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Folge 133 · 1. Juni 2023 · 25 Min.

Dreiunddreißig-ein-Twitter

mit Dennis Horn

Wir haben mit Buschmann gechattet (also quasi: Es gibt eine Antwort auf unsere Anfrage beim Bundesamt für Justiz), wir sprechen über staatsgründende Ambitionen (nicht wirklich, aber klingt so schön!) und glauben: Vielleicht ist ein Ende in Sicht. Heute also viel los auf kurzer Strecke.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Ich freue mich auf diese Ausgabe, weil du mir schon vorab gesagt hast, du hast viele Gedanken mitgebracht, also lass uns loslegen.

00:13 Dennis Horn

Ja, wir haben ja auch das kleine Problem, weil du gesagt hast, du hast nur wenig Zeit mitgebracht. Vielleicht gehst du einfach zwischendurch und ich erzähle meine Gedanken ja einfach so.

00:20 Gavin Karlmeier

Und dann kannst du sie unterwegs weiterhören. Na gut, also wir beginnen mit einem liegen gebliebenen Thema von gestern. Da haben wir gesagt: müssen wir jetzt wirklich dem Bundesamt für Justiz schreiben? Ich habe es gemacht. Wie steht es um das Bußgeldverfahren gegen Twitter? Hier kommt die juristisch korrekt formulierte Antwort des Pressesprechers des Bundesamts für Justiz. In dem Bußgeldverfahren gegen die Anbieterin von Twitter. Hat das BFJ der Anbieterin im Rahmen der Anhörung Gelegenheit zu einer schriftlichen Stellungnahme gegeben und sieht derzeit deren Eingang entgegen? Also, da hakt's gerade. Sollte der Tatvorwurf gegen die Anbieterin von Twitter durch die Stellungnahme ausgeräumt werden, wird das Bußgeldverfahren eingestellt. Andernfalls wird das BfJ ein Vorabentscheidungsverfahren nach <unk> 4 Absatz 5 Netz DG vor dem Amtsgericht Bonn anstrengen. Sofern das Amtsgericht Bonn die Rechtswidrigkeit der dem Bußgeldverfahren zugrundeliegenden Inhalte feststellt, wird das BFJ einen Bußgeldbescheid gegen die Anbieterin von Twitter erlassen. So.

01:26 Dennis Horn

Also die Grundannahme in diesem Text ist ja, dass es eine Stellungnahme seitens Twitter gibt, die dazu führt, dass das Verfahren eigentlich wieder eingestellt wird. Zumindest wird das sehr klar und breit dort formuliert. Und ich glaube nicht, dass das kommt, ehrlicherweise.

01:40 Gavin Karlmeier

Die Stellungnahme oder dass Twitter die Zweifel ausräumen kann? Ich glaube eigentlich an beides nicht. Ja. Also ich könnte mir vorstellen, die Stellungnahme kommt. Also es gibt ja noch Leute. die Briefe schreiben bei Twitter mit einer Pages-Vorlage, haben wir gestern gelernt. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie ausgeräumt werden dafür. War das ja alles relativ eindeutig. Aber beide Wege werden hier aufgezeigt. Wenn es nicht ausgeräumt wird, dann geht es ja.

02:13 Dennis Horn

Zum Gericht. Und dann muss das Gericht erstmal feststellen, dass das stimmt.

02:17 Gavin Karlmeier

Und wir sehen dem auch sehen dem Eingang dieser Geschichte ebenfalls entgegen. Und wir halten euch auf dem Laufenden. Punkt. So, mit welchem Geld bezahlt Twitter das mit weniger, als es noch vor einer Weile hatte? Elon Musk hat ja schon zugegeben, er hat zu viel für Twitter bezahlt, 44 Milliarden US-Dollar. Drei Viertel in Aktien und er hat vor kurzem her schon mal gesagt, jetzt ist Twitter weniger als die Hälfte davon wert. Und Fidelity, ein Bewertungsunternehmen, hat das jetzt nochmal gesenkt. Es ist nicht klar, auf welcher Basis Also, wie es zu dieser Einschätzung gekommen ist, ob es da irgendwelche nicht öffentlichen Informationen gibt, aber Twitter sei heute Nur noch ein Drittel wert von dem, was Elon Musk für die Plattformen, für das Unternehmen bezahlt hat. Und das ist sehr krass, wenn man sich überlegt, dass es ja an, also wenn wir alles glauben, was Elon Musk gesagt hat.

03:18 Dennis Horn

Dann ist Twitter inzwischen cashflow positiv, wie Sie sagen. Die Werbekunden kommen alle wieder, wie Elon Musk sagt. Es gibt eine neue CEO, denn die Geschäfte. Sind jetzt alle in trockenen Tüchern, in sicheren Fahrwassern, welche Metapher man auch immer anstrengen möchte. . Also eigentlich geht es Twitter besser denn je. Und trotzdem ist es von 42 Milliarden, die dafür gezahlt wurden, was wahrscheinlich nie so wirklich wert war übrigens, nur noch 15 Milliarden Dollar wert, ist, glaube ich, der Betrag, den Fidelity da ermittelt hat. Irgendjemand lügt hier und irgendwie habe ich das Gefühl, es ist nicht das Bewertungsunternommen.

03:54 Gavin Karlmeier

Kombiniere, kombiniere. Ich hab also ich habe so gedacht, naja, also Vielleicht ist das ja auch eine Perspektivfrage auf die Größe des Unternehmens hingedreht. Also in dem Runtergesizten Modus auf die rechte Bubble fokussiert, kommen wir gleich auch noch zu funktioniert es ja dann vielleicht So, wie Elon Musk es sagt und gleichzeitig hat es nachgelassen gegenüber der vorigen Größe.

04:26 Dennis Horn

Auch ja, verstehe ich Aber also dass der Wert weiter sinkt die ganze Zeit, das sollte doch eigentlich allen zu denken geben.

04:34 Gavin Karlmeier

Ich fand interessant in dem Artikel über die Bewertung durch Fidelity, dass Wenn man das so umrechnet, das Vermögen von Elon Musk sich damit um 187 Millionen Dollar verringert. Ach. Von 187 Milliarden Dollar aber.

04:55 Dennis Horn

Na gut.

04:56 Gavin Karlmeier

Ja, und das Vermögen von Elon Musk insgesamt ist aber in diesem Jahr um 48 Milliarden Dollar gestiegen. Was vor allem mit dem höheren Aktienkurs von Tesla wieder zu tun hat. Alexandria Ocasio-Cortez Schreibt, I've got a crush on Elon Musk. Blau behakt, zwischenzeitlich, mittlerweile nicht mehr, ein Account, der Alexandra Ocasio-Cortez Press Release heißt. Und ein Fake-Account ist. Und sie selbst twittert dazu die echte zu ihrer Information. Es gibt hier einen Fake-Account, der sich als ich ausgibt und viral geht. Und wer sorgt dafür, dass er viral geht? Elon Musk. Er hat mit diesem Account interagiert und die Sichtbarkeit erhöht. Und dieser Fake-Account verbreitet, schreibt sie auch falsche politische Aussagen. Und sie überlegt jetzt mit ihrem Team, wie sie damit umgehen soll und dagegen vorgehen soll. Und in der Zwischenzeit soll man einfach vorsichtig mit dem sein, was man sieht. Das ist, glaube ich, auf Twitter mittlerweile ein guter, genereller Tipp, den man beherzigen darf. Aber hier nochmal interessant, wie so blau behagte Accounts da jetzt die Gegend unsicher machen.

06:15 Dennis Horn

Ja, ist bei mir immer noch blau behagt, übrigens. Ah, immer noch blaue Haken, 266. 000 FollowerInnen. Es steht jetzt Parodie im Namen. Ich bin mir aber relativ sicher, dass das zumindest nach der Definition, die Elon Musk damals angelegt hat, als er Hunderte Fake-Accounts, die sich Elon Musk nannten, gesperrt hat von der Plattform, dass da noch andere Regeln galten, dass es da nicht gereicht hätte, einfach eine Parodie in den Namen zu schreiben, um einen blauen Haken zu bekommen. Also das hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Es ist offensichtlich schon durcheskaliert. Dieser Tweet von der echten Alexandria Ocasio-Cortesk ist 21 Stunden alt, wenn wir das hier aufnehmen. Wir haben Mittwoch Viertel vor fünf Nachmittag. Und dieser Account, den gibt es auch schon was länger. Also der Twitter hat jetzt schon seit mindestens zwei Wochen. Oh ne, der erste Tweet, zu dem man zurückkommen kann, ist 5. Mai 2019. Es geht noch weiter. Also den Account gibt es schon sehr lange. Diesen Fake-Account, das er einen blauen Haken hat, ist neu und dieser blaue Haken sollte da nicht sein. Punkt. Also auch selbst wenn ich mich komplett in das Werte und rechte Korsett lege, das Elon Musk hier vermeintlich ausgebreitet hat, muss ich zu dem Schluss kommen, da darf dieser Haken nicht sein.

07:30 Gavin Karlmeier

Ja, so ist das. Also, vielleicht bleiben wir mal kurz im weitesten Sinne bei Desinformationen. Das betrifft ja nicht nur Accounts und einzelne Textinhalte, sondern auch Bildinhalte, gerade in Zeiten generativer KI und die Community-Notes werden jetzt ausgeweitet. Auf Bilder. Da haben wir schon mal kurz drüber gesprochen und die sollen jetzt eben auch irreführenden Inhalten In Bildformen einen Kontext bieten können. NutzerInnen können das eben hinzufügen. Und in der Ankündigung dazu geht Twitter auch nochmal speziell auf so Deep. Fake-Bilder ein, die aus generativer KI kommen, die eine Kombination sind, heißt es aus Verwirrung, Angst und Belustigung. Und da werden nochmal konkret die Bilder genannt von dieser vermeintlichen Explosion im Pentagon. Ja, so als Beispiel dafür, was das auslösen können. Und Nutzer von den Community Nodes können jetzt eben angeben, ob sie dem Tweet selbst eine Info hinzufügen wollen oder dem Bild. Das geht bisher nur für einzelne Bilder, aber Twitter antwortet daran, das auch auszuweiten auf Videos und Tweets mit mehreren Bildern. Und warnt davor, dass die Community-Notes wahrscheinlich nicht unter allen passenden Bildern erscheinen werden, weil es anfangs auch Probleme noch geben könne bei der Präzision.

09:08 Dennis Horn

Ja, ich finde das natürlich sinnvoll, aber das wird halt diese Probleme, die solche Informationen innerhalb von Minuten auslösen können, auf einer Echtzeitplattform nicht lösen. Genau. Also eher mal rangehen, die Verifikation, die Vermeintliche in den Griff zu kriegen. Und dann kann man immer noch überlegen, dass man Vielleicht mal diese Probleme in den Griff kriegen.

09:27 Gavin Karlmeier

Trotzdem richtig natürlich, dass man da dran geht, aber naja. Hart, aber Fair-Fakten-Check am nächsten Tag bringt ja auch nicht so viel. Das muss der Moderator lösen. Exakt, 100 Prozent, ja, absolut. Ähm, Mada Aflak ist eine Mitarbeiterin von Twitter, die in ihrem Profil Stolz schreibt, dass sie an Twitter 2. 0 mitarbeitet. Sie arbeitet an der ID-Verifikation. Also wir scannen eure Personalausweise ein und wissen hier, wem welcher Account gehört. Und die hat einen interessanten Text geschrieben über die Twitter-Coins. Sie betont sehr deutlich, das sind ihre persönlichen Gedanken dazu. Das ist kein. keinen, also vielleicht ist es Thema bei Twitter gerade irgendwie, aber das ist eine persönliche Initiative, sie möchte das nicht direkt mit dem Unternehmen in Verbindung sehen, was sie dort beim Medium veröffentlicht hat. Und ich möchte da ein bisschen einsteigen mit dir, weil ich irgendwie finde, das weist in so ein paar Richtungen, so dieser Text, und bin gespannt. Was du zu diesen Gedanken sagst. Also sie fängt recht groß an und recht breit sagt, dass eine Währung In demokratischen Gesellschaften normalerweise ein Symbol ist für einen wirtschaftlichen Austausch, aber auch für Einfluss. Und Twitter-Coins könnten ganz ähnlich Funktionieren. Also oft wird nur über den wirtschaftlichen Austausch gesprochen, wenn es um Twittercoins geht. Aber sie sagt, da könnte auch Einfluss zum Thema werden. Und Twittercoins könnten so eine Art monatliches Einkommen werden für eindeutig identifizierte NutzerInnen. Und denen dann die Möglichkeit geben, ihre LieblingskünstlerInnen oder Accounts zu unterstützen. Und sie nennt das Twitter Universal Income. So, und wie funktioniert es genau? Sie sagt, so ein hypothetischer Betrag von 100 Twitter-Coins pro Monat. Und die könnten einzelne NutzerInnen dann Unter ihren bevorzugten Creatern verteilen. Also zum Beispiel 20 Coins gehen an Christian Drosten, 60 an Shahak Shapira. Und nochmal 20 an Gavin Karlmeyer oder so. Jetzt sprich mal weiter, das klingt gut. Und Nutzer dann, die diese Twitter Coins bekommen und angesammelt haben, bei denen könnte das verknüpft werden mit der Sichtbarkeit auf der Plattform. Also insofern, das Thema Einfluss, das heißt, das Publikum, die BürgerInnen sozusagen, dieses demokratischen Ökosystems, wie sie das nennt. Würden über die Sichtbarkeit dieser Creator entscheiden. Interessant noch, der Gedanke: Twitter könnte auch 10% seiner Anzeigenkapazität für seine eigenen Nutzer reservieren. Beispiel, wenn diese zehn Prozent 100 Millionen Euro wert sind oder Dollar pro Monat, dann würde jeder. ID identifizierte, also authentifizierte Nutzer, jede Nutzerin, 100 Millionen bekommen, geteilt durch die Anzahl der authentifizierten Nutzer. Also diese 100 Millionen werden einfach ausgeschüttet, gleichmäßig verteilt unter allen, die authentifiziert sind. Und zwar in Form von Twitter-Coins. Und die könnten dann auch nur für den Kauf von Anzeigen verwendet werden. Und damit für eben eine erhöhte Sichtbarkeit dieser Creator. Und der Wert des Twitter-Coin wäre gleichzeitig an die Werbekapazität von Twitter gebunden. Also da kommt dann sowas wie eine Währung wirklich ins Spiel mit Inflation oder Deflation. So, und dann schreibt sie noch, sie glaubt, dass dieses System allen Beteiligten zugute käme, den Urhebern, den passiven Nutzern und Twitter. Und im Gegensatz zu Followerzahlen oder Retweets oder Likes hätte der Twitter Coin eben besondere Eigenschaften. Der geht nur an ID-authentifizierte Nutzer mit einem Perso hinterlegt und ist unbestechlich und ähnelt im Grunde einer gewichteten Abstimmung schreibt sie. Das System gibt passiven Nutzern die Möglichkeit über die Sichtbarkeit und den Erfolg von Künstlern zu entscheiden. Und sie stellt sich Twitter als demokratisches Land vor, indem die Schöpfer als Repräsentanten und die passiven Nutzer als Bürger fungieren.

14:08 Dennis Horn

Ja, ich hab das, ich hab das mit ganz, also so wie heißt das, wenn so die Stirn sich so in Falten legt und man so die Augen zusammenkneift? Das ist also der Gesichtsausdruck, den ich aufgelegt habe, während ich diesen Text von ihr gelesen habe. Also die erste Assoziation war für mich, das fühlt sich an wie die digitale Antwort auf so Reichsbürger-Geschichten, auf Reichsbürger-Plädoyers. Weil das alles, dieses ganze, der Text heißt ja auch schon, Twitter as a country und alles ist so geframed, wir sind hier jetzt ein Land und es braucht eine Währung und wir sind demokratisch und so. Und ich dachte, die ganze Zeit, das Bild, das hinkt so stark. Weil es ja nach meinem Wissen jedenfalls kein demokratisches Land gibt, das einem Autokraten gehört, der dort schalten und walten kann, wie er möchte, der die Regeln bestimmt, der Leute mundtot machen kann, alles per Knopfdruck. Also Das sind alles keine Prinzipien eines demokratischen Beisammenseins. Und diese Stärkung der Creator-Economy, die gefällt mir natürlich als Idee, die kriege ich noch nicht zusammen mit einem Elon Musk an der Spitze.

15:14 Gavin Karlmeier

Also, ich finde, das ist so ein verquarstes, unseliges Zusammenrühren libertärer Ideen. Das erinnert mich auch schon wieder sehr an Web 3. Da ist ein bisschen Flatter drin. Ja, Flatter habe ich auch dran gedacht. So und ähm das ähm Er scheint mir irgendwie wie so ein Silicon Valley-Hirngespinst. Und verbunden mit den politischen Implikationen, die alle Entscheidungen bei Twitter gerade ja auch haben. Es stand am Ende bei mir so, also ich muss mir auch noch viel Gedanken darüber machen, habe ich so gedacht, aber äh Zwischen den Zeilen blitzte bei mir im Kopf immer so ein What could possibly go wrong Ding auf.

16:06 Dennis Horn

Ja, und es fühlt sich alles so super verüberphilosophiert an.

16:12 Gavin Karlmeier

Und überphilosophiert ist super. Das mag ich sehr.

16:15 Dennis Horn

Die eigentliche Antwort auf das, was sie da erzählt, ist ja Der Algorithmus in anderen sozialen Netzwerken. Die Leute bekommen das angezeigt, was ihnen gefällt, auf Grundlage hier in dem Fall dann von Abstimmungsmethoden, wie wir das bei Reddit. kennen oder auch bei YouTube kennen. Also diese Zwischenebene einer Münze mit einer mit einem bedingungslosen Grundeinkommen an Twittercoins als Ausschüttung, ist so ein bisschen, wir spielen jetzt mal Start, aber ohne Notwendigkeit. Und wie gesagt, für mich ich hatte sofort die Assoziation, das fühlt sich wie so ein wie so ein Unabhängigkeitserklärungstext eines Reichsbürgers, einer Reichsbürgerin an und hat mich irgendwie eher sprachlos, ratlos zurückgelassen als abgeholt.

17:01 Gavin Karlmeier

Ja Du hattest noch ein bisschen Tweet-Deck-Jenga, oder?

17:05 Dennis Horn

Ja, ich konnte, ich habe versucht, einen Tweet zu schreiben. Manchmal tue ich das. Und TweetDeck hat mich dann daran erinnert, also es gibt ja eine Möglichkeit noch, das alte TweetDeck zu benutzen. Ich nutze das zum Beispiel, um Informationen hier zu sammeln für unseren kleinen täglichen Schnack. Und hab eine Fehlermeldung bekommen und dieser Tweet, der ist aber trotzdem rausgegangen. Und diese Fehlermeldung, die hatten wir schon mal vor sehr langer Zeit Und das ist für mich ein Hinweis darauf, dass dieses, ich dachte, das wäre es jetzt mit dem alten Tweet Egg, weil die Meldung ist, Twitter is overcapacity. Also Twitter ist überlastet. Und das wird nicht daran liegen, dass gerade zu viele Leute gleichzeitig im alten Tweet sind, sondern vielmehr, dass einfach da keine Kapazitäten mehr übrig sind. Atlanta. Wahrscheinlich Atlanta, ja.

17:54 Gavin Karlmeier

Atlanta, ja. Okay. Ich habe noch ansonsten zum Abschluss einen interessanten Artikel gelesen. Ähm, Daily Cause ist eine Website, die, sagen wir mal, zur demokratischen Partei tendiert, eher in den USA, der ist um progressive, liberale Amerikanische Politik geht und da ist jetzt ein Artikel zu Twitter erschienen. Den finde ich, ist sich also den lohnt es zu lesen. Es lohnt sich, den zu lesen, so wollte ich sagen.

18:26 Dennis Horn

Ja, das andere klingt ein bisschen deutschlandfunkiger, aber ich glaube, das kann man auch so sagen.

18:32 Gavin Karlmeier

Der blaue Deutschlandfunk aber. Ja, genau. Sonst hätte ich danach noch Swag sagen müssen. Und dieser Artikel benennt ein paar Dinge bemerkenswert klar. Und deswegen möchte ich da mal kurz einsteigen. Einfach, ich finde das in seiner Klarheit faszinierend. Wir sind ja auch einen Weg gegangen hier im Podcast und. Haben immer noch so das alte Twitter im Kopf, aber also, die nennen ihn den Verschwörungsmilliardär Elon Musk, der für 44 Milliarden Dollar ähm Er versucht, seine spezielle Art der freien Meinungsäußerung durchzusetzen und im Wesentlichen all die Nazis, Verschwörungstheoretiker und sonstigen Bedauernswerten zurückbringt, die einst von der Plattform verbannt wurden. Also Verschwörungsmilliardär, mag ich. Mag ich auch. Dann wird Twitter hier bereits klar als rechtsextremes soziales Netzwerk beschrieben. Und der Artikel beschäftigt sich dann mit dem Zwiespalt, den wir hier auch schon öfter beschrieben haben. Ich lese mal vor. Wir von Daily Coast werden dafür kritisiert, dass wir weiterhin Tweets verwenden und in unsere Artikel einbetten, aber dieses Netzwerk Ist immer noch der bei weitem beste Ort, um schnell aktuelle Nachrichten und Informationen zu erhalten. Es bleibt auch die erste Adresse für prominente Experten, Analysten, Aktivisten, Wissenschaftler, ukrainische Open Source Informationen und viele andere Dinge. Die für unsere Arbeit direkt relevant sind, bis auf weiteres werden wir uns daran halten. So, also auch nochmal schön den Zwiespalt auf den Punkt gebracht. Und dann mag ich sehr die Beschreibung der Alternativen. Also, da habe ich gedacht, das könnten wir hier nicht besser formulieren. Da stecken nochmal ein paar interessante Dinge drin. Erstens, Mastodon. Dieser dezentrale Ansatz ist die Schwachstelle, denn die Einrichtung eines Kontos erfordert Dinge wie die Auswahl eines Servers, worüber niemand nachdenken sollte, wenn er ein Social Media Konto einrichtet. So, und dann das Mastodon-Team scheint zwar super cool zu sein, ist aber winzig und verfügt nicht über Funktionen wie die Beantwortung der eigenen Version von Tweets oder Direktnachrichten. Zumindest arbeiten sie daran, die Komplexität zu reduzieren, aber der CEO von Mastodon hat Risikokapital abgelehnt, um das Wachstum anzukurbeln. Dieses Festhalten an seiner Unabhängigkeit und Freiheit von Geldinteressen ist zwar lobenswert. Schränkt aber auch seine Fähigkeit ein, diesen Moment wirklich zu nutzen. Ende März hatte Mastodon zwei Vollzeitbeschäftigte, eine Handvoll Teilzeitbeschäftigte und drei Aufgabe. Auftragnehmer und es wurden drei weitere Vollzeitbeschäftigte eingestellt und selbst das von Musk dezimierte Twitter hat rund 1000 Mitarbeiter. Auch nochmal interessanter Vergleich lässt natürlich außer Acht, wie viel freie Entwicklung außerhalb dieses Mastodon-Unternehmens im Fediverse passiert, bevor uns das jetzt hier wieder jemand ans Bein bindet. Absolut. Aber bringt hier eben einen Unterschied doch recht gut auf den Punkt. So, und dann, das fand ich interessant, bezogen auf Meta of Barcelona. Der Gewinner dieses Gewinnspiels, das Twitter ersetzen soll, wird der Ort sein, an dem die Medien- und Prominenten Elite abwandert. Die meisten von ihnen haben schon eine solide Instagram-Präsenz. So dass es einfach ist, vom ersten Tag an eine eingebaute Followerzahl zu haben. Blue Sky hat gute Arbeit geleistet, was das angeht, auch das Twitter-Erlebnis nachzubilden. Aber wenn das Instagram-Produkt gut ist, wird Blue Sky wahrscheinlich gezwungen sein, auf den Activity Pub-Standard umzuschwenken. Und das wäre großartig. Das wäre in der Tat wild. Das wird aber nicht passieren. Ja, ich finde das eine sehr interessante Beobachtung. Ich halte das nicht für ausgeschlossen. Ich glaube aber, das ist eine Frage sozusagen des Timings. Wer ist wann wie groß und erwischt welches Momentum?

22:27 Dennis Horn

Ja, stimmt. So. Würde aber die ganze Kommunikation, die Blue Sky bisher ausgemacht hat, ja völlig in den Vergessene schieben

22:36 Gavin Karlmeier

Ja, ja, ja, absolut. Also, die haben ja ein Momentum. So ist es nicht. Aber tatsächlich, diese Marktmacht von Meta haben wir ja auch schon mal drüber gesprochen. Ich fand das einfach einen interessanten Gedanken. Der hat mich ein bisschen gefangen eine Weile. So, und der Artikel endet mit Die Nutzung von Twitter ist für viele von uns immer noch ein notwendiges Übel, aber angesichts des Tempos, in dem plötzlich Alternativen aufkommen, Sind diese Tage gezählt? Ich rechne fest damit, dass Twitter bis zum Ende des Jahres überflüssig sein wird. Eine weitere außerplanmäßige Schnelldemontage unter der Aufsicht von Elon Musk.

23:13 Dennis Horn

Ich mag das total. Ich mag diese These, ich mag die Hinleitung zur These, ich mag die Beobachtung auf andere Netzwerke. Und ich bin jetzt mal so frei und mutig. Ich glaube, ich gehe das mit. Ich würde auch sagen, dass vor allem im europäischen, aber auch im US-amerikanischen demokratischen Meinungsteil sozusagen, Twitter Ende des Jahres nicht mehr die Rolle spielen wird, die es jetzt gerade noch spielt. Ich glaube auch, dass Instagram und das Blue Sky da wahnsinnig viele Meter machen werden bis dahin und würde zustimmen.

23:48 Gavin Karlmeier

Ja. Also es klingt wie so eine super steile These. Und wie gesagt, für mich ist immer noch Linda Jaccarino eine. eine unbekannte an der an der Stelle, also mathematisch, ne? Eine unbekannte. Eine freie Radikale mache ich. Eine Variable. Die noch nicht gefüllt wurde. Also da bin ich gespannt drauf, wie sich das verhält. Aber das, also ich fand das bemerkenswerten Blick in der Argumentation. Lohnt sich zu lesen, Delikos, über die Zukunft von Twitter. So. Schön. Wir machen für heute den Sack zu.

24:36 Speaker 4

Ja. Habe ich lange nicht gehört, diese Formulierung. Eher ein Haken dran sind. Ja, okay. Na gut. Bis morgen. Bis morgen bei Sack zu. Phew, you can't.