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Folge 130 · 26. Mai 2023 · 30 Min.

Das Ron-DeSaster

mit Dennis Horn

Es sollte die große Show werden: Elon Musk interviewt im Twitter Space Ron DeSantis und gibt ihm so die große Bühne, um die eigene Präsidentschaftskandidatur bekannt zu geben. Leider hat die Technik aber nicht mitgespielt – und so stellt sich die Twitter: Steht Twitter wohl doch nicht ganz so stabil da?

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Grüß dich, Gavin. War das irgendwie so, dieser Twitter-Space mit Ron DeSantis?

00:19 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ich glaube, wichtig ist, dass da noch sehr viel Stille zwischengeherrscht hat. Ja, warte, dann machen wir die Stille auch noch kurz.

00:27 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Grüß dich Gavin, warte mal was. Na, also Letzte Nacht, also wenn ihr das hier hört, hier vorletzte Nacht, war der Twitter Space mit Ron DeSantis. Elon Musk interviewt den Mann, der. Für die Republikaner in den Präsidentschaftswahlkampf einsteigen möchte und jetzt sich schon mal innerhalb seiner eigenen Partei positioniert, gibt ja da noch Vorwahlen und Pippapo. Elon Musk hat übrigens kurzer Spruch, kurz vorab, gesagt, er würde keinen Kandidaten wählen, der nicht auch einen Twitter Space mit ihm gemacht hätte.

01:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, was ist denn das? Also mein Gott, Alter. Mein Gott, Alter.

01:11 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Anders kann man das wirklich nicht zusammenfassen. Und geht gut los heute. Ja, wirklich. Also, du hast diesen Twitter-Space gehört. Ist es nicht so gut gelaufen? Du hast das irgendwie nachts. Also, ich guckte heute Morgen in meine Nachrichten und hab im Grunde einen Live-Ticker von dir gehabt auf dem Handy.

01:28 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, aber also ich habe in dem Moment, wo es dann so losging, bin ich ausgestiegen. Also ich habe um 0. 30 Uhr angefangen oder so. Und da waren schon nur, haben alle schon geschrieben, Katastrophe, hier klappt gar nichts, nichts geht und so weiter. Dann hat irgendjemand diesen Space neu hochgeladen, der übrigens Preparing to launch hieß. Er hat den neu hochgeladen mit Launch Failure. Also offenbar hat es nicht funktioniert. Und es war also wirklich, ich habe Stille gehört, ich habe Atemgeräusche gehört, ich habe Fehlermeldungen bekommen, dieser Space ist nicht verfügbar und das Also, das ist natürlich ein Totalausfall. Das Problem ist, dass sich das hervorragend gut erzählen lässt für Elon Musk und Ron DeSantis. Nämlich zu sagen. Hey, der Andrang war zu groß, unsere Server sind zusammengebrochen. Weil zu dem Zeitpunkt, als ich das erste Mal versucht habe, reinzuhören, waren es tatsächlich 600. 000 Menschen, die mithören wollten. Als es dann funktioniert hat, waren es nur noch ungefähr 250. 000 Menschen. Und irgendwann ging es dann tatsächlich auch.

02:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Also weil weniger Leute da waren, ja.

02:34 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Exakt, ja. Und das spricht, da ist auch so ein bisschen genau die Strategie, die Elon Musk mit dem Unternehmen Twitter tatsächlich sofort, also weniger Leute, damit es funktioniert, zumindest in seiner Vorstellungskraft. Schön fand ich aber, wie dann so alle live auch das kommentiert haben. Also Joe Biden zum Beispiel hat zu diesem Space getwittert. This Link works direkt darunter. Also dieser Link hier funktioniert und wenn man auf diesen Link geklickt hat, dann bist du zu einer Seite gekommen, zu der du spenden konntest für den Wahlkampf, um Joe Biden wiederzuwählen. Also es ist einfach. Es war einfach wirklich wild. Mir hat der Tweet ganz gut gefallen. Es war ein Diskussionspunkt. der Rechten, dass Elon Musk 90% des Unternehmens entlassen hat und die Webseite jetzt einwandfrei funktioniert und in der Sekunde, in der er sie unbedingt zum Funktionieren benötigt, hat er die kompletten Telefone der Leute zum Absturz gebracht. Also es gab offenbar auch Menschen, dessen iPhone abgestürzt ist, als sie versucht haben, in diesen Space zu kommen.

03:40 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Wahnsinn. Wirklich Wahnsinn. Also ich muss noch kurz, also Preparing to Launch, das ist ja geil, ne? Das ist so ein Satz, den kannst du Einsetzen, wenn du irgendwie eine neue Funktion bei Twitter an den Start bringst, wenn SpaceX eine Rakete hochschießen will oder ein Präsidentschaftskandidat sich in Stellung bringt. Selbe Satz für alle Geschichten, das ist ja großartig. Also, ähm, ich hab dann im Anschluss ein bisschen gelesen darüber, hab das ja dann nachträglich verfolgt. Ich hab von einer CNN-Kommentatorin. die übrigens selbst von sich sagt konservativ, Alyssa Farrah Griffin, gelesen, das Ziel einer Präsidentschaftsankündigung ist es, präsidial zu wirken und zu klingen. Die Kampagnenteams verbringen Monate, damit sie zu planen. Die Kommunikations- und Planungsteams berücksichtigen jedes Detail. Ähm, Pluspunkte für Kreativität, aber DeSantis wirkte eher wie ein Talkmaster, als wie der künftige Führer der freien Welt. So auch dank dieser ähm d dieser was habe ich noch gelesen failure to launch oder Hashtag Disaster

04:52 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Es hatte so ein bisschen so Vibes, wie damals, als Thomas Gottschalk versucht hat, bei Clubhouse einzusteigen. Ich weiß nicht, ob sich noch irgendjemand daran erinnert. Das war so die Clubhouse, war ja eigentlich die Idee von den Twitter Spaces. Warst du damals dabei, Dennis?

05:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Als Thomas Rötschak, ja, ich habe den mit Sicherheit in einigen Clubhouse-Räumen miterlebt, ja. Das war so einer der ersten Tage, wo das groß war.

05:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Und da war angekündigt, dass Sascha Lobo, Jule Lobo und Thomas Gottschalk aufeinandertreffen. Und Thomas Gottschalk hat das auf seinem Telefon einfach nicht hinbekommen, sodass irgendwann dann er telefoniert hat mit Sascha Lobo über Lautsprechung. und das dann wiederum bei Klapphaus gestreamt wurde. Und ungefähr so hat sich das gestern auch angefühlt, ohne dass ich Thomas Gottschalk damit zu nahe treten möchte.

05:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, okay. Also Ich habe nachträglich viel gelesen und da war sehr viel Suffisanz dabei. Da möchte ich einmal kurz mit dir drüber sprechen. Also die ersten, die mir da wieder aufgefallen sind, waren die Kollegen vom Spiegel. Arno Frank hat da Kommentar geschrieben, warten, nervöses Getippe, Pausenmusik. Bei Twitter erklärt Ron DeSantis neben Elon Musk seine Präsidentschaftskandidatur. Es ist ein Startschuss ins eigene Knie. So, und ähm, also wo du geguckt hast, haben sich Leute dann lustig drüber gemacht. Und ich habe so ganz fieses und ganz fieses Déjà vu an die an die Zeit vor der Wahl von Donald Trump. Also ich lese diese Kommentare, auch diesen süffigen Suffisanten Untertonen dieses Spiegelartikels, und das erinnert mich an all das, was auch so bei Donald Trump zwischen den Zeilen stand, und trotzdem ist er am Ende Präsident geworden. Und ähm, also ich weiß nicht, ob das so gut ist, dieser Ton, und zwar nicht im Sinne von ähm ähm so im Sinne von man muss alle gleich behandeln und so du weißt was ich meine sondern so im Sinne von ich glaube wenn wir uns jetzt wieder darauf schmeißen wie dumm die alle sind Reden wir nicht über die richtigen und wichtigen Themen. Wir müssen über die Strukturen dahinter sprechen. Wir müssen darüber sprechen, was Elon Musk da ermöglicht. Wir müssen. über die Gründe dafür sprechen, warum es Menschen gibt, die diese Typen überhaupt wählen. Und wir müssen weniger über diese Typen und deren Fauxpas reden. Weißt du, was ich meine?

07:13 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, zu 100%.

07:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

100% gibt es. Aber gerade der Spiegel springt immer wieder über dieses Stöckchen. Also gerade beim Spiegel frage ich mich manchmal, gibt es da einmal kurzen Gedanken zwischendrin, auch ob wir über jedes Stöckchen springen müssen? Ähm und also ich finde, man kann ja dies die Fehler dieses Kampagnenstarts hier aufschreiben. Das spricht ja für sich, wie peinlich das ist, da brauche ich nicht noch einen Kommentar, der mir das nochmal erklärt, wie peinlich das ist. Alter habe ich gedacht, das gibt's doch nicht

07:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Nein, das ist so ein bisschen eine Low-Hanging Fruit. Und es ist so ein bisschen Preaching to the converted. Und ein dritter Anglizismus fällt mir leider nicht ein. Aber das ist so, das ist ein total typisches Problem. Also dieses wir hier im linksliberalen Journalismus, wir gucken mit Häme auf diese diese Rechtspopulisten und wie dämlich und naiv sie sind und alle Leute, die drauf reinfallen, sind das auch. Und ha ha ha ha ha, wie kann man nur. Und ich finde das auch zu das ist zu einfach. Es ist zu einfach Zum Beispiel das klein zu schreiben, dass diese Vereinfachung und dieses sich als normale Leute geben der Rechtspopulisten. dass das nicht Teil der Masche ist. Also es gibt ein ganz, ganz hervorragendes Stück von John Oliver über Boris Johnson, der mit seiner Tollpatschigkeit ja immer wieder kokettiert, der wuschelige Haare hat, die so ein bisschen ungekämmt aussehen, dem mal Missgeschicke passieren, der auch mal irgendwie in Fettnäpfchen tritt und so. Und dass das auch Teil einer Strategie sein könnte, um sich bei einem Publikum quasi ins Herz zu Hetzen auch am Ende. Und dementsprechend ist es mir oft, wie du es auch sagst, einfach viel zu einfach zu sagen. Ja, guck mal, die, da hat wieder was nicht geklappt bei denen. Weil am Ende spielt das wirklich überhaupt keine Rolle, außer dass wir hier in unseren journalistischen Elfenbeintürmen. einfach noch einmal uns bestätigt fühlen, dass unsere Weltanschauung am Ende die richtige ist. Und das ist mir, glaube ich, fatal, ja.

09:21 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, also Auch grundsätzlich die Berichterstattung über die Hintergründe, über das, was da gerade bei Twitter passiert und sich dadurch ja auch strukturell verschiebt. Das kommt mir tatsächlich gleichzeitig viel zu wenig vor. Also wir machen das hier. Ich lese im Social Media Watch-Blog ab und zu dazu und zwar, und klar gibt es eine Berichterstattung. Über Elon Musk und das, was er mit Twitter macht, aber mir fehlt da sehr häufig, auch in großen Medien, mal so dieser Schritt zurück und nochmal dieser Gesamtzusammenhang. Zu dem, was da gerade passiert.

10:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ja, ja, total. Also, wie oft wir in unseren Recherchen uns eigentlich immer nur auf amerikanische Quellen und eigentlich nie auf deutschsprachige Quellen beziehen, weil es keine gibt, das ist schon, das fällt schon stark auf. Und wenn jemand über Twitter schreibt, dann wird es so geschrieben, naja, das ist ja eh das verlorene Netzwerk. Und auch wenn wir das hier so gerne im Spaß so auch sagen, Ist das ja noch nicht so und es ist auch, vielleicht ist es auch wie so.

10:25 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das verlorene Netzwerk. Ja, vielleicht. Den Unterschied haben wir ja schon mal aufgemacht. Ja, ganz genau. Also, ja. Apropos deutschsprachige und englischsprachige US-amerikanische Medien CNN schreibt, als Elon Musk Anfang 2022 zum ersten Mal über den Kauf von Twitter nachgedacht hat, War Ron DeSantis als Gouverneur von Florida einer der vielen Republikaner, die das richtig gut fanden? Twitter wurde ja lange von Konservativen auch so ein bisschen als Gegner betrachtet. Und Ron DeSantis war einer von denen, die haben jetzt gejubelt. So Elon Musk. Twitter super. Und CNN schreibt Ron DeSantis, die Geschichte kannte ich noch nicht, ging weiter als die meisten seiner Parteikollegen dort. Und er hat verwiesen auf die Investitionen des Pensionsfonds von Florida in Twitter. Wir sind hier der drittgrößte Staat des Landes. Unser Pensionsfonds investiert in dieses Unternehmen. Und wir werden dem Twitter Vorstand Probleme machen, wenn der nicht in Elon Musk verkauft.

11:39 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das ist echt krass.

11:40 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Wir werden auch Möglichkeiten suchen, wie der Staat Florida den Twitter-Vorstand für die Verletzung seiner Treuepflicht zur Rechenschaft ziehen kann, hat er im April 2022 gesagt. So stay tuned on that.

11:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Wirklich, also hundertprozentig, also da plötzlich fühlt sich das alles gar nicht mehr so nach einer wirtschaftlichen Entscheidung an. Plötzlich hat man auch, also eh ja nicht. Ehrlicherweise, aber das klingt doch alles so nach einer sehr nach einer sehr breiten und langen Planung. Zwei reicher Männer, die sich da gegenseitig gemeinsam hochschieben möchten.

12:16 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, ja, also vielleicht eher ein Dankeschön als eine inhaltliche Idee, die hier auch hinter steckte. Oder beides gleichzeitig.

12:24 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Auch möglich, aber ehrlicherweise glaube ich, dass die Rolle eines weißen Mannes mit Milliarden auf dem Konto, dass die Rolle sich nicht zwangsläufig verschlechtern würde unter einem Präsidenten Ron DeSantis. Also die beiden können hier stark voneinander profitieren und die sind gerade auch dabei. Diese Strategische Partnerschaft ja miteinander auszubauen.

12:47 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Es gibt einen anderen weißen Mann mit viel Geld auf dem Konto, der das gerade nicht so gut findet. Der heißt Donald Trump. Er hat auf Truth Social richtig gewettert gegen Ron DeSantis und auch diese Bekanntmachung im Twitter-Space hat schon irgendwie nachmittags angefangen, da lauter Postings rauszuhauen. Und jetzt geht die mehr, Donald Trump würde sich jetzt gezwungen sehen, doch wieder zu twittern. Er hat ein blaues Häkchen und ich habe jetzt hin und wieder gelesen, das habe er sich gekauft.

13:20 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das werden wir natürlich niemals herausfinden. Allein die Überlegung, dass da jemand sitzt und sich überlegt, von welchem Paypal-Account zahlen wir jetzt Donald Trumps 8 Dollar im Monat, gefällt mir doch sehr, sehr gut.

13:32 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Und bei Instagram hat er ein Video gepostet, das ein Twitter-Space zeigt, mit Elon Musk, Ron DeSantis, aber auch George Soros, Klaus Schwab, wer ist Klaus Schwab? Das muss ich mir noch angucken. Dick Cheney, Adolf Hitler, dem Teufel und dem FBI. Was?

13:52 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Klaus Schwab ist der Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums.

13:55 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ah, deswegen, ja, okay.

13:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also einfach auch zu 100 Prozent wieder Wasser auf den Mühlen von Verschwörungs- ähschwörungstheoretikerInnen von, also was soll man dazu noch sagen? Also in dem Moment, wo Donald Trump all diese Leute, also das ist, das quillt über vor Antisemitismus. Es quillt über vor, da will man eigentlich gar nicht mehr drüber reden. Müssen wir nicht. Also, gut, danke. Mich hat es so wütend gemacht, als ich das gesehen habe, ne?

14:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ganz ehrlich. Also inhaltlich können wir das streichen. Ich wollte damit nur nochmal darauf eingehen, dass wir mit Donald Trump wieder rechnen müssen. Und das könnte ja eine gewisse Dynamik bekommen.

14:37 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ich fürchte auch. Und das wird aber das wird niemandem der Beteiligten, auch uns, es wird niemandem Spaß machen, was da passiert.

14:45 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Richtig. So, bei all dem haben wir gesagt, wir müssen jetzt auch immer ein bisschen darauf gucken, was Linda Jaccarino dazu sagt. Und ihr Tweet zu diesem Twitter-Space lautete: Wir haben gerade ein seltenes und Nicht aufgeschriebenes Gespräch mit einem Präsidentschaftskandidaten zu einer Reihe wichtiger Themen gehört. Gestartet auf Twitter. Das ist historisch, lasst uns mehr tun. Meinungsfreiheit ist unbezahlbar. Was soll der Satz heißen dazu?

15:15 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also, was auf jeden Fall stimmt, ist, dass es ein einmaliger Moment war, wie wir alle 45 Minuten darauf gewartet haben, dass man endlich mal etwas hört. Komisch, dass die als jetzt vermutlich schon verantwortliche Geschäftsführerin dieses Unternehmens gar keine Stellung darauf bezieht, dass nichts funktioniert von dem, was sie anbieten.

15:33 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Sie wollte wahrscheinlich hier auch nur das Framing nochmal in eine andere Richtung lenken, einfach. Also, ich habe mir Gedanken gemacht nach der ganzen Nummer jetzt. Gibt es so etwas wie eine wirtschaftliche Radikalisierungsspirale? Also, dass man einmal so in die Richtung tendiert oder sich öffnet, diese Brandmauer da weglegt, wie Elon Musk das getan hat. Aus dem Gedanken, hier kommen alle Seiten gleichberechtigt zu Wort und dadurch, welche Dynamiken sowas dann einnimmt, dann auch nur noch dorthin kann. Ja, in diese politische Richtung. So wie du, ich komme mal mit einer Analogie, die von dir kommen könnte. Du bist DJ auf einer Party. Und irgendwann so in Richtung in Köln, ne? Und irgendwann so in Richtung Mitternacht legst du einmal irgendwie Viva Colonia auf. Ja. Und dann kannst du nicht mehr zurück. Ja. Oder und dann musst du auch noch das Pur-Hit Medley spielen und so weiter. Du legst sowas nicht auf, vielleicht, oder vielleicht doch, aber es kennt man das, oder?

16:37 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ich kenn das hundertprozentig. Doch, also wenn es there is no way back from Hitville. Also, wenn du einmal da warst, dann kannst du nicht anfangen, eine siebeneinhalb Minuten-Nummer zu spielen. Ja, 100 Prozent.

16:50 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

So, völlig krude Analogie. Sicher. Dieses, du gehst in eine, so eine politische Richtung. Und aus einer wirtschaftlichen Sicht bist du jetzt so festgelegt, weil die große oder eine relevante Masse von NutzerInnen, die sich in der Mitte oder links davon sehen, jetzt verschwinden. So und mit den Werbekunden hast du auch noch das Problem? So, da gibt es vielleicht nicht alle, die dann zurückkommen, aber dort auf der rechten Seite hast du ein so großes Spektrum und eine Menge von Leuten, dass es zumindest funktioniert. Und dann musst du dort bleiben, dann musst du es dir dort einrichten, weil wenn du zurückgehst, wird das nicht mehr gut.

17:29 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ich glaube, es gibt viele Beispiele für diese These. Also ich glaube, das, was Michael Wendler angetrieben hat, ist sowas.

17:38 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Savia Naidu, das aber eher so als eher so als Personen, ne? Und mit deren wirtschaftlichem Arm dann Des Künstlerseins.

17:48 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Da ist so ein bisschen aber die Frage, ob es eine Form der Rehabilitation für Unternehmen gibt. Also zum Beispiel, würde es reichen, eine neue CEO einzustellen, um sich vielleicht plötzlich wieder auch gemäßigter aufzustellen, weil man das glaubhaft als Neuanfang vermitteln kann. Das ist ja auch so eine Analogie, die habe ich dir sogar auch schon geschrieben. Die Analogie, wie man sich nochmal für zwei Jahre fest anstellen lässt, um aus der privaten Krankenversicherung rauszukommen. So dass man quasi so eine Art Exit-Strategie hat, um aus dieser Spirale rauszukommen. Ja, ich verstehe. Aber das wissen wir natürlich alles nicht. Aber ich glaube, da ist schon was dran. Also, ich glaube, die gibt es auf jeden Fall. Die Frage ist, ob man nicht irgendwann davon auch erwachen kann, von dieser eigenen Radikalisierung, ob man nicht merken kann, ich glaube, ich verrenne mich hier gerade. Also vermutlich muss es das geben, oder?

18:45 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, also es wäre zumindest meine These, absolut, ja. Es ist halt schwierig, weil das halt wirklich beispiellos ist, was wir bei Twitter erleben. Wir haben auch noch Post bekommen, weil die identitäre Bewegung zurück ist. Also, ähm, die war ganz lange auf Twitter gesperrt, ja. Überall gesperrt, genau. Ich habe das Was haben wir hier in der Nachricht? Ich habe vor ein paar Jahren meine Bachelorarbeit über die rechtsextreme identitäre Bewegung und ihren Social Media Auftritt geschrieben. Kurz danach wurden sie überall gesperrt, bis auf wenige Accounts. Jetzt sind sie auf Twitter zurück.

19:21 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, und die sind wahrscheinlich nicht zurück, weil sie einfach mal ausprobiert haben, ob das jetzt vielleicht niemandem auffällt, sondern das ist auch eine Form dieser Amnestien und freie Rede ist stärker als Menschenrechte hier.

19:36 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Gut, gehen wir mal aus der Politik rüber in die Wissenschaft. Sehr gerne, da befühle ich mich zu Hause, alte Studienabbrecher. 42. 000 US-Dollar pro Monat sollten auch ForscherInnen bezahlen, um auf die API weiter zugreifen zu können. Ich fand nochmal ganz interessant, Ainius hat jetzt nochmal darüber gesprochen, geschrieben, wie das vorher lief, wenn man so diesen richtig fetten Zugriff hatte. Der hieß Dekkahaus. Und das war ein Dienst, über den ForscherInnen sich eine Zufallsstichprobe ziehen konnten von 10% aller Tweets. Die war immer aktiv, diese oder dieser Zugang war immer aktiv, konnte immer drauf Also er konnte sich das da immer runterziehen und das war sozusagen ein spezieller Zugang über die API, ein spezielles Tool extra für WissenschaftlerInnen. Und die haben dann Diese Daten eben genutzt, um ganze Tage dort auf Twitter zu verfolgen, Desinformationen zu analysieren, extremistische Tweets, da genaue Zahlen zu bekommen. auch auszum finden, wie wirkt sich das, was auf Twitter debattiert wird, auf das in echt auf das in Anführungszeichen echte Leben aus So diese ganzen Dinge. Und das ist ja eigentlich einer Plattform, die man als öffentlichen Marktplatz bezeichnet, angemessen, sage ich mal. So, und jetzt hat Twitter in den vergangenen Wochen, schreibt INUs, die ForscherInnen, die diesen Deckerhauszugang hatten, kontaktiert und sie aufgefordert. Diese 42. 000 Dollar pro Monat zu zahlen. Und bei den früheren Verträgen Waren das nur ein paar hundert Dollar pro Monat. Und wenn die das nicht machen, dann sollen die alle in ihren Systemen gespeicherten Twitter-Daten löschen. Und zwar auch so aus der Zeit des alten Vertrages. Mhm. Und sie werden jetzt dann aufgefordert, wenn Sie diesen neuen Vertrag nicht abschließen möchten, Screenshots zu liefern, die den Beweis für die Löschung Liefert. Was? Ja. Und haben 30 Tage Zeit dafür.

22:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Hier ein Screenshot von meinem leeren Desktop.

22:08 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Da ist nichts mehr drauf für ihr. Genau. Und ich habe all die Dateien, die sich auf dem Desktop befanden, gelöscht.

22:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Mit Photoshop zwar, aber ist egal. Leeren Papierkorb auch noch schicken.

22:19 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Guck alles weg. Das ist. Es ist tatsächlich eine Anforderung in den alten Verträgen drin. Also Twitter ist juristisch im Recht. So eine Anforderung kann Twitter aktivieren und sagen Daten löschen, das ist völlig in Ordnung wohl. Aber es ist natürlich eine Kehrtwende. Ainius zitiert Manuel Horta Ribeiro, der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne sich mit Social Media beschäftigt. Der sagt, er glaubt, dass nur wenige WissenschaftlerInnen diese DK-Haus-Daten tatsächlich verwendet haben. Das wird also wohl keine großen Auswirkungen haben. Es reicht nicht auf die, die die Standard-API oder eine spätere, die es noch gab, akademische API verwendet haben. Also wahrscheinlich nicht die größten Auswirkungen, aber interessante Geschichte, fand ich nochmal.

23:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ey, super interessant und zeigt ja auch so ein bisschen diesen, ich sag mal, Irrsinn, wie hier eigentlich mit dem wissenschaftlichen Umgang mit Tweets umgegangen wird. Also viel stärker mit Füßen treten als diese Schikanierung, sag mal so, diese Schikane hier, das gibt's, geht ja gar nicht. Allein diese 42. 000 Dollar ist ja ein Fantasiebetrag, da haben wir auch schon mal darüber gesprochen, völlig aus dem Nichts gegriffen, Hauptsache so hoch, dass es wirklich niemand bezahlen will. Und jetzt natürlich diese Sorge vielleicht auch, ob begründet oder nicht. dass dieser Datenstamm zur Trainierung von KIs genutzt werden könnte. Aber irgendwie fehlt mir da so ein bisschen die Also der Gerechtigkeitssinn, mein Gerechtigkeitssinn, sagt jetzt nicht, dass das hier ein korrektes Vorgehen ist. Das ist so.

24:13 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja. So, ein bisschen Zahlen noch. Chartbeat ist ein Analyseunternehmen, das den Anteil berechnetes Traffics, der aus Social Media auf irgendwelche Verlagsseiten kommt. Ich sage irgendwelche, es sind 1350 Verlagsseiten, die Chartbeat analysiert. Berechnet. Und das waren im April 2018 1,9 Prozent des gesamten Traffics, die von Twitter kamen. Und fünf Jahre später, April zweitausenddreiundzwanzig, eins Komma zwei Prozent.

24:49 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Krass, ja.

24:52 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Es gab noch eine Untersuchung Anfang dieses Monats von Press Gazette, die haben den Rückgang der von Facebook bei den Verlagen berechnet. Und auch da ging es zurück. Und das scheint ein Zeichen dafür zu sein, dass so insgesamt die Bedeutung der sozialen Medien so für Traffic auf Verlagsseiten nicht mehr so die also w kleiner geworden ist so Und Bonnie Ray von Chartbeat sagt aber jetzt, wenn man so den Empfehlungsverkehr nennt sie das von Twitter seit 2018 sich insgesamt anguckt, so auf den ersten Blick scheint das dem allgemeinen Trend zu folgen. Aber der Twitter-Traffic ist noch schneller zurückgegangen als der im Allgemeinen. Und das sagt, sie kann theoretisch ein Frühindikator sein. Dafür, dass Twitter die eh schon geringe Relevanz dafür nochmal deutlich weiter verloren hat. Das hat aber auch schon vor der Übernahme begonnen durch Elon Musk, eben, auch wenn sich der Trend dann unter seiner Führung da eben fortgesetzt hat.

26:04 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ich würde mal als These, also wir haben natürlich seitdem eine neue algorithmische Timeline. die ganz anders vorgeht als die alte nicht-chronologische Timeline vorgegangen ist. Und die wird natürlich links weniger stark bevorzugen. als dass sie das beispielsweise mit Videos oder Fotos tut. Also ich glaube, grundsätzlich ist das jetzt erstmal gar nicht so doll überraschend. Was mir aber gefällt, ist, dass. Twitter hier deutlich stärker abfällt als der Gesamtrend der Abwanderung aus sozialen Netzwerken eben auf Webseiten. . Abwanderung ist das falsche Wort, aber Hinführung vielleicht. Und da würde ich zustimmen, dass das durchaus darauf hinweisen kann. Ich habe eine ähnliche Beobachtungen gemacht. Ich muss jetzt ein bisschen. kryptisch bleiben, aber ich habe durchaus auch schon mit Redaktionen gesprochen, die Ähnliches festgestellt haben und sagen, also de facto kommen kaum noch Leute über Twitter auf unsere geposteten Links. . Tja, krass, ja. Also das ist jetzt, also tatsächlich, wenn ihr in Redaktionen an einer gewissen Position seid. die sowas beobachtet, dann sagt uns doch gerne mal Bescheid. Wir würden das auch anonymisiert hier veröffentlichen, wie das eigentlich bei euch aussieht mit Conversion von Leuten, die von Twitter auf eure Website kommen. Würde mich mal interessieren.

27:23 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Am meisten gelitten hat der Kiew Independent. Da sind die Verweise, die von Twitter kamen, um 61 Prozent zurückgegangen. Und so bei den größeren Medien ansonsten BuzzFeed minus 60 Prozent, wobei BuzzFeed nochmal so seine eigenen Probleme hat, muss man dazu sagen, der Independent minus 56 Prozent, Huffington Post minus 57%. Der Telegraph minus 50 Prozent, die haben so dann im Verhältnis da am starksten verloren So, ein paar Kleinigkeiten noch hinten raus. Elon Musk gefallen die Twitter-Circles nicht. Da habe ich gedacht, das nehme ich mal mit rein, weil also das macht dir bestimmt Emotionen. Also er stimmt zu, vielleicht schaltet man die einfach ab und bringt dafür einen besseren Gruppenchat für Direktnachrichten.

28:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das ist ja nicht das Gleiche. Das ist ja wie zu sagen, ich finde Autofahren doof, aber hier ist eine neue, habe ich euch einen Comic gemalt. Also das hatte wirklich gar nichts miteinander zu tun. Aber dass Elon Musk Twitter Circles doof findet, kann ich ein bisschen nachvollziehen, weil sie ja auch nicht funktionieren. Vielleicht repariert man die erstmal und dann guckt man, ob man. .

28:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Jetzt entscheidet man, ob man Funktionen, die auch funktionieren, ob man die bewertet, lieber. Ja, gut. Gut. Und dann haben wir noch einen Tipp gelesen bei 925 Mac. Es gibt eine Möglichkeit, gleichzeitig zu posten bei Twitter und Mastodon. Also wir möchten euch nicht dazu ermutigen, bei Twitter zu posten, aber falls das irgendwie interessant ist für euch. Ottolani, äh ne, Parker Ottolani hat ein Tool entwickelt, das heißt Twoot. Und das ist eine Verknüpfung, mit der kann man vom iPhone, also unter den Apple-Geräten, iPhone, iPad, Mac Kann man gleichzeitig auf Twitter und Mastodon posten. Die kann man aktivieren und danach verwendet diese Verknüpfung die Shortcut-Integration. In den Apps von Twitter und Mastodon. Und alles, was du dann schreibst in Twoot, wird dann in jedem dieser beiden sozialen Netzwerke gepostet. Ich werde das ausprobieren. Von Interesse. Mach das mal. Ja, ich werde es mal ausprobieren. Weil das Schöne daran ist, dass diese Weiche dadurch nicht erst auf der Ebene dieser Netzwerke funktioniert und das dann von einem dieser Netzwerke gesperrt werden kann, sondern eben davor auf Ebene des Betriebssystems. Das ist sehr ganz cool, finde ich.

29:58 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Finde ich auch sehr cool. Jetzt noch Bluesguy dazu Und Facebook und dann könnt ihr die Dennis Horn Experience nachempfinden.

30:08 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

So heute kann ich wirklich sagen, bis Dienstag.

30:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, heute wirklich bis Dienstag. Schönes Wochenende.

30:17 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Bis dann.

30:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Bis dann.

30:21 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

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30:22 Gavin Karlmeier

Moderne Arbeit findet heute überwiegend im Browser statt, doch die Sicherheitsmaßnahmen halten damit oft nicht Schritt. Browser werden zunehmend zu einem zentralen Angriffspunkt. Dort, wo Phishing, Schatten-IT und Datenlegs innerhalb von SAS-Anwendungen und Live-Sitzungen auftreten. Nordlayer hat deshalb den Nordlayer Browser entwickelt. Er vereint Transparenz, Kontrolle und Sicherheit direkt in den Arbeitsablauf, schützt ihre Unternehmensdaten und standardisiert die Sicherheit in Web-Apps, ohne zusätzlichen Aufwand für IT-Teams. Mehr Info auf Nordleier. com