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Folge 108 · 24. April 2023 · 38 Min.

Von Haken und Trollen

mit Dennis Horn

Chester Bennington und Michael Jackson sind nur zwei Beispiele für Menschen, die laut Twitter für Twitter Blue bezahlen, obwohl sie längst verstorben sind. So langsam gibt es wirklich keine Ordnung für Twitter mehr. Oder Kritikern. Oder logische Erklärungen.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Kevin. Hallo Dennis. Und guten Morgen alle zur neuen Ausgabe der explodierten Rakete unter den Podcasts. Haken dran ist zurück aus dem Wochenende.

00:17 Dennis Horn

Jede explodierte Rakete ist ein Erfolg, habe ich gelernt.

00:21 Gavin Karlmeier

Und die Rakete, die bei Twitter explodiert ist Übers Wochenende sind die blauen Haken. Wir hatten noch, also Titel der letzten Episode war Die Nacht der blauen Haken. Fragezeichen. Antwort: Ja. Da sind sie tatsächlich weg. Und wie immer ist alles ein wenig chaotisch gelaufen. Das ist ein Podcast aus dem Rheinland hier. Und von Lady Gaga über Boris Johnson und den Papst bis zu Gavin Karlmeyer sind die blauen Haken weg. LeBron und Stephen King haben ihre allerdings noch. Warum ist das so? Weil Elon Musk sie ihnen selbst bezahlt.

00:59 Dennis Horn

Behauptet er. Das ist so, das macht gar keinen Spaß, darüber zu sprechen.

01:07 Gavin Karlmeier

Fangen wir mit dem schönsten Thema an.

01:08 Dennis Horn

Ja, genau, weil das so ein typischer Elon Musk-Move ist, einfach zu sagen, ja, also guck mal, als Stephen King, der sich beschwert hat, hat jetzt einen Haken. Das ist so, ich weiß gar nicht, wie es mit William Shatner aussieht. Können wir gleich aber nochmal drüber sprechen, weil wenn wir das jetzt nachprüfen würden, es würde die Aussage verfälschen. Kommen wir gleich zu.

01:26 Gavin Karlmeier

Okay, ja, weil wir erzählen nämlich chronologisch, haben wir uns heute dafür entschieden. Aber vielleicht bleiben wir trotzdem nochmal bei dieser Geschichte. Also er sagt, er bezahlt da drei Leuten den blauen Haken, natürlich, um sie öffentlich so ein bisschen bloßzustellen, zu embarrassen. Und da gibt es einen interessanten Beiaspekt bei der Geschichte, egal wie das im Hintergrund läuft, ob jetzt Elon Musk da aus seinem persönlichen Portemonnaie irgendwie die 8 Dollar abgibt oder. Dass einfach bei Twitter und so wird es natürlich laufen, im Hintergrund einfach so geschaltet und verrechnet wird.

01:58 Dennis Horn

Also ich glaube auch nicht, dass auf der Gehaltsabrechnung von Elon Musk draufsteht: minus 24 Dollar Twitter Blue for Stephen King. Das kann ich mir nicht vorstellen.

02:07 Gavin Karlmeier

So. Aber. Er geht damit das Risiko von Klagen ein, weil er diejenigen, die er nicht so mag, sagen wir mal. dazu zwingt, unfreiwillig Unterstützer dieses Produkts zu werden, von dem er weiß, dass sie es eigentlich ablehnen. Und das ist nicht erlaubt. Also den Namen und das Bild und Die Billigung einer anderen Person zu verwenden, um irgendwie ein kommerzielles Produkt, ohne deren Zustimmung zu verkaufen. Und noch ein potenzielles Thema. eben für die Juristerei bei Twitter.

02:44 Dennis Horn

Ja, und also es ist vor allem im US-Recht ja offenbar der Fall, aber auch hier kann man das relativ gut adaptieren. Also mal angenommen Du würdest dich über dein Auto ständig aufregen und ich würde dich aber fotografieren, wie du in diesem Auto sitzt als Autohersteller und dann Werbung für dieses Auto schalten mit diesem Foto von dir in diesem Auto. dann würdest du dich natürlich darüber aufregen und sagen, ich bin doch nicht eure Werbefigur, mal abgesehen von Persönlichkeits- und Bildrechten im Fall. Und genau das passiert ja mit Twitter Blue de facto. Also jeder, der einen Twitter Blue Haken hat, wird automatisch zum Testimonial dafür. Und das ist nicht ganz sauberrechtlich. Und das finde ich auch schön, dass es mal jemandem aufgefallen ist. Jetzt ist natürlich der nächste Schritt, dass es auch jemand zur Klage bringt. Aber so wie ich mir die USA und den Vibe so da gerade vorstelle, kann ich mir vorstellen, dass es passiert.

03:31 Gavin Karlmeier

Ja, und ich hoffe. Ich hoffe. Gleichzeitig sind ein paar goldene Haken verschwunden. Also ARD und ZDF stehen zum Beispiel ohne Haken. Übrigens sind ZDF und ZDF heute haben jetzt einen blauen Haken, der mit dem neuen Hinweis für die blauen Haken. Haken versehen ist. Dieser Account ist verifiziert, weil er Twitter Blue abonniert hat und seine Telefonnummer verifiziert wurde. Auch Sascha Lobo. Und die Tagesschau wiederum nicht. Also es ist völliges Durcheinander.

04:00 Dennis Horn

Ja, warum das ZDF den blauen Haken hat, ZDF heute den blauen, kann ich dir gleich sagen.

04:05 Gavin Karlmeier

Ein Teaser.

04:06 Dennis Horn

Extra ist ein Teaser. Aber die Ursächlichkeit dahinter, warum der Goldene weg ist, hat niemand verstanden. Und vor allem, nicht nur der goldene Haken ist weg. Sondern auch die Kennzeichnung als öffentlich-rechtliches Medium. Und zwar allen. Diese Kennzeichnung ist auch nicht mehr da. Wir sind aufgewacht und die Haken sind wieder weg. Und diese Kennzeichnung, über die wir letzte Woche dreimal geredet haben, auch wieder. Es ist die, wie hast du es genannt, die permanente Gegenwart? Hättet ihr die letzte Woche nicht gehört? Wir sind auf dem selben Zustand wie davor.

04:34 Gavin Karlmeier

Und im selben, also state affiliated media, government funded oder publicly funded media, alles weg. Ich habe so gedacht, wenigstens ist das konsequent, was da jetzt in der Gesamtheit passiert, denn das Rätselraten ist ja jetzt irgendwie vorbei und es ist ganz klar, NutzerInnen müssen das alles machen. Selbst leisten, was vertrauenswürdige Accounts sind oder eher nicht. Ich habe festgestellt bei mir an einer Stelle. Kam das schon so als Reaktion? Da hat der Landtag Rheinland-Pfalz getwittert.

05:03 Dennis Horn

Oh, das ist ein toller Tweet, ne? Ja.

05:04 Gavin Karlmeier

Hey Elon Musk, gib grauen Haken, sonst Rheinland-Pfalz-Verbot. Da habe ich gedacht, ähm, da habe ich gedacht. Bekomme ich das auch, Rheinland-Pfalz Verbot? Fand ich cool. Mir ging es auch so, dass ich gedacht habe: Moment, ist das.

05:20 Dennis Horn

Wirklich der Landtag Rheinland-Pfalz?

05:22 Gavin Karlmeier

Genau, so und schon findest du dich wieder, ich meine, das machen wir als Journalisten ja eh ständig, schon findest du dich wieder selbst irgendwie mal zu verifizieren. Und das wäre vorher alles ein bisschen einfacher gewesen, aber mein erster Gedanke war ja klar, Fake Account hat einen guten Witz gemacht. So, aber es war der Echte. Naja. So, ähm, und was haben wir noch? Also, Phoenix hat eine Infografik bei Instagram veröffentlicht. Die darstellt, dass die SPD, die Grünen und die CDU keinen blauen Haken haben, FDP, AfD, CSU und Linke, aber schon Und Phoenix schreibt dazu, offenbar wird hier von einigen Parteien bezahlt. Und ich bin mir da einfach nicht so sicher. Und ich glaube, da kommen wir jetzt zu der Geschichte, die du noch.

06:09 Dennis Horn

Nee, tatsächlich ist das da in dem Fall wirklich, also bei der AfD weiß ich es nicht, aber jetzt wird es richtig. Genau, es ist völlig durcheinander. Es ist alles durcheinander, nichts ergibt mehr Sinn. Also Christian Lindner, der ist ja unser Finanzminister und hätte dementsprechend Anspruch auf einen grauen Haken. Hat den aber nicht, weil er keine Bundesbehörde ist, sondern das Bundesministerium hat einen grauen Haken. Christian Lindner dagegen hat einen blauen Haken. Und warum hat er diesen blauen Haken? Weil seine Partei dafür betreut, Zahlt und wie die FDP in einem Statement geschrieben hat, ähm, sie die Formulierung ist, weil die Partei für die Verifikation ihrer Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit bezahlt. Und das ist natürlich eine völlig falsche Erklärung, weil du damit niemanden verifizierst, wenn du die 8 Dollar für einen Haken bezahlst. Da ist keine, auch wenn Twitter uns das glauben machen möchte, man springt ja so ein bisschen auf das Auf das Elon Musk fährt, aber es ist keine Verifikation.

07:02 Gavin Karlmeier

Na gut, die FDP ist ja in der üblichen Argumentation Elon Musk noch am nächsten.

07:06 Dennis Horn

Ja, das stimmt zwar, aber es bleibt so, es ist keine Argumentation. Die FDP als Regierungspartei allerdings hat auch einen blauen Haken, weil sie dafür bezahlt. Andere Parteien haben einfach gar keinen Haken, obwohl ihnen eigentlich nach Definition als Regierungspartei jedenfalls ein grauer Haken zustünde. Warum es den nicht gibt, wissen wir nicht so genau. Aber um es noch verwirrender zu machen, also die FDP und Christian Lindner zahlen für den blauen Haken. ZDF und ZDF heute haben einen blauen Haken, nicht weil sie dafür bezahlen, sondern weil sie mehr als eine Million FollowerInnen haben. Denn in der Nacht zum Sonntag hat Elon Mars oder Twitter Wir wissen nicht, wer genau beschlossen, dass alle mit mehr als einer Million FollowerInnen, alle mit einem kleinen Sternchen dahinter, einen blauen Haken bekommen. Gegen ihren Willen, gegen ohne jede Ankündigung einfach so. Es gibt auch kein Statement dazu. Zumindest bis jetzt, wir zeichnen am Sonntagmittag gegen Viertel vor eins auf. gibt es dazu kein Statement. Und das führt aber dazu, dass so Figuren wie Chester Bennington, der ehemalige Sänger von Linking Park, der 2017 verstorben ist, Michael Jackson, der ist 2009 verstorben. Jamal Carl's Hotchy, der Journalist, der ermordet wurde. hat einen blauen Haken. Alle diese genannten Namen haben einen blauen Haken und wenn du da draufklickst, steht da, weil sie für Twitter Blue bezahlen. Und das ist vollkommen abstrus, weil erstens stimmt es ja offensichtlich nicht. Zweitens gibt es auch dieses Gleichmachen, gibt es jetzt nicht mehr. Wenn du mehr als eine Million Follower hast, bekommst du einen blauen Haken. Was passiert denn hier? Interessant. Naja, vor allem, um es noch, also das schmälert ja komplett die Idee von Twitter Blue. Also warum sollte jemand jetzt noch 8 Dollar bezahlen, wenn er ein Prominenter ist oder eine Prominente? Man schätzt sich zu sagen, ey, irgendwann bin ich schon groß genug oder es ist egal. Weil der blaue Haken bei mehr als einer Million Follower, sagt dir auch gar nichts aus. Wie viele Fake-Accounts kennst du denn, die mehr als eine Million Follower haben? Also, das ist doch das ist doch Quatsch.

09:02 Gavin Karlmeier

Ja, aber also damit sind wir doch im Grunde beim vorherigen Zustand. Also es ist weder das komplette Twitter Blue-Paket, das ich also in Anführungszeichen die Sicherheit habe Blau behakt sind nur die Accounts, die auch wirklich Geld ausgegeben haben. Noch ist es das komplette Verifikationspaket wie vorher. Das heißt, wir sind weiter Nur ein bisschen umsortiert, aber auch wieder komplett willkürlich in diesem Zwischenstadium, der weder dem Geschäftsmodell komplett gerecht wird, Noch dem Sinn und Zweck hinter einer Verifikation.

09:38 Dennis Horn

Richtig?

09:39 Gavin Karlmeier

Richtig.

09:40 Dennis Horn

Und um es noch ein bisschen lustiger zu machen, wir haben ja in der Folge am Freitag darüber gesprochen, dass wir uns interessieren dafür, wie Twitter da technisch vorgeht, weil die blauen Haken, die Legacy Blue-Blauen Haken ja offenbar in einer sehr, also ich sag mal komplizierten, wahrscheinlich ist es eine sehr spartanische Tabelle, hinterlegt sind, die nicht so ohne weiteres zu bearbeiten ist. Naja, es sieht danach aus, als wenn du in der erweiterten Suche bei Twitter mit so Parametern suchst, nämlich Filter Verified und dann minus Filter Blue Verified, das sind nämlich unterschiedliche Attribute. Such, dann tauchen immer noch so Leute auf wie ich, beispielsweise. Mutter oder blauen Holz. Ja, habe ich erst. Oder ohne Scholz.

10:20 Gavin Karlmeier

Funktioniert fantastisch.

10:22 Dennis Horn

Und was bedeutet? dass wir eigentlich, also wir Blue Legacy, Legacy Blue Verifizierten, immer noch Legacy Blue verifiziert sind. Es wird nun nicht mehr angezeigt. Das ist der Workaround jetzt.

10:34 Gavin Karlmeier

Und er genau, es ist ein Workaround, das heißt, er hat gar nicht im Hintergrund den Code wirklich verändert oder was an dem ursprünglichen Ding verändert, sondern er hat die Oberfläche nur verändern lassen.

10:44 Dennis Horn

Wahrscheinlich einfach die PNG vom Server gelöscht.

10:48 Gavin Karlmeier

Was dazu führt, dass der Code ja nur noch wirrer wird, wo er eigentlich gesagt hat, braucht er eigentlich mal einen kompletten Rewrite dieses Codes.

10:56 Dennis Horn

Ja, fairerweise muss man dazu sagen, wenn er jetzt so weitermacht, dann wird er diesen Rewhite tatsächlich bald brauchen. Ich muss noch ganz kurz ein Sternchen auflösen. Ich habe gerade ein Sternchen mitgesprochen. Ja. Nämlich, ich habe gesagt, alle Accounts mit mehr als einer Million FollowerInnen haben einen blauen Haken bekommen. Alle bis auf Jack Dorsey. Der hat 6,5 Millionen Follower und keinen Haken.

11:19 Gavin Karlmeier

Ob das Willkür ist oder ob bei ihm im Profil irgendwas anders programmiert ist, hart gecodet und das dann einfach deswegen nicht er. Scheint wir, wir wissen es nicht. So, und also wozu hat das jetzt geführt, dieses Chaos? Es war ja absehbar, dass ähm Nutzerinnen und Nutzer so etwas ausnutzen, ob bewusst und fies gemeint oder Um darauf hinzuweisen oder um sich einen kleinen Spaß zu machen, völlig egal. Wir fangen mal an mit einem Twitter-Account mit dem Händel NYCGov, der getwittert hat. Das hier ist der echte Twitter-Account der Stadtverwaltung von New York City. Und das hier ist auch der einzige Account, der von der Stadtverwaltung von New York City betrieben wird. Sie können unsere Identität verifizieren, indem Sie das Handle auf unserer Website prüfen und dann der Link zur Website. Und auf diesen Tweet antwortet ein anderer Account mit dem Handle NYC Government. Nein, das hier ist der einzige authentische Twitter-Account, der für die Stadtverwaltung von New York City spricht und von ihr betrieben wird. Und welcher ist der echte?

12:21 Dennis Horn

Spider-Man-Meme.

12:23 Gavin Karlmeier

Ja, also es funktioniert natürlich über den Link zur Website und der erstgenannte war natürlich der echte. Aber es war viel zu einfach, das hochzunehmen. Und übrigens einen dritten, government NYC, gibt es jetzt auch noch. Der ist noch da. Der zweite, den ich genannt hatte, wurde mittlerweile gesperrt. Aber es ist nichts mehr sicher. Und wie also von fast allen vorhergesagt, hat diese Entscheidung von Twitter, von Elon Musk, diese blauen Häkchen wegzustreichen. Und das System zur Identitätsüberprüfung abzuschaffen, eine Flut geschaffen von Desinformation, von Anarchie, von Imitationen. Da hat sich jemand als Hillary Clinton ausgegeben. Leichte Fehlschreibung ihres Namens, wir kennen das mit I und L und so weiter, und hat angekündigt, dass sie 2024 wieder kandidieren würde. Zehntausende Sichten, äh, Visits, Impressions hat dieser Tweet bekommen, bevor er gesperrt wurde. Da hat sich jemand als J. K. Rowling ausgegeben, die Autorin von Harry Potter. Und sich dafür entschuldigt, der Transgender-Gemeinschaft geschadet zu haben und die Einnahme einer Schlaftablette, eines Schlafmittels dafür verantwortlich gemacht. Jemand anders hat das Profil so verändert, dass es so aussah wie das vom Papst und hat getwittert, es gibt mindestens drei Geschlechter. Accounts vom FBI waren betroffen. und so weiter und so fort.

13:43 Dennis Horn

Es ist einfach wirklich nur noch ein totaler Chaos-Ort Twitter. Und die ganzen, also diverse Leute fangen jetzt auch schon an, als habe ich jetzt schon mehrfach gelesen, auch Herrn Böhmermann. Der ja gegen seinen Willen auch einen blauen Haken bekommen hat, fang jetzt deswegen damit an, ihren Namen ständig zu ändern, damit der blaue Haken verschwindet und er dann eine Woche später wiederkommt. Und ein Twitterer, äh, Leon heißt der.

14:02 Gavin Karlmeier

Es hat übrigens das mit dem Haken wiederkommen, hat einer das Herpes genannt. Und dass Elon Musk nicht weiß, dass das mit diesen 8 Dollar um die 8 Dollar geht es gar nicht, es geht um das Herpes. So, mach weiter, sorry.

14:13 Dennis Horn

Er hat die These aufgestellt, dass das jedes Mal geprüft wird. wenn man den ändert und dass man einfach, dass es das perfekte Zurücktrollen ist. Wenn einfach alle, die gegen ihren wilden blauen Haken bekommen, das ständig ändern und da muss irgendjemand sitzen und das gegenchecken, und weil da kaum Leute sitzen, dauert das einfach eine Woche. Ja. Hat mir ganz gut gefallen als These. Aber um das so, also als Bild von außen, ne? Ich finde Elon Musk ist so dieses Ein Kind aus der Oberstufe, mit dem man zur Schule gegangen ist, der sehr reiche Eltern hat, ein ganz tolles Anwesen hat. dann deswegen zur Party einlädt und alle dahin kommen, um dieses krasse Anwesen zu sehen. Er ist nicht so richtig beliebt, aber man geht da halt trotzdem hin. Und der dann aber die anderen Menschen dort schubst, Apfelmittel in die Bohle schüttelt und halt eigentlich so klassisches Bullying betreibt. Also Elon Musk hat auch als Wohnort auf seinem Twitter-Profil inzwischen Trollheim angegeben. Und ich. Naja, ist leider nicht so richtig für hinzuzufügen.

15:13 Gavin Karlmeier

Und auf diesen Partys hat man sich doch selbst immer mies verhalten, oder? Weil man dachte, wenn ich jetzt hier was kaputt mache, die haben eh genug Geld. Um das zu reparieren. Und so läuft es jetzt.

15:22 Dennis Horn

Noch kurz alle zusammen singen, die internationale und dann geht's nach Hamason.

15:26 Gavin Karlmeier

Eine Reihe von Prominenten jetzt, so Ben Stiller zum Beispiel, hat durchblicken lassen, dass Twitter für sie nicht mehr attraktiv ist. Und das fand ich hat noch so eine kleine interessante Diskussion ausgelöst, weil, also worum geht es denen? Also warum ist denen Twitter, für die jetzt Twitter nicht mehr attraktiv? Ist das ein bisschen ein Ego-Ding, weil sie den blauen Haken nicht mehr haben? Befürchten Sie tatsächlich die Fake-Accounts-Schwämme? Die jetzt was macht, wenn neben ihnen noch tausend andere Ben Stillers da online sind und ihr Unwesen treiben können. Geht es um die 8 Dollar? Was ist das Problem für die sozusagen?

16:07 Dennis Horn

Gleich meine These anstellen. Es könnte ja sein. Wir haben nochmal über diesen Thread dieser Vizepräsidentin gesprochen, eines Unternehmens, die gesagt hat, warum das ein absolutes ein absoluter Prototyp darin ist, wie man Werbung nicht anstellen sollte, diese ganze Twitter Blue-Kampagne. Und ich könnte mir vorstellen, dass jetzt gerade etwas Spannendes passiert. Es könnte passieren, dass es bald en vogue ist sich von Twitter abzumelden. Und das wäre natürlich für Twitter das Fatalste, was passieren kann, wenn die Promisse unter Prominenten cool ist, unter den Ersten zu sein, die nicht mehr dabei sind. weil du einfach dann einfach keine, dann gibt es keine Handhabe mehr, weil du keine, keine Persönlichkeit mehr hast, keine MultiplikatorInnen, die bislang eigentlich. . die Leute zu Twitter gelockt haben. NetTech ist immer nur so gut wie die Leute, die es benutzt. Und wenn aber niemand mehr einen Sinn darin sieht, es zu benutzen, weil niemand mehr da ist, naja. Ja. Also ich weiß es nicht, was die ist.

17:01 Gavin Karlmeier

Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, unrealistisch.

17:03 Dennis Horn

Ich möchte es auch nicht ausschließen gerade, weil eben dieses Trollen des Bosses Also an dem Punkt, ich habe auch das Gefühl, habe ich schon hundertmal gefühlt, diesen Punkt erreicht, aber an dem Punkt, wo der Chef anfängt, so aus Trollgründen um sich zu werfen mit Haken oder was auch immer, An dem Punkt ist ja auch, also gibt es keine Verlässlichkeit mehr in keine Richtung. Twitter ist eigentlich damit kaputt. In dem Moment, wo Elon Musk eine Entscheidung trifft, die gegen sein eigenes Gleichmachen spricht. Ist selbst das neue, neu ausgerufene, liberale Twitter kaputt.

17:38 Gavin Karlmeier

Travis Brown, der sich selbst Entwickler nennt, ich habe auch als Bezeichnung für ihn gelesen: unabhängiger Marktforscher. Hat es sich ein bisschen zum Hobby gemacht, mitzuzählen, was die neuen Twitter Blue-Abonnenten und Verifizierungen angeht. Und er sagt, kurz vor der Löschung dieser legacy blauen Haken. Hatten neunzehntausend vierneunundsechig der insgesamt 407. 000 verifizierten Altkonten Das war eine Zählung von ihm von Anfang April, Twitter Blue. Und jetzt kurz danach beträgt die Zahl für dieselben Konten 19. 497. Das ist ein Zuwachs von 28 Konten.

18:24 Dennis Horn

Zumal man auch dazu sagen muss, man kann ja, also selbst wenn man sich abmeldet von Twitter Blue, erstmal gibt es Geschichten, dass der Haken da bleibt. Und zweitens dauert das ja mindestens bis zum Ende des Monats, also bis du den Haken los bist. Das heißt, dass sich offenbar nicht so viele Leute einfach neu angemeldet haben in diesem Zeitraum. Das ist schon krass. Und es gibt ja auch gerade diese Welle gegen Blau verifizierte. Also Block the Blue war ja eine Kampagne, die ist schon vor einiger Zeit Gestartet, die geht gerade nochmals richtig groß durch Twitter, du kannst mit einem Chrome-Plugin, kannst du dir auch genau anzeigen lassen, wer Twitter Blue verifiziert ist. Und auch da der Vollständigkeit halber die Initiatoren dieser Kampagne haben inzwischen von Elon Musk auch einen blauen Haken geschenkt bekommen. Ja.

19:09 Gavin Karlmeier

Und was macht das? Also wir haben ja schon öfter darüber gesprochen, wenn jetzt der blaue Haken weg ist, dann wird das Auswirkungen haben, weil in Zukunft werden so Reichweitentechnisch die neuen Twitter Blue verifizierten Konten bevorzugt. Und da gab es eine ganze Debatte drüber mit Screenshots von Nutzerinnen und Nutzern, die geteilt haben, wie sich das jetzt auf ihre Sichtbarkeit bei Twitter ausgewirkt hat, keinen blauen Haken mehr zu haben.

19:36 Dennis Horn

Ja, so ist das genau. Also das Ganze fing an mit einem Tweet der Twitterin Höllenaufsicht, Marile, wenn ich recht informiert bin, heißt sie. Und sie hat gesagt, was kostet Twitter Blue? 8 Dollar. kostet kein Twitter Blue das hier und hat einen Tweet veröffentlicht, in dem sie zeigt, dass ihre Tweet Impressions im letzten Monat um sechsundvierzig Prozent eingebrochen sind Und da hat sich das ein bisschen so angesammelt. Andere haben darunter mitkommentiert und jemand, der auch Twitter Blue abonniert hat, hat einen ähnlichen Reichweiteinbruch beobachtet, nämlich 30% ein Sturz. Ich finde, das ist eine spannende Beobachtung. Ich finde, da sollten wir ein Auge drauf legen. Ich glaube, es ist aber noch zu früh, da Gesamtschlüsse rauszuhören. ziehen. Also wir merken ja gerade, dass Twitter am an diesem Empfehlungsalgorithmus immer wieder rumdokkt hat. Wir beobachten eine nicht Sinnvolle Nutzbarkeit dieses Algorithmus ist bislang. Dementsprechend, das ist, glaube ich, erstmal eine normale Umstellung. Ich kann mir aber vorstellen, dass wir das in dieser Form so bis auf eine Spitze getrieben sehen. wo wir auch sagen müssen, jetzt ist es halt auch wirklich sinnlos, ohne Twitter Blue überhaupt noch mitzutwittern. Und dann hat Elon Musk das erreicht, was er eigentlich haben wollte, nämlich eine Subscription-Only-Plattform. Oder wie das Ich glaube, Nico Ernst, was auf Twitter geschrieben hat, ein Pay-to-Win-Spiel auf Twitter.

20:55 Gavin Karlmeier

Ja, die Frage ist halt nur, wird diese Plattform dann noch eine Relevanz haben? Genau. Die ist dann eben rechtfertigt, das Geld dafür auszugeben. Es gibt auch andere Vorschläge, mitunter konstruktive Vorschläge, wie man mit der Verifikationsfrage umgehen könnte, über Twitter Blue hinaus. Unser Schon oft besprochener Account, Twitter Daily News, hat einen Vorschlag, Twitter sollte in Erwägung ziehen, Twitter Blue für Nutzer anzubieten. Kostenlos. Die bekannt genug sind, um einen Eintrag in der Wikipedia zu haben. Und das wären dann nicht nur drei Benutzer. Und die schreiben dann auch, Wikipedia als Maßstab zu verwenden, ist nicht perfekt, aber es sei. Wo ich nicht mitgehen würde mit diesem nicht perfekt, so also keine Lösung ist perfekt, aber es sei die beste Lösung, die wir haben. Wer andere Ideen hat, kann sie hier mal bitte in die Kommentare schreiben. Aber die schreiben halt BenutzerInnen, die einen Wikipedia-Eintrag haben und eine Mindestzahl der Follower als Metrik. Das sei doch eine Möglichkeit, hier eine Verifikation über ein Anführungszeichen Kriterium zu schaffen.

22:06 Dennis Horn

Aber worüber, also die Diskussion kommt ja gefühlt einen Taken spät, ne? Also weil eigentlich ist das, dieses Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Und also ich allein die Vorstellung, dass Leute solche Löschungsdiskussionen, Relevanzdiskussionen auf Wikipedia führen. um damit eine Rechtfertigung für ihren blauen Haken auf Twitter zu generieren, da kriege ich Gänsehaut. Ja. Also Ich bm, ja, es gibt natürlich kein perfektes System zur Verifizierung. Wer ist denn relevant genug? Wer ist denn gefährdet genug, vielleicht kopiert zu werden oder dessen für Identität Diebstahl. Das wissen wir natürlich alles nicht. Und es gibt da keine perfekte Lösung. Die jetzige Lösung ist aber gefühlt noch weiter weg von einer perfekten Lösung als die alte. Und das sage ich nicht, weil ich in der alten Lösung einen blauen Haken hatte, der ist für mich verzichtbar, sondern weil ich einfach das Gefühl habe, dass es muss ja eine Instanz geben, die diese Entscheidung trifft, wenn du ein Verifikationssystem etablieren möchtest. Oder du schaffst es ganz ab, denn eine perfekte Gleichmachung bei Twitter wäre ja, es gibt einfach keine Haken. Punkt. Wenn du das so durchziehen möchtest in dieser Weltsicht, die Elon Musk uns ja immer verkaufen möchte, Dann ist es falsch, dass es überhaupt blaue Haken gibt.

23:24 Gavin Karlmeier

Ja, da kommt dann die Bot-Argumentation ins Spiel. Kommen wir jetzt gleich nochmal zu. Ich fand den Vorschlag gar nicht so schlecht von Twitter Daily News.

23:32 Dennis Horn

Also es würde ja bedeuten, dass Menschen auf Wikipedia noch mehr diskutieren gegen die Löschung.

23:38 Gavin Karlmeier

Das stimmt, das hätte natürlich Auswirkungen auf die Wikipedia. Aber erst einmal, finde ich, kann man schon voraussetzen aus den Jahren, die wir jetzt mit dieser Enzyklopädie arbeiten. Dass die schon gut ist. Ja, das stimmt. So, ja, und klar hätte das Auswirkungen darauf, aber ich sag mal so, es gibt diverse Dinge. Im realen Leben über die Wikipedia hinaus, die auch schon Auswirkungen auf diese Plattform haben. Also da mache ich mir jetzt nicht die größten Sorgen darüber, dass die Wikipedia darunter so richtig zu leiden hätte. Weil da wissen wir ja schon lange von allen möglichen Beeinflussungsoperationen dort. Ja, das stimmt auch.

24:18 Dennis Horn

Ich finde den Vorschlag auch grundsätzlich, wie gesagt, nicht verkehrt. Ich glaube, wir hätten diese Diskussion nur vor einem Jahr führen müssen. Das stimmt.

24:26 Gavin Karlmeier

Aber Kriterien sind, glaube ich, nicht die Diskussion von Elon Musk. Manchmal muss es schnell gehen und das passierte am Wochenende auch. Die Werbekunden von Twitter haben eine E-Mail bekommen. Der Titel lautet Building a Better Twitter Through Verification. Und da stand folgendes drin. Ab dem 21. April, also im Grunde so ab sofort, muss dein Account ein verifiziertes Häkchen haben. Oder entweder Twitter Blue oder Verified Organizations abonnieren, um weiterhin Werbung auf Twitter schalten zu können. Ich verstehe das überhaupt nicht. Ja, ich lese mal nochmal kurz ein bisschen weiter vor. Aber also erstmal finde ich interessant in diesem Satz, ein verifiziertes Häkchen haben oder Twitter Blue oder Verified Organizations abonnieren. Was ja schon impliziert, dass es verifizierte Häkchen über Twitter Blue hinaus gibt. Das ist einmal das graue Häkchen natürlich, aber das sind nicht üblicherweise die Leute, die bei Twitter werben. Also interessant erstmal hier diese Unterscheidung. So, und dann geht es weiter in dieser E-Mail. Geschäftskonten, die mehr als 1000 Dollar pro Monat ausgeben, also für Werbung bei Twitter. Haben schon ein goldenes Häkchen oder werden es bald haben und sie werden zu diesem Zeitpunkt weiter ohne Unterbrechung Werbung schalten können. Das heißt, das ist wie mit dem Mit so einem Bahnticket. Ja, also in London zum Beispiel, wenn du öfter mit der Tube fährst und dann irgendwann das Level erreicht hast für eine Monatskarte, dann wird das automatisch umgerechnet. So funktionieren jetzt auch die goldenen Häkchen bei Twitter. Also, wenn du mehr als 1000 Dollar pro Monat ausgibst, dann hast du das Abo gleichzeitig auch mit drin. Und dann schreibst du sagt Twitter, diese Änderung steht im Einklang mit Twitters breiterer Verifizierungsstrategie, die Qualität der Inhalte auf Twitter zu erhöhen. Und die Erfahrung als Nutzer und Werbetreibender zu verbessern. Dieser Ansatz unterstützt auch unsere laufenden Bemühungen, betrügerische Accounts und Bots. Da haben wir die Argumentation, die ich gerade meinte, zu reduzieren.

26:25 Dennis Horn

So, und jetzt du.

26:26 Gavin Karlmeier

Verstehe ich überhaupt nichts, sagst du?

26:28 Dennis Horn

Mhm. Also ich verstehe die Art der Kommunikation nicht. Weil wenn du gesagt hättest, für alle, die für mehr als 1000 Dollar werben, gibt es goldene Häkchen, hättest du einen Anreiz geschaffen, mehr Werbung zu schalten und billiger an Häkchen zu kommen. Jetzt ist die Formulierung aber, wenn du Werbung schalten willst, musst du verifiziert sein. Wenn du aber genug Werbung schaltest, kriegst du auch ein Häkchen. Und diese Art der Kommunikation führt aber im Umkehrschluss dazu, dass man jetzt. . erst abgeschreckt ist und sich denkt, ich kann keine Werbung mehr schalten, ohne den Haken zu kaufen, und erst dann so auf den zweiten und dritten Blick erkennt, dass das eigentlich ein anderes Ziel ist. .

27:05 Gavin Karlmeier

Ja, das Ziel ist ein Taschenspielertrick, oder?

27:07 Dennis Horn

Ja, genau. Aber eins, dass Twitter ja nicht in die Tasche spielt

27:15 Gavin Karlmeier

Also wir müssen uns das merken als Formulierung auch für unsere unseren Politik Podcast auf der Republika, wo wir ja darüber sprechen möchten. Über die ganzen tollen Ideen, mit denen Twitter Geld verdienen wollte, aber am Ende nur dafür gesorgt hat, dass es weniger Geld verdient. Also ein Taschenspieler trägt, der viel macht, aber nicht in die Taschen spielt. Gut. Ja, ja. Matt Navera hat getwittert, Social Media Manager einer langen Liste großer globaler Marken berichten ihm. dass sie ihr goldenes Häkchen verloren haben und nicht mehr verifiziert sind. Auch große Nachrichtenverlage, Medienhäuser berichten von diesem Problem, was dann dazu führte, dass die alle keine Werbung mehr schalten konnten. Ja, also eigentlich waren sie verifiziert, dann war das jetzt weg und dann konnten sie wieder keine Werbung mehr schalten. Und Twitter hat jetzt im Nachhinein dann E-Mails verschickt an Werbetreibende und gesagt, wir haben es vermasselt. weil wir irrtümlicherweise goldene Häkchen von vielen Konten entfernt haben. Und es heißt jetzt, Twitter arbeitet sich durch eine Google-Doc-Liste von Konten, um die goldenen Häkchen wieder einzusetzen. Es läuft richtig gut also und die Werbetragenden haben jetzt das Angebot bekommen, dass alle Ausgaben im zweiten Quartal, die sie auf Twitter ausgeben. nochmal 25 Prozent mehr Leistung bekommen bei der Werbung. Und das ist genau der Deal, den Twitter die letzten Monate immer mal wieder angeboten hat, statt mit Navera.

28:42 Dennis Horn

Na gut, cool. Danke, Twitter.

28:47 Gavin Karlmeier

So, und dann gab es ein paar Beschwerden. Einige haben sich dann für, nicht bei uns, einige haben sich dann für dieses Verified Organizations Programm beworben, diese 1000 Dollar dafür bezahlt und wurden dann abgelehnt. Und in den Bedingungen steht, wenn man sich bewirbt und abgelehnt wird, dann bekommt man die 1000 Dollar nicht zurück.

29:14 Dennis Horn

Das ist so absurd auch. Das haben wir früher schon bei Twitter Blue auch die These aufgestellt, weil wir ja gesagt haben, dass dieser Verifikationsprozess In Anführungsstrichen, dass der erst passiert, nachdem du schon bezahlt hast. Und wir nicht wissen, wird es zurückgezahlt, jetzt wissen wir nein. Und das gilt eben auch für die 1000 Dollar. Jetzt frage ich mich aber, was muss denn passieren, damit du ein Unternehmen bist, das nicht das Häkchen bekommt? Also gibt es Kriterien über die 1000 Dollar hinweg, die entscheiden, ob ich verifizierbar bin? Also vermutlich nur Falschangaben, oder?

29:46 Gavin Karlmeier

Also ja, also ich glaube, grundsätzlich dieser Begriff Kriterien, der ist ein zentraler, weil so vieles würde so viel besser laufen. Wenn es nachvollziehbare Kriterien gäbe, aber solange es die nicht gibt, ist vermutlich auch das wieder nur Willkür.

30:01 Dennis Horn

Ja, und das ist aber das, was Elon Musk immer dem alten Twitter vorgeworfen hat. Richtig.

30:06 Gavin Karlmeier

Block the Blue wäre noch ein Thema.

30:09 Dennis Horn

Haben wir gerade schon kurz angeschnitten, ne?

30:11 Gavin Karlmeier

Genau, da musst du uns durchführen, weil das ist am Wochenende irgendwie völlig an mir vorbeigegangen.

30:15 Dennis Horn

Naja, vielmehr als das, was ich gerade gesagt habe. gibt es da gar nichts so zu erzählen, außer eben die Tatsache, dass es eben diese Leute gibt, die Block the Blue ausgerufen haben, eine Kampagne, die eigentlich zum Ziel hatte, dass man damals, als es den API-Zugang noch gab, automatisiert alle Leute sperren kann, die einen gekauften blauen Haken haben. Und das machen viele Leute inzwischen. Viele Leute Haben auch Memes, die sie immer drunter kommentieren, wenn jemand mit Töter Blue Haken kommentiert. Und naja, long story short, Elon Musk hat diesen InitiatorInnen jetzt auch einen blauen Haken. Gegeben. Wobei, wenn ich jetzt gerade schaue, Drills beispielsweise, hat er ihn wieder nicht mehr, aber vielleicht hat er einfach seinen Namen geändert. Man weiß es nicht. Also, Drill schreibt selber, ah, they got me am Fakt. Der blaue Haken ist aber auch schon wieder weg. Aber er hat auch mehr als eine Million Follower. Ich weiß nicht, wo der blaue Haken herkommt. Ist es Willkür? Ist es Chikane? Ist es die Anzahl der FollowerInnen? Wir werden das nicht erfahren, weil es gibt, wenn ich draufklicke, keine Informationen.

31:13 Gavin Karlmeier

Es gibt die These, dass diese Block the Blue Kampagne oder überhaupt der Aufruf, sich jetzt Blocklisten anzulegen verstärkt, Twitter auch ein wenig finanziell in die Knie zwingt, weil diese Blocklisten einen so enormen Rechenaufwand bedeuten, weil dann sozusagen für einzelne Nutzerinnen und Nutzer nochmal gecheckt werden muss, was durchgeleitet wird oder nicht, dass es Twitter wehtut. Auch das ist noch so ein Punkt, der da im Hintergrund rumschwebt.

31:39 Dennis Horn

Ja, ja, gut, wir sprechen ja, also ja, verstehe ich. Ja, in der Menge, wenn es skaliert, wie wir Silicon Valley sagen. Aber wenn Twitter Blue weiter wächst Dann wird sich das Problem irgendwann von alleine lösen.

31:53 Gavin Karlmeier

Wenn skaliert, wie wir im Silicon Valley sagen. Oder im Neubau Des Fernsehsenders aus dem Stuckhard-Barre-Buch. Dann bewegen wir uns zu Instagram, denn Instagram Arbeitet bekanntermaßen an P92. Das soll die Twitter-Konkurrenz sein, die Twitter-Alternative. Wir hatten schon gesagt, P92 ist irgendein So ein Flugzeug. Und jetzt heißt es aber nicht mehr P92, sondern Barcelona. Das ist doch schon, Barcelona. Das ist doch schon eingängiger.

32:32 Dennis Horn

Ja, aber immer noch, also klingt immer noch nach einem Code. Also es gibt ja so Codenames, ne? Also Windows XP hieß früher, glaube ich, Memphis. Also es gibt immer so Codenamen, die das Ganze verschleiern sollen, worum es eigentlich geht. Und naja, das heißt jetzt Barcelona. Gut.

32:49 Gavin Karlmeier

Und was erwartet uns in Barcelona?

32:51 Dennis Horn

Ja, also richtig wissen wir das leider nicht. Also es gibt Screenshots. Wir wissen, dass ein Post bei Barcelona 500 Zeichen lang sein wird, dass du ein Thread dort schreiben kannst, der aus 100 Postings besteht. Und dass du alle Leute einladen kannst. Wird ein Invite-only-Systemanfang sein. Das wissen wir schon Und vielmehr wissen wir aber noch nicht, außer dass wir wissen, dass du Überschriften in also Titel wie in deiner beim iPhone gibt es seit einiger Zeit, wenn du eine Notiz schreibst. Hast du so zwei verschiedene Zeilen, nämlich eine Titelzeile und eine Fließtextzeile? Und so sieht das auch aus auf diesen Screenshots. Ich frage mich, ob das so bleibt, weil ich brauche jetzt für meine Tweets nicht zwangsläufig noch Überschriften. Aber offenbar ist man da noch weiter, also man hat es noch nicht aufgegeben, sag ich mal.

33:43 Gavin Karlmeier

Und vielleicht Stellen wir uns nochmal die Frage, ob hier wirklich ein Twitter-Konkurrent geschaffen wird oder eine Variante Artifact, die neue App der Instagram-Gründer, klein zu halten. Gehört vielleicht auch zur Wahrheit. Übrigens, dieses P92 Barcelona, ne? Also man kann sich ja auch mal in so Metaphern und Bildern verirren. Am 3. April 2017 ist in der Nähe von Barcelona ein kleines Flugzeug notgelandet, auf einer vielbefahrenen Autobahn. Also dem Piloten ist es gelungen, so auf so einem freien Seitenstreifen dieses Flugzeug aufzusetzen. Und das war ein Flugzeug des Typs P92. Ist es dein Ernst? Ja, ja. Und das das Ding ist Dieses Flugzeug hatte Motorenprobleme. So, und da, also Vorsicht, ne, mit hier dieses Bild aufzubauen, die P92-App jetzt Barcelona zu nennen. Nicht, dass es schief geht.

34:43 Dennis Horn

Ja, aber nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Warten wir mal ab.

34:46 Gavin Karlmeier

Absolut. So, wir haben uns lange gefragt, wann und wie deutsche Medienhäuser auf diese Zustände bei Twitter reagieren. Die Verlagsgruppe Rhein-Main verlässt jetzt Twitter. Das ist nicht das größte deutsche Medienunternehmen, es ist eins aus Mainz mit einer Reihe von Tageszeitungen, darunter die Allgemeine Zeitung, das dürfte noch die bekannteste sein, die Wormser-Zeitung der Wiesbadener Kurier. Also so kleinere Regionalzeitungen. Und die Verlagsgruppe Rhein-Main ist seit 2009 bei Twitter aktiv. Mehr als 70. 000 Accounts folgen ihren Kanälen. Das spricht für eine Ja, vielleicht nicht sonderlich groß interessierte Zielgruppe, nicht die allergrößte, vielleicht auch nicht für die ausgefalteste Social Media Arbeit, aber es sind eben 70. 000 FollowerInnen und es ist Das erste, einigermaßen große deutsche Medienhaus, das jetzt so auf diese Zustände reagiert, das schreibt einer der Chefredakteure auf der Website, Medien, die fälschlicherweise als staatlich finanziert eingestuft werden, Trollaktionen zur Stärkung halbseidener Kryptowährungen Verifizierung nur noch gegen Bezahlung, dramatischer Anstieg von Spam und Fake News, Presseanfragen, die mit dem Kacka auf den Emojis beantwortet werden. Der Besitzer Elon Musk hat in kürzester Zeit die Plattform Twitter zu einem Ort gemacht. An dem unabhängiger Journalismus nicht mehr möglich ist. Daraus ziehen wir Konsequenzen und pausieren ab jetzt mit sofortiger Wirkung sämtliche Aktivitäten auf den redaktionellen Twitter-Accounts.

36:11 Dennis Horn

Und das ist Haltung, oder?

36:13 Gavin Karlmeier

Das ist Haltung. Und es kommt hier ganz offenbar einmütig vom Verlag und der Redaktion und ich finde das absolut richtig.

36:21 Dennis Horn

Ja, und ich finde es gut, dass da jemand endlich mal einen Stein des Anschlusses findet. Ich verstehe natürlich auch, dass es in so einem verhältnismäßig kleineren Verlagshaus einfacher ist als für die ganze ARD so eine Entscheidung zu treffen. Klar. Aber endlich findet man jemanden anfang. Ich kann das nur begrüßen. Ich finde es super. Es ist genau richtig.

36:42 Gavin Karlmeier

Und dann haben wir noch als letztes Thema die AI-Bemühungen von Twitter. Twitter nimmt es offenbar. Ernst, hier die anderen Unternehmen draußen zu halten und die Inhalte von Twitter denen nicht als Trainingsmaterial dort liegen zu lassen. Zum Wegscrapen. Und Twitter hat nämlich jetzt jeden oder hindert jetzt jeden daran, die erweiterte Suche zu verwenden, es sei denn, man ist angemeldet. So, und da sehen wir jetzt, wie, da haben wir ja letzte Woche auch schon drüber gesprochen, das Training von großen Sprachmodellen langsam dazu führen. Führt, dass sich die Walled Gardens im Internet wieder weiter voneinander abschotten.

37:26 Dennis Horn

Noch weiter. Ja, also es fühlt sich, das fühlt sich für mich so ein bisschen nach. Ehrlicherweise dachte ich, das wäre immer schon so gewesen an. Ich kann das sogar nachvollziehen. Also, dass du natürlich deine Inhalte für dich behalten möchtest. Das entspricht natürlich überhaupt nicht der Idee. die Twitter eigentlich jetzt erfüllen möchte, nämlich diese Plattform für alle zu sein, Meinungsfreiheit, ein Marktplatz des Internetsnetzes. Ein Marktplatz, für den du Eintritt zahlen musst, haben wir auch schon mal gesagt, das ist eigentlich kein echter Marktplatz. Und ein Marktplatz, auf den man von außen nicht schauen kann, weil er komplett mit Zäunen zugestellt ist. Eigentlich auch nicht. So nämlich Das war's für heute. Ja, schöne Woche. Schöne Woche und bis morgen. Und bis morgen.