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Folge 527 · 19. Januar 2026 · 1:05 Std.

Etwas, das wir Rückgrat nennen

mit Simon Pycha

Kennt ihr das, wenn ihr eine App auf dem Homescreen neusortiert und trotzdem immer wieder auf den Button drückt? Die einen nennen es Muscle Memory, wir sagen: Entzugserscheinungen. Und wieso dieses Suchtverhalten problematisch ist, wieso YouTube die Megamacht ist, die sogar jetzt die BBC bezirzen kann und wohin junge Leute und Businessmenschen nun gehen – alles heute.

➡️ Netzpolitik zur Umfrage, wen ein Social Media-Verbot beträfe – Eltern und junge Menschen: https://netzpolitik.org/2026/875-eltern-und-kinder-befragt-social-media-verbot-ist-nicht-die-beste-loesung/

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Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Hallo Simon!
  2. Housekeeping
  3. TikToks Altersverifizierung in Europa
  4. Neues zum Social Media-Verbot in Australien
  5. Studie zu Social-Media-Regeln in Deutschland
  6. Roblox' Altersverifizierung
  7. Jenga!
  8. Die Plattformstrategie der BBC
  9. YouTube lockert Werberichtlinien
  10. 2016core
  11. Disneys Threads-Debakel
  12. Funktionen und Emotionen

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Simon

00:07 Simon Pycha

Ei, schön, dass ich wieder hier sein darf.

00:09 Gavin Karlmeier

Ja, schön, dass du wieder da bist, als du letztes Mal da warst, haben wir hier nicht öffentlich gemacht, aber das war's ich in Mailand im Hotel.

00:16 Simon Pycha

Das wusste nicht mal ich gleich. Das ist sogar mir verheimlich.

00:20 Gavin Karlmeier

Und jetzt hier schön am Sonntagabend zu Hause im warmen Wohnzimmer. Nicht ganz so gut wie das war mit Mailand, aber immerhin. Bei mir ist heute Simon Pücher. Und du bist der Typ, der diese geilen Analysen auf dwdl. de schreibt Du bist Social Media Analyst für 1 Live, das heißt, du hast auch eine gewisse Verbindung mit Dennis Horn, auch wenn Dennis da eigentlich mehr Radio macht als Internet. Und du schreibst so tolle Texte, dass ich damals gedacht habe, du musst unbedingt herkommen. Und jetzt freue ich mich, dass du schon das zweite Mal hier bist.

00:45 Simon Pycha

Ich wollte gerade sagen, jederzeit immer wieder gern.

00:48 Gavin Karlmeier

Das wollte ich hören. Wir müssen heute ein bisschen, wir haben alle, also Alles, was Leute, die Hakner hören, an Themen mit diesem Podcast verbinden, kommt heute einmal vor, würde ich sagen. Ich habe aber ein bisschen Housekeeping zum Start. Ich möchte zunächst auf eine Nachricht von Henning eingehen, der mir geschrieben hat, dass er sehr irritiert war, als wir in der letzten Episode über Threemer gesprochen haben. Dennis und ich haben uns da so ein bisschen hochgeschaukelt. und haben darüber gesprochen, dass Threma jetzt an einen deutschen Kapitalgeber verkauft wird, die vornehmlich investieren dort. Und haben so ein bisschen uns darüber lustig gemacht, dass Streamer ja eh kaum noch Nutzerinnen und Nutzer hat. Und Henning hat aber einen Punkt, denn er hat geschrieben, es ist natürlich super schade, wenn man eine funktionierende App hat, die alle Privatsphäre-Anforderungen erfüllt, europäisch ist. und man sich dann darüber lustig machen und gleichzeitig Werbung für WhatsApp macht. Da gehe ich natürlich mit, Hendrikseinschätzung, weil wir ja eigentlich große Fans von solchen Modellen sind, die eben. . hierzulande entstehen und wollten nicht so rüberkommen, dass wir sagen, scheiß Threema. Man muss leider aber der Realität auch ein bisschen ins Auge blicken und das gehört glaube ich auch zu weit dazu, dass Threema nicht so richtig an Flughöhe aufgebaut hat, zumindest Geht es mir so? Ging es denn es so? Ich weiß nicht, ob du das nutzt. Es ist ein bisschen schade, weil man würde es sich eigentlich wünschen, weil die Idee so gut ist. Und natürlich ist es ärgerlich, wenn man sagt, naja, da gibt es jetzt zum Beispiel Signal, das viele dieser Sicherheitsansprüche auch erfüllt, aber eben auf AWS-Servern liegt und damit, wenn. der Knopf gedrückt wird, wir darauf alle nicht mit zugreifen können. . . Ich will jetzt hier keine Disziplin schüren, aber ja, es ist einfach nur sehr schade, dass bei Threemar jetzt eben so ein großer Kapitalkonzern einsteigt, der möglicherweise da die Entgatification vorantreibt. Vielleicht aber das Ding auch so ein bisschen wieder zum Fliegen bringt. Mal sehen. Ich weiß nicht, welche Gefühle du dazu hast.

02:34 Simon Pycha

Ich habe ganz wenig Gefühle zu Messaging-Apps, weil ich selber, ich bin so ein ganz. OG WhatsApp-Nutzer und macht das sehr wenig selbstreflektiert, vielleicht ein bisschen zu wenig. Aber ich muss Signal jetzt nutzen, weil unsere Unigruppe umgestiegen ist von WhatsApp auf Signal. Und ich glaube, ich komme so langsam auf den Riecher, vielleicht.

02:59 Gavin Karlmeier

Gut.

02:59 Simon Pycha

Beim nächsten Mal bekommst du einen Erfahrungsbericht.

03:03 Gavin Karlmeier

Ja, Signal benutze ich auch viel und gerne, aber leider, leider, leider ist es nicht so verbreitet wie WhatsApp bislang. Ich habe aber so ein bisschen das Gefühl, es könnte durch dieses. . Dauerhafte Städtertropfen, Hüllt den Stein mäßige über digitale Souveränität sprechen, jetzt noch ein bisschen Veränderungen da reinkommen. Definitiv. Das wollte ich auf jeden Fall einmal kurz weggeräumt haben. Und dann zwei Sachen, die so ein bisschen hakendran-Binnenblick sind, die ich aber auch interessant finde. Ralf Rasibo, unser Archivar. hat geschrieben, dass ein weiterer Rekord eingestellt wurde. Denn wie schon vom 14. Februar bis zum 1. März 2024 und vom 13. Oktober bis zum 24. Oktober 2025 Gab es auch in diesem Jahr zum Jahresanfang sechs Folgen mit je über einer Stunde hintereinander? Heute müssen wir also eigentlich wieder kürzer werden. Den Gefallen tun wir aber, glaube ich, nicht, wenn ich so auf das Themenpapier gucke.

03:52 Simon Pycha

Boah, es ist viel. Aber ich freue mich.

03:55 Gavin Karlmeier

Aber es ist so geil, dass einfach auch solche Streaks inzwischen bei unseren Archivaren auffallen und dann auch angesprochen werden. Und apropos Haken dran Nerds, fand ich auch ganz toll, Dennis hat in der letzten, vorletzten Folge angekündigt, dass ich mich in ein Thema reingeschraubt hätte. Und da habe ich gesagt, ich bin die Tine Wittler der AGBs. Und dann habe ich nachgeschoben, ich weiß aber nicht, ob Tine Wittler wirklich jemals mal geschraubt hat. Und Ente, Ente, Ente hat herausgefunden, dass in der Folge Tine Wittler räumt auf, Schluss mit dem Blau, in Minute 4, Sekunde 35 Tine Wittler tatsächlich schraubt.

04:30 Simon Pycha

Ich habe das Bild vor mir und das ist grandios.

04:33 Gavin Karlmeier

Ist das nicht so geil, dass wir Leute haben, die dann sagen, das finde ich doch mal raus, ob Tine Wittler nicht selber geschraubt hat.

04:39 Simon Pycha

Ich hatte mich vorher gefragt, ich sehe ja auch den Kommentar hier von Henning, hattest du schon einen richtigen Shitstorm, so einen richtigen Haken dran-Shitstorm?

04:47 Gavin Karlmeier

Interessanterweise, und das wundert mich wirklich. Wir haben ja die ersten anderthalb Jahre eigentlich nur über Elon Musk gesprochen und die ganzen Musk-Fanboys, die sind irgendwie ausgeblieben. Das ist nicht passiert. Es gab so einzelne Leute, die bei Apple Podcasts einen Stern gegeben haben. Weil wir, wie es heißt, uns unsere eigene Realität zusammenstricken. An der Stelle kleiner Hinweis, wenn ihr uns per Apple hört. Hinterlasst doch mal eine Bewertung. Das hilft uns tatsächlich sehr, sehr viel, wenn ihr da ein paar Sterne gebt und ein bisschen was schreibt. Aber nee, so richtig um die Augenflogen ist mir hier noch nichts.

05:17 Simon Pycha

Der spricht ja für dich.

05:19 Gavin Karlmeier

Weiß ich nicht. Weiß ich nicht. Das heißt ja auch, dass man niemandem auf den Schlips tritt.

05:24 Simon Pycha

Das stimmt. Wobei, also ich finde, am besten sind die Shitstorms, bei denen man weiß, dass man eigentlich recht hat.

05:32 Gavin Karlmeier

Das Problem ist, dass es, glaube ich, bei 90% der Shitstarms das Problem ist, dass die Person, gegen die er gerichtet ist, glaubt, dass sie recht hat.

05:40 Simon Pycha

Ja, ah, Mann.

05:42 Gavin Karlmeier

Naja.

05:42 Simon Pycha

Also ich hatte bisher einen und der hat sich nur so halb gelohnt.

05:46 Gavin Karlmeier

Was hast du denn gemacht?

05:48 Simon Pycha

Ich habe vor einem Jahr. Die Auswahl für die Jugendwortliste des Jahres kritisiert und hatte gefordert, einen Begriff runternehmen zu lassen. und hatte das auf allen möglichen Kanälen geteilt und nur auf Threads ging das viral und hat bis glaube ich dato über eine halbe Million Leute erreicht. Hui. War das Teewort? Ja, das böse T-Wort. Ich hatte auch nochmal erklärt, warum und hatte auch die Bildungsstätte Anne Frank zitiert. Also sehr nüchtern, sehr neutral. Es hat ja eigentlich wenig Aufschrei bzw. wenig Aktionismus in sich. Und ich muss sagen, über sowas kann ich mich halt ganz stark echauffieren, weil ich habe wirklich Replies bekommen, die waren irre. Und das hat mich sehr amüsiert.

06:40 Gavin Karlmeier

Weil du ja auch da in deinem eigenen Verhalten keinen Fehler erkannt hast.

06:43 Simon Pycha

Genau, also ich glaube auch bis heute und ich glaube, das hält auch an, dass ich mich da natürlich irgendwie im Recht sehe, beziehungsweise dass ich einfach davon ausgehe, dass mein Argument Hand und Fuß hat. Aber trotzdem fand ich es ganz spannend, dass das da irgendwie, also vor allem auf der Plattform Anklang gefunden hat, als auch die Art der Reaktionen. Also man merkt da schon, dass das sehr von der Plattform abhängt. was da zurückkommt. Und in meinem Fall war das wirklich spannend und unterhaltsam.

07:12 Gavin Karlmeier

Ja, sowas ist uns hier irgendwie noch nicht passiert Also, hm, aber vielleicht kommt das ja noch. Mal sehen.

07:18 Simon Pycha

Ich wünsche euch auf die positiveste Art und Weise, wie man das sagen kann.

07:22 Gavin Karlmeier

Danke. Ansonsten noch zwei kleine Housekeeping-Geschichten. Das eine ist, dass Nick Bohle, der andere Haken dran-Achiva, uns korrigiert hat, weil wir haben behauptet, es gäbe noch keine Spiele im Fediverse und er hat geschrieben. Die Antwort lautet natürlich Schach. Also es gibt tatsächlich ein Schachclient oder ein Schachspiel, das du über das Fediver spielen kannst. Okay, so, und dann das kleine Follow-up zum Thema KI-Schulpreis. Wir haben da in der letzten Folge drüber gesprochen. Und für die, die es nicht mitbekommen haben, das Land NRW vergibt oder vergab gemeinsam mit zwei Stiftungen einen Preis an Schulen, für die. die den kreativsten Umgang mit künstlicher Intelligenz sozusagen in der Schule installiert haben. . . Und der Preis geht nach NRW in das Karl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal. Die haben den KI-Schulpreis 2025 bekommen und damit auch 40. 000 Euro Preisgeld, weil die ein KI-Agent oder AI-Agent entwickelt haben, der eben mit SchülerInnen gemeinsam auf eine Antwort kommt, indem er Rückfragen stellt und dadurch Wie es heißt, beim Denken unterstützt. Und viele Leute haben zu diesem KI-Schulpreis eine sehr starke Meinung gehabt, auch im Discord. Wir haben ja eine begleitende Community zu diesem Podcast auf www. hakmann. org, 2170 Leute und so kommt da hin. Und haben dann eine sehr starke Meinung, weil sie sagen, naja, das ist eigentlich, damit schafft sich ja der Unterricht am Ende selber ab. Ist so die eine Schlagseite, die andere Schlagseite ist so. Ja, also am Ende fördert das die Verdummung von jungen Menschen und hilft es eigentlich nur am Ende, sie in weitere digitale Silos zu quetschen. Beide sind Argumente, die ich verstehen kann. Auf der anderen Seite bin ich auch so, dass ich sage, es ist halt. In der Illusion zu glauben, es wäre möglich, jetzt noch Schulunterricht durchzuführen, indem SchülerInnen gar keinen Kontakt mit KI haben. . Und dann aber sozusagen die Schulen, also ob jetzt SchülerInnen oder LehrerInnen oder alle gemeinsam irgendwie so zu motivieren, zu sagen, denkt euch mal irgendwas damit aus, was sozusagen euch hilft, ist, glaube ich, ein förderlicherer Umgang damit, als zu sagen. Wir machen die Augen zu und gehen einfach davon aus, dass es diese KI nicht gibt, auch wenn SchülerInnen damit ihre Hausaufgaben sowieso selber machen. . . Ist so ein bisschen mein Gefühl dazu, aber weiß nicht.

09:36 Simon Pycha

Ich finde das so spannend, weil die Diskussion ist so weit von mir weg. Ich habe keine Kinder und meine Schulzeit ist jetzt auch ein paar Jahre her. Aber was in meiner Bubble stattfindet, ist die LinkedIn-Diskussion darum, neue Schulfächer einzuführen. Und die gibt es ja seit E und je. Also das ist ja kein neues Phänomen, das bei jedem Branchenwandel irgendeine Stimme sich erhebt und sagt. Das hätten wir schon längst in der Schule verankern müssen. . . Mittlerweile, ich hatte einen ganz ironischen Beitrag dazu gesehen, dass jetzt verfolgt wird, dass es eigentlich dafür einen Preis geben müsste. Ich weiß leider nicht mehr von wem. Wie oft das der Fall ist und bei was. und das ist so das findet in meiner realität statt die diskussion ob es diese schulfächer geben sollte oder nicht also die kreise an sich

10:18 Gavin Karlmeier

Da rennst du ja ausgerechnet bei mir offene Türen an als jemand, der ja selber Medienkompetenz in Schulen lehrt und der eben dafür total, also. . Hundertprozentig reicht es nicht, das interdisziplinär auf die Fächer zu verteilen und zu sagen, da machen die ein bisschen im Deutschunterricht, ein bisschen im Politikunterricht, nee, du musst Medienkompetenz, es muss. meines Erachtens ein Fachwerden, weil die Leute, also die jungen Menschen brauchen einen Ort, und wenn es nur 45 Minuten die Woche ist, aber einen festen Ort, an dem sie auch solche Fragen mal stellen können. . . Und das passt im Geschichtsunterricht dann einfach nicht. Auch nicht, wenn man dann mal so nebenbei ein bisschen über Internet redet oder Medien, glaube ich.

10:52 Simon Pycha

Voll, ich hätte mir das selber gewünscht. Also wenn ich zurückblicke, das wäre mein Fach gewesen. Aber ich finde, irgendwie ist das so was Deutsches, das zu fordern. Also ich fühle mich da auch so heimelig mit. Also, wenn mich jemand fragt, was ist der Nationalstolz, dann sage ich das, was in Schulen gelehrt wird und was ich fordere, was daran kommt.

11:11 Gavin Karlmeier

Ich verstehe den Punkt. Aber es ist auch wahnsinnig deutsch, gleichzeitig, dass es immer noch nicht in den Schulen angekommen ist. Also, weißt du, es ist halt beides sehr typisch deutsch irgendwie. Ich finde ihn ganz interessant, weil der WDR zitiert, Luisa Büchler ist eine Schülerin dieses Gymnasiums, des Karl-Furrot-Gymnasiums in Wuppertal. Und sie sagt, wenn man KI falsch nutzt, dann gibt man in gewisser Weise seine Intelligenz auf. weil man KI für sich arbeiten lässt, aber wenn man richtig damit umgehen kann, dann gibt es einem ein viel größeres Wissensbrett, weil KI leichter erklären kann als irgendwelche Sachtexte. Also ich finde Sachtexte, die chiffrieren trotzdem spannend, aber ich bin auch 36 und ein Nerd. Aber ich finde, das ist natürlich genau die richtige Beobachtung zu sagen, es geht nicht darum, das komplett zu verbieten, Leute, sondern irgendwie einen guten Umgang damit zu finden. Was uns übrigens direkt in die Welt der jungen Menschen trägt und damit ja auch in deiner Welt jemand. Da, wo wir sowieso sind. Da, wo wir eh sind. Du bist aber ja auch deutlich jünger als ich. Wie alt bist du, Simon, um das einmal zu verstehen?

12:10 Simon Pycha

Das sage ich öffentlich nicht.

12:11 Gavin Karlmeier

Ach, wirklich? 19. 28. 28. Okay, guck mal ja, ich bin 36. Zwischen uns liegt. Ein Flappy Bird, würde ich sagen. Ja, ungefähr. Also TikTok hat angekündigt, berichtet Reuters, dass sie in komplett Europa neue Altersurifikationen einführen werden, weil sie den Druck der Regulierungsbehörden spüren. Es gibt ein nicht weiter gemeldetes oder erklärtes System, das ein Pilotprojekt in Großbritannien war, das eine Mischung aus Profilinformationen, geposteten Videos, Verhaltenssignalen nutzt, um daraus zu erschließen, ob ob der Nutzer oder die Nutzerin minderjährig ist oder nicht. Also so ein bisschen so wie diese KI-Prozesse, über die wir schon gesprochen haben, aber ein bisschen größer. Es geht nicht nur darum, Selfie zu machen, sondern dein ganzes Nutzungsverhalten wird ausgelesen. Wir haben über dieses Modell in Großbritannien und über Ableger davon und ähnliche Modelle schon mal gesprochen. Das soll jetzt eben nach ganz Europa kommen oder in die ganze EU, vermutlich auch um ein bisschen der EU-Kommission zu signalisieren, dass man etwas tut. Also ich glaube, da steckt auch viel einfacher Aktionismus drin.

13:17 Simon Pycha

Toll. Ich hatte mich bei dem Thema gefragt. Ich bin mit zwei älteren Geschwistern aufgewachsen, die auch deutlich älter sind als ich. mich jetzt nicht abgehalten. Also auch mein Nutzungsverhalten. Ich glaube, dass ich überhaupt, also schon natürlich irgendwie sehr klischeehaft das gesucht hätte als Zehnjähriger, was man als Zehnjähriger sucht. Ich glaube aber, dass ich genug Möglichkeiten gehabt hätte das zu umgehen.

13:42 Gavin Karlmeier

Ja, klar, ja, also natürlich Das Ding ist aber auch, das ist ja so eines der Top-Argumente für das Verbot oder gegen das Verbot oder in der Diskussion, ob es ein Social Media Verbot für Minderregeln geben soll. Naja, nur weil es Rauchen verboten ist, heißt es ja nicht, dass Zwölfjährigen dich auch schon mal an einer Zigarette gezogen haben. Gleichzeitig muss man dazu sagen, ich glaube, es Rauchen deutlich weniger Zwölfjährige, weil es verboten ist.

14:09 Simon Pycha

Definitiv.

14:11 Gavin Karlmeier

Andererseits glaube ich, dass die Marihuana-Legalisierung in Deutschland dazu geführt haben, dass Kiffen noch ein bisschen uncooler geworden ist. Wäre so meine Einschätzung, oder?

14:20 Simon Pycha

Auch nicht so meine Bubble, aber kann ich mir gut vorstellen. Meine Mama hört das.

14:28 Gavin Karlmeier

Aber ich habe so das Gefühl, dass das so weniger, aber das führt uns ein bisschen weg vom Thema. Ich finde auf jeden Fall interessant, dass TikTok sozusagen hier jetzt diesen Schritt geht, proaktiv in Europa diese Entwicklung einbringt. die gleichzeitig aber ja möglicherweise eben auch eine andere Diskussion aufmacht für die Kommission. Denn die Frage ist dann, naja, sind die Daten der jungen Menschen eigentlich gut geschützt, wenn irgendwelche Server, die irgendwo auf der Welt stehen, alles, was die Menschen da reinstecken, so auswerten, um zu überprüfen, wie alt sie sind? Klammer auf, machen Sie wahrscheinlich eh schon seit Jahren Klammer zu. Also diese Profilbildung passiert ja ohnehin. Also Abwarten, wie gut das funktioniert. Ich habe da so ein bisschen, mein Bauchgefühl sagt mir so ein bisschen, dass das Nutzungsverhalten eines 13-Jährigen und eines 15-Jährigen und eines 17-Jährigen durchaus ähnlicher sein kann, als man glaubt auf TikTok.

15:15 Simon Pycha

Das glaube ich auch. Vor allem, wenn ich mir so angucke, was für Funktionen TikTok in sehr kurzer Zeit irgendwie umsetzen muss. Dann gehe ich auch davon aus, dass das vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht ist. Alleine wie es anwendungstechnisch gestaltet wird. Also wir hatten, glaube ich, beim letzten Mal auch über Beschwerdewege gesprochen und wie kompliziert die sind. Wenn ich mir angucke, was TikTok auf ihrem eigenen Kanal irgendwie an Videos veröffentlicht und da so ein bisschen das eigene Handwerk demonstrieren möchte. und auch generell alle neuen Features zur Monetarisierung, dann kann ich mir gut vorstellen, dass da die ersten Lösungen, die präsentiert werden, auch eher halbgar sein könnten. Auch nur ein Hot Take vielleicht.

15:58 Gavin Karlmeier

Nee, ist glaube ich gar nicht so hot, weil alle Dinge, die sie ja durch, also alle generell, alle Maßnahmen, die wir mittlerweile beobachtet haben von Social Media Plattformen oder Digitalplattformen bei denen Menschen durch Computer ersetzt wurden, nennt es KI oder wie auch immer du möchtest, sind immer weniger vollständig gewesen als zum Beispiel die Contentmoderation, die Menschen durchgeführt haben. Definitiv. Also klar, das wird erstmal ruckeln. Auf der anderen Seite ist das ja jetzt, wie gesagt, erstmal eine proaktive Entscheidung seitens TikTok und noch kein Gesetz. Das heißt, möglicherweise sind sie, bis das Gesetz kommt, dann damit ein bisschen besser. Bedient, als sich einfach ein Perso schicken zu lassen.

16:36 Simon Pycha

Ich möchte auch einfach keine Videos mehr sehen, wo Leute sagen, mein Alter ist 31 umgedreht. Also wenn es das reicht und die damit nicht mehr veröffentlicht werden, dann hat es sich aus meiner Sicht schon gelohnt.

16:49 Gavin Karlmeier

Sagen Leute das.

16:51 Simon Pycha

Das ist ein Ding. Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, wieso, weil die Texterkennung in Kurzvideos ja nicht so gut ist, dass wenn du jetzt in dem Video sagen würdest, dass du minderjährig bist. dass so weitergeleitet wird, dass das auf deinen Account zurückfällt. Aber ich sehe immer wieder Videos von Jugendlichen, die. versuchen, ihr Alter zu verschleiern und dass das dann die Lösung ist.

17:15 Gavin Karlmeier

Vor allem, wenn du dir überlegst, wie gut solche Spracherkennungen und Sprachmodelle generell sind, wenn du das nutzt. Also in dem Moment, wo der Text analysiert wird, ich bin 31 umgedreht, ist die KI auch schon weit genug, um zu verstehen, was die Aussage davon ist.

17:30 Simon Pycha

Und ich meine, Ansätze dafür sind ja da, ich meine mich zu erinnern, dass wenn man in die Biografie von TikTok schreibt, dass man zwölf ist, also wenn da wirklich drin steht, ich bin zwölf Jahre alt. Ich meine mich zu erinnern, dass das damals der Fall war, dass der Account dann automatisch suspendiert wurde. Weil das natürlich ausgelesen wird. Also wenn ich das da rein, also so weit sind wir schon. Und ich glaube, aus der Angst heraus sind auch diese Videos gewachsen zu sagen, ich bin 31 umgedreht, weil man eben Angst vor diesem guten Algorithmus hatte, der das identifiziert.

18:03 Gavin Karlmeier

Der umgedrehte 31er. In Australien gibt es ja eben dieses Social Media Verbot für Minderjährige bekanntermaßen schon. Wir haben in der letzten Folge darüber gesprochen, dass Meta 550. 000 Accounts geschlossen hat in Australien. Insgesamt, berichtet jetzt die Internetaufsichtsbehörde Australiens, wurden 4,7 Millionen Konten von Jugendlichen deaktiviert. Also die Anzahl derer, die nicht Meta nutzen, ist offenbar noch immer deutlich größer, wenn du dir über alle Kanäle hinweg anschaust, wo die Leute Accounts gehabt haben. 4,7 Millionen. Es gibt dazu einen ganz spannenden Bericht der BBC, bei denen Sie junge Menschen begleitet haben. Und porträtiert haben, die eben jetzt nicht mehr Social Media nutzen können. Und da ist das Ergebnis ziemlich positiv. Also die BBC sagt zwar in diesem Text, dass viele Jugendliche, mit denen sie gesprochen haben, immer noch heimlich Social Media nutzen. Weil also zum Beispiel sagt die 15-jährige Lulu, ich nutze soziale Medien genauso wie vor dem Verbot, weil ich mir einfach neue Accounts mit einem Alter über 16 erstellt habe. Sagt aber selber auch, dadurch, dass es dieses Gesetz gibt, verbringt sie mehr Zeit mit Lesen, weil sie nicht mehr so viel Zeit in den sozialen Medien verbringen möchte. Man muss dazu sagen, es ist nicht repräsentativ. Aber dass dieses Verbot zu einer gesamtgesellschaftlichen Awareness für das Thema führt, das würde ich damit auch als erwiesen ansehen, auch wenn es wie gesagt ein Einzelfall ist. Aber hier gibt es auch noch mehr Amy zum Beispiel. Amy ist, glaube ich, auch 14 Jahre alt. Und sie hat jeden Morgen, sie hat beschrieben, dass sie jeden Morgen versucht hat, Snapchat zu öffnen, obwohl es nicht funktioniert hat. Und erst nach fünf Tagen oder sechs Tagen hat sie gemerkt, dass sie es nicht mehr den ganzen Tag versucht aufzumachen. Finde ich auch eine interessante Entzugserscheinung, wenn man so möchte.

19:45 Simon Pycha

Absolut. Für mich ist, glaube ich, so der Hauptfaktor die Netzwerkeffekte. Also sobald du nicht mehr das Gefühl hast, dass jeder um dich herum die Dienste nutzt und du up to date bleiben musst, ist das ja in deiner Realität auf einmal gar nicht mehr so priorisiert. Und ich glaube, wenn die Leute dann wirklich in der Früh aufstehen und merken, so, ey, ich krieg dann nicht mehr die vollen Updates von meinem Umfeld. wird es auch einfach nicht mehr so relevant. Und das ist für mich so der größte Faktor, ehrlicherweise. Also dieser Netzwerkgedanke, der dann einfach nicht mehr so Einnehmend ist.

20:17 Gavin Karlmeier

Und was spannend ist, und das haben wir ja mit dem Wegfall von X auch gemerkt: in dem Moment, wo Leute sich auf verschiedene Plattformen verteilen, wir haben das festgestellt, viele, manche sind zu Threads gegangen, manche zu Blue Sky, manche ins Fiddiverse, manche machen das Microblogging auch gar nicht mehr, dass dir dieser Effekt, den du damals auf Twitter früher hattest, dass dir der natürlich fehlt. Und dementsprechend ist auch vermutlich dieses Dieses Kompensieren, was junge Menschen in Australien machen, indem sie zum Beispiel zu Lemonade Yope oder Coverstar gehen, wie BBC schreibt, diese drei Apps haben den rasantesten Anstieg verzeichnet dort. Dass die sich wahrscheinlich auch nicht genauso anfühlen, wegen dieser Netzwerkeffekte, wie du sagst, wie die sozialen Netzwerke, die eben die kritische Masse erreichen. Ui, sorry. Habe ich schon mal genießt in diesem Podcast? Im Satz. Weil sie diese kritische Masse eben gar nicht erreichen, das wollte ich sagen. Danke.

21:10 Simon Pycha

Nee, äh, sehe ich ähnlich. Also einerseits, dass sich das ja nicht so anfühlt, auf der anderen Seite der Funktionsumfang ist ja auch nicht der gleiche. Also dieser Nostalgiefaktor setzt überhaupt nicht ein, weil's diese gesammelte Experience, glaube ich, gar nicht gibt. Also jedes Mal, wenn hier irgendwie eine neue App auf dem Anmarsch ist, ich erinnere mich an Clubhouse. hatte man auch am Anfang das Gefühl, alle ziehen da hin. Und dann hat man irgendwann realisiert, das ist gar nicht der Fall. Es ist eine riesen Bubble und nach zwei Wochen bricht der Hype ab. Und genau so stelle ich mir das vor.

21:41 Gavin Karlmeier

Ja, ich glaube bei Clubhouse gibt es noch einen anderen Fakt, der auch in dieses Netzwerkverhalten übrigens reingeht, nämlich die Tatsache, dass Clapphaus kein Netzwerk war. Also du konntest da keine netzwerkähnlichen Funktionen nutzen, sondern die DMs haben dich immer wieder auf Instagram verwiesen, du konntest einen Twitter-Account mitverlinken und so. Das heißt, es war total darauf angewiesen, einen Andocpunkt an andere Netzwerke zu. zu sein und der Reiz einer einzigen Funktion, die Klapphaus eben war, der lässt dann natürlich irgendwann nach und das hat Klapphaus nicht so richtig gut hingekriegt. So, jetzt hat aber netzpolitik. org einen Text veröffentlicht über eine Untersuchung, bei der 875 Eltern und Kinder befragt wurden, die von Marc vom Marktforschungsinstitut KBB in Hamburg durchgeführt wurde. Man muss direkt dazu sagen, das ist keine repräsentative Studie. Man hat einfach nur eben diese 875 Menschen rausgesucht. Darunter 362 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren und 513 Eltern von Kinder Kindern und Jugendlichen im selben Alter und haben einfach mal mit denen darüber gesprochen, wie empfindet ihr das mit einem möglichen Social Media Verbot für junge Menschen. Also erstmal vorneweg, gut die Hälfte der 11- bis 13-Jährigen nutzen Social Media täglich. Von den 14- bis 17-Jährigen sind das 85 Prozent. Also da sieht man schon, dass so von 13 zu 14 schon nochmal ein ziemlicher Anstieg in der Nutzung dazu kommt. Die meisten Eltern haben feste Regeln, von denen, die hier interviewt wurden. Nur 24 Prozent der Eltern und 15 Prozent der Kinder sagen, es gebe bei ihnen zu Hause keine festen Regeln für die Nutzung. Und die häufigste Regel, bei denen ist auf einzelne Apps zu verzichten. In dem Fall am häufigsten aufgetaucht, kein TikTok, ist die häufigste Regel von den Befragten immerhin.

23:30 Simon Pycha

Hattest du Regeln?

23:32 Gavin Karlmeier

Es gab halt noch kein Social Media, als ich ein Kind war. Aber es gibt diese eine Geschichte, die ich. Ja, ich bin alt. Aber es gab ein bisschen Internet so, aber nicht in dem Alter. Also ich würde sagen, ja, mit 12, 13 fing das mit dem Internet bei mir an. Es gab aber Computernutzungsregeln, Bildschirmzeitbegrenzungen, die ich aber immer umgangen habe, habe ich schon mal erzählt. Mein Vater hatte so ein Skript programmiert. Das als Layer vor dem Windows lag und ich habe das immer umgangen. Und dann war der, als er das herausgefunden hat, nicht ganz so wütend, wie er stolz war, muss man sagen. Er fand das auch toll.

24:03 Simon Pycha

Ja, ich wollte gerade sagen, das ist beachtlich.

24:07 Gavin Karlmeier

Aber es, also, nee, sonst so richtig nicht. Wie war das denn bei dir?

24:12 Simon Pycha

Ich bin das dritte Kind. Ich hatte gar keine Regeln. Also es ist, es ist ganz klischeehaft, klassisch. Meine Geschwister mussten für alles kämpfen. Ich erinnere mich an jeden Kampf von Ausgezeiten bis wann und wo darf ich trinken. Und mir wurde das Vertrauen in die Wiege gelegt. Sehr privilegiert.

24:31 Gavin Karlmeier

Ja, beim dritten Kind denkt man dann ja auch, wenn was passiert, wir haben ja noch zwei andere.

24:35 Simon Pycha

Genau. Also ja, die Testläufe waren vorbei.

24:40 Gavin Karlmeier

Ja, ja, voll. Nee, also es gab natürlich diverse Regeln, was so Mediennutzung und so anging. Also Fernsehzeit war stark reguliert bei mir zu Hause und so. Aber ich glaube, dass es, hätte es Social Media schon gegeben, da sehr klare Regeln gegeben hätte, weil meine Eltern sehr dahinterher waren, was ich mir so antue und angucke. Und trotzdem haben wir mit 13 uns 12 oder 12, 13 uns alle rotten. com angeguckt und fanden das zu doll.

25:06 Simon Pycha

Klar. Nine-Gag war bei mir das Ding. Das habe ich auch komplett verdrängt.

25:10 Gavin Karlmeier

Nein, Gag war auch, also da war ich schon 20, als das ein Ding war.

25:15 Simon Pycha

Vielleicht war ich einfach spät dran.

25:18 Gavin Karlmeier

Ja, also würde ich mal schätzen. Na jedenfalls, 42% der befragten Eltern wollen kein Verbot, sondern wünschen sich eigentlich, dass soziale Plattformen von Social Media Eigentlich nur eine nach Altersstufen eingeveschränkte Funktionsreichweise anbieten. Also dass Leute unter 16 keine Chatfunktionen haben, würden Sie sich wünschen Und 24% der befragten Minderjährigen fänden das auch am fairsten. Das ist schon nur ein Viertel, aber immerhin scheint da eine gewisse Kompromissfähigkeit. Zu bestehen. Grundsätzlich liest sich das schon so, dass auch junge Menschen durchaus wissen. Social Media ist jetzt nicht ganz unproblematisch. Eltern generell wünschen sich eigentlich, dass es durchaus Einschränkungen gibt, um Schutz vor unangemessenen und verschlörenden Inhalten zu geben, dass zumindest 77 Prozent der Eltern würden das als Vorteil von verboten. Immerhin einsehen. Wir packen den kompletten Text von netzpolitik. org mal in die Shownotes. Ich finde das ganz interessant und aufschlussreich, immer so ein kleines Bild zu kriegen. Wie gesagt, es ist nicht ganz repräsentativ.

26:17 Simon Pycha

Ich finde es ganz spannend, ich erinnere mich an ein Interview, das ich geführt habe für DWDL mit Togo Also der jungen Marke von RTL, die damals relativ zu Anfang der deutschen Debatte zum Social Media Alter sich auch dieses Multilevel-Playing-Field gewünscht hätten. Also genau das, dass du je nach Altersbereich unterschiedliche Funktionen freischaltest. Ich fand das damals schon recht spannend, das ist auch im Artikel gelandet, weil ich es sehr, sehr gut fand. Und das fehlt mir so ein bisschen in der deutschen Debatte. Also ich glaube, wir sind immer sehr absolut. In diesen Entscheidungen und das wäre für mich so ein Mittelweg, wo du so ein bisschen Hannah Montana, Best of Both Worlds, mitnimmst und halt die Medienkompetenz nicht komplett hinten rüberschmeißt. und sagst, nee, das machen wir nicht.

27:07 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde das auch voll nachvollziehbar. Zumal ist ja, also das hat irgendwo, ich glaube, auch sogar einen Nick. Bin mir gerade nicht sicher, hat mir irgendjemand auch geschrieben, ob der Vorhang in Videotheken, kennst du, ja Nick hat das geschrieben, kennst du Videotheken noch, wo man hingeht und sich DVDs ausleiht? Nur aus Erzählung, ne?

27:25 Simon Pycha

Ich weiß, dass ich mal da war. Ich weiß, dass ich da auch nicht rein durfte.

27:30 Gavin Karlmeier

Es gab da getrennte Räume. Es gab auch Erwachsenenvideotheken, die waren ab 18, aber es gab eben auch Familienvideotheken. Da gab es abgetrennte Bereiche, hinter denen es dann nur Erwachsenenhalte gab. Also Splitterfilme, aber eben auch viel Pornografisches und so. Und er hat gefragt, ob der Vorhang in Videotheken schon Technik oder noch Jugendschutz war. Und ehrlicherweise war aber genau das: du lässt ja junge Menschen daran partizipieren, dass es hier auch N64-Spiele gibt und so. Wow. Aber eben, es gibt eben auch Bereiche, die für junge Menschen nicht geeignet sind. Ich halte das für clever, man muss es nur richtig machen. Hast du mit Roblox Kontakt gehabt? Hast du das mal gespielt? Bist du dann wiederum zur Altfahr, ne?

28:10 Simon Pycha

Nein, nein, nein, ich kenne das. Also ich würde sogar, das ist ja heute noch immens beliebt. Ich bin leider bei einem Spiel kleben geblieben und spiele seit 15 Jahren World of Warcraft und ich bekenne mich. Ja, denkt man gar nicht.

28:23 Gavin Karlmeier

Das ist ja toll. Aber streamst du das auch? Weil es gab ja jetzt gerade in Deutschland in der großen Twitch-Bubble dieses Event, dass 150 StreamerInnen gemeinsam nochmal World of Warcraft spielen und so.

28:33 Simon Pycha

Ja, alles gesehen, ich fand es ganz grausam, als jemand, der das schon sehr lange spielt. Also ich habe das wirklich im Kinderzimmer, als das rauskam, als das noch ein riesen Eklat war, dieses Spiel zu spielen, weil damals ja auch der der Abhängigkeitsfaktor als immens hochbetitelt wurde. Und das kam eben genau raus, als ich ungefähr 13. Nee, das stimmt gar nicht. Ich durfte es eine Zeit lang auch gar nicht spielen. Und wie gesagt, daran bin ich kleben geblieben, deswegen Roblox nicht meine Welt. Leider.

29:04 Gavin Karlmeier

World of Warcraft 2004 erschienen.

29:07 Simon Pycha

Ja dann war das bei mir echt noch ein. . Ich war, also, ich überlege gerade, ich glaube ich war 10, 11, als ich das angefangen habe. Wow. Krass.

29:16 Gavin Karlmeier

Na jedenfalls gibt es bei Roblox, und damit führen wir jetzt die ganzen Fäden zusammen, über die wir gerade gesprochen haben, genau diese Dinge. Es gibt eine KI gestützte Altersverifizierung. Dabei wird sowohl dein Gesicht gescannt um das einzuschätzen, wie alt du bist. Das wird aber auch immer wieder wiederholt, wenn es zum Beispiel Hinweise darauf gibt, dass man sich nicht sicher ist, wie alt du bist. Und gleichzeitig gibt es dort eine Unterteilung, der, du hast es gerade, wie hast du es genannt? Multilevel Playground

29:42 Simon Pycha

Ja, Playing Field habe ich es damals genannt, aber ich glaube, das ist so ein fliegender Begriff.

29:47 Gavin Karlmeier

Finde ich einen guten Begriff. Da gibt es das nämlich genau so. Also, wenn du zum Beispiel in der Altersgruppe 13 bis 16 bist. kannst du nur mit Leuten schreiben, die in der gleichen Altersgruppe sind, um daraus eine, man unterteilt sozusagen die Community, damit es eben nicht diese ganzen Probleme gibt, die es bei Roblox eben bekanntermaßen gegeben hat. und wahrscheinlich auch immer noch gibt, also Minderjährige, die gemeinsam auf Diddy-Partys bei Roblox unterwegs sind, Grooming durch Erwachsene, die. . versuchen von Minderjährigen irgendwelche sexuellen Inhalte zu bekommen und so weiter und so weiter. Oder sexualisierten Inhalte Und deswegen hat eben Roblox diese Altersverifizierung eingeführt und Wired hat darüber einen Text geschrieben mit der Überschrift Roblox KI gestützte Altersverifizierung ist ein komplettes Desaster. Also es funktioniert alles überhaupt nicht wohl. Also es war, man sieht zum Beispiel schon jetzt auf Ebay altersverifizierte Accounts für Minderjährige ab neun Jahren. für 4 Dollar. Das scheint relativ unproblematisch weiter zu verkaufen und weiter nutzbar zu sein, was komplett skurril ist. Gleichzeitig gibt es aber auch Probleme, dass diese Altersverifizierung eben nicht funktioniert. Also dadurch, dass du auch häufiger gefragt wirst, gibt es einen Hinweis darauf, dass Roblox vermutet. Dass Leute da wohl Betrügereien vornehmen. Das führt aber trotzdem dazu, dass Leute es immer noch ausgetrickst kriegen. Und zwar in so großem Stil, dass eben selbst Wyatt jetzt gar darüber schreibt. Also ist halt, ist schwierig am Ende.

31:11 Simon Pycha

Ich glaube aber, dass, also das sind natürlich alles berechtigte Themenpunkte, ich glaube einer der größten Treiber ist aber die Monetarisierung. Also ich, ne, Roblox, man kann ja diese V-Bugs kaufen, so werde ich mich da richtig.

31:24 Gavin Karlmeier

Das ist Fortnite, aber macht nichts. Robux heißen sie, glaube ich, dort.

31:30 Simon Pycha

Oder so. Und ich glaube, dass sobald halt da ein Monetarisierungsfaktor mithängt und Personen da tendenziell Geld ausgeben können, das viel heikler wird und dass ein viel krasserer Treiber ist für Plattformen und Betreiber als ähm. Die Themen, die sowieso da zusätzlich noch stattfinden.

31:47 Gavin Karlmeier

Ja, und ausgerechnet ein amerikanischer Staat stört sich jetzt so sehr daran, nämlich New York. Oder konkret die Gouverneurin von New York, Cathy Hockwool, dass sie jetzt die Online-Sicherheit von Kindern in Online in Videospielen und Online-Spielen zu einem großen Thema für sich macht und deswegen ganz konkret Roblox regulieren möchte. Es gibt seit zwei Jahren schon Ein Gesetzentwurf mit dem Namen New York Children's Online Safety Act, kurz Nycosa, oder wie er auch genannt wird, Stopped Online Predators Act. Und der soll eben in New York dazu führen, dass auch Online-Spiele eben umfangreich reguliert werden müssen oder werden. Toi toi toi.

32:27 Simon Pycha

Definitiv.

32:28 Gavin Karlmeier

So, wir haben schon eine halbe Stunde geredet und noch nichts gesagt. Wir haben noch ganz viele Themen. Und zwar am Wochenende. Und das normalerweise berichten wir darüber fast gar nicht mehr, aber es ist unter einem gewissen Gesichtspunkt trotzdem interessant. Am Wochenende gab es Jenga, wie wir sagen, denn bei X gab es am Freitag für mehrere Stunden einen Totalausfall. Du konntest vom Web oder vom iPhone nicht mehr auf X zugreifen. Und das ist deswegen interessant, der war über mehrere Stunden, hat sogar dazu geführt, dass diverse Medien Live-Ticker eingeführt haben, weil Ex nicht mehr erreichbar ist. muss man jetzt mal darüber diskutieren, ob Sie das für Threads zum Beispiel auch gemacht hätten, falls da deutlich mehr NutzerInnen als Ex, sprechen wir gleich drüber. Na, jedenfalls ist es der gleiche Tag gewesen, an dem Elon Musk eigentlich sein Versprechen hätte halten müssen, den Algorithmus komplett Open Source und öffentlich zu stellen, was nicht passiert ist. Am selben Tag war X einfach nur für mehrere Stunden offline. Und ich habe so ein bisschen, ich will ja nicht immer eine Verschwörung wittern, aber ich habe da schon einen Zusammenhang drin gesehen, dass es schon auffällig ist. dass am selben Tag, an dem dieses Versprechen fällig wird, die Plattform leider nicht erreichbar ist und wir gar keine Zeit hatten, das online zu stellen, weil unsere EntwicklerInnen waren alle damit beschäftigt, dieses Problem zu lösen.

33:33 Simon Pycha

Das kommt ungünstig gelegen.

33:35 Gavin Karlmeier

Ja, ganz doof. Ah, so ein Mist. Das dauert jetzt leider noch mal ein paar Wochen. Elon Musk hat sich seitdem auch noch nicht weiter zu diesem Algorithmus geäußert. Mal schauen, wann das kommt. Ich habe gerade gesagt, wir können was über NutzerInnenzahlen sagen. X hat weltweit laut Similar Web und zwar sind das die Daily Active Users in iOS und Android, 126,2 Millionen NutzerInnen. Threads mittlerweile 143,2. Das heißt, der Abstand ist nochmal deutlich größer geworden. Threads alt Ex langsam davon. Das kann man schon beobachten.

34:04 Simon Pycha

Ich habe total das Gefühl verloren für die Bewertung der unterschiedlichen Plattformen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich hatte früher immer ein relativ gutes Gefühl, wer wo stattfindet. Also so, welche Leute du auf Twitter findest, welche Leute du auf Instagram findest, wie hoch auch irgendwie so das Gesamtvolumen ist Und jetzt, irgendwie so in den letzten drei, vier Jahren ist mir das komplett entlitten. Und ich weiß nicht, ob das ein Mii-Ding ist oder so ein gesamtgesellschaftliches, einfach weil der Umbruch zu stark ist.

34:35 Gavin Karlmeier

Gut, die Generationen vor uns sind immer einsamer geworden, als sie 30 wurden, weil sich die ganzen Freundeskreise zerschlagen haben. Wir wissen einfach nicht mehr, wo wir hingehen müssen, um die Bubble zu finden. Vielleicht ist das so. Vielleicht liegt es aber auch einfach in dieser kompletten Zerstreuung der letzten Jahre. Und das hat auch mit dem Älterwerden zu tun, na klar. Wenn du 16 bist, ist es ein No-Brainer, dass du jemandem auf Snapchat schreiben kannst. Aber wem schreibst du mit 36, wenn du nicht zu LinkedIn möchtest?

34:59 Simon Pycha

Ich konnte letztens meinen Chromecast nicht mehr einrichten und habe mich gefühlt wie meine Eltern. Also es geht schneller als man denkt, wirklich.

35:07 Gavin Karlmeier

So was ist immer ganz toll. Ich habe gestern hier meine Freundin und ich haben relativ lange versucht herauszufinden, wie man in Microsoft Edge, fragt nicht lange Geschichte, Microsoft Edge den Pop-Up-Blocker deaktivieren kann. Das sind so Rätsel der Menschheit, die bleiben unbeantwortet dann.

35:25 Simon Pycha

Ja, also ich glaube, man disconnectet sich schneller, als man denkt. Das ist ein laufender Prozess.

35:32 Gavin Karlmeier

Das ist wirklich so, ne? Apropos disconnecten, die BBC, hat jetzt selber gesagt. Also die haben einen scheidenden Generaldirektor, Tim Davy, der jetzt vom Parlamentsausschuss gefragt wurde, warum die BBC eigentlich noch dort aktiv ist. Also wir wissen, in Großbritannien gibt es ziemlich starken Gegenwind gegen Ex wegen der Grog-Sexualisierungsthematik, über die wir hier auch viel gesprochen haben. Also In Großbritannien kann man immerhin diese Nacktbilder nicht mehr generieren, aber, oder zumindest nicht sehen, aber das heißt nicht, dass Grog damit jetzt plötzlich geheilt wäre oder moralisiert wäre. Tim Davey sagt, wir gehen trotzdem zur Ex und wir wollen auch dort aktiv bleiben, wo junge Menschen ihre Nachrichten beziehen. Weil, egal wie groß der Druck ist, den ich hier erlebe. Und da weiß ich nicht, ob er sich damit so einen großen Gefallen tut, mit dieser Perspektive.

36:17 Simon Pycha

Das ist halt so ein Totschlagargument. Also das ist ja dieselbe Argumentation, warum damals Medienmarken auf TikTok gegangen sind. Mit derselben Motivation und denselben Begründungen. Wir müssen da sein, wo die jungen Leute stattfinden. Und sobald die Schwelle überschritten war, wo es gesellschaftlich akzeptabel war, sind da alle hingerannt. Deswegen, also ich finde, die Argumentation ist sehr, sehr etabliert.

36:40 Gavin Karlmeier

Ja, aber die ist so, bei X gilt es halt nicht. Also, wenn ich habe gerade die Zahlen genannt, wie klein sie verhältnismäßig sind, wenn du dir anschaust, wie viele Millionen Menschen Instagram, TikTok, whatever irgendwo erreicht. dann ist Ex halt einfach keine kritische Masse. Und vor allem, wenn du das dann noch runterbrichst auf junge Menschen in Großbritannien, weiß ich nicht, wie viele von denen übrig bleiben.

37:03 Simon Pycha

Also ich glaube, ich sehe sowas immer so ein bisschen aus der Analysebrille und es ist oftmals, dass du am Ende halt nicht verargumentieren kannst, die Klicks nicht mitzunehmen. Also dass wenn du aufhörst, da stattzufinden, dann geht halt der Graf nach unten und die Leute, denen du das erklären musst, die können das meistens nicht einordnen. Und dann

37:22 Gavin Karlmeier

Ich verstehe den Punkt, aber mit der Argumentation könnten Sie auch einen Account of Truth Social anlegen, weil Sie wollen halt einfach nur mehr Klicks Und die Frage ist, ob so ein öffentlich-rechtliches Medium wie die BBC nicht möglicherweise sich auch so etwas leisten könnte, was wir hierzulande Rückgrat nennen. Also, man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen, vor allem dann nicht, wenn du nicht auf Klicks am Ende eigentlich angewiesen bist. Aber das führt uns direkt zur nächsten Geschichte der BBC. Die BBC hat angekündigt Dass sie einen Vertrag, gemeinsam mit The Financial Times, hat das exklusiv zuerst berichtet, dass sie einen exklusiven Vertrag mit YouTube geschlossen haben. Dass die BBC exklusive Inhalte für YouTube generieren wird und dort auch eigene Shows produzieren werden, die zunächst auf YouTube veröffentlicht werden und im Ausland dann auch monetarisiert werden. Das heißt, die BBC wird Geld damit verdienen, dass außerhalb von Großbritannien die Inhalte der BBC über YouTube eigenmächtig veröffentlicht werden. Bislang passiert das üblicherweise eher über Lizenzierung, also dass sie zum Beispiel eine Show verkaufen an die ARD. Oder an Disney und die dann auf Streamern landen. Und das haben sie jetzt eben auch mit YouTube vereinbart. Das ist deswegen interessant, weil die BBC eine völlig andere Strategie fährt als die ARD zum Beispiel hierzulande. weil die BBC sehr stark auf eigene Angebote setzt. Vor allem im eigenen Land haben sie eben mit dem iPlayer und Sounds, das ist deren Audiothek sozusagen. eigentlich immer wieder gesagt, nee, nee, wir wollen, dass die Leute zu uns kommen. Wir veröffentlichen auf YouTube maximal Teaser, kleine einzelne Ausschnitte, aber eben keine kompletten Shows. Und das ändert sich jetzt gerade, weil sie eben jetzt hier diesen Rahmenvertrag mit der YouTube vereinbart haben.

38:59 Simon Pycha

Ich glaube, also auch da sind es irgendwie so ein bisschen die Erfahrungswerte und man sieht ganz gut, dass die Strategien ein Umbruch sind. Also alles das, was man ja auch hier irgendwie so stark Fokussiert und versucht, die Leute auf die Mediatheken zu ziehen, muss ich ja irgendwann auch auszahlen. Und ich finde es ganz spannend, wenn man so einen Kurswechsel irgendwie mal mitnimmt.

39:19 Gavin Karlmeier

Ich finde es auch spannend. Ich will das erstmal gar nicht grundsätzlich verteufeln. Wir haben schon öfter darüber gesprochen, dass YouTube offenbar mittlerweile längst zur Kern-Entertainment-Plattform. geworden ist, dass es weltweit ein unglaubliches Wachstum gibt, dass die Oscars zu YouTube gehen. Und finde das aus markenrechtlicher Sicht auch gar nicht so oder wie sagt man aus Markensicht. Für die BBC gar nicht so bedenklich, weil der Unterschied, ob sie das jetzt auf YouTube hochladen und die eingeblendete Werbung dazu führt, dass sie direkt Geld verdienen. Oder ob sie es an Disney verkaufen und eine Pauschale kriegen, dass Disney sich dann andernorts über Werbung zurückholen muss oder über Mitgliedschaften. Finde ich, macht keinen großen Unterschied. So. Die Frage ist so ein bisschen, ob das öffentlich-rechtliche System so stark mittlerweile, und das ist etwas, das wir in Deutschland auch diskutieren müssen, so stark unter Druck steht, dass hier solche Monetarisierungsmodelle überdacht und angedacht werden, anstatt zu überlegen. Warum denn nicht einfach dann werbefrei? Es ist doch ohnehin produziert. Also finde ich, ist eine viel interessantere Debatte, die sich daran eigentlich anschließt.

40:25 Simon Pycha

Definitiv.

40:26 Gavin Karlmeier

Ja, spannend auf jeden Fall. Übrigens kam diese Meldung drei Tage, nachdem eine Zahl veröffentlicht wurde und zwar von Ich habe keine Zahlenquelle leider, aber Deadline hat das, doch Deadline hat das analysiert, das DWDL von Großbritannien sozusagen. Dass YouTube die BBC in der Zuschauerreichweite überholt hat. Zumindest wenn es um die Metrik geht der Aufrufe von mindestens drei Minuten. Haben die Leute mehr Zeit auf YouTube verbracht oder mehr Menschen haben Zeit auf YouTube verbracht als mit der BBC. Und das ist nämlich das erste Mal passiert. Jetzt im, ich glaube, Januar. Das ist krass. YouTube ist.

41:09 Simon Pycha

Ich muss da gerade nochmal kurz zehn Sekunden drüber nachdenken.

41:12 Gavin Karlmeier

Also ich kann während du nachdenkst, kann ich noch ein bisschen dazu erzählen, was interessant ist. Die BBC selber sagt, dass das ja eine Frage der Erhebung ist, womit sie natürlich recht haben, aber sie sagen, wenn du nicht dreiminütige Zeitspann nimmst, sondern fünfzehnminütige Zeitspann legt die BBC immer. immer noch vorne. Auf der anderen Seite versuchen sie sich damit natürlich ein bisschen schönzureden, was die Realität schon ist, weil wenn die Leute, vor allem junge Menschen, die man erreichen muss als Medienhaus, weil die eben. . im Vergleich zu den alten Leuten auch in 40 Jahren noch da sind und deswegen idealerweise jetzt schon Markenkontakte auslösen. Wenn die jetzt schon weniger Zeit mit der eigenen Marke verbringen, die aber gleichzeitig in Großbritannien Das Geld sozusagen hergeben. Vielleicht macht es Sinn, dann als BBC zu sagen, hey, wenn wir aber zu YouTube gehen, ist es ja best of both worlds, frei nach Hannah Montana, wie du gesagt hast.

42:02 Simon Pycha

Für mich bedeutet das ja gleichzeitig nochmal eine Auswirkung auf die Inhalte. Also wenn es ja irgendwo klar, dass Leute, die Inhalte bei BBC konsumieren, tendenziell länger gewillt sind, die anzuschauen. Deswegen wundert es mich gar nicht so, dass sich drei und fünfzehn Minuten irgendwie unterscheiden. Ich sehe da so ein bisschen andere Reaktionen draus abzuleiten, weil für mich war es irgendwie eine Frage der Zeit, dass wenn YouTube natürlich auf eher kürzere Inhalte optimiert wird, wird, die Nachricht jetzt nicht so überraschend kommt, würde ich mal behaupten, sondern halt einfach nur unterstreicht, wie krass die Markenmacht ist.

42:36 Gavin Karlmeier

Ja Die BBC da aber sagt, wir haben jetzt nicht mehr hier diese eigene Power und schaffen es nicht mehr, dass die Leute zu uns kommen, sondern wir gehen jetzt auch zu YouTube und versuchen da das Publikum mitzunehmen. Als jemand, der lange in öffentlich-rechtlichen Häusern Strategien vorangetrieben hat, die gesagt hat, die Leute sind da, also gehen wir auch dahin und eher für eine Präsenz in diesen Plattformen argumentiert hat, finde ich das sogar nachvollziehbar. Ich finde nur interessant, was man daraus eben ablesen kann, weil das eben grundsätzlich diese starke BBC am Ende auch, wenn man so will, ein bisschen schwächt.

43:12 Simon Pycha

Definitiv.

43:13 Gavin Karlmeier

YouTube übrigens hat angekündigt, meldet heise, unser Mutterschiff. Liebe Grüße, Küsse YouTube Blockert, die Werberichtlinien für kontroverse Themen. Also wenn du ein YouTuber, eine YouTuberin bist, die sich wie YouTuber selber sagt, verantwortungsvoll mit Themen wie Suizid oder Abtreibungen beschäftigst. Kannst du deine Videos trotzdem monetarisieren? Das ist neu, weil alle Inhalte, die als kontrovers klassifiziert wurden, bislang eben frei von Monetarisierung bleiben mussten. Ja, da kann man zwei, ich finde, da kann man zwei Schlüsse rausziehen. Also man kann entweder sagen, es ist eigentlich gut, ne? Eigentlich eine gute Entwicklung, dass YouTube anerkennt, dass. Dass diese Themen zu unserer Gesellschaft gehören und auch CreatorInnen, die dazu Inhalte machen sollten, die Möglichkeit haben, davon leben zu können. Wer die eine Lesart. Die andere Lesheit ist aber leider, dass gerade Alphabet, Google, YouTube in der Trumpisierung der letzten Jahre, anderthalb Jahre oder es ist gerade mal ein Jahr, wenn diese Folge rauskommt. dass die ganz schön mitgemacht haben und dass kontroverse Themen als Begriff dann möglicherweise eben mittelfristig, auch wenn sie das jetzt hier jetzt gerade noch einschränken und ausschließen, Mittelfristig natürlich auch heißen kann, dass auch Leute, die dort Hassrede und Desinformationen verbreiten, davon möglicherweise irgendwann leben könnten.

44:27 Simon Pycha

Definitiv. Ich musste mal, also ich rutsche mal gedanklich direkt an die US-Pressesprecherin ab, die den Neutralitätsbegriff ja extrem dehnt. Und genau so stelle ich mir das dann irgendwie im Backend von YouTube vor, wo so ein Video aufgemacht wird und dann wird da irgendwie die ersten eineinhalb Minute angeguckt. Und dann stelle ich es mir sehr fraglich vor, ob das dann als neutral begutachtet wird, was ich als neutral irgendwie definieren würde. Aber grundsätzlich an sich eine schöne Entwicklung. Aber irgendwie sehe ich schon irgendwie so die zweite Option. auf mich zu kommen.

45:04 Gavin Karlmeier

Bitte nicht. Ja, vermutlich wird das so kommen. Ich finde übrigens, ich habe jetzt hier noch so ein bisschen Kleinkram, bevor wir gleich in unsere Rubrik gehen. Ich finde es übrigens eine interessante Beobachtung, dass Leute sagen, dass Meta durchaus davon profitiert, dass es gerade diesen 2016-Trend gibt weil du damit relativ gut eine KI auf die jüngeren Versionen von Menschen trainieren kannst und damit dann so mit einem Kontext herstellen kannst und damit möglicherweise Dinge ableiten kannst für so KI-Modelle.

45:34 Simon Pycha

Ich bin ja so krass anti- diese Rückblicktrends aus diversen Gründen. Ich muss dazu sagen, dass ich selber gerade noch vor einer Stunde Storys zu diesem Thema hochgeladen habe. Und das jetzt wahrscheinlich eine ziemlich starke Doppelmoral ist. Aber ich muss ja immer mit den Augen rollen, weil ich das Gefühl habe, es wird halt was wieder warm gemacht, was ich schon gesehen habe. Aber vielleicht lebe ich auch einfach zu stark im Internet.

45:59 Gavin Karlmeier

Ich weiß nicht, ob ich das hier schon mal gesagt habe, aber ich empfinde das ja. Doch, ich glaube, ich habe das in der Jahres-, in unserer Jahresanfangs-Episode mit unseren Thesen hatte ich das drin. 2016 ist nicht irgendein Jahr, das wir gerade zelebrieren, sondern das war das Jahr, in dem wir plötzlich alle mit Videos im Internet angefangen haben. Snapchat fing an, Instagram Stories kamen. Die ganzen Hochkantvideos sind plötzlich entwickelt worden. Die Leute haben quick and dirty Videos produziert und nicht einfach nur Fotos. Die Leute haben Pokémon Go gespielt und Powerbanks für sich entdeckt, weil plötzlich. . Dass diese Phänomene alle groß waren. Also 2016 war ein ziemlich bemerkenswert wichtiges Jahr und es war das Jahr, in dem Donald Trump und der Brexit demokratisch verabschiedet wurden, bedeutet auch das letzte Jahr, in das wir gestartet sind, bei dem wir alle dachten, es kann ja alles, am Ende wird alles gut.

46:50 Simon Pycha

Ich finde es so schön, dass es Touchpoints wie deinen gibt, der sowas beleuchtet, weil wenn ich meine Storys aktuell angucke, dann habe ich das Gefühl irgendwie nicht, dass das dabei rauskommt.

46:58 Gavin Karlmeier

Ja, aber das ist trotzdem, man denkt so gerne an das Jahr zurück, glaube ich. Das ist ein besonderes Jahr gewesen. Das glaube ich auch. Ja, aber Leute, vielleicht ladet ihr nicht so viele Fotos von euch 2016 hoch, wenn ihr nicht wollt, dass Meta damit Sachen macht. So, eine andere Kleinigkeit, die ich eben schon angesprochen habe, oder versprochen habe, dass sie kommt, denn der Threats Account von Disney. hat an diesem Wochenende einen Post veröffentlicht mit der Formulierung Share a Disney quote that sums up how you're feeling right now. Also postet einen Disney Zitat, das beschreibt, wie ihr euch fühlt, und es sind Dutzende Antworten gekommen. Wirklich Ohne Ende, es gibt Videos davon, wo Leute so runterscrollen. Und es reicht von These White Men Are Dangerous as Pocahontas zu The Human World is a mess. aus Ariel zu You Speak of Justice, Esmeralda, Notre Dame. Also dieser Zusammenhang zwischen. Den Disney-Konzern, der durchaus auch vor Trump irgendwie mitbuckelt und sich wie viele Tech Unternehmen sich gerade irgendwie so einreiht. Wir erinnern uns daran, dass Disney der Konzern ist, der Jimmy Kimmel vom Sender genommen hat. gleichzeitig, aber jahrelang dieses Miteinander und wir können alles schaffen und diese am Ende ja fast schon ein Vokis-Weltbild vermittelt hat, das ist da so sehr zusammengeclasht, dass Disney was gemacht hat mit dem Threads-Post. Samin gelöscht, nachdem Dutzende Antworten darunter gesammelt wurden.

48:22 Simon Pycha

Was ja einfach nur ein unglaublich schlechtes Beispiel für Community Management und den Umgang mit eigenen Inhalten ist.

48:30 Gavin Karlmeier

Ja.

48:31 Simon Pycha

Ohne jetzt den Hintergrund davon wegzunehmen, weil der kommt ja noch absolut obendrauf. Aber ich finde, das ist so ein Trauerspiel, wenn man es nicht schafft, irgendwie die eigenen Inhalte ordentlich zu moderieren und das in eine richtige Bahn zu lenken.

48:43 Gavin Karlmeier

Ja. Also klar, also wie willst du das auch machen, wenn du quasi mit deinen eigenen Waffen geschlagen wirst, aber du hättest das natürlich embrazen können. Du hättest sagen können, wir Ja, das sind alles Teile von uns und wir glauben an eine pluralistische Gesellschaft und ja, manchmal ist es nicht so einfach, wenn du darauf hättest überhaupt eingehen wollen, aber durch das Löschen, mit dem Löschen gibst du ja sozusagen, gibst du ja bekannt, dass das alles genauso kommt, wie du es wie die Leute es hier vorwerfen, so wollte ich sagen.

49:12 Simon Pycha

Ich glaube auch, dass man aus jeder schlechten Situation mit Humor eine bessere machen kann. Also es ist natürlich die Frage, wie das jetzt in dem konkreten Fall irgendwie gegangen wäre. Und ich bin auch kein, ich mache hier kein Community Management 101, dafür habe ich andere Themen. Aber ich glaube, dass man auch da mit ein bisschen Selbstironie. . einen coolen Folgepost raushauen hätte können, um das Ganze wieder zu kontextualisieren und irgendwie einen Mehrwert zu generieren. Und ich finde es irgendwie schade, wenn man wirklich so komplett einknickt.

49:42 Gavin Karlmeier

Voll, ja. Aber einknicken, das ist das Thema der Stunde. Naja, ich nehme dich mal mit hier in unsere kleine Rubrik, weil heute, da haben wir ein bisschen was heute rumliegen. Augenblick. Funktionen und Emotionen. Ich möchte ein Zitat von dem portugiesischen Wissenschaftler und Computerwissenschaftler der Universität Washington, Pedro Domingos, damit möchte ich reingehen, denn er hat gesagt, OpenAI hat endlich AGI erreicht. Und zwar Ad-Generated Income. Denn ChatGPT wird Werbung in die Ergebnisse bringen und zwar Auf der Basis der Nutzeranfragen und des Profils, also das was du sozusagen in ChatGPT reinknallst Wird verwendet, um die entsprechende Werbung auszuspielen. Es wird gleichzeitig eine günstige Bezahlvariante namens ChatGPT-Go geben. Mit der es ein bisschen weniger Werbung gibt. Und die Ankündigungen sind aber, dass die Werbungen, also es gibt fünf Prinzipien für deren Werbung und dazu gehört zum Beispiel, dass Werbung niemals die Antwort des Sprachmodells beeinflusst, dass die Werbung getrennt von der Antwort angezeigt und deutlich markiert werden wird. Und dass diese Werbung sich aber inhaltlich an der Antwort von ChatGPT gleichzeitig ausrichten kann. Bedeutet also, du fragst, warum habe ich rote Pickel im Gesicht? Und dann sagt ChatGPT hier, das könnte Agne sein, und die Antwort der Werbung war apropos Acne, wir haben da was für dich, liebe Grüße, Clerasil

51:11 Simon Pycha

Oh Gott, das ist so dystopisch. Und irgendwie erwartbar zugleich. Also für mich lag das auf der Hand, dass irgendwann die Suchergebnisse da natürlich einen Einfluss drauf haben und mir irgendwie ausgespielt wird, hier ist noch ein 5%-Gutschein. wenn du deine nächste Reise mit Trivago buchst. Also das war irgendwo, hat man das auch irgendwie schon gefühlt. Ich finde es nur irgendwie krass, wenn man es dann wirklich Fwarz auf Feiß liest.

51:36 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem, also ein paar Sachen daran sind sehr interessant. Zum Beispiel, dass im Dezember eigentlich noch Alarmstufe Rot ausgerufen wurde bei OpenAI. Weil Sam Altman festgestellt hat: Scheiße, Google rennt uns gerade davon. Wir müssen alle Ressourcen, die wir haben, jetzt nicht auf Monetarisierung legen, sondern auf die Verbesserung unseres Produktes. Das ist sechs Wochen her und man hat es euch offenbar gedacht. Ah, wir verdienen ja gerade gar kein Geld. Also müssten wir vielleicht doch mal ein bisschen Geld verdienen. Ich finde das ganz interessant. Pip Klöckner vom Doppelgänger-Podcast hat ja die These aufgestellt, dass Google einfach, wenn die schlau sind. idealerweise sich einfach jetzt die Beine hochlegt, keine Werbung nach Gemini bringt, weil sie dann da weiterhin das bessere Produkt haben und damit ChatGPT sich sozusagen selber entschitifizieren lässt. Finde ich sehr gute Beobachtung.

52:20 Simon Pycha

Ich hoffe ja immer auf die die Gegenbewegung. Ich möchte ganz viel Werbung und Coupons Ich bin ja eine absolute Sparmaus. Die dürfen mir alles anbieten. Also ich möchte die Option, wo alle Coupons ausgesendet werden, auch zu Themen, die ich nicht eingegeben habe.

52:37 Gavin Karlmeier

Kai, auch du willst nicht ChatGPT, du willst Add GPT, du willst nur die Werbung. Kann ich das auch ohne die Antworten haben? Würde das gehen vielleicht.

52:45 Simon Pycha

Das ist also vielleicht muss man das auch einmal mal anders betrachten.

52:50 Gavin Karlmeier

Aber um OpenAI hat angekündigt, Konversationsinhalte werden niemals an Werbetreibende weitergegeben, die Nutzerdaten werden nicht verkauft, die Personalisierung soll abschaltbar sein. können. Wir wissen von Meta, was das bedeutet, dass du dann entweder dafür Geld bezahlst oder Werbung angezeigt kriegst, die dann an alle ausgespielt wird, wie zum Beispiel irgendwelche Scams mit Günter Jauch vorne drauf. Und es gibt die Ankündigung, dass, und das finde ich einen sehr pikanten Satz, ich zitiere wortwörtlich, während der aktuellen Testphase soll Werbung nicht an Minderjährige ausgespielt werden. Was also bedeutet, danach schon

53:29 Simon Pycha

Ja, wir schauen mal, wie es läuft, und behalten uns alles vor.

53:33 Gavin Karlmeier

Mal sehen, wie viele Leute im Krankenhaus landen, in welchen Werbungen die bei uns kommen. Wenn es wenige sind, dann gibt es auch das für Kinder. Ein anderes Ding, worüber ich mit dir sprechen möchte, ist Link. Ich habe in der letzten Folge die Community gebeten, mich doch bitte daran zu erinnern, dass wir da heute drüber sprechen. Und ich sag mal so. In unserem Discord haben ungefähr 100 Leute Link geschrieben. Da habe ich mich sehr, sehr drüber gefreut. Kennst du schon Link? LYNQ?

53:56 Simon Pycha

Nee, sagt mir gar nichts.

53:58 Gavin Karlmeier

Also, Link ist der Versuch, und also man muss dazu sagen, es ist nicht dezentral. Es ist ein neues soziales Netzwerk, das versucht. Einerseits diese LinkedIn-Bubble irgendwie in ein neues Netzwerk zu transferieren, also es ist ein Business-Netzwerk, in dem auch diese Business-Umgebung sozusagen gefragt ist, wenn du dich registrierst, wirst du auch gefragt. welche Circles sind für dich interessant? Bist du eher so ein South by Southwest-Typ oder willst du zu unserem Paris-Meet-Upkommen und so? Also so Begriffe, bei denen ich auch schon so Pickelkriege, bei denen ich ChatGPT fragen müsste, wo die herkommen. Gleichzeitig sieht es aber relativ sleek aus und es hat so vom User Interface eher so ein bisschen eine Mischung aus. Instagram und Threads. Also es ist sehr weiß, sehr fließende, clevere Timeline mit sehr vielen Bildern. Ich wollte das zumindest mal vorstellen. Es ist bislang Invite-only, wenn ihr möchtet, findet ihr einen Invite-Code in den Shownotes. Wenn ihr nicht möchtet, ich sag mal so, also ich bin kein LinkedIn-Fan, muss man fairerweise dazu sagen. Aber wenn ihr da nicht hingeht, glaube ich, verpasst ihr nicht so super viel. Trotzdem vielen Dank an unseren Haki Thomas Riedel, dessen Invite-Code ich benutzen konnte, um mir das Ding so ein bisschen anzuschauen. Das Ding.

55:06 Simon Pycha

Das Ding. Ich habe mir gerade parallel mal die Instagram-Seite davon aufgemacht und der allererste Post ist LinkX Cape Town, February 2026. Und ich könnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mit Christian Wolf in einem Liegestuhl am Strand zu liegen und mir anzuhören, was er in irgendwelchen Teams-Meetings sagt.

55:27 Gavin Karlmeier

Aber das ist das Konzept.

55:28 Simon Pycha

Das ist meine persönliche Hölle.

55:30 Gavin Karlmeier

Wir sehen uns auf Link. Also nein, ich will aber eine Sache trotzdem dazu sagen, weil ich glaube, ich bin einfach nur anfällig, ne? Aber Ich finde, das Design ist wirklich ganz gut. Und da will ich kurz dazu sagen, wie leicht mich das dann doch begeistert, wenn eine App irgendwie gut aussieht. Also Zum Beispiel das eigene Profil für die, die den Podcast hier bei YouTube oder PeerTube schauen, das eigene Profil sieht so ein bisschen aus wie die Anrufsseite auf dem iPhone. Also vollflächig, großes Bild, großer Name und so. Man hat sich vom Design her hier viele Gedanken gemacht. Und das Will ich erstmal lobend erwähnen. Aber ich, wie gesagt, Business-Netzwerke ist nicht die Welt, in der ich Spaß habe.

56:12 Simon Pycha

Ich muss ja eigentlich gestehen, ich schon. Also ich mache ja auch relativ viel auf LinkedIn. Ja, schick das mal rüber. Ich gucke mir das an. Ich lasse mich von sowas eigentlich recht leicht begeistern. Für mich ist das aber in allererster Linie irgendwo ein News-Agggregator und wenn das die App nicht hinbekommt, ja, so ist es bislang nicht. Ja, und das ist glaube ich so das Hauptthema, weil ich nutze halt LinkedIn wirklich stark für Newsinhalte und bin weniger so der Event-Typ.

56:41 Gavin Karlmeier

Was ich aber interessant finde, ist der Versuch, wie Sie es zum Growth Hack machen wollen, weil sie ihnen dieses News Ding nicht haben. Also erstmal kannst du dafür bezahlen und zwar genauso wilde, also 20 Euro im Monat oder 120 Euro im Jahr. Damit hast du vollen Zugriff auf alle Profile, inklusive die verknüpften Instagram- und LinkedIn-Profile der NutzerInnen. Siehst du deine Visitors, also genauso wie bei LinkedIn, wenn du die 62 Euro oder wie viel es ist im Monat bezahlst? Bist du LinkedIn Premium-Nutzer? Nee, tatsächlich.

57:10 Simon Pycha

Bis jetzt hat es auch so geklappt.

57:13 Gavin Karlmeier

So, und es gibt eben auch den Embassender-Status. Embesseder-Status, wenn du 50 Leute eingeladen hast zu Link, dann darfst du eigene Circles erstellen. Und diese Circles wiederum sind eigentlich Gruppen. Und da kannst du deine eigene Events erstellen und so.

57:27 Simon Pycha

Ich finde das ja irgendwie schon kurios von Plattformen, die einen Business-Drill haben. auf Instagram zu verlinken. Also das sind für mich so unterschiedliche Welten. Ich merke das auch immer wieder, wenn mir Leute von LinkedIn auf Instagram folgen, dann schreit irgendwas innerlich in mir. Ich kann mir das immer nicht vorstellen, dass das eine gute Idee ist, wenn ich so eine App rausbringe. Aber vielleicht bin ich da auch irgendwie eine andere Kategorie Nutzer.

57:54 Gavin Karlmeier

Bist du so richtig, hast du so eine klare Trennung zwischen deinem LinkedIn und deinem Instagram-Profil? viel. Achso, ich kenne beides von dir, die Antwort ist ja.

58:01 Simon Pycha

Die Antwort ist ja, es ist auch sehr themenbasiert. Ich frag mich halt nur, ob diese Verzweigung so krass gewünscht ist. Also ne, da sind wir wieder bei den Netzwerkeffekten und dass das natürlich aus einer Sicht die die App rausbringt, natürlich klug ist. Aber ich kann mir eigentlich niemanden vorstellen, der sagt, ja, ich find's total geil, wenn mir die Leute von LinkedIn in die Insta DMs sliden und mir da halt irgendwie dann die Nachrichten schicken, die sie mir sonst nur mit LinkedIn Premium schicken können.

58:27 Gavin Karlmeier

Aber schlimmer, fände ich sind Leute mir von, wenn Leute mich bei Instagram suchen und mir dann bei LinkedIn in die DMs leiden.

58:34 Simon Pycha

Es ist alles, also es leidet mir bitte nur in die DMs, wenn. wenn es wohlwollend und nett ist.

58:40 Gavin Karlmeier

Slidet mir gerne auch in die DMs, wenn's weiß ich auch nicht. Edelt mich auf LinkedIn.

58:46 Simon Pycha

Schick Gavin mal was Nettes.

58:48 Gavin Karlmeier

Schickt Gavin was Nettes. So, dann gibt es die Ankündigung von Instagram, dass die App Edits. Nutzt du Edits für Videoschnitt? Nee, gar nicht. Ich finde die App ja tatsächlich ganz gut, ich finde sie angenehmer als CapCut. Dass du jetzt, und das ist jetzt der krasse Growth Hack. Also es gab zunächst die Ankündigung, dass du Videos, die du mit Edits bei Instagram hochlädst dass die mehr Reichweite bekommen. Jetzt gibt es die Ankündigung, dass du in, wenn du in Edits ein Video erstellst, darin einen Link erstellen kannst in einem Reel zu einem anderen Account. oder zu einem anderen Reel. Das heißt, angenehm, du erstellst ein Reel, ich reacte darauf, dann kann ich, wenn ich das quasi direkt verlinken möchte. Das nur, wenn ich dieses Real in Edits erstellt habe. Damit gibt es jetzt Funktionen, die sozusagen für alle Instagram-NutzerInnen sichtbar und nutzbar sind Aber nur dann in Inhalten auftauchen, wenn sie mit Edits erstellt wurden. Und das ist so der erste Flaschenhals, der zu Edits führt, den wir bislang so noch nicht hatten. Finde ich interessant.

59:47 Simon Pycha

Ich finde es total geil. Also ich muss sagen, ich bin so ein bisschen Oldschool-CapCut-Nutzer, weil es halt einfach zuerst da war und so die erste Anwendung war, die wirklich sehr selbsterklärend ist. Ich bin aber gewillt zu wechseln. Also es sind natürlich irgendwie Erlebniswelten. Ich will aber auch nochmal dazu sagen, dass in derselben Ankündigung vom Instagram-CEO auch drin stand, dass Marken bitte keine Corporate Icons mehr verwenden sollen. Und das möchte ich hier einmal gesagt haben, dass ich keine Business-Logos mehr in Videos sehen will.

01:00:17 Gavin Karlmeier

Richtig auch nicht. Ich rede auch immer, wenn ich so Workshops gebe oder Beratungen, ich rede immer allen das Corner-Logo aus. Kein Mensch braucht dein Firmenlogo in der Ecke eines Reels.

01:00:26 Simon Pycha

Ich finde es so krass, weil ich habe in einer Analyse mal geschrieben, dass man das aus Copyright-Schutz machen sollte, wenn die Inhalte halt geklaut werden und dann klar sein soll, wo die Quelle ist. Und hab dann immer so parallel verfolgt, wie viele Publisher das jetzt machen, was mich natürlich auch immens freut. Und gleichzeitig Ist es ja dann trotzdem irgendwie wild, wenn der Instagram-CEO sagt, bitte mach das nicht, das wird bei uns irgendwie downgerankt und mit einem Defizit bestraft. Und jetzt sage ich genau das Gegenteil, aber halt aus einem anderen Grund.

01:00:58 Gavin Karlmeier

Das ist toll. Du führst die Leute quasi durch die Manege. Du sagst ihnen. Hey, wisst ihr noch neulich, das gilt jetzt nicht mehr. Jetzt kannst du gucken, wer jetzt wieder damit aufhört, weil das sind deine echten Fans.

01:01:08 Simon Pycha

Ja, und bitte klickt einmal auf den Artikel, bevor ihr nur die Headline lest.

01:01:14 Gavin Karlmeier

Ja, und ich glaube, das war's für. Ach ne, ich hab noch was. Oh, und das war's für dich. Ich wollte eigentlich noch über Bluescare sprechen, das schaffen wir heute nicht. Das hört ihr dann alles am Mittwoch. Aber bist du ein Bluescare-Nutzer? Bist du da doll? Nee. Achso, dann. Nicht schlimm, mach mehr. Mittwoch, aber ich habe ein anderes Thema. Und zwar hat TikTok in den USA eine neue App gestartet und in Brasilien auch mit dem Namen Pine Drama. Also Pine wie das wie der Ananas, wie die Ananas und Drama wie das Drama. Und die App ist so eine Mischung aus TikTok und Streaming-Dienst. Du kannst dir dort sogenannte Mikrodramen anschauen. Weißt du, was Mikrodrama ist?

01:01:49 Simon Pycha

Ich habe schon gelesen, deswegen weiß ich es. Aber erklär es mir gerne noch.

01:01:52 Gavin Karlmeier

Also für die, die es nicht wissen, das sind sozusagen kleine, wenn man will, Kurzfilme. die innerhalb von einer Minute erzählt werden. Teilweise gibt es auch Serien, die dann in mehreren Episoden je eine Minute erzählt werden. Und das ist ein Trend, den es schon seit vielen Jahren gibt. Früher waren die noch sehr viel kleiner erzählt, gab es zum Beispiel als Snapchat-Video. Konntest du so Accounts folgen, die dir sozusagen eine ganz schlimme, herzerreisende Liebesgeschichte per Snapchat erzählt haben? Und das versuchen wir jetzt mit Pine-Drama groß zu machen, ist. Es gibt große Plattformen wie DramaBox oder Realshort, die damit schon sehr erfolgreich sind. Variety glaubt, dass bis 2030 ein Jahresumsatz von 26 Milliarden US-Dollar im Mikrodra-Markt liegt, was interessant ist. Es gab auch schon Apps wie QuiBee. die damit gescheitert sind. Also die haben es nicht geschafft, das groß zu machen. Aber TikTok will das jetzt fett machen und glaubt deswegen hier mit Pine Drama irgendwie erfolgreich zu werden.

01:02:44 Simon Pycha

Ich finde das total genial. Also ich habe es vorher kurz einmal durchgeklickt und ich finde es so klug, dieses Framework, von dem TikTok ja eh wahnsinnig profitiert, was auf der Plattform stattfindet und gut funktioniert. Das nochmal zu isolieren, also das natürlich Geschmackssache, aber das einfach nochmal in einer anderen Art und Weise rauszubringen und die Vorzüge der Plattformen auszunutzen. Also das ich finde, das ist so überfällig und hat sich bei verschiedenen Creatern schon gezeigt, dass das wahnsinnig gut funktioniert. Und ich glaube, das ist, also ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber auf jeden Fall wird das Anklang finden.

01:03:24 Gavin Karlmeier

Es gibt einen ganz großen Markt dafür. Wie gesagt, schon seit Jahren. Ich bin nur gespannt, ob TikTok das schafft, da irgendwie das jetzt sozusagen abzuschöpfen, diese Nachfrage, oder ob das Ob das nicht klappt und damit aber vielleicht möglicherweise sogar noch Realshort oder Dramabox hilft und noch größer werden lässt.

01:03:45 Simon Pycha

Meine große Hoffnung war ja nach wie vor die Paywalls auf TikTok und in Verbindung vielleicht damit Aber ich glaube, der Zug ist abgefahren leider. Weil ich sehe die Inhalte genau da. Also ne, dass du irgendwie, du hast einen coolen Markenaccount. machst so eine Miniserie und sagst, ey, wir packen die drei, vier TikToker da noch mit rein, wenn ihr die sehen wollt, müsst ihr halt dieses Mini-Abo zahlen und kriegt dann Zugriff auf unsere Mini-Dramaserien. Für mich fühlt sich das total natürlich an.

01:04:11 Gavin Karlmeier

Ich weiß nicht, ob das klappt. Also ich verstehe natürlich diese Patreon-Subscriber-Modelle, die es auf Instagram ja auch gibt. Ähm, ich weiß noch nicht, ob die so viele Leute tatsächlich nutzen, weil ich die CreatorInnen, denen ich so folge, die diese Subscriber-Modelle anbieten Und ich habe mich durchaus auch schon mal testweise sowas einmal mir angeschaut. Da war so wenig Content, dass ich mir gedacht habe, na, offenbar gibt es so wenig Leute, die sich das angucken, weil sonst würden sie da ein bisschen mehr Energie reinlegen.

01:04:36 Simon Pycha

Voll. Für mich, also ich glaube, es ist nichts, was sich irgendwie für die meisten Marken lohnt. Ich sehe nur diese Erlebniswelten so nah beieinander. Also das würde. . In meinem Kopf geht das total ineinander über und würde voll voneinander profitieren.

01:04:49 Gavin Karlmeier

Ich freue mich, wenn wir auf deinem Instagram-Account bis zu das nächste Mal hier bis hinter der Paywall dann ein Mikrodrama sehen.

01:04:56 Simon Pycha

Das kriegen wir hin.

01:04:57 Gavin Karlmeier

Und freue mich, dass du hier warst. Vielen, vielen Dank, lieber Simon. Das war ganz schön. Das hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank für alle. Unbedingt. Vielen Dank für all die, die bis hierhin zugehört haben. Wir hören uns wieder am Mittwoch.

01:05:07 Speaker 4

Wer dann hier ist, wird es sich noch zeigen, weil es kurzfristige Verschiebungen im Gästeplan gab, ist aber nicht so schlimm. Habt einen guten Start in die Woche, ihr Lieben. Wir hören uns am Mittwoch wieder. Passt auf euch auf und macht's gut. Danke, Simon. Ta-to!