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Folge 361 · 3. Dezember 2024 · 1 Min.

Der Darmstädter Appell

mit Dennis Horn

X hat eine unabhängige Risikobewertung eingereicht – und das Ergebnis ist vernichtend. Nur X findet “This is fine!”. Außerdem verlieren wir uns in einem Fiebertraum von einer Podcast zwischen feuchtem Keller, der Haki-Konferenz und Threadsfeeds in einer Rechtsdebatte zur Frage: Wie kriminal ist man, wenn man vier Schritte braucht, um ein Video herunterzuladen?

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Ich habe gehört, du hast eigentlich kalte Füße bekommen vor diesem Frage.

00:12 Dennis Horn

Ach, das war ein Spaß. Weißt du, also es ist ja so. Also die Waschmaschine hat. geleckt. Vielleicht, da gibt es so einen Sammler unten, irgendwie, den muss man auch regelmäßig mal öffnen. Vielleicht ist das auch eine Zeit lang nicht passiert. Möglicherweise. Man weiß es nicht. So, weil danach war ja kein Wasser mehr drin. Soll ich dir mal was sagen?

00:34 Gavin Karlmeier

Ich habe noch nie Dieses Ding an der Waschmaschine aufgemacht.

00:37 Dennis Horn

Ja, ich möchte dir jetzt sagen, vielleicht machst du es mal, bevor wir noch eine Folge Haken dran verschieben müssen. So, und das Ding ist ja, wenn man dann so WhatsApp-Nachrichten an den Podcast-Kollegen schickt, indem man sagt, der Keller steht unter Wasser. Dann hat man ja immer so Vorstellungen von Hochwasser oder so, aber es ist halt, es reicht ja schon der Millimeter der in den Fugen steht Das ist ja schon ätzend genug. So, und dann lass mal. Also, vielleicht standen in diesem Raum so sieben Kartons. In zweinen sind irgendwie Sachen, wo ich dachte, muss ich eh wegwerfen. So, die stehen da jetzt auch nach wie vor, aber in dem Rest waren halt also die alte Briefmarkensache. Ich habe eine Briefmarkensache, möchtest du mal meine Briefmarken sein?

01:15 Gavin Karlmeier

Soll ich dir dazu was sagen, Dennis? Was denn? Du bist einer der Menschen, bei denen mich das nicht wundert, dass du eine Rückweis.

01:22 Dennis Horn

So, und dann irgendwie anderer Ordner mit Fotoalben. Und so ich habe sogar, ich habe so eine alte Marke, ich glaube aus dem Deutschen Reich, so der Michel-Katalog, also so unter Philatelisten. Sind das die, die die fünf Sterne, die die Sterne in Restaurants vergeben? Nein, das sind die, die die Sterne in Form von Euro-Bewertungen für Briefmarken vergeben. Und der Michel-Sammler-Katalog. Der führt für diese eine Briefmarke, die ich da habe, ist so eine olivgrüne aus dem Deutschen Reich. Irgendwie eine von diesen, die es heute auch noch gibt, weißt du, so klassiker, kleine Hochkant Briefmarken, hat da irgendwie immer 1400 Mark oder so, war die Wert. Also die nicht ohne. Und irgendwo da, die ist auch irgendwo da drin, aber ich hoffe nicht Ins Wasser geraten.

02:10 Gavin Karlmeier

Ja, was soll denn, wenn der Brief mal genasst wird? Du hast sie ja nicht angeleckt.

02:13 Dennis Horn

Dann klebt die. So, und verschickt den Karton jetzt von selbst. So, und in dem anderen waren irgendwie so Kindheit-, Schulerinnerungen, irgendwie sowas. Und dann das musste ich halt retten und die Kartons waren durch. Im Grunde konnte ich so den Karton hochheben. Und der Inhalt blieb auf dem Boden. Der Inhalt blieb auf dem Boden, das war total praktisch. Perfekt. Hab ich dieses Außending irgendwie einmal raus in die Mülltonne gebracht und konnte dann die Sachen wegnehmen. Und dann nochmal im Boden sauber machen. So, und es hat eine Weile gedauert und das ist die komplette Story. Ja, aber du hast es geschafft. Du hast erzählt, dass du noch ein bisschen was Neues über mich erfahren hast mit den Briefmarken. Ja, und ich hab's geschafft. Hier sind wir wieder. Und ich habe einfach deine Sprachnachricht veröffentlicht, Dennis. Ich hoffe, das war okay. Das war in Ordnung. Ich habe es heute Morgen im Auto gehört und hab gedacht, huch! Das bin ja ich. Das bin ja ich. So wie an dem einen Tag, wo ich mal verschlafen habe. auf dem Weg zur Arbeit und da war mein Job Radiomoderator. Und die Sendung fing immer um 6 Uhr an. Ich habe aber verschlafen, die haben mich geweckt um weiß ich nicht, halb sechs oder so, als ich noch nicht im Sender war und dann bist du ja, dann gehst du ja, du gehst ja immer so ans Telefon, dass du sagst, ähm Ja, so gehst du ran, ne? Und dann sagen die: Ey, du hast gleich Sendung, bist du wach? Und dann willst du dir ja nicht die Blöße geben. Dann sagst du ja so: Klar, ich finde, ich bin gleich da. In dem Auto, ja. Und allen ist völlig klar, was gerade passiert ist. Und so. Ich also auf dem Weg nach Neuss gefahren. Nee, nach Düsseldorf, in den Sender. Auf dem Weg übrigens, wo es mal eine Autobahnbaustelle gab, jetzt noch eine andere Geschichte, kurz. Thorsten Sträter ist da, andere Geschichte. Ich wollte gerade in die Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. Eingeschoben, wo ein anderer Frühmoderator, ein Kollege von mir mal morgens wirklich in diesem halbwachen Zustand in der Autobahnbaustelle die Polizei überholt hat mit 20 zu viel auf dem Tacho. Das ist kein Zustand um diese Zeit und vor so einer Sendung. Und er hat dann gesagt, ich Muss die Sendung wieder moderieren. Dann haben die gesagt, ja gut, fahren Sie mal weiter. Ne, auf jeden Fall so. Und dann hab ich, saß ich im Auto Und hab mich dann selbst in der Anmoderation meiner eigenen Sendung gehört. Und wie hat das funktioniert? Die Kollegen haben einfach den Mitschnitt vom Tag davor rausgesucht. Und alles selbst. Um die Zeit ist ja noch kein Verkehr. Das heißt, da habe ich dann gesagt, alles frei auf den Straßen, gute Fahrt. Und das Wetter war auch so war, Sommer war Hochdrucklage, irgendwie ein paar Tage hat sich auch. Super, und dann habe ich mich selbst im Auto anmoderieren gehört und dann war ich um so bei der ersten Moderation um zehn nach war ich schon im Studio.

04:57 Gavin Karlmeier

Und du als Radiochef, wie würdest du damit umgehen, wenn du das erkaufen würdest?

05:02 Dennis Horn

Naja, man bewegt sich immer nur innerhalb seiner aktuellen Rolle, sage ich da. Ah ja. Gut.

05:09 Gavin Karlmeier

Aber ganz kurz, ist der Keller jetzt wieder trocken?

05:12 Dennis Horn

Ja, nur halt das ganze Zeug liegt jetzt draußen und jetzt ist der.

05:17 Gavin Karlmeier

Also Leute, falls ihr gerade in NRW unterwegs seid, irgendwo liegt eine olivgrüne Briefmarke aus dem Deutschen Reich. Die war mal 1400 D-Mark wert.

05:26 Dennis Horn

Lohnt sich. So. Und jetzt kommen wir mal von meiner Risikolage im Keller zur Risikobewertung für Ex, oder? Ist der König der Überleitung. King. Die X jetzt an die Europäische Union geschickt hat. Das ist Teil des, ich glaube, Digital Services Act machen zu müssen. Ich sag mal so, in der Risikobewertung erstmal aus Sicht von Ex, alles okay soweit.

05:55 Gavin Karlmeier

Was eine fantastische Zusammenfassung ist, wenn man gleich das Ergebnis dieser Bewertung hat.

05:59 Dennis Horn

Ja, genau, also die Ex sagt: ach, wir haben nur ein hohes Restrisiko terroristischer Inhalte und ein hohes Restrisiko von Desinformation, insbesondere Rund um Wahlen, so, aber dazu gehört eben eine ausführliche, unabhängig durchgeführte Prüfung der Risikobewertung. Und die hat das Beratungsunternehmen FTI angelegt. Und ich dachte so, Moment, welches Beratungsunternehmen FTI ist das dasselbe, bei dem ich zuletzt meine Reise nach Fueta Ventuja gebucht habe?

06:25 Gavin Karlmeier

Vier Sterne Halbpension. Hohes Restrisiko für Terrorismus, da freut man sich doch.

06:30 Dennis Horn

Das wäre nicht besonders seriös. So, auch 71 Punkte wurden geprüft und es sind zahlreiche Dinge aufgefallen. Und deswegen fällt das Gesamturteil negativ aus. Vielleicht gehen wir mal kurz ein paar Punkte dieser Liste durch. Was das so ist. Also, Mängel beim Formular für Anfragen von Strafverfolgungsbehörden. Ach was. Mängel bei den Kontaktinformationen, also die Auffindbarkeit sei unzureichend. Ähm NutzerInnen werden nicht direkt auf relevante Seiten in ihrer Landessprache geleitet. Die Inhaltemoderation als Thema in den Nutzungsbedingungen erfüllt die Anforderungen nur teilweise, da fehlen klare Angaben zu algorithmischen Entscheidungsprozessen und menschlicher Prüfung. Dann, Disclaimer kann den falschen Eindruck vermitteln, dass Ex weniger Verantwortung für illegale Inhalte trägt, als es tatsächlich der Fall ist. Ex benachrichtigt NutzerInnen über Änderungen, aber es gibt Verwirrung, weil unterschiedliche Begriffe genutzt werden. Nutzungsbedingungen und Benutzervereinbarungen zum Beispiel. Dann hat man festgestellt, Unterschiede in der Regelanwendung zwischen normalen und prominenten NutzerInnen. Ach. Also, das ist die Plattform, die sagt, das alte Verifikationssystem war unfair, wir wollen alle gleich behandeln.

07:46 Gavin Karlmeier

Ja, da reden wir aber gleich auch nochmal drüber, weil da kommen auch nochmal ein paar Facts zum Verifikationssystem, wo man sagen muss Also hätten wir vor zwei Jahren über diese Meldung gesprochen, hätten wir genauso sehr gelacht, wie wir heute darüber lachen wollen.

07:58 Dennis Horn

Ich bin gespannt. So, dann Transparenzberichte. Darin würden Details fehlen zu Beschwerdegründen. Automatisierten Moderationstools und deren Genauigkeit. Exprüft gemeldete Inhalte auch nicht darauf, ob sie in anderen EU-Staaten illegal sind.

08:14 Gavin Karlmeier

Was ich übrigens bemerkenswert finde, weil genau diese, also alle Punkte, die du bisher genannt hast, nicht überraschend, aber wir wissen, Ex gibt da kein, also nichts drauf, ne? Also so Moderation und so, das ist denen alles egal, die warten darauf, dass irgendwann alles die KI löst und bis dahin müssen sie nur die Beine stillhalten. deren Argumentationslinie. Aber der Punkt, was ist eigentlich in Ländern illegal oder legal, war etwas, das Musk immer für sich selber als Priorität erkoren hat, warum er argumentiert hat, warum er in der Türkei Oppositionelle gesperrt hat, weil es das Gesetz vorgegeben habe, warum er in warum er sich sogar gegen Corona impfen lassen übrigens, weil er gesagt hat, das deutsche Gesetz hat es damals vorgeschrieben, damit er einreisen darf. Das heißt Elon Musk hat sich immer als rechtschaffend selber charakterisiert. Wir wissen spätestens seit dem Brasilian Gate, dass es Bullshit war, aber dass X jetzt hier auch an diesem Punkt offenbar gar keine Untersuchungen durchführt, zeigt ja, wie wenig Wert diese Aussagen tatsächlich gewesen sind. Absolut.

09:11 Dennis Horn

So, aber ich mach noch weiter. Also fehlen ausreichende Nachweise, ob Inhalte, die gemeldet wurden, objektiv und sorgfältig bearbeitet werden. Werbetreibende erhalten nur unzureichende Informationen über die Gründe für Werbebeschränkungen. Dann ging es um Trusted Flaggers, da würden Eingaben von denen priorisiert, aber es sei noch immer eine manuelle Kennzeichnung erforderlich. Das Altersverifikationssystem ist unzureichend, Minderjährige könnten trotzdem Werbung sehen und die erste Risikobewertung von Ex kam verspätet. Und die Maßnahmen zur Risikominderung darin sind ineffektiv.

09:48 Gavin Karlmeier

Das ist einfach so ein vernichtendes Urteil, dass es doch sehr interessant ist, dass Ex in der Selbstdarstellung sagt. Also, wir haben den Bericht jetzt an die EU weitergeleitet, wie bestellt, dann können wir ja so weitermachen. Wahnsinn.

09:59 Dennis Horn

Wahnsinn. Übrigens, wollen wir dabei noch bleiben, weil irgendwie, es überrascht uns nichts.

10:05 Gavin Karlmeier

Nee, natürlich überrascht uns nichts, aber ich muss mich kurz umsetzen. Sorry. Es überrascht einen nichts, aber es ist trotzdem nochmal ein ganz schönes Zeugnis dafür. wie egal wir Ex sind. Und mit wir meine ich alle Menschen in der EU zum Beispiel, alle Menschen, denen es an Rechtschaffenheit liegt, an Rechtsstaaten, Rechtssystemen. Also alle Leute, die aus irgendeinem Grund immer noch dort sind, ich wiederhole mich da das xte Mal, aber wegen Ex. Alle, die noch dort sind, müssen sich wirklich mal überlegen, was wollte denn die Erde eigentlich. Was ich aber interessant finde, das ist also mein erster Gedanke daran. Also dieser Bericht könnte jetzt durchaus eine Entscheidungsgrundlage sein dafür, dass die EU tatsächlich mal eine empfindliche Geldstrafe auslöst oder auslotet. Und dafür dürfen sie ja bis zu 6% des Jahresumsatzes beim ersten Mal, bei dem ersten Verstoß erheben. Ich würde behaupten, das wäre das Ende von Ex.

11:09 Dennis Horn

Ja, ich ähm also ich hab da ja immer große Zweifel, ob es zu sowas überhaupt kommt. Aber was willst du denn nach so einem Bericht noch machen?

11:17 Gavin Karlmeier

Du kannst ja nicht sagen, ja, ja, aber das wird alles besser.

11:19 Dennis Horn

Ja, ja, aber das ist ja genau der Punkt. Was will man da noch machen und wie lange will man noch warten? Und ich meine, wir beschäftigen uns jetzt seit Seit wann mit diesen Plattformen und den Dingen, die daraus erwachsen, seit 15 Jahren? Es gibt genug Vorschläge und Dinge, die seitdem auf dem Tisch liegen. Von denen man weiß, dass man sie vielleicht mal anwenden müsste und es ist zu spät mittlerweile. Das haben wir ja in dem Moment, in dem dann JD Vance begonnen hat, damit zu drohen, was man selbst machen würde als USA. wenn man irgendwie Ex einschränkt, haben wir das ja gemacht, gesehen und auch hier besprochen. Jetzt ist es zu spät. Warum sollte sich das plötzlich sehr viel konsequenter darstellen? Als ich das die letzten 15 Jahre dargestellt hat. Also das glaube ich wirklich erst, wenn es passiert.

12:09 Gavin Karlmeier

Ja, ich verstehe deinen Pessimismus. Ich hätte es jetzt noch nicht genannt, aber ja, den verstehe ich. Aber auf der anderen Seite finde ich, Also es gibt diese ganzen DSA-Bußgeldkataloge, es gibt genau diese Definitionen. Jetzt gibt es die Verpflichtung, dass eben so eine unabhängige Risikobewertung durchgeführt werden muss. Und der Bericht ist ja vernichtend. Also Ex hätte ja durchaus sagen können, wir fragen mal lieber noch ein zweites Unternehmen, bevor wir diesen Bericht veröffentlichen. Das haben sie ja wahrscheinlich nicht gemacht. Vielleicht doch, vielleicht ist das schon der bessere, das wissen wir nicht. Aber So oder so, genau das muss doch jetzt als Ergebnis bei der EU da liegen und ja, da muss dann jemand sagen, Leute, das können wir so nicht hinnehmen. Also man kann doch jetzt nicht eine schriftliche Verwarnung aussprechen und sagen, jetzt aber mal nächstes Mal mal bitte ein bisschen besser.

12:57 Dennis Horn

Also, was soll noch passieren? Du, Gavin, man hat im Grundgesetz auch eine Möglichkeit, Parteien zu verbieten und es wird diskutiert, ne, brauchen wir nicht. Also ich weiß nicht. Wirklich, ich weiß, warum du das sagst und was du meinst, aber diese Konsequenz mahnen, hakend dran, mahnt an. Diese Konsequenz seit zwei Jahren und ich sehe es nicht. Der Haken-Ren-Appell von 24 ist das. Ja, genau. Da braucht man auch immer so einen Ortsnamen. Das kann ja nicht Haken dran appellen. Das muss der, wo sind wir? Der Kölner Appell. Der Kölner Appell.

13:31 Gavin Karlmeier

Der Kölner Appell. Vielleicht machen wir irgendwann mal so eine Haken dran Tagung. Einfach nicht, da passiert drei Tage lang nichts. Alle trinken einfach nur irgendwie einen Wein am See. Aber die müssen wir in so einem ganz, ähm ganz irren Ort. Wie heißt der dann? Wo wir Linsengericht bei Darmstadt.

13:48 Dennis Horn

Linsengerichter Appell klingt komisch.

13:50 Gavin Karlmeier

Ja, das stimmt. Der Darmstädter Appell klingt ganz gut.

13:54 Dennis Horn

Der Der Darmstädter Appell. Der Darmstädter Appell klingt gut. Ist okay. Ja, dann machen wir in Darmstadt, treffen wir uns in Darmstadt. Sehr schön. Und ich meine, unser Ziel ist, dass der Darmstädter Appell irgendwann einen Eintrag bei der Wikipedia bekommt. Ja, das kriegen wir ja wohl hin.

14:08 Gavin Karlmeier

Wir brauchen ja nur ein paar wichtige Leute. Also ich sag mal so, wenn es ein paar Leute schaffen, mit einem Google-Dokument eine RBB-Berichterstattung zu erhalten, dass sie sich von X zurückziehen, ich bau dir gerade eine Überleitung zum erbessen Thema, dann schaffen wir das mit dem Darmstädter-Appell ja wohl auch.

14:23 Dennis Horn

Unter dem Titel Exit von Twitter haben mehrere deutsche Prominente, Schriftsteller sowie Einrichtungen einen offenen Brief verfasst. Indem sie ihren Rückzug von der Social Media Plattform verkünden. So, wer ist dabei? Dunja Hayali, dann Sausan Tchebli. Oder Arne Semsrod, also Moderatorin, frühere Berliner Staatssekretärin oder Aktivist und Chefredakteur von fraggdenstaat. de Es sind aber auch Organisationen dabei, Institutionen wie die Gedenk- und Bildungsstätte vom Haus der Wannsee-Konferenz oder das Jüdische Museum München. Und die schreiben in ihrem offenen Brief Dass die Zeiten, in denen Ex einem Austausch diente, lange vorbei seien, X sei jetzt ein toxischer Ort geworden, eine Brutstätte von Rechtsextremismus. Wissenschaftsleugnung, Hass- und Verschwörungserzählungen und seit der Übernahme durch Elon Musk sei es ein Ort der Zensur des Rassismus, Antisemitismus. Und des rechten Agenda-Settings geworden. Captain Obvious.

15:29 Gavin Karlmeier

Übrigens verfasst und initiiert von Max Colek und Jans Gut Larek, der auch schon hier zu Gast war, liebe Grüße. Und ich wollte es mal so zum Anlass nehmen, um eine Frage zu stellen. Und zwar, glaubst du, dass eine konzertierte Aktion. . Mehr bewegt als dieser Städte-Tropfen, mit dem wir versuchen, den Stein zu hüllen hier. .

15:52 Dennis Horn

Beziehst du jetzt also Auf uns oder steht das offen generell?

15:57 Gavin Karlmeier

Wir alle, die die ganze Zeit eigentlich Ähnliches erzählen.

16:00 Dennis Horn

Ja, also ich glaube, beides spielt eine Rolle. Ich glaube, Öffentlichkeit herzustellen für dieses Thema Was ja oft in so konzertierten Aktionen oder solchen Dingen wie diesem offenen Brief hier sich sich äußert, ist das eine. So, aber das hat natürlich auch nur Nachhaltigkeit, wenn es irgendwie eine stete Entwicklung gibt. So, ich glaube, beides spielt eine Rolle. Hm, salomonisch. Toll. Der diplomatische Dennis ist heute los.

16:29 Gavin Karlmeier

Mr. Salomonisch. Was ist heute los? Der ist wohl das Wasser zu Kopf gestellt. Ich glaube auch. Nee, auf jeden Fall, also ich begrüße das ja total. Ich finde die Aktion toll. Ich schicke auch ganz liebe Grüße an Jan, der das ja irgendwie losgetreten hat und damit ja auch wirklich ein paar namhafte Leute irgendwie zusammengebracht hat. Aber ich bin gleichzeitig so ein bisschen so frustriert, weil natürlich kriegst du so Leute wie Dunja Hejali, denen es auch immer was an, zumindest digitalem, aber auch lautem Aktivismus irgendwie gelegen war. kriegst du von so einer Sache begeistert. Aber ich weiß halt nicht, ob das eine tatsächliche Veränderung bei Leuten auslöst, die einfach nur da jeden Tag ihre Memes gucken.

17:13 Dennis Horn

Ja, ich weiß, was du meinst. Oder auch bei Organisationen und Unternehmen, die sich immer noch auf dieser Plattform aufhalten. Ich muss mich da ein bisschen erinnern. An das Gespräch, das wir jetzt in Köln mit Nora Hespers geführt haben, über die Vereine, die auch nach der Recherche dann irgendwie da noch ausgetreten sind: St. Pauli, Werder Bremen und so weiter. Ach, ich weiß nicht. Weißt du, woran mich das vielleicht am ehesten erinnert, ist die Diskussion über die Werbetreibenden und ist es in Ordnung, da noch Werbung zu machen und irgendwie dadurch in dieses Unternehmen zu investieren? Und Da kommt man ja auch zu der Erkenntnis, die man vielleicht irgendwie für traurig halten kann, dass so dieser moralische Appell nicht viel bringt. der natürlich auch in diesem Brief irgendwie, in diesem offenen Brief auch drin steckt, sondern dass Organisationen, Institutionen, vielleicht auch die Nutzerinnen und Nutzer, die du gerade ansprichst, die da immer noch ihre Memes teilen. Dass man die anders erwischen muss und dass andere Argumente zählen. Und vielleicht ist das Argument eher, guck dir diesen Ort mal an und der ist sehr viel besser für deine Memes oder ähm Ist das Geld da wirklich gut investiert? Leute, gebt nur die Hälfte aus und habt mehr Reichweite davon auf dieser Plattform oder so. Und ich glaube, das sind am Ende die Argumente, die eher in dieser breiten langfristigen nachhaltigen Entwicklung zählen zu gehen und da kann sowas wie dieser offene Brief, glaube ich, eher nur sowas wie ein Appell sein. So wie unser Darmstädter-Appell. Unser Darmstädter-Appell, ja.

18:54 Gavin Karlmeier

Also ich würde zustimmen und ich glaube, das ist genau der Punkt. Du kriegst die, also alle Leute, die aus moralischen Gründen die Plattform verlassen wollten Die wirst du jetzt nicht mehr erreichen, weil diese Argumente wurden jetzt alle oft genug genannt. Ich glaube, du musst jetzt tatsächlich über so Dinge kommen wie. Zahlen, also erreichst du damit überhaupt noch die MultiplikatorInnen, die du dir da versprichst? Ist Angst eigentlich der Twitter-Nachfolger, oder nicht?

19:18 Dennis Horn

Um die jetzt noch zu erreichen, aber ehrlich gesagt Für genau diese Leute hätte man auch schon vorher damit kommen müssen. Also da zählt halt dieses moralische Element nichts. So Unternehmen und Organisationen und so weiter, wenn die sich in so einem Moment mit Bezug auf ein moralisches Argument von so einer Plattform lösen würden, dann würde ich das immer erstmal für Gratismut halten, weil es gerade irgendwie geht und aber finanziell eh auch okay ist zu gehen. Also, da weiß ich nicht.

19:48 Gavin Karlmeier

Also eine Illusionen. Ich will da nur eine Sache zu sagen, weil wir das hier ganz oft aufgebracht haben, dass es mit Sicherheit auch ein, vielleicht sogar rein deutsches Privileg ist, zu sagen, wir brauchen Ex in Twitter nicht. Ähm, das stimmt, glaube ich, dieses Argument, das verstehe ich komplett, dass du in den USA zum Beispiel jetzt gerade als Unternehmen vielleicht einfach ein Ex vielleicht auch nicht vorbeikommst, möglicherweise. Dass du vielleicht in Großbritannien dort ein völlig anderes Bubble aufkommen, ganz andere Community-Gedanken hast als hier. Möglicherweise. Glaube ich alles und würde ich auch als Argument gelten lassen. Aber dieses Argument, das uns alle eint und das wir eben haben, dieses Privileg, das wir haben, ich finde, wir sollten davon noch lauter Gebrauch machen. Und deswegen, also klar, moralisch zu argumentieren, vielleicht bringt es nichts mehr, aber. Ey, wenn wir ein Privileg haben und das uns eint, nutzen wir es.

20:36 Dennis Horn

Ich möchte auch nichts dagegen sagen, weil wir haben das hier 3120. 000 Episoden Mal 361 Episoden lang genutzt, dieses Argument. Absolut. Ja. Apropos Zahlen übrigens, also Fidelity hat den Wert seiner Beteiligungen an X erhöht. Um 32,37% ein Drittel wegen XAI. Aber selbst mit diesem Aufschlag bewertet Fidelity X immer noch mit 72% weniger. Als die 44 Milliarden, als Elon Musk übernommen hat.

21:09 Gavin Karlmeier

Und diese XAI Geschichte, die da drin steckt, ne? Musk hat ja Anteile von XAI verschenkt an Twitter-InvestorInnen, haben wir ja letzte Woche drüber gesprochen, sozusagen als Wiedergutmachung. Dafür, dass Ex so an die Wand gefahren wurde. Das heißt, man hat sich hier quasi so ein bisschen die schöne Bewertung erkauft, indem man Anteile am, wie ich eben im Haken an Discord Aus dem übrigens viele der Zusammenfassungen heute kommen. Auch nochmal Koffe Hollig hat hier diesen Risikobericht zusammengefasst, zum Beispiel. Wahnsinnige Arbeit Vielen, vielen Dank, alle, die Bock haben auf Austausch mit Leuten aus der Community. Hagmann. org, der Discord kostet nichts, bringt aber viel. Und wie bin ich da jetzt hingekommen?

21:51 Dennis Horn

Ich habe drei Türen aufgemacht, ich wollte aber nur durch die erste gehen. Ja Wir waren bei XAI.

21:59 Gavin Karlmeier

Genau. XAI, das zweitwertvollste KI-Unternehmen der Welt, offenbar derzeit, kann sich natürlich jederzeit ändern, aber das Max Dara. Max Mask. Max Mask. Gelorene Bruder von Elon. Boah, Dennis, wir haben beide einen Arbeitstag hinter uns. Es ist wirklich so. Und es kommt ja noch nicht genug Kreativität raus. Diese Anteile verscherbelt. oder verschenkt, ja offenbar sogar, um damit auch die Bewertung von Ex zu erhöhen, ist schon bemerkenswert. Für dich als Startup-Investor ist es natürlich genau dein Thema.

22:38 Dennis Horn

Ja, ich lasse es einfach so stehen. Aber bleiben wir doch bei KI, Dennis. Ja, absolut. Also Elon Musk bittet an Bundesgericht darum, das größte KI-Unternehmen der Welt. Ist das jetzt das größte KI-Unternehmen der Welt, über das wir jetzt reden? Weil du gerade sagtest, das zweitgrößte, jetzt hätte ich gesagt, das wird.

22:55 Gavin Karlmeier

Ich sage das Wertvollste. Das Wertvollste. Und kommt so ein bisschen auf den Blickwinkel an, wenn du Nvidia mitzählst, natürlich nicht. Ja. Aber vermutlich ist es das größte Unternehmen, das generative KI herstellt.

23:06 Dennis Horn

Und mit einem AI im Titel. Und Nvidia heißt ja nicht Nvidia, sondern Nvidia. So, also, Elon Musk bittet ein Bundesgericht darum. Open. Was denn?

23:20 Gavin Karlmeier

Ist das ruhig weiter?

23:22 Dennis Horn

Das ist fakt gewesen. Elon Musk bittet ein Bundesgericht darum, OpenAI daran zu hindern, sich in ein rein gewinnorientiertes Unternehmen umzuwandeln. Das könnte vielleicht meiner These von gerade im Wege stehen, übrigens, die Gewinnorientierung. Naja, so, also er will eine einstweilige Verfügung an den Start bringen. Und darin heißt es, OpenAI könne nicht als Frankenstein auf dem Markt herumdümpeln, der aus allen möglichen Unternehmensformen zusammengenäht wurde, also der Frankenstein, nicht der Markt, die den finanziellen Interessen von Microsoft dienen. Diese einzweilige Verfügung würde OpenAI dann auch daran hindern, von seinen Investoren zu verlangen nicht bei XAI zu investieren. Das ist nämlich im Moment Teil des Vertragswerks. Elon Musk hatte OpenAI auch schon mal im März dieses Jahr vor einem Bundesgericht verklagt, das war in San Francisco, hat diese Klage dann zurückgezogen, ein paar Monate später dann nochmal eingereicht. Weil OpenAI gegen das Bundesgesetz, gegen organisierte Kriminalität verstoßen habe. Ich habe hier nur noch das Statement des OpenAI-Sprechers dazu. Elons vierter Versuch, der wieder, sagt auch nur Elon, Elons vierter Versuch, der wieder dieselben unbegründeten Beschwerden recycelt, ist weiterhin völlig unbegründet.

24:44 Gavin Karlmeier

Ja, also es ist ein persönlicher Feldzug, den Musk ja gegen OpenAI vollzieht. Wir haben auch schon ein paar Mal darüber gesprochen. Es war immer so mehr so Randnotizen, aber es gibt ja die Vorgeschichte, Mask war ja eines der Gründungsmitglieder von OpenAI. Damals als reines Non-Profit-Unternehmen geplant. Irgendwann hat Musk sich dann zurückgezogen, angeblich, weil er ein Problem damit hatte, dass es diese Ausrichtung gab. XAI übrigens von vornherein nie als Non-Profit-Unternehmen gestartet, dann ist es offenbar okay, wenn man eine KI startet, die die Welt potenziell in seinen Augen in den Ruin treiben könnte. Aber wenn man das mal anders geplant hat, dann geht das nach Masken. Zumindest nicht. Also so muss man zumindest sein Säbelrasseln hier verstehen. Das ist natürlich nichts anderes als auch nur reine Provokation, reines Trolling über Gerichtswege. Also ich würde hier nicht von der Slap-Klage reden, dafür ist OpenAI einfach zu groß. Aber es ist halt einfach, es ist völlig abstrus, gegen die Leute, gegen die man persönlichen Groll hegt, vor Gericht zu ziehen, um einfach mal so zu gucken, was passiert.

25:44 Dennis Horn

Ich denke gerade so noch ist es abstrus, aber lass mal ab Januar schauen, wie sich die Was ist das denn, die Judikative in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt, in seinem Sinne? Vielleicht wird OpenAI dann immer kanadisch. So, dann schauen wir doch mal aufs ähm auf die benachbarte Community bei Blue Sky. Mit einer neuen Episode aus der Reihe Alles nochmal durchmachen, was wir von Twitter eh schon kennen und dort auch schon erlebt wurde. Das ähm Unternehmen Blue Sky, nenne ich es mal, sagt, es arbeitet daran, mehr Konten zu verifizieren, aber das hilft noch nicht. Eine Analyse hat ergeben, dass 44% Der 100 meistgefolgten Accounts, also exakt 44. Fällt mir gerade auf. Danke, Herr Horn, Mathe-Lehrer. Der 100 meistgefolgten Accounts mindestens einen Doppelgänger haben. So, ähm, und wir wissen, also erfahrene Hackis wissen, Blue Sky hat kein herkömmliches Verifikationssystem. Und deswegen ist es ziemlich leistig, als jemand anderes auszugeben. Und das geht ja für so eine Plattform eine Zeit lang gut. Aber dann nicht mehr, wenn sie relevant wird. Also ist es so, du kannst ja, wir haben darüber gesprochen, bei Blue Sky deine Identität verifizieren, indem du dein Konto mit deiner Domain verknüpfst. Also ich heiße zum Beispiel dennishorn. de Aber es ist natürlich nicht so einfach, wie irgendwie so ein Häkchen zugesprochen bekommen oder sich ein Plus-Abo zu besorgen. Oder irgendwie so. Für 4 Dollar bin ich auch Dennis Horn dann. Und wenn du dann Konto verifizierst, so über Blue Sky, dann wird ja dann altes Händel, also irgendwas. b Sky. social wieder frei.

27:32 Gavin Karlmeier

Und das ist nämlich genau das Problem. Also ich halte das für eine riesen, also Pip Plöckner hat ihm mal den schlauen Satz gesagt, Defaults matter. Also die Standardeinstellung ist das, was 99% der Nutzerin als Standard akzeptieren. Das heißt, wenn alle Leute, alle Leute ein Handle haben, das so und so Dennishorn. bsky. social nutzen. Nach diesem Muster aufgebaut ist, gewöhnen sich die Leute daran und werden auch glauben, dass Dennis Horn. bsky. social der echte Dennis Horn ist und nicht Gavin Karlmeyer, der in diesem zwei Minuten Zeitfenster, die frei waren, Als Dennishorn seinen Account auf at dennishorn. de umgezogen hat, sofort registriert hatte, dann werden die Leute glauben, dass ich das bin. Und das ist ein Riesenproblem, dieses Verifikations. Also eigentlich müsstest du das alte Handle sofort mitsperren, damit du eben nicht dieses Einfallstor für Doppelgänger-Accounts frei machst.

28:22 Dennis Horn

Da hat die Plattform, die alle Probleme über ihre Governance lösen wollte, einen erstaunlich großen Fehler an ihrer Governance gemacht an dieser Stelle. So, und jetzt sagt Blue Sky, man wird aggressiver und entfernt Konten, die sich als andere Personen ausgeben und solche, die auf Handles hocken und verlangt zum Beispiel, dass ich Déjà vu, Parodie, Satire oder Fan-Accounts sowohl in ihrem Handle als auch in ihrer Bio als solche bezeichnen. Wie bei Twitter damals.

28:55 Gavin Karlmeier

Ja, also das Problem bleibt das Verifikationssystem. Also in dem Moment, wo du so einen Einfallstorf freimachst und also wir sehen im Feediverse eine Variante, die. . komplett einfach ist. Denn wenn du jetzt atdenizhorn. de hast und kannst in deinem Profil verifizieren, dass du atdenhorn. de bist, indem du einfach nur in deine index. html einen Metatag setzt. In dem Moment bist du verifiziert, fertig und das können alle Prominenten machen, indem sie ihre offizielle Domain-Mein nutzen.

29:21 Dennis Horn

Dann kannst du den natürlich auch ähm. Wir wählen nämlich als Beispiel Sido. de, nur mit S L D O oder so reservieren oder SID0. Und die verifizieren Hassreckenblaues Häkchen, weißt du? Ja, natürlich ist auch das System nicht perfekt, aber bislang gibt es kein gutes System. Doch, menschliche Verifikation. Und das ist ja das, ne?

29:49 Speaker 4

Also, all diese Dinge skalieren nicht, das haben wir ja schon häufiger gesagt.

29:53 Dennis Horn

Naja, also wir müssen uns, also das alte Twitter-Verifikationssystem hatte andere Probleme.

29:58 Gavin Karlmeier

Ja, es stimmt. Also es ist halt auch super kompliziert, dass du plötzlich irgendwelchen Leuten als Benefit für ihre Zusammenarbeit einen blauen Haken einfach zugestehst. während wiederum Unternehmen jahrelang dahinter herrinnen, um diese Verifikation zu bekommen, weil viel zu wenig Leute daran arbeiten. Also ich halte auch menschliche Verifikation für. Zu fehlbar. . . Es funktioniert auch nicht, dass in irgendeinem Call Center, in irgendeinem Land, das mit dieser Kultur hierzulande keine Kontakte hat, dass da entschieden wird, ist diese Person wichtig für die Gesellschaft dort oder nicht, um sie zu verifizieren. Also Eigentlich brauchst du einen sehr klaren Regelkatalog und dieser Regelkatalog muss sich aber von Kulturkreis zu Kulturkreis unterscheiden, weil sonst funktioniert es nicht.

30:34 Dennis Horn

Ja, und idealerweise müsste er nicht von der Plattform selbst gefasst werden, sondern von einem Plattformrat.

30:39 Gavin Karlmeier

Genau, und dieser Plattformrat müsste dann idealerweise auch plattformübergreifend bestimmen können, wer ist prominent genug, um diese Verifikation durchzuführen und auch verifizieren. Also der Darmstädter-Appell wird immer länger.

30:53 Dennis Horn

Übrigens, X arbeitet unterdessen an einem Parodie-Account-Label mit so einem kleinen witzigen Roboter daneben. Naja.

31:01 Gavin Karlmeier

Das ist, also, das ist ein Stunde mal auf einem ganz anderen Blatt, warum das eine doofe Idee ist. Weil, also natür, also du bräuchtest das ja nicht, wenn du den blauen Haken nicht einfach kaufen könntest. Punkt.

31:12 Dennis Horn

So.

31:14 Gavin Karlmeier

Mann, Mann, Mann, Mann. Ey, da habe ich Emotionen.

31:18 Dennis Horn

Hab ich gemerkt. Ja, ja. Sollen wir dann kurz hier reingehen? In unsere Lieblingsrubrik an der Stelle, wenn du schon gerade so bist.

31:26 Gavin Karlmeier

Ja, okay, ja, können wir mal, komm, ich drück den Knopf im Moment. Ich muss hier kurz das Browserfenster größer machen. Das ist ja Brecht. Brecht ist ja zu Gast heute.

31:36 Dennis Horn

Funktionen und Emotionen. Und erleben Sie jetzt, wie Gavin Carmeyer Brecht. Dennis. In dieser Woche gab es eine ganze Reihe von Updates zu Threads. Auch mit Blick auf Blue Sky vielleicht zu sehen. Also erstmal hat Threads eine in der vergangenen Woche Threads eine Option eingeführt. Für benutzerdefinierte Feeds, mit der du als Nutzer mehrere solcher Feeds auf der Startseite anheften kannst. Das kennen wir ja wohl. Die benutzerdefinierten Feeds von einer anderen blauen Plattform. So, also für bestimmte Themen zum Beispiel oder in dieser Listenform, ne, für bestimmte Konten. So dass du ein bisschen in den Algorithmus umgehen und dir was selbst bauen kannst. Das gibt es, wie gesagt, schon seit einiger Zeit bei Blue Sky und jetzt hat Meta seine eigene Nachhaltigkeit.

32:38 Gavin Karlmeier

Viele haben das auch schon übrigens. Also ich kenne einige Leute, die das schon darüber berichten in ihrer Thread. Ja, genau. Hast du das auch schon in einem Roller? Ich hab das noch nicht.

32:49 Dennis Horn

Ich hab tatsächlich, ich hab ja seit seit der Woche, wo wir in Köln unsere Live Show hatten. Bin ich Heavy Blue Sky Nutzer geworden, weil das seit da irgendwie begonnen hat, richtig Spaß zu machen. Deswegen habe ich einen Flugzeug.

33:02 Gavin Karlmeier

Habt ihr auch noch nicht und warte nur drauf, dass ich diese Feeds bekomme? Weil die natürlich der erste Weg sind, um tatsächlich auch eine Aktualitätsnutzung auf Threads herzustellen, auch wenn Threads das niemals so formulieren würde.

33:16 Dennis Horn

In den Niederlanden kriegst du dann übrigens eine Meldung, wenn die Funktion da ist, let up feeds. So. Was haben wir noch? Ja, also, mal generell zu diesem Standard-Feed von Threads, mit dem man wenig anfangen kann. Sage ich. So. Jetzt hat Adam Musseri angekündigt, dass Meta den Algorithmus überarbeitet und ein bisschen mehr Personen, denen man eh schon folgt, bevorzugt werden, ein bisschen stärker eingestreut. Werden. Und das ist schon eine dolle Art und Weise, da Dinge zu verändern. Ich habe auch noch ein Posting von Mark Zuckerberg vor Augen, wo er gesagt hat, na, wir führen jetzt auch eine richtig chronologische Timeline nochmal ein. Auf die man wirklich umstellen kann. Also, man sieht, dass da jetzt, wie nennen wir das? Hektisch? Ein paar hektische Entscheidungen. Das kann man so lesen.

34:17 Gavin Karlmeier

Ich hab darüber nachgedacht die letzten Tage, weil die Meldung, ähm, die war schon eventuell Freitag da. Und hab darüber nachgedacht, dass Mussari ankündigt, dass jetzt Beiträge, denen man folgt, bevorzugt werden, dass also der Algorithmus jetzt so funktioniert, wie er funktionieren sollte. Und ich würde Threads nach wie vor, also auch unter dem Gesichtspunkten Ja, es ist, gehört zu Meta, einer der größten Anbieter für solche Software auf der ganzen Welt. Ähm, also von einem Unternehmen, das seit Jahren nichts anderes macht als Algorithmen baut. Ich würde Threads trotzdem, und jetzt ich glaube, ich werde mit Tomaten beworfen, wenn ich das ausspreche, aber. Ich würde Threads da trotzdem eine Art Weltenschutz geben, wenn man sagt, wir wollen eine For You-Page auf Textebene haben, dass dieser Algorithmus erstmal, so wie wir das von Facebook damals erlebt haben, wie wir es auf Instagram erlebt haben, wie wir es überall wo Algorithmische Timelines existieren erlebt haben, dass man da erstmal eine Zeit braucht, um genau die richtigen Knöpfe zu drücken, die eben nicht zu schnell von der Community gehackt werden. werden wie andere. Und ich finde, dass das natürlich längst überfällig ist. Der Algorithmus muss überarbeitet werden, weil so wie er läuft, funktioniert es ja gar nicht. Und das sagen ja alle Leute, die hier hinkommen, alle Leute, mit denen ich über Threads rede, alle sagen, da wird mir nur Kacke angezeigt. Ich finde, es ist an der Zeit, dass der Algorithmus überarbeitet wird. Ich würde aber nicht sagen, dass das jetzt so eine Art Schnellschuss- und Notwehrreaktion ist, weil man nicht weiß, wie man gegen Blue Sky ankommt.

35:42 Dennis Horn

Was meinst du mit Welpenschutz? Also inwiefern? Weil du sagst, dass jede Plattform doch nochmal durch ihre Durch ihre Entstehungsgeschichte und welche Designentscheidungen sie zu Beginn getroffen hat, dann irgendwie doch so unterschiedlich ist Dass sie nochmal für sich selbst solche Entwicklungen austarieren muss, ist das nicht.

36:09 Gavin Karlmeier

Ja.

36:11 Dennis Horn

Nee, das ist ja klar. Also, achso, du meinst, Meta lernt das als Unternehmen jetzt erst. Denkst du nicht, die müssten sich mit der Entwicklungsgeschichte von, sagen wir mal, einer Plattform wie Twitter schafft diese Formupage, auch lange nicht.

36:25 Gavin Karlmeier

Und wie die For You-Page jetzt auf X funktioniert, sollte es kein Vorbild für Thread sein. Also ich glaube, man muss erstmal herausfinden, was wollen Leute eigentlich sehen. Also Spoiler, dass Leute die Inhalte sehen wollen, die die Menschen posten, denen sie folgen, wer hätten sie da vorher darauf aufmerksam machen können. Also das ist jetzt nicht so der superabwegige Gedanke. Aber ich habe das Gefühl, man lernt es da gerade erst mal. Ich glaube, Threads ist einfach in der Entwicklung und es ist ja ultraschnell gewachsen. Wie gehst du damit um? Wie viele Inhalte, also bei Facebook gab es doch damals so Zahlen, du wirst sie parat haben, ich weiß nämlich nicht mehr, wie viele Inhalte beim jeden Mal Neuöffnen irgendwie neu sortiert werden müssen durch den Algorithmus, im Durchschnitt irgendwie 1000 oder so. Und das wird aber Threads eine Vielzahl sein, weil du eben nicht nur die Inhalte derer sortierst, den du folgst, sondern auch die, die potenziell interessant sein könnten für dich. Also ich glaube, da gibt es viel zu lernen einfach für sowas. Aber ich will mir jetzt auch keine schützende Hand auf Meta legen, weil es ist trotzdem auch schon seit anderthalb Jahren online.

37:21 Dennis Horn

Ja, komm, dann habe ich noch was, wo Meta gerade irgendwie offenbar lernen möchte. Vielleicht hast du da mehr Emotionen. Also, es gibt jetzt Nutzerinnen und Nutzer. Die haben bei Threads unten in der Leiste, wo du sagen kannst, ich möchte auf meinem Homescreen, ich möchte suchen, ich möchte in mein Profil, haben die in der Mitte den Button des Messengers. Das ist Instagram. Achso, äh, Instagram, entschuldige. Unten in der Mitte den Button des Messengers. Und ich dachte so, hä? So? So, und Adam Mosseri antwortet auf Kritik daran in Threads. So, das war jetzt am Mass. dass die Messaging-Funktion viel stärker als der Create-Button genutzt werde. Also testen wir das jetzt mal aus, beides in die mittlere Position zu setzen. Es gibt auch eine Variante wohl, wo der Messaging-Button auf die zweite Position gesetzt wird, also wo sonst die Reels zu finden sind. Aber jetzt gerade die Suche ist bei uns. Nee, die Suche ist zweite von rechts. Ja, siehst du? Das hat nämlich jeder unterschiedlich.

38:32 Gavin Karlmeier

Wie hast du das denn? Guck mal bitte nach

38:34 Dennis Horn

Also ich habe die Suche als weite von links, aber der Screenshot, indem wir also in dem jetzt zu sehen ist, da ist der Messenger in der Mitte. Auf diesem Screenshot sind die Reels die zweiten von links und die Suche die zweiten von rechts.

38:48 Gavin Karlmeier

Könnt ihr uns noch folgen, wie da?

38:49 Dennis Horn

Und er sagt: die testen jetzt auch mal den Messenger. Zweites von links und dann guckt man, wie das so funktioniert und so weiter. Ja, ich habe viele Gedanken dazu. Gedanken oder Emotionen.

39:00 Gavin Karlmeier

Beides. Okay. Also ich fange mit den Gedanken an, die sind, glaube ich, sortierter. Wer als Reels eingeführt wurden oder als Instagram Shopping eingeführt wurde oder als andere Features eingeführt wurden, hat Instagram ganz häufig mit unserer Muscle Memory gespielt. Also mit dem Wissen. Wir wissen genau, wo wir drauf drücken müssen, um etwas zu posten. Also haben sie diesen Button ausgetauscht durch etwas, das sie wollen, dass wir häufig da landen, um festzustellen, ach, das ist eigentlich voll geil, das benutze ich jetzt. Im Fall von Instagram Shopping hat das nicht funktioniert, Überraschung. Oder hast du jemals was gekauft über Instagram Shopping?

39:33 Dennis Horn

Ach, man konnte da was kaufen?

39:36 Gavin Karlmeier

Ja. Und im Fall von Reels hat das, glaube ich, ganz gut funktioniert, weil die Reels jetzt bei mir zweite von rechts sind. Da war früher die Activity Timeline, also die Benachrichtigung. Und wir haben schon häufig darüber gesprochen, dass bei Instagram das Messaging-Feature eines der Herzstücke geworden ist. Gerade junge Menschen verbringen die meiste Zeit. in der Instagram-App im Postfach. Das DM-Postfach ist für viele Leute der Kommunikationskanal. Das heißt, den viel prominenter in die App zu setzen und beispielsweise auch, und das finde ich glaube ich wichtig, von allen Punkten der App erreichbar zu machen. Weil wenn ich Reels gucke, dann verschwindet ja mein DM-Postfach. Ich müsste erst wieder auf die Startseite gehen. Also ich habe einen Klick weniger jetzt. Finde ich sehr, sehr klug. Ob es klug ist, den Create-Button dafür wegzuschieben und den auf die Startseite zu setzen, wo er zwar logisch hingehört, aber damit dauerhaft aus dem Sichtfeld verschwindet, Könnte dazu führen, dass Leute weniger Inhalte teilen.

40:29 Dennis Horn

Und ob das so schlau ist, weiß ich nicht. Genau, weil ja auch die Lebensspanne dieser Metaplattformen ja immer irgendwann das Problem hatte. Dass Nutzerinnen und Nutzer dort weniger selbst geteilt haben. Und das irgendwie noch zu befeuern durch so eine Designentscheidung, habe ich gedacht, hm. Das war meine Emotion.

40:50 Gavin Karlmeier

Das finde ich auch nicht klug, aber ich finde es super schlau, da den Messaging-Button in die Navigation zu setzen. Da haben wir das finde ich irgendwie gut.

40:58 Dennis Horn

Andererseits, bei LinkedIn ist der Create-Button auch so blöd verschwunden. Also ich glaube, bei LinkedIn, der war auch mal hier unten in der Mitte. Stimmt. Und da ist jetzt mein Netzwerk. So, und da denkst du, vielleicht wollen die halt auch das irgendwie befeuern. Jetzt ist dieser Create-Button so blöd oben. Siehst du das? Ja, der ist genau da, wo er bei Instagram jetzt hinwandert.

41:21 Gavin Karlmeier

Wenn ihr das sehen wollt, könnt ihr es übrigens bei YouTube gibt es diese Folge auch. Könnt ihr genau an diese Stelle springen. Und dann seht ihr auch, dass Dennis und ich heute genau das Gegenteil tragen.

41:30 Dennis Horn

Aber beide Pulli mit Hemd.

41:31 Gavin Karlmeier

Ein weißes Hemd unter pinkem Pulli. Ich trage pinkes Hemd unter schwarzem Pulli.

41:36 Dennis Horn

Ja, ich nenne es Fliederfarben. Ja, du Aber du sammelst auch Briefmarken. So, dann werden wir noch ein bisschen juristisch. Das ist genau mein Ding. Oder nee, warte, ich möchte erst mit dir nochmal über TikTok sprechen. In Rumänien geht ein Präsidentschaftskandidat in die Stichwahl, der viele Fake-Accounts wohl auf TikTok hat. Also wenig Umfragewert, aber viele Fake-Accounts auf TikTok. Und die Europäische Union würden das gern untersuchen. Giorgescu heißt er, hatte keine Unterstützung durch seine Partei. Die Umfragen haben auch an ihm vorab, sagen wir mal, vorbeigedeutet. Aber ForscherInnen haben eine große TikTok-Kampagne als Ursache ausgemacht für dieses Ergebnis der ersten Wahlrunde. Der rumänische Premierminister sagt jetzt: Die Finanzierung seiner Kampagne, also Giorgescus Kampagne auf TikTok, müsse überprüft werden. Es ist ein System, sagt er, er weiß nicht, wie legal es ist. Aber er hat verstanden, wie es genutzt wurde, und seiner Meinung nach muss die Finanzierungsquelle verfolgt werden. Follow the money, sagt er. Für mich auch nochmal irgendwie so ein Thema, wo ich dachte, auch schon wieder eins der Beispiele dafür Dass wir mal schauen müssten auf Wahlwerbungen in Social Media und was da eigentlich erlaubt ist und was nicht. Man wahnsinnig reguliertes System in klassischen Medien zu Recht, wie ich finde, und an anderer Stelle.

43:05 Gavin Karlmeier

Ja, wir haben ja auch, also selbst auf klassischen Werbeträgern auch immer mal wieder so Hacks des Systems erlebt, wie zum Beispiel die AfD einfach nicht klassisch Wahlplakate gegangen hat, sondern über große Werbeflächen von beispielsweise Ströhr Plakate aufhängen wollte in Deutschland. War eine ziemlich große Diskussion. Damals ist es eigentlich rechtens oder nicht. Also so eine Debatte und ist es vor allem rechtens, wenn Stroer zum Beispiel sagt. das möchten wir gar nicht, wir lehnen euch als Kunden ab. Genauso ist es in Social Media, wo du nur halt eben gar keine moralischen Instanzen hast an den Orten, wo diese Werbeflächen verkauft werden, dieses Inventar, sondern da wird einfach. Da kannst du mit drei Klicks eine Werbung schalten und dann läuft eben diese Werbung. Hinzu kommt, dass du das amerikanische System dieser PACs, also dieser politischen Political Action Committees, also der Möglichkeit, als. . Dritter mit Geld Werbung für andere oder für andere Werbeziele schalten kannst, dass du diese Entwicklung vermutlich dadurch auch hier sehen oder eben vielleicht auch noch nicht sehen, aber schon erleben. Also dass es halt möglich ist, dass wenn du jetzt Dennis Horn mit deinen Milliarden, die du durch deine Startup-Investments eingenommen hast, dir überlegst, eine politische Partei unterstützen zu wollen, dass du dein Geld nicht der Partei zur Verfügung stellst. sondern du als Privatperson oder auch als gegründetes Unternehmen oder Verein oder was auch immer Werbung für politische Ziele von diversen Parteien oder gewissen Parteien im Wahlkampf schaltest, um damit die Ziele der Partei voranzutreiben, ohne dass ein direkter Geldfluss zwischen diren Partei entsteht. Und das ist de facto das amerikanische System. Fühlt sich aber in meinem Rechtsgefühl, und ich bin kein Jurist, sondern Bauchgefühler, fühlt sich das nicht gerecht an.

44:45 Dennis Horn

So.

44:46 Gavin Karlmeier

Gut. Ich muss dich mal kurz monologisieren, entschuldige.

44:49 Dennis Horn

So, aber damit sind wir ja direkt im Recht. So. Wir sind immer im Recht. Wir sind immer im Recht. Besonders bei den Unterzeichnet Horn Karlmeyer. So, besonders bei den folgenden beiden Themen. Also, es gibt Pläne auf EU-Ebene jetzt auch für einen digitalen Verbraucherschutz. ähm den Digital Fairness Act, DFA. Noch ohne konkreten Entwurf, aber ein bisschen was ist über die EU-Kommissionen schon raus. Dieser Digital Fairness Act soll unethische Techniken und kommerzielle Praktiken angehen, wie Dark Patterns. Das sind so diese, wie gestaltet man Nutzeroberflächen, so dass Nutzerinnen und Nutzer, die möglichst für sie schlechteste oder fürs Unternehmen beste Wahl treffen, sozusagen.

45:39 Gavin Karlmeier

Also wir können das von so Cookies akzeptieren, ist dann blau hinterlegt. Genau, und das andere in weißer Schrift auf weißem Grund. Genau. Preispyramidensysteme wie Apple das zum Beispiel macht.

45:50 Dennis Horn

So, oder Marketing durch Social Media InfluencerInnen. Also ähm Das klassische Schleichwerbungsprinzip. Er soll gegen suchterzeugende Designs von Digitalprodukten angehen. Auch gegen die Profilbildung von NutzerInnen, vor allem wenn deren Schwächen ausgenutzt werden, um ihnen Produkte zu verkaufen. Also diese Spannbreite soll ein Digital Fairness Act haben. Zuständig wird Ein liberaler, das ist Michael McGrath Graf, ein Irre. Und Ursula von der Leyen hat ihm das Justizministerium das Justizressort übertragen. Und dazu soll eben auch der Verbraucherschutz gehören. Und sie hat ihnen angewiesen, einen solchen Digital Fairness Act zu entwickeln. Dem werden wir dann hier wahrscheinlich noch häufiger begegnen. Ich denke das auch.

46:41 Gavin Karlmeier

Ich habe da aber zwei

46:42 Dennis Horn

Gedanken zu.

46:43 Gavin Karlmeier

Und wenn ich zwei sage, dann meine ich einen. Nein, wirklich zwei. Denn ich blicke auf der einen Seite als Nutzer darauf. Und als Nutzer denke ich mir Das ist ja super. Also gerade so Sachen wie eben diese Dark Patterns, die mich am Ende nur dazu bringen sollen, Entscheidungen zu treffen, die ich. im kühlen Kopf niemals so treffen würde, aber gelenkt werde durch Design, durch Farben am Ende auch, durch irgendwelche Nutzung, Nutzungsversprechen, die mir dadurch angeboten werden. Ich möchte da Klarheit haben und ich möchte nicht, dass Unternehmen damit mit so psychologischen Tricks Schindluder treiben können. So, das ist mein Nutzerblick. Das heißt, als Nutzer sage ich. . Na endlich. Das ist ja super. Und jetzt kommt mein völlig neuer Blick, den ich hier, glaube ich, den ich eigentlich nicht habe, aber ich bringe den mal mit.

47:30 Speaker 4

Mal so vom Wirtschaftsstandort Europa gedacht.

47:34 Gavin Karlmeier

Wie lange glaubst du, kann man solche amerikanischen Unternehmen, es sind ja in der Regel amerikanische Unternehmen, ähm Aus ihrer Sicht triezen, bis die möglicherweise auch sagen: Leute, dann macht doch, was ihr wollt. Also Ich weiß, dass der europäische Markt zu groß ist und deswegen ist sowas wie die Europäische Union die beste Idee, die man hier haben kann, um zu sagen, es sind jetzt eben nicht viele kleine Länder, die gemeinsam sagen, wir wollen jetzt USB C, sondern wir sagen alle gemeinsam habt USB C oder ihr verkauft den nicht mehr. Aber ich hab das Gefühl, dass du, also, kannst du nachvollziehen, wo ich hin will damit

48:12 Dennis Horn

Ja, aber ich hätte dir genau die Antwort gegeben, die du gerade dir selbst schon gegeben hast. Der Markt ist zu groß. Irgendwie da eine Reaktion zu erzeugen, nach dem Motto, ja, dann scheiß drauf, wir bleiben in den USA. Und spannend wird für mich. Wie positionieren sich die USA jetzt in so einer Art Wirtschaftskrieg in solchen Fragen? Ich frage mich also, wie schlagkräftig würde überhaupt so eine Gesetzgebung noch in den kommenden Jahren?

48:46 Gavin Karlmeier

Ja, aber also Natürlich ist der Markt zu groß, aber wir sehen schon jetzt, dass viele Features aus vermeintlicher Vorsicht, auch aus falscher, vorauseilender Vorsicht. gar nicht erst nach Europa kommen oder viel später nach Europa kommen als andere. Also dass Meta seine AI nach Europa bringt, nicht, dass ich persönlich jetzt darauf warte, aber dass sie sagen, die führen wir da erstmal nicht ein, weil das ist uns zu viel Hickhack mit den, mit der Gesetzgebung Das ist doch schon der erste mm erste Vorgeschmack auf solche Entscheidungen, oder?

49:14 Dennis Horn

Ja, verstehe ich. Versteht, kann gut sein.

49:19 Gavin Karlmeier

Aber natürlich auch, wie die amerikanische Politik auf sowas regiert, wird auch eine Rolle spielen.

49:23 Dennis Horn

Vielleicht sagt die EU auch, naja, das ist dann, dann bleibt halt einfach Raum für europäische Unternehmen, da was entgegenzusetzen. Dann ist der sich. Bisher sehe ich noch nichts davon.

49:32 Gavin Karlmeier

Dann schlägt meine Stunde mit meinem VZ-Account.

49:36 Dennis Horn

So, dann vielleicht noch eine andere juristische Kleinigkeit, naja, wissen wir noch nicht. Also das Oberlandesgericht Hamburg.

49:46 Gavin Karlmeier

Über die haben wir auch schon ein paar Mal gesprochen.

49:48 Dennis Horn

Ja, sagt: Der von YouTube eingesetzte Mechanismus Um den Speicherort einer Videodatei zu verschleiern, ist eine wirksame Schutzmaßnahme. So, das klingt jetzt erstmal so banal, aber das ist durchaus hat durchaus Konsequenzen. Weil das bedeutet, dass der durchschnittliche YouTube-Nutzer, die durchschnittliche YouTube-Nutzerin, nicht als fähig dazu angesehen wird, von Musikvideos auf YouTube eine MP3-Datei herunterzuladen, zum Beispiel. Um irgendwie, weiß ich nicht, einen Song möchte ich als MP3, lade ich mir, von YouTube runter. So, YouTube nutzt dieses Verfahren ein, um eben diesen Speicherort zu verschleiern. Und worum geht es in diesem. In diesem Prozess. Es ging um YouTube DL. Das ist ein Open Source Download Manager, für die, die ihn nicht kennen. Uberspace ist der Webhoster, bei dem man diesen YouTube-Downloader downloaden kann.

50:49 Gavin Karlmeier

Und der ist, also ich glaube, die YouTube DL ist sogar nicht mal die Software, mit der du runterladen kannst, sondern eine. Ich glaube, man nennt es Bibliothek, also eine Art Programmier, eine Schnittstelle, eine am Ende schon eine Software, aber eben nicht die mit dem User Interface ist kompliziert.

51:04 Dennis Horn

Aber YouTube guckt natürlich wen in dieser ganzen Kette. Greife ich jetzt an, um das irgendwie zu unterbinden. Und sie haben sich Uberspace ausgesucht, vielleicht unter anderem, aber in diesem Prozess geht es eben um diesen Webhoster. Und dieser Webhoster sagt, naja, man muss doch als Firefox-Nutzer nur in die Einstellungen für Webentwickler gehen und alle Daten nach Audio filtern Und dann saß nur noch nötig, die erste URL mit Videoplayback zu kopieren und zu verkürzen, um die Audiodatei zu erhalten. Und vielleicht zu Recht sagt das Gericht: das ist zu kompliziert für den Durchschnittsnutzer. So, und das hat eben juristische Folgen, denn wenn man sagt, das ist zu kompliziert für den Durchschnittsnutzer, dann bedeutet das, dass. Ein solcher Downloader auch nicht rechtens ist, weil er eine wirksame Schutzmaßnahme umgeht. Die Nutzerinnen und Nutzer Dieses Download Managers möchten die Richter auch nicht, ich sag mal, freisprechen. Der Download über solche Drittangebote Schreiben Sie, vollzieht sich über eine Anleitung in mehreren Schritten. Daraus muss der Durchschnittsnutzer schließen, dass ein Schutzmechanismus umgangen wird. Und demnach handle er bösgläubig. Das heißt, in der Konsequenz würde das bedeuten, dass in Zukunft auch das Herunterladen eine Urheberrechtsverletzung darstellen könnte, wenn sich diese Auffassung festigt.

52:33 Gavin Karlmeier

Wenn die, fang du mal an mit einer Einschätzung, Dennis, weil du du, also ich finde die Kriminalisierung von Nutzerinnen und Nutzern. Ja. Immer problematisch. Vor allem, wenn es hier um etwas, also wir sind hier in derselben Diskussion, wie ist das Aufnehmen einer CD auf Kassette schon ein Urheberrechtsverstoß? Also wir befinden uns eigentlich genau in derselben Argumentation, nur dass hier jetzt davon ausgegangen wird, dass alles, was auf YouTube liegt, per se

52:57 Dennis Horn

Urheberrechtlich geschützt ist, was nicht der Fall ist. Also, ich habe keine so richtig klare Haltung dazu. Ich finde, es gab eine Zeit Im digitalen Raum, wo ich das Kopieren sehr viel besser verstanden habe als heute, nämlich die Zeit, in der es keine guten Angebote gab. Also die Zeit, in der irgendwie Rechteinhaber gedacht haben, brauche ich nicht YouTube. So, und wo man sich das irgendwie besorgen musste, den Kram. So, wir leben in anderen Zeiten. Und ich bin grundsätzlich der Meinung, vielleicht kommt das auch aus dem Job, in dem ich tätig bin, dass auch geistiges Eigentum honoriert werden muss.

53:38 Gavin Karlmeier

Ja, hundertprozentig.

53:39 Dennis Horn

Und deswegen finde ich schwierig, immer gleich mit der Keule, hier werden Nutzerinnen und Nutzer kriminalisiert zu kommen. Weil es ja durchaus auch Nutzerinnen und Nutzer gibt, die, weiß ich nicht, solche Downloads horten auf irgendwelchen privaten Servern und anderen dann die Links zur Verfügung stellen und so weiter. Und ich finde Das ist nicht gut. Also für Anerkennung geistigen Eigentums. Ich möchte nur eine Sache noch hinzufügen: ich finde gleichzeitig problematisch. Dem Recht auf Privatkopie, das ja verbrieft ist, immer mehr Riegel vorzuschieben. Ja. Und so, und das Kriminalisieren der Nutzerinnen und Nutzer. Geschieht durch diejenigen hier in meiner Definition, die diese Riegel vorschieben. Das heißt, die großen Verwerterrechte, also die da sozusagen eine Industrie draus machen. So und ähm Ich habe ein großes Problem mit diesen Unternehmen, weil die vorgeben, die Rechte der Urheber zu vertreten. sie aber in der Regel selbst auch mit Füßen treten und klein halten. Also es stellt die Rechteinhaber nicht besser, was diese großen Unternehmen dort machen. Und deswegen kann ich diese Perspektive auch so ein bisschen verstehen, so, aber bin grundsätzlich der Meinung, wenn ich einen Inhalt konsumieren möchte. Dann bezahle ich den Urheber für die Nutzung dieses Inhalts. So, und das ist also, das passiert nur, weil ich Klau ja auch nicht ein Auto einfach. Und sag ja.

55:25 Gavin Karlmeier

Und danke fürs Fänden. Ich muss kurz an die Tür. Ich halte aber meinen Gedanken fest, weil ich muss auf jeden Fall darauf reagieren. Halt ihn fest. Was mach ich?

55:33 Dennis Horn

Überbrücke ich das jetzt? Ja, du überbrückst das kurz. Wir schneiden nicht. So, liebe Hakendran-Gemeinde, ich bin zu wenig kreativ für solche Momente, in denen wir vom Skript abweichen, um euch jetzt hier irgendwas zu erzählen. Ähm. Das tut mir leid. Also, da kann ich nur so kleine Testsignale ins Mikrofon geben wie 1212 Check und so, bis Gavin zurück ist. Und eigentlich habe ich in den vergangenen 20 Sekunden nichts gesagt.

56:05 Gavin Karlmeier

Was irgendwie von Inhalt wäre. So kenne ich dich. Also, ich stimme dir natürlich zu. Und als jemand, der selber geistiges Eigentum herstellt. Und auch, ich habe auch mal Musik gemacht zum Beispiel. Und natürlich habe ich Gedanken daran Wie kann ich das schützen? Wie können Leute davor bewahrt werden, dass Menschen, die solche Inhalte erstellen, wie können Künstlerinnen und Künstler davor geschützt werden, dass ihre Sachen verscherbelt werden? Hundertprozentige Zustimmung. Aber. Ähm, wie gesagt, diese Diskussion um das Kopieren von CDs auf Kassetten in den 80er Jahren, Hometaping is killing music, war am Ende dieselbe Diskussion. Dann gab es irgendwann Kopierschütze auf den CDs. Und damit hast du ja bisher das Problem nicht umgangen, weil wenn ich eine eine analoge Kopie erstelle, was ich übrigens auch auf digitalem Wege machen kann. Also ich möchte jetzt hier nicht anleiten, wie man ein YouTube-Au, ein abgespieltes YouTube-Video auf Audioebene trotzdem einfach aufnehmen kann, aber Das geht natürlich alles.

56:57 Dennis Horn

Ach, du meinst mit so Programmen wie Audio Hijack und so?

57:00 Gavin Karlmeier

Ja. Darf man das noch sagen?

57:04 Dennis Horn

Man kann nur sagen, wir sprechen doch hier auf einer Meta-Ebene über dieses Phänomen. Da kann man ja sagen, dass es solche Programme gibt. Genau.

57:11 Gavin Karlmeier

Nur weil es diese Programme gibt, also durch YouTube DL zum Beispiel, glaube ich, wird der, sage ich jetzt einfach, behaupte ich jetzt, weiß ich nicht, ob das stimmt, aber. Also damit machst du ja nicht die Industrie kaputt, sondern die Musikindustrie geht dadurch kaputt, dass die Musikindustrie ganz viele Trends verschlafen hat, dass sie ihre Urheberinnen und Urheber nicht fair bezahlt, sondern einfach einen Bruchteil von Cents denen irgendwie zuschmeißt über die Umwelt. .

57:35 Dennis Horn

Ja, oder sich jetzt immer nur nach kurzfristigeren Trends wie TikTok und kürzeren Songs richtet, aber niemanden mehr richtig auf Aufbaut.

57:42 Gavin Karlmeier

Genau, das sind die Sachen, die ja die Industrie schaden. Und ich habe halt das Gefühl, dass durch solche Geschichten und natürlich, also ob das jetzt das Problem beim OLG Hamburg liegt oder ob das Problem jetzt hier bei YouTube DL liegt oder ob das Problem bei YouTube liegt Können wir gleich nochmal dezidiert diskutieren? Ich würde sagen, bei allen dieser Beteiligten liegen genug Probleme rum. Wahrscheinlich ja.

58:00 Dennis Horn

Regelmäßig, ja.

58:01 Gavin Karlmeier

Ja, wahrscheinlich ja. Aber ich glaube, das Problem liegt nicht bei den Leuten, die da zu Hause sitzen und sich irgendwie von ihrem Nachbarn erklären lassen. Hier, dann lädst du dieses Programm runter, dann lädst du das Programm runter, packst du ein Video rein und dann kannst du dir jetzt auch angucken, was du sagst.

58:14 Dennis Horn

Ja, Herr Gavin, also wir machen gerade laufen Gefahren, Fass aufzumachen, aber Also, in dem Kontext, wie du ihn herstellst und in der Perspektive, wie du sie darauf wirfst, liegt das Problem selbstverständlich nicht bei den Leuten. Dass aber die Geringschätzung geistiger Arbeit existiert und dass damit Verbundene nicht dafür bezahlen, ist trotzdem extrem verbreitet. Selbst unter den Leuten, die du gerade in Schutz nimmst.

58:42 Gavin Karlmeier

Ja, und wer wüsste das besser als Leute, die im Journalismus arbeiten? Also natürlich ist das der Fall. Aber Ich weiß nicht, ob das Problem damit gelöst wird, dass du sagst, ey, wenn ihr jetzt hier euch als Gag, also. Weißt du, wenn du dir als Gag eine Sounddatei von YouTube runterlädst. Dann bist du nicht das Problem. Und das ist aber das, was dieser Satz, der da in dieser Rechtsprechung quasi drinsteckt, so ein bisschen impliziert. Und da stelle ich mich dran. Ich gebe dir natürlich recht, dass, wenn du sagst, ey, es ist sehr kompliziert, hier so eine Software zu benutzen, Also müssen wir davon ausgehen, dass die, die das machen, wissen, was die da tun. Für mich ist das logisch. Aber du kannst daraus nicht ableiten, dass diese Leute deswegen alle potenzielle Verbrecher sind.

59:26 Dennis Horn

Gavin, fantastische Bandbreite heute zwischen harter juristischer Diskussion und schlimmen Dead Jokes. Es hat mir große Freude gemacht, Dennis.

59:34 Gavin Karlmeier

Ich danke dir. Ich danke dir sehr.

59:36 Dennis Horn

Ich auch dir. Vielen Dank. Hören wir uns nächste Woche eigentlich wieder.

59:40 Gavin Karlmeier

Ach, gucken wir jetzt schon live in den Kalender sogar. Haben wir noch nie gemacht.

59:45 Dennis Horn

So nagelst du mich natürlich fest, muss ich auch ganz ehrlich sagen. Nee, hören wir nicht. Weil nächstes Wochenende um diese Zeit bin ich in Karlsbad, in Tschechien. Ohne Mikrofon. Ohne Mikrofon, weil ich mir vorgenommen habe, bis ich in Rente gehe, habe ich sämtliche großen europäischen Kurbäder besucht.

01:00:07 Gavin Karlmeier

Sie hören, Briefmarkensammler Dennis. Hier geht es weiter morgen schon mit Markus Beckedal. Und ich wünsche allen Hakis einen wundervollen Dienstag.

01:00:17 Speaker 4

Vielen Dank und vielen Dank, Dennis, und bis bald. Tschüss. Peace out.