00:24 Dennis Horn
Bergblick. Vor uns vier Imkerkästen. Eine grüne Wiese geht leicht hinab zum See und wir sitzen auf einer Holzbank. Dennis Fontane, vielen Dank. Und so habe ich mir unseren Altersruhesitz immer vorgestellt.
00:43 Gavin Karlmeier
Meinst du, das passiert, wenn wir Folge 6422 aufnehmen?
00:47 Dennis Horn
Wenn den Bums hier endlich mal jemand kauft, ja. Aber ansonsten. Ansonsten können wir uns Tutzing am Starnberger See leider nicht fürs ganze Jahr leisten.
00:55 Gavin Karlmeier
Nee, das stimmt. Und also da müsste jemand sehr gut zahlen. Ja. Damit wir uns das leisten können. Aber wir sind gerade 200 Meter Luftlinie von Peter Maffei entfernt. Wir müssen es einmal dazu sagen, bevor wir einsteigen.
01:06 Dennis Horn
Ja, und irgendwie 600 Meter Luftlinie von der Villa des thailändischen Königs.
01:10 Gavin Karlmeier
Ja. Das ist das Delta, in dem wir uns so bewegen in unserer Freizeit.
01:16 Dennis Horn
Und wir sind zu Gast auf den Tutzinger Radiotagen, wo wir am Mittwoch erzählen werden Von unseren Learnings mit diesem Podcast, worüber wir uns sehr freuen.
01:28 Gavin Karlmeier
Learnings.
01:31 Dennis Horn
Im Grunde sagen wir, muss man alles anders machen, als es so in den Büchern steht.
01:35 Gavin Karlmeier
Das ist das Learning. Das größte Learning ist, vergesst alles. Und Kontinuität. Ja. Kontinuität.
01:42 Dennis Horn
So, und jetzt aber mal Butter bei die Fische im Starnberger See. Wir kommen zum Thema Twitter. Eine Interviewankündigung hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Für CNBC.
02:00 Gavin Karlmeier
Elon Musk wird dort sprechen. Er trifft sich dort mit David Faber. Und zwar in der Nacht von, also unserer Zeit in der Nacht von. Dem heutigen Dienstag auf den morgigen Mittwoch, was das Problem beinhaltet, dass wir erst über dieses Interview am Freitag sprechen können.
02:14 Dennis Horn
Denn Donnerstag ist Feiertag. Es gibt diese Woche nur vier Ausgaben von Haken dran.
02:18 Gavin Karlmeier
Quasi wie letzte Woche. Das Problem ist so ein bisschen, oder nee, das Irritierende an dieser Interviewankündigung ist, dass sie ausgerechnet jetzt kommt, einige Tage, nachdem bekannt geworden ist, wer die CEO von Twitter werden wird. nämlich Linda Iaccherino und vor allem wo sie herkommt, nämlich von NBC Universal, was der Mutterkonzern ist, zu dem eben auch C NBC logischerweise gehört. Wirft das ein paar Fragen auf. Also, wie ist dieses Interview zustande gekommen?
02:50 Dennis Horn
Und also die wichtigste Frage, die du mir heute in unseren Chat geschrieben hast: erst holt er sich ihre Werbechefin? Und dann taucht er bei einer, und wir haben jetzt die ganze Zeit gesagt, Interview, aber in dem Tweet wird angekündigt, eine Special Presentation Tomorrow.
03:06 Gavin Karlmeier
Stimmt. Was bedeutet das? Ja, wir wissen es nicht. Vielleicht wird Twitter verkauft an NVC Universal. Oder Elon Musk kauft NBC Universal. Beides wäre gleichermaßen irritierend.
03:20 Dennis Horn
So, und du hast es mit der Zeit schon gesagt. Elon Musk wird sprechen mit David Faber von CNBC. Genau in der Nacht, sodass wir das am Mittwoch nicht mitnehmen können. Wir sind sehr gespannt und sprechen dann am Freitag drüber, wenn es wichtig ist. So ist es.
03:36 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Was mir am besten gefallen hat, war der Tweet unter dieser Ankündigung von einem Account, der DMA Invest heißt, der geschrieben hat. Also wird David Faber wohl seinen Job verlieren.
03:46 Dennis Horn
So, dann trifft Elon Musk Emmanuel Macron.
03:51 Gavin Karlmeier
Ja, die haben sich schon getroffen, die beiden. Emmanuel Macron hat dazu getwittert und er hat geschrieben, wir haben über die Attraktivitätstät Frankreichs gesprochen, über erhebliche Fortschritte im Elektrofahrzeugsektor. Also es klingt so ein bisschen wie so ein Gespräch mit meinem Vater, ehrlicherweise.
04:07 Dennis Horn
Aber wir haben eben schon die Vermutung angestellt, dass Elon Musk heute, es war ein bisschen ruhiger. Wir haben schon gedacht, jetzt treffen wir das erste Mal hier aufeinander und können gemeinsam diesen Podcast produzieren, dann passiert einfach nichts. Dann nehmen wir euch einfach fünf Minuten Vogelgezwitscher und Kirchenglockenleuten vom Starnberger See auf. Elon Musk hatte heute seinen SpaceX-Tag.
04:27 Gavin Karlmeier
Ganz ab. So sieht es aus. Er hat viele Tweets über SpaceX-Geschichten getwittert. Das ist immer ein Anzeichen dafür, dass Twitter einfach mal rechts liegen bleiben muss. Aber was es mit diesem Gespräch genau zu tun hat, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass Emmanuel Macron das eben getwittert hat und dass er sich mit Elon Musk über die Attraktivität Frankreichs unterhalten hat. Und wenn er dazu Zeit hat, dann scheint es dem Unternehmen ja gar nicht so schlecht zu gehen. So kann man sagen.
04:53 Dennis Horn
Wir kommen zu einer älteren Geschichte aus dem Jahr 2000 18, du erinnerst dich, also die vielleicht jetzt auch sagen wir mal so in einem anderen Lichte dasteht oder anders verargumentiert wird, du erinnerst dich an. Die Nummer der SEC, die gegen Elon Musk geklagt hat, wurde beschuldigt, Investoren getäuscht zu haben, mit einem Tweet vom 7. August 2018. Wo er geschrieben hatte, er hätte die Finanzierung gesichert, um Tesla zu privatisieren. Und danach hat dann die SEC von ihm verlangt, dass Tweets, die er schreibt und die wesentliche Informationen enthalten über Tesla. Vorher überprüft werden müssten. Und Elon Musk und Tesla haben jeweils 20 Millionen US-Dollar gezahlt an Geldstrafen zivilrechtlich. Und Elon Musk hat seine Rolle Als Vorsitzender aufgegeben. So und jetzt ging das in die Berufung und die Anwälte von Elon Musk haben diese Vorgabe zur Vorabgenehmigung als staatlich verordneten Maulkorb bezeichnet. Und das sei eine unzulässige Einschränkung seiner Redefreiheit. Das sind drei Richter, aus denen dieses Berufungsgericht besteht. Und die haben gesagt, nein. Die SEC hat ähm. Also er konnte nicht plausibel machen, dass Oder was, also die das seien begrenzte angemessene Untersuchungen der SEC. So. Und das hätte. Das für Elon Musk nicht wesentlich erschwert. Das war seine Argumentation, und das hatte er behauptet. Und die Richter sagen auch, Elon Musk habe sich dafür entschieden, auch diese Durchleuchtung seiner Tweets zuzulassen, also so in Form eines Deals, und er habe kein Recht, das jetzt wieder aufzugreifen, weil er jetzt einfach seine Meinung geändert habe.
06:58 Gavin Karlmeier
Das ist ein super spannender Fall. Wir haben da schon zwei, dreimal drüber gesprochen hier, weil eben es zwischenzeitlich einen Beschluss gab, der sagt, ein Tweet alleine sei noch keine Marktmanipulation. Das heißt, die Grundlage für diesen Beschluss der SEC. ist eigentlich weggefallen. Dementsprechend wäre nach meinem Rechtsverständnis, ich lebe aber auch nicht in den USA, wie wir beide wissen, sondern am Steinberger See mit Dennis Horn. Nach meinem Rechtsverständnis wäre auch die Grundlage, also wenn die Grundlage wegfällt, dann müsste am Ende eigentlich auch dieses Dekret wegfallen. Und das hat Elon Musk eben auch so gesehen, hat Klage eingereicht und die ist abgeschmettert worden. Das heißt, diese Überprüfung durch ein zweites Augenpaar oder also in dem Fall sind es, glaube ich, ist es ein Juristen. Exakt. Die bleibt bestehen für alle Tweets, die sich um das Thema Tesla drehen. Und das ist am Ende irgendwie eine interessante. Eine interessante Gesamtsituation, oder?
07:56 Dennis Horn
Ja, ich finde das vor allem wegen der Argumentationskette jetzt interessant, weil sie einfach zu dem passt, was er insgesamt jetzt auch von sich gibt als Twitter-Chef. Alex Spirow ist einer der Anwälte von Elon Musk, hat in einer E-Mail dazu geschrieben, wir werden eine weitere Überprüfung anstreben und weiter die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema. Der staatlichen Einschränkungen der Redefreiheit lenken. Also es ist komplett durch diese neue republikanische Argumentationskette.
08:28 Gavin Karlmeier
Und am Ende ist das ja auch ein bisschen Wasser auf seinen Mühlen. Er kann sich sehr gut jetzt in eine Opferrolle begeben und kann sagen, hey Leute. Ich kann gar nicht mehr frei twittern. Meine Redefreiheit ist eingeschränkt oder wie er sich hier beruft, eben auf den ersten Zusatz der US-Verfassung. Also viel größer kann man das Ding eigentlich gar nicht aufspannen.
08:48 Dennis Horn
Das hatte übrigens ein Urteil jetzt bestätigt, das es vor gut einem Jahr schon gegeben hat, im April 2022, eines Bezirksrichters in den USA, Louis Lyman, und der. Hatte die Argumente von Elon Musk als Gejammer bezeichnet. Über Anforderungen, die er nicht mehr einhalten wolle, weil Tesla nach seiner Einschätzung nahezu unbesiegbar geworden sei. Also deutliche Worte. Hier auch der Justiz, die SEC selbst hat eine Stellungnahme abgelehnt. Wahrscheinlich auch genau die richtige Entscheidung. So ist es. So, was haben wir noch mitgebracht heute? Du hast den Guardian heute Morgen ganz interessiert gelesen, Dennis.
09:29 Gavin Karlmeier
Und ich dachte, du wolltest mir daraus was erzählen.
09:31 Dennis Horn
Ja, naja, also. Wir haben über Linda Jaccarino gesprochen, die neue CEO, die innerhalb der kommenden sechs Wochen ihren Job bei Twitter antreten wird. Sie hat jetzt getwittert. Das erste Mal Nachdem dieser neue Job bekannt geworden ist, wäre auch schon gestern ihr LinkedIn-Posting vorgelesen. Bei Twitter hat sie jetzt geschrieben, ich sehe, ich habe ein paar neue Follower. So, und der Guardian fasst nochmal ganz interessant die Reaktionen, die es auf ihre Berufung zur Twitter-CEO gegeben hat, zusammen, gerade so aus der Werbewirtschaft, also viele. Schreiben ihr da auch genau das Know-how zu, das es jetzt da brauche? Das ist ganz interessant, aber so der größte Knackpunkt beschränkt sich jetzt in der Debatte über sie. auf einen Punkt, über den wir gestern auch gesprochen haben, nämlich die Frage, wie gut werden die beiden miteinander können. Elon Musk ist angeschrieben worden bei Twitter, wegen seiner Entscheidung für Yakarino, also durchaus kritisch. Da wurden Kommentare zitiert, die Linda Yacarino während ihres Interviews mit Elon Musk auf der Bühne gemacht hatte. Und die darauf hindeuteten, sie könne versuchen, bestimmte Arten von Sprache auf der Plattform einzuschränken, um Werbekunden bei der Stange zu halten. Also da sorgen sich die Elon Musk-Fan-Puristen. Darum, dass Linda Jaccarino jetzt nach der Pfeife der Werbeunternehmen tanzen wird und deswegen sagen wird, wir können hier so krasse Sachen auf Twitter nicht zulassen. Elon Musk hat darauf geantwortet, ich höre eure Bedenken, aber urteilt bitte nicht zu früh. Ich bin fest entschlossen, die freie Meinungsäußerung zu verteidigen, auch wenn das bedeutet, Geld zu verlieren. Also tatsächlich tut sich da ein möglicherweise interessanter Konflikt auf.
11:25 Gavin Karlmeier
Einer von denen, von denen wir in der Folge gestern schon prognostiziert haben, dass er kommen könnte. Nämlich der Konflikt zwischen wie in welcher Reihenfolge liegen hier eigentlich Kapital und Free Speech nach Maskscha-Interpretation? Ja. Ich schätze, dass wir da noch einiges mitkriegen werden, weil wir auch in dem Fall, über den wir gleich nochmal sprechen müssen, über den wir gestern auch schon geredet haben, da ja auch schon so erste Links drauf kriegen, dass auch der Begriff der Redefreiheit den Masken verwendet. gar nicht so einwandfrei zu übersetzen ist, würde ich behaupten.
11:59 Dennis Horn
Ich habe gerade auch wieder Meinungsäußerungen gesagt, aber genau, es geht hier um die Redefreiheit, das ist auch nochmal klar zu trennen. Weil das ein Konzept ist, das ein anderes ist als das Thema Meinungsfreiheit. Und ja, also im Grunde macht er jetzt hier eine sehr klare Aussage. Während er sich jemand an Bord holt, der etwas tun soll, was einfach mit dieser sehr klaren Aussage kollidiert. Und deswegen wird das spannend.
12:30 Gavin Karlmeier
Ja, ich freue mich ein bisschen drauf. Weil also theoretisch, um das waren viele Meinungen, die ich heute auch gelesen habe, theoretisch ist sie ja grundsätzlich auch eine Person, die ihm auch in dem Interview, in dem wir ge aus dem wir gestern ja Beispiele gehört haben. Ja, sie hat ihm gesagt, er soll nicht um drei Uhr nachts twittern. Flirty drauf. Im selben Interview ist sie ihm aber auch zwei, dreimal ins Wort gefallen, hat ihm auch widersprochen, hat ihm auch ein bisschen Parodi geboten. Und das wird oft als Beispiel genutzt von denen, die diese Meinung vertreten haben. Dass er sich da durchaus jemanden an Bord geholt hat, der eben nicht einwandfrei seiner Meinung ist in allem. Und theoretisch können da gute Dinge raus passieren, wenn denn einer der Standpunkte wenigstens ein moralisch vertretbarer wäre. Und das ist, glaube ich, noch nicht so richtig abzusehen, wenn die eine eigentlich nur die ganze Zeit dem Geld der Werbekunden hinterher eilt und der andere einem sehr fragwürdigen Redefreiheitsbegriff. Dementsprechend weiß ich nicht, ob das ein Konflikt ist, bei dem sich eine der Seiten wirklich auf mich verlassen könnte. Ja. Ehrlicherweise. Beobachten wir weiter. So ist es. Wir bleiben in dieser Welt, dieser fragwürdigen Redefreiheit. Wir haben gestern über den Fall gesprochen, dass Twitter einzelne Tweets aus der Türkei und vor allem in der Türkei gesperrt hat. so, dass sie nicht mehr einzusehen sind. Am Tag der Wahl und auch am Tag vor der Wahl ist das schon passiert dort. Und haben darüber gesprochen, wie weit das eigentlich mit diesem Begriff der Free Speech vereinbar ist. Spannend dabei noch, dass Elon Musk dazu auch Stellung bezogen hat und gesagt hat, dass es ihm lieber ist, einzelne Tweets zu sperren als eine gesamte Plattform. Eine seltsame Auffassung ist, weil am Ende, wenn er einzelne Tweets im Sinne einer einzelnen politischen Partei sperrt, nimmt er automatisch deren Position an, anstatt zu sagen, wir sind nicht korrumpierbar, was die Plattform hier nicht gesagt hat.
14:19 Dennis Horn
Das war eine etwas unterkomplexe Argumentation.
14:22 Gavin Karlmeier
Ja, würde ich zustimmen. So, jetzt gibt es einen Thread, der sehr wenig beachtet wurde bislang. Er hat nur elf Likes. Ich weiß nicht warum. Vielleicht funktioniert bei ihm der Algorithmus so wie bei dir nicht mehr so. Könnte sein. Ich finde ihn aber sehr spannend, denn der Mensch, der dort schreibt, ist Anthony Nieto und der hat die CWC geschrieben, also die Richtlinien für Country Withheld Content, also für Inhalte, die in einzelnen Plattformen zurückgehalten werden. Für das alte Twitter, und zwar vor acht Jahren. Das heißt, er kommt aus einer Zeit, in der Twitter noch ein ander, ein anderer Ort war. Und er sagt, sein Ziel und seine Maßgabe, nach der er gearbeitet hat, war immer die Maximierung der Meinungsäußerung, also die Freedom of Expression, unter gleichzeitiger Berücksichtigung lokaler Gesetze. Das gilt auch für die Türkei, wie er schreibt. Elon hat dieses Konzept nicht erfunden, schreibt er, sondern er hat das getan, Anthony. Und er bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 2014, in dem Erdogans Regime wütend war über politische Rede, die auf der Plattform stattgefunden hat. Es gab damals. . Schließungen von Zeitungen schreibt er festgenommene JournalistInnen. Er sagt auch hier Silenced Citizens, also mundtot gemachte BürgerInnen. Und er sagte, sie waren immer wieder davon bedroht, dass Twitter in der Türkei gesperrt werden würde, zum Beispiel unter falschen Richtlinien, falsch vorge angewandten Argumentationen, wie zum Beispiel Copyright Requests So, und sein Grund war oder sein Request an das Ganze war, immer so transparent wie möglich mit der gesamten Welt zu sein. Das beinhaltet für ihn diesen Takedown-Report. Transparency Report, über den wir hier auch schon öfter gesprochen haben, den Twitter immer wieder veröffentlicht hat. Wir wissen nicht, wie lange sie das noch tun. Dazu gehört aber auch das Informieren von Zeitungen. Und das Informieren der Nutzer, die das betrifft. Also, wenn dein Tweet gesperrt wird, kriegst du darüber eine Benachrichtigung. So, jetzt wurde er im Jahr 2014 eingeladen von Erdogan. Eingeladen ist, glaube ich, ein sehr.
16:21 Dennis Horn
Als schmeichelnder Begriff? Also er, der, der Anthony Neto wurde eingeladen von der Türkei, um dort hinzufahren und der Regierung zu erklären
16:29 Gavin Karlmeier
was eigentlich sein Problem sei. Also er schreibt hier, es geht darum, die Dinge glatt zu ziehen mit der Regierung und die eigene Position zu vertreten. Und er sagt selber, er war komplett vorbereitet darauf, bei dieser Anreise dort im Gefängnis zu landen. Und war davon überzeugt, dass er das Land nicht mehr verlassen wird. Sagt aber, Free Speech war, was er gelebt und geatmet hat, ohne Ausnahme. Und dementsprechend ist er da hingefahren mit der Bereitschaft, nicht zurückzukommen. Er wurde warm begrüßt, er hat sich dort offenbar nicht allzu unwohl gefühlt, er hat mit der Regierung gesprochen und so weiter.
17:01 Dennis Horn
Das ist ganz interessant. Also er ist als Mitarbeiter von Twitter da hingefahren.
17:04 Gavin Karlmeier
Exakt.
17:04 Dennis Horn
Wer war da in Charge als CEO 2014?
17:07 Gavin Karlmeier
War das Jack Dorsey oder hier sein Vorgänger, von dem ich gerade.
17:10 Dennis Horn
Ist ja interessant, dass nicht diese Person dahin fährt, also sozusagen die höchstmögliche
17:15 Gavin Karlmeier
Ja, er spricht aber von wir. Dementsprechend können wir nicht ausschließen, dass das CEO mitgekommen ist oder zumindest sein Vorgesetzter. So oder so, er ist aber mitgefahren. Und er sagt, wie kann man das alles zusammenbringen, damit das Twitter jetzt heute einzelnen Content im Jahr 2023 sperrt? Und er sagt, das führt ihn zu zwei Fragen, nämlich zu der ersten Frage, ist Elon Musk überhaupt in der Lage, komplett neutral zu sein? Wurden die NutzerInnen informiert, bevor ihr Inhalt entfernt wurde? Sind die Takedown-Notices, also die Information darüber, was gesperrt wurde, öffentlich einsehbar? steht Twitter einer Gesamtsperrung in der Türkei gegenüber und wird Twitter das im nächsten Transparency Report diskutieren. Und er sagt, die Antwort auf alle diese Fragen ist vermutlich nein. Was ich eine sehr spannende Beobachtung von jemandem finde, der eben die andere Seite kennt und diese Punkte eben wichtig findet und sagt, Transparenz ist eigentlich das oberste Gebot. In so einem Fall, in dem es um das Nachverfolgen lokaler Gesetze und Regeln geht. Eigentlich das, womit sich Elon Musk die ganze Zeit brüstet.
18:18 Dennis Horn
Ich finde das super interessant. Also das stößt uns ja nochmal auf diese unterschiedliche Interpretation von was heißt eigentlich Verteidigung der Redefreiheit. die eigentlich bei Twitter in all den Jahren geschehen ist, verbunden mit all den Fragen, die sich daraus als Konsequenz ergeben und die super schwierig zu beantworten sind. Weil es trotzdem ja Druck gibt, wie sehr gibt man dem Stand, wie sehr versucht man das irgendwie auszutarieren. Also all diese Beschäftigungsprozesse, diese tiefen, schwierigen Fragen, die da dran hängen, die auch die Twitter-Files ja versucht haben zu skandalisieren. Und all das zeigt sich hier nochmal. Gegenüber eben dieser Interpretation des Begriffs der der Redefreiheit, die sehr US-amerikanisch inland geprägt ist. Und sehr von der persönlichen libertären Sicht auf die Welt. Übrigens, ich habe noch mal in unsere Episode von gestern reingehört, in diesen Ausschnitt aus dem Interview von Linda Jaccarino mit Elon Musk. die auch ständig gesagt hat, was wichtig ist for this country und damit einfach komplett auch sie ausschließt, welche Konsequenzen die Designentscheidungen für so eine Plattform haben, die sie trifft, die man dort bei Twitter trifft, außerhalb der USA, wo sie nicht minder wichtig ist und ja auch schon durchaus Einfluss hatte auf politische Entscheidungsfindungen.
19:55 Gavin Karlmeier
Voll. Und ich finde, was dieser Thread von Nieto da auch nochmal klarzieht, ist, was du gerade auch gesagt hast. Dass dieser US-zentralistische Blickwinkel auf Redefreiheit total vernachlässigt, dass es gesetzliche Unterschiede gibt, ja, das nennt er hier. aber auch kulturelle Unterschiede. Also während du in Deutschland beispielsweise die Holocaust-Leugnung nicht in den Bereich der Redefreiheit heben kannst, einfach aufgrund der Geschichte unseres Landes. Sieht das in den USA ganz anders aus. Dort hast du das Problem, dass zum Beispiel ein Nippel zu einer Sperrung führen kann auf einer Plattform, was du in Deutschland nach dem rein kulturellen Begriff vermutlich so nicht hättest. Das heißt, die Neto da hatte, diese Position und auch alle seine Vorgesetzten Und diesem Spagat entzieht sich Elon Musk, indem er bei der ersten Anforderung eigentlich in Buck, äh, wie sagt man, Buckelstellung, Buckhaltung, Bückhaltung? Oben buckeln und ein Treten. Nee, so meine ich es nicht. Also indem er sich quasi unterwirft, jeder dieser Forderungen und sich immer wieder nur auf lokale Gesetze bezieht, was ja jede Form der Diktaturen, die es in dieser Welt gibt, ja komplett vernachlässigt. Ja. Zustimmung. Ja, also schwer aushaltbar unter dem Gesichtspunkt eigentlich die Position von Elon Musk, dass es noch Leute gibt, die das vertreten, ehrlicherweise. Mal wieder. Ja.
21:15 Dennis Horn
Wenn es überhaupt noch Leute gibt in diesem Unternehmen, die an solchen Fragen überhaupt noch arbeiten, aber ein Trust and Safety Team hat Twitter noch. Woran arbeitet das jetzt?
21:25 Gavin Karlmeier
Die werden offenbar, wie es aussieht. Das sind Informationen, die wir von dem Account Titter Daily News haben. Dementsprechend wir wissen inzwischen, die müssen wir mit Vorsicht behandeln. Zum einen, weil sie auch schon mal falsch gelegen haben mit ihren News, zum anderen aber auch, weil sie sehr pro Elon Musk sind in ihrer in ihrer Haltung. Aber die haben angekündigt, offenbar, dass das Team für Trust and Safety bei Twitter daran arbeitet, eine Lösung zu implementieren. die permanente Accounts-Sperrungen abschafft. Was am Ende bedeutet, dass dein Account, egal was du tust, nicht dauerhaft gesperrt werden kann.
21:59 Dennis Horn
Ja. Ja, wir haben ja beim Thema Donald Trump schon mal drüber gesprochen. Die Frage, ob man tatsächlich ihn auf Dauer sperren kann, wurde ja. . damals etwas voreilig beantwortet in diesen Hauruck-Aktionen, ihn zu sperren auf den verschiedenen Plattformen. Schon da hat man gesagt, sowas kann eigentlich rechtlich Nicht dauerhaft gelten. Und es gibt ja mittlerweile auch bei gesperrten Normalnutzern durchaus Fälle, wo die sich gerichtlich das okay geholt haben. dass ihr Account wieder freigegeben werden muss. Also tatsächlich musste man irgendwann sich Gedanken dazu machen, wie man damit umgeht. Nur glaube ich, ist es jetzt in dem Fall mit. Differenzierten Gedanken, wie man damit umgeht, nicht so weit her, sondern da steckt natürlich jetzt der Gedanke dahinter der Amnestie und das einfach zurückzudrehen, das Rad. dass Twitter unter der alten Führung doch tendenziell in eine eher richtigere Richtung gedreht hatte.
23:02 Gavin Karlmeier
Ja, ich würde zustimmen, ich glaube der Begriff Haruk-Aktion passt. hier auch wieder so ein bisschen. Also einfach um jeden Preis diese diese Lösung durchdrücken, die sich der CEO ausgedacht hat vermutlich. Und ich würde auch sagen, naja, also es ist natürlich schwierig, wenn eine Plattform solche Urteile spricht über Personen, die eben kein Gericht ist. Das ist ein schwieriger Zustand und vermutlich auch einfach nicht richtig. Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, ob Twitters Trust <unk> Safety Team da jetzt den Gegenvorschlag machen sollte oder ob es da nicht vielleicht eine grundsätzlichere Lösung bräuchte. Ja, das ist wohl richtig.
23:39 Dennis Horn
Ich glaube ja, eigentlich bräuchte es da für eine grundlegende regulatorische Vorgabe. Und sowas, weiß ich nicht, ob da nicht lieber die Gesellschaft sich darüber verständigen sollte, wie man das haben möchte, als wieder so eine einzelne Plattform.
23:53 Gavin Karlmeier
In der Tat. Ja, das wäre schön. Vielleicht haben wir morgen bessere Nachrichten zum Aufhören. Aber wir sitzen morgen wieder an diesem See. Es ist schön hier, oder?
24:02 Dennis Horn
Im Hintergrund ein wenig Gelächter. Unten siehst du da am See sind die Laternen angegangen, am Strandbad, am Biergarten.
24:09 Gavin Karlmeier
Ja, ist wirklich hoffentlich keine Lampenjungs.
24:11 Dennis Horn
Man kann hier so Kino im Kopf machen. Wir sitzen auch direkt am Kiesweg.
24:16 Gavin Karlmeier
Haken dran, der ASMR Social Media Podcast.
24:20 Dennis Horn
Und jetzt gibt's ein schönes Bierchen. Post, bis morgen. Ja, für euch bis morgen.