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Folge 329 · 16. September 2024 · 1:01 Std.

Das Internet vergisst nichts (und geht pleite)

mit Dennis Horn

Flappy Bird ist wieder da – und Dennis auch! Threads emanzipiert sich von Instagram, die EU findet X ein bisschen unwichtig (und das, obwohl Schalke nur dort von der Verpflichtung Neymars berichtete) und wir diskutieren, ob es ein zweites Fediverse braucht.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Nenne ich das das größte Kombat? Oh, jetzt geht's direkt. Comeback seit Stefan Raab?

00:15 Dennis Horn

Naja, das du meintest, das ist das größte Comeback der letzten 48 Stunden? War schon?

00:20 Gavin Karlmeier

Würde ich sagen. Ja, so würde ich es nennen. Und ich, Gavin, ich möchte wieder Shows machen.

00:26 Dennis Horn

Also Podcast-Shows. Kann man bei uns jetzt jede Woche eine Million gewinnen?

00:30 Gavin Karlmeier

Ja. Eine Million Lacher.

00:34 Dennis Horn

Oh wow. Das ist ein großes Versprechen. Also ja, dann lass uns doch Shows machen, Dennis.

00:39 Gavin Karlmeier

Ja, dann lass uns Shows machen. Ich freue mich drauf. Show me, show me, show me.

00:43 Dennis Horn

Ja, ich freue mich, wenn du wieder öfter hier bist. Befriedet auch die Stimmung in der Community, die alle unruhig darauf warten, wann Dennis Horn seine Stimme wieder ins Mikrofon hält.

00:53 Gavin Karlmeier

Naja, ich gucke ab und zu in den Discord, ich bekomme das mit. Ich bin begeistert, wie das gewachsen ist übrigens.

00:59 Dennis Horn

Also für alle, die das hier gerade frisch hören und sich fragen, was ist dieses Discord? Ist es nicht das, wo man am Wochenende tanzen geht? Also Discord ist eigentlich wie eine Sammlung vieler Chaträume, WhatsApp-Gruppen, was auch immer. aber alle fachlich hoch fokussiert. Es passiert auch viel Quatsch. Und inzwischen sind über tausend Leute in diesem Haken-Dan-Discord, die einfach alle die ganze Zeit ein extrem angenehmen Schnack auf der einen Seite und extrem fachlichen Austausch auf der anderen Seite zu allen möglichen Social Media-Themen, KI-Themen, Digitales sich austauschen. Ihr könnt alle hinkommen unter hakendran. org. Ihr solltet das auch tun, weil es ist wirklich eine ganz, ganz angenehme Stimmung da.

01:38 Gavin Karlmeier

Wer nicht da ist, ist indiskutabel. Möchte ich.

01:41 Dennis Horn

Mein Gott, Denn, ist was denn los mit dir? Ich muss dazu sagen, wir nehmen diese Folge hier am Sonntagabend auf und ich habe die letzte Nacht an einem Plattentellern verbracht und dementsprechend Klingt meine Stimme heute auch so leicht belegt, hätte ich fast gesagt, aber wahrscheinlich ist es eher aufbelegt.

01:58 Gavin Karlmeier

Das merkst du aber erst nur du. Merkst du aber nur du.

02:01 Dennis Horn

Ja, für dich klingt es normal alles.

02:02 Gavin Karlmeier

Klingt wie immer.

02:03 Dennis Horn

Achso, ja dann. Dann wollte ich mit dir über ein Thema sprechen, Dennis, das dich am Wochenende umtrieben hat. Und zwar hast du versucht, Bahn zu fahren und du hast bist durch, also Du bist dann. Wie soll ich das sagen?

02:14 Gavin Karlmeier

Ist das ein Thema für diesen Podcast?

02:15 Dennis Horn

Ja, ich erzähle gerne davon. Ich würde das gerne mal hören von dir, ja. Capture Gate nenne ich's.

02:20 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also, ich hab, ähm Es ist Reperbahn-Festival jetzt die Woche und ich fahre mit der Bahn und wollte meine Tickets, also wollte ich nochmal kurz rausholen einfach und konnte mich nicht einladen, ähloggen in den Kampf. Was ist heute los? Ich muss mich langsam wieder im Mund hast. Ich glaube auch. Es sind salzige Heringe. Die Schokokousinen des kleinen Mannes. So, und ich wollte an meine Tickets ran. So, und das Problem, was sich dann ergab, war, ich kam nicht über das Capture der Deutschen Bahn hinweg. So. Also Captchas sind ja immer ein bisschen komplizierter geworden. Wir haben uns alle an diese Google Street View Captchas gewöhnt, wo ich manchmal nicht weiß, zählt jetzt diese. Dieses kleine Ding da an der Seite noch zur Ampel, so auf dem nächsten Feld oder nicht. Ich gehe da immer recht großzügig vor, muss ich sagen.

03:16 Dennis Horn

Gut, dass du auch dein Capture-Verhalten hier nochmal kurz einordnest.

03:19 Gavin Karlmeier

Ja, so. Jetzt hatte ich dieses Capture, ich muss das öffnen, Gavin. Ich öffne das.

03:28 Dennis Horn

Ich kann kurz überbrücken. Also Captchas waren ja vor allem eigentlich ganz lange vor allem Daten. Dazu da künstliche Intelligenzen zu trainieren, also dass man sozusagen, also das war quasi Machine Learning outsourced an Menschen Weil du dann Bilder hattest, bei denen zum Beispiel eine künstliche Intelligenz vermutete, dass sich dort ein Motorrad befindet, aber man lässt die Menschen nochmal kurz drüber gucken und source es out, indem man damit gleichzeitig checkt, ob die Menschen auch wirklich Menschen sind.

03:51 Gavin Karlmeier

So, und jetzt Jetzt hatte ich hier von der Deutschen Bahn folgendes Capture. Klicken Sie bitte auf das Kästchen, das alle im Beispiel enthaltenen Objekte enthält. So, und oben habe ich drei Bilder und in dem Bild ist jeweils zu sehen ein Pylon. Also, so ein Hütchen, so ein Hütchen von der Straße, ein Sandwich, würde ich sagen. Mit Käse, Schinken, Salat, Tomaten, sehe ich da drauf. So Weißbrot. Und eine weiß oder schwarz gescheckte Kuh. So, das sind diese die drei. Und drunter ist ein Bild. Erstmal so Regenbogenfarben mit lauter Buchstaben, Zahlen und Zeichen und darauf sind dann nochmal vier Bilder mit verschiedenen Gegenständen. Da ist zum Beispiel ein Bild mit zwei Bauhelmen und einem Pylon. Ein Bild mit einer Wespe, einem Bauhelm und einem Papagei, ein Bild mit zwei Papageien und einer Wespe und ein Bild mit einer Kuh, einem Pylon und einem Sandwich. So Jetzt mittlerweile weiß ich, das hätte ich anklicken müssen, dieses Bild mit der Kuh, dem Pylon und dem Sandwich. Aber. . Aber das hast du ja auch eben, das war ja auch das, was oben angezeigt wurde, oder? Ja, ja, das ist das, was aber alle sehen unterschiedlich aus. Also jede Kuh sieht anders aus, jeder Pylon sieht anders aus, jedes Sandwich sieht anders aus. Und dann konnte ich da noch auf so einen Weiter klicken, kam es auf eine zweite Seite, da waren noch mehr Bilder. So, und am Ende, ich habe nicht gewusst, was soll ich denn hier überhaupt anklicken? So, weil die sehen ja auch anders aus als die Bilder oben. Es geht natürlich darum, da sind die gleichen Gegenstände oder so, ich hab's nicht verstanden. Ich möchte hier kein Altersschäming betreiben. Nein. So, und unten ist Noch einen Button überspringen. Und dann habe ich gedacht, kann ich das jetzt überspringen? Dann klickt man auf Überspringen. Und dann kommt aber einfach ein neues, dann generiert sich so ein neues Rätsel. Und ich finde es so wild, weil ich habe so gedacht, eigentlich Also früher war man so ein Capture da, um zu beweisen, dass du dass du kein Roboter bist, weil Roboter würden das lösen Das ist so wild, dass ich so denke, das muss ich ja fast schon in den Chat GPT reinschmeißen, damit mir die Maschine irgendwie sagt, was ist denn eigentlich hier gedacht? Worum geht es denn hier? Und wahrscheinlich ist das Schlaue, einfach zu sagen, ich möchte das nicht lösen. Weil das würde ein Roboter nie tun. Ein Roboter würde nicht. Bist du blöd? Das ist mir zu. weiß ich nicht. Glaubst du? Weil Chatchimp. Ja. Also es ist wirklich. Was habe ich dabei geschrieben? Ich habe dabei geschrieben. Ich kam fünf Minuten lang nicht an meine Bahntickets, weil ich die Captchas der Deutschen Bahn mittlerweile einfach nicht mehr verstehe. Achso.

06:23 Dennis Horn

Ja, ich habe ganz viele, ganz viele Fragezeichen über dem Kopf, weil ich mich, also A, frage ich mich, jetzt bist du ja ein Mensch, dem eine gewisse digitale Expertise zumindest von außen zugestanden wird. Zumindest von außen. Ich würde das schon bestätigen. Und wenn selbst du das nicht lösen kannst, wie soll das meine Mutter tun? Die also. Die würde mich erstmal anrufen. Das ist ein Problem, weil du nicht solche krassen Nadelöhre eigentlich an eine Stelle setzen kannst, in der es völlig entscheidend ist, dass für alle Menschen dort ein einfacher und auch barrierefreier Zugang übrigens ist.

07:01 Gavin Karlmeier

Ja, aber weißt du, was ich habe gedacht, ich denke zu kompliziert. Dann vielleicht auch einfach, weißt du? Wenn du diese ganzen Captures über die Jahre miterlebt hast und weißt, wie das funktioniert und was im Hintergrund passiert und wofür das gut ist und so, vielleicht macht man sich auch so viele Gedanken und so ein Normalo versteht das direkt.

07:20 Dennis Horn

Ja, gedacht, weißt du? Bin ich sehr froh, dass ich meine Jugend sehr viel mit Capture the Flag verbracht habe, weil ich deswegen extreme. Also auf jeden Fall, warum ich das anspreche, ist, weil es, ähm, du hattest gerade lustigerweise mir selber eine Brücke gebaut dafür. Weil du gesagt hast, ey, eigentlich müsste ich eigentlich ChatGPT fragen. Und es gibt eine ganz spannende Studie, die jetzt im Science Magazin veröffentlicht wurde, eine Fachzeitschrift. Eine amerikanische Studie, bei der Menschen gebeten wurden, Verschwörungserzählungen, an die sie selber glauben mit ChatGPT oder mit einem Chatbot zumindest auszudiskutieren. Also er basierte auf ChatGPT 4 Turbo. Und sie wurden gebeten, diese auszudiskutieren mit dem Chatbot. Und das Ergebnis war, dass diese Gespräche, die alle nicht länger als zehn Minuten dauerten, Zwischen den ProbandInnen und den Chatbots, dass die allesamt dazu führten, dass die Menschen an diese eigene Verschwörungserzählung weniger glaubten als zuvor, und zwar im Schnitt um 17% Punkte weniger. Das heißt, dass das Chatbot sie tatsächlich davon überzeugen konnte, dass das, woran sie glauben, wahrscheinlich so nicht stimmen kann. Und was ich daran besonders interessant finde, ist, dass diese Ergebnisse auch langfristige Effekte hatten. Denn diese selben Menschen, die dort gebeten wurden in diesem Versuch. Das durchzuführen, wurden zwei Monate später nochmal gebeten, Frage und Antwort zu geben. . Und diese Effekte, die ChatGPT auslöste, also was den Glauben an diese Verschwörungserzählung anging, das hielt an, auch über zwei Monate hinweg.

08:49 Gavin Karlmeier

Also erster Gedanke, da war jetzt mal jemand, der sich einfach länger mit Ihnen unterhalten hat und sich die Zeit genommen hat.

08:57 Dennis Horn

Klar, könnte so sein. Auf der anderen Seite sind, glaube ich, viele Leute, die an Verschwörungserzählungen glauben. tun das vor allem, weil sie längst sich so durchgerabit holt haben, dass sie sehr viele Leute haben, die ihnen ständig davon erzählen. Also sowohl im digitalen Umfeld, also durch den Medienkonsum, als auch im menschlichen Umfeld, wenn sie halt mit Menschen reden, die. . Ihrer ihrer Ansicht sozusagen zustimmen würden. .

09:27 Gavin Karlmeier

Es sind ja, glaub ich Also es war ja so eine repräsentative Menge auch an StudienteilnehmerInnen, ne? So 2000.

09:34 Dennis Horn

Genau, ja.

09:35 Gavin Karlmeier

2000 Leute. Und da müsste man jetzt auch so ein bisschen natürlich dann wissen, wie war das zusammengesetzt und welchen Welcher Reaktanz waren die so ausgesetzt in ihrem Umfeld an Leuten, die gesagt haben, spinnst du nein oder so? Oder wie sehr ist die Debatte manchmal schon so fort, oder Debatte in Anführungszeichen, manchmal schon so fortgeschritten, dass man irgendwie sagt, mit dem rede ich gar nicht mehr darüber. Der ist ja schon komplett irre so. Weil am Ende Gab es doch jemanden, der dann auch über diese Studie gesagt hat, ja, das, also die sind weniger extrem überzeugt? Aber trotzdem haben die meisten das ja immer noch für wahrgehalten, die auch an dieser Studie teilgenommen haben. Das heißt, es hat so einen gewissen Effekt.

10:24 Dennis Horn

Ja, das war Dr. Roland Imhoff von der Universität Mainz, den ZDF heute dazu befragt hat, ja.

10:30 Gavin Karlmeier

So. Aber das ist So, ja, deswegen weiß ich nicht, ob das jetzt Argument treffend ist. So, die, die, äh, da hat sich endlich jemand mit denen unterhalten oder nicht, aber ich glaube, ich war, also Ich fange mal so an. Ich war letzte Woche auf einer Tagung, die du auch sehr gut kennst, die Tutzinger Radio-Tage. Die Tutzinger Radio Tagung. Von der wir. Im letzten Jahr, ne? Haben wir diesen Podcast von dort gemacht. So. Und da ging es Also da haben wir gesprochen mit einer Bürgerdialogsexpertin. Also die macht so So Bürgereinbindungen in so kommunalen, ne, weiß ich nicht, wird eine Brücke gebaut, wollt ihr die so, jetzt redet mit oder irgendwie so? Ähm, dann war da eine Pfarrerin aus der evangelischen Gemeinde Starnberg und dann war da der Ein Polizeidirektor aus München, Markus Dagloria Martins, der war mal irgendwie recht bekannt, Pressesprecher auch in München bei der Polizei. So, und die haben ähm gesprochen darüber, wie man Leute erreicht und mit denen reden kann. So, und die haben alle so dieselbe, auch worüber wir häufig sprechen, so dieses, ähm Diese Frontenbildung, Menschen sind nicht ansprechbar, man kommt im Gespräch mit denen nicht weiter. Eigentlich das gleiche wie der Punkt, über den wir jetzt gerade gesprochen haben. Und alle haben gesagt, in dem Moment. indem sich die Gruppe reduziert auf eine hinreichend kleine Menge an Menschen, sind die ansprechbar und bewegen sich und in denen man mit denen diskutiert und in die Tiefe geht. Und die Maren Schüpphaus hieß die, glaube ich, diese Bürgerdialogsexpertin, die sagt, in dem Moment, in dem das passiert Und Menschen dann auch miteinander sprechen und das Aushandeln wird es plötzlich nachhaltig und die Lösung, für die man sich dann gemeinsam entscheidet in so einem Bürgerdialog werden dann in der Regel auch von so einer breiten Menge getragen. Und ich glaube schon, also auch abseits von Die hören das vielleicht von ihrem Umfeld, mit dieser Verschwörungstheorie ist Quatsch. Also ich glaube schon, dass dieser Punkt, das wird jetzt mal in der Tiefe gesprochen, besprochen, da nimmt man sich Zeit dafür, da verhandelt man das miteinander aus. Ich glaube schon, dass der was ausmacht, auch in solchen Punkten. Die Pfarrerin hat was Interessantes gesagt, Rina Meyer. Die hat gesagt, dass diese oder darüber gesprochen, dass diese Räume in der Gesellschaft verloren gehen, in denen Menschen es miteinander aushalten müssen und Dinge aushandeln müssen. Das ist irgendwie. In Starnberg, in einer Gemeinde vielleicht noch intakt, aber in vielen Großstädten zum Beispiel nicht mehr. Und wir sehen das ja, die Vereine sterben und so weiter. Und es gibt wenige Orte, an denen auch solche Dialoge stattfinden und sowas ausgehandelt wird. Und deswegen, also ich würde, jetzt lange ausgeholt, aber ich würde bei diesem Punkt bleiben, dass sich hier tatsächlich jemand Zeit genommen hat, vorurteilsfrei als Maschine, mit mit diesen Menschen zu sprechen und das wirklich einen anderen Effekt hat dann am Ende. Ich glaube halt, das hätten auch Menschen machen können, statt ChatGPT.

13:54 Dennis Horn

Ja, ich glaube da, ich finde das verständlich. Die Frage ist, was kann man daraus lernen? Also zum einen der Punkt von dem Professor in Mainz, er hat natürlich recht, dass er sagt, die Leute haben nicht ihr komplettes Weltbild auf den Kopf. und weil ein Chatbot jetzt gesagt hat, das stimmt nicht. Aber offenbar zeigt es ja auch, dass viele Leute, die in den Diskussionen oft als verloren gelten, weil man sagt, ach, das lohnt sich jetzt nicht, da gehe ich jetzt nicht rein. Und das eben vor allem in den kleinsten Zellen, also in der Familie zum Beispiel oder im Freundeskreis. dass das offenbar doch was bewegen kann. Wenn ich das so lese, was du sagst und die Studie zusammennehme, dann bedeutet das, hey Leute, gebt einfach eure Familie nicht auf. Fangen wir an. Bitte.

14:39 Gavin Karlmeier

Und Freunde. Und euer soziales Umfeld. Genau. Und eigentlich auch der Punkt, über den wir hier schon häufig bei der Content-Moderation gesprochen haben. technologische Probleme mit noch mehr Technologie zu lösen oder lösen zu wollen, die man drauf hirft, funktioniert nicht. Es braucht Menschen.

14:54 Dennis Horn

So ist es, ja. Okay, jetzt haben wir einen schönen Einstieg gewählt, weil wir müssen so viel über Ex reden und ich habe versucht, mich so ein bisschen drumherum zu drücken. Aber ich fange mal an. Am Wochenende. Hat Schalke Neymar verpflichtet. Super Ex-Thema. Haben sie auf X gemeldet. Das Problem war, das stimmt nicht. Und zwar hat offenbar irgendjemand Zugang zu diesem Ex-Account bekommen. Man weiß nicht so genau, warum, weil der Verein selber von einer eigentlich bestehenden Zwei-Faktor-Authentifizierung spricht. Aber jetzt wissen wir, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Accounts, die über den Weg SMS eingeschaltet sind, irgendwann deaktiviert wurden. Und meine These ist, dass hier Schalke offenbar genau die Sicherheitslücke hat entstehen lassen

15:37 Gavin Karlmeier

Ja, aber so ist es, glaube ich, richtig formuliert. Schalker hat das entstehen lassen. Also, das suchen wir jetzt nicht in der Verantwortung von X. Nein, es ist nicht in der Verantwortung von X.

15:45 Dennis Horn

Auf der anderen Seite hat X aber überhaupt erst diese Abschaffung der SMS. ja ersatzlos sozusagen entstehen lassen. Also ersatzlos bedeutet hier, es gibt Alternativen, du kannst es über Authenticator-Apps machen oder über einen Hardware-Dongle oder so, aber du hast halt nicht einfach hier eine Erinnerung bekommen oder wurde es automatisiert umgeschaltet. Sondern die wurde deaktiviert für viele Leute.

16:08 Gavin Karlmeier

SMS-04 wäre der Code gewesen.

16:11 Dennis Horn

Gebt jetzt ein SMS-04 und bekommt 04% auf Tassen. Ansonsten gibt es Meldungen von der EU, dass X offenbar nicht unter den DMA fällt. Das ist interessant, denn unter den DSA im Rahmen, also ich muss das kurz sortieren, der DMA ist der Digital Markets Act, der DSA ist der Digital Services Act. Beide sind Regulierungsmar Der eine, der DMA, ist dazu da, den Markt zu regulieren und damit Monopolstellungen zu verhindern, Kartelle zu verhindern. Wir kennen Beispiele wie das Apple Was hat Apple denn verändert wegen des DMAs? Ach, jetzt erwischst du mich kalt, Dennis.

16:51 Gavin Karlmeier

Ja, du mich aber jetzt auch

16:53 Dennis Horn

Ja, wir kommen gleich auf Beispiele. Aber zum Beispiel so Dinge wie Interoperabilität in Messenger-Diensten ist ein gutes Beispiel dafür. Also dass du dass WhatsApp es ermöglichen muss, weil sie auch als große Plattform gelten nach Digital Markets Act ermöglichen müssen, dass andere Messenger-Dienste über dasselbe Protokoll kommunizieren oder zumindest eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt bekommen, um mit Leuten zu kommunizieren, die nur WhatsApp haben. Um eben keine Marktmacht ausnutzen zu können. Das ist der DMA.

17:21 Gavin Karlmeier

Ist es nicht der App Store? Diese App Store-Geschichte, dass du alternative App Stores brauchst.

17:27 Dennis Horn

Genau, genau, perfekt. Das ist ein gutes Apple-Beispiel. Mach mich doch einfach. Das ist ein gutes Apple-Beispiel, dass du, weil iOS Auch unter diese Regelungen des DMAs-Feld müssen sie die Möglichkeit bieten, alternative App Stores anzubieten. Apple hat das so ein bisschen. . Unsauber gelöst mit irgendwelchen sehr komplizierten Gebührenmodellen und die EU prüft gerade, ob das eigentlich alles so zulässig ist, aber das ist der DMA. . Und dann gibt es auf der anderen Seite den DSA, den Digital Services Act. der nicht zur Regulierung des Marktes in sich zuständig ist, sondern für die Regulierung großer Plattformen im Umgang mit den Daten der NutzerInnen beispielsweise. Also der verhindert so Dinge wie Desinformationen, der verhindert aber eben auch, dass unsere Nutzerdaten weitergenutzt werden. Bekannte DSA-Beispiele sind so Dinge wie, dass Meta und X auch aufhören musste, die eigene KI. mit den Daten der NutzerInnen zu trainieren, die nicht explizit dazu zugestimmt haben. Also zum Beispiel mit meinen alten Facebook-Posts darf die Meta-KI nicht trainiert werden, weil ich in der EU sitze und das EU-Recht in Form des DSAs hier vorschreibt, dass ich das explizit neu bestätige. Müsste und deshalb möchte Meta auf mal nicht einholen. So, das sind die beiden, äh, sind die beiden Pakete. Und X gilt bekanntermaßen nach DSA Als Flop, also als Very Large Online Platform. Es ist kompliziert, aber X ist eine Very Large Online-Plattform, weil sie offenbar mehr als 45 Millionen monatliche NutzerInnen erreichen. So. Das ist das eine. Dann hast du aber eben auf der anderen Seite den DMA und nach DMA, uh, ist die EU jetzt offenbar zu dem Schluss gekommen, die Kommission dass X nicht unter den DMA fällt, weil dessen Marktmacht zu klein ist. Es gibt ein paar Kriterien für den DMA, dazu gehört ein Jahresumsatz in der EU von mindestens. . 7,5 Milliarden Euro oder 8,3 Milliarden Dollar, eine Marktkapitalisierung von 75 Milliarden Euro und eben 45 Millionen monatlich aktive NutzerInnen in der EU und mehr als 10. 000 jährlich aktive GeschäftsnutzerInnen in der EU. Und offenbar ist die EU-Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Auswirkungen von X auf die Märkte in der EU deutlich zu gering sind, um eben unter den DMA zu fallen. Und das wird die EU offenbar aber auch erst im Oktober verkünden. Bislang ist es alles eine Information, die eher so. . informierte Kreise an JournalistInnen weitergegeben haben.

19:48 Gavin Karlmeier

So viele Emotionen.

19:50 Dennis Horn

Ich bin gespannt.

19:51 Gavin Karlmeier

Weil also erstmal Irgendwie auch ganz schön, ne, so zu hören, ja, ist nicht wichtig genug. Ist die Frage, ob Ob jemand wie Elon Musk das als diss versteht oder natürlich gleichzeitig froh genug drüber ist. Und dann so die Emotion: naja, also Die Kriterien sind ja rein marktwirtschaftliche und dann ist das für mich mal wieder ein Punkt in so einer ganzen Reihe an Beispielen wie marktwirtschaftliche Kriterien das Problem, das wir hier haben, nicht treffen. So, das ist ja dasselbe wie Wir in Deutschland mit dem Bundeskartellamt verfolgen, die versuchen jetzt irgendwie Markt macht neu zu definieren. zum Beispiel über die Datenaggregation, die bei einzelnen bei einzelnen Anbietern stattfindet. Und darüber So eine Argumentation zu fahren, so kann Marktmacht auch aussehen. Und da ist mir dann ein bisschen zu. Ja, rein auf Basis marktwirtschaftlicher Kriterien argumentiert, bei der Frage ist diese, ist diese Plattform wichtig oder nicht? Und ich finde damit, also mit so einem Argumentationsmuster kommt man dem halt nicht bei. Weißt du, was ich meine?

21:20 Dennis Horn

Ja, verstehe ich. Auf der anderen Seite, ich fürchte, du musst ja irgendwo anfangen. Das heißt, du brauchst eine Linie, die du ziehst, bei der du sagst, alles was unterm Strich ist, ist ja über 99% des Marktes. Kann nach diesen Kriterien eigentlich noch gar nicht reguliert werden, weil die Verfolgung viel zu aufwendig wäre. Und wir müssen anfangen, vor allem die Großen zu regulieren, um denen ein bisschen den Daumenschrauben anzulegen. Wie im Fall von Apple und den App Stores beispielsweise. Wenn irgendein eigener Telefonhersteller, der aus, sagen wir, Spanien kommt, einen eigenen sehr, wie sagt man, durchrestriktiven App Store mit sich bringt, aber den am Ende nur tausend Leute benutzen. Dann sagt die EU auch, ja, gut, das ist vielleicht ein Kartellrechtlich, könnte das ein Problem sein, interessiert aber niemanden. Das heißt, ich finde, es du brauchst so eine Grenzlinie eigentlich.

22:10 Gavin Karlmeier

Ja, ja, de definitiv. Und aber deine Argumentation war ja gerade, du hast, glaube ich, gesagt, zu aufwendig. Das heißt, du erwischt ein zu kleines Unternehmen, das diese Regeln gar nicht durchsetzen könnte. Verstehe ich dich richtig?

22:25 Dennis Horn

Nein, nein, ich glaube, die Regulierung auf EU-Seite wäre zu aufwendig. Einfach weil du ja siehst, dass diese ganzen Prozesse TikTok-DMA-Untersuchungen, TikTok-DSA-Untersuchungen, die brauchen Monate bis Jahre. Und da wir reden hier über, wie viele gibt es um die 20, 20, 25 Flops im DSA beispielsweise. Das ist nicht so viel

22:45 Gavin Karlmeier

Also ich gebe dir völlig recht, es braucht solche Kriterien und du musst sozusagen die Großen erwischen. Für mich ist die Frage, was heißt denn hier Kriterium und was ist groß? So. Und nach rein marktwirtschaftlich betrachteten Kriterien kann man da so irgendwie mitgehen, aber Größe Würde sich auf dem Markt, über den wir hier sprechen, aus meiner Sicht eben auch noch anders definieren. Also weil es ja nicht nur eine Marktöffentlichkeit, sondern auch eine Debattenöffentlichkeit gibt. Genau, nach Impact im Grunde. So. Und mein Vorwurf wäre hier, ja, da dann sind die Kriterien. keine, die dem, was wir gerade irgendwie sehen, hundertprozentig gerecht werden.

23:26 Dennis Horn

Ja, das Argument verstehe ich. Ähm, frage mich aber, ob das dann tatsächlich im DMA hier richtig wäre oder ob es nicht eigentlich eher ein mögliches Kriterium für die DSA Regulierungen wäre. Also weiß ich nicht. Kann man wahrscheinlich lange darüber diskutieren und vielleicht sind wir auch gar nicht die Richtigen, das zu diskutieren. Ich sehe das Argument total, weil Impact eine Riesenrolle spielt. Die Frage ist, wie groß ist denn der Impact von X auf Europa tatsächlich? Das kann man schwierig ermessen. Also wir sehen, dass wenn du Ausschreitungen Rechtsradikaler in Großbritannien hast. . dass eigentlich alle Quellen, mit denen man spricht oder WissenschaftlerInnen, von denen man hört, einhellig sagen, dass Elon Musk einen maßgeblichen Anteil darauf hatte, das weiter zu befeuern. Und da würde ich sagen, ja, das muss reguliert werden. Auf der anderen Seite, wenn du mal Leute zählst, die in Deutschland noch Ex benutzen und das war auch vor zehn Jahren schon nicht so besonders viel im Verhältnis zu Facebook, Instagram. YouTube, muss man sagen, wir dürfen das auch hier nicht wichtiger nehmen, als es ist, wahrscheinlich.

24:28 Gavin Karlmeier

Ja, so kann man argumentieren. Dann wären wir jetzt wieder in einer viel grundlegenderen Diskussion. Also mittlerweile ist es ja, es war immer ein Nischenmedium, mittlerweile ist es so ein Nischenmedium für eine Bubble. Geworden. Vielleicht auch noch für einige Bubbles, die da auch noch drin stecken und seriöser Natur sind. So, da haben wir auch häufig genug über die Frage gesprochen: was machen die eigentlich noch da, warum sind die noch da und nicht schon längst weg? Aber auch in dieser Bubble und in solchen Biotopen kann was entstehen, was zum Problem wird.

25:04 Dennis Horn

Klar, vor allem wenn du wie X eine zwar immer Nische warst, aber eine Nische voller MultiplikatorInnen. Also was ja Mein Lieblingsbeispiel war ja, dass jeden Montag irgendwie so lacht das Internet über den Tatort und dann hast du sieben Tweets von anderen JournalistInnen gesammelt. Das ist natürlich kein Meinungsabbild der Gesellschaft, sondern das sind halt alles KollegInnen der Leute gewesen, die diesen Artikel zusammen. . Haben. Ich hatte fast gesagt geschrieben, das wäre, das stimmt wahrscheinlich. Die Medienschelte am Montag.

25:34 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe gerade überlegt, ob ich Verlagsnamen nenne oder so, aber nein.

25:37 Dennis Horn

Nein, das findet man relativ schnell, wenn man einfach nur ein gibt, Tweets, Sammlungen, Internet. Wir bleiben bei Regulierung. Wir gehen nach Australien. In Australien soll es ein neues Gesetz geben, das gegen Desinformationen im Netz vorgehen soll. Und tatsächlich ist es so, dass das so berichtet ist zumindest die Medienagentur Reuters ähm, dass die sagen, die Regierung plant, Strafen einzuführen, bis zu fünf Prozent der weltweiten Einnahmen, wenn Plattformen Fehlinformationen verbreiten. Damit müssen Tech-Plattformen dazu gezwungen werden, Verhaltenskodexes zu erstellen, um diese Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern und müssen eben dem auch nachgehen und die Verfolgung möglich machen, sofern sie auf der Plattform verbreitet werden. Elon Musk hat darauf schon reagiert und hat gesagt, die australische Regierung sei ein Faschisten. Das ist so seine Art, das zu kommentieren. Was aber so ein bisschen sich so ein bisschen aufgestaut hat in den letzten Tagen, denn der Ministerpräsident Australiens, Albanies, über den habe ich in der letzten Folge erst gesprochen. Der hat Musk jetzt einen arroganten Milliardär genannt. Der stellvertretende Schatzmeister Australiens, Stephen Jones, hat gesagt, das ist Spinnerei, hier geht es um Souveränität, wir nehmen unser Recht in Anspruch, Gesetze zu erlassen, die die Sicherheit der Australier gewährleisten. Und ich finde das ganz fantastisch, weil ja diese Art der Geldstrafenerhebung, die Art der Formulierung solcher Regulierungen. Also dass das europäische Vorbild sozusagen weltweit Schule macht, dass du an immer mehr Orten auf der Welt hörst, dass es eben solche scharfen Gesetze zur Regulierung von Social Media Plattformen gibt. .

27:17 Gavin Karlmeier

Ja, also ja. Australien haben wir ja schon häufig hier besprochen, ne? Und dieses harsche Vorgehen, ich habe immer noch so ein bisschen so ein Grundgefühl von ja Aber was kommt denn jetzt tatsächlich rum? Also die sind ja auch in Australien auch als es um diese ähm Diese Gesetzgebung, die so Leistungsschutzrecht, Leistungsschutzrecht, Anleihen hatten, hatte gegen Meta, so diese, die sind ja auch Krass mit Worten. Also Australien, die Politikerinnen und Politiker sind sehr deutlich und wählen recht. Recht harte Worte gegen Mark Zuckerberg, gegen Elon Musk und so weiter und so fort. Und ich habe immer noch so ein Grundgefühl von ja, okay, aber was kommt da jetzt? So ein bisschen, ich nenne es das Thierry Breton Gefühl. Ja. So. Und das das andere ist Wir haben ja hier in Deutschland, was Medienregulierung angeht, eine verhältnismäßig staatsferne. Also es gibt die Landesmedienanstalten. Es gibt Kriterien, Gremien für die Medienregulierung und die liegt nicht inhaltlich zum Beispiel in der Hand der Gesetzgeber, sondern das ist staatsfern organisiert. Auch wenn man immer darüber diskutieren kann, wie viele Politikerinnen und Politiker dann am Ende in der Medienkommission sitzen, die die Medienregulierung überwacht und und so weiter, ne, und in den Rundfunkräten der öffentlich rechtlichen Anstalten. Und so weiter und so fort. Und gleichzeitig ist es aber irgendwie staatsfern organisiert. Und mir fehlt in diesen Gesetzgebungen, die wir jetzt sehen, auch wenn die EU hier irgendwie Vorbild ist, und auch in dem, was wir hier in Australien sehen, mir fehlt Ein so ausgeklügeltes System, in dem so etwas eben nicht beim Start liegt. Also ich habe einen Grund schlechtes Gefühl, wenn hier ein Gesetz erlassen wird von einer Regierung und darin etwas steht von Fehlinformationen oder Falschinformationen. So, das finde ich keinen so richtigen Weg. Ich finde, da müsste eher. Der Weg erst einmal sein, wir schaffen hier eine Institution, die das überwacht, aber die klar nachvollziehbar staatsfernen organisiert ist. Das ist ja das, was wir hier übrigens schon ewig auch besprochen haben. Die Idee der Plattformräte zum Beispiel, die sowas überwachen und dann auch irgendwie ein Mandat haben, es zu überwachen oder auch Strafen auszusprechen. Und das Ja, also das verbunden mit denen, das ist der Begriff, den ich eben suchte, marigen Worten dieser Politikerinnen und Politiker Ah.

30:06 Dennis Horn

Weißt du, was ich meine? Ich verstehe das Störgefühl. Bin aber ehrlicherweise, ich fasse das, glaube ich, ein bisschen anders auf, weil ich verstehe natürlich, warum es sinnvoll ist, wenn Medienregulierung oder Plattformregulierung nicht in Staatshand liegt, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stumpft es das Schwert ehrlicherweise etwas ab, wenn du nicht der Staat bist, der sowas durchsetzen kann. Also ich sehe natürlich das Problem, dass du in Ländern, die nicht so demokratisch sind und bei denen Presse und Redefreiheit nicht so ein hohes Gut ist wie beispielsweise hier, dass das ein Riesenproblem sein kann wenn ein Land vorschreibt, wir wollen beispielsweise, dass Oppositionelle gesperrt werden, was in der Türkei passiert ist und was Ex auch so durchgesetzt hat. Auf der anderen Seite bist du mit deiner Argumentation, ja, also was Elon Musk meint, wenn er sagt, es sei ein Faschisten. ist im Grunde fast dieselbe Argumentationslinie, die er sagt, der Staat möchte hier einschränken, dass Leute etwas verkaufen oder veröffentlichen, so ist es richtig. dass ihnen möglicherweise nicht passt. Und ich arbeite die Sorge, dass du beispielsweise durch so Regulierungspakete wie in der EU, wir haben gerade drüber gesprochen, oder wie in Brasilien, was am Ende ja tatsächlich jetzt auch dazu führte, dass X dort nicht mehr erreichbar ist. Das sind halt Methoden Maßnahmen und und ähm wie sagt man? Wie heißt das, wenn man äh Mir fällt es nicht ein. Maßnahmen, bleiben wir bei Maßnahmen. Das sind halt Maßnahmen, die könnte eine unabhängige Stelle doch wahrscheinlich so gar nicht durchsetzen. Sie könnten nicht sagen, wir kriegen jetzt 10% eures weltweiten Umsatzes von euch.

31:41 Gavin Karlmeier

Ach so, du meinst verbunden mit den. Ich weiß nicht, ob sie das nicht könnte, weil es ist ja derselbe Staat, der das als Als jetzt suche ich ja auch so ein Wort. Als Strafmaß. Es ist derselbe Staat, der das ja als Strafmaß irgendwie festlegt und vielleicht als Tool. einer solchen unabhängigen Stelle mit auf den Weg gibt. Auch die könnte das ja aussprechen, wenn sie als Katalog sozusagen mitbekommt, das hier könnt ihr verhängen an Strafmaßnahmen. Dann würde dem aus meiner Sicht nichts im Wege stehen. Weißt du, was ich meine?

32:25 Dennis Horn

Ja, die Frage ist dann, ob das dann tatsächlich staatsfern wird dadurch. Also wenn der Staat am Ende die Gesetze durchsetzt, wenn der Staat, wie du selber sagst, in solchen Gremien sitzt Ob das nicht am Ende fast Augenwischerei ist oder Unterschied macht.

32:46 Gavin Karlmeier

Da reden wir über vielleicht ein Level von Staatsferne. So? Ich finde es gleichzeitig, selbe Diskussion wie bei den Rundfunkräten, es ist illusorisch, zum Beispiel keine Vertreter von Parteien in solchen Aufsichtsgremien komplett keine Sitzen zu haben, weil natürlich auch Parteien. Gruppen der Gesellschaft sind, die in sowas vertreten sein dürfen. So, da reden wir also über das Level von Staatsferne. Aber wenn du eine solche Institution unabhängig gründest, so von das ist jetzt irgendwie Teil der der Legislative oder so, sondern du gründest diese Institution unabhängig. Es kann diese Strafen nach einem Katalog aussprechen. So, aber wer zum Beispiel dort diese Strafen ausspricht, wird nicht vom Staat engagiert dafür und eingesetzt in diesen Job. Und man hat die Möglichkeit dagegen zu klagen, was dann wieder vor Gerichten landet. Und dort nochmal so und ich glaube, dass in so einem

33:53 Dennis Horn

Yeah, but that's what Das ist doch der Job von Gerichten. Also braucht es dafür diese Zwischeninstanz oder ist es nicht am Ende Gerichtssache, sowas zu klären? Du hast ja noch das Problem der. Dadurch, dass du einfach in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche kulturelle Sichtweisen hast und auch Dinge, die in dem einen Land als etwas anderes gelten als im anderen. Und dabei geht es mir gar nicht so sehr hier um wie um Desinformationen, aber um Naja, Einschränkungen der Dinge, die du veröffentlichen darfst. In Deutschland darfst du einfach keinen, nicht den Holocaust leugnen. In anderen Ländern fällt es unter Freedom of Speech. Hast du ja die Herausforderung, dass du irgendwelche Gremien brauchst, die das vor Ort entscheiden können? Das kann nach meinem Ermessen auch ein Gericht sein.

34:39 Gavin Karlmeier

Unter der Prämisse, dass die Gewaltenteilung in einem Land wunderbar funktioniert, so Können wir das so festhalten? Mit dem Blick darauf, dass das nicht mehr überall der Fall ist und du ja was installieren möchtest, was nachhaltig ist und möglicherweise Autoritäre Bestrebungen vielleicht auch überdauert für so ein paar Jahre oder so, würde ich doch dazu neigen, da nochmal eine einzelne Institution auszurufen.

35:08 Dennis Horn

Ich verstehe das. Ich fürchte nur, dass wenn du so ein Land hast, in dem Oppositionelle zum Schweigen gebracht werden, wie auch immer das passiert, in diesen Ländern würde auch dieses Gremium nicht wirklich unabhängig arbeiten können.

35:20 Gavin Karlmeier

Naja, du bist ja in einem zeitlichen Verlauf. Und man versucht dann natürlich auch solche Institutionen zu beschädigen, aber sie sind es nicht direkt. Das ist ja eine Konstruktion, die du aufbaust. um möglichst lange zu überdauern. Und nichts ist sicher. Nichts, Gavin, nichts in der Welt ist sicher. So, aber so. Ich finde einfach, dass wir mit der Medienregulierung in Deutschland ein recht gutes Beispiel bei aller Kritik, die wir zu Recht an einzelnen Bestandteilen vielleicht haben, ein recht gutes Beispiel haben. Für die Frage, warum gehen wir das so nicht an? Auch in der Regulierung der Plattform.

36:03 Dennis Horn

Übrigens, dass die Bundesnetzagentur die Plattformaufsichten im Sinne des DSAs eingeführt hat, war eine der letzten der dieser. Plattformkoordinatorenstellen in der ganzen EU. Also Deutschland ist da einfach auch nicht schnell drin gewesen. So, das ist zum Beispiel einer der Kritikpunkte, die du gerade angesprochen hast.

36:22 Gavin Karlmeier

Das mal obendrauf.

36:23 Dennis Horn

Bundesnetzagentur übrigens staatlich. Was wollte ich denn gerade nochmal sagen? Achso, mir ist das Wort wieder eingefallen, das mir eben nicht eingefallen ist. Ich wollte nicht Maßnahmen sagen, sondern Sanktionen. Sanktionen ist das Wort. Toll. Housekeeping in der Folge, binnen Housekeeping quasi. Übrigens, ganz toll, haben Leute entdeckt. dass die heute Show am Ende jetzt nicht mehr den Twitter-Vogel, nicht mehr Larry einblendet und auch kein X, sondern Threads als eine ihrer sozialen Netzwerk.

36:52 Gavin Karlmeier

Deswegen hast du das Bild vom Abspann der Heute Show in unser Dokument heute genommen.

36:57 Dennis Horn

Ja, schön.

36:59 Gavin Karlmeier

Gut, sind wir noch beim Housekeeping? Machen wir gleich weiter.

37:02 Dennis Horn

Die Kategorie Housekeeping ist ja mehr so sonstiges geworden, aber ja, sind wir. Wolltest du über Taylor Swift sprechen, ne?

37:07 Gavin Karlmeier

Ich wollte über Taylor Swift sprechen. Um das endorsement, die Bekanntgabe des Kamala Harris Endorsements, die dazu geführt hat, postet Joshua Friedman, dass 406. 000 Besucherinnen und Besucher in den 24 Stunden danach vote. gov besucht haben. Das ist, glaube ich, die Plattform, wo man sich als Erstwähler registrieren kann. In den USA. Und ich habe jetzt mal geguckt, wie das war. Sie hat das ja schon mal gemacht. 2018 war das. Und hab mal geguckt, wie die Zahlen da waren. Und da war es so, da hatte Taylor Swift noch 112 Millionen Instagram-FollowerInnen. Ich glaube, das ist jetzt bei 250 Millionen. Und da hat Word. org gesagt, fast 65. 000 Amerikanerinnen und Amerikaner hätten sich in den 24 Stunden danach Registriert zum Wählen und dann so ein paar Tage später sei die Zahl auf über 100. 000 gestiegen. So, jetzt sind es 406. 000, allerdings sind bei den Zahlen von 2000 Genau, bei den Zahlen von 2018 hat man gesagt, die haben sich wirklich registriert, diese 65. 000, und jetzt ist die Rede von 406. 000 Besucherinnen und Besuchern. Schwer zu sagen, wie viele von denen sich jetzt tatsächlich registriert haben.

38:39 Dennis Horn

Ja, ich finde die Zahl natürlich toll. Ich habe aber ein großes Störgefühl. Weil das Endorsement von Telassen. .

38:45 Gavin Karlmeier

Folge der Störgefühle heute.

38:47 Dennis Horn

Wirklich.

38:48 Gavin Karlmeier

Darauf esse ich noch einen Fisch.

38:50 Dennis Horn

Oh Gott. Und zwar kam ja das Endorsement in derselben Nacht, in der das Präsident in ein Duell lief im Fernsehen in den USA, in der Kamala Harris und Donald Trump das erste Mal so richtig aufeinander getroffen sind. Und natürlich hat das auch den Effekt, dass Leute sich danach zur Wahl registrieren. Also ich glaube, das ist nicht hier monokausal, sondern ich glaube, das ist einfach eine ganz generelle Aufmerksamkeit auf die Wahl in dieser Nacht oder also da war es ja keine Nacht, aber an diesem Tag eben gegeben hat in den USA. Das heißt, ich finde das verkürzt von Friedman, obwohl ich das natürlich auch gerne wahrhaben möchte, dass Taylor Swift hier gerade die Demokratie in den USA rettet.

39:26 Gavin Karlmeier

Also Taylor Swift hätte die Demoskopie gerettet, wenn sie es einfach eine Woche später gepostet hätte, ja.

39:33 Dennis Horn

Ja, aber hätte vielleicht ein Momentum verloren. Was ist uns wichtiger?

39:37 Gavin Karlmeier

Ja, das muss man abwägen.

39:39 Dennis Horn

Für uns als Menschen, die gerne mit Zahlen jonglieren, natürlich Letzteres. Ich muss jetzt übrigens Ex muss jetzt das Bußgeld von 3 Millionen Euro in Brasilien jetzt auch zahlen. Und das sei wohl auch schon passiert, es wurde schon überwiesen und damit ist sind die Konten von SpaceX und Starlink und Ex in Brasilien. Nee, SpaceX nicht dabei. Ex und Starlink in Brasilien wieder freigegeben worden. So als kleines Co-Hauskeeping noch an der Stelle.

40:06 Gavin Karlmeier

Ja, was heißt die Überweisungsgeschehen? Das heißt aber, der Staat hat sich das eine eigene Sepalastschrift. sich selbst für ex ausgestellt und dann.

40:13 Dennis Horn

Möglicherweise die Formulierung ist, das Geld sei an die Bundeskasse überwiesen worden. Es ist sehr passiv formuliert. Je nach Übersetzung gibt es auch Artikel, die sagen, das Geld wurde eingezogen, was deine Leserart untermauert. Wahrscheinlich ist das der Fall, wenn die Konten gesperrt wurden. So. Und dann habe ich noch eine kleine Geschichte, die ich vor allem mitbringe, weil ich das Gefühl habe, da können wir endlich mal miteinander diskutieren, Dennis. Jetzt bin ich gespannt. Und zwar wurde Frontpage vorgestellt. Frontpage vorgestellt. Das war ja mal das Tool mit den HTML-Seiten bei Windows.

40:54 Gavin Karlmeier

Microsoft Frontpage.

40:56 Dennis Horn

Frontpage ist ein Tool. Eigentlich funktioniert das so wie Reddit oder wie Lemy oder wie diese ganzen anderen Link-Aggregatoren, nur basiert Frontpage auf dem AT-Protokoll. Das ist das Protokoll, auf dem auch Blue Sky basiert. Und das ist super interessant, weil das eben die Möglichkeit gibt, dass du sozusagen jetzt eine Art dezentrales Protokoll nutzt, auf dem du So eine Art Reddit nutzen kannst. Übrigens genauso wie Lemmy, nur eben auf einem anderen Protokoll. Und warum ich das alles erzähle, ist mein zentraler, meine Frage ist: bringt es uns alle weiter, dass es ein zweites Fediverse gibt?

41:32 Gavin Karlmeier

Ja, also erstmal, Moment, also erstmal deine davorliegende These ist, da besteht jetzt die Chance, ein zweites Fediverse entstehen zu lassen. Ja, so, und dann mache ich nochmal einen Schritt zurück. Das heißt. Also nur um das jetzt nochmal so ein bisschen aufzublättern, erstmal gedanklich für mich.

41:52 Dennis Horn

Ja, bitte.

41:52 Gavin Karlmeier

Du warst lange nicht da, Dennis. Ja, ich war wirklich, wirklich. Ich muss erstmal reinkommen wieder. So, und das andere ja Für die, die auf dieser Protokollebene sich nicht so auskennen. So, das heißt, man nimmt jetzt die Technologie. Die Grundlage auf der Blue Sky aufsetzt und nutzt es für etwas, das gar kein Microblogging-Dienst ist, sondern irgendein anderer Dienst, in Anführungszeichen. Der aber auf demselben Protokoll aufsetzt. So, und das öffnet eine Tür hin zu einer Perspektive. Vielleicht wird jetzt das AT-Protokoll, auf dem bisher nur Blue Sky aufsetzt, so ein größeres Ding. Und einsetzbar für verschiedene Dienste. Genau.

42:36 Dennis Horn

Also das ist jetzt, da kurz nochmal, wenn wir es ganz erklären wollen, hat natürlich den Vorteil, dass du Synergien herstellen kannst, dass du zum Beispiel eine Art einem Account folgen kannst auf BlueSky, an dem solche Links gesammelt werden, die aber, wenn du sie über Frontpage öffnest, aussehen wie eine Sortierung. Also dass du sozusagen damit eine Verschmelzung der Welten herbeiführst. Wir kennen das eben, wie gesagt, aus dem Fidiverse, wo es eben möglich ist, den dem zum Beispiel dem Lemmy Wie heißt es denn dort? Subreddit heißt es bei Reddit, aber dem Lemmy-Thema wahrscheinlich.

43:11 Speaker 4

Haken dran folgen kannst.

43:14 Dennis Horn

Und das kann ich dann, wenn ich zum Beispiel auch Mastodon nutze. kann ich auf Mastodon eben auch diesem Account folgen und kann sehen, wenn dort etwas diskutiert wird oder dort neue Dinge gepostet werden. Also die einzelnen Welten zusammen.

43:26 Gavin Karlmeier

Genau, die einzelnen Plattformen sind wie eine Art Eingangstor. in etwas Größeres.

43:31 Dennis Horn

Exakt, ja.

43:32 Gavin Karlmeier

Und ich kann dem aber von der Plattform auch aus folgen, die möglicherweise nochmal gar nicht dafür gedacht war. das darauf zu lesen oder dem zu folgen. So. Also ich gehe mit bei der These, könnte das zweite Fediverse werden dann. Also wenn es so eine Drift bekommt, ne? Und man da irgendwie so einen Weg gehen möchte und du fragst dich, warum macht man jetzt was Zweites auf? So? Ist das überhaupt die Absicht? Also ich versuche mich jetzt vorzuackern an dem Punkt, an dem du denkst, da würden wir jetzt uns diskutieren kommen.

44:14 Dennis Horn

Also ich Weil auf der einen Seite denke ich mir, natürlich kann das auch so, man sagt ja, Konkurrenz belebt das Geschäft. Also es begünstigt natürlich, dass an anderen Orten selbe Probleme nochmal gelöst werden, um vielleicht auf neue Ideen zu kommen, die dann beide Seiten irgendwie so ein bisschen. . florieren lassen können. Also davon haben alle was. Auf der anderen Seite denke ich mir gerade die Idee des Fediverses ist so groß und stark und auch mit so viel Enthusiasmus und am Ende auch Aktivismus verbunden, dass man sich vielleicht, dass es dadurch vielleicht zerfasert, wenn jetzt beispielsweise die Leute, die hier Frontpage bauen, sagen, wir gehen jetzt damit aufs AT-Protokoll. Anstatt damit eben auch im Fiddiverse stattzufinden und damit das Fediverse größer zu machen.

44:58 Gavin Karlmeier

Okay, zwei Gedanken. Der erste, ist das überhaupt so relevant, wenn eh alles offen ist? Also all diese Protokolle sind offen, ja dann wird halt gebaut und irgendwie ist am Ende dann doch eh alles eins, weil es gibt ja auch Übertragungsprotokolle, die vom AT-Protokoll rüber zum Na, wie hieß das Fettiverse-Protokoll? Bitte sag mir nochmal kurz. Ich hab's vergessen. Das ist zu lang her. Das ist zu lang her. Boah, das ist zu lang her. Wenn du es gleich sagst, Activity Pub. So, hin und wieder zurück. Dann gibt es ja irgendwelche Schnittstellen, die das eventuell noch möglich machen. Da haben wir auch schon Dienste besprochen, die irgendwie so vorgehen.

45:37 Dennis Horn

Weil das gehauskippt werden wird. Es gibt mehrere Protokolle im Fediverse. Activity Pub ist das Protokoll auf dem Mastodon basiert.

45:45 Gavin Karlmeier

So, es ist lange her.

45:47 Dennis Horn

Es ist wirklich lange, also da bin ich jetzt.

45:48 Gavin Karlmeier

Für dich ja. Dann ziehe ich alles auf mich. Um dich hier zu retten. Also, ist das dann überhaupt so relevant? Und dann der zweite Punkt, die Motivation aus der heraus Diese verschiedenen Ansätze entstanden sind, ist beim Fa-Diverse eine andere als beim LT-Protokoll. So, also korrigier mich, aber das Fediverse ist so, wie wir das Fediverse immer besprochen haben. Die Motivation ist, hier offene Standards zu schaffen.

46:21 Dennis Horn

Ja.

46:22 Gavin Karlmeier

Und die Motivation beim LT-Protokoll war aus meiner, so habe ich das immer interpretiert, aus meiner Sicht alle eine, mit der man Die Fehler wettmachen wollte, die bei der Entstehung von Twitter passiert sind.

46:40 Dennis Horn

Dorsey, der ja auch nicht zwangsläufig der Erfinder dieses Protokolls ist.

46:46 Gavin Karlmeier

Ich habe da immer so eine Motivation reininterpretiert, so nach dem Motto All das, was wir an Fehlern gemacht haben, oder was der Menschheit auf die Füße gefallen ist, werden wir hier auf einer Protokollebene verhindern oder zu verhindern wissen. Das war so. Und das sind ja ganz unterschiedliche Motivationen. Und in dem Moment, in dem man So ein Protokoll dann irgendwie öffnet und dann begeben sich Leute da ran und dann wird dafür was programmiert und dann entstehen solche Dienste wie der, den du jetzt gerade irgendwie beschreibst, dann passiert das halt. Aber da war nie eine Absicht da, da ein zweites Fediverse draus zu machen, in Anführungszeichen. Weißt du, also die Motivation ist einfach eine andere und deswegen auch hier die, ich weiß gerade, ist so. Denke ich jetzt gerade so.

47:33 Dennis Horn

Das nehme ich so an.

47:34 Gavin Karlmeier

Gar keine Emotionen.

47:35 Dennis Horn

Schade. Für keine Emotionen mehr, aber viel Gedanke.

47:38 Gavin Karlmeier

Ja, ja. Viel Gedanke, aber keine Emotionen.

47:41 Dennis Horn

Das ist meine neue Rubrik, die bringe ich mit. Viel Gedanke, keine Emotionen. Da gehen wir jetzt übrigens hin. Es gibt nur eine Sache, die ich noch. Das können wir auch am Ende machen. Ich habe am Ende noch ein bisschen was zu erzählen, aber na gut, machen wir das hier erstmal.

47:57 Gavin Karlmeier

Funktionen und Emotionen Reloaded

48:05 Dennis Horn

Wo kam das her? Bei Threads gibt es jetzt die Möglichkeit, einen QR-Code für dein Profil zu erstellen. Keine Emotionen.

48:15 Gavin Karlmeier

Also es ist ja wirklich uralt.

48:18 Dennis Horn

Aber durch die Corona-Pandemie haben alle Leute gelernt, was Square-Codes sind.

48:23 Gavin Karlmeier

Ich war heute übrigens. Gestern in der Kochsendung wieder gesehen, wurde wieder ein QR-Code eingeblendet. Ehrlich

48:32 Dennis Horn

Die Leute nutzen das. Ich war gestern in einem, also am gestrigen Sonntag war ich in einem Etablissement und da klebten auf dem Tisch fünf QR-Codes. Alle nebeneinander und darüber stand Speisekarte, dann hast du Kritik hierhin, dann wir suchen übrigens MitarbeiterInnen, beweb dich hier. Dann das vierte weiß ich gar nicht mehr.

48:50 Gavin Karlmeier

Ich dachte, das wäre so eine Art russisch Roulette.

48:52 Dennis Horn

Du musst den richtigen QR-Code scannen. Sonst fliegst du raus. Das fünfte war aber, hier ist eine Überraschung für dich, Smiley, und um den QR-Code war ein grüner Rahmen. Und jetzt frage ich dich, Dennis, wohin hat mich dieser Erkut geführt. Zum Newsletter. Schlimmer. Was?

49:09 Gavin Karlmeier

Es gibt was Schlimmeres als Newsletter. Zur Twitter-Seite. Ja, in die ähnliche Richtung.

49:19 Dennis Horn

Also ich habe das gescannt, weil ich in den Facebook Messenger über Ihnen direkt zu schreiben. Die These ist, Sie haben da wahrscheinlich einfach so einen Linkshort-Link reingepackt, den Sie immer wieder austauschen können, falls Sie da irgendwie. Jetzt sind die Aufkleber gedruckt.

49:34 Gavin Karlmeier

Aber für den Linkschortener Dienst hat der Inhaber, der Social Media Manager des Restaurants, der irgendwann mal, das ist ähm Das ist ein 20-Jähriger, der das beim Studium parallel macht. Der hat dann irgendwann den Zugang vergessen. Und seitdem führt das nur zum Facebook Messenger.

49:52 Dennis Horn

Das denke ich über so Leuten, die sich einen QR-Code tätowieren lassen, der zu Bitly führt. Ganz schön mutig, Alter.

50:01 Gavin Karlmeier

Man sagt, das Internet vergisst nichts, aber leider vergisst es manchmal auch.

50:05 Dennis Horn

Das ist so. Oder geht pleite. Oder wird verkauft oder wird google-mäßig einfach abgeschaltet.

50:10 Gavin Karlmeier

Das Internet vergisst nichts und geht pleite.

50:12 Dennis Horn

So heißt die Folge heute. Threads wird offenbar eine Direct-Chat-Funktion bekommen, also ein eigenes Direkt-Nachrichten-System in Instagram. Dass sich darauf, da, also die Formulierung hier ist, die Funktion unterscheidet sich von Instagrams Direktnachricht im System dadurch, dass sie sich speziell auf die Nachrichtenübermittlung innerhalb der Threads-App konzentriert.

50:38 Gavin Karlmeier

Ja, also jetzt so in der Gesamtheit der Punkte, die du nennst, entsteht langsam so eine gewisse Emotion, die ich am ehesten übersetzen würde mit Late to the party.

50:48 Dennis Horn

Ja, aber es passt natürlich in ein Bild, dass Threads seit so einigen Wochen in dem App Store einen Zusatz verloren hat im Namen. Früher stand da immer Threads eine Instagram-App. Und das steht da nicht mehr. Und wir haben hier, das haben wir zusammen gemacht, irgendwann die These aufgestellt, dass man sozusagen sich in den Windschatten von Instagram hängt, um das Ding groß zu machen, um es dann irgendwann in der Markenwelt zu einem Fuhrpark der. . Gefährte von Meta sozusagen irgendwann zu einem eigenen Lkw werden zu lassen, rausfahren zu lassen. Ja, genau so ist das. Passiert ja oft mal gerade.

51:24 Gavin Karlmeier

Ja, nächster Stopp sind Werbeanblendungen, ich sag's dir.

51:27 Dennis Horn

Ja, da sind wir schon ganz doll nah, weil wir in der letzten Folge darüber gesprochen haben, dass der Businessmanager jetzt schon Threats Feed als Werbeort anzieht. Aha. Aber Meta hat vor zwei oder drei Wochen noch gesagt, dass es nicht geplant ist. Instagram rollt eine Ende-zu-End-Verschlüsselung für den Messenging-Dienst aus. Ist die Frage, ob das bei Threads auch direkt kommt. Bislang gibt es drei Accounts, die Ende zu Ende verschlüsseln können. Das eine ist add Threats, AdMossari und add Sack. Und was schreiben die drei sich gegenseitig? Das ist die Spannungsfrage, was schreiben sie at Threads. Wer steckt hinter Ad Threats? Arbeitet Instagram, ich gehe einfach weiter, ne? Also in der Zlüssigung ist super, finde ich sehr gut. Ich finde es übrigens auch super, dass das in Instagram passiert, in einer App, in der die Messaging-Funktion sich für alle Leute über 25 anfühlt, wie so ein Appendix. Aber für alle jüngeren Leute, glaube ich, eine Riesenrolle spielt. Voll und einfach wirklich ein echter, ernstzunehmender Messenger ist. Und deswegen super, dass der verschlüsselt wird. Ich glaube, da sind wir uns einig.

52:33 Gavin Karlmeier

Sind wir, sind wir. Also komplett und ich frage mich, warum da manche Funktionen wiederum noch auf sich warten lassen. Also warum das nicht noch weiter. Ich meine, Instagram wird in den, da kommen wir jetzt gleich auch wieder zu, aber wird Aufgebohrt seit einer ganzen Weile in einem Maße, wo ich langsam nicht mehr weiß, wo kann ich das denn jetzt auch noch alles posten und so. Und was muss ich noch bedienen. Aber das ist, ähm Gerade bei der Messaging-Funktion ja, super.

53:04 Dennis Horn

Ja. Instagram arbeitet an der Möglichkeit wenn du einen Kommentar postest, diesen Kommentar unter einem Bild auch gleichzeitig auf Threads zu teilen mit einem Link zu dem Bild. Das ist ja die Hölle.

53:22 Gavin Karlmeier

Das ist wirklich die Hölle.

53:24 Dennis Horn

Das ist wirklich ganz schlimm. Weil das heißt, du siehst ein Bild irgendwo und sagst, ach guck mal, das ist aber ein Ding, da rege ich mich jetzt vor allem drüber auf, weil ich glaube, der Haupt-Use Case ist. Das ist problematisch, weil. Also du siehst ein Bild bei Instagram, schreibst du drunter einen langen Kommentar und teilst den an auch direkt bei Threads, damit du dort deiner Bubble zeigen kannst. Wie recht du hast, damit die Leute dann alle zu Instagram kommen können und unter deinen Kommentar schreiben können, sag es ihnen.

53:47 Gavin Karlmeier

Ja, das ist die kommentierte Retreat-Hölle, über die wir da im Grunde sprechen und so. Und ich, ähm Also, ich habe eh manchmal so, es gibt doch diese die Accounts von Ich hätte jetzt Influencerinnen gesagt, aber ich glaube, das ist ein breiteres Phänomen, das vor allem Frauen trifft, die auf Instagram unterwegs sind. Und wo ich jetzt häufiger schon gelesen habe, Beschwerden, die sie bei Threads posten, über diese ganzen Ü40er und Ü50er, die von Threads aus in ihre Instagram-Profile einfallen und denken, das hier wäre Tinder. Und das scheint mir wirklich ein Ding zu sein. Und das sind so Designentscheidungen, also Design, was Funktionen angeht und die Weiterentwicklung dieser Plattformen die mich nichts Gutes ahnen lassen. Also auch mit Blick einfach auf solche Phänomene, wie ich es gerade beschrieben habe. Ja, du hundertprozentig. Und die gesellschaftliche Debatte darüber hinaus, die du ja auch ansprichst.

54:51 Dennis Horn

Ja, du löst halt damit die Möglichkeit oder gebietest die Möglichkeit, super schnell Mobs zu generieren, die dann alle gemeinsam auf ein Bild einfallen können. Genau. Und zwar kann das politisch sein, das kann aber auch wirklich einfach, wie du schon sagst, das kann auch einfach ein Angriff auf persönliche auf persönliches Seelenheil sein. Ich finde, das ist wahnsinnig unverantwortlich, diese Funktion. Aber sie ist ja auch noch nicht da.

55:15 Gavin Karlmeier

Und das Das zerstört dann natürlich, ich meine, jetzt können wir uns darüber unterhalten, wie sehr Instagram seit vielen Jahren überhaupt noch ein Safe Space ist. Wahrscheinlich nicht, ne? Seit Adam Musseri an Bord ist und da so diese Empfehlungsalgorithmen auch in der Timeline von Instagram eingebaut hat, wie wir sie vorher von Facebook aus dem Newsfeed kannten, hat sich dieser Ort ja eh verändert. Und auch so Viralitätslogiken unterworfen. Und das kommt natürlich damit jetzt nochmal so ein bisschen schärfer. Ich meine, man sieht einfach an solchen Entscheidungen. wer da der Chef ist und welches Playbook er jetzt einfach bei Instagram durchzieht, was er bei Facebook auch schon durchgezogen hat. Meine, da habe ich wirklich, du merkst, ich habe Emotionen. Also gut, ähm, meine Perspektive darauf wäre Er quetscht diese Plattform jetzt genauso aus, wie er vorher Facebook ausgequetscht hat, bis sie halt tot ist oder eine Konsum-Plattform ist, genau. So, und dann ist vorbei mit Instagram.

56:16 Dennis Horn

So ist es. Also wir können uns schon mal daran gewöhnen, dass wir vielleicht bald alle wieder mit MySpace Tom abkumpeln. Und die Instagram-DMs bekommen weitere Features, man kann Birthday-Notes hinterlassen. Man kann Doodles und Stickers auf Fotos legen, du kannst Fotos ausschneiden und es gibt neue Chat-Themes. Und zu diesen Chat-Themes habe ich ganz tolle Emotionen benutzt du das Feature, Dennis? Nur mit meiner Kollegin Dani. Ah ja. Das Problem ist ja.

56:42 Gavin Karlmeier

Das ist der einzige Chat-Theme, das ich habe, ja.

56:45 Dennis Horn

Was nicht klar wird, an keiner halbstelle. Da habe ich neulich eine Geschichte zugehört. Ich kann die Namen natürlich alle nicht nennen, aber. Von wem nennen? Von dem, dem das passiert ist. Also, wenn du dieses Chat-Thema anpasst, das bedeutet ja neues Hintergrundbild, neue Farben, neue Schriftart, alles neu. dann machst du es eben nicht nur für dich, sondern auch für die Person, der du schreibst, dass das passiert auf beiden Seiten. Es wird aber an keiner Stelle klar, dass es für beide Seiten ist. Und man kann da schon ganz schön, man kann ganz schön in die Scheiße greifen, sag ich mal.

57:22 Gavin Karlmeier

Okay. Wird es noch expliziter oder ist das jetzt nur so?

57:25 Dennis Horn

Ich kann nicht leider nicht mehr ins Detail gehen, aber. Mehr Funktionen und Emotionen habe ich nicht. Also ich bin alle. Das war ja nochmal lustig zum Schluss. Ja, ne? Also außer dass ich habe noch so kleine Randmeldungen, Randnotizen zum Schluss. Haben wir keinen Single für, aber. . Muss ich direkt husten, habe ich mich verschlucken. Also offenbar ist das Ex-Office jetzt tatsächlich zu seit Freitag, dem 13. in San Francisco. Das heißt, da ist jetzt nichts mehr los und es wird untervermietet. haben wir glaube ich vor zwei oder drei Folgen darüber gesprochen. Wo sind die jetzt? In Austin oder was? Die sind in zwei weiteren Standorten in Kalifornien, obwohl man eigentlich Kalifornien verlassen wollte. Aber es gibt früher oder später den Umzug nach Austin. Aber der Grund, warum sie es verlassen haben, war ja, weil sie Kaliforn verlassen wollten, weil der Gouverneur von Kalifornien. Gesetze gemacht hat, die eigentlich trans Menschen schützen sollten, die aber laut Elon Musk eben den Vogue-Mind-Virus in die Gesellschaft tragen, was dazu führte, dass sie jetzt zum Beispiel nach San Jose gezogen sind, was auch in Kalifornien ist. . . Also perfekt. Dann gibt es eine Meldung für heute, also am heutigen Montag, dem 16. September. gibt es eine Anhörung im Court of Appeals im District of Columbia, also in in den USA, indem es um die Anfechtungsklage TikToks gegen das TikTok-Verbot in den USA geht. Also wir wissen ja, ab dem 19. Januar könnte TikTok verboten werden. TikTok geht dagegen richtlich vor. Was ihr gutes Recht ist natürlich. Und die werden jetzt am heutigen Montag angehört und dürfen sich sozusagen ihre, dürfen ihre Position mal darstellen.

59:08 Gavin Karlmeier

Gut.

59:09 Dennis Horn

Wir sind da sehr gespannt. Und dann gibt es eine Meldung, die das ist so die letzte Meldung des Tages, aber da habe ich, ich fühle das ganz doll. Und zwar gibt es ein Team von Leuten, die haben. sich ein Ziel gefasst und zwar das Ziel, ein Handyspiel, das es nicht mehr gibt, und das auch schon lange nicht mehr gibt wieder zurückzuholen. Also konkret geht es um das Flappy Bird. Flappy Bird, egal. Es geht um Flappy Bird. Dong Nu Yen hat das Spiel damals entwickelt und hat das, das war unglaublich hype. Alle haben das gespielt.

59:44 Gavin Karlmeier

Dimens ist über den Kopf gewachsen.

59:45 Dennis Horn

Genau. Er hat dann gesagt, er hält es nicht mehr aus und hat die App aus dem App Store gelöscht. Was dazu führte, dass iPhones, auf denen Flappy Bird installiert war, bei Ebay für 5000 Dollar weggegangen sind.

59:54 Gavin Karlmeier

Ich hatte auch lange noch eins mit Flappy Bird. Hast du es verkauft? Nee, vielleicht ist es sogar hier in meiner Schublade auf irgendeinem dieser alten iPhones noch drauf, tatsächlich.

01:00:04 Dennis Horn

Ja, da ist, also musst du schnell verkaufen, weil es gibt jetzt die Flappybird Foundation. Und die planen gerade, dieses Spiel wieder aufleben zu lassen. Er selber ist kein großer Fan davon. Er sagt, ich unterstütze das nicht, ich habe nichts verkauft und ich unterstütze auch keine Kryptowährung, hat er direkt sein Statement angefügt. Aber genau, und offenbar sind die jetzt gerade dran, dieses Spiel eben zurückzuholen und bald können wir vielleicht wieder über Flippy Bird ärgern. Glaubst du, dass es im Jahr 2024 nochmal zu einem Halt kommen könnte?

01:00:37 Gavin Karlmeier

Nein. Das ist doch, das ist ja alles immer so ein Momentum. Und ähm, nee. Nein.

01:00:45 Dennis Horn

Okay. Mit dieser düsteren Aussicht freuen wir uns auch, dass Stefan Raab wieder da ist. Und mehr habe ich nicht zu sagen, Dennis. Außer dass ich es schön finde, dass du wieder da bist und dass du jetzt auch wieder häufiger da bist. Wir nehmen dich alle beim Wort, Dennis.

01:01:00 Gavin Karlmeier

Ja, ich hab das, das ist ja nicht.

01:01:02 Dennis Horn

Und wenn nicht, fetten wir dich aus deinem holzbetäfelten Dachboden. Den sehen wir, kann diese Episode auch komplett bei YouTube sehen übrigens.

01:01:08 Gavin Karlmeier

So, und nächste Episode, hakend dran mit mir, Mittwoch auf RTL Plus.

01:01:15 Dennis Horn

Ich freue mich drauf. Dennis Horn und Elton Also.

01:01:20 Speaker 4

Vielen Dank, einen schönen Montag.

01:01:22 Dennis Horn

Bis dann