Es gibt Infos zu Barcelona (formerly knows as P92) – dem neuen Twitter von Meta. Und sie sind spannend! Spannend ist aber auch, dass Elon Musk glaubt, Twitter ginge es wieder gut. Die Frage ist: Würde er das auch glauben, wenn er nicht gerade zu Tesla-Aktionärinnen und -Aktionären sprechen muss?
Hier findet die besprochenen Screenshots: https://stadt-bremerhaven.de/instagram-plant-twitter-alternative/
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich Gevin. Hallo Dennis. Neue Woche. Neues Glück? Naja, also es gibt ja einen offiziellen Haken dran-Account bei Twitter. Wir haben ihn nie bedient. Aber er heißt Haken dran, also wir hatten das Glück, uns diesen Namen sichern zu können.
00:23 Dennis Horn
Ja.
00:23 Gavin Karlmeier
Und was? Twitter sperrt Accounts, die gegen die Twitter-Regeln verstoßen. Jetzt ist er gesperrt, was haben wir denn gemacht durchs Nichtstun?
00:30 Dennis Horn
Ich weiß auch nicht. Also wir haben, also es gibt ja die Ansage, dass inaktive Accounts gesperrt werden, aber ja offenbar erst nach zwei Jahren. Das kann hier also nicht passiert sein. Ich bin mir da nicht so sicher, aber der Account ist plötzlich gesperrt. Vielleicht stehen wir auf inner Liste.
00:46 Gavin Karlmeier
Ja, er hört uns, ne?
00:47 Dennis Horn
Ja, muss so sein.
00:49 Gavin Karlmeier
Oder man hat bei Mastodon aufgerufen, meldet die.
00:52 Dennis Horn
Ach, wir haben immer, vielleicht weil wir im Podcast Blue Sky Invitecodes weitergegeben haben.
00:57 Gavin Karlmeier
So oder so.
00:58 Dennis Horn
Naja, weiß ich.
01:00 Gavin Karlmeier
Es gibt eine zahlreiche, es gibt eine große Reihe möglicher Gründe, vielleicht auch, wie wir heute schon wieder über Twitter sprechen. Sagen, meine Frage zuerst, zu Beginn dieser Episode und dieser neuen Woche. Geht's aufwärts? Also erstmal mit deinem Husten, geht's aufwärts?
01:20 Dennis Horn
Es geht aufwärts, ja. Ambox soul regelt.
01:22 Gavin Karlmeier
Okay. Und Twitter 2. 0 ist Hiring. Also das Design-Team im Engineering-Team werden Leute gesucht, im Infrastruktur-Team. Die LeiterInnen dieser Teams haben jeweils dazu aufgerufen, sich bei careers at twitter. com oder per DirectMessage Zu melden. Es ist ein kleiner Laden, da gibt es keine große Infrastruktur mehr für Experience.
01:47 Dennis Horn
Flache Hierarchien, habe ich gehört.
01:48 Gavin Karlmeier
Flache Hierarchien, so nennen wir das. Und das scheint sich jetzt zu konkretisieren, worüber wir vergangene Woche schon gesprochen hatten. Und dann sagt Elon Musk selbst: Alles stabil bei uns. Das hier ist ein Ausschnitt. Von der Jahreshauptversammlung bei Tesla.
02:05 Speaker 4
Twitter is now in a stable place and obviously very excited to have uh Linda Jaccarino join and um so I I I I think Linda's gonna do a a great job uh running running Twitter. Um and uh I'll I'll provide obviously guidance on uh and uh you know, uh technology development. But as you can see, uh tw I I think Twitter at this point has released more new features in the last six months than it has in the last six years. So you know obviously this is not a Twitter meeting, but uh but but but but but the the the larger point is that I feel at this point I don't need to devote incremental time.
02:51 Gavin Karlmeier
Ja, also irgendwie auch eine gute Nachricht für uns Hakis. Er möchte Tesla wieder mehr Zeit bieten, seiner Arbeitszeit. Müssen wir dazu was sagen? Was müssen wir dazu sagen?
03:04 Dennis Horn
Ja, also. Also zum einen wissen wir, dass er solche Äußerungen auch gerne mal trifft, um AktionärInnen zu beruhigen. Und die wahre Botschaft dieser, dem von dem, was er da sagt, ist ja nicht, töter geht's gut, sondern. . Twitter geht es so gut, dass ich mich wieder mehr Tesla widmen kann. Das war ein Vorwurf, der ihm von InvestorInnen und AktionärInnen immer mal wieder entgegengebracht wurde. Dass er sich eigentlich zu wenig um sein eigentliches Hauptunternehmen, nämlich Tesla, kümmert oder eines seiner Hauptunternehmungen. Dementsprechend finde ich die Die eigentliche Botschaft ist gar nicht das, was er zu Twitter sagt, sondern eigentlich das, was er zu Tesla sagt. Wir wissen aber auch, dass er inzwischen da durchaus Äußerungen trifft, die nicht der Wahrheit entsprechen, um Aktionär ändern zu können. beruhigen. Also auch das würde ich mit Vorsicht genießen. Aber erstmal ist es ja schon ist es ja schon nett Was mich am meisten bewegt, von dem, was ihr sagt, ist übrigens, dass Twitter in den letzten sechs Monaten mehr Features gestartet hätte als in den letzten sechs Jahren.
04:04 Gavin Karlmeier
Als wäre das irgendwie eine Zahl, die Naja, und als wäre das was Gutes, wenn es diese Features sind, die gestartet sind.
04:12 Dennis Horn
Er ist angetreten, ich, das ist ja eins meiner Lieblingszitate, wo er gesagt hat, 90% der Microservices von Twitter braucht kein Mensch. Und jetzt geht er hin und startet, brüstet sich damit, dass er noch viel, viel mehr in das Unternehmen reingepumpt hat. Ich weiß nicht.
04:27 Gavin Karlmeier
Es gibt eine Marketingagentur, die heißt Group M. Die kam vor einer ganzen Weile hier in Haken dran schon vor im November 2022. Da hat diese Agentur, Medienagentur, Twitter als hohes Risiko eingestuft für Werbetreibende. Group M arbeitet für Unternehmen wie Google, L'Oreal, Bayer, Nestle, Unilever, Coke.
04:56 Dennis Horn
Mars, das sind so Mittelständler und kleinere Start-ups.
05:02 Gavin Karlmeier
Und jetzt zieht Group M diese Einschätzung zurück, wenige Tage nach der Ernennung von Linda Yaccarino. hat die eigenen Kunden darüber informiert, dass man wieder vorsichtig optimistisch sei, was Twitter angeht. Die Financial Times schreibt, Group M habe darauf gewartet, dass das Führungsteam neu besetzt wird. Und dass sich das Niveau schädlicher Inhalte auf der Social Media Plattform wieder normalisiert. Also eine. Dieser beiden Dinge ist passiert. Und es ist nicht das Niveau schädlicher Inhalte, das zurückgegangen ist. Da kommen wir jetzt vielleicht gleich noch zu.
05:42 Dennis Horn
Die Formulierung, das Niveau hat sich normalisiert, kann ja einfach auch nur bedeuten, dass das, was da gerade passiert, normal geworden ist. Oder vielleicht daran gewöhnt hat. Ja, genau. Aber ja, in der Tat, also ja, weil ich würde ja, wenn ich jetzt, wenn ich jetzt Unternehmen wäre, ein Unternehmen wäre, das andere Unternehmen darin berät, wo sie ihre Werbeaktivitäten fokussieren, einsetzen, ihre Budgets verteilen. Ich würde nicht Twitter jetzt so aus der Schusslinie nehmen, ehrlicherweise. Ja. Das kann aber auch was damit zu tun haben, dass ich mit dir jede Woche fünf Stunden darüber spreche, wie schlimm alles geworden ist. Vielleicht bin ich befangen.
06:17 Gavin Karlmeier
Vielleicht haben wir auch einfach einen besseren Blick.
06:20 Dennis Horn
Auch möglich.
06:22 Gavin Karlmeier
Ähm, du erinnerst dich an das CNBC Interview. David Faber spricht mit Elon Musk und in diesem Interview hat Elon Musk auch gesagt Dass Behauptungen über eine angeblich gestohlene Wahl in den USA auf Twitter korrigiert werden. Und dann hat David Faber gefragt, sind Sie sich sicher, dass das geschehen wird? Und Elon Musk hat geantwortet, oh ja, 100 Prozent. Und AP, die Nachrichtenagentur AP, hat eine Analyse in Auftrag gegeben bei einem Medienforschungsunternehmen, Signal Labs heißen die. Und die haben die zehn am häufigsten geteilten Tweets rausgesucht nach diesem Townhall-Meeting von Donald Trump. Ich glaube, das war bei CNN, nicht wahr? So, und die zehn am häufigsten geteilten Tweets, in denen es um eine, in Anführungszeichen schreibt Appie, manipulierte Wahl ging. Twitter hat ja die Community Notes, ein System, schreibt AP, mit dem Nutzer, irreführenden Tweets einen Kontext hinzufügen können. Aber diese zehn Beiträge, die am häufigsten geteilt wurden, die haben insgesamt mehr als 43. 000 Retweets bekommen, haben keine einzige Community Note. Dazu gehören Behauptungen von Marjorie Taylor Green, die zu den Republikanern gehören, Carrie Lake genauso, die letztes Jahr ihre Kandidatur für das Amt der Gouverneurin von Arizona verloren hatte. Und dabei gibt es eine Twitter-Richtlinie über Ähm, Integrität und irreführende Information, die sagt, dass unbestätigte Informationen über Wahlmanipulationen gekennzeichnet werden können, aber eben diese zehn Erfolgreichsten nach Retweets gemessen Tweets da gibt es überhaupt keine Kennzeichnung
08:27 Dennis Horn
Ja, also es ist natürlich ein sehr vager Move Elon Musk von Elon Musk, hundertprozentige Sicherheit. auf User-Generated Content zu legen, weil das ist ja das, ne? Also Community-Notes werden von denen geschrieben, die sich schreiben können. Und sie sind auch nur da, wenn sie jemand von denen, die sie schreiben können, geschrieben hat. Was dazu, was mich eher zu dem Punkt führt, wer sind denn eigentlich die Leute, die bei Twitter gerade sich hinstellen und wirklich die Mühe machen, Community-Node zu schreiben. Vermutlich eher nicht die. die sehr kritisch dem rechten politischen Lager in den USA gegenüberstehen. Das ist jetzt eine totale Bauchwahrnehmung von mir. Aber die Leute, die Twitter Blue abonniert haben, sind Die Power UserInnen, die Twitter jetzt gerade verdient und die Twitter gerade auch hat. Und das sind in der Regel eher Leute, die politisch im selben Lager wie Elon Musk stehen. Und die sind, ich sag mal, traditionell nicht mehr demokratisch.
09:26 Gavin Karlmeier
Jetzt gehört natürlich zu den Community Notes dazu, dass sie auch nur nach oben gespielt und angezeigt werden. wenn Menschen unterschiedlicher Meinung dort gemeinsam zu einem selben Faktenergebnis kommen Aber klar, wenn sich Menschen einer bestimmten politischen Denkrichtung von der Plattform tendenziell verabschieden Dann hat das natürlich auch Auswirkungen.
09:51 Dennis Horn
Ja, also, ja, also ich glaube, die Community-Notes sind noch längst nicht da. wo ich als Nutzer am Ende jetzt hier stehen würde und sagen würde: also egal welche Desinformation auf der Plattform passiert, sie wird schon eingefangen. Sondern jetzt gerade ist es eigentlich eher ein Glücksfall, wenn ich einen Tweet mit einer Community-Node entdecke. Und manchmal sind das ja auch so völlig wirre Fälle, also irgendwelche Memes oder Gags, wo jemand dann als Community-Node drunter gesetzt hat. Das ist übrigens nicht wirklich so passiert. Und dann steht das da und wird auch weiterverbreitet als Community Note. Was zwar stimmt, aber was nicht zwangsläufig die Note, also da ist es nicht notwendig, dass man es drunter schreibt. Naja.
10:35 Gavin Karlmeier
Gut. Wir bleiben nochmal im groben Umfeld Desinformation. Es gibt neue Twitter-Files. Wir haben uns. Bei den Twitter-Files immer ein wenig zurückgehalten und eher eine grobe Einordnung des Themas gegeben, auch weil wir der Ansicht waren, dass das, was dort bisher stattgefunden hat, eher Dinge waren. Von denen man schon wusste, und die in den Twitter-Files ein sehr seltsames Framing mitunter erhalten haben. Heute ziehen wir uns eine Geschichte konkreter raus, um noch einmal in den Schein zu rücken. Wie problematisch die Plattform für JournalistInnen ist, insbesondere für Frauen und insbesondere für Kolleginnen in den USA, die dort etwas direkter am gesamten Geschehen dran sind. Diesmal kommen sie von Paul D. Thacker Ähm, Facker hat eine Nähe zu den Republikanern. Er hat unter anderem für einen republikanischen Senator gearbeitet im Finanzausschuss des US-Senats. Arbeitet mittlerweile publizistisch hat ein Substack Newsletter, den er schreibt mit dem Titel The Disinformation Chronicle Und er geht in seinen Twitter-Files Taylor Lawrence an. Die ist Journalistin für die Washington Post, war schon öfter Thema. Hier im Podcast, sie ist eine von denen, die Nach der Übernahme durch Elon Musk auch kurzzeitig gesperrt wurden. Und der Kernvorwurf in diesen Twitter-Files ist wieder ein recht ähnlicher wie bei all den anderen Taylor Lawrence, hätte privilegierten Zugang zu Twitter. Also die Hintergrundgeschichte ist, dass sie ein paar Anfeindungen mehr als eh schon ertragen musste, nachdem Tucker Carlson sie zu einem Thema in seiner Sendung gemacht hatte. Und da hieß es dann. Im Backend von Twitter, also wo sich die MitarbeiterInnen unterhalten haben, können wir bitte die Konversation um Taylor Lawrence überwachen. Sie wurde speziell von Tucker Carlson ins Visier genommen und ich denke, sie wird im Zentrum einer Missbrauchskampagne auf der Welt. So Das fällt also für Paul Dee Thacker unter die Definition von privilegierter Behandlung. Er schreibt, das ist bei keinem anderen Journalisten so bekannt, dass das so passiert ist. Aber ich sehe in dieser Unterhaltung im Backend von Twitter erst einmal das klassische Abwägen der Content-Moderation. Aber interessant wird es hier an einer Stelle, die gar nicht direkt mit diesem Fall zu tun hat, in diesen Twitter-Files zitiert Paul De Thacker einen Tweet eines Nutzers. Der Taylor Lawrence als reiches Mädchen aus Manhattan bezeichnet, das ein Schweizer Internat besuchte und dessen Onkel das Internetarchiv besitzt. Wodurch ihre Vergangenheit hatte ausgelöscht werden können. Also das hört sich ja schon wie so eine. Fantastische Quatschgeschichte an. Der Onkel besitzt das Internet-Archiv, aber Elon Musk hat das dann geteilt, hat diesen Tweet auch geteilt. hat später auch nochmal in einem anderen Tweet geschrieben, ihr Onkel würde ja die Wayback Machine des Internetarchivs besitzen. Die allerdings ein gemeinnütziges Projekt ist seit vielen Jahren, hat seit 2007 auch den offiziellen Status einer Bibliothek. Und ihr Gründer, Brewster Cayley, ist der digitale Bibliothekar und er hat Elon Musk geantwortet, Taylor Lawrence ist nicht meine Nichte und ich habe sie nie getroffen. So, und wir lachen jetzt drüber, aber das ist der Stoff, und das sind die Moves, aus den Verschwörungstheorien werden, würde ich sagen. Und für mich eben noch einmal ein Beispiel, dass JournalistInnen auf dieser Plattform eben nicht sicher sind. Das trifft natürlich vor allem die in den USA Taylor Lawrence erst recht nochmal. Aber ich möchte nicht in ihre Haut stecken. Nein, überhaupt nicht.
14:42 Dennis Horn
Also Taylor Lawrence ist ja so ein bisschen eine der schillernden. Figuren des des Journalismus, der über das alte Twitter auch viel geschrieben hat. Also sie ist so eine sie hatte so eine Internetversteherin, Popkulturversteherin, eine derer, äh, der eine von denen dessen Texte uns irgendwelche Memes immer wieder erklären konnten. Also die, die halt solche zeitgeistlichen Phänomene immer sehr gut zusammenfassen konnte. Und dementsprechend passt sie ganz gut oder funktioniert sie ganz gut als Feindbild für dieses neue Twitter. Neue Twitter hat sehr vorsichtig formuliert, aber dieser ganze Maskmoloch, der da gerade so entsteht. Und die Tatsache, dass sie eine Frau ist, macht es leider auch nochmal etwas schrecklicher, weil es eben so einfach ist für viele Männer, dass zum Anlass zu nehmen, sie zum Feindbild zu machen. Und das ist ein ganz schrälig, also ärgerlich ist natürlich ein Euphemismus eine total schreckliche Menge, Gemengelage, weil am Ende bleibt halt stehen, dass diese Desinformationen über sie sich jetzt weiterverbreiten bei den Fan Boys und Girls meistens Boys von Elon Musk, weil er diese Desinformation weiterverbreitet hat, weil er sie entweder nicht geprüft hat oder nicht prüfen wollte. Oder beides. Und ich bin mir relativ sicher, dass das nicht das letzte Mal ist, dass wir über eine Geschichte wie diese hier sprechen müssen, dass die Reichweite von Elon Musk dazu führt. Das gab in der Vergangenheit immer mal wieder Fälle, es wird in der Zukunft auch immer wieder Fälle geben. Wo die Reichweite von Elon Musk dazu geführt hat, dass Menschen in bedrohliche Situationen gekommen sind, ob für ihren Beruf oder sogar tatsächlich für ihr Leben. Also Wenn Joel Roth, der frühe Sicherheitschef von Twitter, wenn der seine Wohnung verlassen muss, weil Elon Musk Kampagne gegen ihn fährt auf seinem Twitter-Account fährt, dann ist das eine Geschichte, die aus einer ähnlichen Feder rührt, möchte ich sagen. Und auch das ist alles Teil der Wahrheit und auch das gehört alles zu dem Elon Musk, den wir da jeden Tag erleben und beobachten hier.
16:42 Gavin Karlmeier
So, das erstmal zu diesen, zu diesen großen aktuellen Policy-Themen.
16:50 Dennis Horn
Ich frage mich um ganz kurz noch irgendwie, das ist eine Geschichte, die wird mich, glaube ich, auch bis morgen nicht loslassen, weil ich frage mich, was können wir daraus mitnehmen, was können wir daraus lernen, vor allem daraus, dass eigentlich Elon Musk gesagt hat, die Twitter-Files sein over. Ich glaube, im Interview mit Tucker Carlson hat er das gesagt, ich bin mir gerade nicht sicher. Und dass wir jetzt schon wieder solche Geschichten finden. Also, klar, Elon Musks Wort ist nicht für bare Münze zu nehmen, aber Es ist doch gerade einfach nur noch Irrsinn weiterhin, oder?
17:22 Gavin Karlmeier
Ja, total. Also, ich habe gerade so nachgedacht, müsste es eine Regulierung. Geben, die dafür sorgt, dass sich Eigentümer solcher Plattformen neutral verhalten?
17:40 Dennis Horn
Ich weiß es nicht. Also, Das Problem ist, dass eigentlich, also ich habe das nicht zu Ende gedacht, aber eigentlich sollte doch die Gesellschaft genug korrektiv sein, üblicherweise. Also dass jetzt ein. Dass es durchaus unterschiedliche politische Positionen geben kann, vielleicht auch unterschiedliche Mindsets, die in solchen Köpfen stecken von solchen Unternehmen. Es wird natürlich immer wieder eine Häufung von gewissen Persönlichkeitstypen geben an Spitzen solcher Unternehmen aber das Ich glaube, das kannst du ja nicht so richtig regulieren. Was du regulieren kannst, ist die Art, wie sie sich öffentlich äußern. Aber möchte man in einer Welt leben, in der Menschen. Dinge nicht sagen dürfen, das ist irgendwie auch nicht so richtig die Antwort darauf.
18:29 Gavin Karlmeier
Ja, dann kommt auch direkt wieder der Verweis auf die ersten Zusätze der US-Verfassung.
18:34 Dennis Horn
Ja, genau. Und ähm, also selbst nach unserem deutschen Grundgesetz, dass etwas einschränkender, was Redefreiheit ist, ist Ein Satz mit zwei ist hintereinander, mein abgebrochenes Germanistikstudium grüßt. Selbst bei uns wäre so ein Wunsch nicht mehr im demokratischen Spektrum, würde ich sagen. Sondern, naja, ich glaube, also das gesellschaftliche Korrektiv reicht eigentlich insofern, dass man sagt, man kauft zum Beispiel nicht beim Nazi. Punkt. So, und wenn das aber doch passiert, wenn solche Mechanismen, solche Korrektive halt nicht funktionieren ist die Frage, liegt das vielleicht an was ganz anderem? Liegt das also vielleicht daran, dass es einfach wirklich sehr viele Menschen gibt, die gut finden, was Elon Musk da vertritt und was er sagt?
19:20 Gavin Karlmeier
Ja, oder die es einfach so sehr nicht stört. Da haben wir ja letzte Woche ausführlich drüber diskutiert schon. Also es gibt ja Ideen. wie man grundsätzlich mit so Plattformen, nicht mit deren Leitungen, also nicht mit deren Eigentümern umgeht, aber wir haben letzte Woche gesprochen über diesen Antrag bei der Aktionärsversammlung von Tesla. Der Risikopersonen, das Unternehmen Risikopersonen benennen müssen. Wir haben in Deutschland den Vorschlag der Plattformräte. von Perksen, dem Medienwissenschaftler aus Tübingen, schon seit mehreren Jahren. Also es gibt Vorschläge, wie man ein gesellschaftliches Korrektiv bei solchen Unternehmen auch einziehen könnte. Aber keiner dieser Vorschläge hat es bisher zu irgendeiner größeren Geltung gebracht. Und auch das, was Meta ja gemacht hat mit dem eigenen hauseigenen Plattformrat mit dem sie ja dann allen anderen irgendwie zuvor gekommen sind, führt ja nicht wirklich dazu, dass das es ist ja ein zahnloser Tiger. Und schwierig. Ich habe keine Antworten auf diese Fragen. Und dass es sie nicht gibt, so einfache Antworten, zeigt ja, wie schwierig die ganze Nummer ist. Das müsste die Gesellschaft regeln, in der Tat, ja.
20:41 Dennis Horn
Ja, also was es, glaube ich, hier in dem Fall so besonders schwierig macht, ist dieser Sonderfall, dass der Mensch, der an der Spitze dieser Plattform steht, seine Reichweite nicht hat, weil er an der Spitze dieser Plattform steht. Also, egal welche Fälle du dir überlegst, ob es ein Tim Cook bei Apple ist, ein Steve Jobs in der Vergangenheit bei Apple, ähm ob es. Jack Dorsey war bei Twitter, ob es Mark Zuckerberg ist. Das sind alles Figuren, die durch diese Position zu Ruhm gekommen sind. Elon Musk dagegen ist durch andere Tätigkeiten und auch andere ähnliche Positionen ehrlicherweise, aber trotzdem andere. andere Verhältnisse in diesen in diese ruhmreiche Situation gerade gekommen, diesen, in diese Popularität. Und das gibt ihm, glaube ich, das Gefühl einer größeren Narrenfreiheit, weil er nicht damit groß wurde, dass es zum Beispiel Herausforderungen wie Content-Moderation gibt. Sondern er ist schon groß und stellt das erstmal grundsätzlich infrage, dass man das braucht. Und ich glaube, dass das einen ganz großen Unterschied in der Art seiner Außendarstellung macht.
21:43 Gavin Karlmeier
Ja, ja, absolut. Kann ich nachvollziehen. Also wir bleiben mit einer gewissen Ratlosigkeit trotzdem hier sitzen, was das Thema angeht. Ja, klar, ja. Wir machen einen Haken dran für heute. So. Jetzt sprechen wir mal über die Plattform selbst. Ein paar Kleinigkeiten, die wir aufzulisten haben heute. Also, Twitter hat den verifizierte Follower-Tab entfernt.
22:06 Dennis Horn
Da möchte ich kurz was zu sagen.
22:08 Gavin Karlmeier
Du hast immer an so überraschenden Stellen hast du plötzlich Emotionen. Da denke ich so, was ist los?
22:12 Dennis Horn
Ja, weil das ist eine ganz komische Entscheidung. Also, wir müssen mal kurz, um in die Geschichte einzusteigen. Dieser Tap Für ich gucke mir an, wer mir folgt. Dafür ist er ja da. Und da gab es früher eine Unterteilung Follower, Menschen, denen ich folge, und verifizierte Follower. Und den hatten eigentlich nur verifizierte Accounts früher. So, dann wurde er vergrößert, zum Beispiel das Benachrichtigungstab für Benachrichtigungen durch verifizierte Personen ist für alle Menschen ausgerollt worden. Und zwar aus einem ganz praktischen Marketinggrund, nämlich um Twitter Blue nochmal so ein bisschen zu stärken. Weil alle Leute haben diese Notification Reihe immer noch und können da all die Interaktionen sehen, die durch Accounts kommen, die Twitter Blue abonniert haben. So, das habe ich jetzt gerade auch und ich gucke mir das zwar nicht an, aber ich verstehe, warum es das gibt. Weil wenn mir das wichtig wäre, dass ich bei anderen Leuten dort auftauche, müsste ich ja nur Twitter Blue abonnieren und wäre dann in einer exponierten Position. Sich jetzt dazu zu entscheiden, diese Unterteilung von oder diese besondere Behandlung verifizierter Accounts oder behagter Accounts, muss man ja eigentlich viel mehr sagen, einzustellen, fühlt sich so nach einem unüberlegten Schritt an, weil dieser Marketing-Effekt, der da drin liegt, der vielleicht nur ein kleiner Teil ist, aber den es definitiv gibt für Leute, denen es wichtig ist. Irgendwie wichtig, als wichtig wahrgenommen zu werden, den verschenkt man jetzt völlig ohne Not. Ja, das war meine Emotion.
23:51 Gavin Karlmeier
Ja, also ich frage mich, ob ich was dazu zu sagen habe, aber es lässt mich auch einfach wieder völlig kalt. Ich mag weiter. Also, dann sieht es so aus, als habe Twitter jetzt die Sprachdirektnachrichten eingeführt. Also, du klickst auf einen kleinen Soundbutton. Kannst du eine Nachricht aufzeichnen, dann wird sie an die Person geschickt, der du sie schicken möchtest. Also wie halt eine Sprachnachricht funktioniert. Jetzt auch innerhalb von Twitter. Hast du da Emotionen zu?
24:27 Dennis Horn
Ich glaube, die haben wir hier alle schon mal platziert. Also da haben wir schon viel drüber gesprochen.
24:31 Gavin Karlmeier
Ja. Hier habe ich Emotionen zu. Wir haben letzte Woche über Twitter Blue NutzerInnen gesprochen, die jetzt zwei Stunden lange Videos, doppelt so viel wie bisher, mit 8 GB Größe, doppelt so viel wie bisher, hochladen können. Und da gab es jetzt in den Antworten auf diesen Tweet von Elon Musk, der das angekündigt hat, erstmal Shrek 3 zu sehen. Das ist doch geil.
24:52 Dennis Horn
Unter dem Tweet von Elon Musk einen kompletten Hollywood-Film hochzuladen, ist so der größte Entschuldigung, der größte Das ist der größte Fickfinger, den man da irgendwie platzieren kann. Supergeil. Das ist die Geschichte des Wochenendes.
25:04 Gavin Karlmeier
So viel, liebe Group M zur Sicherheit eurer Unternehmen auf dieser Plattform, aber vor allem April King. Die hat vorher bei Mozilla gearbeitet, auch bei Twitter, schreibt dazu: Wenn man jetzt einen Preis anlegt von 1,4 Cent pro Gigabyte, Traffic Kosten. Dann muss man ja nur 70 8 GB Videos pro Monat hochladen, um Twitter Blue bezogen auf das einzelne Abo zu einem Verlustgeschäft zu machen.
25:30 Dennis Horn
Das ist so geil. Das heißt, du wirst es eigentlich nur die ganze Zeit, also du machst 10, 20, 100 oder 150 Twitter Blue-Accounts. Du brauchst ja nur viele Leute, die Bock auf so eine Gaga-Aktion haben. Und du musst ja jetzt nicht nur 70 Gigabyte an Daten, oder wie war es 70 Gigabyte?
25:48 Gavin Karlmeier
Genau, 70, 8 GB Videos.
25:52 Dennis Horn
Sondern wenn du 140 hochlädst. Also das exponiert sich ja. Ich weiß ehrlicherweise nicht, ob das stimmt, also ob das wirklich so umrechenbar ist.
26:03 Gavin Karlmeier
Manchmal mache ich das, also das erinnert mich an die Google-Suche, manchmal mache ich das, wenn ich ein Unternehmen nicht mag. Dann klicke ich auf der Google Ergebnisseite nicht auf deren normalen Link, sondern auf deren Werbeanzeige.
26:15 Dennis Horn
Ja, damit es Geld kostet, ja.
26:22 Gavin Karlmeier
Daran erinnert mich das.
26:23 Dennis Horn
Ja, so ungefähr ist das, ja.
26:26 Gavin Karlmeier
Diese drei Cent, die Hole. Sorry, dass ich jetzt so lachen. Naja, je nachdem, was für eine Werbung das ist. Also, wenn ich jetzt irgendwie Kreditkarten unternehme oder so, dann wird es ja schon teuer. Naja. So. Und dann letzte Geschichte: Thomas Gigold hat ein Video geteilt von der Flut in Italien. Und schreibt, dieser Tweet wurde, aus welchen Gründen auch immer, bei der Hamburger Morgenpost in einem Bericht zu einer anderen Flut eingebunden. Aber egal und hat 238 Views. Durchschnittlich. So, und er sagt: es gibt jetzt eigentlich zwei mögliche Erklärungen. Die eine ist Die Hamburger Morgenpost hat eigentlich keine Abrufe und die andere ist der View Counter funktioniert nicht. Beide hält er für Realistisch. Also ich habe da. Ich muss mal gerade, wenn du redest weiter, ich mach das Fenster zu, weil hier regnet es hage.
27:20 Dennis Horn
Schade, mir hat das ganz gut gefallen. Ach, es regnet? Ja, ja. Im Ruhrgebiet scheint natürlich die Sonne. Also ich glaube dieser ViewCount, der übrigens nicht nur durchschnittlich, sondern auch absolut ist, ich glaube dieser ViewCount Der zählt einfach keine externen Einbindungen eines Tweets. Das wäre jetzt meine These gewesen. Mir gefällt aber die Vermutung, dass der entweder falsch ist oder dass ich morgen post wirklich keine auch. keine Views generiert auf solchen Artikeln. Ist lustig, aber ich glaube einfach, dass externe Einbindungen da nicht gezählt werden. Was schade ist. Weil wenn das so ein View-Counter wie ganz früher im Web 1. 0 gewesen wäre, wo du immer einfach nur neu laden musst, damit der Counter nach oben geht, das wäre natürlich ganz cool gewesen. Aber ich glaube, es sind wirklich nur so die Binnenaufrufe innerhalb von Twitter. Gut.
28:12 Gavin Karlmeier
Zum Schluss. Ich habe noch zwei Dinge auf der Liste, die so ein bisschen über Twitter selbst hinausgehen. Und die eine Geschichte weist so ein bisschen in die Richtung, über die wir wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten noch häufiger reden werden, nämlich die AI, die KI-Bemühungen von Twitter. Twitter hat am Donnerstag vergangene Woche einen Brief an Satya Nadella geschickt, den Vorstandsvorsitzenden von Microsoft. Und ihn beschuldigt, die Daten von Twitter missbräuchlich zu nutzen. Die New York Times hat diesen Brief gelesen und Twitter behauptet darin, Microsoft habe gegen eine Vereinbarung Verstoßen, sich geweigert für die Nutzung zu zahlen. In einigen Fällen habe Microsoft mehr Twitter-Daten verwendet, als es eigentlich sollte. und die Daten auch ohne Erlaubnis an Regierungsbehörden weitergegeben. Worum geht's da? Es geht im Hintergrund natürlich um die KI-Bemühungen der ganzen Unternehmen und um die Frage, hat Microsoft Sich hier an den Inhalten von Twitter bedient, um die eigene KI zu trainieren. Das ist natürlich der Punkt, der gerade immer im Mittelpunkt steht. Und hier könnte dieser Brief irgendwie so ein Vorgeschmack darauf sein, wie diese Unternehmen jetzt gegeneinander vorgehen. Und sich gegeneinander abgrenzen. Elon Musk hat schon im vergangenen Monat Microsoft beschuldigt per Tweet, hat geschrieben, Zeit für ein Gerichtsverfahren und jetzt haben wir eben diese Klage gegen Microsoft.
29:53 Dennis Horn
Ja, also das ist so ein bisschen, ich habe das Gefühl, ist so eine Art Säbelrasseln. Einfach mal um so ein bisschen. diese diese persönliche Abscheu von Elon Musk gegen OpenAI nochmal zu platzieren. Er hat ja in einem dieser Interviews der letzten Woche. Auch immer wieder davon gesprochen, dass OpenAI de facto Microsoft ist. Und so, und nach nicht mehr als das fühlt sich das für mich an. Also ob jetzt wirklich die Daten zum Trainieren verwendet wurden I don't know, wir können aber davon ausgehen. Das hat jetzt am Wochenende. Mist, ich habe mir leider nicht gemerkt, wer das geschrieben hat. Vielleicht finde ich das gleich noch schnell raus. Hat aber einen Tweet geschrieben, in dem einfach nur gesagt wurde: also Leute, nochmal zur Erinnerung. Christian Alt hat das geschrieben, liebe Grüße, dass Twitter-DMs derzeit noch nicht verschlüsselt sind und auch die Sprachnachrichten, die jetzt gerade alle testen, natürlich Teil eines KI-Datensets. werden könnten. Also dass Twitter jetzt selber alle diese Daten, die sie da haben, tatsächlich nutzen könnte, um einen KI-Daten oder eine KI zu trainieren, das ist ja gar nicht ausgeschlossen. Und dann ist so ein bisschen die Frage, worüber ärgern wir uns hier eigentlich gerade tatsächlich?
30:57 Gavin Karlmeier
Ja, absolut. Vielleicht auch einfach eine weitere Möglichkeit, jetzt auf die Suche nach Geld zu gehen.
31:03 Dennis Horn
Solche Klagen. Auch stimmt.
31:06 Gavin Karlmeier
Neben dem Abo, das nicht viel abwirft und der Werbung. Wo noch nicht klar ist, wie es ausgeht. So. Ganz zum Schluss, meine Lieblingsgeschichte für heute.
31:16 Dennis Horn
Ja, meine auch.
31:18 Gavin Karlmeier
Barcelona. So, ähm, da wird es jetzt ein bisschen konkreter. Also der Twitter klon von Instagram Barcelona Der Arbeitstitel bisher wird als eigenständige App existieren, aber in Instagram integriert sein. Wir haben vergangene Woche schon Über diesen hört man das eigentlich? Es geht hier, die Welt geht gerade unter. Ist das zu hören?
31:39 Dennis Horn
Leise, ich höre das leise. In der Nachtarbeitung könnte man es lauter hören.
31:43 Gavin Karlmeier
Auf meinem Kopfhörer ist es ultra laut, ich verstehe mich selbst nicht mehr, aber alles gut. So, und die, also wir haben darüber gesprochen, wie sehr uns das an IG-TV erinnert. Die NutzerInnen behalten ihr Instagram-Handle. Die Verifizierung wird auch übernommen und die FollowerInnen erhalten eine Benachrichtigung, dass sie dir jetzt auf der neuen Plattform auch folgen können.
32:06 Dennis Horn
Das ist so. Auch das hat mir ganz kurz angesprochen. Ich will aber nochmal sagen, für wie unklug ich das halte, dass das nicht ein synchronisiertes Following-Modell ist, sondern dass man sich dann neu folgen muss. Ich glaube, das ist, ich bin mir nicht sicher, ob wir das hier schon mal besprochen haben, aber. Ich finde, das ist ein ganz ungeschickter Move, weil das beispielsweise damals im Kampf gegen Snapchat nach meinem Ermessen einer der größten Argumente für Instagram war, dass man sich nicht ein neues Netzwerk aufbauen musste. sondern sein Netzwerk hatte und dann die Leute eher Instagram Stories gemacht haben, als bei Snapchat die Leute nochmal neu suchen zu müssen.
32:41 Gavin Karlmeier
Und auch die Instagram-Stories waren am Anfang ein absoluter Fremdkörper. Aber sie funktionieren auch in einer anderen Umgebung als dem Newsfeed und solche Textinhalte kann ich mir In etwas anderem als einer Newsfeed-Umgebung nicht so vorstellen. Da müsste man dann jetzt irgendwie so nach links und rechts scrollen, weißt du, um das dann zu sehen.
33:00 Dennis Horn
Und das wird ja früher oder später eh kommen. Also dieser Ansatz aus dem letzten Jahr von Instagram verschiedene Timelines zu etablieren, der dann ja persönlich von Kim Kardashian gestoppt wurde. Also der ist ja schon da in der App. Und wenn du oben rechts links auf dein Instagram-Logo klickst, dann siehst du davon auch immer noch Relikte. Also, das heißt, das ist immer noch alles da, die Vorbauleistung existiert, wir werden das noch sehen. Ähm, ich glaube, dass so eine App in der App da sinnvoll sein kann. Also klick hier, um auf die Textebene zu kommen und vielleicht setzt sich das durch und vielleicht soll sich das auch gar nicht bei allen NutzerInnen durchsetzen. Also vielleicht ist das auch tatsächlich eine Methode, um es so ein bisschen zu Flaschenhalsen. Aber Ich möchte übrigens, dass dieses Wort im Duden eingeht. Aber ich finde es ungeschickt, dass es dann nicht synchronisiert ist, wer mir folgt und wem ich folge, sondern dass ich das quasi neu aufbauen muss.
33:49 Gavin Karlmeier
Ja.
33:50 Dennis Horn
Ja.
33:51 Gavin Karlmeier
So, jetzt wird es aber interessanter mit jedem weiteren Detail, das wir erfahren. Erst einmal, im Hintergrund arbeitet Meta jetzt hart daran, das Ding irgendwie zum Fliegen zu bringen. Und wie man das so klassisch macht. spricht man erstmal mögliche MultiplikatorInnen an. Und das sind dann die Leute, die einen früheren Zugang zur App. Bekommen, also so eine geschlossene Alpha-Phase, nicht Beta-Phase. Das sind dann erstmal SchauspielerInnen, Produzenten, Autorinnen, Regisseure, Showrunner, Sportlerinnen, Komiker. Also Hochkaräter, um die App um Barcelona schon mal vor der Veröffentlichung zu testen.
34:33 Dennis Horn
Ich habe gerade kurz gedacht, sorry, wenn ich dich da nicht kurz ein. Ein Hack, ich stell dir mal vor, es wäre in Deutschland Digselbe Peer Group. Und dann überlegt man, wie sich diese Gruppen in den letzten drei Jahren bei Twitter so verhalten haben. Und dann hast du da Tild Schweiger und Dietrich Brüggemann und Jan-Josef Liefers und das wäre nicht unbedingt ein Erfolgsgerant. Ich tu viel Unrecht, ich weiß, das war eine Polemik.
34:59 Gavin Karlmeier
Gut. So, jetzt sind Screenshots bekannt geworden und die sehen doch sehr aus wie Twitter. Nur mit den Logos fürs Teilen und Weiterschicken und Kommentieren von Instagram. Ja. So. Also ich finde, es sieht ganz geil aus.
35:17 Dennis Horn
Ehrlicherweise. Es ist sehr weiß.
35:19 Gavin Karlmeier
Es ist sehr aufgeräumt, ein bisschen wie Substack Notes.
35:21 Dennis Horn
Ja, voll, ganz genau. Und es hat aber gleichzeitig diesen Instagram-Style, was ein bisschen an diesen Instagram-eigenen Schriftarten liegt. Also an alle, die das gerade nicht sehen können, weil sie einen Podcast hören, heute mache ich meine Ausnahme. Ich kopiere mal einen Link zu Kaschis Blog. In die Shownotes, einfach, weil das muss man mal gesehen haben an der Stelle. Ich denke auch dran. Finde ich, mir gefällt das ganz gut, muss ich sagen, aber ich mache da auch kein Geheimnis raus. Ich wollte gerade sagen, ich tu da ja kein Geheimnis rausmachen. Ich mache da ja auch kein Geheimnis raus, dass ich das für den größten größten Konkurrenten von Twitter halte, wenn er dann da ist.
36:02 Gavin Karlmeier
Ja, das wird gerade so klein gesprochen, aber ich glaube, allein die Marktmacht, die hier hintersteckt, könnte etwas ganz anderes bewirken. Also ich habe jetzt wahlweise bei Mastodon gelesen habe, wird nichts. Bei Twitter auch ein bisschen manchmal. Und naja, Meta hat ja so eine lange Historien mit irgendwelchen Versuchen, die sie gestartet haben und die dann nichts wurden. Die waren aber auch immer ein bisschen krude und was ich hier gerade sehe ist gar nicht krude.
36:34 Dennis Horn
Stimme ich denn zu? Vor allem hat Meta aber auch eine sehr lange Geschichte Von wir klauen die Features anderer Netzwerke, die vielleicht gerade ein bisschen im Struggeln sind oder an einem Scheidepunkt in ihrer Geschichte stehen und sahen damit nochmal ein bisschen Reichweite ab. Also wir haben das, wie gesagt, bei Snapchat. erlebt, die plötzlich dann zu Instagram Stories wurden. Wir haben das aber auch erlebt, so ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo TikTok richtig groß wurde hier, kurz nach der Umbenennung von Musicly als die Instagram Reels gestartet sind. Also es gibt mehrere Beispiele dafür, dass das eben auch ganz gut funktionieren kann für Meta, dieses Vorgehen. Ich will das jetzt nicht zwangsläufig gut heißen, aber. Im jetzigen Fall freue ich mich doch tatsächlich ein bisschen drauf.
37:14 Gavin Karlmeier
Wir werden vielleicht nächsten Monat schlauer sein, denn man hört uns spekuliert, dass im Juni Barcelona schon erscheinen könnte. Und jetzt kommt Der, wie ich finde, interessanteste Punkt, den wir schon vor Monaten hier prophezeit hatten. Barcelona Ist eine dezentrale App. Basiert auf Instagram, aber ihre Basis ansonsten im Hintergrund als Plattform ist ActivityPub.
37:41 Dennis Horn
Aha.
37:41 Gavin Karlmeier
Und das ist das dezentrale Protokoll hinter dem Fediverse. Und Barcelona wird einen Feed enthalten, der NutzerInnen und ihren FollowerInnen empfohlene Inhalte präsentiert. Und mit Textaktualisierungen von bis zu 500 Zeichen. Siehe da.
38:03 Dennis Horn
Ich bin super gespannt, ob es Inter Disziplinär ist es da, glaube ich, nicht. Also, ob es interagiert mit Mastodon sein wird.
38:12 Gavin Karlmeier
Also bei den Mastodonis ist man schon ganz aufgeregt. Da gibt es jetzt schon so offene. Offene Postings. Wenn ihr bei Meta arbeitet, meldet euch bitte bei uns. We're excited about your project and we're here to help
38:27 Dennis Horn
Also wir haben ja schon, ich habe das hier schon ein paar Mal gesagt, ne? Ich glaube ja, dass der Moment, wo Mastodon den Durchbruch erlebt und auch völlig zweifelsfrei den Twitter den Rang ablaufen wird, wird der sein, wo sich irgendein Konglomerat an Menschen mit großer Reichweite, das können auch Unternehmen sein, zusammentun und eine Mischung aus einem Sexy Frontend, einer guten Vermarktungsidee und einem und einem sehr einfachen Zugang kombinieren Und wenn das alles passiert in dem Fediverse auf ActivityPub, ich hoffe, ich benutze jetzt alles hier, alle diese Begriffe richtig, ähm. Also, so dass ich damit anderen Leuten schreiben kann, die sich bei Mastodon. social oder im Trötecafé registriert haben. Dann ist das der Moment, wo alle Leute umziehen werden. Und wenn das hier passiert, das wissen wir ja alles noch nicht. Also wir wissen eigentlich gerade noch nichts über Barcelona. Aber wenn das hier so passieren sollte, wäre das ein unglaublicher Move für Meta.
39:30 Gavin Karlmeier
Ja. Allerdings inklusive Déjà vu an die Entwicklung des World Wide Webs, das auch mal so dezentral und offen gedacht war und schon wieder kommen da Unternehmen und streamlinieren das. und ziehen ihre World Gardens da hoch. Denn genau das ist ja die Frage. Das basiert jetzt irgendwie auf Activity Pub, aber wie sehr werden da irgendwann die Daumenschrauben angezogen? Darauf bin ich sehr gespannt. Ich kann mir nicht vorstellen, zum Beispiel, dass die Teilnahme an Barcelona in irgendeiner Art und Weise ein Einstiegspunkt ins Fediverse sein wird. oder über Instanzen, über eine Auswahl verschiedener Instanzen funktioniert und so weiter. In diesem Sinne dezentral.
40:20 Dennis Horn
Hier steht übrigens, ich sehe das jetzt erst auf diesem Screenshot. Soon our app will be compatible. With certain other apps like Mastodon. Das steht hier mit drin. Wie compatible wissen wir nicht.
40:31 Gavin Karlmeier
Kompatibel ist nicht ein vollkommenes Aufgehen im Fediverse. Und genau das Verhindert, dass der dezentrale Gedanke hier komplett durchgezogen wird. Wenn so große Player kommen und das besetzen, so wie es dem World Wide Web vorher auch passiert ist. Das ist meine Sorge dabei.
40:52 Dennis Horn
Und die ist auch vollkommen begründet, äh, berechtigt. Die Frage ist ja immer nur so ein bisschen, welches Ansinnen du hast. Möchtest du einen Ideal, ein Ideal erfüllen oder möchtest du, dass viele Menschen das nutzen? Und in der perfekten Welt schaffst du es natürlich eine App anzubieten, die beides kann. Aber naja, ich kann mich auch auf die Straße stellen und frisch gepesten Orangensaft anbieten. Die Leute werden trotzdem in der Tanke die Fanta kaufen. Also ich glaube, dass die, dass es durchaus ein Ein Grund hat, warum sich solche sehr niedrigschwelligen und auf Vermarktung optimierte Angebote sehr oft durchsetzen. Eben weil das so zum No-Brainer wird. Und die Tatsache aber, dass Barcelona sich hier für einen dezentralen Ansatz entschieden hat, der kommt ja, vor allem deswegen überraschend, weil wir beide uns wahrscheinlich einig wären, sie müssten das nicht tun. Sie hätten mir auch sagen können, wir machen hier unseren Closed Job und machen einfach mal unser Ding.
41:53 Gavin Karlmeier
Und das tun wir ja nicht. Aber ich befürchte, es wird am Ende trotzdem Klaus Chop und sie suchen sich das Beste aus der Idee raus. Und dann schauen wir mal. Ja, und der Mittelweg kann ja auch noch sein.
42:05 Dennis Horn
Es kann ja auch sein, dass sie wie viele andere das erste Jahr einfach mal total interoperativ mit Mastodon sind. Und dann kommt nach einem Jahr, kommt nur, hier gibt es einen Algorithmus und zwar nur für die Postings der Leute, die auch Bei Barcelona hat registriert.
42:20 Gavin Karlmeier
Auch Twitter hatte ja vor Elon Musk seine Geschichte des Zäune wieder hochziehens.
42:25 Dennis Horn
Ja, genau. Also und seit Elon Musk erst recht, also was Drittanbieter in den Apps angeht, was ja nur ein kleiner Teil ist, weil die ja immerhin auf demselben Protokoll stattfinden. Aber dennoch, das gibt es hier ja auch.
42:38 Gavin Karlmeier
Übrigens, bei Reddit tauchen jetzt auch schon Fragen auf, wie kann ich bei Mastodon Werbung schalten. Und also die Kommentare darunter sind sehr amüsant, wird auch bei Mastodon sehr amüsant diskutiert. Aber ich würde jetzt sagen, geht nicht, aber wartet mal auf Barcelona.
42:59 Dennis Horn
Ja, das ist tatsächlich ein ganz großer Punkt. Aber auf der anderen Seite, vielleicht ist das auch der Preis, den man dann bereit ist zu zahlen dafür, dass man es zum Beispiel direkt in Instagram nutzen kann.
43:11 Gavin Karlmeier
Wir sprechen uns dann nächsten Monat wieder.
43:13 Dennis Horn
Ich bleibe aber dabei, ich habe wirklich Bock auf Barcelona. Ich habe da wirklich Lust drauf.
43:18 Gavin Karlmeier
Ich war im Februar erst da.
43:21 Dennis Horn
Und? Würdest du wieder hinfahren?
43:25 Gavin Karlmeier
Überlege ich mir. Bis morgen. Bis morgen.