Folge 32 · 21. Dezember 2022 · 16 Min.
Interesting!
Ob Blau, Gold oder Grau: Die neuen Haken sind da. Und sie haben das Chaos in die Timeline gebracht. Aber wieso sollte es im Produkt auch anders aussehen, als im Unternehmen. Außerdem findet Elon Musk so einiges „interessant“ und wir dadurch plötzlich auch. Nur eben ein bisschen anders „interessant“ als er.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo zusammen Ihr hört, ich bin tatsächlich wieder alleine und das liegt so ein bisschen daran, dass Dennis offenbar ein bisschen zu früh wieder angefangen hat. mit Kram und wir dementsprechend die Woche uns noch gemeinsam, zumindest bis Weihnachten, hier miteinander um die Ohren schlagen dürfen und schicken gute Besserung an Dennis, der ähm gerade von seinem von seinem Arzt gesagt, bekommen hat doch lieber mal ein bisschen mehr Pause zu machen. Und genau das wollen wir ihm natürlich zugestehen. Und ich bin mir sicher, wir kriegen ihn da, kriegen das jetzt auch ohne ihn. Zumindest bis Weihnachten hin und drücken den Daumen, dass es dann schnell besser wird. Es gibt so ein paar Meldungen, tatsächlich heute gar nicht allzu lang. Ich weiß, ich habe das letzte Woche auch schon mal gesagt, habe gesagt, hey, heute ist es nicht so viel und dann Wurden das 20 Minuten? Nee, heute sind es tatsächlich nur ein paar kleine Meldungen, nichts Großes, die wir aber trotzdem der Vollständigkeit halber hier platzieren müssen, um dann zu schauen, wohin uns der Weg morgen führt. Aber ich möchte mit einer Meldung anfangen und zwar. Die neuen Haken sind da. . Endlich hat Twitter ausgeliefert, was seit langem versprochen und geahnt wurde. Denn neben den blauen Häkchen, die es gibt, die eigentlich weiße Haken auf blau sind, ich weiß, die eigentlich auch zweigeteilt sind, nämlich zum einen gibt es Blue Legacy. Also das sind die Häkchen, die früher schon einen blauen Haken hatten. Das sind die, bei denen jetzt, wenn man drauf tippt, steht, diese Person könnte beachtenswert sein oder auch nicht. Und eben Twitter Blue, also die blauen Häkchen, die das neue Verifikationsverfahren durchlaufen haben und zu Menschen gehören, die dafür 8 Dollar im Monat zahlen möchten. Gibt es jetzt neuerdings auch goldene Häkchen? Die goldenen Häkchen zeigen ein verifiziertes Unternehmen an, gehen aber einher mit der Tatsache, dass das Profilbild viereckig wird. Das ist eine neue Information. Woher das plötzlich kommt, ist nicht ganz klar. Führt dazu, dass man in der Timeline ein bisschen schneller erkennt, ob das jetzt ein Unternehmen oder eine Person ist. was man vielleicht eher erkannt hätte, wenn da ein Logo zu sehen ist. Führt aber vor allem zu, na, ich glaube, man nennt es Inkonsistenz. Also es führt dazu, dass es ein bisschen chaotischer wird in der Timeline. Aber warum sollte die Timeline nicht so aussehen wie das Unternehmen Twitter? Also es gibt jetzt eben auch goldene Häkchen, die mit viereckigen Profilbildern einhergehen. Und es gibt jetzt auch graue Häkchen. Graue Häkchen gehören zu Regierungs- Organisationen, also der Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit seinem offiziellen Account ein graues Häkchen und mit seinem at Olaf Scholz-Account ein blaues Häkchen. Denn das eine ist ein Regierungs-Account und das andere ist ein Privatpersonen-Account, der aber auch verifiziert wurde. Bis hierhin kann man das noch nachvollziehen. Jetzt gibt es aber noch ein weiteres Symbol hinter dem Handel. Und zwar kommt jetzt außerdem noch dazu, dass es. die Möglichkeit gibt, einen Account zu assoziieren mit einem Unternehmen. Also um euch ein Beispiel zu nennen, es gibt. . den Account Tesla Asia. . Das ist das Asiengeschäft von Tesla. Und die haben, weil sie ein Unternehmen sind, ein viereckiges Profilbild und ein goldenes Häkchen. Haben dahinter aber noch ein kleines Tesla-Logo, das zeigt, dass sie assoziiert sind mit dem verifizierten Unternehmen Tesla und eben dem Account at Tesla. Schaut euch das mal an, es gibt noch nicht allzu viele Unternehmen, für die das so ausgerollt wurde und für die es diese Assoziation. Aber das bietet natürlich Potenziale an. Also ich man, wir wissen noch nicht, in welche Richtung das alles möglich ist, aber es ist natürlich vorstellbar, dass man als MitarbeiterInnen, als CEO, als JournalistInnen am Ende auch zu dem Unternehmen, für das man arbeitet, assoziiert werden kann und somit eigentlich Twitter Blue gar nicht mehr notwendig ist, um einfach nur als beruflich unterwegs, professionell unterwegs Personen verifiziert zu sein. Also angenommen, wir haben einen Journalisten und er arbeitet für Teil Unternehmen, für Medienunternehmen X, dann würde hinter seinem Namen auch dieses Logo, dieses Unternehmens erscheinen, wenn er dort als assoziiert eingetragen ist. Und das ist tatsächlich gar nicht so schlecht. Also, ich könnte mir vorstellen, dass es dafür viele sinnvolle Möglichkeiten gibt. Abgesehen davon, dass es natürlich zu einem totalen Designnonsens und Irrsinn führt. Plus, wenn ich ein Emoji im Namen habe, dann taucht das auch noch in dieser Reihe auf und dann wird alles gar nicht, also es ist Gar nicht mehr nachvollziehbar. Und um es noch komplizierter zu machen, es gibt auch immer noch das graue, nicht ausgefüllte Häkchen mit dem Wort offiziell, das bei manchen Accounts auftaucht. Also, um mal hier wieder ein Beispiel zu nennen. O2 hat ein goldenes Häkchen und ein viereckiges Profilbild. Telekom hilft hat ein blaues Häkchen und ein rundes Profilbild und den Satz und das Wort offiziell im Profil stehen. Und dann gibt es noch den Account O2 Business Deutschland, der auch ein goldenes Häkchen und ein viereckiges Profilbild hat. Aber noch nicht mit O2 assoziiert ist. Und um es noch komplizierter zu machen, O2 gehört ja zum Konzern Telefonika. Müsste O2 Deutschland dann nicht auch das Symbol von Telefonika hinter seinem Namen stehen haben. Also ihr merkt, es ist wahnsinnig verwirrend und kompliziert. Ich bin froh, dass ich diesen Absatz jetzt hier so vortragen konnte, ohne mich selber zu verheddern. Aber Kurzfassung ist, die neuen Häkchen sind da. Ansonsten, wenn ihr das hier hört, ich habe das aufgenommen um 20. 47 Uhr am Dienstagabend und Dementsprechend hat sich Elon Musk nach wie vor noch nicht wirklich geäußert zu seiner Umfrage, zu der Umfrage, die dazu geführt hat, dass es eine Mehrheit Gibt dafür, dass er nicht mehr als CEO dem Unternehmen vorstehen soll, dem Unternehmen Twitter. Es gibt aber so ein paar Antworten, die er auf die Tweets anderer Leute veröffentlicht hat. Und ich möchte das mal so ein bisschen durchgehen. Eigentlich ehrlicherweise hat er fast immer dasselbe geschrieben. Er hat nämlich immer nur geschrieben: Interesting Interesting ist aber in der Tat, worauf er das geschrieben hat. Also ich fange mit dem irritierendsten an. Kim. com hat einen relativ langen Thread geschrieben und Kim. com scheint nicht mehr so richtig, wie formuliere ich das? Kim Dotcom scheint nicht mehr so richtig auf dem kompletten Boden der Wissenschaft zu stehen, in der Art, wie er sich in dieser Welt bewegt. Er ist ein bisschen beyond. In seiner Wahrnehmung. Und dementsprechend um w kann man das in f also man kann das doll interpretieren, was Kim. com so schreibt, er hat aber vor allem geschrieben, I'm hoping that Elon did this poll as a honeypot to catch all the deep state bots. Das ist ein bisschen das, worüber wir hier in der letzten Folge auch gesprochen haben. Die Frage Könnte Elon Musk aus diesem Datenstamm der Leute, die dafür abgestimmt haben, dass er nicht mehr als CEO arbeitet, könnte er mit dem irgendetwas machen? Und Kim. com schreibt er nämlich auch, this dataset for this poll will contain most of them. Also klar, alle Leute, die hier dafür gestimmt haben, dass Inormas nicht mehr als CEO tätig ist. hätte natürlich eine gewisse man könnte da Rückschlüsse ziehen auf die Leute, die so abgestimmt haben. Sehr äh, ich habe es werteneutralisiert, diese Formulierung von Kim. com. Und Elon Musk hat darauf geantwortet mit Interesting. Das könnte man natürlich jetzt in vielerlei Hinsicht lesen. Es gibt eine zynische Lesart, es gibt aber auch die Lesart nach dem Motto, ja, das, was du sagst. Da ist was dran. Und wir haben das zwar gestern in den Bereich der Verschwörung geschoben, dass diese Honeypot-Theorie existiert, aber ich will das zumindest mal hier stehen lassen und vielleicht Gibt es bei euch ja Gedanken, über die wir hier mal weitersprechen können? Oder auch vielleicht in wenigen Tagen, Wochen, Monaten Anlass, um da nochmal drauf zu schauen. Für die Vollständigkeit. Dementsprechend gibt es noch ein Beispiel, wo Elon Musk gesagt hat, hey, das finde ich aber interessant Und das ist der Vorschlag von dem Twitter-Account mit dem hochseriösen Namen Unfiltered Boss. Ein Twitter-Account, der eigentlich nicht. besonders relevant war zuvor. . . Der hat jedenfalls geschrieben, blue subscribers should be the only ones who can vote in policy-related polls. We actually have skin in the game. Und Elon Musk hat daraufhin geantwortet, good point, Twitter will make that change. Was im Umkehr, also was zusammengefasst am Ende bedeutet, dass. Diese Abstimmungen, die über die Art und Weise, wie Twitter sich mit seinen NutzerInnen verhält, ähm was Twitter vorhat an Regeln beispielsweise, dass die nur noch Twitter Blue NutzerInnen vorbehalten sind, beziehungsweise die Möglichkeit dort abzustimmen. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass die komplette ähm, Vox Popoli-Geschichte nicht mehr bedeutet, das Volk hat gesprochen, sondern jetzt eigentlich bedeutet das Volk, das bereit ist, 8 Dollar dafür auszugeben. hier stattzufinden, hat gesprochen. Und damit ändert sich schlagartig die ohnehin schon nicht gegebene Repräsentanz dieser Umfrage natürlich noch ein bisschen doller, weil wir dadurch eben vor allem nur noch Leute haben, die eh schon. in diesem Team sind, im Team. Ich supporte dieses Unternehmen hier mit 8 Dollar sind. Und ich habe tatsächlich so ein bisschen das Gefühl, dass es das noch ein bisschen noch weniger brauchbar macht, diese Umfrage. Ist tatsächlich eine ekelhafte Entwicklung, kann ich nicht anders sagen, weil das also Naja, ihr denkt es euch gerade selber. Es macht mir Sorge, es macht keinen Spaß mehr, solche Sachen zu sammeln. Aber es ist. unterm Strich auch nicht allzu überraschend. Es ergibt für Elon Musk natürlich total Sinn, jetzt sogar nicht mehr nur noch die Umfragen bei denen durchzuführen. ähm, die ihm schon folgen, was ja einer der größten Vorwürfe waren, die wir hier hatten, sondern eben auch den Kreis noch mehr verkleinert auf die Leute, die eh total In it sind. Das passt so ein bisschen zum nächsten Thema, das ich habe. Es gibt einen Twitter-Account, der heißt Harris X, das scheint eine Meinungs. Forschungs, ein Meinungsforschungsinstitut zu sein. Man muss aber dazu sagen, dass dieser Twitter-Account nur 1600 FollowerInnen hat, dementsprechend nicht allzu groß ist. Und die haben eine nationale, repräsentative und wissenschaftliche, wie sie sagen, wir können das nicht überprüfen Umfrage durchgeführt, wie die Menschen in den USA denn abstimmen würden, ob Elon Musk CEO bleiben soll Und dort hätten angeblich 61% gesagt, ja, er soll im Unternehmen bleiben und 39% hätten gesagt, er soll zurücktreten. Und daraufhin hat er natürlich auch wieder geantwortet, auch wieder mit interesting und schreibt dazu, maybe we might still have a Itzy Bitsy Bot Problem on Twitter. Und damit wird jetzt ein Narrativ geschickt, das sehr interessant ist. Wir haben, um in die Chronologie kurz einzusteigen, schon immer wieder genau diesen Vorwurf gehört, dass bei Twitter viel zu viele Fake-Accounts oder im Bots unterwegs sind und damit das Bild verfälschen von dem, den Menschen, die da eigentlich gerade unterwegs sind. Das war ihm, Elon Musk, aber immer egal, wenn er Umfragen durchgeführt hat. Das war ihm egal bei der Frage, ob es eine Generalamnist ist. für alle gesperrten Accounts geben soll. Das war eben egal bei der Frage, wie mit den gesperrten Links auf andere Social Media Netzwerke umgegangen werden soll. Und das war eben egal, wie mit der Sperrung des Accounts Von Donald Trump umgegangen werden soll. Jetzt, wo es allerdings hier um die Rolle von Elon Musk als CEO geht, wird das plötzlich wieder relevant. Für ihn. Und das ist in seiner Kalkül natürlich von vornherein durchschaubar. Aber eben Albern. Kann man auch leider nicht anders sagen. Und das passt ganz gut zu der nächsten interesting Antwort von Elon Musk, die er geschrieben hat. Nämlich auf den Tweet von Wall Street Silver, der geschrieben hat, hey, es ist doch sehr interessant, wenn man die Zahlen der Votes gegen die Zahlen der Likes vergleicht, dass offenbar Bots diesen Tweet überrannt haben. Es geht um den Tweet der Abstimmung, ob Elon Musk eben nicht mehr als CEO unterwegs sein soll. Und hier sehen wir, dass 14,8 Millionen Menschen abgestimmt haben, aber eben nur 312. 000 diesen Tweet geliked haben. Und als Gegentese wird hier die Abstimmung zur ähm zur Amnestie von Donald Trump geholt, wo eben fünfzehn Millionen Menschen abgestimmt haben, aber achthunderttausend Menschen geliked haben. Jetzt könnte man zum einen sagen, naja gut, vielleicht ist inzwischen dieses Tool der Umfrage bei Elon Musk so gut in der Community angenommen worden. dass die Leute gar nicht mehr liken müssen, dass es eben dieses Tool gibt, weil diese Trump-Abstimmung eben die erste war, sondern eben direkt an der Abstimmung teilnehmen und das als Teil der Interaktion eben verstehen. Zum anderen gibt es aber dazu auch die spannende Aussage, die wir hier schon mal zitiert haben, die aber jetzt nochmal bekräftigt wurde, von Joel Roth, dem ehemaligen Sicherheitschef von Twitter, und der wurde nämlich jetzt vom Rolling Stone Magazine tatsächlich nochmal gesprochen. Sagt man das so? Ja, ich glaube schon. Er wurde nochmal gesprochen. Und der sagt nämlich auch, one of the big discussions around, also zum Thema Polls, war eben der Streit zwischen Integrität und Privacy. Also sollen Loks angelegt werden, Logdateien, also soll protokolliert werden Welche Person wie abgestimmt hat oder eben nicht. Und man hat sich damals dafür entschieden, das nicht anzulegen. Das heißt, es gibt jetzt gerade eigentlich keine richtige Sicherheitsmechanik im Abstimmungstool. Und dementsprechend ist dieses Abstimmungstool auch nicht manipulationssicher. Denn rein theoretisch kann hier mit einer Vielzahl an Accounts tatsächlich wild abgestimmt werden und diese Abstimmung. in seinem Ergebnis, in ihrem Ergebnis komplett verfälschen. Das kann man jetzt in zwei Richtungen interpretieren. Entweder können wir davon ausgehen, dass es inzwischen diese Logdateien gibt, denn das ist wahrscheinlich nicht allzu kompliziert, diese kleine Brücke dazwischen einzubauen. Oder aber dieses Abstimmungstool ist so wie es ist tatsächlich absolut nicht fälschungssicher. Dann wäre es das aber auch bei all den bisherigen Umfragen eben überhaupt nicht gewesen und eben. Noch weniger repräsentativ, als es generell schon war. Was uns zu einem großen Schluss bringt, entweder gibt es die Möglichkeit, dass diese Abstimmung gefälscht wurde, oder Oder aber es gibt die Möglichkeit, dass genau mit protokolliert wurde, wer wie abgestimmt hat. Diese beiden Möglichkeiten gibt es und beide sind kein richtig guter Outcome. für Menschen, die mit einem europäischen Verständnis von Datenschutz und mit einem europäischen Verständnis von Demokratie auf diese Umfragen schauen. So oder so bietet es Elon Musk jetzt die Möglichkeit, aus jeder möglichen Abstimmung wieder herauszukommen, weil er am Ende sagen kann, wir haben hier dieses Bot-Problem. Wenn ihm aber das Ergebnis passt, muss er dieses Thema gar nicht aufmachen. Und damit bin ich am Ende für meine Themen, mit meinen Themen für heute. Und ja, ich hoffe, es war ein bisschen interesting für euch. Wir hören uns morgen früh. Vielen Dank euch.