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Folge 233 · 15. Januar 2024 · 1:23 Std.

Die Krönung von Prinz WhatsApp 🥕

mit Pip Klöckner

Das Karottenemoji unter den Podcasts ist wieder da. Wir müssen sprechen über den Rechtsruck von Substack, über den Zahlenzauber von Elon Musk und darüber, wie Threads denn jetzt tatsächlich ins Fediverse stößt.

Das machen wir heute (endlich!) mit Pip Klöckner, den ihr vom DOPPELGÄNGER TECH TALK kennen könntet. Eine große Ehre, ein großer Spaß!

➡️ Tom Coates über den Weg von Threads ins Fediverse: http://plasticbag.org/archives/2024/01/how-threads-will-integrate-with-the-fediverse/

➡️ Der Platformer-Newsletter verlässt Substack: https://www.platformer.news/p/why-platformer-is-leaving-substack

➡️ Haken dran unterstützen – oder mit der Haki-Community ins Gespräch kommen könnt ihr hier: http://www.hakendran.org⁠

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Pip. Grüß dich, Kevin. Ich freue mich sehr, dass du heute bei uns bist, weil du ja, also du bist so der Mensch, bei dem mich die meisten Menschen außerhalb von Hakenbrand drauf angesprochen haben. dass Menschen über das, was ich mache, sprechen. Und es ist immer der Name deines Podcasts, der Doppelgänger Tech Talk, gefallen. Und die Menschen sagen dann immer, die mich ansprechen. Ey, krass, die haben dich erwähnt. Das ist so der Status, den du so hast in dem Umfeld, in dem ich mich so beruflich bewege und auch privat.

00:36 Pip Klöckner

Ja, ich weiß gar nicht, wie weit auseinander wir so noch sind von den Hörerzahlen. Aber ja, ab und an, es covert ja niemand sozusagen das Thema Social Media gerade so engmaschig und tief. wie du oder ihr. Und insofern bietet sich es immer an, dann zu sagen, das wurde nochmal mit viel mehr Hintergrund bei Haken dran. besprochen. Ich bin sehr dankbar für die Arbeit. Von daher machen wir das sehr gern, wo es sich anbietet und freuen uns auch, wenn das dann neue Hörer zu euch bringt.

01:05 Gavin Karlmeier

Vielen, vielen Dank. Ja, es ist immer schön, vor allem, weil ich euch natürlich auch verfolge, mitkriege, was ihr macht und immer wieder so das Gefühl habe. Ihr habt halt eine Expertise, also ich bin, ich sag mal so, als wir mit Haken dran angefangen haben, wir konnten natürlich sagen, wir sind Journalisten, wir haben eine digitale Expertise, wir arbeiten seit Jahren in diesem Bereich. Aber eigentlich sind wir keine Fachleute für die ganzen Randgebiete, die dieses Thema Mask-Ex-Übernahme, Twitter-Übernahme wirklich so mitbringt. Also wir sind keine. politischen Analysten, wir sind keine Anwälte, keine Rechtsexperten, wir sind auch keine Wirtschaftsexperten. Und wenn ich so Dinge aus der Welt der Wirtschaft irgendwie verstehen will, dann kann man das bei euch im Podcast jedes Mal sehr gut lernen. Und so war auch einer der ersten Kontaktpunkte, die ich zu euch hatte, weil du in eurem Podcast die These aufgestellt hattest, dass Mask diesen Laden, Twitter. Naja, bewusst an die Wand fahren, weiß ich nicht, ob du das mitgehen würdest, aber zumindest die Also diese Schulden, die dann entstehen, irgendwann zu einem schlechteren Kurs einfach zurückkaufen könnte, um sozusagen den sich zu. So richtig verstanden habe ich es dann auch immer nicht, wenn ich dann versucht habe, das in Haken dran aufzugreifen. Aber es klang total schlau, wenn ich das angefangen habe, so halb richtig zu zitieren.

02:21 Pip Klöckner

Ja, also ich kann es ja ganz kurz nochmal erklären, aber also prinzipiell ist es, also ich würde nicht mitgehen, dass das mit Absicht an die Wand fährt, aber tatsächlich, sondern könnte er im Nachhinein seinen Akquisitionspreis noch verbessern, indem er quasi durch das Zerstören der Reputation und Bonität der Firma und auch Verschlechtern der Geschäftszahlen einfach. den Wert der Firma so weit senkt, dass er sie irgendwann noch günstiger zurückkaufen kann. Weil sie gehört ihm ja nicht ganz, sondern er hat sie mit anderen Investoren und mit Kreditgebern quasi gekauft, auf Pumpt. Und er könnte sich dieser Schulden günstiger entledigen. Man muss sich vorstellen, das ist jetzt nicht so wie ein Kreditvertrag, sondern eher so wie eine öffentliche Anleihe oder so. Das heißt. Die hat auch einen Kurs und diese Private Debt oder Corporate Debt, die kann man auch weiterverkaufen. Also da gibt es einen Markt dafür und dann spricht man zum Beispiel dafür. . dass die auf irgendwie 60 Cent on the Dollar traded oder so. Und das heißt, ich kann einen Dollar Schulden für 60 Cent oder noch weniger zurückkaufen. Und dann habe ich mich quasi einer Schuldenlast von, sagen wir mal, 10 Milliarden für 6 Milliarden entledigt. Das kann ganz opportun sein, da zwischendurch den Eindruck zu erwecken, dass man Dass es der Company gar nicht so gut geht. Man hört ihn ja auch immer, dass er sagt, es ist ja alles immer ständig jeden Tag, das sagt er, glaube ich, über alle seine Firmen, aber um die sind ja alle ständig dem Untergang geweiht und sagen, nur durch seine Intellektuelle Kapazität und Manneskraft lässt sich das alles aus dem Dreck ziehen. Und auch für das Equity gilt eigentlich das Gleiche. Da hört man ja immer, dass einer der größten Investoren, Fidelity, die das öffentlich auch Berichten müssen, die auf, ich glaube, 13 Milliarden oder 11 Milliarden jetzt abgeschrieben hat. Und auch das könnte man irgendwann eventuell günstiger zurückkaufen. So könnte sich so Ex post noch der Aktuellen Akquisitionspreis tatsächlich verbessern für ihn. Aber im Moment sieht es eigentlich eher so aus, als müsste er demnächst mal wieder Geld nachschießen.

04:14 Gavin Karlmeier

Das ist, du baust quasi genau die Brücke, weil ich habe bei uns im Discord, wir haben ja, äh, so wie ihr auch, einen Discord-Chat mit sehr, sehr vielen Leuten, die sich sehr darüber austauschen, was so in der ganzen Social Media Welt passiert und hab mal so reingeschmissen, ob die Leute nicht Fragen haben, die ich an dich weitergebe, weil du eben, also allein diese Erklärung gerade hätte ich also nicht geben können, offensichtlich. Und die Frage schließe ich nämlich genau an das an, was du gerade gesagt hast. Was glaubst du, wieso findet Elon Musk immer noch Menschen, die ihm Geld leihen?

04:46 Pip Klöckner

Das ist eine gute Frage. Also, ich glaube, die Motivlage ist bunt schillernd, hätte mein BWL-Professor gesagt. Es gibt mehrere Gründe dafür. Das eine kann sein, es gibt immer wieder Menschen, die sich einfach auch sich gern in seinen Kreisen oder in seinem Umfeld wehen möchten und da bereit sind, erstmals mit ihm zusammenarbeiten, um überhaupt sozusagen in seinen näheren Zirkel zu kommen. Dann gibt es sicher durch Leute, die einfach, also man kann mir ja nicht absprechen, dass er wirtschaftlich sehr nicht nur erfolgreich, sondern sagen, fast unvergleichbar erfolgreich ist. Also es ist schon so, dass er nicht viele Dinge, die er angefasst hat, bis er komplett gegen die Wand gefahren hat. Von daher gibt es. Kann man sagen, der Erwartungswert von einem Investment in eins seiner Ventures war in der Regel nicht positiv, sondern eine. . Wenn du früh dabei warst, sicherlich eine Verhundertfachung des Kapitals, die dir möglich war. . Egal ob du jetzt früh bei SpaceX oder bei Tesla. investiert weiß. Das heißt, man könnte sagen, es ist prinzipiell jetzt, also auch wenn er jetzt auf einen als Person nicht rational wird, könnte man sagen, der Erwartungswert der Investments war Bisher immer sehr, sehr hoch, auch wenn es alles immer, also wenn dem hohen Risiko, den hohen Renditen ein hohes Risiko gegenüberstand, wie wir gerade gesagt haben, dass es immer so ein bisschen on the edge ist. Von daher finde ich es gar nicht so überraschend. Also würde mich jemand fragen, würde ich, also würde ich was Neues bauen und würde ich da ganz am Anfang Geld reinstecken? Bei aller Kritik, die ich regelmäßig äußere über ihn, würde ich sagen, für so einen ganz kühlen Investor könnte das trotzdem eine schlaue Wette sein.

06:28 Gavin Karlmeier

Aber in Twitter würdest du jetzt nicht noch Geld pumpen?

06:33 Pip Klöckner

Ich könnte mir vorstellen, dass auch bei der jetzigen Bewertung der Erwartungswert positiv wäre. Aber Twitter würde ich jetzt als so eine Art demeritorische Plattform sehen, die also ich würde auch nicht in Coca-Cola oder in Philip Morris investieren. Den Einfluss von Twitter auf die Gesellschaft sehe ich inzwischen so, dass selbst wenn ich mein Geld damit verzehen, Könnte ich mich darüber sicherlich nicht freuen, weil ich sehe sozusagen, was dabei auf dem Weg geblieben ist.

06:59 Gavin Karlmeier

Ah, ich verstehe. Also so ein bisschen eigentlich so wie die Frage: Ist es legitim, in so Unternehmen wie Rheinmetall zu investieren? Genau ähnlich.

07:07 Pip Klöckner

Also ich möchte niemandem bevormunen, ob man das darf oder nicht, aber ganz ich, ich persönlich und meine eigenen Moralvorstellung, da wäre es einfach so, dass ich mich über den Gewinn nicht freuen könnte, weil ich sozusagen über die andere Seite auch sehen muss.

07:20 Gavin Karlmeier

Das ja, verstehe ich. Wir haben tatsächlich ein paar Zahlen aus der Ex-Welt. Und zwar von der Financial Times. Und Matt Navera, über den wir hier ständig sprechen, Analyst, der schreibt dazu als Zusammenfassung, Elon Musks Ex hat immer noch einen großen Vorteil, und das sind die Leute, die es benutzen. In den USA ist es nach wie vor die am dritthäufigsten besuchte Social Media Website nach Facebook und Instagram. Es gibt im Moment die Zahl, die in die Financial Times hat, die sagen, dass es im Moment mehr als 92 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in den USA gibt. Und wenn die US-Nutzer immer noch etwa 18 Prozent der Gesamtnutzerzahl ausmacht, Dann ist eine Zahl von 540 Millionen monatlichen Nutzern weltweit realistisch für Twitter.

08:09 Pip Klöckner

Ja, ich würde den Zahlen den Wahrheitsgehalt nicht absprechen und trotzdem ist es eben nicht die ganze Wahrheit, die sich darin versteckt. Also Wir haben ja so ein bisschen das Problem, dass es kaum sozusagen eine konsistente und kohärente Berichterstattung über gewisse Kern-KPIs gibt, sondern das Beleuchtet ihr ja immer sehr gut, dass die KPIs, also diese Kennzahlen einfach sich ständig ändern oder es wird opportunistisch, sind selektiv. reported, was gerade einigermaßen okay aussieht. Ein schönes Beispiel ist die Zahlen, die zuletzt rauskammen, die du auch auf LinkedIn gepostet hast. dass die User-Minuten in der ersten Woche des Jahres sich weltweit um 10% und in manchen Märkten um bis zu 25% gesteigert haben. Und das fand ich ganz spannend, wo ich mich auch in unserem Podcast aufregen musste, weil es nur eine von zwei Dingen heißt. Entweder dass Elon Musk gross inkompetent ist, sozusagen, oder wie grob inkompetent wäre, diese Plattform zu leiten, wenn er wirklich darauf geschaut hat in der ersten Januarwoche und das mit der Vorwoche verglichen hat. Oder, und das ist auch nicht besser, dass er einfach alle, die ihm folgen oder diese Zahlen auswerten, für komplett bescheuert halten muss. Wenn man irgendwie im weitesten Sinne im Internet oder mit Internetmarketing oder sozialen Netzwerken arbeitet, dann würde man sowas natürlich immer in einem sogenannten Year-on-Ye-Vergleich zu machen, um Dinge wie Saisonalität. Auszuschließen. Und natürlich hat man insbesondere um den Jahreswechsel eine extreme Saisonalität. Das heißt, in der letzten Woche des letzten Jahres, des alten Jahres, sind Menschen typischerweise Skifahren, bei ihren Verwandten. bei irgendwelchen Dinners. Und sie arbeiten zum Beispiel nicht. Sie sind weniger an elektronischen Endgeräten, sei es Computer oder Smartphones, weil eigentlich alle so eine Art Diät machen und mehr auf normale soziale Kontakte sind und normale in der sozusagen realen Welt. Verhaftet sind. Und dass dann in der ersten Arbeitswoche des Jahres sozusagen die Nutzung um 10 Prozent ansteigt, ist natürlich ein kompletter Headfake. Also das würde man bei fast jeder anderen Webseite auch sehen. Also das würde bei Threads, bei Facebook, bei LinkedIn, bei den meisten E-Commerce-Seiten wahrscheinlich.

10:17 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich selbst viel online.

10:19 Pip Klöckner

Genau, selbst bei Spiegel Online. Es ist einfach, Leute kommen wieder ins Netz zurück, wenn man es so einfach formulieren möchte. Das heißt, es ist überhaupt nicht indikativ für irgendeine Performance. Und besonders schön sieht man das übrigens dadurch, dass in der Mina Region, also Middle East, North Afrika ist das, der Traffic in der gleichen Zeit um 2,6 Prozent gesunken ist. Also alle Länder sind grün, teilweise zweistellig. Und die Mina Region ist bei minus 2,6. Und es ist Höchstwahrscheinlich natürlich deswegen, dass sie überwiegend muslimisch geprägt ist und in einer sehr heißen Klimazone ist, wo es eben diese saisonalen Effekte über den Jahreswechsel gar nicht so stark. gibt, das zeigt das ganz gut. Und wie gesagt, also entweder will er wirklich hier seine gesamte Audience verarschen, das wäre ja nicht das erste Mal, oder das wäre natürlich viel schlimmer. dass ihm selber nicht bewusst ist, dass er hier auf komplette Fake Matrix, äh nicht Fake Matrix, aber eigentlich Vanity Matrix würde man das nennen. Also die fühlen sich schön an. Aber der einzige Vergleich, der hier aufschlussreich sein könnte, ist, wie sah der Januar oder der Dezember gegenüber dem Januar oder Dezember des letzten Jahres aus. Und ich glaube, würde das gut aussehen, dann würden wir das auch sehen. Also Elon Musk hätte ja die Möglichkeit, diese Company super transparent zu führen. Insbesondere da eine der Hypothesen war ja, dieses Bot-Problem zu lösen und so weiter. Wenn er das alles so tun wollte, dann könnte er die Transparenz schaffen und tatsächlichen Fortschritt zeigen. Und allein der Fakt, dass er immer wieder selektiv diese opportunistischen Zahlen präsentiert, muss einen eigentlich dazu zu der Auffassung bringen, dass es nicht wirklich gut bestellt ist. Wenn man so händeringend nach irgendwelchen grünen Zahlen sucht, die nach oben zeigen, dann heißt das eigentlich, dass es keine vernünftigen Zahlen gibt, die man stattdessen reporten kann, die irgendwie eine breite Anerkennung finden.

12:05 Gavin Karlmeier

Ja, ich, also diese saisonalen Effekte übrigens, die kennen auch alle, die beruflich eben mit Social Media zu tun haben, mit Content zu tun haben, weil du das in den Sommerferien zum Beispiel auch erlebst. Ich habe ja früher für ein Slive gearbeitet, da wo wir Dennis übrigens hin verloren haben. Das habe ich ja, glaube ich, auch schon mal erzählt. Und es ist eine völlig übliche Beobachtung, dass im Juli und August die Reichweiten viel schwieriger zu erreichen waren als in anderen Monaten, weil einfach die Leute Nicht alle gleichzeitig natürlich, aber Teile der Community eben immer im Urlaub waren in dieser Zeit. Und deswegen konnten wir auch nicht diese Zahlen vergleichen mit Mai. Also das ist ein Effekt, den kannst du in sozialen Netzwerken ja auf alles drüber legen.

12:43 Pip Klöckner

Ja, ich habe früher mal für einen großen deutschen Preisvergleich gearbeitet und da konnte also man muss sich vorstellen, zum Beispiel der E-Commerce-Traffic, was Leute online kaufen oder nicht kaufen, der schwankt bei einem Fußballländerspiel oder einfach. Heißem Wetter, wenn alle im Freibad sind, um bis zu plus minus 30 Prozent. Also wenn es regnet, kaufen 20% mehr Leute im Internet ein. Wenn die Sonne scheint, kann es sein, dass bis zu 30 Prozent des Traffics ausbleiben. Also wenn so ein About You oder Zolano die Quartalzahlen reporte, dann sprechen die fast immer übers Wetter, weil je nachdem wie das Wetter im Sommer war, ähm Spielt das nicht nur eine Rolle, wie viele Leute online shoppen, sondern auch, ob sich gewisse Kollektionen ausverkaufen. Also, es gibt da so starke Effekte, dass man Eigentlich selbst dieser saisonale Year-on-Year-Vergleich, dass man das mit dem Vorjahr vergleicht, selbst das ist nicht 100% indikativ. Für den Twitter wiederum würde das eigentlich noch ganz gut funktionieren, fairerweise.

13:31 Gavin Karlmeier

Ja, total. Und zu dem anderen Punkt, das Mask, also Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht weiß, dass er da Zahlen zeigt, die schwierig vergleichbar sind. Zum anderen ist aber dann. In der Tat die spannende Frage. Also irgendjemand muss ja hier diesen Scam vorantreiben und muss sagen, wir nehmen jetzt hier einfach immer nur die Zahlen, die gerade gut klingen und gut aussehen. Und mal sind es die Unregretted User Minutes und mal sind es eben. die Vergleichswerte von letzter Woche zu dieser Woche, wie viele Minuten insgesamt auf dieser Plattform eben verbracht wurden. Also Dinge, die du ja auch eigentlich gar nicht so richtig miteinander vergleichen kannst. Die Frage ist aber in der Tat. Ist Musk der, der bewusst sagt, ich nehme jetzt diese Zahlen raus? Oder hat er so viele Leute um ihn herum, die ihm immer nur die Zahlen zeigen, die gut klingen, damit er das Gefühl hat, es funktioniert ja eigentlich? Also wir wissen ja von anderen Unternehmen, die Musk gehören, dass es da überall die Kultur des Managing the Managers gibt. Also, wie können wir so ungestört arbeiten, dass Elon Musk uns in Ruhe lässt in den Teams?

14:32 Pip Klöckner

Also ich glaube tatsächlich, dass er nicht so dumm ist, das nicht zu durchschauen. Was ich mir schon vorstellen kann, ist, dass man prinzipiell natürlich dazu geneigt ist. Positiven News, grüne Zahlen, Charts, die nach oben zeigen, mehr Bedeutung nachzuweisen. Das heißt, ganz automatisch betrügt man sich da immer so ein bisschen, indem man auf die guten Sachen schaut und die roten Zahlen schnell zumacht. Ich glaube tatsächlich, es passt vielmehr zu seinem elitären Selbstbild, dass er glaubt, dass er damit und dass er damit durchkommt, solche Halbwahrheiten zu reporten und dass ausreichend Leute, also insbesondere seine eigenen Follower, die sowieso nur darauf warten, sagen die nächste Verkündung. des Heilands zu erfahren. Aber auch ein Teil der Journalisten eventuell darauf reinfällt. Weil ich meine, Zahlen wirken erstmal wie Fakten, jetzt sind die sozusagen aus der Quelle des berichteten, berichtenden Unternehmens selber und damit Jetzt vielleicht nicht eine wirklich gute Quelle. Aber er hat einfach in der Vergangenheit, glaube ich, gelernt, dass das oft reicht und gut genug ist, dass Leute ihn das abnehmen, weil sie ihnen für ein Universalgenie heißen. halten und ich glaube eher, dass er deswegen glaubt, dass ein Großteil der Menschen dumm genug ist, ihm das abzunehmen und Es ist so ein bisschen auch dem Umstand gestohlen, dass er bisher immer damit durchgekommen ist, denke ich.

15:51 Gavin Karlmeier

Ja, ich fürchte leider auch. Und weil er ja jetzt auch in einer Umgebung unterwegs ist. In der, wie du schon sagst, die Leute auf die Verkündung des Heilandes warten. Also der hat sich eine Welt gebaut, die zumindest im digitalen und zumindest auch in der komp, ehrlicherweise inzwischen kompletten Kommunikation des Unternehmens eigentlich nur noch aus Leuten besteht, die entweder abzutun sind aus seiner Perspektive, als die, die eh alles ablehnen, was er macht, oder eben ihn in den Himmel loben. Und diese starke Polarisierung führt vermutlich auch dazu, dass er ja auch sagen kann, was er will. Also selbst wenn die Zahlen nicht stimmen würden, würde es ja kaum noch jemanden wundern, weil die einen eben sagen, ja, wir glauben das und die anderen, wie wir dann sagen würden, das ist aber irgendwie ein bisschen krumm hier.

16:31 Pip Klöckner

Ja, und man muss das, glaube ich, durchaus sozusagen mit, was ich jetzt Trumpismus nennen würde, vergleichen, nämlich dass man einerseits die sogenannten Mainstream-Medien und den Journalismus an sich komplett diskreditiert und sagt, Bürgerjournalismus ist die einzige Wahrheit und überhaupt ist Wahrheit nur auf dieser Plattform zu finden und nicht etwa in journalistischen Medien. und gleichzeitig dann jeglichen Kontakt zur Presse abbricht, also keine Pressearbeit mehr macht, nicht auf Datenanfragen. reagiert und dann eben über eigene Kanäle, in dem Fall jetzt die ganze, nicht nur seine Account, sondern die ganze Plattform, die er nutzen kann, deine eigene Version der Wahrheit distribuierst.

17:12 Gavin Karlmeier

Ja, hundertprozentig. Was ich aber in den Zahlen, die ich eben vorgelesen habe, also vorhin mal vorgelesen habe, diese, wenn Also es wird von diesen 92 Millionen Nutzern in den USA gesprochen und dass die 18%, die US-Nutzer, der Gesamtnutzerzahl ausmachen. Und ich glaube, diese These. Die würde ich so nach Beobachtungen der letzten Wochen und Monate so nicht mehr mitgehen. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass der Anteil der US-Nutzer auf die Gesamtnutzer Immer noch unverändert ist wie vor einem Jahr. Das glaube ich einfach nicht, weil die Abwanderung, vor allem aus europäischer Perspektive, deutlich näher auf der Hand liegt, als wenn du im amerikanischen Raum unterwegs bist. Ja.

17:54 Pip Klöckner

Spannend ist ja, dass wir hier auch wieder nicht die Nutzerdefinition, glaube ich, so richtig bekommen. Das heißt, ich würde erst davon ausgehen, dass das Monthly Active Nutzer sind, also Nutzer, die die Plattform mindestens einmal im Monat aufgemacht haben. Und ich glaube Was die Veränderung ist, also deine Hypothese unterschreibe ich insofern, dass ich glaube, die größte Veränderung in den Nutzerzahlen ist, dass Die Lücke, die zwischen Monthly und Daily Active Users, Maus und Daus, klafft, also Menschen, die sich täglich einloggen oder mindestens einmal im Monat eingeloggt haben, dass dann diese Lücke sich stark öffnet. Es gibt zum Beispiel, ich nehme an, es gibt viele Nutzer, so wie unter anderem auch ich, die prinzipiell noch auf Twitter zu finden sind, dort aber deutlich weniger Zeit als zuvor verbringen. Also ich verzichte bestimmt auf 90 Prozent der Zeit, die ich früh auf Twitter verbracht habe. Aber natürlich öffne ich manchmal noch eine Push-Notification von einem Account, der mir tatsächlich wichtig ist und dem ich nur auf Twitter folgen kann. Und damit bin ich dann per Definition so ein Monthly Active Nutzer, weil ich einmal im Monat die Plattform aufgemacht habe. Aber ich kann, glaube ich, glaubhaft behaupten, dass ich nicht mehr täglich diese Plattform benutze. Das heißt, die Qualität dieser 92 Millionen Nutzer ist, glaube ich, schon eine andere. Und jetzt könnte man sagen, na dann sind diese Daily Minutes oder so oder die Minuten vielleicht doch eine bessere Kennzahl, aber die alleine sagen dann auch nichts aus, weil die Reichweite für eine Plattform natürlich wichtig ist. Es gibt eben nicht eine. gute Kennzahl für soziale Netzwerke, sondern ich glaube, man braucht mindestens also die zwei wichtigen, die auch einen Snapchat oder einen Meta reportet. wären einerseits eben die Reichweite und das sind eben Mansley und Daily Active Users und dann natürlich das Engagement, also wie viel Zeit verbringen die auch in der App. So werden diese Unternehmen letztlich auch gesteuert und natürlich wird auch X intern auf diese Zahlen gucken, aber ich glaube, Teil der Wahrheit ist, dass sie nicht so gut aussehen, dass man die öffentlich reporten könnte. A, um die Investoren und Kreditgeber nicht zu verwirren, aber auch natürlich um Dem Halo-Effekt von Elon Musk nicht zu schaden, dass alles unter seinen Händen zu Gold wird

19:57 Gavin Karlmeier

Das gefällt mir sehr gut. Ja, es wird vor allem so schwierig, wenn man dann anfängt, als also als jemand, der sich auch beruflich mit Zahlen und Metriken und zumindest mal mit Exitabellen auseinandergesetzt hat, dass du auch feststellst, dass sehr oft so Teilmengen angegeben werden oder Raten, also Zahlen, die aus zwei anderen Zahlen zusammengesetzt sind, bei der aber eine der beiden Grundzahlen fehlt. Und wenn du halt einfach nur gesagt bekommst, die durchschnittliche Anzahl der Nutzer auf unserer Plattform ist Gestiegen, man sagt aber nicht, wie viele Nutzer wir insgesamt haben, dann ist die Aussagekraft davon am Ende, naja, entweder verbringen die Leute mehr Zeit oder es sind einfach deutlich weniger Leute, die wenig Zeit bei euch verbringen, übrig geblieben. Also die ganzen mal reinguckenden Nutzer sind weniger geworden und dann steigt natürlich die durchschnittliche Anzahl der Minuten.

20:42 Pip Klöckner

Genau, ich habe neulich mal überlegt, ob man nicht einfach mal die Anzahl, die Tweets sind ja noch einfach numerisch quasi mit einer ID versehen. Also jeder Tweet. kriegt so da inzwischen wahrscheinlich 13-stellige ID. Ob man nicht einfach mal anfangen sollte oder vielleicht sogar übers Internet-Archive das noch nachvollziehen kann, wie viele Tweets tatsächlich? gemacht wurden in jedem Monat. Also um wie weit diese Tweet-ID sich vergrößert hat. Dann könnte man auch sicherheitshalber gucken, wie viele davon wurden gelöscht, um dann zu schauen, was waren jetzt wirklich Nutzer eventuell. Und daran misst, ob die Aktivität der Plattform, nämlich die Anzahl der Tweets, steigt. Das ist ja auch eine Kennzahl, die wir nie erfahren. Natürlich könnte die von Bots getrieben werden und so weiter. Aber das, wie gesagt, es gibt. immer nicht eine Kennzahl, sondern es sind eigentlich immer die Relationen, die spannend sind. Deswegen haben wir über bei, wenn wir Unternehmen besprechen im Podcast auch immer so ein Excel-Sheet fast daneben, wo wir ein paar Relationen selber berechnen. Es gibt selten eine Kennzahl, die wirklich Aufschluss gibt. Aber was man sagen kann, ist, dass Unternehmen, bei denen alles gut läuft, das immer sehr transparent reporten könnten und sich an Industriestandards halten. Und da hat er sich aktiv dagegen Entschieden und das allein spricht eigentlich für die Performance, würde ich behaupten.

21:55 Gavin Karlmeier

Das nehmen wir mal so mit. Wer übrigens auch geht, wir haben gar nicht gegenseitig, aber wer auch geht, ist zum einen der Tourismusverband Graubünden. Die wenden sich jetzt von Exab, das ist eher so ein bisschen unter der Kategorie Tschüss des Tages. Viel spannender finde ich aber, dass YouTube Creators Deutschland, das ist ein Twitter-Account, der sehr darauf hingewiesen hat, wie toll die Leute aus Deutschland Inhalte bei YouTube veröffentlichen Dass auch der sich jetzt mit Pauken und Trompeten von Twitter verabschiedet hat. Und das ist deswegen nach meiner Auffassung bemerkenswert, weil ich glaube, dass gerade YouTube-CreatorInnen in Deutschland ein ganz wichtiges Argument zum Community-Building bei Twitter waren. Also die haben sehr, sehr, sehr große Follower-Inzahlen bis heute, wenn du dir anschaust, so die YouTuber der ersten, zweiten, dritten Riege, die kommen immer auf einen dreistelligen, also ne, wie ist es? Sechsstelligen, dreistellige Follower haben die. Sechsstellige Follower in Zahlen. Also wirklich enorm viel, wenn man mal sieht, wie so große, bekannte Multiplikator-Journalisten irgendwie so auf 10. 000 bis 50. 000 Follower kommen. Haben die meistens das Zehnfache. Das heißt, die YouTube-Creator waren super wichtig, glaube ich, fürs Community-Building von Twitter in Deutschland und dass die sich jetzt von der Plattform zurückziehen, hat sicherlich auch strategische Gründe, aber das zeigt, glaube ich, auch, dass es für die einfach auch eben nicht mehr diese Plattform ist, die sie vor drei, fünf, sechs Jahren mal war.

23:16 Pip Klöckner

Ja, das Problem bei diesen One-to-Many-Medien, also Streaming, Podcast Podcast, Video, Cast, YouTube-Video und so weiter, ist ja immer, dass so ein bisschen der Feedbackkanal fehlt oder verstopft ist, nämlich also, dass man kaum eine Möglichkeit hat, den Creator, der Kreatorin anzusprechen oder weiter zu diskutieren. Fairerweisung sagen sie, YouTube-Kommentare wären ja prinzipiell dazu geeignet, waren aber lange Zeit einfach so verstopft, dass man eigentlich sie nicht vernünftig verwenden kann. Da hat YouTube jetzt aber kräftig aufgeräumt, wenn ich das richtig wahrnehme. Und dann die wären mehr und mehr wirklich ein gutes Forum. Viele Podcaster haben das dann, so wie wir beide, auch ja so ein bisschen mit Discord geheilt, also dass man seine eigene Community nebenanbaut oder Lage der Nation hat, glaube ich, so ein ganz klassisches Forum noch dafür. Und ich glaube, YouTube möchte einfach auch nicht mehr, dass das auf X stattfindet. Und ich glaube, es gibt auch bessere Alternativen. Wie gesagt, die YouTube-Kommentare sind um einiges ziviler geworden, auch wenn es jetzt noch irgendwie kein Ort zum Relaxen sicherlich ist. Es gibt mit Discord gute Alternativen und gleichzeitig gibt es, glaube ich, keinen Grund, das auf der Konkurrenzplattform, die jetzt auch stark in Streaming und Video investiert, weiterzufördern. Von daher stimme ich dir zu, dass es natürlich auch einen strategischen Charakter hat.

24:31 Gavin Karlmeier

Ja, stimmt alles. Es wäre aber, glaube ich, anders, wenn die deutsche YouTube-Community das immer noch so nutzen würde. Also wenn es noch die. die Nachfrage gäbe danach und man das Gefühl hatte, die Leute verweisen alle auf den Twitter-Account, die ganzen YouTube-Creators aus Deutschland, dann hätte YouTube, glaube ich, diese Entscheidung vorsichtiger getroffen, als sie es so vermutlich getan haben. Wir waren natürlich jetzt nicht in den Sitzungen dabei. Aber es zeigt halt auch, für deutsche Creator ist Twitter einfach kein Ding mehr.

25:00 Pip Klöckner

Ja, also du sagst sie, die Schussbar haben sie entwickelt, weil die Nachfrage auch gar nicht mehr da ist. Ja, sie tun niemand, das kann gut sein. Genau, ja. Ja, der Schaden ist begrenzt, ja. Das Risikoreturn-Verhältnis hat sich deutlich verbessert.

25:16 Gavin Karlmeier

So würdest du das sagen, oder? Eine Kleinigkeit, die so ein bisschen die Doppelmoral aufzahlen. Es ist so eine Meldung von so vielen, die ich aber trotzdem gerne mitbringen möchte. Es gibt einen Nutzer, der heißt Evan, der sehr viel auch darauf achtet. Ist eigentlich nur ein Creator, der ist jetzt kein Der hat keinen Newsletter, keinen Blog, der ist niemand, der jetzt besonders in Erscheinung tritt durch Publikationen über Mask. Aber der achtet so ein bisschen darauf, was eigentlich aus Ex wird und schreibt auch immer noch bei Ex darüber. Und jemand jemand unter einem Elon Musk-Kommentar so ein bisschen angerempelt und dann hat er einfach nur zurückgeschrieben, shut up. Cis-Loser. Was an sich erstmal keine, also das Shut up ist vielleicht ein bisschen offensive, das Loser ist beleidigend. Das Wort Cis da drin ist eigentlich keine Beleidigung, es ist eine Tatsachenbeobachtung. Ähm, spannend daran ist aber, dass diese Antwort von ihm jetzt gelöscht wurde von X und auch sein Account für ein paar Tage eingeschränkt wurde, weil er ein Schimpf benutzt haben soll. Und die These von Evan ist halt Dass er sagt, dass ähm cis tatsächlich jetzt als Slur, also als Beleidigungswort von Ex identifiziert wird. Was so ein bisschen diese das wird ja so im Kul, im, ich muss die Anführungsstriche in die Luft malen gerade. Im Kulturkampf immer wieder so als Buzzword ja auch genutzt. Und ich finde das sehr bemerkenswert, dass du auf der einen Seite einem Alex Jones wieder eine Plattform gibst, dass du Leute sich antisemitisch, rassistisch, whatever, alles äußern lassen kannst, aber Dieses Wort hier dann eben in den Community Guide für die Community-Guidelines oder die Instanzen, die sie beschützen sollen, dass das zu weit geht.

26:54 Pip Klöckner

Ja, um fair zu sein, das berechenbare Genie hat ja sogar angekündigt, dass ich glaube, was hat er geschrieben, Cis is considered a slur from now on. Also genau das hat er ja. Glaube ich, mal angekündigt, dass er diese Vorsilbe cis, die dafür da steht, dass jemand vom äußeren Geschlecht, glaube ich, mit seiner Sexorientierung und so weiter übereinstimmt, dass das ab jetzt ein Ja, eine Beleidigung oder als Beleidigung wahrgenommen wird auf dieser Plattform. Und hier sieht man das jetzt einmal in der Aktion und dass es auch durchgesetzt wird. Und ich bin auch beide, dass Shut Up Sys, Loser ist jetzt kein Beispiel für hervorragendes Verhalten auf der Plattform. Aber Gemessen daran, was ansonsten durchgeht, ist es natürlich abstrus, jetzt ausgerechnet diesen Kommentar, also wenn man sich überlegt, was wir uns anhören müssen wahrscheinlich oder anhören mussten, früher auf Twitter oder X, dann ist das hier natürlich nicht das Schlimmste, was man dort lesen kann und ausrechnet das jetzt fast exemplarisch dann als Hateful Content. Zu Brandmarken zeigt einerseits, dass es natürlich auch auf Twitter Zensur gibt und dass es nichts mit Free Speech zu tun hat, und das Insbesondere der Verstoß gegen die Weltsicht des CEOs, oder nicht CEOs, sondern des Besitzers der Plattform. Dass das dann eben doch sanktioniert wird, weil dann auf einmal die Community-Guidelines eine Rolle spielen.

28:16 Gavin Karlmeier

Ja, genau das. Ich möchte mit dir kurz in die Welt des Fediverses eintauchen. Bist du bereit? Auf geht's. Und zwar hat Tom Coates, das ist ein Produktstratege, der auch darüber berichtet, der schon bei BBC und Yahoo und überall im wo gesessen hat und darüber gesprochen hat oder sich damit auseinandergesessen hat, gesetzt hat, der war kurz zu Weihnachten in einem Meeting von Meta. Indem Menschen bei Meta in San Francisco darüber gesprochen haben, wie die Fediversiv Maybe, von Threads vonstatten gehen soll und wie das aussieht. Kurz, nachdem diese Sitzung stattgefunden hat, hatten wir hier übrigens diesen kleinen Leak mit dieser Timeline, über die wir hier bei Hagen gesprochen haben. Der hat aber eben dort in diesen Runden auch gesessen, hat jetzt einen längeren Blogartikel geschrieben, den wir hier in die Shownotes packen werden. Der ist nämlich komplett sehr, sehr lesenswert. Ich nehme nochmal kurz zwei, drei Punkte aus der Roadmap mit. Also das erste, was gesagt wurde, dass es ausgerollt wird, dass Threats Accounts aus Mastodon und anderen für die Wörse Tools sichtbar werden. Und das war angekündigt für den Dezember. Da gibt es jetzt so die ersten fünf, sechs Accounts, zum Beispiel Adam Massari at threads. net Glaube ich, den kannst du schon von Mastodon aus folgen, auch seine Postings sehen und der ist mit 675. 000 Followern der Account mit den zweitmeisten Followern auf Mastodon, gleich hinter dem Account Mastodon. Auf machst du dann. Und die weitere Roadmap sieht halt vor, dass es jetzt Anfang 2024 zunächst die Like-Counts synchronisiert werden. Das heißt, wenn ich einen Post like. aus dem Fediverse heraus in Threads, dann erhöht das auch den Zähler in der Threads-App und umgekehrt. Und dass der nächste Schritt ist, dass meine Antworten auf diese Postings eben auch von beiden Netzwerken aus sichtbar werden sein sollen. Wir müssen dazu sagen, wir nehmen das an einem Sonntagmittag auf. Ein Zeitpunkt, an dem ich eigentlich nicht gewohnt bin zu denken. So, und im späten Jahr 2024 soll dann eben eine. Wie Sie sagen, gemischte Fittiverse und Threads Experience starten, bei dem es möglich sein wird, eben den NutzerInnen, die das Opt-Innen, also die bei Threads, sagen, ich möchte aus dem Fettiverse gefunden werden. Dass es dann möglich sein wird, denen zu folgen und auch umgekehrt und denen zu antworten. Und das ist quasi der Weg zur hundertprozentigen Interoperabilität zwischen Pets und Mastodon. Und Tom Coates, der eben diesen Text geschrieben hat, der hat sich vor allem so ein bisschen damit auseinandergesetzt, warum Threads das tut und was er glaubt und wie seine Wahrnehmung ist. Und da sind ein paar spannende Anekdoten drin. Zum Beispiel die Anekdote, dass das im Rahmen eines eines Hackathons oder Hacktages, wie er es nennt, bei Meta entstanden ist, diese Idee. Und dass die Idee der hundertprozentigen Anbindung an freie Netzwerke eine Idee von Mark Zuckerberg persönlich gewesen sein soll, der sagt, dass er glaubt. . dass die Offenheit der sozialen Netzwerke die Zukunft sein wird. Also er glaubt, dass eigentlich er, also ist Mark Zuckerberg wohl eine Vision hat und diese Vision sagt, die Leute möchten ihre eigenen FollowerInnen besitzen und möchten nicht mehr, dass die Netzwerke tun. Und dementsprechend versucht er in diese Richtung zu arbeiten und zu argumentieren. Er sagt aber auch, Dass es durchaus die Möglichkeit gibt, dass Mark Zuckerberg da auch die großen Regulierungen ein bisschen umfahren möchte. Was ich auch eine sehr interessante These finde, ehrlicherweise.

31:46 Pip Klöckner

Ich finde, darin steckt schon viel Schönheit, weil so die Definition eines Hackathons von Mark Zuckerberg ist damit so ein eines eines jeden deutschen CEOs auch, glaube ich. Nämlich, dass man den Entwicklern sagt, ihr dürft jetzt am auch am Wochenende arbeiten, sehr selbstbestimmt, aber ihr baut, was ich möchte. So sehe ich in aller Regel Hackathons ablaufen, ehrlich gesagt, nämlich dass der Chef sagt, was wir schon immer brauchten, was jetzt in Wochenendarbeit getan werden kann.

32:11 Gavin Karlmeier

Ja, hundertprozentig ist es so. Also der kam da halt zu und hat gesagt, wir machen das jetzt mal so. Er sagt aber auch, dass die Übernahme von Twitter durch Elon Musk. . durchaus so eine Art Domino-Effekt ausgelöst hätte bei Meta, dass es viele Gespräche mit Menschen, hochkarätigen Menschen bei Meta gegeben hätte die bewusst sich mit Plattformen auseinandersetzen. Und es versucht wurde, sozusagen sehr bewusst das zu adressieren. Eine These, die wir ja auch immer wieder hatten, das Ohne diese Übernahme Sweats ja nie entstanden wäre. Das ist jetzt so ein bisschen wenig überraschend, aber naja. Tom Coates spricht da auch von den Punkten Content-Moderation. Und in der Content-Moderation sagt er, naja, man kann ja nicht wirklich bannen und das weiß Threads, aber sie sagen, dass sie planen, eben Menschen die Dinge posten, die gegen die Content-Richtlinien von Meta oder Threads eben verstoßen, eben auch wenn sie im Fiddiverse unterwegs sind, dann eben dauerhaft auszublenden für alle, die bei Threads unterwegs sind. Lustigerweise genau das. Was viele Instanzbetreiber ja auch mit Sweats eigentlich gerade vorhaben, dass sie sagen, diese Instanz, die blenden wir aus, weil da Dinge passieren, die wir nicht kontrollieren können. Und die eben auch eine Kapitalisierung des Geschäftes hier vielleicht mit sich bringen. Und das möchten wir nicht haben. Und so will Threads das eben umgekehrt machen, zumindest nach eigener Aussage eben mit Blick auf Contentmoderation oder Richtlinien, Gemeinschaftsrichtlinien. Spannend daran ist aber, dass gleichzeitig gesagt wird, dass noch nicht ganz klar ist. Ob Mastodon-Inhalte in dem algorithmischen Feed von Threads angezeigt werden oder ob überhaupt eine algorithmische Auswahl dieser Mastodon-Inhalte irgendwie stattfinden wird. Also der Punkt ist, dass sie sagen, wir wissen das alles noch nicht, es ist in Arbeit. Aber diese Tatsache überrascht mich, dass es nicht von vornherein klar ist, dass es einfach mit in dem normalen Feed auftaucht.

34:01 Pip Klöckner

Ja, da möchte man sich wahrscheinlich nicht zu früh fest. Ich glaube, es hat ganz viele spannende Aspekte. Ich glaube, ein paar davon habt ihr auch schon gleich. Also einerseits, ich glaube schon, also aus sozusagen Netzwerk- oder Fediverse-Sicht erstmal Es ist natürlich so, dass Threads damit den Weg des Fettiverse insgesamt in Zukunfts signifikant mitbestimmen wird. Und das ist wahrscheinlich nicht gut. Der zweite Punkt ist, dass ich schon glaube, dass Das Aufkommen von Threads jetzt vor allen Dingen erstmal keine große Gefahr für Twitter X ist, sondern für sämtliche Alternativen, die in der Zwischenzeit entstanden sind. Also Mastodon, Blue Sky, Post News Artefakt. Und so weiter. Das heißt natürlich, und ich glaube, durch dieses Assimilieren dieser anderen Lösungen und das offene Gestalten. Nennt man das Bärhack eigentlich? Gibt es ein Wort für? Das ist so eine freundliche Umarmung, aber eigentlich ist es auch gleichzeitig das Messer im Innenrücken. Weil die Revolution dadurch natürlich ihre eigenen Kinder frisst so ein bisschen und Threads. Ich finde den Begriff assimilieren ganz gut, also dass so ein bisschen in sich aufsaugt, eigentlich diese Alternativen. Und am Ende wahrscheinlich entweder durch die größere Distribution, ein besseres Frontend oder vielleicht auch die Möglichkeit Kreatoren Besser zu binden an die Plattformen, sich wahrscheinlich durchsetzt. Und die Gefahr, dass jetzt andere neben ihnen groß werden, eigentlich sehr gut unter Kontrolle kriegt, indem man einfach interoperabel wird. Aus User-Sicht wiederum würde ich sagen, natürlich möchte ich gern ein universales Frontend haben und maximale Distribution in so viele Services wie möglich. Das heißt, da dürfte, also als reider User dürfte mir Threads das Gerne bauen, aber dieser Universal Service war spannenderweise mal ein Werbespruch von ATT und man hat Ihnen das später so ausgelegt, das wurde ja dann zerschlagen. Das Universal Service heißt natürlich immer ein allumfassender Service, der alles umfasst, in dem Fall hier andere Netzwerke. Aber es heißt auch, dass du alles mit einem genau einen Player noch machen kannst. Und in Universal Leute im Englischen diese Spannen 2 bitte oder im Lateinischen eigentlich dann zwei. Zwei Bedeutung. Und beides ist so ein bisschen wahr. Also du erweiterter das Universum damit und das ist ja prinzipiell klingt erstmal wie was Gutes, aber sondern du hast einen einheitlichen Zugangsweg dann und das führt eine Eigentlich immer zu zum so entstehen eigentlich Monopole, dann am Ende, und das bringt es dann wiederum zu dem richtigen Regulierungs Punkt, den du erwähnt hast. Natürlich ist das auch ein wichtiger Schritt hier in die Compliance mit dem DMA-DSA, also dem Digital Market Act, Digital Service Act Regulierung der EU-Kommission. dass die Interoperabilität sozusagen ein wichtiger Grund ist, um diese Services überhaupt betreiben zu dürfen als vermeintliches Monopol oder ein marktbeherrschender Player. Oder wie sagt man, wir nennen es nicht marktbeherrschend, sondern Gatekeeper. Gatekeeper ist die Definition, genau. Das heißt, ich glaube jetzt nicht, dass das irgendwie, dass Mark Zuckerberg oder irgendjemand anders bei Meta jetzt seine Liebe für offene Netzwerke wiederentdeckt hat oder so, sondern einerseits ist das was, was sie, glaube ich, sowieso tun müssen, um eine gewisse Rechtssicherheit zu erlangen und gleichzeitig ist es der beste Weg, Konkurrenten in Schach zu halten und den So ein bisschen die in die in der Grippe zu ersticken oder in der Babyschaukel zu ersticken und dir die Luft zum Atmen zu nehmen, indem man eigentlich alles, was sie können.

37:22 Gavin Karlmeier

sehr gut mit abbildet und gleichzeitig darüber hinaus mehr bieten kann, unter anderem mehr Reichweite. Dieses Bild des Bärhags, das macht Tom Coates in dem Text auch auf. Er schreibt nämlich, man kann sich die bestehende Fediverse Community als eine ziemlich große US-Stadt vorstellen, in dem jeder Server ein eigenes Gebäude ist. Und Threads ist eine scheinbar freundliche Version von Godzilla, die hundertmal so groß ist wie das nächste Gebäude und alle Menschen begrüßen möchte, aber jedes Mal, wenn sie sich bewegt, mit ihrem Schwanz Tausende tötet. Das hat mir tatsächlich ganz gut gefallen als Bild. Ja, vielleicht das noch bessere Bild, ja. Gehe ich gern mit. Auch eine spannende Frage, die wohl in diesem. In dieser Sitzung da aufgemacht wurde, ist die Frage, ob die Inhalte von Drittanbietern, also zum Beispiel im Mastodon bei Threads, gleichwertig angezeigt würden oder ob es wie bei Apple mit den grauen und blü, äh, blauen und grünen iMessage-Bubbles gehandhabt wird. Und Meta hat darauf geantwortet, man weiß es nicht. Die Arbeiten seien noch nicht abgeschlossen und die Leute sind wohl sehr interessiert daran. Zu verstehen, was sie sehen, ist die Formulierung. Also, das spricht da tatsächlich dafür, dass es hier grüne und blaue Bubbles geben könnte.

38:34 Pip Klöckner

Da könnte ich mir vorstellen, dass das am Ende tatsächlich von der E-Kommission entschieden wird, wie genau das da. Also dass man das nicht darstellt, wird keine Option sein, was man gut. Man kann natürlich aber User nudchen, ich glaube dafür habt ihr ein anderes gutes Beispiel diese Woche erwähnt. Ich nehme mich aber nicht mehr, welches war, aber dass man sozusagen sagt, möchtest du wirklich auch Inhalte von diesen externen Netzwerken überhaupt anzeigen? So das könnte ja so auch gefährdet im Messenger war das klar.

38:59 Gavin Karlmeier

wenn man mit DrittApp-Anbietern kommuniziert.

39:01 Pip Klöckner

Ja, und da sieht man sehr gut, wie man sozusagen ohne gegen irgendwelche Regularien zu verstoßen, Nutzer nutschen, also so ein bisschen locken kann. was zu tun, was trotzdem im Sinne des Unternehmens ist. Und ähnlich kann man das natürlich auch da machen. Ich glaube, prinzipiell wäre man erstmal, dass sich aus dem DMA-DSA so eine Art Must-Carry-Obligation Ableitet, sondern dass ich muss andere Inhalte auf meiner Plattform erlauben. Aber die Darstellung, zum Beispiel, die ist dann in der Regel nicht geregelt, oder wird dann nur von ebenbürtig oder sowas oft gesprochen. Ich habe jetzt nicht Den Absatz da gelesen dazu, aber ganz oft ist das so. In den Google-Ergebnissen sieht man das ganz gut, wie diese Werbekennzeichnung da sich über die Jahre vergraut hat, immer kleiner wurde und wie einige Dinge Bunte Bilder und Preise bekommen und andere Sachen relativ gesehen immer langweiliger aussehen. Das heißt, die Möglichkeiten, das dann zu erreichen, selbst wenn man die Inhalte übertragen muss rechtlich, sind da auch vielfältig und ich würde davon ausgehen, dass spätestens, wenn Threads eine Marktstellung erreicht hat, die ihnen das erlaubt, dass man dann natürlich stark gegen andere Inhalte diskriminiert allein, sozusagen um eigene Werbung zu priorisieren auch.

40:12 Gavin Karlmeier

Ja, und dass es früher oder später eben, ist irgendwie so eine Diskussion, die jetzt hier am Wochenende im Discord auch ganz groß war, dass es früher oder später eben Funktionen geben wird, die du nur nutzen kannst, wenn du Threads nutzt. Also mal gesponnen, stell dir vor, es gäbe eine Art, sowas wie ein Twitter Space eben bei Threads. Das wirst du mit deinem normalen Mastodon-Client oder welchem, auch immer du benutzt. wirst du dir daran gar nicht teilnehmen können. Du kriegst nur den Hinweis, dass es das gibt und du müsstest dann eben zu Threads wechseln, um das zu sehen. Und in dem Moment ist es dann eben tatsächlich ein bisschen krumm. Warum wir nämlich so viel darüber diskutiert haben, weil Gmail ja diese Emoji-Reaktionen jetzt in den E-Mails einführt, die für alle Leute, die nicht Gmail benutzen, als E-Mail aussehen, in der drin steht, Gavin Karlmeyer hat auf deine E-Mail mit einem Daumen hoch reagiert.

41:00 Pip Klöckner

Ja, absolut. Das war tatsächlich auch eines der Hauptgegenargumente gegen die Interoperabilität. Also natürlich haben die großen Tech-Konzerne versucht, das maximal zu verhindern, dass das in dem DMA-DSA vorkommen wird. Und unter anderem mit dem Vorwand sagen, mit dem Argument, dass das natürlich Innovation begrenzt, weil man nicht mehr Features bauen könnte, die dann auf anderen Plattformen nicht funktionieren und dass das die Innovation dann hemmen würde.

41:27 Gavin Karlmeier

Ja, die Frage ist, ist das so? Wahrscheinlich ja nicht. Im Gegenteil sogar, das wird ja eher dazu führen, dass man noch mehr Argumente liefern muss, um überhaupt die Leute in die eigene Plattform zu loggen. Denn warum sollte ich zu suchen? Bitte?

41:42 Pip Klöckner

Genau, und im Zweifel heißt es, ich muss einfach offene Schnittstellen zur Verfügung stellen, damit auch diese innovativen Features, wo andere Plattformen sich dann ran programmieren können, so zum Beispiel dein Spaces-Beispiel, dann muss ich das eben sicherstellen, dass das auch als API Darstellbar ist in anderen Netzwerken und so schwer ist das aber nicht. Also natürlich gibt man sich da immer, jetzt fehlt das Video zum Beispiel, man gibt es ja immer, hätte man zwei linke Daumen, ich würde jetzt gerne das zwei linke Daumensymbol machen, aber Als wäre das immer alles unmöglich und die EU würde einem Handschellen anlegen. Aber tatsächlich ist das natürlich alles möglich. Es ist nur nicht so bequem und man verliert eine gewisse Produkthoheit dadurch. Das stimmt schon.

42:19 Gavin Karlmeier

Ja, und da sind wir ja wieder in diesem iMessage-Beispiel. Denn Apple kämpft ja wirklich mit Händen und Füßen dagegen, dass sie sich dem internationalen Dienst, es gibt einen Dienst, RMS heißt ja, glaube ich, also eine Art universelle Weiterentwicklung der SMS. die Google beispielsweise längst eingeführt hat und auch lange schon Werbung damit macht, gegen Apple, um Apple zu zwingen, früher oder später auch diesen Service zu unterstützen. Mittlerweile hat Apple angekündigt, dass diese Unterstützung kommen wird, aber. Ob diese Nachrichten, die über diesen Dienst verschickt werden, dann tatsächlich auch blaue Bubbles bekommen, wie das Apple eigene iMessage, das ist doch stark zu bezweifeln.

42:56 Pip Klöckner

Ja, das triggert natürlich, also man muss sich ja minderwertig fühlen, wenn man mit den falschen. Nachrichtenfarbe schreibt. . . Damit sagt man ja quasi, ich lebe in prekären Bedingungen, weil ich mir kein iPhone leisten kann. Und deswegen Unter anderem deswegen will Apple das, glaube ich, nicht so einfach wieder davon ablassen.

43:20 Gavin Karlmeier

Total. In den USA ist das, also für uns als Europa spielt das natürlich keine Rolle, weil wir das nicht benutzen, größtenteils. Also die wenigen Menschen, die wenigsten Menschen, die ich kenne. Lassen sich darauf ein, dass ich mit Ihnen per iMessage kommunizieren möchte. Ob es weit einfach WhatsApp Telegram Signal hier stark verbreitet sind In den USA ist es aber so, dass drei Viertel aller Teenager ein iPhone besitzen. Das heißt, du, wenn du kein iPhone hast, hast du eben kein iPhone und bist auf dem Schulhof der, der Dinge nicht mitkriegt, weil du kannst nicht in die wichtigen Gruppen kommen. Du kannst nicht. die coolen Nachrichten kriegen und kannst keine Bilder geschickt kriegen, keine Bilder verschicken. Also du bist tatsächlich außerhalb dieses goldenen Gartens, der da den Apple da aufbaut. Und das ist krass. Spannend ist aber, und das ist jetzt hier der perfekte Segway, spannend ist dazu, dass WhatsApp aber gerade offenbar eine Art Momentum in den USA erlebt. Big Technology hat sich damit auseinandergesetzt und die schreiben, also die Überschrift ist natürlich ein bisschen irreführend, sie schreiben, plötzlich scheint jeder in den USA WhatsApp zu benutzen. Aber die sagen tatsächlich, dass im Jahr 2023 der Anstieg in den USA um 9 Prozent eben war, also 10 Prozent, knapp 10 Prozent mehr Leute, die WhatsApp benutzen. Schon ein massiver Anstieg für einen Markt, der eigentlich so unter sich schon aufgeteilt ist. Nämlich, wie kommunizieren wir eigentlich miteinander? Und sie haben so eine Liste von Gründen aufgeführt, die Sie. glauben, die schuld sind daran, dass die Leute jetzt plötzlich doch zu WhatsApp gehen in den USA und nennen als Hauptgrund tatsächlich dieses Apple-Google-Drama. Die sagen, ihre These ist, den Leuten ist es zu viel Drama, was da passiert.

44:55 Pip Klöckner

Findest du das nachvollziehbar? Ich ehrlich gesagt nicht 100 Prozent. Aber.

45:00 Gavin Karlmeier

Also mal weitergesponnen, ich glaube, dass Wenn man sich zum Beispiel anschaut, wie die amerikanische Tech-Bubble, die ganzen Tech-Vlogger Android-Telefone besprechen, selber Android-Telefone nutzen, die Google-Telefone abfeiern, wie wie Samsung inzwischen Jahr um Jahr immer wieder Fawn of the Year in allen möglichen Blogs wird, dass es da doch schon ein Interesse daran gibt, diese Telefone dann auch zu benutzen, wenn man eben nicht. Techie ist, sondern wenn man eben auch ein junger Mensch ist, der sich damit auseinandersetzen möchte und chatten möchte. Also das kann ich schon verstehen. Auch der Kampf darum, irgendwie in diese i-Message-Welt reinzukommen, ich glaube, das spielt eine große Rolle. Warum aber diese drei Viertel der Jugendlichen dann jetzt anfangen, die das iMessage nicht mehr zu benutzen, das finde ich da tatsächlich an der Stelle auch noch nicht ganz wieder.

45:51 Pip Klöckner

Ja, verstand. Ansonsten, ich finde die anderen Gründe gar nicht schlecht. Also ich glaube schon, sozusagen, dass die das Aufkommen von diesen Messaging-Groups und dass WhatsApp jetzt langsam daran arbeitet, dieses Broadcast-Feature mehr und mehr Menschen zur Verfügung zu stellen. dass man da einfach viel Audience so ein bisschen von Telegram sicherlich runterholt, aber auch von anderen broadcasting-fähigen Messengern. Das spielt sicherlich eine Rolle. Und nicht zuletzt vielleicht auch so ein bisschen der Untergang von, also struktureller langsamer Untergang. Von Twitter und Facebook, ich glaube, die USA sind auch noch ein relativ starkes Facebook Messenger Land insgesamt. Das heißt, das könnte ich mir vorstellen. Also einmal die Messaging Groups, dann Twitter und Facebook, die eher ein bisschen abgeben. Und zuletzt sicherlich auch die sicherlich nur schleichende, aber auch hinzukommende Adaption von WhatsApp in quasi B2B-Kommunikation, wie man das in Südamerika oder Asien eigentlich ganz stark sieht, ist jedes Geschäft eigentlich eine WhatsApp-Nummer. draußen hängen hat oder auf der Visitenkarte oder auf der Pizzaschachtel. Und ich glaube, das führt nochmal zu einer gewissen Normalisierung und Verbreitung von WhatsApp auch.

47:03 Gavin Karlmeier

Ja, das glaube ich auch. Also ich kann inzwischen, wenn ich, also Anekdote aus meinem Leben, ich habe einen HP-Drucker in meinem Büro stehen und für HP-Drucker gibt es so einen Flatrate-Dienst von Tintenpatronen. Und das funktioniert nie, dass mir diese Patronen pünktlich geschickt werden, sondern das ist immer, also normalerweise kriegen die deinen Tintendrucker Tintenstand, kriegen die hin und schicken dir dann automatisiert eine Patronen. Das hat bei mir noch nie funktioniert. Und um das sozusagen neu zu triggern. kann man denen eine E-Mail schreiben, man kann da anrufen, man kann ihn aber auch per WhatsApp schreiben. Und so wie früher die Twitter-DMs der Hebel waren um irgendwie bei seinem Telekommunikationsdienstleister. Schnellere Veränderungen herbeizuführen, weil der Telekom-Techniker nicht gekommen ist und man aber endlich den Anschluss gelegt haben möchte. . So scheint es hier auch zu sein, weil eine E-Mail zu schicken dauert halt mindestens 48 Stunden, bis eine Antwort. kommt. Auf die WhatsApp kommt aber in einer halben Stunde eben eine Antwort. Und dieses unmittelbare Direkte in der Kundenservice-Kommunikation. Ist, glaube ich, ein Riesenargument für WhatsApp. iMessage bietet das technisch gesehen auch an. Das ist aber für die Unternehmen dann nicht mehr so spannend, sich einen Dienst auszudenken, mit dem du direkt 25% deines Publikums ausschließt. Also, das finde ich tatsächlich sehr spannend, vor allem, wenn man sich überlegt, wie du auch sagst, Facebook. Wird weniger. Es ist aber Metadienst. Das heißt, die ganzen Meta-Argumente können hier auch greifen mit meinetwegen, du hast einen Account für alles. wenn man das als positives Argument sehen möchte. Aber auch die Art, wie dort neue Features ausgerollt werden, dieser Status, über den wir gesprochen haben, der jetzt eigentlich ja fast Newsletter-Dienst ist oder Broadcast-Dienst, der aber zusammenkommt mit dieser Story-Funktion, die wir alle aus allen anderen sozialen Netzwerken kennen. Also ich glaube, WhatsApp entwickelt sich da gerade zu etwas. dass ich ganz vorsichtig mal Everything App nennen möchte. Weil du kannst mit Promis in Kontakt treten, du kannst mit deiner Familie in Kontakt treten, du kannst in große Gruppen gehen, die gut sortiert sind, anders als es bei IMSS Stefal ist, und du kannst im Zweifel auch noch einen Arzttermin machen. Eigentlich all das, was Twitter gerne oder Ex gerne wäre, ne?

49:04 Pip Klöckner

Ja, WhatsApp ist ja so ein bisschen, also man diskutiert ja seit Jahren eigentlich darüber, dass man das aus WhatsApp Machen müsste. Das ist so der ewige Aspirant, so ein bisschen wie Prince Charles. Und vielleicht ist jetzt dann dieses das Jahr, wo der Prinz Charles der Social Media oder Messenger Landschaft dann wirklich endlich zum Zug kommt. Man fragt sich ja immer, warum das nicht. Mehr monetarisiert wird und warum man irgendwelche Storys und Reels da reinbaut in Statusmeldungen, statt endlich mal bezahlen über WhatsApp oder sowas zu ermöglichen. Aber ich glaube Auch wenn man wiederum bedenkt, dass das blaue Facebook, das klassische Facebook, wirklich einen starken Rückgang in Nutzerzahlen, aber auch Relevanz für Medien eigentlich erlitten hat im letzten Jahr oder den Jahren davor schon. Braucht Facebook, um nicht 100% von Insta-abhängig zu sein und dann Insta-Threads einschließend, brauchen sie natürlich eine weitere große Produktidee. dass die Verbreitung, die man mit WhatsApp hat, da ist eigentlich unklar und vor allen Dingen auch die starke demografische Breite, dass es eben nicht nur Junge, nicht nur Alte, nicht nur Mittelalter. Boomer sind hier drauf sind, sondern wirklich eigentlich alle Generationen auf WhatsApp. Dass man das noch nicht stärker genutzt hat, bisher ist fast unerklärlich. Aber Teilweise hat man es vielleicht auch so ein bisschen in die Emerging Markets getestet und probiert und rollt es jetzt erst in die entwickelteren Länder aus.

50:30 Gavin Karlmeier

Ja, also ich bin total gespannt und Finde aber diese These zu beobachten, finde ich sehr gut und wir freuen uns auf Prinz WhatsApp. Die Krönung von Prinz WhatsApp haben wir schon den Episodentitel. Sehr schön. Du hattest eben im Nebensatz, du hattest du Artifact angesprochen als Twitter-Nachfolger. Und spannenderweise ist das ja eine App, die entwickelt wurde von den beiden Instagram Mitgründern Und jetzt kommt leider die ärgerliche Meldung, Kevin Sistram und Mike Krieger heißen die, nicht zu verwechseln mit Mike Krieger, die haben jetzt leider angekündigt, dass Artefekt eingestellt wird. Was für mich persönlich, ich weiß nicht, ob du das benutzt, aber ich habe sehr viel Zeit mit dieser App verbracht, so den Wegfall von Twitter. Und mich trifft das tatsächlich stark unerwartet.

51:17 Pip Klöckner

Also ich bin da wahrscheinlich angemeldet, weil ich es mal probiert habe, aber ich muss zugeben, es ist die App, auf der ich relativ wenig Zeit verbracht habe. Ich erinnere mich, glaube ich, noch so ein bisschen an die Sign-Up-Erfahrung, dass die, wenn man einmal angefangen hat, so ein bisschen die Präferenzen zu äußern, das ist wirklich ein sehr gutes Newsfeed. Genau. generiert hat. Das habe ich noch in Erinnerung, aber es hat es nicht geschafft, sozusagen Habbit zu werden oder in meine tägliche Routine reinzukommen.

51:44 Gavin Karlmeier

Also bei mir ist das tatsächlich genau die App, die all diese Informationen an News, die ich über Twitter bekommen habe, kompensiert hat, vollständig. Und leider geht es dir aber offenbar wie dir vielen, weil sie schreiben, wir haben etwas aufgebaut, das eine Kerngruppe von Nutzern liebt, aber sind zu dem Schluss gekommen, dass die Marktchancen nicht groß genug sind. um weitere Investitionen in dieser Weise zu rechtfertigen. System sagt, dass das achtköpfige Team, das an Artifact arbeitet, getrennte Wege gehen wird und sagt, er selber ist persönlich begeistert, daran weiterhin neue Dinge zu entwickeln und sagt, dass die Möglichkeiten für neue Ideen im Bereich der KI grenzenlos scheinen. Bla bla bla bla. Aber ist halt schon krass, dass sie es ein Jahr lang versucht haben, jetzt mit dem achtköpfigen Team und feststellen müssen, dass sie das Ding nicht auf die Straße kriegen, richtig?

52:31 Pip Klöckner

Ja, ich glaube, man muss schon feststellen, dass die Kreierung eines neuen sozialen Netzwerks fast so ein Serendipity-Moment eigentlich ist. Also ganz selten gelingt das, wenn überlegen. Wie viele wirklich relevante soziale Netzwerke gibt es letztlich? Dann kann man das an einer Hand abzählen, tatsächlich. Und dementsprechend unwahrscheinlich ist, so etwas zu bauen. Wenn das klappt, ist es immer aus wirtschaftlicher Sicht super interessant oder auch aus gesellschaftlicher. Aber es gehört auch dazu, dass ganz viele Versuche schon relativ früh im Sandverlauf und das ist jetzt glaube ich passiert und gleichzeitig sind die Akteure da natürlich Menschen, die eigentlich wahrscheinlich jeden Tag auch noch andere Ideen haben und ich würde die Anspielung auf AI fast so ver so verstehen, dass ich wäre jetzt nicht überrascht den der in fünf Wochen bekannt gibt, dass er in irgendeinem neuen AI-Ding arbeitet, was er dann letztlich noch spannender fand, vielleicht oder das Team noch spannender fand.

53:25 Gavin Karlmeier

Oder für dass er schneller Gelder auch sammeln konnte, weil AI prominent platziert ist.

53:31 Pip Klöckner

Und es ist sicherlich auch ein Beispiel sozusagen für eine Sache, die vielleicht noch ein bisschen besser gelaufen wäre, würde hätte Threads jetzt nicht zwei Wellen von relativ vielen Nutzern gehabt, die sie akquirieren konnten, aber man sieht sich ja, wie schwer sich selbst Threads tut, Nutzer zu gewinnen und dann auch zu halten. Also selbst da ist ja auch nicht gegeben, dass das jetzt mit irgendeiner Art von Verlässlichkeit oder Sicherheit ein ernst zu nehmender Twitter-Competitor wird.

53:58 Gavin Karlmeier

Ja, das Problem ist, glaube ich, so ein bisschen die Platzierung, weil Artefact eigentlich in der Nutzung viel mehr eigentlich das bessere Flipboard war oder das bessere Google News, als dass es ein Twitter-Killer hätte sein können. Es tauchte aber immer wieder in diesen Aufzählungen auf und wurde auch von ihnen selber ja so als Hey, du hast Twitter verloren, komm zu uns platziert und verkauft. Aber es gab ja gar keine Microblogging-Möglichkeiten. Ich konnte einen Link dort teilen mit einem Kommentar. Diese Timeline war aber schrecklich sortiert, sodass du auch ganz, ganz alte Meldungen dort ganz oben hattest. Dann hast du drauf geklickt und gelesen und gedacht, ach krass, ach, das war vor zwei Jahren. Und das ist natürlich ein Todesstoß für so eine Plattform, die eigentlich selber total gut kuratieren kann. Also ich glaube, der User-Generated Content war hier fast eher schädlich und die Art, wie sie es halt vermarktet haben. Wir müssen über eine Sache sprechen, die uns jetzt schon ein paar Tage beschäftigt und die eigentlich gar nicht so wirklich Social Media ist, die aber extrem wichtig ist, vor allem in diesen Tagen. eine Meldung, in der es um Substack geht. Substack ist eigentlich ein Newsletter-Dienstleister. Man muss was sein gewesen. Inzwischen sind sie ein multifunktionales Taschenmesser sozialer Funktionen. Und der Plattformer Newsletter von Casey Newton, über den wir hier auch schon öfter gesprochen haben, die auch sehr, sehr stark recherchiert haben und auch an diesem Thema. dass Subsec sich nicht klar gegen Nazi-Inhalte positionieren möchte, recherchiert haben, hat jetzt angekündigt, dass sie Subsec wegen genau dieser Politik verlassen werden. Und das ist krass, weil die einer der. der größten Newsletter auf diesem Dienst sind und vor allem einer, der vermutlich auch dazu geführt hat, dass man viel über Substack gesprochen hat und nicht nur über Substack.

55:38 Pip Klöckner

Dem würde ich zustimmen. Also es war tatsächlich die Gallions-Figur vielleicht so ein bisschen als Newsletter. Ich finde es ein sehr spannendes Thema und eine unheimlich schwere Frage auch. Also ich glaube, es geht eigentlich so ein bisschen darum dabei, ob man Substack jetzt. . primär als Plattform oder als eine Art Verlag bezeichnen würde. Also das ist letztlich ist es eine Plattform, rein technisch gesehen, auf der so verschiedene Newsletter von verschiedenen Editoren erscheinen. Und damit könnte man sagen, es ist eine Plattform. Und dann würde sich aber also ein bisschen auch anschließen, dann sollte man es auch ähnlich wie andere Plattformen behandeln. Und in USA ist es Ja, nun mal so, dass die Meinungsfreiheit nochmal deutlich mehr umfasst als in Deutschland. Und damit werden jetzt dann gewisse rechtsradikale Inhalte da. Zumindest rechtlich erstmal nichts zu untersagen. Natürlich kann ich als Betreiber einer Plattform trotzdem sagen, ich habe irgendwelche Richtlinien Und möchte das nicht sehen. Ich glaube, dann ist es aber, glaube ich, wenn man einmal damit anfängt, ist es natürlich sehr schwer, irgendwann die Grenzen zu ziehen. Also, wann ist jetzt jemand zu Nazi oder zu White Pride oder zu Racist? Ich finde das Ist prinzipiell eine Situation, in die man nicht kommen möchte, aber das ist eine Herausforderung, die alle Netzwerke oder Plattformen auch haben, logischerweise. Andersrum würde man jetzt sagen. Eigentlich verlegt Substack, also Substack macht gewisse Empfehlungen, auch wenn die algorithmisch sind auf der Webseite und ist damit eher so eine Art Verleger. Ich glaube, dann wäre es viel einfacher zu sagen, dass sie natürlich eine gewisse. Editorielle Kontrolle auch ausüben sollten und so ein bisschen Flavor der Plattform vielleicht zu ergeben. Damit, ich glaube, zwischendurch hatten sie so eine Wischi-Waschi-Lösung mal, dass sie gesagt haben, wir setzen hier einfach nur unsere unsere Community-Guidelines durch und wenn das Hateful Speech ist, meißen wir es runter, aber wir haben jetzt prinzipiell nichts gegen Nazis ungefähr.

57:27 Gavin Karlmeier

Ich glaube, das war die denkbar schlechteste Lösung. Die Formulierung war, dass man nicht daran glaubt, dass das Sperren von Nazi-Inhalten dazu führt, dass diese Inhalte nicht mehr existieren. Und deswegen macht man dagegen nichts. Und auch die Demonetarisierung würde man deswegen eben nicht. vornehmen, was am Ende dazu geführt hätte, dass Leute, die zum Beispiel, wie die Beispiel, die Casey Newton in seinem Text ja ja auch nennt, der Aufruf, äh äh äh, der Aufruf zur Gewalt gegen Juden oder das Rechtfertigen der Nazis in dreißiger Jahren, ähm Dass das einfach eben nicht dazu geführt hätte, dass Leute damit Geld verdienen. Das wäre ja schon der kleinstmögliche Effort gewesen, durch die Plattform zu sagen, na, ihr kriegt jetzt wenigstens keine Werbemittel mehr damit. Ja, und vor allen Dingen das, auch das hätte man ja schon vorher durchsetzen müssen eigentlich.

58:15 Pip Klöckner

Also wenn man diese Richtlinien hat, dann hätte man das auch vorher schon durchsetzen können und auch was die Monetarisierung angeht, eventuell da differenzieren. Ich finde es eine sehr schwere Frage. Ich würde sagen, natürlich bin ich prinzipiell der Überzeugung, dass je weniger solche Inhalte publiziert werden oder gar verstärkt werden oder distribuiert werden, desto besser ist es. Aber innerhalb dieser ganzen Free Speech-Debatte in den USA ist es dann eben auch schwer zu sagen, wo ziehst du die Grenze? Genau. Würdest du jetzt, sagen wir mal, hättest du jetzt sofort darauf reagiert und sofort gesagt, einfach alles was, und zum Beispiel Beehive, einer der Konkurrenten von Subsec, macht das, ich glaube, hauptsächlich auch, um sich zu differenzieren und in der Hoffnung, äh Kreatoren von Substack zu gewinnen, dass sie sagen, für uns ist das ganz klar eine rote Linie. Es würde natürlich so ausgelegt werden. Also ich weiß schon, welcher große Social Platforms hier oder es zuerst posten würde, dass natürlich dann der Gewinn der Woken DY-Community über die Mainstream-Medien wieder ist, die sich haben erpressen lassen. irgendwelche Inhalte zu zensieren. Und das hätte jetzt dem ganzen Projekt auch nicht geholfen, glaube ich.

59:31 Gavin Karlmeier

Ja, das ist ein total spannender Punkt, weil wir ganz am Anfang mal ähm, gemutmaßt haben, weil Elon Musk sich ja für die für diese sogenannten Twitter-Files damals vor allem Leute gesucht hat, die auf Substack erfolgreiche Newsletter hatten, dass es hier durchaus Bestrebungen hätte geben können, selber eine Konkurrenz zu Substack zu etablieren, die dann vielleicht auch früher oder später in so einer Art Newsletter-System oder Articlesystem gebündelt gewesen wäre. Dann haben sie aber dieses Newsletter-Tool-Revue oder Review, das sie damals, als das zu Twitter-Zeiten damals gekauft wurde und so naja, so halbl liebevoll nur integriert wurde, einfach ersatzlos gestrichen und eingestellt. Das heißt, die das Verhalten von Elon Musk in Richtung Newsletter ist immer sehr Uneindeutig gewesen. Wie so vieles übrigens. Aber dieser Konflikt, den du gerade aufmachst zur Frage der Rolle von Subsec Den ähm schreibt Casey Newton in seiner Rechtfertigung oder in seinem Text darüber, warum sie verlassen, eben auch. Weil er sagt, als ersten Grund Sie haben innerhalb eines Jahres 70. 000 Abonnenten gewonnen. Und er schreibt, ich würde dies Wachstum zwar gerne ausschließlich unserem Journalismus und unseren Analysen zuschreiben, aber ich glaube, wir haben aus erster Hand erfahren, wie schnell und aggressiv Tools wie diese wie Substack wie Subsec sie hat, eine Publikation wachsen lassen kann. Und wenn SubSec eine Publikation wie unsere so schnell wachsen lassen kann, kann es auch anderen Arten von Publikationen helfen. Und das ist genau diese Beobachtung. Ja, ich habe zwei Beobachtungen dazu.

01:01:00 Pip Klöckner

Also A glaube ich, dass Newsletter Taza, die zu einem gewissen Grad Twitter oder ein Aspekt von Twitter, den du so ein bisschen erwähnt hast, der den Artefakt auch gut gemacht hat, nämlich relevante News oder einen Ordnung, so ein bisschen zu konsolidieren. Zumindest sozusagen, ich versuche das so ein bisschen mit Newslettern auszugleichen. Also ich habe früher Twitter einfach viel für Recherche. Ich hatte eigentlich immer ein Tweetag. Parallel laufend. That was wirklich mein Haupt Information Intake, wenn man so möchte. Dazu ist es ja jetzt aber eigentlich nicht mehr zu gebrauchen eigentlich und ich gleiche das sehr stark mit Newslettern aus. Das ist einer der Gründe, warum ich jetzt auch selber ein Newsletter gestartet habe, weil ich glaube, dass das relevanter wird. Und das andere ist, durch den Start des eigenen Newsletters sehe ich auch wie stark Newsletter gerade so ein Circle Jerk Promotion Game wird. Also dass Newsletter sich gegenseitig verstärken, wie welche Rolle die Plattformen dabei spielen. Also was Casey Newton hier auch beschreibt, quasi. Das sieht man sehr stark. Also ich würde davon ausgehen, dass jemand, der auf Substack den ersten oder zweiten Newsletter abonniert, dass der sehr, sehr schnell Auf eine zweistellige Anzahl von Newsletter kommt, einfach durch die Cross-Promotion-Features auf der Plattform. Und aus Investorensicht gibt es so ein Framework, das heißt Hierarchy of Engagement. Und da schaut man so darauf, was ist eigentlich eine wichtige zweite Handlung nach dem Sign-up, die man macht, damit das Produkt anfängt zu funktionieren für Nutzer. Bei Twitter ist das, diesen ersten zehn Accounts folgen, warum der Sign-up-Prozess für Twitter früher genauso aussah wie er. Sah, ist, dass das Ding erst Sinn gemacht hat, wenn man den ersten zehn Accounts erfolgt. Und deswegen wurde es auch so stark darauf optimiert. Bei Pinterest ist das das erste Mal ein eigenes Board erstellen und so weiter. Und bei Substack ist es ganz sicher eben Dass man den ersten zwei, drei Publikationen folgt, weil man dann durch diese Cross-Promotions eigentlich sehr, sehr schnell auf eine hohe Anzahl von Publikationen kommt. Und dementsprechend wichtig ist die Plattform und durch diese Recommendation kann man dann auch sagen. Der Grenze zwischen Plattform und Verlag ist, ich will sagen, überschritten, aber sie ist sehr schwammig. Und ich würde es könnt, könnt den Regler da nicht auf ganz stark auf eine Seite schieben.

01:03:14 Gavin Karlmeier

Ja, super, super guter Punkt. Er selber schreibt aber auch, dass die ganze Genese dieser Geschichte hinter dieser Positionierungssubstacks, die eben nicht klar gegen rechtsradikale Inhalte eben ausgesehen hat, dass die sehr unsauber gelaufen ist. Also es gab Er führt das sehr ausführlich aus, auch das packe ich mal in die Shownotes, diesen Text, weil der sehr, sehr lesenswert ist. Aber er führt aus, dass sie sieben Beispiele gefunden haben von Inhalten, in denen Gewalt gegen Juden zu Gewalt gegen Juden aufgerufen wurde. Und dass sie Substack gebeten haben, diese zu entfernen. Noch während sie diese Anfrage gestellt haben, hat Substack von sich aus eine dieser Punkte bereits entfernt, schreiben sie. Aber die anderen sechs haben sie eben zugeschickt. Das hat Subsec getan, hat aber in zwei Gesprächen, die sie mit Casey Newton auch geführt haben, darum gebeten, dass Casey Newton nicht darüber spricht, sondern dass diese Gespräche erstmal geheim gehalten würden und man spricht ja hier so ein bisschen unter zwei oder so.

01:04:09 Pip Klöckner

So, was dann aber passiert.

01:04:12 Gavin Karlmeier

Achso, Entschuldigung, ich führe das gerne noch zu Ende.

01:04:14 Pip Klöckner

Also noch ein letzter Punkt zu dem Verlagsdings, was ja auch ein signifikanter Unterschied nochmal ist zwischen Substack und dem Competitor Beehive ist es Substack ja sagen 10% der Zahlung der Nutzer einbehält, was nochmal ein bisschen mehr für Verlagscharakter spricht. dass sie quasi das wirtschaftliche Risiko mittragen. Also es ist nicht so, dass sie es komplett tragen und dann die Autoren zahlen, aber bei jedem Abonnenten sozusagen behalten sie einen Share ein. Bei Behive ist es anders. Da zahle ich als Newsletter-Versender. quasi, wenn ich irgendwie sage, ich will jetzt hier Doppelgänger-Update anmelden, dann zahle ich dafür 500 oder 1000 Euro in den günstigeren Varianten. Und danach verdient die Plattform aber nicht mit und kann damit eigentlich auch glaubwürdig behaupten, sie ist einfach nur ein Tool oder eine Software oder eine Plattformen. Und das bei Substack ja schon nochmal signifikant anders, weil die an diesem Hass sehr direkt mitverdient, nämlich 10% Form von jedem Sign-up, der sich das durchliest, abbekommen einfach.

01:05:12 Gavin Karlmeier

Ja, guter Punkt. Und dann erst recht die spannende Frage. Was hat Substack davon, Casey Newton zu bitten, jetzt nicht darüber zu sprechen, dass er darauf hingewiesen hat und dass sie diese Inhalte offline nehmen. Naja, das hat sich dann aber in den nächsten Tagen offenbar von selbst erledigt, denn Subsec hat Wie Casey Newton schreibt, ihnen wohlgesonneneren Plattformen dieser Informationen gesteckt, damit Sie darüber sprechen und darüber sprechen, dass Substack von sich aus diese Inhalte gelöscht hat, um gleichzeitig aber auch zu sagen, es gibt ja nur wenig von diesen Inhalten, es ist alles gar nicht so schlimm. Und die These von Newton ist dass hier dieses Thema einfach sehr kommunikativ kleingehalten werden sollte und eher auch geframed werden sollte in dem Zusammenhang. Ja, verstehe. Ja, es ging dann noch ein bisschen hin und her und rauf und runter, und am Ende gab es aber eben das Ergebnis, das stellt auch klar, ne, diese sieben Inhalte, die sie rausgesucht haben, das sind nicht die einzigen sieben Inhalte, die es gibt, sondern Ihm ging es darum herauszufinden, wenn wir sieben Inhalte melden, werden die dann eigentlich entfernt, passiert hier etwas damit oder Nicht. Und diese Inhalte wurden zwar entfernt, aber es ging in dem Zusammenhang dann auch relativ, wurde relativ klargemacht, dass das eben nur passiert, wenn das proaktiv eingereicht würde. was eben ein großes Argument war, für ihn zu sagen, okay, dann haben wir hier jetzt einen Punkt erreicht, wo wir hier eben nicht mehr übereinander kommen. Und das ist eben dann die andere Seite dieser Wirtschaftlichkeit, wenn du sagst, das Tool entscheidet sich gar keine Einflussnahme zu nehmen, ist es dann eben total die Freiheit derer, die es nutzen, zu sagen, dann publizieren wir eben nicht mehr hier, sondern gehen woanders hin. Und das ist eben jetzt genau der Schritt, den sie hier gehen.

01:06:43 Pip Klöckner

Ich bin gespannt, wie das jetzt auf die Wirtschaftlichkeit des Produkts von Casey Newton, dem Platform Newsletter, sich aus Wirken wird. Er geht es, glaube ich, auf eine Plattform, die Ghosts. orchis und das war auch eine, die ich mir angeschaut habe, die es aus Community-Building-Sicht nicht unspannend. Und es ist, glaube ich, auch so, dass man einen Großteil der Erlöse behalten kann. Also man muss nicht ganz so viel abdrücken wie bei SubStext. Aber das Nutzerwachstum, also A ist die Frage, wie viel der Nutzer bekommst du schadlos darüber, selbst wenn du sie exportieren darfst bei Substack. ist dieses, ihr habt darüber gesprochen, dass E-Mail eins der offenen, war das mit Doug Swerner oder im letzten Podcast, wo über E-Mail eins der offenen sind Protokolle. Da würde ich jetzt first hand sagen, so einfach ist das gar nicht. Man wäre erstaunt, wie schwer es ist, Menschen über E-Mail zu erreichen. Und also als Beispiel Menschen mit T-Online-Adresse können meinen Newsletter im Moment also nicht mal die Upt-in-E-Mail empfangen. Gerade das scheint mir kein besonders oft, also da scheint es ja gar keine Art von Netzneutralität zu geben in dem Bereich. Von daher ist es, zumindest was Newsletter angeht, gar nicht So einfach. Aber ich glaube, er wird erstmal bei der Transition jetzt einen Teil der Nutzer verlieren und vor allen Dingen, und das ist, glaube ich, noch wichtiger, dass das neue Nutzerwachstum wird dadurch natürlich signifikant eingeschränkt sein. Aber ich meine, das muss einem natürlich Die Moral oder der ethische Standard dann auch wert sein.

01:08:07 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also das ist genau dieser Kompromiss, den man, glaube ich, eingehen muss. Man muss fairerweise dazu sagen, dass ein Newsletter, der innerhalb eines Jahres 70. 000 AbonnentInnen einsmelt dass es der nicht besonders schwer haben wird, dann auch noch weiterzuwachsen, weil er halt eine gewisse Wucht eben mit sich bringt, auch wenn diese ganzen Verstärkungen durch Substack hier an dem Punkt halt fehlen. Aber Er ist ja zu einem Produkt geworden, der eben auch in anderen klassischen Medien sehr oft zitiert wird, auch interviewt wird. Also ihm hat er, er hat davon jetzt auch nicht unbedingt Schaden davon getragen, dass das letzte Jahr so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.

01:08:40 Pip Klöckner

Aber wie weit gehen wir da in der Konsequenz? Also müssen wir jetzt alle, die auf Substack noch sind, canceln oder müssen die alle Substack canceln oder darf man jetzt auf keinem sozialen Netzwerk mehr sein, wo es solche Inhalte gibt? Weil dann dürften wir eigentlich nirgendwo sein, wenn wir ganz. Ehrlich sind, wahrscheinlich auch nicht auf Threads. Ich finde das schwer, das dann wieder in absoluter Konsequenz weiterzudenken.

01:09:02 Gavin Karlmeier

Ja, ist es auch, glaube ich. Ich glaube, hier geht es vor allem um den Umgang der Plattformen mit der Konfrontation mit dem Thema. Also weißt du, wenn eine Plattform, wenn ein CEO einer Plattform sagt, ja wir wissen, wir haben ja Nazis, aber wir glauben nicht, dass es besser wird, wenn wir sie löschen, deswegen machen wir gar nichts und sie kriegen auch weiterhin Geld von uns. Das ist halt der denkbar schlechteste Weg, damit umzugehen. Oder wie Access tut, die sogar noch zu sich einzuladen und gesperrte Accounts wieder zu öffnen. Das ist einfach eine andere Kommunikation als Meta, die sagen, naja, wir haben dieses Problem, wir gehen dagegen an, aber es wird immer Probleme geben damit. Also, ich finde, das für mich persönlich ist das schon ein großes Argument, wo man eine Linie ziehen kann. Ich glaube aber auch, dass diese letzte Konsequenz oder diese, wie heißt das genannt, absolute Konsequenz. dass die jeder für sich selber ziehen muss und nach einem ganz eigenen persönlichen Kompass ziehen muss. Es gibt super viele Leute, die auch Haken dran hören. die halt für sich sagen, auch Meta gehört zu den Netzwerken, bei denen ich nicht stattfinden möchte. Aus diesen Gründen oder aus anderen Gründen, weil sie sagen, ich möchte nicht, dass aus meinen Daten Geld generiert wird, so mit meinen Daten. Ich finde das alles am Ende legitim. Ich glaube nur, am Ende muss jeder für sich selber den Punkt finden, den er nutzt, um zu sagen, hier ist gut und hier ist das, wie sagt man, Kröpfchen. So of. Töpfchen und Kröpfchen.

01:10:23 Pip Klöckner

Das ist so ungewohnt differenziert, dass ich dem nur zustimmen kann. Also nicht ungewohnt von dir, sondern im breiteren Medienkontext eher ungewohnt differenziert.

01:10:32 Gavin Karlmeier

Ja, wir lassen das mal so stehen. Discord, äh, und dann sind wir auch fast am Ende. Discord entlässt 17 Prozent der Belegschaft. Wir bleiben wieder in der Welt der Layoffs und sagen, und das ist ein Argument, das haben wir ja schon öfter gehört, bei Twitch weiß, glaube ich, dasselbe, dass das Team schneller gewachsen ist als das Unternehmen. Sie werden sich von 170 Personen in verschiedenen Abteilungen trennen. Und sagen dazu, wir befinden uns übrigens nicht in einer finanziellen Notlage, das Unternehmen ist nun noch nicht profitabel.

01:11:01 Pip Klöckner

Ja, ich glaube, Discord hat zwei große Wellen des Wachstums erlebt. Das eine war die ganze Krypto-NFT-Bubble, auf die, also beziehungsweise davor ist Discord stark mit Gaming-Communities hauptsächlich gewachsen, ähm, aber eher organisch. Und dann die Crypto-NFT-Bubble hat begonnen, ihre Communities überwiegend auf Discord aufzubauen. Das hat der Plattform Viel Antrieb gegeben, sodass es auch mal ein Übernahmeangebot durch Microsoft, glaube ich, gab, was im Nachhinein wahrscheinlich sehr favorable, wie würde man es gut sagen? Also im Nachhinein sieht das wahrscheinlich so aus, dass man es heute annehmen würde, vielleicht sogar. Und dann gab es, glaube ich, nochmal so einen Push durch Midjourney, dieses Image, AI-Image-Generierungstool, was sicherlich nochmal viele neue Leute vielleicht nicht als. . Als Betreiber eines Discord-Servers, aber als Nutzer eines Discord-Servers auf die Plattform gebracht hat. Und dann diese Effekte haben sich so ein bisschen ausgependelt, glaube ich. Und jetzt ist der nächste Wachstumshorizont fehlt scheinbar einfach bei Discord und jetzt passt man die Personalbasis, glaube ich, den Wachstumserwartungen gerade an.

01:12:13 Gavin Karlmeier

Wenn du dir jetzt vorstellst, dass Microsoft Discord übernommen hätte, dann wäre es heute ein Teil von Teams. Diese Vorstellung geht mir schwindelig. Das kann ich mir, will ich mir nicht vorstellen. Wahrscheinlich wäre es nicht so gewesen. Es wäre wahrscheinlich irgendwo in der Xbox-Welt gewesen, aber Wenn ich an Teams denke, bin ich froh, dass es dazu nicht gekommen ist. Ja.

01:12:31 Pip Klöckner

Es wäre ganz schlau, das, ne? Microsoft macht es eigentlich ganz schlau, dass sie dieses junge Universum haben mit X, Box, Minecraft und dann hätte man wahrscheinlich auch Diskussion. Eher dort verortet, sodass sie sich so ein bisschen sich auf die nächste Generation vorbereitet.

01:12:45 Gavin Karlmeier

Und jetzt ist er vielleicht auch bald Activision Blizzard den größten Spielerhersteller. Wenn es da mal durchgeht, ja. Wenn es durchgeht.

01:12:54 Pip Klöckner

Funktionen und Emotionen.

01:12:59 Gavin Karlmeier

Du kennst das Spiel, glaube ich, ich muss es dir nicht erklären. Ich lese dir Funktionen vor und wenn du Gefühle hast, dann her damit. Wir fangen es mit X an. X erlaubt dir jetzt, dass du Videos, die du per DM geschickt bekommst, runterladen darfst?

01:13:15 Pip Klöckner

Wäre vor allem wichtig für Beweissicherung, nehme ich an. Also alle möglichen Scams, Beleidigungen, animierten Dickpicks und so weiter. Für Verfolgungsbehörden zu sichern ist das eine gute Serviceleistung.

01:13:29 Gavin Karlmeier

Ja, und man muss dazu sagen, X führt es trotzdem ein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das der im Grund war. Dann gibt es jetzt die Möglichkeit, wenn du per Streamlabs Das ist so, weil das ist, also ich will es nicht zu komplizieren. Es gibt OBS, das ist ein Tool, wahrscheinlich heißt es Open Broadcast Software, ich weiß nicht, wofür es steht. OBS. Damit kannst du bei Twitch streamen und kannst bei dir lokal am Rechner so verschiedene Kameras ansprechen und so. Und da gibt es einen Skin für sozusagen eine Weiterentwicklung, weil das eben Open Source ist. Das heißt Streamlabs. Und bei Streamlabs kannst du Multistreamen. Das heißt, ich kann gleichzeitig auf Twitch und auf YouTube und auf Twitter online gehen. Und auch wenn die zwei dieser drei Plattformen das in ihren AGBs erstmal verbieten, gibt es diese Möglichkeit. Und da drin gibt es einen integrierten Chat in der Software. Und dieser Chat sammelt die Chats dieser verschiedenen Dienste ein und zeigt sie dir dann als Insertierung in dem Video an. War das bisher nachvollziehbar? Ja, für mich schon. Okay, weil jetzt gibt es die Möglichkeit, dass der Chat deines Livestreams auch bei Streamlabs einläuft. Von X.

01:14:36 Pip Klöckner

Ja, also einerseits adelt damit Streamlabs natürlich X als relevante Streaming-Plattform. was so ihr Judgment ist, das muss ich nicht kommentieren. Ansonsten löst es keine größeren Emotionen bei mir aus, weil es mich nicht tangiert oder da bin ich wiederum sehr mask-esque und alle Features, die ich selber nicht nutze oder nutzen würde, lösen dann auch wenig Info.

01:15:04 Gavin Karlmeier

Wenig Emotionen aus bei mir. Interesting. Und X führt Searchfilters jetzt auch in der Mobil-App ein. Da habe ich Emotionen mitgebracht. Ich weiß nicht, ob du auch welche hast. Also du kannst jetzt sagen, zeig mir nur Tweets an dem Jahr 2019 geschrieben wurden, zum Beispiel.

01:15:23 Pip Klöckner

Ja, tatsächlich finde ich der Use Case, den ist natürlich. Früher gab, heutzutage mache ich das weniger, aber fand bei mir eher auf dem Desktop, Device oder Laptop statt. Deswegen brauche ich das Mobile viel weniger. Und mobile habe ich die Suche so ein bisschen, also ich würde mich Also, weil ich zukünftige Frustration sich nähern sehen würde, würde ich gar nicht erst anfangen, das Mobile zu probieren, ehrlich gesagt, weil ich weiß, ich will am Ende entweder mein Handy gegen die Wand schmeißen oder mir Haare rausreißen. Deswegen glaube ich, ist das überflüssig aus meiner Sicht.

01:15:55 Gavin Karlmeier

Spannend. Ja, ich denke mir, das hätte ich früher gerne gehabt, als ich Ex noch viel benutzt habe. Weil ich, also du kannst mit Suchparametern in der Suche das ja jetzt schon machen. Also du musst dann nur jetzt gerade, und das richtig, da reißt du wirklich Haare raus, wenn du nämlich zum Beispiel suchen möchtest nach Notre Dame hat gebrannt. Und du suchst dann bei Twitter nach Paris und gibst dann, willst das Datum eingeben, dann musst du FromDoppelpunkt und dann mit amerikanischer Kalenderaufschreibe-Methode. das Datum dazu schreiben. Das heißt, das ist total friemelig und nervig und ich habe mich immer gefragt, warum man das nicht einfach in diese Suche einmaut. Weil das ist ja nicht kompliziert. Das ist ja Alles ist ja dafür da, du brauchst nur noch das Interface. Naja, und das kommt halt jetzt, ich denke mir, naja, warum nicht? Dann Snap, das Unternehmen hinter Snapchat. Führt Jugendschutzmaßnahmen ein. Die meisten davon bräuchte gar nicht erklären. Also es gibt jetzt die Möglichkeit, dass Eltern die Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen ihrer Teenager verändern können, wenn sie eingetragene Eltern sind. Ähm, Eltern können nun die Möglichkeit einschränken, dass der KI-gestützte Chatbot auf Snap ihren Kindern antwortet. Und es gibt jetzt für Eltern, die Snapchat nicht ganz verstehen, ein Familienzentrum, um das alles zu erklären. Und das ist jetzt leichter zu finden.

01:17:07 Pip Klöckner

Ja, also fühlt sich für mich an, als wenn sie so ein bisschen versuchen gleichzuziehen mit Facebook, die da einen Schritt vorwärts gemacht haben. Ich glaube auch nicht ganz freiwillig. Ich glaube prinzipiell, also wenn ich Facebook gerade eine oder Meta einen Tipp geben würde, dann würde ich eigentlich ein paar Milliarden jetzt einfach mal investieren, um einfach hypercompliant zu werden in der EU. Und gleichzeitig die Regulierung einerseits zu akzeptieren oder sogar noch zu verschärfen, also ist natürlich aus Marktsicht ganz furchtbar, aber Unternehmenssicht musst du eigentlich jetzt sagen, so ein bisschen wie ein großer Schweineschlachtereibetrieb, mach das jetzt so schwer wie möglich. das zu tun, was wir wollen, schaffen möglichst hohe Anforderungen, die eigentlich nur noch wir mit unserer finanziellen Macht lösen können und darunter werden dann alle konkurrierenden Services einbrechen. Und auch für einen Snapchat wird es jetzt schon deutlich schwerer gewesen sein, das alles dahin zu stellen, was Meta jetzt schon gemacht hat.

01:18:03 Gavin Karlmeier

Das ist eine super schlaue Überlegung, weil Meta ja auch jetzt schon viele dieser Dinge, die von ihnen gefordert werden, deutlich einfacher erfüllen werden können als X beispielsweise, zum Beispiel die Content-Moderation einfach durch Marktmacht, Geld, Geschichte, Erfahrung, was auch immer.

01:18:22 Pip Klöckner

Genau. Und bei allen berechtigten Kritik an Meta, die es natürlich gibt. muss man sagen, dass sie relativ gesehen natürlich in ganz vielen Sachen immer wieder wie der Good Guy jetzt anmuten, zumindest. Natürlich steckt dahinter. Auch nur kaltes Kalkül letztlich und jetzt kein großer Sinneswandel bei Mark Zuckerberg oder den anderen Managern da. Aber das ist schon ein sehr starkes Pattern, was sie auch regelmäßig ganz gut beschreibt eigentlich.

01:18:52 Gavin Karlmeier

Dann kommen wir doch zum Meta. Ähm, Instagram notifiziert dich jetzt, wollte ich gerade sagen. Benachrichtig jetzt, wenn du FollowerInnen gewinnst, nachdem du einen Collop-Post mit jemand anderem gemacht hast und seine Follower dir dann auch folgen.

01:19:07 Pip Klöckner

Ja, meine Emotion dazu ist ein großes Karotten-Emoji. Also hier wird natürlich Kreatoren die Karotte hingehängt. Also was ich beginne. . Was measurable ist, wird manageable. Und hier werden mir natürlich Zahlen gezeigt und inwiefern ich von der Kollaboration profitiert habe, natürlich um mich zu motivieren, um das in Zukunft noch ofter zu tun. Also es ist offenbar ein Feature was Meta für sehr erfolgreich hält, um so ein bisschen auch Communities von einem Creator zum anderen wahrscheinlich rüber zu switchen und das Gesamtengagement zu verbessern. Und deswegen gibt es hier so ein Feedback bisschen von der K Karotte, damit ich das in Zukunft mehr mache. Also es gibt keinen anderen Grund, das so zu reporten aus meiner Sicht.

01:19:52 Gavin Karlmeier

Dann arbeitet Instagram an einer Möglichkeit, dass du eine Story, die du für enge Freunde gepostet hast, jetzt in eine öffentliche Story umwandeln kannst.

01:20:01 Pip Klöckner

Welchen Button muss ich dafür länger gedrückt halten? Aber ja, äh. Klingt rational, logisch für mich. Keine Emotionen, aber scheint folgerichtig.

01:20:12 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde es auch irgendwie eine gute Idee. Why not? Weil du dir nachher dann. . Andersrum wäre vielleicht noch praktischer manchmal, aber das geht, glaube ich, nicht. Länger gedrückt halten ist das Ding. Es gibt jetzt, es ist vielleicht auch jetzt erst aufgefallen, wahrscheinlich gibt es schon länger, aber. Wir wissen ja, was passiert, wenn du den Repost-Button länger gedrückt hast. . . Ich will damit gar nicht anfangen, aber wenn du das Threads-Logo auf dem Rechner länger gedrückt hältst mit deiner Maus. Dann bist du in einem Universum, in einer, ich glaube, man würde heute sagen, immersiven Nutzungserfahrung. Das ist dies 3D-Animation, die du auch immer als Warte-Countdown hattest, damals bevor Threats tatsächlich ausgerollt wurde. Die kannst du jetzt quasi aufrufen, wenn du am Rechner das Threads-Logo gedrückt hältst. Wahrscheinlich gibt es schon länger, als es jetzt ist aufgetaucht vielleicht.

01:20:57 Pip Klöckner

Ich versuche das gerade zu verifizieren und es gelingt mir nicht. Aber doch, jetzt. Oh ja. Ist das immersiv oder was? Und ich kann da drin umherschweben. Wahnsinn. Ja, ich glaube, Elon Musk muss sich zehn neue Easter Eggs ausdenken, um das zu schlagen. Ja, schlägt mich mit Schönheit. Ja, das sind die spontanen Gedanken und Emotionen dazu.

01:21:25 Gavin Karlmeier

Und dann haben wir als letzte Menge, und dann reißen hier schon wieder die Zeitleisten. Threads merkt sich jetzt bei iOS. welche Timeline du zuletzt aufhattest. Also ob du den für dich-Feed hattest oder den Following-Feed und behält es auch bei, wenn du es das nächste Mal öffnest.

01:21:45 Pip Klöckner

Erleichterung, ja. Das scheint unheimlich sinnvoll. Bisschen crazy, dass man es nicht von Anfang an so gemacht hat. Das war für mich. Erleichterung.

01:21:54 Gavin Karlmeier

Also ich glaube, das hat man sehr bewusst nicht so gemacht. Weil es, da sind wir wieder im Nudging, natürlich dazu führt, dass du das Gefühl hast, das Netzwerk ist viel größer, als es vielleicht ist.

01:22:05 Pip Klöckner

Ah ja, das verstehe ich. Man könnte auch ja randomisiert immer was anderes zeigen, um die Präsentation, um die verschiedenen Features zu präsentieren. Das wäre so ein X-Approach, glaube ich. Aber. Ja, nee, finde ich gut, die Zwohnutzer das einigermaßen verstanden haben, ist das, glaube ich, die bequemere Einstellung.

01:22:25 Gavin Karlmeier

Ja, ich glaube auch. Finally. Und damit sind wir am Ende. Das war, mehr habe ich nicht. Hast du noch was auf dem Herzen?

01:22:31 Pip Klöckner

Es war mir ein Fest. Ich glaube, wir haben die Zeit schon ausreichend überstrapaziert. Vielen Dank für die Einladung. Wir werden deine Arbeit oder eure Arbeit weiter. Empfehlen, natürlich, wann Messie anbietet.

01:22:43 Gavin Karlmeier

Vielen Dank. Ich mache das genauso. Ich habe noch eine kleine Empfehlung, hört alle den Doppelgänger-Tech-Podcast. Pip, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und ich hoffe, du kommst nochmal wieder.

01:22:52 Pip Klöckner

Sehr gern, das wäre mein Fest. Vielen, vielen Dank.

01:22:54 Gavin Karlmeier

Vielen Dank.

01:22:55 Pip Klöckner

Bis bald.

01:22:55 Gavin Karlmeier

Bis bald und vielen Dank allen, die bis hierhin zugehört haben. Ihr könnt Hakenland unterstützen, entweder mit eurem Gehirn. Indem ihr in den Discord-Chat kommt und euch mit der Community austauscht oder mit eurem Geld, das könnt ihr tun, auf hakenbrand. org. Da findet ihr alle Informationen dazu. Vielen Dank fürs Zuhören und habt eine schöne Woche. Tschüss. Ciao, ciao.