Alle Episoden

Folge 30 · 19. Dezember 2022 · 38 Min.

Keine Ausreden mehr

mit Dennis Horn

Die jüngste Ankündigung, sämtliche Links und Erwähnungen zu anderen sozialen Netzwerken zu verbieten, isoliert Twitter von anderen sozialen Netzwerken. Für Dennis ist das nicht die erste rote Linie, die damit überschritten ist – und es ist der Moment, an dem es mehr braucht als bloße Überlegungen.

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.

00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:05 Dennis Horn

Grüß dich, Gavin.

00:07 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis, willkommen zurück unter den Lebenden.

00:10 Dennis Horn

Ja, ach, vielen lieben Dank. Also vielleicht noch nicht unter den Komplett Lebenden. So eine Woche schon frist gebe ich mir noch, aber die Stimme ist schon mal wieder da und der Podcast damit jetzt auch.

00:22 Gavin Karlmeier

Und man musste aber mal ganz kurz dazu sagen, was für eine tolle Community wir jetzt schon haben. Also es klingt ein bisschen abgedroschen, sowas zu sagen, weil das in jedem Podcast gesagt wird. Aber wie viele Menschen alleine mir ausgerichtet haben, dass ich dir bitte eine gute Besserung wünschen soll, fand ich doch wirklich beeindruckend nett.

00:38 Dennis Horn

Ja, und ich habe das auch, also ich habe bei Twitter auch sehr viel davon wahrgenommen. Also ich habe reingeschaut. Ich war aber wirklich zu schwach, ähm, irgendwas zu antworten. Und ach guck mal. Angesteckt jetzt, ja?

00:52 Gavin Karlmeier

Ja, über den Podcast. Die nächste Woche kannst du schön. Über Weihnachten machst du dann alleine.

00:57 Dennis Horn

Ja, alles klar. Nach dieser Woche, die ich dir hier zugemutet habe, bei der Nachrichtenlage. Völlig in Ordnung. Jetzt freue ich mich erstmal wieder da zu sein und sage danke für alle Genesungswünsche.

01:10 Gavin Karlmeier

Und wir steigen direkt mit dem Thema ein, das jetzt gerade. Also, wir nehmen diese Episode hier am Sonntagabend um Viertel nach sieben auf. Also ungefähr elf Stunden vor Release. Das ist, wie wir inzwischen wissen, gefährlich. Aber man muss dazu sagen, es ist an dem Sonntag nicht so super viel passiert, weil Elon Musk beim. WM-Finale vor Ort war. Und ich finde es doch, es macht mir doch Spaß, solche Sachen zu beobachten, dass man merkt, okay, offenbar ist das ganze Netzwerk nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen ohne diesen diesen Menschen. was so ein bisschen seinen Autokratenstatus untermauert. Aber es gibt doch eine Neuigkeit.

01:45 Dennis Horn

Warte kurz, bevor du jetzt zu der Neuigkeit hast, es ist ganz interessant. Seinen Aufenthalt beim WM-Finale, in welchem Umfeld er dort gesichtet wurde. Also, es gibt Fotos, wie er in der VIP-Lounge steht, zusammen mit Jared Kushner. Dem Schwiegersohn von Donald Trump. Und der wiederum ist vorher gesichtet worden, auf dem Weg dort zum Stadion zusammen mit Sebastian Kurz. Dem früheren österreichischen Bundeskanzler, der mittlerweile. Wo ist er? Bei Palantir? Oder für wen für Peter Thiel arbeitet er mittlerweile?

02:20 Gavin Karlmeier

Ja, ich glaube auch, ja, genau.

02:22 Dennis Horn

Diesen Silicon Valley Investor, der ja eine gemeinsame Geschichte mit Elon Musk hat. Mit Elon Musk, die, die, die. Was ist das, die PayPal-Geschichte?

02:34 Gavin Karlmeier

Ja, genau.

02:35 Dennis Horn

Ja, der im rechten Spektrum zu verorten ist.

02:38 Gavin Karlmeier

Genau, der hat ja sogar seinen Platz im Facebook Board abgegeben, weil diese Tätigkeit im Facebook Board nicht seiner politischen Tätigkeit entgegenstehen soll. was wirklich tiefblickend ist. Es gibt da wahnsinnig viele spannende Texte drüber. Ich kann das mal empfehlen. Wenn ihr mal Rabbit holen wollt, dann beschäftigt euch mal mit Peter Thiel. Der ist so ein bisschen der Real Life-Joe Gerner.

03:04 Dennis Horn

Sehr gut, sehr gut. Rabbit Holes leiten wir freundlich weiter an Too Many Taps und beginnen jetzt Hier mit unseren Neuigkeiten. Du wolltest gerade die Geschichte Nummer 1 für heute auspacken.

03:16 Gavin Karlmeier

Genau, für mich die Geschichte Nummer 1 ist die Meldung, die der Twitter Support wirklich jetzt gerade eben veröffentlicht hat. Wir haben ja in den letzten Tagen, ich habe das hier immer wieder erzählt, schon berichtet, dass Menschen nicht mehr in der Lage waren, Mastodon-Links zu twittern oder in ihre Twitter-Bio zu setzen. Und jetzt gibt es eine neue Regeländerung bei Twitter. Sie schreiben nämlich: Recognize that many of our users are active on other social media platforms, however, we will no longer allow free promotion of certain social media platforms. Und führen dann aus, dass dazu Plattformen gehören wie Facebook, Instagram, Mastodon, Truth Social, überraschenderweise auch, und dass es nicht mehr erlaubt ist, entweder Links oder Nutzernamen für diese Plattform zu veröffentlichen. Dass zwar Cross-Posting mit diesen Plattformen weiter erlaubt ist, aber man die eben nicht mehr weiter verlinken darf, den Weg dahin. Und das ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Meine Lieblingsfrage war unten drunter. Ob damit die Instagram-Accounts, äh, die Twitter-Accounts von Instagram und Facebook damit jetzt gegen die Regeln verstoßen. Und ich also Was sagen wir dazu, Dennis?

04:20 Dennis Horn

Ja, ich würde das, also vielleicht führen wir es erstmal noch so einen Tacken weiter aus, weil in der längeren Policy dazu Das ist nochmal ganz interessant zu lesen, bevor wir vielleicht Stück für Stück die Argumentationskette aufbauen, die ich heute mitgebracht habe, namely that Medienhäuser Twitter genau jetzt verlassen sollten. Aber lass mal vorne beginnen. Also es gibt eine neue Policy. So eine Third-Platform Policy sozusagen. Und wie verletzen wir sie? Das schreibt Twitter jetzt. Sowohl auf dem Tweet-Level als auch auf dem Account-Level. werden wir jede freie Promotion verbotener Third Party Social Media Plattformen entfernen die dorthin verlinkt zu einer der folgenden Plattformen von Twitter aus oder das Handle auch nur angeben ohne eine URL. Also die verbotenen Plattformen sind Facebook, Instagram, Mastodon, Truth Social, Tribal, Tribal, Post und Noster. Außerdem Third-Party Social Media Link-Agggregatoren wie Link Tree oder Link. bio.

05:48 Gavin Karlmeier

Das ist auch krass, oder?

05:49 Dennis Horn

Das ist wirklich krass. So Und dann werden Beispiele genannt, drei Stück. Erstens, erstes Beispiel folge mir unter atusername on Instagram. username at mastodon. social und checkout my profile on Facebook facebook. com slash username Das sind die drei Beispiele die hier genannt werden Und dann schreibt Twitter weiter, Accounts, die vor allem dafür genutzt werden, Content auf anderen Social-Plattformen zu promoten, werden gesperrt. Außerdem alle Versuche, diese Restriktionen zu umgehen. Über technische oder nicht technische Wege, also zum Beispiel indem die URLs ein bisschen leicht angepasst werden und so weiter, oder über Kurzlinks so ein kleiner Umweg genutzt wird, aber dann man trotzdem dort landet, ist in Verletzung dieser Policy. Das heißt Einfach nur zu schreiben DOT statt eines Punktes in URL-Namen oder Screenshots mit dem Händle zu teilen, ist genauso verboten.

07:04 Gavin Karlmeier

Das ist eigentlich das America First der Twitterwelt, wenn man so möchte. Also eine Politik der Isolation gegenüber anderen Social Media Plattformen. Und ich musste an etwas denken, und zwar. gab es schon mal vor einigen Jahren, das jetzt sind wir wirklich wieder die alten Hasen, die von früher erzählen, gab es mal so eine Welle, wo Twitter sich schon mal abgeschottet hat, damals nicht gegen andere Social Media Plattformen sondern gegen Third-Party-Apps, die auf Twitter zugegriffen haben. Also ich erinnere mich an so Tools wie FaithStar. wo ich mir so ein Ranking meiner Tweets nach Like-Anzahl erstellen konnte, an YFrog, einen Dienst, mit dem ich Bilder hochladen konnte, die dann direkt in einen Tweet eingebaut wurden. Die wurden relativ rigoros gesperrt zu einem Zeitpunkt X. Ich kann nicht so ganz genau sagen, das wird schon so sieben, achtjähchen her sein. Aber es gab schon mal so ein Momentum oder eine Situation, wo Twitter sich entschieden hat, so Fäden in andere Richtungen abzuschneiden, die es früher mal gab. Und das ist deswegen, finde ich, vor allem bemerkenswert, weil man das jetzt gerade genauso sich vorstellen kann, wie das früher war bei Twitter, wenn man sich im Mastodon anschaut, wo man sehr gut mit anderen Apps beispielsweise die nutzt. Erfahrung verbessern kann. Und finde, dass deswegen passt das irritierender Weise auf der einen Seite schon auch in eine, in die Legacy von Twitter irgendwie eine Art Abschottung zu fahren, finde ich. Also ich finde es nicht Allzu doll überraschend, du siehst es auch nicht.

08:35 Dennis Horn

Ja, ich neige dazu zu widersprechen, weil das eine sind ja typische Fragen, mit denen. . Plattformen beim Aufbau konfrontiert sind. Also erstmal sich zu öffnen, damit da Entwicklerinnen und Entwickler sich dran heften können, Tools programmieren können, die dabei helfen können, dass die Plattformen größer werden und irgendwann Geht man diesen Weg dann wieder einen Schritt zurück?

08:58 Gavin Karlmeier

Ja, verstehe ich.

08:59 Dennis Horn

Ja, und auf der anderen Seite hat Twitter ja vor der Übernahme durch Elon Musk immer wieder betont, wie wertvoll dieser Dienst auch auf so einer Protokollebene wäre. Und ist deswegen zumindest gedanklich, vielleicht ein Tacken, auch nochmal einen anderen Weg gegangen. Das ist aber etwas sehr anderes Als links zu verbieten.

09:21 Gavin Karlmeier

Ja, und da will ich dir zustimmen, weil das wollte ich nämlich, um den Satz noch zu beenden. Weil dann siehst du, ich will dir gar nicht so darüber sprechen. Auf der einen Seite finde ich passt es eben in dieser Legacy, auf der anderen Seite aber eben auch in die Art, wie Elon Musk sie interpretiert. Weil dieser Zugang zu sagen Auf der einen Seite wir sprechen hier über Free Speech, auf der anderen Seite werden Links eingeschränkt, haben wir in den letzten Wochen und Tagen Hier dauerhaft bemerken müssen. Und deswegen ist das halt keine allzu überraschende Meldung, sondern das ist jetzt eigentlich nur das darüberliegende Regelwerk für die Entscheidungen, die ohnehin schon getroffen wurden. Das macht es natürlich nicht besser. Also das macht es nicht nachvollziehbarer und das passt so ein bisschen zu deinem großen Thema, das du gerade schon angekündigt hast, nämlich zu roten Linien, die hier überschritten werden. In dem Moment, wo du, wo dir. Dinge verboten werden zu sagen, hast du jetzt eine viel stärkere Einschränkung der Freedom of Speech, als du sie je auf Twitter erlebt hast. Und das, obwohl es jemand gekauft hat, der sich diese Erhaltung der Freedom of Speech oder die Wiederherstellung So doll auf die Fahnen geschrieben hat.

10:24 Dennis Horn

Ja, und man muss auch mal festhalten, dass das, was hier passiert, natürlich JournalistInnen und Medienbetriebe. . im Besonderen trifft. Weil zu unserem Job ist natürlich auch gehört, zum Beispiel Quellen zu verlinken. Und das ist in diesem Fall dann nicht mehr möglich. Wie soll es mir möglich sein, in einem längeren Thread zu zum Beispiel eine Quelle zu verlinken, die jetzt bei Instagram, bei einem Text auf Facebook liegt, bei einem Posting im Fediverse. Also das wird jetzt problematisch. Und verunmöglicht damit die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, Medienhäusern an dieser Stelle. So, und das halten wir vielleicht erstmal

11:04 Gavin Karlmeier

Ich darf das noch ganz kurz noch weiter eskalieren. Es geht ja sogar, finde ich, weil es, wir kennen das von anderen Plattformen, dass Leute also berichten, wir auch aus eigenen Erfahrungen, es ist immer schwierig, die Leute von dem einen sozialen Netzwerk auf ein anderes zu kriegen. Wie kriege ich denn meinen YouTube-Kanal mit einer Facebook-Seite groß? Ist eine Diskussion, die du wahrscheinlich schon genauso oft mit Menschen geführt hast wie ich in deinem Beruf. Und das war immer schwierig, weil einem die Wege da nicht besonders leicht gemacht wurden durch Algorithmische Verteilung von Inhalten und so weiter. Das, was hier aber ja passiert, ist ja eine viel stärkere politischer motivierte Einschränkung dieser Bewerbung anderer Plattformen. Und die Frage ist ja, die ich mir direkt gestellt habe, wo fängt das an und wo hört das auf? Also heute ist es noch Facebook, Instagram und Mastodon. Aber wer sagt denn, dass es morgen nicht vielleicht auch eine Einschränkung von Mediatheken wären oder was auch immer. Also du weißt halt nicht, wohin das noch führt.

11:58 Dennis Horn

Exakt. So und dann vielleicht noch das als Nebennotiz dazu, dass ähm andere Plattformen in irgendeiner Art und Weise schlechter gestellt werden, ist natürlich auch nichts komplett Neues. Also wir kennen das von Facebook, jeder, der da mal versucht, einen YouTube-Link zu posten. weiß, dass der wesentlich schlechter wegkommt, als meinetwegen ein Video innerhalb von Facebook zu teilen. Ähm, und jeder, der bei Twitter versucht, einen Instagram-Link zu posten, konkretes Posting. weiß natürlich auch, dass im Gegensatz zu vielen anderen Inhalten bei Twitter hier keine automatische Vorschau erzeugt wird. von YouTube-Videos genauso wenig. Also das ist immer schon mal Thema gewesen, dass die Plattformen das natürlich nicht so gerne sehen, aber das hat in dieser Form jetzt und in der Konsequenz Natürlich nochmal eine andere Qualität und ich würde vielleicht noch ein Muster an der Stelle hier noch herauspacken: nämlich, dass wir sehen, dass Elon Musk hier die Dinge, die ihm persönlich zustoßen. In eine allgemeine Regel fast. Das haben wir jetzt mehrfach gesehen, das ist beim Doxing so wo wir allerdings natürlich auch immer die Klammern drum machen müssen, in welchen Fällen wurde denn da überhaupt genau gedoxt oder nicht. Du hast in den Episoden in der vergangenen Woche ja. Auch zu Genüge erklärt, dass das alles E frei verfügbare Daten waren, die zum Beispiel durch den Elon Jet Account Zusammengetragen wurden. Und hier passiert es jetzt genauso. Also im Grunde passiert seiner Plattform, dass sie gerade eine massive Abwanderung mitunter auch erlebt von der engagierten Nutzerschaft, dass gerade Mastodon eine große Rolle spielt. Und er jetzt im Grunde ein Riegel vorschiebt. Also, das halten wir als Punkt 1 fest. Punkt zwei ist nochmal eine Weiterentwicklung der gesperrten JournalistInnen. Ähm, da ist noch ein Name mit dazugekommen auf die Liste, wobei jetzt in den letzten ein, zwei Stunden nicht ganz klar war Ob I Account nicht doch nochmal freigegeben wurde, weil er wieder sichtbar war, das ist eine Geschichte und eine Entwicklung, die wir vielleicht weiter noch abwarten. Aber Taylor Lawrence. Für die, die sie nicht kennen, ist eine amerikanische Journalistin, arbeitet für die Washington Post von Jeff Bezos, war auch Technologiereporterin vorher für die New York Times, The Daily Beast, Business Insider. und ist besonders bekannt für ihre Berichterstattung über digitale Kultur So kann man das vielleicht sagen. Also hat viele Stücke auch über TikTok gemacht, zum Beispiel in den letzten Jahren. Und gilt übrigens als eine von denen, die den Spruch Okay Boomer groß gemacht haben. In einem Text, in dem sie geschrieben hat über das Ende der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Generationen. So, und ihr Twitter-Account war jetzt heute auch Gesperrt. Sie hat einen Blogbeitrag darüber geschrieben, dass sie keine Begründung von Twitter bekommen hat. Hat dann nochmal irgendwie nachgehakt per E-Mail dort und hat die Antwort auch bekommen, nee, bleibt dauerhaft gesperrt. Und du musst uns auch gar nicht mehr fragen, weil wir werden hierauf auch gar nicht mehr erst antworten. Und Taylor Lawrence war seit 2010 bei Twitter, sagt von sich selbst, sie hat nie eine Verwarnung bekommen. Gegen die Regeln irgendwie verstoßen zu haben. Und sie hat sich aber kurz bevor sie gesperrt wurde, direkt an Elon Musk gewandt mit einem Tweet und hat. ihm darauf oder in diesem Tweet hingewiesen auf eine Reihe von E-Mails, die sie ihm geschickt hatte, zusammen mit Drew Howell, auch Tech Reporter der Washington Post, war auch einer von denen, die vorher bei Twitter schon gesperrt waren. deren Sperre mittlerweile aber wieder aufgehoben wurde. Und bei diesen E-Mails, die die beiden Elon Musk geschickt hatten, da ging es um eine Recherche und die hat mit dem Vorwurf zu tun, den Elon Musk erhoben hatte, JournalistInnen hätten seinen Aufenthaltsort. Und denen seiner Familie gedoxt, also öffentlich gemacht. Und Elon Musk sagt, sie hätten damit gegen Gesetze verstoßen. Und ihn aber dafür anzuhauen und zu befragen, ist natürlich auch nichts anderes als übliche journalistische Praxis, die ihr hier offenbar negativ ausgelegt wurde.

16:34 Gavin Karlmeier

Ja, also für die, die uns zuhören, die keine JournalistInnen sind, ich bin mir ehrlicherweise gar nicht so sicher, wie viele das sind, das ist halt ein völlig normales Vorgehen, dass du am Ende deiner Recherche eine Konfrontation durchführst, also den Menschen, über den du recherchierst, um einen Kommentar oder um eine Einschränkung. Und die Möglichkeit gibst, sich zu verteidigen, ist fast zu viel gesagt, aber zu äußern. Und das wäre jetzt schon fast zu viel gesagt, denn die Anfrage sagt ja sogar nur: hey, wir haben hier ein paar Sachen rausgefunden, die würden wir gerne mit dir diskutieren, wir nehmen das ja ernst. Möchtest du mal darauf antworten, danke. Und das finde ich, also, das ist so abstrus, dass dieser Account zu dieser Account-Sperr, dieser Tweet zu dieser Accountsperre geführt hat, dass ich, also es ist halt wirklich, ich habe das glaube ich in der Episode am Samstag schon mal gesagt, man muss da fast tatsächlich das ernst nehmen, wenn Menschen aus den Kreisen, wie es so schön heißt, sagen, Elon Musk Verhält sich gerade paranoid. Also er hat das Gefühl, dass alle Menschen seiner Familie oder ihm an den Kragen wollen und sperrt deswegen alles weg, was irgendwie in sein Personal Space eindringen könnte. Und das eben in Kombination mit einer politischen Motivation, die eben Leute gerade in seiner Welt zum Bösen macht, die zum Beispiel zu so Medienhäusern wie eben der Washington Post gehören. Macht das natürlich wahnsinnig gefährlich und eben abstrus willkürlich. Also ist ein Wort, das wir ja hier ständig benutzen, aber man kann da wenig zu sagen, außer dass

18:08 Dennis Horn

Ja, man findet auch langsam keine Worte mehr dafür. Ich habe in Vorbereitung zu dem Thema, über das wir jetzt gleich sprechen, habe ich auch schon überlegt, ich merke jetzt langsam auch in mir persönlich so einen So eine Wut aufsteigen, die dazu führt, dass ich ihn im Grunde am liebsten laufend beleidigen würde. Verbunden. damit allen Medien, die sich bisher nicht bewegen, auch noch Untätigkeit in unschönen Worten vorzuwerfen. Aber da d auch dazu gleich.

18:41 Gavin Karlmeier

Ja, lass uns gerne da jetzt gleich zu kommen. Ich habe noch eine kleine Meldung, die ähm äh, die dazugehört. Auch ähm Katie Not Das ist die, die den Space erstellt hat, der quasi dieser ausschlaggebende Moment war zur Sperre der kompletten Spaces und der Sperre der Journalistinnen und so. Die wurde inzwischen davon gesperrt, Spaces zu erstellen. Also die Spaces-Funktion ist ja wieder da. Aber Katie hat die nicht und hat auch eine Mail dazu bekommen, wo drin steht, dass ihr diese Möglichkeit, Spaces zu erstellen, jetzt nicht mehr zur Verfügung steht. Und da sind wir, finde ich, genau bei dem Thema.

19:19 Dennis Horn

Ich bringe noch eine Meldung mit. Elon Musk hat angekündigt, dass Twitter jetzt bald. Also, ich finde, diese Meldung ist ein bisschen untergegangen, offen gestanden. Dass Twitter jetzt bald damit beginnen wird, Signale von Blue, Twitter Blue Nutzern Als Downvotes zu integrieren. Also das heißt, wenn jetzt Nutzerinnen und Nutzer, die dieses neue Abo für 8 Dollar oder 11 Dollar abgeschlossen haben Und die verifiziert wurden dann im Anschluss. Wenn die jemanden stumm schalten bei Twitter oder jemanden blockieren. Dann wird das diesem Profil als ein Malus angerechnet. Und er sagt, es gibt auch positive Reaktionen, also dass zum Beispiel wenn man irgendwie liked. Und so, das wird auch mit einberechnet. Das hat er noch mal zur Klarstellung. dazu getwittert, ein NN-Modell hat er geschrieben, also ein neuronales Netzwerk, also ein lernendes klassisches KI-Ding, über das wir im Moment so sprechen. Und mit zunehmender Glaubwürdigkeit der Benutzerkonten werden ihre Aktionen mehr Gewicht haben. So, das bedeutet aber, dass den Menschen Die jetzt allein mit Geld sich verifizieren lassen, im Grunde das Geschick über Reichweiten auf der Plattform in die Hand gegeben wird und man mit Geld sich jetzt kaufen kann, Menschen zu Zur Ruhe zu bringen, also zu silencen würde man wahrscheinlich in irgendeinem modernen Internet-Soziologie fachchinesisch sagen. Das heißt doch nichts anderes, richtig?

21:18 Gavin Karlmeier

Ich sehe das tatsächlich auch so. Also die ganz grundsätzliche Mechanik, die dem ja zugrunde liegt, die kennen wir von ganz vielen sozialen Netzwerken. Klassiker, bei Facebook kann man ja sogar negativ auf Postings reagieren, indem man sagt, zeige mir weniger von diesen Postings an. Und wenn man das tut, führt das dazu, dass auch anderen Leuten dieser Post wahrscheinlich weniger häufig angezeigt wird. Und so funktionieren diese Algorithmen ja immer, die lernen ja immer daraus, wie Menschen mit diesen Inhalten interagieren. Wenn ich eine Instagram Story mache und alle Leute wischen die nach einer Sekunde weg, dann wird die anderen Leute weiterhin ausgespielt. Krass ist tatsächlich, dass aber hier diese Gewichtung stattfindet, dass es A Leute bevorzugt, die dafür Geld bezahlen. Und B finde ich krass, dass das jetzt so deutlich kommuniziert wird, weil das und das ist, finde ich, fast eine auch wieder eine Trump-Mechanik. Man kommuniziert jetzt, übrigens auch, Putin kommuniziert ähnlich, man kommuniziert jetzt schon einen Weg, der eine Hintertür bietet, um im Nachhinein sich für Dinge zu entschuldigen oder Dinge zu verargumentieren, die daraus folgen können. Was ich damit sagen will, mal angenommen, diverse JournalistInnen werden einfach gar nicht mehr ausgespielt, dann hätte man jetzt immer das Assem Ärmel, es darauf zu schieben, Hey, wir haben aber ja gesagt, die neuronalen Netze lernen von denen, die Twitter Blue uh benutzen oder Twitter für Twitter Blue bezahlen. Wir wissen aber natürlich nicht, ob das stimmt. Also es kann durchaus auch sein, dass das jetzt die Backdoor-Argumentation ist. um im Nachhinein unliebsame Stimmen einfach tatsächlich, wie du sagst, zu silencen. Und das ist besorgniserregend. Und schafft halt tatsächlich irritierenderweise genau diese Eliten, die Elon Musk eigentlich immer wieder anderen Menschen vorgeworfen hat.

23:04 Dennis Horn

So, jetzt ähm jetzt komme ich. Also ich finde, das ist eine freundliche Formulierung, besorgniserregend. Ich gehe bei diesen Recht Freundlichen Formulierungen nicht mehr mit. Wir haben uns häufiger uns seit dieser Podcast begonnen, hat uns die Frage gestellt: Was sind eigentlich rote Linien? Und ich habe den Kommentar gelesen, auch von Frederik von Castell, auf Übermedien. Der schreibt, Twitter hat seine roten Linien jetzt für ihn mit seinem Account überschritten. Da würde ich gleich vielleicht auch nochmal zu kommen, aber jetzt erstmal die Frage: Wie reagieren wir in Anführungszeichen als Medien? darauf. Weil ich finde es erstmal erstaunlich, dass es schon so ein paar schnelle Reaktionen aus der Politik gab, insbesondere aus dem Auswärtigen Amt, von den Vereinten Nationen, vom Weißen Haus, die das, was JournalistInnen bei Twitter passiert, einhellig zu Recht verurteilen. Etwas aus der Reihe tanzt der Bundesjustizminister Marco Buschmann, FDP, der ja getwittert hat, es gehört mehr Größe dazu, weil dann ja so ein paar Journalisten, da wurde ja der Account wieder freigegeben. eigene Fehler zu korrigieren, als immer alles richtig zu machen. Daher Respekt dafür, dass Elon Musk die gesperrten Journalistenkanäle wieder freigibt. Ja, you wish. Alter. Also, der hat nicht mitbekommen, dass das Kein eingesehener Fehler ist von Elon Musk, sondern ein genussvolles Spiel, damit die irgendwie am langen Haken zappeln zu lassen. So.

24:42 Gavin Karlmeier

Wenn man das denn so, also das ist ja eine sehr positive Lesart. Die andere Seite wäre ja wenig überraschend, dass ausgerechnet der deutsche liberale politische Flügel genau solche Menschen dann eben auch wieder hofiert oder zumindest ihnen eine Möglichkeit bietet, gut wegzukommen aus der Sache.

25:02 Dennis Horn

So, und dann sehe ich gleichzeitig ein recht starkes Füßestillhalten der Medienbubble. Nach wie vor. Ich erinnere mich daran, wie CBS News am Anfang mal einmal gesagt hat, nee, jetzt Schluss und dann.

25:14 Gavin Karlmeier

25 Stunden lang.

25:15 Dennis Horn

Ach nee, doch wieder. So. Ähm, CNN hat sehr deutliche Worte ja gewählt. Basierend auf der Antwort, die wir jetzt darauf bekommen, werden wir unsere Beziehungen zu Twitter überdenken. Da habe ich jetzt noch nichts Neues gehört. Die Rückmeldungen von Washington Post und wer waren die anderen? Weiß ich schon nicht mehr. Die waren ein bisschen zurück, New York Times waren ein bisschen zurückhaltender, freundlicher. Und aus Deutschland höre ich Schweigen nach wie vor. Und wir haben vor zwei Wochen oder drei Wochen hier im Podcast schon mal darüber geredet. Und da habe ich schon gesagt. Also da müsste doch irgendwie mal was kommen, auch als Positionierung. Also ich habe jetzt den Deutschen Journalistenverband wahrgenommen, der immer sehr schnell und gerne poltert. Und den ich in seiner Polterhaftigkeit manchmal auch so ein bisschen albern finde. So, aber die Medienhäuser selbst, so, dann bekam ich so So Nachrichten geschickt, so im Hintergrund, wo mir Leute dann geschrieben haben: ja, wir sind ja schon dran. Und es kam immer noch nichts. Und es regt Nee, ganz kurz, lass mich mal ausreden. Es regt mich tierisch auf. Ich nehme mein eigenes Haus nicht aus oder die Läden, für die wir arbeiten in der ARD, weil was wir hier jetzt haben. Ein Alleinherrscher, der die Regeln, die ihn persönlich betreffen, zu allgemeingültigen Dingen macht. Jemanden, der JournalistInnen Willkürlich sperrt, jemanden, der ihnen unterbindet, Quellen zu verlinken, jemanden, der das Spiel für Medienhäuser verbietet, zwischen verschiedenen Accounts hin- und her zu linken. Jemanden, der Regeln schafft, die zusammen mit der Möglichkeit, Stummschaltungen, Blockierungen und Meldungen als Downvotes zu integrieren für Twitter Blue Nutzer, Und damit gezielt JournalistInnen und Medienhäuser, die nach bestimmten Regeln arbeiten, die jetzt unterbunden werden, silencen lässt. Es kann nicht mehr sein. Jetzt rede ich mich in Rage, sorry, aber es.

27:30 Gavin Karlmeier

Nee, ist gut, mach mal, ich lasse es mal laufen.

27:32 Dennis Horn

Ich bin jetzt fertig, aber für Medienhäuser ist aus meiner Sicht an dieser Stelle Jetzt die rote Linie überschritten. Ich würde Medienhäusern jetzt raten, Twitter zu verlassen. Es gibt hier aus meiner Sicht In diesem Umfeld gar keine Debatte mehr. Es sind sämtliche Punkte erfüllt, die für mich sagen, und ich war immer jemand, der gesagt hat, geht dahin, wo das Publikum ist, und so weiter. Aber es ist auch immer eine Abwägungsfrage. Und die Abwägung fällt für mich mit diesem Zustand dieser Plattformen jetzt anders aus.

28:04 Gavin Karlmeier

Es gibt noch eine Facette, um dem noch einen hinzuzufügen, weil ich dir gar nicht widersprechen kann. Dwitter den NutzerInnen vorschreiben möchte, das Werbetracking zu aktivieren. vorschreiben möchte, die Ortungsdienste zu aktivieren, in den AGBs quasi mitgeben möchte, dass du das Einverständnis geben musst, dass deine Telefonnummer an Dritte verkauft wird. werden darf als klare Daten. Und wenn du das alles nicht möchtest, dann kannst du ja Twitter Blue nutzen, weil dann gäbe es die Opt-out-Option. Das war für mich schon tatsächlich, und das war vor der Sperre dieser JournalistInnen. Eine rote Linie, die aber auch sagt, dass du als Medienplattform dir wirklich genau überlegen musst, bin ich da eigentlich noch richtig bei einer Plattform? bei der meine NutzerInnen nicht einfach zu mir kommen können, ohne dass ihre Daten weiterverscherbelt werden. Dann ist es aber genau wie du sagst, in diese ganzen Sachen noch passiert und ich würde dir zustimmen. Das ist jetzt der Punkt, wo man auch ein Statement setzen muss. Also zum Beispiel hat Radio 1 den Twitter-Account deaktiviert am 14. Dezember. Also fairerweise muss man dazu sagen, am Tag vor den JournalistInnen sperren. Aber mit der Formulierung, wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Die fand ich unglücklich, diese Formulierung, weil es ist gerade nicht der Moment, wo es am schönsten ist.

29:22 Dennis Horn

Ja, diese tolle Radio 1-Ironie, aber sorry, also dann, wenn hier gerade mal was zählt, dann verbindet das doch mit einem Aufruf, warum es wichtig ist zu gehen. Also das ja

29:36 Gavin Karlmeier

Also es ist gerade wichtig, da laut zu sein. Und das ist auch, ich bin da so ein bisschen am hadern, weil wir reden jetzt hier groß. Aber ich selber habe meinen Account halt auch noch nicht deaktiviert, weißt du? Und ich sehe das auch, dass da gerade die großen Zug Pferde jetzt gefragt sind zu sagen, wir treffen jetzt die Entscheidung, hier nicht mehr stattzufinden. Wir lassen diesen Fluss an Informationen hier einfach versiegen. Weil wenn die ganzen großen Zug Pferde eben nicht mehr da sind, dann ist es für mich als NutzerInnen auch nicht mehr so attraktiv, trotzdem noch mitzumachen. Weil ich kann mich da nicht ausnehmen, trotzdem ist es gerade immer noch ein wichtiger Informationskanal, aber ich wünschte, es wäre nicht mehr so

30:17 Dennis Horn

Es gab vor ein paar Tagen einen Kommentar von Patrick Beuth, den ich sehr schätze, beim Spiegel, der darüber gesprochen hat, warum es jetzt trotzdem falsch sei, wenn Journalisten Twitter verlassen. Bezug genommen auch auf diesen Leitspruch der Washington Post: Democracy Dies in Darkness, ja, Demokratie stirbt in der Dunkelheit, denn es sei noch kein Ort dadurch besser geworden. Dass alle Journalistinnen und Journalisten ihn verlassen haben. So und hier geht es aus meiner Sicht, also ich ähm Ich kann diese alte, es ist halt immer noch eine Plattformargumentation auf der einen Seite nachvollziehen, auf der anderen Seite geht es denen, die jetzt gehen. Möglicherweise nicht darum, Twitter besser zu machen, sondern es geht ihnen darum, ihren Kopf hochhalten zu können Denn wenn ich jetzt dort bleibe, vielleicht mache ich dann Twitter irgendwie besser, keine Ahnung. Aber ich muss mich Regeln beugen, die einfach indiskutabel sind für ein journalistisch arbeitendes Unternehmen. So, jetzt haben wir die Unternehmen abgeklappert. Jetzt müssen wir aber noch über die Journalistinnen und Journalisten selbst sprechen. Und da habe ich jetzt tendenziell erst einmal gesagt: So die letzten 24 Stunden, 48 Stunden, das ist vielleicht nochmal eine anders zu beantwortende Frage, denn auch wenn Medienhäuser hier gehen müssten, Bleibt die Plattform für JournalistInnen ja nach wie vor ein Feld der Recherche. So, dem würde ich grundsätzlich zustimmen. Aber auch Journalistinnen und Journalisten, die publizistisch auf Twitter arbeiten. Ist, glaube ich, das mit den neuen Regeln wird es, glaube ich, verunmöglicht. So. Und deswegen ist meine Entscheidung. dass ich mit diesem Tag, an dem dieser Podcast hier erscheint, meinen Account bei Twitter auch aufgebe.

32:20 Gavin Karlmeier

Das finde ich.

32:21 Dennis Horn

Also ich werde ihn erstmal so da liegen lassen, aber ich werde mich verabschieden. Und das ist so nicht richtig, was da passiert. Und es ist auch nicht richtig, dort zu bleiben.

32:35 Gavin Karlmeier

Ich finde das, also Konsequent, ich finde das richtig, ich finde das nachvollziehbar. Ich finde halt diese eine Facette, ich denke darüber seit Tagen auch nach, diese eine Facette, die ich immer wieder gelesen habe. Können wir das Feld den anderen überlassen? Finde ich tatsächlich diskussionsfähig noch. Zu sagen, wenn wir jetzt alle gehen Dann bleibt das Problem ja bestehen, nur wir sind eben nicht mehr dabei. Weißt du, was ich meine?

33:03 Dennis Horn

Ja, aber wenn, äh, wenn, also das ist ja jetzt so ein Spiel Spielbild, das du da aufmachst, ne? Das fällt den anderen überlassen. Wenn die Regeln so gestrickt sind, dass bei dem den anderen überlassen oder nicht, die Spielregeln so sind. Dass ich überhaupt keine faire Chance habe, dann bin ich raus.

33:31 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde das klug.

33:33 Dennis Horn

So. Also Und es besteht ja nur eine Chance darin, ihm das durch Macht klarzumachen. Und die Inhalte, die Menschen und Unternehmen für diese Plattformen herstellen. Denn da ist ja nichts an sich als wert. Das sind ja alles die Inhalte der Menschen, die sich darauf bewegen. Das ist ja der Wert dieser Plattformen. Der wird ja auch von außen rangetragen. So, und wenn da jetzt Regeln geschaffen werden, dann eben ohne die Inhalte von uns. So einfach ist es. So.

34:18 Gavin Karlmeier

Ich kann da noch hinzufügen, eine kleine Randnotiz, die ich hier unterschlagen habe, die du mir aus deiner Krankheit herausgeschickt hast. Das Ministerium für Infrastruktur und Digitales von Sachsen-Anhalt hat sich jetzt ein Twitter-Account gemacht.

34:30 Dennis Horn

Ja, und wurde begrüßt vom Land Sachsen-Anhalt. Jetzt auch bei Twitter. Das war Das war Satire, oder?

34:39 Gavin Karlmeier

Ja, ist es, ne? Also, ja, tatsächlich. Ist aber auch, die sind noch nicht verifiziert. Wer weiß, wie ernst es denen tatsächlich ist. Also, ich finde, ich habe großen Respekt vor deiner Entscheidung. Ich glaube, also ich bin dabei, mein Abschiedsprozess fällt mir schwerer, merke ich. Auch wenn da emotional die Abnabelung läuft. Auch das merke ich. Also ich habe ganz am Anfang mit dir darüber gesprochen. Wie werde ich die Automatismen los? Und wir haben darüber gesagt, die App auf einen anderen Punkt schieben auf dem Telefon. Und bei mir ist es jetzt tatsächlich passiert, dass ich Dinge, ähm Gedanken, Witze, wenn man so möchte. erst veröffentlicht habe auf anderen Plattformen als Twitter. Und das ist, glaube ich, eigentlich noch nie passiert. Und damit merke ich, dass tatsächlich in mir dieser Prozess auch läuft. Das ist was. Weil Twitter uns, da kann ich nur für mich sprechen, ehrlicherweise, aber meine komplette berufliche Laufbahn ist Fuß auf Twitter. Meinen ersten Job in der Medienwelt habe ich bekommen, weil Menschen Dinge von mir auf Twitter gelesen haben. Und diesen Weg, der dahin geführt hat, den jetzt abzuschneiden, der passiert gerade, aber der passiert halt in Phasen, in Wellen. Und es wird aber spannenderweise, nee, nicht spannenderweise, offensichtlich Mit jedem Tag, wo wir das hier machen, wird es einfacher, weil jede Meldung, die kommt, es weniger schmerzhaft macht, diese Welt dann irgendwann zurückzulassen.

36:06 Dennis Horn

Also, wir sind wieder bei unserem gemeinsamen Therapieansatz hier.

36:09 Gavin Karlmeier

Das ist, glaube ich, mehr denn je. Übrigens, Elmar Tevesen hat sich bei Twitter auch gelöscht, neuerdings. Nur der Vollständigkeit halber, ich habe hier dieses Tab noch offen und wollte es noch unterbringen, der ja als ehrlicherweise weiß ich gar nicht, was seine Position ist, Korrespondent des ZDF in den USA ist.

36:29 Dennis Horn

Ja, ich glaube ja.

36:32 Gavin Karlmeier

Genau, Leiter des ZDF-Studiums in Washington. Tatsächlich einer der größeren Namen ist, die jetzt hier mit mit einem Signal gehen. Und ich würde mir wünschen, dass wir in den nächsten Tagen mehr dieser Signale kriegen und das nicht nur von Einzelfiguren, wie Dennis Horn beispielsweise. sondern tatsächlich von größeren Häusern und Redaktionen, die sagen, ohne uns. Also ich schließe mich da deiner Wutrede ein bisschen an.

37:00 Dennis Horn

So, und damit machen wir einen Punkt für heute, oder?

37:03 Gavin Karlmeier

Ich fürchte ja.

37:05 Dennis Horn

Müssen wir durchatmen erstmal.

37:07 Gavin Karlmeier

Ja, müssen wir durchatmen und also wir haben ja auch, das hat irgendjemand beobachtet, das hat mir ganz gut gefallen. Die Wochen fangen immer Nachrichtenarm an und werden Nachrichten stärker. Deswegen sind die Samstagsfolgen irgendwann entwickelt worden. Nächsten Samstag haben wir Heiligabend, da wird das nicht passieren. Aber wenn die Montagsepisode jetzt schon. Wie jetzt Wenn die Montagsepisode jetzt schon die 30 Minuten reißt, dann bin ich gespannt auf alles, was dann noch kommt.

37:31 Dennis Horn

Halleluja. Bis morgen.

37:32 Gavin Karlmeier

Bis morgen, Dennis.