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Folge 345 · 25. Oktober 2024 · 1:03 Std.

Zeitreise in eine Welt voller Twitter

mit Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Verwertungsgesellschaften einerseits, KI und Twitter auf der anderen Seite – ich mache eine kleine Zeitreise, in eine Welt, in der Twitter noch Karrierestartpunkt war – und nicht ihr Ende.

Und – na klar, wir reden auch über Metas Pläne, die Gesichtserkennung wieder rauszukramen – und Musks Ärger mit der Justiz.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT Hallo Max.

00:07 Gavin Karlmeier

Hi Gavin Ich stell dich kurz vor, du bist Max Mundhentke. Man kennt dich vielleicht auch. Henke ist richtig, ne? Ja. Nicht Henke, da ist kein D. Mundhenke. Und man kennt dich im Internet eigentlich als Tom Kraftwerk. Und wir beide kennen uns seit gefühlt 139. 000 Jahren aus dem Tüterversum. Und es ist mir eine große Freude, dass wir heute hier aufeinandertreffen. Ja, vielen Dank für die Einladung, Gavin. Du bist ja einer der Leute, die so das genauso wie ich gemacht haben, die einfach angefangen haben, die ganze Zeit Tweets zu schreiben, ein bisschen Irgendjemand einen Job gegeben hat, damit sie damit wegkommen.

00:43 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, so ähnlich. Ich glaube, bei Twitter aufgehört habe ich nicht wegen des Jobs tatsächlich, sondern Natürlich, weshalb alle bei Twitter aufgehört haben, irgendwann eigentlich, wegen Elon. Aber ja, ist richtig. Ich habe tatsächlich eine ganze Menge getwittert und zumindest dann irgendwann dadurch auch meine Jobs bekommen. Das stimmt. Hab Twitter viel zu verdanken, das kann ich definitiv sagen.

01:04 Gavin Karlmeier

Und heute machst du aber was ganz anderes. Heute schreibst du keine Tweets mehr, sondern du bist, wenn ich das richtig verstanden habe, hauptberuflich KI-Berater. Ist das so richtig?

01:15 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, das ist richtig. Wobei der Titel auch eher ausgedacht ist. Also, ich mache halt irgendwas mit KI und.

01:22 Gavin Karlmeier

Ganz kurz einzugrätschen. Alle Berufe von den Leuten, die hier zu Gast sind, sind ausgedachte Berufe. Wir waren noch nie eine Art, na gut, wir hatten meinen Anwalt und so, also wir hatten auch schon Leute, die echte Dinge gelernt haben. Aber der Großteil der Leute hat ausgedachte Berufe.

01:37 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Also ich war mal hauptberuflich Autor. Das ist kein ausgesuchter, ausgedachter Beruf, aber das hatte sich dann irgendwann erledigt und bin dann in die Berufe gegangen, die so fancy-Namen haben, also irgendwie ins Marketing und alles, was du mit solchen Wieder zu tun, du kennst es.

01:53 Gavin Karlmeier

Ja, solange der Consultant drin vorkommt, hast du was für ein Link da? Ja, ist richtig, genau. Du hast in Vorbereitung auf heute, hast du mir einen Link geschickt. Möchtest du mir erzählen, was es damit auf sich hat?

02:07 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, pass auf, wir sprechen ja schon seit längerem darüber, wie man Bots bauen kann für Podcasts. Also Podcastsverbotten finde ich ein saugeiles Projekt. Und bisher hat das noch nicht so richtig gut geklappt. Und so als kleine Entschädigung, dass ich noch keinen HKI-Podcast-Bot gebaut habe. Habe ich das einfach mal einen Hot-Tech-Generator für unsere Folge generiert? Das heißt, der weiß im Grunde, worüber wir sprechen, und du kannst ihn auch fragen, welche Themen werden eigentlich Behandelt und dann kann der dir Hot Takes dazu liefern. Ich habe ihn wirklich nicht getestet. Wir müssen mal gucken, wie das jetzt funktioniert.

02:38 Gavin Karlmeier

Aber du hast mir die Themen auch erst so zehn Minuten vorher geschickt und da kannst keine Qualität erwarten. Das heißt, ich stelle jetzt gleich ein Thema vor, dann fragen wir erst den Hottech-Generator, was er dazu sagt und dann können wir schauen, was wir eigentlich darüber denken.

02:52 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Oh Gott, ja, das können wir machen. Lass uns das ausprobieren.

02:56 Gavin Karlmeier

Wir müssen mit Elon Musk anfangen, ob wir wollen oder nicht. Es ist nicht mehr lange bis zur US-Wahl.

03:01 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ich habe schon ganz kurz, sorry, weil ich dich unterbreche. Ich habe schon gewitzt. Haken dran, der der Elon Musk-Podcast. Das war das Elon Musk-Update, finde ich. Aber es beherrscht ja alles. Es beherrscht ja wirklich gerade alles. Und ich finde es so schlimm, ey.

03:14 Gavin Karlmeier

Es ist im Moment, es ist vor allem der Wahlkampf-Podcast. Ja. Ich würde viel lieber mit euch und dir und so hier über so Sachen reden wie Es gibt jetzt einen neuen Filter bei Snapchat und so, aber wir können, wir können nicht aus unserer Haut. Wir müssen darüber sprechen, weil wir Bitte. Seit 345 Folgen heute über Elon Musk sprechen. Und je verrückter, je radikaler, je aggressiver, je gefährlicher dieser Mann wird, umso schärfer wird natürlich auch unser Blick auf ihn. Ähm, wir haben ja viel darüber gesprochen, dass in Swing States und vor allem vorneweg in Pennsylvania, einem extrem wichtigen Swing State für Donald Trump, es nun die Möglichkeit gibt, jeden Tag eine Million Dollar von Elon Musks. . America-Pack zu gewinnen, wenn man Menschen dazu empfiehlt, sich für eine Petition zu registrieren, was so ein bisschen ein verkürzter Weg oder eigentlich ein verlängerter Weg ist, zu Elon Musk bezahlt eine Million Leute jeden Tag an eine Person, die bereit erklärt, sich bereit erklärt, Donald Trump zu wählen. Das alleine ist schon verrückt genug, ehrlicherweise, und auch Undemokratisch genug, jetzt ist es aber wohl so, dass dieser Hinweis darauf, dass Elon Musk, wir haben ja in der letzten Folge darüber gesprochen, dass die ähm, Ermittlungen wegen Wahlbetruges, nicht etwa Staatensache, sondern Bundessache sind in den USA. Das heißt, der Staat Pennsylvania könnte gar nichts machen, sondern müsste an den Bund, an an den, an den, an den, äh, an den, an die USA quasi verweisen. Und die USA führen da keine Untersuchungen durch 30 Tage vor der Wahl, um durch diese Untersuchung keine mögliche Wahlgefährdung zu riskieren. So, es ist aber wohl so, dass die Ankündigung Elon Musks jeden Tag eine Million Dollar an Leute zu verlosen, die Donald Trump wählen möchten, dass die. . . offenbar angezählt wurde vorab. Und zwar gibt es nämlich Hinweise darauf, dass das Justizministerium vorab das America-Pack gewarnt hat, dass. . Diese Aktion möglicherweise gegen das Wahlrecht verstoßen könnte. Das berichten CNN und NBC. Das Justizministerium äußert sich dazu selber nicht, aber es gibt gleichzeitig einen großen, wie sagt man, einen Aufruf, einen Aufruf von ehemaligen Staatsanwälten und Regierungsbeamten. der das Justizministerium aufgerufen haben, öffentlich laut Washington Post diese Aktion zu untersuchen und zu sagen, das kann so nicht rechten sein. Ist das Interessante natürlich, Elon Musk macht es trotzdem, obwohl das Justizministerium sagt: Vorsicht bitte. Und die Antwort darauf ist wahrscheinlich das, worüber wir auch letzte Folge schon so ein bisschen gesprochen haben. dass Elon Musk so sehr darauf spekuliert, zumindest nicht zuletzt mit dieser Aktion Donald Trump in den Präsidenten sitz zu heben, dass ihm alles egal ist, was passieren könnte, sollte Donald Trump ihn nicht begnadigen können. Für all die Rechtsverstöße, die er hier zuvor begangen hat. Was sagt dein Hot-Tech-Generator zu dieser Geschichte?

06:09 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ich glaube, relativ relativ simpel wir können aus. Probieren, aber vielleicht vorweg so, ich meine, das ist natürlich Quatsch. Also, erstmal finde ich es krass, dass man, dass die Lesart des Gesetzes dann ja irgendwie so ist: Du hast so 30 Tage vor der Wahl carte blanche und kannst du machen, was du willst, ohne belangt zu werden. Und wenn sich das im Nachhinein irgendwie als strafrechtlich relevant herausstellt, dass du dann einfach darauf hoffst, begnadigt zu werden, finde ich halt so eine absurde Geschichte eigentlich. Also was was da möglich ist oder halt auch nicht, wir werden es ja sehen, finde ich tatsächlich schon ziemlich krass. Ich kann mir vorstellen, dass der Hot Take-Bot genau sowas in die Richtung sagen wird. Habe ich das mal ausprobiert? Ich weiß nicht, ob du es parallel auch machst. Wir werden vermutlich verschiedene Antworten bekommen, weil sich KI in der Regel nicht reproduzieren lässt. Aber ich glaube, also wenn du so eine Million Mal fragen würdest, was ist dein Take dazu, würdest du das irgendwie übereinander legen können und dann würde was ähnliches rauskom Also er sagt so in aller Kürze Okay, Hot Take-Generator, Antwort Musk hat die Grenzen getestet, aber dieses Mal könnte er zu weit gegangen sein. Seine Spendenaktion bei der America Pack Millionen anregistrierte Wähler verteilen. verteilt hat, bei der ja American Pack Millionen verteilt hat, sieht nach einer offenen Manipulation aus, obwohl Musk sich als Freiheitskämpfer für Redefreiheit inszeniert. Könnte das Ganze nur als verdeckte Wahlbeeinflussung interpretiert werden. Ja, Hot Take. Ja, das ist ja hot. Also Common Sense. Common Sense-Generator ist das eigentlich, aber ja.

07:36 Gavin Karlmeier

Was ich ganz interessant finde, es gibt einen Rechtsprofessor, der heißt Rick Hazen. der lehrt an der University of California in L. A. und der sagt, es gibt einen Hinweis darauf, dass dieses Konstrukt, das Elon Musk sich da überlegt hat, nämlich dass du dich ja nicht wirklich zur Wahl registrierst und dann eine Million Dollar gewinnen kannst oder Save 100 Dollar bekommst, sondern dass du registrierter Wähler sein musst, um an dieser Petition oder an dieser Verlosung teilzunehmen, dass das der, wie sagt man, das Zünglein an der Waage sein könnte am Ende. An der Waage der Justizia, oho. Denn diese Einschränkung, dass du dich zur Wahl registrieren musst, das wäre wohl ein Hinweis darauf, dass die Gabe des Geldes ein Anreiz zur Wahlregistrierung sein könnte. Und das wäre tatsächlich illegalisier Egal. Wir schauen, wie das weitergeht. Ich habe das Gefühl, Elon Musk ist da auch noch nicht am Ende mit seinen Taschenspielertricks. Aber das sieht jetzt gerade alles ganz danach aus, dass wir möglicherweise ein Rechtsverfahren, ein großes Rechtsverfahren gegen Elon Musk erleben könnten, sollte Donald Trump nicht Präsident werden. Toi, toi, toi.

08:44 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Also ja, erstmal finde ich es ja grundsätzlich gut, Leute zum Wählengehen zu animieren und irgendwie Menschen zu mobilisieren, von ihrem demokratischen Wahlrechts Gebrauch zu machen. Ich glaube, das müssen wir ohnehin viel mehr machen. Aber unter den ganzen Vorzeichen und das Ganze dann auch monetär verknüpft, das ist so bitter. Also, es ist wirklich so schlimm, wie weit wir da gekommen sind.

09:06 Gavin Karlmeier

Das Problem ist ja so ein bisschen, das hatte, glaube ich, Dominik hier gesagt. Wenn der Bürgermeister der CSU in einem kleinen bayerischen Dorf die älteren Menschen quasi mit dem Bus einsammelt und zum Wahllokal fährt. dann ist das am Ende keine Motivation, wählen zu gehen, sondern ihn zu wählen. Das heißt, dass du in dem Moment, wo du so einen Interessenkonflikt haben könntest, also alle werden dir zustimmen, je mehr Leute wählen gehen, umso repräsentativer ist das Ergebnis. Also umso besser. Aber es ist natürlich ein Problem, wenn die Leute, die diese Anreize setzen, muss jetzt nicht eine Million Dollar sein, aber es reicht ja schon eine Bratwurst am Wahllokal zu verschenken. Wenn der Mensch, der die Bratwurst verschenkt, selber ein Interesse hat. Wie die Wahl ausgeht, dann funktioniert das Ganze halt gar nicht mehr.

09:51 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Und wie würdest du es sehen, wenn wir das umdrehen, wenn wir sagen, der Staat Also wir sagen mal, bei jeder Bundestagswahl gibt es irgendwie einen Fonds, keine Ahnung, der Staat hat durch Steuergelder finanziert, so eine Million werden verlost, so an alle, die sich an der Wahl beteiligen. Wie wäre das

10:09 Gavin Karlmeier

Ich finde, wenn das der Staat macht, ist das auch fast problematisch. Wenn das jetzt aber eine NGO machen würde, also sie steht vom Wahllokal und pickt Blindleute aus, denen sie eine Million in die Hand drückt, um Anreize zu schaffen, wen zu gehen. Es ist wahrscheinlich nicht ganz superdemokratisch, weil Teil der Demokratie ist eben auch das Recht zu haben, nicht wählen zu gehen. Und in dem Moment hast du eine Verzerrung. Aber da hätte ich ehrlicherweise ein bisschen weniger Bauchschmerzen mit, als wenn das Geld von Elon Musk kommt. Aus Cybertruck-Money und X-Money. Ne, das gibt es ja auch nicht X-Money, aber aus Money. Eine andere Geschichte ist die Klage zwischen X und Media Matters. Also, X hat Media Matters, einer NGO, die sich für Brand Safety einsetzt und damals darauf hingewiesen hat. dass die Anzeige von Werbeanzeigen neben antisemitischen Beiträgen möglicherweise ein Hinweis auf eine schlechte Markensicherheit sein könnte, dass diese Aussage, ob diese Aussage alleine schon eine Diffamierung von Ex ist Das war der Approach, den Musk und X gewählt haben, als sie Media Matters vor Gericht gezogen haben. Im Laufe dieses Prozesses sind so ein paar seltsame Dinge passiert. Also der Richter, der diesen Prozess durchführt, ist Reed O'Connor. Das ist der Richter, über den wir hier schon öfter gesprochen haben, weil der Anteile an Tester hält und damit möglicherweise befangen sein könnte. Es gab dann seitens Media Matters einen Antrag auf Austausch dieses Richters wegen Befangenheit. Der wurde abgelehnt. Und im Laufe des weiteren Verfahrens sah es ganz danach aus, als würde der Richter nun verlangen, dass Media Matters alle Spenderinformationen veröffentlichen müsste und damit auch XCorp in die Hand geben müsste. Das wäre ein ziemlicher Skandal gewesen, weil das am Ende den Prozess nicht wirklich weiter vorantreibt, aber möglicherweise Leute in Gefahr gebracht hätte. Das sieht auch des US Court of Appeals for the Fifth Circuit, ein Bundesgericht ist es. Und dieses Bundesgericht hat diese Anordnung nun blockiert und hat gesagt, da die Forderung der Excorp nach Offenlegung der Daten in keinem Verhältnis zu den Erfordernissen des Falles stehen, wird Media Matters in der Sache selbst. Erfolg haben und verhindert damit, dass Media Matters diese Spenderinformation nun veröffentlichen muss. Ja, also amerikanisches Rechtssystem, hm?

12:21 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Es ist so crazy, ist es wirklich. Also ich glaube, man hätte sich das ja alles irgendwie rechtzeitig. Man hätte sich das ja komplett früher schon sparen können. Ich meine, Twitter überhaupt Werbeanzeigen auf Twitter, wenn wir so ein bisschen hier Opa erzählt vom Krieg zurückgehen. Jeder, der irgendwie in den letzten zehn Jahren bei Twitter irgendwas beworben hat, als Performance Marketing Manager in weiß, dass Twitter vom Targeting immer Mist war. Also es hat ja nie richtig funktioniert und so Werbeeinnahmen, das war ja einfach so ein bisschen die Kopie von den Metakanälen, als es im Grunde noch nicht die Metakanäle waren. Sowas funktioniert ja immer ganz gut auf Plattformen, die viele Daten über dich Haben und klar, wenn du bei Facebook irgendwie, was weiß ich, Sportvereine giked hast, dann kriegst du halt Sportwerbung und so weiter. Und Twitter war ja von vornherein eigentlich eher darauf ausgelegt, dass du dich nicht mit Leuten vernetzt hast, die sag ich mal, die du kanntest, sondern mit Leuten, die du gerne, die du interessant fandest, die geile Geschichten erzählt haben, Insights gegeben haben. Das hat ja die Magie von Twitter damals so ausgemacht und Also Twitter hat ja nie Geld verdient. Also schon vor Mask nicht. Das war ja immer irgendwie so dieses schwarze Schaf der Social Media Familie, was irgendwie recht witzig war und auch irgendwie passte so zur Community. Aber ähm Genau, dass man irgendwie nie darüber hinaus gedacht hat, wie können wir sonst Geld verdienen mit Social Media? Also was für Möglichkeiten würden sich hier noch anbieten? Da verstehe ich auch nicht, warum dann Elon Musk, der sich als großer Innovator dann natürlich zeigt, hier nicht mal irgendwie von Werbeeinnahmen weg ist und andere Möglichkeiten gesehen hat. Die würde es definitiv geben.

13:53 Gavin Karlmeier

Von daher, glaube ich.

13:56 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, genau, genau, so Pay-Per-Viewer-Only-Fans-Modelle. Nee, gar nicht. Also wirklich, was ich mich damals schon gefragt habe, was so auf der Hand lag, weißt du, ich meine, wir kommen ja nun aus einer anderen Twitter-Zeit. So, du sagtest ja selbst, so man hat uns irgendwann Geld gegeben, damit wir aufhören zu twittern. Tatsächlich ist ja aus allen von damals irgendwie was geworden. Was soll er irgendwie sagen? Also Jeder, der damals irgendwie in dieser kleinen Twitter-Bubble war, so Anfang der zehner Jahre, hat heute irgendwie etweder was mit Medien zu tun, super erfolgreiche Autorinnen, ist ja super viel draus geworden und Leute, die ja die vor allem die Medienlandschaft in Deutschland extrem mitgeprägt haben so. Und weißt du, es gab damals diese Ja, diese Klagewelle, beziehungsweise eher diese ganze Datenschutzthematik, die dann groß wurde, als die vor allem die anderen Kanäle, Instagram und Facebook vor allem, so Tweets genommen haben und die dann im Grunde da, also Da wurden im Grunde Tweets kopiert. Das waren dann diese schönen quadratischen Bildchen, die Sharepics und so. Und da hat man erfolgreiche Tweets genommen, hat die dann gepostet und hat damit dann seine Seite beworben und Produkte verkauft. Und so weiter und so fort. Und da gab es natürlich einige Twitterer, die auf die Barrikaden gegangen sind. Ich gehörte da ja recht schnell dazu, weil von mir ja auch Tweets auf Tassen, T-Shirts, Wandtattoos, Speisekarten und so weiter gelandet sind und nie dafür Geld gesehen hast. Und ich glaube, wenn Twitter sich damals so ein bisschen mehr dafür eingesetzt hätte und gesagt hätte, ey, guck mal, was wir hier für Potenzial haben an JungautorInnen, naja. Ich habe ja auch meinen Buchvertrag damals über Twitter bekommen, einfach weil sich gewisse Literatenturen in dieser Zeit darauf gestürzt haben, geguckt haben, wen gibt es eigentlich so im Internet. Und da haben ja viele Leute einfach den Berufseinstieg in die Medien dann dadurch gekriegt. Und genau, wenn Twitter da, glaube ich, von vornherein gesagt hätte, Alter, wir helfen hier mal dem Potenzial auf die Spiele. Brünge, was wir hier auf der Plattform haben. Weil es scheint ja irgendwie zu funktionieren. Und wir unterstützen die und gucken, ob wir irgendwie was in die Richtung Urheberrechtsverwertung, Nutzungsrechtsverwertung, irgendwie sowas machen, vielleicht dann Ein Twitter-Verlag, keine Ahnung, you name it, das ist ja eigentlich das, was ich so von innovativen Big Tech-Konzernen erwarte. Da hätte man da, glaube ich, einen ganz anderen Weg einschlagen können. Und dann hätte man diese ganzen Probleme jetzt auch nicht die Untermasken natürlich nochmal deutlich härter geworden sind, weil er einfach ja, meine manche sagen, er ist ja ein strategisch strategisches Genie. Ich glaube, es wurde in der letzten Folge ja auch gesagt, dass der schon ganz klar abwägt, was er erzählt. Ich halte ihn einfach wirklich größtenteils für einen Impulskontrollgestörten, größenwahnsinnigen Ja, Innovationsdeep. Also genau, das ist irgendwie so. Also weißt du, was ich meine? Es gibt andere Möglichkeiten.

16:36 Gavin Karlmeier

Vor allem muss man da ja auch dazu sagen, dass du so Die meisten Innovationen, die man Elon Musk zuschreibt, an denen hat er nicht den gewichtigen Anteil, wie die Leute glauben. Also Tesla zum Beispiel. Elon Musk war nicht einmal Gründer von Tesla, haben wir schon ein paar Mal drüber gesprochen, sondern. Er hat das Unternehmen Tesla gesehen, hat da Potenzial drin erkannt und er hat das Unternehmen gekauft und hat gesagt, er würde gerne als Gründer mit eingetragen werden. . . Das war der Deal. Das macht ihn nicht wirklich zum Gründer von Tesla. Also er hat sicherlich viele richtige Entscheidungen getroffen, sonst wäre er nicht so. Da, wo er ist, aber viele dieser Entscheidungen waren eben nicht auf Grundlage der Abwägung, was ist das Beste für die Gesellschaft, sondern was ist das Beste für Elon Musk Genau.

17:12 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Und der ist halt radikal anwenderbezogen. Also, wenn du mal in einem Tesla gesessen hast oder so, gerade zum Vergleich, ich nutze hier in Berlin halt viel Carsharing und so und irgendwann darfst du da nochmal so die Teslas fahren und so. Einen meilenweiter Unterschied von der Software her. Wenn du dich irgendwie in einem VW, ist ganz schlimm, oder Audi oder BMW irgendwie versuchst, mit deinem Smartphone zu vernetzen, um Musik zu hören, ist eine Vollkatastrophe. Beim Tesla, keine Ahnung, ist es halt in Sekunden gemacht. Du hast halt diese Userzentrierung und vor allem halt im Grunde, was auch medial gut funktioniert, ne? Wenn du so an SpaceX denkst, dass er da irgendwie geile Videos produziert von Technologie, dass er gute Leute einstellt und natürlich auch das nötige Kleingeld hat, um das zu machen. Ich glaube, das muss man ihm schon lassen, aber ja, wirkliche Weitsicht sehe ich irgendwie nicht. Nein, ich bin nicht mehr. Zum Beispiel bin ich kein Fan.

18:01 Gavin Karlmeier

Ich finde die Idee, aber die du sagst, so Rechteverwertung über Twitter damals, das wäre natürlich genau das Ding gewesen. Wir haben ja letzte Woche oder letzte Folge am Wann erscheinen wir immer? Mittwoch? Wow. In der Folge am Mittwoch haben wir ja auch darüber gesprochen, dass. dass wir genau in dem gleichen Punkt stehen. Früher war es irgendwie genau die Frage, was kann ich eigentlich tun, wenn irgendein Verlag, das sonst so Mediennews im Internet veröffentlicht, jetzt ein Buchdruckt, in dem irgendwie 2000 Tweets drinstehen. in dem die ganze Bubble damals drin stand und dann auch Sturm gelaufen ist in diesem Buch. Oder im Postkarten, diese Postkartengeschichte, die ganze Twittersphäre von früher wird sich an diese Postkartengeschichte erinnern.

18:44 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Die ich vor Gericht gebracht habe, ne? Weißt du, weißt du das eigentlich?

18:47 Gavin Karlmeier

Aber die wahrscheinlich gescheitert dann auch, oder?

18:49 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, was heißt gescheitert? Ich sag mal Teilerfolg. Also nein, also der Hintergrund war der. Guck mal, ich habe Es ist ja tatsächlich jetzt zehnjähriges Jubiläum, muss man sagen. Ich glaube, am Samstag, Samstag, nachdem diese Folge rauskommt, habe ich. Also morgen morgen vor zehn Jahren habe ich einen Tweet geschrieben, der im Grunde mein Leben verändert hat. Also muss man wirklich sagen. Schon eine Weile bei Twitter. Ich war da irgendwie schon so ein, zwei Jahre da, habe am Anfang natürlich alles erstmal nur so gelesen und geguckt, was passiert hier so, du kennst das. Und dann habe ich irgendwann eines Nachts, ich habe jetzt nochmal geguckt tatsächlich. Es war irgendwie kurz nach Mitternacht. Irgendwie geschrieben, wann genau ist aus Sex, Drugs und Rock'n'Roll, eigentlich Lactoseintoleranz, Veganismus und Helene Fischer geworden. Das ist ein Tweet, den ich so wahrscheinlich heute auch nicht mehr bringen würde, aber der hat den Zeitgeist getroffen, das Ding hat funktioniert. Ich war danach im Grunde über Nacht. bekannt, bin irgendwie morgens aufgewacht und hab so das erste Mal diese magische 99 Plus an Mitteilung gehabt und so, die es da was da gab. Und ja, das war extrem spannend, was danach natürlich alles passierte. Also viele Medien, die angefragt haben, dann gab es auch irgendwie, der Buchvertrag ist im Grunde auch daraus entstanden, dann hat mich irgendwann Jannis Janis angeschrieben, der ja auch hier regelmäßig ist und hat gesagt: Hier, guck mal, ich habe hier gerade so ein kleines Innovationsprojekt, pro-Projekt mit einem ZDF. Bis man nach Mainz kommen und dann war ich mal so ein paar Wochen in Mainz beim jungen Angebot von A, D und ZDF. Supersperriger Name, und ich kann mich noch daran erinnern, dass so eines Tages, ja genau, eines Tages kam dann so lauter JournalistInnen rein. Und dann hieß es mit einmal, ja, wir heißen ab heute Funk. Ja, okay, gut, von mir aus so. Und das war super aufregend und krass. Da waren ja Leute, mit denen ich da gesessen habe, das waren so 17-jährige YouTube-Millionäre irgendwie. Das war wirklich so die Die Creme de la Creme des Internets und mit einem war ich so im Grunde wegen dieses Streets oder vielleicht auch wegen dem, was danach so kam, natürlich dann irgendwie Teil davon. Auch nur so ein paar Wochen. Ich glaube, drei Monate war ich dann da. Aber es war eine super spannende Erfahrung, die ja dann dafür gesorgt hat, dass mein Studium abgebrochen habe, gesagt habe, ich studiere lieber Medienwissenschaften, weil es so geil spannend ist. Und genau. Dieser Tweet wurde auf Postkarten gedruckt, da hat das Wintergarten-Varieté hier in Berlin mitgeworben für die Varietä-Schoff von Helene Fischer. Dann gab es Speisekarten, bis heute geistern da irgendwie noch Tassen und T-Shirts rum. Und ich hab Daniel irgendwie sagt, Leute, das kann doch nicht sein. Also zum einen ist ja die ganze Kreativökonomie darauf auch ausgelegt, dass halt Texter, Texterinnen bezahlt werden für ihre Ideen. Also normalerweise stellst du dir solche Leute an oder holst dir Freelancer, die das irgendwie für dich texten, damit dein Produkt im Grunde einen tollen Kalenderspruch bekommt oder so. Und ihr nehmt das einfach, ihr wisst eigentlich, woher es kommt so, und ihr nehmt es trotzdem und vertreibt es in euren Onlineshops. Und da habe ich abgemahnt. Also ihr habt dann einfach ohne Anwalt oder so auch einfach gesagt, nö, das passt nicht. Ich würfel jetzt meine Zahl, hier du zahlst bis bei 300 Euro für diese Werbung. Und das hat auch ganz gut funktioniert. Ich habe tatsächlich wieder mal Geld bekommen Also Leute dann irgendwie wahrscheinlich ein bisschen Schiss hatten, weil sie wussten, wo sie es her hatten und so.

21:43 Gavin Karlmeier

Es gibt ja auch Leute, die genau das gleiche mit Zeitungen machen, ne? Die einfach so Online-Medien und also vorneweg vor allem der Bild. wenn ihre Tweets in einem Artikel von denen, äh, also ohne Urheberangabe einfach verwendet wurden, was immer mal wieder passiert ist, dass sie einfach eine Rechnung geschickt haben. Und der wahrscheinlich im Verlag, der jemand saß und sich gedacht hat, zahle ich jetzt die 300 Euro oder zähl mir vor Gericht? Genau.

22:05 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Und genau, das hat halt bei mir ganz gut geklappt, solange bis dann tatsächlich so ein Verlag aus Norddeutschland, der Postkarten gedruckt hat, das war so auch das erste Produkt, ist ja auch super schnell. Umzusetzen und kannst du deutschlandweit irgendwie vertreiben und wie auch immer. Und dann gesagt hat, okay, ich ziehe mal vor Gericht und ich will das mal auskämpfen. Und dann habe ich irgendwie so natürlich als Student keine Kohle gedacht, fuck. Jetzt musst du halt irgendwie wirklich mal was machen und dich verteidigen. Und dann habe ich eine über Twitter natürlich, also eine junge Anwältin bekommen, die war so Medienrecht noch recht frisch und war motiviert und hat richtig Bock gehabt, irgendwie sowas dann auch pro Bono zu. Machen wir zu sehr vergünstigten Preisen. Und dann sind wir vor das LG Bielefeld gezogen. In diesem konkreten Fall war irgendwie knapp über 5000 Euro Schaden. Das sind halt Centbeträge, so Postkarten auch. Und genau das das Gericht hat dann erstmal irgendwie so eine Einschätzung gegeben, weil ich Prozesskostenhilfe beantragt habe. Wie gesagt, Studenten keine Kohle gehabt irgendwie damals und gesagt, okay, ich möchte jetzt Prozesskostenhilfe und In dem Fall kann so ein Gericht halt schon so eine Vorentscheidung, immer so eine Einschätzung und sagen, hat diese Klage Erfolg oder hat sie keinen Erfolg? Und in dem Fall haben sie gesagt, nee, hat keinen Erfolg, weil die geistige Schöpfungshöhe nicht erreicht ist. Und die musst du ja in Deutschland nach dem deutschen Urheberrecht immer feststellen lassen, bevor du dir etwas schützen lässt. In den Staaten ist es wieder was anderes, da hast du im Grunde erstmal das Copyright auf alles, was du produzierst, aber hier ist es eben anders und Dann bin ich mit dieser Anwältein ins Gespräch gegangen und sie sagte: Nein, wir müssen ans OLG Hamm, ist ganz klar, wir müssen irgendwie weiter nach oben. So und OLG Hamm hatte sie dann irgendwie so eine Anfrage gestellt und da hieß es gleich so Ey, Urheberrecht im Internet, keine Ahnung. Und unser Urheber, ob das deutsche Urheberrecht ist irgendwie, glaube ich, in den siebzigern das letzte Mal aktualisiert worden gefühlt Und gerade mit dieser Menge von Content, die im Internet ja unterwegs ist, sekündlich halt, die da entsteht, hat sich das natürlich komplett verändert. Man müsste eigentlich da mal eine Lösung für ein modernes Urheberrecht finden. Das OLG Hamm hat wohl dann schon so augenzwinkern gesagt, nicht bei uns geht ans geht vor dem Bundesgerichtshof. Nein, weil so das ist halt extrem teuer, vor allem wenn du verlierst, da habe ich gesagt, nee, wirklich nicht. Und da habe ich unter der Anwälte auch gesprochen, sie sagte, ey, du hast doch diese Reichweite. Nutzt die doch, um darüber aufzuklären. Geh doch halt irgendwie da mal online mit. Dann habe ich einen kleinen Blog veröffentlicht. Hab da halt auch, ich war ja nicht der einzige Betroffene von sowas. Da gab es ja viele unzählige auch. Als Kress irgendwann dieses Buch verlegen wollte, das ist das, wovon du gerade gesprochen hast, da hat das ja die gesamte Community im Grunde verhindert, was auch richtig geil war. Und das war halt so die Power von Twitter damals. Man hat ja Internet im Grunde noch mitgestaltet. Und weil das durchaus das ging durch die Medien auch mit diesem Gerichtsurteil und Jahre später haben mich auch noch irgendwelche Jurastudierende angerufen und wollten sich offenbar irgendwie einen Vorteil in einer Hausarbeit oder in einer Klausur, was weiß ich, irgendwie in so einer Prüfungsleistung verschaffen, weil die, hast du noch Unterlagen von damals? Also das Thema bewegt ja bis heute. Ist ja bis heute eine Riesenfrage und durch AI wird das natürlich nochmal ganz neu aufgerollt. Wer hat Rechte an was? Wie wird was verwertet und so weiter?

24:57 Gavin Karlmeier

Und das Ärgerliche war ja, dass durch diesen Prozess, durch dieses Urteil oder diesen Prozess im Gesamten viele Werbetreibenden ja ein Freilos gesehen haben, gesagt haben, hey, wir picken einfach von Twitter, was wir wollen. Es gab eine Geschichte. Da hat Join, der Streamingdienst, hat in Berlin am, ich glaube, am Warschauer Brücke ein ganz groß, eine ganze Hauswand mit einem Tweet zugehangen. auf der nur drauf stand, Join is Netflix für Leute, die noch Fernseh gucken. Haben aber dabei den Typen, der den Tweet geschrieben hat, Alois Hungry hieß er, geblurrt. Das heißt, du hast nicht mal gesehen, von wem diese Aussage kommt. Was geht in solchen Leuten vor, die beruflich kreativ arbeiten? Weil selbst wenn wir ja eigentlich eine rechtliche Klarheit haben, die sagt, hey, du kannst jetzt nicht schützen, es gibt diese Schöpfungshöhe nicht, es gibt keine Verwertungsgesellschaft, die sich dem annehmen möchte, die damit mal vor dem Bundesgerichtshof ziehen will und das mal prüfen lassen möchte. Wenn es das alles nicht gibt, dann muss doch wenigstens die Kreativindustrie eigentlich sagen, wir ziehen jetzt an einem Strang und zahlen dann auch mal für einen Tweet. Ein paar Euro. Das ist ja auch passiert, auch ohne dass man einfach so ins Leere eine Rechnung schicken muss. Also ich weiß nicht, ob du das auch erlebt hast, aber es gibt ja durchaus Geschichten von Menschen, die einen Tweet geschrieben haben und die dann von Leuten angeschrieben wurden: Hey, können wir das verwenden? Wir machen auch dies, wir machen jenes. Und ehrlicherweise haben die meisten UrheberInnen, die ich so wahrgenommen habe, da nie ein Problem mit gehabt bei Namensnennung oder vielleicht bei einer Summe, kleinen Summe oder was auch immer, je nachdem, was da jetzt der Anlass war. Aber dieses einfache Ausbeuten kreativer Energie, die im Internet liegt, nur weil sie irgendwelche Leute dorthin gelegt haben, das ist natürlich immer Schmutz gewesen, egal ob es jetzt rechtlich fein war oder nicht. Aber es gibt ja nun mal schon einen Unterschied zwischen legal und legitim. Also nur weil etwas legal ist, musst du es ja nicht machen.

26:44 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Also mir ist es so nie passiert, dass ich tatsächlich konkret einzelne Tweets verkauft habe, aber ich kenne das von den öffentlich-rechtlichen. Da gab es dann irgendwann diesen Trend, dass man gesagt hat, für gewisse Formate richten wir geschlossene Facebook-Gruppen ein. Also die waren so auf privat gestellt, vielleicht kennst du das auch, ich weiß es nicht, aber die haben die haben dann über Twitter Leute eingeladen, die halt irgendwie nach deren Meinung gut geschrieben haben und dann Warst du in so einer Gruppe mit so, keine Ahnung, 50 bis 100 Leuten oder so? Und morgens kamen drei, vier DPA-One-Liner rein oder News. Kamen so DPA-News rein, dann hieß es: Schreib das mal One-Liner. Und dann hast du in die Kommentare unter die jeweiligen Posts kom hast halt deine Gags geschrieben. Und am Ende wurde halt so der Beste oder die zwei Besten ausgewählt, die dann über deren Twitter-Kanäle oder deren Radio oder was weiß ich, gab es ja alles Mögliche einfach mal, ich glaube, auch so wirklich bekannte öffentlich-rechtliche Fragen. Formate, die da halt ja sich dadurch gespeist haben, gab es dann für die Leute so 50 Euro auf die Hand oder so. Auch so komplett absurd, eigentlich, finde ich, dass als der öffentlich-rechtliche, als die Öffentlich-Rechtlichen dann so auf diese ganzen Freelancer umgestellt hatten und niemand mehr da irgendwie fest beschäftigt war. Waren das so Methoden, die tatsächlich dann genommen wurden? Und da habe ich hin und wieder auch mal irgendwie so ein Tweet tatsächlich verkauft, aber insgesamt, sag ich mal, war Twitter da nie die große Einnahmequelle für solche Sachen.

28:00 Gavin Karlmeier

Ja, ja, voll. Und das Spannende ist aber, dass diese ganze Diskussion, und du sagst ja gerade, es ist zehn Jahre eigentlich her, in den letzten zehn Jahren passiert, dass wir eigentlich an einem ähnlichen Punkt stehen, nämlich wie gehen wir mit unserem Content um, wenn wir damit KI. wenn damit KI trainiert wird. Also es gibt ja jetzt die neuen Ex-AGBs, ähm, da haben wir letzte Folge drüber gesprochen, die sich nun einräumen, die Rechte an deinen Inhalten an Dritte zu verkaufen. Reddit hat genau das gemacht. Reddit hat den Content aller ihrer NutzerInnen. an Google verscherbelt für eine Einmalzahlung und Google konnte das dann nutzen, um Gemini zu trainieren und ihre KI-Modelle. Und damit ist es am Ende gar nicht mehr in der Hand der Kreierenden, was eigentlich mit dem Content passiert, sondern es wird jetzt einfach in irgendeinen großen Sack geschmissen, in dem ganz viele andere Contents drin liegen. Und dann gucken wir mal, was die KI daraus macht, mit dem großen Ziel am Ende, dass man uns eigentlich alle gar nicht mehr braucht als Content-Kreierende.

28:52 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Tja, ja, ich meine, die hatte in der letzten Woche, glaube ich, auch irgendwas über eine Verwertungsgesellschaft gesprochen, die VWKI. Das ist ja tatsächlich ein Ansatz, den man wählen kann, der aber so schwer zu realisieren sein wird. Ich glaube, damals, als diese ganze Twitter-Urheberrechtsdebatte losging hatte. Jan Böhmermann auch von der VG-Tweet gesprochen. Ich weiß ja auch noch und sagte so: Ey, eigentlich müsste man doch hier eine Möglichkeit finden, weil das sind ja alles erstmal junge, talentierte Leute, die man fördern kann und die man tatsächlich irgendwie dann, sag ich mal, auch ausbilden kann. Und die ersten, die das gemacht haben, muss man. Das muss man ja wirklich sagen bei aller Kritik, aber war Funk. Funk waren ja die, die tatsächlich auch noch mal Karrieren veröffentlicht haben. Ich habe immer gesagt, das will so ein bisschen das Viva des Internets sein, weil so Leute da echt ihre Karrieren auch genommen haben und nebenbei natürlich journalistische Standards beigebracht bekommen haben. Das darf man nicht sagen. Vergessen, also die wurden ja im Grunde aufgeklärt, wirklich mit Pressekodex und so. Weshalb da schon früh erkannt wurde von Jannis, liebe Grüße nochmal Oder ich weiß nicht, ob er das tatsächlich dann alles irgendwie so, gleich aber war ja von Afghan dabei, dass man früher erkannt hat, hey So, die Medienwelt verschiebt sich. Wir gehen von etablierten Medien hin zu einzelnen Personen, die enorme Reichweiten erzielen können. Es ist immer so der Standard-Entry bei so Vorträgen für Unternehmen, wenn du dann so zeigst, ja, ihr wollt alle irgendwie ins Handelsblatt und Co. aber guckt euch mal an, wie viele Reichweite Bibi's Beauty Palace hat oder so. Das ist so alle deutschen Tageszeitungen zusammen. Und mehr noch als das. Also wer sind so die Meinungsmacher der Zukunft und nach welchen Kriterien wählen wir die aus? Und ich glaube, da hätte man frühzeitig ansetzen können und hätte irgendwie auch so ein bisschen Ich glaube, als Plattform auch von profitieren können. Ich meine, wenn die wirklich gesagt hätten, ey, wir unterstützen euch dabei, wir finden irgendwie eine Regelung und wir bieten hier, was weiß ich, Twitter-Verlag an oder so, schreibt eure Bücher bei uns, wir nehmen die Prozente, verkauft eure Tweets, bietet das an. Das wäre nochmal eine ganz andere Möglichkeit gewesen, aber da hat, glaube ich, haben entweder Jack Dorsey und Elon Musk dann irgendwie gepennt, oder es gibt vielleicht andere Gründe, hinter denen ich nicht drin bin, das ist natürlich das hier so die kreative Abhandlung eines Riesenproblems, da es wahrscheinlich ganz viele Gesetze, die du beachten musst, aber.

30:54 Gavin Karlmeier

Vor allem gibt es halt wahnsinnig viele nationale Unterschiede. Also du hättest halt wirklich einen wahnsinnigen Apparat aufbauen müssen und dann ist die Frage, hätte sich das am Ende tatsächlich wirtschaftlich gerechnet? We don't know. Es gibt aber ein kleines Housekeeping-Genutz zu dem, was du gerade angesprochen hast, nämlich wie verwerten wir unsere Texte oder wer verwertet unsere Texte als Menschen, die beruflich Texte machen, gegenüber KI-Trainierungen. So sagt man, glaube ich, nicht. Und seit die VG wurde am 1. Juni einen Beschluss gefasst, der sagt, dass der Wahrnehmungsvertrag So geändert werden soll, dass die Rechte, die man von der VG Wort wahrnehmen lässt, denen die VG Wort vor einen wahrnimmt, whatever, dass die eben jetzt auch um eine KI-Lizenz erweitert wird. Man kann diesem Aspekt im Einzelnen widersprechen als Mitglied der VGWort. Vorgewort ist für alle, die da gar keinen Bezug zu haben, die Verwertungsgesellschaft, Wort und alle Menschen, die irgendwie, ob es gesprochenes Wort im Radio, geschriebenes Wort in der Zeitung oder abgefilmtes Wort im Fernsehen. ist, eben genau diese Rechte eben vertritt und am Ende ist es eine Art GEMA fürs gesprochene oder geschriebene Wort, wenn man so will. Es gibt noch keine Folge Podcast leider. Aber bevor wir jetzt in die rechte Verwertungswelt einsteigen, nur dieser eben kleine Hinweis, dass es eben da eine Veränderung bei der VG Wort gibt und sich so ein bisschen, man versucht, mit der Zeit weiterzuentwickeln, was notwendig ist.

32:16 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Aber es gab doch mal, gab es nicht mal von Google diesen Ansatz, dass Podcasts auch automatisch transkribiert werden sollen und dass irgendwie so die Revolution auch für SEO und Podcasts galt? Ich weiß nicht, was daraus geworden ist.

32:27 Gavin Karlmeier

Google tut das auf jeden Fall auch. Also du kannst sogar in der Apple Podcast Podcasts App auf dem Mac, Worte suchen, die dann in den Transkripten gefunden werden. Also es gibt die Möglichkeit, direkt Podcasts zu durchsuchen. Und du kannst auch im Transkript quasi mitlesen, während wir hier sprechen, könnten Leute jetzt gerade lesen, was wir hier so sagen.

32:47 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Das ist cool, eigentlich. Also ja, da könnte man ja theoretisch als VG Wort auch sagen, ey, wir gucken einfach mal und binden das an, aber naja. Ich glaube, es wird sich da eine ganze Menge noch verändern, wie wir überhaupt auch Content und Urheberschaft wie wir das sehen werden. Denn ich meine, ich bin jetzt seit so einem Jahr im KI-Game und bastel da viel mit rum ganz im Ernst, du kannst eigentlich alles irgendwie automatisieren. Ich habe mir mein Twitter-Archiv runtergeladen und ein Chatbot damit trainiert und das Ding könnte ich automatisiert, glaube ich, weiterlaufen lassen. Bedeutet. Du hast so in, sag ich mal, zumindest der Hälfte der Fälle, und das reicht ja erstmal, in der Hälfte der Fälle kannst du nicht unterscheiden, war das jetzt wirklich Tom Kraftwerk oder war das halt irgendeine KI.

33:29 Gavin Karlmeier

AI Hot So, den ist ja auch

33:31 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, genau, ja, und der Entwickler, mit dem hatte ich mal kurz gesprochen, weil ich das super spannend fand, das Projekt, wie der es gemacht hat und so. Der hat halt auch gesagt, es ist gar nicht so einfach, weil du natürlich da KI erklären musst, wie diese Struktur Strukturen funktionieren, wie Gags aufgebaut sind und so weiter. Und auch da gibt es ja immer noch Fehler. Also gibt es ja teilweise Tweets, die da automatisiert rausgehen, die gar keinen Sinn machen. Aber wie gesagt, du musst ja nicht die Hundertprozent-Lösung haben. Wenn du es automatisierst und keine Mühe damit hast, dann lässt du da halt irgendwie, keine Ahnung, eine Million Tweets produzieren. Und wenn davon zwei Oder 300 Fliegen, dann ist ja egal, hast ja die Aufmerksamkeit, von daher.

34:06 Gavin Karlmeier

Aber Joanna Matsiewska, das ist eine Autorin. Die hat den Satz gesagt, ich möchte, dass KI meine Wäsche und meine Spüle übernimmt, damit ich Zeit habe für Kunst und Schreiben. Ich möchte nicht, dass der KI Kunst und Schreiben übernimmt, damit ich Zeit habe für Wäsche und Spülen.

34:21 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, gucken, was die Tesla-Roboter da irgendwie in Zukunft können.

34:25 Gavin Karlmeier

Aber nein, ich bevor der in meine Wohnung kommt. Ja, genau. Naja, back to topic, diese Media Matters Klage auf jeden Fall Ihr erinnert euch, wir haben für 20 Minuten ungefähr darüber gesprochen. Diese Media Matters Klage, die läuft auf jeden Fall weiter, aber es sieht jetzt ganz danach aus, als würde das Bundesgericht in den USA des fünften Kreises was klingt wie ausher der Ringe, aber eben Court of Appeals for the Fifth Circuit. Die haben da jetzt einen Blick drauf und schauen sich ganz genau an, was dieser Reed O'Connor da macht, obwohl also Obwohl er eben nicht als befangen gilt. Und das finde ich erstmal eine ganz gute Entwicklung.

35:08 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, es bleibt spannend, aber es ändert sich ja nichts an der Absurdität dieses ganzen Vorhabens. Ich glaube, da brauchen wir auch kein Hot Take.

35:16 Gavin Karlmeier

Nein, ich glaube auch. Wir brauchen aber vielleicht ein Hotdeck zu unserer Meta-News. Wir müssen nämlich auch über Meta heute sprechen. Und da sind Dinge drin, da habe ich das Gefühl, da steckt Musik drin, wie man in Redaktionen so schön sagt. Und zwar ist es so, dass du bei Meta. Also ich fange mal so an. Am 2. 11. 2021, das ist jetzt schon ein bisschen was her, hat Meta etwas angekündigt. Und zwar, dass sie das. . zehn Jahre alte Modell der Gesichtserkennung, das sie zu dem Zeitpunkt schon benutzt haben. . Da gab es die Möglichkeit, wir erinnern uns vielleicht an früher, in Deutschland war das Feature nie so richtig ausgerollt, aber in den USA. Angenommen, wir sind auf einer Party und es gibt ein Foto von uns beiden, aber wir sind nicht bei Facebook befreundet, könnte es sein, dass mir vorgeschlagen wird, dass du möglicherweise Max bist. Dieses Feature. Ähm, hatte Facebook 2021 eingestellt, weil es eben eine Menge Datenschutzbedenken, eine Menge staatliche Untersuchungen gab, Sammelklagen, behördliche Schwierigkeiten. Also es gab extrem viele Dinge, die für Facebook dafür gesprochen haben, das Ding erstmal einzumotten. Jetzt ist es aber so, dass sie diese Gesichtserkennungstechnologie, die sie entweder seitdem in der Kiste haben oder sogar weiterentwickelt haben, dass sie die jetzt zu zweierlei Anlässen wieder aus der Mottenkiste rausholen. Anlass 1 ist, dass sie festgestellt haben, dass extrem viel Werbung mit Gesichtern von Hast du das auch gehört? Nein. Ach, ein Wecker klingelt hier. Ich muss kurz einen Wecker ausmachen. Ich muss ganz in den anderen Raum. Max, zieh du mal weiter, ich bin sofort da.

36:46 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, ich übernehme. Ja, Meta testet Gesichtserkennung zur Betrugsbekämpfung. Und worauf Gavin hinausweite, ist, dass es jetzt um sogenannte Celebrity-Frauds Geht oder Celebrity Bates auch, also im Grunde darum, dass Fake-Werbung mit Promis gemacht wird. So Günther Jauch, der dann irgendwie für neue Fonds wirbt oder für Krypto. Oder so ein Kram oder was weiß ich. Also solche Sachen sollen im Grunde jetzt durch diese Gesichtserkennung beseitigt werden oder leichter auffindbar gemacht werden. Die Frage ist natürlich, ob sich in den Gesetzen jetzt so viel verändert hat, dass man das mittlerweile alles machen kann bei Datenschutz. Einfach nichts mehr zählt oder ob man das vielleicht das ja auch ein bisschen vorschiebt, um zu sagen, ja, wir wollen im Grunde irgendwie dieses Tool. Das ist ja auch was Gutes für euch alle, also gebt uns alle eure Daten. Ich bin mir nicht sicher. Aber Gavin, wie ist dein Take? dazu.

37:34 Gavin Karlmeier

Also Sie sagen ja, dass Sie das nur für Prominente nutzen. Also Celebrity-Bait wollen Sie damit eben verhindern. Ich sehe diese Werbung ständig übrigens. Ja, ohne Ende Werbung von einem Joko Winterscheid, der irgendein tolles Finanzmodell entdeckt hat. Und das möchten Sie eben jetzt damit einschränken, dass Prominente, also Accounts, die als prominent gelten, bei denen, dass deren Bilder genutzt werden um zu überprüfen, ob deren Gesichter in Werbungen verwendet werden. Dafür benutzen Sie Facebook und Instagram-Profile öffentlicher Personen Wenn Sie aber dagegen Einspruch einlegen, das können Sie tun, werden diese Daten einfach gelöscht. Das stellt Facebook hier klar, wobei die Profilbilder natürlich nicht gelöscht werden, sondern nur die Trainingsdaten, die da drin liegen. Trust me, bro. Ja, genau. Aber ich bin ganz ehrlich, ich finde, dass nicht dumm. Ich finde das nicht verkehrt. Du brauchst irgendeine Methode, um gegen diesen Bate vorzugehen. Und wenn du sagst, wir wollen keine Gesichtserkennung aller Nutzerinnen und Nutzer. Warum dann nicht derjenigen, die grundsätzlich eh schon gefährdet sind? Ich frage mich so ein bisschen Muss man dafür die Profilbilder nehmen, könnte man sich beispielsweise einfach sich an eine der tausend großen Fotoagenturen anschließen und mit denen einen Deal machen und sagen Wir benutzen eure Bilder, also nehmen wir Getty Images zum Beispiel. eure Bilder zum Trainieren, um hier Betrug auf der Plattform einzuschränken. Auch da ist natürlich die Frage, sind die Rechte bei den Fotoagenturen mit den Fotografinnen soweit geklärt, als dass diese Rechte entsprechend weitergegeben werden können? Wahrscheinlich ist es mit Profilbildern einfacher, vor allem wenn es hier um Promis geht, die tatsächlich dadurch bedroht sind. Aber ich finde das grundsätzlich erstmal einen cleveren Einsatz für Gesichtsexen. und sehe da nicht so große Probleme wie damit, dass alle Leute sofort gescannt werden, unabhängig davon, ob sie es möchten oder nicht.

39:20 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, also ich Fernab von Datenschutzthemen und so, glaube ich, muss man das erstmal in einem größeren Spektrum betrachten. Es ist natürlich ein Problem, was gerade durch KI auch kommt, dass du jeden Menschen im Grunde Deepfaken kannst und sagen kannst, okay, das ist hier jetzt Weiß ich nicht, du kannst einfach nicht mehr unterscheiden, ob das Video oder das Bild gegebenenfalls echt ist oder nicht und ob das Joko mit irgendwie einer neuen Uhr ist und die bewirbt oder keine Ahnung, Thomas. Gottschalk, Finanzprodukte oder wie auch immer, du kannst halt alles im Grunde faken. Und das ist, es ist Betrug, na klar, aber du kannst, du musst halt ja irgendwie sicherstellen, dass das, was da passiert, dass das real ist. Und da, ich glaube, das größere Problem ist, dass wir einfach so eine Verifikationskrise haben. Wir können einfach gerade nicht mehr sagen, ist eine Botschaft, die wir online sehen, eigentlich wirklich real oder nicht. Ich glaube, wir als Menschen, die seit langem in den Medien sind, haben da noch einen Blick für und können das verstehen. Wenn ich jetzt meiner Oma zeigen würde, dass, keine Ahnung, an sie hintersehe irgendwie für ein ETF. oder Finanzprodukt wird, würde ich vermutlich sagen, ja geil, cool, dann investiere ich meine Agente oder so. Weiß ich jetzt nicht.

40:28 Gavin Karlmeier

Aber genau, das Risiko besteht ja. Also dieses Modell würde es ja nicht geben, wenn es nicht auch im Fälle gäbe, in denen Menschen darauf reingefallen sind.

40:35 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Genau, und ich glaube, da gibt es verschiedene Ansätze. Natürlich kann man irgendwie sagen, wir fact checken das jetzt alles. Ob da die technologische Umsetzbarkeit, die technische Umsetzbarkeit von Meta die richtige ist, würde ich erstmal zur Debatte stellen, in was ist mit irgendwie mit Karnevalsbildern oder so, wenn du dich als Promi verkleidest oder so, was passiert, wenn wenn es einfach gute Doppelgänger gibt oder so, ja. Oder wenn du halt auch aus weiß nicht humoristischen Gründen zur künstlerische Freiheit irgendwie Promis kopierst und irgendwas nachsprechen lässt, das sind alles erstmal Beschränkungen in der Informationsfreiheit. Würde ich erstmal so sehen. Und sagen, das ist ein Risiko. Klar, das Problem ist da und das muss bekämpft werden, aber eigentlich könnte Meta da doch endlich mal an die Werbetreibenden gehen. Also die Leute, die wirklich Werbung schalten, die wirklich solche Ads irgendwie überhaupt platzieren. und ganz gezielt mal gucken, was sind das eigentlich für Ads. Und das ist ja eigentlich etwas, was Meta nach dem Cambridge Analytica Skandal auch mit versprochen hat, wo es hieß, okay, wir gucken uns das schon mal an, aber Auch hier wieder wer im Performance Marketing unterwegs gewesen ist, vor Cambridge Analytica und danach, der hat keine wirklichen Unterschiede gemerkt, bis auf das so kleine Buttons unten anklicken kannst, von wegen du, äh, du diskriminierst niemanden und begehst keinen Betrug oder irgendwie so einen Kram, der dann eben Businessmanager von Meta immer ist, wo ich mir auch denke Witzig. Also Microtargeting hat sich ja, ist ja immer noch machbar.

41:57 Gavin Karlmeier

Wie bei der Einreise in die USA, wo du sagst, sind sie Terroristen?

42:00 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, genau so. Also ich glaube, da gäbe es andere Ansätze, wirklich Betrüger zu erkennen. Vor allem im Grunde die Ads, die hochgeladen werden, erstmal zu checken und da kann man mit Sicherheit auch mit KI arbeiten und erstmal gucken, was sind da hier die Risiken. Da muss man aber nicht im Grunde so eine groß angelegte Aktionen haben. Wir gucken erstmal, scannen eure Bilder, eure Gehirn. Gesichter laden die irgendwie eine Datei hoch, löschen die dann auf jeden Fall auch wieder und vergleichen erstmal alles. Das finde ich Quatsch.

42:30 Gavin Karlmeier

Ja, verstehe ich. Das Problem ist, glaube ich, tatsächlich, was Sie hier auch sagen, dass einfach extrem viele Unternehmen mit Gesichtern von Prominenten werben und es sehr, sehr schwierig geworden ist, Scam von Nicht-Scam zu unterscheiden. Wenn du jetzt als Prominenter, und wir reden ja hier nicht über 10 Millionen Menschen, sondern wahrscheinlich über einen relativ kleinen Teil an Leuten, die da tatsächlich bedroht sind, also es sind wahrscheinlich die prominentesten 30 Menschen pro Land oder 50 vielleicht. Wenn diese Menschen jetzt die Möglichkeit haben zu sagen, hey, scann doch mal bitte Werbeanzeigen auf meine Gesichter, um diese Werbeanzeigen dann von der Plattform zu nehmen. Davon profitieren sowohl die Prominenten, die dessen Bilder eh überall sind als Person des öffentlichen Lebens und denen es fast egal sein kann, ob Facebook damit ihre KI nutzt. behaupte ich jetzt mal, das profitiert Meta, weil die Werbesichbarheit deutlich gesteigert wird. Und am Ende Macht MetaHeher sogar etwas, das sie möglicherweise Geld kosten könnte, weil ich davon ausgehe, dass diese Scammer dafür auch bezahlen, dass diese Werbung angezeigt wird. Also, ich finde das erstmal in jeder Hinsicht keine ganz dumme Entwicklung.

43:34 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, du hast recht. Fair fair enough. Ich glaube, mit so den dreißig prominentesten Menschen deutschlandweit oder Nation war nationweit ist das wahrscheinlich Vielleicht eine gute erste Lösung, aber das Problem bleibt ja. Und du hast, du vermittelst damit ja auch sowas wie eine Sicherheit. Du sagst, okay, Meta hat das jetzt eingebracht Führt uns deshalb sicher, das heißt, wenn du das nächste Mal irgendwie Hansi hinter sehr siehst, wie er eine neue Schuhe bewirbt oder keine Ahnung, ein Immobilienfonds, dann weißt du ja, am Meter hat das ja gecheckt, das ja ist auf jeden Fall echt Und ich glaube, diese falsche Sicherheit, die ist einfach ein Problem.

44:09 Gavin Karlmeier

Auf der anderen Seite kann das kein Argument sein zu sagen, wir machen gar nichts.

44:12 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, das stimmt.

44:13 Gavin Karlmeier

Also es ist, ja, es ist, es bleibt ein Dilemma. Ich finde es eher tatsächlich hochskurril, dass du eigentlich gerade so viel, also Eigentlich, du hast es eben schon mal gesagt, aber eigentlich müsstest du Werbeanzeigen deutlich schärfer kontrollieren daraufhin, was dort zu sehen ist. Und zwar nicht nur auf Grundlage von trainierten Gesichtern, sondern auf allem, was ist eigentlich das Kommunikationsziel, was sollen die Leute machen, die diese Werbung sehen. Also mir passiert es regelmäßig, dass mir Werbung für illegale Waren angezeigt werden bei Instagram. Also dass ich möglicherweise, sagen wir mal als Beispiel, Falschgeld kaufen könnte. Bei einer während wegen einer Instagram-Werbung, die mich zu einem Telegram-Kanal führt. Das ist doch, also das lässt sich doch so einfach verhindern, indem du einfach sagst, wir streichen das Wort Blüten zum Beispiel, mal abgesehen davon, wenn du vielleicht ein biologisches Unternehmen bist. Also ich glaube, man kann irgendwie schon dem besser her werden, aber da muss auch die Bereitschaft für da sein. Und wir haben ja auch öfter erlebt, dass die Content-Moderation bei Werbeanzeigen oftmals deutlich fahrlässiger arbeitet als beim organischen Inhalt, weil die Werbeanzeigen eben die Inhalte sind, mit denen die Plattform Geld verdienen.

45:22 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Genau. Deshalb hat Meta auch kein Interesse daran, die in irgendeiner Art und Weise weiter zu beschränken. Es wird hier halt so gesagt, es ist auch viel günstiger, glaube ich, einfach irgendwie eine Datenbank. Mit 30 Gesichtern anzulegen, sag ich mal, und dann einfach mal zu gucken, okay, was passiert hier. Aber du, das Problem bleibt ja bestehen. Und ich meine, es sind ja nicht nur 30 Promis oder so. Ich weiß aus meiner Zeit in einer Unternehmensberatung, wo es dann auch Vermehrt um Krisenprävention mit Deepfakes und AI ging. So Sachen wie, also einfach ein Szenario, am Abend vor der Hauptversammlung erscheint irgendwie ein Tonschnipsel vom CFO. Und darin verkündet er irgendwie so, keine Ahnung, so ein bisschen leagem mäßig aufgenommen, so Mist, ja, morgen müssen wir irgendwie den AktionärInnen erzählen, dass wir irgendwie schlechte Quartalzahlen haben oder wie auch immer. So, dann, wenn das Ding die richtige Verbreitung findet und es als Wenn es echt wahrgenommen wird, dann hast du Milliarden im Zweifel an Börsenwert vernichtet, bevor du überhaupt darauf kommst, eine Richtigstellung zu bringen. Und das öffne Tür und Tor für Finanzbetrug, für alles Mögliche. Auch so AI-CO-Frauds sind immer beliebter. Du kannst ja mit, du brauchst ja keine russischen Hacker mehr in irgendwelchen Bunkern und Millionen. Du kannst ja in einer Bahn mit Tools wie 11 Labs und Co. Stimmenklon für wenige Dollar in wenigen Minuten. Da brauchst du 30, 45 Sekunden Schnipsel von irgendjemandem und dann kannst du machen. In Südkorea ist gerade das Riesenproblem, das ist so eine neues, eine neue Ja, Mobbing-Methode gibt es irgendwie vor zwei Wochen oder so gewesen, dass so Fake-Porn gemacht wird und zwar von Mitschülern, Mitschülerinnen. So was dann häufig auch wieder so Kinderpornografie natürlich mit beinhaltet und sonst was. Also so, das sind halt irgendwie Probleme, die AI mit sich bringt, vor allem AI. So Betrug hat es schon immer gegeben, aber wird einfach viel, viel leichter und viel, viel größer. Und ich glaube, da sollte man vor allem eben in, sag ich mal, die Behörden investieren. Die sollten sich erstmal im Klaren darüber sein, was da möglich ist und sollten dann eben gucken, dass zum einen die Strafverfolgung funktioniert und zum anderen natürlich Prävention. Und ich will eigentlich nicht dahin gehen, dass zu sagen, Okay, wir können nur noch im Internet partizipieren, wenn unsere kompletten biometrischen Daten irgendwo auf einem Server von Max Zuckerberg gespeichert sind, weil wir ansonsten Gefahr laufen, irgendwie die partizipieren Fakes von uns zu haben. Und ich glaube, das ist so ein Riesenproblem. Das müssen wir zivilgesellschaftlich eigentlich viel größer aufmachen und müssen wir viel mehr darüber reden, was wir damit eigentlich in Zukunft machen wollen.

47:42 Gavin Karlmeier

100% auf jeden Fall. Jetzt habe ich ja eben gesagt, Meta hat sich überlegt, diese Gesichtserkennungstechnologie für zwei Anlässe wieder aus der Mottenkiste. zu nehmen. Ich weiß gar nicht, ob ich es gesagt habe, ansonsten habe ich es jetzt gesagt. Es gibt noch einen zweiten Anlass und das ist für den Fall, dass du von deinem Facebook- oder Instagram-Konto ausgesperrt wirst, weil BetrügerInnen dein Konto übernommen haben. Also du kommst nicht mehr rein, weil zum Beispiel das Passwort geändert wurde, die E-Mail-Adresse geändert wurde, der Name auch geändert wurde. Und das Passwort oder das Konto sogar gesperrt wurde, auch das ist ja eine Möglichkeit. Facebook sagt, wir haben das Gefühl, hier sind betrügerische Aktivitäten, wir machen jetzt mal den Laden zu. Dann kannst du mit dem Upload eines Videos-Selfies, also machst ein kleines Video, in dem du was erzählst, hallo, ich bin Max und ich hätte gerne mein Konto zurück, ihr Schweine. Wenn du das sagst, würde ich es noch nicht sagen, aber dann würde mit Hilfe einer Gesichtserkennungstechnologie wahrscheinlich in der Gesichtserkennungstechnologie, überprüft werden, ob das Video, das du hochgeladen hast mit den Fotos, die auf dem Profil liegen, übereinstimmen oder auf dem Profil Lagen übereinstimmen. um dich wieder zurück auf dein Konto zu lassen. Also so eine Art biometrischer Rückweg ins eigene Profil

48:54 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, finde ich grundsätzlich erstmal gut, Accounts wiederherzustellen. Ich glaube aber auch hier Prävention. Mach dein Passwort halt nicht zu 1234 oder gib halt nicht überall das gleiche Passwort ein. Weißt du Es gibt mit Sicherheit gute Möglichkeiten, um Accounts wiederherzustellen und Identität zu bestätigen, aber auch hier weiß ich nicht, ob Meta da nicht einfach ein bisschen generell bessere Sicherheitsvorkehrungen treffen könnte, damit eben das nicht passiert.

49:23 Gavin Karlmeier

Hast du das schon mal passiert?

49:25 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Nee, tatsächlich nicht. Also auf Social Media nicht. Ich habe aber keinen Facebook-Account gerade. Tatsächlich, also wirklich seit so einem Jahr oder so, weil ich mich irgendwie ausgesperrt habe und nicht wieder reinkomme. Also ich hieß da die ganze Zeit Max Wayne über Jahre hinweg und weil ich einfach irgendwann auch über Twitter dann so ein paar Follower aufgebaut hatte, hat Meta wohl gedacht, gut, Das scheint schon sein echter Name zu sein. Und plötzlich war es dann so, dass ich halt gesperrt wurde. Dann musste ich meinen echten Namen nachweisen. Und wenn ich jetzt irgendwie mein Perso im Grunde fotografiere, ich habe es dann irgendwann gemacht tatsächlich. Und wenn ich mein Perso fotografiere und das Ding einschicke, sage ich mal, Dokument ist ungültig. Und jetzt komme ich halt nicht in meinen Facebook-Account und ist auch egal, ich bin eh nicht. Was will ich noch bei Facebook? Ja, super. Nächstes Mal dann

50:07 Gavin Karlmeier

Um zu diesen Technologien noch eine Sache hinzuzufügen, die werden in der EU oder im Vereinigten Königreich zunächst nicht kommen, aus rechtlichen Bedenken und Gründen. Also zum einen wissen wir, wie in der EU mit solchen biometrischen Tools umgegangen wird. Also der Datenschutz ist hier schon noch deutlich wichtiger als in vielen anderen Ländern uns, zumindest kulturell auf jeden Fall. Und dementsprechend ist Meta da offenbar erstmal sehr vorsichtig, bevor dieses Feature hier zueinander eingeführt wird. Und in Großbritannien wird schon mit der Aufsichtsbehörde diskutiert, um dieses Feature früher oder später auch dort testen zu können.

50:40 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ganz kurz, der Hot Take-Generator sagt das zu übrigens. Auf den ersten Blick wirkt die Idee, Promi-Betrugsmaschen durch Gesichtserkennung zu bekämpfen, smart, aber wir alle wissen, wie schnell solche Technologien aus der Kontrolle geraten können. Und dann später noch Meta steht bereits unter scharfer Kritik wegen seiner Datenpraktiken und nun wollen sie weltweit, also außerhalb EU und Großbritannien, noch mehr persönliche Daten scannen. Was als Betrugsprävention verkauft wird, könnte leicht in eine umfassende Überwachung umschlagen. Und da geht es dann natürlich auch darum, dass das in Regionen verfügbar ist, die weniger Datenschutzgesetze haben. Und gerade wenn, wir kommen ja gleich, glaube ich, noch ein bisschen zu Khashoggi und so. Wenn du halt überlegst, wie. Okay, gut, dann hört ihr in der nächsten Folge. Ja, aber wenn du halt irgendwie Personen dann suchst, ganz gezielt als Regierung, irgendwelche Kritiker, boah, ich bin mir da unsicher. Aber es ist halt so ein Trend oder so ein Weg, den Social Media generell ja einschlägt irgendwie. Es ist eine, ich finde, eine ganz schwierige Sache. Du weißt nicht, du hattest am Anfang ja auch gesagt, die Kreativindustrie, was die halt im Grunde draus macht. Und die Kreativindustrie ist ja wirklich zu einer Kreativindustrie geworden. Und wenn wir es ähnlich mit den Tagesthemen weitermachen, kann ich ja gerade noch kurz randen vielleicht. Weil wir, du sprichst ja auch ganz häufig, weil jedes Mal geht es ja auch um Updates, um Emotionen und äh Funktion innovativ. Genau, ja, ja, genau. Und da ist so eine meiner Emotionen der letzten Jahre ganz klar, dass wir so von diesem klassischen Social Media, das wir damals hatten, verlässt sich mit Freunden, probiere Sachen aus, sei kreativ im Internet und nutze diese neuen Kommunen. Kommunikationskanäle irgendwie, dass wir halt irgendwie dahingegangen sind, dass alle, also erstmal, dass so Online-Marketing komplett, weiß nicht, äh Kommerz geworden ist. So jeder weiß mittlerweile, was KPIs sind, wie man Reichweiten berechnet oder Interaktionsrate und so. Also Dinge, die früher eigentlich nur so marketingrelevant waren. Hat heute jede Vierzehn, jeder 14-Jährige, jede 14-Jährige drauf. Und zweitens ist es so, der Content, den du siehst, heute in sozialen Medien ist halt im Grunde komplett auf Algorithmen abgestimmt und nicht mehr auf Menschen. Und ich finde, das macht null Spaß. Also ich habe wirklich den Spaß an Social Media verloren. Twitter war eine ganze Weile noch eine Ausnahme, auch wenn es natürlich immer schwierig war, aber da hast du wenigstens noch so ein bisschen Kreativität gehabt. Das hat sich jetzt natürlich irgendwie auch erledigt, aber wenn du dir bei Threads, wenn du dir Threads anguckst, ich weiß, du bist Fan und ihr redet auch immer darüber, wie toll die Neuen funktioniert, aber es ist erstmal, finde ich, technisch Nichts Innovatives. Also ganz im Gegenteil ist es so Twitter ohne technische Möglichkeiten, finde ich. Du kriegst ja nicht mal eine Übersetzung irgendwie dahin, geschweige den DMs oder irgendwas, was so das Feeling von damals auch ansatzweise wiederherstellt. Und zweitens sind das ja alles aufgekaute Sachen. Entweder du hast wirklich Tweets von vor 100 Jahren. Ich habe neulich irgendwie einen Gag aus germanbash. org bei Threads gefunden, der auch durch die Decke ging. Kennst du noch German Bash?

53:27 Gavin Karlmeier

Ich habe auch seit 10, 15 Jahren nicht mehr dran gedacht.

53:30 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Also die Seite gibt es nicht mehr. Ich habe tatsächlich dann geguckt, weil ich dachte, hä, den Gag hast du doch damals schon gelesen. Ich hab. Das war übrigens so das Twitter für arme Leute, bevor es Twitter gab. Ich habe immer versucht, bei GWO irgendwie, wie wir es liebevoll genannt haben, versucht, mit irgendwelchen Gags reinzukommen. Du hattest dann immer so eine Schar von Armen. die das freischalten mussten und wenn die das lustig genug fanden wurdest du dann gelistet und wenn nicht dann nicht habe ich damals schon immer mit Kumpels auch versucht lange vor Twitter tatsächlich irgendwie Gags uns auszudenken die wir da Da reinplatzieren können oder im IRC einfach Gags zu provozieren, die dann da reinkommen und so. Also genau, lange her. Und jetzt werden die Dinge auch bei Threadstander irgendwie wiederverwertet und so und wird dann so als Neuerung verkauft oder Diese ganzen Engagement-Baiting-Sachen. Wofür ist dieses und jenes gedacht? So, kann mir irgendjemand erklären, was sagt, wie viel verdient ihr? So, was für Autos fahrt ihr? So, wie lange war eure längste Beziehung, wo du denkst, Digga, geh zu knuddelst? So? Das ist halt doch, das ist das ist doch einfach aber es ist überall so, auch auf Auf Insta, am schlimmsten ist LinkedIn tatsächlich. Da treibe mich ja jetzt gerade am meisten rum. Es tut richtig weh. Auf der anderen Seite ist da noch am meisten zu holen, weil der Content wirklich so mies ist. Weil, aber ja, weil die Leute wirklich denken, es kommt darauf an, dass du ein Selfie dazu postest, dass du halt irgendwie zwischen 8. 10 Uhr und 8. 17 Uhr. irgendwie dein Post absetzt, weil sie denken, sie hätten irgendwelche Statistiken, die Ihnen jetzt diese Superpower geben. Und LinkedIn ist ja auch dann voll mit Leuten. Also ich glaube 80 Prozent der Leute, die LinkedIn aktiv nutzen, sind LinkedIn-Berater, die dir erklären, wie du besser auf LinkedIn werden kannst. Aber ich finde geil, wie ich das nicht so gut bin.

54:58 Gavin Karlmeier

kompetitiv du Social Media benutzt. Und du sagst, da ist mir was zu holen. Ja, ist innovativ.

55:03 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Ja, also mit Innovation. Ich meine, ich habe Ich hab bei LinkedIn ja damals einen der ersten Posts seit langem irgendwie war der LinkedIn Business Cringe Generator, wo du einfach im Grunde zwei, drei Begriffe eingegeben hast und der hat dir so einen klassischen LinkedIn-Post generiert, wie zum Beispiel irgendwie so mein Mein Hamster ist gestorben, das sind die fünf Dinge, die ich über Business Development daraus gelernt habe. Und dann hat dieser Bot dir wirklich einen LinkedIn-Post vorgegeben. Das Ding ging halt auf LinkedIn viral. Und weil es einfach. komplett diesen diesen LinkedIn-Vibe kopiert hat, also total cringe, wirklich, so ein übertrieben schlecht und bis heute werde ich dann auch noch hin und wieder get Taggt unter echten LinkedIn-Beiträgen. So, hey, war dein Cringe-Generator hier am Burger? Aber weißt du, ich meine, damit kannst du die Leute noch schocken. Und das sind eben diese innovativen Sachen, womit ich Social Media eigentlich immer genutzt habe, was immer Spaß gemacht hat, was ich ja bei Twitter eigentlich schon immer gemacht habe. Aber das kannst du halt heute vergessen. Also es macht keinen Spaß mehr zu konsumieren, finde ich. Muss ich wirklich sagen. Also höchstens Instagram, weil du weißt, dass du die alten Kreativen von Twitter da regelmäßig halt noch irgendwie ihre Hottags bringen oder weil du halt irgendwie so ein paar Seiten hast, die spannende Berichterstattungen haben oder so, aber so alles andere, finde ich, ist so ein austauschbarer Einheitsbrei geworden und es tut mir in der Seele weh, dass die Leute Leute, jetzt irgendwie versuchen, irgendwie durch Handflächen, die sie offen zeigen im Video oder wirklich dieses, keine Ahnung, posten, wenn die Mars-Mond-Konstellation so und so ist, irgendwie den Algorithmus auszutricksen, so als ob, als ob man irgendwie Algorithmen austricksen könnte. Also, wenn dein, aber auch abgesehen davon, wenn dein Content scheiße ist, dann ist er auch scheiße, wenn du ein Safety dazu postest. Das hat doch gar keinen Einfluss. Nee, und das finde ich einfach super schade.

56:38 Gavin Karlmeier

Und deshalb, das wäre mein Rant an dieser Stelle, ja. Gut, nehmen wir nehmen wir zur Kenntnis. Ich könnte stundenlang über LinkedIn ranten, aber lieber nicht. Du hast aber gerade darüber gesprochen, dass das Internet früher so anders war, weil wir uns ausprobiert haben und es so viel Leichtigkeit gab und Social Media ein bisschen lockerer war, ein bisschen weniger durchkapitalisiert, durchindustrialisiert. Und genau aus dieser Zeit gibt's, also ich muss kurz eine noch eine andere kleine Zeitreise machen, und zwar in Folge 335, zehn Folgen her. Habe ich hier behauptet, Foursquare wäre tot. Da musste ich dann in der Folgefolge, musste ich sagen, okay, das stimmt gar nicht, Foursquare ist überhaupt nicht tot, was ein Quatsch. Tut mir leid, ich hab irgendwie bla. Naja, auf jeden Fall Dennis Crowley, Foursquare-Gründer, jetzt gepostet. Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich in den letzten Tagen wegen dieser Nachricht sehr traurig war. Aber die Foursquare City Guide App wird noch in diesem Jahr eingestellt und das Unternehmen wird sich auf Swarm konzentrieren. Ich erkläre gleich mal ganz kurz den Unterschied. Zwischen diesen beiden Punkten. Aber FoSquare wird ab dem 15. Dezember geschlossen und damit gibt es eben die Möglichkeit, nicht mehr die Städte darüber zu erkunden, Tipps für Restaurants zu finden. Also all diese Trip-Advisor Ähnlichen Dinge, die Foursquare eben angeboten hat, die wird es so nicht mehr geben. Wohl aber den einen Teil, den wir alle in Erinnerung haben, wenn wir an Foursquare denken, nämlich Swarm. Swarm ist eine App, die irgendwann aus Foursquare rausgegründet wurde. Und Swarm ist eigentlich genau das, was Fosker früher war. Du kannst dich in Orten einchecken, kannst dort Mayor werden, also Bürgermeister oder so. und konntest sozusagen dann anderen Leuten, mit denen du verbunden bist, zeigen, wo du gerade bist. Das war aber hier in einer Zeit, in der wir alle noch nicht so viel Internet hatten wie heute. Also man hat sich eben eingecheckt, es war kein Echtzeitstandort, wie das bei Snapchat zum Beispiel der Fall ist oder bei Was gibt's denn noch? Bei anderen Tools mit Echtzeitstandorten. Und genau, also Foursquare wird tatsächlich zum 15. Dezember schließen. Ich habe es ein bisschen gejinkst, ehrlicherweise. Ich habe es geahnt mit meiner Falschmeldung hier. Und Swarm wird aber weiterhin ein Ding werden, das Unternehmen wird sich darauf konzentrieren. Und Josh Williams, das ist noch interessant, kleiner Funfact am Rande, Josh Williams hat damals Go Walla gegründet. Go Walla war genau das gleiche wie Forsbeer, nur eben der Konkurrent, die beiden hatten die gleiche Idee. Und Josh Williams hat geschrieben, ich weiß, wir können viel darüber jammern, dass das Internet früher Spaß gemacht hat und dieses und jenes. Und da ist auch sicherlich was Wahres dran Unser Streben nach Effizienz hat uns einiges an Freude geraubt. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es erfolgreiche Produkte gibt, die Menschen im realen Leben miteinander verbinden, aber es ist ein harter Weg, den man gehen muss. Foursquare hat das Internet und unser digitales Leben zu einem besseren Ort gemacht. Sagt er Entwickler des Hauptkonkurrenten von Foursquare. Ja. Hast du Foursquare benutzt damals?

59:23 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Nö Aber ich weiß, dass du Bürgermeister warst. Du warst von irgendwas Bürgermeister, oder? Ich war von Messenorden Bürgermeister, ja. Ja, ja, geil. Nee, ich habe Voscore nie genutzt. Nee.

59:33 Gavin Karlmeier

Es ist ja auch ein bisschen aus der Zeit gefallen, muss man dazu sagen. Aber Swarm wird eben weiterhin bestehen bleiben. Und am Ende freue ich mich eigentlich, dass ich recht hatte mit meiner Falschmeldung. Das ist eigentlich, was bleibt. Du hast es predicted einfach.

59:45 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Weil welche Plattform geht als nächstes den Bach runter? Hast du ein Gefühl? Also ich würde eigentlich klar X sagen, aber X ist eigentlich schon ganz unten, jetzt schon der Bodensatz von Social Media. Ich glaube, dass TikTok ho große Möglichkeiten hat, ähm, Probleme zu bekommen, definitiv. Also rechtlich auf jeden Fall. auch so, ja, ich sag mal, das Ding fliegt natürlich. TikTok funktioniert einfach und du kannst extreme Reichweiten da erzielen. Ich hab meinen ersten Mein erstes TikTok-Video ja vor irgendwie drei Monaten oder so produziert. Also was heißt produziert? Es war einfach nur so eine Aneinanderreihung von Bildern. Also es war kein wirkliches Video mit so einem richtig hässlichen Song. unterlegt, auch wieder so eine KI-Geschichte, wo ich Wahlprogramme visualisiert habe. Und das hat so über Nacht eine Million Views erzielt, wo ich so dachte, what What the fuck? Also das sind auch so Reichweiten von denen, hat man bei Twitter damals natürlich geträumt. Da war es krass, wenn du mal, also wirklich, wenn du mal so 100 Likes auf irgendwie einen Post hattest und dann gab es noch so. So coole Bots, die so Pokale verteilt haben. . Wenn du dich da angemeldet hast, hast du für 100 Likes, Pfeffster, genau, hast du für 100 Likes irgendwie so einen Pokal runterbekommen und also richtig Das war richtig Gamification, das hat richtig Bock gemacht. Ja, genau. Ich glaube, TikTok kann tatsächlich noch rechtlich einige Probleme bekommen. Aber vorher schließt Clubhouse. Ja, das wäre schade für Peter Wittkamp, aber nein, ich weiß gar nicht, ob Peter Wittkamp noch bei Klapphaus ist, aber ich kann das nicht.

01:01:18 Gavin Karlmeier

Tine Wittler ist zweimal die Woche abends live auf Klapphaus und streamt da und redet dort. Ach krass.

01:01:23 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Mit Peter Wittkam sind das die beiden klapper aus Nutzer.

01:01:26 Gavin Karlmeier

Das kann ich nicht, weiß ich nicht.

01:01:28 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Peter Wittkam übrigens eine absolute Legende, einer der großen Vorbilder. Alles, was der irgendwie anfasst, wird zu Gold. Also, wenn wir irgendwann mal so eine Interview. Internetperson als Statue in Berlin huldigen, dann glaube ich, hat Peter Wittkamp große Möglichkeiten, diese Statue zu werden.

01:01:45 Gavin Karlmeier

Vielleicht machen wir irgendwann mal gemeinsam das große Twitter-Alumni-Treffen in irgendwo.

01:01:49 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Gott bewahre. Kannst du dich an Twitter-Treffen noch erinnern? Ja, ich war öfter auf Twitter-Treffen. Ja, ne? Das war auch so crazy. Das würdest du heute niemals machen. Ich hätte sofort Schiss abgestochen zu werden oder so. Naja, vor allem, also die Leute, mit denen ich mich heute.

01:02:03 Gavin Karlmeier

Heute im Internet wer beschäftigen muss, fühlen sich nicht mehr an wie Leute, mit denen ich mich gerne abends auf dem Bier treffen möchte. Korrekt, absolut. Das hat sich schon verändert. Na gut. Max, vielen Dank, dass du heute da warst. Es war ein schöner Ritt durch die letzten 100 Jahre Internet. Ich würde mich freuen, wenn du nochmal wiederkommen würdest. Und bis dahin überlegen wir uns irgendeinen anderen Anlass für. Für eine KI, für eine HKI.

01:02:26 Max Mundhenke aka Tom Kraftwerk

Genau, ich arbeite mal weiter dran und guck mal, was ich dir zaubern kann. Vielen Dank, es hat sehr viel Spaß gemacht, hier zu sein und so ein bisschen von damals zu erzählen. Und ja, macht das Internet bitte zu einem besseren Ort wieder. Geht wieder zurück zu. Zu Inhalten und Mat-Content für Menschen und nicht für Algorithmen, bitte. Das würde ich hier gerne nochmal loswerden.

01:02:44 Speaker 4

Mach das Internet zu einem besseren Ort. Danke dir, Max. Wir hören uns hier wieder am Montag mit dem Kollegen Dennis Horn. Und bis dahin, ein schönes Wochenende. Tschüss ciao