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Folge 40 · 18. Januar 2023 · 21 Min.

Vogel zu verkaufen!

mit Dennis Horn

Twitter plant offenbar, Partnerschaften mit Medienhäusern einzugehen. Ist es den Medienhäuser mittlerweile egal, wer da am Steuer ist? Und ist Elon Musk ist, wer diese Medienhäuser sind? Außerdem verscherbelt Twitter offenbar das letzte Interieur aus den Büros, die nun mehr Schlafräume mit Mietschulden sind. Nun denn.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Na, wie ist die Lage heute? Länger als drei Minuten bestimmt, oder?

00:13 Dennis Horn

Ich fürchte ja. Also wir könnten wahrscheinlich heute sogar die Stunde knacken, das werden wir, glaube ich, nicht tun. Aber heute gibt es so ein bisschen was zu besprechen, zum Beispiel die Möglichkeit, ich würde dich direkt einleimen, wenn du möchtest, kleine Kaufempfehlung auch für alle, die uns gerade zuhören. Die Auktionen des Interieurs des Twitter Offices sind gestartet und da sind so Sachen dabei wie ein Neon-Twitter-Vogel. Aber auch Kaffeemaschinen und Unterschränke und sowas. Also man kann sich quasi jetzt, wenn man das Gefühl bekommen möchte, wie es sich anfühlt in einem Unternehmen. zu arbeiten, dass bald von Elon Musk gekauft wird, dann kann man jetzt diese alten Möbel kaufen.

00:52 Gavin Karlmeier

Shut up and take my money. Aber also da gibt's noch Da gibt es doch echt ein paar gute Sachen dabei, ne? Also ich habe gesehen, diesen diesen Twitter-Vogel außen einmal so aus Blech und dann innen schön so leuchten.

01:04 Dennis Horn

Ja, genau.

01:07 Gavin Karlmeier

War das Startgebot tatsächlich nur 50 Dollar? Da kommt doch ein bisschen mehr beisammen, oder?

01:11 Dennis Horn

Ja, ich glaube auch, dass das noch total explodieren wird. Also gerade dieser Tüttervogel war tatsächlich bei 50 Dollar, aber es gibt eigentlich, also es gibt zwei Farben von Dingen und das eine ist so holzig. Und die andere Farbe ist blau. Das sind die Möglichkeiten von allem. Aber es gibt zum Beispiel ein Ad, also dieses kleine E-Mail-Verbinden, dieses kleine Ding aus der E-Mail-Adresse. Und das Add gibt es als Skulptur.

01:36 Gavin Karlmeier

Habe ich noch nie so gut definiert gehört, übrigens. Ein Ad, das kleine Ding aus der E-Mail-Adresse. Mach weiter.

01:42 Dennis Horn

Ja, ja, nicht das Pferd. Es ist so ungefähr zwei Meter groß und so mit Pflanzen bewachsen. Oder eben dieser Neon Twitter Bird, der auch noch blau leuchtet. Da war es Stadtgebot fünf Meter. Dollar, der liegt jetzt schon. Wir nehmen das gegen 18 Uhr auf am Dienstagabend. Liegt jetzt schon bei 5000 Dollar, also 4. 600 Dollar. Und ich schätze, wenn ihr das hier hört, sind wir da längst mittelfünfstellig.

02:06 Gavin Karlmeier

Ist das schon eine Aussage darüber, wie cool die Leute Twitter dann doch noch irgendwie finden?

02:12 Dennis Horn

Ja, vielleicht schon, ne? Aber es ist ein bisschen so, ich weiß noch, ich wohne ja in Essen und dort wurde irgendwann das Stadion des Fußballvereins Rotweiß Essen wurde neu gebaut. Und am letzten Tag wurden die ganzen dollen Fans nochmal eingeladen, dann gab es ein Abschiedsspiel. Und danach haben alle angefangen, das Stadion, das Alte, auseinanderzureißen. Also wurden die Stühle von den Tribünen gerissen und so. Und so fühlt sich das hier gerade auch so ein bisschen an. Also wir reißen jetzt noch einmal so die letzten Kabel aus der Wand. Und wer jetzt nicht dabei ist, der verpasst es.

02:46 Gavin Karlmeier

Und es ist noch nicht mal, weil sie umziehen und alles schöner machen, sondern es ist einfach, weil sie Geld brauchen.

02:52 Dennis Horn

Ich bin mir da nicht so sicher, ob das nicht vielleicht einfach daran liegt, dass. dass sie davon ausgehen, früher oder später aus dem Büro, für dass sie keine Mietezahlen fliegen. . Ah. Und dann sparen Sie sich den Ausdruck. Nee, glaube ich nicht. Nee, wahrscheinlich geht es natürlich um Geld, aber Aber es spielt ja schon mit, dass man zum Beispiel hier 58 Apple MacSave Adapter ersteigern kann.

03:13 Gavin Karlmeier

Das sind die, die noch geliehen geblieben sind von den gefeuerten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, oder?

03:18 Dennis Horn

Wahrscheinlich ja.

03:20 Gavin Karlmeier

Die können sie jetzt zurückkaufen, weil sie nicht mehr ins Büro dürfen.

03:24 Dennis Horn

Das ist doch bitter. Auch so Familienfotos von Entlassenen, die einfach von der Security raus begleitet wurden, kann man jetzt einfach zurückkaufen.

03:34 Gavin Karlmeier

Schön. Ja, okay. Also wir verfolgen, wahrscheinlich wird uns das nochmal begegnen, wenn sozusagen die finalen Auktionspreise für dies dann über über den Tisch gegangen ist.

03:44 Dennis Horn

Tatsächlich ist das schon morgen der Fall. Also am Morgenabend, also am Mittwochabend gegen 22 Uhr, Enden 1. Oktober und dann weiß man da mehr. Das finde ich tatsächlich aufregend, dass einfach so weggeschärbelt wird. Alles muss raus. Vielleicht ist es auch einfach, um Platz zu schaffen für Schlafräume.

04:02 Gavin Karlmeier

Also für euch auch die gute Nachricht, dass wir morgen definitiv länger als drei Minuten dann wieder werden. Das liegt auch an einer anderen Nachricht, die uns noch ereilt hat. Das ist ein Artikel, mit dem du dich gerade beschäftigst.

04:11 Dennis Horn

Ja, ich habe den gerade, ich habe ein bisschen auf dich warten dürfen heute Abend.

04:16 Gavin Karlmeier

Und hab angefangen den schon mal zu lesen und ich mag diese verdeckte Spitze, ja Sein vergiftetes

04:23 Dennis Horn

Vergibt es jetzt Kompliment fast. Nee, ich hatte ein bisschen Zeit und habe angefangen, den zu lesen vom New York Magazine. Der ist gerade gratis zu lesen, der ist sehr, sehr lang, aber der begleitet. Und ich glaube, die haben 24 ehemalige Twitter-MitarbeiterInnen interviewt und besprochen, wie der Kauf sich aus ihrer Perspektive angefühlt hat und haben versucht, die Tage. . zu rekonstruieren. Und das beginnt, das beginnt Anfang Oktober, wenn ich das richtig erinnere, in dem Moment, wo Elon Musk überlegt, vom Kauf zurückzutreten. Aber auch da saß er schon quasi im Twitter Head Office und hat sich Dinge erklären lassen. Und wir reden morgen ausführlich darüber, auch damit du die Möglichkeit hast, auch mitzusprechen. Aber das ist schon hochinteressant, wie er da sitzt und sich von einer Entwicklerin etwas erklären lässt und eigentlich nicht zuhört und die ganze Zeit nur fragt, wieso das alles so teuer ist. Also tatsächlich ganz, ganz spannender Text und da reden wir morgen ausführlich drüber, kleiner Teaser. Aber es sind auch ein paar andere Sachen passiert, die diesen Podcast heute etwas länger werden lassen als letzte Episode.

05:23 Gavin Karlmeier

Ja, wir beginnen mit dem Empfehlungsalgorithmus und Elon Musks, wir haben ja schon häufiger darüber Also hier wird Naivität noch groß geschrieben. Elon Musks Ideen, was man da jetzt noch so machen könnte, algorithmisch, um Twitter einfach besser zu machen, es ist ja so, dass er. Vieles, was er sich so vorstellt, wie der Dienst verbessert werden soll, immer nur mit Software lösen möchte. Das ist ja ein grundsätzliches Problem des Silicon Valley. Also auch bei Facebook kann man ja sehr häufig darüber reden, dass sie mit ihren Algorithmen Probleme verursachen und dann immer die Lösung auch wieder mit Software schaffen wollen. Ja, und damit natürlich auch manchmal so ein bisschen sich Zeit kaufen, weil sie sagen, ist aber noch nicht fertig, aber kommt bald die Lösung. So und Elon Musk hängt auch diesem, wie ich ja finde, Irrglauben an, dass man alles immer nur mit Software lösen kann und keine Menschen dafür braucht. Und diesmal geht es um den Algorithmus der in sich natürlich schon irgendwie als Algorithmus funktioniert und dann ein paar Stellschrauben jetzt offenbar nochmal gedreht bekommen soll. Er möchte ihnen politisch ausgewogen haben, also politisch ausgewogene Inhalte verteilen und er beschreibt es so Menschen, die im politischen Spektrum eher rechts zu verorten sind, sollten mehr linken Stuff sehen. Und Menschen, die im politischen Spektrum eher links zu verorten sind, sollten mehr rechten Stuff sehen, right-wing stuff. Und wenn man aber in einer Echokammer bleiben möchte, dann kann man die Leute ja immer noch blocken. So. Und da finde ich ja deine These, finde ich ja super interessant dazu, wozu das führen wird.

07:11 Dennis Horn

Ja, ich hab direkt eine Sache hat sich mir ja aufgetragen. zwängt, das habe ich dir ja genauso auch geschrieben. Ich habe das, also das Ding ist ja, dass Elon Musk, wenn man das mal sich so anschaut, wie er eigentlich Right Wing und Left Wing definiert. Also für ihn ist alles Left Wing, was zum Beispiel Alle Regierungen sind ohnehin Left-Wing. Die alte Twitter-Belegschaft 100% Left-Wing. Klassische Medien von CBS. bis NBC, alle Left Wing. Also wenn du dieses, wenn du dieses Spektrum, den Nullpunkt sozusagen, bei Elon Musk verortest, was Left und was Right Wing ist, Bedeutet das im Umkehrschluss natürlich, dass de facto nur die Reichweite von Left-Wing-Inhalten, was auch immer das genau bedeutet, eingeschränkt wird und die Inhalte von Right-Wing-Inhalten mehr vergrößert werden wird. Anders kann ich das nicht interpretieren, leider. Also ganz kurz gesagt bedeutet das, Leute, die in der Vergangenheit im Zweifel sogar gesperrt wurden, weil sie Desinformationen betrieben haben, bekommen jetzt sogar noch einen Reichweite-Boost, um eine vermeintliche Ausgewogenheit zu erhalten. Und das ist natürlich bitter, wenn man das sich mal so durchdekliniert, was das dann am Ende tatsächlich bedeutet. Nämlich Vergrößerung der Reichweite für Desinformationen.

08:20 Gavin Karlmeier

Das ist natürlich alles eine Perspektivfrage. Und wenn man selbst relativ weit rechts steht, dann sieht natürlich von dieser Perspektive alles andere aus wie links. Und ich fand auch noch schön, was er dazu geschrieben hat. Wenn man jetzt selbst bei Twitter so unterwegs ist, dass man Accounts trasht, wie er das nennt, merkt. Trashing Accounts that you hate, ja, also irgendwelche Accounts, denen man nur sozusagen die ganze Zeit Aufmerksamkeit schenkt, weil man es eigentlich hasst. Das kennen wir ja. Also es gibt ja tatsächlich so Leute, wo du denkst, ja, dann widme mir doch nicht die ganze Zeit, wenn du das so doof findest hier. Gibt es ja immer wieder. So. Wenn man das jetzt macht, dann wird das im Algorithmus dazu führen, schreibt Elon Musk, dass noch mehr dieser Accounts angezeigt werden. Weil ja dann die Berechnung ist, wenn man die nicht mag, aber mehr von der anderen Seite des politischen Spektrums angezeigt bekommen soll, dann bekommt man halt trotzdem noch mehr. davon angezeigt. Also basically saying if you love trashing that account, then you will probably also love trashing this account. Not actually wrong, Lol.

09:36 Dennis Horn

Das Traurige ist, es ist ein bisschen eine Binse, weil er hat damit natürlich recht. Er machte sich damit aber einfach, weil er damit eigentlich nur Also damit nimmt er die Notwendigkeit aus dem Algorithmus, diese Inhalte tatsächlich politisch zu sortieren, sondern er muss nur noch ähnliche Accounts durch den Algorithmus benennen lassen, um diese dann dir vorzuschlagen. Also kurz gesagt, wenn du die ganze Zeit auf auf Elon Musk-Accounts eindreshen würdest. Digital werden dir noch mehr Elon Musk-Fans-Accounts angezeigt.

10:05 Gavin Karlmeier

Ja, dann wird mehr auch Frank Thielen angezeigt.

10:08 Dennis Horn

Ganz genau. Es ist ein bisschen eine Binse, weil es stimmt natürlich, ne? Das kennen wir aber auch aus anderen sozialen Netzwerken. Also wenn ich die ganze Zeit bei irgendwelchen Accounts bei Facebook schon mitkommentiere. Auch wenn ich mich darüber aufrege, was diese Accounts veröffentlichen, werden mir natürlich ähnliche Postings angezeigt, weil es gar keine Wertung vornimmt, der Algorithmus gar keine Wertung vornimmt. wie ich zu den Inhalten stehe, sondern eigentlich nur gemessen wird, interagiere ich da mit Ja oder Nein? Binäre Frage. Und wenn die Antwort Ja ist, also eins, Interaktion ist vorhanden, dann werden mir ähnliche Accounts angezeigt. Also ich finde diese Formulierung, dass der Algorithmus annimmt, dann wirst du auch andere Accounts gerne trashen wollen. Ich finde übrigens die Formulierung tatsächlich ganz gut. Ist zumindest so mein Ermessen, oder?

10:56 Gavin Karlmeier

Ja, die Erklärung ist ganz gut, aber sie sagt natürlich auch noch nicht sonderlich viel aus, was das konkret dann heißt, nicht wahr?

11:02 Dennis Horn

Mhm. Genau. Es bedeutet nur, dass dir halt de facto ähnliche Accounts zu denen angezeigt werden, mit denen du interagierst. Was nicht so überraschend ist. Ja, ich finde es.

11:14 Gavin Karlmeier

Und dann abschließend nur noch sagt er, wenn er sich jetzt so die Kommentare anguckt, die es dazu gab, zu diesem Vorschlag dann geht er ja sehr davon aus, dass sich Twitter nur zum Positiven verbessern wird.

11:27 Dennis Horn

Natürlich. Ich will dazu mal kurz direkt anknüpfen, weil diese Empfehlungsalgorithmen jetzt bei mir auch aufgeschlagen sind und ich habe das gestern schon Also vorgestern schon am Montag in einem kleinen Tweet geschrieben, habe mir jetzt den Dienstag genommen, um das mal so ein bisschen über den Tag verteilt, immer mal wieder zu beobachten, was das für mich bedeutet. Ich habe in diesem Tweet nur geschrieben, ich hasse es. Es ist nämlich wirklich schrecklich. Ich habe die Möglichkeit zwischen der For You-Page und der Following-Page. Und das ist tatsächlich noch TikTok-ähnlicher, als man vermuten könnte, denn die For You-Page. besteht bei mir aus Inhalten, die eigentlich, also ich würde so vom Bauchgefühl her sagen, ich folge ungefähr 30% der Leute, dessen Tweets dort sehe.

12:07 Gavin Karlmeier

Ja, hatte ich auch. Da tauchten nur Leute auf, denen ich kann mich nachvollziehen.

12:10 Dennis Horn

Weil das halt wirklich, also diese Empfehlungsalgorithmen zeigen mir gerade nicht ähnliche Inhalte an zu denen, mit denen ich interagiere, sondern alle Inhalte, die Menschen liken, denen ich folge. Und das ist für mein Nutzungsverhalten, so wie ich Twitter für mich über Jahre aufgebaut habe und diese Timeline, die ich aufgebaut habe, ist das eine Zäsur, weil ich jetzt gerade die Wahl habe, entweder. . alle Inhalte chronologisch angezeigt zu kriegen, was bedeutet, dass ich spannende Inhalte der Menschen, denen ich folge, vielleicht gar nicht mehr mitkriege. Oder mir eigentlich aus vermutlich der Hälfte vom kompletten deutschsprachigen Twitter alle Tweets algorithmisch sortieren lassen kann. Und dazwischen gibt es nichts mehr. Also die frühere Twitter-Nutzungserfahrung, die Inhalte der Menschen, denen ich folge, schön sortiert zu bekommen. Oder auch nicht schön, je nachdem wie man das sehen möchte, algorithmisch sortiert in jedem Fall. Die gibt es nicht mehr. Und ich muss sagen, ich vermisse die jetzt schon.

13:03 Gavin Karlmeier

Und also vielleicht bauen wir hier jetzt noch ein bisschen drauf auf, was dann da bald alles bei dir angezeigt werden könnte. Da kommen wir jetzt nochmal zu den neu verifizierten Accounts, also den Nutzerinnen und Nutzern, die sich für ein paar Euro Und bei iOS ein paar Euro mehr an Verifikationshäkchen besorgen. So viel mehr ist dieses Abo-Modell Twitter Blue ja bisher auch noch nicht. Die verifizierten Twitter Blue-Nutzerinnen und Nutzer werden in dieser Empfehlung, in diesem Empfehlungsfeed Mit höherer Wahrscheinlichkeit dann auch anderen angezeigt, Elon Musk schreibt, weil sie weniger wahrscheinlich Bots oder Trolle sind oder von einer entsprechenden Farm. gesteuert werden.

13:51 Dennis Horn

Und ich halte das für eine steile These, ehrlicherweise. Weil der Betrag dafür eigentlich fast zu niedrig ist. Also klar, es gibt diesen vermeintlichen Verifikationsprozess. Wo wir immer noch nicht so ganz genau wissen, was da eigentlich genau geprüft wird, weil wir die Geschichte des Senatoren gehört haben, beziehungsweise des Journalisten, der sich als ein Senator ausgegeben hat und einen blauen Haken bekommen hat. Und klar, es wird weniger Bots geben, das glaube ich auch, weniger Bots mit blauen Haken, dass es weniger Trolle sind, glaube ich ehrlicherweise nicht. Nicht für 8 Dollar.

14:22 Gavin Karlmeier

Interessanter Punkt. Und die Frage ist ja auch, wie sehr werden solche Accounts, nachdem sie einmal verifiziert wurden, dann noch weiter kontrolliert? Oder geht man dann auf Dauer davon aus, dass es auch keine Bots sind oder Trolle? Auch da steckt, ich sag mal so, betrugsmaschenmäßig vielleicht noch ein bisschen Potenzial drin. In der Frage. So, und wer kauft sich unter anderem solche Twitter Blue-Accounts? Die BBC hat jetzt darüber berichtet. Die Taliban. Also, die Taliban haben damit begonnen, sich verifizieren zu lassen über Twitter Blue. was bisher so nicht ging. Und es gibt jetzt mindestens zwei Taliban-Vertreter, die die BBC ausfindig gemacht hat. ein paar prominente Unterstützer auch in Afghanistan, die diese Häkchen verwenden. Zum Beispiel der Leiter der Taliban-Abteilung für Zugang zu Informationen. Der jetzt das Häkchen hat, einen Twitter-Nutzer mit 187. 000 Followern, der dort regelmäßig Infos postet über die Taliban-Regierung.

15:29 Dennis Horn

Das fühlt sich wirklich an, wie als wäre das eine Satire-Geschichte. Aber es ist toll. Es ist aber tatsächlich so und da siehst du so ein bisschen, wohin das gerade steuert. Und ich bin mir nicht sicher, ob ihr, also Geld stinkt aus Elon Musks Augen offenbar nicht. Und es spielt wirklich überhaupt gar keine Rolle, wer da jetzt gerade die Kundschaft ist. Hauptsache es fließen die 8 Dollar im Monat. Das hätte man sich nicht ausdenken können, dass die, dass das Twitter Blue Rollout offenbar in Afghanistan schneller vonstatten geht als in Europa. Und dass die Taliban, also eine terroristische Gruppe, anfängt sich zu verifizieren, damit sie als authentisch auf Twitter wahrgenommen. Also ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll.

16:12 Gavin Karlmeier

Also, vielleicht, also Elon Musk hat jetzt auch Fans unter den Taliban, natürlich. Vielleicht noch ein anderes Beispiel, Muhammad Jalal. Ein Taliban-Funktionär auch hat gesagt, Elon Musk macht Twitter wieder groß. Ja, und es ist wirklich, es ist, als hätte jemand so eine Mockumentary darüber geschrieben, die ich mir gerade angucke. Naja, und das halt auch deshalb interessant. weil diese Twitter Blue Konten, die verifizierten, mehr Reichweite bekommen. Es sind übrigens nicht nur die einzelnen Personen als die Taliban vor anderthalb Jahre jetzt glaube ich so her, die die Macht wieder übernommen haben, in Kabul auch, haben die auch bereits von Twitter verifizierte Konten zusätzlich noch übernommen, von der Regierung vorher. Auch von Sportverbänden, vom Cricketboard aus Afghanistan. Also ja, Geld stinkt nicht.

17:18 Dennis Horn

Ja, so ist das. Ja, ich habe noch eine Nachricht, die so ein bisschen schon in den Teaser für morgen wieder reinschwingt. Du wirst morgen verstehen und ihr alle auch, warum das jetzt Noch spitzer als dieser. Aber es gibt die News, dass Twitter offenbar plant, Content-Sponsorship-Deals einzugehen. Und dazu passt. . Ganz gut als Erinnerung, wir erinnern uns vielleicht daran, wie Elon Musk die ganze Berichterstattung um die WM, um die Fußballweltmeisterschaft genutzt hat, um zu zeigen, wie toll Twitter ist in Echtzeit, wie wie schnell Twitter es schafft, diese ganze Energie einzufangen und wie viel Bass und Reichweite auf der Plattform stattfindet, wenn da gerade ein Tor gefallen ist und so weiter. Denn tatsächlich plant Twitter jetzt eben solche Content-Korporationen, sie nennen es Sponsorships, was also vermuten lässt, dass da auch Geld fließt. Und dazu gehören so Major Leagues wie die NFL, die NBL, die NHL, MLB, NASCAR, PGA, also eigentlich jeder große Breitensport in den USA, also Football, Basketball, Eishockey, Baseball Auto, Motorsport, aber auch News Outlets wie Wall Street Journal, NBCU, Reuters, Axios, Bloomberg, werden da alle genannt als mögliche Partnerunternehmen? Und ich weiß noch nicht so ganz genau, vielleicht hast du eine Idee, wie diese Kooperationen oder diese Sponsorships aussehen können. Aber ich finde es doch erstaunlich, dass offenbar da jetzt Twitter auch Geld in die Hand nehmen möchte, vermute ich, um solche Kooperationen in gewisser Weise exklusiv zu machen.

18:53 Gavin Karlmeier

Ja, absolut interessant die Frage und dafür ist mir hier noch ein bisschen zu wenig hinterlegt an Informationen, wie die Kooperationen Dann aussehen dürften, aber hier haben wir ja dann wahrscheinlich eine Reihe von Unternehmen, wenn das wirklich so zustande kommt, denen diese Brand Safety und Unsicherheitsfrage nicht mehr ganz so stark unter die Nägeln brennt, wie wir das so Ende vergangenen Jahres noch besprochen hatten bei den Werbekunden auf Twitter. Und nun gehört natürlich dazu, dass so in Sachen Echtzeit und Diskussion über Sport auf auf so einer Social Media Ebene, Twitter einfach die Plattform ist. Und es gab ja durchaus mal solche Kooperationen, die dann auch dazu führten, dass Livestreams solcher Sportereignisse dann auf Twitter selbst zu sehen waren. Ich kann mir vorstellen, dass man hier an solche bestehenden Punkte anknüpft. Aber da würde mich dann wirklich noch interessieren, wieso die Ausgestaltung Aussieht und wer hier wem tatsächlich wie viel Geld zahlt.

19:57 Dennis Horn

Ja, total. Ich würde auch noch einen Schritt weiter gehen und frage mich, wie diese Brand Safety auch in die andere Richtung gilt. Denn wenn wir Elon Musk beim Wort nehmen, dann sind gerade die Medienhäuser, naja, sie sind, ich will nicht sagen das Böse, aber sie sind ihm schon ein Dorn im Auge, weil sie in seinen Augen Partei ergreifen, weil sie in seinen Augen eh berichten, was sie möchten. Jetzt sind hier in diesen möglichen Partnerships auch The Masked Singer auf Fox genannt. Das ist nicht so überraschend, dass er mit Fox eine Kooperation eingeht. Aber eben, wie gesagt, auch Reuters oder NBC. Und das sind ja durchaus auch Fernsehsender, die er sonst eher als Feindbilder wahrnimmt. Oder auch Nachrichtenagenturen im Fall von Reuters. Und da finde ich doch sehr spannend, ob ihm in dem Fall das dann vielleicht tatsächlich egal ist oder ob er hier solche Marken, die er dann noch schlimmer findet, wie zum Beispiel CNN. Ob die dann ganz bewusst einfach auch ausfallen. Also ob er hier schon eine Vorauswahl trifft in seinem politischen Sinne. Ja, da stecken viele spannende Fragen drin in diesem Thema.

20:59 Gavin Karlmeier

Also ein Wiederzugehen oder ein Wiederzusammenkommen mit Medienpartnern. Ich finde das tatsächlich auch einfach über die Sportwelt hinaus interessant. Und das verfolgen wir auch noch.

21:14 Dennis Horn

So ist es. Dennis, wir hören uns morgen. Gerne. Bis morgen. Tschüss. Tschüss.