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Folge 325 · 6. September 2024 · 1:02 Std.

Everything is Fakt!

mit Bob Blume

Heute: Die Medusa und Brasilien. Wir sprechen mit Netzlehrer Bob Blume darüber, wie Schulen sich gerade überhaupt noch richtig verhalten können, um eine Welt mit KI und TikTok zu überleben. Und darüber, dass Brasilien das erste twitterfreie Land geworden ist. Und ja, ich bin wieder gesund.

➡️ ”Warum noch lernen?” – das neue Buch von Bob Blume https://www.penguin.de/buecher/bob-blume-warum-noch-lernen-/buch/9783442394234

➡️ ”Die Schule brennt” – der Podcast von Bob Blume: https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-schule-brennt-mit-bob-blume/12197843/

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT Hallo Bob.

00:08 Gavin Karlmeier

Hi Ich möchte dich ganz kurz vorstellen. Du bist Bob Blume. Du bist vielen Menschen, die uns hier hören, wahrscheinlich ein Begriff, weil du auch der Netzlehrer bist. Und du bist eben nicht nur Lehrer, der sich mit solchen Themen wie Digitalisierung, soziale Medien, KI Auseinandersetzt, worüber wir gleich mal ein bisschen sprechen müssen, sondern du hast vor allem auch ein Buch geschrieben, das dieser Tage erscheint, und das heißt, warum noch lernen? Ich habe die Möglichkeit gehabt, so ein bisschen reinzuschauen und muss sagen, viele dieser Fragen, denen du dich da drin widmest, versuchen wir uns hier auch immer auf die ein oder andere Art zu nähern. Und freue mich erstmal, dass du heute hier bist. Hi Ja, danke, dass ich da sein kann.

00:45 Bob Blume

Und das freut mich natürlich zu hören. Ich bin gerade sozusagen in der heißen Phase der Buchbesprechung. Das kommt, wenn wir es gerade aufnehmen, ja, in einigen Tagen raus. Und es ist immer so ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe letztens gesagt, das fühlt Fühlt sich manchmal so ein bisschen so an, als wäre ich manisch-depressiv. Manchmal denke ich, du, boah, nee, ist geil geworden. Nee, das ist was. Und dann denke ich, oh Gott, es ist zu simpel oder oh Gott, es ist zu komplex und so. Und das sind, glaube ich, diese üblichen Dinge.

01:10 Gavin Karlmeier

Kino, was man dann im Kopf hat. Aber das Schöne ist ja wahrscheinlich, in dem Moment, wo man, wo es, also in dem Stadium, in dem du dich jetzt befindest, kann man eh nichts mehr machen. Es ist in der Welt. So ist es. Du musst damit leben. Der Untertitel deines Buches lautet Wie Schulen in Zeiten von KI, Krisen und sozialer Ungerechtigkeit aussehen muss. Das ist natürlich ein sehr großes Versprechen. Ich habe einen Freund, der ist Lehrer. Und der sagt, also ehrlicherweise braucht er kaum noch Hausaufgaben aufgeben, weil er kriegt eh 30 Mal Chat-GPT-Antworten. Wie würdest du dem entgegentreten?

01:41 Bob Blume

Ich würde dem gar nicht entgegentreten. Ich hab als Chat-GPT so, ich sag jetzt mal, sechs Wochen raus war gesagt, Hausaufgaben sind tot. Und das ist ja das Interessante an KI im Gegensatz zur Digitalität. Beim digitalen Arbeiten, das habe ich ja sozusagen auch missionarisch betrieben, den Leuten zu sagen, wie toll das irgendwie sein kann. zusammen mit dem Twitter-Lehrerzimmer dem Hashtag, als man Ex noch benutzen konnte. Und da haben die Leute immer gesagt, ja, ist ganz interessant, aber weiß ich noch nicht, ob ich das mache. Und dann sind sie in den letzten zwei Wochen im Juli, so vor den Sommerferien, da macht man ein bisschen digitalen. Dann nehmen wir mal einen Videofilm auf. Und ich sage halt, oder ich stelle die Prognose, das ist mit KI nicht so, weil entweder ignoriert die Schule so das Dann wird es benutzt. Oder die Schule bezieht es ein, dann wird es auch genutzt. Die Frage ist es eben, ob es benutzt wird, um das System zu hacken.

02:31 Gavin Karlmeier

Das ist dieses Hausaufgabenbeispiel.

02:33 Bob Blume

Oder ob man es benutzt, um tatsächlich sein Lernen zu vertiefen, das geht ja auch.

02:38 Gavin Karlmeier

Ja. Würdest du denn sagen, dass es möglich ist, Menschen, die so 14, 15 Jahre alt sind, nahezubringen, dass viele der Ergebnisse, die dabei rauskommen, auch Unfug sind? Weil ich habe so ein bisschen.

02:51 Bob Blume

Nee, nee, klar, das mache ich ja sogar schon. Also da geht's aber erstmal, was ich wichtig finde, ist, dass es gar nicht zwangsläufig ist, Erstmal darum geht, sich hinzustellen und sagen, übrigens, die Dinge sind Unfug. Weil man muss auch mal sagen, dass wenn ein 40-Jähriger das eingibt, dann ist wahrscheinlich sehr viel mehr richtig, als wenn er es selber macht. Das ist ja das gleichzeitig Traurige und Gute daran. Sondern es geht eher darum, dass man seine Aufgabe erweitert. Also ich habe zum Beispiel bei einer Kreativaufgabe. . die durchaus auch zu Hause gemacht werden sollte, aber eben anstatt einer Klassenarbeit geschrieben wurde, immer jetzt eine Reflexionsaufgabe drin, Und eine Selbstbewertungsaufgabe. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Prozess reflektieren, ihre Vorgehensweise. und dann bewerten, wie sie was gemacht haben. Also das heißt, und da kannst du, du kannst Chat-GPT nicht benutzen, um deinen eigenen subjektiven Zugang sozusagen zu täuschen. Und diese Reflexionsebene hört sich Ehrlich gesagt, vielleicht sogar ein bisschen komplizierter an, als es ist. Das kann man auch mit kleineren machen. Die ist wichtig, aber gleichzeitig ist es dann natürlich auch wichtig, in der Schule genau das zu üben. Also Recherche, im Sinne von nicht in Google eingeben und der dritte Treffer ist es und auch nicht den Prompt irgendwie verkürzen, ChatGPT und genau das ist es. Und das ist. Im Grunde genommen genau dieses wichtigste Argument meines Gesamtbuches, dass in den Schulen das Lernen stattfinden muss. Und eben nicht, in der Schule wird gesagt, wie es geht, und dann machst du es aber mal schön zu Hause, weil wieso sollten die Schüler es dann nicht mit ChatGPT machen lassen?

04:29 Gavin Karlmeier

Ich check das 100%, was du sagst. Find das auch sehr klug. Das Frustrierende ist aber, nach meinem These, frustrierend ist aber doch, dass wenn du merkst, naja, diese, die, die, dein Satz stimmt natürlich, aber er gilt nicht nur für die SchülerInnen, sondern auch für die Lehrenden. Also Ich erlebe halt, dass gerade Lehrkräfte, also ich habe das hier ja schon mal erzählt, ich mache viel so Medienkompetenztrainings, jetzt sind die Sommerferien vorbei, es geht bald wieder los, bin immer in neunten Klassen damit. Und meine Erfahrung zeigt, dass dein Beispiel, wir machen mal die letzten zwei Wochen von den Sommerferien, schön wäre es, ein Video-Clip. Bei mir erlebe ich eher sowas wie, es ist Medienkompetenztag. Liebe Klassi, erinnert euch, letztes Jahr sind wir ins Bergbaumuseum gefahren, heute kommt mal jemand, der über das Internet redet Oder LehrerInnen, die zu mir kommen und sagen, also dieses TikTok, das habe ich mir noch gar nicht angeguckt. Das ist natürlich fatal, oder?

05:19 Bob Blume

Ich bin da auch radikal, muss ich ehrlich sagen. Das hat nämlich nichts mit dem Alter zu tun. Ich erkläre dir kurz, warum ich radikal bin. Ich habe einem Referendar, den wir da hatten, den fand ich super. Der hat Theater gemacht oder ich am Anfang. . Schöne Grüße gehen raus, lieber Herr Engels. . Am Anfang hatte der es schwer mit mir, weil er mir auf den Sack gegangen ist, weil der ins Theater wollte und das war so Alpha-Mädchen, Alpha-Männchen, ja habe von mir. Aber gut, das war dann toll, das war super, der hat super mitgemacht, aber der hat gesagt, so Social Media interessiert er sich nicht so viel. Da habe ich gesagt, das musst du aber. Das musst du, also jeder muss das. Du musst nicht Tanzvideos herstellen, sondern du musst eine Woche auf TikTok gehen. Und du musst mal gucken, was dann passiert. Weil was Leute nicht raffen, was zum Beispiel Algorithmen angeht oder so, die raffen ja nicht, dass Algorithmus auch bedeutet, dass. . Och Mensch, ein spannendes Foucault-Video in Originalton. Damit kannst du auch süchtig werden. Ja, das ist, es geht ja nicht darum, sozusagen, dass jeder wird von was von einem anderen Inhalt abhängig, in Anführungsstrichen, ja. Das ist die eine Sache. Und das andere ist, deshalb ärgert es mich so, dass Sascha Lobo recht hatte eigentlich. Als er wahrscheinlich ein bisschen, als er gesagt hatte, er will ein Fach. Weil ich bin ja so jemand, ich denke immer so, boah, Alter, jetzt komm noch nicht an mit nochmal ein Fach. Digitalität ist doch die Aufgabe in allen Bereichen und es ist hundertprozentig so. Das müsste man so machen. Im Mathematikunterricht zu Algorithmen, im Deutschunterricht zu. zu Kolumnen und Verstärkungen in Englisch, dann sozusagen im US-Wahlkampf und so weiter und so weiter. Nur, das lässt sich politisch nicht auslagern. Beziehungsweise andersrum. Das wird dann so ein vager Einheitsbreit. Dann sagen die Kultusminister so: nee, ne, wir haben das doch in die Bildungspläne geschrieben, da gibt es doch Leitgedanken. Und dann passiert das, was du gesagt hast. Ähm, nix. Also nicht in allen Schulen durch, es gibt ja auch noch welche, die das machen, aber es ist sozusagen, ähm wer soll es kontrollieren?

07:17 Gavin Karlmeier

Ja, ganz genau. Und das ist eben der eine Umgang damit. Der andere Umgang, den sehen wir gerade, wenn es so Gegentrends gibt. Das geht jetzt fast vom KI-Thema weg, aber doch mit dem Umgang mit Medien. dass du in Schweden ein Handyverbot vor der Tür hast. Die Niederlande haben jetzt dieser Tage ein weitreichendes Handyverbot in dem kompletten Land. an Schulen ausgesprochen. In Frankreich war das ein Wahlkampfthema von Macrons Partei. Also das Thema, können wir den Teenagern verbieten, die Handys in der Schule zu benutzen oder wie es in den USA ja auch diskutiert wird. Können wir soziale Netzwerke für Minderjährige generell verbieten? Wie ist da deine Einschätzung als jemand, der beruflich sich mit jungen Menschen beschäftigt?

07:55 Bob Blume

Ja, ich habe das Gefühl, ehrlich gesagt, dass Also erstmal zu wenig Expertise in dieser Diskussion ist. Und das ist furchtbar nervig. Also ich kriege jetzt immer so Journalistenfragen, sollten wir es nicht auch wie in Dänemark machen und alles verbieten, die verbieten nichts. Deren Rolle rückwärts ist eine Rolle noch 100 Meter vor uns. Sozusagen weg von einer, ich sage jetzt mal, totalen Digitalisierung in jedem Bereich der inhaltlichen Aufbereitung hin zu einem, vielleicht sollten wir an einigen Stellen auch wieder mehr physisch sein. Ey, das ist cool. Die deutschen Schulen sind gar nicht so weit, dass sie sagen, wir machen eine Rolle zurück. Die müssten erstmal sozusagen die 15 Jahre Rolle machen, die Angela versäumt hat. So, das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt, das mag den einen oder anderen überraschen. Ja, ich bin grundsätzlich für ein Handyverbot in Schulen. Aber das besteht in vielen Schulen auch und das steht einfach nur in der Hausordnung. Bitte lauft nicht die ganze Zeit mit dem Handy rum. sondern es kann zu unterrichtlichen Zwecken benutzt werden und da benutze ich es auch. Es geht da vor allen Dingen darum, dass dann die Kinder nicht im Pausenhof dann halt ihre Spiele spielen und was weiß ich nicht, was sondern sich miteinander austauschen, sich unterhalten und so. Und das finde ich wichtig, auf jeden Fall. Nur Heißt das natürlich auch gleichzeitig politisch, dass man diese digitalen Geräte ausgegeben bekommen muss und zwar eben vom Staat im Besten subventioniert? Und da eiert der Bund und die Länder seit mittlerweile acht Monaten rum, weil sie den Digitalpakt 2 nicht finanziert bekommen. Und das ist das Problem. Also ich finde eigentlich Es ist gar nicht so schwer. Jedes Gerät, was personalisiert ist, sollte erstmal grundsätzlich in der Tasche bleiben, weil wir alle das kennen, wenn es daneben liegt und die Pop-up-Nachrichten kommen. Dann ist scheißegal, ob es Tinder Ex, Instagram oder was weiß ich.

10:01 Gavin Karlmeier

Ich frage doch mal Leute, die uns zuhören, die die Workshops geben, wie das ist, wenn so ein CEO oder eine Geschäftsführerin oder so mit am Tisch sitzt. Aber einen Laptop dabei hat. Das ist immer die Person, die die ganze Zeit hat. Und da habe ich auch keinen Bock zu.

10:11 Bob Blume

Und frag mal sozusagen Leute, die in Lehrerkonferenzen irgendwas vorstellen und die anderen sind da alle am Machen und so. Das ist scheiße, ne? Aber deshalb muss man das halt immer so ein bisschen aufdröseln und differenzieren. Das ist aus meiner Sicht total wichtig.

10:26 Gavin Karlmeier

Weil was mich so umtreibt, ist bei der Frage. Dass ich halt, also ich beginne meine Stunden immer damit, dass ich Wert die höchste Bildschirmzeitfrage stelle. Und da habe ich halt Es ist keine Ausnahme, dass ich Schülerinnen und Schüler habe, die halt so 14, 15, 16 Stunden Tagesdurchschnitt haben. Das heißt, die halt mehr Zeit am Handy verbringen, als sie. Alles andere am Tag erleben können. Natürlich auch, weil es ein Second Screen ist. Es läuft nebenher beim Essen, beim Fernsehen und beim Hausaufgaben machen und beim Schlafen wahrscheinlich auch noch. Aber ich habe so das Gefühl, dass du dem nicht so richtig her wirst, indem du sagst, wir embracen das jetzt noch und kümmern uns darum, dass die SchülerInnen damit noch mehr Zeit verbringen können. Das ist so, ich bin da so hin und her gerissen, weil ich auf der einen Seite so so Digitalisierungsaffin bin und sage, ey, warum schreiben die Leute noch mit der Hand? Zitiert mich nicht damit? Und auf der anderen Seite aber das Gefühl habe, solange es auch kein Elternhaus gibt, in dem die Kompetenz vorhanden ist, ist es fast schon fahrlässig, den Kindern 14-Jährigen so ein Handy anhören zu geben, auf dem dann TikTok installiert ist und dann feel free. Weil das ist am Ende der, der das ist eine Suchtbitte.

11:29 Bob Blume

Ja. Dass ich habe auf Twitter, als ich dort noch mit Leuten aus einer bestimmten Blase Diskussion führen konnte, relativ früh, das muss 2012 oder so gewesen sein, einen Text geschrieben, einen Blogbeitrag, wo ich dann in der Uni in Krems drüber sprechen konnte. Ein ganz schlechter Vortrag halb abgelesen, damals konnte ich das noch nicht so gut, aber wächst man ja rein. Der hieß Digitaler Dogmatismus und analoge Demenz oder irgendwie sowas, das sollte sich da so ein bisschen auf Spitzer beziehen. Und mit digitaler Dogmatismus meine ich, dass es wirklich auch genug Leute gab, die gesagt haben: Nee, komm, bring your own device und geil und Handys die ganze Zeit benutzen und was weiß ich. Und damals habe ich mir schon die Finger bunt geschrieben und gesagt. Da gab's Leute, die haben noch nicht mal anerkannt, dass es Suchtpotenzial gibt. Das fand ich ganz schlimm. Andererseits Ähm, finde ich, muss man hier auch so ein bisschen gucken, was genau macht er eigentlich süchtig? Ich bezeichne das Handy immer mal wieder als Wurmloch. Wenn das ein Wurmloch in die Großstadt ist, bist du süchtig nach dem Wurmloch oder nach dem Pornogeschäft, in das du dich immer reinbeamst? Oder nach dem, weiß ich nicht, ne, was auch immer. So, was mich jetzt nochmal stark zum Nachdenken angeregt hat, das ist das Buch von Jonathan Hyde und ich weiß, dass der sozusagen von einigen sehr kritisch betrachtet wird, weil er als amerikanischer Psychologe in der auch in anderen gesellschaftlichen Debatten eher konservative, andere würden sagen, rechtsoffene Stellung einnimmt. Aber trotzdem lese ich Bücher von Leuten, die denen ich nicht bei immer hundertprozentig zustimme. Finde ich, sollten wir sowieso öfter machen. Und der hat nochmal was gesagt, was ich wichtig fand, nämlich dass man unabhängig von Suchtverhalten und unabhängig von diesem ganz für Mädchen vor allen Dingen schwerwiegenden Verhalten der Vergleichbarkeit auf Social Media, das tatsächlich Depressionen auslösen kann. auch von Zeitallokationen sprechen muss. Das Schlimme ist gar nicht, dass jemand ganz lange am Handy ist, sondern das Schlimme ist, dass der Tag nur 24 Stunden hat. Und wenn das so ist, wie du gesagt hast, dass ich habe mit in die Schule brennt, mit Clemens Beisel gesprochen, der hat auch solche Zahlen gesagt, also 60 Stunden, irgendwie TikTok in der Woche. Das sind dann eben 60 Stunden, in denen man nicht was anderes macht. Und das finde ich bemerkenswert, auch wenn es um Schule geht. darüber nachzudenken, wann ist ein Einsatz wirklich super sinnvoll, auch um darüber zu sprechen, wie du gesagt hast. Und wann ist es wichtig zu sagen, jetzt nicht? Ich gebe dir ein bestes Beispiel in der Medien AG, äh, nutzende Medien, okay. In der Theater AG möchte ich die nicht sehen, weil wir da unsere Aufmerksamkeit im gemeinsamen Spiel brauchen.

14:19 Gavin Karlmeier

Ich verstehe hundertprozentig, was du sagst. Vor allem, das ist immer mein Beispiel, dass ich die Tüte Chips als Beispiel mitbringe und sage, also Drei Chips jetzt essen ist kein Problem, aber wenn ihr den ganzen Tag nur Chips esst, 16 Stunden lang am Tag, dann hast du einfach sehr viel Scheiße in dir. Und das ist, glaube ich, gerade im Fall von TikTok das Problem, dass wir gar nicht so genau merken, wie Salzig das eigentlich ist, was sie uns da gerade reinknallen. Also es gibt eine neue Studie der Uni Potsdam, die sagt, dass auch jetzt keine Überraschung, es geht um die Sichtbarkeit politischer Parteien im Wahlkampf in Thüringen. Und tatsächlich geht es da darum, dass das Ergebnis war, dass keine Partei den Menschen, den jungen Menschen, so oft angezeigt wurde wie die AfD. Und zwar doppelt so viel wie alle anderen Parteien gemeinsam. Der Durchschnitt, der hier genannt wurde, ist eine ultra erschreckende Zahl. Ich suche dir diese geile Zahl aus, weiter. Wo habe ich sie denn? Ich habe sie mir aufgeschrieben. Also kurz gesagt war es, dass du neun Videos die Woche, glaube ich, von der AfD, mindestens siehst. wenn du dort unterwegs bist, während du nur ein Video einer anderen politischen Partei siehst, wenn du ein junger Mensch in Thüringen bist.

15:28 Bob Blume

Die Sache ist die und die bringt mich auch ein bisschen zur Verzweiflung. Ich habe ein bisschen Hoffnung geschöpft, das war aber noch vor den Thüringen und Sachsenwahlen, als Sascha Lobo gesagt hat, Leute, jetzt kommt doch mal runter. Klar, das ist viel. Aber das ist aufholbar. Und da dachte ich, okay, so kann man es auch sehen. Ich hatte aber gleichzeitig eine kognitive Dissonanz, denn wir wissen, wie stark der TikTok-Algorithmus ist. Aber jedes Mal, wenn ich abends TikTok angemacht habe, wurden mir Nazis und AfD-Le angezeigt. Ich dachte, das kann ja eigentlich nicht sein. Also es gibt ja sowas wie so ein Anti-Algorithmus. Also das heißt, du guckst dir halt Scheiße an, um das zu kommentieren. Aber das hatte ich gar nicht. Und die Antwort darauf, warum das so weiß, ist sehr einfach. Die hocken sich jeden Abend dahin. Und ich habe jetzt ja auch eine T-Online-Kolumne darüber geschrieben, dass ich gesagt habe, wisst ihr, das Problem ist. Mit dem, und da kann man mir gerne widersprechen, aber mit dem moralischen Hinweis darauf, wie wichtig Demokratie ist. Kannst du einen Jugendlichen nicht überzeugen, weil das eine rein kognitive Ansprache ist? Das ist rein kognitiv. Das ist so, Demokratie ist so wichtig und so. Ja, würden wir jetzt sagen, über 70. 70% sind Wählen gegangen, ist das jetzt ein Fest der Demokratie, würden wir ja nicht sagen. Also das heißt, wir können nicht den Modus preisen. Was die AfD macht, ist im Grunde genommen. Eine sehr einfache, auf TikTok angelegte Marketingstrategie. Nummer 1 Einfachheit. Sei schlau willblau. Nummer zwei, Quantität über Qualität. Wir hauen so lange raus, bis ein Video verfängt. Nummer 3, wir probieren so viele Themen aus, bis eins verfängt. Und das, was dann verfängt und das Thema, was klappt, das machen wir dann wieder und wieder und wieder. Und Olaf Scholz präsentiert. Seine Aktentasche.

17:24 Gavin Karlmeier

Ja, ganz genau. Also klar, die Mechanik von TikTok begünstigt natürlich radikalisierende Tendenzen und Populismus ohne Ende, weil einfacher Antworten auf komplizierte Fragen klicken sich gut, emotionalisierende Inhalte klicken sich gut, alles was mich wütend, traurig, ängstlich macht, klickt sich gut, das sind die Dinge, die der Algorithmus begünstigt. Und wenn du dann aber eben auch noch Leute dahinter hast, die zumindest den Algorithmus besser verstanden haben als andere, als große Gruppe und ihn dann sozusagen für sich nutzen, wie die AfD das eben getan hat. dann hast du hier eine sehr teuflische Mischung, weil du Inhalte hast, die sich verfangen und auch noch Leute, die wissen, wie man das genau austricksen und ausnutzen kann. Also Die Uni Potsdam hat das auch nochmal ein bisschen rausgearbeitet, dass kaum eine Partei so viel oder keine andere Partei so viele Menschen aktiv bei TikTok hat, aus ihren eigenen Reihen wie die AfD eben, dass sie eine deutlich größere Reichweite auf jedem dieser Kanäle hat. Sie schreiben, 17 von 30 AfD-Kandidaten sind auf TikTok aktiv, das wird keine andere Partei so mithalten können. Und das Interessante ist aber, dass es eben extrem viele solcher Support-Accounts gibt. Also hier bei der Uni Potsdam wird von 300 solcher Accounts gesprochen. Ich behaupte, das ist gerade mal ein Bruchteil von dem, was die Wahrheit ausmacht. Wir haben bei der Europawahl gesehen, dass Maximilian Kra, nachdem er selber von der For You-Page gesperrt wurde, extrem viele Leute aktiviert hat, seine Videos, die er in WhatsApp- und Telegram-Gruppen gepostet hat. einfach selber hochladen sollten. Und es gab solche Aktionen, da gibt es Screenshots, die im Netz kursieren, bei denen solche Gewinnspiele ausgelost wurden. Alle Leute, die dieses Video hochladen, haben die Chancen. Was auch immer, ich sag jetzt mal, ein iPhone zu gewinnen, ich weiß nicht, ob es war, aber ein iPhone zu gewinnen. Da machen Leute das natürlich mit und geben deswegen diesem Inhalt ihre Mikroreichweite am Ende, was aber unterm Schnitt zu einer riesengroßen Reichweite führt, wenn all diese Leute daran teilnehmen.

19:08 Bob Blume

Das ist das über man könnte das Medusa-Effekt nennen. Du kannst sozusagen dem Vieh nicht den Kopf abschlagen, weil die ganze Zeit neue Sachen nachwachsen. Das hat ja sowohl der Ober-Marketing-Nazi-Stratege für den KRA entwickelt und dann in Telegram-Kanälen auch genauso wie du es gerade formuliert hast preisgegeben. Und Hoss und Hopf zum Beispiel haben das als eine der ersten Kanäle gemacht. Die auch darüber habe ich übrigens eine Kolumne geschrieben, bevor dieser Sternartikel kam. Das war relativ unbeachtet. Ich habe von von eben der Gefahr einer libertären Einstellung gesprochen, die oftmals rüberschwappt ins ins rechtsoffene und dann auch ins Rechtsradikale. Das kannst du beurteilen. Ja, sozusagen vom Bitcoin Bis AfD ist der Weg einfach nicht so lang, weil weil die grundsätzlichen Überlegungen, die teilweise auch unterkomplex sind, immer damit anfangen, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, jeder kann eigentlich alles erreichen, beides stimmt einfach so gesellschaftlich nicht. Und dann, ähm, und sozusagen mit diesem, mit diesem Fundament an Gedankengang kommen die Leute dann immer näher und sagen, und weil jeder alles erreichen kann, brauchen wir die maximale Freiheit. Und dann geht es vom Liberalen, was vielleicht noch eher FDP nice, das ist hier diese Partei. Ich weiß nicht, ob das die Leute noch kennen. Die war so gelb und Magenta und so und die waren mal, die wurden echt mal viel gewählt. Jedenfalls, dann geht es ins Libertäre. Und das ist dann Elon Musk vor sieben Monaten. Also Elon Musk als er noch nicht wirklich. im Grunde genommen rechtsradikale Inhalte unter.

20:50 Gavin Karlmeier

Sag lieber vor zwei Jahren. Sagen wir lieber vor zwei Jahren.

20:52 Bob Blume

Oder vor zwei Jahren. Ich bin nicht mehr auf, ich bin da ja nicht mehr, aber genau. Und das Problem ist aber, oder was heißt das Problem ist, aber das müssen die halt auch machen, Janay, weil ich frag mich immer, ehrlich gesagt, das ist vielleicht auch ein bisschen naiv Wird so gesagt, ja, jetzt sind die bald an den Schalthebeln der Macht. Und wir haben jetzt schon 100 Nazis im Bundestag und so. Und dann denke ich so, ja, aber ihr anderen seid da doch auch. Also ihr seid da doch auch. Und ein Bundestagsabgeordneter verdient viel, aber natürlich auch nicht super viel, aber man kann Büroangestellte, dies und das. Konzentriert euch doch mal auf das Zeug. Oder die sagen, ja, die AfD-Ler, die halten ihre Reden halt auch so, dass man die Schnipsel auf TikTok nehmen kann. Ja, ja, das tun sie, dann mach das doch auch. Also irgendwie, ne, das e also so läuft es halt, wenn wir schon dabei sind, zu sagen, das ist Marketing. Ja, aber dann nutzt doch dieses Marketing auch. Und das demokratischer Populismus. Ähm, nenne ich es jetzt mal etwas zugespitzt.

21:56 Gavin Karlmeier

Etwas demokratisch-populistisch, meinst du?

21:58 Bob Blume

Ja, Ein bisschen funktioniert, zeigt ja die Kamala Harris-Kampagne. Natürlich kommen dann irgendwelche Schreiberlinge und sagen, nur weil es viral geht, ist es jetzt noch nicht substanziell und so. Jaja, aber geschenkt. Geschenkt. Das zeigt doch, dass sozusagen so eine Form von inhaltlicher Auseinandersetzung, die aber authentisch rüberkommt, gleichzeitig auch Leute ziehen kann. Und ich verstehe nicht, warum das nicht gemacht wird, ehrlich gesagt

22:24 Gavin Karlmeier

Überhaupt nicht. Also vor allem nicht, wenn du dann eben, wie du eben Olaf Scholz schon zitiert hast oder Karl Lauterbach, der da mit TikTok angefangen hat. Und man guckt sich das an und man denkt sich, ja, es gibt schon so ein. So einen komischen What the fuck-Reflex in einem, aber du hast halt gar nicht das Gefühl, dass sie irgendwo verstanden wurde, wie andere Leute diese Plattform gerade benutzen. . . Dass sie genutzt wird, um Inhalte an den Mann zu bringen und nicht einfach nur zu sagen, ja, ich bin jetzt hier gerade bei Markus Lanz. Was der Inhalt de facto seines ersten TikTok-Videos war. Und dass eben auch nicht verstanden wird, wie eben diese Methodiken funktioniert. Ich fand dein Beispiel sehr gut, dass du gesagt hast, es bringt nicht Kindern zu sagen, Leute, Demokratie ist wichtig oder Erstwählenden zu sagen, Demokratie ist wichtig. Das ist nämlich bei TikTok genau das Gleiche. Es reicht nicht, wenn Politiker sich einen Account machen und Videos hochladen, damit sie der AfD jetzt mal irgendwas entgegensetzen können. Sondern sie müssen schon verstehen, was der magische Weg ist, den die AfD dort nutzt. und diese Mechanismen nutzen. Stimme ich dir hundertprozentig zu. Ja. Ich muss leider, weil ich, also manche, wir haben so direkt Knallhart eingestiegen, kurz Housekeeping. Ich war ja, ich war krank, zwei Folgen Haken dran sind ausgefallen, was dazu führte, dass ich hier so ein paar Themen angehäuft habe, angesammelt haben, die ich mit dir jetzt gemeinsam besprechen möchte. Und ich habe das Gefühl, du hast Emotionen dabei. Das ist sehr gut. Wir fangen an, nämlich mit Ex in Brasilien, was eigentlich all diese Dinge, die wir gerade besprochen haben, so ein bisschen. zuspitzt und mal zusammenführt. . Und zwar geht es ja, ähm für die, die es nicht mitbekommen haben, darum, dass X sich einen längeren Rechtsstreit mit Brasilien geleistet hat. Konkret ging es darum, dass X sich weigerte, nach einem richterlichen Urteil Accounts zu sperren von Menschen, die als digitale Milizen bezeichnet wurden. Damit meinte der Richter konkret, Leute, die eben in Brasilien nicht mehr gewählt werden dürfen oder aus irgendwelchen anderen Gründen eben keine Plattform mehr bekommen sollten. Dazu gab es das richterliche Urteil. Und Elon Musk als jemand, der sich jahrelang eigentlich dafür eingesetzt hat, zu sagen, er ist zwar. auf der Seite der Freiheit, aber eben auch rechtschaffend, der hat sich dort diesen Gesetzen eben entgegengestellt. Dieses Hin und Her und Rauf und Runter führte am Ende dazu, dass Elon Musk seine Büros in Ex geschlossen hat, von Ex geschlossen hat in Brasilien, alle Leute abgezogen hat. Der Richter hat dann angeordnet, dass Ex einen eine Ansprechperson benennen muss, die für das Gericht zur Verfügung steht, so wie es übrigens überall auf der Welt notwendig ist, für Unternehmen eine Ansprechperson zur Verfügung zu stellen. Das hat Elon Musk nicht gemacht, woraufhin letzten Freitag de Moraes, das ist der Richter in Brasilien, nun die Plattform-Ex vollständig geschwert hat. Das heißt, die Plattform X kann in Brasilien derzeit nicht mehr aufgerufen werden. Für einen halben Tag klang es übrigens auch so, dass du X auch nicht mehr per VPN aufrufen darfst. Es gab da auch eine Anordnung des Richters, bei der der Aufruf von Ex über einen VPN mit 50. 000 brasilianischen Real, also ungefähr 8. 000 Euro, bestraft werden sollte. Das wurde dann wieder zurückgenommen, weil das offenbar als zu scharf kritisiert wurde. So oder so, X ist derzeit von Brasilien aus nicht mehr erreichbar. Gut.

25:29 Bob Blume

Oder? Also ich, um ich Im Grunde genommen ist das, worüber wir gerade am Anfang geredet haben, nämlich Medienkompetenz von Kindern, könnte man ja sagen, ist im Grunde so wie den Kindern Karate beibringen, wenn sie überfallen werden. Es nützt aber nichts, Kindern Karate beizubringen, wenn dauernd schwerbewaffnete Leute durch die Gegend gehen und rumschießen. Und ehrlich gesagt, das ist nicht nur eine Metapher, die Schul-Shootings in den USA, wie es jetzt wieder war, zeigen Das ist halt nicht nützlich zu sagen, wie man sich schützt, wenn es keine Gesetze gibt, die sozusagen eine Ausbeutung von Freiheiten verhindern. Und das ist bei X ja genau das. Und Elon Musk Glaube ich, bin fest davon überzeugt, dass er denkt, er steht über dem Gesetz. Das haben seine Reaktionen ja auch gezeigt. Also und er ist ja nicht für freie Rede. Sobald ihn jemand trollt, so schnell sind die Leute ja, also kann man gar nicht blinzeln, wie ihn von an der Plattform verschwunden sind. Die weißen Männer für Harris, die wurden ja sofort abgeschaltet. Das muss man sich mal geben. Also da das. Ja, sorry, also jetzt genau, ich reg mich schon wieder auf.

26:50 Gavin Karlmeier

Regte dich mal auf. Ich finde Emotionen finde ich genau gut. Elon Musk hat nämlich auch in den letzten Tagen einen mit. Grog, das ist ja dessen KI-Bot, der eben jetzt auch Bilder generieren kann, übrigens mit deutscher Technologie, hat ein Bild gepostet von Kamala Harris, wie sie in so einem roten Anzug. . . Imagine what she could wear. Genau, wo er zugeschrieben hat, dass Kamala Harris angekündigt hat, kommunistischer Diktator ab Tag 1, Diktatorin ab Tag 1 sein zu wollen. Woraufhin Anonymous über ihren Account ein Bild gepostet haben von Elon Musk und Donald Trump küsend in Nazi Uniform mit Hakenkreuzen Was dazu führte, dass dieser Account gesperrt wurde, dieser Post ausgeblendet wurde von Anonymous, während das Originalbild von Kamala Harris bei alles natürlich geschmacklose KI, äh, KI-Inszenierungen. online geblieben ist. Also das zeigt genau das, was du sagst. Alles, was es gibt da es gibt keine gerade Linie in der Argumentation von Elon Musk, solange sie nicht heißt, Elon Musk hat recht. Und das stellen wir an allen Ecken und Enden fest, führt aber dazu, dass eben auch Menschen das mitkriegen. Also Maralu 1980 ist eine Hörerin oder ein Hörer von uns Hat bei Spotify kommentiert unter der letzten Episode. Kürzlich im Bus sprachen Jugendliche darüber, wie krass das Bildmaterial auf Twitter ist, insbesondere die Kriegsbilder. Sie sagten selbst, das sollte gesperrt werden. Ich finde, wenn du. Das kannst du ja eigentlich von normalen, nicht beruflich mit Medien arbeitenden Menschen nicht erwarten, diese Einschätzung vornehmen zu können, welche Inhalte eigentlich auf einer Plattform richtig sind und welche nicht. Wenn selbst Jugendliche im Bus Öffentlich darüber sprechen, dass sie das Gefühl haben, das sollte da nicht sein, diese Inhalte. Siehst du schon, wie weit es eigentlich mit Ex gekommen ist mittlerweile?

28:30 Bob Blume

Ja, und mal ein kurzer Hinweis für alle Zuhörenden und auch für dich in deinen Medienkompetenz-Workshops. Frag mal, ohne dass sie es erklären müssen, in Klassen nach. Wer von denen schon mal Inhalte gesehen hat, von denen sie danach dachten, dass sie es besser nicht hätten?

28:47 Gavin Karlmeier

Gute Frage.

28:48 Bob Blume

Das ist meistens sind das alle. Und selbst ich kenne das übrigens auch. Ich meine, das ist ja jetzt schon, also erstens, ähm, über Reddit stolpert man darüber, ne? Also ich scroll so durch und dann irgendwie jemand schreit und steht am Balkon und man denkt, oh, was ist da passiert so? Und dann hüpft man Du hft her runter und du siehst alles. Du siehst alles, ja. Zweitens, übrigens auch, absolute perfide Scheiße. Es gibt ja auf TikTok auch so Accounts, ich weiß gar nicht, wie ich da gelandet bin, aber die irgendwie so Mordfalle besprechen, interessiert mich eigentlich wenig. Aber dann guckst du in die Kommentare und in den Kommentaren stehen dann Links. Und die Links führen zu Seiten, da ist rotten. com, die 90er Jahre, wir zeigen Gewalt einfach aus. purem Vergnügen Seite noch Kindergarten geben. Also da siehst du wie also ich hab ich hab Gott sei, also das ist ja schwierig, ich hab's dann sozusagen Gott sei Dank eher ausgemacht, weil sonst hätte ich gesehen, wie, wie Leute anderen, also Ich möchte das jetzt nicht so, wie jemand anderem sozusagen den Kopf abgetrennt hätte. Und das gesehen die Kinder dann und so weiter. Aber letzten Endes führt das ja genau zu dem, was du gesagt hast, Medienkompetenz zu schulen ist wichtig, aber letzten Endes muss es Mechanismen geben, die Plattformen. So hart rannehmen, was das angeht, oder die einfach dicht machen. So traurig. Twitter war mal mein. . also Wir alle, die wahrscheinlich den Podcast hören, die lieben so diese Tweets, wir melden uns und ich komme noch mal rein. Das Ganze, die ganzen Aphorismen, es war auch nicht alles immer toll, man hat sich ein bisschen angeflaumt, aber das ist ja nur noch antisemitische rechtsradikale Scheiße. Und da muss man irgendwann sagen Ich habe übrigens auch letztens gesehen, nach den Thüringen-Wahlen, dann kommen AfD-Leute und sagen, wer hat sich das? Also irgendwie jemand sagt so, das ist ja exklusiv gegen Menschenrechte und dann so, und dann stellen die zur Debatte. Ob Menschenrechte, also wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Sollte man das, sollte man das nicht mal diskutieren, ob Menschen wirklich eine Menschenwürde haben, ja?

31:04 Gavin Karlmeier

Und das ist ja am Ende genau die Supervision der, oder wie sagt man, das Superlativ, so heißt es, das Superlativ der Diskursverschiebung, wenn du das Gefühl hast. Alles, was unsere Grundwerte sind, alles, auf dem unser Miteinander überhaupt aufbaut, ist inzwischen Teil einer Diskutierbarkeit, wo überlegt werden muss, hey, brauchen wir eigentlich. Also das fing ja schon an, übrigens, mit einem Debattenartikel in der Zeit, in dem es hieß, hey, Seenotrettung, oder sollten wir es vielleicht lassen? Als Streitartikel. Weißt du, also wir sind ja eigentlich längst an einem Punkt, an dem solche Diskussionen gangbar geworden sind und machbar geworden sind.

31:41 Bob Blume

Der Chefredakteur der NZZ hat darüber eine Kolumne geschrieben, ob man die AfD nicht mal an die Macht lassen sollte, weil sie sich dann selbst entzaubern. So ein ganz kleines bisschen klingelt da 1933 in meinen Ohren.

31:53 Gavin Karlmeier

Also, ja, ja. Das ist es eben. Und was du sagst, also es gibt ja immerhin in der EU Bestrebungen. solche Dinge durchsetzen zu können durch die Regulierungspakete DSA, DMA. Alle, die dich öfter zuhören, kennen das. Aber kurz gesagt ist es so, dass theoretisch als letzte Instanz auch die Möglichkeit der Sperre dieser Plattform möglich ist, wenn manchen Dingen eben nicht nachgekommen wird. Was im Fall von Ex rein theoretisch nur eine Frage der Zeit ist. Also die Sperre von Ex in Brasilien. Könnte auch durchaus der Versuch sein, das im Kleinen auszuprobieren, was passieren würde, wenn man sich mit der EU dann letztendlich wirklich mal anlegen würde. Ausschließen möchte ich das nicht, dass das durchaus hier so eine Art kleiner Versuchsballon sein könnte. Ja, dazu ein kleiner Einschub übrigens, eine Geschichte, weil du eben meintest, dass auch Kinder Zugriff auf solche Inhalte haben. Diese Pakete fordern auch, diese Regulierungspakete der EU, fordern beispielsweise auch Pornoseiten dazu auf. Eine tatsächliche Altersverifikation durchzuführen. Also nicht einfach nur fragen, hey, bist du 18? Ja, sondern eine tatsächliche Überprüfung, beispielsweise mit einem Personalausweis. Da gibt es in Spanien jetzt gerade in Vorschloß, weil die spanische Regierung jetzt eine Methode vorgestellt hat, die Caterera de Gital Beta, der sogenannte Pornopass, wie man dort in der Gesellschaft sagt. bei der es möglich ist, eigentlich so ein bisschen wie eine verschlüsselte E-Mail mit einem Private Key und einem Public Key. Also du hast quasi einen Code auf deinem Handy und einen Code, der im Netz generiert wird, du gleichst die beiden ab und wenn du sozusagen ein grünes Licht kriegst, Dann kannst du diese Webseite besuchen und auf deinem Handy gleichst du deinen Private Key mit dem Personalausweis ab, sodass am Ende die Pornoseite nicht weiß, wer gerade auf der Pornoseite surft. Mein Handy nicht weiß, dass du auf der Pornoseite warst. Du aber durch diese Verifikationsmethoden tatsächlich nachweisen konntest, dass du volljährig bist. Das wäre eine Möglichkeit, um diesen geforderten, geforderten Altersnachweisen irgendwie entgegenzukommen, ohne den Datenschutz über Bord zu werfen, was natürlich die erste Sorge derjenigen ist. die davon hören, dass jetzt eine echte Altersverifikation notwendig wird beim Besuch von der Frage.

33:55 Bob Blume

Aber wer das auch wäre das auch, also ich habe gleich zwei Gedanken gehabt. Der erste Gedanke ist Medusa-mäßig, also es wird ja nicht wenige Leute geben in irgendwelchen Netzwerken, die jetzt schon 1000 Terabyte Pornomaterial irgendwo gebunkert haben. So, dann klar kommt es nicht auf die Seite, aber dann gehst du halt auf 4chan. oder wo auch immerhin, also auf irgendein Imageboard und holst es dir da. Obwohl ich trotzdem sagen würde, ist gut, ne? Also es ist so ein bisschen so dieses Dieses Argument, ja klar kriegt man auch Alkohol unter 18, aber es dauert halt und es ist anstrengend und vielleicht ist es Schambesetzt und so, das ist ja schon mal gut. Das zweite ist, weil ich es eigentlich gut finde, ob das auch, ich sage jetzt mal, verallgemeinerbar ist, wenn es gar nicht nur um Pornografie geht, sondern zum Beispiel auch über Social Media. Weil ich habe immer die Leute verstanden, die gesagt haben, Klarnamen und Verifikationen finden wir deshalb schlecht, weil es muss ja noch Whistleblower geben und so. Aber dann dachte ich, ja gut, aber ein Whistleblower kann ja auch um die Ecke gehen, Journalisten zum Beispiel können ihre Quellen ja schützen. Okay, dann sind sie nicht selber die Helden. Aber ich weiß nicht, ob Whistleblower jetzt zwangsläufig das aus Heldentum für sich selber machen oder nicht. Deshalb ist das theoretisch auch etwas, was weiter ausgerollt werden kann.

35:16 Gavin Karlmeier

Es ist kompliziert. Ich fange mal mit deinem ersten Gedanken an, weil dieses D der DSA, der Digital Services Act, gilt eben nur für Websites und Angebote, die mehr als 45 Millionen NutzerInnen erreicht. Was hier konkret bedeutet, dass es eigentlich nur drei Seiten gibt, die als Very Large Online-Plattform gelistet sind, nämlich Pornhub, Stripchat und X-Videos. Diese drei Seiten werden sich früher oder später jetzt was überlegen müssen, um diese Regulationen umzusetzen. Dazu gehört eben Altersverifikation auf die Webseite zu bringen. Ob sie jetzt diesen spanischen Pornopass nehmen oder sich eine andere Technologie überlegen oder ob irgendjemand noch um die Ecke kommt mit einer neuen Idee, Völlig unklar. Fairerweise hatten wir aber, manche Leute werden sich vielleicht daran erinnern, so ähnliche Modelle schon mal im Internet, bei denen du nur Prüfsummen deines Personalausweises eingeben musstest. Das ist längst nicht so sicher wie eine tatsächliche Verifikation, bietet aber die Möglichkeit eben, naja, auf eine Art irgendwie sich zu schützen, wobei das eben auszutricksen wäre. Was vielleicht der EU nicht reichen würde. Wie weit das da geht, da gibt's, weiß ich nicht. Zu dem zweiten Gedanken, theoretisch klar. Theoretisch könnten sich soziale Netzwerke dazu entscheiden, wir sind jetzt nur noch für Volljährige gehen damit einigen Regulierungen aus dem Weg, setzen uns selber proaktiv und freiwillig so einen so einen Pornopass vor die Startseite und sagen, ihr müsst euch einmal verifizieren. Die Frage ist aber, wer sollte das denn freiwillig tun? Eine Plattform wie TikTok wird auf ihre minderjährigen NutzerInnen auf gar keinen Fall verzichten wollen. Eine Plattform wie X glaubt, alles sollte für alle sein, zumindest in der Eigendarstellung. Das heißt, sie würden sich damit selber auch irgendwie einschränken, vor allem, wenn du ein staatliches Dokument nutzen musst, um dich dort anzumelden, verliert Elon Musk. Einige seiner NutzerInnen. Also ich bin mir relativ sicher, da wirst du, das würde nicht funktionieren, weil die Leute es nicht annehmen würden.

36:58 Bob Blume

Ja, aber das ist doch dann, also. Ich will jetzt nicht ewig drauf rumreiten, aber klar, Leute akzeptieren auch nicht, dass man in der 30er Zone 30 fahren muss, dann fahren sie 50, aber dann werden sie halt geblitzt. Also ich meine, so funktioniert doch Gesetzgebung, oder? Also jetzt zu sagen, naja, aber weiße die Deutschland. Deutschen die Rasen halt immer so, lass uns einfach überall Tempo 100 machen, das wäre ja auch Quatsch.

37:21 Gavin Karlmeier

Nein, du hast natürlich recht. Also wenn das ein Gesetz wäre Klar. Bislang gibt es aber in die Richtung noch gar keine Überlegung zu sagen, ein soziales Netzwerk ist nur für Volljährige. Weil, also selbst im Fall von Ex würde das die meisten Probleme nicht lösen, weil auch die Volljährigen da sich nicht benehmen können.

37:38 Bob Blume

Das stimmt, aber ich bin ja trotzdem auf dem Punkt, dass es so katastrophal mittlerweile ist, dass es schon schön wäre, wenn man einige Eck hinsetzen könnte. Also muss ja nicht immer sofort alles lösen. Aber ich stimme dazu.

37:53 Gavin Karlmeier

Es ging auf jeden Fall noch ein bisschen weiter mit Brasilien, denn Elon Musk betreibt ja eben nicht nur X in Brasilien, sondern auch Starlink. Starlink ist das Unternehmen, mit dem du per Satellit deinen Internetzugang nutzen kannst, was in Brasilien 200. 000 Menschen tun. Also es ist tatsächlich eine signifikante Anzahl von Menschen. Gerade in ländlichen Regionen von Brasilien gibt es eben nicht einfach ein Kabel, das aus der Wand kommt, sondern. Da hilft es, wenn du Starlink benutzen kannst. Elon Musk hatte sich zuerst, der Schwiegel hatte darüber auch berichtet, hatte sich zuerst geweigert, Ex zu sperren über Starlink, was dazu geführt hätte. dass Starlink beschlagnahmt hätte werden können. Also kurzum, dass 200. 000 Menschen keinen Zugriff mehr aufs Internet haben. Das wäre für Elon Musk. natürlich eine ganz gute Möglichkeit gewesen, Leute auf die Behörden wütend zu machen. Sie haben dann, Elon Musk hat dann auch ganz laut rumgepoltert, hat gesagt, gebt uns endlich unseren Besitz wieder und sowas. Elon Musk halt immer so macht, hat dann aber, und die Meldung kam jetzt am gestrigen Mittwoch, vor gestrigen Mittwoch, wenn ihr das hier hört, hat jetzt aber nachgegeben und wird Ex auch in Brasilien über Starlink blockieren. Das heißt Er beugt sich hier tatsächlich dem Urteil des Richters.

39:01 Bob Blume

Das ist doch schön, ne? Und zeigt in gewisser Weise, wie gesagt, dass dieser Gedanke eben Nicht stimmt, dass er über dem Gesetz steht. Nur weil man Milliardär ist, kann man auch eingesperrt werden. Epstein lässt grüßen, aber ich möchte das Thema jetzt nicht vertiefen. Ich will nur sagen, ähm Es gibt Maßnahmen, egal wie viel Geld du bist. Also zumindest habe ich die Hoffnung, dass das so ist. Mal unabhängig davon. dass die sehr reichen Leute ja natürlich noch andere Möglichkeiten haben. Trump hat ja sogar schon live gesagt, dass er gerne, also dass er nach Argentinien fliehen möchte, wenn er die Wahl nicht gewinnt. Und ich glaube, was ich wirklich einen ganz, ganz wichtigen Gedanken finde, wenn man solche Leute reden hört, der ist so trivial Im Grunde genommen trivial, aber nochmal gelesen in dem Buch, es ist kurz vor 1933, ähm von dem Mitglied des Zentrums für politische Schönheit. Hört den Leuten zu, wenn sie sagen, was sie sagen, weil die meinen das auch so. Wo wir jetzt den Bogen ein bisschen spannen können, wieder zur AfD und so weiter.

40:07 Gavin Karlmeier

Wobei Elon Musk auch angekündigt hat, weil du gerade über das Fliehen gesprochen hast, dass er sich seine Reisen jetzt zweimal überlegt nach der Festnahme von Pavel Dorov in Frankreich. Also vielleicht Bleiben zukünftig Besuche von Elon Musk aus, was ärgerlich ist für mögliche CDU-Kanzlerkandidaten, weil sie niemanden haben, mit dem sie sich fotografieren können. Naja, schauen wir einfach mal. Spannend ist aber, es gibt noch eine Recherche von AP, die herausgefunden haben, dass Elon Musk mal. Bolsonaro, das ist der rechtsradikale, eher frühere brasilianische Präsident, das Elon Musk dem mal versprochen hat . dass 19. 000 Schulen in Brasilien mit Starlink versorgt werden sollten, was laut API bis heute nicht umgesetzt wurde. Also sind wir wieder bei Elon Musk in seinen leeren Versprechen.

40:55 Bob Blume

Ja. Also wundert mich überhaupt nicht. Ja, eine kurze Rückfrage, wenn wir gerade schon bei Starlink sind, ich hab überhaupt nicht mehr im Hinterkopf, ob Elon hat Elon Musk jetzt eigentlich lässt er die Ukraine da weiter. Weiterhin darüber kommunizieren, weil damals hieß es doch, dass die richtig am Arsch sind, wenn Elon Musk sich überlegt, dass er doch jetzt möglicherweise ein Putin-Fan ist und seine Kehrtwende in Bezug auf Trump lässt ja vermuten, dass das nicht ganz so weit liegt.

41:24 Gavin Karlmeier

Da ist dann irgendwann mein Kenntnisstand, ich habe nicht jede Nachricht im Kopf, ich versuche es mal zu rekonstruieren. Mein Kenntnisstand ist, dass Elon Musk dann irgendwann vom Kapitol 300. 000 Dollar pro Jahr forderte. für den Betrieb von Starlink, also vom Verteidigungsministerium der USA. Und dass dann irgendwann die Nachrichten dünner wurden. Also es durchaus die Möglichkeit gibt, dass die USA dafür bezahlen. Aber da bin ich mir sicher, das wird gehauskeep. Wenn ihr das wisst, schreibt es gerne in die Spotify-Kommentare oder in den Hakendran-Discord, hakendran. org. Kostet nichts, lohnt sich aber. Über 1000 Leute tauschen sich da die ganze Zeit aus. Ohne Scheiß, ne? Die letzten Tage, als ich krank war, ich habe da ab und zu mal reinguckt, ich habe immer Hauer gekriegt, weil ich eigentlich krank war und nicht reingucken sollte. Aber Da wurde so viel über all diese Dinge diskutiert und die Vorbereitung für diese Episode war einfach ein Traum, weil ich musste eigentlich nur sammeln, worüber diskutiert wurde. Es ist also schaut da gerne mal rein. Und wenn ihr noch genau wisst, wie die Starlink-Geschichte weiterging, besucht uns mal.

42:19 Bob Blume

Also das hört sich nach einer sehr, sehr intensiven Community an. Wir haben ja gerade ganz kurz angeteasert. Ah nee, Quatsch, wir haben nur Tinder gesagt und nicht Onlyfans, sonst wäre das natürlich eine Möglichkeit für dich das nächste Mal, wenn du keine Stimme hast.

42:32 Gavin Karlmeier

Ah, das ist eine gute Idee.

42:36 Bob Blume

Mehr Fußcontent von Haken dran.

42:38 Gavin Karlmeier

Geil. Nagellack drauf. Es gibt noch mehr, wir bleiben kurz in Brasilien. Denn Lula, das ist der amtierende Präsident, der hat sich nach dem Verbot auch jetzt geäußert, weil es in Brasilien tatsächlich gerade eine ziemlich große gesellschaftliche Debatte darüber gibt. Ob es jetzt richtig ist oder nicht, diese Plattform zu sperren. Die ganze Gesellschaft ist eigentlich gerade im Streit, zumindest wenn man hier so CNN glauben darf. Aber er hat sich dazu geäußert und hat gesagt, er hofft Dass die Krise um Ex in Brasilien der ganzen Welt lehrt, dass sie nicht gezwungen ist, Elon Musks rechtsextremes Treiben zu dulden, nur weil er reich ist. Ich finde, das ist ein wirklich großer Satz, den man vielen Leuten gerne mal aufs Brot schmieren würde.

43:23 Bob Blume

Ja, und sollte.

43:25 Gavin Karlmeier

Und sollte, richtig. Was aber die Folge natürlich ist, dadurch, dass die Leute jetzt nicht mehr auf Ex sein können in Brasilien, ist, dass sie alle zu Blue Sky gekommen sind. Also innerhalb von 48 Stunden gab es 880. 000 Neuanmeldungen. Und innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Sperre war Portugiesisch die meistgesprochene Sprache auf Bluesky mit 73,7 Prozent. 3,2 Millionen Postings wurden abgeschickt innerhalb von 24 Stunden. Bluesguy ist auf Platz 1 des brasilianischen App Stores, weil einfach. Also die Formulierung hier ist, Twitter Users don't really trust Meta at all. Also die kritische Distanz zu Meta in Brasilien ist relativ groß, also laufen alles im Blue Sky. Das geht so weit, dass in der amtierenden, also wie sagt man, Most Popular News Show, also die erfolgreichste Nachrichtensendung Brasiliens, die haben in ihrer Bauchbinde, also in dem Bereich unten im Bild. wo früher der Vogel war und at JN Official oder Offizial, da ist jetzt ein Schmetterling für Blue Sky. . . Das heißt, Blue Sky ist einfach von jetzt auf gleich dort genau das geworden, was Twitter eben auch hierzulande früher mal gewesen ist, hier aber so ein bisschen ersatzlos weggefallen ist. Finde ich, irgendwie fühlt sich das an wie eine Heldengeschichte.

44:37 Bob Blume

Absolut. Also, also fühlt, äh, fühl fühlt es sich wirklich. Ich ähm hab mittlerweile nur Also mich hat es irgendwie zerfranst und ich habe mir dann irgendwann gesagt, so jetzt muss ich mich, jetzt muss ich mich entscheiden, wo bleibe ich. Und ich streue meinen Content überall, aber sozusagen ohne jetzt da irgendeinen Automatismus drin zu haben, aber ich habe dann gedacht, okay, also Threads gefällt mir einfach ganz wunderbar. Da bin ich länger als auf Blue Sky. Es ist auch wirklich irre, wenn ich den gleichen Inhalt, also den gleichen, wie gesagt, mit ich, also nee, nicht wie gesagt, sondern ich verändere den sogar, ne? Weil ich, wenn ich zum Beispiel, wenn ich auf Thread sage, guck mal hier eine Podcast-Folge, die ist toll, ein Spotify-Link, ähm Auf Threads, okay, auf Threads wird muss man dazu sagen, wird es eher ignoriert. In meinem Instagram Channel gehen die Leute drauf Auf Blue Sky finden es ein paar gut und auf Mastodon werde ich beschimpft, wie ich Spotify supporten kann. Ja, also das ist ich muss auch immer gucken, wenn ich einen Podcast-Beitrag mache, auf Mastodon, ähm, na klar, All Text Und da will ich mich nicht drüber lustig machen, ich verstehe das schon, ist inklusiv, aber natürlich Link zur ARD Mediathek. Und ich muss mir zweimal überlegen, wie ich das mit einem Podcast mache, der keine andere. Möglichkeit hat und so. Ist ein bisschen anstrengend, ehrlich gesagt. Und deshalb habe ich irgendwann gesagt, einfach auch, weil ich natürlich auf Instagram, also weil das jetzt mittlerweile meine Basis ist und das super angebunden ist, muss man ja wirklich sagen, in beide Richtungen. dass dass Threads dass ich versuche, dass Threads mein neues Twitter ist.

46:20 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde das gut. Wobei ich sagen muss, ich hab natürlich Bei all dem, ja, es nervt Reflex, den ich auch kenne. Habe ich große Sympathien dafür, dass es Leute im Fiddiverse gibt, die zum Beispiel die Stange hochhalten und sagen, Digga, wenn du einen Spotify-Link postest. Hören wir uns das hier nicht an. Also ich selber bin natürlich in meinem Nutzungsverhalten auch anders, sehe aber dafür eine große Faszination, weil da drin so ein. ein Idealismus steckt, so ein Glaube an das Richtige, an das Dezentrale, an das Gute, dass ich auch jedes Mal, wenn ich bei Fittiverse über meine Mastodon-Instanz einen eine Folge postet, dass ich dann auch sehr gerne direkt den Podgy-Link nehme und eben nicht den Spotify-Link, aber ehrlicherweise auch, natürlich, weil ich genau weiß, da klickt auch keiner dann drauf.

47:07 Bob Blume

Also ehrlich gesagt, ist es da aber der Ton, der die Musik macht. Weißt du? Also irgendwie, ähm ich hab, ich bin so ein bisschen allergisch gegen diese hypermoralisierende Form der Zurechtweisung. So, dann würde ich sagen, jetzt Guck mal bitte kurz in deine Küche, ob da irgendein Produkt von Nestle steht. Und wenn ja, dann laber mich nicht voll. Also ich habe dann so einen leicht polemischen Reflex, den ich dann nicht aufschreibe meistens. Aber du hast recht, ja, das ist gut. Ich habe diesen Idealismus, ehrlich gesagt, was Blogs angeht, was meinen Blog angeht, da habe ich jetzt nochmal richtig Kohle reingesteckt, weil ich das irgendwie so toll Finde und fand, ähm auch, also ne, darüber hat ja alles angefangen, auch das vor Twitter noch und vor Büchern und was weiß ich nicht was. Und was mir echt aufgefallen ist Was so geil war vor Social Media, ist, dass Blogbeiträge durch die Kommentierung zu einem erstens zu einem eigenen Forum geworden sind, natürlich. Und zweitens, im Grunde genommen habe ich das immer so empfunden, dass die Kommentare im Blog oder unter dem Blogbeitrag eigentlich den Blogbeitrag selbst noch weitergeführt haben. Und das bleibt ja auch immer noch da. Ich habe in meinem letzten Buch von vor zwei Jahren, zehn Dinge, die ich an der Schule hasse, habe ich eben so ein bisschen diesen Weg beschrieben. wie ich gemerkt habe, dass das überhaupt jemand liest, weil das weiß ja nicht. Oder kannst du irgendwie Statistiken oder so, aber damals waren es nicht so viele gelesen. Und dann habe ich so die Geschichte darüber geschrieben, wie so ein Journalist mich da blöd angemacht hat. Und man kann es immer noch lesen. Aber die Diskussionen irgendwie, die auf Ex irgendwann mal stattgefunden haben, klar, vielleicht kannst du das auch nochmal, aber das ist ja nicht mehr frei zugänglich, wenn man nicht mehr so gut ist. So möchte, du musst explizit suchen und jeder kennt das vielleicht, dass er sagt, scheiße, was war jetzt nochmal das Stichwort, dass ich den scheiß Tweet nochmal finde oder so?

49:02 Gavin Karlmeier

Ich verstehe das total. Ein zweites Mal, dass wir sagen müssen, Sascha Lobo hatte recht, das ist hier in diesem Podcast auch noch nie passiert. Sascha Lobo hat vor vielen Jahren auf der Republika, ich habe das glaube ich schon mal erzählt, Hat er eine Initiative gestartet mit dem Namen Reclaim Social Media? Bei dem es darum ging, alle Postings, die du in sozialen Netzwerken ablässt, würde ich gerade sagen, absetzt, dass die automatisiert auch auf der eigene Webseite einlaufen, damit du sozusagen einen Spiegel von all diesen Inhalten hast. Und ich habe das immer Ich fand es immer toll, aber es war relativ umfangreich und kompliziert, dass selber aufzusetzen. Inzwischen gibt es dafür Tools wie if, this, then, that und so. Aber Damals war es kompliziert. Ich habe lange in einer Redaktion gearbeitet, bei der ich Inhalte für eine Facebook-Seite gemacht habe. Und sehr, sehr, also wir haben. . Sehr, sehr viel Quatsch gemacht. Es war einfach sehr viel, sehr kreatives Arbeiten. Und vor einigen Monaten, ich glaube zum Ende des letzten Jahres, hat diese Seite eingestellt, wurde gelöscht, diese Facebook-Seite. Seite und damit auch all diese Inhalte, die ich dort produziert habe. Und ich habe all die Jahre versäumt, ein Archiv zu erstellen, weil ich dachte, naja, es ist doch dort bei Facebook, aber es ist eben nicht mehr dort bei Facebook. Und damit gibt es viele dieser Inhalte nur noch in meiner Erinnerung, weil sie halt einfach eben unwiederbringlich gelöscht sind. wurden. Und deswegen habe ich eine große Sympathie dafür zu sagen, also wenn ich Dinge erstelle, die mir am Herzen liegen, dann lege ich sie vielleicht nicht exklusiv bei Instagram oder Ex ab, weil selbst wenn wir jetzt gerade für Instagram noch brennen, Wer weiß, wo es in 10 Jahren ist, ob wir in 10 Jahren überhaupt noch an die Plattform glauben, ob Meta noch an die Plattform glaubt? Das ist alles unklar. Und ich mag diesen Appell, finde aber spannend, dass das am Ende ja auch, da bist du ja auch, so bist du ja auch da hingekommen, aber genau das ja eigentlich auch die Idee dezentraler Netzwerke ist. Also das ganze Filiverse Mastodon. Ist ja am Ende genau aus dieser Idee heraus entstanden, eben nicht sich in die Mühlen des Turbo-Kapitalismus zu schmeißen, wie die meisten sozialen Netzwerke das ja eben tatsächlich tun, sondern zu sagen: Hey, wir haben jetzt hier einen Server und da liegen unsere Inhalte, und wenn du möchtest, mach deinen eigenen Server auf und leg dir dann Inhalte da ab?

51:00 Bob Blume

Ich habe ein absolut geiles Buch gelesen, weil wir jetzt gerade so ein bisschen ein ganz kleines bisschen anteasern sozusagen die Historie der Netzwerke und das ist ja vom dezentralen Geheimnis. Und dann sozusagen in so einen Plattformkapitalismus über geschwappt. Und das Ding ist, ich dachte die ganze Zeit, ich weiß nicht Wie mich das vorschlagen soll, weil das so nerdig ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass deine Zuhörerinnen und Zuhörer das gut finden. Und zwar heißt das Buch Extremely online. The untold story of fame, influence and power on the internet, Taylor and Lawrence ist genau richtig.

51:41 Gavin Karlmeier

Ich glaube, das ist schon vorher Mann.

51:46 Bob Blume

Folge habe ich nicht gehört. Nee, aber weil ich hab das gelesen und dachte, boah, das ist so substanziell so Durchgeführt, ich meine, ich an einigen Stellen dachte ich, ja klar, Deutschland ist sozusagen ein Spiegel davon auch irgendwie. Manches lässt sie nicht eins zu eins übertragen, aber das war, also dieses Buch habe ich im Urlaub gelesen, das war einfach wundervoll. Also irgendwie dann auch erschreckend manchmal, aber in dieser erschreckenden Art wundervoll.

52:12 Gavin Karlmeier

Und es gibt, das haben wir ja auch schon mal besprochen, aber passt gerade ganz gut, es gibt einen Begriff. Allerdings weiß ich nicht mehr, wer ihn geprägt hat, verdammt. Ein Begriff darüber, dazu, wie diese sozialen Netzwerke immer spannend anfangen und dann in dem Moment, wo sie Geld verdienen müssen. zunehmend scheiße werden. Und das ist der Begriff der Entschitification. Entitification ist quasi der Prozess des Verschrottens einer Plattform, um damit Geld zu verdienen. Ich gucke gerade, ob ich jetzt schnell herausfinden kann, Cory Doctoro hat diesen Begriff geprägt.

52:43 Bob Blume

Cory Doctorow.

52:44 Gavin Karlmeier

Kann ich nicht. Entschitification. Das ist das, was vielen Netzwerken immer wieder blüht und überall passiert. Und wir werden das wahrscheinlich auch bei Instagram, wenn wir es nicht schon längst erleben. Es ist so ein bisschen wie mit diesen Innovationskurven, wo wir nicht in der Lage sind zu identifizieren, wo wir uns auf der Innovationskurve gerade befinden, ob die Spitze da kommt oder nicht. Ich glaube, das ist mit der Entgetification-Kurve oft auch so. Wenn wir sie ertappen oder erleben, dann ist es zu spät.

53:11 Bob Blume

Ja. Bitte nehmt mir nicht Instagram weg, bitte. Bitte nicht. Ich meine, ich habe ja, ich habe das ja total Falsch benutzt auch, ne, die ganze Zeit. Ich habe ja, damals haben das, glaube ich, echt noch nicht so viele Leute gemacht. Damals habe ich halt meine Tweets dann da gepostet, ne? Und die Leute dachten so, hä, was ist das denn? Und mittlerweile sind es halt keine Tweets mehr, sondern das ist sozusagen selber gemacht. Macht und sieht ein bisschen schöner aus, weil jeder heutzutage irgendwie Canva hat. Aber dass dann Leute da hingehen und sozusagen im Grunde, nicht ganz genau, aber sagen, so ich mag Ich sammle mich unter eben eine Aussage, finde ich schon auch cool. Also war ja nicht ganz so gedacht. Ich bin halt einfach nicht hübsch genug, um da in eine andere Richtung zu gehen.

53:53 Gavin Karlmeier

Du willst doch nur, dass die Leute dich vom Gegenteil überzeigen.

53:56 Bob Blume

Nein. Ich kokettiere, man denkt oft, ich kokettiere, aber ich kokettiere nicht. Es ist wirklich so, ich hab's ja schon mal versucht. Ich habe gedacht, komm, scheiß drauf, jetzt mache ich mal ein Foto. War sogar ein besonderer Anlass und nee, ich bin schlauer, als ich aussehe. Also ich bin schon verstehst du? Ich bin.

54:17 Gavin Karlmeier

Ich darf nicht lachen, ich muss dann immer husten.

54:19 Bob Blume

Ich bin schlauer.

54:23 Gavin Karlmeier

Gut aus, wenn man schon. Also du hast mehr. Ja, ja, gut. Ja, genau. Das ist ja auch ein Podcast.

54:32 Bob Blume

Deshalb war ich ja früher eher auf Twitter und nicht auf Instagram.

54:34 Gavin Karlmeier

Ist das ein Proof of Concept, wenn man versucht zu sagen, Man ist schlauer, als man aussieht, aber den Satz nicht hinkriegt.

54:41 Bob Blume

Ja, das ist ein wunderbares Beispiel für einen performativen Widerspruch. Leider Gottes.

54:50 Gavin Karlmeier

Kopfgesichtsschere sozusagen. Es gibt übrigens auch von Mastodon eine Meldung, wie sich in Brasilien die Neuanmeldung um da jetzt nochmal kurz einen Bogen hinzuschlagen, verhalten haben. Und zwar haben sich 4200 Menschen in Brasilien angemeldet. Und Portugiesisch wurde damit die acht erfolgreich, ähm, acht am meisten gesprochene Sprache in einer von 30 Tagen. Das ist eine Meldung, muss man sagen. Die ist eher bittersüß, finde ich, weil natürlich ist es schön, wenn viele Leute sich bei Mastodon anmelden, aber 4200 ist wirklich keine große Zahl.

55:22 Bob Blume

Boah, das ist echt bitter, ne?

55:24 Gavin Karlmeier

Wirklich, ja.

55:26 Bob Blume

Woran liegt das?

55:28 Gavin Karlmeier

Es gibt so viele Gründe. Also ich habe letztens schon mal darüber gesprochen. Mastodon könnte sich inzwischen vermutlich auf den Kopf stellen, könnte. Hat auch viel gemacht, das User-Interface sieht inzwischen sleaker aus, der Anmeldeprozess ist einfach, du wirst nicht mehr gefragt, in welche Instanz du gehen willst, sondern du kannst relativ schnell reinkommen. Aber das Kind ist, glaube ich, ein bisschen in den Brunnen gefallen, was Öffentlichkeitswahrnehmung oder Wirkung auf die breite Masse angeht. Das ist so ein bisschen wie Linux. Ganz lange sah Linux einfach nur aus Textzeilen basiert. Inzwischen gibt es Linux-Distributionen, du installierst es dir und du. Ich bin im Jahr 2024, ich will Linux verkaufen. Aber. Ihr wisst, was ich sagen will. Es gibt durchaus auch eine Linux User Experience, die sich sleek anfühlt wie macOS und trotzdem haftet daran dieser Ruf. Das ist irgendwie sperrig, das ist irgendwie nicht sexy, das ist irgendwie nicht easy. Und solange das so ist, ist glaube ich, gibt es glaube ich einfach ein großes wie sagt man PR-Problem, Öffentlichkeitsproblem.

56:25 Bob Blume

Alle, alle, die jetzt mit dem Kopf nicken und sagen, genau so ist es, kann ich denen kann ich gerne die Nummer von meinem Kollegen geben, der unser System administriert und ihr könnt Kumpel werden und ähm In die Kneipe gehen und dort Faxebier trinken oder was Leute so machen, die das toll finden.

56:44 Gavin Karlmeier

Nein, du hast natürlich recht. Meine letzte Liebe ist auch 18 Jahre her, bin ich ganz ehrlich.

56:49 Bob Blume

Echt? Achso, das hörte sich gerade so nah an. Ich dachte, du sagst, jetzt ist auch mittlerweile wieder drei Stunden her. Okay.

56:58 Gavin Karlmeier

Oh, du hast ein falsches Bild von mir. Aber das ist okay. Ich habe noch eine letzte Ex-Meldung. Den Rest erzähle ich euch alles am Montag. Aber eine letzte Ex-Meldung. Und zwar hat X einen Account gestartet mit dem Namen Alexandre Files, wo sie Verstöße gegen das brasilianische Recht durch diesen Richter, der Ex gesperrt hat mit seinem Urteil, veröffentlichen wollen, als würden sie jetzt hier irgendwelche großen Crazy Leaks veröffentlichen. Also es ist bislang alles wenig substanziell, um dieses Wort nochmal zu benutzen, das wir hier gerade schon haben. hatten. Aber Sie denken jetzt gerade, Sie können jetzt gerade einen großen Skandal aufdecken, wie verhindert wird, dass dort die Redefreiheit in Brasilien ausgelebt wird. Das ist natürlich mitnichten so. Interessant ist aber, Elon Musk hat im Rahmen dieser Files auch die juristischen Dokumente über die Twitter-Sperre in Brasilien veröffentlicht. Und damit auch alle konservativen Konten, deren Sperrung Morales angeordnet hat. Da drinnen stehen aber noch deren Adressen und deren Sozialversicherungsnummern. Also Elon Musk hat diese Leute damit gedext. Scheiße. Ja, das ist meine Meldung zum Wochenende.

58:02 Bob Blume

Ja, das ist, das zeigt mal wieder, wie genial dieser Mann ist. Der ist ja sozusagen total, der ist ja geprägt von Genialität. Das hat ja alles total wenig. mit damit zu tun, dass er viel Geld hat oder so, sondern das ist wirklich einfach durchdacht und ich würde sagen, auf der Schwelle zu einer Form der Intellektualität, die man wirklich nur begeisternd. . Ja, wo man nur begeisternd zuschauen kann.

58:30 Gavin Karlmeier

Schlauheit wird in Dollars gemessen. Ja.

58:34 Bob Blume

Das ist ja, das ist, wenn es nicht so traurig wäre, das ist ja tatsächlich ein Argument aus der libertären Bubble.

58:39 Gavin Karlmeier

So ist es leider. Also reich ist, kann ja gar nicht doof sein. So, bevor wir jetzt aber wirklich pessimistisch ins Wochenende gehen, weil wir haben jetzt Freitag, wenn ihr das hier hört. Und damit. Ich würde schließen. Hast du noch, also du hast noch ein bisschen was zu bewerben. Du hast ein Buch. Für alle, die diese Folge bei YouTube gucken, ich halte es sogar in die Kamera, weil ich es habe. Das heißt, warum noch lernen? Das erscheint, wann? Am 11. 9. So, am 11. 9. Das haben sich jetzt alle vorbestellt, hoffentlich. Und es ist gut.

59:09 Bob Blume

Ich glaube, es ist ein gutes Buch. Es hat im Mittelteil. Habe ich gehört, ist ein bisschen anstrengend, weil es mir halt nicht reicht zu sagen, so, naja, das sind die zehn wichtigsten Punkte, weshalb man KI nutzt. Und wir haben ja gerade über ein paar Dinge auch schon gesprochen. Vieles, was wir gut finden, ist halt beim Lernen ein bisschen schwieriger, weil Lernen ja erstmal dieser Prozess der Anstrengung ist, bis man an dem Punkt ist, dass man versteht, dass es Spaß macht, sich diese Anstrengung Sich diese Anstrengungen hinzugeben.

59:38 Gavin Karlmeier

Aber es ist geschrieben wie Social Media Strategien im Jahr 2013. Schön snackable. Es ist snackable Content.

59:44 Bob Blume

Nee, also nee. Also also b sagen wir mal so, ich hab ich hab viele Unterüberschriften, das hat der Verlag mir gesagt, aber ich hab letztens dieses Buch mir gekauft hier, diese Essays, die, die, die, die ich verändern, Tritra Trollala, weil ich eigentlich den Mark Manson so geil finde. Also The Subtle Art of Not Giving a Fu, oder Everything Is Fakt, also Fakt im Englisch, ne? Fakt. Mark Manson, super Buch, total kontraintuitiv, aber so ein bisschen lebenserklärend. Aber Ich fand's wirklich so gut, dass ich das zweimal gelesen habe, also die subtile Kunst des Draufscheißens. Und dann dachte ich, ach, jetzt bin ich vielleicht gerade irgendwie so empfänglich dafür und l so, und das sind diese Essays, das ist so ein, ja, dieses, was du meinst, snackable, ja. Und das Problem ist, ein Kollege von mir, den ich sehr schätze, der früher an der Universität Freiburg gelehrt hat, der hat gesagt, uns gehen die Redundanzerfahrungen verloren. Und das fand ich super. Übrigens auch für Schule. Also mal über etwas zu lesen, wo du, der Witz ist ja, wo du vielleicht dann denkst, muss ich nicht, kann ich überschreiben, too long didn't read. Aber vielleicht gibt es irgendwann ein Gespräch, einen Austausch, was du selber schreibst, denkst oder fühlst, wo es. . Dann doch noch wichtig. Und das ist erstmal so eine wahrgenommene Redundanz, die später dann aber aufkommt. Also, ihr merkt schon, dass besser kann ich mein Buch nicht bewerben, indem ich sage, es hat ein paar Längen.

01:01:12 Gavin Karlmeier

Und wer aber keinen Bock auf Lesen hat, kann auch dein Podcast Die Schule brennt hören. Zum Beispiel in der Einladung.

01:01:17 Bob Blume

Und es gibt übrigens auch bald ein Hörbuch dazu, muss man auch mal machen. Also beziehungsweise am 11. 9. kommt das Hörbuch auch raus, genau. Aber im Podcast kann man natürlich auch hören und es ist natürlich viel billiger als 22. Wieso habe ich das nicht als Open Educational Resource rausgebracht, haben ja auch schon Leute auf Mastodon geschrieben. Weil es mir nur ums Geld verdienen geht, genau. Mir geht es eigentlich nur ums Geld. Ich möchte irgendwann auch mal eine Plattform kaufen, auf der ich dann machen kann, was ich will.

01:01:45 Gavin Karlmeier

Schlauheit wird in Euro gemessen. Lieber Bob, vielen Dank, dass du heute da warst. Ich wünsche dir ein ganz wundervolles Wochenende, allen Hakis da draußen auch. Wir hören uns wieder am Montag. Dann sortieren wir mal, was sich hier noch so angehäuft hat. Aber heute war erstmal schön, mit dir diesen kleinen Deep Dive zu machen. Vielen Dank dir und vielleicht bis zum nächsten Mal. Ich würde mich freuen.

01:02:03 Bob Blume

Er hat mich sehr gefreut. Vielen Dank für die Einladung.