Folge 33 · 22. Dezember 2022 · 16 Min.
Wer ist dämlich genug, Twitter zu führen?
Elon Musk hat sich in einem Twitter Spaces in die Karte schauen lassen. Oder zumindest: In die Karten, die er sich selbst dafür in die Hand gelegt hat. Außerdem schauen wir auf die Community Notes, die nun auch nach Deutschland kommen – aber nicht für alle.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Guten Tag an diesem Donnerstagmorgen und guten Tag mit einem kleinen Rundumschlag. Ich habe wieder mal ein paar Nachrichten zusammengesammelt. Was es eigentlich gerade Neues gibt aus der Welt des masks'schen Twitter-Versums. Ich bin immer noch alleine, wie ihr hört. Das wird wahrscheinlich auch für noch ein paar Tage so bleiben. Aber wir versuchen das hier gemeinsam durchzustehen. Ich halte mich. Versprochen, so kurz wie möglich. Und habe immer noch im Herzen die Hoffnung, dass Elon Musk über die Weihnachtstage uns ein bisschen mit Ruhe beschenken wird. Schauen wir uns das mal an. Aber eins nach dem anderen kommen wir zunächst mal zu den Dingen, die es so neu gibt, über die wir sprechen können, über die neuesten. Nachrichten, Meldungen und so weiter. Und zwar möchte ich mit einem kleinen Recap anfangen. Wir haben vor einigen Tagen darüber gesprochen. dass ein Investor, der unter anderem in Apple, in Tesla investiert hat, dass der im Rahmen des WM-Finalspiels Elon Musk belauscht hat, wie er mit einem Katari über die Zukunft von Twitter diskutiert hat, eher auf der Suche nach möglichen neuen Investoren. Und das war bis dahin nur dieses Gerücht. Wir hatten nur diese Meldung von diesem Investor, der eben in der Nähe von Elon Musk stand und ihm dabei zugehört hat, wie dieses Gespräch stattgefunden hat. Business Insider hat jetzt ein Foto von Elon Musk gemeinsam mit diesem CEO des katarischen Staatsfonds. Das heißt, es gibt jetzt zumindest Anhaltspunkte dafür, dass dieses Gespräch. zwischen diesen beiden Menschen tatsächlich stattgefunden hat, ob es so stattgefunden hat, wie das der Investor ähm gemeldet hat. Das wissen wir natürlich nicht, aber immerhin wissen wir jetzt, dass das Gespräch stattgefunden hat. So, soviel dazu. Dann Folgendes, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, also wenn ihr das hier hört, wahrscheinlich vorgestern, hat Elon Musk an einem Twitter Space teilgenommen. Diesen Twitter Space hatte George Hotz gehostet, George Holtz, über den haben wir hier schon immer mal wieder diskutiert, der ist damals damit bekannt geworden die Playstation gehackt zu haben beispielsweise oder auch eine der ersten iPhone-Hacks auf den Markt gebracht zu haben. Und George Hodgs hat Seit Mitte November, Mitte Ende November bei Twitter eine Art Praktikum, wie er es nennt, gemacht. Tatsächlich endet das jetzt. Er hat am vorgestrigen Dienstag seine Arbeit bei Twitter beendet, hat aber zum Abschluss eben mit Elon Musk einen Twitter Space durchgeführt und hat eben auch Stimmen anderer Leute zu Wort kommen lassen und hat mit denen über so ein bisschen über die Lage der Nation diskutiert. Das hat sich natürlich ein bisschen angefühlt wie eine Art PR-Gespräch. Also da ist jetzt nichts gesagt worden, dass. Elon Musk so am Ende bereuen würde. Aber er hat ein bisschen Einblick gegeben in die Finanzwelt von Twitter. Und er hat gesagt, dass Twitter vermutlich im nächsten Jahr davon hätte ausgemissen, 5 Milliarden Dollar auszugeben. Und das zusammen mit den Schulden, die Twitter sich durch den Kauf von Elon Musk aufgeladen hat, die auch nochmal 1,5 Milliarden Dollar ausmachen. Hätte das ein großes Problem gegeben, wenn man sieht, dass Twitter im Jahr nur ungefähr 3 Milliarden Dollar einnimmt? Elon Musk hat dazu selber in diesem Space gesagt, that's like a negative cash flow situation of Minus three billion dollar next year, not good. Also, kurz gesagt, im nächsten Jahr hätte Twitter ungefähr drei Milliarden Dollar mehr einnehmen müssen. Woher das genau kommen soll, weiß man nicht, und ich mal ja hier immer wieder dieses Bild von der Wippe, wo du entweder auf der einen Seite mehr drauflegen kannst und auf der anderen Seite weniger runternehmen kannst, wenn du nicht zu viel einnehmen kannst. du dir ausgibst, musst du weniger ausgeben. So einfach ist das. Und genau das hat er hier auch in diesem Twitter Space erklärt. Er hat gesagt, er versucht seit fünf Wochen die Kosts zu cutten like crazy, also wie ein verrückter die Ausgaben, ähm, oder wie verrückt die Ausgaben zu reduzieren Und sagt jetzt, I know think Twitter will in fact be okay next year. Also er glaubt, dass es nach dem jetzigen Stand im nächsten Jahr offenbar teilweise, oder dass er davon ausgeht, dass Twitter im nächsten Jahr Okay sein wird. Er sagt aber auch, irgendjemand muss ja für dieses Server zu bezahlen. Also glaubt er, dass dieses Serverbezahlen am Ende auch 8 Dollar kostet. Er legt die Kosten also quasi auf die Nutzerschaft um und ob der Anreiz, einen blauen Haken zu bieten, dafür tatsächlich ausreichend ist, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Aber in diesem Space wurden noch ein paar andere spannende Sachen gesagt, die ich zumindest der Vollständigkeit halber hier mal platziert haben möchte. Also er sagt zum Beispiel, dass es ein Mistake, ein Fehler war, Paul Graham, einen Journalisten zu sperren, der einen Link zum Mestodon bei Twitter gepostet hat. Und diese Sperre bezeichnet er erst als Fehler. Grundsätzlich sagt er überhaupt, diese Link Banning Policy war ein Fehler. Er sagt außerdem, dass 60 Millionen Dollar im Jahr Twitter ausgibt für Telekommunikationskonzerne und zwar dafür damit diese SMS an die Twitter-NutzerInnen zustellen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung und erklärt so ein bisschen, wieso diverse Telekommunikationsanbieter keinen Zugriff mehr auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung haben. Ich halte das ein bisschen für ein vorgeschobenes Argument an der Stelle, um hier mal direkt in die Darstellung einzugrätschen, weil wir ja beobachtet haben, dass ehrlicherweise vor allem ukrainische Telefonnummern gesperrt sind, um SMS zu empfangen von Twitter. Ob diese Telekommunikationskonzerne A gar nicht mit sich hätten sprechen lassen und b wirklich die teuersten auf der Welt sind, würde ich ungeprüft einfach mal bezweifeln. Es ist aber trotzdem in gewisser Weise interessant, dass Elon Musk sich in diesem Space, ich würde mal sagen, aufgeräumt gibt, ein bisschen weniger schrullig als für ihn in den letzten Jahren. Tagen und Wochen bei Twitter wahrgenommen haben und hier versucht, die Wogen zu glätten. So würde ich das einschätzen. Nach meinem Ermessen ist das vor allem ein Heranwanzen an Werbekunden, an die, die am Ende die Rechnung bezahlen, die am Ende das Geld zu Twitter bringen. dass er sich hier vermeintlich in die Karten schauen lässt. Er bleibt trotzdem bei vielen Fragen eine Antwort schuldig. Also es ist immer noch nicht ganz klar, was er eigentlich. vorrat mit Twitter. Diese Frage wurde ihm in diesem Space öfter mal gestellt. Die hat er aber nicht so richtig beantwortet, sondern eigentlich eher im Raum stehen lassen. Und er hat auch Fehler eingeräumt in diesem Space, auch um menschlicher zu wirken. Er hat zum Beispiel gesagt, erm sieht, dass er bei manchen Kürzungen jetzt schon zu weit gegangen ist. Heise nennt hier als Beispiel das Budget für Verpflegung von Mitarbeitenden im Twitter Headquarter, die ungefähr 13 Millionen Dollar im Jahr betragen hätten. Ich kaufe den Schneid nicht, um dieses geflügelte Wort mal zu bemühen. dass hier jetzt eine neue Ehrlichkeitsoffensive stattfindet, sondern ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass hier versucht wird eine neue Stimmung in die Community zu tragen, die eher so eine Empathie provozieren will, die das Gefühl erwecken möchte, dass Elon Musk am Ende alles nur tut, um das Unternehmen profitabel zu gestalten. Viele seiner Entscheidungen, und da müssen wir uns nochmal ganz genau anschauen, was eigentlich da passiert ist, Fußen nicht nur auf Gewinnsteigerungen, Gewinnmaximierung oder Ausgabenreduzierung, sondern frühen auch auf entweder rein wild Aspekten oder eben sogar auf einer politischen Agenda, die man ihm unterstellen muss. Es gab zum Beispiel keinerlei Anlass dafür, warum er plötzlich Donald Trump und alle anderen gesperrten Accounts, die, wie er sagt, nicht gegen Recht verstoßen hätten, eine Amnestie gewähren sollte, ohne ein tatsächliches Council zu bemühen, was er ursprünglich mal versprochen hatte. Ihr merkt also, Elon Musk wagt gerade den Schritt in die Öffentlichkeit. Er hat irgendeinen Grund gehabt haben, diesen Twitter Space eben als Plattform zu nutzen, um sich zu platzieren. Und ich könnte mir vorstellen, dass jetzt hier die nächste Stufe gezündet wird, nämlich er zieht sich als CEO zurück. Er will seine eigene Angriffsfläche etwas reduzieren und vielleicht auch das Unternehmen etwas attraktiver gestalten. um eben mögliche CEOs zu finden, denn auch dazu hat er sich geäußert, nicht in einem Space, sondern in einem Tweet. Und er hat geschrieben, I will resign a CEO as soon as I find someone Foolish enough to take the job. Also, jemand, der um po jetzt mal sehr positiv übersetzt, verrückt genug ist, diesen Job zu übernehmen und sagt auch after that I will just run the Software and Service Teams. Also er möchte nur noch die Infrastruktur zur Verfügung stellen, er wird die Software und die Server betreiben und alles andere möchte er in die Hand eines neuen CEOs geben, den er aber eben nicht findet. Weil er nicht glaubt, dass irgendjemand dämlich genug ist, um es nicht ganz so positiv zu übersetzen, diesen Job zu übernehmen. Soviel zum Stand der Dinge ob eventuell schon ein neues CEO in Elon Musks Ärmel liegt oder ob er tatsächlich noch nicht genau weiß, wer foolish enough ist. Und woher diese jetzt schon vorab geschickte Verachtung für den neuen CEO rührt, ich kann es nicht so richtig bewerten. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob wir über die Weihnachtstage, ob wir in diesem Jahr hier noch eine Entwicklung erleben werden, ob das vielleicht alles auch schon eventuell in trockenen Tüchern ist oder ob es tatsächlich jetzt noch im Unklaren liegt. müssen wir abwarten. Elon Musk hat tatsächlich noch ein Tweet geschrieben und dort hat er geschrieben, should Congress approve the 1. 7 trillion omnibus spending bill? Dabei geht es um einen Gesetzentwurf, der dem Kongress vorliegt und der auch über 4000 Seiten länger hat. Und diese Omnibus-Spending Bills sind tatsächlich ein Tool im amerikanischen Kongress, denn Der Begriff Omnibus kommt daher, dass er sehr viele kleinere Abstimmungen in einer größeren bündelt und damit mit einem Schlag viele kleinere Bewilligungen zusammenfasst. Das heißt, der Kongress muss nur einmal abstimmen und bewilligt damit viele kleine Anträge auf einmal. Was Elon Muskie aber mit dieser Umfrage vor allem tut, ist, und deswegen hat er auch selber in einer Reply Bots Incoming drunter geschrieben, er baut tatsächlich Eine Art Honeypot. Wir haben das hier in den letzten Tagen immer wieder diskutiert, nicht um etwa zu schauen, wer wie abstimmt. Ich glaube, hier geht es nicht um die reine. . Sammlung von Menschen, soweit würde ich nicht gehen, aber was er tut, ist natürlich zu schauen, wie verhält sich eigentlich seine NutzerInnen schaffen. hier. Wie viele Stimmen generiert das? Wie viele Menschen reagieren eigentlich auf diesen Tweet und baut sich selber so eine Argumentationsgrundlage, um in Zukunft zu tun? seine CEO-Abstimmung, über die wir gesprochen haben in der Folge gestern. Falls ihr das verpasst habt, hört das gerne mal nach, denn ich glaube, das ist ganz gut für diesen Kontrast. um diese CEO-Abstimmung und die Abstimmung über die Amnestie des Accounts von Donald Trump in ein Licht zu rücken, das ihm gerade passt. Denn wenn hier diese Abstimmung über diesen diesen Kongressvorschlag mal angenommen, tatsächlich nur vier Millionen Stimmen erzielt. Also jetzt gerade sind das so ungefähr drei Millionen Stimmen, aber die läuft auch noch einige Stunden. Wenn die tatsächlich nur 4 Millionen Stimmen erzielt und seine CEO-Bstimmung mit 15 Millionen Stimmen zu Ende gegangen ist, dann kann er immer wieder sagen, naja, das waren ja wahrscheinlich Fake-Accounts und Bots. Es baut ihm eine Argumentationsgrundlage. Diese Umfrage hier zu platzieren, ganz unabhängig davon, wie hier tatsächlich das Ergebnis ist, und auch das muss mal gesagt sein Natürlich hat diese Abstimmung am Ende überhaupt gar keine Aussagekraft, wenn er in seiner Community darüber abstimmen lässt, wie der Kongress in den USA sich tatsächlich fühlt. Verhalten soll. Also, das ist ein sehr wilder Aufbau, den er hier anstrebt. Einfach nur, um so meine These eine Argumentationsgrundlage zu bauen. um seine eigenen Umfragen und sein eigenes Tool, wenn er es gebrauchen kann, infrage zu stellen. Und das sollte man, glaube ich, dabei immer mitdenken. Und dann habe ich noch eine Kleinigkeit zum Schluss, und zwar das Thema Community Nodes. Das ist ein Feature, über das ja immer wieder gesprochen wurde. Community Nodes ist ein Feature, das. eine Art organisiertes Fact-Checking auf Twitter ersetzen soll und die Möglichkeit bietet für alle NutzerInnen, die sich dort registrieren eine Möglichkeit bieten, Tweets selber zu fact-checken, drunter zu schreiben, das hier ist irreführend, das hier ist hier in folgendem Kontext zu verstehen und so weiter und so weiter. Also eben Notizen der Community unter bestehenden Tweets. Und dieses Feature wurde inzwischen ausgerollt, wird regel genutzt, zumindest in den USA, in Deutschland ist es noch nicht Ganz so weit, da komme ich aber jetzt gleich zu. Aber es ist spannend, dass seit heute, beziehungsweise seit gestern Offenbar dieses Feature nicht mehr für alle Menschen zur Verfügung steht, beziehungsweise man kann sich zwar registrieren, aber man wird zumindest erst einmal geratet, also man muss. . ein paar Notes schreiben, die dann als hilfreich oder nicht so hilfreich eingestuft werden von der Community. Und wenn man dann einen gewissen Punktestand erreicht. Dann werden überhaupt erst die Notes tatsächlich veröffentlicht, die man so geschrieben hat. . Und damit wird hier ein weiteres Nadelöhr gebaut. Es wird wieder mal eine Nadelöhr für die Echokammer gebaut, die eventuell hier eine Flanke hätte, dieses Tool orchestriert entleisen zu lassen. Ich finde, das muss man mal dazu sagen, dass dieses Community Notes Tool natürlich im Kern ein heeres Ziel ist, aber ganz viele offene Flanken für Desinformationen bietet, offene Flanken für Verbreitungen von Diffamierungen bietet und auch die Möglichkeit bietet, dass wenn immer nur eine Mehrheit darüber entscheidet, was wahr ist und was nicht, natürlich auch Dinge verbreitet werden können, die es eben nicht sind. aber mit dem Rückhalt der Twitter-Community, in Anführungsstrichen. Passend dazu ist aber auch die. . Deutsche Anmeldung für Community Notes gestartet. . Hier wird das Tool Kollektive Anmerkungen heißen. Und wenn man sich dort anmelden möchte, dann steht da Kollektive Anmerkung ist eine kooperative Methode, bessere Informationen bereitzustellen. Mitwirkende sind Menschen wie du. Alle auf Twitter, deren Account die Teilnahmekriterien erfüllt, können sich registrieren und so mithilfen. Alle Mitwirkenden können von Anfang an Anmerkungen bewerten und mit der Zeit auch die Möglichkeit erhalten, Anmerkungen zu verfassen. Also wir sehen, auch hier ist genau diese Einschränkung schon mitgegeben und es wird gesagt. Ihr werdet gar nicht in der Lage sein, von vornherein mitzuschreiben. Erstmal könnt ihr hilfreich und nicht hilfreich einstufen und ihr könnt auch mal ein paar schreiben, aber auch die werden nicht sofort veröffentlicht. Sondern eben erst, sobald ihr ein gewisses Rating erreicht habt. So viel zu den Community Notes und so viel zum heutigen Tag. Ich habe es versucht, so kurz wie möglich zu halten. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Wir hören uns morgen früh wieder. Und dann in der eventuell, hoffentlich, letzten Episode vor Weihnachten. Ich bin, wie gesagt, sehr gespannt, ob uns eine Weihnachtspause gegönnt wird.
15:29 Speaker 3
Und ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Tag und alles Gute. Tschüssi!