Alle Episoden

Folge 125 · 19. Mai 2023 · 1:15 Std.

Und wenn es Geld kostet, dann ist das so.

mit Dennis Horn

„Wo sehen Sie sich in einem Jahr?“ „Nicht bei Twitter.“

Social Media-Manager:innen dieses Landes, Stifte raus! Wir haben Zahlen, die euch helfen, eure Teams vom großen Twitter-Rückzug zu überzeugen, vielleicht. Obendrein wird Twitter auch noch verklagt. Schon wieder. Aber Elon „doesn’t care“. Sagt er jedenfalls CNBC auf einige andere Fragen, klingt aber irgendwie allumfassend. Und dann geben wir gegen Ende noch ein fatales Versprechen ab.

PS: Sorry für den Husten!

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.

00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Dennis Horn

Grüß dich Gavin. Hallo Dennis. Brückentagslaune. Du bist bereit für ein Brett?

00:12 Gavin Karlmeier

Ja, es wird ein Brett heute, ein Brückenbrett.

00:14 Dennis Horn

Ein Brückenbrett. Und wir möchten starten mit Zahlen. Zahlen sind uns ja sehr genehm hier in diesem Podcast, weil wir immer Bock drauf haben, die Wahrheit zu sehen zwischen all den Zahlenzeilen und dem, was Elon Musk dann zwischendurch noch einstreut. Aber ja nicht die Wahrheit zu sein scheint.

00:34 Gavin Karlmeier

Aber also das, bevor wir da jetzt zu den Zahlen kommen, ganz kurz nur eingegrätscht. Das ist jetzt der Moment, wo alle Social Media Managerinnen und Manager, die uns zuhören. Vielleicht mal einen Stift rausholen sollten. Ja, ach so, ja, absolut. Die Zahlen, die wir heute haben, die sind, glaube ich, da werden wir noch öfter drüber sprechen müssen.

00:51 Dennis Horn

Und Sie haben so beim Schon mal Lesen mit den meisten Spaß gemacht.

00:55 Gavin Karlmeier

Mhm.

00:55 Dennis Horn

So, also, es gibt eine Umfrage des Pew Research Centers und die hat Ergebnisse in Aller breite, vielleicht holt Elon Musk da besser auch den Stift raus. Und zwar ist es so, dass die Power-User von Twitter, also die, die noch viel da unterwegs sind, Und die App nutzen. Seit der Übernahme durch Elon Musk Ende des vergangenen Jahres, also das war im Oktober, weniger posten. Also das ist eine Analyse vom Pew Research Center, eine Umfrage über das Verhalten in Twitter Und diese aktivsten Nutzer, das sind, also definiert sind die als die 20% der Nutzer mit dem höchsten Tweet-Volumen. Da gab es dann in den Monaten nach der Übergabe an spürbaren Rückgang. Die durchschnittliche Anzahl der Tweets dieser Nutzer pro Monat ist um etwa 25% zurückgegangen.

01:57 Gavin Karlmeier

Und deckt sich ja komplett mit unseren eigenen Erfahrungen hier. Also du hast komplett aufgehört zu Twittern. Ich habe letztes Mal erzählt, dass es mir gar keinen Spaß mehr macht und ich. Viel weniger Gedanken bei Twitter veröffentliche als noch vor einem Monat oder vor drei Monaten. Also 100% nachfühlbar.

02:17 Dennis Horn

So, und darüber hinaus haben etwa, also das sind alles Zahlen für die USA, das muss man dazu sagen, also eine Umfrage, die unter US-BürgerInnen durchgeführt wurde. Und darüber hinaus haben etwa sechs von zehn erwachsenen Menschen in den USA, die Twitter im vergangenen Jahr noch genutzt haben, gesagt Dass sie in letzter Zeit eine Pause von dem Dienst eingelegt haben. Eine Mehrheit, 40 Prozent, hat gesagt, sie würde Twitter in einem Jahr mit großer oder sehr großer Wahrscheinlichkeit noch nutzen. 35 Prozent sagen mit einiger Wahrscheinlichkeit und fünfundzwanzig Prozent, ein Viertel der Befragten sagen Sie werden Twitter in einem Jahr wahrscheinlich nicht mehr nutzen.

03:04 Gavin Karlmeier

Ja, das ist geil, ne? Und auch das deckt sich so ein bisschen mit unserer Einschätzung, glaube ich. Weil ich zum selben Schluss kommen würde. Ich hätte es auch so geantwortet. Ich bin das Viertel.

03:14 Dennis Horn

Ja, ich frag mich, wie viel könnte hier. eine Rolle der erwünschten Antwort noch spielen. Ja, also gerade ist Twitter natürlich ordentlich unter Beschuss, wird viel kritisch diskutiert, also muss man immer nochmal abwarten. Wie das ausgeht, aber so in der Gesamtheit dieser Zahlen sieht es eben schon übel aus für Twitter. Es ist nicht ganz klar, was die Leute jetzt erwarten. Also Bedeutet das, dass Sie irgendwie auf eine Alternative warten? Können Sie sich einfach nicht vorstellen, bei Twitter selbst aktiv zu bleiben? Also gibt es da irgendwelche Abhängigkeiten zu dem, was um Twitter herum, so auf dem Social Media Markt? Passiert. Aber es ist kein so gutes Zeichen, diese Zahlen. Darauf können wir uns einigen. Allerdings, ja. So. Und wenn man noch ein bisschen tiefer. Steigt, dann kann man noch ein bisschen in dieser Umfrage herausfinden darüber, wieso die Unterschiede sind innerhalb dieser befragten Menschen und innerhalb der Nutzerschaft wer vielleicht deutlich weniger Twitter nutzt und wer nicht so deutlich weniger. Also erstmal Hat die Umfrage gezeigt, ein Großteil der Inhalte, ach nee, ich fange mit was anderem an. Wer hat in den vergangenen zwölf Monaten am häufigsten eine Pause, eine Twitterpause eingelegt? Das waren weibliche und schwarze Twitter-Nutzer. Und Demokraten haben ebenfalls also Wähler der Demokratischen Partei in den USA haben ebenfalls ihre Twitter-Nutzung eher reduziert. Das überrascht uns nicht. Es ist gut, das aber jetzt auch nochmal in Zahlen zu sehen, was die Entwicklungen bei Twitter Tatsächlich machen, mit wem vor allem?

05:05 Gavin Karlmeier

Ja, ja, 100 Prozent. Also, das ist ja leider nicht überraschend, aber es ist eine sehr belastbare Guter Fakt, das jetzt mal schwarz auf weiß zu haben, weil jedes Mal, wenn Elon Musk nach vorne tritt und sagt, es geht darum, alle gleich zu behandeln, müsste man ihm diese Studie links und rechts um die Ohren hauen.

05:24 Dennis Horn

Ja. Weil alle gleich behandeln eben nicht heißt nichts tun. Genau, exakt das.

05:33 Gavin Karlmeier

Und diesen Trugschluss liegt er leider immer noch auf.

05:37 Dennis Horn

Also um sozusagen hier Parität herzustellen, muss man eben eine in Anführungszeichen Ungleichbehandlung nutzen. Weil sonst sind eben nicht alle gleich sicher auf der Plattform.

05:48 Gavin Karlmeier

Exakt.

05:50 Dennis Horn

Und jetzt der Punkt, den ich eben noch angesprochen hatte. Also, die Umfrage dieses Pew Research Centers hat auch gezeigt, ein Großteil der Inhalte, Bei Twitter. Also das, was tatsächlich getwittert wird, stammt von einer eher kleinen Gruppe von Power-Usern. Ähm, und in den USA sieht so aus, dass seit der Übernahme durch Elon Musk 20 Prozent der erwachsenen US-BürgerInnen Die bei Twitter sind, achtundneunzig Prozent aller Tweets dieser Gruppe verfasst haben.

06:24 Gavin Karlmeier

Ja, das also auch nicht überraschend. Ehrlicherweise muss man dazu sagen, das war wahrscheinlich früher schon nicht ganz doll anders. Genau. Weil auch früher schon Twitter eine Plattform war, die sehr vielen Leuten wenig Spaß gemacht hat, dort aktiv stattzufinden. Also ich glaube, Twitter wurde sehr viel passiv genutzt, auch in der Vergangenheit schon. Aber ich glaube, in diesem Ausmaß war das bislang nicht so der Fall.

06:49 Dennis Horn

Also, Twitter hat übrigens auch selbst gesagt, 80% der NutzerInnen würden die App im Nur-Lesen-Modus einsetzen. Oder Twitter im Nur-Lesen-Modus einsetzen und nie tatsächlich twittern oder sich in irgendeiner Weise mit Tweets beschäftigen, in Anführungszeichen, was heißt interagieren. So, und das ist ja so interessant, weil Das ja auch der Fehler ist in der Strategie, die Elon Musk fährt, wenn es um Twitter Blue geht. Ja, also das, was Twitter Blue mir verspricht, Als Nutzer sind Funktionen, die ich höchstens interessant finde, wenn ich selbst twittere Und das bedeutet ja also, wenn 80 Prozent der NutzerInnen Twitter nur passiv nutzen, dann ist mir Twitter Blue einfach komplett egal. Und ich habe auch einfach gar keine Verwendung dafür. Vielleicht Aber hat das damit zu tun, dass dieses Abo nicht so Skyrocket geht?

07:50 Gavin Karlmeier

Ja, könnte sein. Dazu gehört sicherlich auch. dass die Leute aber auch, also das Ärgerliche ist ja, dass die Leute, die Twitter Blue abonnieren, ja, aber vor allem Leute sind, die einem gewissen politischen Lage angehören, einer gewissen demografischen Gruppe angehören, also sehr viele weiße Männer, die politisch eher rechts der Mitte stehen. Und Wenn ich aber jetzt jemand bin, der das nur im Nur-Lesen-Modus nutzt und mir Twitter Blue egal ist und ich mich dementsprechend vielleicht auch gar nicht damit beschäftige, dann sorgt das automatisch zu einer Verschiebung der Wahrnehmung der öffentlichen Meinung. Und ich, also was daran so ärgerlich ist, ist, dass die Möglichkeit besteht, dass das total intendiert ist, dass es geplant ist, dass man durch diese Bevorzugung der Twitter Blue-AbonnentInnen genau diesen Effekt auslöst, ohne dass die Leute ihn reflektieren können, weil es ihnen im Grunde eigentlich auch egal ist. Und das finde ich gefährlich. Ein komplizierter Satz, aber ich glaube, er war nachvollziehbar. Ja.

08:59 Dennis Horn

Gut, auch haken dran an die Zahlen, würde ich sagen. Sie sprechen für sich. Wir kommen zu einem Interview, das wir am Dienstag im Podcast auch schon mal kurz erwähnt haben. David Faber CNBC Anchor hat Elon Musk interviewt. Wir haben gerätselt, was steckt dahinter, weil da stand noch Special Presentation dabei. Und das war ein Exklusivinterview nach der Jahreshauptversammlung bei Tesla. Und ich glaube, damit ist Presentation auch nicht gemeint. Sie haben es einfach so betitelt, aber da gab es keinen Zusammenhang. Zur neuen CEO, die ja von der Muttergesellschaft NBC Universal zu Twitter wechselt, Linda Jaccarino. Es war einfach ein Interview. So. Und Da gehen wir mal durch. Da steckten ziemlich viele spannende Sachen am Ende doch drin. Ich beginne mal damit, dass Elon Musk sieben Tage die Woche arbeitet. Und es gibt jedes Jahr nur zwei bis drei Tage, an denen er keiner sinnvollen Arbeit nachgeht. Einen davon haben wir hier in Haken dran, glaube ich, schon erlebt. Das war die eine Ausgabe, wo mal nichts passiert ist. Er schläft sechs Stunden pro Nacht. Das ist ja fast schon luxuriös für das Pensum, das er irgendwie.

10:16 Gavin Karlmeier

Da habe ich auch nicht mehr, ehrlicherweise.

10:18 Dennis Horn

So hat. Ja, ne? Oder? Also sieben Stunden sehr gerne, aber sechs reichen auch aus. Übrigens zum Schlaf noch eine interessante Geschichte. Elon Musk wollte, dass neben seinem Büro in der Twitter-Zentrale eine Toilette gebaut wird, damit er seine Bodyguards nicht mitten in der Nacht wecken muss, wenn er auf Toilette muss. Das ist, also wir können ja nochmal kurz über Unternehmenskultur sprechen und über die Geschichte von Twitter und dass es mal so ein Unternehmen war, wo jeder alles sagen konnte und man sich gegenseitig widersprechen konnte.

10:53 Gavin Karlmeier

Ich bin mir relativ sicher, dass weder Jack Dorsey noch der direkte Vorgänger von Elon Musk, ich habe den Namen nicht auf Tasche, du, aber bestimmt, Dennis, dass all diese CEOs nicht mit Bodyguards durch die Unternehmensräume gelaufen sind, oder? Also man muss sich das mal so unternehmenskulturell vorstellen, was das allein für eine Wirkung hat. Da ist der neue Chef. Und der ob er muss oder nicht, läuft hier jetzt mit Personenschutz durch die Räume. A, weil er sich so verhält, dass er ihn vielleicht braucht. Und B, einfach nur so durch die Wirkung. Einfach die Wirkung, dieser Mann ist nicht greifbar, weil da zwei Schränke nebenstehen. Das ist doch, das überrascht mich. Aber es wirft halt genau das Licht auf Twitter, das viele Dinge auch erklärt.

11:39 Dennis Horn

Voll. Also, diese Geschichte mit der Toilette. steht in einer Klage von sechs früheren Twitter-Mitarbeitern, zu der wir nachher auch noch kommen. Ich habe ganz kurz mal die Liste der CEOs gegoogelt, weil. Wir haben uns das diese Woche ja schon mal gefragt. Wie die nochmal hießen. Jetzt prügeln wir uns das kurz ein. Also, erster CEO war Jack Dorsey nach Gründung, ab 2006 dann. Dann hat 2008 Evan Williams übernommen. Ach ja, stimmt. 2010 war dann für Fünf Jahre Dick Costolo, das war der, den ich meinte. Der war CEO von Twitter.

12:17 Gavin Karlmeier

Den Namen hätte ich nie im Leben hingekriegt.

12:18 Dennis Horn

Genau, der war CEO von Twitter fünf Jahre. Dann sechs Jahre lang, 2015 bis 2021, Jack Dorsey, zweite Amtszeit. Und der letzte war Parak Agraval. Genau. Genau. So, jetzt haben wir sie ja einmal. Dick Costolo müsste uns jetzt wieder folgen. Kann uns jetzt wieder folgen auf Twitter. Klingt wie so eine Serienfigur. So ein Detective. Special Agent Dick Costolo. Worüber hat Elon Musk gesprochen in diesem Interview mit David Faber, wo wir gerade bei Hauskultur waren? Fangen wir vielleicht mal damit an. Ich zitiere, die ganze Vorstellung von zu Hause aus arbeiten. Sie werden von zu Hause aus arbeiten und alle anderen arbeiten lassen. Und es ist moralisch falsch. Dann, die Laptop-Klasse lebt in einem Lala-Land. Sehen Sie sich die Autos an. Arbeiten die Leute davon zu Hause aus? Natürlich nicht. Und? Steigt bitte von eurem verdammten moralischen hohen Ross runter mit diesem Work-From-Home-Bullshit. Wenn du bei Tesla arbeiten willst, wenn du bei SpaceX arbeiten willst, wenn du bei Twitter arbeiten willst, dann musst du jeden Tag ins Büro kommen.

13:27 Gavin Karlmeier

Tja nun, der Mann lebt halt einfach, also Teile von ihm leben noch in den 80er Jahren, muss man dazu sagen. Da kann man halt wenig hinzufügen, außer. .

13:37 Dennis Horn

Typ, Alter. Ja, also Judd Ligham vom Popular Information Newsletter hat was hinzugefügt. Das fand ich sehr schön. Er hat geschrieben, er ist doch derzeit CEO von allen dreien. Für zwei von denen arbeitet er immer von woanders.

13:51 Gavin Karlmeier

Auch komplett richtig. Ja, voll. Also allein ein digitales Social Media Unternehmen. so zu leiten, dass es eine Präsenzpflicht gibt, dass man gegen Laptop-Kulturen wettert. Also da stehen wahrscheinlich echt noch so Tower-PCs. Die ihm wichtig sind. Von Wobis. 1990. Genau, mit 100 MHz, aber nur wenn man die Turbotaste drückt. Und das ist ihm wichtig. Damit man sich bloß nicht auch flätzt, während man arbeitet. Ja.

14:29 Dennis Horn

Gut. Also da können wir noch lachen. Aber nicht bei den Themen, zu denen wir jetzt kommen. Wir haben diese Woche schon über den Antisemitismus von Elon Musk gesprochen. Dem nähern wir uns jetzt langsam. Er hatte erst mal Sich geäußert zur Politik in den USA und gesagt, Joe Biden hat die Wahl gewonnen. Sie sei ihm nicht gestohlen worden, aber er mag Biden nicht besonders. sagt, wolle lieber einen normalen Menschen als Präsidenten und dass der Präsident eine gute Führungskraft des Landes sein müsse. Soweit, so sehr eine Meinung, die vielleicht viele US-Amerikaner haben, die sich auch mit der Demokratischen Partei und deren KandidatInnen schwer tun. Aber dann geht's los. Er hat erstmal gesagt, es habe definitiv Betrug auf beiden Seiten gegeben, aber definitiv nicht genug, um das Wahlergebnis zu ändern. Also das changierte so zwischen diesem Diesen abstrakten diesem abstrakten, diesem Raunen, weißt du? Ja. Bis hin dann Ähm, die Äußerungen zu George Soros, ähm über Die wir ja in dieser Woche auch schon gesprochen haben. Mal kurz weg von diesem CNBC-Interview. Er hat sich erstmal selbst, hat er sich bei Twitter nochmal dazu geäußert. Und im Grunde einen draufgesetzt, er hat auf diesen George Soros Street noch geantwortet, I'd like to apologize for this post. It was really unfair to Magneto. Da ist dir, glaube ich, auch nochmal die Kinnlade runtergekippt. Zu 100 Prozent, ja.

16:08 Gavin Karlmeier

Also da alles, was wir in der letzten Episode zu dem Fall gesprochen haben. würde ich gerne nochmal mit Nachdruck nochmal unterschreiben wollen. Weil das, also wie kann man denn so, das ist unwürdig auf einen Ebenen, das ist Das ist schlimm. Mir fehlen wirklich die Worte. Und ich habe einfach auch so ein bisschen langsam bin ich mit meinem Latein am Ende diesen Mann irgendwie, also sein Handeln verstehen zu wollen. Also wie kann man überhaupt so sein? Ja genau, wie kann man sein wie so ein Sechsjähriger, der eben das Handeln seines oder die Folgen seines Handelns wahnsinnig egal sind.

16:48 Dennis Horn

Es war noch ein bisschen Diskussion, nachdem wir in der vergangenen oder in den vergangenen beiden Ausgaben über diesen Antisemitismus in diesen Tweets gesprochen haben. wie sehr er vorher schon vorhanden war, da haben wir ja auch drüber gesprochen, war er immer wieder, hat er antisemitische Memes und Codes getwittert. Also wer ihn länger schon verfolgt hat, dem war das völlig klar. Es ist hier natürlich eine völlig neue Qualität und unverhohlene Offenheit, der das macht.

17:16 Gavin Karlmeier

Ja, weil er eben nicht mehr auf diese Dog Whistles, auf diese Memes, auf Codes setzt, sondern halt ganz offenlegt, welches Westgeisteskind er ist an diesem Punkt. Und ich glaube, was eben den Unterschied macht, dass es ein bislang Die Möglichkeit gab, den Antisemitismus entweder nicht zu sehen, weil man nicht ein Thema ist, oder b ihn auch missinterpretieren zu können. Und das geht jetzt alles nicht mehr. Jetzt ist das unweigerlich, offensichtlich, jetzt ist es unverhohlen und jetzt gibt es auch einfach keine Entschuldigung mehr.

17:52 Dennis Horn

Wobei er sich ja weiter so verhält und dann immer so sagt, ja, nee, und so kommen wir gleich nochmal zu. Wir möchten euch noch einen Artikel empfehlen von Annika Brockschmidt im Volksverpetzer, der auch sehr schön herausarbeitet. Wie es eben die ganze Zeit schon gelaufen ist. Ich zitiere mal ein paar Sätze daraus. Elon Musk kommuniziert freundlich mit White Nationalists wie Jack Posobiek, dem rechtsextremen Trolle-Account Cattered. Interagierte 24 Mal mit dem reichweiten starken QA-Account Kanekor und lobte dessen Tweets als sehr wichtigen Thread und interessanten Threat. Musk tauscht sich auf Twitter aus mit dem rechtsextremen Andy Ango, weiß nicht, ob man ihn so ausspricht, unterstützt Impfgegner und Covid-Leugner. Wir haben ja auch drüber schon gesprochen. Stimmt Charlie Kirk, das ist der Vorsitzende der rechten Denkfabrik Turning Point USA? dabei zu, dass die USA eine Invasion von Flüchtlingen erleben. Nutzt Rhetorik des White Replacement-Verschwörungsmyths und ist scheinbar besessen von sinkenden Geburtenraten weißer Menschen ein klassisches Dock Whistle Auch für White Replacement. Also, das ist interessant zu lesen, weil das eben diese Historie von Tweets und Inhalten mit genau dieser Haltung von Elon Musk nochmal zusammenträgt

19:22 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Also was der, das ist der eine Punkt oder der eine Teil der Diskussion, die ja seit der letzten Folge so ein bisschen losgegangen ist. Den anderen Punkt finde ich auch spannend und der taucht immer mal, wir entgleisen hier gerade so ein bisschen von der Themenagenda, aber ich finde, das ist so wichtig. Der andere Punkt ist ja die Frage. warum halten alle die Beine still? Da haben wir in der letzten Episode relativ viel Platz für freigeräumt für diese Diskussion. Und ich habe da auch noch sehr viel drüber nachgedacht, weil ich. mir nicht sicher bin, ob unsere Schlussfolgerungen tatsächlich auf alle Menschen zutrifft. Wir haben ja gesagt, wenn man das jetzt, wenn man jetzt weiterhin auf Twitter aktiv ist. Da nimmt man das zumindest billigend billigend in Kauf, wie der Besitzer sich dort äußert. Und ich da, also mir hat, ich habe eine Antwort auf Mastodon bekommen, die war ein bisschen polemisch. und ein bisschen zickig geschrieben, ehrlicherweise. Ich musste dem Argument aber trotzdem etwas abgewinnen, nämlich der Frage Naja, was schert es denn eigentlich dem, der es benutzt, wem das Ganze hier gehört? Und auch wenn das nicht meine Meinung ist, und das habe ich, glaube ich, auch schon oft genug hier kundgetan, Ist das ein Erklärungsansatz, der mir aber hilft, das zu verstehen, dass es einfach sehr vielen Menschen tatsächlich egal ist, wem Twitter gehört.

20:41 Dennis Horn

Ja, also, da habe ich ja auch drüber nachgedacht, über diese Antwort, die du da bekommen hast und diese Argumentation. Es ist ja so, dass. Wir auch zu Beginn von Social Media und zwischendurch immer wieder darüber gesprochen haben, so als Medienunternehmen zum Beispiel. Warum werfen wir eigentlich das? wurde sehr viel häufiger bei Facebook geführt, diese Diskussion, als bei Twitter. Aber warum werfen wir diesen Konzernen Geld in den Rachen? So, ähm, weil, also die Argumentation war immer so ein bisschen unterschiedlich, mal weil dann gesagt wurde, die sind doof beim Datenschutz. Ja, oder das ist, wie sie die NutzerInnen ausspionieren, war dann manchmal so die Formulierung, das geht so nicht und wir unterstützen das damit. Oder mal war die Argumentation, weil sie sind doof, weil das unsere neuen Konkurrenten sind. Wie können wir das denn machen? So. Also Da gab es immer schon mal so die Frage, warum geht man da überhaupt hin? Und dann haben wir, die wir das eher Positiv verargumentiert haben in den Medienhäusern. Wir haben ja dann darauf geantwortet, also du wirst das kennen, wir haben das ja ganz kurz schon angerissen in dieser Woche. Naja, die Leute sind da, das Publikum ist da. Und ähm, Auch diese Argumentation war ja schon eine, die sich abgekoppelt hat von der Betrachtung, wer ist eigentlich das Unternehmen und wie verhält es sich. Und ich kann dieses Abkoppeln dieser Frage, warum bin ich dort? Von wem gehört das Unternehmen, wie verhält es sich, durchaus verstehen. Weil Wir hier Unternehmen haben, die eben nicht einfach nur Unternehmen sind, bei denen man sich entscheidet, bin ich dabei, bin ich nicht dabei. Sondern das, was Sie bereitstellen, ist ein Stück Infrastruktur für unsere moderne Kommunikations- und Informationsgesellschaft. Und das ist Twitter in Bereichen durchaus noch. Wir haben darüber gesprochen, die Wissenschafts-Community zum Beispiel, die ist noch sehr fleißig bei Twitter. Und ich kann mir nach wie vor vorstellen. dass die da gar nicht so sehr den Blick darauf werfen. Es ist ja auch kein zwingend so polarisiertes Umfeld wie die politische oder gesellschaftliche Diskussion. Ich kann mir gut vorstellen, dass die da noch nicht so den Blick drauf werfen wie wir. Deswegen, ich war in der Argumentation immer eher so auf dieser Infrastrukturseite. Ich bin es jetzt hier nicht mehr und da folge ich dir, wie du in dieser Woche argumentiert hast. Weil die Frage, wie verhält sich Elon Musk und was bedeutet das für die Plattform, in Auswirkungen zu der Plattform, einfach so. eine Größe angenommen hat und so eine Relevanz, dass ich jetzt mittlerweile hier anders argumentieren würde. Und deswegen folge ich auch der Argumentation Dieses Mastodon-Postings nicht. Warum interessiert das die Leute? Mittlerweile, denke ich, hat das solche Ausmaße erreicht, dass es sie interessieren müsste eigentlich. So.

23:55 Gavin Karlmeier

Weißt du? Ja, ja, voll. Ich glaube nur, also, warum fahren die ganzen Leute, warum fahren sie Tesla? Warum bestellen wir die ganze Zeit bei Amazon? Weißt du, wir wissen, also jetzt Jeff Bessers ist ja nochmal ein anderer Schlag. Aber du weißt, was ich sagen will. Entschuldigung, du weißt, was ich sagen will. Also wieso kann man eigentlich den Besitzer einer Plattform für all das verantwortlich machen, was alle Menschen, die dort arbeiten, das ist im Fall Twitter ja nicht mehr so viele sind, aber was die da schaffen und was die Plattform am Ende auch als das, was sie ist, schafft, die mehr ist als einfach nur die Summe der Teile. Und dementsprechend kann ich das irgendwo schon verstehen, dass die ganzen, dass es so viele Leute gibt die einfach weitermachen, als wäre nichts passiert. Auch wenn ich, wie gesagt, persönlich ganz anderer Meinung bin und glaube, dass das irgendwann auch den eigenen den eigenen moralischen Kompass berührt, ob man auf Kinders stattfindet oder nicht. Genau, das manchmal nicht. Ehrlicherweise Das ist aber auch vielleicht eine Privatmeinung, auch ob man Tesla fährt oder nicht, den moralischen Kompass inzwischen berührt.

25:02 Dennis Horn

Ja, absolut. Aber da ist die Abwägung vielleicht auch nochmal anders. Also es gibt immer. unterschiedliche, also eine ganz ganze Reihe unterschiedlicher Argumente, die man in den Topf wirft. Und die haben ein unterschiedliches Gewicht, einmal so für einen persönlich, so warum fahre ich einen Tesla? warum denke ich, dass es für die Umwelt gut ist, dass ich ein Tesla fahre? Was machen die Funktionen dieses Systems von Tesla mit mir? Also gefällt mir das so und Wer ist der Eigentümer? Ist einfach ein Punkt, den ich mit in diesen Topf werfe. So. Und bei einer Plattform wie Twitter, die mit Öffentlichkeit hantiert. Es ist auch nochmal was anderes als bei einem Unternehmen, das E-Autos herstellt. Also, ich finde, da spielen sehr, sehr viele Faktoren eine Rolle, warum ich mich bei welchem Unternehmen wie jeweils entscheide. Mhm. Aber definitiv ist der Faktor, wie verhält sich Elon Musk und was für eine Haltung hat eigentlich der Mensch hinter diesem Unternehmen. Gewachsen.

26:13 Gavin Karlmeier

Definitiv. Ja. Und vielleicht muss man ja einfach überlegen, dass du diesen Tesla einmal kaufst. Und auch wenn es ein höherer Betrag ist. Dieses Produkt gehört dir dann oder du hast es geleast, dann gehört es in der Bank. Aber das ist ein anderer moralischer oder auch ein eigener, innerer Prozess. Als die Entscheidung, bei Twitter jeden Tag stattzufinden und ja nicht einfach nur Endkunde oder Endverbraucher zu sein, sondern auch die Plattform zu stärken, einfach nur durch die reine Anwesenheit, selbst wenn du ein Read-only-Nutzer bist. sorgst du dafür, dass die Plattform mehr ist, als sie ohne dich wäre. Das ist, glaube ich, auch ein Unterschied.

26:48 Dennis Horn

Ja, ja. Und ich finde einfach bei Tesla. In der jetzigen Situation, wenn es ums Thema E-Autos geht, auch echt sehr viel schwerer abzuwägen als die Frage bei Twitter. Aber gut, tatsächlich anderes Thema. Kommen wir zurück. Ja, Stecker dran, das E-Auto-Update. Zurück zum Interview. David Faber und wie hieß er? Elon Musk. Elon Musk, genau. So. Und wir waren beim Thema Politik. Und die beiden haben auch über diese George Soros-Tweets gesprochen. Wir hören da mal rein. David Faber stellt da gleich eine Frage an Elon Musk. Oder nach der Elon Musk sehr lange überlegen muss, was er antwortet. Bitte seid nicht verwirrt Dieser Podcast, diese Ausgabe hier ist nicht zu Ende gleich. Und wir beide passen auf, dass wir nicht drauf reinfallen und plötzlich weiterreden. Wir müssen diese Pause genießen, weil sie ist dramaturgisch Auch so krass ähm dass da können wir gleich nochmal drüber reden. Also los geht's

28:06 Speaker 4

How do you make a choice? You don't see I mean uh in terms of when you're going to engage. I mean, for example, even today, Elon, you you you tweeted this thing about George Soros. Well, I'm looking for it because I want to make sure I quote it properly. But I mean you know what you wrote, but you basically I think it reminds me of my Nitos. It's like, you know, calm down people.

28:24 Speaker 5

This is not like made a like a federal case out of it.

28:26 Speaker 4

You also have you said he wants to erode the very fabric of civilization and Soros hates humanity. Like when you do something like that, do you think that's a good idea? Yeah, I think that's true. That's my opinion. Okay. But why share it? Why share it? Especially because I mean Why share it when people who buy Teslas may not agree with you? Advertisers on Twitter may not agree with you. Um why not just say, hey, I think this? You can tell me, we can talk about it over there, you can tell your friends, but why share it widely?

28:55 Speaker 5

I mean w uh I this is freedom of speech I'm allowed to say what I want to do.

28:59 Speaker 4

You absolutely are, but I'm trying to understand why you do because you have to know it's gotta there it it puts you in a in the middle of a The partisan divide in the country, it makes you a lightning rod for criticism. I mean, do you like that? I you know, people today saying he's an anti-Semite. I don't think you are.

29:15 Speaker 5

No, I'm definitely not. I'm I'm like I'm like a pro-Semite, if anything. I I believe that probably is the case.

29:22 Speaker 4

But why would you even introduce the idea then?

29:25 Speaker 5

That that would be the the case.

29:30 Speaker 4

No, God no. I don't I don't want to at all. But I'm what I'm trying even came up though in the annual meeting. I mean You know, do your tweets hurt the company? Are there Tesla owners who say I don't agree with his political position because and I know it because he shares so much of it Or there are advertisers on Twitter that Linda Yarcarino will come and say, you gotta stop, man. Or, you know, I can't get these ads because of some of the things you tweet.

30:03 Speaker 5

You know, I'm reminded of uh The the scene in The Princess Bride. Great movie. Great movie. Um where he confronts the person who killed his father. And he says offer me money. Offer me power. I don't care. So you just don't care. You want to share what you have to say? I'll say what I want to say, and if if if uh if the consequence of that is losing money, so be it

30:48 Speaker 4

Okay.

30:51 Gavin Karlmeier

So. Die Pause ist wirklich das Spannendste an diesem Ganzen. Finde ich. Also, da sind viele spannende Punkte drin, aber diese Pause ist spannend, weil der Interviewer ja die ganze Zeit, also die beiden haben ja wieder so eine Flirti-Stimmung, wie wir das öfter in Interviews mit Elon Musk beobachten. Und Diese Flirti-Stimmung hörst du ja am Anfang, egal was der Interviewer sagt, Elon geht mit einem Gag drauf ein oder dem, was er glaubt, was ein Gag ist. Und er hält die ganze Zeit, er nimmt jeden Ball an. Bis zu diesem einen Moment, wo die Frage konkret wird. Und ich finde, der Interviewer macht das tatsächlich ganz gut, wie er die Frage formuliert, weil er ihn ja wirklich dazu bringt. einfach mal sagen zu müssen, ob es ihm egal ist. Weil ich finde die Formulierung der Fragestellung ja auch tatsächlich ganz geschickt. Zu sagen, warum, wenn du diese Meinung hast, warum glaubst du, du musst sie öffentlich teilen? Und er lässt sich eben nicht abfrühstücken mit, nee, das ist halt die Redefreiheit. Und diese Pause ist aber so ein kleiner, das ist der Reset-Knopf in Elon Musk. In diesem Moment hängt das System des Flirtesigns. Weil er merkt, er kommt damit gerade nicht weiter. Warum hängt es? Super spannend. Ja, da möchte ich gerne mit dir drüber sprechen.

32:08 Dennis Horn

Ja, ich habe eine These. Ja, ich bin gespannt. Also meine These ist. Das ist der Moment, in dem ihm klar wird, wenn ich hier jetzt falsch antworte, kann es auch rechtlich problematisch werden. Er hat diesen Maulkorb bei Tesla. Es gab diesen Antrag auf der Aktionärsversammlung, ich weiß ehrlich gesagt, ich glaube, es ist nichts daraus geworden, weil man hat nichts mehr davon gehört. Ich bin dem aber auch nicht nachgegangen, über den wir gesprochen haben, dass also sozusagen das Unternehmen Tesla das Risiko Bewerten muss, was die Personen angeht, die im Unternehmen oder für das Unternehmen eine größere Wichtigkeit haben und wie die sich öffentlich äußern. So, das war der Antrag und In diesem ganzen Kontext aus meiner Sicht spielt sein Zögern bei dieser Frage hier, denn die Hinleitung zu dieser Antwort in der Frage war ja auch. Also, er hat nicht nach der Moral gefragt, David Faber, sondern er hat nach. Den wirtschaftlichen Konsequenzen gefragt, wenn Elon Musk so etwas twittert. Und das ist einfach genau der Bereich. In dem Elon Musk sich vorsichtig verhalten muss. Das ist meine These.

33:24 Gavin Karlmeier

Aber dann ist die Antwort trotzdem ungeschickt, wenn er sagt. Wenn ich etwas twitter und es kostet mich Geld, dann sei es so.

33:31 Dennis Horn

Ja, er hat sehr lange überlegt und hat eine Antwort Nur zustande gebracht, die einfach scheiße war. Weil er hat sich in dem Moment hier nicht geschickt verhalten, wenn man so möchte. Das ist so. Sehe ich auch so. Ja, entweder das. Oder, was ist deine These?

33:49 Gavin Karlmeier

Ich habe das noch nicht zu Ende gedacht. Das, was ich jetzt sage, ist also quasi geschrieben wie gedacht. Aber, ähm. Jetzt mache ich schon so eine maskische Pause hier. Naja, also Er überlegt ja so lange, weil er eine andere Antwort geben möchte, als die, mit denen er zuerst probiert hat, weiterzukommen. Und sein System ist darauf ausgelegt, in Gesprächen immer auf einer menschlichen Ebene zu gewinnen und, glaube ich, nicht auf einer inhaltlichen. Seine Antwort ist ja, dass ihm die wirtschaftlichen Folgen seines Handelns und seines Tuns egal sind und er deswegen solche Sachen veröffentlicht. Und ich glaube ihm das. Die Frage ist: Ülegt er so lange, weil er Angst hat, eine falsche Antwort zu geben, was deine These wäre? Oder überlegt er solange, ob ihm eine andere Antwort einfällt, die das Ganze hier etwas versöhnlicher enden lässt.

34:46 Dennis Horn

Aber er hat ja dann überhaupt keine Antwort gegeben, die das irgendwie versöhnlich werden lässt.

34:50 Gavin Karlmeier

Nein, null. Das Gegenteil gemacht. Genau, das Ergebnis ist dasselbe wie in deiner These. Er versagt. Das Nachdenken funktioniert nicht.

34:59 Dennis Horn

Ich fand sehr stark diesen Moment, in dem, also ich fand, David Faber hatte einen sehr einen Moment, der gar nicht stark war. Als Elon Musk sagte, er sei pro Semite. Also als Interviewer, als Journalist kann ich nichts sagen zu Elon Musk. Und ich denke, sie sind kein Antisemit. Also so, das fand ich unangebracht. Ja, stimme ich zu. Vor dem Hintergrund, worum es hier ging. Aber da war er schlecht vorbereitet, weil da muss ich dann als Journalist sagen, wie Prosemite, entschuldige mal, guck mal die ganze Historie von Dingen, die du hier schon getwittert hast. Also, das hätte man wirklich machen können, aber Dieser Nachsatz, den David Faber da sagt, so you just don't care. Das fand ich unheimlich stark.

35:51 Gavin Karlmeier

Und das ist ja auch der Moment, der ihn ja so ein bisschen wahrscheinlich ins Straucheln bringt. Weil er überlegt, ob es stimmt. Ja. Und sein Ergebnis ist offenbar ja. Das ist natürlich ein bitteres Ergebnis für einen Mann, der gerne unterstelle ich ihm, das ist jetzt ein bisschen Küchentischpsychologie, aber. . Elon Musk wäre, glaube ich, gern, würde gerne als brillantes Genie wahrgenommen werden. . Und ihm zu unterstellen, dass er Dinge tut aus Fahrlässigkeit, was das Ergebnis ja ist, wenn er sich um etwas nicht schert. Dann hat er auf jeden Fall nicht alle möglichen Ausgänge davon in Erwägung gezogen. Einem Genie ist nichts egal. Genau. Einem Genie darf eigentlich nichts egal sein. Also in diesem Moment greifst du ihn eigentlich bei seiner Selbstdefinition. Und legst den größten Widerspruch, den er in seinem Handeln zu dieser Selbstdefinition nach außen trägt, legst du aufeinander. Das ist sehr spannend.

36:48 Dennis Horn

Elon Musk wiederholt in diesem Interview ein paar weitere üble Behauptungen. Zum Beispiel, dass es keine Beweise dafür gebe, dass der Schütze des Äh, dieses ähm war das ein Amoklauf? Im Einkaufszentrum in Texas? Ja. Dass das Rassismus eines Weißen war. Er wiederholt das Belling Cat Das ist dieses Recherchenetzwerk aus den Niederlanden, glaube ich, das sich auf Faktenchecks, auf Open Source Intelligence spezialisiert hat. vor allem bei Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen, Finanzkriminalität, die haben auch diese Analyse gemacht zum Absturz von MH17 in der Ukraine, dass Ballincat psychologische Kriegsführungen professionell durchführen würde. Und es hat dann unter den Videos, die auch bei Twitter verbreitet wurden Direkt eine Community Note gegeben. Das stand dann drin, die texanische Polizei hat aber bestätigt, dass der Schütze im Einkaufszentrum neonazisstische Tätowierungen und Überzeugungen hatte und einen Aufnäher trug, der auf eine rechte Todesschwadron hinweist. Und Ballinkat ist für seinen unparteiischen investigativen Journalismus bekannt.

38:06 Gavin Karlmeier

Ich bin gespannt, wie lange die Community Notes online bleiben.

38:09 Dennis Horn

Ja, sie ist schon weg. Sie ist in der Tat weg. Und zu Community Notes hat er sich aber auch geäußert. Auch da hören wir mal rein hier.

38:16 Speaker 4

Let's talk about free speech a bit. You know you call yourself a free speech absolutist. You want Twitter, and this is a truthful as possible. Most accurate source of information about the world. W so what does that mean for how you police lies on the platform? You mentioned community notes. Is that I think community notes yeah.

38:37 Speaker 5

I mean, I'd say so my overall kind of vision for X or Twitter is uh to be a cybernetic collective mind for humanity. This is gonna sound quite esoteric in sci-fi, but um so the i i i i if if you know in in pursuit of that objective You want to have information move quickly, have that information be uh accurate, and you want to have error correction on that information. So you can think of community notes as like an error correction on information in the network. And the effect of community notes is actually bigger than it would seem. It's bigger than the number of notes. Because if somebody knows that they're going to get noted uh they are less likely to say something that is false uh because it's embarrassing to get community noted. Okay. But it's and those and that applies even to advertisers, by the way. Right. Because it was misleading or because the community notes said it was. And I I I yes, um I think on balance the committee notes were correct. Um and I and I did s I did say to those advertisers, look That's the way to deal with the community note. Is to say is you is that the community note is saying that the ad is misleading for the following reasons. If you've got information that uh rebuts that uh note, then just add that to the ad. Okay.

40:21 Gavin Karlmeier

Okay. Ich bin nicht überzeugt von dem, was er sagt. Aber du wahrscheinlich auch nicht. Oder?

40:29 Dennis Horn

Also in dem Moment, in dem wir sehen, dass Community-Nodes verschwinden nach Willkür, kann man dem gesamten System nicht mehr trauen. Also wir haben in den vergangenen Monaten ja immer mal wieder über Community-Nodes gesprochen und Ich habe öfter gesagt, na this scheint hier noch ein Bereich zu sein, der funktioniert. Aber Community Nodes stehen und fallen mit der Policy und mit der Unbedingtheit, mit der sie funktionieren und die Regeln neutral gehalten werden und das ganze System Gefahren wird. Und jetzt haben wir hier ein Zeichen dafür, dass das möglicherweise eben nicht der Fall ist. Also, nee, ich bin nicht überzeugt.

41:16 Gavin Karlmeier

Ja, zumal diese Argumentation, dann komm doch auf Twitter und veröffentliche Gegenteiliges. Als Antwort auf eine Community Note, die einen deutlich reichweitenstärkeren Weg finden wird, als diese eine kleine Korrektur, die du über organischen Weg über deinen Kanal veröffentlichst. macht das Ganze ja immer, lässt das Ganze in Schieflage geraten. Ähm, kannst du mir folgen? Also weißt du was ich sagen will? Noch nicht mehr so gut. Also angenommen, du schalltest eine Werbung mit einem Budget von 40 Millionen Dollar, wie er es hier in diesem Beispiel vielleicht echt ein Beispiel schildert. Und du hast meinetwegen sogar Absprachen, du hast einen orchestrierten Plan, eine Community Note darunter zu veröffentlichen, weil du unzufrieden mit diesem Telekommunikationsanbieter bist und alle anderen sind es auch. Also machen wir diese Werbung durch eine Community-Node kaputt. Also diese größte Anfälligkeit dieses crowdbasierten Korrektivnetzwerkes, über das wir hier schon mal gesprochen haben. Dann ist es keine gleichwertige Reaktion auf diese Community-Node, über deinen organischen Twitter-Kanal eine Antwort darauf zu veröffentlichen. Ich verstehe. Also, das hinkt für mich etwas. Was ich aber irritierend finde, ist, dass er sagt, hey, die Leute, wir haben Werbekunden über 40 Millionen Dollar verloren, ist uns egal. Ich frage mich, ob das jetzt eine neue Kommunikationsoffensive ist. Dieses, wir werfen Geld zum Fenster raus, es ist uns egal. Strategie. Ich verstehe. Ich weiß es nicht. Ich auch nicht. Also, ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass er sich hier gerade inszeniert als der, der nicht aufs Geld gucken muss. Und das könnte der Anfang eines neuen Selbstverständnisses von Twitter sein. Einer, eine sozusagen, Elon Musk hat diesen Betrag ausgegeben, um die Plattform als Ehrenamt zu führen, also um aus der Wirtschaftlichkeit rauszunehmen. Aber nicht so, als dass es von vornherein geplant gewesen wäre, sondern einfach nur als Reaktion darauf, dass es anders nicht mehr zu retten ist.

43:24 Dennis Horn

Oder ist es eine Positionierung, die schon in Richtung, in die Richtung der ja im Grunde etwas Verwobenen, was das Organigramm angeht, neun Doppelspitze von Twitter geht. Also eher für die Funktion und für solche Fragen, aber das Wirtschaftliche, das klärt doch bitte Linda Jaccarino.

43:45 Gavin Karlmeier

Das kann komplett sein. Ich bin gespannt. Also die Frage ist, ob es immer noch das Ziel gibt, das Unternehmen wirklich nachhaltig wirtschaftlich zu kriegen. habe ich in den letzten Tagen auch immer mal wieder gelesen, dass Leute sagen, er hat es ja geschafft, das Unternehmen wirtschaftlich zu machen. Da kann man auch nochmal ganz kurz zu sagen, dass also dieses Cashflow positiv, wie er das formuliert. Ja, noch keine echte Wirtschaftlichkeit ist und keine Abfindungen, Strafen, Steuern oder Gehälter zu zahlen, äh, keine nachhaltige Strategie ist, um Ausgaben zu reduzieren.

44:15 Dennis Horn

Ja, genau. Und deswegen ist an dieses, da ist der Cashflow positiv, auch ein großes Fragezeichen dran zu machen, weil das Auch einfach eine kleine Lüge sein könnte. Das ist so. Da kommen wir gleich aber noch zu. Wir waren gerade bei der Frage, ist das schon eine Positionierung Im Verhältnis zu seiner neuen CEO. Linda Jaccarino. Auch darüber hat er mit David Faber gesprochen.

44:42 Speaker 4

Well, now you have a new CEO.

44:43 Speaker 5

Why? I think Lilinda Jaccarino is gonna be great. Why? Um well uh uh Twitter is i is is is very much an advertising-dependent uh business. Uh Linda is obviously incredible at that and she's just a great executive in general. Um so the And um, you know, m my my s my skills and uh interests are in technology. Um so uh you know I'll continue to to to play a role uh advancing the software. Um and um you know you know getting the features in fun pr pro with product stuff basically um so I mean the the the general idea is L Linda l Linda will operate the company uh uh and and I will build products.

45:26 Speaker 4

And that's I think that's that that's a good m that's a good And that will take less of your time

45:30 Speaker 5

Yeah, and I have I I had that situation at uh SpaceX. Um you know Gwyn Shotwell who's who's amazing. Um uh you know, uh operates the company and I and I I broke in the the sort of advanced technology. Um sort of designing the new rockets and that kind of thing. And And that that that's uh you know everyone should play to their strengths, and that's that's that's my That's true.

45:51 Speaker 4

Although I wonder, you mean in 2021 you said you spent most of your time on the development of Starship. I think you've also been quoted I read or I think I heard you say actually tw uh most of your mental energy at certain points has been on Starship. Yes. So I wonder have you been diverted from Starship a little bit and were returned to it as the main focus or Is it Tesla? Uh uh you know, again your time I know having tried to schedule this interview with you.

46:15 Speaker 5

Yeah, time time triage is uh a real thing for me.

46:17 Speaker 4

Yeah.

46:17 Speaker 5

Um in fact I I I I the the the the o I'd say that the only real currency is time. Time is the only true currency.

46:25 Speaker 4

So where are you gonna spend the currency now that you don't have to spend as much at Twitter?

46:29 Speaker 5

Well I I'm gonna be devoting a lot more time to to Tesla. Okay. Um and um Especially on the on the AI development and uh new new product development. The and and then there's and and I'll also be allocating some more time to uh getting Starship to orbit.

46:58 Gavin Karlmeier

Also Ich muss mich mal kurz sammeln. Erstmal ist es natürlich zu begrüßen, dass er hier, also wenn das so Kommt mit dieser Aufgabenteilung, glaube ich, kann das tatsächlich der Plattform helfen. Dass er aber jetzt sagt, die Zeit, die frei wird, möchte er gerne in AI Development setzen. Während er noch vor einigen Wochen ein einen Aufruf unterschrieben hat, AI-Development weltweit doch erstmal auszusetzen, weil wir nicht absehen können, wohin das führt. Ist so ein richtig klassischer Elon Musk-Move. Das sind meine ersten zwei Gedanken.

47:40 Dennis Horn

Inwiefern?

47:41 Gavin Karlmeier

Naja, wir haben ja damals schon unterstellt, dass wir nicht wissen, ob er dieses Schreiben womöglich nur unterschrieben hat, um sich selber eine Art. Gnadenfrist zu geben, um den Vorsprung der Konkurrenz aufzuholen. Die Thesa haben wir früher aufgestellt.

47:56 Dennis Horn

Du meinst dieses KI-Schreiben, wir brauchen ein Moratorium für die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz, sechs Monate oder so?

48:04 Gavin Karlmeier

Dass er sich aber jetzt hinstellt und in diesem großen Interview erstmal sagt, naja, er wird die Zeit Tesla widmen, was natürlich die AktionärInnen hören wollen. und dann aber hinterhersetzt, dass er sich auch in diese AI-Development-Geschichte stützen wird. Sollte doch allen Leuten, die ihm immer an den Lippen hängen, sollte doch da ein Fragezeichen auf den Kopf, äh, in den Kopf hämmern, oder? Ja? Finde ich.

48:30 Dennis Horn

Ja. Also es meandert eben so zwischen, wir beruhigen hier mal die Tesla-Leute. Und dem Klassiker. Genau.

48:39 Gavin Karlmeier

Ja.

48:41 Dennis Horn

Also, er hat auch gesagt, Linda Jaccarino wird einige Leute neu einstellen. Übrigens auch Leute, die gefeuert wurden. Wir müssen unbedingt Leute einstellen, die hier arbeiten. Wenn sie nicht zu sauer auf uns sind, werden wir wahrscheinlich einige der Leute, die entlassen wurden, auch wieder einstellen.

48:58 Gavin Karlmeier

Brillant auch.

48:59 Dennis Horn

Brillant.

49:00 Gavin Karlmeier

Brillantes Management.

49:01 Dennis Horn

Unsere Freundin Andrea Conway hat schon getwittert, ob es Hardcore-Designer gibt, die beim Erstellen einer Alles-App helfen möchten. Wenn das nach Spaß klinge, Klammer auf und ich verspreche, dass es so ist, Klammer zu. Schickt doch euer Portfolio und euren Lebenslauf an career at twitter. com.

49:21 Gavin Karlmeier

Ich frage mich wirklich, ob da jetzt extrem viele oder extrem wenige Mails ankommen.

49:27 Dennis Horn

So, und also er selbst hat In diesem ganzen Zusammenhang, diese Antwort, die wir auch gerade gehört haben. Auch nochmal über PayPal gesprochen, übrigens. Und PayPal hat er genannt, eine unausgegorene Version dessen, was es sein könnte und er plant Zeit damit zu verbringen, ein effizienteres Finanzsystem auf X zu schaffen. So.

49:53 Gavin Karlmeier

Ich wollte dramaturgisch tief durchatmen, aber der Husten hat es mir verboten. Das ist natürlich, das ist heiße Luft, ne? Also als würde der Kollege Musk jetzt hier um die Ecke kommen und sagen, ich habe das Bankensystem mal eben revolutioniert. Das ist so ein bisschen wie als Homer Simpson sich den Buntstift aus der Nase ziehen lässt und plötzlich schlau ist und sagt: Eigentlich wollte ich nur meine Steuererklärung machen, aber ich habe einen unbestechlichen Beweis gefunden, dass Gott nicht existieren kann. Ungefähr so ist das. Also er kommt jetzt hier an und sagt, also das mit dem Bankensystem, das, was ihr macht, ist unausgegoren. Hier ist die richtige Antwort. Und das ist bla bla.

50:33 Dennis Horn

Klar, aber es ist ja der Traum, den er schon immer hatte. Also er hat hier nochmal diese These bestätigt, die wir ja schon aufgestellt haben, dass er das alles auch macht. Dann vielleicht auch einfach andere Gründe, aber auch macht Weil er diesen alten Praktikantentraum nach seinem Bankenpraktikum in Kanada immer noch hat.

50:52 Gavin Karlmeier

Ja, und vielleicht auch dieser kleine Stachel, der da noch in seinem Herzen sitzt, dass er heute nicht mehr bei PayPal ist. Dem Ding, das ihn eigentlich groß gemacht hat.

51:02 Dennis Horn

So, und dieses neue Unternehmen XAI, für das plant er eine Auftaktveranstaltung. Die sich dann stärker mit den Themen und den Zielen dieses Unternehmens befassen soll. Also wir sind gespannt. Wie heiß die Luft ist. Ich bin gespannt, ob Olaf Scholz auch wieder eingeladen ist. Du, und wir haben ja öfter schon darüber gesprochen, dass er ja so Twitter-Tage und auch so SpaceX-Tage offenbar hat. Dann kommen vielleicht bald noch XAI-Tage. Dazu und so. Und offenbar mehrt sich die Anzahl der Tesla-Tage Im Moment. Und vom Unternehmen Tesla hört man, Elon Musk ist wieder häufiger am Start. Er hat jetzt am Montag den MitarbeiterInnen dort gemailed, dass Tesla keine Neuanstellungen vornehmen kann. Es sei denn, er habe persönlich zugestimmt und das betreffe auch alle Auftragnehmer des Unternehmens. Und jetzt sollen ihm die Führungskräfte bei Tesla wöchentlich eine Liste mit Einstellungsanfragen zuschicken und er Hat sie gleichzeitig ermahnt, aber sorgfältig darüber nachzudenken, bevor sie das überhaupt schicken. Und die, die, diese Diese Geschichte nennt man bei Tesla Micromanagement. Ach, was. Ja. Und die ist nicht neu. Das hat er bei SpaceX genauso gemacht, bei Tesla auch schon mal übrigens. Und beide Male war das im Grunde ein Einstellungsstopp, weil auch ehemalige MitarbeiterInnen dann gesagt haben, es ist extrem schwierig, da dann überhaupt seine Zustimmung zu bekommen.

52:42 Gavin Karlmeier

Aber allein die Vorstellung dass Elon Musk in seinem Büro sitzt. Ich will gar nicht wissen, wie der Posteingang eines Elon Musks aussieht, und dann sich so durch so PDFs scrollt. Für eine Praktikantin in einem Marketing Office in Barcelona meinetwegen, um dann zu überlegen, ob die eingestellt werden kann. So ist es dann de facto. Das ist unvorstellbar. Also das geht ja wirklich auf die kleinsten Level dann zurück, wenn es das gesamte Unternehmen betrifft.

53:12 Dennis Horn

Ich habe allein gedacht, also wenn er jetzt mehr SpaceX und mehr Tesla-Tage hat, beruhigt mich das zumindest für Twitter.

53:19 Gavin Karlmeier

So. Ja. Sagen wir mal, ja. Es ist besser für unseren Blutdruck, wenn wir uns dieser Vision hingeben, dass es so ist.

53:28 Dennis Horn

Sechs frühere Führungskräfte von Twitter und langjährige MitarbeiterInnen verklagen Twitter und Elon Musk. Wir haben öfter schon mal darüber gesprochen, was diese Form von Klage für das Unternehmen bedeuten könnte. Da ging es los am Dienstag in Delaware vor dem Bezirksgericht. Und diese sechs Leute sagen, Twitter hätte gegen Aufhebungsvereinbarungen verstoßen, also Vertragsaufhebung. Und diese Klage bestätigt einen großen Teil der Dinge, über die wir hier im Podcast auch schon so gesprochen haben. Unter anderem, dass Twitter keine Rechnung bezahlt. Also es gibt eine Fülle von Anschuldigungen in dieser Klage neben der Toilettengeschichte Und erstmal sagen die KlägerInnen halt, sie hätten sich auf die Zusicherungen des früheren Managements verlassen von Twitter. Wenn es irgendwie Abfindungsvereinbarungen, Aufhebungsvereinbarungen gibt, dann Sollte das auch eingehalten werden? Und da gibt es so ein paar Vorwürfe drin. Eben auch zu nicht bezahlten Rechnungen, da heißt es in der Klage, das Team von Elon Musk habe darum gebeten, alle Zahlungen von Lieferanten zu überprüfen. Also, wurden Lieferanten bezahlt sozusagen, sich dann aber nie darum bemüht, sie tatsächlich zu bezahlen? Ähm, die Lieferanten würden wütend und dann würde Twitter einfach die kompletten Verträge mit denen kündigen und noch nicht mal Kündigungsgebühren zahlen. Tracy Hawkins hat bei Twitter den Immobilienbereich geleitet und sie sagt: Einer von Elon Musks leitenden Mitarbeitern habe ihr gesagt: Wir zahlen einfach keine Miete. Und sie hat dann das Unternehmen verlassen, weil sie nicht gegen Verträge verstoßen wollte und möglicherweise auch gegen das Gesetz. Joseph Killian ist ein anderer der Kläger, der hat zwölf Jahre lang bei Twitter gearbeitet, war für die Gestaltung der Büroräume zuständig, sagt Das Team von Elon Musk wollte Schlösser installieren, die nicht den Sicherheitsvorschriften entsprachen, weil sie billiger waren. Und er hat dann gesagt, also sorry, mit diesen Schlössern hier können Ersthelfer, wenn es irgendwie einen Brand gibt oder ein Erdbeben, nicht zu den Leuten. Und er hat dann auch gekündigt. Und ähm Elon Musk hat wohl dann mal gesagt, er würde die Miete nur über seine Leiche zahlen. So, und ähm, der Anwalt von Elon Musk, Alex Spiro, der ist ja auch schon ein paar Mal aufgetaucht durch In diesem Podcast hat wohl mit dem Vermieter gesprochen, hat ihm gesagt, es sei unzumutbar, Miete zu verlangen, weil San Francisco ein Drecksloch sei.

56:18 Gavin Karlmeier

Also ist ich finde eigentlich, also das muss man mal kurz konstatieren, vielleicht auch anerkennen. Dass Elon Musk es geschafft hat, einen Anwalt zu finden, der exakt in seinem Sinne argumentieren kann. Also von allen Menschen auf der Welt hat er es geschafft, einen der Schlechteren zu erwischen.

56:36 Dennis Horn

Herzlichen Glückwunsch. Also das ist ganz interessant, dass sich jetzt durch die Zahlen, über die wir am Anfang gesprochen haben, auch über diese Klage und so Jetzt einfach ein Bild ergibt, das allem entspricht, was wir bisher schon so vermutet haben.

56:53 Gavin Karlmeier

Ja, in der Tat.

56:55 Dennis Horn

Wie läuft es eigentlich mit der Moderation? Also, Twitter hat ein Problem. Mit der Moderation, auch das wissen wir seit Monaten. Und jetzt unter anderem mit Videos von Gewalt gegen Tieren. NBC News berichtet das. dass solche Videos aufgetaucht sind in Antworten, also in den Antworten auf alle möglichen Tweets Und wenn du zum Beispiel nach einem bestimmten Tier gesucht hast, ähm, Katze zum Beispiel, dann hast du zeitweise auch Autovorschläge bekommen. Katze im Mixer oder so. Vielleicht auch nur auf Englisch. Also ist eine US-amerikanische Berichterstattung und diese Videos, die werden dann natürlich auch bei den meisten NutzerInnen automatisch abgespielt und erscheinen jetzt mitunter sogar ganz weit oben, wenn sie eben von Twitter Blue Accounts gepostet. Wurden. Twitter hat jetzt die automatische Vervollständigung wohl abgeschaltet, aber es gibt wohl Nutzer die so die versteckten Antworten auf Tweets extra raussuchen und dann nochmal retweeten, um denen dann doch Reichweite zu geben. Ähm, hui.

58:08 Gavin Karlmeier

Wer hätte gedacht, also wenn man ein unmoderiertes, sehr gefährliches, algorithmisches Instrument in die Hände des Internets gibt, dass das Internet dann Internetdinge tut, oder?

58:18 Dennis Horn

Ja, also überraschend kommt das nicht.

58:20 Gavin Karlmeier

Nee, überhaupt nicht. Es ist so erwartbar, dass es halt richtig bitter ist, dass wir darüber jetzt noch sprechen müssen. Also, dass nicht einmal irgendjemand von diesen verbleibenden 1500 Menschen bei Twitter auf die Idee gekommen ist, da irgendetwas gegen zu tun. Also allein diese Verbreitung von Videos von Gewalt gegen Tieren wird ja nichts anderes sein, als die, als, als absolutes Nichtstun oder die Reaktion auf nichts tun, nämlich das Nicht-Verfolgen von Meldungen auf Tweets das nicht verfolgen von Hinweisen auf solche Problematiken. Also das ist ja einfach nur Fahrlässigkeit, dass es solche Probleme gerade gibt und

59:05 Dennis Horn

Es ist noch Fahrlässigkeit, das ist Absicht. Also, ich meine, man wusste eben, dass das, ja.

59:11 Gavin Karlmeier

Genau, ja, es ist eigentlich mutwilliges mutwillige Unterlassung. Und ich weiß, auch da kann man eigentlich kaum noch ein gutes H an dem Unternehmen töter lassen.

59:21 Dennis Horn

Wir haben ja schon häufiger dann darüber gesprochen, warum reagiert da niemand, wo ist die Regulierung und so weiter. Jetzt hat die australische Kommunikationsministerin, das ist Michelle Rowland, Hat gesagt, die Niederlassung in Australien hat monatelang nicht reagiert. Also die Regierung dort hatte Fragen. Zur Fähigkeit des abgespeckten sozialen Netzwerks wie man da noch die Sicherheitsgesetze in Australien erfüllen kann. Also da gibt es so ein Online-Sicherheitsgesetz und das verlangt von Twitter, dass es proaktiv Maßnahmen ergreift. um Menschen in Australien vor missbräuchlichem Verhalten vor schädlichen Inhalten zu schützen. Klingt ein bisschen grob nach dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz Und da wird auch verlangt in diesem Online-Sicherheitsgesetz, dass es klare Mechanismen gibt, um Beschwerden zu bearbeiten. Also relativ ähnlich oberflächlich gesehen. Wir kennen dieses Gesetz nicht in der Tiefe, aber wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Und Michelle Rowland hat jetzt gesagt, ich könnte nicht deutlicher sagen. Dass wir eine weitere Regulierung in diesem Bereich nicht ausschließen oder zumindest die Durchsetzung des bestehenden Regulierungssystems für den Fall, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden. Das hat sie bei einer Pressekonferenz gesagt. Und es gibt noch eine australische Beauftragte für E-Safety. Das ist Julie Grant, die gesagt hat: heutzutage ist auf Twitter alles erlaubt. Ich habe das schon einmal gesagt, aber wissen Sie, Sie lassen Kanalisationsratten und all diese Leute, die suspendiert wurden, wieder auf die Plattform, während sie die Vertrauens- und Sicherheitsleute und Prozesse loswerden. Und mit dieser Art Respektlosigkeit behandelt zu werden, zu glauben, dass man ein besseres, ansprechenderes Produkt bekommt, das die Marke schützt, ist ziemlich verrückt. Und natürlich gehen die Marken Und die Leute melden sich nicht bei Twitter Blue an. Niemand will auf einer Plattform sein, die sich toxisch oder unsicher anfühlt. Das sind mal so von Behörden und aus einer Regierung sehr klare Worte. Ja, und auch ungewohn emotional.

01:01:29 Gavin Karlmeier

Also es klingt ja fast schon so wie ein wie so ein Lehrer, der mit einem schimpft. Und sagt, so wie du das machst, wird das niemand benutzen wollen, lieber Elon. Denk nochmal drüber nach. Aber wir wissen leider, he doesn't care.

01:01:44 Dennis Horn

Aber auch das sind bisher nur Worte und wir warten sehnlichst weiter auf einen tatsächlichen Regulierungsakt, nicht wahr? Exakt, ja.

01:01:53 Gavin Karlmeier

Und also die Strafzahlung, meinetwegen Ich warte darauf, dass irgendwo tatsächlich erste richtige Konsequenzen gezogen werden im Sinne von irgendwelchen Wie soll ich sagen, mal einen Monat eine Sperre oder sowas? Also irgendwas, das dem Unternehmen so wehtut, dass es handeln muss. Exakt so. So, die großen Themen haben wir durch.

01:02:17 Dennis Horn

Ja, und also wir haben auch schon die Stunde wieder gerissen. Lange Gassierunde. Ein bisschen haben wir noch Lass uns das noch machen, weil das Wochenende steht auch wieder vor der Tür und nicht, dass es dann Montag explodiert. Ein bisschen Funktionen können wir noch drauf eingehen. Ähm, Twitter Blue-AbonnentInnen können jetzt Videos hochladen mit einer Länge von bis zu zwei Stunden und einer Größe von bis zu 8 GB. 2 Stunden ist doppelt so viel wie bisher. Und 8 GB, viermal so viel wie bisher. Da gibt es ganz viele Emotionen zu, glaube ich. Ich habe dann null Emotionen zu. Und noch ganz kurz abgeschlossen: die Videoqualität bleibt bei Full HD.

01:02:55 Gavin Karlmeier

Nee, Wertvoll HD, ne? Also auch das ist ein neu. Bislang waren wir 720p und jetzt kommt 1080p. Ich hatte auch erst keine Emotionen zu. Ich dachte, ja gut, dann wird halt jetzt nochmal jemand in den Super Mario Brothers Film, aber diesmal nicht in sechs Teilen, sondern eben am Stück hochladen. Weil Content-ID macht Twitter ja auch nicht mit, wie wir wissen. Aber ich habe von mehreren Leuten jetzt so Meinungen gelesen, die in so eine Richtung gehen, naja, dann brauchen. . die die Schwurbler eigentlich gar kein Telegram mehr. Also plötzlich wird Twitter die zur direkten Verbreitungsplattform von äh verschwörungserzählerischen Dokumentationsfilmen, von denen es einige gibt, die auf YouTube stattfinden oder per Telegram weitergeschickt werden. Das kannst du jetzt alles direkt bei Twitter stattfinden lassen. Also diese Perspektive hatte ich in meiner ersten Assoziation nicht, muss aber sagen, ich sehe die Gefährlichkeit, die da drin liegt, auch

01:03:58 Dennis Horn

Ja, gut, also aber so gedacht ist ja alles, wo mehr Platz für Inhalt geschaffen wird, jetzt gefährlicher, weil es dann in diesem Rahmen bei Twitter stattfindet.

01:04:09 Gavin Karlmeier

Wenn du nur über Twitter sprichst, dann ja. Definitiv, ja.

01:04:14 Dennis Horn

Okay. Dann schreit Twitter jetzt? gibt jetzt so ein paar Änderungen im Prompt. Also das ist diese leicht ausgegraute Schrift, wenn du Diese Felder da hast, wo du was eingeben sollst. Weißt du, da steht ja eigentlich What's Happening? Jetzt steht da What is happening, Fragezeichen, Ausrufezeichen. Und wenn du auf Antworten klickst, schießt, habe ich gefragt. Steht da jetzt Tweet Your Reply Ausrufezeichen Und wenn du jetzt einen zitierten Retweet machen möchtest, steht da add a comment, Ausrufezeichen. Kommentiere das! Und es gab vorher keine Ausrufezeichen. Ich habe das mal live übersetzt, für dich zuerst. Ja, ja, finde ich super. Es gab vorher diese Ausrufezeichen, nicht? Interessant, oder?

01:05:03 Gavin Karlmeier

Im Deutschen nicht, habe ich eben mal geguckt, aber es dauerte immer so zwölf Stunden, bis solche Veränderungen in der Übersetzung ankommen. Ich bin gespannt, ob wir die morgen haben. Ich frage mich, ob das direkte Anweisungen von Elon Musk sind. Wo drin steht, wir müssen die Leute mal ein bisschen mehr aktivieren.

01:05:17 Dennis Horn

Wir haben beim Pew Research Center gelesen, 25% weniger Tweets von unseren Top-Usern. Da machen wir mal ein Ausrufezeichen dahinter.

01:05:24 Gavin Karlmeier

100%. Oder die Anweisung ist Macht etwas gegen die sinkende Interaktionsbereitschaft und dass der Mensch, der es umsetzen soll, komplett überfordert, denkt sich, oh, ich mache mein Ausrufezeichen. Und dann ist das eine Antwort darauf. Wir haben doch was getan. Wir haben doch alle Call to Actions angepasst. Hm. Hm.

01:05:44 Dennis Horn

Ja, gut. So, dann, ich habe keine Emotionen, ich mach weiter. Hier habe ich Emotionen. Walter Isaacson. Ist der Mensch, der die Steve Jobs-Biografie geschrieben hat. Übrigens auch viele weitere. Am 12. September wird seine Biografie zu Elon Musk. Ich lese mal kurz den Anfang des Klappentextes vor oder der der Pressemitteilung. Vom Autor von Steve Jobs und anderen Bestseller-Biografien ist dies die erstaunliche intime Geschichte Des faszinierendsten und umstrittensten Innovators unserer Zeit, eines regelbrechenden Visionärs, der dazu beigetragen hat, die Welt in die Ära der Elektrofahrzeuge und der privaten Weltraumforschung zu führen. Und künstliche Intelligenz. Oh, und er hat Twitter übernommen. Zitat Ende. Damit endet der Klammtext? Nee, es geht noch ein bisschen weiter oder davor ist auch noch was, aber ich hab gedacht, die die schlagkräftigste oder aussagekräftigste, den aussagekräftigsten Absatz, den nehme ich da raus. Walter Isaacson hat Elon Musk wohl zwei Jahre lang begleitet. ist mit ihm in die Fabriken gegangen. Bei Tesla hat ihn seine Familie, Freunde, Kollegen, Gegner interviewt. Und das Ergebnis ist, jetzt wieder Zitat, eine aufschlussreiche Insider-Geschichte voller erstaunlicher Geschichten über Triumphe und Turbulenzen. Die sich mit der Frage befasst, sind die Dämonen, die Maske antreiben, auch das, was nötig ist, um Innovation und Fortschritt voranzutreiben?

01:07:21 Gavin Karlmeier

Also ich habe das Buch über Jobs von ihm gelesen.

01:07:24 Dennis Horn

Ja.

01:07:26 Gavin Karlmeier

Und das war gut, oder? Das war sehr gut. Aber es war auch sehr nah dran, das muss man schon sagen. Also, das war jetzt keine kritische Auseinandersetzung mit dem Œuvre von Steve Jobs, aber es hat geholfen, diesen Menschen zu verstehen. Der große Unterschied ist, dass das Buch über Steve Jobs nach seinem Tod erschienen ist. Bei Elon Musk, ich muss mich entschuldigen, bei Elon Musk ist es ja so, dass er noch lebt. Und das wird sich auch bis September vermutlich nicht geändert haben. Und wir doch immer wieder das Gefühl bekommen haben, dass er gerade eigentlich in einem Persönlichkeitswandel steckt. Also oder vielleicht auch nicht, oder zumindest, dass wir die Persönlichkeit von Elon Musk stärker beobachten können, als das noch vor einem Jahr der Fall war. Eins von beidem ist ja mit Sicherheit der Fall, weil diese Innovator-Rolle, die man ihm auch hierzulande gesellschaftlich zugeschrieben hat, ich habe das Gefühl Gefühl, die ist ja mittlerweile so ein bisschen los. Und das wird auch zu einem ganz großen Anteil an dem Twitter-Debak liegen, von dem die Leute dann am Ende doch irgendwie schon was mitgekriegt haben. Deswegen bin ich sehr, sehr, sehr gespannt auf dieses Buch und wie nah dran Eishexen da tatsächlich dran ist.

01:08:35 Dennis Horn

Ja, mir geht das ähnlich. Ich hatte zwei Gedanken. Das eine ist auch diese Nähe. Auch jetzt, wir haben eben beim CNBC-Interview auch darüber gesprochen, gerade diese Nähe Schafft ja auch immer Überzeugung in Elon Musk. Auch deswegen bin ich da sehr gespannt drauf. Und das andere ist. Auch die, das, was Linda Jaccarino über Elon Musk gesagt hat, ist ja dieser Fokus seines Gesamtwerks. Mhm. Ja, also sie hält ihn ja auch für diesen großen Visionär und so weiter. Und Diese Zuschreibung ist ja zumindest mit dem, was er geschaffen hat mit diesen beiden Unternehmen, Tesla und SpaceX. Bei allem, was wir immer schon über ihn gesagt haben, nicht komplett falsch. Ja, das stimmt. So. Und wir sehen Elon Musk aber mit diesem Twitter-Fokus. Und wenn du den Blick eben so weitest, frage ich mich auch, In der Veränderung, die er gerade dann so durchmacht, wie du das gerade beschrieben hast, ob das, also wie treffend das dann sein kann. Da bin ich auch sehr gespannt drauf.

01:09:45 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem, weil es ja viele Geschichten über Masken gibt, von denen er nicht will, dass sie in der Öffentlichkeit stehen. Also zum Beispiel die Tatsache, dass er eigentlich kein Gründungsmitglied von Tesla war, sondern ein bestehendes Unternehmen gekauft hat. und sich im Vertrag in den Vertrag hineinschrieben ließ, dass er fortan Gründungsmitglied genannt werden darf. Also solche Anekdoten gibt es ja en masse und In der Steve Jobs-Biografie ging es einem so ähnlich, weil man schon das Gefühl hatte, also die Geschichte über die Maus beispielsweise als Eingabemedium Die Idee kommt ja nicht von Steve Jobs und es ist sogar in dem Buch erzählt, wo die Idee herkommt. Wie sie dann aber irgendwie am Ende bei Apple gelandet ist, da ist das Buch relativ vage. Und dementsprechend bin ich da auch total gespannt. Wir werden das aber auf jeden Fall lesen. Vielleicht lesen wir uns das gegenseitig als Twitch-Stream vor. Ach, wie schön. Als Fan-Event.

01:10:36 Dennis Horn

Ja, ja, wir haben eh gesagt, wir müssen mal so ein Live machen. Aber uns fehlt noch die Idee, zu welchem Anlass. Ja, super. Das Marathon, das komplette Buch. Ist aber, glaube ich, urheberrechtlich. Herausfordern, oder? Mach mal bei Twitter. Dann geht das. Ein bisschen Jenga haben wir noch. Dick Morell ist Podcaster und Tech-Analyst. Er war Direktor bei der Cloud Security Alliance und CTO von Gartner. Das sind die, die diesen Hype-Cycle, glaube ich, von denen stammt dieses Bild. Und er nennt sich selbst ethischer Hacker. Und Dick Morell hat bei Mastodon geschrieben, er hat letzten November alle seine Tweets gelöscht. Das erinnerte mich an meine Geschichte. Es waren nämlich 38. 000. Er schreibt jeden einzelnen, dann hat er noch Read Act Red Act ausgeführt. REDACT. Das ist irgendein Tool. Das mir nicht geläufig war. Und all seine Likes, seine Medien und Retweets auch noch gelöscht. So. 38. 000 Tweets weg Sechs Monate lang hatte er weniger als fünf Tweets online und als er aufwachte diese Woche, stellte er fest, 34 Tweets waren wiederhergestellt von Twitter. Das, ähm, Zitat, vermutlich eine Serverfarm wieder in Betrieb genommen hatte. Jetzt werden sie wieder gelöscht.

01:12:02 Gavin Karlmeier

Synchronizität

01:12:03 Dennis Horn

Ja, und er kommt zum Fazit, das zeigt, warum man Twitter nicht benutzen sollte.

01:12:09 Gavin Karlmeier

Niemals. Ja, das betrifft natürlich auch nicht nur die Tweets, ne? Wir haben auch schon öfter gesagt, wir wissen nicht, ob Privatnachrichten wirklich gelöscht werden oder nur die Version, die euch angezeigt wird. So verhält es sich auch mit dem kompletten Profil übrigens.

01:12:27 Dennis Horn

Ich glaube, wir müssen gleich für dich zum Ende kommen. Hast du was zu trinken da?

01:12:31 Gavin Karlmeier

Ja, ich trinke schon dagegen an, ich muss gleich mal Salbertee trinken. Das ist auch wirklich nervig mit dem Husten.

01:12:36 Dennis Horn

Also wir haben drei kleine Thämchen noch und die bewegen sich alle noch außerhalb von Twitter. Der NDR ist gut eine Woche auf Mastodon. Und André Kroll, der Social Media Kollege vom NDR, schreibt: 5400 FollowerInnen. In der Regel unter den Postings, also gilt für den NDR-Account, ganz wichtig, nicht für den Tagesschau-Account. 5400 FollowerInnen in der Regel unter den Postings deutlich mehr los als auf Twitter, was Replies angeht, was Favoriten angeht, was Shares angeht und die Community deutlich entspannter in der Diskussion. Der Traffic sei nicht genau messbar, aber erste Zahlen sehen gut aus, wahrscheinlich sogar mehr Conversion pro Post als auf Twitter, er ist zuversichtlich.

01:13:21 Gavin Karlmeier

Krass, ja. Haben die Kolleginnen und Kollegen von Heise ja ähnlich berichtet damals. Genau. Da haben wir aber noch gesagt, naja, Mastodon ist ja auch eher eine Nerdy Bubble und so. Beim NDR sind das aber nicht, also die wählen ihre Geschichten, die sie dort veröffentlichen, ja nicht danach aus, wer in die Bubble passt. Also da sind sie in der Breite, wie bei der Tagesschau auch. Genau, sehr, sehr breite Themenauswahl. Und deswegen tatsächlich überraschend und toll. Also guten Wunsch.

01:13:47 Dennis Horn

Unsere Wahrnehmung war das aber ja auch. Also die Interaktionen unter Mastodon-Postings deutlich höher als bei Twitter in alle Richtungen. So, Blue Sky hat jetzt auch ein Weblogin. Endlich, das hat mich wirklich gefreut. bsky. app, da kommt man dann jetzt auch über den Browser am Computer rein. Und bei Insta und Meta verbreiten sich die Textinhalte noch ein bisschen weiter. Also die Notizfunktion von Instagram wird jetzt auch im Facebook Messenger angezeigt. Chronistenpflicht, und damit kommen wir ans Ende der bisher längsten Episode von Haken dran.

01:14:21 Gavin Karlmeier

Ist das tatsächlich so?

01:14:22 Dennis Horn

Müsste doch, oder? Waren wir schon mal über 1,15?

01:14:25 Gavin Karlmeier

I don't know. Vielleicht kann das mal.

01:14:26 Dennis Horn

Ja, waren wir mal bei 1,20. Ich weiß es nicht. Ja, ihr seid, lieber Hakis, aufmerksamer als wir. Das wissen wir schon.

01:14:33 Gavin Karlmeier

Ja, das wissen wir schon, weswegen wir jetzt auch diesen Livestream mit der Biografie tatsächlich machen müssen.

01:14:40 Dennis Horn

So. Also, das gehörte sich für eine Brückentagsausgabe, aber jetzt machen wir Wochenende.

01:14:47 Gavin Karlmeier

Bis Montag habe ich auch wieder mehr Stimme. Schönes Wochenende.