Folge 297 · 26. Juni 2024 · 49 Min.
Sind wir privilegiert, wenn wir X verlassen?
mit Christiane Link
Ihr Wortbeitrag während der re:publica hatte Aufmerksamkeit erregt: Wie privilegiert ist es, X den Rücken zu kehren? Ist das etwas, das nur wir in Deutschland können? Wie sieht es in den Großbritannien aus?
Außerdem: Instagram kriegt sein Problem mit Erwachseneninhalten in den Timelines junger Mensch nicht in den Griff.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Christiane
00:08 Christiane Link
Hallo Gavin.
00:09 Gavin Karlmeier
Ich stelle dich ganz kurz vor, du bist Christiane Link. Du bist Journalistin, Beraterin und Rednerin und das allein klingt erstmal so Ja gut. Spannend ist aber, wenn man ein bisschen näher drauf schaut, weil dann findet man heraus, dass du unter anderem Unternehmen darin berätst, wie sie ihren Service für behinderte Kundinnen und Kunden verbessern können. Und allein darüber könnte ich mit dir schon eine Stunde sprechen.
00:30 Christiane Link
Ja, das ist auch das, was ich unterdessen hauptsächlich tue. Ich berate vor allen Dingen Flughäfen und Verkehrsunternehmen darin, wie sie ihren Service verbessern können.
00:41 Gavin Karlmeier
Und wie würdest du sagen, wo stehen wir da gerade als Gesellschaft? Achso, man muss dazu sagen, dass du in Großbritannien sitzt. Also wo stehen wir Deutschen gerade, was das angeht?
00:53 Christiane Link
Ja, also ich bin Rollstuhlfahrerin und ich fahre sehr gern nach Berlin. Also es hängt in Deutschland sehr, sehr stark davon ab, wo man gerade ist. Also Berlin finde ich ziemlich gut. Was Barrierefreiheit angeht, wenn man Deutschland als Gesamtes betrachtet, ist es eher schwierig, weil es keine, also ich würde sagen, halt keine nationale, tiefgreifende Gesetzgebung gibt. Und das ist in Großbritannien definitiv anders. Also, ähm, und das macht sich auch bemerkbar im Alltag, weil einfach bestimmte Sachen hier nicht mehr gehen, die in Deutschland halt schon gehen. Oder zumindest toleriert sind und in Großbritannien zumindest weniger. Also Berlin ist ziemlich gut, aber ich war in Köln und fand es da eher schwierig. Düsseldorf auch so ein bisschen fand ich auch eher schwierig. Da sind nicht mal die Straßenbahnhaltestellen alle barrierefrei. Finde ich schwierig für 2024 und der Br ist auch nicht mein Lieblingsflughafen, muss ich sagen. Da gibt es noch einiges zu tun und das hat unter anderem mit der Gesetzgebung zu tun. Und das ist in Großbritannien eben anders. Die haben seit 1995 ein sehr starkes Antidiskriminierungsgesetz. für behinderte Menschen, das dann nochmal verstärkt wurde, 2010, und das macht sich in allen Lebensbereichen bemerkbar.
02:24 Gavin Karlmeier
Also ich frage mich, wo das Problem ist in Deutschland, aber fragt man sich ja sowieso so oft. Aber ich denke daran, also ich wohne in Essen im Ruhrgebiet. Und da ist die, also die Aufzüge, die zu den Bahnen führen, zu den U-Bahn zum Beispiel im Hauptbahnhof, die sind ehrlicherweise zu 90 Prozent außerhalb Betrieb. Also, das ist unmöglich, wenn du nicht zu Fuß unterwegs bist, dich da irgendwie lang zu bewegen.
02:51 Christiane Link
Ja, ich mache manchmal so den Test. Ich gucke mir an den Liftstatus von Berlin und den Liftstatus von London. Und London hat ungefähr Mindestens dreimal so viele Fahrstühle wie Berlin und Berlin verliert trotzdem immer. Also, das hat es einfach, es hat ein bisschen was mit Prioritäten zu tun. Mit der Kultur denke ich auch ein bisschen. Aber insgesamt muss ich sagen, also haben sich auf alle Fälle Dinge verbessert. Aber, also ich wohne jetzt seit 20 Jahren in Großbritannien und habe also Deutschland vor 20 Jahren verlassen, aber bin halt. Normalerweise, wenn wir halt keine Pandemie haben und so, ist ständig da. Also alle drei Monate oder alle sechs Monate oder so. Und Ich merke dann schon Veränderungen, also zum Positiven, aber ich merke auch, dass es relativ langsam vorangeht. Also, wenn ich mir jetzt vor Augen führe, dass ich vor 20 Jahren Deutschland verlassen habe. Damals habe ich gedacht, naja, in zehn Jahren holen die auf. Ja, nee. Auch nicht nach 20. Und wenn jetzt nicht bald mal eine Gesetzgebung kommt, die. Umfassend, Antidiskriminierung und Barrierefreiheit verpflichtet in allen Bundesländern und in jedem Kaff
04:13 Speaker 3
Wird es halt nicht passieren.
04:15 Christiane Link
Und das ist ein Riesenproblem bei einer alten alten Bevölkerung, bei einer immer stärker wachsenden Anzahl an behinderten Menschen. Und insgesamt ist es einfach Wichtig und richtig, es zu machen. Und es ist auch nicht sehr innovativ, muss ich auch sagen, es nicht zu machen. Also, ich nehme mittlerweile Fortschritte in anderen Ländern wahr. wo ich diese großen Schritte in Deutschland halt nicht wahrnehme, und das ist finde ich eher ein bisschen bedauerlich.
04:47 Gavin Karlmeier
Ja, kann man wahrscheinlich nicht mehr hinzuzufügen. Hat man nicht mehr hinzuzufügen als das. Ähm, das Spannende ist aber, warum du heute hier bist ist ein, also es gab einen Auslöser und der war lag genau auf diesem Kontrastblick, den du hast zwischen Deutschland und Großbritannien. Und zwar erinnern wir uns zurück, dass während unseres Republika-Talks mit Dennis und Nicole Du einen Wortbeitrag hattest, in dem du gesagt hast, die Diskussion darüber, ob man Twitter oder Ex endlich verlassen kann, die ist auch eine sehr deutsche, weil die diesen diesen Luxusstatus zu sagen, wir benutzen das jetzt einfach nicht mehr. Den hat man in anderen Ländern so nicht. Magst du das nochmal ausführen? Weil ich finde, also ich muss dazu sagen, sehr, sehr viele Leute haben daraufhin gesagt, ihr müsst darüber noch mehr sprechen. Und ich denke mir, ja, auf jeden Fall müssen wir darüber noch mehr sprechen. Und so viel kann ich schon mal verraten, heute ist da auch ein sehr guter Zeitpunkt für ich. Erkläre gleich warum.
05:39 Christiane Link
Okay, also mein Kommentar war dadurch ausgelöst, quasi durch meine eigene Erfahrung. Also wie gesagt, ich bin Rollschuhfahrerin. Die Behindertenbewegung in Großbritannien ist sehr stark über Twitter vernetzt. Wenn Twitter morgen tot ist, haben wir ein Riesenproblem. das Campaigning in Großbritannien in Bezug auf Rechte behinderter Menschen, in Bezug auf Beschwerden an Unternehmen und so weiter, in den letzten Jahren Ja, 10, 15 Jahren würde ich sagen, war unter anderem deswegen so erfolgreich, weil es Twitter gibt. Und das gleiche kann man sagen über andere soziale Bewegungen in anderen Ländern. Die brauchen dringend Twitter. um andere Menschen, andere Länder, Politiker, was auch immer, wer auch immer es ist, auf Twitter zu erreichen. Also Twitter hat eine enorme politische Funktion. Und zu sagen, ja, wir gehen jetzt alle raus aus Twitter, ist sehr privilegiert. Also das ist so, ja, wir sitzen in Deutschland, wir brauchen ja Twitter gar nicht. Ja, stimmt. Twitter ist, äh, Deutschland ist eine Demokratie. Es gibt andere Medien, man kann sich in Medien äußern, man kann Podcasts frei machen und was auch immer. Aber den Effekt, den Twitter hat den gibt es gerade, was Minderheiten angeht, nur ganz, ganz schwer. Und dann hat Schwez ja auch noch angekündigt, sie möchten Politik von der Plattform fernhalten. Also sie sind nicht mal eine Alternative dann dafür, um das zu etablieren. Und das finde ich schon extrem problematisch. Und mir fehlt auch mittlerweile ein bisschen die deutsche Stimme auf Twitter, muss ich ehrlich sagen. Weil die Deutschen haben eine sehr ähm Wie soll ich das sagen? Sehr reflektierte Perspektive, gerade was historische Zusammenhänge angeht, es gibt ein Bewusstsein für Demokratie, das gibt Grundgesetz spielt eine wichtige Rolle in politischen Debatten und so weiter. Das gibt es in anderen Ländern gar nicht. Und mir fehlt dieser deutsche Einfluss auf Twitter enorm, weil diese Stimmen vor allem wenn sie auf Englisch geschrieben haben, halt auch noch andere Bereiche beeinflusst haben, worüber sich die Menschen vielleicht gar nicht so Bewusst waren. Und auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass dieses Bewusstsein über historische Zusammenhänge, was Faschismus bedeuten kann, wie sich Faschismus medial entwickelt und so weiter. Wir lernen das in der Schule oder ich hoffe es zumindest, dass das in Deutschland immer noch in der Schule gelehrt wird. Ich habe das in der Schule gelernt. Gibt es in anderen Ländern gar nicht. Also die ganzen politischen Diskussionen, die wir im Deutschunterricht führen oder bei uns hieß es Gemeinschaftskundeunterricht und so weiter. Das gibt es in anderen Ländern gar nicht. Und dazu gehört übrigens auch Großbritannien. Wenn ich irgendwie meinen Freunden erzähle, wir haben sowas wie Politikunterricht in der Schule. Das haben die maximal, wenn sie es freiwillig wählen, zum Abitur, also in der Oberstufe quasi, würde man mal uns sagen, oder in Deutschland sagen. Aber sie haben es nicht selbstverständlich. Und deswegen finde ich Twitter, um solche Dinge zu beeinflussen, extrem wichtig. Und da geht es mir noch mal gar nicht so sehr um die Gegenrede Von irgendwelchen rechten Hongks, die da, die, die da Hass versprühen, das ist vermut sogar Ja, das führt nicht zum Erfolg. Aber mir geht es um den ganzen anderen Rest, der halt immer auch noch da ist. Und es geht darum, international. eine ein ins Gespräch zu kommen und eben auch über politische Themen. Und wenn Schweiz sich jetzt hinstellen und sagt, sie wollen keine Politik auf der Plattform, ja sorry, aber Da kann ich. Wenn ich mir irgendwie Entertainment haben will, gucke ich mir Instagram an. Also, mir fehlt die Also mir fehlt das. Und deswegen, wie gesagt, also zum einen ist es wichtig für Minderheiten und zum anderen, finde ich, wäre die deutsche Stimme sehr wichtig auf Twitter.
09:56 Gavin Karlmeier
Ja, ich kann das total verstehen, weil ehrlicherweise mir fehlt das ja auch. Also Ich würde dieses Dilemma und diese Last nicht mit mir herumtragen, hier dreimal die Woche eine Stunde darüber zu sprechen, wenn das nicht so Wenn es mir nicht fehlen würde, wobei wir inzwischen gar nicht mehr nur über Twitter sprechen. Aber das ich finde, du hast eines der wichtigsten Argumente direkt genannt. Du hast nämlich ganz am Anfang gesagt. Wenn Twitter von heute auf morgen weg wäre, ihr hättet ein riesengroßes Problem. Und diese, diese, diese Sorge davor, dass es von jetzt auf gleich weg sein könnte. Die ist, glaube ich, für viele Leute schon das Zünglein an der Waage gewesen zu sagen, ich gehe jetzt natürlich in Zusammenhang mit oder im Zusammenspiel mit vielen, vielen anderen Argumenten, die du ja alle auch kennst mit Sicherheit. Ähm, und eben diese Privilegiertheit zu sagen, da mache ich jetzt nicht mehr mit, übrigens, um da noch einen Drans draufzusetzen, unter dem Gesichtspunkt, dass da ein Typ diese Plattform gekauft hat und auch zu seinem Vorteil dauerhaft benutzt, der ja sich durchaus auch faschistoid äußert Das ist ja gerade vor dem Hintergrund, dass wir genauso geprägt sind und nie wieder, immer wieder auch wiederholen und predigen, finde ich, noch naheliegender, dass man sagt, mit solchen Leuten geben wir uns nicht ab.
11:16 Christiane Link
Ja, ich habe halt überhaupt gar nicht das Gefühl, dass ich mich mit Elon Musk abgebe, sondern ich folge dem nicht mal auf Twitter. Also zum einen habe ich die Hoffnung, dass er irgendwann den Spaß daran verliert, vor allem wenn er kein Geld damit macht. Also ich, das ist meine Hoffnung und dass dann halt irgendjemand von den, was weiß ich Andere Kommunikationsunternehmen das Twitter kauft für ein Apple und ein Ei Das ist so meine Hoffnung, aber wie realistisch die ist, weiß ich natürlich auch nicht. Aber ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich mich mit Alan Musk abgebe. Und wenn ich dann irgendwie Meta angucke, also jetzt ist. Zuckerberg auch nicht wirklich jemand, wo ich jetzt sagen würde, den finde ich super und den möchte ich gern unterstützen. Ich glaube, so kann man die Entscheidungen halt in dem Bereich nicht treffen und sondern es ist dafür ist die Plattform auch zu groß und es spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Also mir ja Also da wie soll ich das sagen? Also ich bin nicht begeistert, dass dem jetzt weitergehört. Aber ich kann. Auf gar keinen Fall. Aber wir würden unsere Bewegung kaputt machen, wenn wir gehen.
12:36 Gavin Karlmeier
Ja, ich verstehe das. Und das ist halt ein Riesenproblem, weil du halt Und deswegen habe ich ihm gesagt, heute ist ein guter Tag, darüber zu sprechen. Auch wenn du dich nicht mit ihm abgibst, leidest du ja, ob du willst oder nicht, trotzdem unter Entscheidungen, die er trifft. Unter der Entscheidung, dass Rechtsradikale wieder freigeschaltet werden, dass Menschen sich Reichweite kaufen können und damit den Diskurs bewusst verschieben können und das eben nicht nur über lange Zeit, sondern einfach durch Zahlen von 8 Dollar. Also es passieren so viele Dinge, dass man auch völlig als Außenstehender, als Zaungast sagen muss, Das, was Elon Musk da macht, das kriegt man auch mit, wenn man ihm nicht folgt, fürchte ich. Und jetzt komme ich nämlich zu dem Punkt, warum wir heute darüber sprechen. Denn Natascha Strobel, Politikwissenschaftlerin aus Österreich, die hat ihren Twitter-Account gelöscht. Weil sie, wie sie sagt, einen der schlimmsten Shitstorms erlebt hat, den sie je auf Twitter erlebt hatte. Und das hat sie tatsächlich häufiger dort erlebt. Sie schreibt, es waren vor allem unterirdische Kommentare über mein Aussehen, meine Stimme und meine Psyche. Nachdem das drei heikle Themen für mich sind, wollte ich mich dem nicht mehr aussetzen. Die Taz hat diesen Exit zum Anlass genutzt. um eine, ich würde fast sagen, Wutrede zu schreiben mit dem mit der Überschrift Haut endlich ab. Auf X gibt es momentan eine Austrittswelle. Soll man die Plattform nun den Rechten überlassen? Die Antwort ist leicht, ja, der Ort ist verloren. Finde ich einen ganz lesenswerten Text von Carolina Schwarz. Es ist die Ressortleiterin von TAZ2. Und sie führt das auch aus. Sie sagt, ein häufiges Argument ist, man dürfe die Plattform nicht den Rechten überlassen. Man müsse präsent sein, dem ganzen Rechten linke Inhalte entgegensetzen und sich hinter die Bedrohten stellen. Doch so richtig die Solidarität mit den Bedrohten ist So falsch ist Ex als Ort dafür. Die Rechten haben ihn übernommen, Mask hatte so gewollt. Diejenigen, die sich dem entgegenstellen, dringen schon lange nicht mehr durch. Das hinzunehmen mag schwer sein, aber es gibt dort nichts mehr zu gewinnen. Viel wichtiger wäre es, den Ort zu einem Irrelevanten zu machen. Dafür müssten in erster Linie MeinungsmacherInnen aus Politik, NGOs und Medien sich andere Kommunikations- und Profilierungsfähig. Tools suchen. Dass diejenigen, deren Aufgabe es ist, die Rechtsextremen und ihre Umtriebe journalistisch und wissenschaftlich im Blick zu behalten und die Gesellschaft darüber zu informieren, mit einem Account auf der Plattform bleiben, ist relevant. Für alle anderen kann es nur heißen, haut ab, es wird immer schlimmer.
14:51 Christiane Link
Ja gut, aber es ist halt auch wieder eine sehr privilegierte Position. Man schafft nicht so einfach einen neuen Raum. Also schon gar nicht, wenn man zum Beispiel internationale Aufmerksamkeit braucht aus Ländern, die nicht demokratisch sind. Als Minderheit, die sich sowieso schon Probleme hat, sich überhaupt zusammenzuschließen. Also alleine ist es nicht so, man kriegt nicht so einfach Tausende behinderte Menschen auf die Straße. Das geht einfach nicht, weil die das körperlich schon gar nicht packen, teilweise. Oder es mit solchen enormen organisatorischem Aufwand verbunden ist. Das wird so in der Art nicht funktionieren. Also das ist genau das, was ich meinte mit den Privilegien. Es ist eben nicht so, dass man so einfach einen Raum schaffen kann. der die Community verknüpft vielleicht schon noch, aber dann hat man quasi einen abgeschlossenen Raum, der nicht wahrgenommen wird. Was aber marginalisierte Gruppen brauchen, ist Wahrnehmung der Mehrheit. So traurig das ist, aber Veränderung findet nur so statt. Und dazu war und ist Twitter, also in Großbritannien gerade, enorm gut. Und man erreicht die Entscheidungsträger, die einem sonst nicht zuhören würden, die einem keinen Termin geben würden, die einem keine Ahnung was. Und ich muss auch sagen, ich glaube auch nicht, dass der Ort verloren ist wegen der wegen den Rechten. Also das nehme ich ehrlich gesagt anders wahr. Da mache ich mir ehrlich gesagt mehr Sorgen um Ellen Mask selber dem Alti-Plattform gehört. Also meine ich siebe wie Ja, ich siebe extrem bei Twitter, was meine Timeline angeht und Blocke, Blocke, Blocke. Und wir haben es geschafft in Großbritannien, denke ich, also gerade so die Community aus behinderten Menschen. relativ stark aufzutreten, gerade wenn so, also irgendwelche behindertenfeindlichen Dinge unter Post stehen und da geht es ja auch wirklich um Hass und Diskriminierung und Behindertenhass ist einfach existent in der Gesellschaft Und natürlich toben die sich gerade an so einer Gruppe aus. Und ich hatte Das Gefühl, dass es in den letzten, weiß ich nicht, zwei, drei Jahren relativ gute Solidarität gab unter behinderten Menschen und dass das funktioniert hat. Aber wir sind auch, muss ich natürlich auch dazu sagen, eine relativ große Gruppe. Also, ich sage jetzt allein mal prozentual in der Gesellschaft, jetzt sind die nicht alle auf Twitter und so weiter, aber da sind schon sehr ähm Ja, sehr, sehr wortgewandte Menschen dabei. Aber wir brauchen die Vernetzung und wir müssen die Politik erreichen. Und die britische Politik ist definitiv weiterhin auf Twitter.
18:02 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde das total spannend als Blick, weil er eben auch zeigt, dass in der Tat wir in Deutschland diese Position haben, die aber glaube ich, und das ist jetzt so vielleicht meine letzte These dazu, die aber vielleicht auch daraus herrührt, daherrührt, dass in Deutschland Twitter ja nie ich sag mal eine Wie soll ich sagen, eine gesellschaftsrelevante Größe erreicht hatte. Also es war immer schon das Netzwerk der MultiplikatorInnen, immer schon das Netzwerk der JournalistInnen, die sich dort untereinander austauschten. Es gab natürlich Bubbles, die dort stattgefunden haben, die wissenschaftliche Bubble zum Beispiel, oder? Auch die YouTuberInnen Creator Bubble war auf Twitter damals zu Hause. Aber es war nie so, dass gesellschaftlicher Diskurs auf Twitter stattfand und umgekehrt, sondern es gab schon sehr viele kleine Mikrodiskussionen, die außerhalb von Twitter Die Leute nicht wirklich erreicht oder bewegt hatte. In Deutschland.
18:59 Christiane Link
Ja, das kann sein, wobei ein bisschen ist es ein großer Großbritannien ähnlich. Also natürlich geht es um einflussreiche Menschen und um Multiplikatoren und so weiter. Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass es das mega Gesellschaftsmedium insgesamt ist, aber Tatsache ist trotzdem, dass es Dass Gruppen, die sonst nicht so gehört wurden, vor allem von Medien, sage ich jetzt mal sehr allgemein gesprochen, Die Möglichkeit gegeben hat, für bestimmte Themen Aufmerksamkeit zu schaffen, die dann wiederum von regulären Medien übernommen wurden. Und das ist exakt das, der Verdienst, wenn man es mal so sagen will. den Twitter auch schon vor Elon Musk hatte und der extrem wichtig ist, weil das das, wie gesagt, das Wichtigste für marginalisierte Gruppen ist erstmal Aufmerksamkeit für ihre Themen.
19:57 Gavin Karlmeier
Definitiv, ja, hundertprozentig. Ich hoffe, und das ist so ein bisschen mein persönlicher Ansatz, dass du, auch wenn du sagst, wir können keine Räume schaffen, dass. Auch wenn Twitter vielleicht, so wie wir es kannten, nicht mehr existiert, wir doch die Möglichkeit haben, irgendwo anders einen Obdach zu finden und quasi diesen Diesen Modus wieder zurückzubringen. Ich bin mir nicht sicher, ob Threads das sein wird, aus den Gründen, die du genannt hast, aber auch aus ein paar anderen Gründen. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass wir nicht früher oder später dann noch hinkommen, dass es so einen Ort gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
20:33 Christiane Link
Ja, würde ich jetzt auch nicht ausschließen, aber ja, ich hatte ja ein bisschen Hoffnung. gesteckt in blue sky nicht zuletzt durch diesen podcast aber ich glaube das war eine aber ich glaube es war etwas eine fehleinschätzung aus meiner Bubble, ähm, oder beeinflusst aus der Bubble, so meinte ich, dass das was werden könnte, weil als ich dann meinen britischen Freund von Blue Sky erzählt habe und dass das voll im Kommen ist in Deutschland Haben die da alle einen Account angelegt, aber gemacht hat niemand da irgendwas. Also, das hat auch nicht so richtig funktioniert. Ja, aber es kann natürlich wirklich sein, dass das, ich meine Das geht halt dann manchmal sehr schnell, dass irgendjemand übernimmt mit einem neuen Produkt, mit einem neuen Angebot und so weiter, das dann Erfolg hat. Also das würde ich auch nicht. ausschließen und fände ich natürlich super. Und ja, wie gesagt, meine Hoffnung stirbt noch nicht, dass eventuell Elon Musk die Lust daran verliert
21:41 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde die Hoffnung finde ich auch gut. Vielleicht passiert das noch. Toi, toi, toi, toi, toi. Jetzt gerade hatte ich übrigens erstmal, um mal ein bisschen in die Themen einzusteigen. Gibt es ein paar News von Twitter und X, die vielleicht auch, also die machen nicht unbedingt gute Laune. Es gibt eine Anpassung der AGBs von X, die sich vor allem auf die, also. Ich hole aus. Um Expremium abzuschließen, musst du das im Moment tun über den Zahlungsdienstleister Stripe. Und es gibt ein paar Features, die du nur bekommst, die nur Expremium hast. Jetzt gibt es eine Anpassung der AGBs für Expremium und die sagen, du stimmst zu, dass die Bilder deines Personalausweises, den du mittlerweile brauchst, um dich für Premium zu registrieren und den du hochladen musst. dass du Eggs und Stripes erlaubst, diese Daten zu benutzen, um deine Identität zu bestätigen, soweit so gut, auch um sicherheitsrelevante Mechanismen durchzuführen. Gleichzeitig aber stimmst du zu, dass Stripe oder einer ihrer Subunternehmen, Subprocessors, diese Daten für bis zu 30 Tage behalten dürfen, lagern dürfen. Und diese benutzen dürfen, um Modelle zu trainieren und Datenbanken abzudaten. Das heißt, die Kette ist jetzt die Du musst deinen Personalausweis hochladen, um die zu verifizieren, um als Creator zum Beispiel gelistet zu sein, damit du Geld bekommst. Und der Zahlungsdienstleister Stripe bekommt das Bild von diesem Personalausweis und kann den 30 Tage lang benutzen, um eine KI mit deinem Personalausweis zu trainieren. Bevor sie es löschen müssten. Und also das ist ja ein absolutes, absolutes Chaos für alle, die den Datenschutz wichtig ist.
23:21 Christiane Link
Kassiert das nicht die EU sofort wieder ein?
23:25 Gavin Karlmeier
Es riecht so danach. Ja, wäre wahrscheinlich so, vermutlich. Auf der anderen Seite, wenn du dem explizit zustimmst und auch noch Geld dafür bezahlst, vielleicht ist es okay. Vielleicht, also weil das Problem bei Facebook war ja, dass die AGB-Änderungen nicht explizit kommuniziert wurden. Tja, man weiß es nicht.
23:46 Christiane Link
Ja. Also ich würde vermuten, dass da vertraue ich in dem Fall voll auf die EU.
23:57 Gavin Karlmeier
Aus Großbritannien gesendet.
23:59 Christiane Link
Aus Großbritannien, natürlich, natürlich. Dass das nicht Es geht, vermute ich mal. Und dann wird Herr Mask wieder komplett zurückrudern und sagen, es war alles eine Nichtsverständnis. Und natürlich machen wir das so nicht. Also ich glaube, ich meine, das Es gibt im Englischen so einen Spruch, don't ask for permission, ask for forgiveness. Aus der Perspektive heraus kann man schon froh sein, dass er überhaupt um Permission gefragt wird. hat. Und ich habe insofern ganz viele Sachen gemacht im angelsächsischen Bereich. Also nicht, dass ich es verteidige, um Gottes Willen, aber Ich würde nur sagen, ich denke, die Kultur steckt da so ein bisschen dahinter. Zu sagen, ja, okay, wir probieren es mal, wie weit wir kommen und wenn die EU uns auf die Finger haut, dann müssen wir es halt wieder ändern. Also ich das ist, also ich entschuldige es nicht, aber ich glaube, das steckt so dahinter.
24:53 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich ist es so, aber vielleicht hoffte er auch, dass es mal niemand einfach mitkriegt. wie so viele. Gleichzeitig wurde angekündigt, das hat Melissa Merencio gemeldet, die ist verantwortlich für Product Operations, Product Operations bei X und ist vor allem die verantwortliche für Livestreaming auf X. dass das Feature Livestreaming vermutlich hinter die Premium-Pawall geschoben wird. Also du kannst nicht mehr livestreamen. Ein Feature, das übrigens erst vor einigen Monaten wieder aus der Kiste gegraben wurde. Früher gab es ja Periscope. Es wurde dann irgendwann eingestellt. Dann hat Elon Musk ganz stolz sich dabei live gestreamt, wie er im Büro gesessen hat. Dann kam das Feature. Alle konnten sich wieder live per Video streamen. Und jetzt rutscht dieses Video, äh, Feature, sich selber live streamen zu können. hinter die Paywall und wird ein Premium-Feature. Und ihre Erklärung sagt, äh, oder sie sagt als Erklärung, es gibt mehrere Gründe, aber einer der größten Gründe ist, es gibt eine beachtliche Größe von Copyright-Verstößen in Broadcastings die von Nicht-Premium-Accounts kommen. Und anstatt sich zu überlegen, wie kann man das irgendwie einfangen, verbieten wir einfach das Feature. Ich habe eine These.
26:01 Christiane Link
Ja, sag mal deine These.
26:03 Gavin Karlmeier
Meine These ist, dass man Serverkosten sparen möchte.
26:06 Christiane Link
Genau, wir haben auch meine gewesen.
26:10 Gavin Karlmeier
Weil, also, was ist denn das für eine absurde Begründung? Alle haben doch Livestreaming, also wenn TikTok es hinkriegt und Facebook ist.
26:16 Christiane Link
Livestreaming ist teuer.
26:17 Gavin Karlmeier
Genau, aber Livestreaming ist teuer.
26:21 Christiane Link
Genau, und deswegen. Aber wieder ein guter Hinweis darauf, dass er eventuell die Lust verlieren könnte. Weil das Ding ist auch teuer, nicht nur. Eingekauft teuer, sondern es ist auch teuer, am Laufen zu halten. Und vor allen Dingen mit solchen Features, die ihr ja eigentlich super findet, aber dann halt merkt, es kostet Geld.
26:43 Gavin Karlmeier
Ja, sehe ich. Das Problem ist nur, dass die These, ja, also es ist ja eine ziemlich prominente These, dass er eventuell auch gar kein Geld damit verdienen möchte. Zumindest ist das ein Tesi übrigens auch selber vertritt, sondern dass er sagt, hier geht es ihm um tatsächlich politischen, politischen Aktivismus oder so. Und wenn das der Fall ist, dann gnade uns Gott. Oder wer auch immer.
27:09 Christiane Link
Ja, dem stimme ich so ein bisschen zu, aber. Wenn es ums Geld verdienen ginge, dann hätte er vielleicht einen längeren Atem. Weil das ist ja dann quasi so ein Ja, so ein Liebhaberprojekt. Aber wenn das Liebhaberprojekt teuer wird, überlegt man sich das dann vielleicht schneller, als wenn man weiß Ja, ich mache aber dann in 15 Jahren oder in 10 Jahren oder so richtig Geld damit.
27:42 Gavin Karlmeier
Ja, ich bin mir da nicht so sicher, weil gleichzeitig, wenn es tatsächlich ein Hobby ist, weil er. genug Geld hat oder anderweitig verdient, dann kann ihm das wirklich, wirklich egal sein, weil er weiß, okay, das ist ja das Ding, das hat so seine finanziellen Schwächen, aber wir machen das jetzt so lange, bis es sich von alleine an die Wand fährt. Ich Wir kennen die Antwort natürlich nicht, ne? Es ist eine Mutmaßerei. Absolut. Also, ja, auf jeden Fall, Livestreaming ist jetzt nicht mehr möglich, wenn ihr nicht dafür bezahlt. Nicht, dass ihr das vorgehabt hättet, aber ich.
28:11 Christiane Link
Also ich stimme dir voll zu Ja, ich stimme dir voll zu. Mein erster Gedanke, als ich es gelesen habe, war sofort, ja, das wird ihm zu teuer.
28:22 Gavin Karlmeier
Während wir hier sprechen. Ist etwas passiert. Und zwar hat Mark Zuckerberg seinen ersten Threat-Post im Fiddiverse abgesetzt Also es ist jetzt so, dass offenbar jetzt Threads gerade in diesem Moment aktiviert wird in 100 Ländern, dass es jetzt die Möglichkeit ist, Antworten von anderen Plattformen direkt in Threads zu sehen. und Threats Postings in Mastodon zu sehen. Das wird jetzt gerade ausgerollt in, wie gesagt, 100 Ländern. Viel mehr Details habe ich dazu noch nicht. Da werden wir dann wahrscheinlich in der Folge vom Freitag drüber sprechen. Aber das ist so halb breaking, würde ich sagen. Wenn ihr das hier hört, ist es auch schon zwölf Stunden her, aber wir haben kurz nach 18 Uhr, 18. 40 Uhr gerade. Ist auch gut, dass es kurz nach 18 Uhr ist, 18. 40 Uhr, aber Genau, diese Meldung ist gerade jetzt gerade brühwarm hier reingekommen.
29:14 Christiane Link
Okay, das ist definitiv interessant und. Auch insofern, wenn ich dann ma. . Ich kann dann Mastodon benutzen, um in Shreats zu posten, richtig?
29:26 Gavin Karlmeier
Das ist so rum noch nicht. Jetzt ist es erstmal möglich, wenn du mit Threads postest, dass Leute das bei Mastodon sehen und darauf antworten können. Das ist neu. Also dass Mark Zuckerberg, ich muss mich kurz korrigieren, ins Fediverse geschrieben hat, gab es schon seit einigen Wochen, aber jetzt gibt es eben auch die Antworten und das ist jetzt in 100 Ländern verfügbar. Dieses Sharing into the Fediverse.
29:47 Christiane Link
Also ich denke, wenn es umgekehrt funktioniert wird, ist es wirklich interessant, weil dann ist ja quasi die politische Sperre weg. Also musst du dann schränkt ja keinen politischen Diskussionen ein. Im Gegenteil. Das ist ja eine sehr, wie soll ich sagen, reflektierte, politisch informierte Crowd sozusagen. Das ist, finde ich, ja, das wäre interessant.
30:14 Gavin Karlmeier
Ja, also klar, also so gesagt. Klar, wenn du über andere Netzwerke die Threads-Inhalte siehst, bekommst du sie ja gar nicht algorithmisch sortiert und das, was politischer eingeschränkt wird oder das, was eingeschränkt wird, ist ja nur die Empfehlung politischer Postings. oder Postings von politischen Accounts. Also nur auf deiner For-Page sozusagen wird das eingedämpft. Das ist natürlich trotzdem signifikant, weil die ForU-Page dein Default ist. Und die Faults matter, wie wir wissen. Aber es ist nicht so, dass du nichts politisches veröffentlichen kannst, es wird nur weniger gesehen.
30:50 Christiane Link
Nee, nichts, klar. Ja. Und ich glaube, es hat auch ein bisschen, das lenkt natürlich dann auch die Kultur in so einem Netzwerk sozusagen, wenn du, wenn die große Ankündigung ist, wir sind keine politische Plattform. hart es einfach darauf, wie die Leute die Plattform nutzen, denke ich.
31:07 Gavin Karlmeier
Ja, klar. Und Threads war ja auch schon von Anfang an immer so gepolt, dass man das Gefühl hat, eher in einem Entertainment-Umfeld zu sein. Das ist ja nicht von der Hand zu weisen. Genau. Okay, ich habe noch eine Geschichte mitgebracht, die macht ein bisschen schlechte Laune. Sie ist eine Wall Street Journal exklusive Geschichte. Und zwar haben sie gemeinsam mit einem Forscher. . herausfinden wollen, wie sieht eigentlich die Nutzer-Experience bei Instagram für 13-Jährige aus? Und was sie gemacht haben, war sich immer wieder Videos angesehen und entsprechend auch darauf reagiert. die, wie Sie sagen, pikante oder sexuelle Videos eben empfohlen bekommen haben. Das heißt, wenn immer Sie ein Video gesehen haben, das zum Beispiel Nackte Haut zeigt, da haben sie sich das bis zum Schluss angeguckt. Viele andere haben sie einfach weitergewischt, in der Hoffnung herauszufinden, was macht das mit dem Algorithmus. Denn es ist so, dass Instagram im Januar eigentlich angekündigt hatte, eine andere User Experience für Teenager anzubieten, um eben solche Dinge zu verhindern, dass junge Menschen, Kinder, Jugendliche eben auch nur Inhalte angezeigt kriegen, die für sie selbst geeignet sind. Das Ergebnis ist, wie Sie schreiben, dass sexuelle Videos für Konten von Teenagern regelmäßig empfohlen werden. wenn Sie sich für solche Inhalte interessieren. Und zwar innerhalb weniger Minuten nach dem ersten Einloggen. Die haben diese Tests über sieben Monate durchgeführt. haben das mit verschiedenen Accounts getestet, verschiedenen Telefonen getestet, also immer wieder neu aufgesetzt. Und es wird gesagt, es werden immer wieder Videos angezeigt. die etwa Frauen zeigen, die halbnacht tanzen, Brüste betonen. Also alles Inhalte, die man vielleicht bei 13-Jährigen nicht unbedingt erwarten würde oder für 13-Jährige. Und tatsächlich schreiben sie weiter, dass. . in weniger als 20 Minuten auch die Werbungen, die angezeigt wurden, entsprechend verändert wurden. . Also es wurden zum Beispiel Werbungen angezeigt für Nutzer, die Nacktfotos verschicken. Also solche Accounts, die Werbung für Erwachseneninhalte machen. Sie haben die gleichen Tests auch bei Snapchat und TikTok durchgeführt und dort konnten sie das nicht reproduzieren. Und tatsächlich sagt Adelson, das ist dieser Forscher, der das für das Wall Street Journal hier durchgeführt hat, sagt, selbst die Erwachsenenerfahrungen auf TikTok. . Scheint viel weniger explizite Inhalte zu haben als die Teenager-Erfahrung bei Reels. Meta selber, das muss man der Vollständigkeit halber einmal dazu sagen, weiß es zurück, sagt, das ist nur ein künstliches Experiment, das nicht der Realität entspricht. Teenager nutzen Instagram so nicht. So.
33:40 Christiane Link
Ja, also ich habe keine Kinder, um es mal vorwegzuschicken. Ich weiß nicht. wie Teenager Instagram nutzen. Aber ich finde es auch nicht so wahnsinnig überraschend, muss ich ehrlich sagen. Weil Instagram ist für mich in viel mehr auf Visualität, Schönheit und so weiter ausgerichtetes Medium als alle anderen. Also deswegen gehe ich davon aus, dass der Algorithmus halt auch genauso funktioniert. Ab wann darf man denn auf Instagram, weißt du das?
34:21 Gavin Karlmeier
Ab 13, das ist das Mindestalter.
34:23 Christiane Link
Das finde ich echt ein bisschen früh.
34:26 Gavin Karlmeier
Macron auch, der will das vermitteln. Bitte was? Macron möchte es in Frankreich für unter 15-Jährige jetzt auch verbieten.
34:34 Christiane Link
Ja, ich kann es so ein bisschen nachvollziehen, aber wie gesagt, ich habe keine Kinder.
34:38 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde das schlimm.
34:40 Christiane Link
Sich dazu zu äußern. Aber ich finde 13 Person auf Schönheit, Beauty. Körperwahrnehmung, ausgelegtes Medium, halt echt sehr früh. Aber vielleicht bin ich auch einfach alt. Ich weiß nicht. Aber überraschend finde ich das überhaupt nicht. Ich glaube, dass die anderen Portale ein bisschen eine andere Ausrichtung haben. Also, ich bin, ich weiß, du bist ja nicht so der TikTok-Fan. Oder nutze das nicht so häufig. Ich bin ja aber.
35:20 Gavin Karlmeier
Lass mich kurz das erklären. Also ich verstehe um den Reiz der App Und das ist der Grund, warum ich es nicht benutze. Weil ich die politische Ebene mal kurz zur Seite gelegt, die auch sicherlich eine Rolle spielt, aber Ich weiß genau, wie süchtig mich das macht. Und ich habe den Vergleich schon mal angebracht und habe sehr, sehr starkes Stirnrunzeln meines Gegenübers bekommen, aber. Ich weiß genau, dass mir auch ein Heroinrausch wahrscheinlich sehr gut gefallen würde in dem Moment, aber ich würde damit nicht aufhören können. . . Und so verhält es sich bei mir mit TikTok eben auch.
35:50 Christiane Link
Okay, ich verstehe. Also ich nutze TikTok sehr viel und jetzt werden wahrscheinlich sehr, sehr viele Leute lachen, aber für mich ist TikTok so. hat sehr viel mit, ach, wir lernen mal was Neues zu tun. Also ich, ich komme da auf Themen, mit denen ich mich noch nie befasst habe, aber ich lerne da was. Und dann, äh, also für mich hat TikTok eine ganz anderen Ausrichtungsschlicht und einfach als Instagram. Ich nutze Instagram zum Beispiel kaum, weil mich irgendwie die irgendwelche Fotos von von ja halbnackten Frauen auf irgendwelchen in irgendwelchen Holidaydestinationen nicht so wahnsinnig interessieren. Und insofern, ich glaube, es hat sehr viel damit zu tun. wie Instagram insgesamt aufgebaut ist. Ich will nicht sagen, dass sie das nicht ändern sollten oder dass man dem, dem ähm Algorithmus klar sagen muss, es handelt sich hier um einen 13-jährigen Betrachterin oder so. Keine Frage. Aber ich finde es halt auch nicht so wahnsinnig überraschend. Also, dass es so. Dass das wie früher man bestimmte Fernsehprogramme nach 10 Uhr als 13-Jährige nicht mehr gucken durfte. Ich finde es nicht so Ich finde es sich so wahnsinnig überraschend. Halte aber auch das Argument von Meta, dass es ja kein realistisches Konzept sei, weiß ich auch nicht, ob das nicht, ob das das beste Argument ist. Dann hätten sie klar sagen müssen, nein, wir haben da klare Sperren drin oder wir haben da klare In klaren Richtung, die wir dem Algorithmus vorgeben, aber da sie das nicht sagen, scheint es offensichtlich nicht so zu sein.
37:43 Gavin Karlmeier
Also das Was daran halt so abstrus ist, finde ich, es gab 2022 eine interne Analyse, die das Wall Street Journal auch einsehen konnte, die ergeben hatte, dass junge Menschen auf Instagram mehr Pornografie Blut und Hassrede sehen als Erwachsene. Und dass Jugendliche auf Instagram in unternehmensgeführten Umfragen berichtet haben dass sie Mobbing, Gewalt und Nacktheit häufiger erleben als ältere Nutzer. Also diese Aussagen gab es alle und Instagram und Meta hat deswegen eigentlich In einem großen Aufschlag im Januar dieses Jahres, in einem großen Aufschlag gesagt, jetzt wird alles besser, wir haben tausend neue Features für junge Leute, wir haben hier bei Haken dran darüber berichtet. Und nach diesen Richtlinien sollten Menschen unter 16 gar keine sexuell eindeutigen Inhalte mehr angezeigt bekommen. Dass das jetzt offenbar halt wirklich. . überhaupt nicht funktioniert hat und dieser Test wurde eben jetzt die letzten Monate durchgeführt, zeigt halt, dass da noch viel Arbeit vor denen liegt
38:43 Christiane Link
Ja, dem stimme ich zu. Zumal, also ich glaube, dass ein Algorithmus alleine. . nicht schaffen wird, so was wie Jugendschutz oder was auch immer da reinzuziehen. Also ich glaube, das muss so von beiden Seiten kommen. Also die Eltern haben halt, finde ich, halt auch eine Verantwortung.
39:03 Gavin Karlmeier
Definitiv, ja, ja, auf jeden Fall. Hundertprozentig. Aber bevor wir da uns jetzt drin verlieren, verlieren wir uns in was anderes. Warte kurz. Funktionen und Emotionen. Wir spielen ein kleines Spiel, es ist ganz einfach, ich droppe eine neue Funktion, die die Netzwerke angekündigt haben und du sagst mir einfach nur, ob du irgendetwas fühlst. Facebook hat angekündigt, dass du, wenn du jetzt auf das Profil eines Menschen gehst, mit dem du nicht befreundet bist, dass dir dort gezeigt werden, was du mit dieser Person gemeinsam hast. Also gemeinsame FreundInnen, das kennen wir schon, aber auch Seiten, die du Da war ich kurz weg, ne? Mein Kabel ist kaputt, hast du das gehört?
39:43 Christiane Link
Ja.
39:44 Gavin Karlmeier
Ich muss das mal reparieren. Es hat heute auch schon gerauscht hier einmal. Ich wollte es eigentlich verschweigen, aber mein Kabel ist kaputt. Ich gelobe Besserung. Also, dir werden gemeinsame FreundInnen angezeigt, aber eben auch Seiten, die diese Person geliked hat oder auch Locations, an denen diese Person einen Post abgesetzt hat, an denen du auch einen Post abgesetzt hast.
40:04 Christiane Link
Ja, also.
40:06 Gavin Karlmeier
Wenig gefühlt fair.
40:08 Christiane Link
Also für neugierige Menschen wie mich finde ich das gut. Für. Profilbesitzerinnen wie mich. Bei Facebook finde ich es nicht so gut. Ja, es hat so ein bisschen was von, wir öffnen das Profil so ein bisschen wenigstens.
40:29 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr. Threads arbeitet jetzt an einer Funktion, dass du temporäre Postings absetzen kannst. Das bedeutet, dein Post wird automatisch nach 24 Stunden gelöscht und alle Antworten darauf auch.
40:42 Christiane Link
Nee, ich bin ein großer Fan von Transparenz und Zuverlässigkeit und so. Ja.
40:54 Gavin Karlmeier
Also, ich habe da richtig viel drüber nachgedacht.
40:56 Christiane Link
Die Shreds werde ich eh nicht so warm. Das passt jetzt eigentlich auch noch so in diese Kategorie.
41:02 Gavin Karlmeier
Ich habe da richtig viel drüber nachgedacht, wie ich das finde. Und dann habe ich überlegt, wie wäre das gewesen, damals, so vor sechs Jahren zum Beispiel, wenn Twitter das eingeführt hätte. Und ich glaube, ich hätte es eigentlich ganz geil gefunden. Weil es ja durchaus mal so Sachen gibt wie, hey Leute, ich mache jetzt dieses hier, ich bin jetzt hier live oder ich suche eine Wohnung oder was weiß ich. Und das sind alles so Dinge, die muss ich nicht langfristig in meinem Profil sitzen haben. Ich sehe aber auf der anderen Seite natürlich auch den Reiz davon sich selber, so ein kleines, sich fortlaufendes Tagebuch ins Internet zu knallen
41:35 Christiane Link
Ja, also ich bin mehr so die Tagebuchfraktion. Ich habe gestern Abend noch zu jemandem gesagt, ich brauche kein Tagebuch, ich habe Twitter. Mich stört es auch nicht, wenn jemand nachgucken kann, dass ich 2009 oder keine Ahnung was. 2005 eine Wohnung in London gesucht habe. Das stört mich überhaupt nicht. Und im Gegenteil, ich mag sogar manchmal, also Facebook hat ja diese
42:03 Gavin Karlmeier
Memory Erinnerungsfunktion.
42:06 Christiane Link
Und wenn ich da irgendwie gesagt kriege, schau deinen Post von 2009 an und er ist halt total belanglos. Und ich denke Aber trotzdem, ach, das ist ja, ach so, okay, das war dann. . Also ich liebe das. Also dieses, gerade dieses Zurückblicken. Und ich mag das aber auch bei anderen Menschen. Also auch so. Manchmal so zu sehen, okay, das haben die vor 15 Jahren getwittert. Oder also auch wenn es, wenn man vielleicht manchmal meint, Dinge seien belanglos. sind sie rückwirkend betrachtet gar nicht. Insofern, ähm, ja, also ich glaube, ich würde keinen meiner Posts auf 24 Stunden stellen. Ich stehe da. Aber ich verstehe, warum Menschen es machen. So, ähm, aber ich mag Timelines von Menschen angucken und die so ein bisschen kennenlernen. Und das Ja, das funktioniert natürlich nicht so gut, wenn die so Lücken haben und oder alle Leute alles alle 24 Stunden löschen lassen. Steht doch zu euch selber, denke ich dann manchmal.
43:09 Gavin Karlmeier
Wofür schämt ihr euch denn, Leute? Genau! Instagram Testet eine neue Sektion in dem 4U-Feed mit dem Namen Recent Stories. Es ist unklar, ob dann nur die Stories angezeigt werden, die du quasi verpasst hast oben. Oder ob da Storys von anderen Leuten angezeigt werden. Was meine These wäre, dass man versucht, die Storys jetzt sozusagen auch algorithmisch breiter auszuspielen und damit die Anzahl der Leute, die die Storys sehen, die einem noch nicht folgen, anteilig zu vergrößern.
43:40 Christiane Link
Keinerlei Emotionen, so tief steig ich bei Instagram im Leben nicht ein.
43:45 Gavin Karlmeier
Okay, also ich hätte es Ich würde es spannend finden für öffentliche Profile. Ich glaube, das musste nur sehr gut kommunizieren, weil sich sehr viele Leute mit öffentlichen Profilen, mit ihren Storys manchmal etwas zu sicher sind, glaube ich. Dann hat Ed Mossari angekündigt. Dass Instagram jetzt zwei Features überlegt einzuführen, basierend auf NutzerInnen-Feedback. Und zwar einerseits die Möglichkeit, dass du dein Grid neu Anordnen kannst, also dass du sagen kannst, ich will die Bilder in der und der Reihenfolge da jetzt gesetzt haben. Und zweitens die Möglichkeit, dass du auswählst, welcher Ausschnitt aus einem Reel abgespielt wird, wenn du es in der Story teilst.
44:24 Christiane Link
Ja, nett. Also finde ich jetzt nett, aber habe ich jetzt auch keine Mega-Emotionen zu. Aber finde ich erstmal ein ganz gutes. Ist eine gute Usability, würde ich sagen.
44:33 Gavin Karlmeier
Okay. Also ich finde, das erste mit dem Grid finde ich ganz geil, ändert aber durchaus die Dynamik des Netzwerks. Also ich finde, das ist ein größerer Einschnitt. Weil es eben nicht mehr chronologisch ist, weil jetzt gerade ist so, du kannst bei Leuten ganz runterscrollen, da findest du Bilder von 2008 und zehn Und das zu verändern, das finde ich ist schon ein Schnitt, weil das bedeutet, dass der das Profil wieder viel mehr zu so einer Visitenkarte wird. Und das finde ich eigentlich ganz attraktiv, dass das bei Instagram nicht so ist, Also ich mag, dass dem Profil nicht so eine große Bedeutung beigemessen wird, wie bei anderen Netzwerken
45:12 Christiane Link
Ja, ich glaube, ich nutze Instagram komplett anders. Ich nutze es genauso als Profil und deswegen werde ich auch nicht so richtig warm damit. Wenn ich immer so denke, oh Gott, das ist alles so durcheinander hier. Also aus Betrachtersicht sozusagen ist es vielleicht gar nicht so schlecht.
45:33 Gavin Karlmeier
Vielleicht schon, ja. Aber das wird dazu führen, dass Leute wieder anfangen, so komische Mosaike da rein zu knallen, die so aus neuen Bildern bestehen, wo ich mir denke, Leute, lasst das einfach.
45:42 Christiane Link
Ja.
45:43 Gavin Karlmeier
Und das andere ist, das andere finde ich ganz geil, die Möglichkeit, den Ausschnitt des Reels zu bestimmen, wenn das in der Story geteilt wird. Würde mir aber wünschen, dass man das nicht macht, wenn man die Story teilt, sondern dass man das als Real-Ersteller festlegen kann, welche 15 Sekunden da vorgeschlagen werden zumindest. Weißt du, das wäre doch geil, dass man sagt, hier, das ist eigentlich das Highlight und am Anfang gibt es noch ein bisschen Vorgeplänkel, aber wenn das geteilt wird, dann sollen die Leute diesen Moment teilen können. Das finde ich gut.
46:07 Christiane Link
Ja, fände ich auch gut.
46:09 Gavin Karlmeier
Okay. Snapchat hat jetzt ein Feature vorgestellt, mit dem du, und ältere werden sich an dieses Feature erinnern. Bereits besuchte Links nicht mehr verlieren kannst, weil es eine History im In-App-Browser gibt Ich weiß nicht, ob du Snapchat nutzt.
46:26 Christiane Link
Ja, finde ich gut. Ja, ich habe Snapchat genutzt. Ja, finde ich gut. Okay, ja. Also vor allen Dingen, ich bin so eine. Ich bin so jemand, die sich ständig links abspeichert und dann findet sie sie nicht mehr wieder. Also ja, finde ich gut.
46:42 Gavin Karlmeier
Ja, fühle ich. So, und jetzt kommt eine Funktion für ein Netzwerk, ich weiß gar nicht, ob wir jemals hier über Pinterest gesprochen haben, aber es gibt jetzt ein Feature, das heißt Board Sharing, mit dem du. dein Pinterest-Board, also das ist ja so eine Art Liste, ein Moodboard, das du zusammenbaust, auch in andere soziale Netzwerke teilen kannst, und zwar mit einem automatisch generierten Video. . . Du kannst also quasi aus deinem Board ein automatisch generiertes Video erstellen und das dann als Instagram Story teilen, zum Beispiel.
47:09 Christiane Link
Ja. Nett. Also ich nutze jetzt Pinterest nicht so mega intensiv. Aber ja, warum nicht?
47:20 Gavin Karlmeier
Ich b also ich hab das Gefühl, dass das ein absoluter Urheberrechtsverletzung ein Clusterfuck wird. Weil bei Pinterest ist es ja die Einbindung eines Videos, eines Bildes von einem anderen, von einer anderen Seite. Aber wenn das zu einem Video gemacht wird und du es in einem anderen Netzwerk teilst, das kann doch nicht richtig sein.
47:38 Christiane Link
Ja. Ja. Ja. Wo kein Kläger, da kein Richter, würde ich sagen. Mal gucken, ob sie damit durchkommen oder nicht. Ich klage an. Also ich denke, es wird sehr davon abhängen, für was diese Funktion genutzt wird.
47:56 Gavin Karlmeier
Ja, ja, ja. Aber also Natürlich nicht vorsätzlich, aber ich glaube, dass viele Leute da versehentlich in einen Abmahnungshagel ballern könnten, wie man so schön sagt. Abmahnungshagel ballern.
48:11 Christiane Link
Also ich denke, es wird wirklich davon abhängen, was für Content da benutzt wird. Es wird auch Seiten geben, die werden das super finden, wenn es andere Leute scheren. weil das irgendwie auf sie aufmerksam macht und auf ihrem Blog und auf ihre Rezeptseite und was es da so alles gibt. Ja, also es wird klar, kann passieren, aber. . Könnte auch so sein, dass manche Leute das richtig cool finden. .
48:36 Gavin Karlmeier
Und damit sind wir am Ende. Ich fand's richtig cool, dass du heute hier warst, liebe Christiane. Ich hoffe, du kommst irgendwann nach.
48:41 Christiane Link
Ja, hat mir sehr viel Spaß gemacht.
48:43 Gavin Karlmeier
Vielen lieben Dank.
48:44 Christiane Link
Ja, gerne.
48:44 Gavin Karlmeier
Das war ein sehr schönes Gespräch. Ich hatte viel Spaß und ich wünsche dir jetzt eine wundervolle Restwoche. Wir hören uns hier bei Hagen wieder am Freitag. 6 Uhr wie immer. Und wenn ihr mal Langeweile habt, schaut mir am Haken dran-Discord vorbei. Da ist gerade viel los. Kostet nichts, macht viel Spaß. Hakendran. org. Vielen Dank, liebe Christiane, und bis Freitag.
49:02 Christiane Link
Dankeschön. Tschüss.