„Sozial“ ist das neue „politisch“, zumindest bei Meta. Das NetzDG ist tot, der DSA lebt. Und was bleibt? Eine Regulierungslücke. Was das bedeutet – das weiß kaum jemand besser als Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl.
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Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Markus. Hallo Gavin. Es ist so schön, dass du heute hier bist, weil wir so kleine Anekdotchen mit dir. Ich stell dich aber vorher einmal vor. Du bist Markus Beckedahl, du bist Gründer von, ein Mitgründer oder Gründer, ich weiß nicht, wie es korrekt ist, von Netzpolitik. Du bist Aktivist, Journalist, spannend. In jeder Hinsicht. Und du bist der Chef des Programmteams der Republika. Das heißt, du bist eigentlich, wenn man sich in den letzten 20 Jahren in Deutschland ein bisschen mehr mit dem Internet beschäftigt hat, als irgendwas zu googeln, ist man an dir eigentlich nicht vorbeigekommen.
00:43 Markus Beckedahl
Ja, möglicherweise schon. Es gibt ja ja viele Parallelexisten unter Welten, aber ja. Das ist gut zusammengefasst, was ich so ein bisschen gemacht habe.
00:54 Gavin Karlmeier
Okay. Und du bist vor allem auch, wir beide uns verbindet viel, zum Beispiel die Tatsache, dass wir beide in den letzten Tagen extrem viel darüber gesprochen haben. wie eigentlich das die Entpolitisierung von Instagram und Threads aussehen wird. Ich habe das für den WDR gemacht und für den Deutschlandfunk, du hast bis bei Instagram, wurdest du mir angezeigt bei ZDF heute. Mit deinem Gesicht. Und wir beide haben da, glaube ich, eine ähnlich eine ähnlich gerümpfte Nase auf das Thema.
01:25 Markus Beckedahl
Ja, vor allen Dingen, also ich war ja ganz froh, dass ZTF heute ein zehn Jahre altes Foto von mir verwendet hat. Habe ich mich gleich wieder jung gefühlt.
01:36 Gavin Karlmeier
Aber das Thema ist, also ich habe das Gefühl, das umtreibt gerade alle viel. Das liegt natürlich auch, ich weiß nicht, mit wem du so viel in deinem Beruf telefonierst, aber ich telefoniere mit sehr vielen Leuten, die. im Internet Dinge über Politik veröffentlichen und dementsprechend auch starke Emotionen zu diesen Ankündigungen haben. Und die stärkste oder die häufigste Frage, und das wird dir auch so gehen, bei dem Thema ist eigentlich immer, ja, aber was ist denn jetzt eigentlich politisch bei Meta? Und da würde ich gerne direkt einsteigen mit ins Housekeeping. weil es dazu jetzt eine neue Auskunft gibt. Und zwar von Claire Lerner. Sie ist Sprecherin von Meta und die wurde von der Washington Post interviewt. Und die hat das mal so ein bisschen, naja, erklärt, ist ein Euphemismus, muss man sagen. Also die wurde nämlich gefragt, was sind denn jetzt eigentlich politische Themen? Und sie hat gesagt, soziale Themen sagt sie, soziale Themen, möchte ich nochmal unterschleichen, können Inhalte umfassen, die ein Problem aufzeigen, das Menschen betrifft und durch das Handeln oder Nicht-Handeln anderer verursacht wird. was Themen wie internationale Beziehungen oder Kriminalität einschließen kann, sagte sie.
02:42 Markus Beckedahl
Ja, ist eigentlich alles, was so auf Instagram
02:45 Gavin Karlmeier
Irgendwie gepustet. Ja, also ehrlicherweise ist das alles, alles. Die alte Formulierung, die es gab, war ja auch, jeder Inhalt, der Menschen einer größeren Gruppe oder die gesamte Gesellschaft betrifft. Was auch jedes Fußballspiel beinhalten kann. Eine ganz selts, finde ich, eine ganz seltsame Aussage, vor allem, dass ich hier auch selber nicht mehr von politischen Inhalten, sondern von sozialen Themen trifft. spricht, macht das Ganze noch kryptischer, ehrlicherweise.
03:13 Markus Beckedahl
Ja, wahrscheinlich haben sie festgestellt, dass die Definition, was politisch ist, schon Politikum darstellt und dachten, über soziale Themen kann man besser diskutieren.
03:23 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich ist es so. Aber am Ende wird niemand daraus schlau und ehrlicherweise glaube ich, dass das auch so ein bisschen die Kommunikationsstrategie gerade von Meta ist, dass man da nicht mehr so richtig schlau raus wird.
03:35 Markus Beckedahl
Im Endeffekt ist es halt eine Bankrotterklärung, das Unternehmen, was quasi zwei oder sagen wir mal eine bedeutende Öffentlichkeit kontrolliert mit Instagram. und mit Threads eine weitere neue Öffentlichkeit groß machen möchte, hier aufgibt und sagt, naja, wir wollen jetzt eigentlich gar nicht genug in Contentmoderation investieren, wie man es müsste. Wenn Menschen über soziale Themen oder politische Themen auf unseren Plattformen diskutieren, beziehungsweise ihre Anliegen weiterhin über diese Plattformen kommunizieren. Und das Absurde an dieser Sache ist ja, dass eigentlich Facebook groß geworden ist mit durch die Erzählung des arabischen Frühlings. Und man könnte auch sagen, naja, dieser arabische Frühling wird dank Meta dann zukünftig leider nicht mehr stattfinden können.
04:29 Gavin Karlmeier
Das ist so. Also wir werden ehrlicherweise in den nächsten Wochen und Monaten ganz viele solcher Geschichten und Beispiele erleben. Wir haben in der Folge, habe ich mit Nora Hespers vor, glaube ich anderthalb Wochen oder zwei Wochen das Ganze mal sehr detailliert dargelegt, aber Was ja am Ende jetzt so übrig bleibt, ist eben die Sorge, dass all die, die jetzt gerade Inhalte veröffentlichen, die nur auf den zweiten oder dritten Blick eben politisch sind. dass die eben weiterhin bestehen werden, während all die, die darüber aufklären, dass dessen Inhalte politisch sind, als politisch erkannt und deswegen algorithmisch nicht mehr verstärkt werden. Und das Macht mich, macht mich rammdösig im Kopf, wie man bei uns sagt.
05:08 Markus Beckedahl
Ja, also es gibt natürlich noch ein paar andere Ebenen, die man mit berücksichtigen müsste. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass vor allen Dingen Rechtsaußenakteure gekonnt diese algorithmischen Entscheidungssysteme bespielen können. Und das zeigt ja einerseits, dass die Unternehmen überhaupt nicht in der Lage sind, dagegen vorzugehen, weil natürlich auch das effektivste Mittel dafür wäre eine Abänderung ihres Geschäftsmodells. Deswegen plädiere ich auch immer wieder dafür, dass man halt personalisierte Werbesysteme auch klar verbieten könnte, weil das wäre das Effektivste. Mittel, um gegen viel von diesem Hass, Hetze und Populismus vorgehen zu können, von denen vor allen Dingen diese Unternehmen dann monetär profitieren. Und Wenn die Unternehmen jetzt sozusagen sagen, naja, wir ziehen uns hier erstmal insofern zurück, als ob es eine, als dass es eine Opt-in-Lösung gibt, Dann ist es ja auch so, naja, kann man sich ja auch mal selbst aussuchen, ob man jetzt weiterhin die ganze Zeit AfD-Content sehen möchte, der einen reingespielt wird, weil die das System bespielt. Also die Ebene muss man ja auch nochmal mit berücksichtigen. Und eigentlich ist es noch ein anderes. Kernproblem da, aber vielleicht bin ich da auch eher so ein Nostalgiker. Ich habe immer schon diese algorithmischen Timelines gehasst. Also ich komme noch aus der RSS-Zeit, ich muss mir das hier noch erklären. Also ich sag mal. Also, ich habe gerne chronologische
06:47 Gavin Karlmeier
Ich finde das super spannend, weil ich habe da mit Dennis seinerzeit super viel, weil wir da sehr unterschiedliche in unterschiedlichen Lagern waren, weil Dennis ist so ein bisschen da wie du, der Markt ist chronologisch. Und auch mit verschiedenen Gästen hier unterschiedlich darauf geschaut, die ganz verschiedene Meinungen haben, aber es kristallisiert sich raus, dass das so die, die, äh, die beiden Lager sind der alten Schule, wir sind, ich bin trotzdem, glaube ich, die alte Schule von Social Media, so, weil die Überalgorithmisierung wie Twitter und TikTok das jetzt tun, also dass alles aus einem Pool ausgewählt wird von allem, was mir angezeigt werden kann. Will ich auch nicht. Ich möchte, äh, ich profitiere aber stark davon, dass Algorithmen mir die Inhalte aussortieren aus dem Pool derer, die ich mir ausgesucht habe, dass ich sie sehe. Also der Menschen, denen ich folge. Und das hilft mir total dabei, weniger Zeit in Social Media zu verbringen, absurderweise, weil ich weiß, ich verpasse nicht so viel, wie ich bei einer chronologischen Timeline verpassen würde. Wenn ich bei Twitter an einem halben Abend mal nicht da war und ich habe es chronologisch genutzt, Dann komme ich vielleicht auch in Dinge nicht mehr rein und weiß nicht mehr, warum jemand wer es noch wach schreibt. Naja, du hättest ja auch zurück scrollen können. Das habe ich dann ja auch gemacht und deswegen habe ich damit mehr Zeit verbracht.
07:59 Markus Beckedahl
Ja, aber nehmen wir das Gegenbeispiel Threads auf dem Handy. Es wird jedes Mal muss ich, wenn ich die App öffne, erstmal von der algorithmischen Timeline auf die chronologische rumswitchen. Da muss ich immer nach oben gehen, nochmal irgendwo hinklicken, dann irgendwie nach rechts klicken. Der merkt sich einfach nicht, diese Voreinstellung. Aber die algorithmische Timeline ist totaler Unsinn. Also deswegen verbringe ich auch nicht so viel Zeit bei Threads, weil ich der gucke. Guckt da jedes Mal rein und denkt mir so, boah, was ist denn das alles? Das interessiert mich alles gar nicht. Das sind auch irgendwelche Leute, die mir da reingewürfelt werden, weil der Algorithmus denkt, hey Markus, deine Aufmerksamkeit könnte diese. Beiträge gebrauchen und ich decke mir nur die ganze Zeit, äh nee, kann ich auch Fernsehen gucken. .
08:41 Gavin Karlmeier
Und das ist aber tatsächlich bei mir als Inhaltsschaffender ein anderes Problem. Weil ich durch diese Wahrnehmung, und dazu haben wir nämlich genau diese TikTokisierung, Inhalte, die ja von allen kommen könnten, theoretisch bei Threads, dass ich das Gefühl habe, ich komme mit meinen Inhalten sowieso nicht mehr durch, also lasse ich das bleiben. Ich glaube. Ich will mich jetzt nicht vertun, aber ich glaube, Michael Seemann hat da einen relativ klugen Gedanken letztens aufgeschrieben, den ich jetzt auch nicht rekonstruieren kann. Ihr findet es wahrscheinlich auf seinem Threats-Account. Dass das nämlich genau am Ende das Problem ist, das dazu führt, dass Leute weniger Inhalte veröffentlichen. weil sie das Gefühl haben, durch die Algorithmen nicht mehr durchzukommen. Und das, finde ich, ist ein Problem, wenn du mal diese beiden Punkte zusammennimmst. A, die Leute veröffentlichen weniger, weil sie das Gefühl haben, es wird nicht mehr gesehen. Und B, die Leute verbringen dort weniger Zeit, weil der Algorithmus ihnen das schon zusammenstellt, was sie da gucken sollen. Warum gibt es dann nicht überall viel mehr chronologische Timelines? Weil nach der Schlussfolgerung würden chronologische Timelines ja die Unternehmensziele der sozialen Medien ja eigentlich viel stärker erreichen.
09:41 Markus Beckedahl
Ja, also es gab da mal, ich weiß gar nicht von wem, von irgendeinem ehemaligen Twitter-Engenieur, der damals berichtete, ich habe nur die Zahl im Kopf behalten. Er meinte so, ja, es gibt halt das Team chronologische Timeline. Aber das sind auch nur wenige Prozent und sie hätten halt herausgefunden, dass der Großteil der Nutzerinnen, die halt dann nicht die Heavy-Nutzerinnen wie. . Ich, also nicht wie du darstellt, abbilden, dass die halt tatsächlich mit diesen algorithmischen Entscheidungssystemen viel, viel besser klarkommen würden und dass deswegen die überall default wäre. Aber ich hätte ganz klar. Gern die Einstellungsmöglichkeit, dass ich die einfach ausstellen kann.
10:18 Gavin Karlmeier
Aber das ist ja nochmal ein anderes, also ich glaube, es gibt eigentlich drei Arten von Timelines. Es gibt nicht nur die chronologische und die algorithmische, sondern ich würde diese neuartige Version, so diese For You-Timeline, würde ich sie mal nennen. Die ja eben, also der Instagram-Algorithmus zum Beispiel ist für mich ganz klar. Da werden mir die im Feed die Inhalte angezeigt, die die Leute posten, denen ich folge, plus Reels von allen. So ist meine Instagram-Timeline Experience. Und die ist für mich top, weil ich habe mir ausgesucht, wem ich folge. Bei Twitter war das ja seinerzeit genauso. Das wurde ja erst durch Elon Musk sozusagen über Bord geworfen, dass da jetzt auch diese. For You-Timeline sozusagen etabliert ist. . . Und mit der kommt man, glaube ich, nicht klar. Das heißt, eigentlich wollen die Netzwerke zu viel mit dieser For You-Timeline-Geschichte. So, okay, fassen wir zusammen und schaffen wir ab. Ansonsten reden gerade alle über Adrian Dittmann, Adrian Dittmann. Unklar, wie er tatsächlich heißt. Du hast die Geschichte bestimmt mitbekommen. Elon Musk soll einen alter Ego haben, einen zweiten Account, mit dem er sich im Netz sozusagen Ehrlicherweise selber lobt. Und es gibt inzwischen immer mehr also alle stürzen sich gerade so ein bisschen auf die Geschichte und Beobachten das und finden immer mehr Beispiele. Es gab mal einen Twitter-Space im Juli letzten Jahres, über den haben wir hier letztens auch schon mal gesprochen, bei dem Elon Musk und Adrian Didman gemeinsam waren, in dem Adrian Didman sogar drei Sätze Deutsch gesprochen hat. Im hakenden Discord haben die Leute aber herausgefunden, dass das über die Deutschkenntnisse von Elon Musk jetzt auch nicht zwangsläufig hinausreicht. Also, eigentlich keine Zweifel ausgeräumt oder wie man sagen würde damit. Und jetzt ist es so, dass all Adrian Didman und Elon Musk halt immer mehr miteinander auch interagieren. Augenscheinlich um damit zu beweisen, dass sie zwei unterschiedliche Personen sind. Und es gab auch einen gemeinsamen Twitter-Space und so von den beiden. Und was aber passiert ist, dass ein Twitter-Account, Ex-Account namens Liam Neeson, N-I-SS-A, also Liam Nissan, wie das Auto, dass der wohl einer der ersten war, die diesen Claim groß gemacht haben, diese These. Dass Elon Musk und Adrian Dittmann oder Adrian Dittman eine Person sein könnten und dessen Account wurde jetzt gesperrt von X.
12:32 Markus Beckedahl
Ja, also wenn er regelmäßig Accounts von allen möglichen Gesperrten haben. Ja, ich hab da auch nur. Ich habe da auch nur in deinem Podcast von gehört. Ja, also ich traue es ihm zu, aber ja, ich frage mich, warum da nicht schon längst irgendwie verschiedenste Entitäten, irgendwelche Tools haben drüber laufen, lassen um eine Stimmanalyse irgendwie mal. Konkret zu machen. Also es klangen die Beispiele, die du ja gebracht hast im Podcast mit Nils, klangen ja danach, dass er es sein könnte, aber in heutigen Zeiten müssen wir halt auch damit rechnen, dass jemand irgendwie eine generative KI mit seinen ganzen Sprachdaten irgendwie trainiert hat und sich als ihn darstellt und keine Ahnung. Aber eigentlich ist es auch Gossip.
13:16 Gavin Karlmeier
Okay, finde ich gut. Oh, hast du das auch gehört? Ich weiß nicht, warum es das getan hat. Das hatten wir noch nie. Für die, die es nicht gehört haben, hier war gerade ein lautes Plink zu hören. Ne, das habe ich nicht gehört. Das ist auf der einen Seite. Aber ich habe es vielleicht mit aufgenommen. Dann eine Kleinigkeit, die ich noch rauskippen möchte. Und dann können wir auch in die Jetzt-Zeit springen. Und zwar hat mir Schimpfi bei Bluesky geschrieben, weil ich über die App Jo gesprochen habe. Hast du die seinerzeit mitbekommen? Yo? Das war eine App, mit der man sich gegenseitig einen Jo schicken konnte. Und ich habe darüber so ein bisschen rumgespöttet, weil ich gesagt habe: naja, am Ende war das ein Witz, man kann jemandem Jo schicken und das war's. Aber es gab wohl offenbar tatsächlich ein Problem für Sicherheitsbehörden, denn es gab durchaus Parteien, die sich über im Zweifel auch kriminelle Inhalte zuvor verständigt haben und dann gesagt haben, sobald du das Jo schickst, legen wir los. Und das finde ich tatsächlich einen ganz spannenden Aspekt, den ich so gar nicht gesehen habe. Ich glaube, ich bin manchmal einfach ein bisschen zu gut,gläubig, was solche Apps angeht, weil ich auf solche Verwendungszwecke einfach nie gekommen wäre.
14:28 Markus Beckedahl
Ja, solltest du meines Drogen besonders einsteigen.
14:31 Gavin Karlmeier
Meinst du, Kruxtaxi Karlmeyer wäre eine zweite Karriere für mich?
14:35 Markus Beckedahl
Ja, also auf jeden Fall, dann hast du so Anwendungs Beispiele oder kannst du schickt mir ein Jo.
14:42 Gavin Karlmeier
Aber also dafür müsste man ja nach, also ich müsste dafür, glaube ich, nach Berlin fahren fürs Koksax. Ich glaube, das hat es noch nicht ins Ruhrgebiet geschafft, das Prinzip. Oder auch dafür nicht so gut, glaubig. Vielleicht stimmt das auch nicht. Ein Blick nach Telekam kann da Augen öffnen. Das finde ich aber, das muss ich mal ganz kurz erzählen. Sorry, aber. Mir werden ständig bei Instagram-Werbungen für Telegram-Kanäle angezeigt und diese Telegram-Kanäle wiederum bieten dann so Falschgeld beispielsweise an. Und da frage ich mich, wie diese Verkettung passieren kann. Also ich melde das dann natürlich immer brav, aber der Weg ist ja, dass jemand einen Telegram-Kanal macht, eine Instagram-Werbung schaltet, die dann darauf hinweist, dass. diesen Telegram-Kanal mit dem Link und in diesem Telegram-Kanal posten wir dann die Bilder von Falschgeld oder von Drogen oder sowas. . Und müsste nicht irgendjemand diesen Link einmal überprüft haben, bevor diese Werbung tatsächlich online geht? Nee, da ist ein großes Problem.
15:35 Markus Beckedahl
Lustigerweise hat da gerade der YouTube-Kanal Simplicissimus einen Beitrag drüber gemacht. Dass Instagram es nicht unter Kontrolle hat, welche Werbung dort geschaltet wird und dass sehr häufig Drogenhändler, Waffenhändler und sonstige Betrüger die Werbeplattform nutzen, um da ihre Telegram-Kanäle sozusagen zu bewerben. Und ja. Das ist halt Fehler bei Instagram, beziehungsweise nicht Fehler, das ist halt ja jetzt the Feature. Spart man halt Geld besser für Information.
16:15 Gavin Karlmeier
Gleichzeitig. Ich finde das total verrückt. Wie kann das möglich sein? Aber, na, guck, ich meine, das kennen wir doch auch von Twitter, ne?
16:23 Markus Beckedahl
Ich meine, jeder dritte Tweet ist da mittlerweile auch irgendwie ein Betrüger, der für seine Bitcoin-Dienst
16:30 Gavin Karlmeier
Also es ist wirklich wild. Also wir haben in unserem Haken da ein Discord. Ihr könnt alle hinkommen, Discord-Channel kostet nichts, ist aber spaßig, macht Witz, Spaß, wir sind glaube ich jetzt knapp 700 Leute, die sich da sehr, sehr viel austauschen über alle möglichen Informationen und Themen, über die wir sprechen. Und da haben wir einen eigenen Channel, der heißt nur Werbung aus der Hölle. Und da werden von den Leuten aus der Community alle möglichen seltsamen Werbungen bei X einfach nur gescreenshottet. Und du Du glaubst nicht, was da geworben wird. Also ich sehe auch viel von so Crypto-Bros-Werbung, aber Produkte, die es einfach augenscheinlich nicht geben kann, weil sie irgendwie so KI-generierte Bilder sind. irgendwelche sehr komischen Verwendungszwecke, sehr komische Körpertherapien und so. Also ich why? Das kostet ja trotzdem Geld. Nicht so viel, muss man dazu sagen, aber es kostet Geld.
17:24 Markus Beckedahl
Ja, aber scheint sich zu rentieren. Ja, das weiß ich nicht. Dann würde man es nicht machen. Ja, ich meine, keiner macht ein Betrügergeschäft, wenn man damit nicht Geld verdienen kann.
17:33 Gavin Karlmeier
Ja, da haben wir wieder die Gutgläubigkeit. Ich verstehe auch nicht, warum dieses Hallo Mama, ich habe eine neue Handynummer. Scam-Business überhaupt funktioniert. Aber wahrscheinlich, weil es halt einfach funktioniert.
17:42 Markus Beckedahl
Ja, bei mir funktioniert das nicht, weil er immer kommt, so melde ich über WhatsApp und alle Verwandten wissen, ich habe keine WhatsApp.
17:51 Gavin Karlmeier
Der ist als seltsamer Account Doge-Designer, der so sehr nah an Linda Green und Elon Musk dran ist, der hat nämlich jetzt auch so eine, passend zum Thema. So eine Grafik gepostet, und Grafik ist falsch schon Tscherpick, bei dem er den Tausender Kontaktpreis, für die, die es nicht kennen, das ist der Preis, in dem die Werbung angegeben wird. Also wie viel muss ich zahlen, damit meine Werbung tausend Leute erreicht, unter den verschiedenen Plattformen angezeigt wird und dann sagt er ex outperformt alle anderen Plattformen mit dem besten Tausender Kontaktpreis und dem besten Wert, den man für das Geld bekommt und sagt Facebook im Durchschnitt 7 Dollar neun Dollar, Instagram 7,91 Dollar, YouTube 9,68 Dollar. Und X eben 6,46 Dollar pro 1000 Impression. Und klar, erklärt auf der einen Seite das, warum diese komische Werbung da angezeigt wird, wenn man den niedrigsten durchschnittlichen TKP hat. Aber auf der anderen Seite zeigt das ja auch wirklich, wie, also der Wert richtet sich ja auch danach, was die Leute zahlen. Das heißt, eigentlich ist es nichts, über das man sich hier freuen sollte, oder?
18:57 Markus Beckedahl
Nö. Na, ich meine, je niedriger die Kosten sind, umso mehr noch mehr Müll. wird da in die Werbung reingepackt.
19:08 Gavin Karlmeier
Ja, und dass die Leute, also die Werbekunden weg sind, seitdem Elon Musk ihnen gesagt hat, dass sie sich doch bitte frei übersetzt zum Teufel scheren sollen. Dann bekämpft X mit, denn es gibt jetzt für potenzielle Werbekunden, also mögliche Unternehmen, die kriegen jetzt eine E-Mail von X Und in dieser Mail steht, Hallo, wir bei X versuchen ständig Wege zu finden, um unseren Kunden besser zu dienen. Während sich diese Plattform hier weiterentwickelt und während unser Team wächst. Sind wir hier, um sicherzustellen, dass dein Unternehmen das meiste aus seinen Investments bei X herausholen kann? . Blablabla. Deswegen möchten wir dich zu einem. Live-Gespräch mit einem Werbeexperten bei X einladen. Das ist ein großer Button, Book a Meeting. Und also dieses, wir laden jetzt unsere potenziellen Werbekunden persönlich ein, um irgendwie nochmal da ein bisschen Traktion auf diese Thematik zu bringen, finde ich doch extrem bemerkenswert.
20:04 Markus Beckedahl
Ja, das wäre doch mal eine gute Podcast-Idee für dich, so da einfach mal live anzurufen, dir das alles erklären lassen. Das ist ja brillant. So, als Live-Action-Rollenspiel.
20:14 Gavin Karlmeier
Ja, das ist toll. Ja, das mache ich. Kann ich dich als meinen, äh, als meinen, äh, wie sagt man, Kommunikationsberater buchen? Ja, ja. Das kriegst du so. Habe ich mir aufgeschrieben, das mache ich. Gucken wir mal. Ich kann die halt. Naja, Datenschutz klären wir dann. Ich bin wie ein Silicon Valley Unternehmen. Datenschutz klären wir dann. Eine Sache, die ist, glaube ich, so ziemlich genau dein Thema, vielleicht auch nicht, die wir aber der Vollständigkeit halber hier nennen sollen. Das NetzDG wird abgelöst vom DSA. Und zwar am vergangenen 17. Februar. Das war jetzt am Anfang dieser Woche. Und damit gibt es jetzt ein europäisches Recht sozusagen, das die Social Media Plattform regulieren soll und damit das deutsche Recht ablöst, so ist zumindest die Formulierung, die HateAid hier gewählt hat. Und sie schreiben aber gleichzeitig in ihrem Text, diese Veränderung kommt vor allem Social Media-Nutzenden in Mitgliedstaaten zugute, in denen zuvor keine Regulierung existierte. Für Nutzen aus Deutschland bringt das neue Gesetz auch Verschlechterung mit sich. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Gesetzes fordert HateAid jetzt die Aufsichtsbehörden auf, die Einhaltung der neuen Regeln durch die Social Media Plattformen konsequent durchzusetzen. Das ist kein guter Start für den DSA in Deutschland, denn es kommt gleich zu Beginn zu erheblichen Verzögerungen in der Umsetzung. Das liegt vor allem daran, dass die deutsche Aufsichtsbehörde, die Bundesnetzagentur, nicht rechtzeitig offiziell benannt wurde und so ihre Arbeit nicht pünktlich aufnen kann. Die Benennung wird voraussichtlich erst nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens Anfang Mai geschehen. Was ist denn das für ein Versagen?
21:47 Markus Beckedahl
Also, ja, willkommen in der Ampel. Ja, das ist mal wieder so ein schönes Beispiel insgesamt dafür, wie Deutschland funktioniert. Also jedes Land, jedes europäische Mitgliedsland soll halt so eine Aufsichtsbehörde für den DSA bestimmen. Und Sagen wir mal, in einer idealen Welt hätte man wahrscheinlich eher eine neue Regulierungsbehörde spezialisiert auf dieses Thema geschaffen. Eine digitale Agentur ist also einer der Begriffe für diese Idee, die auch weitere Themen wie KI-Regulierung federführend machen könnte. Allerdings Sind wir in Deutschland, es gibt ja einen Haufen bestehender Behörden, die auch alle immer daran arbeiten, dass sie weiterbestehen können und sich immer neu aufbauen. Aufgaben suchen. Und davon gibt es auch nicht wenige. Und wir haben natürlich ein föderales System, wo dann wiederum viele verschiedene Akteure irgendwie mitbestimmen wollen. Und es gab lange ein Hauen und Stechen, welche Art von Regulierung Behördensystem es dort gibt. Teilweise waren da so bis zu zehn verschiedene Behörden irgendwie alle im Gespräch. die zusammen so Arbeitskreise bilden wollten. Und jedes Mal, wenn es darum geht, so, wir gründen jetzt mal einen Arbeitskreis, dann weiß man sofort so, ja, Google und Facebook, da gehen klar in diese Korten diverse, darauf nicht unbedingt spezialisierte Behörden sich untereinander vernetzen, um gegen diese großen Unternehmen oder kleinen Unternehmen vorzugehen. Nun kann man halt sagen, okay, die Europäische Union geht mit der Kommission gegen Big Tech sozusagen vor und in Deutschland geht es dann eher darum, Koordinator zu sein, beziehungsweise gegen all die 5500 anderen Plattformen in Deutschland vorzugehen, die jetzt nicht von der EU-Kommission bearbeitet werden. Aber das führt alles dazu, dass Deutschland sehr lange darum gerungen hat. Wird das jetzt die Bundesnetzagentur? Weil was Neues wollen wir jetzt nicht machen. Bundesnetzagentur ist aber nicht so unabhängig, wie sie eigentlich sein sollte. Wie schafft man da irgendeine Regelung? Man hat dann einen Weg gefunden, sozusagen, dass, ich glaube, die Abteilung ist ein bisschen unabhängiger als die ganze. Bundesnetzagentur, ran ging es darum, irgendwie, dass die Landesmedien.
24:14 Gavin Karlmeier
Die Abteilung ist unabhängig, klingt so, als gäbe es so die interne Regelung, aber ihr dürft nicht zusammen Mittag machen, okay?
24:19 Markus Beckedahl
Ja, ja, ja. Aber dann wollten da die Landesmedienanstalten irgendwie bei Jugendschutzfragen mitreden, die halt irgendwie durch den Föderalismus dafür zuständig sind, dann irgendwie. Der Bundesdatenschutzbeauftragte wollte auch noch bei bestimmten Sachen mitreden und jetzt gibt es, sagen wir mal, einen kleineren Arbeitskreis an. Und an Behörden, die gemeinsam mit dem Hauptkoordinator dafür zuständig sind und das Gesetz wiederum, weil die Ampel sich lange nicht einigen konnte. Wie bei allen Gesetzen, hat man es nicht geschafft, rechtzeitig zum jetzigen Start da zu sein. Und das bedeutet, zwischen jetzt wo der DSA in Kraft getreten ist und das NetzDG dadurch abgelöst wurde und Ende Mai, wo dann wahrscheinlich Weil vielleicht passend zur Republika, dass das deutsche Umsetzungsgesetz mal beschlossen wird, gibt es jetzt gerade in Deutschland nicht so wirklich etwas. Ja, was das Ganze regelt. Also man hat hier quasi eine Regelungslücke. Also ist es gerade wahrscheinlich bezahlt. Naja, sagen wir mal, das hier wird es ein bisschen komplizierter. Das NetzDG hat ja eigentlich auch nur Plattformen über zwei Millionen Nutzerinnen in Deutschland angesprochen, sozusagen, aber auch wiederum nicht alle, das LinkedIn-Problem und so weiter. Und der DSA ist ja weitergehend. Aber auf EU-Ebene geht jetzt erstmal die Kommission vor. Die muss jetzt nicht unbedingt auf Deutschland warten, aber Deutschland kann jetzt auch noch eigentlich offiziell niemanden dahin schicken, um sich mit anderen zu koordinieren. Weil man muss ja erstmal warten, bis man offiziell per Gesetz dazu bestimmt wird. Und das ist einfach viel Zeit verschwendet worden. Und jetzt im parlamentarischen Alltag, vorgestern fand im Bundestag beispielsweise eine Anhörung dazu statt, im Digitalausschuss. Geht es halt darum, wie Wird konkret diese Arbeit dieses DSA-Koordinators in Deutschland geregelt? Gibt es dort, da soll es einen Beirat geben, da sollen auch zivilgesellschaftliche Stimmen dazukommen, aber da geht es auch darum. Ja, hat der Beirat überhaupt mehr zu sagen? Oder ist das nur so ein Falgenblatt-Gremium? Wie transparent arbeitet der? Wie Läuft generell diese Aufsichtsarbeit ab. Das ist alles noch in der Verhandlung. Da gibt es halt mehr Ideen als Parteien, die darüber bestimmen.
26:50 Gavin Karlmeier
Das klingt doch alles hervorragend. Vor allem schreibt HateAid auch noch weiter. Darüber hinaus wird der Umgang mit illegalen Inhalten auf den Plattformen in vielen Fällen weiterhin abhängig von den einzelnen Mitgliedern. Mitgliedstaaten sein, da der DSA keine einheitliche Definition liefert, welche Inhalte als illegal zu werten sind. Ja, also
27:10 Markus Beckedahl
Da gab es in Deutschland im NetzDG klar geregelt, irgendwie, weiß ich nicht, 17 oder 21 Straftatbestände.
27:18 Gavin Karlmeier
Die kannte man auch, wenn man Inhalte gemeldet hat, dann konnte man die auswählen.
27:22 Markus Beckedahl
Ja, aber erst wenn du das kompliziert rausgefunden hast, wo du halt nicht nach den Community-Regeln irgendwas meldest, sondern nach den NetzDG-Regeln. Also Facebook hat da sehr gut immer so Dark Patterns eingebaut, dass du gar nicht erst NetzDG gemeldet hast, sondern dass ja dann alles Arbeit und so weiter und Protokollierung, Transparenz bedeutet, sondern dass erstmal alles so nach Community-Regeln gemeldet wurde. Aber Auf EU-Ebene, also dass es keine einheitliche Definition gibt, das wird noch für einige Probleme sorgen, weil Es gibt einfach in den unterschiedlichen Mitgliedstaaten auch unterschiedliche Regelungen. Also am bekanntesten ist da sicherlich die Holocaust-Leugnung, die nicht in allen europäischen Staaten als so wichtig angesehen wird wie in Deutschland aufgrund unserer Geschichte. während wiederum in unter einem Orban-Regime in Ungarn. Sicherlich die Frage, wie freizügig dürfen LGBTQ-AktivistInnen dort kommunizieren. möglicherweise bestimmte Straftatbestände eher betreffen könnte als bei uns, wo man sich ja irgendwie sofort vor Gericht dagegen wehren könnte.
28:29 Gavin Karlmeier
Es ja, das Dilemma bleibt ja mit den kulturellen Unterschieden. Also das, die du jetzt genannt hast sind, sicherlich Härtefälle, aber auch die Community-Guidelines, die ja ganz, ganz lange die einzige Grundlage überhaupt waren, um irgendwie Inhalte aus dem Netz rauszukriegen. zumindest bei Facebook, unterlagen ja auch immer diesem Missverständnis, dass die Freedom of Speech das gleiche ist wie eine Meinungsfreiheit in Deutschland, was nicht der Fall ist.
28:53 Markus Beckedahl
Ja Ja, das Problem haben ja immer noch sehr viele Menschen, die irgendwie, sagen wir mal, im Namen der Meinungsfreiheit gegen die Meinungsfreiheit von anderen vorgehen, weil sie halt denken, sie dürften halt alles machen, weil in Amerika darf man ja alles machen.
29:06 Gavin Karlmeier
The land of the free. Wir bleiben mal ganz kurz bei Meta, denn das Meta Oversight Board, über das wir schon super viel gesprochen haben, das ist eine. . ein unabhängiges Gremium, das Meta eingezogen hat, an die man sich wenden kann, wenn man das Gefühl hat, dass Entscheidungen, die das Unternehmen getroffen hat, so nicht ganz ganz richtig waren, die aber auch von sich aus proaktiv Entscheidungen treffen dürfen, auch Unternehmensentscheidungen rückgängig machen dürfen und auch ermahnen dürfen. Also so, das ist so ein bisschen der
29:38 Markus Beckedahl
Ja, also Sie dürfen eine Unternehmensentscheidung, glaube ich, nicht rückgängig machen. Sie dürfen irgendwie vorschlagen, dass sie rückgängig genug werden. Aber das ist ja gekehrt. Ich glaube, das ist ja erklärt das Problem.
29:47 Gavin Karlmeier
Ah, da bin ich mir jetzt unsicher, ob das nicht doch so ist, dass sie so zumindest solche Entscheidungen der Content-Moderation auch rückgängig machen dürfen. Ah, das, wir, wir ausgiben das mal, wie weit deren Möglichkeiten reichen und deren Entscheidungsspektrum. Aber es ist so ein bisschen der Bundespräsident von Meta eigentlich, dieses Wort, wenn man so will. Die haben jetzt angekündigt, dass deren Aufgabenbereich nun auch auf Threads erweitert wird. Und für mich fühlt sich alles so an, als würde diese Anbindung von Threads an Instagram, als wäre die eigentlich schon vorbei und als wäre Threads jetzt ein völlig eigenständiges System neben Facebook und Instagram.
30:30 Markus Beckedahl
Ja, so werden die wahrscheinlich auch mittelfristig agieren, allein, weil sie in Europa oder Europäischen Union wegen dem Digital Markets Act da eine Trennung vornehmen müssen, aber. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie das als eigenständige Plattform erweitern, ausbauen und eigene Contemmoderation und so weiter machen.
30:51 Gavin Karlmeier
Also was mich so irritiert ist, dass das von Juli 2023, wo Threads gestartet ist, bis Februar 2024 gedauert hat. bis diesem Oversightboard auffällt, Moment, da haben wir ja noch ein Netzwerk, in dem Content-Moderation stattfindet und Unternehmensentscheidungen getroffen werden. Vielleicht gucken wir da jetzt auch mal mit drauf.
31:11 Markus Beckedahl
Ja, vielleicht haben sie es auch einfach vorher nicht wirklich für relevant gehalten. Ich meine, Threats war auch nicht wirklich relevant. Und die vor allen Dingen die europäischen Nutzerinnen oder Mitglieder im Oversight-Board hatten einfach auch keinen Zugriff drauf.
31:23 Gavin Karlmeier
Du kennst ja das auch nicht. Die saßen und haben gesagt, sorry Leute, ich weiß nicht, wovon ihr spricht. Wer es aber jetzt offenbar für relevant genug hält, ist der Deutschlandfunk, denn der Deutschlandfunk hat heute einen, also am gestrigen Donnerstag, einen Post abgesetzt und veröffentlicht, geschrieben, hier ist der Deutschlandfunk und er fängt jetzt an bei Threads zu publizieren. Die haben ja vor einigen Wochen ihre ganzen Twitter-Aktivitäten weitgehend auf Eis gelegt und dementsprechend ist das eigentlich eine ganz interessante Entscheidung eines großen Medienhauses. jetzt sozusagen den großen Schritt zu machen zu Threads. Und ist glaube ich, also die Meil, so viele Commitments in Richtung Threads gab es da jetzt noch nicht, hatte ich so das gemacht. Ich muss kurz disclaimen, dass ich den Deutschlandfunk auch berate und auch dort als freier Mitarbeiter tätig bin. Will aber trotzdem nochmal dazu sein, dass ich diese Entscheidung natürlich nicht treffen konnte für die.
32:23 Markus Beckedahl
Ja, macht ja vollkommen Sinn. Also ich meine, die haben den Auftrag, möglichst viel ihr Programm auch an uns Beitragszahlende irgendwie zu kommunizieren. Und deswegen müssen sie halt auch auf möglichst vielen Plattformen sein, dass sie nicht auf Twitter sind. Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Also jedes öffentlich-rechtliche. Medium, jede Sendung, die dort aktiv ist, die alle, die dort als öffentlich-rechtlich wahrgenommen werden, ja, sie können froh sein, dass sie da nicht gelünscht werden von so einem Mob. Aber jetzt der Deutschlandfunk of Threats, ja, würde ich an deren Stelle auch machen. Ich bin da auch mittlerweile, also nach vielen Jahren, bin ich da eben viel pragmatischer geworden. Ich denke mir nur die ganze Zeit Hauptsache Diese von uns finanzierten Anstalten machen dasselbe Engagement auch im Fediverse. Weil dafür haben sie einfach die Verantwortung. Und die Aufgabe auch datenschutzfreundliche Alternativen zu bespielen, damit man halt quasi über soziale Medien auch mit ihnen kommunizieren kann, sich aus ihnen informieren kann, ohne Sich sozusagen abhängig zu machen von wenigen Plattformen, die darauf ausgelegt sind, Daten über uns zu erheben und uns Werbung auszuspielen.
33:33 Gavin Karlmeier
Ja. Und ähm Also wir wissen ja, die Tagesschau publiziert über Impfiverse, der NDR hat eine eigene Instanz dort, das ZDF hat dort eine Instanz. Also es gibt ja so erste Bewegungen in diese Richtung und Das Interessante ist, dass als ich noch festangestellter Mitarbeiter des WDR war, des Westdeutschen Rundfunks, ist auch schon ein paar Jahre her, Dass es da schon offene Briefe im Unternehmen gab und Forderung und Diskussion darüber ein eigenes öffentlich-rechtliches soziales Netzwerk endlich an den Start zu bringen. Und ich gehörte eher der Fraktion an, kann ich auch sagen, der das natürlich massiv belächelt hat, weil der, weil ich gesagt habe, wir machen Social Media, weil wir dahin gehen, wo die Leute sind. Wir machen nicht Social Media aus zum Selbstzweck Weil wir glauben, das, was wir jahrelang mit journalistischer Expertise uns hier drauf geschafft und vorbereitet haben, das muss jetzt auch ein Ausspielweg in Hochkant und 15 Sekunden finden. sondern weil wir glauben, dass wir damit die Leute erreichen, die dafür am Ende bezahlen. Und damit schaffen wir die Rechtfertigung. Aber trotzdem habe ich immer gesagt, jetzt ein öffentlich-rechtliches. Soziales Netzwerk zu starten, ist natürlich abstrus. . Wenn es aber die Möglichkeit gibt, es gibt ein Netzwerk, das eben nicht in der Hand eines Unternehmens liegt, sondern von ganz vielen, die dezentral selbstverwaltet sowas auf die Beine stellen. Dann ist es folgerichtig zu sagen, wir denken auch das mit und versuchen auch hier stattzufinden, weil das ehrlicherweise genau das ist am Ende, nämlich auch ein öffentlich-rechtliches soziales Netzwerk.
35:02 Markus Beckedahl
Ja, ich habe auch eine Diskussion, wusste ich auch nicht so genau, wie ich mich da verhalten soll. Auf der einen Seite habe ich das alles. immer schon gut geheißen können, weil in der Theorie wäre das ja einfach das Sinnvollste und das Beste für uns alle, sozusagen ein öffentlich-rechtlich gestaltetes Soziales Netzwerk. In der Praxis kenne ich aber auch irgendwie die Arbeitsweise von Rundfunkräten und Entscheidungsträgerinnen und so weiter. Und mir war immer klar, das wird nichts. Aber man kann natürlich anders hingehen und sagen, okay, Plattformen oder Mediatheken, die jetzt auch immer mehr als Plattformen wahrgenommen werden, weil es ja auch immer mehr fitte Menschen an entscheidender Stelle in diesem System gibt. müssen sich mehr öffnen, müssen mehr mit offenen Standards arbeiten, müssen möglichst viel auch offen lizenzieren, damit man quasi Anbindungen schaffen kann an Ja, offene Netzwerke wie das Fediverse, aber beispielsweise auch Blue Sky und vielleicht Threads und Co.
36:05 Gavin Karlmeier
Und ehrlicherweise, das fühlt sich ja gerade alles noch so an wie immer so viele leere Versprechungen und man soll ja keine Produkte kaufen, weil irgendwann ein Update kommt. Aber die Zeichen stehen schon alle auf eine Dezentralisierung. Also dass Blue Sky da so hart für kämpft, obwohl sie sich für ein eigenes Protokoll entscheiden, dass Threads an der Idee der Dezentralisierung oder dem Föderieren festhält, obwohl sie eigentlich nicht müssten, aber offenbar da drin etwas sehen. Finde ich, zeigt so ein bisschen, wohin das Schiff noch so fahren wird.
36:40 Markus Beckedahl
Ja, das war eigentlich schon seit vielen Jahren klar, ne? Aber es hat irgendwie dann trotzdem aus Geschäft. Interessen, irgendwie so eine Kokonisierung gegeben, also so diese Wallet Gardens und so weiter. Aber ja, ich habe immer daran geglaubt, dass Zukunft offen ist. Und es ist halt spannend, dass man eigentlich auch im Moment Quasi so die so ein bisschen die Konkurrenz der Plattformen bei den Standards hat. Also sowohl das Fediverse mit ActivityPub hat Sehr interessante Ansätze für einen offenen Standard, wie dieser Austausch funktionieren kann. Also auch Blue Sky. Und die Frage ist: werden die auch irgendwann dann miteinander kommunizieren können? Davon gehe ich. aus. Interoperabilität spielt eine sehr große Rolle und es macht für alle Sinn. Aber welches dieser beiden Protokolle sich dann langfristig. Durchsetzen wird. . Das ist eine spannende Debatte, die viel zu wenig geführt wird, weil eigentlich sehr wenige Menschen sich damit eigentlich auch nur technisch und ökonomisch auseinandersetzen, wie zum Beispiel Mussel Weiß oder so.
37:43 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr. Und auch wir haben diese Frage hier nie gestellt, aber wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen. Ich glaube, die meisten Leute, mit denen ich jetzt so spreche, sind Team Fediverse. Aber es stimmt schon, dass was Blue Sky da macht mit einem relativ jungen Protokoll im Vergleich zu dem, was ActivityPub ja da eigentlich ist. In dem Vergleich, glaube ich, stecken da ganz viele Ideen drin, die viel näher am tatsächlichen Nutzungsverhalten von sozialen Netzwerken liegen, nämlich solche algorithmischen Marktplätze beispielsweise. Also, mal sehen. Spannender Punkt, total. Was uns aber zum nächsten Thema bringt, nämlich die Spam-Attacke aufs Fediverse. Gab in den letzten Tagen eine größere Spamwelle, die sich dadurch gekennzeichnet hat, dass sehr, sehr viele Accounts in relativ kurzer Zeit auf kleinen Distanzen gleichzeitig angelegt wurden, die dann wie sagt man Nachrichten abgesetzt haben. Das wollte ich sagen, es steht hier sogar Nachrichten abgesetzt haben und die Benachrichtigungen einiger Nutzer überflutet, also durch Likes oder Interaktionen in jedem Fall Der Satz, den Heise hier wählt, bin ich nicht viel tiefer reingegangen, ist nur Hintergrund, ist wohl eine Auseinandersetzung zwischen japanischen Jugendlichen. Hochobskurer Satz, aber was wohl passiert ist, ist, dass diese die Instanzen, die keinerlei Eintrittsbarrieren haben, sondern also kein Capture und auch keine Bestätigungen, also keinen Prozess, in dem der Administrator der Instanz zulassen muss, dass dieser Account angelegt werden kann und so. Dass durch diese fehlenden Hürden halt diese ganzen Leute das ausgenutzt haben, diese japanischen Jugendlichen? Und dass das eben eine richtig große Spam-Welle eben ausgelöst hat, vor allem aber auch bei Misky. was eine Microblogging-Plattform, eine Microblogging-Software ist, die auf dem Activity-P-Protokoll, Activity Pub-Protokoll stattfindet.
39:45 Markus Beckedahl
Ja, ne, früher hat man sich zum dann irgendwie zum Prügeln auf dem Schulhof getroffen. Jetzt trifft man sich halt irgendwann. Ja, also da ist es vollkommen klar, das Fattiverse ist noch nicht perfekt. Das Fattiverse ist aufgebaut, auch ganz viel ehrenamtlicher Engagement. auf Open Source-Prinzipien. Und ich fordere eigentlich schon seit sehr langem, dass wir hier mehr öffentliche Förderung brauchen, um auch diese Infrastruktur sicherer zu gestalten und besser zu gestalten. Ja, das werden noch spannende Zeiten kommen, wie man das schaffen kann. Da gibt es ja viele mögliche Ansätze, aber bisher denken alle immer nur so. Ja, irgendwer wird sich schon drum kümmern, so, ne? Und dann wundern sich auch alle, wenn es nicht so einfach funktioniert wie die großen Plattformen, die wiederum sehr viel Geld haben, um in URX-Design und so weiter zu investieren, damit es auch für uns sehr Schön glitzernd bunt ist, funktioniert.
40:44 Gavin Karlmeier
Und diese Zuckeschichte am Ende auch, ne? Also wie viel Zucker kriege ich eigentlich aus diesen Netzwerken raus? Ich finde, den Vorschlag mit den Förderungen finde ich ehrlicherweise fantastisch, weil das genau das stützen und stärken würde, wo wir immer wieder die größte Herausforderung im Filiverse sehen, nämlich diese Ehrenamtlichkeit. Wenn jemand sagt, ich habe da jetzt keine Lust mehr drauf oder jemand sagt, ich lösche jetzt meine Festplatte, dann sind die Dinge im Zweifel weg. Und das sowas muss halt irgendwie verhindert werden, indem man halt Incentives setzt, ne?
41:14 Markus Beckedahl
Ja, also auf der einen Seite gibt es. Dieses Problem bestand schon immer so. Aus aktivistischer Arbeit weiß ich das auch mal zu berichten. Es war immer sehr schön, wenn man Angebote beg kam von irgendwelchen Webmastern, ich mache euch eure Webseite, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Person irgendwie einen Monat später noch da ist und die Webseite weiterpflegt, stand halt bei 150 Prozent. Hier auch immer drauf, kam auch immer drauf an, welches neue Computerspiel rauskam und so weiter. Aber so die ehrenamtliche Arbeit ist erstmal das eine. Und es ist. . Echt toll, wie viele Menschen ihre Freizeit investieren, um für andere diese Infrastrukturen zu betreiben. Aber die Frage ist immer, wie nachhaltig ist das? Weil irgendwann hat man auch echt keinen Bock mehr. häufig sich darum zu kümmern, weil das ist einfach Arbeit und man hat mit immer mehr Arschlöchern da draußen zu tun, die dann den eigenen Mülleim sozusagen zum Moderieren da reinbringen. Es gibt noch andere Probleme, dann hat man dann seinen eigenen Server, und zuletzt habe ich von einem gelesen Der beschwerte sich dann, dass sein Mastodon-Instanz gescrapt wurde von jemandem, ne? Und dass er auf einmal ganz hohe Hosting-Kosten hatte, die. eigentlich nicht eingeplant hatte, ne, und all diese Probleme, die kommen, ja. Und dann gibt es natürlich die einen, die sagen, naja, wir brauchen jetzt Geschäftsmodelle Das muss woanders funktionieren, wie auch beispielsweise der E-Mail-Markt funktioniert. Man muss nicht bei Gmail sein, man kann auch zu Posteo oder mailbox. org für einen Euro im Monat Gehen, hat einen guten Service, hat bessere Datenschutz Einstellungen und Features und so weiter und bezahlt halt mit dem Euro im Monat halt einfach Ja, diesen Service und diese Weiterentwicklung und Support und so weiter. Da gibt es ja Ansätze, das zu machen. Aber man könnte halt, und das war immer schon ein Vorschlag von mir, man könnte auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einfach als, das haben wir ja eben schon mal kurz angesprochen, als Möglichkeit sehen, wenn man halt sagt, naja, eigentlich Könnte so ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk 2-0 oder nennen wir es jetzt 4-0 oder sonst wie. Also wenn man ihn heute erschaffen würde, würde man sich möglicherweise weniger um Meinungsvielfalt Gedanken machen, wie es früher wichtig war, sondern mehr um Infrastruktur. Infrastrukturvielfalt als seine Hauptaufgabe, weil wir abhängig geworden sind von wenigen Akteuren, die die Infrastrukturen kontrollieren. Und das Fediverse ist eine offene Infrastruktur. Und hier könnte beispielsweise der, ja, sagen wir mal, In einer idealen Welt würde man zehn Prozent investieren aus den acht Milliarden und damit könnte man ja einen super Fattiverse für alle gestalten. In der Praxis ist das Geld aber überall gebunden, es wird aber weniger und so weiter. Man möchte sie nicht ausgeben, aber wie viel Geld gibt der öffentlich-rechtliche Rundfunk insgesamt für Content-Moderation auf Facebook, Instagram und Kurs-Shreads aus? Weil da sitzen überall in den Abteilungen Menschen, die das machen. Und man könnte halt sagen, naja, eigentlich muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk verpflichtet werden, genauso viele Ressourcen. wie für die kommerziellen Netzwerke verwendet werden, auch in nicht kommerzielle Netzwerke zu investieren. Aber würde das nicht in der Realität? Ich bin mir sicher, wenn man es wollen würde, könnte man es hinbekommen, aber erklär das mal so einem ZTR-Fernsehrad.
44:32 Gavin Karlmeier
Aber in der Realität würde das doch dann wahrscheinlich bedeuten, ja gut dann machen wir halt weniger Contentmoderation. Community Management. Oder? Also, wenn die Wippe ausgeglichen sein muss, dann kann ich eher links mehr drauflegen oder rechts mehr runternehmen.
44:48 Markus Beckedahl
Ja, aber ich meine, wenn man sich mit der Weiterentwicklung von Journalismus beschäftigt, dann wird in Zukunft überall mehr Content-Moderation benötigt und Community Management. Da muss man auch schon mal in die Richtung mitdenken.
45:00 Gavin Karlmeier
Ich bin aber, also ich bin von der Argumentation ehrlicherweise schon überzeugt, dass man sagt, wir bleiben beim Begriff des Rundfunks und lösen uns aber gleichzeitig vom Begriff der Sender und sagen, wir sind nicht. nicht eine Abbildung von Realität, sondern wir sind gleichzeitig auch eben eine Plattform. Und die Möglichkeit, dass Leute dort eben auch Öffentlichkeit finden können, ohne dafür den Deal einzugehen, ihre, weiß was ich. sich bei TikTok zu registrieren, sondern zu sagen, du kannst es auch bei uns veröffentlichen. Das mag ich total, weil dieser grundsätzliche Ansatz, in den zehner Jahren hat man es User-Generated Content genannt und in den In den 90ern hat man es Forum genannt, also nicht im Internet, sondern im Fernsehen. Und in 70ern waren es die Zuschauerpost und was weiß ich. Also es hatte immer nah, also es hatte immer unterschiedliche Namen, was am Ende dasselbe bedeutet. Nämlich, wir reden nicht nur über Leute, sondern wir lassen Leute auch tatsächlich zu Wort kommen. Und die, wenn du das bis ins Extremste durchdenkst, bedeutet das eben auch, Leuten die Möglichkeit zu beten. Diskussionen zu suchen, Meinungen zu verbreiten, sich auszutauschen. Und wenn du das weiter denkst, dann bist du wirklich bei einem Kernbegriff des Rundfunks, nämlich bei wir können alle, alle können in alle Richtungen kommunizieren. Und das gefällt mir ganz gut.
46:21 Markus Beckedahl
Ja, vielleicht setze ich da mal irgendwann mal was durch.
46:25 Gavin Karlmeier
Also, wenn du das allen Leuten so erzählst wie mir, dann könnte da was passieren. Liebe Grüße an alle, die schon dezentral in den öffentlich-rechtlichen Häusern arbeiten. Und Threads, wenn Threads sich öffnet, dann sind auch all die öffentlich-rechtlichen, die jetzt bei Threads sind, nämlich nochmal an der neuen Frage. Bleiben wir jetzt auf der Instanz threads. net oder ziehen wir um auf eine eigene und finden dann aber immer noch bei Threads statt. Also die Frage wird also an alle, also Deutschlandfunk beispielsweise oder wer auch alles schon da ist Wenn, sobald die Föderierung beginnt von Thread, stehen alle Türen offen. Und dann ist da aber schon die Vorbauleistung für abgeschlossen, weil der Deutschlandfunk mit seinen 35. 000 Followern Der kann einfach so dann umziehen, weil das klar schon bekannt gegeben wurde, dass Threads das unterstützen wird. Interessant. Interessant. Bleiben wir kurz bei diesem Spam-Angriff aufs Fediverse, denn da steckt noch ein anderer Teil in der Geschichte. Und zwar wurde offenbar diese Spam-Welle abgesprochen und geplant auf Discord. Und die Discord-Nett, also Heise schreibt, die dort verfügbaren Werkzeuge wurden genutzt, um sich abzusprechen. Und die wurden aber auch genutzt, um es zu melden. Und dieser der Service Discord hat überhaupt nicht reagiert, hat gar keine Reaktion gezeigt. Und also TechCrunch hat sich da ein bisschen reingeknet, einen ganz spannenden Text darüber geschrieben und sich schreiben. Der vor allem übers Wochenende mal bab bab bab Serverkosten. So. Sorry, die einzige Verbindung zwischen den Nachrichten, die es gibt, sei ein Discord-Server, der bis heute weiterhin online ist. Bei Mastodon wird gerade an einem Gegenmittel gearbeitet. Ein Statement von Discord gegenüber TechCrunch liegt allerdings nahe. Das die Vorgehensweise gegen die Nutzungsbedingungen des Messaging-Dienstes verstößt, aber die Plattform hat lediglich zugesichert, die Situation im Auge zu behalten. Der verantwortliche Server ist weiterhin online. Und das erinnert mich super krass an die ganze Geschichte, wie Substack damals mit den Rechten umgegangen ist. So nach dem Motto, ja, ja, das finden wir doof, aber wenn wir es löschen würden, würde es die Welt auch nicht besser machen. Was sollen wir tun? Schade. Und das ist zu wenig.
48:35 Markus Beckedahl
Ja. Ja, da es wird auch noch spannend werden, wie Discord den Digital Services Act und so weiter irgendwie entfossen muss. Und ob da die Plattform auch mehr auf den Schirm kommt, sozusagen.
48:48 Gavin Karlmeier
Also ich habe ja schon mal damals die These gehabt, dass auch die irgendwann anfangen könnten, mit dezentralen Dingen rumzuhantieren. Es ist nicht passiert, zumindest bis jetzt nicht. Aber die Discord ist eine Plattform, die, wenn ich so mit Leuten spreche, die zum Beispiel 15 Jahre alt sind. Die alle kennen Discord und viele von ihnen nutzen es. Discord ist in den Kinderzimmern angekommen, Discord ist bei den Erwachsenen angekommen, alle, die mal irgendwie mit generativer. Bild-KI rumhantiert haben, hatten schon mal Kontakt mit Discord, weil mit Journey darüber kommuniziert bislang. .
49:22 Markus Beckedahl
Also zumindest hat man da saß man mal davor, ne? Die Hälfte aller Menschen sind da rausgestiegen, weil sie nicht.
49:28 Gavin Karlmeier
wussten, was man da macht. So, und es hat ja auch einen Grund, warum die Haken-Community auch bei Discord stattfindet, weil es relativ einfach zu benutzen ist, weil es so ein bisschen die Dynamik des alten IRC-Chats hat und irgendwie hat das so Das hat natürlich was, dieses auf Öffentlichkeit getrimmter Gruppenchat. Und in der Tat, das wird aber früher oder später dann eben auch auf dem Radar der Leute sein und nicht nur eben in den Kinderzimmern und in kleinen Communities.
49:56 Markus Beckedahl
Ja, letztendlich ist es dann Weiterentwicklung. Ich meine, früher und heute werden ja immer noch IRC-Channels irgendwie für die Kommunikation von Botnets. genutzt war und nicht.
50:08 Gavin Karlmeier
Da habe ich im Internet angefangen übrigens, im Quakenet. Das waren die ersten Tage meiner Internetnutzung war im Quakenet. Tja, lange ist das her. Vor allem, man hat sich wie der krasseste Programmierer gefühlt, weil man mit so ein paar Skripten seinen ERC-Client irgendwie angepasst hat. Also, naja, machen wir weiter. FTC, also die amerikanische Handelsorganisation und Börsenaufsicht und sowas alles, ne? Bundesaufsichtsbehörde.
50:38 Markus Beckedahl
Im Fall habe ich es falsch. Es gibt die Federal, also die FCC und die FTC, ne? Ich glaube, das ist keine Börsen Federal Trade Commission.
50:51 Gavin Karlmeier
Kann das sein?
50:52 Markus Beckedahl
Ja, aber ja, ja, aber ich weiß gar nicht, ob es Börse ist, sondern so eine Art Bundesnetzagentur.
51:02 Gavin Karlmeier
Aber ja, also sie machen auch so Wettbewerbsaufsicht und so, also sowas alles. Und die haben aber auch so einen De facto-Status, wie du gerade sagt, das Bundesnetzagentur, weil sie auch die am Ende Social Media Regulierungsbehörde oder Aufsichtsbehörde ist, weil es sonst keiner macht. Das ist so zumindest so, wie es die Washington Post in dem Text geschrieben hat, in dem es darum geht, dass sie überprüft hat, wie eigentlich mit den Twitter-Files damals umgegangen wurde. Denn es ging ja bei den Twitter-Files, wir erinnern uns darum. Dass Elon Musk augenscheinlich JournalistInnen Zugang und auch Zugang zu sensiblen Daten gegeben hat, um mit Dreck auf ehemalige Twitter-MitarbeiterInnen zu werfen. Und es ist so, dass die FTC dieses Verhalten auch näher untersucht hat, weil sie nämlich wissen wollte, ob hier gegen den Datenschutz verstoßen wurde und ob hier eben Verstöße vorgelegen haben. Und das Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass es keine Verstöße gegeben habe, weil dieser versprochene Voller Zugang zu allen Daten, den Elon Musk nach offen auch kommuniziert hat, dass es den offenbar nicht gegeben hat, sondern es gab MitarbeiterInnen bei Twitter. So hieß es seinerzeit noch, die haben sozusagen als Mittelsmann gedient und haben gesagt, wir lassen uns die Daten von den. Die Journalistinnen fragen uns und wir suchen die Daten raus und geben sie dann weiter. . Jetzt ist die Frage, ob das eine Idee von Elon Musk persönlich war oder ob irgendjemand bei Twitter gesagt hat: Nee, nee, das machen wir lieber mal so nicht. Aber das ist jetzt erstmal das Ergebnis der FTC-Untersuchung.
52:40 Markus Beckedahl
Ja, in der Zwischenzeit habe ich auch mal bei Wikipedia geguckt, was es ist. Das ist eine Wettbewerbsbehörde mit Aufgaben des Verbraucherschutzes dazu. Also eine Mischung aus Bundeskatellern, Bundesnetzagentur und. Verbraucherzentrale Bundesverbank.
52:51 Gavin Karlmeier
Vielen Dank. Sehr gut. Fact-Checking. Hier fact-checkt der Gast noch selbst. Ja, auf jeden Fall, das ist der Ergebnis dieser Untersuchung. Keine Emotion.
53:08 Markus Beckedahl
Ja, ich hab die Twitter-Files damals, ja, das war so offensichtlich, dass die gesteuert werden, um bestimmte Framings in der Öffentlichkeit zu inszenieren. Ich habe mich da, ja. Die ganze Zeit nicht wirklich mit den Details beschäftigt, weil wir haben es ja auch weitestgehend nicht behandelt hier, genau aus dem Grund.
53:33 Gavin Karlmeier
Ich weiß gar nicht, wie viele Ausgaben es gab, 30 oder so. Über die ersten zwei, drei haben wir noch gesprochen und dann haben wir irgendwann festgestellt, okay, hier geht es nur darum, dass Elon Musk zeigt, wie schlecht das alte Management war oder gewesen sein soll. Da brauchen wir nicht weiter drauf schauen. Ich habe noch eine Geschichte über Twitter-MitarbeiterInnen. Die haben nämlich den Elon Jet-Account benutzt, um zu gucken, wann Elon Musk im Twitter-Headquarter ist und wann nicht und sie frei arbeiten können. Das ist eine Geschichte, die Bloomberg-Reporter Kurt Wagner in seinem Buch Battle for the Bird erzählt, das nächste Buch über diese Elon Musk-Geschichte, das jetzt gerade veröffentlicht wird. Finde ich, ist die schönste Anekdote, die ich seit langem gehört habe. Und es gibt einen spannenden Text von Fast Company, die schreiben, Elon Musk hat sich damit abgefunden, X zu einem Twitter der alten Schule zu machen. Sie schreiben, 16 Monate später sind einige Änderungen, die Musk ursprünglich in die Wege geleitet hatte, wieder rückgängig gemacht worden, da die Realität auf die idealistische Vision des Milliardärs getroffen ist. Einige der Änderungen sind klein. 2023 überlegte Musk, ob er den Dark Mode als Standard und als einzige Fahrpalette einführen sollte, bevor er sich entschied, diesen Plan komplett zu verwerfen. Er hat die Überschriften von Links, die auf der Plattform gepostet werden, wiederhergestellt. Eine Kehrtwende gegenüber den letzten Monaten, als er behauptete, dass die Streichung der Informationen der Ästhetik der App diene. Andere Änderungen waren bedeutender. Zum Beispiel, als Linda Aquarino vor dem US-Senat ankündigte, 100 ModeratorInnen für Inhalte einzustellen, um ein neues Kompetenzzentrum für Sicherheit mit Sitz in Austin einzurichten. Und ich bringe den Text vor allem wegen einer Sache mit. Wir haben extrem lange nichts mehr mitbekommen. Und auch keine Äußerung vor allem von Musk, die irgendwie in Richtung Everything-App gehen würde, oder?
55:20 Markus Beckedahl
Ja, also ich krieg da eh immer nur mit, wenn du irgendwas erzählst in deinem Podcast, weil ich folge Elon Musk auf Twitter gar nicht, aber ja, gut möglich.
55:31 Gavin Karlmeier
Also ich mir ist das so, während ich den Text so gelesen habe, ist mir so aufgefallen, davon ist keine Rede mehr. Also, wir kriegen alle Jubiläre mal irgendeinen anderen Bundesstaat mit, der gerade so eine Lizenz zum Geldtransfer an Ex erteilt, also Payment wird vollkommen, telefonieren geht, aber diese Vision des westlichen WeChats. . Entweder ist die off und Elon Musk hat irgendwie eine neue Beschäftigung gefunden, oder ist ich weiß auch nicht, was die Alternative ist.
56:05 Markus Beckedahl
Ja, möglicherweise arbeiten sie im Hintergrund darauf hin und müssen halt auch erstmal sämtliche 50 Bundesstaaten eine Lizenz haben und dann auch in der Europäischen Union und so weiter, das ist ja nicht so ganz trivial, um so ein Bezahlsystem auf so eine Plattform zu bringen. Und erst dann macht das Ganze ja Sinn. Du kannst ja nicht irgendwie mit einer App online gehen, die dann nur in Kansas und Texas. Wyoming funktioniert, aber nicht in San Francisco und so weiter. Aber ja, also ich kann mir ja vorstellen, dass er noch nicht aufgegeben hat. Aber möglicherweise hat er auch gerade ein paar andere Probleme, die er noch lösen muss, außer seinen Hobbys und Vorlieben.
56:45 Gavin Karlmeier
Ja, hundertprozentig. Aber die Everything-App ist ja mehr als nur bezahlen und Microblogging. Also da soll der, es wurde ja alles versprochen, was die App könnte. Und also außer der Tatsache, dass Elon Musk jetzt, ich weiß gar nicht, ob wir es im Podcast hatten oder ob ich es rausgeschmissen habe. Elon Musk angekündigt hat, dass er seine Telefonnummer nicht mehr benutzen möchte und sich nur noch über Ex anrufen lassen werden will Ist da nicht mehr viel passiert in diese Richtung? Wir bleiben dran, ich bin sehr gespannt, aber diesen Gedanken musste ich zumindest mal kurz platzieren. So, und bevor wir hier die, bevor es hier noch viel länger wird, wir rasen jetzt durch die nun folgende Rubrik Und ich drücke jetzt den Knopf für diese Rubrik. Funktionen und Emotionen. Die Regeln sind einfach, ich erzähle von Funktionen, die Netzwerke bekommen oder Apps oder sowas. Heute ist auch eine App dabei, die ist nicht mal im entferntesten Sinne des Social Media. Und du erzählst mir, ob du irgendetwas fühlst. Threads bekommt jetzt einen Emoji-Picker und du kannst jetzt mit Doppelpunkt Emotion unterschiedliche Emotionen auswählen, die mit Emojis dargestellt werden.
57:54 Markus Beckedahl
Ja, gibt es garantiert bei jüngeren Menschen eine Zielgruppe.
57:58 Gavin Karlmeier
Aber Threads alle unterwegs sind. Facebook. bietet jetzt Crossposting zu Threads an. Also ich schreibe, was bei Facebook kann drücken, dieser Post soll auch bei Threads veröffentlicht werden.
58:12 Markus Beckedahl
Ja, gibt es Leute, die beides nutzen. Andererseits, also ganz viele Leute sehen sich ja danach, dass man eigentlich nur noch eine App. . braucht, um mit allen zu kommunizieren, weil im Moment ist ja ganz schön anstrengend, wenn man auf fünf verschiedenen Netzwerken irgendwie einen Link teilen muss, was man früher einfach über Twitter gemacht hat. Ja, vielleicht sorgt das dafür, dass wenige Content Managerinnen zukünftig weniger arbeiten.
58:39 Gavin Karlmeier
Ja, aber ich finde es total spannend auch, dass sie selber offenbar diese Redundanz der jeweiligen Funktionen erkannt haben, dass sie sagen, Es ist eigentlich dasselbe. Warum solltest du es auch nicht gleichzeitig nutzen können? Und ich finde interessant, dass es nur so rum angekündigt wurde und nicht andersrum. Liegt es a daran, dass man bei Threads keine Fehler machen will, indem man das jetzt hier mit einer Funktion überlädt, die niemand nutzen will? Oder liegt es b daran, dass man die Leute von Facebook jetzt langsam auch zu Threads rüberholen möchte?
59:10 Markus Beckedahl
Ja, das zweite auf jeden Fall. Ich meine, Facebook nutzt zwar keiner, sagen alle, nutzen wir eigentlich auch wahrscheinlich alle immer nur, um zu gucken, wer von unseren Kontakten gerade Geburtstag hat. Aber sollen immer noch drei Milliarden Nutzerinnen laut Unternehmensangaben weltweit haben. Und natürlich ist das Unternehmen daran interessiert, möglichst viele von diesen drei Milliarden auch mal mit Threads anzufixen. Und deswegen macht das aus Sicht des Unternehmens durchaus.
59:37 Gavin Karlmeier
Bei Facebook muss man ja dazu sagen, wie du schon sagst, die Leute sagen, sie nutzen es nicht, aber es gibt keinen Markt weltweit. bei dem Facebook nicht immer noch wachsende, monatlich aktive Nutzerzahlen hätte. Also auch in Deutschland, auch in Europa zumindest, Europa. Selbst in Europa steigen diese Zahlen immer noch. Nicht mehr so schnell wie früher mal, aber immer noch. Ich hab haben wir hier irgendwann mal gehabt, diese Grafik, dass es die ganze Zeit immer noch wächst. Und das ist halt außerhalb unserer Bubble, ne? Unsere L die Leute, mit denen wir so gerade, wir, wir Medien handeln und wir Internet handeln und so. Wir suchen nach dem nächsten Kick, warum sollten wir eine App nutzen, die sich nicht mehr verändert? Aber Facebook ist immer noch ein Ding.
01:00:19 Markus Beckedahl
Frag mal meine Mutter. Ja, ja, vielleicht kommt sie mal zu Hagner als Gast.
01:00:28 Gavin Karlmeier
Vielleicht hat sie auch Gedanken zu FTC. Naja. Aber klar, was du sagst, stimmt auf jeden Fall, da mal so ein bisschen zu versuchen, die Leute auch damit in Kontakt zu bringen. Ich glaube übrigens das zweite Use Case, warum Leute ihn auf Facebook nutzen, ist Dass du, dass die Leute in so Gruppen sind, in denen sie zum Beispiel in ihrem Stadtteil fragen können, warum da gerade ein Hubschrauberkreis nachts. Solche Situationen. Instagram ermöglicht jetzt, also es gibt eine Funktion, ein temporäres Limit für Interaktion zu aktivieren. Also du kannst sagen, ich will jetzt hier keine Kommentare bekommen. Für einen Monat oder so. Das ist gerade viele Influencerinnen im Trench-TV-Bereich kennen diese Funktion, weil sie die immer benutzen. Und sie arbeiten daran, diese Funktion ein bisschen auszubauen, indem du zum Beispiel einstellen kannst, es dürfen nur noch Leute kommentieren. die nicht auf meiner engen FreundInnen-Liste sind. Oder es dürfen nur noch Leute kommentieren, denen ich folge. Oder es dürfen nur noch Leute kommentieren. Das ist eine Funktion, die hatten wir ja letztens als neue Funktion für Facebook. Es dürfen nur noch Leute kommentieren, die nicht erst frisch gefolgt sind.
01:01:35 Markus Beckedahl
Ja, finde ich alles sinnvoll. Also je besser Kommentareinstellungen. persönlich anpassbar sind, umso besser für Türschnutzungserlebnisse.
01:01:47 Gavin Karlmeier
Hundertprozentig. Und Instagram arbeitet jetzt an neuen Voice-Effekten. Also es gibt seit Juli 2021 schon die Möglichkeit, Stimmeffekte in Reels zu benutzen, aber die kannst du jetzt auch auf einzelne Audiospuren im Reels-Editor platzieren. Also kannst ein Video aufnehmen und kannst sagen, aber hier die Audio, da möchte ich bitte so klingen. Warte, ich habe hier so einen Knopf. Dann möchte ich bitte sorti. Sowas.
01:02:11 Markus Beckedahl
Ja, ich möchte gern die Ulrich-Witterstimme haben. die mir dann jeden Tag irgendwie die Tagesschau bis dann mein Lebensende irgendwie vorliest. Das wird kommen. Also irgendwann können wir uns dann. . unseren Personal Tagesschausprecher für immer aussuchen. Oder vielleicht auch Tom Cruise, aber der ist ein bisschen teurer von uns.
01:02:31 Gavin Karlmeier
Übrigens total spannend, dass es ich hab, während du das gerade gesagt hast, so eine Core Memory freigeschaltet Dass mein Vater auf seinem Palm-Gerät, ne, Palm, dieser, dieser, das, der Smartphone-Vorläufer sozusagen, hatte er ein Bitte. Was gibt's noch? Nee, das ist 100 Jahre her, die Geschichte.
01:02:51 Markus Beckedahl
Achso, Memory-Frage. Achso, ich dachte, du sitzt da gerade und installierst deinen Vater.
01:02:56 Gavin Karlmeier
Es ist mir gerade eingefallen, es ist 20 Jahre her, dass er auf dem Palm eine TomTom-Navigations-App hatte. für die man Synchronstimmen von Schauspielern und Schauspielerinnen kaufen konnte. So, und jetzt überleg mal, durch KI kannst du da einfach, jede Person kannst du sagen, Montana Black soll mal Navi sprechen und dann wird das Ding einfach Live das umsetzen. Sobald Montana Black seine Stimme lizenziert. Ja, das wird kommen. Glaubst du? Erinnere mich in fünf Jahren.
01:03:28 Markus Beckedahl
Ja, ich meine, letztendlich, also technisch wird das ja nächstes, übernächstes Jahr schon da sein. Letztendlich ist es eine Urheberricht. Frage, ne? Die wird ein bisschen länger dauern, bis man das anders so geschrieben bekommt.
01:03:37 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. So, es gibt bei X jetzt nicht nur das goldene Häkchen, das es schon gibt, Verified Organization für wie viel waren es 1000 Dollar im Monat? Sondern es gibt jetzt auch Verified Organization Basic für 167 Dollar im Monat. Und wenn du das abschließt, kriegst du ein kostenloses Werbeguthaben im Wert von 2000 Dollar. Wie. Verzweifelt ist man da eigentlich auf der Suche nach Leuten, die die Werbeplätze füllen.
01:04:01 Markus Beckedahl
Na, das bedeutet ja immer mehr Werbeanzeigen, weil die Preise werden ja immer
01:04:05 Gavin Karlmeier
Ja, das ist jetzt die tausender Kontaktpreisinflation, die damit drei passiert.
01:04:11 Markus Beckedahl
Ja, ich meine selbst schuld, ne? Also Wenn sie zu solchen Maßnahmen greifen müssen. So.
01:04:18 Gavin Karlmeier
Und Elon Musk hat weitere Details über eine mögliche Mid-Journey-Partnerschaft enthüllt. Also dazu gehört, dass ich glaube, du wirst auch verhorchen an einem Punkt. Also Die Mid-Journey-Bildgenerierung soll in den Grog-Chatbot integriert werden. Ja, okay. Dann soll es Beitragszusammenfassung bei Grog geben und es wird erwartet, dass X KI-generierte Bilder klar kennzeichnen wird. Das ist was. Oder hätte ich nicht gedacht, diesen letzten Punkt.
01:04:55 Markus Beckedahl
Ähm, naja, früher oder später werden die dazu verpflichtet werden. Das heißt, dass die Plattformen jetzt erstmal im Sinne der Selbstregulierung in diese Richtung gehen werden, um zu signalisieren, hey, Politik, lasst uns mal in Ruhe. Wir lösen das Problem dadurch, dass wir halt hier alles generieren. Das Problem ist aber es ist unklar, ob das alles so gut funktionieren wird. Da gibt es auch ganz interessante Debatten in die Richtung, ob man nicht vielleicht besser zukünftig in die Richtung geht, dass wir richtige Bilder kryptografisch verifizieren. Und nicht irgendwie hoffen, dass so eine Kennzeichnungspflicht für KI-Sachen, die ja erstmal sinnvoll ist, sozusagen, aber ich würde mich darauf nicht verlassen, weil. Und ja, du kannst da so schnell irgendwie KI-generierte Bilder, die Wasserzeichen und so weiter rausnehmen, sie verändern, wieder reinstellen, dass sie dann nicht automatisch detektiert werden und so weiter. Das wird eher dazu führen, dass diejenigen, die diese Technologie missbrauchen wollen,
01:05:55 Gavin Karlmeier
das auf jeden Fall tun werden. Ja, da haben wir mit Gregor Schmalzried habe ich darüber gesprochen. In der letzten Folge am Mittwoch, diese Content-Credential-Funktion, die ja dann sowohl die Kamera als auch die Nachrichtenagenturen als auch die Webseiten, als auch am Ende die sozialen Netzwerken eben alle unterstützen, um zu sagen, dieses Bild ist echt. Also mehr, wir drehen die Beweislast um. Ich finde das angesichts der Masse an KI-generierten Inhalten, die da auf uns zurollt, finde ich das genau richtig. Weil wir die echten Sachen werden die Minderheit sein.
01:06:29 Markus Beckedahl
Ja, da gab es ja zuletzt, ich weiß nicht, ob du das schon beim Podcast hattest, zuletzt ging mal so ein Bild rum, da konnte man sich so einen Aufsteckfinger irgendwo kaufen. Wenn man jetzt gerade fotografiert wird, nicht fotografiert werden möchte, dass man die ganze Zeit da mit so einem weiteren Finger irgendwie an der Hand irgendwie fotografiert wird und immer sagen kann, hey, das ist doch ganz klar, so sechs Finger, das ist doch keine i generiert.
01:06:49 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe das gesehen, ich finde es fantastisch. Genauso muss man das machen. WhatsApp rollt vier neue Textformatierungsfunktionen. Du nutzt kein WhatsApp, haben wir eben schon gehört, aber du kannst da jetzt nummerierte Listen, Bulletpunkt-Listen. Block Quo, also klar gekennzeichnet, Zitierungen und Code formatieren.
01:07:12 Markus Beckedahl
Ja, da gibt es sicherlich Zug.
01:07:14 Gavin Karlmeier
Glaubst du, es gibt Leute, die Code über WhatsApp verschicken?
01:07:20 Markus Beckedahl
Ja, kann ich. . Also natürlich. Aber vielleicht bedeutet Code auch, dass du halt selbst irgendwie, ja. teilweise eine eigene CSS-Code und so weiter einbinden kannst. Ich meine, WhatsApp-Birk denkt ja auch in die Richtung, irgendwie sich immer auch mehr als Newsletter-Plattformen oder so einen Distribution-Kanal zu inszenieren. Und da gibt es dann sicherlich auch bei vielen Unternehmen irgendwie die Wünsche, das alles schön zu gestalten und so weiter. Und in diese Richtung vielleicht gedacht.
01:07:49 Gavin Karlmeier
Ja, das ist eine schöne Vision, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Meta so viel Individualisierung zulässt. Sie werden sagen, hey, wir haben uns. Ja, keine Ahnung, also ich kenne das nur aus dem Fernsehen, deswegen. WhatsApp, das kenne ich nur aus dem Fernsehen. So, und die letzte Funktion ist, wie gesagt, kein soziales Netzwerk, der Adobe Acrobat Reader. Das Programm, mit dem man früher mal PDF-Dateien geöffnet hat, bevor es die Betriebssysteme von sich aus konnten, bietet jetzt einen Chatbot an, damit du mit Dokumenten chatten kannst Hätte ich mal jemand, der mitstehst, dann kannst du sagen: Was meinst du hier, liebes Dokument vom Finanzamt? Und dann denkt sich die KI irgendetwas aus. Wann glaube ich das? Ja, verstehe ich ja nicht mal meine Steuererklärung. Ja, oder du hast zumindest das Gefühl, sie zu verstehen. Und dann die nächste Steuererklärung? Das reicht mir schon. Die nächste Steuererklärung macht man das im Gefängnis. Lieber Markus. Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Das war ein großer Spaß. Und ich werde dich, wenn du dich jetzt, wenn du nicht nachher sagst, wenn du mich nicht ghostest nach heute, werde ich dich auf jeden Fall nochmal einladen.
01:09:03 Markus Beckedahl
Ja, vielen Dank. Ja, ich war auch ganz froh, mal hier dabei sein zu können. Und ich bin ganz irritiert, wie langsam du redest, weil ich höre dich oder ich höre diesen Podcast eigentlich von Anfang an immer auf 1,5 Geschwindigkeit. Vielleicht sonst kann ich zum Podcast-Tören kommen und mir ist dann irgendwann mal zwischendurch aufgefallen. Da war Dennis noch dabei. Da hatte ich mal weh. auf eins, ja, auf normale Geschwindigkeit runtergepitcht und da hatte ich echt sehr lange das Gefühl, ihr seid total verkatert.
01:09:32 Gavin Karlmeier
Und soll ich dir was sagen? Das habe ich, weiß ich nicht, ob ich es dir erzählt habe, es gibt sehr viele Hakendran-Episoden, weil wir ja täglich aufgenommen haben. in denen ich verkatert war. Also vor allem die Montagsepisoden, die ja sonntags, naja, will ich nicht ins Detail gehen, aber es gibt eine Folge. Holla, die habe ich, also da war ich keine halbe Stunde wach und ich war ihn wahrscheinlich noch nicht nüchtern. Naja, gehen wir nicht ins Detail. Lieber Markus, vielen Dank, dass du da warst. Wir sehen uns spätestens auf der Republika. Hast du noch irgendwas zu bewerben? Außer der Republika.
01:10:04 Markus Beckedahl
Ja, 27. Achso, nur die Republika. 27. bis 29. Mai in Berlin wieder in der Station. Ich freue mich darauf, dass es wieder in der Station ist übrigens.
01:10:14 Gavin Karlmeier
Wir sehen uns dort oder vorher hier, vielleicht kriegen wir es nochmal hin. Vielen Dank dir, lieber Markus. Danke. Und allen anderen, die bis hierhin zugehört haben. Erstmal cool, dass ihr bisher gehört habt. Ihr könnt jetzt zum Beispiel mal wieder ein Emoji in die Spotify-Kommentare schreiben. Das ist nämlich immer geil. Ihr könnt aber auch auf hakendrenn. org ein paar coole Sachen finden. Zum Beispiel den Discord-Chat, bei dem die ganze Community sich austauscht oder zumindest 700 Leute aus dieser Community. immer noch völlig milchärfürchtig machende Zahl ist. Und ihr habt dort die Möglichkeit, per Patreon oder Steady diesen Podcast auch finanziell zu unterstützen.
01:10:47 Speaker 3
Wenn ihr das tun würdet, würde mich das sehr freuen. Und jetzt wünsche ich euch allen ein tolles Wochenende und vor allem dir, lieber Markus. Tschüss. Tschüss.