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Folge 360 · 29. November 2024 · 57 Min.

Copy, Acquire, Kill

mit Torsten Beeck

Mark Zuckerberg hat offenbar gemerkt, dass Bluesky seinem Threads gefährlich werden könnte – und wendet die alte Metaformel an. Musk schmeißt dagegen mit Anteilen von xAI um sich, um die Wogen bei denen zu glätten, die ihm schon einmal vertraut haben und in X investiert haben. Und dann ist da noch die Sache mit TikTok und dem Beauty-Filter.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Thorsten Hi Gavin. Du bist Thorsten Bick, mein Mäzän, mein Sponsor, mein Vater, abnehmender Redakteur, also im übertragenen Sinne, mein medialer Vater, mein Ziehvater. Nein, du bist Chefredakteur Heise Medien, Chefredakteur der CT. Und ich freue mich immer, wenn du hier bist. Und das ist heute wieder der Fall.

00:26 Torsten Beeck

Ich freue mich auch, aber ich möchte wirklich keinen Sohn in deinem Alter haben. Mir reicht das schon, dass ich eine 15-jährige Tochter habe.

00:32 Gavin Karlmeier

Ich weiß nicht, was anstrengender ist.

00:35 Torsten Beeck

Du find dich manchmal auch anstrengend.

00:37 Gavin Karlmeier

Ich melde mich selten bei meinen Eltern, wenn es dich ruhigt.

00:39 Torsten Beeck

Okay. Aber du kannst sonntags mal vorbeikommen. Ich koche dann.

00:42 Gavin Karlmeier

Ah, toll. Kuchen. Ich möchte, wir müssen Hauskeaten zum Start. Und zwar am gestrigen Donnerstag, dem 28. 11. , feiern wir ein Jahr Hakenrand-Discord. Und ich will einmal kurz nochmal deswegen darauf hinweisen, es gibt den Haken drin Discord, ein Discord-Channel, das ist wie eine große Chatgruppe mit über 1150 Leuten inzwischen, die alle die ganze Zeit über Social Media Themen reden. Ich kann das sehr empfehlen, so als Networking-Ort oder um sich zu informieren oder. . Um zu erfahren, was Thorstenbeck heimliches so postet, wenn er eigentlich arbeiten müsste.

01:16 Torsten Beeck

Aber ich finde tatsächlich, das ist wirklich eine coole Möglichkeit, sehr nah mit Menschen zusammen über die Themen zu diskutieren, die hier stattfinden und Input zu geben. Also ich finde das wirklich super. Und es ist auch meistens recht unterhaltsam, was da so passiert.

01:33 Gavin Karlmeier

Das ist wohl so. Selten gibt es Streit. Ganz selten.

01:36 Torsten Beeck

Ja, gibt's Streit. Worüber wird am meisten gestritten im Discord?

01:39 Gavin Karlmeier

Ich würde behaupten über den Tonfall, wie in jedem sozialen Netzwerk. Natürlich, natürlich. Du Arschloch. Es gibt eine neue App übrigens mit dem Namen Sill oder Sill. S-I-L-L und die ist ein Link-Agggregator für Mastodon und Blue Sky. Und ich will die, also ich habe die ausprobiert und ich möchte die allen wirklich ans Herz legen. Also man kann sich da im Browser registrieren und dann meldet man sich bei Blue Sky und bei Mastodon an darüber. Und dann sortiert die alle Links, die auf den Timelines gepostet werden. Man kann sie sich dort abspeichern, man kann sie von dort aus weiterleiten oder reposten. Also es ist mega.

02:11 Torsten Beeck

Also sowas wie, wie war das, hieß es Nuzzel?

02:14 Gavin Karlmeier

Nuzzle, das ist exakt so wie Nuzzle, nur Nuzzle wurde von Twitter übernommen und dann dicht gemacht, genau.

02:20 Torsten Beeck

Das war tatsächlich auch ganz cool. Also das war irgendwie eine ganz, ganz gute News-Agggregationsansicht, weil sie halt eben nicht der klassische RSS-Feed war, sondern eben schon mal der von Menschen kuratierte. Insofern finde ich spannend.

02:35 Gavin Karlmeier

Gucke ich mich mal an. S-I-L-L findet ihr auch in den Shownotes, wenn ich dran denke. Sonst erinnert mich gerne dran. Oder im Discord, weil Leute schreiben, Gavin hat es in den Shownotes vergessen. Und ein kleines Housekeeping und Follow-up zu einer Geschichte aus der letzten Folge. Und zwar habe ich ja darüber gesprochen, dass Blue Sky offenbar gegen die Regeln des DSA in der EU verstößt. weil Blue Sky zwar nicht unter die, wie der Digital Services Act sie auch definiert, Very Large Online Plattforms fällt, aber trotzdem als Plattform, die in der EU tätig ist, ein paar Dinge erfüllen muss, wie zum Beispiel ein Impressum mit einer ladungsfähigen Adresse in Europa nachweisen zu können oder eine Übersichtsseite anbieten zu können. über die Anzahl der NutzerInnen in der Europäischen Union. Das hat Bluskay bislang noch nicht noch nicht nachgereicht, hat aber, so meldet es Bloomberg jetzt, angekündigt, dass sie daran arbeiten, die Regeln der EU einzuhalten. Und arbeiten jetzt daran, eben alle Dinge entsprechend umzusetzen, sodass sie dort eben nicht mehr gegen das Gesetz verstoßen.

03:30 Torsten Beeck

Das ist doch ein feiner Zug, das anzukündigen. Ist tatsächlich ganz spannend, also dass sie kein physisches Büro haben, keine Ladungsadresse. Das ist vermutlich auch im ersten Schritt, würde man sagen, naja gut, das passiert halt, wenn man irgendwo in den USA ein Unternehmen gründet, dann hat man gar nicht überall Büros in allen Ländern, in denen man aktiv ist, weil man per se irgendwie in jedem Land der Welt Technisch aktiv ist. Das macht es natürlich auch für die Regulierung jetzt nicht einfacher. Auf der anderen Seite sieht man ja trotzdem auch, dass die Regulierung irgendwie zu greifen scheint. Die müssen sich damit beschäftigen, weil sie die EU oder Europa. Insgesamt nicht einfach ignorieren können und weil sie wissen, dass es tatsächlich Folgen hat, insofern ist das ja irgendwie eine ganz gute Entwicklung

04:14 Gavin Karlmeier

Voll. Was aber ganz interessant ist, als die Europäische Kommission das rausgefunden hat, dass Blue Sky in der EU kein Büro hat, haben sie nicht etwa bei Blue Sky gefragt, wie man das vielleicht sonst tun würde. sondern sie haben alle anderen EU-Mitgliedstaaten informiert, dass Sie der EU bitte mitteilen müssen, ob Blue Sky bei Ihnen ein Büro im Land hat. Was so der most EU-X the way ist, wie man sich vorstellen kann.

04:37 Torsten Beeck

Ja, das ist halt so Bürokratie, wie man sich das so vorstellt. Also im Zweifelsfall haben die ja irgendwo ein Impressum und irgendwie auch eine Kontakt. Und wenn man dann von, ich sag mal, aus dem Büro von Frau von der Leyen ein Briefchen an die schreibt, dann würde man ja wahrscheinlich auch eine Antwort bekommen.

04:54 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich ja. Interessant ist aber, dass Blue Sky kein einziges Büro auf der Welt betreibt. Also nicht mehr in Seattle haben sie ein eigenes Büro, sondern alle Menschen, die dort arbeiten, arbeiten offenbar komplett remote.

05:03 Torsten Beeck

Ja, und das ist natürlich ganz spannend, weil das ist ja eigentlich, würde man ja sagen, ja, warum nicht? Also warum sollen die jetzt hier eine, also die haben quasi keine eigenen Büros, eine Fully Remote Company. Warum sollen die jetzt irgendwie ein Büro in der EU haben, wo die noch nicht mal ein Büro in den USA haben? Trotzdem, also das muss man irgendwie auch lösen. Also, diese ladungsfähige Adresse und den Ansprechpartner. Das wird sich auch irgendwie ändern müssen. Die müssen ja vor allen Dingen anstrengen. Also, das eigentlich Wichtige, und das ist das, was die EU ja eigentlich will, ist da jemanden zu haben, den sie greifen können. Ob der jetzt ein Büro hat oder Peng. Aber das ist ja schon, also ich finde das sehr, sehr spannend. Das ist tatsächlich das erste Mal, dass mir das über den Weg gelaufen ist, dass es wirklich eine Organisation ist, die komplett remote ist. gar keine Büros betreiben, nicht mal für die Show irgendwo ein kleines, das ist schon erstaunlich. Und das wird sicherlich auch nicht weniger werden.

05:58 Gavin Karlmeier

Das glaube ich auch. Ich glaube auch, dass wir davon mehr hören werden. Ich bin mal gespannt, ob Elon Musk sich vielleicht da inspirieren lässt, weil dann muss er keine Miete mehr zahlen. Und muss ja theoretisch auch keine Computer mehr bezahlen, wenn man einfach sagt, die Leute sollen ihre eigenen Rechner verwenden.

06:10 Torsten Beeck

Ja, das ist eine fantastische Idee.

06:12 Gavin Karlmeier

Siehst du? Ich bin nämlich auch Unternehmer.

06:14 Torsten Beeck

Das könnte der ja auch jetzt, der ist doch jetzt Berater für Effizienz. Der könnte ja einfach die US-Behörden alle ins Homeoffice schicken und dann sollen die sich mal einen anständigen Computer bei Best Buy kaufen. Oder bei CO. Und dann gibt es einfach eine komplett fully remote Government. Das ist doch auch super.

06:33 Gavin Karlmeier

Und dann kannst du aus Washington DC einfach einen großen Parkplatz machen.

06:35 Torsten Beeck

Ja. Für Teslas.

06:37 Gavin Karlmeier

Ja genau, perfekt. Einen riesengroßen Hypercharger. Mit 50. 000 Ladesäulen. Ja, schnellfisch gut.

06:54 Torsten Beeck

Klingt toll.

06:55 Gavin Karlmeier

Apropos X, es gibt hier auch noch ein Update und zwar haben wir ja darüber diese Geschichte gesprochen, du hast sie sicherlich auch mitbekommen, dass The Onion, die Satire-Plattform in den USA, dass die InfoWars ersteigert haben, also die Rechte am Namen. Und es gab diesen komischen Hinweis, dass plötzlich während der Verhandlung Anwälte von Ex mit im Raum gesessen haben, die Einspruch eingelegt haben. Aber es war noch nicht so richtig klar, wie sie denen argumentierten, weil was hat Ex denn dagegen zu kamellen. Jetzt weiß man es und zwar ist Teil dieser Insolvenzware, wenn man das so nennen will, oder der Verhandlungsmasse, auch der X-Account von InfoWars. Und der steht nicht zum Verkauf, denn er ist Eigentum von Ex, so wie alle Konten auf Ex. Und das Überschreiben gegen Geld an andere ist nicht zulässig Und deswegen haben sie einen Einspruch eingelegt und also ehrlicherweise ist es völlig offensichtlich, dass hier die politische Agenda hintersteht, dass InfoWars nicht in das vermeintlich Voke Portal, an das vermeintlich Voke. The Onion gehen soll. Aber interessant finde ich dieses Vorgehen allemale, weil das ist doch so wahnsinnig, ich finde das wahnsinnig martialisch, wie man sich einfach auf so primitive Art überlegt, wie können wir denen irgendwie den Kaffee versalzen.

08:07 Torsten Beeck

Also erstmal ja natürlich so eine Agenda dahinter, wobei ich tatsächlich ganz spannend dabei finde, das ist ja ein grundsätzliches Thema, ne? Also die Tatsache, dass. auch unser Name uns nicht in der Form gehört, sondern im Grunde genommen die Plattform da Zugriff drauf haben, hat man in der Vergangenheit auch immer mal gesehen, wenn dann Leute ihren Namen verloren haben, weil irgendjemand vermeintlich mehr Rechte an diesem Namen hatte und auf einmal das First Come, First Surf dann auf Plattformen nicht mehr galt und irgendwie jemand einfach seinen Sein Insta-Handle verloren hat und es an andere Leute verteilt wurde, weil der der berühmtere Namenszwilling im Zweifelsfall war oder irgendjemand hat eine Marke geclaimt. Die jemand schon mal registriert hatte, das muss gar nicht rechtlich problematisch gewesen sein, aber man hat die einfach verloren, weil man einfach. Die Accounts gehören uns einfach nicht.

08:59 Gavin Karlmeier

Genau.

09:00 Torsten Beeck

Insofern ist das natürlich schon etwas, wo man in der Zukunft irgendwie drüber nachdenken muss Wie verifiziert man sich eigentlich, wem gehören eigentlich diese Inhalte? Und ich glaube, die Antwort ist verhältnismäßig einfach jetzt gerade gehören diese Inhalte weitestgehend den Plattformen. damit auch weitestgehend machen, was sie wollen. Und deshalb macht es natürlich schon auch Sinn, sich darüber Gedanken zu machen. Eigene Entitäten zu betreiben, die man dann nutzt, um auf diesen Plattformen aktiv zu sein, weil man dann eben Zugriff auf diese Daten hat.

09:32 Gavin Karlmeier

Ja, und es gibt natürlich auch noch die wirtschaftliche Ebene, dass Ex ja selber anfängt, Account Handles zu verkaufen und vielleicht auch selber so ein bisschen darauf shielt, dass Infowars durchaus den einen oder anderen Dollar bringen könnte, wenn Elon Musk sich den nicht selber unter den Nagel reißen will.

09:46 Torsten Beeck

Ja, aber also ich sag mal so, die haben vielleicht Geldprobleme, aber da wird ihnen dieses Twitter-Handle oder dieses Ex-Handle am Ende jetzt auch nicht helfen.

09:56 Gavin Karlmeier

Das sagst du, aber sie haben auch gedacht, dass Ex-Premium die Lösung aller Probleme wäre. Ja, wir schauen mal. Ansonsten schauen wir mal kurz auf XAI, das Unternehmen, das Elon Musk gegründet hat, um die AI-Angebote in X, aber auch eigenständige AI-Angebote zu realisieren. Die planen jetzt wohl eine eigenständige Chatbot-App auf den Markt zu bringen, die genauso aussehen soll wie die von OpenAI, ChatGPT. Also es sieht ganz danach aus, als würde Grog jetzt bald eine eigene App kriegen.

10:27 Torsten Beeck

Naja, interessant ist dabei, dass die natürlich echt ganz schön viele fahrende Computer haben, in denen Sprachsteuerung total sinnvoll wäre, also das in die Teslas zu bringen. Wäre ein echter Mehrwert, einfach weil Sprachsteuerung im Auto fürs Auto einfach prädestiniert ist. Es wird ein weiteres KI-Tool auf dem Markt und das wird die Debatten darum nicht einfacher machen, gerade wenn es um Regulierung, ethische Nutzung, potenziellen Missbrauch und so gibt, weil Elon Musk jetzt nicht unbedingt der Verlust. Vertrauenswürdigster Absender so eines Produktes ist. Also insofern, das wird schon ganz spannend, aber die haben halt einfach. Durchaus eine Chance, das sehr, sehr schnell auf sehr, sehr viele Geräte zu bekommen, alleine schon, weil sie halt die Autos haben. Und wenn die das, die Tesla macht traditionell zum Jahresende bzw. zum Jahresanfang ein größeres Update der Software. Könnte schon sein, dass man die Sprachsteuerung sehr viel tiefer ins System integriert und man dann tatsächlich auch sich mit seinem Auto deutlich mehr unterhalten kann, als das bisher möglich ist mit der klassischen Sprachsteuerung. Insofern, die haben dann auch schon auch eine ganze Menge User-Input auf diesen Geräten.

11:47 Gavin Karlmeier

Hey Tesla, lösche mein Auto. Es brennt.

11:50 Torsten Beeck

Ja, also tatsächlich ist ja wirklich Sprachsteuerung absolut prädestiniert. Eigentlich im Out. Also auch wenn du irgendwie, also das gibt, die meisten Autos haben inzwischen irgendwie einen Internetzugang und einen Browser Aber irgendwas während der Fahrt selbst als Beifahrer auf einem Touchscreen einzugeben, ist schon irgendwie echt mühselig und nervig. Und diese klassischen Sprachsteuerungen, die dann irgendwie Spiele, das Lied XY, das funktioniert ja schon einigermaßen gut, aber das ist halt noch sehr, das ist noch so sehr dieses Alexa-statische Fühlt sich nicht besonders natürlich und nicht besonders sexy an. Wenn man das schafft, einen KI-Assistenten mit der Hardware des Autos zu verbinden und dann das auch steuerbar zu machen. Das ist schon interessant. Ich meine, Tesla hat eh schon solche Sachen. Also keine Ahnung, wenn du im Tesla irgendwie sagst, meine Füße sind kalt, dann geht da irgendwie das Gebäse irgendwie. im Fußraum an. Die haben schon so ein paar Sachen integriert, aber das ist halt natürlich alles sehr beschränkt auf, weiß ich nicht, 100 Kommandos.

12:53 Gavin Karlmeier

Hey Tesla, bremsen, bremsen, bremsen.

12:56 Torsten Beeck

Ja, das funktioniert, glaube ich, nicht.

12:59 Gavin Karlmeier

Ja, aber klar, also natürlich ist das der Weg, auf den es hinausläuft. Sprachsteuerung im Auto ist der perfekte Ort, weil du hast deine Hände nicht frei, du kannst nicht hingucken. Auf der anderen Seite hatte ich meinem VW Polo-Baujahr 1994 damals einen Regler, mit dem ich die Klimaanlage an- und ausmachen konnte, die auch nur eine Lüftung war. Und das hat auch funktioniert.

13:17 Torsten Beeck

Was ist denn das für ein technologiefeindliches Gerede?

13:22 Gavin Karlmeier

Nein, ich würde das auch benutzen. Also ich habe das sogar in meinem Auto, ehrlicherweise.

13:27 Torsten Beeck

Was hast du in deinem Auto?

13:29 Gavin Karlmeier

Eine Sprachsteuerung.

13:29 Torsten Beeck

Ja, ich habe auch eine Sprachsteuerung in meinem Auto, aber das ist halt noch nicht so eine Sprachsteuerung, die dann. Wo du sagen kannst, ich suche im Internet nach Thema XY, oder?

13:38 Gavin Karlmeier

Hab ich.

13:38 Torsten Beeck

Ja. Aber dann kriege ich halt eine Ausgabe auf einem Display. Und du hast eben nicht die wirklichen Sprache. Also ich meine, wenn du jetzt dir anguckst, wie gut der Chat-GPT-Audio, ich weiß gar nicht, Chat-GPT-Audio irgendwas. Also man kann sich mit dem Ding halt einfach einigermaßen natürlich schon unterhalten und man kann es unterbrechen. Das fühlt sich schon sehr nah an einem Gespräch an. Das kann ich mir schon ganz gut vorstellen, dass das im Auto tatsächlich Spaß machen kann. Und das ist ja nun mal ein Ort, wo man wirklich die Hände am besten am Lenkrad hat und eben nicht auf einem Display.

14:12 Gavin Karlmeier

Ja, ich stimme dir eigentlich zu 100% zu. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob ich mit Grog so viel sprechen möchte.

14:20 Torsten Beeck

Nee, nee, das sage ich ja auch gerade. Die Tesla-Fahrer werden vermutlich nicht die Wahl haben und das wird nicht so super technologieoffen sein, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Aber Das ist natürlich ein Problem. Und es ist natürlich auch ein Problem, dass dieses Unternehmen im Zweifelsfall da sehr, sehr viele Unternehmenszweige ineinander laufen lassen kann. Ich meine, das nächste ist halt, dass Tesla wahrscheinlich keine, also da sind ja irgendwie Sim-Karten in den Autos, um Internetzugang zu haben. Wenn man sehr, sehr viele Satelliten in der Luft hat, braucht man die vielleicht auch irgendwann nicht mehr. Also da läuft halt vieles zusammen. Und wie gesagt, muss man dann halt wissen, wie sehr man diesem Unternehmen vertraut, auch diese ganzen Bewegungsdaten, die man dahinter lässt und die ganzen Nutzungsdaten. Ich muss die jetzt nicht unbedingt alle im Hause Mask abgeben.

15:12 Gavin Karlmeier

Nicht unbedingt, nee. Was aber aus dem Hause Mask abgegeben wird, sind Anteile an XAI. Denn da gibt es auch eine Finanzierungsrunde gerade. Es wird erwartet, dass XAI damit 5 Milliarden Dollar einnehmen könnte und damit das Unternehmen mit 50 Milliarden Dollar bewertet wäre, was eine sehr hohe Bewertung ist. Interessant ist aber, dass 25% der XAI-Aktien offenbar an Twitter-InvestorInnen gegangen sind, als Entschädigungen für den Kurseinsturz von X. Also darunter sind so Namen wie Larry Allison von Oracle oder auch Jack Dorsey. Also durchaus auch bekannte Namen, die mit X ganz schön viel Geld verloren haben.

15:48 Torsten Beeck

Ja, da wird halt rumgedealt. Also für ein Unternehmen, das im Grunde genommen noch Kein Cent verdient hat und auch noch keine wirklichen Produkte am Markt hat, ist eine 50-Milliarden-Bewertung auf jeden Fall ein ganz stabiler Einstieg.

16:02 Gavin Karlmeier

Also gehst du auch noch rein?

16:04 Torsten Beeck

Ja, ich gehe da rein. Also die Frage ist ja so ein bisschen, stand jetzt, ChatGPT hat einen wahnsinnigen Vorsprung. Auch was die Markenbekanntheit einfach angeht. Es gibt ja durchaus, also mit Microsoft und Meta, durchaus ja auch starke Konkurrenten im Markt und das ist ja, da ist die Messe ja auch noch nicht gelesen, wie man so sagt. Aber, und wir sind da ja ganz am Anfang der Entwicklung, aber die werden schon, also ich glaube einfach, dass man darf echt nicht unterschätzen, was für ein was dieses Vertrauensthema da für eine Rolle spielt. Also ich weiß nicht, Musk hat ja durchaus in den USA, glaube ich, auch eine ganze Menge Fans und wahrscheinlich auch weltweit eine ganze Menge Fans. Aber ich glaube, es gibt auch einfach viele Leute, die jetzt nicht super happy sind mit dem, wie er sich darstellt, was er tut, wie er sich verhält und die Frage, ob ich wirklich meine Nutzerdaten, meine Zahldaten, das ist ja genau das, also irgendwann gab es ja auch die Fantasien Twitter zu so einer Allumfassenden App weiterzuentwickeln, so Richtung WeChat. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man in Deutschland viele Leute findet, die sagen: Nö, meine Bankdaten, die würde ich da wahnsinnig gern hinterlegen.

17:21 Gavin Karlmeier

Ich hoffe, du hast recht. Wer auf jeden Fall sich daran stört, was Elon Musk so macht, sind Mitglieder des Europäischen Parlaments wie Politico berichtet. Ich mag die Formulierung. haben wohl etwa 42 Mitglieder des Europäischen Parlaments jetzt einen Aufruf eingeleitet oder einen Aufruf gestartet, der die Einleitung. . zur Untersuchung, wie sagt man, an einer Einleitung der Untersuchung appellieren soll, das Konto von Ex-Eigentümer Elon Musk Und zwar geht es darum, dass es ja so eine Studie gab, über die wir hier auch gesprochen haben, von der Universität Queensland, dass es Hinweise darauf gibt, dass seit Mitte Juli. Der Algorithmus von X nochmal deutlich stärker Inhalte von Elon Musk boostet und Mitte Juli genau der Zeitpunkt war, an dem Elon Musk auch sein Endorsement für Donald Trump bekannt gegeben hat. . Und die EU möchte das, oder zumindest 42 Mitglieder des Europäischen Parlaments möchten das jetzt, untersucht wissen und damit feststellen, ob das tatsächlich ein zulässiges Vorgehen ist oder ob das ein Verstoß gegen die europäischen Regulierungen ist.

18:20 Torsten Beeck

Ja, ich finde die Formulierung etwa 42 sehr lustig, weil es so sehr spezifisch und dann wieder sehr, sehr vage bleibt. Das ist eine interessante. Interessante Formulierung. Ja, ich meine, also ohne mich da jetzt in der Tiefe mit beschäftigt zu haben, aber das, ähm, ich weiß nicht, so in den, in den Monaten nach der Twitter-Übernahme kam man ja quasi an dem Account Elon Musk, selbst wenn man ihm nicht folgte, auf Twitter nicht mehr vorbei. Und das liegt ja verhältnismäßig nahe. Also ich würde sagen, das ist ja dann eher anekdotische Evidenz, aber ich glaube, jeder, der irgendwie. . Ex nochmal aufgemacht hat und sei es nur, um nochmal ein paar Tweets zu löschen oder seinen Account stillzulegen, wird irgendwie Elon Musk Tweets gesehen haben.

19:06 Gavin Karlmeier

Definitiv. Und wir wissen ja auch, dass er seit dieser Geschichte, in der er sich darüber geärgert hat, dass offenbar Joe Biden, wir haben hier früher über Barack Obama gesprochen, aber es war offenbar Joe Biden. mehr Reichweite mit seinen Inhalten auf X hat als Elon Musk, dass Elon Musk freitags abends noch seinen Cousin angerufen hat, der gleichzeitig auch im Entwicklerteam von X arbeitet. Und ihm gesagt hat, also mein Algorithmus, ihr müsst den Algorithmus verändern, meine Inhalte müssen stärker gesehen werden. Also diese Anekdoten gibt es ja alle. Aber jetzt gab es eben nochmal diesen neuen Aufschwung, diesen neuen Boost, der eben vor allem mit dem politischen mit der politischen Agenda von Elon Musk zusammenfällt. Und da stören sich eben aus meiner Sicht zu Recht die EU-Abgeordneten.

19:44 Torsten Beeck

Ja, ich kann das gar nicht. Also mental oder emotional verstehe ich sich Verstehe ich, dass man sich daran stört? Und das ist vermutlich auch der Grund, warum der reichste Mann der Welt solche Plattformen vielleicht gar nicht besitzen sollte. Und also, ne, das hat ja so eng damit zu tun. Natürlich ist das aber auf der anderen Seite, muss man auch sagen, also ich sag mal, reiche Leute haben auch in der Vergangenheit zum Beispiel, wenn ihnen eine Zeitung gehörte Gerne mal ihre Meinung da in der Zeitung gesagt. Insofern, ich, das ist jetzt nicht ein ganz neues Verhalten. dass Menschen mit Einfluss die Reichweite, die sie auf auch auf eigenen, auf eigenen Plattformen nutzen können, nutzen Um da ihre Sicht auf die Welt oder das, was ihnen wichtig ist, zu pushen. Insofern, ja, so richtig schockierend tut mich das jetzt nicht, wenn ich ehrlich bin.

20:43 Gavin Karlmeier

Ja, was es aber nicht richtiger macht. Zumal finde ich, dass wenn ein angenommen, ein reicher Verleger einen eigenen Text schreibt oder vielleicht auch der Belegschaft irgendwelche Impulse gibt. Für Impulse, ja. Stärke FDP, please. Bitte? Ich weiß nicht, was du meinst. Wenn solche Dinge passieren, dann passiert das doch immer, zumindest für, ich sag mal medienkompetente LeserInnen oder Menschen, die damit sich auseinandersetzen, passiert das verhältnismäßig transparent oder sichtbar. Wenn Elon Musk aber den Algorithmus verändert Dann ist das überhaupt nicht erkenntlich.

21:23 Torsten Beeck

Ja, also das würde ich bezweifeln, dass Leute das verstehen. Also jetzt in diesem Fall, dass man vielleicht Robert Habeck ein bisschen döver findet als Lindner. Das ist, also da unterstellst du den Leuten aber eine Kompetenz, die da glaube ich nicht ist. Also ich glaube, das ist genauso intransparent und das ist ja auch nur durch Leaks und komische Wege irgendwie an die Öffentlichkeit gekommen ist. Es ist ja nicht so, dass da jemand sagt, also, also klar, man kann natürlich Man kann bei jedem Medienhaus vermutlich so eine gewisse Einordnung vornehmen, wo im Spektrum die sich halt so bewegen. Aber so eine. gezielte Kampagne, die also die fand man glaube ich weder in der Vergangenheit noch heute irgendwie transparent gemacht oder eine Agenda.

22:12 Gavin Karlmeier

Ja, verstehe. Den Punkt verstehe ich. Trotzdem halte ich die Veränderung des Algorithmuses für noch weniger ersichtlich. Weil wenn ich, also platt gesagt, wenn ich einen Wenn ich eine Bild-Zeitung kaufe, dann erwarte ich nicht, dass da drin linke Kampfthesen drinstehen. Wenn ich mich aber auf einem sozialen Netzwerk anmelde und mich nicht so richtig damit auseinandersetze, was dahinter steckt. Und damit formuliere ich das sehr wohlwollend, weil eigentlich sollten die meisten inzwischen mitbekommen haben, was hinter X steckt und was da los ist. Aber dann gibt es da eigentlich, also die Plattform muss eigentlich Neutralität haben.

22:47 Torsten Beeck

Ja, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, ob es wirklich sowas gibt wie Neutralität auf den Plattformen. Ich gebe dir grundsätzlich recht. Das wäre etwas, was man regulativ verstärken sollte und sich darum kümmern sollte, dass es eben nicht so diesen Regler gibt, Der dazu führt, dass bestimmte Weltsichten schon technisch bevorzugt werden etc. Aber es gibt natürlich in dem Moment, wo du. eine Plattform betreibst und in irgendeiner Weise moderierend eingreifst, weil du bestimmte Inhalte auch einfach nicht auf der Plattform haben willst, wirst du nie eine technische Neutralität erreichen. Die Frage ist halt Wie stark man da auch regulativ gegen vorgehen kann. Aber das ist echt tricky.

23:34 Gavin Karlmeier

Ich weiß, was du meinst, aber Es gibt immer noch einen Unterschied, ob du die technische Neutralität nicht erreichst, weil es irgendwelche Fallstricke, Löcher, was auch immer gibt. Oder ob dein Typ sitzt und sagt, jetzt machen wir nur noch sowas.

23:48 Torsten Beeck

Absolut. Und das ist auch natürlich auch. Ist natürlich auch gut, dass es einen gewissen Trend gibt und inzwischen auch nicht nur in den USA, sondern auch weltweit, dass die Plattform X einfach Kein Ort mehr ist, auf dem man sich aufhalten will. Ich glaube, das hat man sehr, sehr gesehen in den letzten Wochen und nach den Wahlen, vor allen Dingen, wie es nochmal so einen Exodus irgendwie gab. Nichtsdestotrotz ist das halt etwas, was im Zweifelsfall, also bei Musk ist es halt so offensichtlich in jeder Weise. diese diese ich sag mal gewisse tendenziöse entwicklung von Algorithmen, die Im besten Fall darauf abzielen, dass die Leute lange auf der Plattform sind, aber im schlechtesten Fall eben auch einfach darauf abzielen, weiß ich nicht, Dinge zu verkaufen. Und im Zweifelsfall eben auch dafür genutzt werden, politische Themen zu platzieren. Das ist schon eine große Herausforderung. Und ich glaube, das ist auch nicht technisch und auch nicht nur durch Regulierung lösbar. sondern vor allen Dingen auch eigentlich nur lösbar, wenn es eine wache digitale Zivilgesellschaft gibt, die sowas sieht und auch im Zweifelsfall Sichtbar macht und dafür sorgt, dass Menschen das mitbekommen.

25:07 Gavin Karlmeier

Ja. Jetzt hast du gerade die Algorithmen angesprochen, da gibt es jetzt eine Veränderung bei X, die auch Also in so ein ähnliches Horn stößt. Und zwar werden wohl Tweets, also Postings, Seats, die einen Link beinhalten, massiv eingeschränkt in ihrer Sichtbarkeit und Reichweite, während Postings, die eben keinen Link beinhalten, immer noch eine große Reichweite erzielen können. Und der Account Doge Designer, von dem immer mal wieder angenommen wird, das könnte einer der Schatten-Accounts von Elon Musk selber sein. hat etwas gepostet, was Elon Musk dann mit seinem Account auch noch retweetet hat, mit der Formulierung, Links zu externen Seiten zu twittern, sollte man verhindern, weil diese die eigene Reichweite limitieren könnten. Stattdessen sollte man den Content direkt auf X hochladen. Wenn man immer noch einen Link veröffentlichen möchte, kann man den ja in die Reply-Section packen, damit die Reichweite des Postings nicht eingeschränkt wird.

26:00 Torsten Beeck

Ja, wenn man ehrlich ist, das ist ja das, was wir auf den anderen Plattformen durchaus schon gesehen haben. Also für mich war Twitter immer ein kuratierter Feed, der mich vor allen Dingen auf andere Angebote gebracht hat. und war ein Newsreader letzten Endes, der kuratiert und kommentiert wurde von Menschen, die ich für relevant hielt. Das heißt, Twitter oder Ex ohne Links hat Für mich da gar nicht so einen richtigen Wert. Aber ehrlich gesagt, auf Facebook ist das ja etwas, was schon vor Jahren passiert ist, dass man immer mehr versucht hat, Linken zu. Linkposts eigentlich einzuschränken und immer mehr Content auf der Plattform sichtbar zu machen, also immer mehr Video, immer mehr das, was auf der, was das Bleiben auf der Plattform fördert. in den Vordergrund gestellt hat, insofern, das ist jetzt strategisch nicht total neu, ist halt nur eine andere Plattform

26:50 Gavin Karlmeier

Aber ich finde es trotzdem interessant, weil so wie du sagst, Twitter war eine Plattform, bei der das immer zum Nutzungsexperience dazugehörte. dass man auch mal woanders hingeführt wird, dass hier mal ein Link zu einem Nachrichtenartikel ist oder zu einem journalistischen Inhalt jeder Art, auch zu einem unterhaltsamen Inhalt, was also schon eine maßgebliche Veränderung der Plattform A bedeutet und b Wenn man jetzt hinter allem etwas wittern möchte, kann man natürlich sagen, die Einschränkung journalistischer Inhalte auf X passt natürlich ganz gut ins Bild der letzten Wochen.

27:23 Torsten Beeck

Ja, also da könnte man genauso argumentieren, also das mal abgesehen davon, dass Facebook das auch gemacht hat oder macht und Link-Content einfach keine Reichweite mehr bekommt und News-Content schon gar nicht. Insofern, das kann man ja strategisch, plattformstrategisch nachvollziehen. Theoretisch könnte man ja auch sagen, naja gut, die Journalisten können ja auch auf dieser Plattform aktiv sein und die können ihre Inhalte da ja auch hochladen. Das tun journalistische Angebote, Verlage, Broadcaster ja auch auf anderen Plattformen. Also das könntest du auch sagen, bei TikTok kann ich auch keine Links setzen. Also das Argument zählt halt in dem Sinne, finde ich, nicht. Also ich finde nicht, dass das eine Einschränkung der Das zielt, glaube ich, nicht im ersten Schritt auf Meinungsfreiheit oder Journalismus ab. Aber es beeinflusst natürlich die Reichweite von Inhalten und auch die Geschäftsmodelle von journalistischen Angeboten, logischerweise. wenn ich keinen Link-Traffic mehr daher bekomme. Insofern, da bin ich so ein bisschen hin und her gerissen. Ich finde, das ist natürlich irgendwie, also für mich ist die Plattform einfach, die ist aus vielen Gründen tot, aber das macht sie für mich Noch weniger nutzbar. Aber das ist halt das, was wir in den letzten Jahren auf allen Plattformen gesehen haben. Das ist halt Link-Out-Traffic. Immer weniger wird und die Plattformen vor allen Dingen versuchen, möglichst viel Content auf der Plattform anzuzeigen und auf die Plattform zu bekommen. Und die Leute zu belohnen dafür, dass sie Fotos hochladen, dass sie Videos hochladen und dass sie in der Plattform bleiben. Also hat man ja zum Beispiel, ich mein, wann ist Instant Articles eingeführt worden? 2015, glaube ich.

29:04 Gavin Karlmeier

Ungefähr, ja.

29:06 Torsten Beeck

Das heißt, das war ja auch ein Weg, ich meine, das war ein Grund war auch, dass die Verlage einfach beschissene Mobilseiten hatten. Aber Tatsächlich war das ja auch ein Weg, den gesamten News-Content auf der Plattform zu halten, sodass die Leute die Experience, wie das so schön heißt, nicht verlassen, sondern eben in Facebook bleiben. Also es ist jetzt nicht neu.

29:28 Gavin Karlmeier

Ja, ich bin gespannt, ob Instant Articles bei X ein Revival erleben.

29:32 Torsten Beeck

Ja, das vielleicht. Vielleicht kommt das nochmal wieder.

29:36 Gavin Karlmeier

Wer übrigens ein Riesenproblem im Moment hat, so berichtet zumindest der Substack, too simple, sometimes naive. Das ist ein China Watch Newsletter. Ich weiß gar nicht, ob man der Substack sagen kann. Wahrscheinlich nicht, ne? Also auch nicht. Das Substack-Angebot. Die haben nämlich Hinweise darauf, dass innerhalb von chinesischen Funktionären ein besorgtes Gerede stattfindet. hinsichtlich der Veränderung, dass es ganz viele Menschen gerade zu Bluesgeist strömen. Also die haben wohl, so heißt es, der chinesische Staatsapparat. habe wohl in den letzten Monaten und Jahren beträchtliche Ressourcen in den Aufbau von Millionen von FollowerInnen auf X gesteckt, zum Beispiel durch den Kauf von Anzeigen, den Einsatz von Bots und die Anstellung von Influencern. Offenbar haben sie aber damit das Plateau ihres Wachstums erreicht. Also da passiert jetzt gerade im Moment, was das angeht, nicht so viel. Und gleichzeitig sagen sie, das Blue Sky als Netzwerk diesen Apparat vor eine Riesenherausforderung stellt. Nämlich einerseits, weil es eher eine überwiegend liberale Nutzerbasis gibt. Das heißt, die Verbreitung nationalistischer Standpunkte, so schreibt es der Substack, sei deutlich schwerer. Und der Algorithmus von Blue Sky macht es deutlich schwieriger, Inhalte gezielt zu streuen und damit Reichweite künstlich zu erhöhen. Also hier wird sogar berichtet davon. dass viele staatliche Medienunternehmen in China wieder begonnen haben, sich verstärkt auf inländische, chinesischsprachige Kanäle zu konzentrieren, weil eben bei Blue Sky kein Durchkommen sei.

31:03 Torsten Beeck

Ja, das ist ja erstmal eine gute Nachricht. Wobei man die Frage ist, ist das tatsächlich etwas, was systemimmanmanent im Algorithmus liegt oder jetzt daran liegt, dass es eher eine. Liberale First Mover Nutzerschicht gerade gibt, das war ja bei bei Twitter 2007 auch nicht anders. Das war ja auch alles andere als Massenmarkt. Da kannte man ja jeden persönlich, der in Deutschland Twitter genutzt hat. Insofern, aber es ist ja ganz interessant, dass darüber natürlich auch sichtbar wird, wie, ich sag mal, unfreundliche Akteure wie China oder mutmaßlich Russland oder andere. So diese Softpower irgendwie nutzen, um auf Plattformen Propaganda zu machen, ohne dass es als solche irgendwie erkennbar ist. Dagegen ist ja sowas wie, weiß ich nicht, RT oder sowas, wo es irgendwie klar ist, das ist ein russischer vom russischen Staat finanzierter Fernsehsender, da ist ja noch relativ klar, okay, wer da der Absender ist, auch wenn das vielleicht nicht alle sofort erkennen. Aber wenn die halt massiv da in Accounts investiert haben, da aufgebaut haben, dann sind das ja in der aller Regel vermutlich nicht, ist das ja in aller Regel nicht sichtbar, dass das chinesische Standpunkte sozusagen stärken soll. Insofern, ich bin da sehr gespannt. Das wird für die nicht einfacher werden, weil es einfach, weil wir momentan ja so eine gewisse Diversifizierung dieser Plattformen halt sehen. Also es ist ja nicht so, dass Snapchat keine Nutzer hätte. Reden wir nicht viel drüber, aber die haben irgendwie auch ein paar hundert Millionen Nutzer. Und wenn du dann irgendwie aktiv sein willst, und Twitter hatte wahrscheinlich auch einfach immer den großen Vorteil. Dass die halt so offen waren. Die hatten halt gerade in der Anfangszeit, die hatten halt wahnsinnig viel Schnittstellen, man konnte externe Clients dafür entwickeln, man konnte ganz viel ab abgreifen an Daten und konnte das auch relativ einfach vermutlich in technischen Lösungen integrieren. Das wird halt immer schwieriger, vor allen Dingen dann, wenn es nicht mehr so viel One-to-all, sondern mehr so one-to-many oder one-to-few Kommunikation gibt, in die man gar nicht mehr so schnell reinkommt.

33:15 Gavin Karlmeier

Ja, hundertprozentig. Gleichzeitig stellen wir aber auch fest, und das ist jetzt schon die nächste Geschichte, dass diese relativ, relativ offenen Plattformen wie Blue Sky ein anderes Dilemma mit sich bringen. Und zwar. Sagt Blue Sky von sicher selber, dass sie keine NutzerInnen Daten zum Trainieren von generativen KIs nutzen werden. Also dieses Versprechen hat Blue Sky abgegeben Aber jemand anders hat jetzt schon einen Datensatz mit Millionen von Blue Sky Postings, wie er sagt, für die Forschung im Bereich maschinelles Lernen Veröffentlicht, dieser Datensatz ist zwar mittlerweile wieder offline, zeigt aber dadurch, dass du so ein Netzwerk, aus dem man über eine API viel abziehen kann, dass man halt einfach über Bande dann seine Inhalte dann doch irgendwann früher oder später in seinem Chatbot wiederfindet oder in den Trainingsdaten eines Chatbots.

33:58 Torsten Beeck

Aber gilt das nicht grundsätzlich für alles, was irgendwie im Internet gerade veröffentlicht wird? Also ähm Im Grunde genommen ist es doch so, dass man, auch wenn es keine APIs gibt, auf die man irgendwie, die man direkt absaugen kann, kann man natürlich irgendwie Seiten scrapen und irgendwie Daten da rausziehen, die man für unterschiedlichste Zwecke nutzen kann und eben auch nicht nur wissenschaftlich. Das ist ja ein völlig ungelöstes Thema gerade und auch ein völlig unregulierter Markt.

34:27 Gavin Karlmeier

Habt ihr da als Heiser eigentlich eine unvorbereitete Frage, aber habt ihr da schon so eine Policy, wo ihr sagt, wir sperren die Scraping Boards aus oder sollen sie machen?

34:36 Torsten Beeck

Also wir schließen das in unseren Lizenzbedingungen aus, dass ähm mit den Daten von uns oder unseren und der unter den Nutzerdaten, das kommt ja auch immer noch dazu, wir sind ja auch nicht nur Inhalteanbieter, das in mit einer Redaktion. die verschiedene Plattformen und Magazine vollschreibt, sondern wir haben auch eine ganze Menge Nutzer, die in unseren Foren sehr, sehr aktiv sind. Das heiße Forum ist ja nicht unbedingt das kleinste Forum der Welt. Wir schließen das aus und das ist natürlich auch so eine Sache. Wir können bestimmte technische Maßnahmen ergreifen. Aber wir können das natürlich nicht hundertprozentig verhindern. Aber wir beschäftigen uns natürlich damit. Also wir verkaufen unsere Daten nicht, wir lizenzieren die zurzeit auch nicht in irgendeiner Weise. Kann schon sein, dass wir irgendwann mal auch irgendwie Lizenzdeals abschließen. Kann ich gerade jetzt Stand jetzt nicht sagen. Aber uns ist vor allen Dingen wichtig, dass eine Entscheidung ist, die wir aktiv treffen können Und auch auf bestimmte Inhalte bezogen und vor allen Dingen eben nicht unsere Nutzerdaten in irgendeiner Weise zur Verfügung stellen, weil Wir sind mindestens genauso sensitiv, was dieses Thema angeht wie unsere Nutzer und nämlich durchaus auch eine sehr kritische Nutzerschaft.

36:03 Gavin Karlmeier

Ursula von der Leyen, du hast sie eben schon mal erwähnt, die hat ihre Freude zu den Wahlen der EU-Kommission kundgetan in einem Video. Und zwar nur, also zum nächsten Mal nur auf Threads. Und das ist interessant, oder? Nicht auf X, nicht auf Blueska, nicht auf Masteron.

36:21 Torsten Beeck

Das ist tatsächlich interessant, weil wir momentan immer noch glaube ich, in der politischen Sphäre X als Standardplattform sehen. Also das zieht so ein bisschen nach. Also es hat lange gedauert, bis viele Politiker Auf X1 und bis Sie sich tatsächlich auch mal als das verstanden haben, dass das eine professionelle Kommunikationsplattform sein kann. Und jetzt ist so ein bisschen das Gefühl, die Medien ziehen sich langsam immer mehr von der Plattform zurück und Nutzer im Allgemeinen so. Und die Politiker sind irgendwie noch da. Die haben da alle noch offizielle Accounts, die haben da irgendwie noch, haben da Ressourcen irgendwie auch drauf. Dass das jetzt bei dass das jetzt so einen Schwenk gibt in Richtung Threads, ist interessant. Und das ist ja jetzt auch keine neutrale Plattform, aber es scheint so zu sein, dass man das Gefühl hat, dass man da auch einfach die meisten Leute erreicht.

37:18 Gavin Karlmeier

Das ist ja am Ende das.

37:19 Torsten Beeck

entscheidend auch für die für Medien, aber natürlich auch für Politiker.

37:23 Gavin Karlmeier

Ja, würde ich auch so lesen. Weil du gerade die Neutralität der Plattform angesprochen hast. Mark Zuckerberg ist übrigens gestern nach Ma-A-Lago geflogen, um einen Dinner mit Donald Trump zu haben. Ein Metasprecher hat gesagt, es ist eine wichtige Zeit für amerikanische Innovationen. Marc hat sich gefreut, die Einladung von Donald Trump anzunehmen und die Möglichkeit zu nutzen, mit Mitgliedern aus seinem Team über die zukünftige Regierung zu sprechen.

37:46 Torsten Beeck

Ach ja, ich kann das alles verstehen aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive. Dass man sich mit dem zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Essen trifft, ist jetzt auch nicht so total abwegig, aber es ist schon irgendwie alles sehr unangenehm.

38:03 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem vor der Amtseinführung. Naja, immer Alago in seinem Camp Trump.

38:09 Torsten Beeck

Die haben halt alle Schiss, dass, wenn sie sich nicht gut stellen mit dem, dass der schlechte Laune kriegt und gezielt ihnen das Leben schwer macht.

38:18 Gavin Karlmeier

Was ist das für eine Diplomatie? Also man muss ja überlegen, Mark Zuckerberg ist ja auch nicht für Donald Trump irgendjemand. Also Donald Trump hatte vor der Wahl gesagt, dass einer der ersten Dinge, die er machen wird, Mark Zuckerberg ins Gefängnis stecken sein wird, sobald er gewählt ist.

38:32 Torsten Beeck

Ja, und dieses Verhältnis hat man gerade, dass man irgendwie in der Vergangenheit Accounts von Trump gesperrt hat und ihn letzten Endes behandelt hat, wie so rechte Spinner und Impfverschwörungstheoretiker.

38:52 Gavin Karlmeier

Jetzt auch kein völlig abwegiger Move.

38:54 Torsten Beeck

Nö, nö, das überhaupt nicht. Also ganz im Gegenteil. Ich glaube sogar, man hat sich da so relativ viel Zeit gelassen mit, weil man auch schon irgendwie. Man hat sich da so ein bisschen geziert. Und jetzt muss man irgendwie trotzdem hier, also das ist muss man, also ganz realistisch, das ist unangenehm und das ist irgendwie auch unangenehm. Ich kann das überhaupt nicht einschätzen, wie Mark Zuckerberg als Person dazu steht und ob der irgendwie denkt, ja, nö, ist ein ganz guter Typ. Vielleicht denkt er auch, das ist der schlimmste Mensch, mit dem ich je essen musste, kann ich nicht beurteilen. Aber dass man natürlich als Unternehmer dem US-Präsidenten Nicht irgendwie komplett aus dem Weg gehen kann, ist zumindest für mich nachvollziehbar und ich bin sehr froh, dass ich da nicht mit am Tisch sitzen musste.

39:37 Gavin Karlmeier

So. Und dann habe ich noch eine Meldung, bevor wir in unsere Rubrik kommen. TikTok möchte den Beautyfilter für NutzerInnen unter 18 Jahren blockieren, berichtet der Guardian. Also zum Beispiel der sehr beliebte Bold Glamour-Effekt, den sehr, sehr viele Menschen benutzen, um das Gesicht so ein bisschen. Hübscher zu machen. .

39:52 Torsten Beeck

Ja, benutze ich auch gerade übrigens. Also, als du dich wunderst, warum ich so wahnsinnig gut aussehe.

39:57 Gavin Karlmeier

Wenn ihr diese Folge auf YouTube seht, seht ihr Thorsten Weg in Bold Glamour. Und das soll eben für Menschen unter 18 nicht mehr nutzbar sein, man muss dazu sagen, das schreibt der Guardian aber auch. Und ehrlicherweise war das auch mein erster Gedanke. Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe und für alle, die Haken dran Bingo spielen, kommt jetzt wieder, könnt ihr wieder ein Kreuz machen. Ich gehe ja, spreche ja viel mit Jugendlichen über ihren Internetkonsult. Also die meisten Menschen, auf die ich da so treffe unter 18, die haben bei TikTok nicht angegeben, dass sie unter 18 sind, weil sie gerne die vollständige Nutzererfahrung haben wollen. TikTok will da offenbar selber gegen vorgehen und hat jetzt Systeme Oder baut gerade Systeme, um mit Hilfe von KI herauszufinden, ob NutzerInnen minderjährig oder sogar unter 13 sind. Wie auch immer diese KI funktioniert.

40:41 Torsten Beeck

Ja, ich glaube schon, dass man eine ganze Menge mit Gesichtserkennung durchaus machen kann.

40:47 Gavin Karlmeier

Kennst du noch dieses How old am I? Das war so ein Tour.

40:51 Torsten Beeck

Da habe ich, glaube ich, nicht gut mehr abgeschnitten.

40:53 Gavin Karlmeier

Nee, ich auch nicht.

40:54 Torsten Beeck

Keine gute Frisur für solche. Ich finde das grundsätzlich erstmal, das zeigt einfach, dass der Druck auf die Plattform wächst. wenn es in einigen Ländern Bestrebungen gibt, Social Media Plattformen erst ab einem bestimmten Alter zuzulassen und so. Diese Zugangsbeschränkung ist tatsächlich ein Problem. Mir ist Der Ansatz, das irgendwie automatisiert zu erkennen, in der Tendenz, lieber als so eine Internet-Ausweispflicht? Denn das kommt ja dann auch immer ganz schnell ins Gespräch. Das ist halt so ein bisschen die Frage, wie kann man das denn sinnvoll lösen? Ich glaube, dass es eine gute Idee ist. gerade junge Menschen vor bestimmten Dingen und Nutzungsszenarien und Nutzungsarten zu schützen Ich bin mir nicht sicher, ob das funktioniert, ehrlich gesagt. Erstmal, weil der Punkt ist, was du sagst, ne, die Leute geben halt an, dass sie 18 sind, weil sie keinen Bock haben, irgendwelche Beschränkungen zu haben. Das geht ja schon mit Netflix-Gucken los. Wenn ich nicht Eltern habe, die irgendwie Da einen Riegel vorschieben, dann gebe ich da halt an, dass ich 18 bin, weil ich will ja auch die ganzen Filme sehen, die mich wirklich interessieren. Aber es ist auf jeden Fall gut, dass die Plattformen sich damit irgendwie beschäftigen müssen. Bei diesem Beauty-Filter weiß ich halt nur gar nicht, ob. Ob das nicht sogar in die falsche Richtung geht, weil die Frage ist halt, ist das Problem, dass ich den Filter selbst nutze? . . Oder ist nicht eigentlich das Problem, dass ich ganz viele Inhalte sehe von Menschen, die diesen Filter nutzen? Also dieses Problem mit komischen Schönheitsidealen und all dem, was einem so als Teenager begegnet, aber was natürlich uns allen irgendwie begegnet.

42:38 Gavin Karlmeier

Ich glaube beides, weil es gab ja auch, jetzt muss ich ein bisschen anekdotisch werden, weil ich habe die Fakten nicht auf Tasche, aber ich erinnere mich daran, dass während der Pandemie die Meldung kam, dass die Anzahl der Wünsche in der Gesellschaft nach Schönheitsoperation gestiegen sind. weil Menschen sich selber die ganze Zeit im Kamerabild sehen. Gleichzeitig weißt du, dass ja diese Filter so Dinge kaschieren, mit denen man selber nicht so zufrieden ist. Vielleicht macht sie die Nase ein bisschen schmaler. Vielleicht macht es die Stirn ein bisschen kleiner, solche Dinge. Und wenn du dir das anschaust und dir dann die Sorgen machst, hey, so sehe ich eigentlich gar nicht aus, dann hast du natürlich die perfekten Zutaten für eine hausgemachte Krise. Und die, das irgendwie zu bekämpfen, gerade bei jungen Menschen, die für sowas möglicherweise deutlich anfälliger sein könnten, finde ich eigentlich erstmal richtig.

43:24 Torsten Beeck

Naja, ich finde, also grundsätzlich finde ich das auch und. Wie gesagt, ich finde es immer interessant, man denkt ja, ach ja, die Politik lässt sich immer so viel Zeit und bis da dann irgendwas passiert, aber man sieht ja dann doch irgendwie Dass das ein Druck auf die Plattform ausübt, wenn Länder zum Beispiel sagen, Social Media gibt es erst ab 16 bei uns, Und löst das und wir müssen irgendwie Zugangsbeschränkungen schaffen. Ich hab immer so ein bisschen die Sorge, dass halt so dieses Internet nur mit Zugangskarte irgendwie darauf folgt. Weil es am Ende ja bisher keinerlei wirklich wirksamen Schutz gibt. Also auch, ich sag mal, das Angebot von Internetseiten, die ab 18 sind, ist ja auch vergleichsweise groß. Also das weiß ich nur aus Recherchegründen, aber das ist natürlich ein Problem und das kriegt man auch nicht so richtig weg. Aber dafür ein Bewusstsein, ich glaube, es existiert immer mehr ein Bewusstsein dafür. Dass die Nutzung von diesen von von TikTok, von Insta und so durchaus ein Problem sein kann. Nicht nur bei Jugendlichen, aber vor allen Dingen bei Jugendlichen.

44:33 Gavin Karlmeier

Wobei es durch die Regulierung der EU, nach denen so Plattformen wie Pornhub, das ist bestimmt eine dieser von dir angesprochenen Plattformen. Ich habe da sogar noch nicht von gehört. über die wir hier gesprochen haben, ich glaube, die hatte so einen Namen wie Pornopass, bei der du über quasi über eine Authentifizierung an deinem Telefon mit Hilfe deines Personalausweises Also du checkst den Personalasweis mit deinem Handy und das Handy gibt nur das Signal an deinen Computer, dass du diese Webseite aufrufen kannst, sodass du dieser Website an keinem Punkt deine Personalasleisdaten zur Verfügung stellen musst, gleichzeitig ist es aber eben eine technische Hürde gibt. Für minderjährige Menschen. Klar, schützt es das nicht davor.

45:15 Torsten Beeck

Aber das ist Internet, das ist Internet mit Personalausweis. Das ist ja so ein bisschen das, wo man so, ich sag mal, in Spanien denke ich ja, naja, gut Das ist ja einigermaßen unproblematisch. Da gibt es Gesetze und da gibt es irgendwie Gerichte und da kann ich ja mit arbeiten. Nur, da werden natürlich Daten gesammelt, die oder auch Leute identifiziert mit Letztendlich ja, also der Name wird in direkten Kontakt mit der mit der IP-Adresse gebracht und dem Anschluss und der Nutzung und so. Und da werden dann halt eben Daten gesammelt, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich die dem Start Oder staatlichen Behörden oder irgendwelchen im schlimmsten Fall Dienstleistern, die für den Staat sowas dann irgendwie organisieren, ob ich das dann wirklich haben will.

46:05 Gavin Karlmeier

Guter Punkt. Vor allem wenn du dir überlegst, dass sowas dann in den USA möglicherweise Elon Musk umsetzen können.

46:10 Torsten Beeck

Genau, dann kommt so und sagt Musk, ja guck mal, da gründen wir mal eine schöne Firma, die identifiziert das und dann. Hast du eine wahnsinnig geile Datensammlung von? Das kann man ja auf verschiedenste Level einziehen, was man alles so sehen darf und was nicht. Dann kannst du das auch noch schön in Verbindung mit Werbemaßnahmen bringen. Für Polizei und Behörden ist das auch ein wahnsinnig einfacher Weg, IP-Adressen und Die sind momentan ja, also die sind ja schon irgendwie zuordnetbar. Man ist im Internet ja nicht anonym. Aber im Zweifelsfall sind IP-Adressen trotzdem nicht auf eine Person zurückzuführen. Also jedenfalls so im ersten Schritt nicht, da muss man schon ein bisschen mehr für tun. Und ich also richtig, richtig cool finde ich das nicht. Und ich Bin mir auch nicht so ganz sicher, ob uns das insgesamt so richtig weiterbringt, weil da einfach unheimlich viele sehr, sehr persönliche Daten gesammelt werden.

47:10 Gavin Karlmeier

Guter Punkt, ja. Ich glaube, du hast mich damit ein bisschen überzeugt, dass ich das nicht gut finde.

47:16 Torsten Beeck

Ja, ich weiß tatsächlich auch nicht. Ich finde das ja auch gut. Und richtig, das nicht einfach zu ignorieren und dass Jugendschutz im Internet, also de facto gibt es jetzt keinen Jugendschutz im Internet. Ja. Also Jugendschutz muss man bei sich zu Hause irgendwie organisieren und im Rout irgendwie Dinge tun. Oder man kann vielleicht, wenn man irgendwie, weiß ich nicht, man kann so ein bisschen Jugendschutz auf solchen Plattformen wie Netflix oder Amazon oder sowas irgendwie versuchen einzustellen. Aber de facto viel oder im App Store gibt es auch noch so ein bisschen Jugendschutzmaßnahmen. Das Problem ist aber auch da wieder, wenn du da dann irgendwie ab 6 einstellst, weil die, weil deine Tochter zehn ist, dann hat die keinen Zugriff mehr auf Wikipedia. Weil auf Wikipedia gibt es ja auch Inhalte, die vielleicht für Zehnjährige nicht geeignet sind. Also das ist nicht trivial. Und ich bin einfach kein Fan von Ausweispflicht fürs Internet.

48:11 Gavin Karlmeier

Soll ich dir mal eine Anekdote zum Thema Jugendschutz zu Hause erzählen? Ich hatte einen Freund, der hatte ein Computerspiel und das war ab 18 und ich war so Neun oder zehn. Und er wollte mir es zeigen, weil er so stolz war. Und ich habe gesagt, ich will das nicht sehen.

48:24 Torsten Beeck

Ja, weil du so eine Kindersele hast.

48:26 Gavin Karlmeier

Ja.

48:27 Torsten Beeck

Bei mir ging das aber auch so. Ich hatte einen Freund, der war der Einzige in meinem Umkreis, der zwei Videorekorde hatte. Also ich hatte nicht mal einen, aber der hatte zwei. Und der hatte einen großen Bruder und der hat sich immer so Filme ausgeliehen, die absolut nicht altersgerecht waren. Also alles so von Terminator über Gesichter des Todes und Tanz der Teufel und weiß nicht. Der hatte auch noch so einen kleinen Bruder, der hatte mit 10 schon alles gesehen, was ich noch nie gesehen habe. Aber da war das aus, ich wollte das auch nicht sehen. Ich habe mich hat das auch nicht fröhlich gemacht. Ich fand das auch, also ich weiß nicht, wie alt ich da war: 12, 13, er hatte da gar keinen Bock drauf

49:02 Gavin Karlmeier

Ja, siehst du, wir sind doch keine Punkt, Thorsten.

49:04 Torsten Beeck

Nee, nee, ich hab auch, ich bin auch wirklich kein Gruself-Fan. Also der letzte Grusel-Film, den ich gesehen habe, ist Scream, irgendwann in den 90ern, da macht das überhaupt keine Freude. Da gucke ich lieber irgendeine blöde Komödie. Als dass ich mich abends vor dem Fernseher setze oder ins Kino gehe und die ganze Zeit in Alarmmodus bin.

49:24 Gavin Karlmeier

Wenn ich mich groß und will, gucke ich die Tagesschau.

49:26 Torsten Beeck

Ja, genau das. Kurchenspiegel.

49:29 Gavin Karlmeier

Warte mal, den lese ich nicht. Warte mal kurz. Funktionen und Emotionen. Wir waren bei Blue Sky, wir bleiben bei Blue Sky. Blue Sky arbeitet offenbar, also plant daran zu arbeiten, an Trending Topics, so wie wir das von X kennen.

49:48 Torsten Beeck

Verrückt. Ja, also ich glaube, der Bluesguy muss halt noch so ein paar Zugangswege finden, um den Content irgendwie an die Oberfläche zu spielen und zu spülen. Insofern, das finde ich ja immer ganz spannend, da kann man ein bisschen was entdecken. Das eigentliche Problem ist nur, dass die Trending Topics eigentlich auf keiner Plattform wirklich funktioniert haben, weil die immer irgendwie Übernommen worden sind, entweder gezielt oder von irgendwelchen komplett verrückten Fangruppen.

50:16 Gavin Karlmeier

Ja, stimmt. Trotzdem finde ich das eigentlich ganz gut, weil zumindest die Entstehung der Trending Topics ja doch immer ein Indikator dafür war, wenn irgendwas spannend ist. Also du hast immer im Leben sehr viele Dinge gelernt, dadurch. oder erfahren, dadurch, dass sie zu Trending Topics wurden.

50:31 Torsten Beeck

Ja, tatsächlich so Dinge, die wirklich komplett außerhalb der eigenen Wahrnehmungssphäre stattfinden. Also so irgendwelche. Auch dass man irgendwie dachte auf Twitter, da sind irgendwie nur Journalisten und Politiker, und dann stellt man fest, es gibt halt unglaublich große, keine Ahnung, Fans von koreanischen Musikgruppen. Und dagegen ist das, was wir denken, was hier relevant ist, ein Witz.

50:56 Gavin Karlmeier

Ja.

50:57 Torsten Beeck

Ganz schön lauter bei dir.

50:59 Gavin Karlmeier

Ja, sollte ich vielleicht kurz sagen, ne? Ich sitze übrigens in einer Hotellobby, weil ich brauchte einen Ort, an dem ich diesen Podcast aufnehmen kann. Und es ist eine gute Entscheidung. Weil jetzt regnet es draußen. Du bist von zu Hause in dieses Hotel gefahren und ins deine Lobby. Exakt. Weil du einfach so ein Jet-Set-Leben führst. Ich brauch das. Ich brauch einfach ein bisschen den Thrill, den mir eine Hotellobby gibt. Erstmal nochmal einen Apool-Spritz bestellen. Was auf jeden Fall aber auch zum Thema Blue Sky passt, ist, wie Mark Zuckerberg offenbar sich etwas gerade in die Karten schauen lässt. Denn Mark Zuckerberg so zeigen interne E-Mails von vor vielen, vielen Jahren schon, dass die Facebook-Firmenstrategie Immer wieder mit einem Dreiklang verbunden waren, nämlich Copy, Acquire and Kill. Also Funktionen kleinerer Unternehmen einfach zu übernehmen, um ihre NutzerInnenschaft abzugrasen und diese Unternehmen damit so ein bisschen obsolet zu machen. Diese Strategie stellen wir jetzt gerade ein bisschen bei Threads fest, denn ich sage dir jetzt mal drei neue Features, die Threads kriegen soll und dann kannst du mir ja mal sagen, was das mit dir macht. Punkt 1. NutzerInnen werden bald in der Lage sein, nach Beiträgen innerhalb eines bestimmten Datumsbereiches oder einem bestimmten Konto zu suchen, ähnlich wie es die Suche von X ermöglicht. Außerdem testet Threads in den USA eine neue Trending-Seite, die. zusätzliche Themen enthält, denen man folgen kann, sowie KI-generierte Zusammenfassung bei das, worüber andere NutzerInnen sprechen. Punkt 2, also eine erweiterte Suche für Threads. Erstmal, super, brauchen wir alle. Dann kommt Punkt 2. Threads hat eigene Feeds bekommen. Da haben wir hier schon mal drüber gesprochen, aber es gibt jetzt die Möglichkeit, diese eigenen Feeds zu erstellen und zu sagen, da sollen jetzt alle Themen drin sein, die sich mit diesem Wort beschäftigen oder die von bestimmten Nutzern kommen. So wie wir das auch bei BlueSky gerade erleben. Und das dritte ist, die dritte Meldung zu Threads, dass Threads jetzt Startup-Packs bekommen soll. Also solche Pakete, die man zusammenfassen kann, in den NutzerInnen drin sind, denen man dann gesammelt folgen kann, so wie wir das von BlueSky kennen.

52:47 Torsten Beeck

Das ist tatsächlich überhaupt wirklich eine ganz coole Funktion. Gab es ja bei Twitter im Grunde genommen auch, ist nur bei Blue Sky besser umgesetzt, aber dass man so Listen anlegen konnte mit Themengebieten und Leuten, die sich mit dem Themengebiet beschäftigen. Ja, ich bin da so ein bisschen, also das macht bei mir keine, fast gar keine Gefühle, weil es ja nichts Neues ist. Also, das witzigerweise insbesondere Facebook jetzt gar nicht so innovativ in den letzten zehn Jahren war. Ja, ist ja so. Also im Grunde genommen, auch Instagram hat man halt gekauft, hat es weitergeführt, hat es lange, hat es halt zu seinem Produkt gemacht und irgendwann hat man noch mal Meta drauf geschrieben. So richtig die großen Innovationen sind da ja nicht gekommen. Man hat dann Funktionalitäten, also man hat sehr, sehr viel bei TikTok gelernt, beziehungsweise ich glaube, TikTok hat einen Facebook und Meta oder beziehungsweise vor allen Dingen das Instagram-Team wahrscheinlich extrem nervös gemacht, weil das einfach gut funktioniert hat und weil die Nutzung einfach extrem nach oben ging. Und man, glaube ich, doch relativ lange damit gestruggelt hat, dieses auch genug Content auf die Plattform zu kriegen, um diese, um mit Stories und Reels irgendwie ein Konkurrenzangebot aufzubauen, auch wenn man dem so ein bisschen hinterhergelaufen ist. Ja, ja, ja. Also die große Innovation sehen wir da halt nicht, und andere andere Also andere machen halt erfolgreiche oder haben gute Ideen und bauen Produkte ab. Also was man halt einfach sehen kann, dass Blue Sky Gibt es ja, ich weiß nicht, wann ich meinen Blue Sky-Account angelegt habe, von einem Jahr, schätze ich mal, oder so. Und das hat dann so ein bisschen, ja, das hat man sich mal so angeguckt. Da war ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig viel los. Das scheint sich ja aber gerade zu verändern und das sieht man ja wohl auch dann bei Meta, dass man sich irgendwie die Plattform jetzt als Konkurrenz irgendwie wahrnimmt. Obwohl ich glaube, Bluesky hat insgesamt so viele Nutzer wie Threads irgendwie im letzten Monat zugewonnen hat oder so. So irgendwie in der Kategorie. Das ist alles noch relativ klein, aber es scheint zumindest auf dem Radar in Menlo Park aufgetaucht zu sein.

54:59 Gavin Karlmeier

Was eigentlich ein Kompliment am Bluesky ist. Und alles, was du sagst, stimmt natürlich. Das Meta, das jetzt nicht zum ersten Mal gemacht hat, klar. Ich hoffe nur, dass sich Leute davon nicht blenden lassen. Und ehrlicherweise als Threads-Nutzer und Blues Sky-Nutzer freue ich mich ja auch so ein bisschen, wenn so gute Ideen sich ein bisschen weiterverbreiten. Also diese Startup-Hacks hätte ich gerne in jedem sozialen Netzwerk, ehrlicherweise.

55:19 Torsten Beeck

Ja, das ist also das ist tatsächlich Extrem hilfreich, um wirklich schnell irgendwo anzumen. Das war ja immer das große Problem von Twitter. Du hast halt so Accounts, irgendwann gab es dann diese Accounts-Vorschläge, die waren aber auch so ein bisschen generisch. Also irgendwie Franz Beckenbauer, der Papst und Madonna. So, irgendwie, das war extrem uninteressant. Ähm, und der der Weg zu also Twitter war extrem hilfreich, auch sehr spezifische Interessen zu finden. Also, keine Ahnung, die wichtigsten Radiologen der Welt, die hast du da irgendwie schon gefunden. Und die haben da auch irgendwie wahrscheinlich interessante wissenschaftliche Artikel gepostet. Aber den Einstieg zu finden hat bei Twitter, glaube ich, in der Masse nie funktioniert, weil Twitter immer über Themen funktioniert hat und nicht über Gesichter. Es war total witzlos, seinen Arbeitskollegen auf Twitter zu folgen, weil die da eh nichts gepostet haben.

56:12 Gavin Karlmeier

Hundertprozentig. Du hast gerade davon gesprochen, den Einstieg zu finden. Wir müssen jetzt den Ausstieg finden, Thorsten, denn ich bin am Ende. Das ist mein Thema.

56:19 Torsten Beeck

Das ist gut, dass wir den Ausstieg finden, weil ich habe schon die ersten 20 Minuten meines nächsten Termins verpasst. Auch minimal unangenehm ist. Dann sage ich vielen Dank für die Einladung.

56:29 Gavin Karlmeier

Vielen Dank auch dir. Wir sehen uns nächsten Monat wieder. Und schönes Wochenende alle.

56:33 Torsten Beeck

Nächsten Monat ist ja schon quasi zwischen Weihnachten und Neujahr.

56:36 Gavin Karlmeier

Ja, machen wir ein bisschen Jahresabriss. Da habe ich Urlaub, da kann ich nicht arbeiten. Ja, das kriegen wir schon hin. Und Montag geht es dir weiter mit Dennis Horn. Ich freue mich darauf, schönes Wochenende, richtig aus.

56:48 Torsten Beeck

Sehr gerne, bis zum nächsten Mal.

56:50 Gavin Karlmeier

Ciao.