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Folge 23 · 11. Dezember 2022 · 56 Min.

Neues vom Rocket Man

mit Dennis Horn

Elon Musk ist ein Zauberer – und wenn er möchte, dass wir auf seine rechte Hand schauen, dann machen wir das auch. Anders lässt sich jedenfalls nur schwerlich erklären, wieso gerade jetzt der dritte Teil der Twitter Files veröffentlicht wird. Und genau deswegen schauen wir nicht IN diese Twitter Files, sondern auf die Frage: Was steckt da eigentlich hinter? Außerdem versuchen wir die Frage zu klären, was eigentlich der Begriff „Shadowbanning“ ist – und was Twitter darunter versteht. Und El(t)on John kommt auch noch vor.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT. Hallo Dennis.

00:07 Dennis Horn

Grüß dich Kevin. Na? Wir kriegen kein Wochenende mehr. Also wir können das vergessen.

00:13 Gavin Karlmeier

Ja, weißt du, was ich überlegt habe? Wir sind das Gegenteil von so Newsletter-Schreibern. Kennst du das typische Newsletter-Phänomen, wie da vier Wochen keiner erschienen? Und in jedem Vorwort, das irgend so private Newsletter-Schreiberinnen und Schreiber so machen, entschuldigen sie sich dafür, dass sie so lange wieder kein Newsletter verschickt haben. Wir sind das Gegenteil.

00:34 Dennis Horn

Wir füllen auf und wir beschmeißen unsere ZuhörerInnen einfach mit Content. Ehrlicherweise ist das aber, ich weiß nicht, ob ich es gestern schon mal gesagt habe, das ist Notwehr, was wir hier machen. Das ist die Notwehr vor der Content-Schwemme. Weil wir einfach sonst, wenn wir das Wochenende uns frei nähen, nicht dagegen ankämen, was sich hier auf dem Tisch stapelt.

00:56 Gavin Karlmeier

Schön den Konjunktiv 2 eingesetzt. Also, und ich sage, es ist weiter auch Therapie für uns. Und die Therapiesitzung wird zu hart, wenn wir alles auf einmal durchnehmen müssen. Und deswegen Haben wir gesagt, es ist Sonntag, es ist dritter Advent und für euch selbstverständlich setzen wir uns hier nochmal in die Bütt. Wir beginnen mit einem Thema heute, das uns gestern schon beschäftigt hat, nämlich das sogenannte Shadowbanning. Wir haben gestern darüber gesprochen, dass das so ein bisschen so eine Definitionsfrage ist, was ist da eigentlich genau passiert bisher bei Twitter? Und wir wollen nicht zu sehr diesen ganzen Twitter-File center herlaufen, um hier nicht auf die Agenda von Elon Musk reinzufallen, dazu später auch noch ein bisschen mehr. Aber wir haben ja auch schon angemerkt, dass in den vergangenen Jahren, nicht nur bei Twitter, auch bei den anderen Plattformen, alles nicht so transparent gelaufen ist, wie es laufen sollte. Und das Wissen darüber. Wie sperrt Twitter, wie sperren Plattformen Inhalte, welche Kriterien spielen da eine Rolle? Welche Mechaniken stecken dahinter? Das ist, glaube ich, doch sehr wichtig, um in irgendeiner Form mit diskutieren zu können. So, und deswegen gehen wir heute nochmal auf dieses Thema ein.

02:12 Dennis Horn

Ja, das ist sowieso total wichtig, weil wir auch gestern aufgemacht haben. Was für ein eigentlicher Widerspruch darin besteht, in diesen Twitter-Files beispielsweise ständig vorzuwerfen, dass die Verhinderung von algorithmischer Verstärkung bewusst ausgelöst wird durch Twitter. Auf der anderen Seite aber Elon Musk die ganze Zeit von der Einschränkung der Freedom of Reach spricht, also nämlich der Freiheit der Plattformen, Dinge in ihrer Reichweite einzuschränken. Und genau da ist ja eigentlich dieses Debakel schon, liegt dieses Debakel ja schon drin, nämlich die Frage, wo beginnt denn eigentlich der Begriff Shadowbanning? schon, wenn du zum Beispiel nicht mehr in Suchen auftauchst oder ist es einfach nur vielleicht auch schon, wenn du eben nicht mehr reichweitechnisch verstärkt wirst. Und Ähm, genau, und wo wir einsteigen wollen, ist ja dieser Thread einer auch Journalistin, nehme ich an, PR-Beraterin.

03:10 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also vielleicht gehen wir darauf mal zuerst ein, weil das ist deshalb wie bei allen, die wir jetzt hier im Podcast zitieren. Immer wieder wichtig, weil sie ganz offenbar aus einer politischen Richtung stammen. Und das ist auch bei ihr der Fall und das ist vielleicht vorher zur Einordnung wichtig. Kristen Ruby heißt die Frau, Und wir haben in den USA ja eine Medienlandschaft, in der die Regel eigentlich ist, dass da scharf getrennt wird, so zwischen Bericht und Kommentar, also extrem scharf. Soweit, dass in vielen Medienhäusern zum Beispiel die Menschen nicht beides gleichzeitig machen dürfen. Also es gibt die einen, die machen Berichte, die andere schreiben die Kommentare und Kristen Ruby ist also Social Media Expertin, Beraterin, aber eben auch Fernsehkommentatorin auch für Sender, bei denen hier an meinem Schreibtisch erstmal so ein kleiner roter Alarm auf. wenn man deren Namen überhaupt nennt, nämlich Fox News und vor allem RT Amerika, also der Propagandakanal des Kreml, der Auslandsrundfunk Russlands. Und deshalb würde ich schon sagen, dass das, was wir jetzt besprechen, auf der einen Seite kritisch zu lesen ist. Aber ich weiß nicht, wie es dir ging, nach meiner Einschätzung trotzdem. Trotzdem stimme ich zu dem, was man bisher auch so weiß. Also Kristen Ruby hat mit einer früheren Twitter-Mitarbeiterin oder einem früheren Twitter-Mitarbeiter-Kontakt. der daran beteiligt war, Hate Speech zu entfernen oder die KI-Modelle zu trainieren, die problematische Inhalte erkennen. Und dieses Gespräch fand ich dann, also das war so ein SMS-Gespräch, das so hin und her ging, das fand ich doch sehr aufschlussreich.

04:58 Dennis Horn

Ja, auf jeden Fall. Also wir können das ja gleich mal so ein bisschen detaillierter sezieren, um allen Menschen auch so ein bisschen die Lektüre zu ersparen, weil es auch ein bisschen anstrengend ist zu lesen, ehrlicherweise. Ähm, was ich total spannend finde daran, ist, dass hier auch Kontext geliefert wird für die Twitter-Files, die wir gestern besprochen haben. nämlich für diese Geschichte, wie eigentlich die Einschränkung von Reichweite durch das Moderationsteam bei Twitter eigentlich vorgenommen werden kann. Und was schön wird, hier wird auch Kontext geliefert über dieses Backend, über das wir gesprochen haben. Weil tatsächlich scheint es mehrere Möglichkeiten zu geben, an die Nutzerinformationen und die Hintergrundinformationen der Profile zu Und das, über das wir gesprochen haben, das erklärt dieser Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin hier, ist eine Software mit dem Namen Pv2, also der Profile Viewer 2. Und das ist ein Tool, das eben für Menschen zur Verfügung gestellt wird, die Twitter Agents nennt. Also Menschen, die, wenn ich das richtig verstanden habe, eigentlich die manuelle Content-Moderation übernommen haben.

06:05 Gavin Karlmeier

Genau, und das ist ein wichtiger Punkt, denn es gibt da im Grunde mehrere Ebenen, auf denen Twitter im Umgang mit Inhalten unterwegs war. Erstmal. fand ich ganz interessant, es gibt so etwas, das nennt sich Guano-Tabelle. Und das ist etwas, was Twitter Offenbar anheftet an jede Datenbank. Also so ein Dienst hat ja hunderte tausende Datenbanken Die sind im Grunde Tabellen, in denen die ganzen Daten enthalten sind, ja, wer hat was wann getwittert und so? Und in jeder Tabelle gibt es so eine Guano, in jeder Datenbank eine Guano-Tabelle angehängt, die so genannt wird, weil sie schmutzige Daten enthalten kann. Und das ist im Grunde ein Notizfeld. Und wenn jetzt ein Tweet irgendwie bearbeitet wurde oder ein Twitter-Mitarbeiter hat sich das angeguckt oder so und markiert und so weiter, dann kriegt es einen Guano-Eintrag. Da kann also jeder alles so reinsetzen. Das fand ich erstmal das interessanteste. So das erste interessante. Und sie oder er, also wir wissen nicht, welches Geschlecht hat beschrieben Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch direkt einen Zugriff auf Direktnachrichten hatten. Also nicht nur auf die Tweets, sondern die konnten auch Direktnachrichten lesen, die Nutzerinnen und Nutzer hin und her schreiben. Elon Musk hat ja jetzt angekündigt, die sollen Ende zu Ende verschlüsselt werden, dann wäre das nicht mehr möglich. Aber bisher war es möglich. Und auch da war wohl viel Bedrohung, Hassrede und so weiter in den Direktnachrichten unterwegs. Und die konnte man und kann man auch immer melden, damit Twitter auch da Maßnahmen ergreifen kann. Und der Datenschutz Sei gewahrt worden, indem der Zugriff darauf beschränkt wurde. Also ich habe das so verstanden, möglichst wenige Leute, die dann da auch reingucken konnten.

08:03 Dennis Horn

Genau, und es gibt offenbar eine Art, eine Art Verfahren, mit dem geprüft wird, ob du geeignet bist, diese Direktnachrichtenzugriffe zu bekommen. Und diese Überprüfung ist wohl, wenn ich das richtig erinnere. Vielleicht habe ich es auch geträumt, aber diese Überprüfung wird immer wieder durchgeführt. Also das heißt, man ist jetzt nicht so auf Lebenszeit. ähm, Prokurist für Direktnachrichten, sondern du musst quasi diese Authentifizierung dafür bekommen und die ist dann eben auch nicht auf Lebenszeit gesetzt. Daran finde ich tatsächlich ein paar Sachen schlüssig und nachvollziehbar. Also zum Beispiel die Erklärung, dass gesagt wird, also gerade in Direktnachrichten findet eben Harassment statt und also Belästigungen. werden eben über Direktnachrichten am häufigsten geteilt. Dementsprechend ist es sinnvoll, dass dort das gemeldet werden kann und dass das Moderationsteam darauf Zugriff hat. Ich bin mir nicht sicher, ob das so, also wahrscheinlich ist das aus der Einfachheit halber geboren, irgendwann mal und historisch so gewachsen. Gute Formulierung für eine Erklärung, die man nicht hat. Also ich würde am Ende behaupten, es ist halt einfach so gewesen, dass es Zugriff auf diese DMs gibt. Dazu finde ich spannend, dass aber. Im Zuge der Twitter False 2 gestern, wo eben Screenshots kursierten, eben von diesen Backends, wo dieser Button zu sehen war dass man auf Direktnachrichten klicken kann. Abgestritten wurde, dass diese Journalistinnen, die die Twitter-Files geschrieben haben, dass sie darauf Zugriff haben. Also das stimmte offenbar nicht, sondern tatsächlich hatten sie diesen Zugriff. Ich finde es irgendwie seltsam, weil es wäre vermutlich entwicklungsmäßig nicht besonders aufwendig gewesen, diesen Zugriff erst dann zu gewähren, wenn eine Meldung eingegangen ist. Aber sei es drum. Ich glaube, das ist erstmal eine Sache, die gut für den Hinterkopf ist.

09:51 Gavin Karlmeier

Ja, also das ist übrigens bei WhatsApp so. Da kann man auch Nachrichten melden. Was ja interessant ist, weil der Dienst Ende zu Ende verschlüsselt ist. Und in dem Moment, in dem man sie meldet, überträgt man den Inhalt. Dieser letzten Nachrichten an Meta.

10:07 Dennis Horn

Total sinnvoll und schlau halt. Also das ist eine kluge Lösung. Anstatt zu sagen, wir geben jetzt mal allen alle Zugriffe, weil es könnte ja auch sein, dass in DMs irgendwas Und dann genügend ist passiert. So, genau.

10:20 Gavin Karlmeier

Nächste Ebene. Wir haben nicht nur diese Guano-Einträge, sondern mit Tweets, in denen in irgendeiner Form Hassrede enthalten ist, Beleidigungen, strafbare Inhalte, wurden auch die KI-Modelle immer trainiert. Das heißt, man nimmt so einen Tweet, der Desinformationen enthält, Missbrauch, Urheberrechtsverletzungen, was auch immer. Und die Leute haben dann da so einen Marker dran gesetzt, ne? Ist in Ordnung oder was etwas wurde gemeldet und sie haben einen Marker dran gesetzt, nee, ist aber ist aber true oder so. Und da sagt diese Informantin, dieser Informant von Twitter, frühere Mitarbeiterinnen, frühere Mitarbeiter Da hätten eine ganze Reihe von Leuten in diesem Trust Safety Team von Twitter Zugang gehabt. Es gab Für dieses KI-Training auch so Wörter und ganze Phrasen, nach denen die extra geguckt haben, mit denen sie beauftragt waren, da immer nochmal besonders nachgucken. Und die wurden entwickelt. Zusammen mit Regierungsbehörden, Menschenrechtsorganisationen, WissenschaftlerInnen. Und dass da Regierungsbehörden dabei waren, ist übrigens ein Kritikpunkt dieser Informantin, dieses Informanten.

11:37 Dennis Horn

Genau, mit der Formulierung, naja, also auch Regierungen können hier eine sehr große Quelle von Desinformationen sein und deswegen schwierig, die da mit reinzuholen. Ehrlicherweise die Kritik, die ich nachvollziehen kann. Also natürlich hast du dann auf jeden Fall eine Interessensgruppe mit am Tisch, die da eigentlich nichts zu suchen hat.

11:55 Gavin Karlmeier

Und ich glaube, das ist die bessere Formulierung, ja, erstmal für demokratisch funktionierende Staaten. Interessensgruppe und ähm und nicht Desinformation. Aber genau an der Stelle wird es tatsächlich schwierig So, und jetzt die dritte Ebene. Und da ist jetzt das interessant, worüber wir gestern auch gesprochen haben, das Shadowbanning. Also ich habe gestern noch gesagt, das ist vielleicht so eine Definitionsfrage. Und Twitter hatte eine Definition dafür, was Shadowbanning ist und einen Grund dafür dann immer zu sagen, das machen wir nicht. Also für Twitter war Shadowbanning, dass man ein aktives Konto hat. Aber dass die Tweets, die aus diesem Konto losgeschickt werden, nicht gesehen werden können von den Followerinnen und Followern, aber auch von anderen in Suchen zum Beispiel. So dass Nutzerinnen und Nutzer Ja, im Grunde ins Leere posten. So, und bei Twitter lief es aber wohl so: es gab eine ganze Reihe von Kriterien die nicht öffentlich zugänglich waren. Das ist etwas, worüber wir gestern hier auch schon kritisch gesprochen haben. Also ist das Desinformation, ist das Hate Speech, was auch immer. Und wenn dann so ein Account mehrfach dagegen verstoßen hat, dann konnte ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Twitter sagen, dass da gehen wir gegen vor. So, und da gab es auch mehrere Ebenen. Erstmal, wenn man gesagt hat, das möchten wir nicht sperren. Es gab auch so Konten, die unter besonderem Schutz standen, zum Beispiel schon allein ab 10. 000 Followern. Da musste man dann innerhalb von Twitter wohl eskalieren und erstmal so den Chefin-Chef anrufen. Und die mussten sich darum kümmern. Und vielleicht auch aus anderen Gründen gesagt hat, möchten wir jetzt nicht direkt sperren, dann gab es die Möglichkeit des De-Amplifying. Und das ist dann zum Beispiel, dass das Konto und die Tweets, also der Account und die Tweets darin für die Followerinnen und Follower, Noch ganz normal sichtbar sind, aber die Tweets eben aus der Suche und aus so Discovery-Rubriken. Ausgeschlossen wurden. Und das ist im Grunde das, was du gestern beschrieben hast. Also, dass einzelne Accounts dann über die Suche zum Beispiel nicht mehr auffindbar sind. Das ist Deamplifying.

14:22 Dennis Horn

Spannenderweise ist ja die Timeline, also deine Default-Timeline bei Twitter auch eine algorithmisch sortierte. Und ich, also das wird da heraus jetzt nicht ganz klar, weil darüber reden wir auch, haben wir bisher noch nicht so richtig gesprochen, nach welchem Modell die eigentlich sortiert und was wir da eigentlich in welcher Reihenfolge wie angezeigt werden. bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass das im Laufe dieser ganzen, in Anführungsstrichen, Leaks irgendwann nochmal eine Rolle spielen wird. Denn ich würde behaupten, dass tatsächlich auch da die Amplified Tweet oder AbsenderInnen weniger vorne aufgetaucht sind, selbst wenn ich den Menschen gefolgt bin. Weil es durchaus die Beobachtung gibt, dass Menschen sagen, ich bin kommen irgendwie gar nicht mehr durch. Die Leute, die mir folgen, die sehen gar nicht mehr, was ich schreibe. Das ist wieder jetzt eine Bauchstudie, genau wie gestern diese Erzählung mit, ich kenne Leute, die ich in Suchen nicht finde. Also ich habe dafür keine wissenschaftliche Untermauerung für das, was ich hier beobachte. Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch da diese De-Amplification tatsächlich eine Rolle gespielt hat bei Menschen.

15:26 Gavin Karlmeier

Und das ist ja interessant, weil genau das ist jetzt erstmal das, was ich schon so als Shadowbanning bezeichnen würde Also man kann das durchaus so nennen, das kommt auch bei aus diesem Thread heraus. Und Twitter hat eben immer gesagt. . Nee, das machen wir nicht, wir machen kein Shadowbanning. Einfach weil es eine viel krassere Definition davon hatte. Und diese Informantin, dieser Informant von Twitter, ähm. Schreibt, sie oder er glaubt, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen dem, was Twitter als Zensur ansieht, und dem, was andere in der Öffentlichkeit als Zensur ansehen. Und ich gebe denen da recht. Aber unter anderem Vorzeichen. Und an der Stelle finde ich, wird es jetzt interessant. Ich würde sagen, also ich habe auch immer überlegt, wie kommt die ganze Aufregung zustande, über die wir jetzt hier sprechen. Das ist ja alles nicht neu, inhaltlich. Ja, auch Twitter hat das immer auch gesagt, aber in irgendwelchen Blogbeiträgen versteckt und nicht so ganz öffentlich kommuniziert. Das ist ein bisschen wie bei Facebook auch, die sind auch immer so verhältnismäßig Transparent, was den Algorithmus angeht, aber sie binden es niemandem so direkt auf die Nase, sondern das wird irgendwo vorgehalten und gar nicht so aktiv an die Leute transportiert. Hier, guck dir das mal an oder so. Sowas hier auch, also alles nicht neu. Aber die Menschen, die sich jetzt darüber aufregen, die gehören vor allem zu denen, die das aus einer bestimmten politischen Position heraus komplett ablehnen. Dass man über die Konsequenzen seines Tuns und Redens nachdenkt. Und aus diesem Konsequenzdenken heraus geschieht ja all das, was wir im Bereich der Content-Moderation So verorten. Und deswegen würde ich immer sagen, das ist keine Zensur. Ja, also unter dem engeren Begriff von Zensur verstehe ich tatsächlich auch was anderes als das, was da passiert. Aber ich habe nicht diese dieses libertäre Denken darüber. Zensur ist für mich, der Staat schreitet irgendwie vor voreilig ein. Oder das ist Zensur. Auch in der Gesetzesdefinition, so wie ich das sehe. Und hier haben wir was anderes, nämlich eben die Content-Moderation.

17:47 Dennis Horn

Genau, ich bin da bei dir, weil das ist genau der Punkt, an dem wir uns, glaube ich, auch stoßen, weil wir vermutlich auch beruflich einfach viel mit Sprache arbeiten. Zensur kann nur vom Staat auf einzelne Personen ausgehen. Das ist die Definition von Zensur, mit der wir arbeiten. Ehrlicherweise weiß ich nicht, ob das vielleicht eine ist, die im deutschen Sprachraum anders ist als im Englischen, aber in unserem Sprachraum ist der Begriff Zensur sehr. klar definiert. Dieser Vorwurf, der hier aber gemacht wird, der wie du sagst gar nicht neu ist, rührt, glaube ich, ganz stark auch aus einer Aus einer Erzählung heraus, dass es eine Einheit, eine Instanz gibt, die verhindern möchte, dass man sich frei äußert. Und ich glaube, da wurde so lange danach gesucht, bis man einen Treffer hat. Also das erklärt zumindest, wieso gerade so politisch, Kommentatorinnen, wie von Fox News, wie in Elon Musk, wieso die sich genau auf dieses Thema jetzt gerade stürzen, weil das kommt ja schon so ein bisschen, wie du auch sagst, Aus dem Nichts. Warum wird es jetzt gerade so groß hochgejazzed? Weil man da relativ einfach einen Schuldigen findet dafür, dass man das Gefühl hat, man wurde in der Vergangenheit klein gehalten. Das ist so ein bisschen meine Beobachtung oder mein Gefühl bei diesem ganzen Thema.

19:00 Gavin Karlmeier

Und ich sage, Twitter hat sich, wie die anderen Unternehmen auch, keinen Gefallen damit getan, eben diesen Prozess so intransparent zu halten, vielleicht auch da Regierungsbehörden reinzunehmen. Und deshalb ist es gut. Auf der anderen Seite, dass das jetzt ans Licht kommt, weil wir damit im idealen Fall eine konstruktive Debatte bekommen über Content-Moderation. Aber es ist eben äußerst schlecht, dass die, die diese Debatte jetzt in Gang bringen, Das aus einer politischen Position heraustun.

19:27 Dennis Horn

Würde ich komplett zustimmen. Also es gibt so einen Blogartikel, den hat auch diese Informantin, dieser Informant übrigens an Kristen Ruby mitgeschickt, aus dem Juli 2018. Der heißt Setting the Record straight on Shadowbanning. Das ist ein Blogartikel von Twitter selber, wo vieles von dem tatsächlich so drinsteht, es ist nur tatsächlich interpretationsfähig. Also die Formulierungen, die da drin stecken, die sind nie so messerscharf, dass man genau weiß, was sie damit eigentlich sagen wollen. Was sie halt sagen, sind so Dinge wie we do not shadow ban. So dass man sagen kann, vermutlich stimmt das, sie erklären aber auch, naja, wir sortieren trotzdem das, was du angezeigt bekommst, auf Grundlage der Informationen und der Tweets, die dir wahrscheinlich am ehesten gefallen, die für dich am interessantesten sind. Und wenn Diese Instanz, die das annimmt, was für dich am interessantesten ist, von vornherein davon ausgeht, dass Dinge, die gegen irgendwelche Kriterien verstoßen, gar nicht mehr interessant sein können. dann sind sie natürlich transparent und machen sich ehrlich damit, aber in einer so derart verklausulisierten Variante, dass wir gar nicht mehr mitkriegen, was da Tatsächlich passiert. Und das ist ein Vorwurf, den muss sich das alte Twitter Team tatsächlich gefallen lassen. Ich bin da bei dir.

20:37 Gavin Karlmeier

Das hier ist. Haken dran, die große Sonntagsausgabe am dritten Advent unseres täglichen Twitter-Updates nach gestern der großen Wochenendausgabe, heute die große Sonntagsausgabe. Und wir hatten gestern Die Twitter-Files Part 2. Und als wir dann auf Stop gedrückt haben, ich habe ja extra am Ende nochmal geguckt, haben die alle jetzt noch irgendwie was getwittert oder nicht, dann drücken wir auf Stop, speichern die Wave-Datei ab, schicken uns das irgendwie hier durch. Durch die Luft gegenseitig zu. Und zack, Twitter files Part 3. Und wir entscheiden uns heute, die nicht einzeln durchzugehen, weil hier auch nichts Neues bekannt geworden ist. Es geht um die Gespräche bei Twitter darüber. Ob der Account von Donald Trump gesperrt werden soll, wie man damit umgeht, so im Vorlauf des 6. Januars. Aber wir müssen über die umgebenden Faktoren sprechen. Einmal hat sich tatsächlich dann jetzt Donald Trump dazu geäußert.

21:38 Dennis Horn

Und er hat sich natürlich nicht auf Twitter dazu geäußert, sondern er hat sich auf seiner eigenen Plattform dazu geäußert, bei Truth Social, so heißt diese Plattform. Und er hat eigentlich, also wenn man das mal so zusammenfassen soll, er hat sich eigentlich bedankt dafür, was Elon Musk gerade für einen Dienst erweist und hat gesagt, naja, also es ist, ähm hier, also es ist halt typisches Trump-Quatsche. Es sind sehr kurze, prägnante Hauptsätze. Aber er, also im Grunde er gutiert genau diese Veröffentlichung der Twitter Files, was sehr interessant ist, weil diese Twitter Files ja Wenn man Elon Musk beim Wort nehmen würde, did er das ja nicht um einen Politiker zu gefallen, sondern um eine Ausgewogenheit zu creieren. Und wenn er jetzt ausgerechnet von diesem ehemaligen President aus diesem Politiker, einen derart lauten Applaus bekommt, stellt sich schon die Frage, ob dieses Narrativ, das Elon Musk gebaut, eigentlich auch nach außen hin überhaupt noch glaubwürdig ist.

22:41 Gavin Karlmeier

Ja, und über dieses politische Lager und das, was da jetzt gerade passiert, darüber müssen wir jetzt nochmal ausführlicher sprechen. Also es soll da noch weitergehen. Parts 4 und 5 der Twitter Files sind auch schon angekündigt. Part 5 soll wieder von Barry Weiss kommen, die haben wir ja gestern schon kennengelernt. Part 4 ist angekündigt von Michael Schallenberger. Das ist ein amerikanischer Publizist aus den USA. Wenn man so nach ihm googelt, sind die ersten deutschsprachigen Medien, die sich auf ihn beziehen. Cicero, Neue Zücher, Zeitung und Welt. Und Schellenberger schreibt über, da zitiere ich jetzt die Wikipedia: Politik, Umwelt, Klimawandel und Atomkraft. Aber auch darüber, noch ein Zitat, wie der Progressivismus mit Obdachlosigkeit, Drogensucht und Geisteskrankheiten zusammenhänge. Und die Wikipedia führte auch auf, dass ernstzunehmende Wissenschaftler das, was er so macht, seine Positionen und Schriften. Als schlechte Wissenschaft und ungenau Brandmarken. Und die machen wohl vor allem auch in konservativen und libertären Kreisen die Runde. Also auch hier Es ist wie Matt Taibee, Barry Wise und wen hatten wir da noch? Also es sind keine, nee, das waren die beiden bisher, es sind keine in dem Sinne Neutral oder als neutral zu bezeichnenden JournalistInnen, es sind Publizisten, Publizistinnen Mit offenbar einer klaren politischen Schlagseite. So können wir es sagen.

24:17 Dennis Horn

Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen. Also die, ähm, zumindest, also diesen Michael Schellenberger habe ich noch nicht durchrecherchiert, aber Zumindest Matt Taiby und ähm ähm wie hieß sie, Barry Wise? Nee, so heißt es doch, doch heißt sie so. Diese beiden, die eint ja, dass sie beide mal für deutlich konventionellere, konservativere, klassischere Medien veröffentlicht haben, sich davon aber irgendwann abgewendet haben und irgendwann angefangen haben eigene Informationen in die Welt zu streuen. Also sie finden selber in dieser Welt der sogenannten alternativen Presse statt, was eigentlich nur bedeutet, sie veröffentlichen alles selber. Fairerweise muss man dazu sagen, das machen wir beide hier gerade in diesem Umfeld übrigens auch. Aber die machen das ein bisschen anders. Also die haben dann was die, was sie nämlich eint, und da gehe ich von aus, dass das auf Michael Schellenberger auch zutrifft, die alle haben große Niederlage. Newsletter. Also die schreiben ihre Gedanken in ihre Newsletter, schicken sie raus an ein Publikum, das sie dafür bezahlt und das völlig unabhängig und vor allem auch ungeprüft. Also die können da reinschreiben, was sie möchten. Und diesen Newsletter, und das ist nämlich das, was sich dann so seit gestern Abend nach der Aufzeichnung und heute über den Tag so gefestigt hat, die finden halt alle über den Kanal Substack. Statt. Also das ist ein Tool, mit dem du ein Newsletter verschicken kannst, wo du auch nicht mehr so gut hast.

25:39 Gavin Karlmeier

Michael Schellenberger übrigens auch. Der hat einen großen Substack Newsletter.

25:45 Dennis Horn

Natürlich auch. Und das ist ein Tool, um sich selber zu publizieren, wenn man so möchte. Es gibt übrigens auch einen Twitter-eigenes Newsletter, äh einen Twitter-eigenen Newsletter-Dienst, Review oder Revue. Aber die veröffentlichen eben alle über Substack. Warum ist das spannend, dass sie über Substack rein?

26:03 Gavin Karlmeier

Und der Review oder Revue wird zum Ende des Jahres abgewickelt. Das ist auch schon angekündigt.

26:09 Dennis Horn

Ist einer der Microservices, bei denen Elon Musk keine Zukunft sieht. Das ist deswegen spannend und da gibt es nämlich diesen Tweet, der gerade rumging. Es hat nämlich jemand geschrieben. dass ein Think Scrappy, Steve auf Twitter, hat geschrieben, hey Elon Musk, maybe by Substack, dann könntest du nämlich neben dem da hättest du ein Informationslayer und einen Narrativenlayer und könntest So Elon Musk had darauf geantworted with I'm open to the idea Also ganz grundsätzlich könnte sich Elon Musk sogar vorstellen, das Tool Substack zu kaufen. Und plötzlich wird es interessant, warum ausgerechnet diese Menschen es sind, die diese Informationen eigentlich über ihre in ihren Twitter-Threads veröffentlichen.

26:57 Gavin Karlmeier

Ja, und auch nochmal das dahinterliegende größere Bild, was passiert da eigentlich gerade? Also wir haben darüber ja schon mal gesprochen. über diese Beziehung zwischen Elon Musk und dann am Anfang nur Matt Tai B, der der erste war, wo man noch nicht wusste, welche Reihe von PublizistInnen stecken da jetzt hinter. Hinter diesen Twitter-Files. Aber hier scheint ja jetzt eine Methode zu greifen. Also, was hat Elon Musk mit dieser Plattform über das reine neutrale Plattform hinaus sein vor, also da bringt der ja jetzt gefühlt etwas in Stellung. Und ich bin ja nicht so, dass ich in so Marionettenbildern denke, darum soll es gar nicht gehen, aber die Mechaniken, die hier greifen, dass sich da jetzt etwas findet. Mit natürlich mehreren Beteiligten, aber alles so in so Richtung einer alternativen Presse Die jetzt im Grunde eine Plattform für sich zur Verfügung haben, weil der Inhaber sie, der Eigentümer sie unterstützt. Das ist schon Interessant, was sich da gerade bildet.

28:04 Dennis Horn

Total, und es ist so, also es fühlt sich wirklich so an, wie da formiert sich gerade eine, ähm, viele Leute, die so rumgeschwirrt sind und sehr autonom gearbeitet haben. bekommen plötzlich eine Flagge, unter der sie auftauchen können, formieren sich, stellen sich auf und warten darauf Das, was passiert. Es ist sehr spannend angesichts der Tatsache, dass da eine Präsidentschaftswahl ansteht, wie ständig gefühlt. Alle vier Jahre findet eine Präsidentschaftswahl statt. Aber die letzten Wahlen in den USA haben ja gezeigt, mit welchen Mitteln da eigentlich gekämpft wird. Also dass Wahrhaftigkeit überhaupt gar kein Kriterium ist. mit der in den USA Wahlkampf betrieben wird, sondern es eigentlich immer schmieriger wird. Und das jetzt aber so ein Tool, das sehr lange für die freie Welt als kompletter Meinungs- und Informationskanal gedient hat jetzt gerade in der Hand eines Menschen liegt, der eventuell gleichzeitig ein anderes Tool, das zur Publikation, zur Veröffentlichung von Informationen von Menschen genutzt wird, liegen könnte. Das ist schon ein bisschen Besorgniserregend und wenn man, ich möchte auch nicht in so Verschwörungsrichtungen abdriften, aber wenn man da mal Dass man dann das aufs ganz große Bild sieht, was sagt es eigentlich darüber aus, dass diesen Menschen, dieser Mensch eigentlich auch noch diese ganzen selbstfahrenden Autos gebaut hat Also wie weit geht das eigentlich, diese Arme, die er da gerade ausstreckt? Und welche Leute versammeln sich eigentlich da drin? Das macht ein bisschen Bauchschmerzen.

29:36 Gavin Karlmeier

Zum Thema Wahrhaftigkeit ist interessant ein Text, den du mir eben noch geschickt hast von Matt Tai B, wo er sich über die Zusammenarbeit mit Elon Musk äußert und mit Barry Weiss, Michael Schellenberger. Und wohl auch noch anderen, die in diesem Projekt auch noch drinstecken. Sie sein angehalten worden, nicht nur auf das historische Twitter zu gucken, sondern auch auf das heutige. Und sie könnten alles schreiben, was sie wollen. inklusive allem über die aktuelle über das aktuelle Unternehmen und den neuen Chef und Freakte ihn out ein bisschen am Anfang, weil das so weit entfernt von allen Erfahrungen gewesen sei, die er sonst gemacht hätte. Finde ich einen verräterischen Satz, weil er hier aus meiner Sicht offenbar einfach die Nähe der Macht. Genießt.

30:30 Dennis Horn

Ja, man kann das so lesen, man kann das aber auch, finde ich, noch drastischer lesen. Man kann das natürlich auch als Drohung lesen. Weil wenn du sagst, ähm, die, was er macht, ist, ähm, er nutzt Informationen, die ganz offensichtlich gegen jede Art von Briefgeheimnis, gegen Jede Art von Unternehmensgeheimnis ging, alles verstoßen, was wir eigentlich als Grundlage nutzen, um zum Beispiel miteinander in Kommunikation zu Zutreten. Vor allem Menschen, die arbeiten und auch einen geschützten Raum suchen. Also auch in den Twitter-Files, die er veröffentlicht hat, tauchen immer wieder Privatnachrichten auf, die Joel Roth, der ehemalige Security-Chef von Twitter. privat an Menschen geschickt hat, die dann dementsprechend auch natürlich ein bisschen suffisanter formuliert sind, die deswegen aber nicht illegal sind, sondern es ist halt. einen Schnack unter vier Augen, nur eben über einen digitalen Kanal. Die veröffentlicht er und wenn er aber sagt, das gilt nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Gegenwart und die Zukunft, dann heißt das für die Belegschaft von Twitter, ähm, absolute Vorsicht walten zu lassen. Man weiß nie so ganz genau, wer da jetzt eigentlich gerade wohin schaut und zu welchen Vorteilen nutzen könnte. Also, ich empfinde das als eine sehr schlimme, eine sehr schlimme Aussage, ehrlicherweise.

31:44 Gavin Karlmeier

Metabi bezeichnet das auch als historische Chance, und er wäre verrückt, wenn er diesen Zugang den die jetzt bekommen haben, nicht nutzen würde. Und ja, also Ganz interessant, also er beschreibt, dass die Vorstellung von Elon Musk, Vertrauen in dieses Unternehmen wiederherzustellen. Was ja auch schon eine gewisse Schlagrichtung hat in der Aussage, weil wer sagt denn, dass warum das Vertrauen nicht da war? Dass die Lösung darin bestünde, ich habe diese Formulierung noch nie gehört. In einer vollen Open Kimono-Transparenz. Also ich hab das Bild vor Augen, wie Elon Musk jetzt irgendwo in Köln im Neptun-Bad steht und im Bademantel öffnet. Ist das was ist das eine Formulierung? Full open chimono transparency with the public? Also

32:47 Dennis Horn

Vielleicht ist das, ich, ähm, haben wir es gegoogelt? Auf dem Kinomo.

32:53 Gavin Karlmeier

Ich hab's gegoogelt, mir fällt es gerade erst auf.

32:56 Dennis Horn

Ja, man findet nichts Entsprechendes. Also ich bin mir da auch nicht so sicher, was das genau für ein Bild ist. Denn also der offene Bademantel impliziert ja immer noch die Existenz des Bademantels, er impliziert aber vor allem, dass Dinge sehen, die wir vielleicht auch gar nicht.

33:16 Gavin Karlmeier

Können wir mal kurz Real Real Talk machen? Niemand will den Schwanz sehen. Ich möchte wissen, was los ist, aber ist das.

33:24 Dennis Horn

Ja, also sehr interessant. Das Bild passt. Ja, das Bild ist tatsächlich mehr, als es Mettai wie lieb ist, glaube ich.

33:32 Gavin Karlmeier

Du, ähm, der schönste Tweet, den ich dazu gehört habe, jetzt zu den Twitter-Files gelesen habe, den hast auch du rausgekramt. war, ich habe Berichte dazu gehört, dass es bei Twitter eine Gruppe von Leuten gab, die in regelmäßigen Abständen Zahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens verteilt haben. Diese Leute nannten sich Payroll, mehr dazu bald.

33:59 Dennis Horn

So fühlen sich die Twitter-Files aber tatsächlich auch an. Also ehrlicherweise Ich glaube, über diese Twitter-Files eben jetzt, dieser dritte Teil, über den wir jetzt nicht wirklich ins Detail gehen, ich glaube, der wird nochmal eine Rolle spielen, wenn eben da von die beiden Untergruppen, nämlich vier und fünf, das scheint ein großer Block zu sein, denn da geht es um den 6. , 7. , 8. Kapitolsturm und die Tage danach und die Sperrung von Donald Trump. Das könnte sein, dass es dann nochmal eine Rolle spielt, aber es fühlt sich gerade doch sehr danach an, dass einfach jetzt auf Teufel komm raus in allen Postfächern, in allen Inboxen gewühlt wird. was man noch rauskramen könnte, welche Geschichte ist irgendwie noch, irgendwie erzählenswert. Und in der Regel, also da ist bisher noch nichts warum gekommen. Ich weiß nicht, ob ich was übersehen habe, aber es ist noch nichts darum rumgekommen, wo man sagen muss, Das ändert meinen Eindruck vom bisherigen Twitter vollständig, sondern es passt alles jetzt gerade sehr gut zu dem Ball, den sich ein Elon Musk irgendwie auf den Fuß legen lassen möchte, um irgendwie ein Tor zu schießen. Und ich Ich habe eher das Gefühl, es ist einfach gerade eine sehr große Publicity-Aktion. Und vor allem ist es eine Aktion, die mit ganz. . gut dazu passt, und da bin ich tatsächlich einer Meinung mit der amerikanischen Regierung, die ganz gut dazu passt, dass das Unternehmen Twitter wahnsinnig viele Probleme in den Griff zu kriegen hat und über die gerade nicht gesprochen wird, weil hier woanders wieder Streufeuer gelegt. Werden. Also eigentlich wie von Minute 1 an schafft er es, wie ein guter Zauberer die Leute auf die linke Hand schauen zu lassen, während er mit der rechten Hand irgendwelche anderen Sachen macht.

35:36 Gavin Karlmeier

Ich mag deine Bilder. Danke. Manchmal denke ich so Aufpassen, dass er jetzt nicht irgendwie kurz ausrutscht beim Aufbau dieses Bildes, damit die Floskelwolke nicht wieder aktiv wird hier.

35:50 Dennis Horn

Ja, die Floskelwolke ist achtsam, glaube ich. Die haben uns auf dem Schirm.

35:55 Gavin Karlmeier

Absolut. Wir kommen zum nächsten Thema, das hinten raus nochmal ganz interessant wird, weil auch hier nochmal das Thema Transparenz. Eins wird. Es gibt Rücktritte bei Twitter im Trust and Safety Council. Das ist eine Einrichtung, die im Grunde beratend tätig war. Schreckstrich ist, weiß man zurzeit ja nicht so recht. Und drei der Mitglieder haben es jetzt verlassen. Zwei von ihnen, Illani Abdulrahman und Anne Collier, kommen von NGOs. Und die dritte, Leslie Podesta. vom Young and Resilient Research Center an der Western Sydney University in Australien. Und der Name Podesta fällt vielleicht auf, denjenigen, die sich mit US-amerikanischer Politik beschäftigen. Es ist tatsächlich die Nichte von John Podesta. Dem stellvertretenden Stabschef der Demokraten. Elon Musk hat darauf geantwortet: Small world. Wir nehmen es nicht allzu ernst, solange wir keine weiteren Anhaltspunkte an der Stelle haben. Aber ich habe Jetzt so ein paar Zitate aus diesem Rücktrittsstatement. Erstens, die Untersuchungen zeigen, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Twitter-Nutzer entgegen den Behauptungen von Elon Musk immer schlechter werden. Dann, zweitens, mit der Einrichtung des Rates hatte sich Twitter dazu verpflichtet, sich von einem US-Zentrierten Ansatz für die Sicherheit der Nutzer zu lösen. Die Zusammenarbeit zwischen den Regionen zu verstärken und erfahrene Mitarbeiter in das Sicherheitsteam aufzunehmen. Letzteres ist angesichts der jüngsten Erklärung von Twitter, sich stärker auf die automatische Moderation von Inhalten zu verlassen, nicht mehr gegeben. Interessanter Punkt. Dann drittens, algorithmische Systeme können die Nutzer nur bis zu einem gewissen Grad vor dem sich ständig weiterentwickelnden Missbrauch und Hassreden schützen, bevor sich erkennbare Muster entwickelt haben. Viertens, wir befürchten eine Zweiklassengesellschaft bei Twitter. Eine für diejenigen, die zahlen können und die Vorteile genießen und eine andere für diejenigen, die das nicht können. Wir befürchten, dass dadurch die Glaubwürdigkeit des Systems Und die Schönheit von Twitter verloren geht, was ich eine sehr schöne Formulierung finde, denn auch wir haben ja gesagt, wir trauern um das, was hier passiert. Die Plattform, auf der jeder gehört werden kann, unabhängig von der Anzahl seiner Follower. Und dann fünftens und letztens, wir können daher aus den oben genannten Gründen nicht guten Gewissens im Vertrauens- und Sicherheitsrat von Twitter bleiben. Ein Twitter, das nach Diktat regiert wird, ist kein Platz für uns. Die Moderation von Inhalten ist eine differenzierte Angelegenheit, die volle Transparenz, die Einhaltung von Richtlinien. Die sich an bewährten Verfahren orientieren, die Beratung durch vertrauenswürdige Partner vor Ort und den Einsatz von Ressourcen. Erfordert.

38:41 Dennis Horn

Wo du das jetzt so vorgelesen hast, ist mir so durch den Kopf gegangen. Naja, also es ist Natürlich ein Riesendebakel, das Twitter schon immer hatte, dass auch andere soziale Netzwerke haben. Content-Moderation ist ein riesengroßes Feld. Aber vor allem ein relativ neues Feld. Ich glaube, noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte man die Aufgabe, einen derartigen Wust an Informationen, an Informationen, an Meinungen. zu sortieren und einzustufen auf einer Skala der Grenze des Sagbaren, wie das jetzt gerade der Fall ist. Also das ist ja noch nie passiert. Und die sozialen Netzwerke. Ja, red mal weiter. Die sozialen Netzwerke haben ja sehr unterschiedliche Ansätze gewählt, wie sie damit umgehen. Und Twitter hat offenbar sehr viele verschiedene gewählt. Und viele von denen sind, und jetzt muss ich es doch nochmal sagen, auch so ein bisschen historisch gewachsen. Also man ist da so reingerutscht, dass man halt in diesen Punkt gekommen ist, dass man die diese. . Freedom of Reach einschränkt. Also das, was wir gerade ein bisschen auch als in unserer Definition, als Shadowbanning empfunden haben, Das sind natürlich Dinge, die resultiert sind aus anderen Problemen, die man als vielleicht nicht optimale, aber doch die gerade beste Lösung erkannt hat. Und diese ganzen Sachen, die hier jetzt gerade genannt werden, sind ja alles solche Folgen. die man, wo man sagt, wir haben das bis hierhin als zumindest besten oder gangbarsten Weg erkannt, den Elon Musk jetzt gerade einreißt, um ihn durch Die reine algorithmische Verwendung zu ersetzen.

40:17 Gavin Karlmeier

Super interessanter Punkt. Ja, ja, mach nochmal zu Ende.

40:20 Dennis Horn

Und ich frage mich so ein bisschen, also es wird ja scheitern. Wir sind uns einig, dass die reine algorithmische Verwendung oder der reine automatisierte Prozess der Content-Moderation nicht funktionieren kann. Und die Frage ist, die ich habe, bevor wir dann darauf eingehen, was diese Rücktritte eigentlich bedeuten. Welche Pläne es danach gibt? Also, was ist denn, wenn das einmal tatsächlich so eskaliert ist, Dass es nicht funktioniert hat. Wäre das A entweder das Ende von Twitter, wenn diese automatisierten Prozesse die Content-Moderation entweder nicht handeln können oder sie nicht. Oder sie zu stark handeln auch, sodass sich ein Elon Musk gefallen lassen muss. Jetzt sitzen da zwar keine Leute mehr, die willkürliche Entscheidungen treffen, wie du sagst. willkürlich. Jetzt sind da aber Maschinen, die nichts mehr durchkommen lassen und die Leute das Vertrauen verlieren in die Plattform. Oder wird das der Zeitpunkt, wo er wieder zurückgeht?

41:19 Gavin Karlmeier

Meine These ist ja, dass wir im Grunde öffentlich miterleben, wie er all die Dinge einsieht, die man vorher schon wusste. Ja, und am Ende es automatisch auf das hinauslaufen wird, was Twitter vorher eh gemacht hat. Und eher im Grunde jetzt nur nochmal durch jeden Stein umdrehen. Und merken, naja, vielleicht musste es doch so sein, das bemerken wird. Also, das ist ja ein irgendwie auch faszinierender Prozess, also so wie so einem Unfall, den man zuguckt. Aber die Erkenntnisse sind, da haben wir ja vor vielen Folgen schon mal drüber gesprochen, die sind ja alle da. Und meine These ist weiterhin, das wird schief gehen. Und ihn auf einen Pfad bringen, der am Ende dort endet, wo Twitter schon mal war. Und dann haben wir nur zehn Jahre verloren oder so. Aber ich finde den Punkt ganz interessant, den du gerade gemacht hast, mit das ist ein neues Thema. Ich habe vor sechs Jahren oder so habe ich für die Tagesthemen gedreht im Löschzentrum von Facebook in Berlin. Und da haben wir, also wir konnten nicht viel drehen, weil die eben in ihrer Arbeit dort auch bleiben mussten die ganze Zeit und weitermachen mussten. Aber wir konnten frei mit den Leuten reden und wir haben eine halbe Stunde lang Mit mehreren von denen gesprochen, wie diese Arbeit ist, die sie übrigens so aus voller Überzeugung auch gemacht haben. Also einer hat so gesagt, was wir hier sehen an Inhalten, müssen andere Menschen nicht mehr sehen. Das fand ich einen sehr krassen Satz. Ja, voll. Und was die drei an Jobs hatten vorher, fand ich super interessant. Eine war Im Community Management tätig, das war noch so, also in irgendeinem so einer Social-Agentur oder so, das war noch das, was am nächsten dran war an der Content-Moderation. Die andere hat vorher als Spieleentwicklerin gearbeitet und der dritte war Landschaftsgärtner und der war sogar Teamchef an der Stelle. Also und irgendwann hat Facebook in Berlin keine Leute mehr gefunden. Also da gab es zu wenig. Der Markt war abgegrast, sodass sie noch so ein zweites Löschzentrum eröffnet hatten in Essen. Und das ist genau der Punkt. Also, das ist auch alles ein sehr neues Feld, in dem man sich finden muss. Und vielleicht hätte man im Sinne einer Weiterentwicklung hier arbeiten müssen und nicht im Sinne eines, das Ganze nochmal in Frage zu stellen. Jetzt aber keine Entwicklung, die hier geschieht, ohne dass das nochmal irgendwie andere politische Kapriolen schlägt. Jetzt ist ganz interessant, ich weiß gar nicht, was uns das sagt, dass die. Dass die zurücktreten. Ich glaube, das bestätigt einfach nur die Vorgänge, die wir gerade so von außen in diesem Unternehmen sehen. Aber dann hat eine Nutzerin hier geantwortet, nämlich mit einem Link. Indem es darum geht, dass Twitter vor einem Jahr mal sich geweigert hat, Darstellungen von sexualisierter Gewalt an Kindern zu löschen. Weil es nicht gegen die Twitter-Richtlinien verstoßen hat. Und dazu schreibt diese Nutzerin, ihr gehört eh alle ins Gefängnis. Und Elon Musk antwortet darauf, es ist ein Verbrechen, dass sie sich jahrelang geweigert haben, etwas gegen die Ausbeutung von Kindern zu unternehmen. Und meint damit dieses Trust and Safety Council. Und das ist natürlich jetzt hart. Und das ist so hart, dass das das erste Mal ist, dass ich das Gefühl habe, hier hat jetzt jemand es geschafft. Elon Musk und Jack Dorsey voneinander zu trennen, weil Jack Dorsey dann wiederum darauf geantwortet hat, das ist falsch. Und Elon Musk schreibt, nö, ist es nicht. Als Ella Irwin, das ist jetzt heute die Leiterin von Trust Safety bei Twitter, Anfang des Jahres zu Twitter kam, gab es fast niemanden, der sich mit der Sicherheit von Kindern befasste. Sie hat das wohl angesprochen bei der damaligen Führung, aber hat eine Ablehnung bekommen für mehr Personal dafür und Elon Musk sagt, er hätte es sofort zur obersten Priorität gemacht. Und dann antwortet Jack Dorsey wieder: Ich weiß nicht, was im vergangenen Jahr passiert ist, aber zu sagen, wir hätten jahrelang nichts unternommen, ist nicht wahr. Ihr könnt alle meine E-Mails öffentlich machen, um das zu überprüfen, aber die Firma hat mehr den Zugang zu meinen E-Mails entzogen, sonst würde ich es tun. Das ist das erste Mal, dass ich so einen Spalt zwischen Elon Musk und Jack Dorsey sehe und hier jetzt irgendwas eine andere Schlagrichtung bekommt.

46:08 Dennis Horn

Ja, was mich daran so bewegt, ist, dass das Thema Sicherheit von Kindern Sehr oft als Vorwand genutzt wird, als Einfallstor. Weil es ein sehr populistisch ist falsch, aber es ist ein Thema, bei dem fast niemand keine Emotionen hat. Und über das du relativ schnell andere Themen mit auf die Agenda gesetzt kriegst.

46:39 Gavin Karlmeier

Ja, und es also lässt sich als Totschlag im Moment nutzen.

46:42 Dennis Horn

Genau, weil niemand sagen wird, die Sicherheit der Kinder sei nicht wichtig. Das bekannteste Beispiel ist gerade in diesem, äh, in dem das Thema, das Apple gerade aufgemacht hat, dass es einen Fotoscanner geben soll. für bekannte Fotos, die Gewalt an Kindern zeigen und sexualisierte Gewalt an Kindern zeigen. Und dieser Vorwurf, den Apple sich dann gefallen lassen musste, war ja. Dass das ein Einfallstor für einen Fotoscanner auf allen Telefonen sei und dass das mit Datenschutzrichtlinien nicht tragbar sei, wo Apple gesagt hat, aber es geht doch um die Sicherheit der Kinder. . . Aber die Kinder ist ganz oft so ein klassisches Argument um sich zu verteidigen und auch um Verschwörungserzählungen zu platzieren. Also diese äh, diese, diese Geschichte, gegen die vor allem Hillary Clinton im Wahlkampf ja zu kämpfen hatte, war ja diese Verschwörungserzählung um diese Pizza-Connection. Da kann man sich in das Rebel Toll sehr lange einarbeiten, aber auch da ging es am Ende immer über den Hebel der Sicherheit der Kinder. Und dementsprechend könnte das hier auch der Fall sein, dass hier einfach sehr, das ist eine sehr einfach platzierte Bombe, weil auch Elon Musk sich daran eben sehr lange festhält an diesem Thema Kinder. Wir hatten das Beispiel schon mal, als es um die Frage ging, ob Alex Jones zurückkommen soll zu Twitter, ob er seinen Twitter-Account zurückbekommt, wo er gesagt hat, nee, er hat sich auf dem Rücken von Kindern populär gemacht. Er hat darüber Reichweite generiert, der soll hier keine Reichweite kriegen, als willkürliche Entscheidung, die wir beide hier nicht nachvollziehen konnten. Dementsprechend finde ich das tatsächlich, wie du sagst, ein sehr spannender Spalt zwischen den beiden, weil der die erste Bruchstelle ist, die natürlich auseinanderreißen könnte. Und die beiden verbindet eine sehr lange gemeinsame Geschichte auch mit Investments in Milliardenhöhe und und und. Also Jack Dorsey hat ja Anfang des Jahres sogar noch gesagt, der Einzige, der es könnte, wäre Elon Musk.

48:33 Gavin Karlmeier

Und derselbe unbedingte Glauben an Und ein naive Glauben an unbedingte Transparenz, die wir ja auch hier schon mal besprochen hatten. Das letzte für heute, letzte große Thema. Nochmal Post von Elon Musk an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Twitter, die. Vertrauliche Informationen weitergeben an Medien. Er bittet sie eine Erklärung zu unterschreiben. Die letzte Erklärung, die er sie mit Deadline gebeten hat zu unterschreiben war please work extremely hardcore und jetzt sagt er Ähm, diese vielen recht detaillierten Leaks zeigen, dass einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter gegen die Interessen des Unternehmens handeln und ihren NDA verletzen, also das Non-Disclosure Agreement, die Stillschweige-Vereinbarung. Und er sagt, das sagt er jetzt nur einmal, wer hier eindeutig und absichtlich gegen diese Vereinbarung verstößt, die alle unterschrieben haben. akzeptiert die Haftung in vollem Umfang des Gesetzes und Twitter wird sofort Schadensersatz fordern, von dem man ja in den USA weiß, die Summen sind recht hoch. Und dann, Moment. Dann sagt er noch, gelegentliche Ausrutscher seien verständlich.

49:58 Dennis Horn

Also ein Screenshot an die Presse stechen ist okay, aber bitte keine.

50:05 Gavin Karlmeier

Aber bitte keine E-Mails mit der Absicht Twitter zu schaden, dann wird man die Antwort bekommen, die man verdient und verzeichnen bitte bis heute 17 Uhr.

50:16 Dennis Horn

Man weiß gar nicht, wo man da anfangen soll. Das ausgerechnet der Mensch, der sich jetzt gerade versucht, naja, der sich versucht, das Unternehmen. Ich versuch's mal in seiner, in seiner Formulierung. Der versucht, das Vertrauen in das Unternehmen wiederherzustellen, indem er gegen alle Vertrauensabsichten, die das Unternehmen intern mal gehabt hat, zu verstoßen, indem er E-Mails an freie JournalistInnen und PublizistInnen weitergibt, dass ausgerechnet dieser Mensch jetzt seinen MitarbeiterInnen droht, dass, wenn solche Dienstanweisungen veröffentlicht werden Ähm, es sei denn, es ist ein gelegentlicher Ausrutscher. Das würde teuer werden. Ist natürlich ein ganz schreckliches Beispiel für diesen, diesen Autokraten-Status, den er da hat. Also Tatsächlich, er ist, wenn man so will, das ist ein autokratisches Regime, das da in diesem Unternehmen herrscht.

51:11 Gavin Karlmeier

Und vielleicht können wir einmal kurz diesen Widerspruch benennen. Zu dieser Forderung nach kompletter Transparenz und dieser Ansage, die er angeblich mit Tabi gemacht hat, er könne doch an alles ran und alles veröffentlichen. Auch von heute. Wenn das doch so ist, wo ist das Problem, einfach sämtliche Datenbanken und alles komplett offen zu legen? Da scheint ja dann doch irgendwie ein Problem dran zu sein oder eine Herausforderung drin zu bestehen, die die komplette Argumentationskette, die er hier fährt, einfach ad absurdum führt.

51:45 Dennis Horn

Vielleicht hat Elon Musk dann an der Stelle doch Angst vor klassischem Journalismus, den er ja eigentlich schon tot geredet hat. Na sowas.

51:52 Gavin Karlmeier

So, und dann haben wir hier noch einen Tweet von, da habe ich gedacht, Moment. Wer ist Elon John? Aber dann habe ich gedacht, ah nein, Elton John. Elton John verlässt Twitter. Das haben wir gestern vergessen, aber das fanden wir noch ganz schön. Um all my life I've tried to use music to bring people together, yet it saddens me to see how misinformation is now being used to divide our world. I've decided to no longer use Twitter Given their recent change in policy, which will allow misinformation to flourish unchecked. Elon Musk twittert Elon Musk twittert als Antwort I love your music. So then geht's weiter. Hope you come back. Is there any misinformation in particular that you're concerned about? Als Elton John gelesen hat, I love your music Nee, er hat es ja gar nicht mehr gelesen. Er hat ja gesagt, ich bin jetzt weg, deswegen war schon die Antwort Quatsch.

53:05 Dennis Horn

Stimmt.

53:06 Gavin Karlmeier

Komplett. Dieses I love your music ist so Wie hilflos und chemisch bitte ist das?

53:13 Dennis Horn

Ah, 100%. Das ist so, also da steckt so viel, ähm, so viel, das ist so bitter eigentlich. Und so Naja, ich weiß auch, also ich kann das gar nicht einordnen ohne Ich mach da einen Punkt. Ich kann das gar nicht einordnen.

53:30 Gavin Karlmeier

Wir machen hier generellen Punkt für heute.

53:32 Dennis Horn

Ja, es gibt noch zwei Kleinigkeiten, die ich nur der Vollständigkeit halber reinbringen möchte. Zum einen gibt es jetzt, wir haben darüber immer wieder gesprochen, wir werden das hier nicht ausbreiten können, weil wir jetzt schon wieder mal die längste Folge Haken dran aufgenommen haben. Aber Wir haben ja immer wieder überlegt, wie werden wohl die Longform-Tweets aussehen. Es wird jetzt wohl Tweets geben, die bis zu 4000 Zeichen haben. Es gibt Screenshots davon und interessanterweise werden davon nur die ersten 280 angezeigt und du kannst sie dann quasi ausklappen. Eigentlich so ein bisschen wie so ein Langvideo bei Instagram, wo du die ersten Minute siehst und dann draufklippen musst, um es länger zu sehen. Finde ich bemerkenswert, dass da nicht die Thread-Funktion oftmal mit gekillt wird und auch nicht größer gemacht wird, sondern tatsächlich einfach Langformate kommen. Und das andere ist die auch eine Sache, die wir jetzt nicht ausgebreitet kriegen, aber Twitter Safety hat sich heute nochmal geäußert dazu. wie und ich finde da machen wir einen ganz schönen Kreis jetzt zum Abschluss, wie eigentlich der Kampf gegen Hate Speech auf Twitter weitergehen soll, wie es da funktioniert zukünftig. Und da wird dann nochmal betont, also es wird durchaus Kann durchaus passieren, dass du auch weiterhin Schimpfworte oder Beleidigungen bei Twitter wahrnimmst, weil sie ja auch durchaus in Kontexten verwendet werden, wie einer Gegenrede, wie einer Erklärung, wie Songlyrics. Aber es kann durchaus passieren, dass diese Tweets dann eben nicht mehr geamplified werden. Was auch immer das dann am Ende bedeutet, diese Erklärung bleiben Sie uns schuldig, aber ich habe das Gefühl.

55:05 Gavin Karlmeier

Fühle, so richtig anders wird es nicht. Nee, und das ist ein absolut interessanter, weil nichtssagender Thread von Twitter Safety. Also, wenn wir morgen die Zeit haben, dann nehmen wir das morgen mal, gucken wir da morgen nochmal genauer drauf. Aber ich bin mir nicht sicher. Ob in den kommenden 24 Stunden nicht noch was passiert, worüber wir dann eh sprechen müssten. Auf jeden Fall hat mich das mit den Longform-Tweets noch ganz kurz. Facebook hat mich heute empfangen, als ich die Saate aufgerufen habe. Mit der Schlagzeile eine Bühne für deine Gedanken. Du hast viel zu sagen. Hier bist du richtig. Mit dem Composer-Tool kannst du interessante Artikel für deine Fans und Follower verfassen.

55:45 Dennis Horn

Habe ich auch noch nicht gesehen, diese Meldung. Und ich könnte mir vorstellen, dass es einen Grund hat, warum wir die gerade jetzt angezeigt kriegen.

55:51 Gavin Karlmeier

Interessante Gedanken haben wir beide. Und die hört ihr morgen wieder. Wow.

55:57 Dennis Horn

Danke, Gerhard Delling.

55:58 Gavin Karlmeier

Jetzt machen wir noch. Kein Ding, Günther. Bis morgen. Bis morgen.