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Folge 129 · 25. Mai 2023 · 41 Min.

Vor jedem Comeback war ein Untergang

mit Dennis Horn

Die Frage, wieso Menschen Twitter nicht einfach verlassen können, lässt uns nicht los. Aber dabei liegt ihre Ursache eigentlich auf der Hand. Wieso riskieren, die eigene Community zu verlieren? Und hey, offenbar wird ja jetzt eh alles besser. Sagt jedenfalls Elon Musk und der würde ja nicht lügen. Oder?

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Dennis Horn

Grüß dich, Gavin.

00:07 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis. Na? Na? Was ist die nach Knicke vorgegebene adäquate Antwort auf na?

00:18 Dennis Horn

Ja, also da haben wir uns noch keine Gedanken zu gemacht. Immer wenn beide hier nachsagen, ist immer eine kurze Stadt. Das ist so ein Mexican-Stand. In Wirklichkeit möchten wir nur Zeit schinden und rauszögern, uns wieder Elon Musk anhören zu müssen heute. Ja, es gibt ein neues Interview mit Elon Musk, diesmal vom Wall Street Journal. Wir hören da ja immer so ein bisschen quer, um mal zu schauen, ist da irgendwas Wichtiges, worüber wir hier noch sprechen sollten. Tatsächlich. Übrigens erstmal Er hat über seinen Arbeitsplan gesprochen. Wir hatten ja schon so Mutmaßungen. Es gibt Twitter- und Tesla-Tage und so. Und es ist so. Aha, guck mal. Er hat in diesem Interview gesagt, er zieht es vor, so einen ganzen Tag jeweils mit einem seiner Unternehmen zu verbringen. Und an dem Tag des Interviews, in dem er sehr viel über Twitter gesprochen hat, war ein Tesla-Tag.

01:14 Gavin Karlmeier

Ja, aber vielleicht war das eine Tesla-Tätigkeit, weil er eigentlich sagt, dass er sich eigentlich gar nicht mehr um Twitter kümmert.

01:19 Dennis Horn

Ja, oder so, nee, oder Interviews sind rausgenommen hier. Und er war aber abends später, war er noch bei Twitter und dann am Tag drauf war dann wieder ein Twitter-Tag. Also er arbeitet genauso, wie wir es hier. Vermutet haben. Was hat er sonst so gesagt, Twitter könnte nächsten Monat einen positiven Cashflow erreichen? Haben wir schon mal gehört, ne? Das haben wir schon mal gehört und da hangelt man sich ja auch so von Monat zu Monat. Twitter wird neue MitarbeiterInnen einstellen, hat schon damit begonnen, wissen wir ja auch. Da hat ja auch Linda Jaccarino gesprochen. dass der neu eingestellt würde. Und dann hat er über Werbung gesprochen. Da hören wir mal kurz rein. Wie sieht es eigentlich mit der Werbung im Moment so aus?

02:08 Speaker 4

Has it ended well yet, or we still gotta wait and see?

02:11 Speaker 5

Um I think we're on the hopefully on the uh comeback arc.

02:16 Speaker 4

Okay. So you I mean one of the things you have talked about, you bought it for $44 billion, you've talked about it one day being worth $250 billion, I think, in internal meetings. Can you just talk about how you get there? What is the what is the bigger vision? I mean you want to bring back advertisers now and and are they coming back by the way?

02:34 Speaker 5

Yeah.

02:34 Speaker 4

Yeah. Um Can you give any idea of the scale of the comeback in terms of who you lost and who's coming back?

02:42 Speaker 5

Well I think it'll be very significant. Um So the advertising agencies, this point of all, um lifted their warnings on Twitter. Um so appreciate the fact that that Boop Am, for example, um removed the sort of uh can their concern label over Twitter, which is a very big deal. Um and so I th I think at this point uh I I expect almost all advertisers to return. Okay. Um we've also uh m done a lot more to make the advertising uh more relevant to users, um so that we show users things that are that are more likely to be interested in buying.

03:21 Dennis Horn

Sounds obvious but my sounds obvious. Doesn't

03:32 Gavin Karlmeier

Ja, ist so. Aber da sind drei Sachen drin, an denen ich gerne hängenbleiben möchte. Das erste ist, die Formulierung Twitter ist auf dem Comeback Arc. Oder auf der Comeback abgeben. Was verleitet ihn dazu, diese These zu formulieren? Also Comeback, Entschuldigung, Comeback würde ja bedeuten. dass Twitter wieder dahin geht, wo es einmal war. Jetzt haben wir die letzten Tage vor allem darüber gesprochen, dass Twitter eigentlich längst nicht mehr das ist, was es war und das auch gar nicht mehr sein möchte. Dann hat mich bewegt, dass er gesagt hat.

04:04 Dennis Horn

Ja, aber warte, doch, das ist total interessant, weil wenn es ein Comeback gab, muss es ja eine Zeit gegeben haben, wo es weit unten war. Auch wahr, stimmt. Und welche Zeit würde er als diese definieren? Doch die nach seiner Übernahme? Oder was passiert hier? Oder nicht? Also, das ist ja eine Frage, die da dranhängt.

04:20 Gavin Karlmeier

Aber mach weiter. Auch komplett richtig beobachtet, stimmt. Dann dieser Satz, ich weiß ehrlicherweise gar nicht mehr, was das dritte war. Ich hatte währenddessen so gedacht, ist immer so. Es ist immer geil, wenn man sowas macht. Es ist drei Sachen. Und dann so erstens zwei Dinge.

04:34 Dennis Horn

Dann verschleifst du dich so im ersten und im zweiten, dass das dritte Werk ist. Und während wir jetzt sprechen, hast du hoffentlich nicht das Zweite.

04:40 Gavin Karlmeier

Das zweite habe ich nicht vergessen, nämlich die Aussage, alle Werbetreibenden kommen zurück, hat er gesagt. Das ist, weil auch da für diese Aussage gibt es ja wirklich überhaupt gar keine Belege. Ja, ja, ja, voll. Achso, und das dritte, jetzt habe ich sie da. Und das dritte. ist diese These, dass Twitter endlich anfängt, Werbungen anzuzeigen, die für die NutzerInnen interessant sind. Wo wir auch wissen, dass auch das so ein bisschen aus der Luft gegriffen ist. Denn damals. In dem alten Twitter wurden uns dort Werbungen angezeigt, wie sie in anderen sozialen Netzwerken angezeigt wurden, basierend auf Interessensprofilen beispielsweise oder auf den Interessensprofilen, die auf Menschen zu treffen, die so ähnlich sind wie ich in ihrem Nutzungsverhalten. . Jetzt fängt Twitter an, Werbung anzuzeigen, wie es Google macht, nämlich nach den Begriffen, nach denen du suchst oder die Begriffe, die du da reinschreibst, was ein bisschen ein anderer Ansatz ist. Und was zumindest nach meinem Gefühl und nach dem Gefühl vieler Werbeexpertinnen, die wir hier auch schon zitiert haben, ja wirklich nicht dem entspricht was Leute an Werbung sehen wollen. Denn wenn ich nach einem Begriff bei Twitter suche, dann suche ich danach ja nicht, wie ich danach bei Google suche. Also nicht, weil ich ein Kaufinesse beispielsweise habe, sondern weil ich mich dafür informieren möchte. Ganz konkretes Beispiel, heute würde man wahrscheinlich Werbung für Sekundenkleber angezeigt kriegen, weil man sich mit der letzten Generation beschäftigt hat. Also das ist ja nicht, wie das Prinzip Werbung auf Twitter funktionieren sollte. Und eigentlich sollte er das wissen, aber wie wir ja gelernt haben, Linda Jacquerino möchte ihm das noch beibringen.

06:05 Dennis Horn

Wobei man hier zur Rettung sagen muss. Dass der Werbemarkt sich ja verändert durch die Tracking-Regulierung und tatsächlich ist gerade ein Shift hin zu Werbung gibt, die eher abhängig vom Inhalt ist als von den NutzerInnen. Es gibt noch so dieses Google-Modell, NutzerInnen nicht mehr so genau zu tracken, sondern eher in so Gruppen zu fassen. Nach denen man sie bewerten kann, nach so etwas übergreifenderen Kriterien. Und es ist ein bisschen natürlich auch in eine Richtung, in die sich der Markt zum Teil gerade eh bewegt.

06:46 Gavin Karlmeier

Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah.

06:53 Dennis Horn

Manchmal wollen wir es trotzdem doof finden.

06:56 Gavin Karlmeier

Nee, nein, gar nicht. Es ist nur so, dass das Prinzip Facebook, Instagram, alle da noch ein bisschen anders funktionieren. Und dass ja aber eher die Vorbilder sein sollten für ein soziales Netzwerk als eben Suchmaschinen. Auch wenn du natürlich jetzt sagst.

07:11 Dennis Horn

Sind noch in diesem Shift ja auch. Er hat auch ein bisschen über die zukünftigen Einnahmequellen gesprochen von X und Twitter hat gesagt, also Werbung spielt halt immer noch eine große Rolle. Auch für eine ganze Weile. Aber irgendwann, zum Beispiel in zehn Jahren, werde sie nicht mehr die größte Rolle spielen. Aber zumindest für die nächsten Jahre die größte Annahmequelle sein. Haben wir ja auch schon darüber gesprochen, dass er da

07:42 Gavin Karlmeier

Ja, also was glaubt er, wie die Welt in zehn Jahren aussieht? Ja, das weiß ich auch nicht. Ehrlicherweise, ich will das nicht beantwortet haben. Bitte schreibt mir nicht. Ich möchte das nicht wissen, wie er sich das vorstellt. Das ist, glaube ich, eine ganz schreckliche Dystopie.

07:56 Dennis Horn

Dann hat er nochmal die übliche Litanei da gehalten. Twitter würde nach der Übernahme weit über 90 Prozent der Betrüger und Bots auf der Plattform losgeworden haben. Es sei jetzt viel schwerer, eine effektive Botfarm zu betreiben. Auf Twitter und dem Team sei es gelungen, fast alle Trollarmeen zu besiegen. Und dann wird es nochmal interessant. Er wurde befragt in diesem Interview beim Wall Street Journal Nach dieser Sollbruchstelle zwischen ihm und Linda Jaccarino, der neuen CEO, und er sagt, er hat mit ihr darüber gesprochen, dass er weiterhin seine Redefreiheit nutzen möchte und sie sei fein damit. Und sie würde in Bezug auf die Moderation von Inhalten auch mit ihm übereinstimmen, was das Ziel angeht, sich in jedem Land an die Gesetze zu halten. Auch in diesen Ausschnitt hören wir mal rein.

08:50 Speaker 4

Have you said to Linda that you are gonna keep speaking your mind whatever the commercial impact of that? And is she agreed to that? Is she happy with that you aligned?

09:01 Speaker 5

Uh yeah.

09:02 Speaker 4

Okay. And in her role as CEO, does she have any say over moderation or is that under you? Or you do you do that together?

09:12 Speaker 5

Well the the general principle is that um um we will we will hew close to the law. So for any given country um we will try to adhere as closely to the low as possible. Now low is vary between countries and we can't simply flap the low in in in um s c uh in another country because they will simply cut us off. So but the general principle is do whatever we can to um enable free and open communications with b between people. Um provided they're not like say breaking.

09:51 Speaker 4

That focus.

09:51 Speaker 5

Um yeah, th th there is an important thing which is like that that obviously doesn't mean that say advertisers and uh should be forced to up appear next to any content. So we we've also developed adjacency controls that ensure that if what you're advertising is um like Disney Disney for example is a big advertiser uh if Disney is advertising a children's movie they you know won't want the n the context nearby to be re sort of family friendly. That's totally understandable. Um so Uh so it's it's it's not like advertisers have to appear next to content that they that they don't agree with.

10:30 Speaker 4

And can you um so some people say you're you can be a little erratic with your tweeting or or at least um tweet a broad range of of content. Um does anybody say I don't want to be adjacent to Elon Musk? Is that is that something that's happened on the on the platform?

10:47 Speaker 5

I've I've never heard that yet. Um but uh um Nope, never heard that.

11:04 Gavin Karlmeier

Ja, okay. Ich finde das doch ein sehr seltsames Verständnis von Brand Safety, sag ich mal. Warum? Das ist ja interessant, da hatte ich auch einen Gedanken zu. Aber sag erst. Naja, also er sagt ja, wenn da jetzt Kinderinhalte sind oder Familieninhalte. dann sollen in dem Umfeld auch nur familienfreundliche Werbungen platziert sein. Und da, also das löst ja wirklich überhaupt gar kein Problem, weil der Weg dahin ja gepflastert ist von wie wir festgestellt haben, Gewalt an Tieren in bildhafter Darstellung, an politisch extremen Äußerungen, an Dingen, die eben alles andere als family-friendly sind. Und ich glaube nicht, dass du das Problem damit löst, dass du nur an einem Ort. Diese Familienfreundlichkeit herstellst, einfach nur weil du glaubst, naja, da guckt jetzt das Kind dann hin und woanders aber nicht. Das ist ja so ein bisschen so, als würdest du eine Seite in einem Kinderbuch würdest du drüber schreiben, nur für Erwachsene und da ist die brutalste Gewaltdarstellung, weil du halt davon ausgehst, naja, die lesen die Kinder ja nicht. Es ist so ein bisschen so, wie zu glauben, dass auf einer Porno-Seite ein, wenn du über 18 bist, dann drücke Enter und wenn nicht, dann geh weg. Button wirklich ausreichen würde. So ein bisschen so ist es. Ich habe auch genau über diesen Punkt nachgedacht.

12:28 Dennis Horn

Ich habe interessant übrigens, dass wir auf den bisher noch nicht gestoßen sind, weil wir haben ja öfter schon über Brand Safety gesprochen. Und diesen Begriff des Umfeldes, in dem geworben wird. Und wir haben, also ich würde jetzt für dich mitsprechen, wir betrachten dieses Umfeld, glaube ich, etwas globaler. Ja, also das Umfeld ist doch die Plattform insgesamt. Wenn man sie regelmäßig nutzt, dann habe ich doch einen Eindruck der Plattform. Und es ist doch völlig egal, ob der Tweet über dieser Werbeanzeige und unter dieser Werbeanzeige, ob diese beiden Tweets Sauber sind. Also, was genau heißt Umfeld, das müssten wir dann vielleicht auch erstmal wissen und definiert haben. Aber ich würde als Umfeld, in dem so eine Brandsafety dann eben zum Zug kommt, die gesamte Plattform verstehen.

13:13 Gavin Karlmeier

Ja. Weißt du, was ich meine? 100 Prozent, genau. Also du kannst ja nicht glauben, dass Leute nur auf einen Teilaspekt einer Plattform eingehen, weil sie glauben, dass alles andere drumherum jetzt nicht für sie geeignet sei.

13:26 Dennis Horn

Ja, das ist weltfremd.

13:27 Gavin Karlmeier

Ja, genau.

13:29 Dennis Horn

Ja, also das, was er dazu gesagt hat, also ich bin nicht überzeugt, dass das nicht eine Sollbruchstelle bleibt zwischen ihm und Linda Jaccarino. was dieses Thema angeht.

13:42 Gavin Karlmeier

Also bin sehr gespannt drauf. Hundertprozentig, ja.

13:45 Dennis Horn

Und er hat ein bisschen was zum AI Startup gesagt, das finde ich alles so ein bisschen so PR-Säbel rasseln. Also er glaubt, dass eine Artificial General Intelligence, das heißt eine starke künstliche Intelligenz, die nicht nur einzelne Aufgaben ausführt und im Kern ihres Seins immer noch sehr dumm ist. Noch in diesem Jahrzehnt kommen wird, ich habe da laut aufgelacht, das ist natürlich völliger Quatsch, wenn man sich mit dem Thema ein wenig beschäftigt. In den nächsten drei bis sechs Jahren sagt er. Können wir nochmal bitte 2029 spätestens drüber schwimmen. Wir dürfen dann ja immer noch täglich hier im Podcast bis dann. So und ähm Elon Musk hat auch noch gesagt, XAI soll ein dritter großer Akteur werden zwischen OpenAI und Deep Mind. Und es soll weitere Details zu diesem Projekt bald geben.

14:44 Gavin Karlmeier

Ja, da hat er, ich hab das auch so ein bisschen verfolgt, was er dazu gesagt hat. Und er hat ja gesagt, dass er sich vorstellt, dass XAI ähnlich verquickt ist, ich glaube, verquickt war nicht das Wort, das Elon Musk jetzt gewählt hat, aber naja, ähnlich verquickt sei mit Tesla und Twitter, so wie OpenAI mit Microsoft und Bing beispielsweise. Und ich ähm ich also wie muss ich mir das konkret vorstellen, was soll das bedeuten?

15:13 Dennis Horn

Überhaupt keine Ahnung. Aber vor ein paar Tagen noch versucht die Tesla-Aktionäre zu beruhigen, dass er jetzt weniger Twitter macht und jetzt eine KI ankündigen, die mit Tesla und Twitter. Naja, also ich habe keine Vorstellung davon.

15:28 Gavin Karlmeier

Also was wir halt de facto ja sehen werden, ist Empfehlungen für Tweets, für Antworten, für Nachrichten, für sowas, alles auf so einer. Mit so einer Chat-GPT-ähnlichen Oberfläche, das werden wir relativ bald erleben. So wie Google Mail oder Word das jetzt eingebaut haben. Exakt. Aber was das für Tesla bedeutet, Was nicht so ganz unser Thema hier ist, aber trotzdem, was das für Tesla bedeutet, kann ich mir nicht vorstellen. Wird Tesla mir plötzlich vorschlagen, wo ich vielleicht hinfahren möchte? Oder was heißt das? Ich verstehe es noch nicht. Ich verstehe es auch noch nicht.

15:59 Dennis Horn

Aber lass mal bei KI bleiben. Bitte. Twitter hat eine neue Richtlinie zu manipulierten Medien und hat So im Rahmen dieser Richtlinie jetzt auch begonnen, Tweets zu kennzeichnen mit KI-generierten Bildern und Videos, wenn sie wahrscheinlich zu weitreichender Verwirrung über öffentliche Themen führen. Willkommen. Lieber Elon Musk, in der Welt der Content-Moderation aufs Neue.

16:25 Gavin Karlmeier

Und die spannende Frage ist aber, also wer sitzt da jemand zwischen und schaut sich das an? Und sagt, da sind aber sechs Finger an der Hand, das ist wahrscheinlich kein echtes Foto. Also muss man plötzlich doch wieder Leute einstellen, die moderieren. Oder soll das eine andere KI tun? Also überprüfen sich die Computer jetzt gegenseitig hier, ob da ein Mensch zwischen war oder nicht. Und wie sieht diese Kennzeichnung aus und wie schnell kommt die? Weil wir haben ja gehört, gestern vier Minuten sind vergangen vom ersten Desinformationstweet. Bis zur Reaktion der Märkte. Diese vier Minuten sind die entscheidenden, ehrlicherweise.

17:03 Dennis Horn

Wobei uns übrigens angekreidet wurde, dass Korrelation und keine Kausalität ist und Die Märkte irgendwie seit ein paar Tagen schon irgendwie auf dem Weg nach unten sind, der Dow Jones, muss man immer dazu sagen, kann man nicht genau rauslesen natürlich. Natürlich.

17:17 Gavin Karlmeier

Da haben wir uns ein bisschen auf die allgemeine Berichterstattung verlassen. Und das war schon so ein bisschen der Duktus, den größere Unternehmen dazu, Medienunternehmen eben auch gewählt haben als Formulierung. Wir haben das auch schon mal gesagt, wir sind keine Wirtschaftswissenschaftler beide und dementsprechend müssen wir uns In manchen Teilbereichen auf die Expertise anderer Menschen verlassen. Und das war so ein Beispiel, würde ich behaupten.

17:39 Dennis Horn

Ja. Ich würde, also da tauchten dann aber auch tatsächlich schon Markierungen auf unter diesen Tweets, über die wir gestern gesprochen haben. Mit dieser Explosion in der Nähe des Pentagons zum Beispiel. So, und jetzt also mal zu dieser Richtlinie. Die ich gerade angesprochen hatte. Ganz neu, aus dem April 2023, der ist noch nicht so lange her. Du darfst keine synthetischen, manipulierten oder aus dem Zusammenhang gerissenen Medien teilen, die Menschen täuschen oder verwirren und zu Schaden führen können. Darüber hinaus können wir Tweets, die irreführende Medien enthalten, kennzeichnen, um den Menschen zu helfen, ihre Authentizität zu verstehen und um zusätzlichen Kontext zu liefern. Und betroffen sind, Medien, die erheblich und täuschend verändert, manipuliert oder fabriziert sind. Medien, die auf irreführende Weise oder mit falschem Kontext geteilt werden, und Medien, die wahrscheinlich zu einer weitverbreiteten Verwirrung über öffentliche Angelegenheiten führen, die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen oder ernsthaften Schaden verursachen. Klammer auf, da bin ich in dieser Nennung sehr gespannt auf den Wahlkampf in den USA. Klammer zu. So, und entschieden wird anhand folgender Kriterien. A, ist der Inhalt erheblich und täuschend verändert, manipuliert oder gefälscht. B wird der Inhalt auf irreführende Weise oder mit falschem Kontext geteilt. C, ist er geeignet, habe ich ja gerade schon gesagt. Ist jetzt nur nochmal als Frage. Ah, interessant. Gut. So, und was folgt, wenn verstoßen wird, steht da wirklich zweimal drin in diesen Richtlinien. Was folgt, wenn verstoßen wird? Entweder Tweetlöschung Kennzeichnung oder Kontosperre. Und also Twitter jetzt irgendwie zu so einem Hort der Redefreiheit machen wollen und sagen, wie furchtbar all solche Richtlinien waren und jetzt so eine, die doch genauso formuliert ist und all das enthält, was vorher auch schon mal in einer Zeit der Content-Moderation dort drin gewesen wäre. Was soll er denn jetzt?

19:40 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem, also die Formulierungen sind super vage, die du gerade vorgesehen hast. Die rechtfertigt exakt das, nämlich die Formulierung politischer GegnerInnen am Ende auch. Also die Sperrung der Inhalte, die Löschung von Inhalten politischer GegnerInnen, könntest du damit auch schon rechtfertigen? Der Begriff KIF hält ja gar nichts, sondern es wird von Manipulation oder irreführenden Kontexten gesprochen. Das kann auch auf Satire beispielsweise zutreffen. Also eine satirische Äußerung, eine Persiflage, die ähm der moderierenden Instanz, wer auch immer sie ist, nicht passt, könnte hier schon unter diese Richtlinie fallen. Das heißt, das ist mal wieder ein Freilos für das Löschen und auf eine Richtlinie verweisen

20:22 Dennis Horn

Die auf alles zutreffen könnte oder auf nichts. Das ist so. Es ist auch dieser eine Punkt drin, der das völlig kontextlos betrachtet. Also wenn da nur ein Medium dran ist, das ich zitiere nochmal erheblich und täuschend verändert. Manipuliert oder fabriziert ist, dann betrifft das ja sozusagen alles, was du gerade so mit Stable Diffusion, DALI, Mid Journey oder so anfertigst an generativer KI. Völlig egal, welcher Kontext das ist. Also du könntest drüber schreiben, dieses Bild ist gefälscht und mit einem Generator erzeugt. Dann würde das dieser Richtlinie schon widersprechen.

20:57 Gavin Karlmeier

Ja.

20:58 Dennis Horn

Weil der Kontext auch gar nicht betrachtet werden kann, theoretisch.

21:02 Gavin Karlmeier

Ja, und das, also, ja, das ist halt so ein bisschen das Problem, wenn du merkst, dass du Content Moderation brauchst, dich aber scheust, über Contentmoderation nachzudenken. Dann kommst du nämlich in solche seltsamen Verdenkungen, wollte ich gerade sagen. Ich weiß nicht, ob das ein Begriff ist. Das ist ein schönes Wort dafür. Können wir neu erdenken.

21:20 Dennis Horn

Wer soll es uns verdenken? Gibt einen neuen Twitter-Account übrigens. Er heißt DeSantisJet. Das ist toll, ne? Und verfolgt das Regierungsflugzeug des Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis. Der ja im Interview mit Elon Musk seine Kandidatur bei den Republikanern fürs Präsidentschaftsamt bekannt geben möchte und liefert dann immer Updates, nachdem das Flugzeug gelandet ist. Und er stellt Der schon diesen Account eröffnet hat, der den Privatjet von Elon Musk verfolgt hat.

21:57 Gavin Karlmeier

Ja, und das ist eine sehr lange, da hängt eine sehr lange Geschichte dran. Also ich kann euch alle Episoden aus dem Dezember 2022 nochmal empfehlen, wer da Interesse hat. Jack Sweeney macht hier einiges anders jetzt. Also er hat zum Beispiel ein Delay von 24 Stunden auf dem Standort dieser. . der Flug des Flugzeuges, weil er genau weiß, dass er sonst gesperrt werden könnte. Und die Geschichte war aber eigentlich eine sehr heiße um Elon Jet, nämlich die, also den Twitter-Account, der den Standort des Jets von Elon Musk, damals in Echtzeit getwittert hat. Denn der hatte zur Folge, die hatte zufolge diese Geschichte, dass durch die Berichterstattung über die Sperrung dieses Accounts die ersten Sperrungen für JournalistInnen ausgelöst wurden damals. Also das war eine eigentlich eine Zäsur oder so einer der großen Anfänge in der inhaltlichen Einmischung von Elon Musk. im Unternehmen Twitter und deswegen finde ich dann Zeitpunkt, jetzt einen Tag nach der Ankündigung, dass Ron DeSantis seine Kandidatur eben auf Twitter, wenn ihr das hier hört, wahrscheinlich schon bekannt gegeben hat. Finde ich doch sehr gesprächig, sehr spaßig, sehr schön.

23:01 Dennis Horn

Das hat noch eine andere Dimension. Es gibt eine NGO, die heißt Integrity Florida, die sagt, dass Ron DeSantis auch schon mit einem staatlichen Flugzeug gereist ist zu Veranstaltungen, die im Grunde sehr nah an Wahlkampfveranstaltungen waren. Das hat eine Zeitung dort berichtet, der Orlando Sentinel. Und einer von Integrity Florida hat Ron DeSantis dann auch beschuldigt. Die Grenzen zwischen dem, was als Wahlkampfaktivität gilt, und seinen öffentlichen Pflichten im Amt zu verwischen. Und der Twitter-Account sagt selbst nochmal, also Jack Sweeney vorsichtshalber. Dass diese Flüge, die da verfolgt wahr werden, nicht garantieren, dass DeSantis auch an Bord ist. gehört natürlich auch noch so zur Differenzierung dazu. Ich finde das aus noch einem anderen Grund ganz interessant. Weil was ist, wenn Ron DeSantis das jetzt richtig scheiße findet? Dass es diesen Account auf Twitter gibt und jetzt zu Elon Musk geht und dafür sorgt, dass der verschwindet.

24:09 Gavin Karlmeier

Dann haben wir genau die Situation aus dem Dezember wieder.

24:12 Dennis Horn

Ja, wenn Elon Musk das macht. Verstößt er gegen seinen eigenen Punkt der Redefreiheit, weil ja jetzt Jack Sweeney sich an alle Regeln, die da gegeben sind, hält? Genau. Wenn Elon Musk dem nicht nachkommt, verscherzt er es sich mit seinen neuen Freunden bei den Republikanern. Finde ich ein nicer Move, wie wir sagen. Also, wir jungen Leute.

24:36 Gavin Karlmeier

Ja, ich mag das auch sehr. Also ich glaube auch, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Und wir sollten einmal die Augen offen halten, was mit diesem Account passiert.

24:45 Dennis Horn

So. Dann hat uns Post erreicht. Das fand ich nochmal ganz interessant. Wir wollen nochmal so ein bisschen auf die Communities, diese verschiedenen Communities bei Twitter eingehen. Ich lese mal kurz vor. Ihr erreicht mich sehr mit eurer klaren Argumentation, dass man auf Twitter eigentlich nicht mehr stattfinden sollte, wenn man Elon Musks Propaganda nicht mittragen will. Der Vergleich mit Telegram oder Truth Social war ein sehr starker Moment, gestern fand ich ja auch übrigens, hat das nochmal auf den Punkt gebracht Und ich persönlich habe nur ein echtes Bubble-Problem. Meine Datenschutzbubble ist bei Mastodon kein Problem, aber mein Themengebiet Trauma und Gewalt ist einfach komplett noch bei Twitter, insbesondere international. Also da gibt es wohl viele Accounts aus Südafrika, Australien, die damit auf dieser Liste sind. Und Dann weiter. Ich werde das jetzt mal aufräumen, Leuten entfolgen, die ich inzwischen bei Mastodon habe und mal schauen, ob ich in diese Trauma-Bubble so ein bisschen argumentieren kann. Das gibt viele Gute Laune-Accounts, die ich in meinem Alltag auch sehr vermissen werde, aber auch die werde ich mal anschreiben und um Crosspostings bitten. Also diese Community-Frage, die ist wirklich schon ein Problem, die Leute dahält. Wir haben ja auch gesagt, so ein Teil der Medienbubble, wo wir dann doch noch sagen, ah, ja, ne? Und die posten dann da weiter.

26:13 Gavin Karlmeier

Ja, das ist, glaube ich, genau das Dilemma, in dem alle gerade stecken, in dem auch die Großen stecken, die sagen, wir gehen jetzt nicht weg von Twitter, sondern wir machen einfach weiter. Weil du, ähm, Naja, eben die Leute nicht verlieren willst. Weißt du? Also die Reichweite nicht verlieren möchtest, auf der einen Seite, aber auch die Kontakte, die Inhalte von denen, die dort schreiben. Es ist ein Henne-Ei-Problem, weil theoretisch müssten alle sagen, wir gehen jetzt Aber solange die anderen das nicht machen, mache ich das auch nicht und so geht es eben ein. Und das ist, glaube ich, ein Problem.

26:46 Dennis Horn

Und gleichzeitig ist es nicht so, als würde da nicht etwas bröckeln. AFP schreibt, dass WissenschaftlerInnen Twitter zum Teil dann doch auch verlassen und sich nach alternativen sozialen Netzwerken umgucken. Ähm AFP zitiert Robert Rode, einen Physiker, leitenden Wissenschaftler bei der Umweltdatenanalysegruppe Berkeley Earth. Und der hat in diesem Fall mal nicht die Umwelt analysiert, sondern Twitter und die Aktivitäten auf hunderten Konten von Fachleuten. die über den Klimawandel gepostet hatten. Und deren durchschnittliche Anzahl der Likes, die sie so bekommen haben, ist um 38 Prozent gesunken. Und die durchschnittlichen Retweets um 40 Prozent. Da weiß man nicht, ob es an Twitter liegt und am Algorithmus im Hintergrund. Da gibt es eine andere Analyse von Catherine Hayo, die geiler Name übrigens. Die Reaktion auf einen Tweet, den sie selbst veröffentlicht hatte, sich angeguckt hat zum Klimawandel. Und zwar an verschiedenen Tagen vor und nach der Übernahme, hat also zweimal dasselbe getwittert und hat dann die feindseligen Kommentare gezählt und die Anzeichen dafür, dass das möglicherweise auch Bots waren. Oder zweifelhafte Konten. Und die sind innerhalb der zwei Monate, die dazwischenlagen, um das 15- bis 30-fache gestiegen. Im Vergleich zu den vergangenen vorangegangenen zwei Jahren und zu dem Maß an Rückmeldungen in der Richtung, die sie da bekommen hat. Das ist noch, finde ich, eine sehr kleine Stichprobe, vielleicht nicht so aussagekräftig. Und dann gibt es noch Andrew Dessler, der auch von der FP zitiert wird, ein Professor für Atmosphärenwissenschaften in Texas. der sagt er verlagert jetzt den großteil seiner klimakommunikation auf substack weil Er als Antwort auf fast jeden Tweet zum Klimawandel mit Antworten von verifizierten Accounts überschwemmt wird, blaubehagten, die irreführende oder falsche Behauptungen aufstellen. Und dann kommt noch, das fand ich dann doch interessant, Catherine Hayo nochmal, die sagte, dass sie von einer Twitter-Liste von 3000 KlimawissenschaftlerInnen, die sie führt. Von der sind 100 verschwunden nach der Übernahme. Also da gibt es doch so ein paar Bröckelmomente, so in der Wissenschaftscommunity, zumindest in den USA.

29:24 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe da heute versucht, mir eine Meinung zuzubilden. Und ehrlicherweise komme ich fast immer zu dem, genau dem Schluss, der zu der Nachricht davor passt, über die wir gerade gesprochen haben oder die Geschichte, nämlich. wer geht als erstes und mit welcher Folge. Weil jetzt gerade, klar, wenn du beobachtest unsere Interaktion, geht um 40% zurück, meldet die Klimabubble oder die KlimawissenschaftlerInnen, die Twittern. dann ist die Frage, naja, wo gehen wir denn hin? Dann gehen die ein zu Mastodon, die anderen gehen zu Substack, wie du sagst, wie der andere fangen an einen Was weiß ich. Facebook-Accounts wieder zu pflegen, I don't know. Und dann hast du plötzlich genau diesen Gruppeneffekt, der dazu geführt hat, dass es eine neue Kommunikationsmöglichkeit innerhalb dieser Bubble gegeben hat. den hast du einfach ausgelöscht. Und das möchte niemand riskieren. Und deswegen gehen eben, wie du sagst, schon 3000 Menschen vielleicht nur 100, weil sie eben Sorge haben, eine. . eine Möglichkeit zu verlieren, in Kontakt zu treten mit Gleichgesinnten, die sie jetzt gerade noch haben. Und das ist, wenn man es mal ganz runterbricht, ehrlicherweise das, was am traurigsten an dieser ganzen Twitter-Geschichte ist, dass das eben verloren geht gerade.

30:33 Dennis Horn

Ja, so ist das. Wir erleben die negative und sinkende Seite des Login-Effekts an der Stelle. Andere Rückmeldung noch hat uns erreicht von Leon zu Blue Sky und Mastodon. Wir haben darüber gesprochen. Ob es nicht so eine Schnittstelle geben müsste, die dann Mastodon und Blue Sky vereint. Das wäre ja theoretisch möglich, bei so dezentral und open und so weiter. Es gibt es schon länger, schreibt er. Funktioniert mit Mona und Ivory und ein paar anderen Clients und nennt sich Skybridge. Und ist zu finden unter skybridge. fly. dev. Mir fehlt die Zeit leider, es auszuprobieren gerade.

31:13 Gavin Karlmeier

Mir auch, aber wir haben ja Pfingsten vor der Tür. Ich werde mir das ja anschauen, weil ich das tatsächlich ganz, ganz, ganz spannend. Finde. Das fühlt sich so ein bisschen an wie die Idee einer Lösung des Problems. Weil dann ist ja, weißt du, geh doch zu Mastodon, geh doch zu Blue Sky, mach doch, was du willst.

31:31 Dennis Horn

Wir treffen uns eh alle hier wieder. Ja, ja, genau. Oder drüben, von Twitter aus gesehen. Ja, voll. Genau. Also nochmal die Adresse Skybridgeflydev. DEV, Developer. Und dann, also vielleicht, liebe Hakis, habt ihr auch ein bisschen Zeit? Ich möchte einmal noch zum Schluss bei Blue Sky bleiben. Ähm, die guten Vibes von Blue Sky, die wir hier so heraufbeschworen haben und die ja bei Twitter auch weitergeteilt werden, ne? Als Blue Sky als Zufluchtsort, hat aber auch schon Probleme mit der Moderation von Inhalten. Wir haben es schon so ein bisschen So ein bisschen angedeutet, die Vanity Fair schreibt jetzt ein bisschen ausführlicher noch darüber. Da gibt es den Fall eines Nutzers der Trans Frauen mit dem Tode gedroht hat, sie belästigt und gedoxt hat und sich auch in anderen Arten schädlich verhalten hat. Und da wurden Sag ich mal, bm d etwas zurückgenommen bedenken formuliert. Und die CEO von Blue Sky, Jake Gruber, hat geantwortet, die ja sehr gerne gelbe Tulpen teilt, hat geantwortet: Wir beobachten und werden je nach Verhalten Maßnahmen ergreifen. Und dann noch der Satz: Sperren verhindern Interaktion. Und da habe ich gedacht, ei, ei, ei, ei, ei. Also da gab es dann noch jemanden, der geantwortet hat, wie viele Leute müssen Sie direkt über die Anwesenheit einer gefährlichen, giftigen Person informieren, bevor sie bereit sind, mit dem Zuschauen aufzuhören und Maßnahmen zu ergreifen. Und ich hatte. ein ordentliches Déjà-vu an alles, was wir über die Jahre bei Facebook gesehen haben, bei Twitter gesehen haben. auf anderen Plattformen gesehen haben. Wir haben diese Diskussion immer wieder geführt. Jetzt ist Blue Sky ja mit dieser etwas naiven Vorstellung, wie ich finde, rangegangen zu sagen, wir lösen das hier alles über Die Technologie und das Protokoll und mit diesen Problemen werden wir nicht in Berührung kommen. Also Blue Sky hat auch geantwortet, wird irgendwann besser, wenn man das selbst dann irgendwann Lösen kann und so, ja, also automatische Filterungen, manuelle Administratormaßnahmen, Community-Labeling, solche Sachen, die werden dann angekündigt. Und auch NutzerInnen und EntwicklerInnen sollen zusätzliche Filter- und Moderationskontrollen dann irgendwann bekommen Und wer einen eigenen Server dann mal betreibt, wird dann auch in der Lage sein, eigene Richtlinien nochmal zur Inhaltsmoderation auf Server-Ebene und auf Community-Ebene festzulegen. Nur das dauert jetzt natürlich noch. Und ich finde das eine reichlich naive Vorstellung. Wir haben ja schon mal darüber gesprochen, dass Blue Sky offenbar versucht, auf Protokollebene all die Debattenpunkte. abzuräumen, um sich dann nicht darum kümmern zu müssen. Und jetzt sehen wir, es funktioniert nicht. Jetzt kann Blue Sky sagt natürlich Ja, wir sind ja auch noch nicht so weit, aber das ist dann auch der Text, den jedes Social Media Unternehmen seit sehr vielen Jahren runterbetet. Also Mark Zuckerberg hat ja auch immer gesagt, das kann irgendwann KI. Um sich so noch so ein bisschen Zeit zu verschaffen, vielleicht auch. Also, da habe ich doch schon, als ich jetzt diesen Fall hier gesehen habe, ordentlich Déjà-vu-Vibes gehabt.

35:12 Gavin Karlmeier

Ja, und das Ärgerliche daran ist ja, dass das nicht überraschend kommt. Also Egal wer an welchem Ort gerade ein soziales Netzwerk startet, du wirst immer wieder an diesem Punkt ankommen. Und man müsste Man müsste das alles wissen, man hätte das alles wissen müssen, gerade wenn das so de facto noch zentralisiert gestartet wird wie Blue Sky. Weil die Ankündigung, dezentral zu sein, macht es ja noch nicht zu einem dezentralen Netzwerk, sondern de facto sind gerade auf derselben Instanz. Da heißt es nicht Instanz, auf dem selben Server. Das heißt. . . Damit rettest du gar nichts, außer dass du dir eine Argumentation zurechtgelegt kriegst. Und das ist so gerade ein Jack Dorsey hätte das riechen können. Und irgendwie fühlt sich das für mich so wie so sehenden Auges ins Messer laufen an. Und das ist nicht smart.

36:01 Speaker 6

Mhm.

36:04 Dennis Horn

So, und dieser Nutzer mit diesen Äußerungen auf Blue Sky scheint jetzt nicht mehr da zu sein. Und wenn die Vanity Fair hat bei Blue Sky angefragt, was da los ist. Die haben nicht die Frage beantwortet, auch nicht, ob Blue Sky da irgendwelche Maßnahmen gegen diesen Nutzer ergriffen hat. Und dann wollte man mal generell mit Blue Sky um solche Fragen über solche Fragen sich unterhalten. Also ähm, wie geht das Unternehmen um mit NutzerInnen mit marginalisiertem Hintergrund? Wie setzt es seine Richtlinien zur Moderation von Inhalten durch? Was investiert es in die Moderation von Inhalten? Und dann hat es die Antwort bekommen. Wir geben keine Interviews, weil wir alle, Zitat, mit den Köpfen bei der Arbeit sind. Cool. Und es sind neun Köpfe. Ja, also neun Köpfe bei Blue Sky für eine Plattform, die jetzt im Moment wohl mehr als 70. 000 NutzerInnen hat. die mit Einladungscode schon reingekommen sind, aber eine Warteliste von 1,9 Millionen E-Mail-Adressen Und wir wissen alle, die Content-Moderation skaliert nicht besonders gut. Man braucht dafür Menschen. Und hier sehen wir, dass schon bei gut 70. 000 ordentliche Probleme da ins Getriebe kommen.

37:38 Gavin Karlmeier

So ein bisschen stellt sich ja doch die Frage, warum Jack Dorsey das eigentlich macht. Warum braucht es Blue Sky eigentlich? Also warum es das braucht, ist vielleicht zu beantworten, aber warum setzt man sich hin und dem wirtschaftlichen Risiko aus? einfach nochmal ein soziales Netzwerk zu starten, wenn man es nicht mal mit dem ersten übrigens geschafft hat, wirtschaftlich zu werden. Also warum? So richtig beantworten kann ich das nicht, außer idealistische Gründe.

38:03 Dennis Horn

Ja, also es gab ja Quartale, wo es wirtschaftlich war. Um hier nicht der Elon Musk-Argumentation aufzusetzen, dass es nie so war. Aber es ist nicht die Cash-Cow wie die Plattformen von Meta. Ja, genau. Naja, oder einfach Produkte. Weißt du, was ich gerade für einen Gedanken hatte, den an Elon Musk bei seinem Bankenpraktikum in Kanada? Ja. Wo er dann eine genaue Vorstellung davon hatte, wie das sein musste, dann bei PayPal reingerutscht ist und dann aus diesem Unternehmen aber auch wieder rausgeflogen. Und ob nicht Jack Dorsey hier sowas ähnliches Verfolgt. Also er hat sozusagen eine Grundlagenidee, das muss doch paffe, das muss doch gehen. Weißt du? Klar. So ein Gedanken Und hat dann Twitter hochgezogen und hat gesehen, diese Probleme, nee, da müssen wir nur was an, da müssen wir, weißt du, wie so ein in so einem Film, so ein so dock. Brown, der sitzt dann da so vor seiner Kiste und sagt, nee, das machen wir jetzt alles über das Protokoll und dann passiert uns das nie wieder. So, und dann geht man da nochmal. Weißt du, dass das so eine Nummer ist? Wie Elon Musk das jetzt mit X schon wieder versucht, weil sie es nicht sahen lassen können, weil sie denken, diese eine Idee, die ich hatte, das ist doch die perfekte. Und das hat nicht an mir gelegen, sondern an allen anderen. Aber jetzt mache ich es noch perfekt. Aber so, ob das nicht dieser Gedanke ist.

39:27 Gavin Karlmeier

Ja, finde ich ganz spannend. Könnte ich mir gut vorstellen. Müsste man sich, glaube ich, nochmal ein bisschen näher mit ihm beschäftigen und mal drüber nachdenken, wo das wohl herkommt. Also, so rein geschäftlich betrachtet, ist das offenbar keine gute Entscheidung, ein soziales Netzwerk zu starten. Das ist wohl so.

39:48 Dennis Horn

Das mag wohl so sein, ja. Vielleicht machen wir eins. Hakiverse.

39:54 Gavin Karlmeier

Oh. Das Haki-Verse. Sehr schön. Hey Leute, kommt zu uns. Aber dann müssen wir Content-Moderation machen. Ich sehe dich schon nachts Bilder scannen.

40:08 Dennis Horn

Nee, da habe ich keine Lust drauf. Das meinte ich. Nee, ich bin raus. Ich gründe kein eigenes. Ja, ist gut. Ich gründe kein eigenes. Ich will nur Ruhe. Und weißt du jetzt vier Tage lang einfach.

40:20 Gavin Karlmeier

Nee, wir haben noch morgen, oder? Wir haben noch Freitag.

40:24 Dennis Horn

Nein. Ach doch, Freitag ist ja noch kein. Ist kein Freitag, Dennis. Verdammt! Ich habe schon einen Urlaubstag am Freitag, aber jetzt fällt es mir auch auf. Oha. Naja, dann hören wir uns morgen aber nochmal. Haha, bis morgen.

40:40 Speaker 7

Verdammt, größte Enttäuschung des Tages, ey. So meint er das nicht, Leute. So meint er das nicht. Bis morgen. Bis morgen.