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Folge 314 · 5. August 2024 · 55 Min.

Zwei Internettypen packen aus

mit Torsten Beeck

Am Stammtisch voller Leute, die alle dieselbe Meinung haben, ist es langweilig. Trotzdem reden wir über LinkedIn, Truth Social – und über das, was man vielleicht nicht Wahlbetrug nennen muss, aber vielleicht doch irgendwie könnte.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT. Hallo Thorsten. Hi Gavin. Ich nutze die Chance, um dich kurz vorzustellen. Du bist Thorsten Beek, Chefredakteur der CT und Mitglied der Chefredaktion von Heise Medien. Heute habe ich es richtig gesagt, oder? Das war ganz traumhaft. Ich habe geübt. Und ich muss auch sagen, es ist ja jetzt Montag, das heißt, uns liegt ein Wochenende hinter uns. Und ich habe dieses Wochenende zwei Dinge gemacht, die mich, ähm, kurze Anekdote aus meinem Leben, bei denen ich das Gefühl habe, jetzt bin ich ein vollwertiges Mitglied. der Ü30-Männer in Deutschland. Hast du den Fahrrad gekauft? Nee, einen guten Akkuschrauber und ich war im Pflanzengeschäft. Und das sind beides Dinge, bei denen ich das Gefühl habe. Und Akkuschrauber, muss man sagen, das löst mehr Emotionen aus als über Mastodon diskutieren, weil die Frage, ob Makita oder Bosch Blau, die spaltet die Gesellschaft mehr als alles, was in den letzten Jahren im Diskurs passiert ist.

00:58 Torsten Beeck

Ja, da bin ich immer sehr pragmatisch gewesen und habe irgendwie das genommen, was im Angebot war. Aber eigentlich, der nächste Schritt ist eigentlich nur so ein Carbon-Fahrrad und so ein geiles, sehr eng sitzendes Outfit. Und so eine Jungsgruppe, mit der du immer so 200 Kilometer rund um deine Heimatstadt fährst am Wochenende.

01:17 Gavin Karlmeier

Wir haben eine Bisse nach Paderborn gefahren. Cool. Ich will mir, bevor wir uns jetzt hier verlieren in solchen Geschichten, äh, bevor es zu privat wird, bevor es noch menschelt hier Kurzes Housekeeping, ich habe in der letzten Folge ja über die neue Funktion gesprochen von Grog, dem Chatbot von X und XAI, dass du jetzt bei jedem Account auch Account-Zusammenfassungen erstellen lassen kannst und dass TechCrunch darüber geschrieben hat, die Funktion ist entweder, also die Ergebnisse sind entweder so belanglos und allgemeinplätzig, dass man damit nichts anfangen kann, oder falsch. Und ich lese sie jetzt mal vor, das hat nämlich Haki Heiko. Der war so nett und hat mir meine Grog-Zusammenfassung geschickt. Und zwar sagt Grog über mich: Kevin Karlmeyer ist ein Internet-Typ und Branchenbeobachter. Er hat eine Instagram-Seite unter dem Namen Ed Gavin Karlmeyer, auf der er über 6000 Follower hat und regelmäßig Themen, über Beiträge über verschiedene Themen veröffentlicht. Außerdem ist er in Podcasts zu hören, wie beispielsweise in Folge 61 des Podcasts in Echt jetzt, die am 11. Mai 2024 veröffentlicht wurde. Er ist auch auf der Plattform Threads aktiv, wo er über 3500 Follower hat und regelmäßig Beiträge teilt. So, und das möchte ich kurz mit dir sezieren, weil da sind viele Dinge sehr, sehr interessant dran an diesem Text.

02:29 Torsten Beeck

Also ich finde vor allen Dingen Internet-Typ großartig. Also, wenn es irgendwas gibt, was du in deine Bio schreiben solltest, dann ist das Internet.

02:36 Gavin Karlmeier

Und jetzt pass mal auf, es stand mal in meiner Twitter-Bio. Das heißt, hier haben wir schon mal einen Punkt: Grog scheint sich Informationen aus früheren Twitter-Biografien zu ziehen. Ist meine These. Es steht auch in meiner E-Mail-Signatur, das weiß Grog aber wirklich nicht, weil Grog habe ich noch keine Mail geschrieben. Dann finde ich aber interessant, dass so ungefähr zwei Drittel des Textes sich eigentlich auf meine Instagram-Aktivität beziehen. Weil auch das sollte Grog eigentlich gar nicht wissen. Also vermutlich scannen sie da das Netz, aber ich bin mir nicht sicher, ob, wenn das umgekehrt der Fall wäre, wenn Meta AI Informationen über X-Accounts generiert, ob Elon Musk das einfach so hinnehmen würde. Also das finde ich schon bemerkenswert. Vor allem, dass auch hier nochmal Threads publik gemacht wird und gesagt wird, also wir haben eine Konkurrenzplattform, auf der Gavin Kammer übrigens auch regelmäßig Beiträge teilt. Geh doch mal dahin. Das finde ich auf jeden Fall bemerkenswert an der Stelle.

03:27 Torsten Beeck

Ja, wobei das die tatsächlich ja die öffentlichen Informationen sind. Also, dass du auf der Plattform selbst bist und wie viele Follower du hast. ist ja der Teil, der vor der Rock-in-Wall sozusagen stattfindet. Und insofern sind das ja tatsächlich öffentliche Informationen.

03:43 Gavin Karlmeier

Ja, aber wenn Musk das wüsste, er würde Grug verbieten, darüber zu sprechen, glaube ich. Vermutlich. Und das hat einer im Discord geschrieben Interessant ist auch, dass ich 313 Folgen Haken dran aufgenommen habe. Er sich aber auf diesen einen Podcast bezieht, wo ich mal zu Gast war, der übrigens nicht, wie Grog behauptet, am 11. Mai 2024 veröffentlicht wurde, sondern drei Jahre vorher. Aber naja, wer will denn da schon so genau sein? Ja, aber es ist fast richtig. Ja, genau. Internet-Typ.

04:13 Torsten Beeck

Internet-Typ finde ich wirklich ganz toll, muss ich sagen.

04:15 Gavin Karlmeier

Ja, der Internet-Typ. Vielleicht heißt die Folge heute so: Zwei Internet-Typen packen aus.

04:21 Torsten Beeck

Wir müssen zwei Internettypen tanken super.

04:26 Gavin Karlmeier

Genau, tanken Strom. Ähm wir müssen über heute ein bisschen über Elon Musk sprechen. Ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dieser Podcast, also ich habe Anfang des Jahres ja schon gesagt, der US-Wahlkampf wird spannend. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, eigentlich ist Hagen dran mehr so zu Kreuz dran, das US-Wahl-Update Geworden, weil wir eigentlich die ganze Zeit darüber sprechen, wie der Wahlkampf gerade geführt wird und wie schmutzig und was Musk macht, weil das so ein bisschen in der DNA dieses Podcasts steckt, aber ich finde es trotzdem wichtig, da drauf zu schauen. Denn Es ist so, dass Elon Musker, wie wir hier schon mal besprochen haben, einen sogenannten Super Pack gegründet hat. Ein Pack, das ist so eine Art gesetzliches Konstrukt in den USA, weil die Wahl Wahlkampfmittelfinanzierung relativ kompliziert und voran begrenzt ist. Man könnte jetzt nicht einfach sagen, mal fünf und vierzig Millionen Dollar an einen Präsidentschafts Man kann aber eine Art Verein, eine Unternehmung gründen, die dann Wahlwerbung betreibt für einen Präsidentschaftskandidaten dazwischen. Und das ist so ein Super Pack, wie Elon Musk ihn gegründet hat, den America-Pack. Auch namensmäßig top. Kann man nicht sagen.

05:33 Torsten Beeck

Nee, nee, America Pack ist fantastisch.

05:35 Gavin Karlmeier

Und also es ist jetzt so, dass der America Pack offenbar eine Art Hilfestellung für Menschen bietet, die sich zur Wahl registrieren wollen. Also wenn du eine Website anklickst, besuchst, die dir gerade stark per Werbung empfohlen wird, über Google, über Instagram, YouTube, also eigentlich überall im Internet, wo du Werbung angezeigt kriegst. Dort macht dieser America-Pack nämlich gerade Werbung für Leute, dass sie sich zur Wahl registrieren. Und wenn du Infos brauchst, klick doch hier. Das Interessante ist aber, dass wenn du in dass du nicht in allen Bundesstaaten, von denen aus du auf diese Webseite klicken kannst, dieselben Informationen angezeigt bekommst. Also angenommen, du bist in Kalifornien oder Wyoming, Und wirst dann, klickst auf diesen Link, ich will mich zur Wahl registrieren, der dir angezeigt wird, gibst du deine Postleitzahl in deine E-Mail-Adresse ein und wirst dann weitergeleitet für eine Seite, auf der du dich für die Wahl registrieren kannst. Das ist insofern schon interessant, weil in dem Moment ja auch schon deine Daten gesammelt wurden. Aber du wirst dann ohne irgendwie weitere Informationen eben zu dieser Registrationsseite weitergeleitet. Das Interessante ist, dass aber so Staaten wie Kalifornien oder Wyoming vor allem deswegen interessant sind, weil sie klare demokratische Staaten sind. Das heißt Und da gehen eigentlich alle von aus, dass dort die stimmen. Es gibt ja dieses Winner-Takes-It-A-Prinzip in den USA. Also wenn in Kalifornien 51 Prozent der Menschen in Kalifornien für Die Demokraten stimmen, dann wird die komplette, das komplette Kalifornien an die Demokraten gehen. Wenn du aber jetzt in einem sogenannten Swing State bist, also so etwas wie Pennsylvania oder Georgia oder Michigan, also In den Staaten, die wechselhaftes Wahlverhalten gezeigt haben in der Vergangenheit. Dann kommst du auf eine Informationsseite, auf der du dich erstmal mit ein paar Informationen anmelden musst, also wer du bist und wie du heißt und was du so, deine Handynummer und wie alt du bist. Und dann wirst du nicht weitergeleitet zur Seite zur Wähler-Registrierung, sondern dir wird eine Thank You-Page angezeigt. Das heißt, wenn du eigentlich da dich zur Wahl registrieren wolltest. Passiert das nicht, was aber passiert ist, dass seine Daten gesammelt werden, damit dir früher oder später dort Informationen zum über zum Beispiel politische Ziele diverser Präsidentschaftskandidaten vor allem des Republikanischen angezeigt werden. Zumindest ist davon auszugehen. Das heißt, wenn man das mal so ganz stark verkürzen würde, könnte man schon sagen, dass hier Naja, Wahlbetrug ist vielleicht ein großes Wort, aber es wird hier schon mit manipulativen Mitteln gearbeitet, um Leuten, die in diesen Staaten leben, es entweder zu erschweren, sich zur Wahl zu registrieren, oder b sie mit Informationen zu bestücken, die dann eben dabei helfen sollen, diese Menschen zu Republikanerwählern zu machen oder Wählerinnen.

08:10 Torsten Beeck

Ja, meine zynische Seite findet es immer wieder faszinierend, wie sowas in den USA funktionieren kann. wie man auch auf die Idee kommen kann, so zu arbeiten. Also es ist irgendwie halt auch schlau, aber es ist schon auch echt beunruhigend. Also die Menschen, die sich irgendwie für Politik überhaupt interessieren und die so auf der Suche vielleicht nach Informationen sind, die haben es halt einfach. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland leichter ist, aber ich glaube, in Deutschland ist es leichter, ja. Ich glaube, es ist in Deutschland leichter, an Informationen zu kommen, die neutral sind oder die zumindest einen nicht komplett in die Irre führen. Also sei es irgendwie die Bundeszentrale für politische Bildung oder keine Ahnung. Es gibt auf jeden Fall Möglichkeiten, sich auch irgendwie darüber zu informieren, wie kann ich an einer Wahl teilnehmen. Und in den USA ist ja sowieso dieses Registrierungsverfahren nochmal ein bisschen Eigentlich auch für mich so komplett unverständlich, weil ich irgendwie immer denke, naja gut, schick den Leuten doch einfach eine Einladung zur Wahl und dann gehen die da hin. So funktioniert das ja einigermaßen in Deutschland. Man muss ja gar nicht so wahnsinnig viel dafür tun, um irgendwie mitzubekommen, dass Wahl ist. Ja, es ist irgendwie ziemlich eklig. Ich weiß nicht, also Wahlbetrug ist irgendwie anders, aber es ist zumindest eine Art von Manipulation und Was natürlich auch komplett intransparent an der Stelle ist, was machen die halt mit den Daten. Und also man kann es sich ungefähr vorstellen. Man kann sich ungefähr vorstellen, dass sie diese Daten nutzen, um die Leute. individueller zu targeten mehr Informationen, wirklich sehr genaue Informationen über Demografie, Wohnort und so zu haben und diese Daten irgendwie zu nutzen, um genau das zu machen, nämlich das, was ihrem Kandidaten in diesem Fall Trump nutzt. Ja, irgendwie eine ziemlich eklige Angelegenheit. Gibt es aber natürlich in Deutschland auch, ne? Also nicht auf der Ebene, aber was es ja gibt, ist, dass du durchaus straßenzügeweise Postwurfsendungen zum Beispiel verschicken kannst und sagen kannst, irgendwie, ich gucke mir die Wahlbezirke an, wir haben die im letzten beim letzten Mal gewählt und kann dann ganz gezielt in die Wahlbezirke gehen

10:23 Gavin Karlmeier

Ja, und im Digitalen passiert das ja auch Also hier in dem Beispiel ist es so, dass Ad Impact ermittelt hat, dass 800. 000 Dollar jetzt alleine für diese Kampagne ausgegeben wurde. um Werbung in Arizona, Michigan, Georgia, North Carolina, Nevada, Pennsylvania und Wiscon Wisconsin zu Werbung auszuspielen. Das heißt, auch hier wird also ganz gezielt genau in diese Richtung gearbeitet, dass man vor allem diese Leute eben erreicht, um, und das ist ja wirklich das Ziel, nicht denen die Möglichkeit zu bieten, sich zur Wahl zu registrieren, sondern um ihre Daten zu sammeln, um denen dann halt wahrscheinlich in zwei Wochen Oder im Fall des nächsten öffentlichkeitswirksamen Dings, das um Trump herum passiert, irgendwie Hinweise zu schicken, schau dir an, was er für ein Held ist. Also, ich würde davon ausgehen, dass es in der Tat jetzt eigentlich nur eine groß angelegte Datensammelaktion ist.

11:13 Torsten Beeck

Ja, dazu kommt ja auch noch, das ist ja auch ganz spannend, wenn das Geld, das erst gespendet wurde, jetzt auch wieder zurückkommt zu Musk. Also, wenn die Werbung auf Ex schalten, dann kommt ja sogar wieder ein bisschen was rein in die Kasse und das sieht sogar ganz gut aus dann für die für die Jahresbilanz von X. Also es ist ja eine absolute Win-Win-Situation.

11:36 Gavin Karlmeier

Brillant quasi. Am Ende ist das übrigens alles Tesla Geld, weil das Geld, das er da wahrscheinlich ausgibt, also wir wissen ja nicht so ganz genau, wie die Barreserven von Elon Musk aussehen Aber er hat ja erst nur kürzlich ein relativ großes Aktienpaket von Tesla freigesprochen bekommen, sozusagen, in Milliardenhöhe. Und man kann schon davon ausgehen, dass dieses Geld jetzt eher politisch genutzt wird, als dass sich Elon Musk irgendwie noch einen zweiten Club unter Berlin bauen lässt.

12:01 Torsten Beeck

Ja, aber er sagt ja auch, er hat überhaupt gar kein Geld. Das ist ja sozusagen sein Narrativ, dass er immer sagt Ich investiere alles in meine Unternehmen, ich wohne zur Miete.

12:16 Gavin Karlmeier

Er wohnt ja nur bei Freunden.

12:17 Torsten Beeck

Oder er hat keine Wohnung, genau. Er kommt bei Freunden unter. Die Freunde haben in der Regel relativ große Anwesen, muss man sagen, aber gut. Also er ist nicht von Obdachlosigkeit gefährdet und ich glaube, er fährt auch so einen Golf 3 oder sowas. Also irgendwie, er hat es auf jeden Fall nicht leicht.

12:34 Gavin Karlmeier

Der fährt diesen schönen goldenen Golf 1 Cabrio. Erinnerst du dich an diese goldenen?

12:39 Torsten Beeck

Das wiederum ist doch ganz cool. Wobei das ist ein Golf 1, ist das nicht ein 2? Egal, egal. Ich erkenne mich damit Autos überhaupt nicht aus.

12:46 Gavin Karlmeier

Ich auch nicht, aber vielleicht kann das jemand hauskeben für uns Fact-Checken, wir bringen das mit in der nächsten Episode.

12:52 Torsten Beeck

Ich denke eher so an diesen, ja, ich denke eher an diesen das Cabriolet. In weiß, dass Sascha Hehn in der Schwarzwaldklinik gefahren hat.

13:02 Gavin Karlmeier

Du bist ja zwei Jahre älter als ich, Thorsten, und ich glaube, das sind die zwei Jahre, die im Schein sind.

13:06 Torsten Beeck

Die Älteren erinnern sich.

13:10 Gavin Karlmeier

Es geht aber auch juristisch, irgendwie gerade passiert einiges, denn Don Lemmon, erinnerst du dich noch an die Geschichte um Don Lemmon bei X?

13:18 Torsten Beeck

Ja, der Don Lemmon wollte doch ganz dick bei X einsteigen und den investigativen neutralen fantastischen Journalismus zurück auf die Plattform bringen, nachdem er bei CNN gefeuert wurde. Irgendwie hat das nicht so richtig gut funktioniert.

13:34 Gavin Karlmeier

Also die Geschichte war so, dass Don Lemmon also ein exklusives Ex-Video-Format gestartet hat. und wie es wie man jetzt mittlerweile heißt, dafür 1,5 Millionen Dollar im Jahr bekommen sollte von X. Und in der ersten Folge, um dieses Format so ein bisschen zu pushen, und das war ja auch so für mein und Ein interessanter Move, weil man sonst mit Taka Carlsen und Konsorten eigentlich eher Leute auf der Plattform hat, die eher eben nicht so demokratisches CNN-Esk unterwegs sind. Jedenfalls hat er für seine erste Folge Elon Musk als Interviewgast gehabt. Elon Musk gefiel dieses Interview in seiner Manier nicht. Also Don Lemm hat nach Drogenkonsum zum Beispiel gefragt oder nach Geld. Und das fand Elon Musk alles doof. Und hat dann im Nachhinein diese Vereinbarung aufgekündigt. Und das hat Don Lemm im Nachhinein nicht so doll geärgert, dass er jetzt Klage eingereicht hat. Also er möchte jetzt extra klagen. um dieses Geld zu bekommen, das eben hier irgendwie vereinbart wurde als Deal. Und das Interessante ist aber, was eben hier in dieser Recherche auch rausgekommen ist Dass es gar keinen Vertrag gibt. Also es gab offenbar diese die Geschichte, dass Elon Musk, Don Lemmon, am Telefon gesagt hat. Es sei gar nicht nötig, Papierkram auszufüllen, denn Ex wird diese Show auf jeden Fall finanziell unterstützen, auch wenn die Ansichten, die Herr Lemmon vertritt, mir nicht gefallen. Das steht so in der Gerichtsakte. Und. Also da muss man sagen, das ist ja wohl der älteste Trick der Welt. Dann zu sagen. Das ist super shady. Ja, das ist ja hervorragend, da mache ich doch mit.

15:04 Torsten Beeck

Ja, ich weiß nicht, keine Ahnung, wie das nach US-Recht ist. In Deutschland braucht man ja für sowas nicht zwangsläufig einen Vertrag, der verschriftlicht wird. Im Zweifelsfall ist es auch ein Vertrag, wenn man sich sowas am Telefon zusagt. Es wird natürlich nicht unbedingt leichter, am Ende nachzuweisen, was denn da tatsächlich vereinbart wurde, wenn es nicht zumindest ein bisschen E-Mail-Schriftverkehr oder so dazu gibt. Aber es ist natürlich Natürlich irre, dass irgendwie ein kluger, gestandener Reporter sich auf sowas einlässt, weil er vermutlich denkt, naja gut, der Typ ist Milliardär, die 1,5 Millionen, die werden ihm nicht großartig wehtun, was soll schon schief gehen? Und dann geht genau das schief, was schief gehen kann, nämlich passt ihm einfach nicht. Und dann sieht man halt eben auch, wie weit es mit der Meinungspluralität im Hause mast so her ist.

15:53 Gavin Karlmeier

Wohlwahr. Ich stimme dir vollkommen zu. Es ist so unvorstellbar, dass vor allem, wenn das so am Telefon vereinbart wird zwischen zwei Leuten, auch wenn es Elon Musk und Don Lemmon sind, Dass dann beide, also Elon Musk weiß natürlich sehr genau, dass er in dem Fall den Vertrag nicht braucht, weil er offenbar von vornherein Zweifel hatte. Dass Don Lemmon aber, wie du sagst, so denkt, ja, was soll schief gehen, machen wir jetzt einfach. Also ich frage mich auch, ob Don Lamb kein Management hat und ob der es wirklich alles selbst vereinbart und verhandelt hat. Ich bin wirklich perplex wegen diesem Hergang, fürchte aber, dass ohne Vertrag in den USA Ich glaube nicht, dass zum Beispiel so eine E-Mail ausreichen würde, um solche Summenzahlungen irgendwie zu rechtfertigen.

16:37 Torsten Beeck

Ja, also in Deutschland, glaube ich, wäre das, wenn man das Wenn man dafür Zeugen hat und wenn man ein paar E-Mails hat, könnte das durchaus sein. Frage ist halt immer, in so einem Vertrag, so ein Vertrag würde ja auch immer Kündigungsklauseln beinhalten und gegebenenfalls Ja, auch ähm, also gerade im journalistischen Bereich gibt es ja so ein Vertrauen, so eine Vertrauensebene auch, wo man zum Beispiel als Chefredakteur auch einfach relativ schnell gefeuert werden kann, wenn man, ähm, wenn man in einem Tendenzbetrieb arbeitet und also einfaches juristisches Verfahren ist es nicht. Ich vermute einfach auch, dass der Don Lemmon, ich meine, der war Angestellter bei CNN, pff, keine Ahnung, ob man da ein Management hat oder ob man einfach irgendwie alle zwei Jahre mal zum Chef geht und sagt, komm, wir machen das weiter, was wir da machen. Und man kriegt sowieso ein ganz gutes Gehalt und macht sich da gar nicht so viel Gedanken drüber. Also vielleicht, zumindest hätte er mal irgendjemanden, der sich mit Verträgen auskennt, fragen sollen oder mal so eine E-Mail hinterherschicken. Hey Elon, wie besprochen, das und das machen wir, am 01. 01. geht's los. Dann hätte er zumindest ein bisschen mehr als nur ein Telefongespräch.

17:46 Gavin Karlmeier

So ist es. Also contactanycelebrity. com sagt, dass Don Lemmon im Moment von United Talent vertreten wird. Aber Alles unter Vorbehalt. Die FAT sagt jedenfalls, dass er offenbar, auch das geht wohl aus den Gerichtsakten hervor, 35 Millionen Dollar Entschädigung haben möchte. Und da habe ich aber auch so ein bisschen das Gefühl, das fühlt sich alles so ein bisschen abstrus an, diese ganze Klage, dass man sagt, okay, es gibt jetzt keine, nichts Festgehaltenes darüber, dass wir diesen Deal gemacht haben. Dieser Deal ist nie umgesetzt worden, weil das kommt ja auch dazu. So ein Produktionsvertrag zeichnet sich ja vor allem durch Produktion aus. Es wurde eine Folge produziert und veröffentlicht. Das heißt, also auch da hätte er vermutlich. Gar kein Anrecht auf diese Zahlung am Ende. . . Es ist irgendwie eine ganz komische Geschichte und die lässt Don Lemm eben nicht so als den geschickten Verhandler dastehen, wie man irgendwie das Gefühl hatte in vornherein, dass er es vielleicht sein könnte, als er sich irgendwie auf diesen Deal eingelassen hat für diese Summen.

18:44 Torsten Beeck

Ja, und 35 Millionen bei einem Jahres, wie war das? Im Jahr sollte er 1,5 Millionen bekommen, plus, ich glaube, ein bisschen Share der Ads.

18:55 Gavin Karlmeier

Genau. Und es gab wohl eine Geldprämie, wenn sein Konto an FollowerInnen gewinnen würde. Auch das steht Ihnen recht sagten. Da bin ich mir auch unsicher, wie aber dieser Deal irgendwie zustande gekommen ist.

19:07 Torsten Beeck

Naja, irgendwie muss man ja, muss der Anwalt ja sagen, okay, also realistisch ist das, das nehmen wir jetzt mal 10 und dann gucken wir mal, was passiert. Und er kriegt jetzt zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit und am Ende wird er vielleicht sogar noch irgendwie Eine kleine Ausgleichszahlung bekommen, weil man sich auf irgendeinen Vergleich einigt. Weiß ich jetzt nicht. Ob das für einen Journalisten der richtige Weg ist, sich damit auseinanderzusetzen, bin ich mir nicht so hundertprozentig sicher.

19:33 Gavin Karlmeier

Nee, bin ich mir auch. nicht. Interessant finde ich aber, und das ist auch im Rahmen dieser Recherche rausgekommen, dass diese ganze Video-Offensive von Ex, also die Ideen, so Leute wie Tucker Carlson oder Albin Don Lemmon, exklusiv unter Vertrag zu nehmen und damit Ex-Shows, exklusive Shows zu produzieren, Dass diese Idee von Lynna Icarino persönlich stammt. Also sie hat sich überlegt, dass man auf der einen Seite eben dadurch Premium-Content auf der Plattform hat, die eben Anreize bietet. für Publikum zu kommen, auf der anderen Seite aber eben für Werbekunden ein tolles Umfeld schaffen würde, indem man sagt, hey schau mal, wir haben hier Don Lemmon oder eben Taker Carlsen. Auch das finde ich tatsächlich hochinteressant. Weil das eben so ein bisschen zeigt, dass Linda Icarino offenbar doch irgendwie auch eigene Ideen ins Unternehmen reinträgt, was bislang nicht so bekannt war.

20:18 Torsten Beeck

Ja, das ist natürlich auch, also die Idee ist ja auch nicht falsch, ne? Also die große, die große Reichweite der Plattform zu nehmen und mit guten seriösen Inhalten oder zumindest mit unterschiedlichen Inhalten zu bespielen. Also Tucker Carlson ist ja jetzt nicht unbedingt dafür bekannt, dass er besonders ausgewogene Berichterstattung macht, aber zumindest verschiedene Seiten und verschiedene Sichtweitenweisen auf die Plattform zu bekommen. Die haben ja auch einfach das Problem, dass in die Werbekunden weglaufen, weil keiner, weil also egal was auf der Plattform de facto gerade los ist, das Gefühl ist. Das ist einfach so ein Sammelbecken für Hate und Nazis. Das ist ja im Moment so ein bisschen das Gefühl. Zumindest aus der europäischen Sicht. In den USA, es war in den USA ja immer eine etwas andere Plattform, auch eine größere und relevantere Plattform. Aber denen sind ja wirklich die Werbekunden in den letzten anderthalb Jahren extrem weggelaufen. Und natürlich ist die Idee jetzt nicht falsch, besseren Content auf die Plattform zu bekommen. Nur irgendwie, also mein Gefühl ist, dass da keiner mehr sein kann. Oder nur noch die da sind, die denken, ja, es geht irgendwie nicht anders, wir müssen da irgendwie noch sein.

21:24 Gavin Karlmeier

Ja, und diese Anzahl derer ist aber offenbar deutlich größer, als man glauben würde. Also vor allem in den USA spielt Ex einfach wahnsinnig Große Roll. Wir haben da hier viel drüber gesprochen. Interessant finde ich aber, dass es jetzt gleichzeitig noch eine andere Recherche des Wall Street Journal gibt, auch zu Linda Acarino, die ja als CEO eigentlich. . ziemlich viel Macht haben sollte im Unternehmen. Dass die eine Idee eben war, wie gesagt, solche Videoshows exklusiv zu holen. Die andere Idee war aber, einen Deal mit Visa abzuhören. abzuschließen mit dem Kreditkartenanbieter. Und die Idee war, dass Visa die Abwicklung des Zahlungsproduktes von X übernehmen könnte. Also dass du sozusagen eben nicht das alles in-house tust, sondern dass die Abwicklung der Geldtransfers, die da offenbar früher oder später kommen sollen, dass die eben über Visa laufen. Das hätte viele Probleme für Ex gelöst, ehrlicherweise, weil man damit gar nicht so unter Zeitdruck geraten wäre, bis Jahresende diese Lizenz zu bekommen, wenn du eben alles über eine bestehende Bank abwickeln würdest. Auf der anderen Seite war aber die Idee von Jaccarino. Dass man damit aber Visa auch zum Werbetreibenden gewinnen könnte, weil Visa dann eben ja relativ nah verbändelt wäre mit X. Interessant ist aber, dass mehrere Produktmanager im Haus, die direkt an Musk berichten und nicht an sie, wie es beim Wall Street Journal heißt. Dass die ihr Veto eingelegt haben und gesagt, diese Gestaltung des Zahlungsproduktes müssen wir selber übernehmen und dürfen das nicht an ein anderes Unternehmen abtreten. Und deswegen ist diese Geschichte so am Ende gar nicht zustande gekommen. Also das heißt. Es gibt Leute, die einfach mächtiger sind als die CEO von X.

22:57 Torsten Beeck

Ja, ja, das ist erstaunlich. Wobei ich das sogar von der Logik her nachvollziehen kann. Also wenn man tatsächlich den Masterplan hat, Irgendwann mal so eine Super-App zu haben, in der man alles machen kann, so ein bisschen nach WeChat und chinesischem Vorbild. Dann ist natürlich das Abwickeln von Zahlungsdienstleistungen und Geld irgendwie unter Freunden austauschen und unkompliziert machen. Ja, ein wahnsinnig wichtiger Teil dieser Plattform vermutlich. Also wenn du irgendwie Leute haben willst, die da auch auf der Plattform Dinge anbieten und verkaufen. Und du kannst den Zahlungsverkehr auf der Plattform kontrollieren und kannst da jeweils mit verdienen, denn darauf läuft es ja letztendlich zu einem gewissen Grad hinaus. Dann ist das natürlich schon die Frage, ist das nicht wichtig, das selbst zu können? Ich glaube, also da haben sich ja schon auch die ganz Großen dran verhoben. Also auch Meta hat ja durchaus mit dem Gedanken gespielt, eine virtuelle Währung einzuführen und hatte da in der, ich glaube, in der ersten Ankündigung Visa und Master mit an Bord und noch sehr viele andere sehr, sehr wohlklingende Namen. Und man hat es ja irgendwie nicht geschafft, die alle zusammenzubringen und am Ende daraus ein Produkt werden zu lassen.

24:18 Gavin Karlmeier

Stimmt, wie hieß denn noch dieser Coin, dieser Facebook Coin, der hatte so einen Namen, ne?

24:22 Torsten Beeck

Ja, mir fällt es auch gerade nicht ein. Genau, das wurde auch zwei, dreimal geändert, genau, Libra. Und damals, also die erste Ankündigung, las sich so wie, okay, die haben jetzt wirklich alle relevanten Player im Markt, vor allen Dingen die großen Banken. Und die großen Kreditkartenunternehmen an Bord. Das sah so auf dem Papier erstmal ganz spannend aus. Aber da ist ja auch nichts daraus. Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob das offiziell irgendwann mal abgesagt wurde, aber auf jeden Fall ist es irgendwie im Sande verlaufen. Und ich frage mich, ich weiß nicht, vielleicht ist das auch meine dann doch sehr europäische Sicht auf diese Plattform. Aber ich frage mich halt auch, wer wirklich ernsthaft Ex zu viele Daten von sich geben will und im Zweifelsfall da Finanzdienstleistungen Geldzahlungen drüber abwickeln soll. Und gerade in Deutschland, wo man Wo man PayPal oder so schon eher kritisch findet und so eigentlich am liebsten immer noch mit Bargeld rumantiert, wobei sich das ja auch gerade so ein bisschen ändert. Aber Ich weiß nicht, ob es wirklich möglich sein wird, für die das erfolgreich zu machen, inklusive der ganzen Probleme, dass man eigentlich, wenn man sowas macht, in jedem Land eine Banklizenz braucht und so. Das ist halt unfassbar aufwendig.

25:45 Gavin Karlmeier

Ja, es ist halt ein super schwieriger Markt, der halt auch schon so scheint, es zumindest weitgehend gesättigt ist. Es gibt wahnsinnig viele Player, die damit irgendwie scheitern, selber irgendwie als Bank aufzutreten. Da gehen ja ständig Unternehmen pleite. Und gleichzeitig wäre es aber so geschickt gewesen, diese Abwicklung zunächst über ein etabliertes Unternehmen machen zu lassen, weil man sich diesen Stress ja. Also niemand hätte sie ja gezwungen, davon abzusehen, früher oder später selber diese Lizenzen zu bekommen. . Aber nehmen wir zum Beispiel Trade Republic. Das ist ein Unternehmen, bei dem du Aktien handeln kannst und das wird alles ein bisschen gamifiziert und es wird so ein bisschen. . sexy, da relativ leicht irgendwie zu investieren und dich so auszuprobieren am Börsenmarkt. Die haben ganz lange mit Fremdlizenzen gearbeitet, die sie eben sublizenziert haben. Und bis sie ihre eigene Bankenlizenz bekommen haben. Das war erst dieses Jahr der Fall. Also auch das hat irgendwie.

26:36 Torsten Beeck

Ich glaube, die haben angefangen, vor zwei Monaten oder so, haben die erst angefangen, eigene I-Bands irgendwie rauszugeben.

26:43 Gavin Karlmeier

Ja, genau.

26:43 Torsten Beeck

Also das ist halt auch, das ist wahnsinnig auffällig und ich glaube, es gibt neben, ich weiß nicht, neben Pharma vermutlich kaum einen Markt, der so reguliert ist wie das Bankensystem. Und also die USA glaube ich auch nochmal, ja, ja, ja, weiß ich gar nicht. Ich weiß nicht, ich glaube, es ist leichter überall auf der Welt. eigene eigene Armeen aufzubauen als Eigenfanger. Ohne Witz, das ist in den USA. Kommt ein bisschen auf die Länder an. Aber in den USA ist das ja auch noch so, dass das dann auch noch regional, dass du so regionale Lizenzen brauchst. Das ist ja zum Beispiel auch, selbst in der Versicherungswirtschaft in den USA, da ist es doch auch so, dass Da sind wir wieder bei Mass, Tesla keine Versicherungen, also die bieten Versicherungen an, aber auch nur auf Bundesstaaten bezogen Nicht in den ganzen USA, weil sie halt eben für jeden Bundesstaat eine eigene Versicherungslizenz erstmal wieder brauchen, um das abwickeln zu können. Also ich weiß nicht, ich weiß nicht, wer sich da wirklich rantrauen würde. Und eigentlich deshalb war es ja so, dass man bei Meta irgendwie dachte, okay, also wenn sie, wenn sie Visa und Master an Bord haben. dann ist das ja irgendwie vielleicht eine Möglichkeit, dass man neben seiner Kreditkarte auch noch so Direktzahlungen irgendwie verwaltet. Wenn man die beiden großen, irgendwie, die, die, da wahrscheinlich, ich weiß nicht, zumindest in der westlichen Welt, einen sehr, sehr großen Teil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ab. Abwickeln. Deshalb sah das ja so aus, als könnte das ein Erfolg werden. Ich sehe das überhaupt nicht für Ex. Aber meinetwegen, also sollen die gerne versuchen.

28:14 Gavin Karlmeier

Also Sie haben ja angekündigt, dass du Ende des Jahres keine Banken mehr brauchst, wo du Ex hast. Das war die Idee. Wir haben ja jetzt zu den fünfmal. Also, hm, schauen wir mal.

28:23 Torsten Beeck

Ja. Also, ich wäre ja ehrlich gesagt froh. Ich finde ja tatsächlich, also nicht unbedingt bei Ex, aber so einer der der dieses durchaus komplizierte und auch gebührenmäßig total versaute System irgendwie mal ein bisschen aufmischt. Ich fände das gar nicht so übel, also das weiß ich nicht. Wie heißt das, diese Sofortüberweisungen, für die die Banken immer noch Geld nehmen, obwohl sie eigentlich das nicht mehr dürfen, wo sie irgendwie mit deinen Überweisungen nochmal zwei, drei Tage irgendwo durch die Gegend zirkulieren lassen und damit noch ein bisschen Geld verdienen? Alles super undurchsichtig, alles super teuer, tausend verschiedene Angebote, die Apps sind auch alle irgendwie eine absolute Pest. Selbst die, wenn man sie die Marktführer, also die Ich bin durchaus bei einer großen Bank und ich hasse alles daran. Ich bin einfach immer sehr froh, wenn ich mich damit nicht mit beschäftigen muss. Boah hast du mal probiert?

29:13 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich ja. Es gibt so Banken, wenn du ein neues Handy hast, dann kannst du generell kein Online-Banking mehr machen, bis der Brief angekommen ist mit dem neuen Freischalt.

29:22 Torsten Beeck

Jetzt ist es bei allen. Also, ich glaube, es ist bei quasi allen so, was auch komplett irre ist. Also Ja, ich weiß nicht, ich finde das ja grundsätzlich ist es ja ganz gut, dass man irgendwie, dass die Sicherheitssysteme inzwischen deutlich höher gezogen sind und dass du heutzutage ja tatsächlich ohne Zwei-Faktor keine Überweisung mehr tätigen kannst, das hat ja sehr, sehr lange na, das war ja sehr, sehr lange freiwillig und ich glaube da Das ist eine ist sehr, sehr gut, dass man da inzwischen die Leute zu zwingt. Nicht nur mit so einem Passwort, Passwort 1, 2, 3 oder Passwort Geburts Geburtstag irgendwie oder der Lieblingshund, dass man damit nicht sein gesamtes Vermögen irgendwie absichern kann. Das finde ich ja eigentlich relativ gut. Aber tatsächlich, die Abwicklung dieser Zwei-Faktor-Authentifizierung, und wie gesagt, wenn man irgendwie dann ein neues Handy hat und dann dieses Verfahren nicht übertragen kann, ohne dass man so einen neuen Aktivierungsbrief anfordert. Das ist schon, also da würden mir, glaube ich, Dinge einfallen, die ein bisschen leichter und ein bisschen kundenfreundlicher sind.

30:28 Gavin Karlmeier

Ja, gibt es durchaus. Zumal es boah, ich habe auch eine. Also da habe ich zwei Dinge zu. Ganz kurz. Ich bin bei einer Bank, also ich habe aus Disclaimer Gründen, also ich habe bei unterschiedlichen Bankenkonten. Nicht, weil ich so viel Geld habe, sondern. Weil du halt wahnsinnig reich bist. Ja, leider nicht. Sondern es hat andere, ist ja auch egal. Auf jeden Fall bin ich bei einer Bank und die ist sehr, sehr, sehr groß. Und dort ist es so, dass das Passwort, das du benutzt, um dich einzuloggen. Muss fünfstellig sein und aus Zahlen bestehen. Was ist das denn?

31:01 Torsten Beeck

Safety first. Ja, aber ich glaube, es muss nicht aus Zahlen bestehen. Ich glaube, man kann auch Buchstaben verwenden inzwischen. Weil ich fürchte, ich bin bei der gleichen Bank. Aber es ist tatsächlich fünfstellig.

31:13 Gavin Karlmeier

Es ist halt so eine Pin, was ganz merkwürdig ist. Also da denke ich mir, dann sind wir die hier auf dem Brief. Und das andere ist, ich bin auf meiner Krankenkasse, die auch eigentlich postfreien Briefverkehr verspricht, indem du halt, kannst du eine App installieren, kannst sagen, ich brauche keine Briefe mehr, mir reichen die Push-Nachrichten und eine E-Mail, dass ich jetzt eine neue Nachricht in meinem digitalen Postfach habe. Das Problem ist, wenn diese App Weil man öffnet seine Krankenkassen-App, ich weiß nicht, wie oft du das tust, aber jetzt nicht so oft. Wenn du ein iPhone hast, gibt es den Moment, dass deine App irgendwann in die Cloud verschwindet und gelöscht wird vom Telefon, weil sie inaktiv ist. Wenn du sie dann neu runterlädst, musst du neunfrei schreit Code per Brief beantragen. Das heißt, alle drei Monate müssen die Richtung.

31:54 Torsten Beeck

Es ist total witzig, weil exakt das gleiche ist mir auch passiert. Und zwar auch genau diese Konstellation. Einmal Bank und einmal Krankenkasse. Weil wie oft, also ich weiß nicht, ich brauche die Krankenkassen-App. Brauche ich vergleichsweise selten. Einmal mehr als die Steuererklärung halt. Ja, sowas. Ich meine, eine Tochter braucht eine neue Karte, weil sie jetzt eine Karte mit Foto braucht, weil sie irgendwie älter als 14 ist oder irgendwie sowas. Das ging aber auch alles. Dann musste ich mich da anmelden, um dann festzustellen, dass das in der App jetzt aber nicht funktioniert, weil ich kann da zwar meine eigenen Dinge verwalten, aber für die Kinder, die unter meinem Konto sozusagen mit versichert sind, für die kann man gar nichts machen, aber man kann da anrufen. Wobei man sagen muss, die waren immerhin sehr, sehr freundlich und es ging sehr, sehr schnell, nachdem ich das telefonisch gemacht habe.

32:41 Gavin Karlmeier

Auch schön. Gut, dass sie eine App haben. Lass uns kurz über LinkedIn sprechen. LinkedIn ist, bist du in so einer, wahrscheinlich ja, als du Chefredakteur, in einer Karrierephase, in der LinkedIn relevant ist oder in der du dich davor drückst? Ich glaube, es gibt nur diese beiden Möglichkeiten.

32:56 Torsten Beeck

Ich bin kein großer Fan von LinkedIn, obwohl ich LinkedIn manchmal extrem sinnvoll finde und extrem hilfreich finde, um Kontakte zu pflegen und ein bisschen mitzubekommen, was Leute beruflich machen. Ich finde, dass LinkedIn nur leider. In so eine, LinkedIn ist halt so inhaltlich so eine Pest einfach. Also so dieses, keine Ahnung, ich hab mal eben, ich hab heute meine Tochter vergessen, von der Kita abzuholen. was ich davon als CEO gelernt habe, das finde ich alles irgendwie wahnsinnig anstrengend und unangenehm Also ich bin da so hin und her gerissen. Ich finde es auch tatsächlich natürlich total praktisch, um so ein CV zu haben von jemandem, der mir sich irgendwie zum Beispiel bewirbt. Oder der irgendwie sagt, ja, könnte für mich irgendwie interessant sein, mal kurz zu gucken, was hat der in seinem Leben schon gemacht, wo hat der gearbeitet. Ich finde die Plattform ist schon relevant, gerade wenn es darum geht, sich zu bewerben oder wenn man Bewerbungen bekommt. Gar keine Frage. Ich finde so diese LinkedIn Creator Bubble und ehrlich gesagt auch dieser Ton Der natürlich auch ganz stark amerikanisch geprägt ist. I'm super thrilled to announce. Das ist alles, das finde ich so, dass da vielleicht bin ich da auch zu norddeutsch für, als dass mir das so richtig Spaß machen könnte. Aber ja, ich bin da schon manchmal, ich kriege da ziemlich viele Nachrichten und manchmal auch interessante Nachrichten und sehr oft so komische, kaltakquise Nachrichten.

34:31 Gavin Karlmeier

Du hast mir sogar mal, das kann ich jetzt hier natürlich nicht öffentlich erzählen, du hast mir sogar mal einen Screenshot einer Nachricht geschickt von einer Person.

34:37 Torsten Beeck

Ja, ja, ja. Ich versuche das aber ich versuche das nicht nicht zu doll breit zu treten, aber ich hab blinked, ich finde LinkedIn wirklich leider so ein bisschen anstrengend. Ich finde das sogar schön. Also ich glaube, das fehlt uns manchmal. Vielleicht in Deutschland im Vergleich zu den USA, auch Erfolge zu feiern und auch Mitarbeiter zu loben und Kollegen zu loben. Ich finde das eigentlich sogar Auf so einer Meta-Ebene finde ich das sogar ganz schön. Es kriegt nur ganz schnell immer so eine Tonalität, die bei mir so einen leichten Ekel auslöst.

35:10 Gavin Karlmeier

Ich bin hundertprozentig bei allem, was du sagst, komplett d'accord mit dem, was du sagst. Hundertprozentig. Interessant ist aber, dass ja, und das ist passiert mir in meiner Arbeit als Mensch, der ja auch Unternehmen und Redaktionen berät, wie sie sich in Social Media verhalten sollen, relativ selten unterkommt. Und zwar geht es hier um geschaltete Werbeanzeigen in Videoform auf LinkedIn. Das wird irgendwie komischerweise sehr selten gewünscht. Hätte man offenbar in der Vergangenheit aber auch besser gelassen. So sieht es nämlich gerade aus. Denn LinkedIn war vor Gericht, musste sich vor Gericht erklären, in San Jose in Kalifornien. Weil LinkedIn offenbar die Kennzahlen von solchen Anzeigen frisiert hat. Also es ist so, dass die Aufrufe der eigenen Videoanzeigen aus den LinkedIn-Apps offenbar auch gezählt wurden, selbst wenn das Video schon außerhalb des Bildschirms war, also weil du daran vorbeigescrollt bist, du scrollst an dem Video vorbei, das Video fängt an zu starten und du scrollst weiter, dann war das schon ein Aufruf. Und offenbar werden damit, äh, wurde damit betrügen, betrogen, weil man gesagt hat, ey Leute, das, was ihr hier ausspielt, das hat viel mehr Leute erreicht, als es de facto erreicht hat. Und LinkedIn hatte dann, oder Microsoft als Unternehmen dahinter, hatte jetzt offenbar nicht so richtig Bock auf diesen Gerichtsprozess. So sieht es danach aus, denn sie haben zugestimmt, der Vergleichszahlung von 6,6 Millionen Dollar zuzustimmen. oder sie eben zu leisten. Das heißt, sie haben gesagt, okay, wir wollen diese Sammelklage jetzt hier nicht ausarbeiten, sondern wir zahlen jetzt einfach hier eine Summe und dann bitte lass uns dann nicht mehr drüber reden. Haben aber angekündigt, jetzt für zwei Jahre. . einen externen Prüfer mit der Überprüfung von Werbeermetriken zu beauftragen.

36:44 Torsten Beeck

Ja, 6,6 Millionen Dollar klingt jetzt eher so nach Eine Summe, die LinkedIn und Microsoft verschmerzen können. Also ich glaube, da sind die noch sehr entspannt bei rausgegangen. Das gibt es ja immer wieder. Und ich bin da auch immer sehr zurückhaltend, was so diesen Betrugsvorwurf angeht. Einfach weil, ich bin mir da immer nicht so sicher, oft ist das glaube ich auch einfach eine Sache, wo man nicht genug drauf guckt und denkt, ja, ist gut genug. Das zählt halt irgendwie Werbeausspielung, die Werbung wurde ja de facto auch ausgespielt. Dass die jetzt keiner sehen mehr konnte, weil sie schon außerhalb des Viewports war, ist natürlich ein bisschen unglücklich. Und ist natürlich für den Werbetreibenden eine Zumutung. Also, ich will das jetzt auch gar nicht sagen, dass das schön ist. Aber ich bin mir da gar nicht so sicher, ob das tatsächlich sowas, dass man sich da hinsetzt und sagt, wie können wir unsere Werbekunden abzocken. Ich glaube, es ist einfach so ein bisschen so dieses, wie halt Produkte so gebaut werden, nämlich Wir brauchen jetzt hier schnell eine Werbeintegration und wir müssen irgendwie zählen, wie oft diese Videos ausgespielt werden. Und dann wird da irgendwas gebaut. Es ist vermutlich eine ganz gute Idee, das auch extern so ein Audit, in so einem Audit zu unterziehen. dass da mal jemand drauf guckt. Ich glaube, so ziemlich jede Plattform, die irgendwie Werbung ausspielt, also YouTube, Meta, alle hatten schon diese Probleme damit, dass das nicht so richtig ganz genau gezählt wurde. Oder so Man hat mal so Geruf überschlagen. Plus auch, was so die Werbeausspielung angeht, da gab es ja auch eine Zeit lang so sehr, also es gibt da ja auch keine wirklich einheitlichen Kenngrößen, ne? Also irgendjemand zählt nach, das Video ist eine Sekunde gespielt, das ist drei Sekunden, zehn Sekunden, da ist ja auch alles möglich. Und ich glaube, die Plattformen wie alle, die irgendwie in ja solche Arten von Werbevermarktung anbieten, Sind gut beraten, sehr transparent darüber zu sein, wie sie zählen und wie sie abrechnen, weil ehrlich gesagt wenn der Werbekunde das Vertrauen verliert oder das Gefühl hat, er wird da irgendwie verarscht, dann wird das noch viel, viel teurer als 6,6 Millionen, sondern die Leute werden sich halt andere Plattformen suchen.

39:00 Gavin Karlmeier

Siehe X beispielsweise Zum Beispiel. Aber glaubst du nicht, also das jetzt, also Punkt 1, stimmt, alle haben auch ein Problem damit zu entscheiden, wie sie zählen. Ich stelle aber fest, dass in letzter Zeit sehr häufig solche Metriken zugunsten der Plattformen umgewidmet wurden. Also nehmen wir als Ex als Beispiel sind natürlich jetzt nicht das Transparenzwunder, aber dort gibt es keine Videoaufrufe mehr, sondern Impressionen eines Postings, was am Ende gar nichts aussagt, sondern nur Wie oft wurde dieser Post irgendwo angezeigt. Oder Instagram, die auch oder Threads, noch besser, Threads, die eben auch Impressionen anzeigen, was eben anstatt von Reichweite überhaupt nur ausgespielt wird. Sodass man gar nicht richtig einschätzen kann, wie vielen Leuten das angezeigt wurde. Also das macht halt, also da habe ich hier schon mal rumgerantet drüber, aber mal angenommen, ich habe einen Post und der hat 10. 000 Impressionen generiert. hat aber nur ein Like, dann sagt mir das überhaupt nichts darüber aus, wie viele der erreichten Personen diesen Post geliked haben. Weil wenn du Thorsten jetzt gedacht hast, das was Gavin Post ist so geil, das gucke ich mir zehntausendmal an und like das, hätte ich eine Interaktionsrate von 100% an dem an der Stelle. Und das ist halt so, das ist so ungünstig aus Nutzerperspektive, weil es eben nicht nur um Werbeausspielung geht, was Aus finanzieller Sicht wichtig wäre für die Plattform, sondern eben auch aus organischer Perspektive. Und Creator sind am Ende mindestens genauso wichtig wie die Werbung für die Plattform, weil die eben Argumente liefern, warum Leute da überhaupt hinkommen.

40:23 Torsten Beeck

Ja, absolut. Und also ich vermute einfach mal, dass das damit zu tun hat, in einer Zeit, wo du wächst und wo du schnell wächst und wo diese Zahlen von Jahr zu Jahr immer sich verdoppeln, verdreifachen und einfach ein rasantes Wachstum da ist. Da ist man sehr großzügig damit, dieses Wachstum auch transparent zu zeigen. In dem Moment, wo die Konkurrenz mit verschiedenen Plattformen größer wird und das Wachstum eher, das ist zwar da, aber ist jetzt auch nicht mehr so beeindruckend wie eine Verdopplung, Da fängt man an, so ein bisschen zurückhaltender zu werden und zu sagen: Ja, vertraut uns mal, vertraut uns mal, wir sind eine riesige Plattform. Wir zeigen das ja auch und das ist auch alles total transparent, aber wir wollen das jetzt auch nicht total runterbrechen auf jedes einzelne Post, weil Also das ist ja wohl auch gar nicht so nötig. Ich glaube, das hängt ganz viel damit zusammen, wie man gerade sich im Markt befindet und wie der Markt um einen herum funktioniert. Weil wenn man Davon überzeugt ist, dass die eigene Plattform unendliches Wachstum zeigt, so wie das ja durchaus auch war. Das war ja zehn Jahre lang im Endeffekt so. Also irgendwie so von 2010 bis 2020 Konntest du im Grunde noch immer so Year over Year Wachstumszahlen zeigen, wo dann irgendwie so 45%, 30%, 50% waren, wo man sagen konnte, ja gut, lass uns das mal zeigen, je transparenter wir das machen, desto besser. Das ist vermutlich gerade so ein bisschen zu einer Sättigung gekommen, auch mit Konkurrenz von TikTok zum Beispiel. Einfach ist das Wachstum nicht mehr so groß, auch wenn da noch Wachstum ist und auch wenn die alle echt immer noch ganz gutes Geld verdienen. Und da ist man nicht mehr ganz so großzügig damit, so Einblicke zu geben, vermute ich.

41:59 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Und dann muss man halt schon sagen, wenn man aber so eine Denke hat. Könnte es nicht auch sein, dass man dann solche im Zweifel unsaubere oder wie sagt man kalte Lötstellen in der Ausspielung von Werbeaufrufen, dass man die vielleicht eher mal hinnimmt, weil man sagt, naja gut, wir wissen, da ist ein Problem Wir lassen das jetzt aber mal noch eine Zeit stehen. Ich will niemandem was unterstellen, aber im Grunde doch.

42:25 Torsten Beeck

Ja. Ja, natürlich kann das sein. Also keine Ahnung, man steckt nicht in den Köpfen drin, aber ich das wird sicherlich irgendwo mal einen Engineer gegeben haben, der gesagt hat, ja, das haben wir vielleicht nicht total sauber implementiert und ein Produktmanager gesagt hat, ja, das müssten wir mal machen und sogar vielleicht mal ein paar Tickets dafür geschrieben hat und irgendjemand hat halt vielleicht in der Priorisierung gesagt, ja, ja, das ist schon blöd, das müssen wir jetzt demnächst auch mal lösen. Aber das sind ja noch fünf andere Sachen, die sind jetzt erstmal wichtiger und ja, lassen wir so laufen. Diese Annahme kann man schon haben, aber das ist natürlich eine ganz böswillige Unterstellung. Insofern würde das niemals so tun, aber mal auf diesen Gedanken kann man natürlich kommen, wenn das Wachstum nicht mehr ganz so groß ist.

43:10 Gavin Karlmeier

Apropos kleines Wachstum. Wir müssen kurz noch und wir fangen an mit dem Wahlkampf, wir enden mit dem Wahlkampf über Donald Trump sprechen. Und zwar hat Donald Trump ja auch ein soziales Netzwerk. Und wir reden sehr selten über Truth Social. Was zum einen daran liegt, dass es aus europäischer Perspektive ein wahnsinnig irrelevantes Netzwerk ist, zum anderen aber eigentlich, dass es vor allem nur ein Megaphon ist für Donald Trump. Jetzt ist es aber wohl so, dass die ganz schön Probleme haben. Und zwar nicht nur auf finanzieller Ebene, da sieht es auch richtig böse aus. Also sie haben 2023 haben sie 58 Millionen Dollar verloren. Im letzten Quartal, also Q2 2024, haben sie 327 Millionen Dollar verloren. Also das ist schon ganz schön ärgerlich, vor allem wenn man nur 770. 000 Dollar Umsatz macht. Also die haben 327 Millionen Dollar mehr verloren, als sie Umsatz gemacht haben. Auch auf Nutzerzahlenebene läuft es nicht so richtig gut, denn Truth Social hat alleine im Juni 38% der Nutzerinnen und Nutzer verloren im Vergleich zum letzten Juni. Das ist. Ganz schön hart für vor allem das Netzwerk des Menschen, der in diesem Juni deutlich mehr zu erzählen hat als im letzten Juni.

44:19 Torsten Beeck

Ja, ich finde ja ehrlich gesagt, das ist eigentlich eine der kurzsten Geschichten und auch eine der kurzsten Auswirkungen des beiden Verzichts. Weil ich glaube, das hat, nichts hat Trump mehr wehgetan als das Sinken der Aktie. Also ich glaube die Die Aktie ist irgendwie um 4 Milliarden auf 3 Milliarden oder sowas gesunken. Also hat ein Viertel an Wert verloren. Suras zahlen, dann sag mal.

44:55 Gavin Karlmeier

Also die Aktie lag am Mittwoch bei 29 Dollar. Im März beim Börsengang lag sie bei 72 Dollar. Und kurz nach dem Attentat auf Donald Trump lag sie bei 75 Dollar. Also sie hat quasi davon stark profitiert, ist dann aber wieder auf 29 Dollar runtergerattert.

45:13 Torsten Beeck

Okay, also irgendwie haben sie auf jeden Fall eine Milliarde verloren und das betrifft ja auch direkt Trumps Aktienpaket. Das heißt, alleine der Verzicht von Biden und die vermutliche Kandidatur von Kamala Harris haben dem ganzen Bums eine Milliarde gekostet. Ich finde, das ist schon. Das ist schon eine ganz lustige Randnotiz irgendwie an der Stelle. Und ja, ich keine Ahnung, ich meine, die haben ja keine nennenswerten Umsätze. Ich finde, das Ganze hat eher so diesen Autokraten-Vibe, wo irgendjemand versucht, irgendwie Medien unter seine eigene Kontrolle zu bekommen oder de facto unter seiner Kontrolle hat. Also, dass ein US-Präsident ein Mediennetzwerk betreibt, ich finde es nur sehr schwer vorstellbar. Insofern kann man am Ende froh sein, dass die damit nicht erfolgreich sind und bei 770. 000 Dollar Umsatz Ja, das ist ja kein nennenswerter Preis. Und ehrlich gesagt, das ist ja so ein bisschen, also ich will es jetzt nicht mir nicht den Zorn einer ganzen Gruppe von Menschen aufziehen, aber Das ist ja so ein bisschen so, wie Bitcoin auch funktioniert, wenn man dran glaubt und wenn man so, wenn man irgendwie dazugehören will und das unterstützen will, dann steckt man man sein Geld da rein und das kann auch eine ganze Zeit lang funktionieren. Hier hat man natürlich noch so den politischen Führer im Hinterkopf. der das Ganze, indem man dann sozusagen hilft und wo man seine Unterstützung zeigen kann. Und dann steigt eine Aktie vielleicht auch mal über einen Wert, der nicht gerechtfertigt ist, in ein Unternehmen, das keine Millionen Umsatz im Jahr macht ist vermutlich nicht realistisch mit vier Milliarden an der Börse vertreten. Insofern ist das jetzt, also dies wird Im besten Fall verschwinden. Der Go, also es ist wieder eines der großen wirtschaftlichen Erfolge von Donald Trump.

47:13 Gavin Karlmeier

The Guardian. Also es gibt ein ganz Spannende Recherche von The New Republic, die das alles mal so ein bisschen auseinandergenommen haben. Und die beziehen sich ja auch auf The Guardian, die mit einem Right-Wing Media Analyst gesprochen haben, Howard Polskin. Und der sagt, dass diese Krasse Nutzerzahlen-Einbruch um 38 Prozent auch bedeutet oder bedeuten könnte, dass die Rhetorik von Trump bei den Leuten einfach inzwischen nicht mehr so verfängt, wie das noch vor einem Jahr oder beim letzten Wahlkampf der Fall war, sondern dass die Leute sich Das ist jetzt meine Interpretation davon, a, entweder daran gewöhnt haben und sich deswegen nicht mehr so begeistern lassen oder b vielleicht auch gar nicht mehr so einen Bock darauf haben. Auf einfach nur so sehr harsch formulierte, harte Zeilen, in denen es einfach nur geht, dass alle irgendwie in den Knast gehören.

47:57 Torsten Beeck

Ja, man kann es hoffen. Also ich glaube, irgendwie im Moment sieht es ja so ein bisschen so aus, als ob es zumindest eine Chance gibt, dass er nicht nochmal gewählt wird. Ich würde, also ich habe das beim letzten Mal auch gedacht, da saß ich noch in einem Newsroom und hab die Nacht über immer entgeistert auf das. das Barometer der New York Times geguckt und irgendwie gedacht, also das ist jetzt schon merkwürdig, also das tendiert jetzt schon eher zu Trump. Ich hätte das damals nicht vermutet, insofern bin ich sehr, sehr vorsichtig, was dabei rauskommt. Ich glaube Die lese, die Messe ist noch nicht ganz gelesen.

48:32 Gavin Karlmeier

Ja, das ist so. Ich würde aber noch einen Gedanken dazu äußern, und zwar Könnte es auch durchaus sein, dass die starke Politisierung und Radikalisierung von Musk und damit auch von X natürlich auch dazu führt, dass Leute sich eher bei X anmelden, wo viele Leute, die ihr Mindset haben, publizieren. Anstatt, dass sie zu Truth Social gehen, wo eigentlich nur Donald Trump so richtig publiziert. Also, dass am Ende Elon Musk auch daran schuld sein könnte, dass Trumps Netzwerk vielleicht gar nicht funktioniert. Was ich interessant fände, weil die beiden ja eigentlich politisch gesehen zumindest im Moment unter der gleichen Fahne fahren.

49:12 Torsten Beeck

Naja, das ist ja auch wahnsinnig langweilig, wenn man sich nur mit seinen Kumpels am Stammtisch trifft und die alle die gleiche Meinung haben. Da passiert ja auch nicht so wahnsinnig viel. Also wenn du Wenn du irgendwie auch Leute überzeugen willst und wenn du irgendwie Lust hast, Lust hast du auch auf Krawall, ehrlich gesagt, dann ist das natürlich super boring. wenn du auf einer Plattform bist, wo eigentlich nur alle Trump-Unterstützer rumhängen. Also insofern, ja, also wer hat denn, also ich glaube, das unterschätzt, dass die, also ich glaube nicht, dass die Leute wirklich Lust haben in ihrer Blase so offensichtlich zu sein, wo man sich immer nur sagt, ja, nee, das ist total super, was der Trump sagt, sondern die Leute haben auch Bock darauf, Krawall zu machen und das kann man sicherlich besser auf X als auf einer Plattform, wo alle im gleichen Saft köcheln.

50:02 Gavin Karlmeier

100% richtig. Auch eine Veränderung des Internets übrigens. Ich habe gestern in einem Gespräch noch darüber nachgedacht, dass es früher so Netzwerke gab wie Emopunk oder wie ähm Wie das Studi-VZ am Ende auch. Also Netzwerke, die sich eigentlich darüber definiert haben, dass Leute Gemeinsamkeiten haben. Emo Punk, ich weiß nicht, ob du das kennst, war ein Netzwerk von Leuten, die alle die gleiche Frisur hatten, hätte ich fast gesagt. Ich weiß nicht, ob ich da mit Leuten Unrecht tue, aber am Ende war es so.

50:28 Torsten Beeck

Aber mit Frisuren, also Emopunk-Frisuren, da bin ich natürlich sehr früh raus gewesen aus der Option, da einzusteigen. Aber ja, klar, natürlich. Und das ist ja eigentlich auch das, was. worüber alle Communities irgendwie funktionieren. Also ich wohne irgendwo, das funktioniert immer noch. Also so die Gruppen in Dörfern und Stadtteilen und so, ich glaube, die funktionieren auch immer noch Aber natürlich hat man sich irgendwie immer getroffen über gemeinsame Interessen, wobei das bei StudiVZ finde ich schon so ein bisschen Da weiß ich gar nicht, ob das so die gemeinsamen Interessen waren. Es ist eher so der gemeinsame Quatsch gewesen, dann ganz viel. Also zumindest am Ende hat man sich ja nicht mehr mit gemeinsamen Interessen getroffen, sondern so irgendwelche, je absurder der Gruppenname, desto eher hatte man eine große Gruppe. Aber ja, also ich finde, dass dieses Menschen zu finden, selbst wenn man sozusagen die Nische von der Nische ist, da hat man ja im Internet festgestellt, es gibt schon irgendwie weltweit 10. 000 Leute, die auch weiß ich nicht, handgehegelte Puppen aus der aus dem rumänischen Bergland sammeln. Und die hat man, die haben sich da halt irgendwie gefunden. Und ich glaube dieses dieses die die die Nische zu schaffen oder die in der Nische sich zu finden und andere zu finden mit gleichen Interessen, ist, finde ich, eine der ganz, ganz großen Stärken des Internets. Also nicht zu wissen, ich bin nicht allein mit meinem Quatsch, hat schon wahnsinnig viel geändert. Weil wenn man irgendwie in einem, weiß ich nicht, 5000 Leute Dorf aufgewachsen ist, dann konnte man schon Pech haben, dass man gar nicht so viele Leute in seiner Altersgruppe mit den gleichen Interessen gefunden hat, da hat das Internet halt eine Tür aufgemacht, die nochmal die Welt, einen ganz anderen Blick auf die Welt geliefert hat.

52:16 Gavin Karlmeier

So ist es. Kommt in unsere StudiVZ-Gruppe die Internet-Typen. Und Typ hin natürlich.

52:22 Torsten Beeck

Ich war nie auf Studie Vz übrigens, weil du zu jung warst Nee, weil ich glaube ich, ich habe zu dem Zeitpunkt nicht mehr so richtig studiert. Und also offiziell schon, also nicht weit, nicht meine Eltern sagen, aber es war nicht mehr so richtig relevant. Und irgendwie ist das so ein bisschen an mir vorbeigegangen und ich bin dann gleich irgendwie zu Facebook rübergehüpft. weil mir auf meinem zehnten Abbitreffen eine ehemalige Klassenkameradin so eine Art Visitenkarte in die Hand drückte und sagte, am besten addest du mich bei Facebook. Und ich kannte natürlich Facebook auch schon vorher, aber nur so theoretisch. Und sie war so der erste Mensch, Friederike, herzliche Grüße. Die war der erste Mensch, wo ich dachte, okay, es könnte vielleicht doch ganz nützlich sein, da mal Mitglied zu werden. Weil offensichtlich das eine Möglichkeit ist, sich mit Menschen im Ausland zu vernetzen. Die lebt er nämlich nicht mehr in Deutschland. Und ich glaube, das war 2006, 2007. Ich weiß es nicht mehr ganz genau. Aber so irgendwie jetzt ist es irgendwann so dann und dann habe ich gedacht, okay, dann lege ich mir doch da auch mal einen Account an Und ich habe diesen ganzen Studie-VZ-Kram komplett übersprungen.

53:45 Gavin Karlmeier

Vielleicht ganz gut so. Thorsten, wir sind am Ende für heute. Vielen lieben Dank, dass du dir die Stunde Zeit genommen hast. Vielen lieben Dank allen, die bis hierhin zugehört haben, dass ihr euch die Stunde Zeit genommen habt.

53:56 Torsten Beeck

Ja, ich danke auch. Es war ein guter Einstieg nach dem Urlaub wieder in die Arbeit. Morgen früh geht es bei mir so richtig weiter. Heute war es noch relativ günglich.

54:06 Gavin Karlmeier

Also heute früh, weil wir haben ja Montag, wenn man das hört.

54:09 Torsten Beeck

Naja, stimmt, wir haben Montag. Also heute früh bin ich gut in den Tag gestartet, um dann Montag so richtig ranzuklotzen. So. Entschuldigung. Kommt nicht wieder vor.

54:20 Gavin Karlmeier

Die nächste Folge Haken dran ist spannend, weil wir haben einen besonderen Gast. Ein Gast, auf den wir schon länger warten, und zwar kommt Chonjo Jun, Haus- und Hofanwalt von Haken dran. Das heißt, ich würde euch alle bitten, wenn ihr Fragen an ihn habt. mir die doch mitzuteilen und zwar entweder im Hakendran-Discord unter hakendran. org oder in den Spotify- oder YouTube-Kommentaren unter dieser Folge hier oder Auf allen anderen Wegen fragt einfach Grog, über welche Netzwerke man mich erreicht. Und ich bin überall ansprechbar. Wir werden mit ihm auf jeden Fall über die ganzen Klagen sprechen, die gegen Ex laufen, über Vergleichszahlungen und auch über Dinge, die bis dahin so anfallen. Ich freue mich drauf. Vielen Dank, lieber Thorsten, dass du heute da warst. Ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder hier bist, was mit Sicherheit passieren wird.

55:01 Speaker 4

Und allen anderen einen guten Start in die Woche und bis Mittwoch. Bis denn.