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Folge 291 · 12. Juni 2024 · 54 Min.

Das Runde muss ins Dreckige

mit Nora Hespers

Wie viel Moral kennt eigentlich der Sport? Kurz vor der EM schauen wir auf ein paar Aspekte, die uns durchaus beschäftigen sollten – weil es sonst niemanden beschäftigt. Ganz so, wie der Umgang mit Hass auf X – HateAid klagt sich also zu einer Lösung, die uns allen am Ende zu Gute kommt.

Und, weil wir auch Dienstleister sind, na klar, haben wir die heißesten Infos darüber, wie Instagram eigentlich mit seinem Content so umgeht – und worauf alle achten müssen, die ihn dort erstellen oder verbreiten.

➡️ Adam Mosseri bei Colin and Samir: https://www.youtube.com/watch?v=HDzhA_UFrnA

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Nora

00:07 Nora Hespers

Hallo Gavin.

00:08 Gavin Karlmeier

Ich stell dich kurz vor, du bist Nora Hespers, du bist Podcasterin, freie Journalistin und das alles verbindest du in ganz vielen spannenden Themen und eins dieser Themen ist der Sport. Und wenn wir, also indem du zum Beispiel den Sport Insight Podcast mithostest und wenn wir das mal alles so zusammenbappen, muss man sagen, es sind spannende Tage gerade für euch, oder? Für alle, die im Sport arbeiten, nicht nur weil übermorgen die EM startet.

00:32 Nora Hespers

Es ist eine spannende Zeit, grundsätzlich für den Sport zu arbeiten, ja. Also grundsätzlich eben zu gucken, eben, wie agieren Verbände, wie agieren Vereine, was ist auf der Welt los. Das spiegelt sich alles im Sport wider. Natürlich macht es das doppelt spannend, da jetzt hinzugucken. Also auch neben dem Feld auf dem Platz interessiert mich. Tatsächlich gar nicht mehr so dolle.

00:55 Gavin Karlmeier

Muss ich das Thema des eventuell oder wahrscheinlich misslungenen Sportschau-Postes einmal ansprechen?

01:02 Nora Hespers

Das kannst du gerne machen, wenn dir danach ist. Du müsstest dann ein bisschen kurz atmen.

01:07 Gavin Karlmeier

Ja, und würdest du, kriegst du das einmal eingeordnet, um das einmal zu erklären? Du würdest du bist wahrscheinlich mehr im Thema als ich.

01:14 Nora Hespers

Ja, ich glaube, das kriege ich ganz gut eingeordnet. Und zwar geht es darum, dass mein Kollege Philipp Avonou, der hat eine Doku gemacht Einigkeit und Recht und Vielfalt. Da geht es um die Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft von den 90ern über die 2000er bis heute und darum, wie da Vielfalt ab abgebildet ist und was das auch für einen Effekt hatte oder eine Wechselwirkung mit einer Vielfaltgesellschaft, in der wir leben. Und innerhalb dieser Doku ist dann irgendwann, das ist so ein ganz kleiner Teil, ist dann irgendwann eine Umfrage gemacht worden. Und in dieser Umfrage ist dann rausgekommen, dass Menschen tatsächlich noch Deutsch sein mit der Hautfarbe in Verbindung bringen. Also Deutschse ist für diese Menschen Weiß sein. Wenn nicht weiß ist, kann nicht deutsch sein. Das ist in vielen Köpfen verankert. Ich glaube, ich muss nicht erklären, wo das herkommt. Manche ist es auch übrigens gar nicht bewusst, ne? Also, aber da wurde sehr bewusst angesprochen. Und um jetzt zu überprüfen, ist dieses, ist dieser Wunsch nach, ich sag mal, hellhäutigen Spielern in der deutschen Nationalmannschaft oder mehr hellhäutigen Spielern in der deutschen Nationalmannschaft Ist es eine Einzelmeinung oder ist diese Haltung weiter verbreitet? Ist eine Umfrage gemacht worden mit Infratest DIMA? So, das gehört zum Bereich der Attitude-Forschung und da werden eben sehr spitz auf Fragen gestellt, die so ein bisschen unterschwellig suggerieren, derjenige, der die Frage stellt, vertritt die Meinung auch. Man möchte damit die Hemmschwelle senken, dass Leute mit rassistischen Einstellungen. Stellungen, die sie nennen. Weil oft ist es so durchsichtig, und dann sagt man ja: Also es gibt ja diesen Faktor der sozialen Erwünschtheit, ne? Also man antwortet, wie es sozial erwünscht ist, und nicht das, was man wirklich denkt.

02:53 Gavin Karlmeier

Und diese Schwelle will man durch die von Wahlumfragen kennt, warum die AfD in Wahlumfragen oft schlechter abschneidet als in der tatsächlichen Wahl.

03:01 Nora Hespers

Genau, richtig. Also, das ist die Frage der sozialen Erwünschtheit und um diese Barriere abzubauen, stellt man Fragen Die dann den Rassismus schon beinhalten. So, und diese ganze, das ist wirklich ein winziger Part von der Doku, und in der Doku ergibt es einfach deshalb Sinn, weil die Person, die sich da rassistisch äußert, Gegenüber Philipp Avonou. Er spricht halt Philipp ab, dass man eben als nicht-weißer Mensch deutsch sein kann. Und das ist halt sehr persönlich an der Stelle. Um das einzuordnen, weil der Mann auch mit einem Ich sage jetzt Ostdeutschen als Akzent, weil ich ihn nicht zuordnen kann. Das mögen Ostdeutsche nicht gerne, das weiß ich, aber ich weiß nicht, welchen Dialekt er da wirklich spricht, deswegen fasse ich das ein bisschen größer. Um nicht wieder zu sagen, die im Osten sind alle rassistisch, was ja ein Vorurteil ist, hat man dann eine Umfrage gestattet, um zu gucken, wie weit verbreitet ist diese Meinung innerhalb Deutschlands. Und dann hat man auch geguckt, wie viele der Leute, die diese Meinung vertreten, sind am Ende AfD-WählerInnen. Aber wie gesagt, das ist ein winziger Teil in der Doku und in der Doku hat er einfach. Nur oder hat diese Umfrage die Funktion, sozusagen die Erfahrung des Autors während der Doku auf breitere Füße zu stellen. Also zuzusagen, das hat eine breitere Basis. Das ist jetzt kein Einzelfall, so was solche Meinungen sind eben Weiter verbreitet in Deutschland, als man denkt. Und dann hat man zum Start der Doku versucht, irgendwie große Aufmerksamkeit für diese Doku zu gewinnen. Und ist dann aber unglücklicherweise Ohne eine Erklärung und Kontextualisierung ausschließlich mit dem Ergebnis dieser Umfrage auf Social Media gegangen. Mit dem Sportschau-Account, mit dem Tagesschau-Account und mit dem Monitor-Account. Und weil der Kontext und Hintergrund der Umfrage nicht bekannt war, stand da einfach nur sozusagen auf einem Bild eine rassistische Aussage mit dem Hinweis darauf, dass 20 Prozent der Deutschen dieser rassistischen Aussage zustimmen, kurz gefasst. Das hat dann für Empörung gesorgt, weil alle gesagt haben, was macht ihr da? Ihr reproduziert Rassismus. Das geht so nicht. Und das ist, das hat wirklich Wellen geschlagen. Und dann ging es halt darum, dass man sagte, so eine Frage darf man nicht stellen. Ja, die Umfrage ist kacke, so eine Frage darf man gar nicht erstellen. Warum macht ihr das? Und das ist auch verständlich, weil es eben nicht in den Kontext der Doku eingeordnet war. Die Doku stand dann, also der Hinweis auf die Doku stand. Klein unter den Füßen der Spieler auf diesem Bild, das hat man nicht mehr wahrgenommen. Auch in der Caption wurde das eingeordnet, aber auch bis man da war, hat man das nicht mehr wahrgenommen. Da war man schon sozusagen auf 180. Und das ist insofern schade, weil die Doku wirklich eine leise, sehr vielschichtige, vielperspektivische Doku ist, die ganz viele Stimmen zu Wort Kommen lässt, die auf der Suche ist, die sagt, es gibt Dinge, die sind besser geworden in dieser Gesellschaft, es gibt Dinge, die sind schlechter geworden in dieser Gesellschaft. Aber da wird eine Bandbreite dargestellt und so wurde das halt sehr zugespitzt. Was dazu führt, dass jetzt alle vor allen Dingen über die Umfrage reden und nicht über die Doku. Jetzt muss man dazu sagen, da zeigt sich einfach, wie es sich schon mehrfach gezeigt hat, ich sage nur Hashtag Umweltsau. Dinge aus dem Kontext reißen, in denen sie gehören, ist schwierig auf Social Media. Kontext herstellen aber auch. Das heißt, es braucht einfach, viele Dinge brauchen einfach Kontext, um sie zu verstehen. Und das ist in dem Fall leider nicht gut gelungen. Das wissen auch mittlerweile die MacherInnen, also diejenigen, die sich für diesen Post entschieden haben. Und dann kann man eigentlich nur noch hingehen und versuchen, das zu kommunizieren, das in den Kontext wiederherzustellen, aber man rennt halt immer hinterher. Die Diskussion ist schon gelaufen, auch dadurch, dass zum Beispiel Josua Kimmig und Bundestrainer Julia Nagelsmann sich dazu öffentlich geäußert haben, dann gesagt haben: von so einer Scheißumfrage oder von so einer Scheißfrage wollen sie nie wieder was hören. Sie glauben damit, sich gegen Rassismus zu stellen. Was sie sagen, ist aber, wir wollen davon nichts hören, solange EM ist. Lasst uns mit diesen Themen Ruhe. Das ist ein bisschen traurig, weil Jonathan auch Teil der Nationalmannschaft, Teil in dieser Doku ist, also auch sich in dieser Doku zu Rassismus äußert. Und ich muss sagen, wenn dann zwei weiße Dudes aus der Nationalmannschaft nach vorne treten, Und ihrem eigenen Spiel an den Rücken fallen im Prinzip, ist das vielleicht auch nicht so klug. Also vielleicht hätte man dann doch irgendwie Menschen fragen sollen, die daran beteiligt werden. fand.

07:20 Gavin Karlmeier

Ja, vielleicht mal die Druck gucken, wäre vielleicht die erste Maßnahme gewesen.

07:24 Nora Hespers

Möglicherweise oder einfach sagen, man ist einfach schockiert über diese. Ergebnisse, man ist nicht, man findet nicht gut, wie es kommuniziert worden ist, aber grundsätzlich steht man hinter seinen oder vor seinen eigenen Spielern. An der Stelle, ja. So. Und das ist ja auch eine Kommunikation, die man da anregen kann.

07:40 Gavin Karlmeier

Ja, was man da, glaube ich, vor allem rausziehen muss, ist ja die Frage nach wie viel Verkürzungen. Also wie weit kann man eigentlich diesen Kompromissspielball eigentlich mitspielen, dass man sagt, auf der einen Seite, funktioniert Social Media immer nur über Verkürzung? Weil wenn du den kompletten Kontext, so wie du ihn jetzt gerade hierher geleitet hast, Wenn du den in diesem Instagram-Post abgebildet hättest, hättest niemand mitbekommen. Auf der anderen Seite ist natürlich die Aussage dieses Postings, wenn du mal diese Implizierende Fragestellung einfach mal ausblenden würdest, sondern den tatsächlichen Fakt, dass 20% dieser Aussage zustimmen, ist ja erschreckend genug. Also wahrscheinlich ist einfach, also am Ende war es ja einfach eine wahnsinnig misslungene Umsetzung eines wahnsinnig relevanten und wichtigen Themas.

08:26 Nora Hespers

Absolut. Also es ist einfach wirklich unglücklich gelaufen, was das angeht. Ich unterstelle auch niemand eine böse Absicht oder so. Also es ist einfach an der Stelle. Vielleicht nicht genug Sensibilität dafür gehabt, wie viel Kontext dieses Thema braucht, um eben nicht Rassismus zu reproduzieren. So, es ist wie gesagt, es ist halt jetzt passiert und das, was ich daran so schade finde, ist, dass alle nur über diese Umfrage reden und keiner über diese wirklich wahnsinnig gute, toll erzählte, ruhige kreativ umgesetzte Doku, die uns ganz viel über das Land verrät, in dem wir leben und auch über die Menschen, die in diesem Land leben und was sie machen. Und das ist ja Das, was eigentlich zählt, finde ich jetzt.

09:11 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Ich finde aber diese Frage, die ist das ich also Mit Blick auf die EM, auf die Tatsache, wie in der Europawahl abgestimmt wurde und die Tatsache, dass wir jetzt ab nächster Woche wieder wahnsinnig viele Deutsche mit deutschen Flaggen durch die Straßen laufen sehen. Man kann da Bauchschmerzen auch empfinden bei dem ganzen Thema.

09:34 Nora Hespers

Man sollte unbedingt Bauchschmerzen empfinden bei dem ganzen Thema. Also so ist das nicht, aber es reicht halt auch. An der Stelle, die Empörung alleine reicht halt nicht. Also es zeigt sich an vielen Stellen, wie sehr die Rassismusdiskussion in Deutschland noch hinterherhing, zum Beispiel zu der Diskussion, In den USA oder zu den Veröffentlichungen, wir hängen ungefähr 30 Jahre hinterher, hinter diesen Debatten, wie gering das Bewusstsein ist. Und ich am Ende Eigentlich finde ich es ganz gut, dass so viele Leute sich empört haben und gesagt haben, das ist rassistisch. Das zeigt einfach, dass es da eine Sensibilität für gibt. Das ist ja grundsätzlich erstmal was Gutes. Es ist auch gut, dass dann darüber diskutiert wird, dass das in der Redaktion zurückgespiegelt worden ist, dass darüber gesprochen wird. Also grundsätzlich erstmal Ähm gut, an der Stelle ist es eben schade im Hinblick auf die Doku, dass so viel über die Umfrage reden und so wenig über die Doku an sich, die einfach Und bestimmt bin ich da vorbelastet, weil ich natürlich mit Philipp auch gemeinsam Podcasts mache und seine Arbeit kenne, aber Ich schätze einfach wirklich sehr, wie ausgewogen, wie vielschichtig der seine Arbeit macht. Das ist einfach wirklich ein guter Journalist und mir tut es dann einfach leid, wenn dann so ein Social Media Faux pas dafür sorgt, dass eben der Fokus so ein bisschen weggenommen wird. Ich meine, vielleicht ist es auch gut gewesen, vielleicht hat dadurch die Doku dann am Ende doch die Aufmerksamkeit bekommen. Die sie hätte haben sollen, das weiß man nicht. Also ich weiß nicht, wie da die Conversion Rate war, aber ja. Das ist ja die Währung. Genau. Aber es ist halt, ja, es ist einfach ein zweischneidiges Schwert. Also willst du Reichweite? Willst du was? Gehst du mit starken Thesen rein? Willst du Kontext? Riskierst du einfach? Dass du unter ferner Liefen läufst, zumal wir ja das Problem haben, dass politische Inhalte eingeschränkt werden. Und ich glaube, die Schwelle ist da locker geknackt worden. Also da Das war nicht mehr runterzudrücken.

11:37 Gavin Karlmeier

Nee, ich finde das schön, sowas mal hier als kleines Fenster mitzunehmen, weil wir ja immer sehr viel so ganz generell über Netzwerke und ihre Funktionsweisen sprechen und welche Auswirkungen sie auf uns als Gesellschaft oder auf die Wirtschaft oder auf die Politik haben. Aber ganz selten nehmen wir mal so kleine Dinge, die in diesen Netzwerken passieren, zum Anlass, uns da mal unseren kleinen Deep Dive zu trauen. Und das fand ich jetzt mega, mega spannend. Vielen Dank, Nora. Also das ist schon mal bevor wir. Ja, unbedingt.

12:05 Nora Hespers

Noch eine Sache würde ich total gerne ergänzen. Also Bei all der Aufregung und Empörung, die da ist, ne? Ich war auch sehr hart in meiner Kritik, das dürfen wir im Kolleginnenkreis. Man darf nicht vergessen, dass die Menschen, die es dann abkriegen, das Community Management, die haben dann echt harte Tage. in aller Regel wirklich Menschen, die Sachen abkriegen, für die sie erstmal, also ne, sie haben das nicht kommuniziert, sie mussten es halt abfangen, sie müssen das dann regeln und moderieren und das ist halt einfach ein krasser Job und ich möchte allen Menschen sagen, die im Internet Dinge kommentieren, denkt bitte daran, da sitzen oft Community-ManagerInnen, die müssen eure Hass-Tiraden, euren Hate, eure schlechte Laune Die müssen das alles lesen und das beeinflusst Menschen. Also auch das ist schon eigentlich ein Grund, auf so Unternehmensseiten oder auf so Medienseiten möglichst Sachlich zu kommentieren, damit die Leute, die das lesen müssen, die für die Inhalte oft nicht verantwortlich sind, nicht mit so schlechter Laune nach Hause gehen. Das beeinflusst einen schon krass.

13:11 Gavin Karlmeier

Ja, und auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass wir endlich begreifen müssen, und viele tun das schon, ich merke das immer mehr, aber noch nicht alle, dass Community Management ein Job ist, der mit der Psyche was macht. Also wenn da jemand vier, fünf, sechs, sieben, acht Stunden lang Hass und Beleidigungen liest, dann geht das nicht an den Menschen vorüber und wenn er das fünf Tage die Woche macht, noch viel weniger. Und es gibt längst in jeder, hoffentlich in jeder, zumindest in den meisten, die ich kenne, sozialtherapeutischen Einrichtungen gibt es Supervisionen, wo einmal im Monat oder alle zwei Wochen oder vielleicht auch nur alle zwei Monate mal jemand kommt, der beruflich mit Menschen spricht und sich das anhört und sagt und das spiegelt und auch sagt, dass du vielleicht nicht scheiße bist und vom Staat finanziert bist, um nur die harmlosesten Dinge zu nennen, die man da so die ganze Zeit um die Ohren geflogen kriegt. Das ist super wichtig, dass man sich da auch um die mentale Gesundheit seiner Community ManagerInnen kümmert.

14:07 Nora Hespers

Genau, aber dass da ja wir alle im Netz unterwegs sind und kommentieren vielleicht auch an jede und jeden Einzelnen von uns der Hinweis, ne? Also Auch Menschen, die für Medien arbeiten, sind Menschen und nehmen das in Zweifel persönlich. Und wenn das ist einfach dann an solchen Tagen Wirklich stressig. Also geht nett um da. Auch wenn ihr deutlich seid in eurer Kritik, habt im Kopf, da sitzen noch Menschen dahinter, die das alles lesen und managen und macht ihn nicht kaputt.

14:36 Gavin Karlmeier

Ich sehe schon morgen die Zitatgrafik, wo einfach nur drin steht, auch Menschen in den Medien arbeiten sind Menschen.

14:45 Nora Hespers

Ja, aber das wird einem schon, das wird einem schon, naja, aber das wird gerne vergessen. Wir sitzen an unserem Bildschirm und wir vergessen, dass dahinter auf der anderen Seite eben auch Menschen sitzen. Das ist. schon immer so, und das ist auch schon immer, seit ich Community Management mache, versuche ich Leuten zu sagen: Atmet kurz durch, denkt dran, auf der anderen Seite sitzt ein anderer Mensch und liest das. So, ja, das denkt es, auch wenn der Sport draufsteht.

15:09 Gavin Karlmeier

Jetzt kommt die Überleitung aus der Hölle. Es ist noch eine Frage der Zeit, wie lange da noch Menschen sind. Denn Apple hat gestern Apple Intelligence vorgestellt. Wir haben da hier drüber gesprochen. Toll, ne? Eine eigene Möglichkeit, dass man, also ich habe gestern schon so salopp, also vorgestern, wenn ihr das gehört, am Montagabend während der WWDC Präsentation habe ich schon so salopp ins Internet reingeschrieben, dass diese Vision von Bots, die sich mit Bots unterhalten, immer näher kommt. Wenn wir jetzt nicht nur die E-Mail von KI schreiben lassen können, sondern auch direkt automatisiert beantworten lassen können, dann müssen wir uns um gar nichts mehr kümmern. Also irgendjemand hat mir da gestern. . Ich glaube, Thomas Gigold hat mir darunter ein Comic gepostet, bei dem gezeigt wurde, wie einfach jemand aus Bullet Points mit ChatGPT eine E Mail macht und auf der anderen Seite aus der E-Mail wieder mit ChatGPT Bullet Points gemacht werden. Und eigentlich ist es genau. Genau so inzwischen. Was Apple dabei aber auch vorgestellt hat und warum ich das überhaupt erzähle, ist eben eine Verzahnung des eigenen Bots Siri. Abgesehen davon, dass Siri schlau wird und Siri jetzt irgendwie Kontext versteht plötzlich, dass du aber eben auch Hinweise oder Nachfragen, Requests von Siri an ChatGPT weiterleiten lassen kannst. Und Elon Musk hat es zum Anlass genommen, sich im Internet ganz schön darüber aufzuregen. Und ja, ich weiß, wir wollen nicht über jeden Stock springen, den Elon Musk hinhält. Und in der Regel, viele blenden wir auch schon aus. Wenn ihr mal auf seinen Twitter-Account geht, sie dir über vieles sprechen wir wirklich nicht. Aber Elon Musk hat angekündigt, dass Apple-Geräte wegen dieser Verzahnung mit OpenAI und dahinter steckt ja natürlich diese eigentliche Rivalität mit diesem ursprünglichen Unternehmen, das er mal mitgegründet hat, und der Überlegung, dass sein eigenes XAI Ja, sowieso viel besser ist und nicht so gefährlich für die Welt, warum auch immer er darauf kommt. Vielleicht weil es nicht so gut ist, einfach dass die, dass er sagt, alle Geräte, die, also alle Apple-Geräte werden in sein Unternehmen ab sofort verbannt wegen dieser Zusammenarbeit mit OpenAI. Das ist ein nicht akzeptierbarer Sicherheitseingriff oder Verstoß gegen die Sicherheiten. Und alle BesucherInnen müssen ihre Apple-Geräte an der Tür abgeben. Und diese werden dann in einem faradaischen Käfig gelagert, während sie das Unternehmen besuchen. Weil er offenbar, also er möchte das nicht. Interessant ist aber. . Er möchte das nicht. Er hat aber auch so Thesen aufgestellt, wie zum Beispiel es ist Absurd, dass Apple nicht smart genug ist, eine eigene AI auf die Beine zu stellen, sagt er. Und wurde dann sofort von seiner eigenen Plattform eingefangen, indem es Community Node Gab, in dem drin stand, Apple hat ein eigenes Modell vorgestellt mit circa drei Milliarden Parametern. Nur für Tasks, die mehr Computerzeit benötigen, wird OpenAI überhaupt in Anspruch genommen. Oder wo Elon Musk geschrieben hat, hey, Apple benutzt die Worte Protect Your Privacy. Gleichzeitig erreichen sie die Daten aber an eine AI weiter, die Sie selber nicht verstehen. Das ist nicht. . Privacy protecten. Auch da direkt Community Note drunter und wo gesagt wird, also du wirst jedes Mal gefragt, ob du deine Daten und welche Daten überhaupt an ChatGPT weitergibst. Das heißt, Elon Musk versucht gerade ehrlicherweise ziemlich stark die Diskussion zu derailen, falsche Thesen aufzustellen, um Apple hier zu diffamieren, um natürlich über Bande OpenAI weiter in den Dreck zu ziehen. Und wird aber dabei nur von seinen eigenen Community-Notes aufgehalten. Und die spannende Frage ist ja, wenn diese Folge hier erscheint, wir nehmen sie auf am Dienstagabend um 20 Uhr, ob diese Community-Notes dann immer noch dort stehen nach Release dieser Episode.

18:39 Nora Hespers

Kann er da, also kann er da selber oder hat er in der Vergangenheit schon selber Community Notes entfernen lassen? Ah, okay.

18:45 Gavin Karlmeier

Also wir wissen das nicht.

18:46 Nora Hespers

Ich verfolge dir das nicht mehr so schlimm. Es ist einfach zu anstrengend.

18:49 Gavin Karlmeier

Ich kann das gut verstehen. Also wir wissen es nicht sicher, was wir aber wissen, ist, dass Community-Nodes auf seinem Account öfter mal verschwunden sind. Wieso auch immer. Kann natürlich auch sein, dass sie wahnsinnig viele Leute als nicht hilfreich kategorisiert haben.

19:02 Nora Hespers

Werden diese Community-Notes von AI gemacht oder von der Community?

19:06 Gavin Karlmeier

Die werden noch von der Community gemacht. Noch.

19:09 Nora Hespers

Ich fände es sehr spannend, wenn sie ChatGPT macht.

19:13 Gavin Karlmeier

Jill Cummings hat auf Threads aber dazu zu diesem ganzen Themenkomplex geschrieben, wenn. Elon wirklich einen Punkt gegen Apple machen möchte, sollte er einfach Ex aus den App Stores entfernen. Das wird Tim Cook eine Lehre sein. Ich finde, Ja, aber also dieses ganze Feld, ich glaube, dass das gerade erst anfängt und deswegen, also deswegen war mir jetzt wichtig, das mitzubringen, weil ich glaube, der Kampf Elon Musk gegen Apple geht jetzt hier in eine neue Runde.

19:41 Nora Hespers

Möglicherweise, ja.

19:43 Gavin Karlmeier

Okay, ich merke da nicht.

19:45 Nora Hespers

Ich habe die Runden nicht gezählt, in denen die sind. Ich ist auch einfach, ich finde das mittlerweile so, das ist halt einfach. Kinderkram, das ist so, ich muss mich jetzt aufregen, ich beleidigte Trotzphase, die nicht enden will und die auch einfach nur mit Ja, ganz ehrlich, mit Lügen geführt wird und es ist einfach ermüdend. Also, ich finde das total ermüdend und es interessiert mich immer weniger, was er sagt, und ich weiß auch gar nicht, wie viel Impact das am Ende hat. Also zittert Apple jetzt?

20:13 Gavin Karlmeier

Nein, wahrscheinlich nicht. Aber ich würde. Aber trotzdem würde ich zumindest die These aufstellen, dass Elon Musk jünger Ich wollte es fast gendern, aber ich glaube, das muss ich nicht. Dass Elon Musk, Jünger, dass das durchaus eine Rolle spielen kann für Apple, also natürlich nicht in signifikanten Verkaufszahlen. Aber zumindest in der Außendarstellung und dass Apple eigentlich kein Interesse hat, es sich mit Elon Musk zu verschärzen. Zumindest sah das so in der Vergangenheit danach aus. Also als Apple zum Beispiel diese Sondergenehmigung eingeräumt hat, dass XX heißen darf im App Store. Obwohl der Name eigentlich zu kurz ist und so. Also sie haben schon immer mal wieder zumindest Handreichungen dargeboten. Und es gab ja auch immer mal wieder Werbungen, die Apple weiterhin auf Ex geschaltet hat. Also wir erinnern uns daran, dass die Science Fiction-Serie Silo von Apple TV Plus, dass die erste Folge in voller Länge dann noch auf X als Video ausgespielt wurde Also es gibt da durchaus den Wunsch, offenbar seitens Apple X nicht ganz zu vernachlässigen, weil da offenbar wichtiges Publikum nach wie vor ist in den USA. Und das könnte aber hier sozusagen doch zum leichten Reißen am Tischtuch führen.

21:24 Nora Hespers

Möglicherweise, ne? Also mal gucken, wer gewinnt bei diesen Reißen oder ob das Tisch durchreißt.

21:31 Gavin Karlmeier

Wir wissen es nicht.

21:33 Nora Hespers

Wer wie ihn über den Tisch zieht.

21:35 Gavin Karlmeier

Bevor es reist? Stimmt. Oh, jetzt steht es aber. Also wir verlieren uns hier in Metaphern. Ich habe noch eine Geschichte mitgebracht und zwar fängt sie schon an am 4.

21:45 Nora Hespers

Achso, ich dachte noch eine Metapher.

21:46 Gavin Karlmeier

Nee, noch zum Glück nicht. Nein, nein. Ich habe mein Germanistikstudium ja vorzeitig abgebrochen, deswegen bin ich nicht so gut darin. Also, am 24. Januar 2021 haben HateAid gemeinsam mit der European Union of Jewish Students, also die Vereinigung jüdischer StudentInnen in Europa Klage vor dem Landgericht Berlin gegen Twitter eingereicht, weil sie gesagt haben, dass auf Twitter strafbare, antisemitische und volksverhetzende Tweets online sind, die unter anderem Verharmlosung und Leugnung der Schwa mit sich bringen. Und die Überlegung von Hate Aid oder die Forderung von Hate Aid ist eigentlich A, dass sie gerichtlich klären lassen wollen, ob Nutzende die Entfernung von strafbaren Inhalten, wie zum Beispiel Show-A-Leugnungen, von Twitter verlangen können, auch wenn sie nicht selbst unmittelbar beleidigt oder bedroht werden, was sehr oft der Fall ist. Wenn du etwas meldest zum Beispiel, dann wirst du gefragt, Geht es um dich oder um jemand anderen? Und ob die ob das dann auch weitreichender für NGOs gilt. Also ob HateAid theoretisch rechtlich dazu in der Lage ist, die Löschungen strafbarer Inhalte, die sie nicht in erster Linie betreffen, fordern dürfen, einfordern können. So, und es gibt ja jetzt ein kleines Update zu diesem Fall. Ich bin mir ehrlicherweise nicht sicher, ob wir da letztes Jahr drüber gesprochen haben oder nicht. Es gab sehr viele Gerichtsprozesse, die gegen Elon Musk angeschränkt wurden und gegen Twitter. Aber es gibt gerade ein möglicherweise Problem. Das war übrigens bei uns, der Krankenwagen, des Martins Horn. Und zwar, ich habe gelernt, das soll man immer sagen, damit Leute, die zuhören glauben, dass es bei Ihnen ist. Ja, toll. Und zwar gibt es jetzt ein Update und zwar schreibt HateAid selber, bereits im Vorfeld versuchte die Plattform X, das Verfahren erheblich zu verzögern und sich der Verantwortung für illegale Inhalte zu entziehen. Beim Gerichtstermin zog X die Zuständigkeit der deutschen Justiz generell in Zweifel. Als Grund führte die Plattform an, dass das Verfahren strategisch geführt werde und die Klägerinnen keine gewöhnlichen Nutzenden seien. Das Gericht muss nun entscheiden, ob es dem folgt. Im schlimmsten Fall würde dies bedeuten, dass strategische Prozessführung gegen X nur in Irland stattfinden könnte, weil sie dort ihren Sitz haben. Die Entscheidung wird in wenigen Wochen erwartet. Hate-Aid und EUJS sind bereit, also die European Union auf Jewish Students, durch alle Instanzen zu gehen, schreiben sie. Ich finde, das ist ein wahnsinnig spannender Fall, der ja im Zweifel auch über diesen konkreten Fall selber hinausstrahlen kann, weil das ja bedeutet, dass es tatsächlich beispielsweise für HateAid die Möglichkeit gäbe, das Community Management für Ex zu übernehmen, weil Ex es ja selber nicht mehr leisten kann.

24:24 Nora Hespers

Ja, das Community Management für Ex zu übernehmen, aber da gibt es ja so mehrere Fallstricke auch. Genau, Content Moderation. Und oder sie zu zwingen, Content-Moderation zu machen, weil ich glaube, das dauernde Klagen, das ist ja nicht hilfreich. Also wenn du erstmal klagen musst, dann dauert es ja ewig, bis so ein Inhalt entfernt ist, mal davon abgehängt. Abgesehen, dass er auf Elon Musk denn einige Tweets löschen müsste, aber mal davon abgesehen. Das Interessante ist ja, dass das auch immer die Frage ist, wo ist es strafbar? Also in welchem Land ist es abgesetzt, auf welchen Servern hat es statt gefunden, welche Gesetze gelten in dem jeweiligen Land, ist Antisemitismus in gleicher Weise strafbar, also auch Holocaust-Leugnung ist nicht überall in gleicher Weise strafbar. Und das macht halt einen Riesenunterschied, auf wo du klagst. Wenn jetzt auch noch einen Unterschied macht, wer klagt, also wann darf ich mich persönlich eigentlich ein, also wann bin ich persönlich gemeint bei Holocaust-Leugnung? Ich würde sagen. Alle Menschen, die jüdisch sind, dürften dann eigentlich klagen, weil sie dann persönlich betroffen sind, auch wenn sie nicht namentlich genannt sind. Also, das ist aber ich Ich bin jetzt juristisch, weiß ich nicht, ob das dann zutrifft, aber es ist schon interessant zu gucken, wie wird das eingeschätzt und was sind da eigentlich die weiteren Schritte, die da unternommen werden und welche Bereiche trifft das? Also Das Interessante ist ja auch, dass zum Beispiel, selbst als Twitter noch Twitter hieß und nicht Elon Musk gehört, es total schwierig war, antisemitische Inhalte löschen zu lassen oder zu melden. Also, ich habe wirklich krasse Sachen gemeldet, und da wurde relativ regelmäßig zurückgemeldet, dass das kein nicht Gesetzeswidrig ist. Also zum Beispiel Hakenkreuze in Israelflaggen.

26:04 Speaker 3

Mhm.

26:04 Nora Hespers

Also, ja, fand Twitter okay. Hatte dann, haben die dann später doch gelöscht, aber das wird.

26:11 Gavin Karlmeier

Ja, aber zu spät. Also offen kommt.

26:14 Nora Hespers

Es hat mehrfach gemeldet, Morton. Also manchmal hat es eben einfach die Menge der Meldungen gemacht und nicht die Meldung an sich.

26:20 Gavin Karlmeier

Also ich finde auch, dass das so, das ist jetzt fast eine philosophische Frage, die da dran hängt. Aber es gibt ja, ich glaube, das ist so eine dieser juristischen Grundsätze, dass das Gericht oder das Gesetz als solches nur so wenig, also dass es nur so wenig Gesetze bedarf, wie mindestnötig, maximalst nötig. Also was ich damit sagen möchte, eigentlich wird erstmal von der Freiheit des Einzelnen und der Einzelnen ausgegangen. Und immer dann, wenn du irgendetwas regulieren musst, dann brauchst du dafür ein Gesetz, aber es ist nicht so, dass Gesetze gemacht werden, um Leute zu drangsalieren zum Beispiel. Das ist so einer der Grundsätze der Gesetzgebung. Und Sage ich jetzt behaupte ich einfach, aber ich habe also.

27:02 Nora Hespers

Sie sind Juristen anwesend, Juristinnen.

27:05 Gavin Karlmeier

Aber was hier ja passiert, ist ja, dass man genau diesen Grundsatz und die grundsätzliche Frage dahinter, wofür es Gerichte eigentlich auch. Braucht, um Missverständnisse oder auch Unklarheiten zu beseitigen, dass das hier genauso eben genutzt wird, dass gesagt wird, wir ziehen jetzt hier vors Gericht. Weil wir selber sagen, wir wissen nicht, wie die gesetzliche Grundlage ist. Das ist nicht geklärt Gleichzeitig stellen wir aber fest, ex selber kommt dem nicht nach. Ex selber, das sagt auch Josephine Ballon, die Geschäftsführerin von HateAid Er hat gesagt, Twitter agiert nach eigenen intransparenten Regeln und verlässt sich darauf, dass Nutzende diese nicht anfechten können, zum Beispiel bei der Nichtlöschung von Volksverhetzungen. Und sagt, deswegen muss die Zivilgesellschaft aktiv werden und Wege suchen, wie die Entfernung solcher Inhalte eingefordert werden kann. Und dieser Weg zu sagen Naja, wenn es nicht nur die Betroffenen melden, sondern alle sagen, dass Hass im Netz nichts verloren hat, zum Beispiel, halte ich das für einen ganz, ganz spannenden, interessanten Aspekt und bin sehr gespannt, wie dieser Prozess weitergeht. Wir werden da auf jeden Fall dranbleiben, Aber so als philosophische Grundfrage, genau richtig, genau so zu denken.

28:14 Nora Hespers

Ja, absolut, na klar. Also ich meine, wenn du Zeuge eines im Real Life, im analogen Leben, wenn du Zeuge eines Verbrechens wirst, darfst du das ja auch zur Anzeige bringen, auch wenn du selber nicht betroffen wirst. Also wenn ich auf der Straße eine Schlägerei sehe oder jemanden Keine Ahnung, der versucht jemanden anders ins Auto zu ziehen, darf ich natürlich die Polizei rufen und darf sagen, hey, hier passiert was, guckt euch das bitte an. Und das ist so interessant, dass das im digitalen Raum nicht in gleicher Weise möglich ist und auch nicht in gleicher Weise geht, dass man sagt, hier das Nach meinem Dafürhalten ist das eine Straftat. Ich möchte das, also du kannst es zur Anzeige bringen, aber eigentlich müsste es ja auch möglich sein, dass es auch gelöscht wird, weil das zur Anzeige zu bringen, dann bleibst du erstmal stehen.

28:55 Gavin Karlmeier

Ja, genau Das ist das.

28:59 Nora Hespers

Und jemand muss dem nachgehen.

29:01 Gavin Karlmeier

Wir bleiben dran und wir hoffen, dass es in Deutschland jetzt geklärt werden kann. Wenn das jetzt in Irland auch nochmal neu aufgerollt werden muss, dann Dauert das alles noch?

29:11 Nora Hespers

Ja, das wird dauern.

29:12 Gavin Karlmeier

Eine Sache zu Instagram habe ich, es ist heute eigentlich gar nicht so viel los, aber wir reden trotzdem schon eine halbe Stunde noch ran, weil wir immer, wir haben immer was zu sagen miteinander.

29:20 Nora Hespers

Dabei habe ich extra schnell geredet am Anfang.

29:23 Gavin Karlmeier

Keine Sorge. Die Leute lieben das, wenn wir uns hier Zeit lassen. Und zwar gibt es einen YouTube-Kanal, der heißt Colin and Samir. Das sind zwei Creator, die sich mit anderen CreatorInnen treffen. Da gibt es ganz tolle Interviews mit Mit wirklich großen Creatern und Creatorinnen, um mit denen darüber zu sprechen, wie arbeiten sie eigentlich? Und jetzt haben sie jemanden getroffen, der sozusagen der Wie soll ich sagen? Nee, die Metaphern haben wir auch vor heute genug gehabt, der auf jeden Fall auch mit Creatern zu tun hat und zwar mit Adam Musseri Instagram Chef und haben Ihnen dazu gebracht, mal so einen kleinen Einblick in den Algorithmus zu geben. Manche Sachen haben wir schon mal so ein bisschen gehört oder auch in seinen Statements gehört, aber es gibt ein paar Takeaways, die Mad Navera zusammengefasst hat, natürlich, wer sonst, die ich aber gerne mitbringen möchte, weil ich glaube, dass das für alle, die Social Media Kreierende sind, Wahnsinnig interessant sind. Also, die wichtigste Kennzahl, um Leistung zu beurteilen nach Instagram Chef, ist Shares Per Reach oder Cents per Reach. Also im Verhältnis zu dazu, wie viele Leute du erreicht hast, wie oft wurde das Video weitergeleitet Finde ich eine wahnsinnig interessante Metrik, ist ja eigentlich sogar eine Rate am Ende, die du daraus ermitteln kannst, also ein Wert, der aus zwei anderen Werten besteht, die wahrscheinlich viele Leute so nicht in ihrer wöchentlichen Auswertung drin haben, aber wo er sagt, Wie viele Leute der Personen, die den Inhalt gesehen haben, haben sie auch weitergeleitet? Weil das sind dann die Inhalte, die am besten angekommen sind. Finde ich interessant. Auch, dass eigentlich Interaktionen offenbar gar keine große Rolle mehr spielen, wenn diese Interaktion nicht heißt, weitergeleitet. Der wichtigste, ja, direkt dazu?

30:56 Nora Hespers

Nee, ich wollte gerade sagen, weil du gesagt hast, weil Interaktionen keine Rolle spielen, aber dann hast du den Satz weitergeführt und dann dachte ich, ja, genau. Dann habe ich den Mund wieder gehalten.

31:08 Gavin Karlmeier

Flora, Gast und Korrektiv. Gleichzeitig hat er gesagt: Was ist der wichtigste Faktor, wenn es um Reichweite geht, um Reichweite aufzubauen? Und da sagt er. Shares per impression. Also, wie viele Leute haben das Video weitergeleitet, nachdem sie es gesehen haben? Das ist also etwas, das den Algorithmus dazu bringt. Das Video als wichtig einzustufen. Also, das heißt, es geht eigentlich nur noch darum, was wird weitergeschickt. Können wir so, glaube ich, mitnehmen für alle.

31:37 Nora Hespers

Also Kommentare sind komplett irrelevant.

31:40 Gavin Karlmeier

Komplett irrelevant nicht, aber nicht so wichtig wie Weiterleitungen.

31:45 Nora Hespers

Ich finde es interessant, dass du direkt gesagt hast, eben was gut ist. Und ich habe mich dann sofort gefragt, naja, wir leiten so viele Sachen weiter, über die wir, also die wir ja so richtig Kacke finden auch. Die pushen wir da mit daher dann auch. Was machen wir mit denen? Also nicht mehr weiterleiten, nur noch Screenshotten, wobei Screenshots werden ja auch gezählt. Welche Rolle spielen die eigentlich?

32:06 Gavin Karlmeier

Ich glaube keine große.

32:08 Nora Hespers

Ich will direkt wissen, wie wir damit umgehen, weißt du?

32:10 Gavin Karlmeier

Also, ich merke das. Und jetzt kommt Gevin Karl-Mayers Nutzungsverhalten reveal. Ich merke das in meinem Nutzungsverhalten auch. dass ich den Instagram Reels Feed, vielleicht habe ich ihn inzwischen endlich dahin trainiert, wo ich ihn haben wollte, aber schon auch so nutze, dass ich wirklich. Ich hab, weiß genau, ich habe so drei, vier, fünf Peergroups an Leuten, die jeweilige Inhalte zugeschickt kriegen und ich gehe da eigentlich nur noch durch sage, oh, das schicke ich dem, oh, das schicke ich ihm, das schicke ich ihr. Weißt du, also ich bin schon so, ich bin, ich bin Offenbar genau da, wo Instagram mich haben wollte.

32:42 Nora Hespers

Das ist genau die Relationship, von der ich in einem anderen Podcast mal irgendwann erzählt habe. Ich glaube, das waren keine Internet-Meme. I send you a real, you send me a real. We are in a relationship.

32:57 Gavin Karlmeier

Achso, stimmt.

33:01 Nora Hespers

Genau. Ja, aber es ergibt natürlich irgendwie Sinn, ne? Also das, was du irgendwie gut findest oder witzig findest oder was irgendwas emotional mit dir macht. Das gibst du natürlich weiter, da möchtest du mit Leuten drüber sprechen. Also und zwar nicht öffentlich. Das ist ja auch eine Form Sich dieser öffentlichen Diskussionen zu entziehen. Das heißt, du nimmst diesen Content und du hast gar keinen Bock mehr, da öffentlich drüber zu reden. Ich meine, es gab mal eine Zeit, da haben wir uns unter solchen Sachen getaggt. Ja, hier, guck mal da, guck mal da. So Richtig, sondern wir zeigen das, also wir sch wir nehmen einen Link und schicken den halt weiter. Ich bereinige den immer noch um die Share-ID, weil ich gar keinen Bock habe. habe, sowas weiterzuleiten, aber das hat sich verändert. Das ist ein verändertes Nutzungsverhalten zu, keine Ahnung, vor Zwei, drei Jahren? Ich kann das gar nicht mehr einordnen.

33:49 Gavin Karlmeier

Voll, hundertprozentig. Und das Interessante ist ja, das wurde ja bislang nicht forciert durch die App. Also wir wurden ja nicht darauf. trainiert, dass wir weiter schicken, sondern es hat sich dahin entwickelt, würde ich unterstellen. Also ich habe keinerlei Nudging jedenfalls festgestellt und würde sagen, ich benutze das schon sehr Bewusst alles. Ich glaube, das hat sich ein bisschen durch TikTok verändert, weil bei TikTok das die Hauptart und Weise ist, Videos weiterzuverbreiten. Aber ich finde das wahnsinnig interessant. Mein Nutzungsverhalten ist auch so.

34:18 Nora Hespers

Ja, also ich, also TikTok weiß ich nicht, weil ich da nicht, das habe ich mir gespart, weil sonst ist das noch eine App, in der ich versacke und ich versacke schon oft genug bei Instagram, obwohl ich das gar nicht möchte. Aber das Interessante ist zu gucken, was macht das eigentlich, warum machen wir das? Also ist das wirklich dieses aus der Öffentlichkeit zurückziehen, dieser Rückzug aus, wir kommentieren da nicht mehr, wir wollen das gar nicht mehr so öffentlich geschert haben, wir verlagern das ins Private, vielleicht auch mit der Idee, dass wir dann weniger getrackt werden bei den Sachen, die wir weiterschicken. Wobei das ja auch, wenn du sagst, hier kopieren oder Link kopieren. Kopieren und wissen ja auch, was du damit gemacht hast. Auch wenn du die Share-ID entfernst, hast du sie einmal generiert. Das ist schon, ich finde das schon spannend, soziologisch zu gucken, was macht es eigentlich mit Öffentlichkeiten. Also verlagert sich das wirklich in private Gruppen in, keine Ahnung, auf andere Kanäle. Häufig hast du ja so ein Plattformbuch dabei. Das heißt, du schickst den Link ja gar nicht innerhalb Instagram weiter, sondern schickst den, keine Ahnung, über deinen Discord-Channel, über Signal, Streamer, was auch immer, ne, darüber schickt. Schickst du die eben weiter an?

35:22 Gavin Karlmeier

Ja, da habe ich zwei Gedanken zu. Der erste ist, dass ich das feststelle, dass ich meinen Threads-Algorithmus damit ein bisschen auf mein Nutzungsverhalten antrainiere, dass ich sehr viele Links in meiner Linksspeicher-App speichere. zu Thread Postings. Und dass er offen, dass dem, dem, dem, dem, dem For You-Feed dort offenbar ausreicht, dass ich einmal dieses Share-Fenster öffne schon. Also ich muss es gar nicht weiterverbreiten. Es reicht, dass das eben einmal passiert. Und das andere, was aber eine ganz interessante Geschichte, glaube ich, ist, dass ich mich an eine Zeit erinnere, in der wir. für in der es bei YouTube eine der wichtigsten Möglichkeiten war, schnell als wichtig zu gelten, indem du extrem viele Direct Aufrufe generiert hast. Also Leute, die auf das Video kommen, die vorher noch keine Session bei YouTube hatten, sondern dessen erster Kontakt mit YouTube in dem Moment über diesen Videolink entstanden ist. Weil deswegen ganz viele CreatorInnen angefangen haben, irgendwelche What. WhatsApp-Broadcast-Listen zu machen oder Newsletter zu schreiben oder Gruppen, Telegram-Gruppen zu haben oder so, weil das Verbreiten über diese anderen Wege, über externe Zugriffe einfach extrem wichtig für diese, für diese Wichtigkeit der Videos war.

36:34 Nora Hespers

Das ist spannend, ehrlich gesagt. Das ist erstmal unlogisch, weil man denkt, das ist ein Plattformbruch. Also du willst ja gar nicht, dass die Leute rausgehen, aber wenn sie dann wieder zurückkommen, dann ergibt das natürlich Sinn.

36:45 Gavin Karlmeier

Ja, Plattformbruch ist ja okay, wenn die gebrochene Plattform, bei der man landet, dann die ist.

36:50 Nora Hespers

. sich wieder dahin zurückschickt.

36:52 Gavin Karlmeier

Genau. Und dann hat Mossari noch zwei Sachen gesagt, die ich interessant finde. Das eine ist, dass die Hälfte aller Videoplays auf Instagram ohne Ton stattfindet. Das ist ja so ein Wert, mit dem immer rumjongliert wurde. Jetzt haben wir eine klare Aussage, mit der wir arbeiten können. Und das Meta-Creator over publisher priorisiert. Also das heißt, ähm, dass. Ehrlicherweise jeder, der Inhalte hochlädt, mehr Chance hat, damit viral zu gehen als jedes Verlagshaus und jedes Unternehmen dieser Welt.

37:24 Nora Hespers

Super.

37:24 Gavin Karlmeier

Und das ist ein ziemlich klarer Mittelfinger an den Journalismus, den wir die ganze Zeit immer so subtil wahrgenommen haben, bei dem wir die ganze Zeit das Gefühl haben: dieser Mittelfinger, der ist schon in der Hose ausgestreckt, jetzt ist er rausgeholt.

37:38 Nora Hespers

Ja, das ist ja, das ist ja dieser ewige Streit, wie machen wir es? Also sind wir Absender als Medienmarke oder gehen wir eben über unsere JournalistInnen? und machen die zu Creators und senden sozusagen über die, also gucken, dass die einen verified account haben und nutzen diese Accounts und gucken, wie wir die Medienmarke darunter bekommen. Aber das Ja, das macht was damit und erklärt auch, warum einige als Creator deutlich erfolgreicher sind als eben Medienmarken.

38:09 Gavin Karlmeier

Ja, er hat noch den Satz gesagt: we believe power is going to shift from institutions to individuals. Also, wir glauben, dass sich die Macht von Institutionen auf Einzelpersonen verlagern wird.

38:20 Speaker 3

Ja.

38:20 Gavin Karlmeier

Und das ist. ist, finde ich, und er sagt, across all industries. Ich finde das interessant, weil natürlich folgt man Menschen und nicht Marken so vom Bauchgefühl her. Man guckt sich auch Fotos von Menschen an und nicht Logos. Aber auf der anderen Seite hat diese Gatekeeping-Funktion von Medienmarken ja immer eine wahnsinnig wichtige Funktion erfüllt. Und wenn es eine Qualitätssicherung ist und wenn es die Möglichkeit ist, neue Dinge zu entdecken, Kuration, da stecken so viele Aspekte drin, auch Production Value, also Natürlich hast du als Unternehmen mehr Wucht als oder hattest lange mehr Wucht als als Einzelperson. Und das wird hier alles sozusagen beerdigt, gerade in Instagram oder in Metalogik, sagte er sogar. Ich finde, das ist eine Aussage, die man nicht einfach so stehen lassen darf.

39:10 Nora Hespers

Passt aber interessanterweise ganz gut. Ich weiß nicht, ob du den Talk gesehen hast von Esra Kairakaya bei der Republika. Die ja, also man muss dazu sagen, dass sie das Wort GZ-Gebühren benutzt, das ist so ein Ding, wo ich so sage, ja, nee, würde ich jetzt nicht machen. Aber sie sagt natürlich auch, ne, also die Leute sind zum Beispiel nicht Nachrichtenmüde, sondern sie konsumieren, Ihre Informationen woanders, nämlich bei Personen. Also die Leute folgen einer Esra Caracaya oder einem Bruder Steph und eben nicht. der Medienmarke dazu. Und die sind sozusagen diejenigen, die die vertrauenswürdigen Informationen verbreiten. Und damit hat sie schon einen Punkt, finde ich. Also man, das Wording, darüber können wir uns unterhalten, aber Ich finde sie hat einen Punkt, wenn sie sagt, naja, die Frage is halt oft wer macht die News? Was ist das? Wer sind die Gatekeeper? Und wenn man sich mal strukturell anguckt, wer die Gatekeeping-Funktion in einer Gesellschaft übernimmt, dann sollte man möglicherweise darüber. nachdenken, ob das auch ein strukturelles Problem ist. Also wer da sozusagen, also ob das jetzt in einer postmigrantischen Gesellschaft, wie in Deutschland, wenn das immer noch zu 80 Prozent, vor allen Dingen weiße AkademikerInnen sind Vor allen Dingen Akademiker, aber auch Akademikerinnen und nicht queere Personen und so. Also, wenn die sozusagen die Gatekeeper sind, dann läuft vielleicht auch was falsch. Also, dann gibt es diesen Shift sozusagen automatisch. Weil Medienmarken nicht das abbilden, was die Gesellschaft abbildet. Und weil es da die Information, den Großteil wohl haben möchte, da anscheinend nicht gibt. Das heißt, diese Gatekeeping-Funktion Die muss ja auch relevant und verantwortlich ausgeführt werden. Die Frage ist, wie wird sie ausgeführt und anscheinend läuft das in vielen Ländern nicht Gut, weil es da strukturelle Ungleichheiten gibt oder weil die Strukturen nicht nachgewachsen sind, sich nicht schnell genug an den gesellschaftlichen Wandel angepasst haben

41:04 Gavin Karlmeier

Ja, und das ist das Ding. Und ich will es gar nicht zu groß werden lassen da jetzt an der Stelle, aber genau das ist, glaube ich, genau das Problem. die Veränderung in der Gesellschaft nicht so schnell gespiegelt wird durch solche kleinen, in solchen kleinen Mikrokosmen, die vor allem oft auf Selbsterhalt ausgelegt sind. Und das betrifft, finde ich, nicht nur öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern das betrifft tatsächlich All Industries. Das betrifft Vorstände, das betrifft Unternehmen. Du hast das Dieses Problem an ganz, ganz vielen Stellen. Ja, das zeigt sich auch an ganz vielen Stellen. In den Medien ist es halt sichtbar. In den Medien ist es einfach nur sehr sichtbar.

41:36 Nora Hespers

Genau.

41:38 Gavin Karlmeier

Es ist halt eine Vielgutfolge nun.

41:42 Nora Hespers

Mit mir sind es immer nur Vielgutfolgen, es tut mir leid.

41:46 Gavin Karlmeier

Aber ich fühle mich trotzdem gut. Und ich nehme dich jetzt mit in eine kleine Rubrik.

41:49 Speaker 4

Okay.

41:51 Gavin Karlmeier

Funktionen und Emotionen. Das Spiel ist ganz leicht. Es gibt neue Funktionen, die von sozialen Netzwerken getestet werden und du sagst mir einfach nur, was du fühlst, wenn ich dir davon erzähle. Instagram testet die Farbe aller Buttons in der App auf lila zu verändern von Blau. Also den Folgenbutton zum Beispiel.

42:14 Nora Hespers

Ich fühle mich bevormundet, irgendwie. Lass mich die Farbe aussuchen. Echt so. Also.

42:22 Gavin Karlmeier

Das Blau kannst du dir auch nicht aussuchen gerade.

42:24 Nora Hespers

Ja, aber das habe ich jetzt. Blau finde ich okay, weil ich mag die Farbe blau, deswegen fällt mir das da nicht so auf. Aber also jetzt mehr dieses, auch dieses, ich Farbe ändern. Ich habe schon ganz schlimm gefunden, als der Pfaff Stern zum Herz geworden ist bei Twitter. Da war ich schon irgendwie mega angenervt. Ich habe keinen Bock, Herzen zu vergeben. Bei Instagram ist es eine andere Sache, so, aber diese Veränderungen finde ich so, dann überlass es doch den Leuten.

42:51 Gavin Karlmeier

Ich vergebe keine Herzen, ich breche sie nur, Nora Hessen. Aber bei Twitter ging das ja früher, dass du deinem Profil sozusagen eine Farbe anheften konntest und auch Leute, die auf dein Profil gegangen sind, haben diese Farbe dann gesehen. Vielleicht wäre das was für Instagram, dass man das so ein bisschen individualisieren kann. Mein Profil ist dann gelb und deins ist grün.

43:10 Nora Hespers

Ja, das kannst du doch hier bei Meta, bei Facebook auch in den Chats machen. Kannst du halt in den Chats deine Farben geben und so.

43:17 Gavin Karlmeier

Das ist das schlimmste Feature.

43:20 Nora Hespers

Ah, da hast du Emotionen.

43:21 Gavin Karlmeier

Bei Instagram geht's ja auch. Da habe ich ganz tolle Emotionen, wenn Leute im Instagram Messenger, in Instagram-Nachrichten so ein Herzchen-Hintergrundbild machen. Ich will das nicht. Mach das weg. Vor allem, das Ärgerliche ist ja, dass man diese Chat-Hintergründe, die entscheidet man nicht für sich, sondern halt für beide. Also, was ist das denn? Also, wenn jeder für sich sein Herzchen im Hintergrund machen will, stört mich das nicht. Aber Dann fühle ich mich nämlich bevor.

43:45 Nora Hespers

Achso, aber wenn das Unternehmen dir die Farbe vorgibt, dann nicht. Interessant.

43:49 Gavin Karlmeier

Da bin ich dann gewöhnt, das kenne ich nicht anders. Aber der nächste Schritt wäre ja dann eigentlich bei dieser Individualisierung, dass du wie bei Myspace mit so ein bisschen CSS quasi dein eigenes Problem hast.

43:58 Nora Hespers

Ja, das war toll.

44:00 Gavin Karlmeier

Und wenn da noch der Profilsong endlich ausgerollt ist für alle, dann sind wir wieder bei MySpace.

44:05 Nora Hespers

Ja, die 90er sind zurück.

44:07 Gavin Karlmeier

Facebook Wir kommen zu Facebook. Facebook erlaubt allen NutzerInnen jetzt Storys auch im Facebook Messenger zu posten. Da dachte ich mir so, das ist eine Funktion, die gab es schon ewig. War wahrscheinlich mal weg.

44:23 Nora Hespers

Ich habe sie noch nie benutzt. Ich benutze aber bei Facebook auch keine Storys. Ich mache bei Facebook eigentlich überhaupt gar nichts mehr.

44:30 Gavin Karlmeier

Das höre ich öfter. Twitter hat jetzt auf den Profilen, also X hat jetzt auf Profilen ein neues Tab. Mit dem Namen Media, wo du quasi alle Medien sehen kannst, die Leute dort hochgeladen haben. Und wenn du jetzt sagst, Moment hier mal, das gibt's doch schon ewig, ja, es wurde mal abgeschafft.

44:46 Nora Hespers

Das habe ich nämlich auch. Dieses Media-Tab habe ich sehr häufig benutzt, ehrlich gesagt, wenn er suche, nämlich

44:51 Gavin Karlmeier

Ja, das war weg, jetzt ist es wieder da. Gut. Ex arbeitet an einem Geschenk-Button, sodass ich jetzt zum Beispiel auf dein Profil gehen kann und dir die Ex-Premium-Mitgliedschaft schenken kann. Und das. Finde ich so gemein, weil ich kann jetzt Leuten gegen ihren Willen den Haken kaufen.

45:07 Nora Hespers

Das ist halt, das habe ich auch gerade gedacht, ich so, was? Kann ich es ablehnen? Computer says no.

45:17 Gavin Karlmeier

Das wäre das einzige, was fair wäre. Wahrscheinlich nicht.

45:21 Nora Hespers

Nee, bah!

45:24 Gavin Karlmeier

Das ist das böse, ne? Okay, X arbeitet jetzt an einem Feature, dass du eine Community Note anfordern kannst. Also dann kannst du quasi sagen, wenn du glaubst, dass dieser Post misleading ist. kannst du eine Community-Note requesten. Und das heißt, alle Leute, die Community-Notes schreiben, werden diesen Post vorgeschlagen kriegen, um dort eine Note zu schreiben.

45:44 Nora Hespers

Ja, aber wenn man diese Notes auch einfach wieder löschen kann, auch also als Elon Musk, aber die normalen Leuten nicht. Ja.

45:59 Gavin Karlmeier

So, und Reddit führt etwas Neues ein. Und zwar kannst du jetzt einen Post nicht nur als Notsafe for Work taggen, sondern auch als Sponsored Content. Und das bedeutet im Umkehrschluss, dass das bald passieren wird, dass Leute sponsored Content ohne Ende by Reddit veröffentlichen.

46:16 Nora Hespers

Werbung halt, ne? Also.

46:21 Gavin Karlmeier

So.

46:22 Nora Hespers

Cool.

46:24 Gavin Karlmeier

Das war die letzte Funktion, die ich hatte heute.

46:27 Nora Hespers

Ja, damit kann man halt Geld verdienen, aber die Frage ist ja dann immer, wer, was, w, wann, wo.

46:33 Gavin Karlmeier

Es geht ja darum, dass die NutzerInnen, also dass ich jetzt einen Post machen kann, für den ich Geld kriege und den dann markieren kann als gesponserten Content.

46:39 Nora Hespers

Ja, also ich Werbung markieren ist ja grundsätzlich erstmal richtig so, ja. Wenn du das Geld einfach nimmst, funktioniert ja sonst nicht.

46:47 Gavin Karlmeier

Das nehme ich so mit. Das nehmen wir so mit. Ach, liebe Nora, es war so schön. Achso, stimmt. Willst du das noch, sollen wir das noch kommen? Das nehmen wir noch mit rein. Du hast mir nämlich einen Screenshot geschickt. Ich hab's mir nicht aufgeschrieben. Ich muss mir alles aufschreiben. Du hast mir einen Screenshot geschickt. Und was sieht man auf diesem Screenshot?

47:07 Nora Hespers

Ich habe einfach versucht mal rauszufinden, welche Rolle eigentlich Sport und Sportveranstaltungen bei Twitter haben und wie eigentlich die also Bundesliga-Vereine da noch sind und so, was so Sponsoring bei Twitter angeht. Und habe dann einfach mal versucht zu googeln, was man dann halt so machen kann. Und es gab dann einen Link zu business. x. com Zu einem Post, der hieß Engage Fans Sports Comeback. Und dann kommt man auf eine Seite die da heißt X, hier gibt's nichts zu sehen. Und man bekommt einen Pudel mit rosa Schleifchen im Haar auf einem Sessel angezeigt.

47:48 Gavin Karlmeier

Das ist ein Twitter-Relikt. Diese 404-Seite ist ein Twitter-Relikt. Und offenbar wurde das vergessen zu entfernen. Das gefällt mir eigentlich am besten an der ganzen Geschichte.

47:57 Nora Hespers

Mir gefällt das auch am besten, aber ich dachte, weil wir hier jetzt vor dieser Europameisterschaft stehen, ist es ja trotzdem erspannend zu gucken. welche Rolle eigentlich Sport und Unternehmen oder Vereine im Sport spielen, um diese Plattformen am Leben zu halten, weil die eigentlich wirklich eine relativ große Rolle spielen. Wir hatten ja bei dem Talk von der Republika, ich weiß nicht, wer den gehört hat, den Hinweis, dass diese Diskussion Über X, ist das eine sehr deutsche Diskussion ist und dass das in anderen Ländern so überhaupt nicht geführt wird und so. Und zeitgleich hatten wir die Ankündigung, dass die Bundesliga jetzt mit TikTok zusammenarbeitet, also die DFL hat irgendwie irgendwie Verträge mit TikTok geschlossen hat, kriegt man jetzt irgendwie Premium-Content angezeigt und so, weil sie da eine junge Zielgruppe vermuten, die sie erreichen wollen. Gleichzeitig wissen wir Dass TikTok in den USA vor dem Aussteht oder möglicherweise auch nicht, aber es wird halt viel diskutiert, aufgrund der Datensicherheit der Plattform, auch aufgrund der Tatsache, wie der rechter Content geteilt wird und so. Das scheint aber irgendwie am Sport wie Teflon abzupräschen abzugleiten. Das interessiert die alle nicht. Die machen da einfach. Weiter, weil die da ihr Publikum haben und weil auch deutsche Bundesligavereine da ein internationales Publikum erreichen. Und das ist natürlich auch die Hoffnung bei Twitter. TikTok, es geht auch gar nicht nur um ein deutsches Publikum, sondern darum, ein internationales Publikum gerade auch über eine Nationalmannschaft zu erreichen. Und während wir alle darüber reden, ob man diese Plattformen nicht verlassen müsste, weil sie eben so rechten Content, populistischen Content, extremistischen Content so sehr befördern. Machen Vereine, macht Sport, Sportbusiness einfach weiter Geschäfte da. Und ich habe mir, ich habe versucht, Zahlen rauszukriegen über die Bundesliga. Es ist total schwierig, weil es einfach auch schwierig ist, nach X zu googeln. Also by Google, this is einfach unglaublich schwierig af when X sport sponsoring and so Dann habe ich auf Statista versucht, was rauszukriegen. Da sind die letzten Zahlen zwischen 2017 und 2020. Da gibt es dann keine Zahlen mehr zur Bundesliga. zur NFL habe ich dann was gefunden und erstaunlicherweise haben alle NFL-Accounts ihre Ihre FollowerInnenschaft erhalten oder sie ist leicht angestiegen im Vergleich zu 2023 Und das heißt, anscheinend gibt es da für den Sport, auch bei solchen Plattformen, noch irgendwas zu holen. Die haben ihr international, die erreichen einfach Leute, die sie woanders anscheinend nicht kriegen. Das scheint auf die eine oder andere Form wichtig zu sein. Ich habe einen Artikel gefunden bei Axios, der sagt, dass viele Sportvereine zum Beispiel auch langjährige Verträge hatten mit Twitter. Und aus denen nicht rauskommen, aber auch nicht müssen, weil es denen total egal ist. Also sie verlieren nichts dabei, deswegen bleiben sie da.

50:44 Gavin Karlmeier

Und Und es gibt sogar neue Verträge. Also ich erinnere mich daran, dass wir darüber berichtet haben, dass die NBA, die NFL und noch eine dritte Liga dass die tatsächlich eine, wahrscheinlich NHL, dass die neue Deals abgeschlossen haben mit diesem Ex-Video. Vorstoß mit diesem Pivot to Video. Das heißt, es also da Überlegungen gibt, zumindest in den USA exklusiv über Ex Bewegtbild auszuspielen. Und ich finde. Nee, sag du ruhig.

51:17 Nora Hespers

Achso, nee, ich finde halt, es gibt ganz wenig Datenmaterial dazu, aber es ist eigentlich total spannend zu gucken, wie Sportveranstaltungen, also Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele. Ähm, wie die diesen, den Traffic auf den Plattformen befördern, weil es ein wirklich stark rezipierter Traffic ist und das, keiner guckt sich das wirklich wissenschaftlich an, also Zumindest habe ich nicht viel gefunden, dass sich das wissenschaftlich angeguckt wird. Die letzten Studien sind Asbach-Wald, die mir jetzt, ich habe nur eine Schnellsuche gemacht, weil wir diese Aufzeichnung vorgezogen haben. Ich hätte mir das eigentlich noch ein bisschen intensiver angucken wollen vorher. Aber das finde ich spannend. Und eigentlich wäre das ein Thema, wo man sich mal ein bisschen reinknien muss, weil ich glaube, dass das eine große Relevanz hat, auch im internationalen Kontext und uns das auch was sagt über Netzwerke und warum viele Menschen Ähm, diese Plattform nicht verlassen, weil sie möglicherweise da ihren Sportcontent auch einfach rezipieren.

52:12 Gavin Karlmeier

Ja. Ja, und ich glaube, das leider, das muss man aber auch sagen, finde ich, in der Öffentlichkeitsarbeit vieler Sportligen Moral nicht die Kategorie ist.

52:23 Nora Hespers

Die ist ja grundsätzlich da schwierig. An vielen Stellen. Hört den Sport Inside Podcast und lasst euch desillusionieren.

52:32 Gavin Karlmeier

Das war der kurze Webeblock, das machen wir alle auf jeden Fall. Liebe Nora, vielen Dank, dass du heute da warst. Ja, ich danke für die Einheit. Du darfst bitte immer wiederkommen. Ich habe das ja schon mal erzählt. Ich lade Nora eigentlich jede Woche ein und Nora sagt immer, ich war doch gerade erst da. Ich werde es weiter probieren, wir werden das weiterhin tun. Ich freue mich, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist. Und jetzt wünsche ich dir aber trotzdem eine schöne EM. Fieberst du ein bisschen drauf zu oder ist es so nicht so?

52:59 Nora Hespers

Nee, gar nicht. Wirklich, ich hab mich von diesem Live-Sport und so. Ich gucke Fußball gerne, irgendwie so auf Regionalliga-Ebene oder noch drunter, Kinderfußballturniere und so. Alles, was Spaß macht, finde ich mega, aber Kommerzieller Sport ist mir ein bisschen die Freude daran ist mir abhanden gekommen, möchte ich sagen.

53:19 Gavin Karlmeier

Dann wünsche ich dir ruhige EM und bedanke mich trotzdem für alles. Wir brauchen nur wieder einen Übergriff auf offener Bühne.

53:28 Nora Hespers

Ich erinnere an die Jennifer Amoso. Nein, natürlich bitte nicht, aber dann habe ich wieder viel zu tun.

53:36 Gavin Karlmeier

Wir drücken all die Daumen.

53:38 Speaker 3

Vielen Dank, liebe Nora. Hier geht es weiter am Freitag, wie immer. Vielen Dank, dass ihr zugehört habt. Bis zum nächsten Mal. Schönen Mittwoch. Tschüss. Tschüss.