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Folge 109 · 25. April 2023 · 27 Min.

Neues aus Trollywood

mit Dennis Horn

Ein kleiner Appell heute: Lasst uns aufhören, von „Verifikation“ zu sprechen. Denn, was Twitter anbietet, das ist eine Behakung. Und um unkoordinierte Wildbehakung soll es heute vor allem gehen.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Was geht in Twitterhausen heute so?

00:10 Dennis Horn

Du meinst in Trollywood. In Trollywood, ach so. Ja, tatsächlich, da können wir direkt mit anfangen mit einer Kleinigkeit, weil das einfach so. Uns wurde heute attestiert. dass die Sprachlosigkeit immer größer wird, die man uns anhört. Oder ich glaube, die korrekte Formulierung war tatsächlich, ich suche die mal eben raus, weil die war schön. Überrück mal schnell, ich muss die Formulierung sagen. Holgi hat das geschrieben. Er schrieb, die latente Fassungslosigkeit wird immer noch ein wenig hörbarer. Und ich möchte genau mit so einer Geschichte anfangen, die das so ein bisschen für mich auf die Spitze bringt. Paul Krugman Ist das kennst du den? Nee. Das ist nicht schlimm, ich kenn ihn auch nicht. Das ist ein afrikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Und der hat einen blauen Haken plötzlich gehabt, wie viele andere, über die wir gestern ja auch gesprochen haben. Und der hat geschrieben, ich habe damit nichts zu tun und ich werde definitiv nicht dafür. Dafür bezahlen. Und Elon Musk hat darauf geantwortet mit einem Bild, was einfach nur ein schreiendes Kind zeigt, dass er einen blauen Haken auf der Brust hat.

01:12 Gavin Karlmeier

Wobei ich beim Essen irgendwie und sein ganzes Essen verteilt hat. Tobs und

01:17 Dennis Horn

Genau. Und also ich, also da sind wir jetzt wirklich an dem Punkt, wo ich sagen muss, das ist einfach, ich kann damit einfach nicht mehr umgehen mit diesem. Pubertären Rumgelle, das ist so, das ist so primitiv, das ist so alt, und das ist, also das wäre ein fast 52 Jahre alten Mann wäre es nicht würdig, das ist nicht dem Besitzer von Twitter würdig, das ist nicht mal dem Internet würdig. Es ist einfach nur Es macht nicht wirklich. Die Fassungslosigkeit ist ja wirklich enorm groß.

01:46 Gavin Karlmeier

Ein neues Unternehmen in Nevada heißt Infantil Ex.

01:51 Dennis Horn

Ex, das ist römisch für das Alter seines Mindsets. Ja, dafür mussten wir heute mitbringen. Aber es gibt noch ein paar andere, die Haken haben. Zum Beispiel Karl Lauterbach. Man erinnert sich an ihn, Gesundheitsminister. Mhm. Der hat getwittert. Du hast gerade so toll seinen rheinischen Dialekt nachgeahmt, aber ich glaube, das war dem Vorgespräch vorbehalten, fürchte ich.

02:14 Gavin Karlmeier

Nein, mein blauer Haken war weg. Also jetzt ist er wieder da. Wie aus dem Nirvana. Nevermind, gezahlt habe ich nichts.

02:26 Dennis Horn

Dafür kriegen wir den Grimme Online-Award, glaube ich. Nachträglich. Also tatsächlich ist es so, dass der dass das Karl Outerbach so getötet hat. Und ich frage mich, und das ist jetzt aber eine Frage für Feinschmecker, für popkulturelle Feinschmecker, glaubst du, dass er Nirvana und Nevermind direkt bewusst also hintereinander geschrieben hat.

02:46 Gavin Karlmeier

Aber bewusst also. Ach, interessant, ne? Aber er hat eine Rivarna geschrieben.

02:51 Dennis Horn

Ja, das ist falsch, ja. Man muss dazu sagen, dass er den Tweet schon mal bearbeitet hat, weil er das ja kann. Und beim ersten Mal hatte er das auch falsch geschrieben, aber da fehlt das erste R. Da stand nur Nivarna.

03:06 Gavin Karlmeier

Ja, ich weiß, also ich würde davon ausgehen, dass das Absicht war.

03:11 Dennis Horn

Ja, also das ist schon, das gibt Coolness Points, muss ich sagen.

03:14 Gavin Karlmeier

Ja, das ist ein bisschen 90er, oder? Also, naja.

03:18 Dennis Horn

Naja, also Karl Lauterbach trägt eine Fliege. Naja. Ansonsten, gerade heute, also am heutigen Montag, morgen, also unserer Zeit um 9. 03 Uhr, also ungefähr 21 Stunden, bevor ihr das hier hört. Wenn ihr die Folge hört, sobald sie online kommt, hat ein verifizierter Account mit einem goldenen Haken, Disney Junior UK, ein Tweet veröffentlicht. Und Disney Jr. UK hatte 1460 Follower auf Twitter, Goldener Haken, eine verifizierte Organisation. Und Disney Jr. UK hat getwittert No Fucking Way. Und was Disney damit sagen wollte, war Ey Twitter, Digga, ich bin nicht mal Disney. Also da hat sich irgendjemand, hat sich Disney Jr. UK genannt, hat daraufhin von Twitter einen goldenen Haken bekommen. Und dann, und das finde ich spannend, wurde der Account gesperrt. Und tatsächlich muss man aber dazu sagen, dass er eigentlich kein, also er hat eigentlich nichts gemacht. Er hat sich Disney Jr. UK genannt. Aber er hat sich grundsätzlich nicht selber als ein offizielles Disney-Konto ausgegeben, sondern diese Zuordnung zu einem offiziellen Disney-Konto, die entstand eigentlich erst durch den Haken, oder?

04:34 Gavin Karlmeier

Ja, und also ich finde das einen ganz interessanten Punkt, weil das ja nochmal eine neue Qualität ist. Also bei den blauen Haken. . wissen wir ja mittlerweile, dass die Verifikation dort keine tatsächliche Prüfung ist, sondern am Ende nur bedeutet, da ist die Telefonnummer hinterlegt und das wurde mal abgeglichen. Und wir haben ja schon immer so ein bisschen gerätselt bei dem blauen Haken. Geht da wirklich Zeit ins Land, weil in dieser Zeit irgendwas gemacht werden muss? Also sitzen da wirklich Leute, die irgendwas kontrollieren, freischalten müssen und so weiter und so fort? Oder geht die Zeit da ins Land so als Automatismus? Weißt du? Also dass die einfach so voreingestellt haben, alles klar, jemand bewirbt sich da um einen blauen Haken. Kriegt er so oder so, aber drei Tage muss er warten.

05:22 Dennis Horn

Genau.

05:22 Gavin Karlmeier

So nach diesem Motto. Und bei den verifizierten Organisationen. Habe ich bisher eigentlich so nebenbei angenommen, dass das aber zumindest wirklich geprüft wird, weil hier ja das eine tatsächliche Verifikation ist, die auch einen größeren Wert hat. Weil mit den Affiliate Badges ja da auch noch andere Accounts im Sinne einer tatsächlichen Authentifikation verifiziert werden. Das zeigt, dass hier mit einer sauberen Prüfung auch nicht allzu weit her ist.

05:57 Dennis Horn

Ja, das ist so. Also man muss ja dazu sagen, gut, die Affiliates kosten auch jeweils nochmal 50 Dollar pro Monat für jeden einzelnen Account. Das heißt, man muss schon das bezahlen wollen, wobei ich glaube, dass bei den Gratiskonten, also die, die gratis einen goldenen Haken bekommen, fünf Stück Gratis. Genau. Da kann man direkt dazu sagen, dass übrigens seit dem heutigen Montag, auch bei mir zumindest, verifizierte Organisationen an eigener Menüpunkt. ist unter Twitter Blue. Und das finde ich doch ein bisschen krumm. Also ich habe jetzt in meiner Navigation ganz prominent verifizierte Organisationen und da steht dann so. . Verifizierte Organisationen auf Deutsch, dann auf Englisch. Verified Organizations is for organizations of all types, businesses, non-profits, and government institutions. Was übrigens nicht stimmt, weil die graue Haken kriegen. Aber anyway, to manage the verification affiliate and verify any related account and unlock new features. Dann geht es auf Deutsch weiter, Verifizierungsmanagement. Dann geht es auf Englisch weiter, Receive a Gold or Grey Checkmark und so weiter und so weiter. Also, das ist nicht zu Ende übersetzt, was ich hier stehe. Und hier steht dann aber drunter: verifizierte Organisationen kostet 1130 Dollar fünfzoll,50 € im Monat inklusive Steuern. Jeder zusätzlich verbundene Account kostet 59,50 $. Pro Nutzername, pro Monat inklusive Steuern. Und da frage ich mich doch, wie, also das ist doch schon sehr offensiv, dass das jetzt jedem Normalo auf der rechten Seite in der Navigation angezeigt wird, wie sich Organisationen für 1000 Euro im Monat verifizieren können, oder?

07:26 Gavin Karlmeier

Ja, also da scheint das Geld bitter nötig zu sein.

07:30 Dennis Horn

Komplett. So ist es. Und ja, du hast natürlich total recht. Gerade verifizierte Organisationen sollten eigentlich ein richtiges Verifikationsverfahren durchlaufen. Und ich würde da gerne einen kleinen Antrag stellen an dich, an uns alle, an alle, die das hier hören. Können wir aufhören, das Verifikation zu nennen? Weil ich habe das Gefühl, eigentlich sind diese Accounts nicht mehr verifiziert, sondern die bekommen einen blauen Haken, das war's. Da gibt es keinerlei Verifikationsprozesse. Michael Jackson hat keine Handynummer hinterlegt, beispielsweise. Also Oder?

08:04 Gavin Karlmeier

Ja, also Verifizierung. Verifikation, ich habe gerade mal im Duden geguckt, was eigentlich die Die Definition dafür ist, wir sind ein bisschen nach hinten losgegangen. Bedeutung für Verifikation, schreibt der Duden, das Verifizieren.

08:24 Dennis Horn

Ich glaube, das ist eine sogenannte Tautologie, wenn ich möchte.

08:26 Gavin Karlmeier

Das ist eine Tautologie. Jetzt suche ich mal bei Verifizieren. Schwaches Verb. Bedeutung durch Überprüfen die Richtigkeit einer Sache bestätigen. Ja, es ist tatsächlich kein Verifizieren. In der Rechtssprache beglaubigen Vielleicht können wir von außen aufhören, das Verifikation zu nennen. Aber was wäre der andere Begriff?

08:48 Dennis Horn

Behakung.

08:50 Gavin Karlmeier

Behakung. Finde ich gut. Finde ich gut. So würde Benjamin von Stuckrat-Barre in seinem Buch es nennen. Ja, Behakung.

08:57 Dennis Horn

Die Behakung. Gut, dann setzen wir das jetzt durch und fordern ab jetzt Wir nennen es Behakung. Blaubehakung. Die Blaubehakung, ja, oder die Goldbehakung. Also wir können erstmal wegen mir können wir ganz generalistisch bei der Grundbehakung bleiben. Dazu kommt noch eine kleine, ich habe noch eine kleine Hakengeschichte, eigentlich sogar noch zwei Hakengeschichten. Und zwar wurde die Far Right Party Britain First. In den UK. Die wurde jetzt auch mit einem goldenen Haken ausgezeichnet. Dazu ist ganz spannend zu wissen, dass dieser Twitter-Account von dieser Partei, dass der zunächst gebannt war für einige Zeit und im Rahmen der der Amnestie, der Generalamnestie, wieder zurückgeholt wurde. Diese Partei, diese Rechtsaußenpartei, vermutlich muss man sogar rechtsradikale Partei sagen, hat jetzt auch einen goldenen Haken bekommen. Was bedeutet, dass diese Accounts nun oder die Tweets dieser Accounts eine größere Reichweite bekommen als die anderen.

09:57 Gavin Karlmeier

Kann man sagen, woran es lag, dass der hier vergeben wurde oder die tatsächlich dafür bezahlen?

10:03 Dennis Horn

Das weiß ich leider alles nicht. Nein. Ich habe auch nicht nachgefragt. Ich wollte jetzt nicht zwangsläufig mit denen Kontakt aufnehmen.

10:10 Gavin Karlmeier

Ja, aber es ist, also das zeigt jetzt schon die Schwierigkeit, dass diese Unterscheidung einfach gar nicht mehr möglich ist. Also wir wissen jetzt einfach nicht. wenn ein Account goldbehakt ist oder blau behakt ist. Ich setze das jetzt fort, wir machen das kurz.

10:22 Dennis Horn

Ja, ist gut, wir ziehen das jetzt durch.

10:24 Gavin Karlmeier

Blau behakt oder goldbehakt ist, ob bezahlt wurde oder nicht, weil einfach Die Zahl der Accounts, denen das jetzt einfach frei überlassen wurde, so groß ist, dass diese Unterscheidung einfach nicht möglich ist.

10:36 Dennis Horn

So ist es. Und grundsätzlich ist es ja, also Normalerweise wäre es ja richtig, solchen Organisationen einen Haken zu geben. Das Problem ist, dass nicht alle vergleichbaren Organisationen, Institutionen auf derselben Ebene die gleiche Behandlung erhalten. Und in dem Moment funktioniert es halt nicht.

10:55 Gavin Karlmeier

Haben wir übrigens Ergänzungen noch bekommen zu der Diskussion über den Vorschlag, ob man nicht die Wikipedia als Grundlage nehmen könnte? Und da gab es noch Ergänzungen, zum Beispiel zu der Tatsache, dass in der Wikipedia auch Frauen unterrepräsentiert sind. Einige wichtige Menschen, Organisationen und so weiter, die vielleicht eine Relevanz hatten oder hätten und ja vorher blaubehakt waren, dann das nicht mehr zur Verfügung gestellt bekämen, also dass da tatsächlich die Wikipedia an sich nochmal Aufholbedarf hätte und das natürlich dann auf Twitter abfärben würde. Also ich kann diese Einwände verstehen. Hab gleichzeitig halt gedacht, trotzdem wäre das ein Kriterium, an dem man messen kann. Aber tatsächlich sind da noch ein paar mehr Fragen offen, als ich es gestern in der Tat vermutet habe.

11:54 Dennis Horn

Naja, es gibt das perfekte Prinzip nicht. Also auch das bisherige Verifikationsverfahren, das Twitter hatte, das ist ja nachweislich nicht gut. Also die Kritikpunkte, die Elon Musk daran kundgetan hat. Die muss man ihm ja zugestehen, dass da eine gewisse Willkür drin liegt, dass da ein gewisser Elitarismus drin liegt, dass es durchaus Leute gibt, die diesen Haken bekommen, obwohl sie ihn weniger verdient haben als andere, die ihn nicht haben und so. Das ist Fakt Und ich glaube, da kann man auch wenig dran rütteln und wegdiskutieren. Es ist nur schwierig, da einen Kriterienkatalog festzulegen, der auf irgendeinem anderen Kriterienkatalog fußt, der auch nicht gut durchsetzbar ist. Also es ist Es ist alles nicht so richtig glücklich. Also, ich bleibe so ein bisschen bei meinem Vorschlag von gestern. Ja, vielleicht die Haken auch wegräumen und so ein Verifikationsprinzip, wie zum Beispiel bei Mastodon, haben das dann auch jemand vorgeschlagen. Dass man sich quasi selber mit der eigenen Website verifiziert. Das ist so ein sehr grundsätzlicher Weg, aber das würde im Grunde schon reichen, denn. Klar, das ZDF zum Beispiel hat zf. de und könnte dann als Inhaber von ZDF. de sich mit seinem Account quasi verifizieren. Damit wäre eigentlich erstmal zumindest so eine Hürde nochmal dazwischengelegt.

13:08 Gavin Karlmeier

Aber auch hier würde ich sagen, gibt es Probleme. Eine Website überhaupt betreiben zu können, ist ja auch ein gewisses Privileg.

13:14 Dennis Horn

Ja, auch wahr.

13:15 Gavin Karlmeier

Und die Notwendigkeit in vielen Ländern für den Betrieb so einer Website auch ein Impressum hinterlegen zu müssen, möchte ja auch nicht jeder eingehen.

13:23 Dennis Horn

Auch richtig. Hinzu kommt auch, ob sich William Shetner jetzt hinsetzt und ein WordPress aufsetzt, damit er am Ende einen blauen Haken kriegt.

13:32 Gavin Karlmeier

William Shetner, der älteste Mensch im All und ältester HTML-Entwickler der Welt.

13:39 Dennis Horn

Er baut sich seine Plugins einfach selber.

13:41 Gavin Karlmeier

Astronaut und Webdesigner.

13:43 Dennis Horn

So genau. Der hat noch das Web 0. 1 erlebt. Na, jedenfalls eine Geschichte noch zu den Haken. Wir haben gestern darüber gesprochen, dass es in den USA scheinbar illegal ist oder anscheinend. So genau wissen wir das noch nicht, aber es gibt auf jeden Fall Hinweise darauf, dass es illegal sein könnte, Menschen gegen ihren Willen als zahlende NutzerInnen zu kennzeichnen. Jetzt hat unser Haus- und Hofanwalt, unser Podcast-Anwalt, Chanjo-Joon, einen ähnlichen Thread geschrieben. Er hat nämlich geschrieben, Twitter versucht, den Verkauf der unbeliebten blauen Haken durch Vorspiegelung Von zahlenden Referenzkunden zu fördern. Das verletzt einerseits die Rechte der missbrauchten Referenzen und ist im Übrigen irreführender Wettbewerb nach <unk> 5 UWG. UWG, das ist der das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Paragraph fünf ist irreführende geschäftliche Handlungen. Er schreibt weiter, wie immer bei den zahlreichen Wettbewerbsverstößen kann nur ein Mitbewerber ohne eine Verbraucherzentrale den Anspruch gegen Twitter geltend machen, nicht der getäuschte Kunde. Aber könnte sich der falsche Hakeninhaber eine Abmahnung fangen? Die Irreführung muss geeignet sein, den Marktteilnehmer zu einer Entscheidung zu bewegen. Hier mag jemand Blue abonnieren, was nicht den User nutzt, der die Irreführung gar nicht verursacht hat. Wäre etwas unfair, den User verantwortlich zu machen, kann aber trotzdem passieren. Und so weiter und so weiter. Also sein Fazit ist, Twitters eratische oder falsche Kennzeichnungen können auch für User zu rechtlichen Problemen führen, wenn sie falsche Kennzeichen nicht unmittelbar korrigieren lassen, notfalls durch Deaktivieren des Accounts.

15:12 Gavin Karlmeier

Ja, aber was heißt Mitbewerber? Also heißt das jemand, der auch einen Account bei Twitter hat oder andere Plattformen, die Twitter verklagen?

15:24 Dennis Horn

Also ich verstehe daraus andere Plattformen, also Mitbewerber von Twitter. Also theoretisch könnte der Mastodon-Entwickler, der aus Deutschland kommt, ein solches Verfahren anstreben, nehme ich an.

15:37 Gavin Karlmeier

Ja, weil Twitter sozusagen unrechtmäßig damit wirbt, dass so viele Leute diesen Abo-Dienst benutzen und darunter Mastodon zu leiden hat, weil das in Wirklichkeit nicht stimmt und Twitter größer dasteht, als es ist.

15:51 Dennis Horn

Genauso, ich hätte es nicht schöner sagen können. Also, wenn uns jemand hört, der zufälligerweise ein soziales Netzwerk auf seinem Server liegen hat, William Shetner, wir schauen in deine Richtung, eine Klage wäre angebracht, offenbar.

16:06 Gavin Karlmeier

Also, kann da nicht jeder x-beliebige Betreiber einer Mastodon-Instanz auch gegen vorgehen?

16:13 Dennis Horn

Das kann man so interpretieren, ja.

16:17 Gavin Karlmeier

Interessant.

16:19 Dennis Horn

Haken dran. social has joined the chat. Dann eine andere Geschichte, ich glaube die letzte zu den Haken tatsächlich. Wir haben viel, viel wegzuräumen, offenbar Wir halten gerade noch kurz den Garten. Und zwar ein Text im Guardian, den du hoffentlich gelesen hast.

16:40 Gavin Karlmeier

Ja, den ich gelesen habe, wo es einfach nochmal so ein paar kleine Ergänzungen gab, was das Wachstum angeht. Der Abo-Accounts, also da haben wir ja schon gesagt, da ist die Zahl der Abo-Accounts von vor der Umstellung des der Blaubehakung. Zu danach ist um 28 gestiegen. Und der Guardian hat jetzt nochmal ein bisschen nachgelegt an Zahlen und schreibt, öffentliche Daten zeigen. dass weniger als 500 der insgesamt 400. 000 Nutzerinnen und Nutzer oder Accounts mit einem alten blauen Haken sich bei Twitter Blue angemeldet haben, also weniger als 500 von über 400. 000 und ähnlich viele haben in derselben Zeit ihr Twitter Blue Abo wieder beendet. So, und damit sind die Einnahmen um weniger als 300 Dollar pro Monat gestiegen für Twitter. Das sind die, also da fehlen noch ein paar Nullen, um die monatliche Kreditrate zu bedienen.

17:56 Dennis Horn

Also ich sag mal so. Wenn man diese Anzeige für Tüterblune, wenn man die von einem Grafiker gestalten lässt und der dafür länger als einen halben Tag braucht, hat man schon Verlust gemacht.

18:07 Gavin Karlmeier

Ja, und das sah aber auch so aus, als wäre die wirklich von einem Grafiker nur für einen halben Tag gestaltet worden. Das müssen wir auch nicht.

18:15 Dennis Horn

Das kommt auch dazu. Richtig. Das ist so irre. Ja, okay. Und ich glaube, dann haben wir nur noch so ein paar Kleinigkeiten und eine Großigkeit, nämlich Joel Roth. Ja.

18:31 Gavin Karlmeier

Also der war der frühere Head of the Head of Security war, glaube ich seine Position. Safety, Head of Safety, sorry. Es gibt einen super interessanten Podcast mit ihm, und zwar This American Life. Das ist eine Podcast-Reihe, die man kennt, aus dem US-amerikanischen Radio auch. Und es gibt eine neue Episode: What I Was Thinking As We Were Thinking. vor dem Wochenende erschienen ist. Und Casey Newton, der den Platformer Newsletter macht, hat Joel Roth dafür interviewt. Hat mit ihm über diese Tage gesprochen, in denen Elon Musk zu Twitter gekommen ist. Und es gibt einfach da nochmal so ein paar interessante Einblicke. Joel Roth erzählt davon, dass er sich so eine Liste gemacht hat mit Punkten, wenn die verletzt würden. Dann würde er sofort kündigen, damit er einfach gedanklich schon vorbereitet ist auf diesen Moment, in dem er sagen muss, das mache ich nicht. Es war dann am Ende ein Moment, wegen dem er gekündigt hat, Den er so nicht hat vorhersehen können. Und hat dann während eines All-Hands-Meetings, während Elon Musk also mit allen möglichen Angestellten MitarbeiterInnen von Twitter zusammensaß, seine Resignation-E-Mail geschrieben und ist aus dem Gebäude raus, um sozusagen einfach einen zeitlichen Vorsprung zu haben. Und er erzählt auch, was ihm danach so geschehen ist, wie er die Wohnung wechseln musste. Wegen der Anfeindungen, die dann einsetzten, nachdem Elon Musk ihn öffentlich großgestellt hat. Schildert und die bestätigt so ein bisschen unsere These, die wir hatten. Man muss nur mit ihm reden, und dann ist Elon Musk wie so ein Fähnchen im Wind. Also UL Roth zeigt ihm da das System. mit dem Content moderiert wird und das im Hintergrund von Twitter im Einsatz ist und erklärt ihm auch, warum manche Dinge so sind, wie sie sind. Und Elon Musk hat das im Gespräch geschluckt. Also er Umschreibt ihn im Grunde als einen einigermaßen empathischen Menschen, der in direkten Gesprächen sich auch von Argumenten überzeugen lässt. nur eben dann in Gesprächen, die er offenbar dann wenig später führt, auch wieder von den Gegenargumenten überzeugen lässt und deswegen immer so ein bisschen hin und her schwingt. Und Diese Episode von This American Life ist zweigeteilt. Im zweiten Teil läuft eben dieser Beitrag mit dem Interview, das Casey Newton mit Joel Roth geführt hat. Und das ist super hörenswert. Also This American Life, Episode 797. Die sind ein bisschen weiter als wir, aber andererseits müssen wir nicht so. mehr so lange machen, um da auch anzukommen.

21:29 Dennis Horn

Wir sind auf dem Weg, das ist traurig, aber wahr.

21:31 Gavin Karlmeier

Wir sind auf dem Weg dahin und ich kann das als Hörtipp hier sehr empfehlen.

21:35 Dennis Horn

Ja, das klingt ganz toll. Ich werde mir das auf jeden Fall anhören. Vor allem, weil man dann nochmal sich da hineinversetzt. fühlt, was da damals auch in uns passiert ist, als wir gemerkt haben, dieser Mensch hat gerade einfach persönliche Anfeindungen erlebt. Ich finde das so krass, weil wir Elon Musk ja ähnlich, naja, kennengelernt haben, ist falsch, aber beobachtet haben aus der Ferne. Zumindest in diesen beiden Interviews, die er mit der BBC und mit Fox News, mit Hacker Carlson, der übrigens jetzt Fox News verlässt, geführt hat und dass er so zwei unterschiedliche Menschen war. Und ich glaube, dass er, ich weiß nicht, ob Fähnchen im Wind das Richtige ist oder ob das nicht einfach so eine intrinsische Vielleicht auch unbewusste manipulative Art ist, Menschen für sich gewinnen zu können. Weil auch mir ging es ja so, dass ich nach dem ersten Interview gesagt habe, er wirkt fast sympathisch auf mich. Und ich glaube, das liegt vor allem daran, weil er genau weiß, was das gegenüberhören will und was gerade so der Vibe ist, der funktioniert, weißt du?

22:31 Gavin Karlmeier

Naja, andererseits gab es ja zum Beispiel nach diesem BBC-Interview diesen Punkt, dass er tatsächlich dann diese Medienbadge Publicly Funded Media statt Government Funded. Also sich hat bewegen lassen, natürlich bis jetzt diese Badges insgesamt verschwunden sind. Was aber, glaube ich, eine andere Diskussion ist. Also ja, ich schließe das auch nicht aus, dass das eine Strategie ist.

22:55 Dennis Horn

Eine unbewusste Glaube.

22:57 Gavin Karlmeier

Genau, also ich finde das einen sehr interessant zu beobachtenden Wesenszug von ihm. In der Tat, ja.

23:04 Dennis Horn

Dann eine, ähm, wirklich eine Kleinigkeit, aber eine kleine Anekdote, die so ein bisschen, naja, die macht Spaß. Und zwar gibt es schon lange die Erzählung von Elon Musk, dass er sagt, dass die Geschichte. über ihn, dass sein Vater Inhaber einer Smaragd-Mine gewesen sei, dass diese Geschichte eine Lüge ist. Und er hat, um klarzumachen, dass er wirklich glaubt, dass diese Geschichte nicht stimmt, hat er jetzt eine Bounty ausgerufen. eine, wie sagt man, ein Finderlohn? Nee, ein Betrag auf jeden Fall. Und zwar, bitte?

23:40 Gavin Karlmeier

Nee, erzähl weiter.

23:41 Dennis Horn

Ja, okay. Und zwar den Betrag von einer Million Dogecoin. Das ist mal mehr, mal weniger Geld, es ist auf jeden Fall nicht eine Million Dollar. Und er sagt, für jeden, der in der Lage ist, einen Beweis zu finden, dass seine Familie eine Smartmine besessen hat. Jetzt hat jemand recherchiert und hat herausgefunden, dass Eero Mask, der Vater von ihm, in der in der Sun. gesagt hat, dass er tatsächlich eine Mine besessen hat. Das heißt, wer jetzt noch sehr schnell eine Million Dogecoin abräumen möchte, ich würde das als Beweis, glaube ich, durchgehen lassen Großartig. Mega großartig. Und ansonsten müssen wir einmal kurz nach Blue Sky rüberschauen. Es gibt neue Features bei Blue Sky, Moderationsfeatures. Du kannst jetzt ganze Threads muten und auch Erwähnungen muten dort. Also es gibt jetzt Moderationsfeatures bei Blue Sky.

24:35 Gavin Karlmeier

Also, da ist ein bisschen Tempo in der Entwicklung drin, übrigens. Also die Android-App ist ja auch draußen. Wir sehen es häufiger. Da passiert was. Also interessant, da tatsächlich nochmal hinzuschauen. Und eine Beta-Web-Version gibt es auch. Ja, und es ist der erste Audio Chat da wohl jetzt gelaufen über dieses neue Protokoll. Also da tut sich ein bisschen was auch

24:55 Dennis Horn

Extrem spannend, vor allem weil Jack Dorsey ja am Ende, der, so wie es so überliefert wurde, doch bei Twitter auch lange bremsklotzartig sich verhalten hat und eben verhindert hat, dass man Dinge an der Plattform verändert, richtig? Also, vielleicht hat er daraus gelernt. Zum anderen Blue Sky gibt es auch eine kleine Neuigkeit, nämlich Instagram Barcelona. Da gibt es jetzt jeden Tag neue Informationen und wir haben jetzt von dem Claim gehört. Und zwar wird Barcelona, P92, wie auch immer es heißen wird, hat im Moment den Claim, Instagram for your thoughts.

25:27 Gavin Karlmeier

Instagram für die Gedanken.

25:30 Dennis Horn

Also es kommt.

25:31 Gavin Karlmeier

Da bin ich wirklich gespannt drauf.

25:33 Dennis Horn

Da bin ich auch wirklich und ich habe auch ein bisschen Bock. Ich habe Bock, weil das könnte so eine Plattform sein, wo ich dann auch mir denke, naja, dann brauche ich Twitter halt wirklich gar nicht mehr. Ja. Oder? Und eine Sache, die hast du gefunden, und die würden wir uns euch allen als kleinen Download-Tipp an die Hand geben, wenn ihr Lust habt. Es gibt jetzt als Chrome-Plugin gibt es nach dem ehemaligen Plugin, wo man einfach nur die bezahlten blauen Haken von den legacy blauen Haken unterscheiden konnte, gibt es jetzt eine Twitter Enhancement Suite. Und das ist ein Tool-Paket, das einem ermöglicht, zum Beispiel Blue Checkmark-User sofort zu deaktivieren, also auszufiltern. Die werden einem gar nicht mehr angezeigt. Das gilt auch für Tweets bei Elon Musk, auch die kann man sofort deaktivieren. Also eigentlich alles, was man braucht.

26:17 Gavin Karlmeier

Ja, verbunden mit dem Hinweis des Entwicklers, der schreibt, das ist hier nur ein Privatprojekt. Keine Ahnung, ob es hier und da Glitches gibt. Das heißt, das ist sicherheitstechnisch immer so ein bisschen schwierig. So ein Plugin in einen Browser zu hängen, bei dem man nicht so ganz sicher weiß, was da im Hintergrund noch passiert. Das würde ich noch bedenken.

26:37 Dennis Horn

Guter Punkt.

26:37 Gavin Karlmeier

Damit geht er aber in diesem Chrome-Plugin im Begleittext relativ offen auch um. Aber das würde ich noch hinzufügen wollen.

26:46 Dennis Horn

Ja, guter Punkt.

26:48 Gavin Karlmeier

Und das war's von mir. Ja, von mir auch.

26:51 Dennis Horn

Na dann, Hörn Wins morgen.

26:53 Gavin Karlmeier

Bis morgen.