Preisdumping auf dem Marktplatz des Internets: Es gibt Streik bei Twitter! Es sind zwar „nur“ die Hausmeister, aber selbst diese zeigen: Arbeitskampf wirkt. Zumindest dafür, dass darüber berichtet wird. Außerdem steht die Frage im Raum, ob Elon Musk bösartig oder nur ein bisschen „uninformiert“ ist – und ein alter Bekannter schaltet sich in die Diskussion zu den Twitter Files ein.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis.
00:09 Dennis Horn
Na, wie ist die Lage? Also es sind heute, wir haben heute viele kleine Meldungen und jeder einzelne wäre schon ein Anlass, sich mit flacher Hand feste gehen in den Vorderkopf zu schlagen. Weil da so viele Geschichten mehr sind, wo man sich denkt, das kann doch alles nicht wahr sein.
00:27 Gavin Karlmeier
Ja, und ein Anlass, Elon Musk dazu zu raten, sich mit flacher Hand mal auf den Hinterkopf zu schlagen, um mal ein bisschen da zu drehen, aber naja.
00:37 Dennis Horn
Hahaha. Also meine Lieblingsmeldung des Tages, ich glaube, es ist auch deine Lieblingsmeldung. Die ging jetzt am, also wenn ihr das hört, am gestrigen Mittwoch ging die durch. dass in San Francisco, also wir haben ja, ich erzähle es mal so, San Francisco, gibt es wie in vielen großen Städten, auch in Deutschland, gibt es das Gibt es eine Bauordnung, die einen Bebauungsplan vorsieht? Also, welche Gebäude dürfen zu welchem Zweck verwendet werden? Also, ich kann nicht einfach hier ein Wohnhaus kaufen und ein Restaurant reinmachen, sondern ich muss dann den Zweck des Gebäudes verändern.
01:11 Gavin Karlmeier
Mit dem Flächennutzungszweckverfahren.
01:13 Dennis Horn
Genau, exakt, so heißt das richtig. Und ehrlicherweise muss man das auch, wenn man jetzt plötzlich Zum Beispiel, ich nehme ein fiktives Beispiel, vor Ort in seinem Bürogebäude jetzt Schlafräume einzurichten.
01:26 Gavin Karlmeier
Ja, also man würde so Queen-Size-Betten oder so in ein Gebäude, wo eigentlich Büros drinstehen und sowas wie Software-Ingenieure arbeiten reinstellen.
01:35 Dennis Horn
Genau, das wäre dann offensichtlich ein Verstoß gegen diese Bauordnung der zum Beispiel Bay Area in San, wo San Francisco ja liegt. Und das müsste dann überprüft werden. Und ja, das passiert jetzt gerade also das Department of Building Inspection in San Francisco prüft jetzt gerade, ob die Gebäude, in denen Twitter die Büros hat, wo ja seit zwei Tagen jetzt solche Schlafräume eingerichtet wurden, ob die damit nicht tatsächlich gegen ihren Nutzungszweck verstoßen.
02:08 Gavin Karlmeier
Es ist ganz großartig. Es ist ganz großartig. Elon Musk hat darauf übrigens reagiert. Der hat dann in einem Tweet geantwortet: Aha. Die Stadt San Francisco greift also Unternehmen an, die Betten für müde Mitarbeiter bereitstellen. Statt dafür zu sorgen, dass Kinder vor Fentanyl sicher sind. Wo liegen denn Ihre Prioritäten, London Breed? Also London Wright ist die Bürgermeisterin von San Francisco. Es gab offenbar den Fall, dass Kinder auf Spielplätzen oder so mit diesem Narkosemittel in Berührung gekommen sind, warum auch immer. Es ist ein fantastischer Wort ab Autismus.
02:44 Dennis Horn
Wirklich, den Artikel, den er dazu geteilt hat, betrifft auch nur einen Fall. Also einen einzigen Fall, wo das passiert ist. Und das ist so ein bisschen so Menschen, die bei so irgendwelchen Online-Artikeln, es gibt bei jeder Nachricht eigentlich, einen, der drunter schreibt, haben wir keine größeren Probleme. Genau das ist es.
03:03 Gavin Karlmeier
Und weißt du, was für größere Probleme wir haben? Dass die Mitarbeiter überhaupt müde sind. Vielleicht machen wir uns darüber mal Gedanken, lieber Elon Musk. Wäre vielleicht ein Anlass, ja. Dann habe ich gelesen. Und eigentlich gedacht, ach guck mal an, jetzt sogar in den USA, es gibt bei Twitter einen Streik.
03:21 Dennis Horn
Ja, das ist ein Ding, ne?
03:23 Gavin Karlmeier
Dann haben wir begonnen, beide auch mal über die Überschrift hinauszulesen. Es sind die Hausmeister, die streiken Also Streikpostenkette in der Market Street in San Francisco. Und diese Hausmeister, die sind Gewerkschaften. Wirtschaftlich organisiert sind, haben dann morgens um 6 Uhr angefangen. Es hat geregnet und trotzdem sind sie auf ihrem Streikposten geblieben, weil sie sagen, hier gibt es keine Tarifverhandlungen.
03:52 Dennis Horn
Das gefährdet uns nicht.
03:54 Gavin Karlmeier
Und was ist die Folge? Willst du direkt noch sagen, was ist die Folge?
03:57 Dennis Horn
Wie geht es den Hausmeistern jetzt gerade?
03:59 Gavin Karlmeier
Ja, sie sind jetzt keine Hausmeister mehr bei Twitter. Was daran liegt, dass sie gestreikt haben, am letzten Tag, an dem der Vertrag lief, zwischen der Gewerkschaft und Twitter und Twitter selbst dann neue neue Firma engagieren wollte, sowieso. Und dann darauf hingewiesen hat, dass dieser neue Auftragnehmer, diese neue Firma, diese Hausmeister, die frei beschäftigt waren, nicht wieder einstellen wird. Das wäre eigentlich dessen Verpflichtung. Also der Bezirk und der Staat, die sind dazu verpflichtet, die Hausmeister dann zu oder verpflichten dazu, dass dieses Neueunternehmen dann die Hausmeister übernimmt. Wird nicht geschehen, also die Verträge sind jetzt beendet. Und die Hausmeister haben kein Haus mehr, sind nur noch Meister jetzt leider.
04:45 Dennis Horn
Oh, das erinnert mich tatsächlich so ein bisschen an die Geschichte, die wir in Österreich damals erlebt haben mit Servus TV. wo ja die ist ein bisschen anders gelagert, ich muss trotzdem daran denken, wo die Belegschaft gesagt hat, wir möchten gerne einen Betriebsrat gründen, woraufhin der damalige Chef von Service TV, Mathe Schitz, auch der Chef von Red Bull übrigens, dieses Jahr verstorben. woraufhin der gesagt hat, ja, dann stellen wir den Sendebetrieb ein und auch schon eine Pressemitteilung rausgegeben hat, dass der Sendebetrieb eingestellt wird. Woraufhin die Belegschaft gesagt hat, ja, so war das jetzt nicht gemeint, also wir müssen auch keinen Betriebsrat gründen, woraufhin er gesagt hat, naja, dann müssen wir auch den Sendebetrieb nicht einstellen. Also dieser Kampf gegen Arbeitskampf mit den härtesten Bandagen, der hier betrieben wird, also auch mit Verstoß gegen geltendes Recht, beispielsweise, das ist schon schwer erträglich. Habe ich gestern auch schon mal benutzt, diese Formulierung. Aber das, ähm, ich finde, dass da muss man drüber sprechen. Ich finde es wichtig, dass wir darüber reden. auch wenn der Umgang mit Hausmeistern jetzt nicht zwangsläufig direktem Einfluss von äh direktem Einfluss von Elon Musk unterliegt.
05:48 Gavin Karlmeier
Ja, man man würde sich wünschen, da sind jetzt welche, die mal gewerkschaftlich organisiert sind, das da eine Stelle wäre, die irgendwie ein bisschen Druck hätte ausüben können.
05:59 Dennis Horn
Ja.
06:00 Gavin Karlmeier
Naja, dann haben wir noch die Twitter-Files als unser Lieblingsdauerthema. Ihr erinnert euch, Matt Taibi, der ähm, Journalist, der diese Dinge über den das Hunter Biden Notebook ausgeplaudert hat, ähm, aus den internen E-Mails im Unternehmen Twitter. Offenbar hat Elon Musk ihm diese Dinge durchgesteckt. Nichts Neues hinter dieser ganzen Geschichte und alles nicht so investigativ, wie man den Eindruck hatte. Und Elon Musk hat an diesem Abend ja diesen zweiten Teil der Twitter-Files angekündigt. Am Abend drauf gesagt, wir brauchen noch ein bisschen und bisher ist nichts passiert. So, wer äußert sich jetzt? Wir haben keine Twitter-Fallspartout und wer äußert sich jetzt? Es ist fantastisch.
06:52 Dennis Horn
Ja, es ist wirklich fantastisch. Es ist Jack Dorsey, der Gründer von Twitter, frühere Chef. der jetzt sagt, naja, also mal ganz ehrlich, lieber Elon Musk, wenn das Ziel doch ist, Vertrauen durch Transparenz herzustellen, warum veröffentlichen wir nicht einfach alles ohne Filter und lassen die Leute für sich selbst entscheiden? Das ist ein völlig absurder Vorvorschlag, ehrlicherweise, weil das ja impliziert, dass alle internen E-Mails, die jemals Twitter-MitarbeiterInnen einander geschickt haben. Nach innen und nach außen einfach veröffentlicht werden. Das steckt da ja hinter.
07:26 Gavin Karlmeier
Die komplette libertäre Silicon Valley-Dummheit versammelt in einer Tweet-Antwort von Jack Dorsey. Sorry, aber.
07:34 Dennis Horn
Das ist wirklich absurd. Also wenn du das durchdeklinierst, würde das ja, also wenn du diese volle Transparenz bis zum Schluss durchdeklinieren würdest. Würde das bedeuten, dass jeder interne Kommunikationsweg alles sofort öffentlich zugänglich sein müsste? Und das ist ja kein Vorschlag, ist ja gar nichts.
07:53 Gavin Karlmeier
Immer alle Freiheiten der Welt, ohne an die Konsequenzen zu denken. Da ticken dann Jack Dorsey und Elon Musk dann doch bestechend Bedenkenswert gleich.
08:07 Dennis Horn
Ja, Jack Dorsey hat ja auch schon mal gesagt, also wenn es einer kann, dann Elon, als damals das erste Mal aufkam, dass er das eventuell kaufen könnte, als Unternehmen. Und so langsam habe ich den Eindruck, also Jack Dorsey war es auf jeden Fall nicht.
08:22 Gavin Karlmeier
Ich finde ja immer ganz interessant, habe ich Habe ich hier im Podcast schon mal diese Nummer mit der Entstehungsgeschichte von Twitter? Da haben wir doch auch schon mal drüber gesprochen.
08:29 Dennis Horn
Ah, das haben wir mal angekündigt, dass wir darüber mal sprechen. Dann haben wir das nie getan, glaube ich.
08:33 Gavin Karlmeier
Haben wir das nie getan. Ich glaube, wir haben den Podcast aufgezeichnet und dann habe ich dir, nachdem wir fertig waren, habe ich dir das erzählt.
08:39 Dennis Horn
Das stimmt.
08:39 Gavin Karlmeier
Ah, oh, dann habe ich jetzt gerade auch noch geleakt. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich das nochmal so auf Anhieb zusammenbekomme. Also Twitter war ein Abfallprodukt. Ja, also wenn ich mich richtig erinnere, bitte jetzt mit 20%, mir fällt das gerade ein, die Geschichte, und ich habe es jetzt nicht nochmal nachgegoogelt. Aus einer Startup-Gründung. Also die wollten eigentlich was anderes machen und das war die Zeit, da hat man sich noch SMS hin und her geschickt. Und die mussten sich irgendwie über diese Startup-Gründung unterhalten und haben dann gesagt, wir bräuchten so etwas wie einen Gruppenchat per SMS. Und dann haben sie sich von den 160 Zeichen SMS 20 weggenommen für den Betrieb des Dienstes. 140 blieben übrig und schau da, da war das eigentliche Produkt geschaffen. Mit dem sie dann groß geworden sind. Das heißt, das ist denen so auf die Füße gefallen. Und das hat sich ja dann so fortgesetzt. Also die Hashtags zum Beispiel. Die wurden nicht von Twitter erfunden, sondern Nutzerinnen und Nutzer, die das mit irgendwelchen anderen Clients auch benutzt haben, diesen Dienst, also Apps und Programmen und Zugängen und so. Da war Twitter ja mal sehr viel offener. Ähm Die haben dann gesagt, wir bräuchten sowas wie so ein ordnendes Prinzip. Und dann haben sie den Hashtag erfunden. Und irgendwann hat Twitter dann gesagt: Ja, gut, bauen wir einen. Und später mit den Threads war das, glaube ich, genauso. Ich weiß noch so im deutschen Raum diese Twitter-Threads, wo dann so Habe ich das erzählt, wer das als erstes gemacht hat in Deutschland?
10:11 Dennis Horn
Ja, das hast du schon mal gesagt.
10:12 Gavin Karlmeier
Jetzt habe ich ein Déjà-vu. Klaus Klaus Kleber. Klaus Kleber hat als erstes in Deutschland angefangen, auf seine eigenen Tweets zu antworten. Dann haben alle so, hä, was soll das? Was machst du da, Klaus? Und es war brillant, weil im Grunde hat er so mit als erster so Threads geschrieben. Heute machen wir das alle. Bei Mastodon habe ich schon mal gehört, hör auf mit diesem Unding, mit dieser Unsitte. Und so ist dieser komplette Dienst. Retreats ja auch übrigens. Also die Idee ist, Retreats wird es ja auch nur. Dieser komplette Dienst ist denen so auf die Füße gefallen. Und deswegen haben auch als Jack Dorsey war ja zwischendurch schon mal von Bord und dann kam er wieder an Bord, hat wieder den Flock gejoint, wie man bei Twitter sagt. Und Also da haben ja auch ganz viele gedacht, naja, also dem traue ich es zu, Twitter so richtig mit Vollgas vor die Wand zu fahren.
11:09 Dennis Horn
Naja, jetzt hat er sich ja einen Partner in Crime gesucht, der das für ihn tut. Ja, also ich finde das auch spannend, dass er sich da jetzt nochmal in den Diskurs einmischt, dass er nochmal öffentlich stattfindet, weil er hätte ja auch Also ich glaube, üblicherweise kommentiert man die Machenschaften seines Nachfolgers nicht öffentlich, zumindest gilt das für US-Präsidenten so und das hätte ihm doch vielleicht hier ganz gut gestanden.
11:34 Gavin Karlmeier
So, und jetzt haben wir noch ein Thema, das wirklich interessant ist. Ja, wir haben gesagt, das ist ja heute so Kleinkram und so, das wischen wir irgendwie weg, aber das ist jetzt wirklich interessant. Es geht um die Werbe. Kunden. Da gab es diesen Artikel mit dieser fantastischen Überschrift. Hast du die gerade parat? Ich habe sie wieder vergessen, aber ich glaube, die war sehr. Die war sehr schön.
11:56 Dennis Horn
Also, findest du die von arstechnica. com? Twitter Employees Explain why Apple actually paused ads.
12:05 Gavin Karlmeier
und sterbe so toll ist oder mit mit Elon Muscat hat das mit der Werbel
12:12 Dennis Horn
Das war diese Schlagzeile, ja, die müsste ich jetzt auch, die habe ich jetzt nicht auf Tasche, warte. Die hat eine Webseite, die so Twitter-News aggregiert, hat die geschrieben. Und zwar Elon declared war on Apple because he doesn't understand how advertising works. Und das ist in der Tat eine tolle Zeile, weil wenn man sich so ein bisschen sich anschaut, was da jetzt gerade so rauskommt, wir erinnern uns, wir haben darüber gesprochen, dass. . Elon verkündet hat, dass Apple alle Werbeaktivitäten auf Twitter pausiert hat. Und Elon Musk hat da so für ein paar, ich glaube, es waren gerade mal Stunden, eigentlich den Krieg gegen Apple erklärt, hat angefangen, Fehler bei Apple zu suchen, die Von Hanebüchen bis nachvollziehbar reichten. Also wir hatten auf der einen Seite die Geschichte mit diesen 30% Gebühr, die Apple auf die App Store in App-Käufe nimmt. Wir hatten die Vorwürfe mit Eingriff in Meinungsfreiheiten in China. Also das hat wirklich von bis gereicht. Elon hat aus allen Räumen geschossen. Jetzt kommt raus. Dann hatten wir dieses Gespräch zwischen ihm und Tim Cock, worauskam, eigentlich hatte Apple gar nichts. vor, diese Werbeanzeigen zu pausieren. Und wir haben ihm Boshaftigkeit vorgeworfen. Jetzt muss man sagen, es gibt zwei Lesarten. Entweder bleibt es die Boshaftigkeit. Oder es bleibt einfach die absolute Uninformiertheit, denn tatsächlich hatte Apple für einige Tage die Werbeanzeigen auf Twitter pausiert Nicht wie es hieß, dass sie es gar nicht vorhatten. Der Grund war aber, dass gleichzeitig in Colorado in einem LGBTQ Plus Club ein Shooting stattgefunden hat, da war eine Schießerei. Und in diesem Atemzug haben mehrere Unternehmen Werbeanzeigen pausiert, um eben nicht in diesem Umfeld stattzufinden. wo halt nachrichtlich Berichterstattung und Anteilnahme stattfindet. Eben da mit irgendwelchen Werbungen kauft unsere Produkte stattzufinden. Also ein relativ übliches Vorgehen. Wie gesagt, mehrere Unternehmen haben das getan. Elon Musk hat das aber nicht hinterfragt, dass Tutta diese Werbeschaltung pausiert hat und hat daraufhin angefangen, diesen Terz zu machen.
14:06 Gavin Karlmeier
Oder er hatte Sinterfragt und wusste genau, was er tut, weil er es jetzt für seine Kommunikation nutzen konnte. Das ist die andere Lesart, ja. Und jetzt sind ja eine ganze Reihe von Werbekunden abgesprungen. Wir haben hier immer wieder darüber gesprochen im Podcast und jetzt versucht Twitter, diese Werbekunden zurückzugewinnen. Wir wissen auch schon, Apple ist wieder an Bord. Es gab dieses schöne Video, wo Tim Cook Elon Musk übers Apple Glende führt und sie wird dann wahrscheinlich irgendwie Ghetto-Faust gemacht haben. Alles klar, läuft wieder. Und jetzt gibt es Ja, wie nennen wir das? Eine Rabattschlacht, die Twitter da geschaffen hat, um die Werbekunden wieder zurückzugewinnen. Also es gibt Anreize. wieder Werbeausgaben zu tätigen, zum Beispiel zwischen 500. 000 und einer Million Dollar. Dann gibt es 100% Rabatt, also im Sinne von Ihr bucht für diesen Betrag, dann gibt es nochmal Werbung für denselben Betrag obendrauf. Also eine Verdopplung der Werbeeinblendung. Das geht raus an die größten Werbekunden der Plattform. Ich sehe auch tatsächlich gerade sehr viel Apple-Werbung, muss ich sagen. Ich weiß nicht, wie dir das geht. Jetzt kommen die Linux-Nutzer unter unseren Hörerinnen und Hörern kommen jetzt wieder hin, ja, wir müssen einen eigenen Client nutzen. Das ist ja keine Werbung. Ja. So. Und dann. Und dann Linux und Mastodon-Nutzer, die sehr firmen, und es stimmt ja auch. Aber ich möchte die Experience haben, die dazu beiträgt, in diesem Podcast hier über Twitter sprechen zu können.
15:45 Dennis Horn
Übrigens, da muss ich mal ganz kurz zu sagen, dass mir das wirklich jetzt nach wirklich vielen Jahren des Powernutzens erst aufgefallen ist, dass auch die Twitter-eigene Software Tweet Deck werbefrei ist. Das ist mir nie aufgefallen, dass da keine gesponserten Tweets nie angezeigt wurden.
15:59 Gavin Karlmeier
Ja, und da gibt es ja auch das Gespräch drüber, ob TweetDeck nicht kostenpflichtig wird, ne? Seit länger aus.
16:07 Dennis Horn
Auch schon seit Jahren schon, ne, genau. Und es gibt ja auch sogar. Es gab relativ, also so vor zwei oder drei Jahren, jetzt erzählen wieder die alten Männer hier vom Krieg, aber vor zwei oder drei Jahren gab es tatsächlich mal diese Eine Closed Beta eines neuen Tweet-Decks, das mehrere Spalten des neuen Twitters anzeigt. Ich habe die auch benutzt, man kann die mit einem kleinen Cookie, tatsächlich, das du selber setzt, auch schon testen. Aber da ist dann nie wieder was passiert, weil wahrscheinlich einfach die Entwicklung von Tweeter nie Priorität hatte. Und die Frage ist, ob das nicht einer der Microservices ist, der bald auch tatsächlich daran glauben wird.
16:39 Gavin Karlmeier
Wenn Elon Musk das sich selber benutzt. Andere interessante Frage auch, würden Profi-Nutzerinnen und Nutzer für TweetDeck bezahlen? Können wir vielleicht an anderer Stelle nochmal klären. Nochmal zurück zu diesen Rabatten. Es gibt ähnliche Anreize auch für Werbekunden, die ein bisschen weniger zahlen, also zwischen 200. 000 und 350. 000 Dollar zum Beispiel. Schreibt Ars Technica übrigens, auf die wir uns hier beziehen, die liegen zwischen 25 und 50 Prozent. Also Oder andersrum gesagt, wenn du dieses Geld ausgibst, kriegst du so zwischen einem Viertel und der Hälfte nochmal Werbeanblendungen obendrauf. Und das sind Anreize, eben um Werbekunden zurückzugewinnen. Es gibt nicht nur diese hier ein bisschen mehr Werbeanblendungen, sondern auch Rabatte, zum Beispiel auf Super Bowl-Anzeigen. Dann schreibt Asp Technica, dass also so große Marken wie Pepsi zum Beispiel, die könnten ihre Anzeigen auch zurückziehen. Aus in Anführungszeichen beliebigen Gründen, solange sie sich bereit erklären, jetzt zu kaufen.
17:44 Dennis Horn
Also Widerrufsfähigkeit bis zum Schluss.
17:47 Gavin Karlmeier
Kennst du diese in so Großstädten? In der Altstadt, wenn du in Düsseldorf, wie heißt die denn, Schneider-Wibbelgasse oder irgendwie sowas? Und dann gehst du da durch und dann stehen an der Seite diese Typen aus den Restaurants und sagen: Komm hier rein, komm. Ah, ja. Ja, tatsächlich.
18:04 Dennis Horn
So ist das. Das passt komplett ins Bild, dass Elon Musk Twitter ja selber auch als Marktplatz des Internets bezeichnet.
18:12 Gavin Karlmeier
Wir sind vielleicht wieder bei dieser Marktplatzgeschichte, wo jetzt im Grunde auch um die Stände gefeilscht wird. Wer hat den besten Stand?
18:20 Dennis Horn
Genau, es wird gebrüllt und am Ende ist halt die Frage, wenn der wenn dem Standbetreiber nun angeboten wird, seinen Stand doppelt so groß zu machen, heißt das, dass die gesamte Marktfläche größer wird? Oder heißt das? dass anderen Marktplatzbetreibern die Fläche weggenommen wird. Also kurzum heißt das, wenn ein Unternehmen jetzt doppelt so viel Werbung schalten darf, heißt das im Umkehrschluss, dass mir doppelt so viel Werbung angezeigt wird. Oder dass anderen neuen Werbekunden damit die Möglichkeit genommen wird, Werbung zu schalten. Und es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Werbeflächen.
18:53 Gavin Karlmeier
Ich bin super gespannt, wie lange wir dieses Bild noch aufrechterhalten können. Aber bisher ist es immer stimmig, wenn wir dieses machen.
19:00 Dennis Horn
Es schüttert sich selber.
19:02 Gavin Karlmeier
Es ist super. Also es gibt, das ist cool für Apple und Amazon und Pepsi und so weiter, aber es gibt Werbekunden. Die dabei immer noch nicht im Boot sind, und das sind dann weiterhin die Autohersteller. Ähm, da hat zum Beispiel ein Sprecher von General Motors mit der Times gesprochen und ähm hat gesagt, wir sind besorgt darüber, dass Tesla, also die haben das jetzt mal sehr klar gesagt, das finde ich ganz interessant, das haben wir ja so noch nicht gehört. Tesla in der Tat. davon profitiert, dass Elon Musk jetzt Twitter besitzt, indem es zum Beispiel auf Daten über Tesla-Konkurrenten wie General Motors zugreifen kann?
19:50 Dennis Horn
Weißt du? Das ist ein interessanter Punkt, weil den hatten wir bisher, glaube ich, so noch nicht gesehen. Das stimmt natürlich auch. Also, es ist ja, wir haben immer nur gesagt, natürlich wollen die ihrem direkten Konkurrenten nicht auch noch das Geld in die Kassen spülen. Aber der Faktor, man erfährt natürlich auch was über die NutzerInnen der Konkurrenz, also Elon Musk und Tesla in dem Beispiel, ist natürlich nochmal ein ganz neuer Faktor, der eine Riesenrolle spielt.
20:14 Gavin Karlmeier
Genau, also da haben wir, wir haben ja öfter schon mal so darüber gesprochen, dass allein so dieses Moralische, wie verhält sich Twitter bei den Unternehmen gar nicht Zwingend so eine Rolle spielt. Wir sind zum Beispiel ja schon mal in einer Episode abgetaucht, was das heißt konkret, was da gerade bei Twitter passiert, für die Bedienung und Steuerung dieser Kampagnen. Da sind ja die ganzen Tools kaputt und machen die ganze Zeit Fehler. Und dann geht einfach. Dadurch wirklich Geld flöten. Und das hier ist auch nochmal so ein sehr viel konkreterer Punkt, der eigentlich mit Geschäftsbetriebsgeheimnissen zu tun hat. wo die Autohersteller Elon Musk nicht glauben, dass hier sauber getrennt wird.
20:56 Dennis Horn
Und das ist ja auch nachvollziehbar. Also es gibt ja, das fängt ja schon im Kleinen an, So klein ist es gar nicht. Es gibt große Beispiele, wo andere Unternehmen, große Tech-Unternehmen genau das gleiche getan haben. Also es gibt, ich glaube, es ist sogar ein laufendes Verfahren gegen Amazon, wenn nicht sogar schon das Urteil gesprochen wurde. wo es darum ging, dass Amazon die Kauf- und Nutzungsdaten der meistgekauften Produkte genutzt hat. um daraus, ich sag mal, sozusagen Generika herzustellen, also Eigenmarkeprodukte, die die billige Variante von anderen Produkten sind, die eben stark nachgefragt sind. Und das kann hier natürlich genauso der Fall sein. Also wenn man genau weiß, welche Menschen klicken eigentlich auf welche Werbung und welche Autowerbung und was für Fahrzeuge finden die eigentlich interessant. Das sind alles Informationen, die Tesla durchaus nutzen könnte.
21:46 Gavin Karlmeier
Ja. Ja. So stimme ich dir zu, und so sind wir heute mit all diesen großen Und kleinen Themen schon wieder am Ende.
21:59 Dennis Horn
Ja, es bleibt auf jeden Fall, wir bleiben im Marktplatzbild. Ich bin auch gespannt, wie lange das hält, und ich freue mich auf morgen.
22:05 Speaker 4
Wir treffen uns morgen am Reibekuchenstand. Wir finden nicht das ganze Wochenende durch. Tschüss. Ciao.