Die EU-Kommission räumt auf – und geht gegen TikTok, Meta, Apple, X und P*rnoplattformen vor. Wer wäre da ein besserer Gast als Markus Beckedahl, Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie?
Außerdem scheint Musk sich doch nicht so ganz von der Politik lösen zu können, wie gedacht – nur eben: Anders als gedacht.
➡️ Gavin war zu Gast im LÄUFT-Podcast vom Grimme Institut und epd Medien: https://laeuft-programmschau.podigee.io/63-63-brauchen-wir-ein-offentlich-rechtliches-soziales-netzwerk-gavin-karlmeier
➡️ Markus hat das Zentrum für Digitalrechte gegründet – hier findet ihr mehr dazu: https://digitalrechte.de/
➡️ Mit der "Haken Dran"-Community ins Gespräch kommen könnt ihr am besten im Discord: http://hakendran.org
Kapitelmarken
(KI-generiert)
00:00 Hallo Markus! (Und: So war die re:publica)
03:11 Hoffnung auf demokratische Alternativen
06:51 Meta und die EU
10:05 KI-Rechenzentren und The Return of Atomkraft
13:44 Urheberrecht und KI-Training
16:34 #skinnytok
21:41 X und das blaue Häkchen
23:24 Elon Musk gegen Donald Trump
29:19 Alterssverifikation und Pornhub in Frankreich
33:01 Apples Berufung gegen EU-Gesetze
36:32 Trusted Flagger und ihre Rolle im DSA
40:01 Datenwallet und die Monetarisierung von Daten
43:07 Das Zentrum für Digitalrecht und Demokratie
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:09 Gavin Karlmeier
Hallo Markus. Hallo Gavin. Bei mir ist heute Markus Becketal, Mitgründer der Republika. Irgendwo zwischen Journalist und Aktivist haben wir letztes Mal schon mal kurz darüber und diskutiert. Mitbegründer, jetzt vor allem neuer Dings des Zentrums für Digitalrecht. müssen wir heute auch ein bisschen drüber sprechen. Also eigentlich einer der Menschen, die wie prädestiniert für diesen Podcast hier sind. Deswegen freue ich mich jedes Mal, wenn du hier bist, so auch heute. Schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Wie ist die grundsätzliche Stimmung jetzt so anderthalb Wochen, nachdem die Republik herum ist?
00:39 Markus Beckedahl
Ja, die Stimmung ist ganz gut. Wir haben Unmengen Videos, die wir uns anschauen können und. müssen. Also ich muss sie anschauen, ihr könnt es entschauen. Und da sind sehr viele spannende Themen dabei, die ich zumindest auf der Republika selbst verpasst habe, weil ich das ja über die Bühne bringen musste.
00:57 Gavin Karlmeier
Und ich wurde im Rahmen der Republika sehr oft darauf angesprochen, dass es dieses Jahr so vorherrschende zentrale Themen gibt und alle haben irgendwie über das öffentlich-rechtliche soziale Netzwerk gesprochen, was ich übrigens also ich verstehe die Forderung und teile sie auch. Ich glaube, nur diese Formulierung löst falsche Assoziationen in den Menschen aus, die sie hören. Wäre so mein Gefühl. Aber wie geht's dir? Hast du so das Gefühl, es gibt so eine klare Linie, mit der die Leute aus dieser Konferenz herausgegangen sind?
01:23 Markus Beckedahl
Na, ich hoffe, dass wir. Hoffnung gegeben haben, erstmal die Realität zu verstehen, um dann besser handeln zu können. Und die Realität sieht nicht gut aus, aber Für unser Ziel ist halt auch immer, Hoffnung zu vermitteln, dass es morgen besser sein kann, wenn wir erstmal informierter sind und uns dessen bewusst sind und uns vernetzen und gemeinsam für eine bessere Welt antreten. Und vielmehr kann man, glaube ich, auch erstmal nicht aus einer dreitägigen Konferenz machen. Und ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen. Und ja, die großen Themen waren halt, ja, wie können wir uns aus der Abhängigkeit einzelner Unternehmen und ihrer teilweise durchgeknallten Besitzer wäre. Wie kann man unsere demokratischen Regeln Besser durchsetzen? Hallo EU? Und wird das motiviert gemacht und sind die Regeln überhaupt ausreichend? Und Wie schaffen wir diese demokratischen, gemeinwohlorientierten Alternativen, die dann immer unter diesem Gemeinbegriff, naja, öffentlich-rechtliche Plattform subsumiert werden von Menschen, die mal nicht so ganz tief in der Debatte drin sind? Wo ich halt immer sagen würde. Selbstverständlich bietet sich das öffentlich-rechtliche System mit der Haushaltsabgabe dafür an, solche gemeinwohlorientierten Infrastrukturen zu finanzieren, zu fördern. zu betreiben, warum nicht 10% der Haushaltsabgabe für Technologievielfalt verwenden. Aber das sollte dann keine monolithische Plattform sein, die irgendwie. Der ZDF-Fernseher zusammen mit dem AD-Rundfunkanstalten Fernseherten gemeinsam irgendwie am grünen Tisch mal designt und in Auftrag gibt. . Sondern das kann nur auf Basis von offenen Standards und einem vielfältigen Ökosystem was werden. Aber die Hoffnung sollte man nicht aufgeben und vielleicht wird das mal in 20 Jahren was.
03:17 Gavin Karlmeier
Ich bin da voll bei dir. Im Rahmen der Republika war ich Gast im Podcast Läuft. Der wird vom Grimme-Institut und den EPD-Medien herausgegeben. Und da ging es genau um diese Frage und das war im Grunde auch das, was ich gesagt habe. Wir brauchen nicht das ARD Instagram, aber wir brauchen eine Möglichkeit, um diese Gelder, die wir sowieso alle gemeinsam in einen Topf schmeißen, um Demokratieförderung zu ermöglichen und freien Meinungsaustausch zu ermöglichen und zwar echt einen freien Meinungsaustausch und nicht den im maskischen Sinne. Den können wir eben auch verwenden, um beispielsweise europäische Gegenangebote, Lösungen zu finanzieren, um eben solche Alternativen zu den Big Tech-Playern eben anzubieten. Und das ideale Natürlich auf Basis offener Standards. Also kleine Hörempfehlung hier noch direkt mit reingemugelt. Da habe ich ein bisschen was dazu erzählt. Aber ja, ich sehe komplett deinen Punkt. Und ich habe dir eben im Vorgespräch auch schon gesagt, es ist ein bisschen so, als hättest du dir diese heutige Folge bestellt, denn wir haben ein paar EU-Themen. Und wir fangen an mit Meta. Natürlich mit Meta, wie sollte es anders sein? Denn Meta geht jetzt bei der EU gegen die Aussage vor, dass sowohl der Messenger als auch der Facebook Marketplace eigene Funktionen im Sinne des DMAs wären. Sie sagen Das sind eigentlich nur Subteile ihres eigentlich bestehenden Angebotes Facebook und wollen dagegen vorgehen, dass eben der Facebook Messenger und der Facebook Marketplace nicht selber als Kernplattformdienste eingestuft werden, um damit nicht selber dem DMA zu unterliegen. könnte möglicherweise zur Folge haben, dass eben beispielsweise der Messenger nicht interoperabel sein müsste. Das ist so, wo Sie hier jetzt versuchen, so ein bisschen die EU, die Richtlinien oder die Aussagen der EU-Kommission anzufechten. Hochinteressant, finde ich.
05:03 Markus Beckedahl
Also der Digital Markets Act ist ja eigentlich die viel spannendere Regulierung als der Digital Services Act. Alle konzentrieren sich mal auf den Digital Services Act, weil irgendwie Desinformation, Hates und so weiter. Da geht es halt um Inhalte, Regeln, aber beim Digital Market Sack geht es halt tatsächlich um Wettbewerb und das ist schmerzhafter sozusagen die Werkzeug Die dort genutzt werden können. Und dort werden Gatekeeper definiert, also die eine bestimmte Marktgröße an Nutzerzahlen haben, also wie viele gewerbliche Entitäten hat der Marketplace als Einzelstell, äh, einzelne Marktplatz quasi auch gegenüber vergleichbaren marktplätzen von anderen anbietern und vor allen Dingen der Messenger ist ja das interessantere die EU hat sich ja leider nicht durchgerungen, Interoperabilität für soziale Netzwerke zu definieren, weil da hatte man dann auf die Propaganda. Von Big Tech reingefallen, dass das ja leider nicht gehen würde. Was sehr schade ist, so weil das wäre dringend notwendig, Interoperabilität für soziale Netzwerke, dass man auf sein Social Graph mitnehmen kann und so weiter, aber für Messenger-Dienste ist das so. Und der Facebook Messenger wird als eigene App angeboten Und hat meiner Meinung nach, und wahrscheinlich sieht die EU das genauso, sonst würde sie das ja nicht so definieren, die Mindestzahl garantiert erreicht, weil wie viele Leute haben auch noch den Microsoft, äh, den Facebook Sei es nur historisch bedingt auf dem Handy drauf, auch wenn Sie ihn nicht mehr nutzen. Sie haben ihn mal runtergeladen, weil eine Zeit lang brauchte man ihn halt, um mobil. . quasi mit anderen Leuten über Facebook zu kommunizieren. Ich weiß nicht, wie viele Leute das noch jetzt tun, aber in den USA ist beispielsweise der Facebook Messenger noch ziemlich populär. Nicht mir vorstellen, dass bei älteren Zielgruppen der Facebook Messenger auch in der EU noch populärer sein könnte, als aus Biden und unseren Zuhörern das gerade noch bewusst ist. Also mit anderen Worten Es könnte gut sein, ich glaube 45 Millionen oder so war so eine Richtlinie, dass das, also jederzehnte in der EU den installiert haben könnte. Ja, und dann müsste Facebook das Ganze öffnen. Insofern, dass halt neben einem Message und WhatsApp quasi der Messenger, die dritte marktdominante Gatekeeper Messenger-App wäre.
07:33 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem also der Facebook Marketplace, der eben ja auch hier von Meta mit angeführt wurde, den hat die EU ja längst aus diesen Gatekeepern rausgenommen, weil er einfach zu selten genutzt wird. Der ist ja nicht meine eigene App hierzulande, sondern der ist ja wirklich nur ein Bestandteil von Facebook. Und einen Facebook Messenger Account haben ja wirklich alle, die einen Facebook-Account haben. Das heißt, da gibt es tatsächlich so eine Verzahnung. Die Verzahnung kann man hier jetzt aber nicht etwa zugunsten von Meta auslegen und sagen, ja, ihr habt ja recht, Meta, das ist tatsächlich keine eigene Funktion, sondern im Gegenteil, Meta hat. . ja damals versucht, diesen Messenger eben dadurch in den Markt zu drücken, was ja eigentlich sogar ein Argument dafür wäre, warum es hier tatsächlich zu einer Gatekeeper-Funktion kommen würde. Also ja.
08:16 Markus Beckedahl
Ja, viel Erfolg.
08:17 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Viel Erfolg. Ich finde das total interessant, weil die eine Kartellrechtsexpertin, die hier interviewt wurde, Christina Cafara. die aber auch schon Apple unterstützt hat in DMA-Verhandlungen. Also vielleicht muss man da auch ein bisschen das mit ein bisschen mit einer Prise Salz genießen, was sie sagt. Die sagt, das setzt die Kommission in eine sehr schwierige Lage, denn wenn sie diese Anfechtung vor Gericht verlieren könnte, könnten sie ihm Anschluss auch die Möglichkeit verlieren, weiterhin ihr DMA-Recht entsprechend durchzusetzen. Es würde gleichzeitig aber die EU-Kommission in eine schwierige Position zu bringen, wenn sie gewinnt, weil das eben das veränderte geopolitische Umfeld sei. Da ist es, wie gesagt, man muss es mit einer. Prisalz sehen. Sie ist ja eventuell gefärbt, diese Expertin, aber der Aussage kann man natürlich trotzdem was abgewinnen, dass die EU vermutlich auch ein bisschen vorsichtiger agiert, seitdem Trump eben Präsident ist. Ja. Jo, schauen wir, wie das ausgeht. Haken bleibt dran, ihr wisst das. Ansonsten noch zwei kleinere Meta-Meldungen, die aber trotzdem erwähnt werden müssen. Zum einen. hat Meta einen Vertrag unterzeichnet, um ein Kernkraftwerk, das eigentlich 2017 schon abgeschaltet werden sollte, weiterhin betreiben zu lassen. . . Dahinter steckt das Energieunternehmen Constellation. Die haben dieses Kernkraftwerk eben betrieben in den USA, in Illinois ist es, mit dem Namen Clem. Linton Clean Energy Center. Und dieses Kernkraftwerk hat seit Jahren negative finanzielle Zahlen geschrieben, rote Zahlen geschrieben, Verluste gemacht. Es gab aber relativ lange. In den USA eine Steuergutschrift für kohlenstofffreie Energie, was eben dazu führte, dass das weiter betrieben werden konnte. Diese Steuergutschrift ist allerdings ausgelaufen und Meta hat dir zugesichert, dass sie diese Steuergutschrift Weiterhin bezahlen werden, damit dieses Kernkraftwerk weiterlaufen kann. Natürlich nicht ganz uneigennützig. Sie werden wohl einige Anteile dieser Energie nutzen, um möglicherweise KI-Rechenzentren damit zu betreiben. Ja, möglicherweise. Was sonst? Also dieser Kampf um Energie. Energie führt natürlich zu völlig interessanten Veränderungen. Also das ist halt wirklich so, ich glaube hier in Deutschland hat man damals in der Zeit um Fukushima den Begriff Altmeiler. immer wieder rausgekramt und das kann man hier auch sagen. Also ein Kraftwerk, das eben schon 1997 geschlossen werden sollte. Ja, Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung kann man das auch nennen. Absolut. Genau, ein absolutes Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung wird, je länger so ein Kernkraftwerk am Netz ist, umso älter sind die Bestandteile, die eben da drin ist. Seit 1987 besteht dieses Kernkraftwerk dort schon, also ist echt schon, ist älter als ich. zum Beispiel. Und ich krieg schon graue Haare, um nochmal deine Relation herzustellen. Und Meta zahlt jetzt ja einfach, damit sie weiterhin ihre KI-Rechenzentren weiterbekommen.
10:52 Markus Beckedahl
Ja, das wird eine der großen Debatten noch werden. Ja, welchen Fußabdruck diese Unternehmen mit ihren KI-Strategien hinterlassen, sowohl bei fossilen Energien als auch Atom um Energie als auch vor allen Dingen bei Fahr. Also wir haben gerade in Deutschland die Diskussion, dass jetzt so Amazon angekündigt hat, in Brandenburg ein Riesenrechenzentrum errichten zu wollen. Verschiedene andere wollen auch in Brandenburg. Rechenzentren erweisen und ich wohne ja in Berlin und Brandenburg ist ja drumherum. Und ich kenne ja sehr viele Menschen, die sich hier überlegen, naja, sollte man nicht mal nach Brandenburg ziehen, aufs Land und so weiter. Und es wird immer schwieriger, sich für irgendwie einen Landabschnitt. Zu entscheiden, wo es auch noch in 10, 20 Jahren Wasser gibt. Falls noch ist Brandenburg voller Seen und das ist schön, aber man sieht eigentlich jedes Jahr, wie die Seen alle absacken. Sozusagen, weil es nicht genug regnet. Und Teile von Brandenburg könnten in 10, 20 Jahren einfach zur Wüste werden Und wenn du da jetzt noch irgendwie nicht nur Tesla, sondern auch noch diverse Rechenzentren hinstellst, wird das Ganze sich beschleunigen. Und schön für die Rechenzentrenbetreiber, schlecht für Die Umwelt und die Leute, die dort wurden.
12:13 Gavin Karlmeier
Ja, und fatale Fehlentscheidungen, die ja da auch von der Politik getroffen werden. Also diese Diskussion hatten wir ja tatsächlich schon um das Tesla-Werk in Grünheide, als Elon Musk dort stand, irgendwie mit Politikern und sich dann gemeinsam. gefreut hat, ja hier schau dir doch an, hier sind überall Wälder, natürlich haben wir hier genug Wasser und alle UmweltschützerInnen und Verbände haben damals gesagt, nee, das wird nicht reichen, wir werden Probleme kriegen. Hauptsache man kann ein Foto mit Elon Musk machen.
12:38 Markus Beckedahl
Ja, und Sven Fett liegt auf der Aftershow-Party auf.
12:41 Gavin Karlmeier
Perfekt. Ja. Habt ihr Bock auf gute Laune? Ansonsten hat Eminems Verlag. Eminem, der Rapper, den, kennst du, ist von Sven Fett zu Eminem, ist es komischerweise irgendwie gar nicht so weit, wie man glaubt. Der hat Meta jetzt verklagt, weil 243 Songs von Eminem offenbar ohne Nutzungsrechte dafür zu haben, von Meta verwendet wurden, sodass du beispielsweise Remixe mit ihnen erstellen konntest. In Facebook, Instagram und WhatsApp waren diese Songs eben verfügbar, die aber eben über einen eigenen Verlag erschienen sind von Eminem, nämlich 8 Miles Style. die also in der Musik, das mit den Verlagsrechten super kompliziert, kann man sich tolle Dokus, glaube ich, drüber anschauen. Haben wir zuletzt auch im Fall von Taylor Swift, da ging es nicht wirklich um Verlagsrecht, sondern Masterrecht, aber ihr seht, was das für ein Markt ist und wie groß das ist und so. Und weil Eminems Verlag sich eben daran stößt, dass die Songs von Eminem dort verwendet werden, ohne dass Meta dafür Tantieren bezahlt hat, verklagen sie Meta jetzt auf 109 Millionen Dollar, also etwa 96 Millionen Euro Schadensersatz, weil sie sagen, dass die Songs von Eminem. . sie gehören zu es gibt hier so eine tolle Formulierung, ich gucke mal, ob ich die schnell finde. Ne, habe ich mir leider nicht geputzt. Zu dem wertvollsten der Welt. Ja, genau. Genau, das ist die Formulierung. Gehören zu den wertvollsten Songs der Welt und könnten nicht einfach unerlaubt weiterverwendet werden. Dankeschön.
14:01 Markus Beckedahl
Ja. Also das wird alles nochmal noch viel spannender, ob jetzt diese ganzen Urheberrechtsansprüche auch zum Drehen von KI gerechtfertigt sind oder nicht. Da prallen ja verschiedene Rechtskonzepte aufeinander. Aber hier in diesem Fall geht es ja nicht nur um KI-Training, hier in diesem Fall geht es ja vor allen Dingen darum, dass der Verlag sagt, naja, ey, wir haben da schon öfters gesagt, so nimm mal runter. Ja, ihr habt es nicht runtergenommen. Es war immer noch verfügbar. Ihr habt damit weiter Geld gemacht, habt weiterhin zugelassen, dass sie irgendwie in euren Riert geteilt werden können, ohne lizenziert zu haben. Also nochmal so für Urheberrechts-Nerds nochmal so eine Fallgruppe.
14:41 Gavin Karlmeier
Ja, also vor allem ist das so eine Offensichtlichkeit. Da wird Meter da vornherein überlegt haben, ob sie das weitermachen oder nicht. Sowas ist kein Versehen, vor allem wenn sie darauf hingewiesen wurden. 150. 000 Euro für jeden der 243. Songs wollen sie haben. Aber weil du gerade KI-Training sagst, jetzt liegen solche Songs ja mit Sicherheit auch auf Metas Servern in dem Moment, wenn sie dort verwendet werden. Und wenn alle Inhalte, die in der Vergangenheit erstellt wurden, zum KI-Training genutzt wurden, dann ist es nicht auszuschließen, dass durchaus auch mit Eminem Song schon die Meta-KI trainiert wurde. Und das ist erstmal gar nicht so, ohne weiteres nachzuweisen. Irgendwann fällt es aber irgendwas auf und dann knallt es aber richtig, hoffentlich.
15:20 Markus Beckedahl
Naja, also das ist ja tatsächlich der Puddelskern der Auseinandersetzung im Moment. Face Meta und Kroos stellen sich hin und sagen, naja, also fürs Training unserer KI können wir urheberrechtlich geschütze Werke einfach so verwenden, sagt die Rechtslage. Und Urheber sagen ja, aber dafür war das Ganze nicht gedacht so. Und ja, den Rest müssen jetzt Gerichte. Die nächsten zehn Jahre ausdehlen.
15:44 Gavin Karlmeier
Ja, das sind alles so Dinge, wo man das Gefühl hat, das kann doch, warum kann die Menschheit das nicht einfach mit Gerechtigkeitssinn lösen? Warum muss es immer Leute geben, die einfach so lange gegen Gesetz? verstoßen, bis irgendjemand sich dann langatmig da hinsetzen muss und hunderttausende Seiten Aktenlage wühlen muss. Das ist so frustrierend. Aber vielleicht sind wir dafür einfach zu, oder ich vielleicht einfach zu idealistisch, dass ich mir denke, es ist nicht alle Menschen zu sein.
16:11 Markus Beckedahl
Es ist nicht so entdeutig, weil die Rechtslage quasi auf so gar nicht training nicht vorbereitet war. Und deswegen ist es halt zumindest legitim, wenn Meta sagt, naja, also die Rechtslage ist so, wir gehen davon aus, das ist irgendwie legal. Und Urheber ist genauso legitim, wenn sie sagen, dafür war es ein nicht nicht so gedacht das Urheberrecht, beziehungsweise das ist hier irgendwie nicht mal bedacht worden, dass mal so eine technologische Entwicklung kommt und wir brauchen eine Ausweitung dieses Schutzes. Und insofern ist das halt ein klassischer Fall, der dann durch die Gerichte, Gerichtsinstanzen nach oben geht und irgendwann gibt es da mal ein Grundsatzurteil, das sagt, naja, das ist halt jetzt so.
16:52 Gavin Karlmeier
Und wir hoffen, dass es, also wahrscheinlich hoffen wir eher, dass es noch drei Jahre dauert, bis es in den USA so ein Grundsatzurteil gibt, damit sich die politische Lage ein bisschen drumherum verändert.
17:02 Markus Beckedahl
Naja, also das Grundsatzurteil ist ja unabhängig von der politischen Lage. Die politische Lage von früher hat ja quasi die Besetzung des Supreme Courts gebracht und die Richter, die sind ja wahrscheinlich ein bisschen länger da als nur Trump.
17:18 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt. Ja, wobei diese Besetzung von früher war eben auch Donald Trump, ne?
17:23 Markus Beckedahl
Ja, ja, genau. Also insofern, also es ist eigentlich egal, ob jetzt Trump noch weiter Präsident ist oder? Nicht so, ne? Ja, das stimmt.
17:30 Gavin Karlmeier
Okay. Ansonsten hat TikTok, wir wechseln das Thema, wir kommen zu TikTok. TikTok hat angekündigt den Hashtag SkinnyTalk. zu sperren. Und fleißige Hakkis haben mitbekommen, dass wir über so ein ähnliches Thema vor einiger Zeit erst gesprochen haben, nämlich letzte Woche in der Folge Mark Macht mit Thorsten Weg haben wir darüber gesprochen, dass in der EU-Kommission ein weiterer Teil der Untersuchung gegen über TikTok aufgenommen wurde und zwar wegen des Hashtags SkinnyTalk, weil dieser Hashtag eben dazu führen könnte, junge Menschen eben dazu zu verleiten, extreme Diäten einzugehen oder selber eher in magensüchtliches Verhalten zu fallen. Die Europäische Kommission, als auch die französische Regierung, Lehrungsbehörde für digitale Medien ACOM, haben entsprechende Untersuchungen aufgenommen und TikTok hat gesagt, ah nee, uns ist das jetzt auch aufgefallen, wir nehmen das dann jetzt doch mal offline. Das ist so ein ähnliches Verhalten wie TikTok, das damals mit TikTok. Leid gemacht hat. Da gab es in, ich glaube, in Frankreich und Italien war es damals: ein Modell, bei dem du dafür bezahlt werden konntest, in Amazon Gutscheinen von TikTok, wenn du Videos guckst. Das hat die EU-Kommission zum Anlass genommen, das mal zu untersuchen, ob das ein mögliches Suchtmittel. oder suchtförderndes Verhalten eben mit sich bringen könnte. Daraufhin hat TikTok gesagt, ja, wir haben auch nochmal überlegt und stellen TikTok Light jetzt ein und so machen sie das hier jetzt auch. In dem Moment, wo die Untersuchung kommt, handeln sie. Ja Das ist so ein typisches Verhalten von TikTok.
18:54 Markus Beckedahl
Ja, Meta würde sagen, per unsegal
18:58 Gavin Karlmeier
Ja, wir kommen gleich zu einem Ex-Thema, bei dem im Ex auch genau sich gedacht hat, na egal. Aber ich finde, das Problem ist so ein bisschen, weil die EU-Kommission ja im Vorfeld auch so gesagt hat, uns geht es ja nicht darum, empfindliche Strafen zu verhängen, sondern die Unternehmen zum Umdenken zu bewegen, dass du am Ende so ein Verhalten ja eigentlich provozierst. Weil am Ende wird die EU-Kommission, wenn sie in dieser Logik bleibt, ja sagen, wir haben geschafft, dass TikTok hier in diesem Fall gehandelt hat. Also müssen wir hier keine Strafen mehr verhängen. Aber das funktioniert es ja nicht. Du kannst ja nicht, wenn du 26 Mal schwarz fährst in der Bahn, nee, sorry, das sagt man nicht mehr, habe ich gelernt, ohne Ticket fährst. Und dann kommt beim 27. Mal der Kontrolleur an und dann sagst du, okay, ich kaufe mir jetzt ein Ticket, dann sind die letzten Fahrten ja eben nicht verfallen, auch wenn ohne Ticketfahren übrigens nicht kriminalisiert werden sollte, um das auch nochmal klar dazu zu sagen. Aber ich finde, dass eben, wenn du einen Rechtsverstoß begehst. . Löst du das Problem dadurch nicht, dass du danach versprichst, es nicht mehr zu tun.
19:57 Markus Beckedahl
Ja, guck mal so an, wie viele Ressourcen hast du für die Durchsetzung und choose your fights, ne? Das sollte man auch machen. berücksichtigen.
20:05 Gavin Karlmeier
Ja, klar. Ja. Aber also ich finde gerade der Schutz von jungen Menschen gegen so diese Inhalte, die eben wirklich ein falsches Körperbild vermitteln oder ein verzerrtes Körperbild vermitteln.
20:17 Markus Beckedahl
Ja, die Frage ist, warum ist hier TikTok nicht früher schon eingesprungen und hat das Problem sozusagen gelöst, weil er sollte ihnen doch offensichtlich sein. Ja, natürlich, es wird wahrscheinlich gut performen. Aber TikTok weiß ja genau, welche Hashtags da gerade wie beliebt sind und welche schädlichen Auswirkungen sie haben könnten.
20:38 Gavin Karlmeier
Das glaube ich auch. Das glaube ich auch. Und zwar wissen es so gut, dass Sie jetzt ihr Wissen auch weitergeben wollen. Sie haben jetzt angekündigt auf dem Advertiser Summit. den sie durchgeführt haben am 3. Juni, dass es jetzt auch für Werbetreibende neue KI-gesteuerte Werbetools geben wird, indem du mehr Daten über Trends und NutzerInnen bekommen kannst. aber auch KI gestützte Vorschläge für die Schaltung von Anzeigen bekommen kannst. Also schreibst du noch rein, was ist so dein Ziel und du kannst zum Beispiel sagen, ich möchte gerne Videoinhalte mit dem Schwerpunkt hormonelle Gesundheit für weibliche englischsprachige Nutzerinnen produzieren. Und dann wird entsprechend ein Video generiert oder dir vorgeschlagen, was du dort für Inhalte reinlegen könntest. Interessanterweise hat Meta dasselbe angekündigt, haben aber gesagt, bei ihnen dauert das noch ein Jahr, bis sie soweit sind, dass das auch wirklich funktioniert.
21:19 Markus Beckedahl
Ja, da wünsche ich mal sämtlichen Watchstocks irgendwie viel Erfolg. Das war sehr schön. schnell zu bespielen und rauszufinden, welche schädlichen Auswirkungen das alles haben könnte.
21:29 Gavin Karlmeier
Ja, das wäre sehr schön. Und ich sage auch das, was ich in der letzten Folge dazu auch schon mal gesagt habe. Wir denken an alle, die in irgendwelchen Agenturen sitzen, die Werbeinhalte für Unternehmen erstellen, weil deren Existenzgrundlage dadurch tatsächlich bedroht wird, wenn du mich fragst.
21:44 Markus Beckedahl
Ja, das ist eh ein auslaufendes Geschäftsmodell.
21:47 Gavin Karlmeier
Ja. Hey. Der Markus meint das nicht so, Leute, keines Oi. Komm weg. Kommen wir zu Ex. Ich habe eben schon mal gesagt, Ex macht eben genau dieses Jahr mir doch egal, mäßiger. Denn Ex hat jetzt angefangen in der EU ein Hinweis-Pop-up anzuzeigen, in dem nochmal klar formuliert wird, dass das blaue Häkchen. . eigentlich nur die Aussage hat, dass ein Nutzer oder eine Nutzerin Ex-Premium abonniert hat oder sich per Ausweis verifiziert hat, nicht aber, dass er prominent oder relevant ist. Und das wird allen Ex-NutzerInnen hier in der EU angezeigt. Das ist deswegen interessant, weil derzeit bei der EU-Kommission eine Untersuchung läuft, ob das blaue Häkchensystem von X gegen den DSA verstößt.
22:38 Markus Beckedahl
Ja, also das war eine von vielen Untersuchungen, die quasi bei der EU-Kommission gerade laufen. Da bin ich mal gespannt, wann sie sich endlich mal trauen, das ein bisschen mehr durchzusetzen.
22:49 Gavin Karlmeier
Ja, auf jeden Fall. Aber ich finde auch, man darf nicht glauben, dass diese Warnmeldung von Ex angezeigt wird, weil man seinen Nutzer in den Irrtum ersparen möchte. Sondern das ist knallhart, hier ermittelt gerade die EU, also mache, tun wir mal so, als würden wir was tun. Ja, ich war so lange nicht mehr bei X. Mir fällt das gar nicht auf. Da gab es noch einen Vogel, als ich das letzte Mal dort war. Apropos Vogel, wie kommen wir zu Elon Musk? Wir haben ja eigentlich angekündigt, dass wir. weniger über Politik reden, aber nein, wir haben sich ankündigt, wir haben es ein bisschen gehofft, dass wenn Elon Musk sich ein bisschen aus der Politik zurückzieht, dass das ein bisschen ruhiger werden wird um ihn im Weißen Haus. Das hat so ungefähr drei Tage angehalten. Dann hat Elon Musk das Gesetzespaket von Donald Trump, was Donald Trump die Big Beautiful Bill nennt. Wir haben in der letzten Folge da schon mal ein bisschen drüber gesprochen. Das hat Elon Musk jetzt als widerliche Abscheulichkeit bezeichnet. Um das mal kurz zusammenzufassen, dieses Gesetzespaket soll ein bisschen Steuersparnisse für vor allem wohlhabendere Bürger in den USA mit sich bringen. Soll aber auf der Unkehrseite dafür Steuererleichterung für Unternehmen ein bisschen zurückfahren. Und das kann Elon Musk so offenbar nicht hinnehmen. Er framt es natürlich als das kämpft gegen seinen Kampf der Staatsverschuldung an und richtet eigentlich genau diesen Schaden an. den er eigentlich beheben wollte. Und er hatte jetzt aber auch schon gedroht. Hat gesagt, Schande über diejenigen, die dafür gestimmt haben, ihr wisst, dass ihr falsch gehandelt habt. Im November kommenden Jahres werden wir alle Politiker feiern, die das amerikanische Volk verraten haben. Und in den im November des kommenden Jahres, da finden nämlich die Midterms statt, die in Kongresswahlen in den USA, die eben dazu führen dass oder diese Drohung führt am Ende dazu, dass man davon ausgehen muss, dass Elon Musk sehr genau sich merkt, wer jetzt wie gestimmt hat und dementsprechend Gelder eben ausgibt, um Politiker in anderer Meinung entsprechend zu fördern. Wir wissen, das sind nicht zwangsläufig leere Versprechungen bei ihm. Ja, am wenigsten gibt es Action. Also. Ja, das. Also, ja, wir haben auf jeden Fall noch ein bisschen was zu tun in diesem Podcast. Sagen wir es mal. So, sorry, da überkam mich hier direkt so eine kleine. Kleine Elon Musk-Alergie.
25:05 Markus Beckedahl
Also ich meine, letztendlich kann es ja für den Weltfrieden nur gut sein, wenn jetzt die Magabewegung anfängt, sich gegenseitig zu zerfleischen.
25:14 Gavin Karlmeier
Ja, und das passiert tatsächlich noch ziemlich durchaus mehr. Denn abgesehen von diesem Begriff der widerlichen Abscheulichkeit hat Elon Musk dann jetzt in der Nacht zum Donnerstag nochmal ordentlich nachgelegt, hat auf der einen Seite angekündigt oder die Leute angekündigt aufgerufen, den Senator oder den Kongressabgeordneten des eigenen Bezirkes anzurufen. Er hat aufgerufen, kill the bill. Und hat sich, wird auch überall schon zitiert in amerikanischen, auch vor allem konservativen Medien, dass er sich gegen Trump stellt. Anfangs hatte Trump noch verlauten lassen, wir sind immer noch Freunde, auch wenn wir uns eigentlich wenn wir gerade eine Meinungsverschiedenheit hatten. Carolyn Leavitt hatte auch vor einigen Tagen noch gesagt, der Präsident wusste schon länger, was Elon Musk von diesem Gesetz hält. Das hat sich jetzt so ein bisschen verändert, denn auch jetzt das in der Nacht zu Donnerstag hat der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson gesagt, Donald Trump sei nicht erfreut darüber, wie Elon Musk sich in der Öffentlichkeit da gerade darstellt. Und die Magerbewegung, die stellt sich eher hinter Musk. als hinter Trump, was dazu führt, dass es gerade eine totale Zerrissenheit in den amerikanischen politischen Rechten gibt. Denn auf der einen Seite gibt es eben die. . die eben hinter Trump stehen und diesen Populismus fördern, der sagt, ja, wir alle sollen, wir nehmen euch die Steuern, es wird günstiger von euch, das Leben wird besser. Und auf der anderen Seite hast du eben diese unternehmerisch-wirtschaftlich getriebenere Rechte, die sagt, Unternehmer, dürfen nicht besteuert werden, Steuern sind raub und so weiter und so weiter. Und da kippt gerade ordentlich die Stimmung. Selbst Marjorie Taylor Green, die ja ziemlich nah an Donald Trump die ganze Zeit herumgewabert ist, hat sich jetzt hinter Mast gestellt.
26:53 Markus Beckedahl
Und ja, schauen wir mal, wie das alles sich so entwickelt. Ja, das ist eine der wenigen Sachen, wo man sagen kann, viel Erfolg.
27:01 Gavin Karlmeier
Ja, aber auch ein Kampf, in dem sich beide Seiten nicht auf mich verlassen können. Also es gibt von Exis noch eine ganz spannende Einordnung. die versucht haben, mal herauszuextrahieren, welche Gründe Elon Musk tatsächlich alle haben könnte, sich gegen diese Big Beautiful Bill, dieses Gesetzespaket zu stellen. Und sie sagen, es gibt eigentlich vier Wendepunkte, die zu seinem scharfen Angriff auf den Gesetzentwurf führten. Erstens, Die Gesetzgebung kürzt die Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge, die Autoherstellern wie Tesla hilft. Bis Ende April hatte Tesla mindestens 240. 000 Dollar für Lobbyarbeit im Zusammenhang mit der Steuergutschrift ausgegeben. Das heißt also, Musk hat hier natürlich ein wirtschaftliches Interesse. Zweitens scheint Musk eigentlich durchaus gerne länger im Weißen Haus hätte gearbeitet haben wollen. Das ist allerdings wohl absolut unmöglich gewesen, wegen dieser Frist von 130 Tagen für einen speziellen Regierungsangestellten. Drittens gab es in der Vergangenheit jetzt den Wunsch von Musk, dass das Starlink, haben wir schon mal darüber gesprochen, das Starlink-Satellitensystem genutzt wird, um die National zu verstanden. Flugverkehrskontrolle zu übernehmen. Die Verwaltung hat sich wohl dagegen gewehrt, weil sie gesagt haben, auf der einen Seite gibt es einen Interessenkonflikt. Ach was. Auf der anderen Seite ist es aber auch technisch gar nicht möglich, die Luftverkehrskontrolle über Satelliten laufen zu lassen. Was auch fantastisch ist. Das Mark sagt, ist mir egal, macht es trotzdem. Und der vierte Grund ist aber, dass Jared Isaacman Das ist ein Freund von Musk, der sollte NASA-Chef werden. Und den hat er immer wieder bei Trump platziert und hat auch versucht, ihn dort zu platzieren. Jetzt hat Donald Trump allerdings abgekündigt, dass Jarek Isaacman nicht der NASA-Administrator oder NASA-Chef werden sollte, sondern Sergio Gore. der früher Direktor des Personalpräsidenten gewesen sein soll. Ach ne, Entschuldigung. Sergio Gore steckt hinter der Entscheidung, dass Jack Isaacman es nicht wird, so ist es richtig, und sich damit sozusagen gegen Mast gestellt hat. Und es ist aber wohl rausgekommen, dass dieser Isaac-Man, den Musk gerne als NASA-Chef gehabt hätte, dass der Gelder an die Demokratische Partei gespendet hätte und damit kein republikanischer Loyalist ist, den Trump natürlich so dann überhaupt nicht gebrauchen kann. Das heißt, da ist gerade ganz schön viel Zerrissenheit zwischen Musk und Trump. Wir werden das Thema also doch nicht so schnell los, wie wir alle gehofft haben. Naja. Keine weiteren Emotionen, ich nehme das so hin. Kommen wir nach Frankreich und zurück in die EU, denn Pornhub hat am Mittwoch dort angekündigt, dass sie den Zugriff auf Pornhub. . in Frankreich vorerst abschalten werden, was für die gar keine kleine Entscheidung ist, denn Frankreich ist der zweitgrößte Markt nach den Vereinigten Staaten für Pornhub. Aber. Sie sind eben von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, dort eine echte Altersverifikation durchzuführen, können das aber so nicht gewährleisten, weil sie eben dort keine Technologie bislang für haben, die gleichzeitig eben Sicherheitsaspekte gewährleisten würde. Und deswegen sagen sie, stellen wir eben hier zulande erst mal ab. in der TikTok-Move-Erpressung über die Schultern der NutzerInnen. Aber wir schauen ja schon länger auf diese Altersverifikationsgeschichte und diese Konsequenz, die sie hier eben dann mit reinbringen, um Verhandlungsmasse einzubringen. Ist doch, hat mich jedenfalls überrascht, ehrlicherweise.
30:22 Markus Beckedahl
Naja, man führt das dazu, dass halt mehr Leute VPNs nutzen werden. Und dann gibt es ja noch eine ganze Menge weitere riesige Plattformen, die Urheber. glaube ich mittlerweile fünf oder sechs verschiedene Porno-Plattformen unter den DSA als Very Large Online Platforms definiert. Das heißt, die haben alle laut EU Rechnungen über 45 Millionen Nutzerinnen in der Europäischen Union, also jeder Zehnte nutzt die, und da waren teilweise Plattformen dabei, habe ich noch nie was von gehört. Da muss man dazu sagen, das ist natürlich immer so eine schwierige Debatte, die viele Wir fordern dann recht auf Pornos und freien Zugang und man möchte natürlich auch nicht, dass irgendwo quasi da gespeichert wird, wer als Erwachsene, auf welche Pornos irgendwie zugreift bei einer Privatsphäre und so weiter. Aber andererseits haben wir es hier mit riesigen Unternehmen zu tun, nah teilweise an der organisierten Kriminalität, die halt die ganze Zeit sagen so fuck you, euch eure. . Regularien interessieren mich nicht. Und die kann man halt eigentlich mindestens genauso neben Meta X und sonst wie einsortieren. Dagegen ist dann teilweise Mark Zuckerberg noch echt ein Messdiener.
31:38 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem muss man dazu sagen, dass drei dieser unter diese very large online Platforms fallenden Porno-Plattformen, nämlich Pornhub, RedTube und UPorn, alle drei zum Unternehmen ILO Free Sites gehören. Das ist also alles eine große. ein großes Unternehmen. Wenn die jetzt also sich gemeint, wenn die sich jetzt entscheiden, unsere Plattformen sind in Frankreich nicht abrufbar, dann wird das wohl für eine große Anzahl französischer NutzerInnen einen Impact haben. Ich bin da hin und her gerissen, denn genau wie du sagst, das ist ein riesengroßer Konzern mit einer unglaublichen Anzahl an NutzerInnen und jede Ausrede nach dem Motto, es gibt ein Gesetz, das wir hier nicht umgesetzt kriegen, ist eben am Ende nach. Ausrede, weil am Ende, wenn irgendein Unternehmen dazu die technischen Ressourcen zur Verfügung hat, eine Lösung zu installieren, dann sind es diese riesengroßen Konzerne, die sich eben durchaus was überlegen müssen. Und wenn sie eben dazu verpflichtet sind, eine Lösung zur Altersüberprüfung einzubauen, es aber nicht schaffen, sich eine zu überlegen, die gleichzeitig aber eben nicht die Privatsphäre ihrer NutzerInnen verletzt, wie sie selber sagen, dann müssen die da wohl noch einfach mal ein bisschen länger arbeiten. müssen die sich einfach dazu Gedanken machen machen.
32:47 Markus Beckedahl
Könnte man auch sagen, ne? Warum nicht einen Teil von euren riesigen Gewinnen dafür verwenden, mal eine privacy-freundliche Altersverifikation. zu schaffen, bevor die quasi die Staaten anfangen, was zu bauen, was dann möglicherweise oder wahrscheinlich sehr wahrscheinlich negative Nebenwirkungen mit sich bringen könnte.
33:07 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr. So, und dann gibt es noch eine Apple-Meldung. Wir bleiben immer noch im EU-Recht, denn Apple legt Berufung gegen das EU-Gesetz der Interoperabilität ein oder gegen den DMA. Weil sie sagen, dass die Interoperabilitätsanforderungen sie verpflichten würden, auch Daten wie Inhalte von Push-Nachrichten oder Wi-Fi-Netzwerke, mit denen man verbunden ist, an Dritte zur Verfügung gestellt werden sollen. Der technische Hintergrund dahinter ist, dass zum Beispiel Unternehmen wie, jetzt müssen wir uns kurz anschnallen, aber auch die gehören dazu, dass sie davon profitieren würden, wie Meta, Garmin oder Spotify, weil die fordern, wenn wir jetzt Wearable Devices an den Start bringen, dann sollen die sich genauso nahtlos mit dem iPhone verbinden können wie die Apple Watch. Also wir wissen, wenn wir die Apple Watch haben, du kannst schaltest sie ein, sie kann sich relativ schnell mit dem iPhone verbinden, ohne dass du irgendwo ein Passwort eingeben musst oder irgendwo einen Verkopplungscode eingeben musst. Du kriegst deine Pushnachrichten genauso wie sie aussehen auf die Apple Watch. Das ist eine sehr, sehr nahtlose Experience. Und andere Unternehmen dieser Geräte sagen eben, dass das eine Eintrittsbarriere für den Markt ist, eben nicht dieselben Informationen von dem Gerät zu bekommen wie die des eigenen Herstellers. Und dafür sind eben genau solche Interoperabilitätsanforderungen der EU ja auch da, um eben den Markteintritt zu erleichtern. Jetzt nicht zwangsläufig für Meta, fairerweise, aber eben für alle, die eben dazu was herstellen. Meta Apple, Entschuldigung, Apple sieht allerdings ein Sicherheitsrisiko darin, wenn sie die Konstellation aus Location-Daten, Wi-Fi-Daten und Push-Nachrichten einfach so an Dritte weitergeben würden und sagen, dass sie diese massiven Datenschutz- und Sicherheitsrisiken sehen und deswegen eben. anfechten, dass die Interoperabilität diese Daten eben am Ende auch umfassen soll. Ja, nice try.
34:55 Markus Beckedahl
Wobei ich kann die Argumente natürlich verstehen, aber letztendlich ist es ja auch eine Frage, die im Idealfall ein informierter Nutzer, Nutzerin selbst entscheiden können sollte, ob sie jetzt das Risiko eingehen, irgendwie wenn sie ihre Meta-Uhr jetzt mit ihrem Apple-Ding verbringen. finden ist halt Meta dann zukünftig noch mehr Daten über sie. Andererseits ist glaube ich Nutzerin von Meta Uhren auch alles egal.
35:25 Gavin Karlmeier
Ja, okay, das ist schon natürlich. Es gab mal eine Zeit, ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst, da gab es eine Facebook Wi-Fi. Und da konntest du, als wenn du mal angenommen, du hast einen Café betrieben und dann konntest du dein WLAN sozusagen über Facebook taneln so und dass du konntest dann quasi deinen BesucherInnen ermöglichen, dein WLAN zu nutzen, wenn sie dafür deine Facebook-Seite liken. Führte aber dazu, dass Facebook eine massive Menge an Daten über WLAN-Netzwerke überall auf der Welt hatte. weil sie eben halt diese ganzen ganzen Tunnel halt betrieben haben. Wahnsinnig irre. Also sie wirkt auch so ein bisschen wie so ein wie eine kleine Dystopie. Diese Geschichte, aber gab's mal. Tja. Die Bundesnetzagentur hat übrigens so, und dann sind wir auch durch mit EU-Schemen für heute, die Bundesnetzagentur hat drei weitere Trusted Flagger. Also die Bundesnetzagentur ist ja damit beauftragt, dass sie im Sinne des DSA eben solche Trusted Flagger ernennen kann. Das sind Unternehmen, Einrichtungen, NGOs, die. An Plattformen Verstöße gegen den DSA melden dürfen und damit aber eine priorisierte Behandlung eben erzwingen können. Also Meta muss die Hinweise der Trusted Flagger schneller bearbeiten als die der gemeinen NutzerInnen. Und diese drei Behörden oder Oder diese drei Einrichtungen, die eben jetzt Trusted Flagger sind, sind der Bundesverband Onlinehandel, die Organisation HateAid und die Verbraucherzentrale oder der Bundesverband der Verbraucherzentrale.
36:53 Markus Beckedahl
Finde ich gut. Ähm, waren natürlich oder diese Trusted Flagger waren mal so Opfer von so einer Verlundungskampagne, unserer Zensurfraktion, die überall Zensur schreit, wenn ihr euer eigener Hass irgendwie irgendwo reguliert werden muss oder sollte. In diesem Fall geht es ja bei Trustled Flaggern auch um etwas, was es auch schon gab vor dem DSA. Es gab schon lange Institutionen, beispielsweise jugendschutz. net, die einfach im Ticketingsystem der Plattformen irgendwie schneller durchgelassen worden sind. Mit anderen Worten, wenn du oder ich als Nutzer einfach mal bei Facebook und Instagram sagen Hey, hier ist ein Inhalt, der verletzt irgendwas so, kommt das da irgendein Gipfel-System rein und irgendwo wann, irgendwie in drei Monaten, guckt sich das vielleicht mal irgendjemand an und würfelt, ob da. dem Stadt gegeben wird oder nicht. Und bei diesen Trusted Flaggern ist halt einfach, da muss sich dann innerhalb von ein, zwei Tagen irgendjemand das Ticket mal anschauen. Das ist sozusagen der Unterschied. Es heißt aber nicht, dass Trusted Flagger sozusagen die Lizenz zum Löschen haben, wie es mal dargestellt wurde, sondern einfach nur, dass man halt ein schnelleres Ticket Und die Plattformen müssen immer noch selbst entscheiden, was sie da mit diesem Ticket machen. Und Nutzerinnen haben selbstverständlich nach immer noch das Recht, dagegen vorzugehen und sich zu beschweren. Genau.
38:12 Gavin Karlmeier
Ja, und im Fall von Meta zum Beispiel sogar an das Overside-Board zu gehen und zu sagen, hey Leute, kann sich das mir jemand Neutrales anschauen, denn nicht? Meta-Mitarbeiter ist am Ende. Genau. Das Interessante finde ich aber, dass mit dem Bundesverband Onlinehandel, der eben sich auf gewerblichen Rechtsschutz und unlauteren Wettbewerb konzentrieren soll, Hate Aid, die eben gegen digitale Hassrede vorgehen und der Verbraucherzentrale, die im Extrem scharf ja auch in Klagen gegen Tech-Unternehmen unterwegs sind und viel versucht haben, zum Beispiel jetzt gegen die Nutzung der Meta, Nutzungsdaten für die KI vorgegangen sind und vor Gericht gezogen sind. ja wirklich drei Player dabei sind oder zumindest zwei von denen, die eben in der digitalen Öffentlichkeit wirklich auch extrem relevant, extrem prominent sind und echt eine große Rolle spielen. Also ich halte das für eine sehr gute Entwicklung, dass die eben jetzt auch so eine besondere Rolle bekommt.
39:04 Markus Beckedahl
Ja, da muss man zu sagen, der Bundesverband Online-Handel, der hat einfach ein Interesse daran, irgendwelche Fake-Shops oder so weiter schneller abschießen zu können. Das ist ja auch in unserem allen Sinne, damit wir nicht aufs Scam irgendwie reinfallen. Head Aid hat eine sehr wichtige Rolle, einfach gegen Hass und Hetze im Netz vorzugehen und Opfer zu schützen, die sehr häufig total verzweifelt sind, weil sie angegriffen werden, weil sie verleumdet werden, weil sie die Vergewaltigungsbedrohungen bekommen und so weiter. Und wenn sie sich an Meta wenden, dann landet es halt irgendwann im Ticket und wird vielleicht mal ein paar Monaten gewürfelt. Aber wenn HateAid in diesem Fall Trusted Flagger ist, Können sie halt Opfer schneller helfen, quasi zu ihrem Recht zu kommen? Und dass sie besser geschützt werden können. Und der Verbraucherzentrale Bundesverband ist einfach. Das sind die Verbraucherschützer, die mit unseren Steuergeldern bezahlt werden, damit wir als Verbraucherinnen besser geschützt werden können. Und insofern sind zumindest die letzten beiden sehr vertrauenswürdige Institutionen, wie du gerade schon sagtest. Ja, Trusted Flagger.
40:10 Gavin Karlmeier
So, und dann gibt es noch eine Geschichte aus Brasilien. In Brasilien wird jetzt das Projekt D-Wallet getestet. D-Wallet soll eine Art digitale Geldbörse sein, in der es aber nicht um Geld geht, sondern um Daten. Also alle deine Daten werden sozusagen zu kommerziellen Vermögenswerten, wie es hier heißt. Rest of World berichtet das. Und sie geben dir eben die Möglichkeit, selber zu entscheiden, ob du mit deinen Daten am Ende Geld verdienen möchtest. Das ist so ein bisschen wie das Modell der Datendividende, über die du bestimmt auch schon häufiger gesprochen hast. Und soll eben eine Möglichkeit geben, dass du auch Daten eben auf diesem Konto einfach liegen lässt und nicht rausgibst. Das ist natürlich alles, ich finde, wir haben eben schon mal das Wort Dystopie hereingeschmissen. Aber trotzdem ist auf der einen Seite fühlt es sich so an, als würde man gleichzeitig ein bisschen mehr, wie sagt man, Autonomie für seine Daten bekommen. Auf der anderen Seite hat man aber auch das Gefühl, wir brauchen offenbar hier so eine Lösung, um mit unseren Daten selber Geld verdienen zu können, bevor es andere tun. Es ist auch ein bisschen Black Mirror, oder?
41:12 Markus Beckedahl
Ja, auf jeden Fall. In diesem Fall geht es ja um diese Debatte um Dateneigentum und Sponsories. Ja wird ja schon relativ. Flange geführt. Und es gibt natürlich Argumente, die dafür sprechen, aber man sollte auch immer berücksichtigen, sobald mal so etwas eingeführt wird, wird eigentlich Ja, Privatsphäre über Datenschutz auch Verhandlungsmasse, beziehungsweise wird dazu führen, dass Menschen, die sozial schlechter gestellt sind, eher auf ihre Rechte verzichten, um einen kleinen monetären Ausgleich dafür zu bekommen, während andere Menschen sich Privatsphäre leisten können. sozusagen. Und das ist ein kleines Problem.
41:55 Gavin Karlmeier
Ja, das kleine ist da, finde ich, eine sehr vorsichtige Formulierung. Also das führt am Ende eben dazu, dass du Menschen dazu bringst, auch Daten abzugeben, die sie vielleicht sonst niemals abgegeben hätten, weil sie eben wirtschaftlich keine andere Wahl haben.
42:10 Markus Beckedahl
Ja, und vor allen Dingen, wenn du wenn du das Ganze noch mit einem echten Profil verknüpft, sind diese Daten ja noch viel mehr wert als die Daten, die wir jetzt irgendwo hinterlassen, wo dann Meta auch nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit weiß, dass du gern Karl Mayer bist, aber nicht hundertprozentig. Aber sobald das mal so zertifiziert ist. CS in einem Wallet drin, dann ist das ja super Daten.
42:31 Gavin Karlmeier
Ja, die Super Daten. Das ist so ein bisschen wie der Superstau. War das nicht, so ein 90er Jahre-Film mit Maik Krüger oder so? Das habe ich zum Glück, glaube ich, nicht gesehen. Oh, das können wir gerne mal hauskeiten. Der Superstau. Warte mal hier, der Superstau. 1991. Toll. Aber nicht mit Maik Krüger auf dem Mar, aber davon mit Ralf Richter und Ottfried Fischer. Guckt euch den nicht an, ich glaube, der ist nicht besonders gut gealtert. So, jetzt haben wir gerade über dieses Datenwallet gesprochen und jetzt habe ich hier bei jemanden als Gast, der Gründer des Zentrums für Digitalrecht und Demokratie ist. Wir haben hier darüber berichtet, als ihr gestartet seid damit. Aber jetzt, wo ich dich schon mal hier habe, was habt ihr genau vor? Wie muss ich mir das vorstellen?
43:13 Markus Beckedahl
Das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie soll ein Problem lösen, was ich in den letzten Jahren irgendwie identifiziert habe. So die digitale Zivilgesellschaft hat eine Vielzahl an engagierten Initiativen. Organisationen hervorgebracht, aber vor allen Dingen haben wir kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Kommunikationsproblem. Wir kriegen unsere Themen sehr häufig noch nicht ausreichend transparent. Wir kriegen sie nicht an andere Zielgruppen übersetzt als die üblichen Verdächtigen sozusagen. Und vor allen Dingen haben wir eine Situation, dass die Industrie vor allen Dingen Big Tech massive PR-Ressourcen hat, um quasi in der Öffentlichkeit Narrative massiv zu beeinflussen, wie wir beispielsweise über Zukunft der Digitalisierung sprechen. Diese Werte von Innovation oder mein sozusagen, oder?
44:02 Gavin Karlmeier
Datenschutz ist hinderlich und schlecht für Zukunft und so weiter.
44:07 Markus Beckedahl
Und dem wollen wir etwas entgegensetzen und starten erstmal. Quasi jetzt langsam durch. Über den Sommer über werden wir verschiedene Prototypen bauen, um mal zu schauen, wie man Themen auch anders kommunizieren kann. Und ein zentrales Element wird am Anfang sein, ein Newsroom zu richten für, sagen wir mal, digitale Grundrechte. Und diese Newsroom hat vor allen Dingen so eine Funktion, dass schnell auch bei einer Lage, es passiert irgendwas, Donald Trump will X kaputt machen, dann sehr schnell reagieren zu können, wo dann sehr viele Journalisten in Redaktion sitzen, nicht gerade Tech-Journalisten sind, aber offen sind für Einordnung und wir wollen dann relativ schnell darauf reagieren, mit einer konstruktiv-kritischen Einordnung, worum geht es eigentlich, in einer Sprache geschrieben, die auch ein 50-jähriger, 60-jähriger Journalist beim Radio irgendwo verstehen wird, der oder die nicht Experte für diese Fragen ist, wo wir sofort auch schon eine persönliche Betroffenheit mit Kommunizieren der jeweiligen Zielgruppe, wo halt so klar wird, wie kann man das seinem 70-jährigen Publikum im öffentlich-rechtlichen Radio erklären, sozusagen, wo auch nochmal, je nachdem, wenn möglich, Lösungs- Vorschläge mitgeschickt würden, wie man anders möglicherweise ein tatsächliches Problem lösen könnte. Und so wollen wir halt Unternehmensentscheidungen, politische Entscheidungen sehr schnell einordnen, um auch eine Gegenmacht darzustellen. weil Journalisten, Multiplikatoren sind dann häufig vor der Herausforderung, sie haben nur sehr wenig Zeit zu reagieren. Sie müssen halt Bericht sehr schnell fertig machen, sozusagen. Die Medienzyklen sind sehr schnell. In drei Stunden könnte schon wieder ein anderes Thema relevanter werden. Und gleichzeitig hat die IT-Industrie Bitcom und Co. , aber auch irgendwie die PR-Abteilung von Big Tech eine ganze Menge Pressemitteilung rausgeschickt mit ihrer Sicht der Dinge. Und dagegen wollen wir vorgehen um eine informiertere Debatte. Ja, ähm, zu schaffen und die Erzählmacht quasi von Big Tech zurückzuholen. Beispielsweise bei der Einordnung von Durchsetzungsfragen bei der EU sozusagen. Das ist ja ein schönes Beispiel.
46:21 Gavin Karlmeier
Ja, allerdings. Also ich kann dir da ja aus eigener Erfahrung sagen, als jemand, der also so ich bin ja nicht als Digitaljournalist gestartet, sondern ich bin gestartet als jemand, der Witze geschrieben hat. Und als jemand, der vor allem eben im Entertainment zu Hause war, bin dann mit der Zeit. immer mehr zu einem Berater geworden, der Leuten erklärt hat, wie Social Media funktioniert und das mache ich heute ja auch immer noch sehr viel oder was man dort für Inhalte machen kann. Ich denke mir Konzepte aus und schule Menschen, wie eben Social Media funktioniert, sowohl technisch als auch praktisch, also was kann ich dort kreativ machen, aber dass es eben diesen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Überbau gibt, das habe ich mir erarbeitet, weil wir damals frustrierten frustriert waren, dass Twitter kaputt gegangen ist. Also ich glaube, wenn man sich jetzt nochmal Hakdran von Folge 1 anhört, kann man eine gewisse Entwicklung verfolgen. wie ich über diese dreieinhalb Jahre von jemandem, der unbedarft auf dieses Thema geblickt hat, zu jemandem wurde, der durchaus einen gewissen kritischen Blick darauf bekommen hat. Und diesen kritischen Blick. Der ist unterfüttert mit Fakten, denen ich mir eben dadurch angeeignet habe, jede Woche über drei Stunden über dieses Thema zu sprechen hier. Aber das sind alles Prozesse, die man von GesellschaftsjournalistInnen oder auch von, wie sagt man, ähm So, Allrounder-JournalistInnen nicht changesläufig erwarten kann, weil das durchaus Themen sind, die eine gewisse Komplexität mit sich bringen und die eben total große Angriffsflächen bieten, eben. . Von den Narrativen der Tech-Plattform eben verfälscht zu werden, wie du schon sagst. Also wenn ich mir überlege, dass es im Moment eigentlich die Erzählung gibt, in fünf Jahren ist alles nur noch KI generiert und diese Erzählung halt vor allem von Meta vorhin getrieben wird, so dann ist er mit Sicherheit etwas Wahres dran, aber es hat eben einen Spin und dieser Spin kommt von einem Unternehmen oder von mehreren Unternehmen, die eben selber KI-Möglichkeiten anbieten und damit möglicherweise eben auch nicht ganz unverfärbt sind.
48:09 Markus Beckedahl
Ja.
48:11 Gavin Karlmeier
Ja, das ist sehr spannend. Also wir schauen da sehr gespannt drauf, wir warten auf den Start des Newsrooms und wir werden da wahrscheinlich zum einen noch häufiger miteinander drüber sprechen, zum anderen habe ich aber auch das Gefühl, werden wir euch häufiger zitieren werden in Zukunft. Ja, das hoffe ich.
48:24 Markus Beckedahl
Also wir werden auch nicht jeden Tag. irgendwie Sachen raushauen, aber wir werden ein kleines Team aufbauen aus Kommunikations- und Policy-Experten die halt auch sehr viel für die Schublade produzieren werden. Das heißt, ähm, sehr viele Themen sind ab, äh, sind erwartet sozusagen Einordnung kann man dann sehr schnell anpassen. Also so, dass wir halt mal vorbereitet sind und nicht, wie meine Erfahrung war, in über 25 Jahren irgendwas passiert Man wusste, es passiert, aber dann hat man sich doch mit anderen Sachen beschäftigt und dann ist man überfordert, ganz schnell reagieren zu können. Und das hat mich geärgert, dass wir das nicht besser hinbekommen haben. Und das gehen wir jetzt mal an.
49:05 Gavin Karlmeier
Oh, das finde ich gut. Der Stesatz fürs Rückgrat quasi. Ich finde das sehr gut. Lieber Markus, vielen Dank, dass du heute da warst. Ich fand das Ich finde, die Themenlage hätte nicht besser zu uns miteinander passen können. Ich wünsche dir und allen, die bis hierhin zugehört haben, ein wundervolles Wochenende. Wir wünschen euch vor allem, Markus, viel Erfolg mit eurem weiteren Aufbau des Zentrums für Digitalrecht und Demokratie. Googelt das mal, ihr findet da schon einiges. Ihr habt eine Website, ihr habt ein paar Videos dazu, du erzählst ein bisschen was. Einen Podcast hast du dazu gemacht. Das könnt ihr euch alles anschauen, anhören. Und du, Markus, kommst trotzdem bald nochmal wieder, hoffe ich.
49:43 Markus Beckedahl
Bevor ihr das jetzt googeln müsst, ne, w. . www. digitalrechte. de ist unsere Webseite und in sozialen Medien eurer Wahl findet ihr uns dann unter Digitalrecht auch als Profil. So, noch einfacher, noch besser.
50:00 Gavin Karlmeier
Ist schneller gemacht als googeln. Ich wünsche euch allen ein ganz wundervolles Wochenende. Wir haben ein Pfingstwochenende. Wir haben Feiertag und ich habe mir überlegt, da arbeite ich einfach mal nicht. Das heißt, hier geht es weiter mit Haken dran am Mittwoch. Das werden wir alle überstehen. Es sei denn, Ex Brenn. ab. Bis dahin, Trump verbietet Ex. Es ist gerade alles möglich. Dann melden wir uns vielleicht zwischendurch mal. Aber ansonsten hören wir uns ja Mittwoch wieder. Markus, vielen Dank, dass du da kommst.
50:24 Markus Beckedahl
Viel Spaß.