29 Jahre Twittererfahrung – und trotzdem blanke Taschen bei der Frage, wie es denn jetzt weitergeht. Und ob Mastodon tatsächlich eine Alternative ist. Was hat Elon Musk vor? Wir versuchen, es herausfinden. Jeden Morgen ab 6 Uhr.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran!
00:03 Gavin Karlmeier
Das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Laufen wir. Wir laufen. Ah toll. Hallo Dennis. Hallo Gavin. Wir müssen jetzt kurz erklären, was wir machen, bevor wir damit anfangen, das zu tun, was wir vorhaben.
00:16 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Auch weil wir die Idee erst heute hatten.
00:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Exakt. Und die Idee hat sich leider aufgedrängt in den letzten Tagen. Weil wir kommen ja daher, dass wir beide wahnsinnig passionierte Twitter-Nutzer sind. Ich glaube, wir haben uns streng genommen eigentlich sogar über Twitter kennengelernt
00:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Und seit 15 Jahren bin ich persönlich Mitglied bei dieser Plattform. Hast du eine Zahl im Kopf?
00:37 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, 21. März 2008 habe ich mich registriert.
00:41 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Es sind 14 Jahre.
00:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ich bin ja auch genau ein Jahr jünger als du.
00:46 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Vielleicht liegt es daran. Und jetzt geht diese Plattform vor die Hunde? Geht sie gerade vor die Hunde? Vielleicht sind wir uns auch noch nicht sicher, aber die Gefahr besteht.
00:55 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Also es wäre schön, das so einfach beantworten zu können, aber ich glaube, wenn man das so einfach beantworten könnte, hätten wir nicht diesen kritischen Zaungastblick, den wir haben, weswegen wir das hier machen, was wir hier machen wollen. Ich habe das Gefühl, es ist gerade jeden Tag ein neues Chaos, jeden Tag. Alles ändert sich. Es fühlt sich so ein bisschen an wie die Corona-Pandemie in Klein. Nur auf Twitter-Niveau. Und genau deswegen brauchen wir einen täglichen Podcast, damit man so ein bisschen was mal sortiert und ein Gefühl dafür bekommt. Also ich habe eigentlich das Gefühl, wir könnten das für die sozialen Medien sein, weil es Christian Drosten für die Bevölkerung war.
01:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Und wir kommen hier also rein mit Annahmen und neuen Betrachtungen, die alle noch nicht durch die Peer Review durch sind. Und werden jetzt einmal am Tag einen Blick auf Twitter werfen, das Twitter-Update liefern, mit allen vielleicht Folgefragen, auch die da dranhängen, weil wir gucken ja als Medienmacher auch aus einer besonderen Perspektive auf diese Entwicklung.
01:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, voll. Also ich hab grad überlegt, ob das daran liegt, dass wir Medienmacher sind oder ist er einfach, also ist Twitter Ist Twitter nicht einfach voll geprägt von Medienmachern, in Deutschland zumindest, international würde ich das, glaube ich, kann man das diskutieren, aber in Deutschland ist Twitter ja zu dem geworden, was es ist, weil da so viele Medienmacher sind, was es noch besonderer macht, dass da jetzt diese Diese Position von Twitter, die eigentlich ein privates Unternehmen war und dann irgendwann ein börsenlotiertes Unternehmen wurde, das jetzt gerade wieder zu einem privaten Unternehmen wird und da hängt so wahnsinnig viel Chaos dran. Das ist so das, was mich so mich so irritiert und ich glaube, dass das ein Blickwinkel ist, den viele in vielen anderen Ländern auch einfach anders haben, weil es eben nicht nur Medienmacher sind, die da dann bei Twitter unterwegs sind.
02:41 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Vielleicht nehmen wir den Begriff PublizistInnen statt Medienmacher, oder? Also so digitale PublizistInnen sind wir irgendwie alle?
02:48 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, das würde ich kaufen, ja.
02:51 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Das ist natürlich eine ganz schwierige Situation, weil hier jetzt ein Ort kaputt gehen könnte. Und in Teilen gerade auch schon kaputt geht, weil ich weiß nicht, wie du das wahrnimmst, gerade deine Direct Messages in Twitter. Also ich merke schon, dass da was einbricht an Schutz. Den man vielleicht bisher hatte. Jetzt bricht der Spam ein. Es sind Followerzahlen verloren gegangen. Das kommt dazu, also Menschen gehen. Ich habe so das Gefühl. Meine gesamte Blase an Leuten, die ich vielleicht vor ein paar Jahren noch als Als Netzgemeinde bezeichnet hätte, ist jetzt drüben bei Mastodon auch schon. Und ich finde aber, dieser Platz Twitter, der ist bei allem, was wir so die Jahre darüber gemeckert haben, er ist extrem wertvoll. Und extrem wichtig für die Debatte auch. Ich liebe diesen Ort. Und das heißt, wir Da ist gerade was im Umbruch, was wirklich nicht gut ist.
03:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Und vor allem, was nicht wiederkommt. Ich habe da was ganz Spannendes drüber gelesen, oder ist so ein Markus Lanz Satz. Ich weiß leider auch nicht mehr genau, wer es gesagt hat. Markus Lanz hätte das jetzt parat gehabt.
04:03 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Markus Lanz würde den Autor kennen.
04:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Extra persönlich, ist mit ihm lange durch Tibet gewandert. Was ich super spannend fand, dass jemand gesagt hat, dass was Twitter so besonders macht, ist, dass es ein Platz ist, an dem sich Menschen treffen, die sich eben sonst niemals. getroffen hätten. Also da passiert eine Definition, eine Identifikation über Inhalte viel stärker als auf anderen Netzwerken, auf anderen Plattformen. Und es gibt aber auch nicht diese normalen, also nicht digitalen, sondern die analogen sozialen Netzwerke, die ich mit reinbringe, die waren bei Twitter auch nie so wichtig. Also bei Facebook. Haben wir uns damals mal angemeldet, wir haben gerade schon gesagt, wir sind alt, haben wir uns mal angemeldet, um mit Leuten in Kontakt zu bleiben. Und dafür sind wir nie zu Twitter gekommen. Und jetzt haben wir aber das Problem, dass wenn Twitter irgendwann geht. wir mit diesen Leuten nicht in Kontakt bleiben können, weil wir die teilweise nur über Twitter kennen.
04:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Und dann ist da noch dieser Echtzeitfaktor dabei, den eigentlich auch keine andere Plattform in dieser Form bietet. Das heißt, du hast ein Geschehen. Und du weißt nicht, wie du das einsortieren sollst. Und bist einfach noch blank. Und Twitter liefert dir im Grunde in Echtzeit, in dem Moment, in dem etwas passiert, auch direkt die Möglichkeit, dir eine Haltung dazu zu bilden. Nicht immer gut, weil manchmal gibt es auch Ereignisse, wo ich mir die ausgeruhtere Haltung zu wünschen würde. Aber auch sehr schnell zum Ereignis die passende Analyse aus einem thematischen Umfeld, die vielleicht schon ein paar Jahre alt ist, die mir hier aber direkt weiterhilft und so weiter. Das finde ich in diesem Echtzeitmoment bei Twitter. Das heißt, es hilft mir. Das hilft mir auch in ganz vielen Momenten bei der Meinungsbildung, bei allem, was wir vielleicht da so an Effekten, Hate Speech, Desinformationen, von rechts vereinnahmte Debatten und so weiter dort sehen. Ein unglaublich wertvoller Ort.
05:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ich glaube, dass da halt einfach so zwei Sachen zusammenkommen. Zum einen, diese Automatismen, die wir alle entwickelt haben, die viel auf Twitter unterwegs sind, dass wenn irgendwas passiert Also das kann zum einen der Kapitolsturm sein, das kann aber auch eine Absage eines WM-Spiels sein oder eine Demonstration in der Stadt. Der erste Weg ist immer zu Twitter zu gehen. Das wirst du genauso kennen wie ich. Und ich habe ja mal vor zwei Jahren das ehrlicherweise nicht besonders kreative Experiment gemacht, dass ich mich zwei Monate aus allen sozialen Netzwerken rausgezogen habe. Und in genau diesem Zeitraum ist die US-Wahl gefallen und ich hatte das Gefühl, mir fehlen viele Perspektiven, die ich nur über Twitter bekommen hätte. Auch, und dann kommen wir nämlich zu diesem zweiten, was da mit reinfällt, dass Twitter ja etwas wahnsinnig Unmittelbares bietet, weil man nichts produzieren muss, um was zu produzieren. Also ich kann was tippen und ich kann es veröffentlichen. Und der Trend geht ja eigentlich eher dazu, dass der Content, den ich herstelle, immer aufwendiger zu sein hat. Also Instagram brauchte immer zumindest ein Bild oder ein kurzes, außer La Menge gemachtes Video. Bei TikTok ist jetzt schon der Anspruch an die ästhetischen Gepflogenheiten des Videos schon relativ hoch sogar. Und Schütter war das alles immer nicht. Wir sprechen das schon tot gerade, habe ich das Gefühl.
07:10 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Du sprichst im Präteritum, aber bleib dabei.
07:13 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Es hat sich aufgedrängt, ich weiß nicht, wo es herkommt. Doch, ich weiß, wo es herkommt, weil ich das Gefühl habe, jeden Morgen komme ich neu ins Netz. Auch so ein geiler Boomersatz. Neu ins Netz. Und hab das Gefühl, es ist alles noch ein bisschen beschissener geworden. Alles ist noch ein bisschen schlimmer geworden. Also, und da macht Tütter etwas gerade ganz. Bemerkenswert ist, finde ich, weil Twitter ja dazu übergegangen ist, solche Topics zu erkennen, die außerhalb von Hashtags passieren und darüber hinaus kuratierte Inhalte, also algorithmisch kuriotierte Inhalte ausspielen. Und eines dieser Themen, bei denen Twitter glaubt, dass sie mich interessieren, ist Elon Musk, was dazu führt, dass ich jeden Tag in meiner Timeline, auch ohne dass jemand retweeten muss, wirklich Informationen von irgendwelchen ehemaligen Twitter-MitarbeiterInnen habe, die in mir rein quasi sofort serviert werden, wenn ich die App öffne.
08:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja, und was passiert mit dieser Plattform? Das wollen wir in diesem Podcast jetzt die kommende Zeit mal jeden Tag einfach auseinandernehmen. Also, was sind die Pläne von Elon Musk? Was ist davon zu halten? Was würde das bedeuten? Wir kümmern uns vielleicht auch mal um so Folgefragen, weil also klar, trotz allem, was wir gerade so erzählt haben als Publizisten, blicken wir auch so ein bisschen aus einer Medienmachersicht ja am Ende darauf. Was bedeutet das jetzt so für Medienhäuser? Was ist mit Mastodon? Ist das ein Ersatz? Auch darüber werden wir uns mit Sicherheit mal unterhalten. Und eben Über die Frage, was bedeuten all diese einzelnen Schritte und Vorhaben, die Elon Musk da gerade vorhat
08:44 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Genau das, da ist gar nicht viel hinzuzufügen. Also die Frage, was müsste eigentlich noch mit so einem Mastodon passieren, dass es relevant wird oder nutzbar wird. Ich glaube, das ist die Formulierung. Finde ich genauso spannend wie die Frage, wie wie schnell verlottert Twitter jetzt tatsächlich?
09:03 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ich bin noch unsicher übrigens, also ich habe vor zwei, drei Tagen getwittert, dass ich sehr gespannt darauf bin, was schneller ist. Also die Einsicht von Elon Musk Dass all die Dinge, die man eigentlich schon längst weiß, dass er die dann doch jetzt lernt, endlich. Oder dass er die Plattform vorher schon zerstört hat. Ich empfinde das wie ein Wettlauf. weil ich finde, dass alles, was er aufwirft und die Steine, die er umdreht, ich finde, es gibt schon die Antworten darauf. Und ein paar der Planungen, die er hatte, zieht er ja auch wieder zurück. Aber ich freue mich sehr darauf. Diese ganzen Punkte. Mit dir hier durchzugehen in den kommenden Tagen.
09:44 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Da freue ich mich auch sehr drauf. Das machen wir jetzt so lange täglich, bis wir keine Lust mehr haben wahrscheinlich, weil vermutlich. Mal gucken, wer länger aushält. Wir, der Salatkopf oder Elon Musk. Mal sehen. Ich habe dazu einen ganz guten Tweet gelesen, den will ich dir direkt noch mitgeben. Ich übersetze ihn frei. Da hat nämlich jemand geschrieben, das größte Problem von Elon Musk is, dass Twitter eigentlich nicht von irgendwelchen linken Social Justice Warriors geführt wurde. Sondern eben als Businessunternehmen, die einfach nur Geld machen wollten und festgestellt haben, dass sie mit ihrer, mit dieser Art von Policy, mit Content-Moderation eben am ehesten attraktiv für Werbetreibende waren. Und das war ein Ergebnis von Trial and Error. Und eigentlich ist genau das, was jetzt Elon Musk früher oder später eben feststellen wird, dass das das Ergebnis war. Genau. Und er wird genau da wieder hinkommen müssen. Die Frage ist, ob dann die Werbetreibenden und die NutzerInnen überhaupt noch da sind.
10:32 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Solange ist diese Wanderung und dieser Weg vielleicht auch äußerst unterhaltsam und wir freuen uns, euch auf diesem Weg mitzunehmen. Ähm und uns vielleicht auch mit euren Fragen, die ihr da so habt und die euch umtreiben zu torpedieren, ihr erreicht uns bei Twitter als Gavin Karlmeyer und als Horn.
10:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Das ist gut, ne? Ich hoffe, dass du auf neuen Netzwerken relativ schnell bist, dieses Handle auch wieder zu sichern.
11:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Bei Mastodon leider war ich es nicht, aber.
11:02 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Dann musst du auf eine andere Instanz, wenn das geht, oder?
11:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Horn at Horn. Vielleicht krieg ich sowas.
11:08 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja. Na gut, dann machen wir das doch. Dann bis morgen, Dennis.
11:13 Gavin Karlmeier
Bis morgen.
11:15 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Werbung
11:16 Gavin Karlmeier
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11:47 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
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