Es heißt Breaking News, weil man dabei zusehen kann, wie Dinge zerbrechen. Twitter womöglich. Wir reden über Trump, darüber wie öffentlich Musk ihn mittlerweile unterstützt, über X und ihre juristischen Niederlagen der letzten Tage – und was wurde eigentlich aus der Jobbörse?
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Dax. Grüß dich, Gavin. Ich möchte dich kurz vorstellen, du bist Dax Werner, du bist Internetkoryphäre, Legende, Host des Podcasts Boniger Wachmacher, Sänger der Band The Screenshots. Aber habt ihr das da eigentlich irgendwann abgelegt oder habe ich das geträumt?
00:24 Dax Werner
Ne, das hast du geträumt, das gibt's nach wie vor. Das ist ganz wichtig, wir sind eine The Band, wie Anfang der nuller Jahre, die großen The Killers.
00:31 Gavin Karlmeier
Und The Strokes. Und die Strokes, genau. Und die Rolling Stones. Genau. Das ist die Reihe, in der ich euch sehe. Danke. Und ich muss leider, wir nehmen diese Folge am Sonntag um gegen halb zwei mittags auf. Das heißt, es könnte sein, dass uns Dinge nachrichtlich überholen. Während wir hier darüber sprechen. Möchte aber trotzdem mit einem Thema einsteigen, das uns so die letzte Nacht wahrscheinlich beide auf eine Art beschäftigt hat. Und zwar geht es um das versuchte Attentat auf Donald Trump während einer Wahlkampfveranstaltung. Und also ich will gar nicht so super mit so einem super harten Thema so düster in die Woche einsteigen, sondern will eigentlich eher so den Sekundärblick darauf mal legen und fragen. Hast du denn diese Lage, diese Nachrichtenlage im Netz live begleitet auf eine Art?
01:19 Dax Werner
Äh, voll. Ich bin gestern Nacht von Köln. Ich kann dir sogar sagen, mit welchem Zug, mit dem, irgendwie um 9 nach 12 Zug. Nach Essen, nee, von Essen nach Köln gefahren. So, mit dem RE1. Und der ist, du kennst es vielleicht, wenn man am Wochenende mit dem RE1 durch NRW äh, Brettert, der ist schon mal voll mit Party-Leuten aus Düsseldorf, Köln und so weiter. Und das war so ein bisschen der Vibe. Also Es war sehr viel Geplappere, sehr viel Alkoholgeruch in der Luft. Und ich saß im Zug, war etwas müde und scrollte so durch mein Reddit. Und auf einmal sah ich dann diesen Hinweis Trump shot at Pennsylvania, um, wie sagen's man. Rallye. Das war halt so ein ja, genau war so eine Rallye, genau Ich dachte, boah, das ist, hä, krank? Was geht ab? Und dann ist natürlich immer noch der erste Impuls und ich bin da nicht stolz drauf, aber du gehst natürlich sofort auf X, früher Twitter. Weil du denkst, da hast du jetzt so das in Sekundenbruchteilen kriegst du da die Informationen reingespült, wie früher, wie bei allen Großlagen auch früher. Und Ich hatte aber diesmal das Gefühl, dass jede Sekunde mich halt noch mehr verblödet, weil sofort, es gab, es gab sofort, wirklich sofort Memes, es gab sofort die wildesten Verschwörungstheorien. Allah, äh, er hat sich gebückt und sich selber ins Ohr geschnitten mit einer Glasscherbe, um dann sozusagen diese große Geste danach zu machen. Es gab sofort diese Fotos auf Millionen. Timelines. Ich war komplett überfordert und ich bin es eigentlich auch jetzt noch.
02:53 Gavin Karlmeier
Ich finde das so krass, dass du das so beobachtest, weil ich eine ganz ähnliche, ganz ähnliche Beobachtung hatte. Weil ich aber tatsächlich, als ich, also ich habe zuerst die Einmeldung gesehen. Ich glaube, New York Times war die erste, die ich gestern bekommen habe. Also am Samstagabend. Und habe dann mich dazu selber erinnert, sozusagen, komm, jetzt gucken wir mal auf Twitter. weil dieser Reflex eigentlich nicht da war, sondern ich habe tatsächlich erstmal Threads aufgemacht, interessanterweise. Und habe ich Twitter geöffnet und die ersten drei Dinge, die ich gesehen habe, waren alle drei Falschmeldungen. Alles, also ein Name des Schützen, der nicht stimmte. Eine und tatsächlich auch ein Meme. Und das dritte war auch eine Meldung, die Ihnen nicht stimmte. Also so eine Verschwörungstheorie von wegen. dass das eine geplante Aktion sei der USA, um den Präsidentschaftskandidaten aufzuhalten, so nach dem Motto. Also so ein Inside-Job. Theoremäßig. Das waren die ersten drei Tweets, die ich gesehen habe. Und dann habe ich aber was gemacht, denn unter dem Namen des Schützen, ich wusste ja, weiß ja nach wie vor nicht, wie der tatsächliche Name des Schützen ist. Das heißt. Ich wusste nicht, dass er falsch ist. . . Was ich aber gemacht habe, war die Community-Note zu öffnen und zu sehen, dass da sehr viele Leute drunter geschrieben haben, dass es nicht stimmt, dieser Name, der da in diesem Tweet steht. Und dass diese Person, die da genannt wird, selber Internet-Creator ist und so. Weißt du? Also so ein bisschen wie bei Drachenlord. Genau, Drachenlord, genau darauf wollte ich hinaus. Und habe dann aber nach diesen drei Tweets tatsächlich sofort die Lust an Ex verloren. Weil ich gemerkt habe, das bringt mich jetzt wirklich nicht weiter. Was ich super spannend finde, weil dieses ständige Argument, das wir hier immer wieder rotieren lassen, ist ja. . dass in Lagen Ex nach wie vor das Ding der Wahl sei. Und ich muss sagen, nach gestern bin ich mir nicht so sicher, ob das noch stimmt, ob das noch funktional ist oder ob das nicht eigentlich längst eingeholt wurde von der Realität, in der Ex eigentlich nur noch eine Abspielstation für Ideologisierung ist?
04:49 Dax Werner
Total interessante Frage. Ich Ich bin so gefühlsmäßig bei dir, ich bin natürlich jetzt nicht, bin weiter von weg, Journalist zu sein oder journalistisch zu arbeiten. Das wäre jetzt zum Beispiel interessant, mal von Nicole Diekmann oder so, die auch häufiger hier ist, das zu hören, wie sie das einschätzt, weil ich kann mir nicht vorstellen, dass du aus dem, was da gestern dann in die Timelands gespielt worden ist, irgendeinen Mehrwert, irgendeinen nachrichtlichen Wert rausziehen konntest. Also glaube ich einfach nicht, aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren. Was mir auch noch aufgefallen ist und was ich auch wirklich erschreckend finde, ist wir haben uns jetzt so lange Also seit Corona machen uns darüber lustig als Linksliberale Drübersteher, wie schnell Leute irgendwelchen Verschwörungstheorien, irgendwelchen kruden Erklärungsversuchen für Dinge, die sie nicht augenblicklich verstehen, um ein altmundiges Wort zu nennen, anheimfallen. Und was ich aber gestern auch von deutschen Leuten, deutschsprachigen ExpertInnen und so weiter gelesen habe. die sofort auch in diese Richtung gehen. Ja, kann das echt sein? Ist das nicht vielleicht doch staged und so weiter? Also das ist eine Sache, die offenbar über alle Lager hinweg alle gleichermaßen betrifft. Dass alle Leute, egal ob sie jetzt rechts oder links stehen, genauso anfällig. Oder zumindest sie sind tendenziell alle anfällig dafür, simple Erklärungsversuche für eine augenblickliche Lage zu kaufen. Solange es irgendwie in ihr Weltbild passt. Und ich finde, das ist etwas, also ist mir da nochmal aufgefallen, boah, das ist, äh, die Versuchung ist natürlich da, dass du dir schnell irgendwie eine Erklärung zurechtlegst für das, was du da siehst, weil es aber auch so, es hätte sowas. So was Unwahrscheinliches, was Unbegreifliches, diese Abfolge der Szenen, die man dort im Video sieht. Also erst die Schüsse, dann ist er kurz auf dem Boden und er ist zurück und er macht Augenblick, die instinktiv, diese Geste Für dieses Foto, da wo jetzt auch super viele Leute ja schon geschrieben haben, okay, das ist das Foto 2024, das geht in die Geschichtsbücher ein. Und du denkst dir nur, ja, stimmt. Und wir können aber auch noch nicht so richtig sagen, warum eigentlich? Also was folgt jetzt daraus? Was sind die Konsequenzen? Das ist so komplett dunkel. Ja, das sind so meine Gedanken und Gefühle aktuell dazu.
06:57 Gavin Karlmeier
Ja, mega, mega spannend, dass es so, also sich auch so ungefiltert gerade die Einschätzung ist. Weil ich habe auch zu diesem Foto nämlich genau den Beobachtung gelesen oder die Vermutung Stell dir vor, du bist der Fotograf, der dieses Foto macht und du merkst in diesem Moment, das ist das Foto, das um die Welt gehen wird, aber das könnte auch das Foto sein, das die USA auseinanderreißt. Und dass dieser Moment wohl in dem Fotografen wahrscheinlich auch vorging, finde ich ganz spannend, ganz weg vom Thema gerade. Und deine andere Beobachtung teile ich zu 100 Prozent, dass es inzwischen so sehr auch um Beschleunigungen von solchen Aufmerksamkeitsprozessen geht, dass es gar nicht mehr wichtig ist, ob das, was du verbreitest, auf irgendeinem Fuße. liegt auf irgendeiner Wahrheit fußt, so sagt man, sondern dass es vor allem darum geht, sehr schnell den wildesten Take zu verbreiten, in der Hoffnung, damit irgendwie haften zu bleiben. Und das ist ein Riesenproblem, weil es eben offenbar ganz viele Leute gibt, die das A, entweder glauben wollen oder b die Welt brennen, sehen wollen und das deswegen weiterverbreiten. Und ich bin mir nicht sicher, welche der beiden Dinge schlimmer ist, ob A oder B, aber Und vor allem weiß ich nicht, wie wir das in den Griff kriegen. Weil das halt wirklich sofort passiert. Es gibt sofort bei einer solchen Lage Menschen, die sich eine absolut krude Theorie ausdenken, um zu erklären, warum das, was wir da gerade sehen, eigentlich nicht stimmen kann. Und wenn wir schon so postfaktisch eigentlich unterwegs sind im Internet, Dann funktionieren soziale Medien für Journalismus sowieso überhaupt nicht mehr. Ja, also würde ich dir. Zustimmen. Aber was den Blickwinkel von JournalistInnen angeht, am Mittwoch ist Florian Grigorzik hier, der ja auch den 36-Podcast für den WDR macht und der wird da auf jeden Fall, so wie ich ihn kenne, die ganze Nacht vom Rechner gesessen haben. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was er dazu sagt.
08:49 Dax Werner
Vielleicht noch eine Beobachtung, weil die mir irgendwie emotional und auch von dem, was ich ja so mache, irgendwie nochmal ein bisschen näher ist. Was gerade auch passiert. ist ja, wenn schon Leute zumindest davor zurückschrecken, irgendwelche kruden Theorien zu verbreiten über das, was passiert ist. so üben sie dann zumindest Stilkritik über Tweets von anderen. Und damit meine ich ganz konkret, also El Hotso hat gestern relativ kurz nach dem Nach dem Vorfall einen Tweet veröffentlicht, der einfach gaggig gemeint war. Ich glaube, der ging ungefähr so den letzten Bus und auf der rechten Seite stand Donald Trump und darunter dann so ein Handshake-Emoji. leider knapp verpasst. Also das ist so das, was die beiden verbindet. Also ist Geschmackssache, kann man jetzt lustig finden oder nicht. Was ich halt total krass finde, ist, dass sich jetzt gerade auch ein Shitstorm von, na wie soll ich sagen, Liberalen bis Rechtsliberalen bis rechtsformiert gegen Hotso auf Twitter, so wie ich es jetzt mitbekommen habe, unter anderem von Wolfgang Kubicki, der gefühlt erst seit drei Tagen auf auf X überhaupt ist. Und der jetzt irgendwie El Hozo die Staatsanwaltschaft auf den Hals setzen will für diesen Gag, den er ja auch irgendwie, glaube ich, eine halbe Stunde später schon gelöscht hat, was in sich schon bescheuert genug ist, was. Dem Ganzen aber die Krone aufsetzt, meiner Meinung nach, ist, und du erinnerst dich bestimmt auch daran: Christian Lindner, der Parteikollege von Wolfgang Kubicki, hat erst vor zwei Tagen diese unsäglichen Fotos mit dieser Waffe veröffentlicht. wo er in den Kommentaren einem Kommentar, der da sagte, das sei die FDP, wenn die Linken wieder eine Vermögenssteuer fordern. Ja genau, also dass das Bild von Lindner mit Waffe gerichtet auf irgendein Ziel außerhalb des Bildes, das sei eben die FDP, wenn Linke die Vermögenssteuer fordern, das hat er mit Tränenlach-Emojis beantworten, Christian Lindner selber. Wo ich mir denke, das ist mindestens genauso geschmacklos, wenn wir dann über Geschmack streiten wollen. Weißt du, und dieser Doppelstandard, der dabei Wolfgang Kubicki und vielen anderen zum Tragen kommt, dass sie es jetzt eben g gegen Hotso agitieren wollen, der in meinen Augen einfach nur einen banalen Gag gemacht hat und es jetzt wieder in Stellung bringt gegen den öffentlichen. Was weiß ich alles, ist halt auch so eine so eine Ersatzhandlung, die mich einfach nur sorry für das Wort, es kotzt mich einfach nur an. Sie sollen doch bitte einfach das Internet ausschalten und einen Sonntag irgendwie spazieren gehen und Fenster aufmachen, aber doch bitte nicht uns belästigen mit diesem mit diesem Hirnwurm.
11:14 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, weil halt diese ganzen, ähm Ich weiß gar nicht, wie ich diese Gattung Mensch nennen möchte, weißt du? Also diese ganzen Ulf Poschats dieser Welt, die ja eigentlich die ganze Zeit nur darauf warten, einen neuen Strom anzuhaben, um solche Lagekämpfe im Internet auszutragen. Für die ist das ein gefundenes Fressen. Also ich habe ja das Gefühl, dass Porsche jede Böhmermann-Sendung scannt nach irgendeinem Wort, das er benutzen kann, um wieder Wälle gegen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu machen.
11:41 Dax Werner
Und klar kann man da Sachen kritisieren, darum geht es ja gar nicht. Du kannst am ZTF-Magazin Sachen kritisieren, könntest du am öffentlich-rechtlichen Wohnung eine ganze Menge kritisieren. Aber wie du es sagst, es ist ein Automatismus. Dass sie es nur noch danach scannen, wie sie irgendwie ihre Meute jetzt diese Woche wieder gegen den ÖR in Stellung bringen können. Und es ist komplett durchschaubar. Und es ist einfach whack und hängen geblieben. Sorry, dass ich das mal so sagen muss.
12:02 Gavin Karlmeier
100% richtig und wahnsinnig nervig. Und ich wünsche, dass Hotso da jetzt gerade viel Kraft hat und sich davon nicht irgendwie also der hat wahrscheinlich. Volle Gag-Soli mit El Hotzo. Ganz genau. Ich hoffe, dass er sich mit der Zeit ein dickes Feld antrainiert hat, aber Sowas geht, glaube ich, spurlos dann einfach rüber. Und also gerade der Witz, so wie du ihn jetzt schilderst, ich habe den nicht gelesen, das ist ja nicht zwangsläufig, der spielt ja nicht darauf an. Er schießt jetzt einen Menschen, darum geht es ja gar nicht, sondern es geht ja tatsächlich ein um der Ober.
12:30 Dax Werner
Das weiß auch jeder, der ihn diest.
12:31 Gavin Karlmeier
Das weiß auch jeder. Naja, Elon Musk jedenfalls hat sich auch zu der Trump-Geschichte geäußert, hat sehr, sehr, sehr viele Tweets veröffentlicht, in der den kompletten Rücktritt des Secret Service fordert und so weiter und so fort. Hat aber vor allem einen Tweet veröffentlicht, in dem er geschrieben hat, I fully endorse President Trump and hope for his rapid recovery. Also ich unterstütze Donald Trump voll und ganz und wünsche ihm schnelle Genesung. An dem zweiten Teil ist nichts auszusetzen, theoretisch. Man kann ihm eine Genesung wünschen. Dass Elon Musk sich jetzt aber in der Öffentlichkeit so klar hinter Donald Trump stellt und damit auch, also der Begriff endorsement ist ja einer, der im politischen Spektrum eben sehr belastet ist oder sehr klar deutlich in Macht, wo stehe ich politisch, wenn ich jemanden endorse Ähm, finde ich eine sehr zumindest erstaunliche Aussage. So wir haben alle immer geahnt, dass Elon Musk klar auf Trumps Seite ist, gab immer wieder Hinweise, es gab auch schon Äußerungen. Dass er sich allerdings so klar und deutlich hinter den Präsidenten Trump stellt und eben nicht nur klar gegen einen Präsidenten Biden stellt in der Öffentlichkeit, weiß ich nicht, ob ich das hier so schon beobachtet habe. Und das passt ganz gut zu der Meldung, dass am Wochenende rausgekommen ist, dass Elon Musk eine bislang unbekannte Summe ist ein bisschen ärgerlich, weil die Summe wird am morgen, also am heutigen Montag. veröffentlicht, wenn ihr die Folge hört, reichen wir nach, an einen Superpack gespendet hat. Ein Superpack, das ist, also das System in den USA ist ein bisschen komplizierter. Wenn ich Geld spenden möchte an Parteien, dann kann ich das nicht machen, weil Parteifinanzierung begrenzt ist und vor allem Wahlkampffinanzierung. Es gibt aber sogenannte Packs und Superpacks, das sind eigentlich wenn man so will, Stiftungen oder Unternehmen, die Gelder sammeln und dann im Auftrag einer Partei oder für im Sinne einer Partei Werbung schalten beispielsweise oder Wahlkampf machen, Tür-zu-Tür-Wahlkampf oder Menschen anrufen. Und einer dieser Super Packs ist der America-Pack, ist auch ein fantastischer Name. Und für den hat Elon Musk jetzt eine offenbar größere Summe Geld gespendet oder wie hier in dem Bloomberg-Text genannt wird, eine beachtliche Summe.
14:41 Dax Werner
Ja, ich habe dazu zwei Gedanken. Vielleicht. Der erste ist, das ist natürlich jetzt auch so eine Reaktion, die sagt das nicht, aber wenn Elon Musk sagt. So jetzt, nachdem das passiert ist, fully endorse ich Donald Trump, dann ist ja die Interpretation dessen, was da passiert ist, und die möglicherweise zugrundeliegende Motivation des Schützen ist ja schon gar kein Fragezeichen mehr, sondern ist ja vollkommen klar, dass es jemand aus dem anderen politischen Lager oder aus der Antifa oder whatever sein muss. Mir fehlt es ein bisschen gerade in diesem sich überschlagen der Ereignisse, dass man mal irgendwie was Handfestes bekommt, was die Motivation angeht, dass da überhaupt jemand geschossen hat. Weil ich glaube, dass es jetzt schon zu spät dafür ist. die Geschichte, wenn es dann nötig werden sollte, noch gerade zu rücken, im Sinne von was ist die Motivation, weil die Geschichte schon geschrieben ist, dass das jemand ist aus dem Woken Antifa-Lager, der Donald Trump attackiert. Oder siehst du es anders? Das ist sogar nur meine gefühlte Wahrnehmung gerade. Ja, das
15:46 Gavin Karlmeier
Das ist schwierig zu sagen, weil gerade so, vor allem in den USA und vor allem in Wahlkämpfen die Geschichte immer von denen geschrieben wird, die davon am stärksten profitieren können. Und das ist hier ja ganz klar der Fall, dass das Trump layer das jetzt natürlich auch versuchen wird, politisch für sich auszuschlachten.
16:05 Dax Werner
Okay, und wenn wir aber jetzt aber, ich meine, wir haben nachher auch nochmal eine Meldung zu den Konflikten von von X mit EU-Richtlinien. Aber auch hier würde ich jetzt schon sagen, weil du sagtest es gerade, wir haben nochmal eine neue Qualität, dass das, was wir eh die ganze Zeit vermutet haben, dass Musk sich halt zum Trumplager zählt und er ist jetzt wirklich ein Sozusagen ausgesprochener Unterstützer des Trump-Lagers. Plus dem Argument, dass sie Eingangs hatten, wo du sagen würden: naja, das alte, das Argument, das lange noch gezählt hat, dass man gesagt hat: journalistisch brauche ich es aber noch. X und wo wir sagen, naja, war das gestern der Fall oder nicht? Ist es noch hilfreich oder nicht journalistisch? Wo ich sagen würde, wir haben jetzt noch mal ein paar mehr Argumente gesammelt für alle Leute, die noch dort sind auf X. Dass ich es vielleicht doch nochmal überlegen, ob sie hier eine Kontarbeiter brauchen oder nicht. Ich formuliere es mal ganz harmlos und passiv.
17:01 Gavin Karlmeier
Ja, also ich finde vor allem, wenn in den USA eine Lage passiert und wir so eine Beobachtung haben, also meine Beobachtung fußt auf drei Tweets, das ist ein bisschen dünn ehrlicherweise, aber Wir so die Beobachtung haben, es ist ganz schön schwierig geworden mit diesen Informationen, die dort die ganze Zeit auf einen Einpreis und umzugehen. Wenn das nicht mehr mehr mit den USA funktioniert, dem größten Markt für Ex. Dann muss man diese Frage so stellen, weil das letzte Argument, das immer wieder gegriffen hat, nämlich in Lagen ist es unverzichtbar, vielleicht eben auch nicht mehr gilt, weil das eben so sehr halt ein Schleuder für Falschmeldungen und Desinformationen geworden ist. Naja, und wenn du jetzt Geld an Ex bezahlst, zum Beispiel mit Exprimum, könnte es sein, dass dein Geld am Ende auf zumindest indirektem Wege Donald Trump zugutekommt. Das ist ja das, was jetzt gerade passiert mit dieser Spende. Genau. Ja, ob das so, äh, also ja, muss man, glaube ich, immer im Hinterkopf halten, dass man mit jedem Tesla, den man kauft, im Zweifel diese politischen Unterstützungen damit noch weiter befeuern kann. Ähm zu diesen Super PEC wollte ich noch so zwei, drei Sachen sagen. Das ist vielleicht Makulatur, aber trotzdem, dieses Super PEC unterstützt eben vor allem die Republikanische Partei in Swing States. Das sind Staaten, die Die nicht aus traditionellen Gründen immer sich für dieselbe Partei entscheiden. Es gibt ja das All-or-Nothing-Prinzip sozusagen, heißt es so? Ja, also jedenfalls, wenn ein Staat sich für eine Partei wählt, dann gehen alle, geht das komplette Paket der Wahlmänner dieses Staates an eine Partei. Und deswegen ist es eben für die Parteien, gerade in einem Wahlkampf, der eng werden könnte, wichtig, sich auf die Swing States zu konzentrieren, die eben nicht aus traditionellen Gründen eh immer demokratisch oder republikanisch wählen, sondern sich die Wechsel wählen in den vergangenen Jahren. Und das ist, glaube ich, auch eine Sache, die ich deswegen so bemerkenswert finde, weil das eben jetzt gerade eine Stimmung ist in den USA, die sich ja wegdreht von wir müssen Trump verhindern, zu Ey, Biden ist eigentlich noch die schlimmere Variante. Und wenn dann da jetzt noch prominente Menschen dazukommen, und das ist Elon Musk ja ohne Zweifel, der viel Geld dafür spendet, dass einer der beiden Kandidaten Erfolg haben wird. Ich finde, das muss man, wir müssen darüber sprechen. Und wir müssen auch darüber sprechen, dass Elon Musk am 6. März dieses Jahres noch einen Tweet geschrieben hat, der lautete. Just to be super clear, I'm not donating money to either candidate for US President. Also um ganz klar zu sein, ich werde kein Geld spenden für keinen der Kandidaten im diesjährigen Präsidentschaftswahlkampf.
19:38 Dax Werner
Das heißt gerade noch so im Nebensatz gesagt, also dieser ganze Komplex mit Biden und seiner Verfassung, ich will das jetzt hier nicht aufmachen, aber mir ist nur aufgefallen, das habe ich jetzt die letzten 24 Stunden noch einmal daran gedacht, weil Das jetzt überschattet wurde von der Trump-Nummer in Pennsylvania. Aber wenn man das so alles zusammen nimmt, ich muss gerade nochmal an ein Thread von Kurt Brüdel denken, der sagte, Hat es, glaube ich, heute auch nochmal gepostet. 2024 hat so richtige Staffel-End-Vibes. Staffel-End-Vibes. Also es kommt so viel Wahnsinniges gerade zusammen und du siehst nicht, wie soll sich das auflösen, wenn du dir allein diesen Wahlkampf wie er bis jetzt verlaufen ist und er geht ja noch eine ganze Weile.
20:19 Gavin Karlmeier
Wie das Ding ausgehen soll, ist absolut unmöglich für mich zu predikten. Kann man nicht antizipieren. Aber das Ende einer Staffel bedeutet ja immer, es endet mit einem Cliffhanger und nie mit einem Ende-Ende. Stimmt auch wiederum. Auf der anderen Seite gibt es das.
20:34 Dax Werner
Aber es ist der beste Outcome, wenn es einen Cliffhanger gibt.
20:38 Gavin Karlmeier
Da haben wir mehr zu tun. Aber tatsächlich gibt es ja auch viele Serien, die nach so einem Cliffhanger dann eingestellt wurden. Ich habe mal eine Serie gesehen, bei der ich das nicht. überrissen habe, dass es der Fall ist. Völliger Side-Fact, aber Haken dran der Serienpodcast. Binge drin. Und irgendwie Habe ich die Serie geguckt und die war wahnsinnig spannend und endete mit so einem heftigsten Cliffhanger, der alles verändert hat, was eigentlich die letzten zwei Folgen passiert ist, und habe dann erfahren, dass die Serie seit zwei Jahren eingestellt ist. Und das war das traurigste Gefühl, das ich seit langem gespürt habe.
21:13 Dax Werner
Aber welche Serie war es denn? Du kannst es jetzt nicht überhaupt nicht sagen.
21:16 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, es riecht The Fogg. Also es war so ein Nebel des Gaunens mäßig. Der Nebel, Netflix-Serie. Kann ich empfehlen für alle, die Enttäuschungen lieben? Und eine Geschichte noch zu Trump und Musk, und dann gehen wir mal weiter. Kurz vor Aufzeichnung dieses letzte Nacht sogar, wo mein Gott, letzte Nacht um halb drei war, das war nicht, also vor zwölf Stunden. hat er einen Tweet veröffentlicht, in dem er nochmal klargestellt hat, dass er in diesem Jahr ja auch zwei Menschen erlebt hat, die versucht haben, ihn umzubringen. Und alle haben so drunter geschrieben, okay, also Elon Musk muss es jetzt wieder irgendwie so drehen, dass es um ihn geht. Was ich auch wahnsinnig bezeichnet finde, wirklich so drei Stück, nachdem sowas passiert ist, nochmal hinzufügen. Also es gab ja auch zwei Anschläge auf mich übrigens. Aber, also kann ich mich nicht daran erinnern, gab es die wirklich oder? Also er schreibt, sie wurden 20 Minuten Autofahrt vom Tesla Headquarter mit Waffen festgenommen. Beide Personen. Ah ja, okay. Also wahrscheinlich könnte man das sogar überprüfen jetzt, aber Ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, ob es stimmt.
22:27 Dax Werner
Wir glauben sieben Mal, wird es so gewesen sein.
22:31 Gavin Karlmeier
Kommen wir zur EU. Denn Wir wissen ja, dass X im Moment so ein bisschen auf der Prüfliste für die EU steht, vor allem was den Digital Services Act angeht. X zählt ja zu den Flops, zu den Very Large Online Platforms und damit zu den großen Anbietern oder großen Tech-Unternehmen, die unter besonderer Aufmerksamkeit der EU stehen, gerade was so Marktmachtmissbrauch angeht, aber auch den Umgang mit NutzerInnen-Daten. So, es gibt einen Prozess, der derzeit läuft, der von dem, was ich jetzt gleich erzähle, völlig unbenommen ist. Und das ist ja der Prozess, was die Verbreitung von Falschinformationen gerade hinsichtlich des 7. Oktober in Israel angeht. Es gibt aber noch einen zweiten Fall, der bei der EU läuft, und da gibt es jetzt gerade eine sogenannte vorläufige Einschätzung. Vorläufige Einschätzung bedeutet, dass die EU-Kommission sich selber schon einen Überblick verschafft hat und schon so eine Tendenz abgibt, wohin. dieser Prozess laufen wird. Es ist aber noch keine feste Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen. Das heißt, es kann sich noch verändern. Ex kann aber jetzt schon darauf reagieren. Wahrscheinlich, um die Prozesse entsprechend zu beschleunigen. Und was da überprüft wurde, sind drei Dinge. Und zwar die Schnittstelle für die verifizierten Konten mit blauem Haken. Also Ist der Umgang, wie Accounts verifiziert sind auf X, ist das einer, der funktioniert oder nicht? Wie sieht es mit der Transparenz in Bezug auf Werbung aus? Also erfüllt X da die gebotenen Kriterien oder ist es unklar für mich zum Beispiel, warum hier eine gewisse Werbung angezeigt wird, vor allem auch wenn es eine politische Werbung ist. Und wie geht X eigentlich mit den Daten um, die den ForscherInnen gewährt werden müssen. Also es gibt im DSA nämlich die Maßgabe, dass zu akademischen oder zu Forschungszwecken gewisse Daten eben veröffentlicht werden müssen. Und diese drei Punkte scheint Ex alle nicht so richtig gut umzusetzen. Und deswegen hat Thierry Breton jetzt auch einen ziemlich salty Tweet geschrieben. Und hat geschrieben, back in the day, also eines Tages früher mal, haben blaue Häkchen noch bedeutet, dass hier zuverlässige Quellen für Informationen sind. Heute. Benutzt ESI, um BenutzerInnen zu täuschen und gegen den DSA zu verstoßen. EX hat jetzt das Recht auf Verteidigung, wenn sich unsere Ansicht jedoch bestätigt, wenn wir Geldstrafen verhängen und erhebliche Änderungen verlangen. Und diese Geldstrafen, die werden in dem Fall tatsächlich ziemlich saftig, und zwar sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Wir wissen nicht so ganz genau, wie viel X gerade einnimmt, weil keine Zahlen mehr veröffentlicht werden müssen, seitdem die nicht mehr an der Börse sind. Was wir aber wissen, ist, dass 2021 der Jahresumsatz 5 Milliarden Dollar war. Das heißt, 6% von 5 Milliarden Dollar wären, wenn Twitter noch so viel verdienen würde wie 2021, die Strafzahlung, die sie jetzt hier leisten müssen, wegen dieser drei Punkte. Jetzt habe ich aber viel geredet. Bist du eingeschlafen?
25:24 Dax Werner
Ja, ähm Ich hab da also erstmal einen Gedanken. Ich bin ein großer Thierry Breton-Fan. Das habe ich, glaube ich, auch hier schon mal gesagt im Podcast. Der ist wirklich ein Fighter für EU-Rechte gegen Twitter. Gefällt mir gut. Ich bin halt bei dieser Blue Check oder bei der Blauhaken-Nummer. Ich bin noch nicht so komplett überzeugt. Weil, wenn das wirklich jetzt die Argumentation ist zu sagen, naja, back in the day, Blue Checks used to mean trustworthy sources of information. Und da muss ich jetzt auch wirklich mal sagen, das hat sich doch inzwischen auch bei Leuten, die X auch nur unregelmäßig nutzen, rumgesprochen, dass die blauen Haken das eben genau nicht mehr bedeuten. Oder ist es zu arrogant von mir zu unterstellen, das wüsste doch inzwischen auch jeder. Und der Blauhaken müsste aber eigentlich plattformübergreifend der Blauhaken bleiben, so wie Thierry Breton das hier sagt. Ich bin da ein bisschen unschlüssig.
26:26 Gavin Karlmeier
Ja, ich verstehe das. Also was ja die These ist von der von Breton hier in diesem Blick ist zumindest, dass bewusst der blaue Haken gewählt wurde, um NutzerInnen zu täuschen. Und wenn du das als Grundlage nimmst, also nehmen wir mal an, es gibt ein Produkt, das du kaufen kannst. Da steht zwar drauf, das sei gesund, das ist es aber nicht. Nutri-Score zum Beispiel. Also, wenn du den Nutris-Score nimmst, der ist ja in sich eher ein fragwürdiges Konzept. Nur weil alle das wissen, macht das den Nutri-Score an sich aber ja nicht harmloser. Also, nur weil sich hier rumspricht, dass eine Kennzeichnung nicht das ist, was sie zu geben zu sein vorgibt, heißt es nicht, dass man nicht trotzdem da nochmal vielleicht politisch drauf schauen müsste.
27:13 Dax Werner
Ich finde den Nutriscore auch aus einer anderen Richtung ein gutes Beispiel, weil der wirkt zwar vollkommen transparent, aber je länger man sich mit dem Nutris-Score und wieder halt innerhalb der einzelnen Produktkategorien irgendwie auch unterschiedliche Sachen bedeuten kann, beschäftigt, dass du undurchsichtiger wirst beim Nutriscore. Deswegen mein Vorschlag an Thierry Breton und an die EU an der Stelle ist, man bräuchte eigentlich nicht ein blauer Haken, den jede Plattform für sich selbst interpretiert, sondern der blaue Haken als Ökosiegel, der sozusagen Überall denselben Richtlinien folgt. Also, weißt du? Weil eigentlich unterstellt er das ja, wenn ich dich jetzt richtig verstehe, unterstellt er, dass der blaue Haken in der Realität eh schon diese Bedeutung hatte. Aber ohne dass es jetzt irgendwie eine Norm gibt oder eine Siegelnorm, die plattformübergreifend international funktioniert. Also der blaue Haken heißt doch dann überall ein bisschen auch was anderes. Aber er wird als ein etwas Gleiches oder wurde, als etwas Gleiches wahrgenommen. Und bei Twitter geht sie zu komplett weg davon, und deswegen sagt er Die nutzen eigentlich das Renommee, das der blaue Haken so ein bisschen hat und verkaufen das. Oder verstehst du es falsch? Nee, ist genau richtig.
28:22 Gavin Karlmeier
Das heißt, deine Forderung wäre eigentlich eine staatliche Behörde zur Verifizierung von Social Media Profilen. Also EU, EU-EU könnte das EU-weit.
28:31 Dax Werner
Und könntest du es dann nochmal auf alle sozialen Plattformen nochmal verkomplizieren, wenn sie in der EU veröffentlichen wollen. Aber jetzt mal ganz im Ernst, es wird schon glaube ich, helfen in dieser Frage, dass der Auffassungs total unrealistisch ist.
28:47 Gavin Karlmeier
Ist es denn so unrealistisch? Weil stell dir mal vor, es gibt so eine Stelle, da lädst du dann deinen Personalausweis hoch oder machst so ein Postident-Verfahren kurz. Und dann gibst du dort deine Social Media Profile an und die sozialen Netzwerke ziehen sich, meinetwegen nur einmal die Woche, ziehen sich dann diese von der EU beglaubigten Accounts, wo halt drinsteht, dieser Account ist valide und gehört zu dieser Person, die nach unserer Einschätzung in Kriterium JournalistIn, PolitikerInnen, Behörde, Unternehmen, was auch immer, Sportler, irgendwie reinpasst und deswegen Könnte bitte verifizieren. Ich glaube, das würde sogar funktionieren und würde denken.
29:28 Dax Werner
Für die Gruppen, die du nennst, ja. Für die Gruppen, die du nennst, ja, aber zum Beispiel ich bin ja auch eher unter meinem Pseudonym unterwegs. Und ich mache es aber aus, also jetzt, weil es halt so der Name ist, unter dem ich ein bisschen bekannter bin. Müsste mir denen aber auch verifizieren lassen. Und es gibt ja super viele Leute, die aber aus Not und aus halt Gefahrengründen nicht unter ihrem Klarnamen publizieren. Und Und die, dann sehe ich nämlich eher wieder den Flaw, das ist gar keine gute Idee, das dann staatlich anzusiedeln, wo dann möglicherweise Klarnamen von Pseudonym-Accounts gespeichert sind, wo sie sich verifizieren lassen. Das wird schnell, glaube ich, das kennt man ja. Das wird dann schnell auch mal abgefragt von Leuten, die es nicht wissen sollen.
30:08 Gavin Karlmeier
Also, du bräuchtest eigentlich eher eine unabhängige Instanz, die das macht.
30:15 Dax Werner
Eigentlich ja, ne? Eigentlich eine, der man vertrauen kann, die halt wirklich auch nicht keine Daten weitergibt und die das einfach unabhängig plattformübergreifend Äh, verifiziert und deswegen vielleicht noch unrealistisch.
30:30 Gavin Karlmeier
Der Umgang mit Pseudonym, das würde man ja hinkriegen. Es gibt ja so viele, die irgendwie Also ein Tupac hieß er auch nicht, gut, der hieß jetzt schon Tupac, aber schlechtes von Beispielen fällt den Tupac ein, das ist großartig. Naja. Um auf jeden Fall kurz zu der Geschichte zurückzukommen. Es ist dann so ein kleiner, wie sagt man, Twitter-War entstanden, weil Margaret Vestager, nehme ich an, heißt sie, oder Westischer. Also sie kommt aus Brüssel, deswegen nehme ich Anders ein Französischer Name. Sie ist die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Digitales Zeitalter. Und die hat nämlich das Ganze nochmal zusammengefasst in den Worten, unsere Ansicht nach entspricht X in wichtigen Transparenzbereichen nicht dem DSA. Er führt Benutzer in die Irre. Stellt kein angemessenes Anzeigenrepository zur Verfügung und blockiert den Zugriff auf Daten für Forscher. Dies ist das erste Mal, dass wir vorläufige Feststellungen im Rahmen des DSA veröffentlichen. Elon Musk hat darauf geantwortet, und das ist, würde ich sagen, mindestens pikant. Er schreibt, die Europäische Kommission hat Ex einen illegalen Geheimdeal angeboten. Wenn wir stillschweigend Redefreiheit Also zensierte Redefreiheit, also er schreibt Censored Speech. Es ist interessant, wenn ich das von Twitter automatisch übersetzen lasse, dann wird Censored Speech, also censierte Rede, übersetzt mit Redefreiheit. Das ist ja, das ist ja falsch.
31:55 Dax Werner
Ja, aber zensert gehört ja hier nicht zum Speech, sondern if we zensert, oder?
31:59 Gavin Karlmeier
Also wenn wir
32:01 Dax Werner
Speaker zensierten und zwar quietly.
32:03 Gavin Karlmeier
Genau. Das heißt, die Übersetzung, die hier angeboten wird, ist Unfug. Also, wenn wir Rede einschränken würden bei uns Ohne da von jemandem zu erzählen, würden sie uns nicht bestrafen. Andere Plattformen haben diesen Deal akzeptiert, X hat das nicht getan. Das ist das, was Elon Musk. Ich checke das nicht, was er meint, ehrlich gesagt. Also er glaubt, die EU kam auf ihn zu oder auf Ex und hat gesagt, also sagt es niemandem, aber wenn ihr Dinge löscht, dann müsst ihr keine Strafe zahlen. Also er, und das stellt der EU hier unter Erpressung.
32:39 Dax Werner
Aber, also meinen die Dinge zu löschen, die nach EU-Recht gelöscht werden müssten, weil es hat doch so einen Zungenschlag, so zwischen den Zeilen bei ihm, EU-kritische Dinge löschen.
32:57 Gavin Karlmeier
Ja, das ist richtig. So hundertprozentig. Aber er stellt ja vor allem hier den, also er stellt ja hier den Raum, dass er irgendwie von der EU erpresst wird. Dass es hier einen illegalen Geheimdeal gibt, den andere Plattformen alle akzeptiert haben. Ja, voll der Quatsch. Thierry Breton hat darauf auch schon geantwortet. Und hat geschrieben, be our guest, Elon Musk. Seien Sie unser Gast, Elon Musk. Er hat dahinter so eine Waage der Justizia, hat es Emoji gemacht. Und hat geschrieben, es hat nie. Und wird nie irgendeinen Geheimdeal geben mit niemandem. Der DSA bietet X und jeder anderen großen Plattform die Möglichkeit Sich zu erklären und sich damit sozusagen zur Beilegung eines Falles unterstützend zu zeigen. Aber um extra clear zu sein, also um es ganz klar zu sagen Es war ihr Team, dass die Kommission gebeten hat, den Prozess zur Beilegung zu erläutern und unsere Bedenken klarzustellen. Wir haben es im Einklang mit etablierten Regulierungsverfahren getan. Es liegt an Ihnen, ob Sie Verpflichtungen eingehen oder nicht. So funktionieren nun einmal rechtsstaatliche Verfahren. See you in court or not. Also wir sehen uns vor Gericht oder nicht.
34:08 Dax Werner
Also, die haben denen sowas wie ein Vergleich angeboten oder so ein irgendwie ein schlichtes Ding.
34:13 Gavin Karlmeier
Also, nee, ich lese das eher so, dass das Ex-Team nicht verstanden hat, was die EU von ihnen möchte. Und sie es getan haben in genau den Verfahren, wie sie das auch sonst immer getan haben, also mit einem Regulierungsverfahren. Also, so lese ich das zumindest. Oder so im Ordner.
34:33 Dax Werner
The DSA provides the possibility to offer commitments to settle a case. Also, das lese ich so. Du kannst dich halt verpflichten, das und das und das jetzt zu erfüllen und dann ist der Case gesettelt und da gibt es kein längeres Verfahren. Und das hat aber Elon Musk jetzt wahrscheinlich willentlich missinterpretiert inzwischen Oder um zu sagen, ja, die haben uns ein Secret Deal angeboten. Der Secret Deal ist aber wahrscheinlich in den Regularien schon vorgesehen. Ja, genau. Richtig.
34:59 Gavin Karlmeier
Na, der Deal ist ja einfach, halte dich halt ans Recht. Stimmt zu.
35:02 Dax Werner
Ja, genau. Das ist der Deal.
35:06 Gavin Karlmeier
Also im Grunde.
35:07 Dax Werner
Aber finde ich toll, dass die Journalistin Anna Schneider von der Welt diesen Tweet von Elon Musk auch geteilt hat und drüber geschrieben hat, sowas nach dem Motto Also, wenn das wahr ist großartig. Herzlichen Glückwunsch dazu.
35:27 Gavin Karlmeier
Also ich Ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Also Elon Musk macht hier wieder Welle wegen nix. Und Thierry Breton lässt sich aber hier halt gar nicht vor den Karren spannen, sondern bleibt halt super, super robust. Und ich gehe davon aus, dass es hier zu der ersten Strafzahlung kommen wird in den nächsten Wochen.
35:47 Speaker 4
Das liest sich alles danach gar nicht.
35:52 Dax Werner
Eine Interessensfrage, wenn es jetzt um Zahlungen geht von Twitter. Das war hier häufiger mal Thema. Ich höre ja auch so gut wie jede Folge, aber was ich vermisse, ist, gibt es eigentlich Infos, ob Twitter inzwischen wieder Miete zahlt?
36:07 Gavin Karlmeier
Also, unser Discord-Haus kipt das und findet das raus. Ich weiß es nicht. Was es aber gibt, und das ist aber jetzt aus der Folge heute rausgeflogen, weil wir so viele Themen haben, dass Ex wohl erwägt, den Unternehmensort in San Francisco, den Standort unterzuvermieten an andere Unternehmen. Also offenbar müssen sie sich darum kümmern, dass sie diese Miete irgendwie wieder reinkriegen jetzt, ja.
36:31 Dax Werner
Die waren jetzt so eine illegale Untermiete, die eigentlich gar nicht im Mietvertrag vorgesehen ist. Airbnb einfach.
36:37 Gavin Karlmeier
Kannst du schlafen in der Twitterzentrale. Wo andere arbeiten. Und wo andere auch schlafen. Also, das ist ja so abwegig nicht. Ja, stimmt. Bleiben wir kurz beim DSA. Und zwar gibt es einen Menschen, der heißt Danny Mekic oder Danny Mekik. Und der ist Doktorand und der hatte das Gefühl, dass seine Tweets von Leuten nicht mehr gesehen werden. Also letztes Jahr im Oktober haben ihm mehrere Leute gesagt, dass wenn er was postet, das wird ihnen gar nicht mehr angezeigt und dass er irgendwie denen antwortet, dass die Antwort immer verborgen wird. Und hat gesagt, das ist doch irgendwie Kann doch irgendwie nicht mit rechten Dingen zu gehen und hat dann versucht, mit Ex Kontakt aufzunehmen, hat aber keine Antwort bekommen. Woraufhin er ein Beschwerdeverfahren eingeleitet hat, auf Grundlage der Datenschutzgrundverordnung, also der GDPR. Weil er gesagt hat, dass hier anders als das Unternehmen verpflichtet sei, ihm keine Kontaktperson genannt wird Die sich um seine Belänge kümmert. Also er kann sich gar nicht um seine Einschränkungen der Möglichkeiten nach dieser Datenschutzgrundverordnung kümmern, weil er nicht weiß, mit wem er sprechen soll. Und weil es den Verstoß gibt, dass nicht es keine transparente Richtlinie darüber gibt, was über ihn entschieden wurde und was nicht. Also welche Beschränkungen seinem Konto unterliegen, konnte er nicht erfahren. Übrigens eine Sache, die Elon Musk damals als eine seiner ersten Amtshandlungen angekündigt hatte. Dass das eingeführt werden wird. Gibt es bis heute nicht. Auf jeden Fall hat er recht bekommen mit dieser Beschwerde und Ex ist jetzt dazu verpflichtet worden in einem Urteil von 15. 000 Juli schon. Also die irische Gesellschaft X, die es immer noch gibt und die auch immer noch Twitter heißt, übrigens ursprünglich, ist jetzt verpflichtet worden, ihm eine Entschädigung zu zahlen. die übrigens nur 1 Dollar 87 Dollar ist. Also betrag den der also, das ist halt Portokosten. Aber dass Exit verpflichtet ist, für Mikic eine Kontaktstelle zu nennen, damit er seine Beschwerden innerhalb von zwei Wochen an ein Unternehmen weiterleiten kann, sollten sie es nicht tun, droht eine Geldstrafe von 100 Euro pro Tag. Und eine Beschwerde nach Artikel 17 vom DSA hat Mekic auch recht bekommen, weil er eine Begründung hätte bekommen müssen, als sein Konto gesperrt wurde. Und auch hier muss Ex nachliefern und sollten sie das nicht tun, werden sie verpflichtet, eine Strafzahlung von 4000 Euro pro Tag zu leisten. Das heißt, da hat jetzt ein Mensch, hat gesagt, ich werde hier nicht geil behandelt, ist irgendwie zur EU gegangen und hat halt an allen Punkten recht bekommen.
39:12 Dax Werner
Krass.
39:13 Gavin Karlmeier
Mhm.
39:15 Dax Werner
Kriegt der das Geld oder kriegt das die EU?
39:17 Gavin Karlmeier
Das wird eine Strafzahlung sein. Ich schätze, es geht an die EU. Okay.
39:21 Dax Werner
Sonst würde es sich ja lohnen, mal selber zu schauen, aber es bei eben so nicht funktioniert.
39:25 Gavin Karlmeier
Den 1,87 Euro, den kriegt der als Entschädigung. Das schütt ihm zu. Interessant ist aber auch, dass im Rahmen dieses Verfahrens herausgekommen ist, wieso sein Account denn jetzt geschadowband wurde. Und da habe ich gleich noch zwei weitere Gedanken zu. Und zwar, weil er offenbar Links geteilt hätte, die dazu führten, dass die Sichtbarkeit seines Kontos eingeschränkt wurden. Und es gibt im DSA den Artikel 22. Und dieser, äh, das ist der Begriff automatische Entscheidungsfindung. Also, es dürfen betroffenen Personen keine Entscheidungen unterworfen werden, die ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung beruhen, wenn diese rechtliche oder erhebliche Auswirkungen haben. Und es gibt wohl, also Mikic hat es versucht, so zu argumentieren in diesem ganzen Prozess und offenbar damit er auch recht bekommt, dass das für ihn eine berufliche Einschränkung sei, wenn sein Account keine Sichtbarkeit mehr bekommt. was juristisch finde ich ein absolutes Meisterwerk ist. Und ich bin auch sehr beeindruckt, dass ich das jetzt hier so darlegen konnte.
40:23 Dax Werner
Extrem gut, ja.
40:25 Gavin Karlmeier
Aber was mich am meisten daran bewegt, ist tatsächlich, dass es damit jetzt einen Beweis schwarz auf weiß gibt, dass X Shadowbanning durchführt Auf Grundlage von automatisierten Entscheidungsprozessen, bei denen es teilweise reicht, einen Link zu teilen, was ich krass finde Und dass Elon Musk aber sich immer noch in die Öffentlichkeit stellt und dem alten Twitter-Vorwirft damals Shadowbannings betrieben zu haben. Und heute ist man ja die Plattform für Redefreiheit und Meinungsfreiheit und bla bla bla. Ja. Das ist doch abstrus.
41:02 Dax Werner
Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß.
41:05 Gavin Karlmeier
Ich würde auch sagen, damit können wir das jetzt weglegen, aber eine sehr schöne Geschichte. Und wir bleiben kurz juristisch. Und zwar haben wir neulich über das Verfahren zu Abfindungen gesprochen, hier in der letzten Folge mit Roland. Auch da in einem anderen Prozess gibt es jetzt eine Entwicklung und zwar gibt es sechs Mitarbeitende, die ein Schlichtungsverfahren angestrengt haben, weil sie das Gefühl hatten, dass sie auf normalem Wege nicht an ihre Abfindungszahlungen durch Ex kommen. Und Ex hatte sich geweigert, diese Schlichtung zu bezahlen. Das ist eine Geschichte, über die wir hier immer wieder gesprochen haben. Und es ist jetzt so, dass das Gericht diesem Antrag stattgegeben hat und damit anordnet, dass Twitter, also X Alle sechs Schiedsgerichtsgebühren zahlen muss, und zwar so lange, bis der Schiedsrichter in dem Prozess eine gegenteilige Entscheidung trifft, was vermutlich nicht passieren wird. Weil das auch Vertragsgrundlage ist übrigens. Okay. Ich merke diese Geschichte.
42:03 Dax Werner
Sorry, es ist so sehr juristisch gerade und dann irgendwann Schaltet mein Hirn aus, aber es hat nichts mit der Qualität deines Vortrags zu tun. Ich bitte, das zu entschuldigen.
42:12 Gavin Karlmeier
Vielen Dank. Dann lass uns kurz über eine andere Geschichte sprechen, die der Spiegel erzählt hat. Und zwar geht es um Trollarmeen. Und zwar gibt es offenbar eine große Menge von Trollarmeen. Es gibt dann unter, die im Rahmen der EU-Wahl, Europawahl ziemlich viel Stimmung für rechtspopulistische Parteien gemacht haben sollen. Das ist. Erstmal soweit nicht überraschend. Interessant ist aber, dass Troll Rensics, das ist ein Forschungsinstitut in den Niederlanden, herausgefunden haben, dass es mindestens 5000 Accounts gibt, die auf X. Stimmung für die AfD gemacht hätten in Deutschland und viele von denen schon 2011 bis 2021 erstellt wurden. Diese Accounts. Und dass diese Accounts immer wieder aktiv werden, wenn eine Wahl ansteht. Vor allem dann, wenn es um Länder geht, in denen extrem rechte Politik einen Nährboden hat. Das war jetzt in Frankreich der Fall, dort sind diese Trollarmeen eben wieder stark geworden. Oder eben bei der Europawahl. Und was mich aber am meisten bewegt hat, ist ein Satz, und das ist der Grund, warum ich diese ganze Geschichte so groß erzähle, ist, dass der Spiegel schreibt, Demnach wurde eine riesige Menge von Posts, die vor der EU-Wahl auf der Plattform X für die AfD warben, von einer kleinen Personengruppe verbreitet, die dafür tausende Accounts nutzte. So, was ist meine erste Assoziation, dass Elon Musk immer wieder argumentiert hat mit wir verbergen nichts, wir löschen nichts, Freedom of Re Speech is not freedom of reach. Und wenn du aber tausende Accounts hast, die immer nur in kleinen Netzwerken walten und damit eine kleine Sichtbarkeit für Desinformationen generieren können. Dann spielt das gar keine Rolle, ob du Viralität aufbaust, weil du ein kleines Netzwerk hast, mit dem du wenig Leute erreichst, das aber sehr, sehr oft machst.
43:57 Dax Werner
Ja. Stimmt. Das heißt, ähm, meinst du, das ist bewusst so angelegt? Also, dass man halt. weiß, auch wenn jetzt so ein Desinformationspost viral geht, dass der viel schneller auch als müsst früher, weil wir reden ja über Accounts, die schon 2. 11 teilweise angelegt worden sind. Und zu der Zeit wäre ja ein Posting, das ganz offensichtlich oder nachweisbar Desinformationen verbreitet. Schneller auch mal gelöscht worden oder gesperrt worden. Und dass man das vielleicht von vornherein so angelegt hat, eher auf Masse zu gehen mit geringerer Reichweite, um sich da immer so ein bisschen durchzumogeln?
44:36 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, dass das Ich würde sagen, drei Gründe. Und immer wenn ich sage drei Gründe, fällt mir bei Nummer drei nicht mehr ein, was das dritte war. Aber der erste Grund ist, ja, auf jeden Fall, du hast eine viel höhere Sicherheit durch Zu dringen bei den kleinen Gruppen und eben nicht gelöscht zu werden auf dem Weg dahin, weil du halt so viele Versuche hast. Der zweite Grund ist, es ist, glaube ich, relativ einfach, sich so ein mikrogroßes Netzwerk aufzubauen. Also wenn du jetzt dir neu einen Instagram-Account machst, Du wirst relativ schnell mit ein bisschen Arbeit auf 500. 000 oder 5. 000 Follower-Innen kommen, aber 100. 000, 500. 000, das ist ganz schön viel Arbeit. Das heißt Ich glaube, es ist leichter, sehr oft kleine Netzwerke anzuzapfen und da irgendwie unter Vortäuschung falscher Tatsachen irgendwie Sichtbarkeit oder Traktion auszulösen. als im Vergleich dazu, einen wirklich reichweitenstarken Account aufzubauen.
45:26 Dax Werner
Und das dritte ist. Und wenn so ein Account, sorry, aber wenn so ein Account gesperrt wird, so ein kleiner mit 3. 000, 400, 5. 000 Followern, anstatt so ein 60. 000, 70. 000 Account, Ist ja auch weniger Arbeit futsch, die du noch investiert hast. Also du hast weniger Risiko sozusagen.
45:43 Gavin Karlmeier
Und aber das Dritte finde ich eigentlich ja dieser Zeitraum. dass diese Accounts 2011 bis 2021 gegründet wurden. Das war eine Zeit, in der vor allem Twitter ja noch überhaupt nicht so algorithmisch sortiert war. Also klar hatten wir eine nicht chronologische Timeline, aber die bestanden nicht aus einer For You-Page, bei der von allen möglichen Leuten Inhalte reingespielt wurden. Das heißt, diese Veränderung zu einer rein algorithmischen Timeline von X. hat eigentlich erst das hier möglich gemacht oder dem hier sogar noch geholfen, weil das eben hilft bei Leuten, die eben mutual sind. mehr Sichtbarkeit aufzubauen, während man diese große Reichweite, die man ja eigentlich sowieso nie brauchte, während die auch immer egaler geworden ist für diese Accounts, weil die eben die Herausforderung hätten, im Zweifel dann eine Einschränkung zu bekommen.
46:29 Dax Werner
Ja, ich fand die Zeit des Anmeldedatums der meisten Accounts auch super interessant, gerade, weil ich hab neulich nochmal in Recherche für den bundigen Wachmacher. Wir haben eine Folge gemacht, wo wir uns mit der EU-Wahl beschäftigt haben. Und ich hatte mir spaßeshalber nochmal so Berichterstattungen rund um die letzte EU-Wahl angeschaut, die ja zwei tausend 2019 gewesen sein muss, richtig? Ja. Und da, das ist super interessant, da gab es im Vorfeld auch Beiträge in Nachrichtensendungen, Polizsendungen. Wo es darum ging, dass Forscher herausgefunden hätten, dass die AfD auf Facebook täglich, ich weiß nicht mehr, es war eine vierstellige Zahl, so 2. 000 bis 3000. Postings täglich auf Facebook absetzt. Und damit hat man damals unter anderem auch den Erfolg der AfD bei dieser EU-Wahl erklärt, dass die halt Facebook für sich erobert hatten. Und das ist total interessant, weil das ist 2019 war sozusagen für den politischen Mainstream immer noch das wichtigere Netzwerk offenbar. Facebook. Was zumindest so solcherlei politische Inhalte angeht.
47:40 Gavin Karlmeier
Ja, das ehrlicherweise glaube ich, dass es das auch immer noch ist. Also abgesehen von TikTok natürlich. Aber dass Facebook immer noch ein Netzwerk sein kann, auch wenn es schwierig ist, dort politische Inhalte zu platzieren, wie wir wissen, dass das immer noch wahnsinnig relevant ist für Verbreitung von Meinungen und sowas.
48:02 Dax Werner
Ja, total verrückt. Weil man das so gar nicht, ich hab so gar nicht mehr am Schirm, so dass da irgendwas passiert. Total verrückt.
48:09 Gavin Karlmeier
Ja, aber wir sind einfach, du bist so jung, Dax.
48:12 Dax Werner
Ja, manchmal ist man zu jung und im nächsten Moment ist man zu alt. So. Ja.
48:20 Gavin Karlmeier
So. Wo wollte ich denn jetzt weitermachen? Ich mag das heute total mit dir, weil wir immer so in so kleine Inseln abdriften. Aber dann muss ich irgendwie versuchen, das Boot wieder zurückzukriegen. Ach ja, und zwar gibt es noch eine Geschichte, die zumindest nicht unerwähnt. Wir sind heute super Twitter-lastig. Alle, die diesen Podcast dir hören, weil sie eigentlich gedacht haben, Twitter komplett hinter sich gelassen zu haben. Sorry. Aber es gibt eine Geschichte von über 250 Profilen, die gesperrt wurden, die alle aus dem Bereich LGBTQIA Plus kommen. Also dazu gehören Accounts, die zum Netzwerk I Love Gay gehören. Das ist ein großes Netzwerk, das so Informationen für zum Beispiel schwules Reisen veröffentlicht und deswegen so Sachen haben wie ein Gay Desert Guide. Also, was machst du, wenn du als schwuler Mann In Wüstenstaaten reisen möchtest. Und was kannst du da tun und was gibt es da so? Tipps, also so super spezifiziert, super klar. Aber halt eigentlich nicht anlassgebend genug, um gesperrt zu werden, vor allem nicht als gesamtes Netzwerk. Und das Interessante ist aber, dass sie sagen selber, dass Matt Scalerad. hat sich dazu geäußert, das ist der Writer von Gay Desert Guide, dass er sagt, es war offenbar eine Massensperrung, die eigentlich als User Report aussehen sollte, weil offenbar wurden wir viel gemeldet. Was aber interessant ist an der Geschichte ist, dass auch Accounts gesperrt wurden. die überhaupt gar keine Reichweite haben oder auch seit Jahren nicht benutzt wurden, die auch zu unserem Netzwerk gehören. Und er schreibt, das kann eigentlich nur Komplett konzertiert passiert sein oder sogar von Ex aus geplant sein, dass man sagt, wir sperren dieses Netzwerk jetzt hier auf unserem auf unserem Netzwerk, weißt du? Also dieses Netzwerk von vielen Accounts.
50:15 Dax Werner
Ja, das ist heftig. Also, wenn ich es richtig verstehe, ich muss das immer nochmal für mich so in etwas einfachere Worte übersetzen, aber. Der einzige Grund für die Sperrung kann eigentlich nur die thematische inhaltliche Ausrichtung b sein, weil alle anderen Gründe, die man so haben könnte, fallen einfach raus. Accounts unterschiedlich groß sind, weil sie teilweise auch gar nicht mehr aktiv sind. Das heißt, irgendwer muss dort ganz bewusst eine Liste mit genau diesen Accounts gemacht haben und die wurden jetzt gesperrt.
50:46 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Ja, so heftig. Super heftig, weil es so kein, also es ist kein Grund zu erkennen, weil das Einzige, was dieser Accounts halt verbindet, die Tatsache ist, dass es eine wirtschaftliche Verflechtung gibt, was aber alleine kein Grund wäre, diesen Account zu sperren, oder eben die inhaltliche Ausrichtung sich eben für Menschen Aus dem LGBTQIA, mein Gott, LGBTQIA Plus Bereich auseinandersetzen. Das sind die einzigen Dinge, die diese ganz gemein haben. Ja, ganz schlimm.
51:19 Dax Werner
Fehlen aber auch die Worte. Nur noch ein Argument mehr auf der langen Liste von Argumenten gegen diese Plattform
51:24 Gavin Karlmeier
Und nachdem wir jetzt hier wirklich, also wir sind jetzt, wir hatten einen harten Ritt, möchte ich noch was noch was Spaßiges mit dir machen. So ist es. Und zwar Ich habe ja hier so ein Dokument für uns, ne? Und in diesem Dokument steht: Was wurde aus X Jobs? Also die Berufssuche bei X. Und ich habe dir da meinen Link hinzugefügt. Und wenn du den mal anklickst, siehst du den? Ich habe da jetzt nach meinem Wohnort Essen gesucht, von dem du ja gestern auch mit dem Zug vorbeigefahren bist, ohne dass wir uns gesehen haben, muss man dazu sagen.
51:57 Dax Werner
Schade, dass wir uns nicht gesehen haben, aber so war es.
52:00 Gavin Karlmeier
Ja, wirklich schade. Wir holen das nach. Siehst du, welche Jobs bei X gerade abrufbar sind, wenn du hier so durchscrollst? Und was siehst du da? Erzähl doch mal ein bisschen.
52:08 Dax Werner
Moment, ich muss erstmal es schaffen, ganz kurze Geduld mit mir diesen Link so zu öffnen, dass ich ihn angemeldet öffne. Ah ja. Das klappt gerade. Ach, guck mal, ich muss jetzt meinen Account-Namen. Man muss sich dafür neu anmelden, obwohl man schon angemeldet ist bei Eggs. Muss man sich für X-Jobs? Also ich zumindest muss das gerade. Haben wir das jetzt hier? Ich komme da nicht rein, ehrlich gesagt. Na, dann erzähle ich es dir.
52:41 Gavin Karlmeier
Erzähl es mir. Also, du findest so eine Jobsuche, die so ein bisschen aussieht wie Stepstone oder ähnliche Anbieter. Und da sind Unternehmen bei wie Telefonica, also der Konzern hinter O2, Abercrombie Fitch, Red Bull. HM, Marriott, die riesengroße Hotelkette, RWE, einer der größten Arbeitgeber in Essen. Was haben wir hier noch? Die Metro, also riesige Unternehmen. Sixt. Und das hat mir der Johannes geschickt. Und mein erster Impuls war, als ich das gesehen habe, wieso werben alle diese Unternehmen für ihre Jobs auf Twitter? Was ist denn da die Idee? Also, weil in Deutschland.
53:21 Dax Werner
Da darf ich eine Vermutung äußern, was passiert ist. Ich habe jetzt noch nicht weitergelesen in der News, aber ich würde es ex zutrauen. Diese Jobanzeigen einfach automatisiert von anderen Jobbörsen zu crawlen, und dann auf einen Datenverarbeiter, der heißt Smart Recruiters.
53:41 Gavin Karlmeier
Das ist offenbar kein Crawling, das ohne Wissen passiert, sondern der Job von Smart Recruiters ist es genau das, Jobs auf verschiedenen Plattformen zu platzieren. Die haben wahrscheinlich eine API zur Verfügung gestellt und spielen diese Jobs automatisiert bei X auch ein. Sorry. Das macht aber diese Jobbbörse ja überhaupt nicht mehr besonders. Weil du hast ja gar keinen Mehrwert, sie zu benutzen, wenn du dieselben Dinge bei Stepstone und bei LinkedIn wahrscheinlich sogar auch und was ist nicht alles für Jobplattformen.
54:09 Dax Werner
Ja, das ist aber auch jetzt schon Realität, ne? Also unabhängig von X, muss man mal sagen, dass dieselben Jobs Klar.
54:16 Gavin Karlmeier
Ist ja auch nachvollziehbar, wenn ich einen Job zu vergeben habe, dann will ich ja auch möglichst große Sichtbarkeit auslösen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass es hier wirklich einen Mehrwert davon gibt, dass Exit diese Jobsuche anbietet, weil es ist more of the same. Es ist exakt dasselbe Angebot.
54:31 Dax Werner
Ja. Also Und es ist ja nur ein bisschen die Frage, würden die unter würde sich jedes Unternehmen wirklich gerne sozusagen auf Ex darstellen als job suchendes Unternehmen. Also würden die die in Seratik immer alle gerne dort stehen haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es viele Unternehmen gibt, die das vielleicht gar nicht im Umfeld von Ex sehen wollen, dass dort die Jobs ausgeschrieben werden.
54:53 Gavin Karlmeier
Finde ich einen sehr guten Punkt, kann ich mir auch vorstellen. Vor allem, dass Ex aber ja offenbar dafür Geld ausgibt, dass sie diese Daten einkaufen oder Geld dafür bekommen von Smart Recruiters. Auch das ist möglich. Ich bin mir nicht sicher, wer da wen bezahlt, gerade in diesem Konzept, aber Ich habe nicht das Gefühl, dass es in Deutschland jetzt gerade ein sinnvolles Investment ist, in die eine oder in die andere Richtung, weil die Jobs ja auch gar nicht so groß beworben werden. Ja.
55:20 Dax Werner
Ich hab mich jetzt gerade mal ich hab's jetzt doch geschafft, mich auf die Jobbbörse da dort einzuloggen und ich habe mal bei irgendeinem Job auf jetzt bewerben geklickt, weil ich wissen wollte, ob ich mich jetzt mit meinem Twitter-Profil auf diesen Job bewerbe. Aber letztlich wirst du einfach weitergehen. geleitet auf die originale Stellenausschreibung auf der Unternehmensserver.
55:38 Gavin Karlmeier
Es kommt auf die Stellenausschreibung an. Es gibt auch welche, da landest du tatsächlich dann bei Smart Recruiters. Oder auch auf einer eigenen Seite. Also es scheint so ein bisschen in der Hand des Unternehmens zu liegen, wie tief man da eigentlich rein möchte. Interessant finde ich aber, dass ich so, ich habe hier zum Beispiel mal bei Sixth Kunden Support the Specialist angeklickt, klicke auf diese Stelle, klicke auf Jetzt bewerben und das erste, was ich sehe, ist, es tut uns leid, diese Stellenanzeige ist abgelaufen. Das heißt, dass dieser Datentransfer offenbar auch nicht in Echtzeit passiert. Ja. Also, Leute, wenn ihr einen Job sucht, macht's nicht da. Okay, damit bin ich durch für heute. Hast du noch was auf dem Herzen? Außer, dass alle den Bohnen Wachmacher hören müssen
56:23 Dax Werner
Genau, heute Morgen ist eine neue Folge Bunniger Wachmacher erschienen. Wer Lust, Zeit und Use hat, macht sich noch einen Kaffee und hört da mal rein. Und ansonsten hat es mich sehr, sehr gefreut, mal wieder hier sein zu dürfen. Vielen Dank für die Einladung und Wenn du mich brauchst, ich bin immer da, das weißt du.
56:39 Gavin Karlmeier
Und du weißt, dass ich dich brauchen werde. Also bis bald, lieber Dax. Eine schöne Woche euch allen und wir hören uns am Mittwoch dann mit Florie Gorzik und seinem Blick vielleicht auf die Trump-Geschichte.
56:49 Speaker 4
Ich freue mich. Seven cent chok ch