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Folge 160 · 11. Juli 2023 · 26 Min.

Twitter rennen die Leute weg

mit Dennis Horn

Offenbar kennen wir jetzt den Grund, wieso Threads in der EU nicht startet. Aber auch, welche Figur Twitter bisher so im Ukraine-Krieg gemacht hat. (Spoiler: Ratet mal)

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich gelb.

00:07 Dennis Horn

Warte, warte, warte, warte. Sorry, ich muss ganz schwör, nochmal, ich muss mich hier kurz noch sortieren. Das lassen wir drin, das mögen die Leute. Fang nochmal an.

00:17 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. So, also. Threats ist jetzt bei 100 Millionen NutzerInnen und währenddessen gehen die Nutzungszahlen bei Twitter nach unten. Wir haben gestern darüber gesprochen, laut der offiziellen Werbepräsentation von Twitter, die im Juni in Cannes gezeigt wurde, zählt die Plattform 535 Millionen NutzerInnen. Unabhängig gemessene Zahlen sprechen da eine andere Sprache, und uns ist da eine Grafik aufgefallen, die der CEO des Content Delivery Networks Cloudflare ist getwittert hat. Und die sagen, dass der Traffic von twitter. com In den vergangenen Monaten stetig gesunken ist, in den letzten Tagen aber drastisch. Und damit ist twitter. com Im DNS-Ranking von Cloudflare auf Platz 40 zurückgefallen. Im Februar war die Domain noch unter den Top 20 aller Domains im Internet. Also man sieht dieser Grafik einen mehr oder weniger konstanten Rückgang der Zugriffe an.

01:26 Dennis Horn

Ja, das ist schon Ich finde, das ist schon sehr beeindruckend, dass man das so schnell so messen kann. Wir müssen da natürlich so ein bisschen rausrechnen, wie so diese neue Plattformmagie sich sicherlich gerade auch auswirkt. Aber also allein die Vorstellung, wie das erstmal wird, wenn du dann Alternativangebote, die sich dann wirklich verbreiten, also sowas wie Threads, auch am Rechner nutzen kannst. Das ist schon ein signifikantes Problem für Twitter und für Elon Musk. Und ich könnte mir vorstellen, dass daher auch so ein bisschen seine Art rührt, wie er sich gerade gibt.

02:03 Gavin Karlmeier

Ja, Twitter hat währenddessen Probleme mit Desinformationen zum Krieg in der Ukraine verbreitet von blau behagten Accounts oder Wie Volker Weber von Heisel bei Mastodon schreibt, verified reply guys mögen wir.

02:22 Dennis Horn

Das ist ein sehr guter Begriff.

02:23 Gavin Karlmeier

Also Desinformation zum Krieg in der Ukraine verbreitet von Verified Reply Geist. Das berichtet die BBC und hat dafür eine ganze Reihe von Beiträgen zusammengetragen als Beleg Tweets zum Teil mit einer Millionen Reichweite. Und ich zähle mal so ein paar auf. Dabei war die Falschbehauptung, russische Soldaten. Die Daten hätten in der Ukraine Fälle von Kindesmisshandlungen entdeckt. Diese Meldung konnte die BBC zurückverfolgen zu einer Website, die Desinformation verbreitet. Dabei war die Falschmeldung Das in Frankreich auf DemonstrantInnen geschossen worden sei und zwar mit Waffen, die aus der Ukraine kommen. Diese Meldung konnte die BBC zurückverfolgen zu einem Telegram-Account, zu einem regierungsfreundlichen in Russland. Oder dabei war die Falschbehauptung, dass von der Ukraine aus eine Rakete auf die Stadt Kermatorsk abgefeuert wurde. Und diese Meldung konnte die BBC sogar zurückverfolgen zu einem blaubehagten Account selbst. Und die BBC schreibt außerdem das massenhafte Die Falschbehauptung auf Twitter die Runde macht, Präsident Zelensky hätte in der Ukraine die Wahlen im kommenden Jahr abgesagt und die Demokratie abgeschafft und auch das geteilt von blaubehagten Accounts.

03:40 Dennis Horn

Ja, also da gibt es eigentlich wenig hinzuzufügen. Ich finde es wichtig, dass wir das hier nennen, auch um nochmal so eine Sensibilität dafür zu schaffen, wie schwierig eigentlich Twitter inzwischen als Informationsplattform ist. Wir sammeln das hier ja eigentlich eher nur. Man kann da wenig hinzufügen, außer dass echte Recherche über Twitter so schwierig geworden ist. Dass ich inzwischen dazu neigen würde zu fragen, vielleicht reichen die 600 Tweets am Tag, ja doch.

04:09 Gavin Karlmeier

Oder die 300.

04:11 Dennis Horn

Oder auch das stimmt für Neureistrierte, ja.

04:16 Gavin Karlmeier

Ja, geht mir genauso. Ich habe mich so ein bisschen beobachtet in den vergangenen Tagen. Also Twitter war ja für uns durchaus auch immer nochmal Informationsquelle, Besch. Bestimmte Accounts verfolgen wir, um so ein bisschen auf Twitter über Twitter auf dem Laufenden zu bleiben. . Aber ich habe wirklich entdeckt, wie ich immer seltener in die App gehe. Also wenn ich jetzt irgendwie sortieren müsste, ne? So, wie oft öffne ich was. Dann ist auf Platz 1 bei mir Mastodon. Sie in der An.

04:43 Dennis Horn

Tatsächlich auch, ja. Ich sage aber gleich, das hat bei mir einen. Lustigerweise einen Grund, der eigentlich mit mentaler Gesundheit zusammenhängt.

04:52 Gavin Karlmeier

Aber das erkläre ich dir gleich. Also wir haben gestern ja schon so eine Tirade losgelassen, haben heute Leute schon wieder uns geschrieben, die offenbar überhört haben all die wichtigen positiven Dinge, die wir hier immer wieder gesagt haben zum Finiverse und zum Mastodon Und es ist mir zu dämlich, das jetzt alles nochmal zu wiederholen, aber das ist für mich eine wichtige Informationsquelle. Danach folgt im Moment Thread, dann kommt Twitter und dann kommt Blue Sky. Das ist gerade so meine Reihenfolge.

05:24 Dennis Horn

Ja, okay. Also bei mir ist Twitter tatsächlich auch genau dahin verschwunden, hinter Threads und hinter Mastodon. Ich habe ausgeschaltet, dass Mastodon mir Push-Nachrichten schickt, was dazu führt, dass ich es öfter öffne, um zu schauen, ob was passiert ist. Das ist aber ganz gut, so kann ich entscheiden, wann mich Thesen erreichen. Das funktioniert für mich sehr gut. Threads, dagegen habe ich gestern schon mal erzählt, benutze ich sehr viel gerade, ist bestimmt auch so ein bisschen Honeymoon-Stimmung, dementsprechend. Dementsprechend ist das bei mir, glaube ich, doch auf der 2. Twitter auf der 3. Blue Sky taucht gar nicht mehr auf. Also Bluesky öffne ich nur noch, wenn da die rote 1 nebensteht. Und das passiert weniger als einmal am Tag, würde ich sagen.

06:04 Gavin Karlmeier

Ich habe heute eine Meldung bekommen, Stefan Niggemeier folgt ja jetzt auf Bluesky. Damit ich da kurz ran habe, nur zurückgefolgt, bin wieder raus. Und das war die rote 1, die ich meine. Ja, so, genau. Also so ist die Reihenfolge. Bei Twitter übrigens Mir heute untergekommen, beschwert sich der rechtsextreme Account Lips of TikTok öffentlich bei Elon Musk, weil er lauter Feedback von seinen FollowerInnen bekommt, dass er kaum noch zu finden sei oder die Tweets dieses Accounts nicht mehr in der Timeline auftauchen. Wir nennen es, glaube ich, Shadowban. Und Elon Musk antwortet das Elon Musk antwortet, das Konto wurde am 26. Juni von unserem Dickpick-Bot als Not Safe for Work gekennzeichnet. Weil es Medien mit Nacktbildern von Pride-Paraden gepostet habe. Und das werde jetzt korrigiert. Die einzelnen Beiträge würden als not safe for work gekennzeichnet, nicht das gesamte Konto. Zitat, sollte jetzt behoben sein. Also mal abgesehen von der Nummer zur Desinformation zum Ukraine-Krieg, rechtsextreme Accounts bekommen bei Twitter Support vom Eigentümer persönlich.

07:11 Dennis Horn

Ja, das ist total. Hinzu kommt aber auch, dass, also geil, wie hier der Begriff Shadowbanning einfach nicht erwähnt wird, sondern gesagt wird, naja, der ist jetzt als Not. Say for Work gekennzeichen.

07:22 Gavin Karlmeier

Ja, ganz interessant, stimmt.

07:24 Dennis Horn

Und hat deswegen de facto dieselben Auswirkungen wie ein Shadowgebannter Account.

07:29 Gavin Karlmeier

Shadowban ist es nur bei vermeintlich Accounts, wo es in die eigene, äh, ins eigene Narrativ passt.

07:36 Dennis Horn

Ja, und das ist so, das ist halt Bullshit, ehrlicherweise, weil alles vor Elon Musk war Shadowban jetzt. Genau, jetzt heißt es nicht mehr Shadowban, aber es hat dieselben Auswirkungen. Und also Elon Musk ist da sehr unsauber in seinen Formulierungen, weil er ja auch zum einen immer wieder diesen Satz gesagt hat, der nicht von ihm stammt, wie du mich berichtigt hast. Freedom of reach is not ne freedom of speech is not freedom of speech. Reach? Mein Gott. Ich bin halt schon.

08:04 Gavin Karlmeier

So war der Satz bestimmt von ihm.

08:08 Dennis Horn

Also er sagte, Freedom of speech is not freedom of reach. Also du kannst sagen, was du möchtest, aber es sieht dann vielleicht niemand. Was eigentlich im Grunde ja auch die Kernessenz von Shadowbanning ist Wobei inzwischen ja eher dabei ist Shadowbands eben nicht nur auf Account, sondern auf Post-Ebene einzuführen und das ändert aber halt genau gar nichts. Und jetzt halt hier dieses, also dieses Rumgeeiere und so und ich möchte da mich nichts äußern. Vor allem lustig übrigens, wenn wir das mal in Relation zu dem Zitat stellen, das wir von Elon Musk als Antwort auf Jack Dorsey hier gestern besprochen. haben, indem er gesagt hat, dass algorithmische Ausspielung dazu führt, dass eigentlich gar nicht mehr klar ersichtlich ist, wann eine Plattform oder ein Netzwerk sich entscheidet, Inhalte auszuspielen oder sie sogar zu blockieren. Ich habe den Wortlaut nicht mehr, aber sinngemäß hat er das ja gesagt. Und hier sagt, hey, ihr habt vor anderthalb Wochen, nee, zwei Wochen, offenbar ein Dickpick veröffentlicht und deswegen ist euer Account komplett eingesperrt. war ja für niemanden bis hierhin ersichtlich, auch für den Account-Inhaber nicht. Diese, diese, auch diese Transparenzoffensive, die irgendwann im Januar versprochen wurde, dass man Zugriff zu diesem. . diesen im Backend gespeicherten Informationen bekommt, um seine Kennzeichnungen und seine Labels selber einsehen zu können. Auch da passiert gar nichts mehr. Also ich habe das Gefühl, eigentlich drehen wir uns die ganze Zeit im Kreis, aber Elon Musk argumentiert halt nur unterschiedlich, je nachdem mit wem er spricht. Und das ist doch Kacke.

09:31 Gavin Karlmeier

Also die Zahlen von Cloudflare haben ja heute insgesamt ein bisschen genug Tuung verschafft.

09:35 Dennis Horn

Ja, das verstehe ich.

09:36 Gavin Karlmeier

So viel Gefühl ist trotzdem noch dabei.

09:38 Dennis Horn

Und vielleicht können wir ganz kurz noch hinzufügen. Ich glaube, du wolltest absichtlich nicht drüber sprechen, aber wo, du hast das Wort Dick Pick genannt, du hast Elon Musk. Twitter Account erwähnt, wir müssen mal kurz sagen, dass Elon Musk. Mark Zuckerberg auf seinem Twitter Account als Antwort auf einen anderen Tweet zum Schwanzvergleich herausgefordert hat und dazu geschrieben hat, Sack is a Kack. Was es genau bedeutet, könnt ihr selber recherchieren. Aber auch da nochmal zur Erinnerung, dieser Mann ist 52 Jahre alt, ist einer, wenn ich sogar der reichste Mensch der Welt und hat eine Macht über die bislang wichtigste Microblogging- und Echtzeitnachrichtenplattform. die wir so im Internet erleben. Nur nochmal, um so ein Gefühl dafür zu kriegen, wem das eigentlich da gerade gehört.

10:18 Gavin Karlmeier

Ich habe heute in irgendeinem Artikel in der Zwischenüberschrift gelesen, Elon Musk sei fünf Klammer auf zwei, Klammer zu Jahre alt. Fand ich sehr schön. Das gefällt mir sehr gut. Und damit rüber zu Threads. Ja, eben schon kurz gesagt, übers Wochenende ist Threads bei hundert Millionen NutzerInnen angekommen. Innerhalb von dann nur fünf Tagen, das ist weiter atemberaubend, das muss man so festhalten. Matt Navara, Social Media Berater, schreibt dazu ganz treffend, es wird interessant sein, zu sehen, wie viel höher diese Zahl wird. Wenn Meta überhaupt erstmal anfängt, Threads auf Instagram, Facebook und so weiter stärker zu pushen. Auch gar nicht ohne der Gedanke, ne?

11:01 Dennis Horn

Nee, ist total richtig, weil Meta. sehr, sehr, sehr offensiv und aggressiv pusht. Also um mal so ein paar Dinge in Erinnerung zu rufen. Als Reels eingeführt wurden, hat man den Reals-Button dahingesetzt, wo vorher das Beitrag erstellen war, um die Masse-Memory zu triggern und immer wieder versehentlich in diese Reels zu leiten. Das hat die Leute wahnsinnig gemacht, aber es hat dazu geführt, dass die Leute das benutzen. Als live gestartet, das habe ich hier schon mal gesagt, haben alle NutzerInnen, die einem gefolgt sind, eine Push-Nachrichtung, gekriegt, wenn man ein Live-Video gestartet hat. Als Facebook live gestartet ist, waren die Live-Videos immer ganz oben im Newsfeed. Also es gibt diese so viele Beispiele für Aggressives Binnenmarketing, das Meta da betrieben hat, dass ich glaube, wenn das anfängt mit Meta, dann ist da noch viel, viel, viel mehr möglich. Und dann sind tatsächlich diese 535 Millionen monatlich aktiven Twitter-NutzerInnen Auch in Greifweite. Angeblicher, ja, aber dann sind die in Greifweite, wenn wir sehen, und das ist ja das Spannende bei Threads, die Zahlen sind ja relativ klar, weil wir durch die ID, die generiert wird, die wir übrigens, das wurden wir jetzt öfter gefragt, Die kann man aus der EU noch nicht richtig sehen. Also es gibt offenbar Möglichkeiten über ein VPN oder über ein im US-App Store installiertes Instagram. diese ID zu sehen, aber bislang kann man diese ID nicht sehen, aber in den USA und in allen anderen 99 Ländern, in denen es jetzt gestartet ist, sieht man eben so eine Nummer. die auf Threads hinweist im Instagram-Profil. Und diese Nummer ist fortlaufend. Das heißt, der Mark Zuckerberg ist die 1, Adam Mossari ist die 2 und inzwischen sind wir eben bei 100. 054. 051, das ist zumindest das, das die nun mal die Matt Navera hier veröffentlicht hat. Und dementsprechend ist das relativ unbestechlich. Und dann, wenn da die 535 Millionen irgendwann einkassiert sind, dann kann Twitter da auch nicht mehr sich drum herum lügen. Das ist ja alles Spannende. Da gibt es übrigens noch einen Gedanken zu. Sorry, Dennis, ich bin hier gerade im Redeschweil. Ja, mach mal, hau rein. Ich seh mich zurück. Es gibt so gerade bei Mastodon ist mir das oder im Fiddiverse öfter untergekommen, aber auch sonst habe ich schon öfter so eine So Thesen gelesen von Menschen, die sagen, diese 100 Millionen seien nur denkbar, weil alle Instagram-Accounts heimlich schon zu Thread-Accounts geworden sind. Und ich habe das, wir haben das hier vor ein paar Tagen schon mal so kurz angeschnitten, aber Es gibt diese Zahl aus 2019, 2018, 20 von einer Milliarde monatlich aktiver Instagram-NutzerInnen. Wenn wir jetzt überlegen, dass wir die EU rausrechnen, dann sind wir immer noch über 100 Millionen. Dementsprechend kann ich mir das nicht vorstellen, dass man hier diesen Staat so riskiert zu vergeigen, indem man hier künstlich diese Zahlen nach oben treibt. Aber also, das wäre auf jeden Fall jetzt stark überraschend angesichts der Art, wie dieser Lounge bisher gelaufen ist,

13:45 Gavin Karlmeier

Bloomberg schreibt über Analysten, die glauben, dass Threads bis zum Jahr 2025 für Meta ganze 8 Milliarden US-Dollar im Jahr bringen werde. Und die vermuten einen Anstieg auf 200 Millionen NutzerInnen, was ich eine vorsichtige Schätzung finde. Bis dahin. Also eine vorsichtigere Schätzung, als ich gedacht hätte, dass es sie geben würde.

14:08 Dennis Horn

Die schätzen 200 Millionen bis 2025. Ja, genau. Ja, das ist sehr vorsichtig, wenn wir sagen: 100 Millionen in den ersten fünf Tagen und die EU ist noch nicht dabei. Also, da halte ich auch für vorsichtig. Diese 8 Milliarden US-Dollar sind aber krass, weil dann kannst du dir überlegen, dass du in fünf Jahren später, also 2030, Twitter zum Originalpreis kaufen könnten. Wer weiß. Die Frage ist, ob Twitter bis dahin überhaupt noch annähernd so viel wert ist. Oder noch da ist. Das wäre natürlich der krasseste Plot-Trist, wenn die ein Kaufangebot machen würden. Es würde wahrscheinlich durch Kartell-Behörden nicht durchgehen. Aber stell dir das mal vor.

14:48 Gavin Karlmeier

Im Moment haben die Juristinnen von Meta eher mit der EU zu tun. Also Man hört nie so konkret, woran könnte es eigentlich liegen. Wir haben so ein bisschen aufgezählt, was für Daten Threads sammelt. Aber liegt es wirklich allein daran, dass diese App so invasiv ist? Da sind wir unsicher. TheVirge fasst das nochmal so ein bisschen zusammen und zitiert. Zitiert Adam Mossari aus einer Reihe von Interviews, die er gegeben hat, und die deuten tatsächlich darauf hin: der Digital Markets Act der Europäischen Union ist schuld, insbesondere eben doch die Regeln Die Meta daran hindern, die von NutzerInnen gesammelten Daten zu vermischen, mit denen aus Facebook, Instagram und WhatsApp. Da zitiert The Virge Adam Mossari aus dem Hard Fork Podcast der New York Times und der sagt darin: Es geht nicht nur um die Offenlegung und die Zustimmung der Datensammlung an sich, sondern es geht auch darum. Sicherzustellen, dass keine Daten nach außen dringen, sagt er. Und mit diesem Außen könnten eben auch die anderen Dienste von Meta gemeint sein. Und er sagt, man muss Prozesse und Technologien einführen, die so gut wie garantieren, dass alles, was man sagt, also mit man sagt, ist gemeint. was Meta über die Daten sagt, woher es sie hat und so weiter, auch überprüft werden kann, und zwar in der Regel auf mehrere Arten. Und The Word schreibt, eigentlich sammelt Threads, das haben wir ja gestern auch besprochen, gar nicht wesentlich mehr Daten als die anderen Dienste von Meta. Und die bloße Sammlung bringt es auch nicht in Schwierigkeiten, aber es sind die Digital Market Act Regeln zur Datenvermischung The Verge zitiert unter anderem Georgios Petropoulos vom Stanford Digital Economy Lab, der sagt: Threats ist da kein so eindeutiger Fall. Das haben wir ja auch besprochen, aber trotzdem hat Bedenken hat er. Wenn Meta die bestehenden populären Produkte wie Instagram oder Facebook nutzt, um für Threads zu werben, dann könnte das auch in dieser Richtung gedeutet werden. Ist kein klarer Verstoß, sagt er, kann man aber ebenso sehen. Und dann wird noch eine dänische Politikerin zitiert in diesem Artikel von The Verge, die Politico letzte Woche gesagt hat: die Tatsache, dass Threats immer noch nicht für EU-Bürger verfügbar ist, zeigt, dass die EU-Verordnung funktioniert. Das ist so, ne?

17:25 Dennis Horn

Das ist wohl so. Ja, dem würde ich zustimmen. Ich lese da noch was anderes raus. Und zwar diese immer wieder, ich predige das hier ja öfter, aber diese These, man versucht einfach nur so wenig wie möglich falsch zu machen. auf Seiten von Meta, weil man, weil das reicht gerade, um dieses, diesen, dieses Rennen zu gewinnen. Und dass dieser Fall so unklar ist, zeigt ja dass sie hier nicht breitbeinig auftreten und sagen, hey, wir probieren es und vielleicht fliegt es uns um die Ohren, mal sehen, egal, sondern dass sie sagen, wir wollen es nicht verkacken, also sind wir in der EU lieber sehr vorsichtig, und müssen hier neue Architekturen bauen beispielsweise finde ich sehr beeindruckend weil das relativ untypisch für meta ist ja

18:06 Gavin Karlmeier

Das erinnert mich an Bekannten, der ist Sportlehrer. Und wenn man gegen den in einer x-beliebigen Sportart antritt, der spielt nicht besonders gut, aber der ist technisch immer perfekt. Also, wenn du Tischtennis spielst oder so, der geht gar nicht so drauf, dich irgendwie zu besiegen, sondern der ist immer nur dabei, den Ball technisch möglichst perfekt wieder zurückzuschlagen auf die andere Seite. Und du machst irgendwann den Fehler.

18:28 Dennis Horn

Ja, so kommt mir das vor gerade. Ja, so fühlt sich das halt die ganze Zeit an, genau, wie so ein Boxer, der sich denkt, irgendwann ist man gegenüber erschöpft Ich darf einfach nur nicht K. O. gehen. Und so tritt man hier auf. Also ich finde es sehr untypisch, aber Mossari wird in diesem Virtual-Interview auch zitiert mit Das ist ein a lot more of a YOLO Lounge than anything we've done in a while. Also es ist so ein The Threadstart ist so ein ist so ein bisschen das Roch'n Roll-Mojo, über das wir hier gestern gesprochen haben.

18:57 Gavin Karlmeier

Ja voll. Also es ist ein bisschen alter Startup-Style, ne?

19:00 Dennis Horn

Ja, genau. Aber gleichzeitig eben mit dieser totalen strategischen Perspektive zu sagen, also gegen Twitter. Kann man gerade nur verlieren, wenn man sich döver anstellt als Twitter, also riskieren wir nichts. Und also auch im Sinne von Wahrnehmung im Publikum. Die Leute würden Meta hier wahrscheinlich kein großes Datenschutzvergehen oder eine Sperrung in der EU oder einen ewigen Gerichtsprozess verzeihen, weil man sich denkt, jetzt versucht Meta hier wieder, versucht es wieder auf diese Spur oder auf diese Schiene, aber Meta ist sehr vorsichtig. Und also zumindest aus der Ferne betrachtet finde ich das sehr, sehr geschickt strategisch.

19:37 Gavin Karlmeier

Aber es ist nicht alles, äh nicht alles Gold, was threadet. Wir haben gesprochen über die Content-Moderation und vielleicht ist nochmal ein Blick ganz interessant, wie es um verschiedene Gruppen steht. die sich die Frage stellen, ob Thread etwas für sie sein könnte. Wir haben einen Post bekommen von Mirko, der sich über Social Media für Bürger und Menschenrechte im Iran einsetzt und er schreibt, diese Community sehe leider dass Meta-Iran-Content grundsätzlich recht stark einschränkt. Deutsche Accounts bei Instagram zum Beispiel. konnten laut Mirko mit anderen deutschen Accounts, die auch über den Iran gepostet haben, nicht mehr vernünftig kommunizieren. Auch Beiträge im Newsfeed seien nicht angezeigt worden. Und diese Einschränkungen, sagt er, sei schon deutlich spürbar gewesen. Und für ihn stellt sich die Frage, wenn man von Twitter jetzt zu Metawechsel, zu Threads wechselt, was bringt das eben mit sich, wenn dort im Grunde dieselbe Content Moderation Policy Gültig ist. Und einen ganz anderen Blick hat der Künstler Daniel Clayton, der bei Mastodon schreibt, ironischerweise baut Threads eine Menge Sicherheitstools in seine App ein. Im Grunde Implementiert es Moderationstools von Instagram und seine Beobachtung sei, dass viele Menschen von Black Twitter und Black Instagram die App nutzen und zwar eine Menge. Also ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und ich bin gespannt darauf, welche weiteren Blicke es da in den kommenden Monaten noch so geben wird.

21:13 Dennis Horn

Ja, ich glaube, da müssen wir in der Tat sehr kritisch drauf schauen und sehr wachsam bleiben, weil das ein Thema ist, bei dem sich auch Twitter in der Vergangenheit, also auch in der Pre-Mask-Ära öfter mal die Finger verbrannt hat. Also nicht nur die Moderation, sondern auch die algorithmische Platzierung und Ausspielung von Inhalten. Wir kennen da Beispiele auch von TikTok beispielsweise. Da gibt es eine Recherche, ich glaube sogar der Tagesschau auf jeden Fall vom NDR. bei der festgestellt wurde, dass diverse Begriffe auf Bloglisten stehen. Also wenn du so Begriffe wie schwul verwendest in den Kommentaren, dass dieser Kommentar dann womöglich gar nicht erst ausgespielt oder anderen Menschen angezeigt wird. Und da müssen wir in der Tat aufpassen, wie genau hier eigentlich so gearbeitet wird mit algorithmischen Tools. Die Gefahr, dass das so ein Western Bias hat. Sage ich mal, die ist natürlich relativ groß bei einem amerikanischen Unternehmen. Jetzt hat Meta natürlich eine riesengroße Erfahrung über die anderen Plattformen, aber Microblogging funktioniert anders.

22:13 Gavin Karlmeier

Und das müssen sie auch erstmal lernen, glaube ich. genau das ist der punkt Microblobby funktioniert anders und wir sind von Twitter eine Ein bestimmtes Eingriffslevel gewohnt, was den Inhalt angeht. Und ich glaube, dass wir über dieses Eingriffslevel und dass es sich bei einem, bei einer Metaplattform eben vielleicht nochmal unterscheidet. Zu dem von Twitter wir in den nächsten Monaten tatsächlich auch noch sehr viel diskutieren werden. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

22:45 Dennis Horn

Ja, stimme ich auf jeden Fall zu. So.

22:48 Gavin Karlmeier

Und dann sind wir für heute durch.

22:50 Dennis Horn

Ich habe noch ein bisschen Housekeeping. Oh, dann machen wir Housekeeping bitte. Und zwar hat mir der Max etwas geschickt. Und zwar ist es ein Archive. org-Link zu den Kosten von Favstar. Und zwar war das so, wir haben ja gestern über gesprochen, dass FaithStar zurückkommt, eine Plattform, die damals auf Twitter groß war, der archive. org-Snapshot, den wir haben. ist vom Juni 2011. Ich lag also gar nicht so falsch mit meiner zeitlichen Einordnung. Und die Features, die man damals dort als Premium-Modell bekommen hat, waren Werbefreiheit stündliche Updates statt tägliche. Du konntest deine eigenen Tweets auch sehen und sortieren nach Likes und du konntest eben Awards, diese Trophäe, diesen Tweet of the Day verleihen. Es gab noch ein paar andere Kleinigkeiten, aber. halt Listen und solche Kleinigkeiten. Und jetzt stelle ich dir mal die Frage, Dennis, was wäre dir das wert?

23:43 Gavin Karlmeier

Eigentlich super wenig, ehrlich gesagt.

23:47 Dennis Horn

Es ist weniger als Tutter Blue. Ich habe mich gestern vertan. Ich habe gestern 5 Dollar gesagt, es war weniger, es ist weniger.

23:52 Gavin Karlmeier

Es ist weniger, ja. Also ich tippe jetzt mal auf 5 Dollar. Mir wäre es ein Dollar vielleicht wert.

23:58 Dennis Horn

Genau, es ist 30 Dollar für sechs Monate. Also in der Tat 5 Dollar im Monat. Das haben die Leute mal bezahlt. Dementsprechend, vielleicht haben wir einfach so ein bisschen das Gefühl verloren, als wir hier über Twitter Blue abgeledert haben. Wahrscheinlich aber nicht.

24:11 Gavin Karlmeier

Übrigens, Sascha Lobo hat immer gesagt, gefafft. Gefafft. Ja, bei Sascha Lobo wurde immer gefafft.

24:19 Dennis Horn

Also ich hätte immer gedacht, Faith, ja, ne? Fafstar, Pfafst. Ich weiß es doch auch nicht. Also ich verstehe schon, dass Twitter da irgendwann Herzen eingeführt hat. Wann war das eigentlich? Oh, wenn wir die Frage nicht beantworten, dann haben wir das morgen hundertmal im Post auf. Warte mal. Twitter, Herzen statt Sterne. Das müssen wir jetzt noch schließen. 2015, im November 2015 wurde das eingeführt. Ich weiß übrigens noch, kleine Anekdote, wo ich da war, als das eingeführt wurde.

24:45 Gavin Karlmeier

Andere Menschen kennen das vom 11.

24:48 Dennis Horn

September oder so.

24:49 Gavin Karlmeier

Oder der Tod von Michael Jackson. Ja, genau, du weißt, was passiert ist, als Twitter auf das Herzchen umgestellt hat.

24:56 Dennis Horn

Und zwar Im Bus. Ich war im Bus und bin von der Uniklinik Bonn nach Hause gefahren, weil ich dort jemanden besucht habe. Und habe Twitter aufgemacht und die Welt war eine andere. Ich dachte, das lief beim Fahrer in den Nachrichten. Der hat angehalten und hat eine Durchsage über das Mikrofon gesagt. Leute, ich kann unter diesen Umständen nicht weiterarbeiten.

25:18 Gavin Karlmeier

Das soll ich so jemals wieder fahren können.

25:22 Dennis Horn

Ja, so, bevor wir uns hier verquatschen, wir sind unserem Publikum was schuldig, nämlich mal eine kurze Gassi-Runde. Bis morgen, Dennis.

25:29 Gavin Karlmeier

Bis morgen.