Was haben Bill Gates und Olaf Scholz gemeinsam? Genau, sie kritisieren Elon Musk. Also eigentlich ist Lorenz Meyer in einer Reihe mit Bill Gates zu nennen – auch, wenn er das ganz schrecklich fände. Und das ist, was wir an ihm lieben.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Lorenz. Hallo Kevin. Bei mir ist der Lorenzmeier. Journalist, Autor, Medienkritiker. Der ich würde sagen fleißigste Mitarbeiter vom Bildblock.
00:20 Lorenz Meyer
Ja, okay, das ist ein, naja, okay, da gibt es nicht sogar ganz so viele Mitarbeiter.
00:26 Gavin Karlmeier
Schön, dass du heute da bist. Wir haben uns hier gerade wirklich vor genau eine Minute zueinander geschaltet. Wir hatten nicht richtig ein Vorgespräch und du hast nur gesagt Da müssen wir mal ein paar Wochen nicht miteinander sprechen, schon explodiert die Welt. Das ist die Stimmung gerade, oder?
00:40 Lorenz Meyer
Ja, das ist absolut die Stimmung, genau. Aber zum Glück konzentrieren wir uns ja hier nur auf den. Social Media Aspekt, sonst hätten wir, glaube ich, Stunden zu reden. . .
00:49 Gavin Karlmeier
Ja, wobei ich das Gefühl habe, dass der Social Media Aspekt als solcher ja auch immer mehr zum Politikaspekt wird, wahrscheinlich immer schon gewesen ist, immer größer wird. Und mir auch immer mehr Leute sagen, warum ist das eigentlich noch ein Social Media Update? Ihr redet so viel über Politik. Ja gut, also was sollen wir machen? Ich kann nichts dafür, dass. Elon Musk sich ins Social Media Game erst eingehackt hat und dann ins Politik-Game eingehackt hat.
01:12 Lorenz Meyer
Ja, die Grenzen sind fließend und das wird uns noch viel stärker verfolgen. Weil die Auswirkungen der Politik auf unser tägliches Social Media Business werden ja immer größer werden.
01:24 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich hast du auch damit recht, ja. Und die Ratlosigkeit. Wir wollen aber jetzt nicht so frustrierend ins Wochenende starten. Ist ja hier, wir haben ja jetzt Freitag heute.
01:33 Lorenz Meyer
Happiness!
01:34 Gavin Karlmeier
Yay! Ich habe eine Eis-Hous-Keeping zum Start. Und zwar habe ich ja in der letzten Folge mit Dennis, haben wir ja versucht, die Themen als kleine Eiskarte aufzumalen. Und ich habe an der HM1 gesucht, das meine Kindheit maßgeblich geprägt hat, dessen Name mir aber nicht einführt und das auch ungoogelbar war, denn es ging um eine kleine Tüte. in der so kleine Extremitäten drin waren Füße und Hände und so und Defiant Nerd im Discord. Es gibt einen Haken drin, Discord, muss ich direkt einschieben. Bald ein drei hundert Leute sind da drin und da drin also das ist ohne Spaß meine Nachrichten könnte. dass sie die ganze Zeit nur das klingt so als würde ich nur werben wollen. Aber wenn irgendwas passiert in der Welt, und da geht es nicht nur um Social Media Themen, wir haben so Channels und alles so unterteilt und so Die sind alle so schnell und haben so tolle Einordnungen, die da in diesem Chat sind. Also ich kann das nur allen empfehlen. Kommt dahin, es kostet nichts, hakendran. org. Und das ist einfach, ist ein schöner Safe Space, wer keine Lust mehr hat, sich die ganze Zeit in Social Media zu tummeln, im klassischen Social Media. Ja, ich liebe die Hackys. Ich bin ja selber einer. Genau, ja. Power Haki. Power Haki Lorenz ist am Start. Und zwar, Defined Nerd hat gesagt, dass ICS Cool Bits hat auch ein Bild mitgeschickt. Und das ist es in der Tat. Cool Bits. Und da gab es kleine Füße zum Luther Nicht zu verwechseln mit Cheesy, dass so ein Eis in Fußform, das wie ein Käse aussah.
02:56 Lorenz Meyer
Es ist echt hart, heute hier reinzukommen, meine Güte, ja. Jetzt merke ich erst, dass die kam mir wie eine lange Pause vor und jetzt denke ich gerade, ach Mensch, das ging mir ganz gut.
03:08 Gavin Karlmeier
Stil drin, das Ice-Update. Aber musst mir kurz mitnehmen. Lorenz, möchtest du mit mir gemeinsam an Füßen lutschen? Lass uns, komm, wir gehen rein. Wir haben jetzt auch mehrere Leute geschrieben, zum Beispiel Malt hat mir geschrieben, dass wenn man sich neu auf Ex registriert dass der, du kriegst ja immer so fünf Accounts vorgeschlagen, den du folgen sollst. Und dass bei all diesen Leuten, die uns geschrieben haben, und das ist jetzt auch öfter schon in Social Media als Thema aufgepoppt Dass auf Platz eins dieser empfohlenen Accounts fast immer Alice Weidel auftaucht.
03:45 Lorenz Meyer
Ja, aber hast du dazu den Unsere Freunde Pip Klöckner gehört.
03:50 Gavin Karlmeier
Habe ich auch gehört. Die haben das versucht zu rekonstruieren im Doppelgänger Tech Talk-Podcast. Und da hat das live versucht, und da hat es nicht geklappt. Ähm, und ich habe aber eine, also mein Versuch der Erklärung ist, dass, also ich glaube nicht daran, dass Aliceweidel oder der Account von Aliceweidl brutal von X, auch wenn's ehrlicherweise dem Team zuzutrauen wäre, da so reingebastelt wurde, dass sie allen Leuten vorgeschlagen wird, sondern meine These ist die, dass durch den Space zwischen Elon Musk und Alice Weidel so viele neue Leute Alice Weidel gefolgt sind und sich auch vielleicht neue Leute angemeldet haben und Direkt gefolgt sind, dass der Algorithmus glaubt, dass Alice Weidel einfach ein extrem relevanter Account für die Plattform ist. Was stimmen kann, was allerdings dann auch nicht zwangsläufig für die Plattform spricht.
04:37 Lorenz Meyer
Nee, das stimmt wohl.
04:40 Gavin Karlmeier
Ja, ich dachte auch, wir müssen auch noch einen Live-Versuch machen und dann habe ich gehört, dass sie das schon gemacht haben. Naja.
04:46 Lorenz Meyer
Genau. Nein, das ersparen wir uns.
04:49 Gavin Karlmeier
Du hast wirklich so eine Frustration in der Stimme heute, Lorenz. Wer das auch hat, ist übrigens Olaf Scholz, der hat nämlich am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung gesagt, ich bin absolut nicht einverstanden mit Elon Musk und dem, was er tut. Das ist wirklich widerlich und das ist nicht gut für die demokratische Entwicklung in der ganzen Europäischen Union.
05:08 Lorenz Meyer
Ja, jetzt sage ich mal was dazu. Ich finde es immer gut, wenn man raufhaut, und auf Mast kann man immer raufhauen. Da braucht man gar keinen Grund haben. Also die Kritik an Musk ist berechtigt, finde ich, aber diese populistische Zuspitzung hilft ja nicht bei der Lösung des eigentlichen Problems und das ist diese zunehmende Privatisierung politischer Macht durch diese Tech-Mal-Milliardäre. Und ähm, also insofern finde ich es auch ein bisschen, das ist ein bisschen Ablenkung vom Systemversagen. Also diese emotionale Wortwahl Disgusting, also das ist schön, irgendwie, ja, das liest sich gut, irgendwie, aber es Personalisiert so ein strukturelles Problem. Also die Politik hat es einfach versäumt, Tech macht rechtzeitig zu regulieren. Und Ja, also man könnte so sagen, die etablierte Politik hat die Macht der Tech-Konzerne erst ermöglicht und statt dieser moralischen Empörung hätte ich eigentlich lieber eine grundsätzliche Debatte über die Regulierung über die Regulierung von den großen Tech-Konzernen gehabt. Aber das ist natürlich jetzt auch alles dem Timing und dem Wahlkampf geschuldet und jetzt ist es so vorbei.
06:20 Gavin Karlmeier
Auch richtig. Mir ging es aber wie dir. Ich finde auch, das sind natürlich makige Worte und das möchte man gerne hören, wenn man Olaf Scholz darauf anspricht. auf Elon Musk. Natürlich möchte man hören, dass er sich aufregt und Emotionen zeigt und so. Was daran nur so ärgerlich ist, im Gegensatz, also uns allen geht es ja so. Wir sind alle nicht einverstanden mit Elon Musk oder viele von uns. Wir viele haben das Gefühl, dass Dass alles nicht gut ist für eine demokratische Entwicklung in der Europäischen Union. Aber im Gegensatz zu Olaf Scholz können wir daran auch gar nicht so viel ändern Wir können uns laut aufregen, wir können zivilen Ungehorsam leisten, wir können Widerstand leisten, wir können unsere alles, was in unserer Macht steht, tun, wir können nicht die Angebote, die Elon Musk auf den Markt wirft, nutzen. Das können wir tun, das ist unsere Macht. Olaf Scholz dagegen hätte genau diese Regulierungen vorantreiben können, er hätte die Umsetzung der Regulierung vorantreiben können, er hätte nicht warten müssen, bis die Europäische Union etwas tut. Also Ich finde das natürlich, du hast recht. Es ist einfach dahergesagt, aber was noch cooler ist als reden, ist was machen.
07:22 Lorenz Meyer
Stimmt, absolut.
07:24 Gavin Karlmeier
Ja. Wer sich auch an Elon Musk übrigens jetzt stört, ist Bill Gates ausgerechnet. Da fängt man schon an zu schmunzeln.
07:32 Lorenz Meyer
Oh Gott.
07:33 Gavin Karlmeier
Ja, Bill Gates war ja auch mal der reichste Mensch der Welt. Aber Bill Gates hat auch in der Vergangenheit immer wieder sehr kluge, gute Dinge getan. Er hat zwar auch sich sehr beeindruckt von Donald Trump gezeigt, auch das gehört zur Wahrheit dazu. Aber er sagt, dass er sich nicht mit Musk vergleichen lassen möchte, weil er und Musk ultra unterschiedlich seien, Zitat. Und er sagt, es ist wirklich wahnsinnig, dass er die gesamte politische Situation in Ländern destabilisieren kann. In den USA sei es Ausländern eigentlich nicht erlaubt, Geld für politische Zwecke zu spenden und er empfiehlt anderen Ländern, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Also Bill Gates hat jetzt schon einen konstruktiveren Vorschlag gegen Elon Musk geleistet als Olaf Scholz in seinen Aussagen.
08:13 Lorenz Meyer
Aber auch da würde ich jetzt mal ein bisschen Wasser in den Wein schütten. Also Stichwort Machtdynamik, also diese Kritik an Massdestabilisierung, offenbart dieses dieses seltsame Selbstverständnis der amerikanischen Tech-Elite so als verantwortungsvolle Machthaber. Und seine Kritik, die zielt auf den Konkurrenten, aber nicht auf Beschränkung von Milliardärsmacht allgemein. Also mir fehlt da so ein bisschen die ideologische Komponente, die systemische Perspektive drauf. Weil beide, Musk und Gates, verkörpern verschiedene Modelle so einer plutokratischen Macht. Und Gates steht halt für diesen sanften Technokratiekapitalismus und Musk für den harten Tech-Populismus, sage ich mal. Aber beide, sage ich jetzt mal, zugespitzt, untergraben demokratische Prozesse. Und ähm Ja, also für mich zeigt sich das eigentlich nur, das ist so ein Machtkampf innerhalb der Tech-Elite halt auch, um die richtige Form der Einflussnahme auf demokratische Gesellschaften. Aber wir sollten uns halt fragen, ist das systemisch denn überhaupt gewünscht? Und da setze ich jetzt mal ein Fragezeichen ran.
09:35 Gavin Karlmeier
Florenz, das ist schön, dass du mal wieder da bist heute. Das sind genau die Emotionen, die ich hier brauche. Und also kommen auch immer wieder Leute zu mir und sagen, ach, das ist so, das muss so anstrengend sein, du zu sein im Moment. Und ja, das stimmt, das ist es natürlich. Weil wir uns hier immer so viel mit so düsteren Sachen auseinandersetzen. Und auf der anderen Seite denke ich mir, das ist aber auch wahnsinnig motivierend, immer wieder mit So vielen Menschen darüber zu sprechen, die einem das Gefühl haben, man ist nicht allein mit dieser Frustration. Also, vielleicht ist das die kleine Handreichung, die uns dabei hilft, damit klarzukommen mit der Nachrichtenlage der Zeit.
10:09 Lorenz Meyer
Ja. Ja, deswegen, für mich ist es die Anladung ja auch eine Therapiesitzung. Also, und deswegen zahle ich das auch gern, die Gebühr, die du hier jedem Gast abnimmst.
10:20 Gavin Karlmeier
Das wäre toll, so eine Schutzgebühr. Ja, ich bin, so machen wir das ab sofort. Gute Idee, Lorenz. Da werden sich die anderen Gäste drüber freuen, über diesen Vorschlag. Die Meiersche Gebühr hier.
10:33 Lorenz Meyer
Es gibt wieder Unruhe in der Verwahrung. WhatsApp-Gruppe der Haken-Dran-Gäste.
10:37 Gavin Karlmeier
Oh ja, ich habe gehört, naja. Tesla übrigens hat seine Zahlen vorgestellt und wir sind kein Wirtschaftspodcaste gehen jetzt nicht so super tief rein, aber der Gewinn im Weihnachtskortal ist um 71% gefallen, machen nur noch 2,3 Milliarden Gewinn. Und haben auch die Analystenerwartungen verfehlt. Man ging davon aus, dass man pro Dollar 76 Cent, ne doch, ja, pro Aktie 76 Cent Gewinn erzielt, man hat aber nur 73 Cent erzielt, also Dollar Cent. Also Tesla performt nicht so, wie Tesla performen müsste. Alle Autos haben es gerade schwierig. Wir reden auch immer wieder darauf, wie eigentlich in Deutschland die Autoindustrie eigentlich kämpft. Und so geht es Tesla eben auch. Tesla hat keine gute Zeit. Die Aktie hat nicht so, also es war jetzt nicht der große Aktiencrash bei Tesla. Dafür ist offenbar einfach die Nähe zur Regierung von Musk zu Trump einfach zu groß, als dass die ganzen Aktionäre aussteigen würden. Es gab zwar so ein bisschen einen kleinen Abfall, aber wahrscheinlich hat sich das, wenn diese Folge herauskommt, auch schon wieder erledigt.
11:47 Lorenz Meyer
Ja, interessant fände ich ja mal wieder so seine Kommunikation. Dieses klassische Muster der Tech-Kommunikation: schlechte Zahlen werden einfach mit riesigen Zukunftsversprechen überwitscht, irgendwie so Und dann auch dieses Autonomieversprechen, also diese historische Glaubwürdigkeitslücke, würde ich es jetzt mal nennen, die er da hat. Denn ich glaube, seit 2018 redet er vom Autonomieversprechen und was bis heute unerfüllt ist. Dennoch wird halt immer wieder dieses Muster wiederholt und und er hat dazu ja auch so einen semantischen Trick, irgendwie, dass er, dass er immer, er spricht ja vom Full Self-Driving und suggeriert damit so volle Autonomie. Aber tatsächlich ist es ja nur dieses Assistenzsystem mit Überwachung. Und dann diese Statements, ähm. Diese das ist halt auch Kapitalmarktkommunikation. Also die Zukunftsvision als bewusstes Instrument der Anlegerberuhigung, sage ich mal.
12:54 Gavin Karlmeier
Das ist es nämlich genau. Also er hat kurz nachdem diese schlechten Zahlen verkündet wurden, hat er direkt gesagt, aber dafür wird bald der Robotaxi-Service im Juni in Austin starten. Du kannst dann in Austin angeblich mit selbst Selbstfahrenden Taxen rumfahren. Was keine Tesla-Erfindung ist, weil wer in den letzten Jahren mal irgendwann in San Francisco war, hat gesehen, dass die da, also nicht von Tesla, aber wer sind sie, Waymo, schon die ganze Zeit durch die Gegend gurken, diese selbstfahrenden Taxen. Gleichzeitig eben diese Ankündigung, dass bald dieses Full-Self-Driving tatsächlich zu allen kommt. Auch das ist total skurril, weil dieses Full-Self-Driving teilweise für Autos schon versprochen wurde, die schon vor so vielen Jahren verkauft wurden, dass der Prozessor und das System, das darin verbaut wurde, also nicht der Motor, aber die Die Hardware für die Software sozusagen, der Computer, dass der nicht leistungsstark genug ist, dass man schon gesagt hat, ja, da müsste man jetzt wahrscheinlich mal einen Prozessor austauschen oder vielleicht direkt ein neues Auto. Das ist wahnsinnig ärgerlich. Und zeigt halt einmal mehr, Elon Musk verspricht einfach extrem viel. Ich finde diesen Begriff Kapitalmarktkommunikation, der trifft es da sehr gut.
13:57 Lorenz Meyer
Aber vielleicht kann man da ja Windows 3. 1 installieren und solidär spielen und drauf dann.
14:02 Gavin Karlmeier
Doom kann man da wahrscheinlich tatsächlich schon drauf spielen.
14:04 Lorenz Meyer
Ach ja, stimmt, ja.
14:06 Gavin Karlmeier
Kommen wir von Elon Musk zu Mark Zuckerberg. Zu dem hast du bestimmt auch viele Emotionen im Moment, oder?
14:12 Lorenz Meyer
Oh weia. Oh weia.
14:14 Gavin Karlmeier
Ich lasse das gelten als Emotion. Mark Zuckerberg prüft derzeit den Kauf einer Immobilie in Washington DC. Es heißt, um eine nähere Zusammenarbeit mit der Trump-Regierung möglich zu machen. Meta selber möchte dazu keine Stellung beziehen, hat sich nicht äußern wollen. Das Interessante ist aber die These, die im Discord jemand aufgestellt hat, dass Mark Zuckerberg wohl auch schon vor vielen Jahren schon mal geäußert hat, dass er sich vorstellen könnte, US-Präsident zu werden. Und das ist natürlich mit einem kleinen Häuschen in Washington DC, in der Hauptstadt der USA, deutlich einfacher, als wenn man irgendwo in seinem kleinen Sitz in Kalifornien hockt. Ja, also die Sache.
14:54 Lorenz Meyer
Also dieses dieses Invest, dieses Immobilieninvest, also das demonstriert ja, das ist ja so eine Verschmelzung von Technologie, Finanz und politischer Macht. und zu so einer neuen Form, so Digitalfeudalismus oder so, ne? Das ist so eine neue Form des Digitalfeudalismus, so eine obszöne Machtkonzentration, wo sich So die Tech-Milliardäre durch durch die schiere Finanzkraft den Zugang zur Macht erkaufen. Und das korrumpiert einfach sämtliche demokratischen Prozesse. statt halt der öffentlichen Debatten, die ja notwendig sind über KI-Regulierung, gibt es denn halt nur diese privaten Deals in irgendwelchen Luxusresidenzen? Ja, also das ist eine systemische Perversion, sag ich mal. Dieses angeblich so disruptive die angeblich so disruptive tech-Elite kung das letztendlich ganz konservativ in irgendwelchen Hinternzimmern auf. Also Also ich finde das einen demokratischen Kontrollverlust sondergleichen, grauenhaft.
16:10 Gavin Karlmeier
Ja, es ist halt der Weg des geringsten Widerstandes. Jahrelang haben die ganzen Silicon Valley Unternehmen so gearbeitet, wir machen erst mal, regulieren können sie uns später. Und jetzt, wo dann angefangen wird, irgendwo auf der Welt zu regulieren, oder zumindest das angekündigt wird, zu regulieren, In dem Moment sagen sie, nee, nee, so war das nicht gemeint, wir biedern uns jetzt hier dem ersten, dem erstbesten, im Zweifel sogar faschistisch agierenden Menschen an, der uns irgendwie verspricht, zumindest ein bisschen Sicherheit zu wehren. Und das ist das, so funktioniert es nicht, so funktioniert das Spiel ja nicht.
16:46 Lorenz Meyer
Ja, höchstens innerhalb der Kapitallogik, ne? Also innerhalb der Kapitallogik macht es natürlich Sinn, wenn ich da so einen irren eitlen V habe wie den dicken Trump Also nichts gegen dicke Menschen, er hat auch schon abgenommen, toller Typ. Aber wenn ich weiß, zu seiner Inauguration, dass mich da so ein Eintrittsticket irgendwie eine Million kostet und ich bin Zuckerberg, meine Güte, diese Million Da lache ich ja drüber, ne? Also die zahle ich ja gerne. Innerhalb der Kapitallogik ist das alles gut, aber das ist einfach eine vollkommen unanständige Digitalfeudalismus.
17:21 Gavin Karlmeier
Das Ist so, ja. Dass Zuckerberg und Trump sich ja nicht immer grün waren, haben wir auch schon darüber gesprochen. Trump hat ja eigentlich angekündigt, Zuckerberg sofort ins Gefängnis zu stellen. Ja, er wurde jemanden eingeknasten. Genau. Und zwar deswegen, weil ja Zuckerberg, also nicht Sackeberg selber, aber Meta Trumps Accounts gesperrt hatte auf den Meta-Plattformen nach dem Sturm aufs Kapitol im Januar 2021. Diese Kontosperre führte zu einer Gerichtsverhandlung bzw. zu einer Klage von Trump. Und da hat man sich jetzt außergerichtlich geeinigt, Meta und Trump, und zwar auf eine Zahlung von 25 Millionen US-Dollar. von Meta an Trump. So, da ich bei mir sind richtig viele Fragezeichen bei dieser Erklärung aufgegangen, aber wie geht's dir damit?
18:06 Lorenz Meyer
Ja, ich meine Wir haben da eine legitime Sperre wegen Gewalt aufrufen. Und daraus wird jetzt ein privater Deal zwischen Milliardären. Also für mich kommen da Worte auf wie Klassenjustiz. Also während normale Nutzer bei Regelverstößen einfach gesperrt bleiben. Wir haben ja noch nicht mal Anspruch, äh, Ansprechpartner, wenn irgendeiner bei uns bei Facebook rausfliegt. Es ist ja ganz schwierig, überhaupt einen Kontakt herzustellen. Ja, also während also die normalen Nutzer da vollkommen hängen, wenn sie irgendwie rausgekekelt werden, aus welchem Grund auch immer Er kaufen sich, er kauft sich halt diese Machtelite, er kauft sich einfach die Rückkehr. Also, das ist so eine kapitalistische Konfliktlösung mit einer ganz perversen Benohnungslogik.
18:56 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, also wir wissen ja, dass Trump zum Beispiel durch seinen Krypto-Meme-Coin, den er da kurz vor der Inauguration an den Start gebracht hat. offenbar ziemlich viel Geld gemacht hat. Also wie viel er davon selber bekommt, unklar, aber die Rede ist ja von ein paar Milliarden auf jeden Fall. Also Trump geht es finanziell inzwischen nicht mehr ganz so schlecht, wie das zwischenzeitlich mal der Fall war. Das heißt, warum diese 25 Millionen US-Dollar? Trump braucht sie vermutlich nicht. Meter tun sie jetzt auch nicht so weh. Als Symbolkraft ist der Betrag viel zu gering, weil sich eigentlich alle daran gewöhnt haben, dass irgendwelche dreistelligen Millionenbeträge aufgerufen werden. Also es ist mir völlig unklar, warum diese fünfundzwanzig Millionen US Westdoller als außergerichtliche Einigung hierher halten. Vor allem, wenn doch das Verhältnis zwischen Trump und Zuckerberg jetzt zumindest in so einer, naja, zwar in einer abhängigen Position, aber in so einer stabileren Position ist Dass man auch eigentlich hätte sagen können, komm, wir lassen das Ding jetzt einfach hier bleiben. Das ist ja aber auch nicht passiert. Also das zeigt, glaube ich, so ein bisschen, wie so das Team Trump agiert, so dass es trotzdem darum geht, irgendwie. einen symbolischen Sieg zu erzielen, es irgendwie am Ende allen gezeigt zu haben und es im Zweifel sogar den Leuten gezeigt zu haben, die mittlerweile im eigenen Team spielen. .
20:07 Lorenz Meyer
Ja, es ist natürlich auch, es ist, hat natürlich auch alles was mit Unterwerfung zu tun. Ja, genau. Und es ist so ein Symbolismus, ne, so ein Unterwerfungssymbolismus. Und den kann man nach außen hin, also da stimme ich dir schon zu, 25 Millionen sind weder für Zuckerberg noch für Trump jetzt Spielentscheiden. Aber nach außen hin, so zum kleinen Wähler, der denkt sich, um Gottes Willen, ja wow, was für eine hohe Strafe. Da hat aber Papa Trump dem kleinen Marc aber so richtig gegeben.
20:40 Gavin Karlmeier
Aber wenn das denn noch so ist, weil ich könnte mir auch vorstellen, dass, also ich weiß, die Leute verfolgen solche Dinge ja wahrscheinlich nicht. Aber die, die solche Meldungen hier verfolgen, die haben ja durchaus auch schon mal mitbekommen, dass Meta eben auch schon zur Strafzahlung deutlich höherer, mit deutlich höheren Beträgen irgendwie verfolgt. Pflichtet wurden. Also das fühlt sich jetzt für alle so an, nach so einer, ja gut, dann lassen wir es halt. Ich überweise dir hier kurz den Aufwand. Wie viele Tage Aufwand hattest du? Drei? Ja, dann hast du hier 25 Millionen, los geht's. So fühlt sich das irgendwie an.
21:09 Lorenz Meyer
Und letztendlich, vielleicht ist es auch wirklich so, dass wir also, ich glaube, der nimmt einfach trotzdem einfach jeden Dollar mit. Also er hat er war sich ja auch nicht zu schade, wenn du da hingefahren bist. Dann warst doch auch klar als Lobbyist, dass du in seinem Hotel absteigst und den dreifachen Übernachtungspreis zahlst. Und das sind ja auch denn nur irgendwie ein paar hundert Dollar gewesen oder ein Tausender oder so. Aber ich glaube, Trump nimmt das halt doch alles gerne mit.
21:37 Gavin Karlmeier
Das ja, das aber ich finde, das ist auch so ein Also in dieser außergerichtlichen Einigung steckt schon so ein kleines Psychogramm schon wieder drin. Gute wissen jetzt nicht, ob die Anwälte nicht auch irgendwie erfolgsabhängig bezahlt werden von Trump, könnte ich mir auch vorstellen, dass die ein Interesse daran haben, dass da noch irgendwie ein gewisser Millionenbetrag entsteht. Weil für eine Rechtsanwaltskanzlei, auch wenn sie für Donald Trump arbeiten, könnte ich mir vorstellen, sind selbst 10% 2,5 Millionen US-Dollar immer noch ganz schön viel Geld. Und das zeigt, finde ich, auch, wie sehr man selber die Relation zu solchen absurden Beträgen verliert. Also das habe ich eben auch bei der Meldung mit dem Haus von Zuckerberg gedacht. Ähm, da ist nämlich die Rede davon drin, dass ähm, wer war es noch gleich? David Sachs, der KI-Berater von Donald Trump, dass der sich in Washington DC eine zehn Millionen Dollar Residenz gekauft hat. Dachte ist ja gut, kaufst du halt für 10 Millionen Dollar ein Haus. Und da habe ich so darüber nachgedacht, ich könnte mir ja nicht mal für ein Zehntel davon ein Haus kaufen. Also, das sind ja alles so Beträge, die in das ist so, da ist ja gar kein, das ist ja abstrus. Wie wir die Relation zu Geld verlieren, weil wir über solche Leute hier sprechen.
22:46 Lorenz Meyer
Ja, ja, und für die interessierte Zielgruppe ist es natürlich ganz praktisch. Das ist ja wie eine wie eine offene Preisliste jetzt. Dass man so weiß, okay, ein Ticket zu einer Vete, die kostet eine Million. Hier so ein Deal, der kostet 25 Millionen. Also wenn ich jetzt Lobbyist wäre, würde ich mir halt so die Zahlen zusammensammeln. Und würde der mir denn sagen, als Uni-Lever-Lobbyist oder Coca-Cola-Lobbyist, der da gerade irgendwie das Giftmüll verklappen will in irgendeinem Fluss im Colorado River oder so. Dann würde ich mir sagen, ja okay, das kostet mich halt irgendwie zwischen dem Ticket und dem Zuckerberg irgendwo treffen wir uns in der Mitte 12 Millionen.
23:25 Gavin Karlmeier
Ja, so ein bisschen so wie wenn in Deutschland so Politiker, viel kleinere Beträge natürlich, ne, aber mit so Lobbyisten Abendessen gehen und für dieses Abendessen wie Jens Spahn damals irgendwie 9999 Euro exakt verlangen, damit er die Namen der Spender nicht Rausgeben muss.
23:41 Lorenz Meyer
Ja, sehr praktisch.
23:43 Gavin Karlmeier
Was übrigens diese ganze Trump, diese Rumgetrumpe der letzten Tage zur Folge hatte, wir haben darüber gesprochen, dass Google Maps ja den Golf von Mexiko jetzt in den USA als Golf of America anschaut. anzeigt, so auch nur in Amerika. Und wie Dennis sagte, in Mexiko heißt der Golf von Mexiko. In Deutschland heißt er nicht Golf von Deutschland, sondern auch Golf von Mexiko. Das war so ein Treppenwitz, bei dem ich dann beim morgens Duschen gehen nochmal dran denken muss und so ähnlich reinschmunzel. Also liebe Grüße an Dennis. Aber das hat dazu geführt, dass Google, die für das Team Google Maps hat wohl für Staaten und deren Regierungen so ein Bewertungssystem. Und in diesem Bewertungssystem sind die USA jetzt als heikles oder empfindliches, also Sentinel. Land eingestuft und damit auf derselben Ebene wie China, Russland, Israel, Saudi-Arabien oder der Irak.
24:33 Lorenz Meyer
Ja, das ist natürlich lustig, ne? Wenn du Wenn eine Demokratie und so nennt sich nennen sich die Vereinigten Staaten ja immer noch, obwohl sie es sicherlich nicht mehr sind, wenn die auf einmal so zu heiklen Staaten herabgestuft werden. Es ist schon traurig irgendwie. Und Naja, und Googles Rolle ist natürlich jetzt undankbar. Sie sind jetzt nicht der Willige, sie sind jetzt so der widerwillige Vollstrecker. Und und müssen sich jetzt halt so rausreden hinter den Regularien, dass sie ja irgendwelche Datenbanken auch nur anzapfen und dazu gezwungen sind. Sie haben also so ein Art Dilemma, so ein Tech-Dilemma. und und gleichzeitig werden jetzt unsere Landkarten kolonisiert und ein jahrhundertealter Name wird einfach per Erlass umgeschrieben von irgendeinem, der irgendwie in so einer Schnapsidee auf die Idee kommt. Und jetzt müssen auf einmal die digitalen Plattformen dem folgen. Das ist natürlich grotesk bis zum Abwinken.
25:34 Gavin Karlmeier
Ja, das kann man nicht anders sagen. Aber also Googles Rolle finde ich tatsächlich wahnsinnig interessant. Weil, also du siehst halt, du hast ja so eine Skala. Des Buckelens, würde ich mal sagen. Da hast du ganz oben mit Sicherheit Elon Musk und seine Unternehmen, die da dranhängen. Viel mehr geht nicht. Gleichzeitig hast du Mark Zuckerberg und Meta, die sich sehr doll bemühen, daran zu kommen, indem sie ihre ganzen Unternehmen von jetzt auf gleich her umkrempeln, opportunistisch bis zum Umfallen sind, alles geben, um irgendwie Trump zu gefallen und von der Liste der Staatsfeinde irgendwie runterzukommen. Dann hast du so Unternehmen. nehmen, wie weiß ich nicht, irgendwie Sam Altman, OpenAI, die so mitspielen, die so genau, oder Google eben auch, Alphabet, die so exakt den Betrag zahlen, den alle zahlen, diese eine Million Dollar in Inauguration. Oder Google, die dann die Inauguration auch bei YouTube streamen, aber erst das dann ankündigen, nachdem Amazon angekündigt hat, es bei Prime Video zu streamen. Also sie machen so genau das, was gerade so, was ich so, wie sagt man, was ich so. . Ziemt, sagt man das so? Ja, so. Ja. Also das, was sich gerade so gehört, um irgendwie noch so um noch so mitspielen zu können. Aber auch nicht mehr als das. Das ist zumindest im Fall Google nach meinem Ermessen gerade so der Fall. dass sie immer so zwei Schritte vor, einen Schritt zurück wird sie in dem Fall, okay, wir benennen den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um, weil das ist jetzt gerade hier die Ansage und das ist unsere Tradition und Google Maps handhabt das so. Gleichzeitig aber schicken wir das Signal an den Rest der Welt, Google, äh, Amerika, die USA sind für uns jetzt ein heikler Staat. Oder Apple, die zwar von den AktionärInnen den Antrag bekommen haben, auch die Diversity-Programme runterzufahren. Gleichzeitig aber die Empfehlung abgeben, nicht für diesen Antrag zu stimmen, um zu zeigen, wir wollen, wir machen so viel, wie man gerade macht. Und wenn die Aktionäre da einen Antrag stellen, dann wird er natürlich zur Abstimmung gestellt. Gleichzeitig aber sagen, wir als Unternehmen, wir stellen uns trotzdem liberal und weltoffen auf. Finde ich hochinteressant, vor allem die Frage, wie lange sie dieses Katz-und-Maus-Spiel, hätte ich fast gesagt, oder vielleicht auch Schmierentheater, je nach Sichtweise. Wie lange sie das beibehalten können. Weil auch da muss man dazu sagen, Unternehmen haben ja keine Moral.
27:49 Lorenz Meyer
Absolut. Und Unternehmen haben auch keine Haltung. Genau. werden sich und sie können sich es immer bequem machen und sich zurückziehen. Und das haben sie ja schon sehr oft getan, auf die geltene Ländergesetze ihnen sein, die Hände gebunden, Sie würden ja gerne, wenn sie könnten Aber also so ähnlich wie sich Zuckerberg ja auch am liebsten so zurückziehen will und sagen will, er ist eigentlich nur eine Telekom, er stellt eigentlich nur die Leitung und alles, was da so an Inhalten ist, meine Güte, das ist doch eigentlich gar nicht sein Business.
28:22 Gavin Karlmeier
Ja, genau so. Wie gehen wir damit um?
28:28 Lorenz Meyer
Ja Das ist schwer, da jetzt im Moment gerade sehr fröhlich und hoffnungsvoll in die Zukunft zu gucken.
28:35 Gavin Karlmeier
Ich habe ein bisschen besser als Hoffnung stiftet. Yes. Zum Beispiel Open Vibe, das ist eine App, über die haben wir ja schon ein paar Mal gesprochen, die verbindet Blue Sky, Mastodon, No-Star, Threads, also so die verschiedenen dezentralen Angebote und Threads. Alles in einer App. Und die hatten jetzt ein bisschen Geld eingesammelt und zwar 800. 000 Dollar an Investitionen von einem tschechischen Investorenverbund. Ich glaube, man nennt äh, man nennt sie Venture Capitalists. Aber auch Automatic, das ist das Unternehmen hinter WordPress und Tumblr, über die wir hier auch schon mal immer mal wieder so gesprochen haben, vor allem angeschnitten haben, weil Automatic und der Gründer von Automatic sich so massiv mit der Open Source Community angelegt hat, oder du erinnerst dich an die Geschichte, weil es eben so ein bisschen Streit gab damit, wie eigentlich das Verständnis von Open Source ist, wenn andere Unternehmen diese Dienstleistung eigentlich für für Geld anbieten wollen oder sie Gratis anbieten wollen oder was auch immer. Ich kann euch das sehr empfehlen, schaut mal in dieses Rabbit Hole hinein. Wenn wir mal eine Zeit haben, machen wir, oder hier, wenn wir hier mal so eine Episode außerhalb der Reihe machen, machen wir mal das Rabbit Hole ähm Matt Mulenweg, das ist nämlich der WordPress-Mitbegründer. Aber die haben eben auch mit investiert in Open Vibe. Das heißt, Open Vibe kriegt gerade ganz schön viel Geld zusammen für diese eigentlich Total naheliegende Idee zu versuchen, diese ganzen Netzwerke miteinander zu verbinden Hast du Emotionen oder nichts?
30:04 Lorenz Meyer
Ja, ja, also dieses, also ich sehe da schon, dass so das Investoreninteresse an dem offenen Social Web Das wächst, das ist erfreulich, aber es ist natürlich auch hier wieder primär getrieben von einer Profiterwartung und natürlich nicht-idealistischen Motiven. Und insofern ist ja zu befürchten, dass das Geschäftsmodell, das folgt ja dem klassischen Muster wieder. Also erst hauen wir eine kostenlose App zur Nutzergewinnung raus. Und dann kommt die Monetarisierung durch die Abos. Und jetzt ist halt die Frage, die Frage bleibt nach der langfristigen Unabhängigkeit davon. Und ich glaube, da sind wir jetzt alle so ein bisschen traumatisiert auch. Wir gehen da alle in diese ganzen Kostenlosmodelle rein. Und ja, und dann sind wir da drin gefangen. Und dann passiert halt irgendwas, was wir nicht kontrollieren können.
31:01 Gavin Karlmeier
Ja, ich verstehe dein Dilemma total. Das Problem ist nur Ich glaube, der Weg, so etwas groß zu machen, ich wünschte, es wäre anders, aber sowas groß zu machen, ist sehr schwierig ohne großes Geld. Und dass großes Geld nicht immer aus Community kommen kann, wenn du es richtig groß machen willst, das haben die letzten Jahre immer mal wieder gezeigt. Natürlich gibt es Dutzende Gegenbeispiele. Die Wikipedia beispielsweise ist ein Gegenbeispiel. Die machen einmal ein bisschen Werbung auf ihrer Seite, Jimmy Wells Einmal zwei Daumen hoch und dann spenden die Leute. Das passiert natürlich auch, es gibt solche Geschichten, aber mit einer völlig neuen Idee über Crowdfunding hier jetzt 800. 000 Dollar einzusammeln, halte ich für viel, viel, viel schwieriger, ehrlicherweise.
31:48 Lorenz Meyer
Ja, ich würde mir wünschen, dass diese ganzen Sachen, ja, das ist doch solche Basisdinge, finde ich, gehören gehören irgendwie, also das ist ja schon mal ganz gut mit Open Source und möglichst frei und so. Aber letztendlich gehört das alles nicht in irgendwelche Privatinvestorenhände. Dafür ist das zu heikel. Das ist so eine, ja, also ich bin der Meinung, digitale Infrastruktur und jetzt wird es natürlich unrealistisch, aber da müsste die EU, da muss ein Staat ran oder so. Also Wir sehen es ja bei den Mobilfunklizenzen. Die sind irgendwann verscheuert worden. Dann haben die gefeiert, wie die irren. Toll, wir haben irgendwie eine Handvoll Milliarden bekommen. Ja, und was ist die Investoren, die da drauf sitzen, auf den Lizenzen, wenn du jetzt telefonierst, wenn wir beide telefonieren per Handy, dann haben wir eine Verbindung wie von Helgoland nach Timbuktu, weil einfach nichts investiert wird? Und weil nur versucht wird, natürlich den Profit aus den paar Milliarden rauszuquetschen. Und das geht nicht. Digitale Gesundheitswesen, Wasser Energie, digitale Infrastruktur, das gehört in die Hände der Allgemeinheit und nicht in die Hände von irgendwelchen Milliardären. Und auch nicht in die Hände von Irrwelchen. Vielleicht meinen sie es jetzt noch gut, aber wir wissen überhaupt nicht. Da ist eine Marktdynamik. Es geht wieder, dann kommt. Threads vielleicht als als Trittbrettfahrer und nutzt das auch, haut vielleicht auch Geld rein, schon wieder wird man abhängig von Threads und von Mark Zuckerberg und Aber das sind alles so unerfreuliche Dynamiken. Also, ich wünschte mir, man bekäme das irgendwie. Also die EU zum Beispiel würde sich zusammensetzen und würde sagen. So, und wenn das jetzt eine Milliarde kostet, wir nehmen das jetzt in die Hand.
33:43 Gavin Karlmeier
Also du hast natürlich vollkommen recht, dass sowas nicht in die Hände von. Milliardären gehört, sondern idealerweise in die Hände der Leute. So wie dezentrale Netzwerke ja auch angelegt sind in ihrer Idee. Alle machen das selber. Ich finde das richtig und wichtig und gut. Ich würde das sogar ein bisschen trennen. Ich finde es legitim, wenn es eine App gibt, die dezentrale Infrastruktur nutzt und die ein bisschen was kostet. Und Investoren glauben, ein bisschen was kostet und Leute bezahlen, dafür reicht ihnen, um daraus einen Profit zu generieren. Finde ich das fein. So, ich glaube, so funktioniert die Welt einfach. Problematisch wird es dann, wenn eben der Profit vor den Erfolg dieser Plattform oder auch vor die tatsächliche Freiheit dieser Plattform gestellt wird. Wenn es Einschränkungen gibt, die dann entweder durch wirtschaftliche Interessen entstehen oder wenn die Plattformen anfangen, solche Dark Patterns zu benutzen, nicht mehr durchsichtige Algorithmen benutzen. deine personenbezogenen sensiblen Daten nutzen und ausschlachten, um Werbung zu verkaufen, dann wird es natürlich shady auf diesen Plattformen. Und dann bist du in diesem Entitification Circle, den haben wir hier irgendwann auch mal sehr genau auseinandergenommen. Aber was mich so als Störgefühl trotzdem begleitet bei dem, was du sagst, ist, klar, sehe ich das so wie du, andererseits Bei all den Sachen, die wir so in der Vergangenheit hier auf diesem, äh, diesem Netzwerk, so, diesen Netzwerken so erlebt haben, Ich weiß nicht, ob ich mich gut dabei fühlen würde, ein Netzwerk zu benutzen, das in Staatshand liegt. Also möchte ich stattdessen lieber das dem Staat, der jetzt, je nachdem, vielleicht diese Wahl noch nicht, aber vielleicht in vier Jahren, vielleicht in acht Jahren Wer weiß, ich will nicht zu düster werden und zu dystopisch, aber wenn wir hier auch eine Trumpisierung der Regierung erleben. dann möchte ich nicht, dass dieser Regierung meine Daten gehören. Und das finde ich, damit kriege ich auch ein schlechtes Gefühl. Weißt du, also ich glaube, meine Antwort wäre eigentlich, habe ich hier mit Bäckedahl, Markus Beckedahl schon mal drüber gesprochen. Wir haben zum Beispiel ein öffentlich-rechtliches System, weißt du? Wir alle finanzieren damit demokratiefördernde Strukturen. Im Moment sind es Medienangebote, aber Warum sind es nicht auch Social Media Plattformen? Warum gibt es nicht ein analoges System dazu, bei dem jeder 20 Cent in sowas reinschmeißt und dann gibt es eine unabhängige, bestehende Netzwerkstruktur.
36:09 Lorenz Meyer
Einverstanden, ja. Wäre ich dabei.
36:12 Gavin Karlmeier
Gut, hab ich dich.
36:13 Lorenz Meyer
Guck mal, sind wir schon mal schon mal 40 Cent im Monat. Genau, an die GEZ. Systemmedien. Internet-GEZ von Gavin Karlmeyer.
36:25 Gavin Karlmeier
So heißt die Folge heute die Internet-GEZ. Da kriege ich aber von allen Seiten Hauer. Das ist ja perfekt. So, und dann ab vor Apps. Es gibt noch eine App, die Relo heißt. R-E-E-L-O. Relo. Und Relo ist also anders als diese Apps, über die wir hier in der Vergangenheit gesprochen haben, wir hatten ja über ein paar Apps gesprochen, Skylight, Bluescreen, das sind alles so Apps. die quasi die Videos, die auf Blue Sky gepostet werden, als Videos wie auf TikTok anzeigen. Also du lädst ein Video auf BlueSky hoch und ich gucke mir in dieser App nur die Videos an. So, das macht Relo ein bisschen anders, denn Relo baut ein eigenes soziales Netzwerk auf dem AT-Protokoll auf. Also dem Protokoll, auf dem auch Blue Sky basiert. Das heißt, es gibt durchaus die Möglichkeit, denselben Leuten zu folgen oder auch eine Vernetzung herzustellen, aber man hängt sich nicht an die bestehenden Infrastrukturen von BlueSky. Sondern versucht hier eine eigene Schicht einzufehlen, die eben nicht auf der Blue Sky-Schicht drauf liegt. Das ist so ein bisschen die Idee des Entwicklers. Und ich finde, das ist doch mal ein guter Ansatz. Also Relo wird einen eigenen, für die Nerds unter euch, die Bock haben, sich mit der Bluesky-Infrastruktur auseinanderzusetzen. Relo wird einen eigenen PDS betreiben, ein Personal Data Server. kannst du aber auch weiterhin einen eigenen PDS benutzen, um damit Reload zu nutzen.
37:49 Lorenz Meyer
Ja, wollen wir mal hoffen, dass da nicht irgendwann auch wieder so ein Monetarisierungsdilemma entsteht und und Und um ja, und dass es bei dieser Dezentralisierung bleibt, irgendwie, ja. Toi, toi, toi. Es ist letztendlich dann wieder eine Frage des Geldes auch.
38:08 Gavin Karlmeier
Jetzt ist es aber auch dystopisch.
38:10 Lorenz Meyer
Und auch Einzelentwickler versus Plattformmacht. Ja, ich bin ein bisschen finster drauf, ne? Kann das sein?
38:17 Gavin Karlmeier
Ja, ein bisschen, ja. Dabei hast du so schön, also für die, die diese Folge hier bei YouTube sehen, du hast also so ein schönes Ferste-Outfit an.
38:24 Lorenz Meyer
Ja, ich habe ja hier die Ulf Poschert Gedächtnisjacke an. So eine Bomberjacke im 80er Stil.
38:31 Gavin Karlmeier
Aber grün in Grün- und Grün. Du bist halt der Tun.
38:33 Lorenz Meyer
Grünen, Grün, Grün. Ja, grün ist die Hoffnung.
38:36 Gavin Karlmeier
Da, siehst du. Lorenz, na bitte.
38:40 Lorenz Meyer
Ein bisschen rot könnte die Hoffnung auch sein, finde ich. Ja, na egal, wir wollen nicht politisch werden.
38:44 Gavin Karlmeier
Also was ich auf jeden Fall toll finde an dieser Relo-Idee Ob die jetzt sich durchsetzt oder nicht, steht da in den Sternen. Aber dieser ganze Nebel, der so aufgewirbelt, diesen Staub, der so aufgewirbelt wird, und zwar nicht neuerdings, sondern eigentlich schon seitdem Musk Twitter gekauft hat. Und diese ganzen Bewegungen, die gerade die ganze Zeit passieren, dieses sich, wir registrieren uns mal hier, wir probieren das aus. Dann haben wir unterschiedliche Netzwerke in unterschiedlichen Netzwerken. Also ich folge. unterschiedlichen Menschen auf Blue Sky, als auf Threads, als auf Mastodon und erlebe da so unterschiedliche Entwicklungen und auch Strömungen, Meinungsbilder und so. . . Das bringt geradezutage, wie viel Energie auch in solchen Communities steckt. Und wenn dann wie dieser Entwickler Jao David, der aus Brasilien kommt, der dies Rilo entwickelt, oder wer mir hier mit dem mit dem Kollegen gebaut, äh, gesprochen, Sebastian Vogelsang, der Skeets gebaut hat oder Flashes, diese Foto-App für Blue Sky. Wenn du solche Wenn du solche Energien freisetzt in der Community, das ist immer erstmal ein gutes Zeichen, weil das, wenn neue Dinge entstehen, können auch daraus neue Dinge entstehen. Und das ist eigentlich erstmal, finde ich, ganz gut. Also, ich will jetzt nicht sagen, nach der Sintflut sind auch wieder. Der Bäume gewachsen, aber so ein bisschen ist es gerade, fühlt es sich gerade so an.
39:59 Lorenz Meyer
Also, ich interpretiere es interpretiere das jetzt als Aufruf an die an die Haken dran-Gemeinde, eine Haki-App zu entwickeln.
40:09 Gavin Karlmeier
Und was soll die machen?
40:11 Lorenz Meyer
Ja, das muss noch ausgeknobelt werden.
40:14 Gavin Karlmeier
Das ist dann die Arbeit der Community
40:16 Lorenz Meyer
Ja, genau, ja, ja, genau. Aber du musst dann natürlich gefeiert werden immer. Dein Bild muss da scheinen.
40:22 Gavin Karlmeier
Bitte nicht. Bitte nicht. Es reicht doch, dass wir Exe haben. Da brauche ich nicht auch noch sowas. Ich nehme dich mit in unsere kleine Rubrik. Schneide ich ein, Lorenz.
40:36 Lorenz Meyer
Funktionen und Emotionen. Finde ich immer wieder toll, wie Dennis irgendwie Blasmusik beherrscht.
40:46 Gavin Karlmeier
Das war ich. Das ist meine Mundtrompete. Kompliment. Danke. Ich habe das in irgendeiner Folge hier eingesungen. Also, vielleicht kann ja irgendeiner der Hakis mal rausfinden, in welcher Folge das erste Mal dieses Jingle aufgetaucht ist. Da ist die Originalversion. Wir reichen das dann in der nächsten Folge hier nach. Was wollte ich sagen? Achso. Funktion und Emotionen, da waren wir. Und zwar fangen wir mit Apple an. Apple hat angekündigt mit dem nächsten iOS-Update. einen Support für Starlink Satellitennetzwerke anzubieten. Und zwar in Zusammenarbeit mit T-Mobile kannst du, also das iPhone bietet ja schon die Möglichkeit, an Orten, an denen du kein Netz hast, über direkte Satellitenverbindungen Nachrichten zu verschicken und zu telefonieren. Und das machen sie jetzt auch in Zusammenarbeit mit Starlink von Elon Musk. Das ist zwar keine neue Ankündigung, wie ich dann im Discord feststellen musste. Ich finde den Zeitpunkt trotzdem sehr bemerkenswert, dass es gerade jetzt so ausgerollt wird.
41:42 Lorenz Meyer
Das ist eine ganz problematische Machtkonzentration. Also Elon Musk kontrolliert zunehmend die digitale Infrastruktur. Also das schafft neue Abhängigkeiten auch von dieser privaten Weltrauminfrastruktur. Also wer Da wird einfach der Weltraum genommen, der uns eigentlich allen gehört. Also das kann auch nicht sein, finde ich. Also für mich ist das nur so eine weitere Privatisierung kritischer Kommunikationsinfrastruktur unter dem Deckmantel der ach so tollen Innovation. Ja, finde ich eigentlich sehr unschön.
42:24 Gavin Karlmeier
Also der Neoliberale würde dann. Wir müssen ja weg davon, weg von diesen ganzen Maskinfrastrukturen. Der Neoliberale würde natürlich darauf antworten: naja, wenn der Weltraum uns eingehört, dann kannst du ja auch Satelliten dorthin schießen.
42:40 Lorenz Meyer
Aber ich mache auch nicht mal einen Ölwechsel im Wald. Ja. Und da fliegt ja mittlerweile dermaßen viel Schrott rum.
42:47 Gavin Karlmeier
Das stimmt. Schönes Bild, ja.
42:49 Lorenz Meyer
Das ist ja ganz grauenhaft.
42:51 Gavin Karlmeier
Du hast natürlich recht, es ist super problematisch, dass in der Hand eines reichen Menschen nun Autos, die rumfahren, die die kompletten Straßen kartografieren. Ein Satellitensystem, das zur Kommunikation auch in Kriegsgebieten genutzt wird, also in der Ukraine Soldaten haben über Starlink-Kontakt. gehalten, aber auch in weniger dicht besiedelten Regionen der Welt nutzen Menschen Starlink. Also die Idee von Satelliten als Ersatz zu irdischen Funktürmen. . Die ist ja nicht doof. Das ist ja nicht das Problem. Das Problem ist die Konzentration auf die auf die Macht eines Einzelnen. Ich muss nämlich noch auflösen, was Musk noch so alles macht, ne? Also dass er auch Raketen da hochschießt und dass er Tunnel baut und was er nicht alles kann. Aber das ist halt ein Problem, vor allem wenn dann eben jetzt diese Zusammenarbeit irgendwann noch größer wird, irgendwann brauchst du die lokalen Anbieter eben gar nicht mehr. Und dann musst du dir eigentlich nur noch, du kaufst, also Stellemann vom Mask bringt jetzt das Telefon auf den Markt, das direkt eine Starlink-Verbindung mitbringt Dann hast du ein Telefon, das von Must kommt, mit dem du idealerweise nur X nutzt, Ex-Payments, um zu bezahlen, Ex-Money, Nachrichten mit Ex-Chat verschickst. Dann schreibst du einen Tweet mit der X-App, dann öffnest du mit diesem Telefon dein Tesla und kannst dann, weil du direkte Satellitenverbindung hast, überall auf der Welt gerade nachgucken, wo du eigentlich gar nicht bist.
44:13 Lorenz Meyer
Und du denkst, du machst mir gute Laune mit diesem Gespräch?
44:16 Gavin Karlmeier
Naja. Ja, ich höre ja schon auf. Signal, die Kommunikations-App Signal, hat angekündigt, dass einer der nächsten Beta-Versionen getestet wird und dann ob das irgendwann ausgerollt werden soll. dass du Chat-Histories zwischen deinen Geräten weiterschicken kannst. Ich weiß nicht, ob du Signal benutzt, aber wenn du es zum Beispiel, ich benutze es, ich hatte erst gerade den Fall, ich hatte erst gerade den Fall, dass ich meinen Computer tauschen musste, weil er in Reparatur war. Er kam zurück und die Signal-App musste sich neu, ich musste sie neu authentifizieren mit meinem Telefon und die ganze History, die dort geschrieben wurde am Telefon, seitdem hatte ich nichts auf dem Computer. Das heißt, ich habe einen veralteten Chatstand. Das ist natürlich nicht konkurrenzfähig, weil ich bei WhatsApp, iMessage und wo auch immer. . überall eine synchronisierte History habe. Und das möchte Signal jetzt eben auch bringen mit verschlüsselten Archiven, muss man dazu sagen. Also alles weiterhin durchgehend verschlüsselt.
45:10 Lorenz Meyer
Hört sich gut an, hört sich nutzerorientiert an.
45:13 Gavin Karlmeier
Ja. Hundertprozentig. So, und dann kommt noch was für dich, der ja total der, du bist ja so ein Exit-Crack, ne? Du bist ja so ein Typ, der die Instagram, deine Instagram-Accounts immer. alle Postings komplett auswertet und auf Datenebene unterwegs ist. . Instagram führt nämlich zwei neue Metriken für Reals ein. Das eine ist die sogenannte Viewrate. Mit der du sehen kannst, wie groß der Anteil der FollowerInnen und Nicht-FollowerInnen ist, die das Reel auch nach drei Sekunden weitergeguckt haben. Kannst du noch folgen oder war es schon zu komplex?
45:45 Lorenz Meyer
Oh Gottes Willen, also wenn ich schon diese toxischen Metrikenabhängigkeiten höre.
45:50 Gavin Karlmeier
Ja, ich arbeite oft beruflich damit. Also pass auf, du letzten Real hoch Jetzt gerade kannst du sehen, wie viele der erreichten Personen sind FollowerInnen oder nicht FollowerInnen. Du kannst aber nicht sehen, was haben die damit angefangen. Jetzt kommt eine neue Wert hinzu, nämlich Du hast eine Zahl aller Leute, die dieses Reel länger als drei Sekunden gesehen haben, was also aussagt, vermutlich haben sie sich das dann auch fünf oder zehn Sekunden angeguckt, weil sie eben diese kritischen ersten Momente schon überwunden haben, dran geblieben sind. Und siehst da noch eine Aufteilung, wie groß der Anteil der Menschen ist, die dir bereits gefolgt sind zu dem Zeitpunkt. Okay, ich dachte, da gibt es Emotionen.
46:26 Lorenz Meyer
Ach, dieses permanente Performance Monitoring, also dieses immer nur der Kampf um die Aufmerksamkeit, diese Aufmerksamkeitsökonomie-Game. Irgendwie, ich bin so leid, aber toll, wer daran Spaß hat und es irgendwie machen will.
46:43 Gavin Karlmeier
Und es gibt noch die zweite Metric Views Over Times. Bei der jetzt drin steht, wie viele Aufrufe die dein Reel bekommen hat. Oder dein Post. Steht hier, steht Post, aber ich würde fest behaupten, dass es erstmal für Reels kommt, weil sie vor allem in Reels reinarbeiten. Also wie viele Aufrufe dein Post bekommen hat. verglichen mit deinen typischen Postings im selben Zeitraum seit Veröffentlichung. Also wenn du da nach vier Stunden drauf schaust, steht da, üblicherweise werden deine Posts innerhalb von vier Stunden so oft gesehen. Wenn du nach acht Stunden draufsteust, ist das gleiche für die acht Stunden.
47:20 Lorenz Meyer
Super. Also ich würde mir wünschen, dass die Leute, also bei aller Liebe für diese ganzen nerdigen Zahlen, aber zählen denn eigentlich nicht. Geht es nicht eigentlich darum, auch mal das zu sagen, was man meint und woran man glaubt? Oder das ist super, super abwegig, darüber nachzudenken, dass sich vielleicht gute Inhalte mal biete und nicht über irgendwelche Views over time und Views overrate und sonst was nachdenke?
47:52 Gavin Karlmeier
Ja, das Problem ist, dass Social Media ja Echtzeit messbar ist. Das heißt, die Leute auch anfangen werden, sich immer Echtzeit zu messen. Und du natürlich wissen möchtest, was hat besser funktioniert und was hat schlechter funktioniert. Das muss nicht heißen, verstehe mich da nicht falsch. Also ich sage das jetzt als jemand, der regelmäßig in Redaktionen geht. deren Zahlen auswertet und Ableitungen daraus zieht. Das soll aber nicht heißen, dass du nur noch zahlenbasiert arbeiten musst. Ich halte das für einen gefährlichen Trend, wenn Teams anfangen, nur noch zahlenoptimiert zu arbeiten, weil dann geht Die Energie verloren, das Feuer und der Spirit. Das macht man, finde ich, irgendwie ungeil. Aber es schadet auch nicht, sich anzugucken. was hat eigentlich gut funktioniert und was nicht um A sein Publikum so ein bisschen kennenzulernen und B aber auch zu messen, was mache ich hier eigentlich Punkt. Was mache ich hier eigentlich? Das ist schon die komplette Fragestellung. Also ich finde, es darf nicht nur Einzelbeidem geben, es muss sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Messung geben. Aber Ich glaube nicht, dass man das eine ganz weglassen sollte.
48:57 Lorenz Meyer
Ach, du kannst Mediator werden, du bist so So hast noch diese Weise, diese Weisheit, die Weisheit des Alters.
49:06 Gavin Karlmeier
Ich habe aber leider mittlerweile auch den Haareinsatz des Alters.
49:10 Lorenz Meyer
Ja, dann musst du mal auf Instagram gehen, wo die Wo die türkischen Haarkliniken ihre Metriken optimieren.
49:17 Gavin Karlmeier
Ich bin, ich bin schon, ich bin, was das angeht, bin ich schon ein Rabbit-Hole weiter. Ich krieg nur noch Werbung angezeigt. Denk gar nicht da, nach Istanbul zu reisen, um dir die Haare machen zu lassen. Und dann Werbung für Toupes, kriege ich die ganze Zeit.
49:30 Lorenz Meyer
Naja, schaff die so eine Kappe an.
49:33 Gavin Karlmeier
Wie du, ne?
49:34 Lorenz Meyer
Ja, genau.
49:35 Gavin Karlmeier
Für diese Hände sitzt auf YouTube.
49:37 Lorenz Meyer
Darunter habe ich ja wallendes Haar, ja.
49:39 Gavin Karlmeier
Ja, langes blondes Haar, dass du immer wieder hochtopierst und da rein.
49:42 Lorenz Meyer
Genau, ich wollte dich nur nicht so, naja, egal.
49:45 Gavin Karlmeier
Naja, wir verlieren uns. Lieber Lorenz, vielen Dank, dass du heute da warst.
49:48 Lorenz Meyer
Alle Ehre.
49:49 Gavin Karlmeier
Mir auch. Und jetzt dauert das nicht wieder. Wie lange ist das her? Was meinst du? Wann warst du letztes Mal hier?
49:55 Lorenz Meyer
Ein halbes Jahr, oder?
49:56 Gavin Karlmeier
Elfter, Elfter.
49:58 Lorenz Meyer
Ja, es ist ein Schocker, es ist viel zu lang. Ich habe jede Woche auf die Einladung gewartet, aber was nicht kam, war die Einladung.
50:06 Gavin Karlmeier
Du, dann kommst du einfach jetzt direkt nächste Woche nochmal wieder. Wir kümmern uns darum. Lieber Lorenz, vielen Dank, schönes Wochenende und alle, die bis hierhin zugehört haben, auch ein schönes Wochenende. Wir sehen uns hören uns am Montag oder sehen uns im Discord. Bis dahin. Macht's gut und lasst euch nicht ärgern von den Nachrichten.
50:22 Lorenz Meyer
Tschüss. Ciao.