Die Whistleblower-Saison ist eröffnet – und lässt viele Rückschlüsse auf Vorgehen und -haben des DOGE zu.
Außerdem sprechen wir über Social Media-Fatigue, über die nächsten Prozesstage zwischen Meta und der FTC und über die Frage, wie soziale Medien eigentlich mit nationalen gesetzlichen Unterschieden umgehen sollten.
Und ja, natürlich sprechen wir traditionell auch wieder über etwas Internethistorie. Heute: Tumblr!
➡️ NPR über den Whistleblower: https://www.npr.org/2025/04/15/nx-s1-5355896/doge-nlrb-elon-musk-spacex-security
Kapitelmarken
KI-generiert:
Chapters
00:00 Social Media-Fatigue
06:07 Wie Digitale Medien mit Polarisierung und Populismus Demokratien zerstören
11:55 Erfahrungen mit Smartphones und deren Einfluss auf die Konzentration
15:04 Handyverbot in Frankreich
20:58 Whistleblower über die Gefahren von Datenmissbrauch
31:01 Whistleblowerin über interne Konflikte bei Doge
38:02 Moderation und Zensur in sozialen Netzwerken
51:33 Der Prozess zwischen Meta und FTC
01:00:30 Die Rückkehr von Tumblr und die Gen Z
01:02:14 Funktionen und Emotionen
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Janis. Grüß dich, Gavin. Na, wie ist die Stimmung? Achso, ich muss sich kurz vorstellen. Bei mir ist heute Janis Schakarian, Audio-CVD beim Spiegel, Stammgast, und ganz selten, dass wir beide eine Folge, dass wir eine Folge aufnehmen, bei der wir beide nicht in sich bewegenden Vehikeln unterwegs sind.
00:24 Jannis Schakarian
Weißt du, was ich hätte machen sollen? Ich habe hier so ein Walking Pad. Das hätte ich aufstellen sollen und dann hätte ich die Folge im Laufen aufnehmen können.
00:32 Gavin Karlmeier
Können wir die nächste dann machen.
00:33 Jannis Schakarian
Ja, das machen wir.
00:35 Gavin Karlmeier
Marianis läuft's. Du hast mir gerade schon auf Aufnahme gedrückt, da hast du mir gesagt, ich habe mein Verhältnis zu Social Media grundsätzlich überdacht. Da bin ich jetzt auch mal gespannt, wie du jetzt hier einsteigen willst heute.
00:49 Jannis Schakarian
Ja, ich ähm, wie fange ich an? Ich war zwei Tage krank am Anfang der Woche und meine Tochter auch. Und das heißt, es war viel so im Bett rumliegen und ich habe eigentlich nicht gearbeitet und trotzdem hat meine Tochter danach gesagt Oh, der Papa, der musste so viel arbeiten, der hat gerade überhaupt keine Zeit. Da dachte mir so, hä, wieso dachte sie denn, dass ich die ganze Zeit arbeiten musste? Na klar, weil ich irgendwie dauernd am Handy hing. Und also das war so ein Auslöser. Dann habe ich noch ein YouTube-Video gesehen, was eine Dreiviertelstunde geht, was da hieß, I hate my phone. and I got rid of it. Und dieses I hate my phone, das hat bei mir wirklich sowas ausgelöst, wo ich mir dachte, Moment mal, wie ist es eigentlich so weit gekommen? Dass dieses Handy, was mal ein super nützliches Tool und Werkzeug war, um sich besser in der Welt zurechtzufinden, um irgendwie mit Freunden in Kontakt zu bleiben und so weiter, zu was geworden ist, wo man wirklich was man hasst, wo man danach denkt, so was habe ich da jetzt eigentlich gerade eine Stunde gemacht? Ich kann dir nicht sagen, was ich eine Stunde gemacht habe. So, und diese, lustigerweise sind wir damit gleich bei Elon Musk, der ja mal die Unregretted User Minutes als als Metrik ausgerufen hat. Und ich kann sagen Meine Unregretted User Minutes sind nahe null. Also ich habe kaum Unregretted User Minutes, wo ich denke, geil, dass ich jetzt da das Handy benutzt habe. Und ich glaube, es liegt daran, dass eben Social Media inzwischen so weit optimiert ist, uns irgendwie reinzuziehen und Sachen zu zeigen, die wir nie wollten, und zwar nicht in einem positiven Sinne. Dass man eben wirklich hinterher denkt, was habe ich hier gemacht? Und wir auch noch an so einem Punkt sind, wo es immer weiter kommerzialisiert werden. Wir sprechen hier oft über die N-Citification. Die wird alles Mögliche verkauft. Ich fand auch diesen Start des TikTok-Shops ganz schlimm, aber egal. Und man selber zieht nichts mehr raus. Die Weltlage irgendwie hilft einem dabei auch nicht, dass man denkt, ich habe da jetzt reingeguckt und fühle mich nicht besser als vorher. Und jetzt habe ich mir, also ich liebe Euge schon die ganze Zeit immer mit diesen Minimal Phones und Lightphones und keine Ahnung wie die heißen, wo du irgendwie nur so ein I-Ink Display hast und dann sind da drei Apps aus und du hast gerade so eine Kamera, aber so weit ging es noch nicht, weil die kosten mal 600 Dollar, aber ich habe jetzt so einen Minimalist Launcher installiert, der quasi dafür sorgt, Dass dein Handy nur noch schwarz-weiß und du hast nur noch so eine Liste von Apps. Also du hast keine App-Icons mehr, keine Bilder mehr. Sondern da steht dann einfach die Uhrzeit und dann steht da, weiß nicht, Phone, Messenger, sowas untereinander, kannst du auch so. Und das ist zumindest heute schon mal besser.
03:49 Gavin Karlmeier
Krass. Ja, ich kann das krass, also ich kann das hundertprozentig nachvollziehen, weil ich habe mir so von einem, das ist schon länger her, es war letztes Jahr im Februar, also 2000. 24. Da habe ich die Apple Watch abgeschafft. Also ich habe die, besitze sie zwar noch und trage die so, wenn ich weiß, heute werde ich sportlich, weil jeder weiß, nur Kalorien, die getrackt werden. werden, werden auch wirklich verbrannt. Aber ansonsten trage ich die nicht mehr, weil ich nicht die ganze Zeit mit meinen Notifications konfrontiert sein möchte. Gleichzeitig habe ich ja die Zeit, die ich früher auf Twitter verbracht habe oder auf X, Nee, auf Twitter, auf X habe ich nie viel Zeit verbracht. Habe ich auf Reddit umgemünzt, weil ich da immer das Gefühl habe, nicht so doll regretted User Minute zu haben, sondern dann nehme ich immer was mit. Also ich lerne dann etwas oder habe so irgendwelche Rabbit Holes, in die ich mich rein. schmeißen kann und versuche auch wirklich die Zeit die ich so in Short-Video-Feeds verbringe auf ein Minimum runterzufahren. Das ist beruflich nicht mal so easy. Aber ich, also meine TikTok-Bildschirmzeit zum Beispiel liegt bei unter zehn Minuten in der Woche. Bei Instagram konsumiere ich vor allem Storys und dann auch sehr ausgewählt von den Leuten, bei denen ich weiß, dass es mich interessiert, was sie so gerade erleben. Weil man zu wenig Zeit hat, sich irgendwie auszutauschen. Und sonst geht es mir ganz ähnlich, dass ich irgendwie genervt bin. Und was mir aber auffällt, und das erhängt sich vielleicht genau an deine Beobachtung, Ich bin richtig häufig genervt von meinem Laptop. Und das war früher anders. Früher war das für mich ein Universalgerät, das völlig in Ordnung für Arbeit. Hobby und private Zeit genutzt werden kann. Also mit Hobby meine ich jetzt so Sachen wie, wenn ich mal auf einer Party auflege, benutze ich auch meinen Computer. Oder wenn ich fotografiere, benutze ich meinen Computer, um die Fotos zu bearbeiten. Das ist aber zum Beispiel etwas, dass ich ganz bewusst aus meinem beruflichen Alltag fernhalte, weil ich das für mich mache. Und als Selbstständiger schmeißt man ja eh alles in die Werkstalle, was man an Fähigkeiten hat und dann ist es ganz schön, so kleine Inseln zu finden, die man nicht benutzt, um die um die auch noch zu verkapitalisieren irgendwie. Das klappt mit den Partys, die ich mache, nicht so gut, weil da will ich jetzt nicht zu weit ausholen, aber da gibt es so Überschneidungen. Aber mit Mit Fotos machen zum Beispiel. Das mache ich nur für mich und das teile ich auch quasi nie im Internet. Und das ist so mein Ding irgendwie. Und inzwischen merke ich aber, dass ich, wenn ich meinen Computer auf dem Esstisch stehen sehe, Dass der, dass denen so eine schwarze Wolke umgibt. Und dass ich denen ganz auf dort aus dem Blickfeld auch verbannen muss. Ich weiß nicht, ob das darin liegt, dass ich 36 bin oder ob es darin liegt, dass ich mich beruflich damit und beschäftige, wie schlecht die Welt geworden ist und wie sehr dieses Gerät einen maßgeblichen Anteil daran hat. Oder ob ich einfach jetzt, ob das eine Veränderung ist, die alle gerade beschäftigt.
06:33 Jannis Schakarian
Ja, lustig, weil bei mir ist es ein bisschen genau umgekehrt. Bei mir ist die Apple Watch so ein bisschen der Ausweg und ich Ärgere mich gerade, dass ich mir nicht die mit einer Sim-Karte gekauft habe, weil dann könnte ich mein Handy noch viel öfter weglegen, weil ich jetzt irgendwie dann die Hörbücher oder auch die Podcasts, die sind so meine Flucht, wo ich sage, das sind meine. Unregretted User Minutes sind irgendwie Podcasts, die ich in Ruhe höre, sage, da nehme ich was mit. Oder und das habe ich eigentlich, während ich krank war, irgendwie Game of Thrones die Bücher nachgehört. Da kann man wirklich ein paar Tage krank sein.
07:10 Gavin Karlmeier
Und davon krank werden, lustigerweise.
07:13 Jannis Schakarian
Und das habe ich dann alles mit der Uhr ganz viel gemacht. Aber da ist auch, ich habe da fast alle Notifications aus. Ich weiß, du bist so ein Notification-Junkie. Ich habe fast, also auf der Watch kommt eigentlich nichts an an Notifications, genau weil ich das eigentlich nicht möchte. Dass es mich dauernd tapt und dich da rausreißt, sondern es ist für mich, der sagt mir die Uhrzeit und soll was abspielen, wenn ich will, aber mich nicht rausreißen. Und der Laptop, na gut, bei mir ist der Vorteil, ich habe halt zwei Laptops, ne? Einen von der Arbeit, wo ich irgendwie arbeite und den.
07:47 Gavin Karlmeier
Sind das zwei baugleiche Geräte?
07:49 Jannis Schakarian
Nein, zum Glück nicht. Der andere ist schwer und groß und abschreckend. Das ist der Arbeitslaptop und das andere ist so ein kleines, cooles, super nices MacBook. Er, mit dem man also total gerne aus seine Freizeit verbringt und ja.
08:03 Gavin Karlmeier
Ich finde das eine ganz spannende Beobachtung, weil das Weil das Irritierende ist ja, ich will gar nicht so weit ausholen und abschweifen hier, aber das Irritierende ist ja eigentlich, dass Social Media ja ursprünglich gedacht war, damit wir uns vernetzen und FreundInnen finden und Und behalten und mit denen in Kontakt bleiben und so. Und wir haben uns darüber zum Beispiel kennengelernt und dazu ist ein Kontakt, also Wir beide sehen uns nicht so oft, wie wir gerne würden, aber wir würden beide gerne mehr. Und das ist eigentlich ein gutes Zeichen für Menschen, die sich mögen. Und gleichzeitig stellen wir aber fest, dass dieses Ding halt offenbar irgendwann durchgespielt ist für uns. Die Instagratification ist vorbei.
08:39 Jannis Schakarian
Genau, jetzt muss man halt einen Podcast zusammen machen, um in Ruhe miteinander zu sprechen.
08:44 Gavin Karlmeier
Ganz normales Problem von zwei Männern über 30.
08:46 Jannis Schakarian
Schrecklich. Und ich glaube, die Lösung für dich ist, du musst einfach noch ein Gerät kaufen. Also schaff dir doch noch einmal. Und macht darauf DJ und Fotos. Perfekt.
08:57 Gavin Karlmeier
Tim Cook gefällt das. Tim Cook, ja, der ist ja gerade eh, naja, das können andere besser ausführen. Das interessante ist, das bringt uns direkt ins erste Thema. Und zwar gibt es eine Studie, die ist schon zweieinhalb Jahre alt, aus November 2022. Und da hat das Team um den Computational Social Scientist, so nennt er sich, ein computergestützter Sozialwissenschaftler, Philipp Lorenz Spreen. Der hat eine Studie gemacht, die wiederum aus 500 anderen Studien besteht. Es gibt bestimmten Fachbegriffe.
09:28 Jannis Schakarian
Eine Metastudie. Ist das dann?
09:31 Gavin Karlmeier
Wirklich?
09:31 Jannis Schakarian
Der Fachbegriff ist Metastudie.
09:33 Gavin Karlmeier
Ah ja. Der hat eine Metastudie entwickelt mit seinem Team zusammen, bei der es um die Frage ging, ob digitale Medien Polarisierung und Populismus in etablierten Demokratien stärker befeuern können als andere Tools? Und die Antwort damals war ja Und jetzt haben sich aber Forschende der Tongji University, der University of Cambridge und der Duke University zusammengetan, um das sozusagen nochmal wissenschaftlich gegenzuchecken. Sie haben eine Untersuchung durchgeführt, bei der sie alle Originalquellen nochmal ausgewertet haben und die dann sozusagen in eine neue Studie überführt haben. Und das Ende dieses Prozesses ist etwas des HörerInnen dieses Podcast. Nicht überraschen wird, aber ja, digitale Medien sind ein Treiber, ein Motor für Populismus und Polarisierung, vor allem in etablierten Demokratien. Das ist das Ergebnis. Und die Studie endet damit, dass es damit jetzt genug Beweise für die zentrale Aussage gäbe, um Herausforderungen ernst zu nehmen und Strategien zu entwickeln, die die Risiken minimieren, die eben digitale Medien mit sich bringen.
10:43 Jannis Schakarian
Ja, dann könnten wir jetzt langsam auch damit anfangen.
10:48 Gavin Karlmeier
Ja. Übrigens, weil du gerade Metastudie gesagt hast, was dieses Team da durchgeführt hat, ist eine sogenannte Replikationsstudie.
10:58 Jannis Schakarian
Gesundheit. Ja, das ist ganz wichtig im wissenschaftlichen Arbeiten, dass man solche Ergebnisse auch regelmäßig überprüft. Aber hier denke ich mir so. Wir konnten es alle auch im echten Leben beobachten, aber die Schlüsse daraus haben wir bis heute nicht gezogen und wir haben keine wirksame Reaktion darauf irgendwie gefunden, wie wir unsere Demokratie davor schützen oder unser gesellschaftliches aus dem Na auf einen aus aufeinander driften inzwischen schon fast Ja.
11:31 Gavin Karlmeier
Glaubst du, also ich bin mir nicht sicher, es könnte ja zwei Ursachen haben, warum wir es als Gesellschaft nicht gebacken kriegen, dagegen vorzugehen. Möglichkeit eins ist, weil die. ich sag mal, wie sagt man, die Individualkompetenz nicht angefasst werden darf, dass jeder für sich selber entscheiden kann, wie er mit sich umgeht. So? Also weil wir den Druckschluss haben, dass wir sagen, das sollen Leute immer noch für sich selber entscheiden und zu viel Staat wäre nicht gut. Also ist es eher ein Grund, der aus dem liberalen Gedanken her stammt, dass man sagt. . Lass die Leute, wenn sie so doof sind, das sie benutzen, selber schuld. . Oder meinst du, das hat was damit zu tun, dass wir alle gleichzeitig auch so sehr davon profitieren, von diesen sozialen Netzwerken und das Gefühl haben, davon zu profitieren, weil es sich eben anfühlt wie eine Cola trinken oder ein Bier trinken, also Dinge, die uns eher irgendwie gut tun, zumindest in dem Moment, in dem wir es tun, gefühlt guttun, dass sie deswegen sagen, ja, die Vorteile überwiegen noch die Risiken in unserem Bauch. Wahrnehmung.
12:31 Jannis Schakarian
Ja, aber ich finde, also in diesen Vergleichen, die du ziehst, steckt für mich auch fast die Antwort. Wir reden ja nicht davon, dass. Alkohol verboten ist, Bier trinken ist nicht verboten, sondern ist halt erst ab 16 erlaubt. Und Cola trinken ist auch nicht verboten. Wir denken aber gerade darüber nach, wie viel Werbung darf man eigentlich für Zuckerhalter Haltige Lebensmittel machen. Und ich würde ja auch nicht sagen, man muss das abschaffen und auch nicht zensieren oder so, sondern sinnvoll regulieren und sich überlegen, wie können wir das einhegen wie dürfen Algorithmen aussehen. Keine Ahnung, Rundfunk ist auch verpflichtet, wenn es ähn, wenn ein Fernsehprogramm ein Vollprogramm sein möchte, dann muss es einen gewissen Anteil Nachrichten haben, zum Beispiel. Und sowas sich zu überlegen. Und ich glaube, da sind wir beim eigentlichen Grund, dass diese Wirkweisen viel zu wenig verstanden werden. um dann auch einen smarten Ansatz zu finden, wie man darauf reagieren könnte und zu sagen, okay, lass uns mal wirklich darum kümmern. Es ist so ein, ja, es ist halt immer noch Neuland. So, wir haben halt gerade ein neuen Kanzler aus den Neunzigern. Da war es alles noch ganz frisch.
13:49 Gavin Karlmeier
In Frankreich gibt es jetzt den ersten Test, ein Handyverbot an Mittelschulen durchzuführen. Das betrifft am Anfang jetzt zumindest erstmal 100 Mittelschulen. die das, nee, entschuldige, in 100 Mittel des Schulen wurde das in den letzten sechs Monaten getestet. Da haben Alle SchulleiterInnen und Senatoren gemeldet, dass es ein durchweg positives Ergebnis gegeben hätte. Die Verbesserung des Schulklimas wäre spürbar gewesen. Und deswegen wird dieses Ergebnis ab September komplett Frankreich betreffen, dass Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis fünf. an der Schule keine Smartphones mehr benutzen dürfen. Also die müssen entweder in ein Schließfach, die Handys, oder in einer Tasche verstaut werden, aber eben nicht mehr benutzt werden.
14:33 Jannis Schakarian
Ja und ich wäre, früher wäre ich von der Warte gewesen, die gesagt hätte, jetzt nehmt doch den Kindern nicht die Handys weg und das gehört doch irgendwie dazu und die müssen doch lernen, damit umzugehen. Aber genau darum geht es ja nicht, ne? Sondern es geht, ähm, und wenn man mit Lehrerinnen und Lehrern spricht, ist es, also gibt es auch solche und solche Stimmen, aber ich höre auch viele, die sagen, die können sich einfach sonst nicht mehr konzentrieren. Und Worüber wir am Anfang gesprochen haben, geht uns ja auch so. Während das Handy daneben liegt, also ich stelle mir vor, ich müsste heute eine Dreiviertelstunde irgendjemand zuhören, während ich mein Handy daneben habe. Nee, also lass es doch einfach weg, hat da nichts zu suchen. Plus, da kommt ja noch dieses ganze Mobbing, äh, Chatten, also sorry ist schon schlimm genug, was es in der Arbeit dann alles für Side-Chats gibt. wo nebenher gelästert wird über diese Sitzung, die da gerade läuft. Das ist ja in der Schule alles noch viel, viel schlimmer. Von daher, ich Ich bin selber von mir überrascht, aber ich finde das erstmal einen guten Vorschlag. Und das heißt ja nicht, dass man dann nicht sagt, okay, wir setzen es jetzt gezielt ein, um irgendwas damit im Unterricht zu machen. Aber das passiert natürlich auch zu wenig. An sich finde ich, ist es, glaube ich, sinnvoll zu sagen, den Vormittag über Im Unterricht braucht ihr das Ding nicht und vielleicht auch nicht in der Pause zwischendurch, sondern ihr könnt da nochmal erleben, wie es ohne kurz auf dem Schullauf ist.
16:01 Gavin Karlmeier
Ja, also ich bin da ein bisschen hin und her gerissen. Also denn im Unterricht ist ja eigentlich, das Telefon sollte sowieso verboten sein, zumindest ist das an den Schulen, die ich so besucht habe, überall der Fall gewesen. Also auf der einen Seite glaube ich, so ein großes Verbot macht jetzt de facto nicht so einen megagroßen Unterschied in der Realität und die Schülerinnen und Schüler, die ich da immer so Also für die, die es nicht wissen, haken dann Bingo-Häkchen, aber ich war früher, habe bis zum Ende letzten Jahres Medienkompetenztrainings in neunten Klassen durchgeführt und bin sehr viel durch Schulen gereist und habe da mit jungen Menschen gesprochen. Und die Leute, die ich da getroffen habe, hatten alle eine Bildschirmzeit von 14, 15 Stunden im Schnitt. Also nicht alle, aber das war schon in jeder Klasse der Fall. Und Die meiste Zeit davon fiel eben nicht auf die Zeit in der Schule, sondern zu Hause, die Nacht, vor der Schule, nach der Schule, sowas. Das heißt, weiß ich nicht, wie groß der Unterschied ist. Auf der anderen Seite hat das Signal natürlich auch eine Wirkung, nämlich das Signal ist, wir haben es probiert, aber es funktioniert nicht. Die Lehrerinnen und Lehrer sind häufig nicht selber gut geschult oder selber nicht gut im Thema, wissen nicht so ganz genau, was die Kinder da eigentlich an dem Telefonen machen. Verbieten ihnen das Falsche auch häufig, habe ich erlebt. Ich habe erlebt, dass zwei Schüler miteinander Schach gespielt haben und die haben mich gebeten, das nicht der Lehrerin zu sagen, wer Lehrerin hat ihnen das verboten, dass sie miteinander Schach spielen am Telefon. So, das sind natürlich, das löst die falschen Reaktionen in den Köpfen junger Menschen aus. Auf der anderen Seite Ist so ein Verbot natürlich immer auch eine Einladung für einen jungen Menschen, sich einen Umweg zu suchen. Und das macht es, glaube ich, so ein bisschen, macht das Dilemma nicht kleiner. Also zum Beispiel ein Zigarettenverbot an der Schule und es wird trotzdem geraucht.
17:51 Jannis Schakarian
Ja, natürlich. Und ähm, aber trotzdem steckt dahinter die Anerkennung, dass es irgendwie schädlich ist zu rauchen. So. Und da wäre ich jetzt auch irgendwie zu sagen, ähm Versuch es halt so weit wie möglich wegzuhalten. Von mir aus muss man es nicht rigide bestrafen, man muss es halt irgendwie kontrollieren und sagen, gib dein Handy hier ab und dann kannst du es wieder abholen oder so. Ich bin selber überrascht, dass ich das inzwischen einen guten Weg finde.
18:21 Gavin Karlmeier
Ja, man stellt auch fest, da sind wir wieder beim, heute ziehen wir uns immer wieder auf diese deine Anfangseinschätzung. dass so auch meine Einschätzung gegenüber sozialer Netzwerke oder auch dem eigenen Umgang mit Daten ganz anders ist als damals, als ich noch mit dem Podcast angefangen habe. Also weil die Welt sich verändert hat, weil meinen Kenntnisstand ich mich auch verändert habe, aber auch das eigene Gefühl darüber, wie andere Leute mit den Daten umgehen oder mit den Netzwerken oder der Verantwortung, die sie haben, ja, frappierend ist.
18:52 Jannis Schakarian
Ja, äh tatsächlich, ne? Es ist dieses gut Markus Beckedal hat es uns schon immer gesagt, ne, Achtung, welche Daten und es müsste nur der Falsche an die Macht kommen. Und jetzt sehen wir halt in den USA, was mit diesen Daten passiert, wenn wirklich wirklich mal der falsche an die macht kommt und wo die plötzlich auftauchen und man denkt sich so hupsa war vielleicht doch stimmt vielleicht doch nicht alles und Ähm, Mark Zuckerberg hat auch sein politisch-männliches Erwachen, und du denkst dir so, ich fand dich schon immer unsympathisch, aber dass du das nochmal toppst, Respekt, und warum muss ich jetzt eigentlich auf deiner Plattform rumhängen?
19:29 Gavin Karlmeier
Das ist eine total legitime Frage. Wir haben jetzt drei Abbiegemöglichkeiten, weil sie alle drei, also wir können entweder über Mark Zuckerberg sprechen. Oder über den Umgang mit Daten, wenn der Falsche an die Macht kommt. Oder wir bleiben in Europa und mit dem Umgang mit sozialen Netzwerken. Du kannst es dir aussuchen. Alle drei Themen kommen heute noch dran.
19:51 Jannis Schakarian
Ich hab sie dir extra alle drei so hingelegt. Lass uns doch mal mit. dem sympathischen Elon Musk und den Daten in den falschen Händen anfangen.
20:01 Gavin Karlmeier
Toll. Dann gehen wir zu Elon Musk und kommen zum Doge. Es gibt einen Whistleblower, der mit NPR gesprochen hat. Das ist ein Also, der Text ist sehr, sehr lang. Ich packe ihn in die Shownotes, weil er trotzdem sehr, sehr toll geschrieben ist. Wirklich ein absolutes, mega schönes Longread über eine ganz schreckliche Geschichte. Und zwar geht es um einen Mitarbeiter des Netzes. National Labor Relation Board. Das ist eine Behörde, die die Aufgabe hat, die Beziehungen zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zu überprüfen. Wenn du jetzt zum Beispiel das Gefühl hast, an meinem Arbeitsplatz finden Dinge statt, die so nicht laufen sollten, dann kannst du denen das melden und die überprüfen das. Und ein Mitarbeiter eben dieser NLRB
20:47 Jannis Schakarian
Man kann sich gar nicht vorstellen, warum Elon Musk mit dieser Behörde Probleme haben sollte. Erzähl weiter.
20:54 Gavin Karlmeier
Die haben einen an dieser. Ich glaube, man kann es fast so nennen, einen dieser Doge-Überfälle erlebt, bei denen ist nämlich das Doge einmarschiert und haben im großen Stil Daten abgezogen. Und haben dabei im deutlich größeren Stil Daten abgezogen, als es von den Mitarbeitenden dieser Behörde tatsächlich erwartet wurde. Also man muss dazu sagen, diese Behörde speichert eben auch anonymisiert, teilanonymisiert und auch offen auf ihren sehr verschlüsselten und versicherten Geräten eben halt auch Informationen über andere ArbeitgeberInnen. weil sie eben möglicherweise bei wiederholten Verstößen eben dann auch weitere Ermittlungen anstrengen können. Das ist also eine Behörde die durchaus sensible Daten gespeichert hat, aber eben auch über ArbeitnehmerInnen, die sich eben beschweren über Unternehmen oder eben damit möglicherweise auch anonym bleiben müssen, weil sie eben vielleicht sonst irgendwelche Sanktionen zu erwarten hätten. So, und diese Bundesbehörde wurde eben von Doge überfallen, ist vielleicht ein großes Wort, aber man kann es so sagen. Da reingelaufen, haben ihre Systeme angeschlossen und haben Daten im großen Stil abgezogen. Und es gibt so ein paar Dinge, die in diesem Text stecken, die ich doch sehr bemerkenswert finde. Also zum einen hat dieser Whistleblower festgestellt, dass es einen Doge-Ingenieur ist und Entwickler gibt mit dem Namen Jordan Wick, der auf seinem öffentlichen Konto bei GitHub. GitHub, das ist so eine Plattform, bei der kannst du eben deine unterschiedliche Versionsstände einer Software hochladen, Quelltexte zwischen speichern. GitHub ist häufig verbunden mit der Software, mit der du entwickelst und so. Und hat dieser Jordan Wick eben, der Doge-Entwickler. hat auf seinem öffentlichen Konto bei GitHub eine Software oder ein Repository, wie es heißt, hochgeladen, das er nicht selber runterladen konnte. Aber dass er eben gesehen hat, dass es auf diesem Konto liegt mit dem Namen NXGen BDOR Extract. So, jetzt muss man dazu wissen, dass NXGen ein internes System Von dem NLRB ist, also dieser Behörde, in der der Whistleblauer arbeitet, das entwickelt wurde, um Vergeltungsmaßnahmen für Arbeitnehmende zu verhindern, indem sie mit Hilfe von Anonymität Warenden Maßnahmen zum Beispiel Arbeitgeber abgleichen können. Das ist NX-Gen, ein Tool, das extra für diese Behörde entwickelt wurde. So, und dieser Jordan Wick, der für Stoge eben entwickelt, hat offenbar versehentlich dieses Repository bei GitHub auf öffentlich gestellt. Er hat, daraufhin hat dieser Whistleblower sein Team alarmiert und innerhalb weniger Minuten wurde dieses. . dieses Ding auf Privat gestellt. . Das heißt, irgendjemand hat ihn sozusagen gewarnt, wie es aussieht, oder gesagt, hier, Mr. Wick, hier ist ein Problem.
23:49 Jannis Schakarian
Also, er hat es versehentlich öffentlich gestellt, aber vermutlich absichtlich runtergeladen und irgendwie in sein GitHub-Repository gelegt.
23:57 Gavin Karlmeier
Nein, er hat es oder entwickelt. Er könnte es auch entwickelt haben.
24:01 Jannis Schakarian
Ah, dass er davon die.
24:03 Gavin Karlmeier
Genau. So, und das wurde dann versehentlich öffentlich, vermutlich online gelassen. So, dann gibt es aber auch noch die andere Anekdote, die ich auch für wahnsinnig besorgniserregend halte. Du hast dir gewünscht, dass wir mit dem Doom Scrolling für die Ohren hier anfangen heute. dass in dem Moment, als das Doge angefangen hat, die Daten abzuziehen, auch innerhalb weniger Minuten es mehrere Anmeldeversuche und Angriffe von außen gab auf die Systeme des NLRB mit russischen IP-Adressen. Wie das jetzt genau zusammenhängt, was dahinter steckt, mehr weiß man dazu nicht, aber es gab eben diese gescheiterten Anmeldeversuche mit russischen IP-Adressen, während dieser Doge-Angriff auf diese Behörde eben lief. Das ist schon alles ziemlich harter Tobak und zusammengefasst hilft das ganz gut zu verstehen, warum es Elon Musk offensichtlich nie wirklich um Effizienz ging oder um Ersparnisse, warum dieses Schönrechnen eigentlich am Ende Augenwischerei nach außen ist, warum diese Zahlenziele nicht erreicht werden können. Wir haben in der Folge am Montag ja über die Die gescheiterten Zahlen des Doge gesprochen, dass sie offenbar selber nur noch davon ausgehen, 15% ihres Zieles selbst zu erreichen. Aber dass die Arbeit des Doge eigentlich nichts anderes als ein verlängerter Arm dieser Project 2025-Idee war.
25:22 Jannis Schakarian
Ja, aber mit noch weiter reichenden Schäden. Also Project 2025 hatte ein politisches Ziel, irgendwie das Umbauen, aber was. Doge hier droht, kaputt zu machen, geht noch viel weiter. Also dieses Öffnen der Systeme ist Eigentlich, äh, wie würde man sagen, nationaler Sicherheit bedroht eigentlich der nationale Sicherheit, ne? Und das finde ich Kommt immer fast ein bisschen zu kurz. Warum haben wir uns aufgeregt über hier dieses Signal-Gate und was steckt auch hier dahinter, dass die Doge-Leute da mit, keine Ahnung, wahrscheinlich ihrem privaten Mac Da reinmarschieren und sagen, oh, wir zapfen mal kurz die Regierungssysteme an. Da fehlt und das fehlt, glaube ich, Elon Musk grundsätzlich jegliches Verständnis davon, wie Regierung funktioniert und wie diese Arbeit funktioniert. Und warum es gewisse Sicherheitsmaßnahmen gibt, dass die eben nicht zum Spaß da sind. Und auf den ersten Blick denkt man erstmal, wow, wie kompliziert und umständlich, es muss doch alles billiger gehen. Und dann denkt man so, nein, weil man es halt gegen gewisse Dinge absichern will. Und das hier ist eigentlich ein ganz schönes Beispiel, weil man zuerst denken könnte, ja, welches Interesse sollte denn Russland an diesen Arbeitgeberdaten haben? Ist doch vollkommen wurscht. Naja, das ist das perfekte Ding, wenn du irgendwie zum Beispiel gezielte Phishing-Attacken losschicken willst. Wenn du dann plötzlich weißt, wer intern mit wem. . welches Problem auch hat und so. Wenn du diese Infos hast, kannst du plötzlich Phishing-Attacken starten, auf die jeder reinfällt, und schon bist du irgendwie in dem eigentlichen System des Unternehmens. Also das ist dieses Risiko, was hier immer mitschwingt, wenn Doge so unbedacht überall reinmarschiert und hups, aus Versehen auch mal irgendwas bei GitHub veröffentlicht. oder auch Dinge kürzt, wo sie denken, ja, das ist doch unnötig, warum ist es denn hier so teuer? Und man sich denkt, ja, es ist halt teuer, weil man ein paar Sicherheitsschlaufen mehr bedenken muss als wenn, als wenn es nur um ein soziales Netzwerk geht.
27:26 Gavin Karlmeier
Ja, und man darf halt diese, also es wird ja immer von diesen Tech Bros, Milliardären und UnternehmerInnen gesagt, naja, man müsste meine Regierung so wie so ein Unternehmen führen, dann könnte man es effizient gestalten, wie ein Start-up führen, ein bisschen die Start-up-Mentalität reinbringen, um diesen veralteten, verkrusteten bürokratischen Apparat zu reinigen oder was auch immer. Dabei übersieht man aber, dass ja ein Start-up ein klares Ziel hat, nämlich wirtschaftliche Interessen. Das Ziel eines Startups ist, das Geld zu verdienen. Jetzt gibt es bei einer Regierung aber ja keine finanziellen Einnahmequellen. als das Geld der Bürgerinnen und Bürger. Das heißt, geht es denen schlecht, geht es der Regierung schlecht, geht es dem Staat schlecht, geht es allen schlecht. Das funktioniert einfach. Also da ist ein so massiver Denkfehler drin, Und das Ding ist halt auch, Unternehmen haben in der Regel kein Gewissen. Und dieses Gewissen ist aber die Grundlage für staatliche Arbeit. Also wenn du einen Sozialstaat hast oder einer, der so zumindest sich den Anstrich gibt eines Sozialstaates wie die USA, dann musst du dich immer wieder in den Vorderung stellen, dass es den Menschen gut geht. Sonst funktioniert das ganze System ja gar nicht mehr. Und auch weil es, wenn es in den USA nicht immer gut funktioniert hat und ehrlicherweise auch sehr häufig einfach versagt hat als Sozialsystem, so war es immer noch deutlich besser als das, was wir gerade erleben.
28:44 Jannis Schakarian
Ja, und das also bei einem Gewissen oder so einem Verständnis kann man, glaube ich, von bei Elon Musk nicht von ausgehen. Ich glaube sogar das Wall Street Journal hat ja jetzt auch darüber berichtet, wie er so mit seinen Kindern umgeht und wie er sein Haarem organisiert und so.
29:05 Gavin Karlmeier
Daraufhin hat er übrigens getwittert, dass er TMC für eine glaubwürdigere Quelle hält als das Wall Street Journal. TMC ist so eine Gossip, so ein bisschen das Vorbild für Pommy Flash, wenn man so will.
29:17 Jannis Schakarian
Ja, und es ist, also man kann sich schon fragen, was hat das im Wall Street Journal zu suchen, aber da kommt natürlich sein grundsätzliches Menschenbild raus, dass er irgendwie diese Welt bevölkern will. Er auch verbreitet, huch, die Geburtenrate in afrikanischen Ländern ist viel zu hoch. Wir müssen dagegen halten. Intelligente Menschen müssen mehr Kinder kriegen. Und es kommt auch durch was sich ja auch im Doge gezeigt haben, dieses, ich bin bereit, ein paar Menschenleben zu opfern für das vermeintlich größere Ganze, ne, für die Zukunft der menschlichen Rasse, die natürlich auf dem Mars liegt, da müssen halt ein paar für sterben so und dann lass uns halt mal USAID kurz mal abschneiden, auch wenn ein paar hunderttausend sterben wegen Ausbleibenden Impfung oder sonst was, weil es geht ja darum zu gucken, war das notwendig oder nicht, und dann findet man raus, vielleicht bringt es uns als Menschheit weiter und es steht eigentlich so einem humanistischen Konsens, wie wir ihn bislang hatten, diametral entgegen.
30:21 Gavin Karlmeier
Also Move Fast and Break Things ist immer noch eine andere Kategorie als Move Fast and Kill People. Bleiben wir noch kurz beim Doge, weil es gibt noch eine andere Whistleblowerin und das ist Marike Winton. Marike Winton war Bundesangestellte, die im USDS gearbeitet hat. Das USDS Das wiederum war die Effizienzbehörde, bevor es das Doge gab. Also schon seit der Biden-Regierung hat sie dort auch gearbeitet. Sie selber sagt, sie ist zwar eigentlich eher demokratisch geprägt, hat ihren Job aber immer als massiv unpolitisch. unabhängig verstanden und war deswegen auch bis März immer noch angestellt bei Doge. Das sozusagen, als es gestartet wurde, war mir auch nicht klar, habe ich durch diesen Text erst verstanden, den CNN. geschrieben hat, nachdem sie mit ihr gesprochen haben, der Whistleblowerin, dass um den Prozess der Neuschaffung einer Behörde zu umgehen, hat man diesen US Digital Service genutzt. umbenannt und die alten MitarbeiterInnen einfach in diesem Unternehmen oder in der Behörde arbeiten lassen, aber neben den Leuten, die eben für Stosh dorthin geschickt wurden. bemerkenswert ist, weil da zwei Welten aufeinander geprallt sind, nämlich Leute, die seit Jahren schon Bundesangestellte sind. Die Ahnung haben von ihrem Job. Genau. Und eben Die Doge-Leute. Tatsächlich war es aber wohl so, wie sie es erklärt, dass es zwei völlig hermetisch voneinander getrennte Teams gab, bei denen die einen nicht wussten, was die anderen machen. Nämlich die Leute, die vorher im USDS gearbeitet haben, und auf der anderen Seite die Leute, die eben für Stoge gekommen sind. Sie sagt Sie machten die Dinge auf ihre eigene Art und Weise. Sie war bis März dort, also gute sechs Wochen seit dem Start des Doge wahrscheinlich. Und interessanterweise sagt sie, sie hat nicht ein einziges Mal Elon Musk persönlich gesehen, obwohl sie jeden Tag in dieser Behörde gearbeitet hat. Und sagt, sie weiß eigentlich gar nichts. wer diese Behörde tatsächlich leitet, weil sie eben Elon Musk nie persönlich gesehen hat. Wir haben zwar auch schon darüber gesprochen, dass es eben diese Strohpersonen gibt, eine kommissarische Leitung dieser Behörde, die eben im Falle eines Rechtsverstoßes dann eben Haft Müsste, damit es eben nicht Elon Musk ist, weil der möglicherweise auch Interessenkonflikte haben könnte und deswegen vielleicht in den Papieren nicht auftauchen sollte oder sonst alles Mutmaßung jetzt, aber wir wissen, dass Elon Musk nicht der Behördenleiter des Doge ist. Papier. Naja, und sie erzählt, dass sie eben nicht mitbekommen hat, was andere Leute dort gemacht haben, dass man das eigentlich versucht hat, ihr vor ihr fernzuhalten, sondern dass das andere Team, das Doge-Team sozusagen das gemacht hat. Was sie eben machen, von denen sie aber viele Sachen eben nur vorher mitbekommen hat. Aber zum Start ihres Jobs in Doge musste sie sich trotzdem einem Vorstellungsgespräch unterziehen. Und dieses Vorstellungsgespräch wurde von einer Person durchgeführt, die sich als Doge-Vertreter ausgegeben hat, aber nur mit dem Vornamen vorgestellt hat, die nur einen provisorischen Ausweis getragen hat und bei der ihr Fragen gestellt wurden wie. Was macht sie außergewöhnlich oder wer ist ihre Lieblingsperson? . Sie sagte, es fühlte sich nicht wirklich wie eine ernsthafte Befragung an Denn die Arbeit, die wir machen, kann hart und sehr komplex sein und diese Fragen waren vollkommen willkürlich. Es fühlte sich nicht so an, als würden sie der Komplexität unserer Arbeit gerecht werden. Sie sagt auch, dass in der Nacht zum Valentinstag 43 Menschen entlassen wurden, und zwar in Form einer E-Mail. Das ist so ein bisschen das Ex-Play-Book, das kennen wir schon. Innerhalb von zwei Wochen haben aber 21 weitere Mitarbeiter in dieser Behörde gekriegt. gekündigt und dazu einen Brief geschrieben, in dem drin stand Wir werden unsere Fähigkeiten als Technologen nicht einsetzen, um zentrale Regierungssysteme zu kompromittieren, sensible Daten der Amerikaner zu gefährden oder kritische öffentliche Dienste zu demontieren. Wir werden unser Fachwissen nicht einsetzen, um die des Doge auszuführen oder zu legitimieren. Also es gab da wohl ein paar Leute in dieser Behörde, die festgestellt haben, dass was hier passiert, das ist doch nicht wichtig.
34:27 Jannis Schakarian
Ja, ist schon interessant, ne? Es gab schon vorher jemanden, der sich um die Ausgaben und die Effizienz der Regierung getan hat und das halt mit deutlich mehr Measurement und Verständnis für das, was da passiert. Und ähm, das bisherige Ergebnis von Doge zeigt ja auch, dass die ihren Job anscheinend gar nicht so schlecht gemacht haben, weil Doge es eben nicht schafft, da Trilliarden einzusparen, sondern irgendwie, was meinte Pip, ein Prozent am Ende, die es irgendwie geschafft haben zu kürzen, ja gut, äh So, dafür hätte man nicht so viel kaputt schlagen müssen. Und interessant finde ich ja auch, dass es Elon Musk so. massiv beschädigt hat eigentlich. Also ich glaube, Elon Musk ist eigentlich Opfer seiner eigenen Filterblase geworden. Dass er dachte auf Twitter, alle finden ihn geil. Und alle finden geil, was er macht. Das hat ihm sein Feed die ganze Zeit suggeriert. Und dann ist er in die Öffentlichkeit gegangen, also in die wirklich breite Öffentlichkeit mit dem, was er macht und vorhat und merkt jetzt auch durch die letzte Wahl, die er dann nicht geschafft hat zu drehen, huch. Mich lieben ja doch nicht alle. Und hier gab es ja schon ein paar Mal die Theorie, dass Elon Musk eigentlich Liebe sucht von möglichst vielen Menschen. Und damit ist er jetzt ganz schön auf die Schnauze gefallen, weil er eben nicht so eloquent, lustig oder sonst was ist, wie ihn die Menschen, mit denen er sich nur noch umgibt, irgendwie glauben lassen. Und ich glaube, auch das könnte ein Grund sein, warum man jetzt denkt, ach du, das mit dem DOE, ich ziehe mich da, glaube ich, bald mal wieder zurück.
36:07 Gavin Karlmeier
Hundertprozentig. Ich glaube auch, dass der Hauptgrund ist, dass er feststellt, er kann nicht so wirken und vor allem wahrgenommen werden. wie er sich das vorher vorgestellt hat. Würde ich auch so verstehen. Die Whistleblowerin sagt übrigens, dass was sie am meisten beunruhigt sei, dass Trumps Kürzung in allen Bundesregierbehörden es. zukünftigen Regierungen unmöglich machen würden, die Fähigkeit der Regierung überhaupt wiederherzustellen, Dienstleistungen zu erbringen, die AmerikanerInnen erwarten. Und sie glaubt, dass was das Dosje macht. ist kein Skalpell, sondern eine Abrissbieren und wird die Fähigkeit der Regierungen, Dienste und Leistungen zu erbringen, in den nächsten Jahren dramatisch verringern.
36:48 Jannis Schakarian
Ja, mehr Mask- und Melee-Wagen oder so. Zitiere ich mal unseren früheren Finanzminister.
36:57 Gavin Karlmeier
Er wird hier nicht oft zitiert, komischerweise. Die SSA, das ist die Behörde, die für die Sozialversicherung in den USA zuständig ist, eine der Behörden, die vom Doge relativ schnell, relativ früh, relativ hart getroffen wurden. Die haben nun verkündet, dass sie ausschließlich in Zukunft über Ex kommunizieren werden. Es wird keine Pressemitteilung mehr geben, es wird keine Rundschreiben mehr geben. Sie haben früher so Briefe veröffentlicht, die mit dem. . Mit den Worten lieber Kollege, dir Kolleg begonnen haben. Und stattdessen werden Sie jetzt nur noch über Ex kommunizieren.
37:30 Jannis Schakarian
Ja, also das ist eigentlich das beste Beispiel für diese Art von Bullshit-Kürzungen oder Einsparungen, die den Braten nicht fett machen. Und ähm, ja, also. Hier könnte man natürlich auch schon wieder schreien, Interessenskonflikt, Interessenkonflikt, aber macht man schon gar nicht mehr auf dieser Flughöhe, weil man denkt, ja, mein, sie versuchen halt. Wahrscheinlich damit irgendwie Musk zu besänftigen oder dass ihnen dafür noch ein halber Mensch übrig bleibt, der die eigentliche Arbeit machen kann.
38:04 Gavin Karlmeier
Ja. Ja. Was soll man da noch sagen?
38:10 Jannis Schakarian
Man wundert sich, warum sie es nicht auf Truth Social machen, aber gut.
38:14 Gavin Karlmeier
Ah, da sprechen wir nachher auch noch mal kurz drüber, aber Truth Source. Oh je. Ich höre auf, dir Stichworte zu geben. Gehen wir weiter. Und zwar Wollte ich dir, habe ich noch was mitgebracht, das gerade anders besorgniserregend ist, bevor wir zu Mark Zuckerberg kommen. Das super, ne? Und zwar wurde in vergangenen von ein paar Tagen, wir haben das hier noch nicht besprochen, aber vor ein paar Tagen hatte ein von Erdogan abhängiger Richter in der Türkei angeordnet, dass BlueSky 44 Blue Sky-Accounts zu sperren habe in der Türkei. Das hat Anders als Ex, die dieser Sperransage sofort Folge geleistet haben, dieser Accounts gesperrt haben, nicht gemacht. Zunächst. Und Jay Graeber wurde daraufhin aus dem New York vom New Yorker nochmal zitiert, dass ihre politische Haltung als Anti-Authorian also antiautoritär zu verstehen ist. So, jetzt ist es allerdings so passiert, dass in den letzten Tagen Screenshots aufgetaucht sind von Leuten. die E-Mails bekommen haben oder eine E-Mail gesehen haben, dass ihr Konto gesperrt wird, weil eine, wie sagt man, eine Justizbehörde, Legal Authority Wie würde man sagen, eine Rechtsentität, eine Autorität angeordnet hat, dass dieser Account gesperrt werden müsse und deswegen kann dieser Account aus der Türkei eben nicht mehr benutzt oder genutzt werden. Mehr als diesen Screenshot wissen wir nicht. Es ist ein bisschen unklar, denn es gibt auf der einen Seite die Lesart, zum Beispiel von einem Unternehmen von denen ich mir nicht aufgeschrieben habe, wie sie heißen, die ein Blue Sky-Tool an den Start bringen und das so ein bisschen analysiert haben. Und die selber sagen, dass, Blue Sky Hunter heißen sie, die selber sagen Sie glauben nicht, dass Bluskay selber diese Konten gesperrt hätte, sondern dass die türkische Regierung es mit Hilfe von VPNs oder IP-Sperren, Domainsperren sozusagen diese dumme Konten direkt geschwert hätte und man deswegen diese mit dem HTTP 451-Fehler nicht mehr sehen könnte. Sie sagen auch selber, Blue Sky arbeitet nicht mit Erdogan zusammen. Bitte verbreiten Sie diese Nachricht weiter. Auf der anderen Seite gibt es aber aus Kreisen. Screenshots, the moderations listen from the official Blue Sky Moderation Service, for the lender Turkey, Brazil, UK, Spanish, Deutschland, Japan, European Union and Rusland eighteen moderations. vorsehen, um Accounts in Ländern eben nicht mehr sichtbar werden zu lassen. Jetzt ist es zum Beispiel so, dass es auch in der EU in Deutschland ein Gesetz gibt, das durchaus Plattform Zing könnte einzelne Accounts zu deaktivieren oder nicht mehr sichtbar zu machen. Wir erinnern uns an Russia Today beispielsweise, die wir hier nicht sehen können. Auf der anderen Seite schickt Blue Sky da gerade so ein bisschen Mixed Signals, die sich selber aber öffentlich noch gar nicht zu diesen ganzen Vorwürfen geäußert haben. auch maximal ungünstig finde, weil das eben dazu führt, dass man immer erstmal vom Schlechtesten ausgehen muss, wenn man nicht kommuniziert
41:26 Jannis Schakarian
Ja, ich also ich bin so ein bisschen hin und hergerissen, weil man sich glaube ich Also das Problem Moderation ist ein ungelöstes, ne? Und auch Blue Sky muss sich überlegen, wie es damit umgehen wird. Und ehrlicherweise finde ich diese Idee mit diesem Moderation Service für verschiedene Länder gar nicht so schlecht. So, natürlich finden wir es irgendwie aus unserer Warte erstmal schwierig, wenn die Türkei Oppositionelle sperrt und irgendwie will, dass die Bei Ihnen nicht zu lesen sind. Umgekehrt wollen wir aber mit unserer Rechtsprechung und unserer Rechtslage, dass zum Beispiel Holocaust-Leugnung auf so einer Plattform nicht zu sehen ist. Und verlangen dann, dass das gefälligst auch durchgesetzt wird. Und so hat eben jedes Land erstmal seine Gesetze. Und in der Türkei gibt es eben gerade Gesetze und Richter, die ja Beleidigung der Regierung oder was auch immer verbieten und daraufhin sowas auch löschen und sperren lassen können. Und wir haben jetzt hier nur zwei Screenshots, ne? Aber erstmal Finde ich das einen erstaunlich konsequenten Weg zu sagen, okay, wir haben bestimmte Moderationslisten für die verschiedenen Länder, anhand derer wir versuchen, also vielleicht könnte es so funktionieren, die jeweilige Rechtslage umzusetzen. Das wäre für mich ein sehr konsequenter Ansatz, der ja auch umgekehrt bedeuten würde, okay, in Deutschland zum Beispiel kann ich weiterhin lesen, was diese Operationellen machen. Und natürlich wird es dann auch da irgendwie einen Weg geben, das zu umgehen mit VPNs oder was weiß ich. Und trotzdem wäre es erstmal eine konsequente Idee, wie man Moderation landesspezifischer Gesetze auch tatsächlich umsetzen könnte. weil vor dem Problem steht eigentlich jedes soziale Netzwerk an welche Gesetze sollen sie sich halten? Wir wollen auch nicht unbedingt, dass die libertäre, radikale Redefreiheit, wie sie in den USA irgendwie ausgelegt wird. bei uns so eins zu eins Anwendung findet, weil wir sagen, naja, ein paar Sachen finden wir dann doch schwierig und Beleidigung und so sollte man vielleicht irgendwann mal moderieren. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, wenn wir sagen, Moment mal, unsere Gesetze sollen umgesetzt werden, dass sich dann auch ein anderes Land hinstellen kann und sagen, ja, wir haben übrigens auch Gesetze und die sollen bitte auch umgesetzt werden. Man kann dann immer noch dagegen protestieren, aber man kann von der Plattform, finde ich, nicht beides fordern.
43:55 Gavin Karlmeier
Ja, ich sehe dieses Dilemma halt auch, weil eben die kulturellen Unterschiede gerade in der Content-Moderation ja eine Riesenrolle spielen. Haben wir hier, glaube ich, auch schon ein paar Mal so gesagt. Es gibt eben ein kulturelles Verständnis, es gibt eine Rechtsprechung und nur weil unser Empfinden ist, wir empfinden, wie du sagst, eine Beleidigung als falsch, aber Die Darstellung von weiblichen Brüsten zum Beispiel als richtig, heißt es nicht, dass das in anderen Ländern genauso gelten muss. Und du hast recht, man sollte dagegen protestieren, weil man glaubt, dass das eigene Weltbild, das eigene Verständnis Das ist, das den meisten Leuten am besten tut. Das ist auch unten gehört zu unserem Verständnis. Die Frage ist halt wirklich, wie viel Rückgrat willst du einer Plattform in ihrer Entscheidung dann quasi noch obendrauf sozusagen unterstellen oder von denen verlangen. Denn naja, sie hätten auch sagen können, sperrt uns doch In der Türkei beispielsweise, weil das eine willkürliche Sperrung von Oppositionellen ist. Jetzt kommt auch ein Aber, es gibt ja eben auch diese Sperrlisten für Brasilien. In Brasilien haben wir die Ex-Geschichte erlebt, dass ein Richter angeordnet hat. die Anhänger von Bolsonaro zu sperren, der als Diktator galt. Und oder Diktator war. Bedeutet, dass Ex sich da übrigens geweigert hat, das umzusetzen, was sie in der Türkei jetzt einfach umgesetzt haben, also da willkürlich und nach ihrem eigenen Richtigkeitsverständnis agieren. Und damit macht man es uns beiden ja zum Beispiel auch nicht recht. Also ich sehe das Dilemma auch, ja.
45:24 Jannis Schakarian
Ja, und also mir ist sowas lieber eine konsequente Moderation, als wie in der Vergangenheit eben davon abhängig zu sein, ob der Plattformbesitzer irgendwie gerade Bolsonaro an sich einen ganz duften K Typen findet oder nicht oder ob er insgesamt gerade findet, seine Plattform müsste mal ein bisschen männlicher auftreten und deswegen brauchen wir kein Fact-Checking oder so. Dieser Satz macht überhaupt keinen Sinn, aber genauso ungefähr wurde es hergeleitet. So, dann doch lieber ein klares Regelset, wie Elon Musk ja mal verkündet hat Wir halten uns an die Gesetze der jeweiligen Länder. Dann setzt es auch durch und sag nicht, Deutschland ist auch auf dem Weg auf die Diktatur, weil wir hier uns eigentlich nicht permanent beleidigen wollen, sondern finden, dass Beleidigungen strafbar sind. Also ich finde die Idee erstmal konsequent. Und ne, also ja, weil genau so stellen sie sich ja gerade hin und sagen: Huch, was ist denn in Deutschland so los, dass man nicht alles sagen darf? Und wir sagen hier, nee, aber genau das sind unsere Werte.
46:27 Gavin Karlmeier
Mhm.
46:27 Jannis Schakarian
Was nicht heißt, dass ich irgendwie gut finde, wenn man Oppositionelle unterdrückt in einem anderen Land, sondern ja.
46:34 Gavin Karlmeier
Naja, das Ding ist. dass wenn du es aber unter einem, und das ist jetzt vielleicht das Gegenargument, wenn du es unter einem humanistischen oder humanitären Blickwinkel siehst und sagst. . Freie Meinungsäußerung endet da, wo du Menschen verletzt, in welcher Form auch immer. Aber du darfst auch anderer Meinung sein als ich und das muss ich aushalten können, wenn das dein Verständnis dein Weltbild ist. was vermutlich in den meisten Orten der Welt so geteilt wird, unterstelle ich jetzt, dann kannst du schon sagen Also zu sagen, wir lassen hier keine Hassrede zu zum Beispiel, aber wir sperren auch nicht Leute, weil sie anderer Meinung sind als die Leute, die gerade führen hier in dem Land. dann hättest du theoretisch eine argumentative Grundlage als Plusgeil zu sagen, das ist, wie wir agieren, das ist, wie wir handeln. Aber es ist kompliziert, auf jeden Fall. Apropos, es ist kompliziert, das hier ist vielleicht nicht ganz so kompliziert, wenn du bei Meta, also Instagram, Thread oder Facebook, nach Salvador Mega Prison suchst, also das Gefängnis in El Salvador, in das Donald Trump jetzt illegale Einwanderer, EinwandererInnen abschieben möchte. Dann wird dir angezeigt, dass dieses Thema als sexueller Missbrauch von Kindern wahrgenommen wird und dass ein illegales Thema ist und deswegen dir keine Ergebnisse angezeigt werden. Das heißt, sie haben hier die Mechanik, die zur Verhinderung von CSAM-Material auf den Plattformen genutzt wird, verwendet, um diesen Begriff zu sperren, damit du danach nicht mehr suchen kannst.
48:07 Jannis Schakarian
Ja, willkommen im Faschismus. Also, die wohlwollende Äußerung, also die wohlwollende Lesart würde es nicht besser machen, sozusagen, dass tatsächlich es aus die Diesem Gefängnis oder getaggt mit diesem Gefängnis tatsächlich irgendwie Bilder, Videos, Inhalte gibt, die Missbrauch an Kindern zeigen, dass es da stattfindet und es damit verknüpft wurde. Das würde auch kein gutes Licht auf dieses Gefängnis werfen. Sollte das, also ne, sollte das so einen Automatismus getriggert haben. Oder aber es ist so, dass hier die falsche Zensurtaste gedrückt wurde. Das wirft auch kein gutes Licht drauf. Also deswegen, ja, willkommen im Faschismus.
48:55 Gavin Karlmeier
Na vor allem muss man ja dazu sagen, dass Meta ja angekündigt hat, kaum noch KI in der Content-Moderation einzusetzen. bedeutet, dass das hier eine händische Entscheidung gewesen ist. Also selbst diese Meldewellen, die es er durchaus gibt, um Inhalte irgendwie zu sperren sind da relativ unwahrscheinlich, weil eben da jemand sitzen muss, um diese Entscheidung zu treffen. So, damit hat sich Meta sozusagen in die Position gebracht, in diesem Entscheidungsfall hier Mutwillig gehandelt zu haben. Mark Zuckerberg hat argumentiert in seinem Video aus dem Januar, dass die KI deswegen aus der Contentmoderation verschwindet, weil ein falsch getagter Inhalt schlimmer ist als tausend nicht erkannte Inhalte. Das heißt, diese Entscheidung zu sagen, der Inhalt, den du siehst, wenn du nach Cyber Omega Prison suchst Den zeigen wir nicht an, weil wir zum Beispiel damit ein politisches Ziel verfolgen, dass die das nicht anzeigen, um nicht die Arbeit unseres Herren Donald Trump hier schlechter dastehen zu lassen, War eine ganz bewusste politische Entscheidung von Meta.
49:58 Jannis Schakarian
Aber wollte Meta nicht mehr KI einsetzen? Habe ich Zuckerberg damals falsch verstanden?
50:03 Gavin Karlmeier
Okay, also es war eher so gedacht, dass es eigentlich. Am Ende war das Ergebnis, es klappt eh nicht, also lassen wir es.
50:10 Jannis Schakarian
Ah, okay, ja.
50:14 Gavin Karlmeier
Vor allem von jemandem, der sagt, dass die, äh, dass Faktenchecks abgeschafft werden, weil sie biased sind und damit Zensur fördern. jetzt hier de facto Zensur auf eine Plattform zu bringen, die nur politische Ziele verfolgt. Und einen Gedanken habe ich dazu noch, wir haben vor Ewigkeiten darüber gesprochen, dass auf Ich glaube, es ging um Apple, aber ich bin mir unsicher, dass sehr häufig dieses Argument CSAM, Schutz von Kindern oder die Verhinderung der Verbreitung von Material, das sexuelle Gewalt an Kindern zeigt. sehr häufig verwendet wird, um Backdoors in solche Lösungen, solche Technologien einzubauen, weil niemand hat was dagegen zu sagen, wir schützen Kinder, alle Menschen werden dir dazu stimmen. Und dann hast du aber die Technologie, die sowas ermöglicht. Und ich würde sagen, das ist hier ein sehr gutes Beispiel für diese Annahme.
51:01 Jannis Schakarian
Ja. Ja. Ja, es ist viel los. Doomscrollen zum Hören. Doomscrollen zum Hörn.
51:11 Gavin Karlmeier
Aber es ist ja nicht so, dass Marc Zuckerberg sich langweilt, denn der hat jetzt seine Aussage vor Gericht beendet. Es läuft ja immer noch der Prozess FTC gegen Meta. Für die, die es nicht mitbekommen haben, die Handelskommission versucht seit Jahren Meta dazu zu zwingen, als Monopol anerkannt zu werden und damit diesen Kauf an Instagram und WhatsApp aus dem Jahr 2012 und 2014 rückgängig machen zu müssen. Und seit vergangenem Montag läuft der Prozess in Washington Und Mark Zuckerberg hat dort die ersten drei Prozesstage lang eine dreizehnstündige Aussage gemacht. Für die, die die ersten anderthalb Prozesstage nicht mitbekommen haben, empfehle ich euch die letzte Folge. Da habe ich mal versucht, die ersten anderthalb Prozesstage zusammenzufassen. Es geht aber weiter, es gibt noch ein paar weitere Informationen, die rausgekommen sind. Zum Beispiel, dass Zuckerberg 2018 schon vorgeschlagen hat, Instagram als eigenes Unternehmen auszugliedern. Und zwar aus zwei Gründen. Der eine Grund ist Da ging davon aus, dass die Zerschlagung früher oder später ohnehin kommt und durch die Richtung, in die sich die Politik zum jetzigen Zeitpunkt, hat er 2018, entwickelt, müssen wir davon ausgehen, dass wir einem Ergebnis zuvorkommen müssen. Er sagt, ich frage mich, ob die Ausbildung von Instagram die einzige Struktur ist, mit der eine Reihe wichtiger Ziele erreicht werden können. Und der andere Grund ist. . Dass er befürchtet hat, dass Instagram den Erfolg von Facebook beschädigen könnte. Also dass der Erfolg von Instagram dafür verantwortlich sein könnte, dass die Leute Facebook nicht mehr benutzen. Vielleicht kam es übrigens genauso. Hat er vielleicht sogar recht, ja. Und das wollte er verhindern. Und im Rahmen dieser Verhinderung. Oder dem versucht, das zu verhindern, weil wir wissen, Instagram wurde nicht als eigenes Unternehmen ausgegliedert. . Hat er aber damit angefangen Zum einen, dass Instagram-Fotos bei Facebook nicht mehr so prominent angezeigt werden wie früher. Früher war es so, wenn du ein Instagram-Foto bei Facebook geteilt hast. Wurde es als Foto angezeigt, kannst du draufklicken, bist bei Instagram gelandet. Das hat er angefangen einzustellen. Und er hat angefangen, mehr Werbung bei Instagram zu platzieren, nach der eigenen Argumentation, damit die ganze Last des Unternehmens nicht auf Facebook liegt. Aber man kann wohl auch davon ausgehen, dass er damit Instagram ein bisschen unattraktiver machen wollte. Und die In-App-Werbeaktionen für Instagram auf Facebook wurden eingestellt, damit der Nutzerverkehr von Facebook nicht zu Instagram geleitet ist. wird. Das heißt, er hat selber angefangen, Instagram zu beschädigen, damit Facebook nicht mehr oder die Position v für Facebook nicht mehr so gefährdet ist. Interessanterweise haben kurz nachdem Mark Zuckerberg diese Gedanken und Veränderungen ins Unternehmen gebracht hat, die früheren Instagram-Gründer, die mit nach Mete zu Meta gekommen sind, Als Meta es gekauft hat. Kurz danach haben sie das Unternehmen verlassen.
53:58 Jannis Schakarian
Ja, interessant. Und dann wurde wahrscheinlich Adam Musseri da eingesetzt, der seitdem ja diesen Instagram-Kurs bei den Facebook-Kurs bei Instagram irgendwie führt, zu sagen hier News-Fidisierung und irgendwie Feature Overload. Weil ich würde ja fast sagen. . Das Problem von Facebook und jetzt auch Instagram lag in dieser viel zu starken Verzahnung, dass alles, was ich bei Insta poste, meine Storys, meine Reels auch bei Facebook hinkommen. Sodass ich gar keinen Grund mehr habe, da auch irgendwie vorbeizugucken, weil da eh nur Zweitverwirkung stattfindet. Ja, und 2018 ist tatsächlich, ne, also man muss sich nochmal überlegen, nach der letzten Trump-Wahl ging es eben los, dass Big Tech, wie es dann plötzlich hieß, auch eben sehr ins Visier der, wie sagt man denn, der, der Politik geriet, eben mit dieser Frage, sollte man sowas nicht Nicht zerschlagen und haben mir da nicht ein bisschen was verpasst. Und ich glaube, in diesem, dass es dieses Klima sozusagen erklärt, jetzt auch so ein bisschen diesen Backlash, dass Zuckerberg und Co. sich so gerne an die Seite von Musk stellen, weil sie eben die letzten Jahre von den Demokraten so kritisch beäugt wurden und diese Diese Zerschlagung sehr, sehr klar im Raum stand oder auch immer noch steht mit dem laufenden Prozess jetzt.
55:32 Gavin Karlmeier
Total. Also mal sehen, wie viel das ganze Süßholzrasseln bei Donald Trump gebracht hat. Um diese Zerschlagung zu verhindern.
55:41 Jannis Schakarian
Darf ich die gute und einzig lustige Nachricht erzählen? Es gibt aus dem Prozess, ja, mach mal. Dass es Meta und Facebook, einer der führenden Digitalkonzerne der Welt einer der Größten es nicht geschafft hat, seine PDFs so zu schwärzen, dass man tatsächlich nicht lesen kann, was da darunter steckt. Sie haben Bei den PDFs nur so Kästen drüber gelegt, die sich ganz einfach wieder entfernen ließen und alle konnten lesen, was drunter stand. Und dementsprechend angepisst sind jetzt Apple Snap und die anderen Konzerne, die da erwähnt werden, weil sie sagen: Leute, wieso? Das sind unsere Informationen, die ihr da raushaut und die ihr nicht zu Genüge geschwärzt habt. Ja, das ist die einzig schöne Meldung, die mir irgendwer ein Lächeln heute aus Gesicht zaubert.
56:37 Gavin Karlmeier
Ja, also Nutzungsdaten über iMessage beispielsweise, die Apple auf gar keinen Fall bekannt haben wollte, kann man jetzt einfach in dieser PDF, die ich in der letzten Folge in den Schauen. als verlinkt habe, kann man einfach diesen Kasten wegmachen, dann sieht man. Das ist so abstrus. Aber ich finde das auch geil, weil in diesem FTC-Verfahren entstehen immer diese ganzen E-Mails, die man dann über Jahre lang über allen möglichen sozialen Netzwerken findet. von irgendwelchen Tech Bros, die sich untereinander schreiben. Und ich glaube, wir sind ja erst bei Prozesstag 4 jetzt von vermutlich mehreren Zweistelligen. Da wird noch ein bisschen was passieren, glaube ich.
57:12 Jannis Schakarian
Ja, also es wird uns auf jahrelang noch füttern und Insights in diese Unternehmen bringen. Ich frage mich ja auch an so ein paar Stellen, liegt es daran, dass Mark Zuckerberg so ähm sozial nicht wie wie drückt man das aus jetzt nicht so begabt ist was den sozialen Umgang mit anderen angeht oder warum schreibt er sowas in einer E-Mail? Also warum schreibst du in einer E-Mail, hey, wie wäre es denn, wenn wir Instagram ablösen und ausgliedern? Und denkst dir so, warum setzt ihr euch nicht zu viert in ein Meeting und sprecht da erstmal drüber? Warum haust du sowas einfach in einer Mail raus, die dann Jahre? später in so einem Prozess natürlich auf dem Tisch liegt und alle können es sehen.
58:01 Gavin Karlmeier
Aber bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass die Sachen, die nicht per E-Mail kommuniziert werden, noch deutlich pikanter sind?
58:07 Jannis Schakarian
Das könnte natürlich auch sein.
58:12 Gavin Karlmeier
Zum Beispiel gibt es dann nämlich die Geschichte, dass ein FTC-Anwalt Mark Zuckerberg gefragt hat, ob er wirklich glaubt, dass Leute nur wegen der Werbung zu Facebook oder Instagram kommen. Und sagt dazu, sie haben sich ja nie dafür entschieden, einen eigenen Feed nur mit Werbung anzuzeigen. Das hat der Anwalt gesagt. Daraufhin hat Donald Trump äh, Mark Zuckerberg geantwortet mit, das haben wir tatsächlich schon mal diskutiert.
58:36 Jannis Schakarian
Ich hab das Gefühl, Instagram ist es inzwischen fast, aber
58:44 Gavin Karlmeier
Naja, es ging auch um WhatsApp übrigens in diesem Prozess. Und da hat Mark Zuckerberg ausgesagt dass der Gründer von WhatsApp wohl oder die Gründer von WhatsApp nur sehr begrenzte Ambitionen hatten, weil sie als Ambitionen gerade mal Crackslist gesehen haben. Das ist so das eBay Kleinanzeigen der USA, wenn man so möchte. Und Zuckerberg sieht aber das Unternehmen eher als Lifestyle-Unternehmen und wollte eigentlich die Leute nach der Übernahme, die die früheren Gründer davon überzeugen, hier soziale Features einzubauen in WhatsApp, wie auch immer die ausgesehen hätten. Also sagt auch selber, die Monetarisierung steckt hier noch in den Kinderschuhen, aber er geht davon aus, dass KI, das Geschäft des Unternehmens WhatsApp, Marken für die Interaktion mit den Kunden über WhatsApp zu bezahlen, beschleunigen wird. Wir freuen uns also auf eine fantastische Zukunft für WhatsApp.
59:35 Jannis Schakarian
Ja, man muss sich nochmal dran erinnern. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde WhatsApp beim Kauf, ich glaube. Hatte 19 Angestellte oder so ähnlich? . Habe ich das noch richtig im Kopf? Also es war jedenfalls ein sehr kleines Team, was WhatsApp entwickelt hat. Und da kannst du mit dieser riesigen Nutzerbasis, die sie damals schon damals schon hatten, kannst du ein sehr schönes Lifestyle, einen sehr schönen Lifestyle führen, wenn du eben nicht so einen riesen Konzern dahinter hast wie Meta. Und das ist natürlich dann die Folge von dem Verkauf. Musst du dir plötzlich ganz andere Gedanken über Monetarisierung und Entgetification machen und überlegen, wie machen wir denn jetzt hiermit eigentlich mal Geld. Ja, und für die Nutzer wird es wahrscheinlich nicht unbedingt angenehmer.
01:00:25 Gavin Karlmeier
So ist das. Es gibt übrigens die Meldung, dass etwas hier habe ich mir extra für unsere Folge aufgespart, wenn ich dachte, das ist unser Ding. Wir beide die Internethistoriker wieder. Die Gen Z ist gerade ein bisschen besorgt, dass sie TikTok verlieren könnte oder genervt von TikTok, so wie wir beide, wie wir am Anfang ja auch schon besprochen haben, genervt sind. Und deswegen fängt ihr jetzt an, zu Tumblr zu stromn. Also 60% der Neuanmeldungen bei Tumblr sind Gen Z, also sehr junge Menschen. Und fangen jetzt an, diese Plattform wieder zu nutzen. Also Tamlar liegt gerade wieder auf Platz 10 der beliebtesten Social Media Plattform, meldet Similar Web. Könnte aber auch sein, dass es noch wachsen könnte.
01:01:03 Jannis Schakarian
Und ist es nicht so, dass Tumblr sich inzwischen dem Feediverse angeschlossen hat? Ist daraus eigentlich was geworden? Die waren auch somit die ersten, die.
01:01:15 Gavin Karlmeier
Das werden wir in der nächsten Folge auf jeden Fall houskepen, weil ich erinnere mich auch, dass wir die Meldung hatten, dass sie das vorhaben. Ich weiß allerdings nicht, was daraus wurde gerade ad hoc. Haben wir vielleicht berichtet, aber Wir vielleicht wissen, nehmen wir hier ungefähr vier Stunden Podcast jede Woche auf und irgendwem vergesse ich manchmal Dinge.
01:01:34 Jannis Schakarian
Und ich hauskipe jetzt schon mal schnell, WhatsApp hatte beim Kauf durch Facebook wohl irgendwie so um die 50 Angestellten und hatte schon vierfünfzig Millionen aktive Nutzer weltweit. Also ein bisschen mehr als neunzehn, aber trotzdem nicht, weiß nicht, 10. 000, 20. 000, ich weiß gar nicht, wie viele Leute da schon bei Meta bzw. damals auf Facebook gearbeitet haben.
01:01:58 Gavin Karlmeier
Okay. Ich habe noch ein bisschen was, wir haben noch Zeit, ne?
01:02:04 Jannis Schakarian
Es ist Osterwochenende. Die Leute also haben nichts zu tun, außer uns beiden zuzuhören, glaube ich
01:02:10 Gavin Karlmeier
Ja, dann könnt ihr jetzt kurz euch anschnallen und mitsingen. Los geht's. Funktionen und Emotionen. Willst du erst, also kurz vorweg, es gibt zwei neue soziale Netzwerke. Geil. Oder soll kommen? Wir haben über die Tamla-Geschichte viel zu wenig geredet. Ich wollte noch einen Gedanken äußern. Was bedeutet das denn, wenn alle wieder zu Tamlar gehen? Das ist Blogging. Blogging kommt zurück. Die Leute fangen an, wieder Dinge im Internet zu schreiben, zu sammeln. Das ist der Sagnagel für Social Media, wenn es gut läuft.
01:02:47 Jannis Schakarian
Tumblr fand ich tatsächlich immer eine sehr unterschätzte Plattform. Ich habe leider meinen Login irgendwann mal verlegt, beziehungsweise es ist alles so komisch ver verknüpft, weil du irgendwie mehrere Thumblocks unter einem Login und was weiß ich. Aber die hatten sehr früh dieses Reblogging. Ich weiß gar nicht, ob Sie es sogar vorm Retweeten hatten, was so eine Art Rivalität, Viralität ermöglicht hat, aber ja immer auch mit einem Kommentieren, mit so einer.
01:03:14 Gavin Karlmeier
Viralität am Mittag.
01:03:25 Jannis Schakarian
Und ich also ich finde ich gönnte Gen Z, dass sie, dass sie jetzt nochmal Tumblr für sich entdeckt. Ist, glaube ich, auch richtig in der Retro-Kurve, dass es genau jetzt wiederkommen sollte. Also ähm, auf alle zu Tumblr, vor allem wenn die dann sich auch noch total fidiversisieren, dann ist ja auch noch der Protokoll. Dem Protokoll genüge getan. Im wahrsten Sinne des Wortes.
01:03:52 Gavin Karlmeier
So, ja, also vielleicht wird alles gut mit Tamla. Tamlar zieht uns aus dem Dreck. So, jetzt kommen wir aber wirklich zu Funktion und Emotionen.
01:04:00 Jannis Schakarian
Scheiße, nee, Tumblr gehört ja inzwischen auch zu Automatic, glaube ich.
01:04:03 Gavin Karlmeier
Und der, na gut, über Messen Offenblick sprechen wir irgendwann anders. Aber die haben sich auch ans Fiddiverse range.
01:04:10 Jannis Schakarian
Aber der Gründer dreht doch auch gerade so die ganze Zeit ab.
01:04:14 Gavin Karlmeier
Naja, Extrafolge. Naja. Es gibt dann irgendwann eine Spezialfolge. Also zwei neue soziale Netzwerke. Du kannst ja aussuchen. Möchtest du das von der Privatperson oder das von dem Unternehmen zuerst hören?
01:04:25 Jannis Schakarian
Ähm. Von der Privatperson.
01:04:30 Gavin Karlmeier
Listruss. Kennst du die?
01:04:32 Jannis Schakarian
Ja, das ist die Politikerin, die zumindest dafür Verantwortung übernommen hat, als sie irgendwie ihr Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben hat, indem sie Ideen umgesetzt haben, von denen alle Wirtschafts ähm Wirtschaftsweisen, äh, so heißen die in Deutschland, alle Wirtschaftsexperten gesagt haben, das ist Schwachsinn. Sie hat es gemacht, dann ging alles im Keller und sie hat daraufhin den Hut genommen. Also Liz Truss firmiert bei mir schon noch knapp über Donald Trump.
01:05:06 Gavin Karlmeier
Sie versucht sich auf jeden Fall jetzt eher an Donald Trump anzulehnen oder was abzuschauen von Donald Trump, denn sie möchte ein eigenes soziales Netzwerk gründen. Und ich habe, als diese Info kam im Hackner Discord, wo die Info natürlich als erstes aufgetaucht ist, Leute, kommt alle in den Discord Www Hasmann.
01:05:23 Jannis Schakarian
Tumblr da.
01:05:25 Gavin Karlmeier
Schöner, habe ich es gesagt. Für viele Deutsche gibt es das Netzwerk True Social doch heute schon. So und jetzt, pass auf, das Orakel von Selfie hat zugeschlagen. True Social Der Name soll, also The Guardian schreibt, es könnte tatsächlich Trust Social heißen.
01:05:44 Jannis Schakarian
Das ist ja man kann nicht mal, also der Witz ist ja schon gemacht und dann wird er plötzlich Realität, das funktioniert doch nicht. Ich frage mich ein bisschen, was die Idee dahinter ist. Also es ist wirklich die Idee, ich kopiere Trump 1 zu 1 in der Hoffnung, dass Elon Musk mich dann unterstützt. Weil der sucht ja in Großbritannien noch jemanden, den er irgendwie politisch wieder unterstützen kann, weil mit Nigel Farage kommt er ja nicht so richtig zu Rande. Aber dann denke ich mir, ist doch der Move nicht eine Konkurrenzplattform zu X aufzumachen, zumindest nicht mehr im Jahr 2024.
01:06:21 Gavin Karlmeier
Naja, vor allem 25 übrigens. Aber Housekeeping. Guten Morgen.
01:06:30 Jannis Schakarian
Housekeeping, wir haben das Jahr 2025 geben.
01:06:38 Gavin Karlmeier
Aber ich denke, wir sind denn jetzt alle völlig bekloppt. Also Donald Trump hat ein soziales Netzwerk gestartet, weil er überall gesperrt wurde. Da versteht man die Motivation dahinter. Das trifft auf Liz Trust jetzt noch nicht so zu. Und frage mich doch, warum, also mach doch einfach einen Blog wie alle anderen oder schreib ein Newsletter. Aber warum musste denn jetzt so ein soziales Netzwerk an den Stammen, was am Ende auch nur wieder ein Mastodon mit einer beschnittenen Funktionsweise sein wird und deführeralisiert? Also ich war? Warum?
01:07:17 Jannis Schakarian
Da steht ein Wort in dieser Meldung, was mich aufhorchen lässt, dass sie das auf einer Kryptowährungskonferenz enthüllt hat. Das schreit für mich schon wieder stark nach irgendwie, ich mache meinen eigenen Meme-Coin und ein großes Pump and Dump. Also irgendwie ist es so ein kommt jetzt ins Social, äh, in Trust Social und kriegt Zugang zu meinem Token und äh Damit habe ich mich dann selber gesund gestoßen.
01:07:41 Gavin Karlmeier
Donald Trump hat ja auch massiv viele InvestorInnengelder generiert. Wahrscheinlich waren es Investorengelder. Ich glaube, das muss man nicht gendern. Investorengelder generiert mit seiner Trump Media Group. Vielleicht ist es auch einfach wirklich Scam.
01:07:56 Jannis Schakarian
Ja, ja, ich glaube, du kannst investieren, indem du irgendeinen Meme-Token unterstützt und dann hat. List Trust, bissig Geld verdiene dich.
01:08:08 Gavin Karlmeier
Apropos Scam. OpenAI arbeitet an einem eigenen ex-ähnlichen sozialen Netzwerk. Also er hat in der Vergangenheit schon immer wieder damit so rumgeschakert, Sam Altman, der CEO von OpenAI, er hatte gesagt, nachdem Facebook angekündigt hat, dass MetaI eine eigene. Facebook sagt schon. Meta angekündigt, dass Meta A eine eigene App wird. Hat ja schon gesagt, vielleicht machen wir als nächstes eine Social App als Scherz. Haha. Hatte aber auch, als Elon Musk angeboten hat, OpenAI zu kaufen, gesagt, nö, wir könnten aber ja Twitter für neun Milliarden Dollar kaufen, auch das als Scherz. Aber offenbar rührt das alles daher, dass möglicherweise ein eigenes OpenAI soziales Netzwerk kommen könnte, das eventuell in ChatGPT eingebaut würde oder eben aber auch nicht.
01:08:54 Jannis Schakarian
Ja, meine Emotion dazu ist eigentlich wieder dich zu zitieren, alle wollen irgendwie KI-Inhalte generieren und keiner will sie konsumieren. Weil ich weiß nicht, wie es dir ging. Ich habe jetzt so viele Actionfiguren gesehen und ich fand keine davon interessant und witzig und toll. So, das, ne, alle wollen das über sich selber machen, aber keiner will es sehen. Keiner will sich das angucken.
01:09:18 Gavin Karlmeier
Ich möchte aber noch einmal hinzufügen, dass das ein Zitat war, das nicht von mir kommt.
01:09:22 Jannis Schakarian
Ich weiß, aber es ist jetzt das Gavinsche Gesetz. Okay. Das Gavinsche KI-Gesetz ist, alle wollen KI generieren, keiner will es konsumieren. Und also, ja, ich weiß nicht, wer sich das angucken will. Ich meine, witzigerweise was war es mit Journey, ne? Die ja auch auf so einem Discord basieren und wo du irgendwie in dem Discord dann siehst, wie die anderen das irgendwie erstellen und du lernst dabei irgendwie sie, wie sie prompten und kannst es irgendwie kopieren und sagen, ah cool, ich kann hier irgendwie weiß ich nicht, noch die Objektivlänge eingeben und dann sieht es anders aus. Das war interessant, um daraus zu lernen, aber ich denke mir so, ey, ich Nein, ich will kein KI-Netzwerk. Nee, was soll da passieren? So das Ja, ich sag ChatGPT schreib meinen Post, dann schreib es mal einen Post, fasse mir die Post der anderen zusammen oder was?
01:10:21 Gavin Karlmeier
Also es wird halt, es ist ein weiterer Baustein für den Weg zu Bots reden mit Bots, denn alle alle kommunizieren dann nur noch in Form von KI-Inhalten. Und dann fühlt es sich ein wie Instagram letztes Wochenende, weil halt wirklich alle nur noch Ghibli-Bilder, Actionfiguren posten, weil du halt wahrscheinlich direkt von ChatGPT da reinposten kannst. Aber. . Also der Beweggrund, wirtschaftliche Beweggrund ist nachvollziehbar, weil du mit Daten, die Leute in sozialen Netzwerken generieren, sehr gut eine KI trainieren kannst. Wir sehen das an Reddit, die die Daten an Google verkauft haben. Wir sehen das bei Meta, wir sehen das bei X AI und Grog. Also es gibt viele Beispiele dafür, dass das der beste Weg ist, um an Daten zu kommen. Aber Ich weiß nicht, ob das so funktioniert, ehrlicherweise.
01:11:03 Jannis Schakarian
Nein, weil der Klug ist ja, dass das noch Daten sind, die noch nicht KI verseucht sind, sozusagen. Sonst baust du hier nur die Maschine, die sich selbst trainiert. Ich Also ich verstehe, ich weiß nicht, ob er das immer noch als Scherz meint oder ob er wirklich denkt, es wollen Leute lesen, wenn ich KI-generierte Posts lesen will, gehe ich zu LinkedIn.
01:11:23 Gavin Karlmeier
So, und in diesem Sinne sehen wir uns bei LinkedIn oder bei Tumblr. Vielen Dank, dass du heute da warst, lieber Janis. Es war mir mal wieder ein Fest. Ich freue mich, wenn wir das bald wiederholen. Wir sehen uns so selten, wir müssen öfter podcasten. Sehr, sehr gerne.
01:11:37 Jannis Schakarian
Es war mir auch ein Fest. Ein Osterfest, ein vorgezogenes Osterfest.
01:11:42 Gavin Karlmeier
Es war mir ein innerer OpenAI-Prompt. Vielen Dank. Ich glaube, so sagt man das auch überhaupt nicht. Komm, Papa, wir gehen mal ins Bett. Nein, also vielen Dank. Das war mir eine Studio Ghibli-Erfahrung. Vielen Dank, dass du heute da warst. Am Montag gibt deswegen Ostern keine Episode. Die nächste Folge also erst am nächsten Mittwoch, was soll schief gehen? Einfach mal ein paar Tage Nachrichten sammeln. Eine fantastische Idee. Dann aber. Dann aber immerhin mit Thorstenbeek sehe ich gerade. Thorstenbeek kommt am Mittwoch.
01:12:17 Jannis Schakarian
Sehr schön.
01:12:17 Gavin Karlmeier
Wir freuen uns drauf. Vielen Dank, dass du da warst, lieber Janis. Wir sehen uns bei Tammler. oder im Hagnand-Discord auf Hagnann. org. Macht euch schöne Ostern und tanzt nicht am Freitag, das ist verboten. Tschüss. Tschüss.