Klagen, Klagen, Klagen – Haken dran, der Jura-Podcast ist wieder da. Und wir haben ein bisschen Paragraphen zu reiten. Aber es gibt auch neue Threads-Funktionen, einen Blick auf Bluesky und ganz grundsätzliche Algorithmus-Debatten. Ganz schön viel für so ne Late Night-Ausgabe.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich, Kevin. Hallo Dennis. Wir sind live, quasi. Wir sind quasi, also so spät haben wir noch nie aufgezeichnet. Es ist abends nach zehn.
00:15 Dennis Horn
Es ist mitten in der Nacht oder in den Puppen, wie meine Oma gesagt hätte.
00:18 Gavin Karlmeier
Normalerweise kamen um diese Zeit immer. Noch die dicken Meldungen. Aber heute ist ruhig.
00:25 Dennis Horn
Na, jetzt gerade, also während wir hier aufnehmen, kommt die Eilmeldung rein, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler in Hollywood streiken werden und sich da mit dem Streik der AutorInnen anschließen. Das heißt, 160. 000 Leute, die sich jetzt erstmal Vollzeit mit Instagram Threads beschäftigen können.
00:41 Gavin Karlmeier
Ja. Schön. Schön. Cut der Hollywood-Podcast. Nein, es ist Haken dran, der Podcast für das juristisch interessierte Publikum. Wir halten uns zu Beginn heute ein bisschen vor Gericht auf. Und beginnen mit einer Klage, die Twitter eingereicht hat, und zwar gegen vier Unternehmen mit Sitz in Dallas, Texas. Twitter wirft ihnen vor, große Datenmengen gestohlen zu haben. Und die Anfragen dafür hätten die Server des Unternehmens stark belastet und das Benutzererlebnis für Millionen von Kunden beeinträchtigt, heißt es in der Klage. Du erinnerst dich vor zwei Wochen, nachdem Twitter dieses Leselimit eingeführt hatte, während ich im Urlaub war. Ich habe auch gerade überlegt, ob da jetzt noch eine Kausalp zusammenhang kommt. Mit der Begründung, ähm, das unbefugte Auslesen von Daten Verhindern zu wollen. Jetzt wird es an der Stelle ein bisschen mysteriös. Wir wissen nicht, um welche Unternehmen es dort geht. Sie sind mit Pseudonymen angegeben in der Klageschrift. Sie heißen John Doe. John Doe John Doe und John Doe. Und ansonsten nur IP-Adressen. Aber dazu steht in der Klageschrift das Volumen dieser automatisierten Anfrage. Anfragen übersteige bei weitem das, was eine einzelne Person an eine andere senden könne. Und das zeige, dass diese Anfragen darauf abzielten, Daten von Twitter zu scrapen. Die Klage eingereicht in Texas, in Dallas County, weil diese Anfragen angeblich auf Datenverarbeitungsanlagen dort zurückzuführen sind. und Daten abgegriffen worden sein, die mit Einwohnern aus Texas in Verbindung stehen. Und jetzt fordert die X-Corporation Schadensersatz einschließlich der Herausgabe etwaiger Gewinne, deren Höhe dann vom Gericht ermittelt werden muss. Was halten wir davon?
02:36 Dennis Horn
Also es ist natürlich, es ist wie immer, gibt es keine einfache Antwort. Also, das ist jetzt erstmal eine Klage gegen Unbekannt. John Doe ist ja eine nicht näher identifizierte Person sozusagen. Durch die IP-Adressen wird aber vermutlich, also ich kann es nur von deutschen Verhältnissen ableiten, Über die IP-Adressen kannst du jetzt zurückführen, wer dahinter gesteckt hat, vermutlich. Es kann durchaus sein, dass sich das nicht ermitteln lässt. Ob das wirklich passiert ist, wissen wir halt nicht. Oder ob das nicht ein guter Vorwand für Elon Musk war, diese, diese, ähm, Naja, entweder die Rate Limits einzuführen, wobei da die Frage ist, was hat er davon, außer ein Verkaufsargument, das war mir als Erklärung zu schwach. Oder aber, um die Rate Limits jedenfalls zu rechtfertigen, weil zum Beispiel die Server nicht bezahlt waren oder unter gewissen Lasten zusammengebrochen sind. Oder weil eben auch diese. rein programmierte Schleife, mit der man umgehen musste, weil die zu einer unglaublichen Menge an Serverzugriffen geführt hat. Also, wir wissen natürlich nicht, ob das stimmt. Erstmal müssen wir das jetzt so glauben und beobachten das weiter, würde ich sagen. Also, diese ganze Delaware-Texas-Geschichte, die ist mir noch ein bisschen zu kryptisch. Dass sie hier niemand weiß, wer dahinter steckt, finde ich auch in gewisser Weise bemerkenswert. Und die spannende Frage ist, wie soll das Scraping denn vonstatten gehen? Also über welchen Weg? Also, das ist mir nicht ganz klar. Weil die APIs sind theoretisch zu.
04:07 Gavin Karlmeier
Dann geht es nur von außen über die Website, ne?
04:09 Dennis Horn
Genau, und da willst du ja, also Der Weg, alle NutzerInnen quasi gleichzeitig auszulesen, wie hier der Vorwurf ist. Sämtliche Tweets, es ging in die Trillionen, wie es in einem der Texte stand. Ich weiß nicht, ob das so trivial ist, ehrlicherweise.
04:27 Gavin Karlmeier
Also, wir wissen ja, dass durchaus das Netz gescrapt wird in Massen. Ähm, also vielleicht vor dem Hintergrund auch in den USA gibt es gerade Sammelklagen. Einmal gegen OpenAI und Microsoft, da geht es um drei Milliarden US-Dollar Schadensersatz, weil OpenAI so gut wie das ganze Internet abgegriffen habe. Dasselbe habe Google getan, beide Male für die eigenen Sprachmodelle. In diesem Fall wird sogar eine Entschädigungssumme genannt von 5 Milliarden US-Dollar. Es gibt auch hier in Europa eine heiße Debatte gerade darüber, ob man nicht in Form von so Pauschalsystemen diese Konzerne zur Kasse bitten muss für die ganzen Inhalte, die sie gerade wegscrapen. Und das machen sie ja zum Teil auch auf Seiten von Verlagen und so weiter. Da gibt es ja auch nicht einen API-Zugriff, sondern sie gehen tatsächlich über die Websites einfach. Und das ist deswegen, also ich frage deswegen, was halten wir davon? Weil ich ja auch nicht sicher bin. Bei allem, was Elon Musk so tut, fragen wir uns gerade, ist das A ein Ablenkungsmanöver? Ja. B, der verzweifelte Versuch an Geld zu kommen. Und C, vor diesem Hintergrund des Weckscrapens von, also nicht Weckscrapens, jetzt nur so ein. Saloppy. Salopp, ja. So von von Daten, also wie wie viel ernsthaft Steckt da auch drin, auch weil ja Elon Musk selbst diese KI-Bemühungen jetzt hat. Also wir werden da jetzt nicht zu einem Schluss kommen. Aber wir haben, glaube ich, beide das Gefühl, wir müssen dieses Thema weiter noch so ein bisschen beobachten.
06:11 Dennis Horn
Ja, auf jeden Fall. Also wie gesagt, es gibt Gründe oder man kann Gründe finden. Warum man diese ganze Erklärung für fadenscheinig hält, sagt man fadenscheinig, ja. Es ist wirklich spät. Das war ein Lerner. Salopp fadenscheinig. Das ist die Kokoloris heute hier. Ja, ja, wir lassen heute mal die Katzen auf dem Tisch tanzen. Also auf jeden Fall. Äh, ob das fadenscheinig ist, ähm, dafür gibt es Gründe und die kann man finden. Man kann aber ihm auch durchaus glauben, weil es auch in der Vergangenheit ja zu solchen Beispielen gekommen ist, weil OpenAI seine Systeme so programmiert hat, viele andere vermutlich auch. Es ist auch davon auszugehen, dass heute, also gestern ist übrigens auch Google Bart in Europa gestartet, dass auch durchaus andere Bewerber gibt, die an solchen Sprachsystemen arbeiten und die dafür Datensätze brauchen und auf Twitter viele davon finden. Es gibt noch ein paar weitere Gedanken, die sich ausklappen, wenn ich an dieses Thema denke. Um das aber kurz noch zu Ende zu bringen. Das wissen wir natürlich nicht, wie real diese tatsächliche Herausforderung ist. Und ich glaube auch, dass wir das weiter beobachten müssen. Ich finde aber erstmal spannend, dass diese ganzen Zäune, die Twitter in letzter Wochen und Monate so ausgefahren hat, dass die offenbar hier scheinbar versagt haben. Also dass die nicht genug waren, weil da immer wieder das Argument genannt wurde. Wir wollen nicht, dass unsere Daten gesammelt werden. Und wenn wir festgestellt haben, okay, diese Wege brauchen diese ganzen Scraper gar nicht, Vielleicht für die Abi dann ja wieder kostenfrei. Vermutlich aber nicht. Die Gedanken, die ich dazu noch habe, ist, die Diskussion, die da dahinter steht, die finde ich auch kulturell extrem spannend, weil. Wem gehört das Internet? Sind die Sachen, die da im Internet stehen, sind die nicht offen? Kann die nicht jemand auslesen? Also wenn ich die als Mensch alle von Hand lesen würde, wäre das was anderes, als wenn sie. von Hand lesen würde, ist auch sprachlich ein schönes Bild auf jeden Fall. Wäre das dann was anderes, als wenn ich es maschinell mache? Und wenn ja, warum? Punkt 1 und Punkt 2. Warum Sind die Tweets alle besitzt von Elon Musk? Während doch eigentlich keinen einzigen von denen er geschrieben. Also ein paar hat er schon geschrieben, aber du weißt, was ich sagen möchte. Also Dieses Revenue Sharing ist ja nicht wirklich ein adäquates Entlohnungsmodell dafür, dass die Plattform aus den Inhalten von Individuen besteht. Und wenn Elon Musk jetzt anfängt, hier drei oder fünf oder zehn oder meinetwegen auch 100 Milliarden Euro oder Dollar einzuklagen, dann sind die Leute, die die Inhalte eigentlich generiert haben, sind da weder entschädigt noch werden sie entlohnt. Also, es ist auch wieder am Ende trotzdem nur ein wahrscheinlich ein Weg, an Geld zu kommen.
08:57 Gavin Karlmeier
Und es ist komplizierter als nur der erste Blick darauf verrät. Das auf jeden Fall. Seit wir diesen Podcast miteinander machen, tragen wir das wie eine Monstranz vor uns her. Richtig gefährlich für Twitter könnten erstens die Strafen sein, die Staaten oder Regulierungsbehörden dem Unternehmen aufdrücken, aber solche Prozesse dauern lange. Und zweitens die Arbeitsrechtsklagen früherer MitarbeiterInnen. Deshalb diese Neuigkeit heute auch noch ehemalige MitarbeiterInnen haben Twitter und Elon Musk jetzt verklagt. Weil sie die versprochenen Abfindungen nicht bekommen haben. Wir haben schon häufiger darüber gesprochen und diese Klage Da geht es um 500 Millionen US-Dollar oder Klagen und außerdem, dass Twitter weitere Bedingungen aus dem Abfindungsplan einhalten soll. Diese Leistungen wurden tausenden entlassenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht ausgezahlt. Heißt es in der Klageschrift, obwohl Elon Musk versprochen habe, dass sich Twitter auch unter seiner Führung weiter an den Abfindungsplan hält? Und Variety, zitiert jetzt die Anwälte der früheren MitarbeiterInnen, die sagen, Elon Musk habe dieses Versprechen nur gemacht. Weil er wusste, dass es notwendig war, um Massenkündigungen zu verhindern, die dann die Übernahme und Twitter selbst gefährdet hätten. Und die Ansprüche in diesem Abfindungsplan, die sind klar geregelt. Drei Monatsgehälter, leitende Angestellte sogar mehr, nämlich nochmal sechs Monate plus eine Woche pro Jahr, die sie bei Twitter waren. Und wer erst kurz dabei war, zwei Monatsgehälter und eine Woche für jedes Jahr. Und dazu kommen unter anderem Ansprüche noch aus Aktienbeteiligungen, Boni, ein Barbetrag für Krankenversicherungen. Und die Kanzlei, die jetzt die früheren MitarbeiterInnen vertritt, tut das in elf Sammelklagen und 2000 Schiedsverfahren insgesamt. Das nur mal zur Größenordnung.
10:50 Dennis Horn
Ja, es, also, das ist so eine Geschichte, die dreht sich und dreht sich und dreht sich, und da bin ich echt gespannt, ob es da irgendwann zu einem tatsächlichen Ende kommt. Weil das in seiner, in seiner, du hast es Monstranz genannt, ich nenne es mal. Wucht auch durchaus so ein Fall sein könnte, dass es da irgendwann zu einem Vergleich kommt, um eine relativ unaufwendige Lösung für alle zu finden. Und dann hat Twitter am Ende doch irgendwie auch ein bisschen gewonnen. wenn sie eben sich nicht daran halten müssen, was sie eigentlich mal versprochen haben. Und das ist so eine, finde ich, kann eine ganz perfide und eklige Strategie sein, die hier gefahren wird.
11:25 Gavin Karlmeier
Ich habe einfach so eine Rechnung so, also in meinem Kopf ist der Rechner angesprungen, weil wir hatten ja darüber berichtet, dass die monatlichen Kredittranchen, die Elon Musk zurückzahlen muss, die liegen ja bei 300 Millionen US-Dollar. Und dann habe ich mich einfach gefragt, diese 500 Millionen, jetzt zum Beispiel bei den Arbeitrechtsklagen, die müssten ja dann auf einmal Fällig werden. Und selbst dann würde ich mich fragen, wenn er eh 300 Millionen jeden Monat bedienen muss, dann muss ja zumindest so ein gewisses Polster da sein, dass diese 500 Millionen Ich glaube fast, die wären nicht zu schlimm. Weißt du, was ich meine? Im Vergleich zu den Summen, über die wir hier sprechen. Vor allem, wenn er das jetzt schafft, das juristisch einfach in die Länge zu ziehen, dann wird das eben nicht zu einem Zeitpunkt fällig. Und dann würde ich mich fragen, am Ende doch wieder. Wie gefährlich diese Arbeitsrechtsklagen dann am Ende werden, wenn wenn einfach so dieses Motto weiter juristische Geschichten verschleppen lautet.
12:30 Dennis Horn
Ja, finde ich eine legitime Überlegung. Auf der anderen Seite wissen wir nicht so genau, wie es um die finanziellen Mittel von Twitter aussieht. Steht, so ist es richtig, um die finanziellen Mittel steht. Und also wo soll das Geld gerade herkommen? Es gibt wenig Einnahmewege, außer so ein bisschen Werbung, die aber weniger ist als noch vor Zwei Jahren, außer ein bisschen Twitter Blue, was zwar mehr ist als vor zwei Jahren, aber eigentlich nicht der Redewert. Und dann wird es auch schon dünn. Also das Einzige, was Twitter hat, ist weniger Ausgaben als noch vor zwei Jahren. Und von weniger Ausgaben kann man leider 500 Millionen Dollar auch nicht mehr eben bezahlen. Tja.
13:10 Gavin Karlmeier
Auch hier, wir bleiben dran. Ja. So, und die Arbeitsrechtsklagen sind ja nicht die einzige, es gibt auch die einzigen, es gibt die ganzen, die noch ihre Rechnungen gerne bezahlt haben wollen und so weiter und so fort. Wir bleiben vor Gericht, machen noch ein bisschen Housekeeping. Wir haben gestern über die Stellungnahme gesprochen von Twitter zum Artikel des Guardian. Da geht es um sechs Tweets mit antisemitischen Inhalten. Deshalb hat die Organisation HateAid eine Klage eingereicht gegen Twitter und Twitter schreibt in der Stellungnahme: man habe doch die Reichweite dieser Tweets beschränkt. Und nachdem Klage erhoben wurde, teilweise sogar gelöscht. Das war Thema gestern bei uns. Und der Anwalt Chanjo-yun, den wir auch öfter hier in Haken dran hören. hat dazu jetzt nochmal getwittert mit einer ganz guten Einordnung, nochmal, wie ich finde. Erstens schreibt er, Twitter hat ja mit der Stellungnahme erst einmal den Verstoß eingeräumt. Stellt fest. Und zweitens, dass die Reichweite gesenkt und erst die Tweets gelöscht wurden, nachdem die Klage erhoben wurde, schreibt er, das sei ja das Problem. Also Twitter glaube eigene Regeln, die das Löschen vorsehen, über das Gesetz stellen zu können. Und Twitter wehre sich gegen diese Löschpflichten, Sätze aufs Shadowbanning unerwünschter Inhalte. Und er schreibt gerade das Shadowbanning sei ja die gefährlichere, weil intransparentere Einschränkung der Meinungsfreiheit.
14:35 Dennis Horn
Ja, und nur weil es Reichweiteneinschränkungen heißt, bleibt das genau das Shadowbanning, das Elon Musk ja übrigens auch so gerne verteufelt hat. Also finde ich eine schöne Formulierung vom Kollegen
14:47 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe gedacht, mit der Stellungnahme erstmal den Verstoß eingeräumt habe ich gedacht, verdammt, das ist ja, dafür bist du Anwalt, das erstmal so festzunageln. Twitter hat eine weitere Stellungnahme veröffentlicht. Da ist was los gerade. Da ist gerade was los. Mehr als jede andere Plattform bringe Twitters Durchsetzungsansatz. Ein neues Maß an Transparenz mit sich, in dem die Reichweite von Tweets, die als potenzielle Verstöße gegen die Richtlinien identifiziert werden, eingeschränkt wird, indem die Inhalte weniger auffindbar gemacht werden. Genau das, was wir gerade eigentlich anders angeguckt haben. Twitter sagt nochmal, nee, nee, das macht es sehr transparent. Und dann fassen Sie zusammen ein paar Punkte über Fortschritte bei der Durchsetzung der Philosophie Freedom of Speech, not Reach. Und ich lese die Punkte mal vor und dann sagst du mir wieder, was das mit dir macht. Ähm, erstens, wir setzen uns weiter dafür ein, die freie Meinungsäußerung auf Twitter zu wahren und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit unserer Plattformen. Heutzutage stammen mehr als 99,99 Prozent der Tweet-Impressionen von gesunden Inhalten oder Inhalten, die nicht gegen unsere Regeln verstoßen. Dann, zweitens, mehr als 700. 000 verletzende Beiträge, die unter unsere Richtlinie zu hasserfülltem Verhalten fallen, wurden bereits gekennzeichnet. Hier kurzer Einschub von mir. Kennzeichnen heißt wahrscheinlich, so wie ich das lese, in einem internen System, sodass das Konsequenzen dann hat. Und diese Konsequenzen nennen wir Shadowban.
16:29 Dennis Horn
Ja, sogenannte Transparenz.
16:32 Gavin Karlmeier
Außerdem verhindern wir proaktiv das Anzeigen in der Nähe von Inhalten erscheinen, die wir kennzeichnen. Drittens Im Vergleich zu einem normalen Tweet reduzieren diese Kennzeichnungen die Reichweite bzw. die Anzahl der Impressionen von verletzenden Inhalten um 81%? Viertens, mehr als ein Drittel der Autoren entscheiden sich proaktiv dafür, den Tweet zu löschen, nachdem sie darüber informiert wurden, dass seine Reichweite eingeschränkt wurde. Fünftens, im Durchschnitt haben nur 4% der Autoren Widerspruch gegen die Kennzeichnung eingelegt. Sechstens, 90% aller Einsprüche erhalten innerhalb von 30 Minuten eine Antwort. Und siebtens Währenddessen Ach ne, das war von mir, Notiz, sorry. Das waren sechs Punkte. So zu der komme ich gleich.
17:22 Dennis Horn
Also ich habe da so ein paar Gefühle zu. Also mein erstes Gefühl ist natürlich wenig überraschend, dass diese Einsprüche schnell bearbeitet werden, wenn es quasi keine gibt. So, okay, ja, geschenkt. Zweitens ist das natürlich so ein absoluter Werbetext für das eigene Vorgehen und überhaupt nicht. vergleichbar mit dem mit dem mit problematischen Inhalten auf anderen Plattformen, finde ich. Und eigentlich auch, wie gesagt, wir können nicht Wir können es selber nicht einschätzen. Das macht das Ganze so schwierig. Wir können nicht einschätzen, wie viel Hassrede, wie viel Desinformation, auch wie viele explizite Darstellungen übrigens auf der Plattform sowohl stattfinden und veröffentlicht werden. Wir sind so ein bisschen daran gebunden, uns diese Aussagen von Twitter zu nehmen und zu glauben.
18:07 Gavin Karlmeier
Ja. Also ich bei einem Punkt habe ich gedacht, hm, interessant. Nämlich, wie viele Leute sich dafür entscheiden, etwas zu löschen, wenn man sagt, damit wird deine Reichweite eingeschränkt.
18:23 Dennis Horn
Was hast du gesagt, jeder ein Drittel?
18:25 Gavin Karlmeier
Mehr als ein Drittel würde sich aktiv dafür entscheiden, etwas zu löschen, wenn sie die Info bekommen, Reichweite wurde eingeschränkt.
18:33 Dennis Horn
Ja, fand ich auch bemerkenswert, habe mich aber gefragt, was ist genau der Reflex, wenn du das siehst, dass dir gezeigt wird, deine Reichweite wird eingeschränkt.
18:41 Gavin Karlmeier
Ja, also mein Gedanke war ja immer bei den Maßnahmen, die so Plattformen ergreifen, dass die zum Beispiel bei Hasskommentaren irgendwelche Dinge dann löschen und du wirst aber gar nicht so richtig darüber informiert. Und im Zweifelsfall hat das, was du da geschrieben hast, was vielleicht in die Kategorie Hasskommentar fällt oder so, ja längst den Schaden angerichtet. Dann ist ja gar nicht so schlimm, dass das gelöscht wird. Aber wenn jetzt so eine Plattform zu mir kommen würde und sagen würde, guck dir das hier an, das ist nicht gut. Und wenn es so weitergeht, dann, also vielleicht auch so perspektivisch, gar nicht so allein zu diesem. . zu diesem Beitrag, dann kriegst du Probleme mit der Reichweite. Das macht vielleicht schon mehr mit den Leuten. Also jetzt mal unabhängig von der Frage, ob das da bei Twitter wirklich so funktioniert und so gut funktioniert. Also da hatte ich so einen kurzen Moment, wo ich dachte, Vielleicht ein interessanter Gedanke, so grundsätzlich. Insgesamt kommen mir diese Zahlen so vor, die hängen so in der Luft. Also, uns fehlt hier mittlerweile der komplette Rahmen, um all das, was Twitter da überhaupt noch sagt, irgendwie einschätzen zu können. Ja, das stimmt. Und das ging mir hier mal wieder so.
19:52 Dennis Horn
Ja, stimme ich 100% zu. Also ich glaube, das habe ich ja gerade auch so unfair gesagt. Also es ist gar nicht. Wir können das nicht überprüfen, wir können das auch nicht messen, wir müssen das einfach so hinnehmen und sagen, ja, gut. Das, was du sagst, finde ich auch spannend, diese pädagogischen Effekte, die dem zugrunde liegen. Die Frage ist aber, und da sind wir bei dem, worüber wir. Ich glaube, vorgestern gesprochen haben, bei diesen Löschzentren, dir aufgefallen war, dass Menschen berichtet haben, Leute probieren sich aus und schauen, wie weit können sie gehen. Und das ist eben der pädagogische Effekt, der da auch drin liegt, dass Leute es ausprobieren und herausfinden, was können sie eigentlich posten und was nicht. Also im Zweifel dient diese Kennzeichnung auch dazu, den. . eigenen die eigenen Grenzen auszuloten und somit zu zu bestimmen und zu definieren. Was ich aber gespannt fand, ich musste so ein bisschen an so einen Blitzer denken, der so in Düsseldorf gibt, diese Blitzer im Tunnel, die nicht blitzen und als sie eingeführt wurden, gab es die Diskussion, dass der pädagogische Effekt fehle. Weil du eben nicht dich erschreckst und dann automatisch langsamer fährst, sondern erst sechs Wochen später einen Brief bekommst. Weiß ich aber nicht, ob das übertragbar ist. Ich mache hier nur Assoziationsgeballer um kurz vor elf.
21:03 Gavin Karlmeier
Übrigens, währenddessen angeblich alles so Shiny läuft bei Twitter, räumt Elon Musk ein, dass es ein Problem gibt mit der Anzeige von Fighting Videos, also Gewaltdarstellungen, die zufällig in den Feeds lauter Leute auftauchten. Er schreibt, da müssen wir mal ran. Komisch. Wie konnte das passieren, Dennis? Hast du eine Idee?
21:25 Dennis Horn
Da bestimmt laden die Leute einfach gerne mehr Videos hoch in denen sich geprügelt wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass auf Elon Musks Twitter-Account inzwischen in jedem dritten Tweet die Rede von irgendwelchen Catchfights ist. Und die Leute diese Tweets mit tausendfacher Verstärkung angezeigt bekommen, darauf eher interagieren und das inzwischen sehr dünne, arbeitende algorithmische System, das Schlagwort Haha, das Schlagwort Fight einfach als einen wichtigen Begriff erachten. Aber das wäre jetzt nur so eine These von mir.
21:53 Gavin Karlmeier
Wir wissen es doch auch. Was wir auch schon seit langem nicht wussten, wann es losgeht mit dem Add Revenue Share. Also ab wann bekommen Nutzerinnen und Nutzer was von den Werbegeldern ab, was Elon Musk schon lange Versprochen hat sein letztes Statement dazu, war auch ein Tweet im Juni, sonst keine weiteren Ankündigungen zur Monetarisierung bis jetzt.
22:16 Dennis Horn
Ich glaube, das erste Mal, dass Elon Musk gesagt hat, es startet diese Woche, war so im März.
22:22 Gavin Karlmeier
Ja, ja, ja. Jetzt heißt es wieder so: also aus der Woche sind 72 Stunden geworden. Und es soll aber losgehen. Und Twitter und einige haben das Geld auch schon bekommen, dazu gleich noch ein bisschen. Erstmal, ähm, Twitter führt da jetzt Voraussetzungen für einen. Und zwar kannst du teilhaben, entweder wenn du blau oder goldbehakt bist mit deinem Account, oder mindestens 5 Millionen Tweet Impressions pro Monat hast und zwar in jedem der vergangenen drei Monate
22:58 Dennis Horn
Krass, ja.
22:59 Gavin Karlmeier
So, das heißt, also ich würde erstmal sagen, so dieses Jeder kann hier Creator werden und groß werden und mitverdienen, das fällt schon mal raus. Das ist sozusagen die 5%-Hürde von Twitter. Also fünf Millionen Tweet Impressions pro Monat, dafür musst du schon ein größerer Account sein.
23:20 Dennis Horn
Ich gucke gerade mal, wie viel ich so in letzter Zeit hatte. Also ich habe ja ab und zu noch Tweets geschrieben, längst nicht so viele wie noch vor einem Jahr oder so, aber guck mal. Also Juni 2023 hatte ich 98. 000 Tweet-Impressions. Im Mai 240. 000 und im April 565. 000 und im Juli 77. 000. Wie viele brauche ich im Monat? 5 Millionen. Ja, okay. Das habe ich jetzt knapp verfehlt jeden Monat. Schade.
23:49 Gavin Karlmeier
Also wir halten fest ein Programm auf der Plattform, auf der angeblich alle gleich sind und die Chancen haben, dass sich nur an die großen Creator richtet. Und da posten jetzt einige Nutzer Screenshots mit 2000 US-Dollar und aufwärts, die sie schon bekommen hätten. Die höchste Zahl kommt von Shibitoshi Nakamoto. Das ist Billy Marcus, der Mitgründer von Dogecoin. Über 2 Millionen Follower kommt auf einen Revenue Share von rund 37. 000 US-Dollar. Ich habe schon einen höheren Wert gesehen. Ja, ja, sag.
24:24 Dennis Horn
Ich weiß nicht von wem. Ich sehe nur im Screenshot 107. 000 US-Dollar. Wow, ja, gut. Aber Mr. Beast ist auch dabei. Genau, kam auf 25. 000 US-Dollar. Und das ist ja der, dem Elon Musk versprochen hat, hey, wir zahlen dir mehr als YouTube dir zahlt. Jetzt ist Mr. Beast. Wir machen dir gerade die Live-Recherche. Ich glaube, der größte YouTube-Account der Welt, wenn ich richtig informiert bin. Und der hat bei YouTube derzeit 167 Millionen Abonnenten. Und also allein das letzte Video, das er vor fünf Tagen hochgeladen hat, hat 78 Millionen Aufrufe erzielt. Ich glaube, da hat er mehr bekommen als 25. 000 Dollar. Nur eine These, ja.
25:03 Gavin Karlmeier
Ich fand am interessantesten die Zahl von Ashley Sinclair von The Babylon Bee. Die getwittert hat, sie bekomme gut 7000 US-Dollar und das ins Verhältnis gesetzt hat zu ihren Tweet-Impressionen. Die lagen bei 328 Millionen in den vergangenen vier Wochen. Boah. Mhm. Und das ist dann, also das gibt eine Einordnung, du musst schon verdammt, also da muss schon verdammt viel. zusammenkommen, um da auf einen angenehmen Betrag zu kommen.
25:36 Dennis Horn
Und aber man muss auch dazu sagen, dass wenn du über 300 Millionen Tweet Impressions im Monat generierst oder so, dann Bist du eigentlich Reichweitenstark genug, um mehr als 7000 Dollar im Monat zu verdienen, nur durch Reichweite? Genau Also das ist, wenn man es mal ins Verhältnis setzt, ist das wirklich ein Fliegenschiff.
25:57 Gavin Karlmeier
Also wir können zusammenfassen ein Programm für die großen Creator, die damit für ihre Verhältnisse aber viel zu wenig verdienen. Exakt, ja, so würde ich es glaube ich auch zusammenfassen. Und die Funktionen zur Monetarisierung sollen auch noch etwas in den Mittelpunkt gerückt werden und damit sind wir bei unserer Lieblingsrubrik. Jetzt pass auf. Achtung! Funktionen und Emotionen. So. Wir wollten noch unser Jingle, oder?
26:25 Dennis Horn
Die Leute haben sich einen Jingle gewünscht. Der ist er ja. Der erste Rubriken-Jingle.
26:29 Gavin Karlmeier
Mein neues Lieblingsfeature bei Twitter, der Sound, wenn man die Tweets neu lädt, hast du mir heute geschrieben.
26:34 Dennis Horn
Was macht sich da? Komplett wahnsinnig. Also wirklich. Also Inzwischen ist es so, dass dieses Geräusch, ich guck mal, ob ich das mal schnell simuliere, also ich muss nicht simulieren, ich mach's mal vor. Also wenn du bei Twitter deine Tweets oder Notifications neu lädst, dann kommt dieses Geräusch. Warte. Und dieses Geräusch überspringt bei mir jedenfalls auch die Stummschaltung des Telefons. Das heißt auch, wenn ich es jetzt heimlich im Unterricht machen würde, würden alle in der Schule hören, dass ich mache.
27:05 Gavin Karlmeier
Das habe ich schon lange übrigens, also diesen Fehler gehabt. Ich weiß nicht, aber nicht das, was du in der Fortsetzung noch bist.
27:11 Dennis Horn
Ja, und es geht jetzt so weit, dass wenn ich Musik höre über Kopfhörer mit demselben Telefon, dass dieses Geräusch triggert, dass die Musik pausiert wird, also die Musik hört, aufzulaufen, um dieses Geräusch abzuspielen. Das ist ein Feature, das iOS anbietet, ne? Also dass du sagst, hey, du kannst die Musik stoppen, weil du jetzt ein anderes Signal schickst. Das ist praktisch, wenn du ein Video guckst oder so. Wenn du bei YouTube ein Video startest, passiert das auch. Nur ist es so, dass danach normalerweise die Musik eigentlich wieder losgeht. Und das passiert eben bei Twitter gerade nicht, sondern die Musik stoppt und ist dann auch aus. Und das macht mich komplett irre, weil das dazu führt, dass wenn ich die App schließe und wieder öffne Die Musik wieder stoppt sofort. Das heißt, dieses Geräusch triggert offenbar, hier kommt jetzt ein Audiosignal, bitte stopp die Musik. Aber dieser Trigger endet nicht. So wie der Triller in den Verkehrsmeldungen im Radio, den man nicht zumacht am Ende.
28:03 Gavin Karlmeier
Das Ari-Signal, ja.
28:05 Dennis Horn
Ja, genau.
28:06 Gavin Karlmeier
Okay.
28:08 Dennis Horn
Und das macht mich irre.
28:09 Gavin Karlmeier
Ist das Absicht?
28:11 Dennis Horn
Das kann keine Absicht sein. Also, nee, ich bin vorsichtig mit solchen Aussagen, weil wir es natürlich nicht wissen, aber also wenn das Absicht ist, dann ist das fahrlässig, fahrlässige NutzerInnen. Verbrellung. Leute, sorry, es ist spät.
28:31 Gavin Karlmeier
Wir machen weiter. Elon Musk hatte angekündigt, dass man für Subscriptions in Zukunft dieselben Bezahlmöglichkeiten nutzen kann wie die fürs Twitter Bdoo-Abo. Ich habe keine Emotionen dazu.
28:41 Dennis Horn
Ich habe nur eine kleine Erklärung dazu, weil das sehrige Bezahlmodell für Subscriptions war ein Direktdienst, also du konntest da deine Kreditkartendaten eingeben und das war in vielen Ländern nicht nutzbar, also in Kanada beispielsweise. Und da wird jetzt auf dem Zahlungsdienst leister Stripe, heißt er, glaube ich, zurückgegriffen, mit dem du eben auch Twitter Blue abonnierst und das sind weltweit agierendes Unternehmen. Ich habe allerdings da ein Gefühl bei diesem Dienstleister. Und zwar könnte es sein, dass Stripe das nicht kostenlos macht. Also dass Twitter hier offenbar Gebühren zahlen muss, so wie bei iOS-Geräten an Apple? Kann das sein? Hm.
29:20 Gavin Karlmeier
Wird da etwas mit zweierlei Mask gemessen? Das kann ich mir bei Twitter eigentlich nicht vorstellen. Zweierlei Mask. Nimm das als Überschrift. Der Follow-Button erscheint bald über jedem.
29:33 Dennis Horn
Sorry, ich habe gerade gegoogelt. Also aus Europa ist es 1,5% pro Zahlung. Die Stripe einstreicht. Gut.
29:42 Gavin Karlmeier
Sorry. Der Follow-Button erscheint bald über jedem Tweet von NutzerInnen, den man noch nicht folgt.
29:49 Dennis Horn
Cool. Ich frage mich, warum das ein Flanks da ist. Ja, bei Threads ist das so. Bei TikTok ist das auch so. Und ich wäre mir gar nicht aufgefallen, dass das bisher nicht so ist. Spannend.
30:02 Gavin Karlmeier
Das Drei-Punkte-Menü rechts oben über jedem Tweet wird aufgeräumt. Die Folgemöglichkeit fällt weg, weil Follow-Button ja jetzt. Circles fliegen raus, weil Circles generell rausfliegen und andere Optionen werden noch eine Ebene weiter zurückgestuft, damit ein bisschen aufgeräumt ist.
30:19 Dennis Horn
Ja, gut. Wenig Emotionen.
30:23 Gavin Karlmeier
Neue Ansicht für die Tweet-Details. In Zeilen untereinander ein bisschen aufgeräumter. Und eine neue Einstellung für die Direktnachrichten soll gegen den Spam helfen. Nachrichten von Accounts, denen du folgst, gehen direkt in den Posteingang. Nachrichten von blaubehagten Accounts, denen du nicht folgst, gehen in Nachrichten anfragen.
30:43 Dennis Horn
Ja, da habe ich Emotionen zu. Ja, erzähl mal. Das kennen wir zwar von Instagram, bei Twitter allerdings ist das Phänomen der extremen DM-Spams. relativ neues. Und diese Reaktion darauf ist Notwehr. Also Twitter hat offenbar keine Lösung, um diesen, diesen Spam-Massenher zu werden, und antwortet darauf, dass du einfach jetzt nicht mehr einfach so von Leuten angeschrieben werden kannst, ohne dass du ein Filtersystem dazwischen hast. Also grundsätzlich ist das Filtersystem nicht dämlich. Wie gesagt, es ist erprobt. Wir kennen das von Instagram, wir kennen das von Facebook sogar auch. Bei Instagram hast du sogar dreistufig. Du hast nämlich eine, also Anfragen und du hast die Top-Anfragen noch. Aber wie gesagt, Twitter hat das neue Problem dieses DM-Spams, also zumindest in dem Ausmaß, wie wir es seit einigen Monaten erleben, und kriegt das nicht in den Griff und überlegt sich dann einfach, wie merken wir es nicht mehr. Das ist so ein bisschen so wie du hast irgendwie eine Wunde am Arm, die nicht heilen will, also nehmen wir den Arm ab.
31:48 Gavin Karlmeier
Ich muss an Facebook denken bei der ganzen Geschichte. Die haben noch eine weitere Abstufung. Also da hast du bei Facebook die Nachrichten. Von Leuten, deren Nachrichten du schon mal angenommen hast. Im Messenger ist das so. Oder halt deinen Freunden von Facebook, die kommen direkt rein in den Posteingang. Alle anderen landen in Nachrichtenanfragen und dann gibt es aber noch eine Abstufung. Für Spam, der im Grunde so ganz außen vorgehalten wird. Wenn du da überhaupt hinkommen möchtest, musst du halt mehrere Klicks machen. Und kriegst du den sonst nie zu Gesicht. Es funktioniert ganz gut.
32:24 Dennis Horn
Ich frage mich aber, also ist es wirklich so schwierig, maschinell zu erkennen, wenn zum Beispiel 400 Accounts, die alle noch nie was getwittert haben, an 4000 Personen, alle die gleiche Nachricht schicken. Ist das wirklich so schwierig zu erkennen mit maschinellen Tools?
32:40 Gavin Karlmeier
Ja, das weiß ich nicht. Das weiß ich nicht, ob die so, also vielleicht arbeiten die ja nicht automatisiert, sondern sind so teilintelligent und dann hast du immer neue Entwicklungen auch und dann muss regelmäßig nachjustiert werden. werden und zum Nachjustieren brauchst du halt trotzdem Leute und die hat er.
32:56 Dennis Horn
Und die hat er nicht. Und gleichzeitig sollen doch die DMs auch zumindest teilverschlüsselt sein inzwischen. Und das würde natürlich auch dazu führen, dass das nicht mehr so einfach ist. So. Ja, okay, vielleicht habe ich Twitter Unrecht getan.
33:10 Gavin Karlmeier
Es gibt ein Update. Achso, nee, weil ich gerade, ich habe hier, es ist so spät, ich habe Twitter gelesen, aber hier steht jetzt. Threads. Wir wechseln das Thema.
33:19 Dennis Horn
Ja, ab jetzt sind wir wieder faden drum.
33:21 Gavin Karlmeier
Es gibt ein Update für Threads im US-App Store oder aus welchem App Store dieser Welt ihr die App auch immer herhabt.
33:28 Dennis Horn
Ich finde, das ist ein guter Service für unser Publikum, für die Hakis. Dass wir immer sagen, wenn es ein Update gibt, damit die sich umloggen können, da sind wir dienstleistungsorientiert.
33:37 Gavin Karlmeier
Und mit dem Update kann man die Pro Profilbilder vergrößern.
33:40 Dennis Horn
Ja, es gibt noch mehr Features. Ich habe einen Screenshot gemacht. Aber genau, das ist das wichtigste Feature. Man kann das Profilbilder vergrößern. Und findest du es nicht auch besonders, dass es geht, weil bei Instagram geht es nicht?
33:51 Gavin Karlmeier
Ja, doch, ich finde es gut. Und es hat mir da gefehlt, wobei du kannst bei denen, denen du noch nicht folgst, es nicht vergrößern, weil da liegt ja die Follow-Funktion drauf. Wahrscheinlich. It's a trick. Und mir fehlt das eigentlich an einer anderen Stelle, nämlich das Vergrößern von Bildern bei Threads, die irgendjemand in die Timeline gepostet hat. Das kannst du bei Instagram kannst du so schön das Ranzoomen.
34:21 Dennis Horn
Ja.
34:21 Gavin Karlmeier
Und das musste bei Threads irgendwie so komisch festpassen, dass sie erst öffnen. Ja, und das ist so ein bisschen nervig. Also da Da hat mich das ein bisschen mehr gestört. Ja, verstehe ich. Ja, okay.
34:32 Dennis Horn
Aber ich finde es erstmal, finde ich es, wie gesagt, bemerkenswert, weil Instagram das nicht anbietet. Dann wurde behoben, dass die App bei iOS 17 gecrasht ist. Das ist interessant, weil die Public Beta da jetzt auch gerade gestartet ist. Also während wir hier diese Folge aufnehmen. kann man die schon installieren, hat sie Public Beta von dem neuen iOS installieren und da funktioniert das auch. Dann steht hier, da weiß ich nicht, was das bedeutet, Face Pile Pill Polish. Hat der Entwickler Camroth auf The Threads geschrieben. Also genau, Profilbilder vergrößern. Extra große Fotos kannst du dir jetzt vollständig anschauen. Die Binary der App ist Dips kleiner. Ja, okay. Dann fixed random images on the threadline. Auch da ist mir bislang nicht aufgefallen. Und a handful of other small bugs ist auch behoben. Also da wird auf jeden Fall einiges getan und ich finde es ganz geil, dass es so eine Art Changelog gibt. Weil die gibt es übrigens bei Instagram ja auch gar nicht.
35:30 Gavin Karlmeier
Das wollte ich gerade sagen. Immerhin gibt es sowas und nicht immer diese Nachricht, wir haben einige Verbesserungen ausgeführt.
35:36 Dennis Horn
Ja, genau. Und also im App Store ist sie, glaube ich, auch nicht. Auch da steht immer derselbe Text. Aber dass hier so transparent kommuniziert wird, ist halt bemerkenswert, wenn wir überlegen, dass bei Instagram, also wahrscheinlich selbst wir beide, Dennis Haben eine unterschiedliche Nutzungserfahrung bei Instagram, weil der Reels-Editor anders aussieht oder irgendein Symbol woanders ist oder so. Weil einfach so viel getestet wird und so viele verschiedene Versionen im Umlauf sind. Und hier wird dann noch relativ streamlinig gearbeitet.
36:05 Gavin Karlmeier
Dann hat Adam Mosseri nochmal einen Rundumschlag in einem Reel gemacht, was neue Funktionen angeht. Gestern haben wir ja schon über Following Feed gesprochen, über Edit Button und Beitragssuche. Außerdem auf der Liste die Möglichkeit mehrere Accounts zu verwalten. Ja, das ist gut. Dann, Achtung, Hashtags. Ja, finde ich krass, dass es so jetzt benennt. Die Website zu Threads.
36:30 Dennis Horn
Also das Web-Interface, ne? Das ist wirklich das Feature, das ich am stärksten vermisse.
36:36 Gavin Karlmeier
Eine Like-Liste. Ja. Und Übersetzungen für die Inhalte. Also ich finde diese Liste ganz interessant, weil also wie es mir geht, wenn ich das so höre, das ist das Rundum-Paket, das mir fehlen würde, bis ich sagen würde, yo, jetzt tatsächlich komplettes Twitter-Substitut. 100%.
36:58 Dennis Horn
Was ich spannend finde, dass auch da immer noch nicht die Rede davon ist, man kann ja immer noch nicht sehen, wie viele Reposts. dein Post hat. Das wird nicht angezeigt in der Übersicht drunter, wenn du draufklickst, selbst wenn du auf die Like klickst, du kannst es nicht sehen, wie viele Leute das gerepostet haben. Und da frage ich mich, ob das Absicht ist oder ob das einfach so aus Designgründen es nicht reingeschafft hat. Das ist mir dadurch sehr aufgefallen, weil das tatsächlich einer der großen Unterschiede im Vergleich zu Twitter ist. Genauso wie du ja auch nicht sehen kannst, was ich ja gut finde, zumindest nicht auf den ersten Blick, wie viele Leuten, wie vielen Leuten du folgst.
37:34 Gavin Karlmeier
Wer nutzt eigentlich Threads? Matt Navera hat eine Statistik veröffentlicht, Zahlen von Ipsos nach Der 58% der Twitter-Nutzer-Threads ausprobieren möchten. Und die meisten sind Creator, Early Adapter und Fans von Stars.
37:56 Dennis Horn
Okay, also sind das die Leute, die vorher bei Twitter waren? Ich würde fast sagen, ja, oder? Also Journalisten fehlt, aber sonst.
38:03 Gavin Karlmeier
Ich glaube, unsere Bubble hat bei Twitter häufig übersehen, dass so dieses Star-Dasein bei Twitter echt ein Ding war. Übrigens, vor allem was auch Creator angeht, die ja irgendwann mal, da gab es so eine große Bewegung. Von Leuten, die YouTuber waren, und weil die Kommentarspalten bei YouTube so ultra kaputt sind, sind die dann halt gleichzeitig zu Twitter. und also da das das war mal so eine Phase, wo das richtig hoch herging. Und Das war dadurch aber, also das hat Twitter ja eh immer ausgezeichnet, dass so die verschiedenen Bubbles auch mitunter gar nichts voneinander mitbekommen haben und so. Und das war, glaube ich, eine, die wir so in unserem Blick oft einfach auch völlig übersehen haben. Deswegen würde ich schon sagen, ja, das sind die von Twitter.
38:51 Dennis Horn
Und die und also diese Fans, das ist halt ne, die haben eine Größendimension, die wir so nicht nachvollziehen können. Also das ist halt Wenn du so deutsche YouTube-CreatorInnen siehst, die gehen halt fast immer in das Fünft, wenn nicht sogar ins Sechststellige, in den Followings. Und da können einfach JournalistInnen oft nicht mithalten. Also Oder auch ein Jan Böhmermann, der meines Erachtens den größten deutschen Twitter-Account haben könnte. Der mit fast drei Millionen FollowerInnen, 2,7 Millionen FollowerInnen, das ist einfach eine Power die eben genau auf solche Leute zurückzuführen ist. Also das sind halt, äh, das ist die schweigende Masse, die halt vor allem Content konsumieren möchte.
39:31 Gavin Karlmeier
Dann macht noch eine interessante Theorie über den Algorithmus bei Threads eine Runde. Da heißt es, es kann auch sein Dass die algorithmisch gewichteten Inhalte irgendwann ausgehen, sodass der Newsfeed dann auf eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner umschaltet, wenn man zu viel gescrollt hat. Das entspricht so ein bisschen diesem Eindruck, den ich auch mal hatte. Du bist entweder in der einen Newsfeed-Umgebung, die sich nach deiner Hood anfühlt und der anderen. Oder der anderen. Und Adam Mossari hat darauf geantwortet, dass sei in dieser Form definitiv eine Sache. Und er schreibt aber. dass es bestimmt auch noch mehr gute Inhalte für einzelne Personen gibt, als Threads im Moment in der Lage seid zu finden. Und er sagt, so ein Newsfeed hat eigentlich zwei Sektionen oder zwei Aufgaben, die da passieren. Das eine ist das Sourcing möglicher Kandidaten, also Accounts, die du vorgelegt bekommen könntest. Und das zweite ist das Ranking. Und er sagt, dieses Sourcing möglicher Accounts und Kandidaten, das sei bei Threads im Moment noch relativ einfach im Algorithmus und da müsste dran gearbeitet werden. Ach, spannend. Und ich finde übrigens, weißt du, was ich interessant finde? Du hast ja bei, also wo ich das von Adam Musseri gerade vorlese, du hast ja bei. Bei Twitter oder in so einem Microblogging-Dienst eine andere Art zu posten. Ja, du hast, die ist mehr so ein bisschen wie eine Story, aber Alles, was visuell ist an Plattformen, so Facebook und Instagram, mit dem Newsfeed und mit den Storys und so, führt natürlich dazu, dass die Latte viel höher hängt, einen Inhalt zu veröffentlichen. Weil er ja immer nur funktioniert, wenn er auch eine visuelle Komponente hat und ordentlich ist und so. Und hier bei Threads wirkt diese komplette Chefetage von Meta plötzlich sehr viel transparenter. Weil meinem Eindruck nach die Latte, das zu veröffentlichen, sehr viel niedriger liegt als vorher. Das ist so lustig, dass das so. Auf den anderen Plattformen. Also, jetzt Mark Zuckerberg oder Adam Mossari Die können ja nicht bei Facebook fünfmal am Tag was posten. Da kommt vielleicht einmal am Tag was oder bei Instagram oder so. Und dadurch, dass die Plattform in ihrer Mechanik jetzt eine ganz andere ist als die Plattform, die Meta bisher hatte, führt das bei denen zu einer ganz anderen und Ich finde jetzt in den ersten Tagen, Sie haben es jetzt gerade auch leichter, bevor die Probleme auf der Plattform auch irgendwann auftauchen, aber zu einem sehr viel, einer sehr viel transparenteren Kommunikation für den Moment.
42:17 Dennis Horn
100% richtig, würde ich zustimmen. Was ich nur spannend finde, weil das, was du sagst, beobachte ich auch, aber aus einer anderen Richtung, dass diese stark algorithmische Timeline, dieser Wettbewerb darum Werde ich jetzt noch ausgespielt? Welcher meiner Postings wird ausgespielt? Dazu führt, dass ich deutlich achtsamer poste bei Threads, als ich das zu Hochzeiten bei Twitter getan hätte. Also bei Twitter hätte man auch mal so reingerotzt, sowas wie irgendeinen doofen Gedanken, irgendwas, was ein vielleicht auch das, was nicht mal besonders geistreich ist. So einfach irgendwas so weg. Und dieses, diese, diese, diese Gedanken müssen bei mir jetzt immer noch durch eine kleine Qualitätspforte, um bei Thread zu landen, weil ich das Gefühl habe, sie müssen dort Sie müssen dort schon alleine relativ schnell fliegen können. Und das hatte ich bei Twitter eigentlich früher nie.
43:19 Gavin Karlmeier
Ist das der Gedanke daran, dass da ein Algorithmus im Spiel ist?
43:22 Dennis Horn
Ja, auf jeden Fall.
43:25 Gavin Karlmeier
Aber ich glaube, es ist so, wie du beschreibst: ihr kommt, Adam, Mark und du, ihr kommt einfach aus unterschiedlichen Richtungen.
43:34 Dennis Horn
Ja, genau, aber wir treffen uns gerade in der Mitte. Und es tut uns allen, glaube ich, ganz gut, den beiden ein bisschen transparenter zu werden, ein bisschen mehr zu machen. Und Leuten wie mir tut es auch mal vielleicht ganz gut, eben doch nochmal einen kleinen Qualitätsfilter auf Inhalte zu legen.
43:47 Gavin Karlmeier
Was ist eigentlich mit Blue Sky? Taylor Lawrence schreibt dazu By Threats, dass bei Blue Sky, ich habe jetzt auch schon ein paar Tage nicht mehr reingeguckt, ich weiß gerade nicht, was da los ist, aber sie schreibt dass bei Blue Sky gerade ein bisschen Aufruhr ist, wegen Problemen bei der Content-Moderation. Und viele Nutzerinnen und Nutzer zum Posting-Streik Aufrufen, weil sie verärgert sind, dass Blue Sky ohne ein Team für Security, Trust and Security gestartet ist. Und jetzt einzelne Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel mit so Handles mit Schimpfwörtern oder dem N Wort ankommen Und man hat, also das ist bei Blue Sky keine neue Diskussion. Man hat schon wirklich vor einer ganzen Weile gesehen, dass Content-Moderation zu einem Thema wird. Ich habe grundsätzlich auch den Eindruck gehabt, die sind da schon ein wenig von ihrer ersten Philosophie. Da kümmern wir uns gar nicht drum, weil das Protokoll löst alles. Da mussten sie schon abrücken, haben ähm Da also schon so ein, zwei Dinge tun müssen, aber sind bei weitem nicht so ausgestattet, wie es für die Verhältnisse der Plattformen sein müsste. Also dieses Thema erwartet uns auch auf all den dezentralen Plattformen. Also ich würde sagen, dieser Ansatz, die Plattformen oder das Protokoll löst alles, den kann man mittlerweile auf jeden Fall schon als gescheitert betrachten.
45:26 Dennis Horn
Ja, würde ich zustimmen, weil auch je dezentraler, je offener, je weniger reglementiert einen Namen.
45:35 Gavin Karlmeier
Was Blue Sky ja noch nicht ist.
45:38 Dennis Horn
Ja, ja, das kommt dazu, genau. Aber je dezentraler, je offener eine Welt ist Umso mehr Einfallstore für Leute, die dort, Vorsicht, da kommt noch so ein Wort, Schindluder treiben wollen, desto größer ist dieses Einfallstor natürlich. Also Natürlich ist das Prinzip Fiddiverse, so wie wir es bei ActivityPub-Protokoll erleben, mit Mastodon erleben. Es gibt da Sicherheitsmechanismen, also wenn du erlebst, es gibt eine Instanz, auf der nur Desinformation und und im Mist. betrieben wird, dann wird die halt relativ schnell ausgesperrt und blockiert von den Instanzen und die taucht einfach nicht mehr auf. Das funktioniert. Aber das Problem, dass diese ganzen kleinen InstanzenbetreiberInnen ja auch Content-Moderation leisten müssen. Dafür gibt es noch keine perfekte Lösung jetzt gerade. Also die ich sag mal angreifbar sind die gerade alle noch, würde ich behaupten. Also jetzt mal abgesehen von der ganz großen bei der, glaube ich, die Reglementierungen relativ gut funktionieren, glaube ich, dass da noch, da ist noch viel Potenzial in der ganzen dezentralen Welt. Und vielleicht ist es deswegen auch, und da also Vor allem deswegen. Ich weiß, es gibt auch viele schwierige Punkte an diesen ganzen Threads, betritt die dezentrale Welt. Aber vielleicht ist es erstmal ganz gut, wenn einer der sehr großen Player, die dort in diesem Spiel mitspielen. wenn die auch den Overhead haben, um diese Content-Moderation zu leisten.
47:11 Gavin Karlmeier
So. Wir sind uns einig, Threads hat nach wie vor Chancen, Twitter den Todesstoß zu verpassen. Wir fragen uns aber gleichzeitig, kann das überhaupt noch der neue öffentliche Marktplatz werden, wie man so schön sagt.
47:23 Dennis Horn
Also ich finde diese Überlegung übrigens super spannend. Da überwerfen sich ja gerade auch diverse MeinungsjournalistInnen mit sehr heißen Takes von kann gar nicht das neue. Twitter werden, weil bis zu Twitter ist eigentlich schon längst tot. Ich beobachte so ein bisschen, dass bei Threads jetzt so die erste Euphorie so langsam ausplätsert. Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht. Dass man schon zu Inhalten kommt und die Frage ist halt jetzt, wie schnell schaffen wir es da wirklich einen Community-Gefühl reinzukriegen. Und das alles natürlich auch mit der Brille auf der Nase, dass man weiß, hier in Europa, in der EU gibt es das eigentlich alles noch gar nicht.
48:04 Gavin Karlmeier
Also ich bin mir ja unsicher, ob es Community braucht oder einfach Debatte. So. Aber, also. Wahrscheinlich reicht eins von beidem, damit das andere auch kommt. Ja, genau. So, und ein zentraler Ort für alle aber, also diese Frage finde ich interessant, weil also so haben wir Social Media in den ersten Jahren erlebt. Twitter war das bis zur Übernahme durch Elon Musk für mich nach wie vor. Und ich lese diesen sehr guten Newsletter von Johannes Kuhn aus dem Internetobservatorium, heißt er. Und der schreibt in seiner aktuellen Ausgabe darüber, fragt sich, ob Social Media noch der Ort sein muss, an dem alle sind. Hat auf jeden Fall Zweifel, dass wir nochmal einen dieser Orte bekommen werden. Er schreibt schon, bei Instagram würde das ja auch niemand mehr holen. Verlangen, spätestens bei TikTok oder seit TikTok sei die algorithmisierte Inhalteausspielung, so das Paradigma. Und Threads und auch Twitter gehen ja einen ähnlichen Weg und wählen die Timeline unabhängig vom Social Graph immer stärker. Und er schreibt kurz gesagt, das Gefühl, dass alle da sind, würde selbst dann nicht mehr einsetzen, wenn wirklich alle da wären. Weil die Algorithmen mittlerweile auch in so Microblogging-Diensten, die vorher chronologisch sortiert haben, einfach die Kontrolle haben. Und das klingt tatsächlich, schreibt er nach dem Ende einer Ära.
49:27 Dennis Horn
Ja, das finde ich super spannend. Vor allem finde ich das super spannend unter dem Gesichtspunkt wie Instagram mit dieser Herausforderung von einem personality-getriebenen Netzwerk zu einem content getriebenen Netzwerk zu werden, auch viele Feinde sich gemacht hat. Also wir erinnern an diesen Boykott im letzten oder im vorletzten Jahr, den Kim Kardashian unter anderem. befeuert hat, der dazu geführt hat, dass Instagram diese reine Entdecken oder Explorer-Timeline erstmal wieder zurückgefahren hat. Aber Instagram wäre das ja selber auch gerne gewesen, das neue TikTok, das neue Content for Graph sozusagen, selbst Und da hat das nicht funktioniert, weil die Leute bei Instagram sagen, ich möchte ja sehen, was die Leute posten, denen ich folge. Wir sehen das gleiche bei YouTube. Bei YouTube spielt es kaum noch eine Rolle, was du abonniert hast. Also wenn du die Startseite aufmachst. Dann baut sich die zusammen aus Empfehlungen, von denen YouTube weiß, dass sie dir gefallen werden. Unabhängig davon, wen du abonniert hast. Das ganze Internet rutscht gerade in so eine Richtung. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es immer einen Platz für diese Personality oder Graph oder wie auch immer man das nennen möchte, orientierten Netzwerke geben wird. Weil es ja durchaus auch einen Vorteil hat zu wissen, was die Leute. posten, den man folgt oder andersrum, die Leute zu kennen, dessen Inhalte man sich da anguckt. . Also ich glaube, da wird es immer ein Bedarf oder einen Markt für geben. Ich finde aber diese Beobachtung sehr spannend, weil man die nach meinem Ermessen auch jetzt gerade so ein bisschen andersrum erlebt und plötzlich versteht, warum ist es eigentlich so, dass uns da so viel Quatsch von irgendwelchen Leuten angezeigt wird. Weil damit ein Eindruck entsteht, es wären schon viel mehr Leute da, als eigentlich dort sind. Und das erlebt man, also in den USA braucht man es nicht, aber in Deutschland finde ich, funktioniert das noch ganz gut. Man hat das Gefühl, hier ist super viel los. Aber selbst die Sachen, die eigentlich, so bei denen man denkt, die werden jetzt gut performen, die erreichen dann vielleicht nur zwei, vielleicht sogar eine dreistellige Anzahl an Likes. Aber vielmehr ist einfach gerade noch nicht da zu holen, glaube ich. Und die dieses Gefühl widerspricht ja eigentlich dem Gefühl, dass man hat, wenn man so durch den Durch den Newsfeed scrollt und sieht, was eigentlich alles schon an Inhalten da ist und ach, und BMW ist da und Red Bull ist da und toll und alle sind da. Aber eigentlich sind eben auch noch nicht alle da.
51:47 Gavin Karlmeier
Und gleichzeitig übrigens keine so einfache Geschichte, eine solche Umgebung, weil die vergangenen Jahre zumindest bei Facebook und YouTube und Instagram zum Teil auch gezeigt haben. Dass Menschen Umgebungen, die so aussehen, als einen öffentlicheren Platz wahrnehmen, als er eigentlich für ihre Inhalte ist. Weißt du, was ich meine? Die Plattform bekommt den Charakter einer Öffentlichkeit und das führt dazu, dass ich mich mitunter nicht mehr traue, dort ranzuposten.
52:18 Dennis Horn
Ja, weil du das Gefühl hast, ich stelle mich jetzt auch nicht auf den Marktplatz und schreie.
52:21 Gavin Karlmeier
Ja, und das ist gar nicht so, weil natürlich weiter zum Beispiel Privatsphäre-Einstellungen gelten bei Facebook, wo ich sie ja recht modularisiert einstellen kann. Oder oder granular, wie wir Freunde der wissenschaftlichen Algorithmenforschung sagen.
52:37 Dennis Horn
Chemiker sein.
52:38 Gavin Karlmeier
Und bei Instagram oder so kommt es einfach auf deine FollowerInnen an. So und gleichzeitig vermittelt die Plattform dir aber einen ganz anderen Charakter. Und das Haben wir bei Facebook ja über die Jahre gesehen, dass Menschen sich auf dieser Plattform zum Beispiel, während sie sich zunehmend, ich sag mal, bei den Inhalten optisch professionalisiert hat, immer weniger aktiv unterwegs waren. So, und dann hat man immer gerätselt, woran es lag, und es gibt nicht wenige, die sagen, das hat einfach mit diesem öffentlichen Charakter der Plattform zu tun. Und dass Leute ihren Inhalt dazwischen dann einfach nicht sehen.
53:16 Dennis Horn
So spannend.
53:17 Gavin Karlmeier
Das ist natürlich eine schwierige Gradwanderung dann auch. für so einen Start einer Plattform wie Threads, da liegt jetzt vielleicht die Latte einfach niedriger, weil so eine Plattform im Microblogging so ist, wie wir sie eben beschrieben haben und auch Adam Mossari jetzt öfter twittert und oder Post-it, Verzeihung.
53:37 Dennis Horn
Threaded.
53:39 Gavin Karlmeier
Aber das kann auch eine Herausforderung sein, wollte ich sagen. Und das finde ich ja auch nochmal Einen interessanten Faktor.
53:47 Dennis Horn
Ja, ich finde diese Frage, die Kuhn da aufmacht, finde ich generell super spannend, weil sie, glaube ich, so ein Scheideweg des Social Webs generell ist. Also die Frage, wollen wir. Wollen wir nur Zerstreuung oder wollen wir uns vernetzen? Und es Netzwerke gibt, die eben ein bisschen mehr auf das eine setzen, Netzwerke, die ein bisschen mehr auf das andere setzen, aber Instagram eigentlich ziemlich genau auf dieser Schweißnaht balanciert. Und eigentlich gerne lieber ein bisschen mehr das erste wäre, ein bisschen mehr Zerstreuerung, Emotionen, Inhalte Und die Community zumindest bislang eigentlich eher ein bisschen mehr in die andere Richtung gezogen hat. Und wie das so ausgeht, das kennen wir noch aus den Überlegungen, dass Instagram eigentlich immer gerne mehr eine Videoplattform gewesen wäre. Aber die Leute das anfangs auch gar nicht so gerne haben wollten. Also ganz, ganz spannend und wird uns, glaube ich, auch noch lange begleiten, weil wir diese Diskussion, wir haben die hier schon mal aufgemacht. Da waren wir dann, ich erinnere mich beim. Da waren wir noch jünger. Ja, waren wir noch jünger, aber da sind wir beim Nibelungenlied gelandet dann in der Diskussion, weil ich gesagt habe, dass ich empfehle die Folge, die heißt die TikTokisierung von Twitter, dass das eine totale Grundsatzentscheidung für solche Netzwerke sein kann.
54:56 Gavin Karlmeier
Ganz spannend. So. Und vielleicht sprechen wir auch nächste Woche wieder drüber. Hier im Nach wie vor. Das müssen wir vielleicht auch nochmal. Heute sind die Radio-Erfolgszahlen rausgekommen von allen Sendern. Und auch wir sind nach wie vor der meistgehörte tägliche Podcast über Twitter in Deutschland.
55:15 Dennis Horn
Das ist tatsächlich so, ja. Also wir haben uns durchsetzen können. Also hat es sich gelohnt, die letzten sechs Wochen mit einem Hakendrenn Zeppelin über Deutschland zu fliegen.
55:25 Gavin Karlmeier
So. Und nächste Woche spielen wir hier den Geldregen mit euch.
55:29 Dennis Horn
Ab Montag geht's weiter. Und das geheimnisvolle Geräusch machen wir jetzt auch noch?
55:33 Gavin Karlmeier
Das haben wir im Jinge. Achso, stimmt.
55:36 Dennis Horn
Okay. Dann bis Montag.